Leitlinienprogramm OnkologieOro- und Hypopharynxkarzinom

13. Qualitätsindikatoren – Oro- und Hypopharynxkarzinom

Version 1.0 · März 2024 · AWMF 017-082OL
Leitlinienprogramm Onkologie · Deutsche Krebsgesellschaft · Deutsche Krebshilfe · AWMF

Qualitätsindikatoren sind Messgrößen, deren Erhebung der Beurteilung der Qualität der zugrunde liegenden Strukturen, Prozesse bzw. Ergebnisse dient. Qualitätsindikatoren sind ein wichtiges Instrument des Qualitätsmanagements. Ziel ihres Einsatzes ist die stetige Verbesserung der Versorgung, indem die Ergebnisse der Versorgung dargestellt, kritisch reflektiert und wenn nötig verbessert werden. Die vorliegende Auswahl von Qualitätsindikatoren wurde gemäß der Methodik des Leitlinienprogramms Onkologie erstellt [753]. Für den Ableitungsprozess konstituierte sich eine „Arbeitsgruppe Qualitätsindikatoren“ (AG QI). Diese erstellte das finale Set der Qualitätsindikatoren auf Grundlage der starken Empfehlungen („soll“) der neu erarbeiteten Leitlinie Oro-und Hypopharynxkarzinom, sowie der Ergebnisse der Recherche nach bestehenden internationalen Qualitätsindikatoren. Die genaue Vorgehensweise und die Zusammensetzung der AG QI sind im Leitlinienreport dargelegt.

Nach zwei Online-Sitzungen dieser AG wurde das finale Set von 13 Qualitätsindikatoren (QI) definiert und angenommen.

In der Tabelle ist zu beachten: Der Zähler ist stets eine Teilmenge des Nenners.
Die Qualitätsindikatoren 6, 7, 8, 9, 12 und 13 sind mit dem onkologischen Basisdatensatz der Krebsregister zu dokumentieren (Stand: 12/2023).

p16 Immunhistologie

Zähler

Pat. des Nenners mit p16 Immunhistologie

Nenner

Alle Pat. mit Erstdiagnose eines Oropharynxkarzinoms

Qualitätsziel / Referenzbereich

Konsensbasierte Empfehlung (EK, starker Konsens)

Anmerkung

Qualitätsziel:
Möglichst häufig immunhistologische Untersuchung bei Pat. mit Oropharynxkarzinom

ICD-Codes Oropharynx:
ICD-10 C01, C02.4, C02.8, C02.9,C05.1, C05.2, C05.8, C05.9, C09, C10, C14.0, C14.2, C14.8.

Referenz-Empfehlungen

4.5 · Konsensbasierte Empfehlung 2024

Zur TNM-relevanten Einschätzung der HPV-16-Assoziation einer HPV-Infektion soll die p16 Immunhistologie durchgeführt werden.

Konsens
Starker Konsens (100%)

Empfehlung im Kapitel

Angaben im histopathologischen Befundbericht nach Resektion

Zähler

Pat. des Nenners mit sämtlichen der folgenden Angaben im histopathologischen Befundbericht: · Tumorlokalisation u. -größe · pTN-Status · histologischer Tumortyp nach aktueller WHO-Klassifikation · lokale Tumorausdehnung, infiltrierte Strukturen · LK-Metastasen nach Level und Seite getrennt: - Anzahl der untersuchten LK - Anzahl der befallenen LK - größter Durchmesser der LK-Metastasen · kapselüberschreitendes Tumorwachstum (ECS, ENE) · Lymphgefäß-/ Veneninvasion u. perineurale Invasion · Vorhandensein einer in situ Komponente (mit Größe) · Differenzierung des Tumors entsprechend dem etablierten Graduierungsschema · Abstand zu den lateralen und basalen Resektaträndern für alle relevanten Absetzungsränder sowie für die invasive und die in situ-Komponente in mm. · R-Klassifikation · nur Oropharynx: Angabe des p16-Expressionsstatus (positiv, negativ).

Nenner

Alle Pat. mit Erstdiagnose eines Oro-/Hypopharynxkarzinoms und Resektion

Qualitätsziel / Referenzbereich

Konsensbasierte Empfehlung (EK, starker Konsens)

Anmerkung

Qualitätsziel:
Möglichst häufig vollständiger Befundbericht  nach Resektion

Referenz-Empfehlungen

6.4 · Konsensbasierte Empfehlung 2024

Folgende Parameter sollen in dem histopathologischen Befundbericht angegeben werden

  • Tumorlokalisation und -größe
  • pTN-Status
  • histologischer Tumortyp nach aktueller WHO-Klassifikation
  • lokale Tumorausdehnung, infiltrierte Strukturen
    • Anzahl der untersuchten LKs
    • Anzahl der befallenen LKs
    • größter Durchmesser der Lymphknotenmetastasen
    • kapselüberschreitendes Tumorwachstum (ECS, ENE)
  • Lymphgefäß-/Veneninvasion und perineurale Invasion
  • Vorhandensein einer in situ Komponente (mit Größe)
  • Differenzierung des Tumors entsprechend dem etablierten Graduierungsschema
  • Abstand zu den lateralen und basalen Resektaträndern für alle relevanten Absetzungsränder sowie für die invasive und die in situ-Komponente in mm.
  • R-Klassifikation

Nur Oropharynx: Angabe des p16-Expressionsstatus (positiv, negativ). Für einen positiven Nachweis sollten mindestens 70% der Tumorzellen eine heterogene, nukleäre sowie zytoplasmatische Färbung bei einer moderaten bis starken Intensität aufweisen.

Konsens
Starker Konsens (100%)

Empfehlung im Kapitel

CT/MRT Hals zum Lymphknoten-Staging

Zähler

Pat. des Nenners mit Staging-CT oder MRT des Halses (Schädelbasis bis obere Thoraxapertur)

Nenner

Alle Pat. mit Erstdiagnose eines Oro-/Hypopharynxkarzinoms

Qualitätsziel / Referenzbereich

Evidenzbasierte Empfehlung (EG A, LoE 2+)

Anmerkung

Qualitätsziel:
Möglichst häufig Lymphknoten-Staging des Halses mittels CT/MRT

Referenz-Empfehlungen

7.7 · Evidenzbasierte Empfehlung 2024

Zur Feststellung der N-Kategorie soll die gesamte Region von der Schädelbasis bis zur oberen Thoraxapertur mit der CT oder MRT untersucht werden.

Empfehlungsgrad
A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
Evidenzlevel
2+

S3 Leitlinienadaptierung - Mundhöhlenkarzinom, Version 3.0 2021 (6.10)

Konsens
Starker Konsens (100%)
Literatur
[154] [155] [156] [157] [158] [159] [160] [161] [162] [1]

Empfehlung im Kapitel

Thorax-CT zum Ausschluss eines pulmonalen Tumorbefalls

Zähler

Pat. des Nenners mit Thorax-CT zum Ausschluss eines pulmonalen Tumorbefalls (Filia, Zweitkarzinom)

Nenner

Alle Pat. mit Erstdiagnose eines Oro-/Hypopharynxkarzinoms

Qualitätsziel / Referenzbereich

Evidenzbasierte Empfehlung (EG A, LoE 3)

Anmerkung

Qualitätsziel:
Möglichst häufig Thorax-CT zum Ausschluss eines pulmonalen Tumorbefalls

Referenz-Empfehlungen

7.10 · Evidenzbasierte Empfehlung 2024

Bei Patienten mit gesichertem Oro- und Hypopharynxkarzinom soll zum Ausschluss eines pulmonalen Tumorbefalls (Filia, Zweitkarzinom) ein Thorax-CT durchgeführt werden.

Empfehlungsgrad
A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
Evidenzlevel
3

S3 Leitlinienadaptierung - Mundhöhlenkarzinom, Version 3.0 2021(6.13)

Konsens
Starker Konsens (94%)
Literatur
[166] [167] [168] [169] [1]

Empfehlung im Kapitel

Bildgebung zum Ausschluss von Lebermetastasen

Zähler

Pat. des Nenners mit Bildgebung zum Ausschluss von Lebermetastasen

Nenner

Alle Pat. mit Erstdiagnose eines Oro-/Hypopharynxkarzinoms

Qualitätsziel / Referenzbereich

Konsensbasierte Empfehlung (EK, starker Konsens)

Anmerkung

Qualitätsziel:
Möglichst häufig Bildgebung zum Ausschluss von Lebermetastasen

Definition Bildgebung: Sonographie, CT (auch als Thorax-CT mit Oberbauch), MRT u. PET in Kombination mit KM-unterstützter Schnittbildgebung

Referenz-Empfehlungen

7.11 · Konsensbasierte Empfehlung 2024

Im Rahmen der Primärdiagnostik soll zum Ausschluss von Lebermetastasen eine Bildgebung durchgeführt werden.

