24. Qualitätsindikatoren – Palliativmedizin
Ergebnisse der Onlinesitzung (02.07.2026):
1) Bereits bestehende QI:
- QI übergreifende Diskussion: Die AG betont, dass die QIs sowohl für die APV als auch für die SPV gelten sollen. Da die Erfassung in der Praxis jedoch schwierig sein kann, wird im Nenner statt der „und" Verbindung ein „/" verwendet, um diesem Umstand Rechnung zu tragen.
- QI1: Die dem QI zugrunde liegende Empfehlung 8.3 wurde im Update der Leitlinie entfernt. Die AG erachtet den QI 1 weiterhin als relevant. Als neue Referenzempfehlung wird daher Empfehlung 9.1 (modifizierte ehemalige 8.1) herangezogen. Da Empfehlung 9.1 die wiederholte Erfassung der Atemnot und nicht deren Reduktion adressiert, wird diskutiert, ob der QI weiterhin das Outcome oder künftig den Prozess messen sollte. Die AG konsentiert, an der bisherigen Formulierung mit Messung des Outcomes festzuhalten. Das Zeitfenster für die Reduktion der Atemnot wird von 48 h auf 3 Tage erweitert.
- QI2: Analog zu QI 1 wurde die dem QI 2 zugrunde liegende Empfehlung im Leitlinienupdate entfernt. Die AG erachtet den QI weiterhin als relevant, als neue Referenzempfehlung wird Empfehlung 5.1 herangezogen. Wie bei QI 1 stellt sich die Frage Outcome versus Prozessmessung, auch hier konsentiert die AG, an der bisherigen Formulierung mit Messung des Outcomes festzuhalten. Das Zeitfenster für die Reduktion des Schmerzes wird ebenfalls von 48 h auf 3 Tage erweitert.
- QI3: Der QI wurde entsprechend der Empfehlung angepasst.
- QI4: Auch bei diesem QI wurde die zugrunde liegende Empfehlung im Leitlinienupdate gestrichen. Als neue Referenzempfehlung wird Empfehlung 5.1 herangezogen. Da es sich bei den genannten Instrumenten (IPOS, MIDOS, HOPE) nicht ausschließlich um Screeninginstrumente, wird der Begriff „Screening" im QI gestrichen und in „validiertes Instrument“ geändert.
- QI6: Die AG streicht den Einschub „(system. Th, Radioth.)“ im Zähler, da die Empfehlung für alle Maßnahmen (auch chirurgische/interventionelle) gelten soll.
- QI5 und QI7: Die zugrunde liegenden Empfehlungen sind im Update entfernt worden. Die AG beschließt die korrespondierenden QIs ebenfalls zu streichen.
- QI8: Auch diese zugrunde liegende Empfehlung wurde gestrichen. Als neue Referenzempfehlung wird Empfehlung 16.1 herangezogen. Der Begriff „exulzerierender Tumor" wird entsprechend der Terminologie der Empfehlung durch „maligne Wunde" ersetzt.
- QI9: Der QI wird unverändert weitergeführt.
- QI10: Der QI verweist nun nicht mehr nur auf MIDOS/IPOS sondern ermöglicht die Erfassung mit weiteren validierten Instrumenten entsprechend der Tab. 4 der Leitlinie.
- QI11: Der QI wurde entsprechend des internationalen QIs angepasst.
2) Weitere Ergebnisse
- Beim pot. QI 1 wird konsentiert sich im Zähler auf die SPV Erfassung zu beschränken.
QI 1: Reduktion Atemnot
Zähler
Pat. des Nenners mit Reduktion der Atemnot innerhalb von 3 Tagen
Nenner
Alle Pat. mit Diagnose „nicht heilbare Krebserkrankung“ (APV / SPV) mit mittlerer/starker Atemnot
Qualitätsziel / Referenzbereich
Screeninginstrumente (offene Liste validierter Instrumente):
- Modifizierter Borg
- Visuelle Analogskala
- Numeric Rating Scale
- MIDOS, IPOS
- (HOPE/Nationales Palliativregister)
Qualitätsziel:
Möglichst häufige Reduktion der Atemnot innerhalb von 3 Tagen bei Pat. mit „nicht heilbare Krebserkrankung“ und mittlerer/starker Atemnot
Anmerkung
Mit den Screeninginstrumenten IPOS oder MIDOS sind die QI 1, 2, 3, (4) und 10 zu erfassen. Ausschließlich für den QI 8 muss ein anderes Screeninginstrument verwendet werden.
