13. Qualitätsindikatoren – Oro- und Hypopharynxkarzinom
Qualitätsindikatoren sind Messgrößen, deren Erhebung der Beurteilung der Qualität der zugrunde liegenden Strukturen, Prozesse bzw. Ergebnisse dient. Qualitätsindikatoren sind ein wichtiges Instrument des Qualitätsmanagements. Ziel ihres Einsatzes ist die stetige Verbesserung der Versorgung, indem die Ergebnisse der Versorgung dargestellt, kritisch reflektiert und wenn nötig verbessert werden. Die vorliegende Auswahl von Qualitätsindikatoren wurde gemäß der Methodik des Leitlinienprogramms Onkologie erstellt [753]. Für den Ableitungsprozess konstituierte sich eine „Arbeitsgruppe Qualitätsindikatoren“ (AG QI). Diese erstellte das finale Set der Qualitätsindikatoren auf Grundlage der starken Empfehlungen („soll“) der neu erarbeiteten Leitlinie Oro-und Hypopharynxkarzinom, sowie der Ergebnisse der Recherche nach bestehenden internationalen Qualitätsindikatoren. Die genaue Vorgehensweise und die Zusammensetzung der AG QI sind im Leitlinienreport dargelegt.
Nach zwei Online-Sitzungen dieser AG wurde das finale Set von 13 Qualitätsindikatoren (QI) definiert und angenommen.
In der Tabelle ist zu beachten: Der Zähler ist stets eine Teilmenge des Nenners.
Die Qualitätsindikatoren 6, 7, 8, 9, 12 und 13 sind mit dem onkologischen Basisdatensatz der Krebsregister zu dokumentieren (Stand: 12/2023).
p16 Immunhistologie
Zähler
Pat. des Nenners mit p16 Immunhistologie
Nenner
Alle Pat. mit Erstdiagnose eines Oropharynxkarzinoms
Qualitätsziel / Referenzbereich
Konsensbasierte Empfehlung (EK, starker Konsens)
Anmerkung
Qualitätsziel:
Möglichst häufig immunhistologische Untersuchung bei Pat. mit Oropharynxkarzinom
ICD-Codes Oropharynx:
ICD-10 C01, C02.4, C02.8, C02.9,C05.1, C05.2, C05.8, C05.9, C09, C10, C14.0, C14.2, C14.8.
Referenz-Empfehlungen
Zur TNM-relevanten Einschätzung der HPV-16-Assoziation einer HPV-Infektion soll die p16 Immunhistologie durchgeführt werden.
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
Angaben im histopathologischen Befundbericht nach Resektion
Zähler
Pat. des Nenners mit sämtlichen der folgenden Angaben im histopathologischen Befundbericht: · Tumorlokalisation u. -größe · pTN-Status · histologischer Tumortyp nach aktueller WHO-Klassifikation · lokale Tumorausdehnung, infiltrierte Strukturen · LK-Metastasen nach Level und Seite getrennt: - Anzahl der untersuchten LK - Anzahl der befallenen LK - größter Durchmesser der LK-Metastasen · kapselüberschreitendes Tumorwachstum (ECS, ENE) · Lymphgefäß-/ Veneninvasion u. perineurale Invasion · Vorhandensein einer in situ Komponente (mit Größe) · Differenzierung des Tumors entsprechend dem etablierten Graduierungsschema · Abstand zu den lateralen und basalen Resektaträndern für alle relevanten Absetzungsränder sowie für die invasive und die in situ-Komponente in mm. · R-Klassifikation · nur Oropharynx: Angabe des p16-Expressionsstatus (positiv, negativ).
Nenner
Alle Pat. mit Erstdiagnose eines Oro-/Hypopharynxkarzinoms und Resektion
Qualitätsziel / Referenzbereich
Konsensbasierte Empfehlung (EK, starker Konsens)
Anmerkung
Qualitätsziel:
Möglichst häufig vollständiger Befundbericht nach Resektion
Referenz-Empfehlungen
Folgende Parameter sollen in dem histopathologischen Befundbericht angegeben werden
- Tumorlokalisation und -größe
- pTN-Status
- histologischer Tumortyp nach aktueller WHO-Klassifikation
- lokale Tumorausdehnung, infiltrierte Strukturen
- Anzahl der untersuchten LKs
- Anzahl der befallenen LKs
- größter Durchmesser der Lymphknotenmetastasen
- kapselüberschreitendes Tumorwachstum (ECS, ENE)
- Lymphgefäß-/Veneninvasion und perineurale Invasion
- Vorhandensein einer in situ Komponente (mit Größe)
- Differenzierung des Tumors entsprechend dem etablierten Graduierungsschema
- Abstand zu den lateralen und basalen Resektaträndern für alle relevanten Absetzungsränder sowie für die invasive und die in situ-Komponente in mm.
- R-Klassifikation
Nur Oropharynx: Angabe des p16-Expressionsstatus (positiv, negativ). Für einen positiven Nachweis sollten mindestens 70% der Tumorzellen eine heterogene, nukleäre sowie zytoplasmatische Färbung bei einer moderaten bis starken Intensität aufweisen.