Konsens
Starker Konsens (100%)

Empfehlung im Kapitel

Durchführung Panendoskopie

Zähler

Pat. des Nenners mit Panendoskopie

Nenner

Alle Pat. mit Erstdiagnose eines Oro-/Hypopharynxkarzinoms

Qualitätsziel / Referenzbereich

Konsensbasierte Empfehlung (EK, starker Konsens)

Anmerkung

Qualitätsziel:
Möglichst häufig Durchführung der Panendoskopie bei Primärdiagnostik

Referenz-Empfehlungen

7.17 · Konsensbasierte Empfehlung 2024

Die Panendoskopie soll im Rahmen der Primärdiagnostik bei Oro- und Hypopharynxkarzinomen durchgeführt werden.

Sie ist zentraler Bestandteil der primären Diagnostik zur genaueren Ausdehnung des Primärtumors und zur Detektion von Zweitkarzinomen.

Konsens
Starker Konsens (100%)

Empfehlung im Kapitel

Prätherapeutische Tumorkonferenz

Zähler

Pat. des Nenners mit prätherapeutischer Vorstellung in der Tumorkonferenz

Nenner

Alle Pat. mit Erstdiagnose eines Oro-/Hypopharynxkarzinoms

Qualitätsziel / Referenzbereich

Konsensbasierte Empfehlung (EK, starker Konsens)

Anmerkung

Qualitätsziel:
Möglichst häufig prätherapeutische Vorstellung der Pat. in der Tumorkonferenz

Teilnehmende Tumorkonferenz: HNO, MKG, Radioonkologie, Onkologie, Pathologie und Radiologie

Referenz-Empfehlungen

8.1 · Konsensbasierte Empfehlung 2024

Die Behandlung des Oro- und Hypopharynxkarzinoms soll interdisziplinär nach Abstimmung jedes individuellen Falls innerhalb von Tumorboards unter Beteiligung der Fachdisziplinen Hals-Nasen-Ohrenheilkunde, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgie, Radioonkologie, Onkologie, Pathologie und Radiologie durchgeführt werden.

Konsens
Starker Konsens (95%)

Empfehlung im Kapitel

Cisplatin-basierte Chemotherapie bei primärer Radiochemotherapie

Zähler

Pat. des Nenners mit Cisplatin-basierter Chemotherapie

Nenner

Alle Pat. mit Erstdiagnose · Oropharynxkarzinom im Stadium I/II oder III oder · HPV/p16 negativem Oropharynxkarzinom im Stadium IV-A/IV-B oder · Hypopharynxkarzinom im Stadium III/IV-A/IV-B und primärer simultaner Radiochemotherapie

Qualitätsziel / Referenzbereich

8.14:
Konsensbasierte Empfehlung (EK, starker Konsens)

8.35:
Evidenzbasierte Empfehlung (EG A, LoE ⊕⊕⊕⊕)

8.36:
Konsensbasierte Empfehlung (EK, starker Konsens)

8.72:
Evidenzbasierte Empfehlung (LoE 1a)

Anmerkung

Qualitätsziel:
Adäquate Rate an Cisplatin-basierter Chemotherapie bei primärer Radiochemotherapie

Referenz-Empfehlungen

8.14 · Konsensbasierte Empfehlung 2024

Beim HPV/p16-positiven und -negativen Oropharynxkarzinom soll im Falle einer primären Radiochemotherapie die simultane Chemotherapie Cisplatin-basiert sein.

Bei Patienten, die z. B aufgrund einer eingeschränkten Nierenfunktion nicht Cisplatin erhalten können, können als simultane Systemtherapie Carboplatin + 5-FU, Mitomycin C + 5-FU, ein Taxan oder Cetuximab (HPV/p16+) eingesetzt werden. 

Konsens
Starker Konsens (100%)
Literatur
[302] [303] [304] [2]
Evidenztabellen (1)PICO 2.1 - De-Eskalation der Standardtherapie (Bestrahlung + Cisplatin vs. Bestrahlung + Cetuximab) bei HPV-positiven Oropharynxkarzinomen [GRADE-Bewertung]

Empfehlung im Kapitel

8.36 · Evidenzbasierte Empfehlung 2024

Beim HPV/p16-positiven Oropharynxkarzinom soll im Falle einer primären Radiochemotherapie die simultane Chemotherapie Cisplatin-basiert sein.

Empfehlungsgrad
A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
Evidenzlevel
⊕⊕⊕⊕

In der Subgruppe HPV/p16 positiv

Konsens
Starker Konsens (100%)
Literatur
[304] [303] [302]
Evidenztabellen (2)PICO 2.1 - De-Eskalation der Standardtherapie (Bestrahlung + Cisplatin vs. Bestrahlung + Cetuximab) bei HPV-positiven Oropharynxkarzinomen [Studiencharakteristika]; PICO 2.1 - De-Eskalation der Standardtherapie (Bestrahlung + Cisplatin vs. Bestrahlung + Cetuximab) bei HPV-positiven Oropharynxkarzinomen [GRADE-Bewertung]

Empfehlung im Kapitel

8.37 · Konsensbasierte Empfehlung 2024

Beim HPV/p16-negativen Oropharynxkarzinom soll im Falle einer primären Radiochemotherapie die simultane Chemotherapie Cisplatin-basiert sein.

Konsens
Starker Konsens (100%)
Literatur
[2] [368] [369]

Empfehlung im Kapitel

8.72 · Evidenzbasierte Empfehlung 2024

Beim Hypopharynxkarzinom im Stadium III-IVb soll im Falle einer primären Radiochemotherapie die simultane Chemotherapie Cisplatin-basiert sein.

Empfehlungsgrad
A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
Evidenzlevel
1a

S3 Leitlinienadaptierung - Larynxkarzinom, Version 1.1 2019 (7.14)

Konsens
Starker Konsens (100%)
Literatur
[368] [369] [2] [331]

Empfehlung im Kapitel

Primäre Radiochemotherapie

Zähler

Pat. des Nenners mit primärer Radiochemotherapie

Nenner

Alle Pat. mit Erstdiagnose · Oropharynxkarzinom im Stadium III oder · HPV/p16 negativem Oropharynxkarzinom im Stadium IV-A/IV-B oder · Hypopharynxkarzinom im Stadium III/IV-A/IV-B ≤ 70 Jahre ohne Resektion

Qualitätsziel / Referenzbereich

8.31:
Evidenzbasierte Empfehlung (EG A, LoE 1a)

8.33:
Evidenzbasierte Empfehlung (EG A, LoE ⊕⊕⊝⊝, ⊕⊕⊝⊝)

8.70:
Konsensbasierte Empfehlung (EK, starker Konsens)

Anmerkung

Qualitätsziel:
Adäquate Rate an  kombinierter Radiochemotherapie bei Pat. ohne primäre Resektion

Referenz-Empfehlungen

8.32 · Evidenzbasierte Empfehlung 2024

Bei Patienten mit HPV/p16-positiven und -negativen Oropharynxkarzinomen, die nicht mit einer Operation behandelt werden, soll, besonders in der Altersgruppe bis 70 Jahren, eine primäre Radiochemotherapie einer alleinigen Strahlentherapie vorgezogen werden.

Empfehlungsgrad
A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
Evidenzlevel
1a

S3 Leitlinienadaptierung - Larynxkarzinom, Version 1.1 2019 (7.13)

Konsens
Starker Konsens (100%)
Literatur
[2] [368] [369]

Empfehlung im Kapitel

8.34 · Evidenzbasierte Empfehlung 2024

Die primär konservative Therapie bei Patienten mit HPV/p16-positiven Stadium III und -negativen Stadium III-IVb Oropharynxkarzinomen (UICC 8. Ausgabe), soll als Radiochemotherapie erfolgen.