Im Nenner der QI sind explizit die Patienten der APV und SPV adressiert, um zu verdeutlichen, dass die QIs für beide Bereiche umgesetzt werden sollen (siehe auch Punkt 4 des Abschnitts „Weitere Ergebnisse der AG QI“)
Änderungen:
Z: Anzahl Patienten Pat. des Nenners mit Reduktion der Atemnot innerhalb von 48 h 3 Tagen
N: Alle Pat.ienten mit Diagnose „nicht heilbare Krebserkrankung“ (APV /und SPV) mit mittlerer/starker Atemnot
Referenz-Empfehlungen
Atemnot soll durch die subjektive Beurteilung d. Patient:in wiederholt erfasst werden, z. B. im Rahmen einer mehrere Symptome einschließenden Erfassung.
- Konsens
- Starker Konsens
Änderungshinweis
8.1.Atemnot soll durch die subjektive Beurteilung des Patienten erfasst werden, z. B. im Rahmen einer mehrere Symptome einschließenden Erfassung. 8.3 Die wiederholte Beurteilung der Atemnot vor, während und nach einer symptomatischen Therapie soll Bestandteil der Erfassung sein.QI 2: Reduktion Schmerz
Zähler
Pat. des Nenners mit Reduktion des Schmerzes innerhalb von 3 Tagen
Nenner
Alle Pat. mit Diagnose „nicht heilbare Krebserkrankung“ (APV / SPV) mit mittlerem/starkem Schmerz
Qualitätsziel / Referenzbereich
Screeninginstrumente (offene Liste validierter Instrumente):
- McGill Pain Questionnaire
- Verbal Rating Scale
- Numeric Rating Scale
- MIDOS, IPOS
- (HOPE/Nationales Palliativregister)
- bei Verdacht auf neuro- pathischen Schmerz auch: painDETECT od. DN4
Qualitätsziel:
Möglichst häufige Reduktion des Schmerzes innerhalb von 3 Tagen bei Pat. mit „nicht heilbare Krebserkrankung“ und mittlerer/starker Atemnot
Anmerkung
Änderungen:
Z: Anzahl Patienten Pat. des Nenners mit Reduktion des Schmerzes innerhalb von 48 h 3 Tagen
N: Alle Pat.ienten mit Diagnose „nicht heilbare Krebserkrankung“ (APV /und SPV) mit mittlerem/starkem Schmerz
Referenz-Empfehlungen
Bei einer nicht-heilbaren Krebserkrankung sollen die physischen, psychischen, sozialen und spirituellen Bedürfnisse sowie die Belastungen und Informationsbedürfnisse der Patient:innen und Angehörigen wiederholt und bei einer Änderung der klinischen Situation erfasst werden.
- Konsens
- Starker Konsens
QI 3: Opiate und Laxantien
Zähler
Pat. des Nenners ohne Therapie mit osmotisch wirksamen Laxantien (außer Salze) und/oder stimulierenden Laxantien
Nenner
Alle Pat. mit Diagnose „nicht heilbare Krebserkrankung“ (APV / SPV) mit Opiatmedikation außerhalb der Sterbephase (= 7 Tage vor Versterben)
Qualitätsziel / Referenzbereich
Empfehlungsgrad A,
LoE: 1+ EAPC/Caraceni et al. 2012; Candy et al. 2011 (SysRev)
Empfehlungsgrad A,
LoE: 1- Bader et al. 2012 (SysRev)
Qualitätsziel: niedrig
Möglichst selten Therapie mit osmotisch wirksamen Laxantien (außer Salze) und/oder stimulierenden Laxantien bei Pat. mit Diagnose „nicht heilbare Krebserkrankung“ (APV /und SPV) mit Opioidmedikation außerhalb der Sterbephase (= 7 Tage vor Versterben)
Anmerkung
Änderungen:
Z: Anzahl Patienten Pat. des Nenners ohne Therapie mit osmotisch wirksamen Laxantien (außer Salze) und/oder stimulierenden Laxantien
N: Alle Pat.ienten mit Diagnose „nicht heilbare Krebserkrankung“ (APV /und SPV) mit Opioidmedikation außerhalb der Sterbephase (= 7 Tage vor Versterben)