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
CT/MRT Hals zum Lymphknoten-Staging
Zähler
Pat. des Nenners mit Staging-CT oder MRT des Halses (Schädelbasis bis obere Thoraxapertur)
Nenner
Alle Pat. mit Erstdiagnose eines Oro-/Hypopharynxkarzinoms
Qualitätsziel / Referenzbereich
Evidenzbasierte Empfehlung (EG A, LoE 2+)
Anmerkung
Qualitätsziel:
Möglichst häufig Lymphknoten-Staging des Halses mittels CT/MRT
Referenz-Empfehlungen
Zur Feststellung der N-Kategorie soll die gesamte Region von der Schädelbasis bis zur oberen Thoraxapertur mit der CT oder MRT untersucht werden.
Thorax-CT zum Ausschluss eines pulmonalen Tumorbefalls
Zähler
Pat. des Nenners mit Thorax-CT zum Ausschluss eines pulmonalen Tumorbefalls (Filia, Zweitkarzinom)
Nenner
Alle Pat. mit Erstdiagnose eines Oro-/Hypopharynxkarzinoms
Qualitätsziel / Referenzbereich
Evidenzbasierte Empfehlung (EG A, LoE 3)
Anmerkung
Qualitätsziel:
Möglichst häufig Thorax-CT zum Ausschluss eines pulmonalen Tumorbefalls
Referenz-Empfehlungen
Bei Patienten mit gesichertem Oro- und Hypopharynxkarzinom soll zum Ausschluss eines pulmonalen Tumorbefalls (Filia, Zweitkarzinom) ein Thorax-CT durchgeführt werden.
Bildgebung zum Ausschluss von Lebermetastasen
Zähler
Pat. des Nenners mit Bildgebung zum Ausschluss von Lebermetastasen
Nenner
Alle Pat. mit Erstdiagnose eines Oro-/Hypopharynxkarzinoms
Qualitätsziel / Referenzbereich
Konsensbasierte Empfehlung (EK, starker Konsens)
Anmerkung
Qualitätsziel:
Möglichst häufig Bildgebung zum Ausschluss von Lebermetastasen
Definition Bildgebung: Sonographie, CT (auch als Thorax-CT mit Oberbauch), MRT u. PET in Kombination mit KM-unterstützter Schnittbildgebung
Referenz-Empfehlungen
Im Rahmen der Primärdiagnostik soll zum Ausschluss von Lebermetastasen eine Bildgebung durchgeführt werden.
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
Durchführung Panendoskopie
Zähler
Pat. des Nenners mit Panendoskopie
Nenner
Alle Pat. mit Erstdiagnose eines Oro-/Hypopharynxkarzinoms
Qualitätsziel / Referenzbereich
Konsensbasierte Empfehlung (EK, starker Konsens)
Anmerkung
Qualitätsziel:
Möglichst häufig Durchführung der Panendoskopie bei Primärdiagnostik
Referenz-Empfehlungen
Die Panendoskopie soll im Rahmen der Primärdiagnostik bei Oro- und Hypopharynxkarzinomen durchgeführt werden.
Sie ist zentraler Bestandteil der primären Diagnostik zur genaueren Ausdehnung des Primärtumors und zur Detektion von Zweitkarzinomen.
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
Prätherapeutische Tumorkonferenz
Zähler
Pat. des Nenners mit prätherapeutischer Vorstellung in der Tumorkonferenz
Nenner
Alle Pat. mit Erstdiagnose eines Oro-/Hypopharynxkarzinoms
Qualitätsziel / Referenzbereich
Konsensbasierte Empfehlung (EK, starker Konsens)
Anmerkung
Qualitätsziel:
Möglichst häufig prätherapeutische Vorstellung der Pat. in der Tumorkonferenz
Teilnehmende Tumorkonferenz: HNO, MKG, Radioonkologie, Onkologie, Pathologie und Radiologie
Referenz-Empfehlungen
Die Behandlung des Oro- und Hypopharynxkarzinoms soll interdisziplinär nach Abstimmung jedes individuellen Falls innerhalb von Tumorboards unter Beteiligung der Fachdisziplinen Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Radioonkologie, Onkologie, Pathologie und Radiologie durchgeführt werden.
- Konsens
- Starker Konsens (95%)
Cisplatin-basierte Chemotherapie bei primärer Radiochemotherapie
Zähler
Pat. des Nenners mit Cisplatin-basierter Chemotherapie
Nenner
Alle Pat. mit Erstdiagnose · Oropharynxkarzinom im Stadium I/II oder III oder · HPV/p16 negativem Oropharynxkarzinom im Stadium IV-A/IV-B oder · Hypopharynxkarzinom im Stadium III/IV-A/IV-B und primärer simultaner Radiochemotherapie
Qualitätsziel / Referenzbereich
8.14:
Konsensbasierte Empfehlung (EK, starker Konsens)
8.35:
Evidenzbasierte Empfehlung (EG A, LoE ⊕⊕⊕⊕)
8.36:
Konsensbasierte Empfehlung (EK, starker Konsens)
8.72:
Evidenzbasierte Empfehlung (LoE 1a)
Anmerkung
Qualitätsziel:
Adäquate Rate an Cisplatin-basierter Chemotherapie bei primärer Radiochemotherapie
Referenz-Empfehlungen
Beim HPV/p16-positiven und -negativen Oropharynxkarzinom soll im Falle einer primären Radiochemotherapie die simultane Chemotherapie Cisplatin-basiert sein.
Bei Patienten, die z. B aufgrund einer eingeschränkten Nierenfunktion nicht Cisplatin erhalten können, können als simultane Systemtherapie Carboplatin + 5-FU, Mitomycin C + 5-FU, ein Taxan oder Cetuximab (HPV/p16+) eingesetzt werden.