Empfehlungsgrad
A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
Evidenzlevel
⊕⊕⊝⊝

In der Subgruppe HPV/p16 negativ


⊕⊕⊝⊝

In der Subgruppe HPV/p16 positiv

Konsens
Starker Konsens (100%)
Literatur
[235] [236] [332]
Evidenztabellen (2)PICO 2 - De-Eskalation der Standardtherapie bei HPV-positiven Oropharynxkarzinomen [Studiencharakteristika und Ergebnisse - Registerbasierte Studien]; PICO 3- Chirurgie +/- adjuvante Therapie vs Radio(chemo-)therapie bei Oropharynxkarzinomen [Studiencharakteristika und Ergebnisse - Registerbasierte Studien]

Empfehlung im Kapitel

8.70 · Konsensbasierte Empfehlung 2024

Die primär nicht operative Therapie bei Patienten mit Stadium III-IVb Hypopharynxkarzinom (UICC 8. Ausgabe) soll als Radiochemotherapie erfolgen.

Konsens
Starker Konsens (100%)

Empfehlung im Kapitel

Postoperative Radio-/Radiochemotherapie (Hypopharynxkarzinom)

Zähler

Pat. des Nenners mit postoperativer Radio- oder Radiochemotherapie

Nenner

Alle Pat. mit Erstdiagnose Hypopharynxkarzinom und operativer Therapie und · pT3/pT4 und/oder · pN2/pN3 und/oder · R1-Resektion/R0<5mm und/oder · L1 und/oder · Pn1 und/oder · extrakapsulärem Tumorwachstum

Qualitätsziel / Referenzbereich

8.79:
Konsensbasierte Empfehlung (EK, starker Konsens)

Anmerkung

Qualitätsziel:
Adäquate Rate an postoperativer Radio- oder Radiochemotherapie

ICD-Codes Hypopharynx:
ICD-10 C12, C13

Referenz-Empfehlungen

8.79 · Konsensbasierte Empfehlung 2024

Eine postoperative Radio- oder Radiochemotherapie soll bei Hypopharynxkarzinomen

  • bei pT3-Karzinomen und pT4-Karzinomen
  • pN2-pN3
  • bei Karzinomen mit knappen oder positiven Resektionsrändern (R0 < 5mm; R1), perineuraler Invasion, Gefäßinvasion (Lymphgefäßinvasion und/oder Veneninvasion)
  • bei einem befallenen Lymphknoten mit extrakapsulären Tumorwachstum erfolgen.
Konsens
Starker Konsens (100%)

Empfehlung im Kapitel

Postoperative/-therapeutische Untersuchung der Schluckfunktion

Zähler

Pat. des Nenners mit postoperativer bzw. posttherapeutischer Untersuchung der Schluckfunktion

Nenner

Alle Pat. mit Oro-/Hypopharynxkarzinom

Qualitätsziel / Referenzbereich

Konsensbasierte Empfehlung (EK, starker Konsens)

Anmerkung

Qualitätsziel:
Möglichst häufig postoperative bzw. posttherapeutische Untersuchung der Schluckfunktion

Referenz-Empfehlungen

10.3 · Konsensbasierte Empfehlung 2024

Bei einer präoperativ bestehenden Schluckstörung sollte die Dysphagiediagnostik und ggf. das Schlucktraining schon präoperativ bzw. prätherapeutisch erfolgen.

So früh wie möglich soll postoperativ bzw. posttherapeutisch die Schluckfunktion untersucht werden. Ziel ist die rasche orale Nahrungsaufnahme und bei Bedarf ein Schlucktraining, in Abhängigkeit vom Heilungsverlauf und den eingesetzten Therapieverfahren.

Konsens
Starker Konsens (100%)

Empfehlung im Kapitel

Beratung durch Sozialdienst

Zähler

Pat. des Nenners mit Beratung durch Sozialdienst

Nenner

Alle Pat. mit Erstdiagnose eines Oro-/Hypopharynxkarzinoms und Pat. mit neu aufgetretenem (Lokal-)Rezidiv u./o. Fernmetastasen

Qualitätsziel / Referenzbereich

Konsensbasierte Empfehlung (EK, starker Konsens)

Anmerkung

Qualitätsziel:
Möglichst häufig Beratung durch Sozialdienst

Referenz-Empfehlungen

10.9 · Konsensbasierte Empfehlung 2024

Patienten mit Oro-/Hypopharynxkarzinom sollen darüber informiert werden, dass sie sozialrechtlichen Anspruch auf Anschlussheilbehandlung (AHB) und im weiteren Verlauf auf Medizinische Rehabilitation haben.

Die AHB und Rehabilitation soll ärztlicherseits empfohlen werden.

Konsens
Konsens (82%)

Empfehlung im Kapitel

30d-Mortalität

Zähler

a) Pat. des Nenners, die innerhalb von 30 Tagen postoperativ verstorben sind b) Pat. des Nenners, die innerhalb von 30 Tagen nach Abschluss der Radiochemotherapie verstorben sind

Nenner

Alle Pat. mit Erstdiagnose eines Oro-/Hypopharynxkarzinoms und a) Operation b) primärer Radiochemotherapie in kurativer Intention

Qualitätsziel / Referenzbereich

Ergebnisindikator basierend auf einem QI aus Schottland: 30 day mortality after curative treatment for head and neck cancer (QPI 11)

Numerator: Number of patients with head and neck cancer who undergo curative treatment who die within 30 days of treatment

Denominator: All patients with head and neck cancer who undergo curative treatment

This indicator will be reported separately as 30 day mortality by treatment modality, i.e., surgery, radical radiotherapy, chemoradiotherapy etc. as opposed to one single figure.

Scottish Cancer Taskforce Head and Neck Cancer QPI v4.0 (Nov. 2021)

Anmerkung

Qualitätsziel:
a) Möglichst niedrige Rate an postoperativ verstorbenen Pat.

b) Möglichst niedrige Rate an posttherapeutisch verstorbenen Pat. mit primärer Radiochemotherapie

Referenz-Empfehlungen

Evidenztabellen

PICO 2.1 - De-Eskalation der Standardtherapie (Bestrahlung + Cisplatin vs. Bestrahlung + Cetuximab) bei HPV-positiven Oropharynxkarzinomen [GRADE-Bewertung]

Referenz

Endpunkt

Zeitrahmen

Relativer Effekt (CI95%)
Studienergebnisse

Absolute Effektschätzer

Vertrauen in den Effektschätzer
Qualität der Evidenz
(GRADE)

Zusammenfassung

RT+Cisplatin (Standardtherapie)

RT+Cetuximab
(Intervention)

[302]

Mortalität

2 Jahre

Hazard ratio: 5.0

(CI 95% 1.7 - 14.7)

Basierend auf Daten von 334 Patienten aus
1 Studie

 

25 Sterbefälle

pro 1000

119 Sterbefälle

pro 1000

Moderata

Die Cetuximab-Gruppe hatte nach 2 Jahren einen größeren Anteil an Todesfällen; das Konfidenzintervall ist breit, aber es gibt Evidenz dafür, dass unter Cisplatin die Mortalität niedriger ist als unter Cetuximab.

Differenz: 94 mehr pro 1000

(CI 95% 17 mehr - 286 mehr)

[303]

Mortalität

3 Jahre

Hazard ratio: 2.3

(CI 95% 0.4 - 12.7)

Basierend auf Daten von 182 Patienten aus
1 Studie

 

20 Sterbefälle

pro 1000

45 Sterbefälle

pro 1000

Niedriga,d

Die Cetuximab-Gruppe hatte nach 3 Jahren einen größeren Anteil an Todesfällen, aber das Konfidenzintervall für die Hazard Ratio ist breit und der p-Wert nicht signifikant.

Differenz: 25 mehr pro 1000

(CI 95% 12 weniger - 206 mehr)

[304]

Mortalität

5 Jahre

Hazard ratio: 1.45

(CI 95% 1.0 - 1.94)

Basierend auf Daten von 805 Patienten aus
1 Studie

 

154 Sterbefälle

pro 1000

215 Sterbefälle

pro 1000

Moderata

Die Cetuximab-Gruppe hatte nach 5 Jahren einen größeren Anteil an Todesfällen; das Konfidenzintervall ist relativ eng, aber das Intervall schließt knapp die 1 ein. Es gibt schwache Evidenz dafür, dass unter Cisplatin die 5-Jahresmortalität niedriger ist als unter Cetuximab.

Differenz: 61 mehr pro 1000

(CI 95% 0 weniger - 123 mehr)

 

[304]

Progression

5 Jahre

Hazard ratio: 1.72

(CI 95% 1.29 - 2.29)

Basierend auf Daten von 805 Patienten aus
1 Studie

 

216 Progressionen

pro 1000

342 Progressionen

pro 1000

Moderata

 

Die Cetuximab-Gruppe hatte einen größeren Anteil an Patienten, bei denen eine Progression nach 5 Jahren auftrat. Es gibt Evidenz dafür, dass dieser Unterschied nicht durch Zufall bedingt ist.