Referenz-Empfehlungen
In der medikamentösen Mono- oder Kombinationstherapie zur Behandlung einer Obstipation bei Patient:innen mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung sollen osmotisch wirksame Laxantien (außer Salze) und/oder stimulierende Laxantien eingesetzt werden.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- 1-
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [1324] [879]
Änderungshinweis
In der medikamentösen Mono- oder Kombinationstherapie zur Behandlung einer Obstipation bei Patienten mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung sollen osmotisch wirksame und/oder stimulierende Laxantien eingesetzt werden.QI 4: Symptomassessment in der Sterbephase
Zähler
Pat. des Nenners mit Symptomassessment mit Hilfe eines validierten Instruments in den letzten 72 h vor Versterben
Nenner
Alle verstorbenen Pat. mit Diagnose "nicht heilbare Krebserkrankung" (APV / SPV)
Qualitätsziel / Referenzbereich
Screeninginstrumente (offene Liste validierter Instrumente:
- IPOS
- MIDOS
- (HOPE/Nationales Palliativregister)
Qualitätsziel:
Möglichst häufiges Symptomassessment mit Hilfe eines validierten Instruments in den letzten 72 h vor Versterben
Anmerkung
Änderungen:
Z: Anzahl Patienten Pat. des Nenners mit Symptomassessment mit Hilfe eines validierten ScreeningInstruments in den letzten 72 h vor Versterben
N: Alle verstorbenen Pat.ienten mit Diagnose "nicht heilbare Krebserkrankung" (APV /und SPV)
Referenz-Empfehlungen
Bei einer nicht-heilbaren Krebserkrankung sollen die physischen, psychischen, sozialen und spirituellen Bedürfnisse sowie die Belastungen und Informationsbedürfnisse der Patient:innen und Angehörigen wiederholt und bei einer Änderung der klinischen Situation erfasst werden.
- Konsens
- Starker Konsens
Bei einer nicht-heilbaren Krebserkrankung sollte die Erfassung der Bedürfnisse sowie der Belastungen und der Informationsbedürfnisse der Patient:innen und Angehörigen mit Hilfe von validierten multidimensionalen Erfassungsinstrumenten erfolgen.
- Konsens
- Konsens
QI 5: unbesetzt
Qualitätsziel / Referenzbereich
Screeninginstrumente: Wird künftig über IPOS und MIDOS zu erfassen sein
Anmerkung
Änderungen:
Z: Anzahl Patienten mit Evaluation von Unruhe in den letzten 72 h vor Versterben
N: Alle verstorbenen Patienten (APV und SPV)
Referenz-Empfehlungen
QI 6: Beenden von tumorspezifischen Maßnahmen in der Sterbephase
Zähler
Pat. des Nenners mit tumorspezifischen Maßnahmen innerhalb von 14 Tagen vor Versterben
Nenner
Alle verstorbenen Pat. mit Diagnose "nicht heilbare Krebserkrankung" (APV / SPV)
Qualitätsziel / Referenzbereich
Qualitätsziel: niedrig
Möglichst häufiges Beenden von tumorspezifischen Maßnahmen innerhalb von 14 Tagen vor Versterben
Anmerkung
Z: Anzahl Pat.ienten des Nenners mit tumorspezifischen Maßnahmen (system. Th, Radioth.) innerhalb von 14 Tagen vor Versterben
N: Alle verstorbenen Pat.ienten mit Diagnose "nicht heilbare Krebserkrankung" (APV /und SPV)
Referenz-Empfehlungen
Tumorspezifische Medikamente und Maßnahmen sollen in der Sterbephase beendet werden.