Beim HPV/p16-positiven Oropharynxkarzinom soll im Falle einer primären Radiochemotherapie die simultane Chemotherapie Cisplatin-basiert sein.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- ⊕⊕⊕⊕
In der Subgruppe HPV/p16 positiv
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
- Literatur
- [304] [303] [302]
Evidenztabellen (2)
PICO 2.1 - De-Eskalation der Standardtherapie (Bestrahlung + Cisplatin vs. Bestrahlung + Cetuximab) bei HPV-positiven Oropharynxkarzinomen [Studiencharakteristika]; PICO 2.1 - De-Eskalation der Standardtherapie (Bestrahlung + Cisplatin vs. Bestrahlung + Cetuximab) bei HPV-positiven Oropharynxkarzinomen [GRADE-Bewertung]Beim Hypopharynxkarzinom im Stadium III-IVb soll im Falle einer primären Radiochemotherapie die simultane Chemotherapie Cisplatin-basiert sein.
Primäre Radiochemotherapie
Zähler
Pat. des Nenners mit primärer Radiochemotherapie
Nenner
Alle Pat. mit Erstdiagnose · Oropharynxkarzinom im Stadium III oder · HPV/p16 negativem Oropharynxkarzinom im Stadium IV-A/IV-B oder · Hypopharynxkarzinom im Stadium III/IV-A/IV-B ≤ 70 Jahre ohne Resektion
Qualitätsziel / Referenzbereich
8.31:
Evidenzbasierte Empfehlung (EG A, LoE 1a)
8.33:
Evidenzbasierte Empfehlung (EG A, LoE ⊕⊕⊝⊝, ⊕⊕⊝⊝)
8.70:
Konsensbasierte Empfehlung (EK, starker Konsens)
Anmerkung
Qualitätsziel:
Adäquate Rate an kombinierter Radiochemotherapie bei Pat. ohne primäre Resektion
Referenz-Empfehlungen
Bei Patienten mit HPV/p16-positiven und -negativen Oropharynxkarzinomen, die nicht mit einer Operation behandelt werden, soll, besonders in der Altersgruppe bis 70 Jahren, eine primäre Radiochemotherapie einer alleinigen Strahlentherapie vorgezogen werden.
Die primär konservative Therapie bei Patienten mit HPV/p16-positiven Stadium III und -negativen Stadium III-IVb Oropharynxkarzinomen (UICC 8. Ausgabe), soll als Radiochemotherapie erfolgen.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- ⊕⊕⊝⊝
In der Subgruppe HPV/p16 negativ
⊕⊕⊝⊝In der Subgruppe HPV/p16 positiv
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
- Literatur
- [235] [236] [332]
Evidenztabellen (2)
PICO 2 - De-Eskalation der Standardtherapie bei HPV-positiven Oropharynxkarzinomen [Studiencharakteristika und Ergebnisse - Registerbasierte Studien]; PICO 3- Chirurgie +/- adjuvante Therapie vs Radio(chemo-)therapie bei Oropharynxkarzinomen [Studiencharakteristika und Ergebnisse - Registerbasierte Studien]Die primär nicht operative Therapie bei Patienten mit Stadium III-IVb Hypopharynxkarzinom (UICC 8. Ausgabe) soll als Radiochemotherapie erfolgen.
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
Postoperative Radio-/Radiochemotherapie (Hypopharynxkarzinom)
Zähler
Pat. des Nenners mit postoperativer Radio- oder Radiochemotherapie
Nenner
Alle Pat. mit Erstdiagnose Hypopharynxkarzinom und operativer Therapie und · pT3/pT4 und/oder · pN2/pN3 und/oder · R1-Resektion/R0<5mm und/oder · L1 und/oder · Pn1 und/oder · extrakapsulärem Tumorwachstum
Qualitätsziel / Referenzbereich
8.79:
Konsensbasierte Empfehlung (EK, starker Konsens)
Anmerkung
Qualitätsziel:
Adäquate Rate an postoperativer Radio- oder Radiochemotherapie
ICD-Codes Hypopharynx:
ICD-10 C12, C13
Referenz-Empfehlungen
Eine postoperative Radio- oder Radiochemotherapie soll bei Hypopharynxkarzinomen
- bei pT3-Karzinomen und pT4-Karzinomen
- pN2-pN3
- bei Karzinomen mit knappen oder positiven Resektionsrändern (R0 < 5mm; R1), perineuraler Invasion, Gefäßinvasion (Lymphgefäßinvasion und/oder Veneninvasion)
- bei einem befallenen Lymphknoten mit extrakapsulären Tumorwachstum erfolgen.
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
Postoperative/-therapeutische Untersuchung der Schluckfunktion
Zähler
Pat. des Nenners mit postoperativer bzw. posttherapeutischer Untersuchung der Schluckfunktion
Nenner
Alle Pat. mit Oro-/Hypopharynxkarzinom
Qualitätsziel / Referenzbereich
Konsensbasierte Empfehlung (EK, starker Konsens)
Anmerkung
Qualitätsziel:
Möglichst häufig postoperative bzw. posttherapeutische Untersuchung der Schluckfunktion
Referenz-Empfehlungen
Bei einer präoperativ bestehenden Schluckstörung sollte die Dysphagiediagnostik und ggf. das Schlucktraining schon präoperativ bzw. prätherapeutisch erfolgen.