Differenz: 126 mehr pro 1000

(CI 95% 53 mehr - 211 mehr)

 

[302]

Locoregional Failure

2 Jahre

Basierend auf Daten von 334 Patienten aus
1 Studie

6% von Cisplatin Patienten und 18% Cetuximab Patienten hatten eine lokoregionales Versagen (p=0.0026).

Moderata

Die Cetuximab-Gruppe hatte wenige lokoregionales Versagen nach 2 Jahren der Diagnose. Es gibt Evidenz dafür, dass dieser Unterschied nicht durch Zufall bedingt ist.

[303]

Locoregional Failure

3 Jahre

Hazard ratio: 3.4

(CI 95% 0.7 - 16.6)

Basierend auf Daten von 182 Patienten aus 1 Studie

20 Personen mit lokalem Versagen (Failures)

pro 1000

66 Personen mit lokalem Versagen (Failures)

pro 1000

Niedriga,d

Die Cetuximab-Gruppe hatte einen kleineren Anteil an Patienten, die nach 5 Jahren ein lokales Versagen hatten. Es gibt Evidenz dafür, dass dieser Unterschied nicht durch Zufall bedingt ist.

Differenz: 46 mehr pro 1000

(CI 95% 33 mehr - 179 mehr)

[304]

Locoregional Failure

5 Jahre

Hazard ratio: 2.05

(CI 95% 1.35 - 3.1)

Basierend auf Daten von 805 Patienten aus 1 Studie

100 Personen mit lokalem Versagen (Failures)

pro 1000

194 Personen mit lokalem Versagen (Failures)

pro 1000

Moderata

 

Die Cetuximab-Gruppe hatte einen kleineren Anteil an Patienten, die nach 5 Jahren ein lokales Versagen hatten. Es gibt Evidenz dafür, dass dieser Unterschied nicht durch Zufall bedingt ist.

Differenz: 94 mehr pro 1000

(CI 95% 33 mehr - 179 mehr)

 

[302]

Schluckfunktion  

(MD Anderson)

2 Jahre

Basierend auf Daten von 334 Patienten aus
1 Studie

 

Nach 2 Jahren Follow-up wurde kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Armen festgestellt (Mittelwertdifferenz von 6,9 zugunsten von Cisplatin; p = 0,13).

Niedriga,d

Es gibt keine Evidenz für einen klinisch relevanten Unterschied bei der Schluckfunktion zwischen den Gruppen, gemessen anhand des MD Anderson Dysphagia Inventory Score.

[304]

Schluckfunktion

(EORTC QLQ-H&N35)

1 Jahr

Basierend auf Daten von 805 Patienten aus 1 Studie

 

Kein klinisch relevanter Unterschied zwischen den Armen bezüglich die Veranderung zwischen Baseline und 1 Jahr  (Cisplatin: 2.5, Cetuximab: 7.6; p=0.04).

Niedriga,+

Es gibt keine Evidenz für einen klinischen relevanten Unterschied bei der Schluckfunktion zwischen den Gruppen, gemessen anhand des EORTC QLQ-H&N35.

Begründungen der Grade-Bewertung (Ab-/Aufwertungen):  
a: Effektschätzer basiert nur auf einer Studie (-1);
b: hohes Risiko für Bias (-1);
c: die Studienpopulation besteht aus weniger als 50% der Zielpopulation (-1);
d: es ist möglich, dass kein Effekt gefunden worden ist, da die Studie nicht für dieses Outcome gepowert wurde oder die geplante Fallzahl nicht erreicht hat (-1);
e: die obere und untere Grenzen der Konfidenzintervall sind kleiner als 0,5 oder größer als 2,0 (+1);

+ Ein Punkt wurde abgezogen, da nicht alle Patienten den Fragebogen ausgefüllt haben. 

PICO 2.1 - De-Eskalation der Standardtherapie (Bestrahlung + Cisplatin vs. Bestrahlung + Cetuximab) bei HPV-positiven Oropharynxkarzinomen [Studiencharakteristika]

Referenz/ Studientyp

Interventionen

Untersuchte Population

Methodische Bemerkungen

[303]
Phase III RCT

A) IMRT, 70 Gy in 35 Fraktionen über 7 Wochen mit wöchentlichem Cisplatin (40mg/m2 x 7) TEST2

B) IMRT, 70 Gy in 35 Fraktionen über 7 Wochen mit wöchentlichem Cetuximab (250mg/m2 x 7), plus eine Loadingdosis von 400mg/m2 in der Woche vor IMRT

Stadium III (exclusiv T1-2N1) oder IV (exclusiv T4 und/oder N3 und/oder N2b-c wenn Rauchanamnese  > 10 Packjahren und/oder Fernmetastasen) 7th Edition

HPV-assozierte Oropharynx-Plattenepithelkarzinome

 n= 182
A: n=92; 10 Frauen, 80 Männer; 33% T1; 42% T2; 24% T3
B: n=90;  9 Frauen, 83 Männer; 32% T1; 43% T2; 25% T3

Die Studie wurde für Symtpomschwere (MD-Anderson) gepowert. Open-label Studie. 

'Risk of Bias' Bewertung:
niedriges Biasrisiko(1)

[302]
Phase III RCT

A) IMRT, 70 Gy in 35 Fraktionen mit drei Dosen Cisplatin (100mg/m2 am Tag 1, 22 und 43 der IMRT)

B) IMRT, 70 Gy in 35 Fraktionen mit wöchentlichem Cetuximab über 7 Wochen (250mg/m2 x 7), plus eine Loadingdosis von 400mg/m2 in der Woche vor IMRT

 T3N0-T4N0 und T1N1-T4N3 mit niedrigem Risiko nach Ang-Klassifikation (7th Edition)

HPV-assozierte Oropharynx-Plattenepithelkarzinome

n=334
A: n=166; 34 Frauen, 132 Männer; 66% T1-T2; 34% T3-T4; 19% nur T4
B: n=168; 34 Frauen, 134 Männer; 64% T1-T2; 36% T3-T4; 24% nur T4

Die Studie wurde für schwere Nebenwirkungen (CTCAE Grad 3-5) gepowert. Open-label Studie. 

'Risk of Bias' Bewertung:
niedriges Biasrisiko(1)

[304]
Phase III RCT

A) IMRT, 70 Gy in 35 Fraktionen über 6 Wochen mit zwei Dosen Cisplatin (100mg/m2 am Tag 1 und 22 der IMRT)

B) IMRT, 70 Gy in 35 Fraktionen über 6 Wochen mit wöchentlichem Cetuximab  (250mg/m2 x 7), plus eine Loadingdosis von 400mg/m2 5-7 Tage vor IMRT

T1-T2, N2a-N3 und T3-T4, No-N3 M0 (7th Edition)

HPV-positive Oropharynx-Karzinome

n=805
A: n=406; 33 Frauen, 373 Männer; 22% T1; 40% T2; 27% T3; 12% T4
B: n=399; 44 Frauen, 355 Männer; 22% T1; 41% T2; 25% T3; 13% T4

Studie wurde für Gesamtüberleben gepowert. Die Studienteilnehmer wurden nach vor der Randomisierung nach Krankheitsstadium stratifiziert. Open-label Studie.