- Konsens
- Konsens
QI 7: unbesetzt
Qualitätsziel / Referenzbereich
Qualitätsziel:
Möglichst häufig Mundpflege bei Patienten mit nicht heilbarer Krebserkrankung
Anmerkung
Änderungen:
Z: Anzahl Patienten mit Mundpflege
N: Alle Patienten mit Diagnose „nicht heilbare Krebserkrankung“ (APV und SPV) und Mundtrockenheit (ICD-10-GM R 68.2)
Referenz-Empfehlungen
QI 8: Assessment maligner Wunden
Zähler
Pat. des Nenners mit Assessment der malignen Wunde mittels spezifischem Assessmentinstrument laut Leitlinie
Nenner
Alle Pat. mit Diagnose „nicht heilbare Krebserkrankung“ (APV / SPV) und maligner Wunde
Qualitätsziel / Referenzbereich
Qualitätsziel:
Möglichst häufig Assessment maligner Wunden bei Patienten mit nicht heilbarer Krebserkrankung und exulzerierendem Tumor
Spezifische Assessmentinstrumente:
· HOPE
· FKB-20
· FLQA-wk
· Wound-QoL
Schmerzerfassung bei Patienten mit chronischen Wunden
Anmerkung
Änderungen:
Z: Anzahl Pat.ienten des Nenners mit Assessment desr exulzerierenden Tumors malignen Wunde mittels spezifischem Assessmentinstrument laut Leitlinie
N: Alle Pat.ienten mit Diagnose „nicht heilbare Krebserkrankung“ (APV /und SPV) und exulzerierendem Tumor maligner Wunde
Referenz-Empfehlungen
Bei Patient:innen mit malignen Wunden soll zu Beginn der Versorgung eine umfassende wundspezifische Anamnese – inkl. Erfassung des subjektiven Erlebens und der Selbstmanagementfähigkeit – sowie ein Wundassessment mit kompletter Analyse der Wundsituation durchgeführt werden.
- Konsens
- Starker Konsens
Änderungshinweis
Empf.1: Bei Patienten mit malignen Wunden soll zu Beginn der Versorgung eine umfassende wundspezifische Anamnese durchgeführt werden, die Folgendes erfasst: Faktoren, die Einfluss auf die Wunde haben, subjektives Erleben der Betroffenen und seiner Angehörigen mit der Wunde, Beeinträchtigung der Lebensqualität durch die Wunde, Wissen und Selbstmanagementfähigkeiten von Patient und Angehörigen in Bezug auf die Wunde. Empf. 2: Das Assessment der malignen Wunde mit kompletter Analyse der Wundsituation soll schriftlich anhand strukturierter Wunddokumentationsbögen zu Beginn der Versorgung und zum weiteren Monitoring regelmäßig im Verlauf erfolgen.QI 9: Dokumentation von Therapiezielen
Zähler
Alle Pat. des Nenners mit dokumentierten Therapiezielen zum Zeitpunkt der Diagnose „nicht heilbare Krebserkrankung“
Nenner
Alle Pat. mit Diagnose „nicht heilbare Krebserkrankung“ (APV / SPV)
Qualitätsziel / Referenzbereich
Qualitätsziel:
Möglichst häufig Dokumentation der Therapieziele bei Patienten mit nicht heilbarer Krebserkrankung
Anmerkung
Änderungen:
Z: Anzahl Alle Pat.ienten des Nenners mit dokumentierten Therapiezielen zum Zeitpunkt der Diagnose „nicht heilbare Krebserkrankung“
N: Alle Pat.ienten mit Diagnose „nicht heilbare Krebserkrankung“ (APV /und SPV)
Referenz-Empfehlungen
Bei der Festsetzung und Re-Evaluation von Therapiezielen in der Behandlung von Patient:innen mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung sollen die aktuelle Krankheitssituation, die zur Disposition stehenden Therapieoptionen sowie die Wünsche, Werte und Ziele der Patient:innen berücksichtigt werden.
- Konsens
- Starker Konsens
Änderungshinweis
Bei der Festsetzung von Therapiezielen in der Behandlung von Patienten mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung sollen die aktuelle Krankheitssituation, die zur Disposition stehenden Therapieoptionen sowie die Wünsche, Werte und Ziele des Patienten berücksichtigt werden.QI 10: Symptomerfassung
Zähler
Alle Pat. des Nenners mit Symptomerfassung mittels validierter Erfassungsinstrumenten (z.B. MIDOS/IPOS*)
Nenner
Alle Pat. mit Diagnose „nicht heilbare Krebserkrankung“ (APV / SPV)
Qualitätsziel / Referenzbereich
Qualitätsziel:
Möglichst häufig Symptomerfassung mittels MIDOS/IPOS validierter Erfassungsinstrumenten (z.B. MIDOS/IPOS*) bei Patienten mit nicht heilbarer Krebserkrankung
*siehe auch Tab. 4 der Leitlinie
Anmerkung
Änderungen:
Titel: Symptomerfassung mittels MIDOS oder IPOS
Z: Anzahl Patienten Alle Pat. des Nenners mit Symptomerfassung mittels MIDOS oder IPOS validierter Erfassungsinstrumenten (z.B. MIDOS/IPOS*)
N: Alle Pat.ienten mit Diagnose „nicht heilbare Krebserkrankung“ (APV /und SPV)
Referenz-Empfehlungen
Bei einer nicht-heilbaren Krebserkrankung sollen die physischen, psychischen, sozialen und spirituellen Bedürfnisse sowie die Belastungen und Informationsbedürfnisse der Patient:innen und Angehörigen wiederholt und bei einer Änderung der klinischen Situation erfasst werden.