So früh wie möglich soll postoperativ bzw. posttherapeutisch die Schluckfunktion untersucht werden. Ziel ist die rasche orale Nahrungsaufnahme und bei Bedarf ein Schlucktraining, in Abhängigkeit vom Heilungsverlauf und den eingesetzten Therapieverfahren.
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
Beratung durch Sozialdienst
Zähler
Pat. des Nenners mit Beratung durch Sozialdienst
Nenner
Alle Pat. mit Erstdiagnose eines Oro-/Hypopharynxkarzinoms und Pat. mit neu aufgetretenem (Lokal-)Rezidiv u./o. Fernmetastasen
Qualitätsziel / Referenzbereich
Konsensbasierte Empfehlung (EK, starker Konsens)
Anmerkung
Qualitätsziel:
Möglichst häufig Beratung durch Sozialdienst
Referenz-Empfehlungen
Patienten mit Oro-/Hypopharynxkarzinom sollen darüber informiert werden, dass sie sozialrechtlichen Anspruch auf Anschlussheilbehandlung (AHB) und im weiteren Verlauf auf Medizinische Rehabilitation haben.
Die AHB und Rehabilitation soll ärztlicherseits empfohlen werden.
- Konsens
- Konsens (82%)
30d-Mortalität
Zähler
a) Pat. des Nenners, die innerhalb von 30 Tagen postoperativ verstorben sind b) Pat. des Nenners, die innerhalb von 30 Tagen nach Abschluss der Radiochemotherapie verstorben sind
Nenner
Alle Pat. mit Erstdiagnose eines Oro-/Hypopharynxkarzinoms und a) Operation b) primärer Radiochemotherapie in kurativer Intention
Qualitätsziel / Referenzbereich
Ergebnisindikator basierend auf einem QI aus Schottland: 30 day mortality after curative treatment for head and neck cancer (QPI 11)
Numerator: Number of patients with head and neck cancer who undergo curative treatment who die within 30 days of treatment
Denominator: All patients with head and neck cancer who undergo curative treatment
This indicator will be reported separately as 30 day mortality by treatment modality, i.e., surgery, radical radiotherapy, chemoradiotherapy etc. as opposed to one single figure.
Scottish Cancer Taskforce Head and Neck Cancer QPI v4.0 (Nov. 2021)
Anmerkung
Qualitätsziel:
a) Möglichst niedrige Rate an postoperativ verstorbenen Pat.
b) Möglichst niedrige Rate an posttherapeutisch verstorbenen Pat. mit primärer Radiochemotherapie
Referenz-Empfehlungen
Evidenztabellen
PICO 2.1 - De-Eskalation der Standardtherapie (Bestrahlung + Cisplatin vs. Bestrahlung + Cetuximab) bei HPV-positiven Oropharynxkarzinomen [GRADE-Bewertung]
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Referenz |
Endpunkt Zeitrahmen |
Relativer Effekt (CI95%) |
Absolute Effektschätzer |
Vertrauen in den Effektschätzer |
Zusammenfassung |
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RT+Cisplatin (Standardtherapie) |
RT+Cetuximab |
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Mortalität 2 Jahre |
Hazard ratio: 5.0 (CI 95% 1.7 - 14.7) Basierend auf Daten von 334 Patienten aus
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25 Sterbefälle pro 1000 |
119 Sterbefälle pro 1000 |
Moderata |
Die Cetuximab-Gruppe hatte nach 2 Jahren einen größeren Anteil an Todesfällen; das Konfidenzintervall ist breit, aber es gibt Evidenz dafür, dass unter Cisplatin die Mortalität niedriger ist als unter Cetuximab. |
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Differenz: 94 mehr pro 1000 (CI 95% 17 mehr - 286 mehr) |
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Mortalität 3 Jahre |
Hazard ratio: 2.3 (CI 95% 0.4 - 12.7) Basierend auf Daten von 182 Patienten aus
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20 Sterbefälle pro 1000 |
45 Sterbefälle pro 1000 |
Niedriga,d |
Die Cetuximab-Gruppe hatte nach 3 Jahren einen größeren Anteil an Todesfällen, aber das Konfidenzintervall für die Hazard Ratio ist breit und der p-Wert nicht signifikant. |
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Differenz: 25 mehr pro 1000 (CI 95% 12 weniger - 206 mehr) |
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Mortalität 5 Jahre |
Hazard ratio: 1.45 (CI 95% 1.0 - 1.94) Basierend auf Daten von 805 Patienten aus
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154 Sterbefälle pro 1000 |
215 Sterbefälle pro 1000 |
Moderata |