'Risk of Bias' Bewertung: 
niedriges Biasrisiko(1)

(1) Niedriges Biasrisiko - Das Biasrisiko der Einzelstudie wurde in Bezug auf das Ergebnis aller Bewertungsdomänen als niedrig eingeschätzt. (lt. Cochrane Bias Tool 2.0)
PICO 2 - De-Eskalation der Standardtherapie bei HPV-positiven Oropharynxkarzinomen [Studiencharakteristika und Ergebnisse - Registerbasierte Studien]

Referenz/ Studientyp

untersuchte Interventionen

Untersuchte Population

Ergebnisse / GRADE Bewertung+

Methodische Bemerkungen

 

Cheraglou et al., 2018 (29243245) 
Studie mit Registerdaten  (2009-2013 ; National Cancer Data Base -NCDB)

1. Radiochemotherapie (CRT)
2. Bestrahlung allein (RT)
3. Chirurgie + Radiochemotherapie  (S+CRT)
4. Chirurgie + Bestrahlung (S+RT)
5. Chirurgie allein (S)

4443 Patienten, HPV+ Oropharynx-Plattenepithelkarzinome (OPSCC) in 3 Stadien [AJCC 8 ed.):
1. Stadium I (n=1398; 84% Männer)
2. Stadium II (n=795; 86% Männer)
3. Stadium III (n=450; 86% Männer)

Stadium I Patienten - HR, adjustiert (95% KI)
CRT:         Referenz
RT:       1,80 (1,06-3,04)
S+aCRT:    0,74 (0,52-1,05)
S+aRT:      0,70 (0,44-1,13)
S:              1,33 (0,83-2,12)

Stadium II Patienten - HR, adjustiert (95% KI)

CRT:       Referenz
RT:      2,20 (1,08-4,48)
S+aCRT:  0,70 (0,41-1,18)
S+aRT:    1,30 (0,54-3,10)
S:        2,54 (1,26-5,11)

Stadium III Patienten - HR, adjustiert (95% KI)
CRT:         Referenz
RT:           1,13  (0,38-3,38)
S+aCRT:  0,52  (0,29-0,92)
S+aRT:      0,73  (0,23-2,37)
S:              0,80  (0,18-3,53)

Gesamtüberleben (3 Jahre)
              Stadium I   Stadium II   Stadium III
CRT:          91,3%         82,8%          71,9%
RT:            80,6%         66,6%           -
S+aCRT:    94,9%         87,8%          84,9%
S+aRT:      94,7%         84,9%          -
S:              91,2%         63,0%          -

Fazit:
Patienten im Stadium I, die ein aCRT erhielten, hatten ein besseres Überleben ggü. Patienten mit aRT. Patienten im Stadium II, die aCRT erhielten, hatten ein besseres Überleben als jene mit aRT oder S. Patienten im Stadium III, die nur eine CRT anstelle einer S+aCRT erhielten, hatten ein schlechteres Überleben. Bei Tumoren in niedrigeren Stadien ist es möglicherweise nicht ratsam, die Behandlung auf eine einzige Modalität zu beschränken.

- multivariates Cox-Modell
- keine Daten zu Raucherstatus
- HPV+ Diagnostik möglicherweise heterogen
- retrospektives Design
- hohes Biasrisiko: Missklassifikation, Selektion, Confounding

 
 

Tam et al., 2020 (32616096)
Studie mit Registerdaten  (2010-2014; National Cancer Data Base -NCDB)

1. RT (+/- CT)  66-80Gy oder mehr  (n=2049, 94.3%)
2. RT (+/- CT)  50-65Gy (n=124, 5.7%)

2173 Patienten, HPV+ Oropharynxkarzinome
Männer: 85.5%, Stadium I=1.0%, Stadium II=5.5%, Stadium III=20.8%, Stadium IV=72.7% [AJCC 7 ed.]

Gesamtüberleben (3 Jahre, unadjustiert)
medianer Follow-Up: 33,8 Monate):
66-80Gy: 88,5%
50-65Gy: 89,9% (p=0,57)

HR, adjustiert -KI 95%
50-65Gy vs. 66-80Gy:  0,95 (0,52-1,74)

Fazit: Bezüglich des 3-Jahresüberleben gibt es keine Hinweise für einen Unterschied zwischen Bestrahlung mit niedriger und hoher Dosis.

- keine Daten zu Raucherstatus
- HPV+ Diagnostik möglicherweise heterogen
- retrospektives Design
- hohes Biasrisiko: Missklassifikation, Selektion, Confounding

 

Gabani et al., 2019 (31005228)
Studie mit Registerdaten  (2010-2014; National Cancer Data Base - NCDB)

1. RT (+/- CT)  66Gy oder mehr (n=655, 86.3%)
2. RT (+/- CT)  50-65Gy (n=104, 13.7%)

759 Patienten, Oropharynxkarzinome nur HPV+
Männer: 86.0%, T1=20.9%, T2=28.2%, T3=18.6%, T4=20.1%

Gesamtüberleben (3 Jahre, unadjustiert)
medianer Follow-Up: 33,8 Monate

Gewichtet (Inverse-probabilty weighting)
50-65Gy: 78,8%
≥ 66Gy:    79,2% (p=0.83)

HR, adjustiert:
kein signifikanter Unterschied zwischen die RT-Gruppen.

Fazit: Es wurde kein Unterschied im 3-Jahresüberleben zwischen der Gruppe mit der niedrigeren RT-Dosis und der Gruppe mit der höheren Dosis festgestellt.

- keine Daten zu Raucherstatus
- HPV+ Diagnostik möglicherweise heterogen
- retrospektives Design
- hohes Biasrisiko: Missklassifikation, Selektion, Confounding

 

White et al., 2019 (31120601)
Studie mit Registerdaten  (2010-2014; National Cancer Data Base - NCDB)

1. RT (+/- CT)  66Gy oder mehr (n=~188, ~16%)
2. RT (+/- CT)  50-65Gy (n=~980, ~84 %)

1168 Patienten  mit Oropharynxkarzinomen (OPSCC):
(HPV+ = 617;52,8%)      
    deeskalierte RT: ~ 104/617 HPV+
    deeskalierte RT: ~ 84/551 HPV-  

Gesamtgruppe:
Männer: 79.2%, T1=20.9%, T2=28.2%, T3=18.6%, T4=20.1%

Gesamtüberleben (3 Jahre, gematched)
medianer Follow-Up für alle Patienten: 27,5 Monate;
Propensity-matched für Alter und systemische Therapie:

HPV+ Patienten
deeskalierte RT:       83%
konventionelle RT:   83%

HPV- Patienten

deeskalierte RT:       29%
konventionelle RT:   61%

Gesamtüberleben (5 Jahre, gematched)
medianer Follow-Up für alle Patienten: 27,5 Monate;
Propensity-matched für Alter und Systemische Therapie:

HPV+ Patienten

deeskalierte RT:      78%
konventionelle RT:  80% (p=0,83)

 HPV- Patienten

deeskalierte RT:      23%
konventionelle RT:  51% (p= 0,0001)

Fazit: Für HPV+ Patienten wurde weder ein Unterschied im 3-Jahres noch im 5-Jahresüberleben zwischen der RT-Gruppe mit niedrigerer und konventioneller Dosis gefunden.

- keine Daten zu Raucherstatus
- HPV+ Diagnostik möglicherweise heterogen
- retrospektives Design
- hohes Biasrisiko: Missklassifikation, Selektion, Confounding
- Propensity Matching

 
 

Yoshida et al., 2020 (31536144) 
Studie mit Registerdaten  (2010-2014 ; National Cancer Data Base -NCDB)

1. Radiochemotherapie (CRT)
2. Bestrahlung allein (RT)

4473 Patienten, HPV+Oropharynx-Plattenepithelkarzinome (OPSCC) [AJCC 8. ed]  Stadium I Edition (bzw. T1-2N0-2bM0)  (n=3883; 87% Männer)

Stadium I Patienten - HR adjustiert (95% KI)
RT:      Referenz
CRT:  0,78 (0,64-0,95)

Gesamtüberleben (3 Jahre, gematched mittels Propensity Score)
:
medianer Follow-Up: 36,3 Monate
CRT:  89,3%
RT :   85,3%

Stratifiziert nach N0 vs. N+ Subgruppe HR adjustiert (95% KI):
(1) Patienten in Stadium I-II nach [AJCC 7. ed.]
RT:      Referenz
CRT: 1,65 (1,0-2,7), p=0,05

(2) Patienten in Stadium III-IVA [AJCC 7. ed.]
RT:      Referenz
CRT:  0,68 (0,56-0,84) p<0,001

Gesamtüberleben (3 Jahre, gewichtet mittels Propensity Score):

(1)  Patienten in Stadium I-II [AJCC 7. ed.]
CRT:  79,1% vs RT 89,4%

(2) Patienten in Stadium III-IVA [AJCC 7. ed.]
CRT:  88,9% vs RT 85,6%

Fazit: Die Behandlung mit Radiochemotherapie (CRT) war mit einem verbesserten Gesamtüberleben ggü. der alleinigen Radiotherapie (RT) assoziiert, jedoch nur für HPV+ Patienten mit Lymphknoten-positivem OPSCC, aber nicht für Patienten mit Lymphknoten-negativem OPSCC im Stadium I.
 