- Konsens
- Starker Konsens
QI 11: Spezialisierte Palliativversorgung
Zähler
Pat. des Nenners, die eine spezialisierte Palliativversorgung (stationär: Palliativstation, Palliativdienst, palliativmedizinische Tagesklinik, stationäres Hospiz; ambulant: SAPV, spezialisierte Palliativambulanz) innerhalb von 2 Jahre vor Versterben erhalten haben
Nenner
Alle an einer Tumorerkrankung verstorbenen Patienten
Qualitätsziel / Referenzbereich
Qualitätsziel:
Auswertung der Versorgungssituation von Krebspatienten bezüglich spezialisierter Palliativversorgung
Möglichst viele Pat. mit spezialisierter Palliativversorgung (stationär: Palliativstation, Palliativdienst, palliativmedizinische Tagesklinik, stationäres Hospiz; ambulant: SAPV, spezialisierte Palliativambulanz) innerhalb von 2 Jahre vor Versterben
Anmerkung
Internationale Recherche nach Qualitätsindikatoren:
QI: Specialized palliative care
Numerator: number of people who died with cancer who received specialized palliative care (hospital palliative unit OR palliative daycare centre OR multidisciplinary home care) in the last 2 years prior to death
Denominator: number of people who died with cancer
Änderungen:
Z: Anzahl Pat.ienten des Nenners, die eine spezialisierte Palliativversorgung (stationär: Palliativstation, Palliativdienst, palliativmedizinische Tagesklinik, stationäres Hospiz; ambulant: SAPV, spezialisierte Palliativambulanz) innerhalb von 2 Jahre vor Versterben erhalten haben
Referenz-Empfehlungen
Pot. QI 1
Zähler
Pat. des Nenners mit erfasster Komplexität der Bedürfnisse und Probleme und dokumentierter Indikationsstellung zur SPV zum Zeitpunkt der Diagnose
Nenner
Alle Pat. mit Diagnose "nicht heilbare Krebserkrankung"
Qualitätsziel / Referenzbereich
Qualitätsziel:
Möglichst häufige Erfassung der Komplexität der Bedürfnisse und Probleme und Dokumentation der indizierten Versorgungsstufe bei Pat. mit nicht heilbarer Krebserkrankung
Anmerkung
Information zur Datenverfügbarkeit (Stand 07/2026):
Die Erfassung ist seitens der Krebsregister über den einheitlichen Onkologischen Basisdatensatz und seiner Module gewährleistet: nein
Die Erfassung ist Teil des Zertifizierungssystems der DKG: nein (bisher nicht)
Referenz-Empfehlungen
Bei Patient:innen soll nach der Diagnose einer nicht-heilbaren Krebserkrankung regelmäßig die Komplexität der Bedürfnisse und Probleme (niedrig/mittel/hoch) evaluiert und die Indikation der Versorgungsstufe (Palliativmedizinische Basisversorgung durch die Primärbehandelnden, allgemeine oder spezialisierte Palliativversorgung) gestellt werden.
- Konsens
- Starker Konsens
Pot. QI 2
Zähler
Pat. des Nenners mit dokumentierter Erfassung der Bedürfnisse und Unterstützungsbedarfe der Angehörigen.
Nenner
Alle Pat. mit Diagnose "nicht heilbare Krebserkrankung"
Qualitätsziel / Referenzbereich
Qualitätsziel:
Möglichst häufig dokumentierte Erfassung der Bedürfnisse und Unterstützungsbedarfe der Angehörigen.
Anmerkung
Information zur Datenverfügbarkeit (Stand 07/2026):
Die Erfassung ist seitens der Krebsregister über den einheitlichen Onkologischen Basisdatensatz und seiner Module gewährleistet: nein
Die Erfassung ist Teil des Zertifizierungssystems der DKG: nein (bisher nicht)
Referenz-Empfehlungen
Angehörige von Patient:innen mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung sollen in ihrer Rolle als Bezugsperson und als Teil deren Versorgungssystems, aber auch als selbst Betroffene wahrgenommen werden.