Die Cetuximab-Gruppe hatte nach 5 Jahren einen größeren Anteil an Todesfällen; das Konfidenzintervall ist relativ eng, aber das Intervall schließt knapp die 1 ein. Es gibt schwache Evidenz dafür, dass unter Cisplatin die 5-Jahresmortalität niedriger ist als unter Cetuximab. |
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Differenz: 61 mehr pro 1000 (CI 95% 0 weniger - 123 mehr) |
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Progression 5 Jahre |
Hazard ratio: 1.72 (CI 95% 1.29 - 2.29) Basierend auf Daten von 805 Patienten aus
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216 Progressionen pro 1000 |
342 Progressionen pro 1000 |
Moderata
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Die Cetuximab-Gruppe hatte einen größeren Anteil an Patienten, bei denen eine Progression nach 5 Jahren auftrat. Es gibt Evidenz dafür, dass dieser Unterschied nicht durch Zufall bedingt ist. |
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Differenz: 126 mehr pro 1000 (CI 95% 53 mehr - 211 mehr) |
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Locoregional Failure 2 Jahre |
Basierend auf Daten von 334 Patienten aus |
6% von Cisplatin Patienten und 18% Cetuximab Patienten hatten eine lokoregionales Versagen (p=0.0026). |
Moderata |
Die Cetuximab-Gruppe hatte wenige lokoregionales Versagen nach 2 Jahren der Diagnose. Es gibt Evidenz dafür, dass dieser Unterschied nicht durch Zufall bedingt ist. |
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Locoregional Failure 3 Jahre |
Hazard ratio: 3.4 (CI 95% 0.7 - 16.6) Basierend auf Daten von 182 Patienten aus 1 Studie |
20 Personen mit lokalem Versagen (Failures) pro 1000 |
66 Personen mit lokalem Versagen (Failures) pro 1000 |
Niedriga,d |
Die Cetuximab-Gruppe hatte einen kleineren Anteil an Patienten, die nach 5 Jahren ein lokales Versagen hatten. Es gibt Evidenz dafür, dass dieser Unterschied nicht durch Zufall bedingt ist. |
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Differenz: 46 mehr pro 1000 (CI 95% 33 mehr - 179 mehr) |
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Locoregional Failure 5 Jahre |
Hazard ratio: 2.05 (CI 95% 1.35 - 3.1) Basierend auf Daten von 805 Patienten aus 1 Studie |
100 Personen mit lokalem Versagen (Failures) pro 1000 |
194 Personen mit lokalem Versagen (Failures) pro 1000 |
Moderata
|
Die Cetuximab-Gruppe hatte einen kleineren Anteil an Patienten, die nach 5 Jahren ein lokales Versagen hatten. Es gibt Evidenz dafür, dass dieser Unterschied nicht durch Zufall bedingt ist. |
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Differenz: 94 mehr pro 1000 (CI 95% 33 mehr - 179 mehr) |
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Schluckfunktion (MD Anderson) 2 Jahre |
Basierend auf Daten von 334 Patienten aus
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Nach 2 Jahren Follow-up wurde kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Armen festgestellt (Mittelwertdifferenz von 6,9 zugunsten von Cisplatin; p = 0,13). |
Niedriga,d |
Es gibt keine Evidenz für einen klinisch relevanten Unterschied bei der Schluckfunktion zwischen den Gruppen, gemessen anhand des MD Anderson Dysphagia Inventory Score. |
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Schluckfunktion (EORTC QLQ-H&N35) 1 Jahr |
Basierend auf Daten von 805 Patienten aus 1 Studie
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Kein klinisch relevanter Unterschied zwischen den Armen bezüglich die Veranderung zwischen Baseline und 1 Jahr (Cisplatin: 2.5, Cetuximab: 7.6; p=0.04). |
Niedriga,+ |
Es gibt keine Evidenz für einen klinischen relevanten Unterschied bei der Schluckfunktion zwischen den Gruppen, gemessen anhand des EORTC QLQ-H&N35. |
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Begründungen der Grade-Bewertung (Ab-/Aufwertungen):
a: Effektschätzer basiert nur auf einer Studie (-1);
b: hohes Risiko für Bias (-1);
c: die Studienpopulation besteht aus weniger als 50% der Zielpopulation (-1);
d: es ist möglich, dass kein Effekt gefunden worden ist, da die Studie nicht für dieses Outcome gepowert wurde oder die geplante Fallzahl nicht erreicht hat (-1);
e: die obere und untere Grenzen der Konfidenzintervall sind kleiner als 0,5 oder größer als 2,0 (+1);
+ Ein Punkt wurde abgezogen, da nicht alle Patienten den Fragebogen ausgefüllt haben.