- multivariates Cox-Modell
- Subkohorte gematched mit Propensity Score
- keine Daten zu Raucherstatus
- HPV+ Diagnostik möglicherweise heterogen
- retrospektives Design
- hohes Biasrisiko: Missklassifikation, Selektion, Confounding

 
 

Soliman et al., 2022 (36139676)  
Studie mit Registerdaten  (2010-2017; National Cancer Data Base -NCDB)

1. Chirurgie (S)  (n=3232; 21,5%)
2. Chirurgie + aRT (S+aRT) (n=11804; 78,5%)
  

15036 Patienten, HPV+ Oropharynxkarzinome
Männer: 12.564 (83,6%), T1=54%, T2=46%

n=6661 Patienten ohne Adverse Feature (AF)*; T1=57%, T2=43%; S+aRT=68%

n=8375 Patienten mit Adverse Features; T1=52%, T2=48%; S+aRT=87%

Gesamtüberleben (3 Jahre, unadjustiert):
AF positiv : 90,8% vs AF negativ: 94,3, p<0,001

gemachted mittels Propensity Score (n=1678) - HRadj (95% KI)
S + aRT vs S: 0,6 (95%CI: 0,4-0,7), p<0,001


Fazit: Die Patienten mit "Adverse Features", die eine  adjuvante RT erhielten, hatten ein besseres Überleben ggü. jenen Patienten, mit nur eine chirurgischer Behandlung.

- multivariates Cox-Modell, Propensity-Matching,
-keine Daten zu Raucherstatus
- HPV+ Diagnostik möglicherweise heterogen
- retrospektives Design,
- hohes Biasrisiko: Missklassifikation, Selektion, Confounding

 

Goel et al., 2018 (31107584)
Studie mit Registerdaten  (2010-2014 ; National Cancer Data Base -NCDB)

1. Chirurgie +adjuvante Radiochemotherapie (S+aCRT)
2.  Chirurgie+ adjuvante Bestrahlung (S+aRT)

2164 Patienten (83,4% Männer),  Oropharynx-Plattenepithelkarzinome (OPSCC) mit intermediären Risikofaktoren**,  HPV+ (72,7%),
pT Stadien:
- aCRT pT1-T2: 76,3%, pT3-T4: 19,0%, fehlt: 4,7%
-  aRT pT1-T2: 76,3%, pT3-T4: 21,8%, fehlt: 2,0 %

Gesamtüberleben (3 Jahre, nicht adjustiert)
medianer Follow-Up: 48,6 Monate
HPV+:  S+aCRT: 92,5%  vs. S+aRT : 94,0 % (p=0,88)
HPV-:  S+aCRT: 76,9%  vs. S+aRT : 71,9 % (p=0,37)

Subkohorte gematched mittels Propensity Score (n=1551):
Gesamtüberleben (3 Jahre, unadjustiert)
HPV+ (n=1127)
S+ aCRT: 91,9%  vs. S+ aRT : 94,0 % (p=0,62)
HPV- (n=424):
S+ aCRT: 73,7%  vs. S+aRT : 71,9 % (p=0,84)

HPV+ Patienten (n=1127) - HR adjustiert (95KI%)
S+ aRT:  Ref. 
S+ aCRT: 0,99 (0,64-1,56), p=0,98

HPV-Patienten (n=424) - HR adjustiert (95KI%)
S+ aRT:  Ref.
S+ aCRT: 0,84 (0,55-1,29) p=0,42

Fazit: Patienten mit intermediären Risikofaktoren (einschließlich HPV-negativer Tumore), die mit Chirurgie+ aCRT behandlet werden haben keine bessere Überlebensrate jene, die nur mit Chirurgie +aRT behandelt werden.

- multivariates Cox-Modell
- keine Daten zu Raucherstatus
- HPV+ Diagnostik möglicherweise heterogen
- retrospektives Design
- hohes Biasrisiko: Missklassifikation, Selektion, Confounding

 

An et al., 2017 (34331477)  
Studie mit Registerdaten  (2010-2012 ; National Cancer Data Base -NCDB)

1. Chirurgie + adjuvante Radiochemotherapie (S+ aCRT) (n=498)
2.  Chirurgie +  adjuvante Bestrahlung (S+ aRT) (n=306)

1043 Oropharynx-Plattenepithelkarzinome (OPSCC) HPV+, davon 43,5% mit extrakapsulärer Ausbreitung (ECE). Männer 83,8%,pT1-T2=89,2%,pT3-T4=8,1%

Gesamtüberleben (3 Jahre) mit vs. ohne ECE
mit ECE: 89,3% vs ohne ECE 93,6% (p=0,01)

Gesamtüberleben (3 Jahre, unadjustiert)

medianer Follow-Up: 28,4 Monate
S+     aRT:   89,6%
S + aCRT:   89,3% (p=0,55)

gemachted mittels Propensity Score (n=132; 66 pro Gruppe):
S + aCRT:          89,3%
S + aRT:             89,6% (p=0,44)

Fazit: Bei Patienten mit HPV-positiven OPSCC ist eine ECE mit einem schlechteren Gesamtüberleben assoziiert. Es gab keinen Überlebensvorteil bei OPSCC (HPV+)ECE-Patienten bei Patienten mit Chirurgie + adjuvanter Radiochemotherapie (S + aCRT) vs  (S + aRT).

- keine Daten zu Raucherstatus, Performance-Status, Ausbreitung des ECE
- HPV+ Diagnostik möglicherweise heterogen
- retrospektives Design
- hohes Biasrisiko: Missklassifikation, Selektion, Confounding

 

Day et al., 2020 (34331477)
Studie mit Registerdaten  (2010-2015; National Cancer Data Base -NCDB)

1. Chirurgie (S)  (n=442; 17%)
2. Chirurgie + aRT (S+aRT) (n=973; 37%)
3. Chirurgie + aCRT (S+aCRT) (n=1248 ; 47%) 

2663 Patienten, HPV+ Oropharynxkarzinome, Männer: 87%; (AJCC 8 ed.), Stadium I=49%, Stadium II=42%; Stadium III=7%, Stadium IV=3%


n=1051 mit ECE;  S=10%,  S+aRT=16%, S+aCRT=74%

n=1612 ohne ECE; S=21%, S+aRT=50%, S+aCRT=30%

Gesamtüberleben (4 Jahre, unadjustiert):
S ohne ECE: 93% vs.  S mit ECE: 86% (p<0,0001)

Patienten mit ECE
S:               71% vs.
S+aRT:     88% vs.
S+aCRT:  87%     (p<0.0001)

Patienten ohne ECE
S:                90% vs.
S+RT:         95% vs.
S+aCRT:    91%     (p=0,05)

Patienten mit ECE (pN1)- adjustierte HR (95%KI)
:
S  vs S+ aCRT :           1,5 (0,8-3,0), p=0,24
S  vs. S+  aRT:            1,2  (0,7-2,3), p=0,54

Patienten mit ECE (pN2)- adjustierte HR (95%KI):

S  vs S+ aCRT :           5,4 (2,8-10,5), p<0,001
S  vs. S+  aRT:            1,0  (0,2-4,5), p=0,96

- multivariates Cox-Modell, Propensity-Matching,
-keine Daten zu Raucherstatus
- HPV+ Diagnostik möglicherweise heterogen
- retrospektives Design,
- hohes Biasrisiko: Missklassifikation, Selektion, Confounding

 

Ajmani et al., 2017 (29103745)  
Studie mit Registerdaten  (2010-2013 ; National Cancer Data Base -NCDB)

1. Chirurgie+ adjuvante Radiochemotherapie (S+ aCRT)
2.  Chirurgie+  adjuvante Bestrahlung (S+ aRT)
3. Chirurgie ohne adjuvante Behandlung (S allein)

6984 Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren (HNSCC):
Oropharynx (~33%):
HPV+: 25,7%
HPV-: 7,4%,
Hypopharynx: ~3,5%
 
alle HNSCC mit mindestens einem Hochrisikofaktor:

(a) extrakapsulärer Ausbreitung (ECE)
und/oder
(b) positiven Resektionsrändern (PM)

HNSCC-Patienten mit extrakapsulärer Ausbreitung (ECE) - HR adjustiert (95KI%)
S + aRT:       Ref.
S+ aCRT:     0,83 (0,71-0,97)
S allein:      1,90 (1,60-2,26)

HNSCC-Patienten mit positiven Resektionsrändern  (PM) - HR adjustiert (95KI%)
S + aRT:       Ref. 
S+ aCRT:     0,89 (0,77-1,04)
S allein:      1,40 (1,20-1,63)

Oropharyntumore HPV+ mit ECE - HR adjustiert (95KI%)
S + aRT:     Ref. 
S+ aCRT:      0,94 (0,47-1,88)
S allein:    3,43 (1,58-7,42)

Oropharyntumore HPV+ mit PM - HR adjustiert (95KI%)

S + aRT:      Ref. 
S + aCRT:  0,54 (0,32-0,90)
S allein:      1,32 (0,65-2,69)

Oropharyntumore HPV- mit ECE - HR adjustiert (95KI%)
S + aRT: Ref.
S+ aCRT:   0,83 (0,70-0,98)
S allein:    1,87 (1,57-2,24)

Oropharyntumore HPV- mit PM - HR adjustiert (95KI%)
S + aRT: Ref.
S + aCRT: 0,91 (0,78-1,06)
S allein:  1,41 (1,21- 1,66)


Fazit: Eine aCRT scheint bei Patienten mit HPV-negativen Tumoren vorteilhafter zu sein als eine aRT bei extrakapsulärer Ausbreitung (ECE) und bei Patienten mit HPV-positiven Tumoren & positiven Resektionsrändern (PM).