- Konsens
- Starker Konsens
Pot. QI 3
Zähler
Pat. des Nenners mit Einsatz von nicht-medikamentösen Maßnahmen zur Atemnotlinderung
Nenner
Alle Pat. mit Diagnose "nicht heilbare Krebserkrankung" (APV / SPV) mit Atemnot
Qualitätsziel / Referenzbereich
Qualitätsziel
Möglichst häufig Einsatz nicht-medikamentöser Maßnahmen bei Pat. mit nicht heilbarer Krebserkrankung und Atemnot (z.B. Atemübungen wie Lippenbremse, Zwerchfellatmung, Atemkontrolle, kognitiv-behaviourale Strategien)
Anmerkung
Information zur Datenverfügbarkeit (Stand 07/2026):
Die Erfassung ist seitens der Krebsregister über den einheitlichen Onkologischen Basisdatensatz und seiner Module gewährleistet: nein
Die Erfassung ist Teil des Zertifizierungssystems der DKG: nein (bisher nicht)
Referenz-Empfehlungen
Bei Patient:innen mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung und Atemnot sollen primär nicht-medikamentöse Verfahren eingesetzt werden - parallel zur und nach Optimierung der zugrundeliegenden Erkrankung und Komorbiditäten, sowie der Behandlung behandelbarer Ursachen.
- Konsens
- Starker Konsens
Änderungshinweis
Bei Patient:innen mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung und Atemnot sollen nichtmedikamentöse Allgemeinmaßnahmen zur Linderung von Atemnot angewendet werden, z. B. Aufklärung über das Symptom Atemnot, Beruhigung/Entspannung, Atemübungen oder Kühlung des Gesichts.Patient:innen mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung und Atemnot sollen zu Atemübungen (u.a. Lippenbremse, Zwerchfellatmung, Atemkontrolle zur Frequenzsenkung) zur symptomatischen Linderung von Atemnot angeleitet werden.
Patient:innen mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung und Atemnot sollen zu kognitiv-behaviourale Strategien (z.B. Panikkontrolle, Beruhigung/Entspannung, Ablenkung) zur Linderung von Atemnot angeleitet werden.
- Konsens
- Starker Konsens
Pot. QI 4
Zähler
Pat. des Nenners mit gleichwertigem Angebot einer Psychotherapie oder einer medikamentösen Therapie
Nenner
Alle Pat. mit Diagnose „nicht heilbare Krebserkrankung“ (APV / SPV) mit akuten mittelgradigen depressiven Episoden.
Qualitätsziel / Referenzbereich
Qualitätsziel: Möglichst häufig gleichwertiges Angebot einer Psychotherapie oder medikamentösen Therapie bei Pat. mit nicht heilbarer Krebserkrankung und akuter mittelgradiger depressiver Episode
Anmerkung
Information zur Datenverfügbarkeit (Stand 07/2026):
Die Erfassung ist seitens der Krebsregister über den einheitlichen Onkologischen Basisdatensatz und seiner Module gewährleistet: nein
Die Erfassung ist Teil des Zertifizierungssystems der DKG: nein (bisher nicht)
Referenz-Empfehlungen
Patient:innen mit akuten mittelgradigen depressiven Episoden soll gleichwertig eine Psychotherapie oder eine medikamentöse Therapie angeboten werden
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- 1
Leitllinien Adaptation: NVL Unipolare Depression 2022
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [1740]
Änderungshinweis
Zur Behandlung einer akuten mittelgradigen depressiven Episode soll Patienten eine medikamentöse Therapie mit einem Antidepressivum angeboten werden.Pot. QI 5
Zähler
Pat. des Nenners mit Angebot einer Kombinationsbehandlung mit medikamentöser Therapie und Psychotherapie oder psychotherapeutischen Interventionen
Nenner
Alle Pat. mit Diagnose „nicht heilbare Krebserkrankung“ (APV / SPV) mit akuten schweren depressiven Episoden.