PICO 2.1 - De-Eskalation der Standardtherapie (Bestrahlung + Cisplatin vs. Bestrahlung + Cetuximab) bei HPV-positiven Oropharynxkarzinomen [Studiencharakteristika]
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Referenz/ Studientyp |
Interventionen |
Untersuchte Population |
Methodische Bemerkungen |
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[303] |
A) IMRT, 70 Gy in 35 Fraktionen über 7 Wochen mit wöchentlichem Cisplatin (40mg/m2 x 7) TEST2 |
Stadium III (exclusiv T1-2N1) oder IV (exclusiv T4 und/oder N3 und/oder N2b-c wenn Rauchanamnese > 10 Packjahren und/oder Fernmetastasen) 7th Edition |
Die Studie wurde für Symtpomschwere (MD-Anderson) gepowert. Open-label Studie. |
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[302] |
A) IMRT, 70 Gy in 35 Fraktionen mit drei Dosen Cisplatin (100mg/m2 am Tag 1, 22 und 43 der IMRT) |
T3N0-T4N0 und T1N1-T4N3 mit niedrigem Risiko nach Ang-Klassifikation (7th Edition) |
Die Studie wurde für schwere Nebenwirkungen (CTCAE Grad 3-5) gepowert. Open-label Studie. |
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[304] |
A) IMRT, 70 Gy in 35 Fraktionen über 6 Wochen mit zwei Dosen Cisplatin (100mg/m2 am Tag 1 und 22 der IMRT) |
T1-T2, N2a-N3 und T3-T4, No-N3 M0 (7th Edition) |
Studie wurde für Gesamtüberleben gepowert. Die Studienteilnehmer wurden nach vor der Randomisierung nach Krankheitsstadium stratifiziert. Open-label Studie. |
PICO 2 - De-Eskalation der Standardtherapie bei HPV-positiven Oropharynxkarzinomen [Studiencharakteristika und Ergebnisse - Registerbasierte Studien]
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Referenz/ Studientyp |
untersuchte Interventionen |
Untersuchte Population |
Ergebnisse / GRADE Bewertung+ |
Methodische Bemerkungen |
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Cheraglou et al., 2018 (29243245) |
1. Radiochemotherapie (CRT) |
4443 Patienten, HPV+ Oropharynx-Plattenepithelkarzinome (OPSCC) in 3 Stadien [AJCC 8 ed.): |
Stadium I Patienten - HR, adjustiert (95% KI) |
- multivariates Cox-Modell |
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Tam et al., 2020 (32616096) |
1. RT (+/- CT) 66-80Gy oder mehr (n=2049, 94.3%) |
2173 Patienten, HPV+ Oropharynxkarzinome |
Gesamtüberleben (3 Jahre, unadjustiert) |
- keine Daten zu Raucherstatus |
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Gabani et al., 2019 (31005228) |
1. RT (+/- CT) 66Gy oder mehr (n=655, 86.3%) |
759 Patienten, Oropharynxkarzinome nur HPV+ |
Gesamtüberleben (3 Jahre, unadjustiert) |
- keine Daten zu Raucherstatus |
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White et al., 2019 (31120601) |
1. RT (+/- CT) 66Gy oder mehr (n=~188, ~16%) |
1168 Patienten mit Oropharynxkarzinomen (OPSCC): |
Gesamtüberleben (3 Jahre, gematched) |
- keine Daten zu Raucherstatus |
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Yoshida et al., 2020 (31536144) |
1. Radiochemotherapie (CRT) |
4473 Patienten, HPV+Oropharynx-Plattenepithelkarzinome (OPSCC) [AJCC 8. ed] Stadium I Edition (bzw. T1-2N0-2bM0) (n=3883; 87% Männer) |
Stadium I Patienten - HR adjustiert (95% KI) |
- multivariates Cox-Modell |
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Soliman et al., 2022 (36139676) |
1. Chirurgie (S) (n=3232; 21,5%) |
15036 Patienten, HPV+ Oropharynxkarzinome |
Gesamtüberleben (3 Jahre, unadjustiert): |
- multivariates Cox-Modell, Propensity-Matching, |
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Goel et al., 2018 (31107584) |
1. Chirurgie +adjuvante Radiochemotherapie (S+aCRT) |
2164 Patienten (83,4% Männer), Oropharynx-Plattenepithelkarzinome (OPSCC) mit intermediären Risikofaktoren**, HPV+ (72,7%), |
Gesamtüberleben (3 Jahre, nicht adjustiert) |
- multivariates Cox-Modell |
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An et al., 2017 (34331477) |
1. Chirurgie + adjuvante Radiochemotherapie (S+ aCRT) (n=498) |
1043 Oropharynx-Plattenepithelkarzinome (OPSCC) HPV+, davon 43,5% mit extrakapsulärer Ausbreitung (ECE). Männer 83,8%,pT1-T2=89,2%,pT3-T4=8,1% |
Gesamtüberleben (3 Jahre) mit vs. ohne ECE |
- keine Daten zu Raucherstatus, Performance-Status, Ausbreitung des ECE |
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Day et al., 2020 (34331477) |
1. Chirurgie (S) (n=442; 17%) |
2663 Patienten, HPV+ Oropharynxkarzinome, Männer: 87%; (AJCC 8 ed.), Stadium I=49%, Stadium II=42%; Stadium III=7%, Stadium IV=3% |
Gesamtüberleben (4 Jahre, unadjustiert): |
- multivariates Cox-Modell, Propensity-Matching, |
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Ajmani et al., 2017 (29103745) |
1. Chirurgie+ adjuvante Radiochemotherapie (S+ aCRT) |
6984 Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren (HNSCC): |
HNSCC-Patienten mit extrakapsulärer Ausbreitung (ECE) - HR adjustiert (95KI%) Oropharyntumore HPV- mit ECE - HR adjustiert (95KI%) Oropharyntumore HPV- mit PM - HR adjustiert (95KI%)
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- multivariates Cox-Modell |
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Fenlon et al., 2021(34931386) |
1. Chirurgie + aRT (n=4897, 34,8%) |
Gesamkohorte: 14.071 Patienten, p16+ Oropharynxkarzinome |
Gesamtüberleben (adjustierte HR; medianer Follow-Up: 46 Monate): |
- multivariates Cox-Mod - |
* Zu den analysierten Adverse Features gehörten der makroskopische oder mikroskopische Resttumor (positive chirurgische Ränder), extrakapsuläre Ausbreitung (ECE), Tumorzellen in den Lymphknoten Level 4/5 oder in den retropharyngealen Lymphknoten und das mikroskopische Vorhandensein von Tumorzellen in den Lymphbahnen oder Blutgefäßen (lymphovaskuläre Invasion)
** pT3-T4-Erkrankung, ≥2 positive Lymphknoten, Tumorzellen in den LK 4/5 und/oder lymphatische Invasion
Begründungen der Grade-Bewertung:
alle hier dargestellten Endpunkte erhalten eine "sehr niedrige" GRADE-Bewertung, da registerbasierte Studien:
- per se ein "hohes Biasrisiko" aufweisen;
- nicht hypothesenprüfend, sondern explorativ sind;
- die Ergebnisse beziehen sich jeweils auf Einzelstudien,
- hier nicht gepoolt werden konnten, da sie teilweise auf überlappende Bevölkerungen basieren.