- multivariates Cox-Modell
- keine Daten zu Raucherstatus
- HPV+ Diagnostik möglicherweise heterogen
- retrospektives Design
- hohes Biasrisiko: Missklassifikation, Selektion, Confounding

 

Fenlon et al., 2021(34931386)  
Studie mit Registerdaten  (2010-2017; National Cancer Data Base -NCDB)

 1. Chirurgie + aRT (n=4897, 34,8%)
 2. Chirurgie + aCRT (n=9174, 65,2%)
  

Gesamkohorte: 14.071 Patienten, p16+ Oropharynxkarzinome
Männer: 84,4%, (AJCC ed. 8) Stadium I=48,2%, Stadium II=33,8%, Stadium III=4,7%, Stadium IV=4,4%

Subkohorte mit ECE: n=3333  extrakapsulärer Ausbreitung (ECE),  n=4316 positiven Resektionsrändern (PM), n= 5491 ECE unbekannt, n=522 PM unbekannt

Gesamtüberleben (adjustierte HR; medianer Follow-Up: 46 Monate):
Patienten mit extrakapsulärer Ausbreitung (ECE)
aCRT vs.a RT: 0,9 (0,7-1,3)

Patienten mit positiven Resektionsrändern (PM)
 aCRT vs. aRT: 1,1 (0,7-1,7)

Patienten mit ECE + PM

 aCRT vs. aRT: 0,8 (0,4-1,4)

Fazit: Bei ECE, PM oder ECE+PM gab es keinen Hinweis, dass eine adjuvante Radiochemotherapie (aCRT) zu einem besseren Überleben gegenüber der adjuvanten Radiotherapie (aRT) führt.

- multivariates Cox-Mod -
-keine Daten zu Raucherstatus
- HPV+ Diagnostik möglicherweise heterogen
- retrospektives Design,
- hohes Biasrisiko: Missklassifikation, Selektion, Confounding

 

* Zu den analysierten Adverse Features gehörten der makroskopische oder mikroskopische Resttumor (positive chirurgische Ränder), extrakapsuläre Ausbreitung (ECE), Tumorzellen in den Lymphknoten Level 4/5 oder in den retropharyngealen Lymphknoten und das mikroskopische Vorhandensein von Tumorzellen in den Lymphbahnen oder Blutgefäßen (lymphovaskuläre Invasion)

** pT3-T4-Erkrankung, ≥2 positive Lymphknoten, Tumorzellen in den LK 4/5 und/oder lymphatische Invasion

Begründungen der Grade-Bewertung: 

alle hier dargestellten Endpunkte erhalten eine "sehr niedrige" GRADE-Bewertung, da registerbasierte Studien:

- per se ein "hohes Biasrisiko" aufweisen;

- nicht hypothesenprüfend, sondern explorativ sind;

- die Ergebnisse beziehen sich jeweils auf Einzelstudien,

- hier nicht gepoolt werden konnten, da sie teilweise auf überlappende Bevölkerungen basieren.   

PICO 3- Chirurgie +/- adjuvante Therapie vs Radio(chemo-)therapie bei Oropharynxkarzinomen [Studiencharakteristika und Ergebnisse - Registerbasierte Studien]

Referenz/ Studientyp

untersuchte Interventionen

Untersuchte Population

Ergebnisse

Methodische Bemerkungen

Kao et al., 2008 (18164833)

Studie mit Registerdaten (1988-2001), Surveillence, Epidemiology, and End Results -SEER

1. Chirurgie allein (S)
2. Chirurgie + Bestrahlung (S+RT)

5297 Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren (HNSSC): n=1940 (37%) Oropharynxkarzinome, n=647 (12%) Hypopharynxkarzinome

Männeranteil 73,6%; N1=42,2%, N2a=25,2%, N2b=17,0%, N2c=6,8%, N3=4,8% [AJCC 2 ed.]

Gesamtüberleben (3 Jahre stratifiziert, unadjustiert)

Oropharyxkarzinom     S          S+RT    p=0,003
N1                                  71,6%             77,6%
N2a                                51,1%              67,9%
N2b, N2c, N3                 45,8%              66,0%

Hypopharynxkarzinom      S         S+RT   p<0,001
N1                                       43,6%            59,8%
N2a                                     52,4%            60,1%
N2b, N2c, N3                      26,2%            45,3%

Gesamtüberleben (5 Jahre stratifiziert, unadjustiert)
Oropharyxkarzinom        S           S+RT    p=0,003
N1                                    65,0%             67,9%
N2a                                  44,6%             55,3%
N2b, N2c, N3                   30,7%             56,9%

Hypopharynxkarzinom     S          S+RT   p<0.001
N1                                    31,5%             40,0%
N2a                                  17,9%             46,3%
N2b, N2c, N3                    20,8%             32,1%

Fazit: Adjuvante Strahlentherapie ist im Vergleich zur alleinigen chirurgischen Behandlung mit einem besseren Gesamtüberleben assoziert. 

 - hohes Biasrisiko: Missklassifikation, Selektion, Confounding
-retrospektives Design

- Einige Patienten könnten neben der Bestrahlung auch eine Chemotherapie erhalten haben

Amini et al., 2016 (27086480)
Studie mit Registerdaten  (2009-2011),  National Cancer Data Base -NCDB

1. Chirurgie allein (S) (Referenzgruppe)
2. Bestrahlung allein (RT)
3. Radiochemotherapie (CRT)
4. Chirurgie + Bestrahlung (S+RT)
5. Chirurgie + Radiochemotherapie  (S+CRT)

3.952 Patienten mit Oropharynx-Plattenepithelkarzinome (OPSCC) davon n=2454 HPV+ (62%) , unter den HPV+:

Männeranteil 86,2%  T1=37,1%, T2=42,1%, T3=13,1%, T4=7,7% [AJCC 7. ed.], 88,6% AJCC Stadium III-IVA/IVB

HPV-negativ: n=1498 (38%), 79,8% AJCC Stadium III-IVA/IVB

Gesamtüberleben (2 Jahre, unadjustiert):
alle Stadien: HPV+ 93,1% vs. HPV-negativ 77,8% (p<0,0001)

stratifiziert nach AJCC-Stadium (HPV+ vs HPV-): 

Stadium I    :  95,6% vs. 88,4%
Stadium II   :  93,4% vs. 84,7% 
Stadium III  :  93,4% vs. 81,0%
Stadium IVA:  92,9% vs. 75,0%
Stadium IVB:  86,3% vs. 52,1%

Gesamtüberleben (HPV+, Stadium III + IV): - adjustierte HR (95% KI):  
medianer Follow-Up: 24,3 Monate

S allein (Ref.)
RT        vs S:     1,00 (0,40-2,45), p=0,99
CRT   vs S:   0,42 (0,20-0,89), p=0,02
S+RT  vs S:   0,30 (0,10-0,85), p=0,02
S+CRT  vs S:     0,51 (0,24-1,1), p=0,09

Gesamtüberleben (HPV-, Stadium III + IV): - adjustierte HR (95% KI):
medianer Follow-Up: 22,2 Monate

S allein (Ref.)
RT vs S:          0,94 (0,53-1,67), p=0,83
CRT  vs S:   0,36 (0,22-0,59), p<0,001
S+RT vs S:   0,27 (0,13-0,57), p=0,001
S+CRT vs S:  0,34 (0,24-1,1),  p<0,001

Fazit: Bimodale Therapien scheinen vorteilhaft bei HPV-positivem OSCC. Bei HPV-negativen Patienten war eine postoperative Chemotherapie mit Bestrahlung mit einer Verbesserung des Gesamtüberleben verbunden, während bei HPV-positiven Patienten kein signifikanter Vorteil beobachtet werden konnte.