Qualitätsziel / Referenzbereich
Qualitätsziel: Möglichst häufiges Angebot einer Kombinationsbehandlung aus medikamentöser Therapie und Psychotherapie oder psychotherapeutischen Interventionen bei Pat. mit nicht heilbarer Krebserkrankung und akuter schwerer depressiver Episode
Anmerkung
Information zur Datenverfügbarkeit (Stand 07/2026):
Die Erfassung ist seitens der Krebsregister über den einheitlichen Onkologischen Basisdatensatz und seiner Module gewährleistet: nein
Die Erfassung ist Teil des Zertifizierungssystems der DKG: nein (bisher nicht)
Referenz-Empfehlungen
Patient:innen mit akuten schweren depressiven Episoden soll eine Kombinationsbehandlung mit medikamentöser Therapie und Psychotherapie oder psychotherapeutischen Interventionen angeboten werden.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- 1
Leitlinien Adaptation: NVL Unipolare Depression 2022
(adaptiert von NVL 2022 ohne inhaltliche Änderung)
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [1650]
Änderungshinweis
Bei akuten schweren depressiven Episoden soll eine Kombinationsbehandlung mit medikamentöser Therapie und abhängig von der Prognose Psychotherapie oder psychotherapeutischen Interventionen angeboten werden.Pot. QI 6
Zähler
Pat. des Nenners mit Deaktivierung der Defibrillationsfunktion des ICD in der Sterbephase
Nenner
Alle verstorbenen Pat. mit nicht heilbarer Krebserkrankung und implantiertem ICD
Qualitätsziel / Referenzbereich
Qualitätsziel:
Möglichst häufige Deaktivierung der Defibrillationsfunktion bei Pat. mit ICD in der Sterbephase
Anmerkung
Information zur Datenverfügbarkeit (Stand 07/2026):
Die Erfassung ist seitens der Krebsregister über den einheitlichen Onkologischen Basisdatensatz und seiner Module gewährleistet: nein
Die Erfassung ist Teil des Zertifizierungssystems der DKG: nein (bisher nicht)
Referenz-Empfehlungen
Bei Patient:innen in der Sterbephase, die einen implantierten Kardioverter-Defibrillator (ICD) tragen, soll die Defibrillationsfunktion (Schockfunktion) deaktiviert werden.
- Konsens
- Starker Konsens
Änderungshinweis
Bei Sterbenden, die einen implantierten Kardioverter-Defibrillator (ICD) tragen, sollte die Kardioverterfunktion in der Sterbephase deaktiviert werden.Literaturhinweise
[791] Caraceni, A., Hanks, G., Kaasa, S., Bennett, M. I., Brunelli, C., Cherny, N., et.al. Use of opioid analgesics in the treatment of cancer pain: evidence-based recommendations from the EAPC, Lancet Oncol, 2012. 13(2): p. e58-68.
[878] Candy, B., Jones, L., Goodman, M. L., Drake, R., Tookman, A., Laxatives or methylnaltrexone for the management of constipation in palliative care patients, Cochrane Database Syst Rev, 2011. p. CD003448.
[879] Candy, B., Jones, L., Larkin, P. J., Vickerstaff, V., Tookman, A., Stone, P., Laxatives for the management of constipation in people receiving palliative care, Cochrane Database Syst Rev, 2015. p. CD003448., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25967924
[1324] Bader, S., Weber, M., Becker, G., Is the pharmacological treatment of constipation in palliative care evidence based? : a systematic literature review, Schmerz, 2012. 26(5): p. 568-86.
[624] Liu, X, Wang, YQ, Xie, J, Effects of Breathing Exercises on Patients With Lung Cancer., Oncol Nurs Forum, 2019. 46 (3)(3): p. 303-317., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31007262/
[625] Tan, SB, Liam, CK, Pang, YK, Leh-Ching Ng, D, Wong, TS, Wei-Shen Khoo, K, et.al. The Effect of 20-Minute Mindful Breathing on the Rapid Reduction of Dyspnea at Rest in Patients With Lung Diseases: A Randomized Controlled Trial., J Pain Symptom Manage, 2019. 57 (4)(4): p. 802-808., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30684635/
[1740] Bundesärztekammer (BÄK), Kassenärztliche Bundesvereinigung (KBV), Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftli-, chen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression – Langfassung, Version 3.2, DOI: 10.6101/AZQ/000505. www.leitlinien.de/depression, 2022.
[1650] DGPPN BÄK KBV AWMF (Hrsg.) für die Leitliniengruppe Unipolare Depression, S3-Leitlinie/Nationale VersorgungsLeitlinie Unipolare Depression - Langfassung, 2. Auflage. Version 5DOI: 10.6101/AZQ/000364, www.depression.versorgungsleitlinien.de., 2015., http://www.versorgungsleitlinien.de/themen/depression/pdf/s3_nvl_depression_lang.pdf