PICO 3- Chirurgie +/- adjuvante Therapie vs Radio(chemo-)therapie bei Oropharynxkarzinomen [Studiencharakteristika und Ergebnisse - Registerbasierte Studien]
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Referenz/ Studientyp |
untersuchte Interventionen |
Untersuchte Population |
Ergebnisse |
Methodische Bemerkungen |
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Kao et al., 2008 (18164833) Studie mit Registerdaten (1988-2001), Surveillence, Epidemiology, and End Results -SEER |
1. Chirurgie allein (S) |
5297 Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren (HNSSC): n=1940 (37%) Oropharynxkarzinome, n=647 (12%) Hypopharynxkarzinome Männeranteil 73,6%; N1=42,2%, N2a=25,2%, N2b=17,0%, N2c=6,8%, N3=4,8% [AJCC 2 ed.] |
Gesamtüberleben (3 Jahre stratifiziert, unadjustiert) Oropharyxkarzinom S S+RT p=0,003 Hypopharynxkarzinom S S+RT p<0,001 Gesamtüberleben (5 Jahre stratifiziert, unadjustiert) Hypopharynxkarzinom S S+RT p<0.001 Fazit: Adjuvante Strahlentherapie ist im Vergleich zur alleinigen chirurgischen Behandlung mit einem besseren Gesamtüberleben assoziert. |
- hohes Biasrisiko: Missklassifikation, Selektion, Confounding - Einige Patienten könnten neben der Bestrahlung auch eine Chemotherapie erhalten haben |
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Amini et al., 2016 (27086480) |
1. Chirurgie allein (S) (Referenzgruppe) |
3.952 Patienten mit Oropharynx-Plattenepithelkarzinome (OPSCC) davon n=2454 HPV+ (62%) , unter den HPV+: Männeranteil 86,2% T1=37,1%, T2=42,1%, T3=13,1%, T4=7,7% [AJCC 7. ed.], 88,6% AJCC Stadium III-IVA/IVB HPV-negativ: n=1498 (38%), 79,8% AJCC Stadium III-IVA/IVB |
Gesamtüberleben (2 Jahre, unadjustiert): stratifiziert nach AJCC-Stadium (HPV+ vs HPV-): Stadium I : 95,6% vs. 88,4% Gesamtüberleben (HPV+, Stadium III + IV): - adjustierte HR (95% KI): S allein (Ref.) Gesamtüberleben (HPV-, Stadium III + IV): - adjustierte HR (95% KI): S allein (Ref.) |
multivariates Cox-Modell |
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Baliga et al., 2018 (30409323) |
1. Bestrahlung (RT) +/- adj. Behandlung |
17.150 Patienten mit OPSCC davon behandelt mit: - RT: n= 14.470 (84,3%) davon HPV+: n=6226 (36,3%) propensity gematchte Subkohorte: n=1584 (n=792 TORS, n=792 RT), davon HPV+: 76,9%, Männeranteil 84,4%, T1=40,0%, T2=60,0% |
medianer Follow-Up der Gesamtkohorte: 31,4 Monate Gesamtüberleben in der Propensity-gematchten Kohorte (n=1584): RT vs TORS (5 Jahre, unadjustiert): 81% vs 84% (p=0,10), Patienten mit TORS erhielten weniger häufig adjuvante Chemotherapie im Vergleich zu Patienten mit Bestrahlung (OR=0,09; 95%KI [0,08-0,12]) |
Überlebenszeitanalyse eine propensity gemachten Subkohorte |
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Kamran et al., 2018 (28988426) |
1. Chirurgie +/- adjuvante Bestrahlung +/- adjuvante Chemotherapie ) |
22.676 Patienten mit OPSCC, behandelt mit: (1) S+ aRT /+/- CT: n= 8.555 (37,7%) Subkohorte n=6872 mit HPV-Status: (1) S+ aRT /+/- CT: n= 2960 (43,1%) davon 73,3% HPV+; Männeranteil 84,4%; T1=28,1%, T2=40,1%, T3=19,4%, T4=12,3% Propensity gematchte Subkohorte n=4848 (mit HPV-Status): |
medianer Follow-Up der Gesamtkohorte: 40,7 Monate Gesamtüberleben (3 Jahre, unadjustiert), Gesamtkohorte: S+/- aRT+/- CT vs. CRT: 85,4% vs 72,6% (p<0,0001) Gesamtüberleben (3 Jahre, unadjustiert), Subkohorte mit HPV-Status: S+/- aRT+/- CT vs. CRT: 89,6% vs 79,5% (p<0,0001) multivariates Cox-Modell, adjustiert HPV+ Patienten (n=5037) - HR adjustiert (95KI%) HPV-negative Patienten (n=1835) - HR adjustiert (95KI%) Subkohorte gematched mittels Propensity Score (n=4848):
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Überlebenszeitanalyse, multivariates Cox-Modell, Propensity gemachte Kohorten für HPV+, keine Adjustierung für Rauchen, |
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Kelly et al., 2018 (29598952) |
1. Vorab-Chirurgie (S) |
3063 Patienten mit HPV-positiven OPSCC, behandelt mit: (1) S: n= 1.487 (48,5%) Stadien: cT1 N2a-2b or cT2 N1-2b; Männeranteil 86,7%; T1=38,9%; T2=61,1% Propensity gematchte Subkohorte n=4848 (alle HPV+): |
medianer Follow-Up: 32 Monate Gesamtüberleben (3 Jahre, unadjustiert), Gesamtkohorte:
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Überlebenszeitanalyse, multivariates Cox-Modell, Propensity gemachte Kohorten für HPV+, -keine Adjustierung für Rauchen, - hohes Biasrisiko: Missklassifikation, Selektion, Confounding, -retrospektives Design |
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Ko et al., 2017 (28737019) |
1. Chirurgie +/- adjuvante Therapie |
4867 Patienten mit N3-Kopf-Hals-Tumoren (HNSSC), davon n=3275 (67,3%) Oropharynxkarzinome HPV-Status: HPV+: 515 (10,6%) |
medianer Follow-Up der Gesamtkohorte: 27 Monate Gesamtüberleben (3 Jahre, nach Gewichtung 'inverse probabilit weighting'): HR, adjustiert (95KI%): nur OPSCC, HPV+ und HPV-: Fazit: Patienten mit OPSCC (N3), die primär chirurgisch behandelt werden haben ein besseres Überleben ggü. jenen, die mit Radiochemotherapie behandelt werden, besonders die Subgruppe der (HPV)-negativen Patienten. |
-Überlebenszeitanalyse, multivariates Cox-Modell, -Überleben nach statistischer Gewichtung, -keine Adjustierung für Rauchen, -retrospektives Design -HPV-Status nur für eine kleine Subgruppe bekannt, - hohes Biasrisiko: Missklassifikation, Selektion, Confounding |
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Mahmoud et al., 2018 (29244238) |
1. Transorale roboterassistierte Chirurgie (TORS) +/- adjuvante Behandlung (S) |
1873 Patienten mit OPSCC davon 73% HPV+, medianes Alter 56 Jahre, Männer 84%, T1=22%, T2=46%, T3=22%, T4=10%; behandelt mit: (1) TORS : n= 559 (30 %)
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medianer Follow-Up: 29 Monate 3-Jahresüberleben, unadjustiert: (1) TORS vs RT /CRT: 93% vs.83% , p<0,001
Fazit: OPSCC/HPV-negative-Patienten, die mit TORS behandelt wurden, hatte ein besseres Überleben als jene mit primärer Bestrahlung. Bei OPSCC/HPV-Positiven gab keine keine Hinweis auf besseres Überleben. |
-Überlebenszeitanalyse, multivariates Cox-Modell, Propensity gemachte Kohorten für HPV+, -keine Adjustierung für Rauchen, -retrospektives Design - hohes Biasrisiko: Missklassifikation, Selektion, Confounding |
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Patel et al., 2021 (33290171) |
1. Bestrahlung, alleine (RT) |
4270 Tonsillenkarzinome (T1-2N0M0), davon auf HPV getestet: n=2759 (58,5%), davon |
medianer Follow-Up: 45 Monate Hazard Ratio, multivariates Modell HPV-: unbekanner HPV-Status: Fazit: Bei HPV-positivem Tonsillenkrebs im Frühstadium führt eine chirurgische oder eine Strahlenbehandlung zu einer ähnlichen Überlebensrate. Bei HPV-negativem Tonsillenkrebs waren chirurgische Behandlungen mit einem längeren Überleben verbunden. |
Überlebenszeitanalyse, multivariates Cox-Modell, Propensity gemachte Kohorten für HPV+, -keine Adjustierung für Rauchen, -retrospektives Design - hohes Biasrisiko: Missklassifikation, Selektion, Confounding |
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Shama et al., 2022 (34546828) |
1. Chirurgie, allein (S) |
2638 Patienten mit OPSCC, alle HPV-negativ, davon Männer 75,3%, [AJCC 7. ed], Stadien T1-2 N0-1=29,4%, Stadien T3-4 N0-1=12,4% |
Gesamtüberleben (5 Jahre):- Stadien T1-2 N0-1 (n=774) - HR, adjustiert (95% KI) Stadien T3-4 N0-1 (n=327) - HR, adjustiert (95% KI) Stadien T1-2 N2-3 (n=807) - HR, adjustiert (95% KI) Stadien T3-4 N2-3 (n=727) - HR, adjustiert (95% KI) Fazit: Eine primär chirurgische Behandlung (mit adjuvanter Radio-(chemo)therapie) kann in vielen Fällen das Überleben von Patienten mit HPV-negativen Oropharynxtumoren verbessern. |
'-Überlebenszeitanalyse, |
alle hier dargestellten Endpunkte erhalten eine "sehr niedrige" GRADE-Bewertung, da registerbasierte Studien:
- per se ein "hohes Biasrisiko" aufweisen;
- nicht hypothesenprüfend, sondern explorativ sind;
- die Ergebnisse beziehen sich jeweils auf Einzelstudien,
- hier nicht gepoolt werden konnten, da sie teilweise auf überlappende Bevölkerungen basieren.
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