 multivariates Cox-Modell
- keine Adjustierung für Raucherstatus, HPV+ Diagnostik heterogen, - hohes Biasrisiko: Missklassifikation, Selektion, Confounding, retrospektives Design

Baliga et al., 2018 (30409323)
Studie mit Registerdaten, (2010-2014)
National Cancer Data Base -NCDB

1. Bestrahlung (RT) +/- adj. Behandlung
2. Transorale roboterassistierte  Chirurgie (TORS) +/- adjuvante Behandlung

17.150 Patienten mit OPSCC davon

behandelt mit: 

- RT:     n= 14.470 (84,3%)
- TORS  n=   2.680 (16,7%)

davon HPV+: n=6226 (36,3%)

propensity gematchte Subkohorte: n=1584 (n=792 TORS, n=792 RT), davon HPV+: 76,9%, Männeranteil 84,4%, T1=40,0%, T2=60,0%

medianer Follow-Up der Gesamtkohorte: 31,4 Monate

Gesamtüberleben in der Propensity-gematchten Kohorte (n=1584): RT vs TORS

(5 Jahre, unadjustiert): 81% vs 84% (p=0,10),
(3 Jahre, unadjustiert):    83% vs 93%

Patienten mit TORS erhielten weniger häufig adjuvante Chemotherapie im Vergleich zu Patienten mit Bestrahlung (OR=0,09; 95%KI [0,08-0,12])

Fazit: TORS ist eine Behandlung von OPSCC, die zu ähnlichen Überlebensergebnissen wie Bestrahlung führt. Der geringere Einsatz adjuvanter Behandlung kann zu einer verbesserten Lebensqualität führen.

Überlebenszeitanalyse eine propensity gemachten Subkohorte
- keine Adjustierung für ECOG Status, Salvage Therapie oder Raucherstatus
- hohes Biasrisiko: Missklassifikation, Selektion, Confounding
-retrospektives Design

Kamran et al., 2018 (28988426)
Studie mit Registerdaten (2004-2013), National Cancer Data Base -NCDB

1. Chirurgie +/- adjuvante Bestrahlung +/- adjuvante Chemotherapie )
2. primäre Radiochemotherapie (CRT)

22.676 Patienten mit OPSCC,

behandelt mit: 

(1)  S+ aRT /+/- CT: n=    8.555  (37,7%)
(2)  CRT                   n=  14.121 (62,7%)

Subkohorte n=6872 mit HPV-Status:

(1) S+ aRT /+/- CT: n= 2960 (43,1%)
(2) CRT:                  n= 3912 (56,9%)  

davon 73,3% HPV+; Männeranteil 84,4%; T1=28,1%, T2=40,1%, T3=19,4%, T4=12,3%

Propensity gematchte Subkohorte n=4848 (mit HPV-Status):
n=2482 S+ aRT /+/- CT vs n=2482 CRT

medianer Follow-Up der Gesamtkohorte: 40,7 Monate

Gesamtüberleben (3 Jahre, unadjustiert), Gesamtkohorte:

 S+/- aRT+/- CT vs. CRT: 85,4% vs 72,6% (p<0,0001)

Gesamtüberleben (3 Jahre, unadjustiert), Subkohorte mit HPV-Status: 

S+/- aRT+/- CT vs. CRT: 89,6% vs 79,5% (p<0,0001)

multivariates Cox-Modell, adjustiert

HPV+ Patienten (n=5037) - HR adjustiert (95KI%)
S+/- aRT+/- CT vs CRT (Ref): 0,85 (0,70-1,03), p=0,10

HPV-negative Patienten (n=1835) - HR adjustiert (95KI%)
S+/- aRT+/- CT vs CRT (Ref): 0,74 (0,60-0,91), p<0,01

Subkohorte gematched mittels Propensity Score (n=4848):
Gesamtüberleben (3 Jahre, unadjustiert)
S+/- aRT+/- CT vs CRT: 88,5% vs. 84,5 % (p=0,002)


Fazit: Patienten mit OPSCC, die primär chirugisch behandelt werden haben ein besseres Überleben ggü. Patienten, die primär mittels Radiochemotherapie behandelt werden, besonders die Subgruppe der (HPV)-negative Patienten.

Überlebenszeitanalyse, multivariates Cox-Modell, Propensity gemachte Kohorten für HPV+, keine Adjustierung für Rauchen,
- hohes Biasrisiko: Missklassifikation, Selektion, Confounding
-retrospektives Design

Kelly et al., 2018 (29598952)
Studie mit Registerdaten (2010-2013), National Cancer Data Base -NCDB

1. Vorab-Chirurgie (S) 
2. primäre Radiochemotherapie (CRT)

3063 Patienten mit HPV-positiven OPSCC, behandelt mit: 

(1)  S:       n=    1.487  (48,5%)
(2)  CRT:  n=       972   (65,4%)

Stadien: cT1 N2a-2b or cT2 N1-2b; Männeranteil  86,7%; T1=38,9%; T2=61,1%

Propensity gematchte Subkohorte n=4848 (alle HPV+):
n=1263 S vs n=1263 CRT

medianer Follow-Up: 32 Monate

Gesamtüberleben (3 Jahre, unadjustiert), Gesamtkohorte:
(1) S vs CRT: 92,5% vs.90,8% primäre CRT, p=0,78

multivariates Cox-Modell, adjustiert:
nur HPV+ Patienten - HR adjustiert (95KI%)
S vs. CRT: 1,08 (0,83-1,14), p=0,58

Propensity-gematche Kohorte (n=2.526 nur HPV+):
Gesamtüberleben (3 Jahre, gematched, unadjustiert): 
S vs CRT : 92,4% vs. CRT: 91,7% p=0,55;


nur HPV+ Patienten - HR adjustiert (95KI%)
CRT vs S : 1,09 (0,81-1,47), p=0,55

Fazit: Das 3-Jahresüberleben war vergleichbar ind der Gruppe der Patienten, die mittels Chirurgie behandelt wurden und der CRT-Gruppe.

Überlebenszeitanalyse, multivariates Cox-Modell, Propensity gemachte Kohorten für HPV+,
-keine Adjustierung für Rauchen, 
- hohes Biasrisiko: Missklassifikation, Selektion, Confounding,
-retrospektives Design

Ko et al., 2017 (28737019)
Studie mit Registerdaten (2004-2012), National Cancer Data Base -NCDB

1. Chirurgie +/- adjuvante Therapie
2. primäre Radiochemotherapie (CRT)

4867 Patienten mit N3-Kopf-Hals-Tumoren (HNSSC), davon n=3275 (67,3%) Oropharynxkarzinome

HPV-Status:

HPV+: 515 (10,6%) 
HPV-: 325 (6,7%)
unbekannter HPV-Status: 4027 (82,7%) 

medianer Follow-Up der Gesamtkohorte: 27 Monate

Gesamtüberleben (3 Jahre, nach Gewichtung 'inverse probabilit weighting'):
Subset (OPSCC, HPV+, n=197): S vs CRT: 82% vs. 81%; p=0,38
Subset (OPSCC, HPV-,  n=85):   S vs CRT: 80% vs. 46%; p=0,06,

HR, adjustiert (95KI%): nur OPSCC, HPV+ und HPV-:
CRT vs S +/- aRT: 1,29 (1,06-1,56), p=0,01

Fazit: Patienten mit OPSCC (N3), die primär chirurgisch behandelt werden haben ein besseres Überleben ggü. jenen, die mit Radiochemotherapie behandelt werden, besonders die Subgruppe der (HPV)-negativen Patienten.

-Überlebenszeitanalyse, multivariates Cox-Modell,
-Überleben nach statistischer Gewichtung,
-keine Adjustierung für Rauchen,
-retrospektives Design
-HPV-Status nur für eine kleine Subgruppe bekannt,
- hohes Biasrisiko: Missklassifikation, Selektion, Confounding

Mahmoud et al., 2018 (29244238)
Studie mit Registerdaten (2004-2013), National Cancer Data Base -NCDB

1. Transorale roboterassistierte Chirurgie (TORS) +/- adjuvante Behandlung (S) 
2. primäre Bestrahlung (RT)oder Radiochemotherapie (RCT) 

1873 Patienten mit OPSCC davon 73% HPV+, medianes Alter 56 Jahre, Männer 84%, T1=22%, T2=46%, T3=22%, T4=10%;
(AJCC ed. unbekannt]: Stadium  I=2%, II=6%, III=24%, IV A=64%, IV B=4%

behandelt mit: 

(1)  TORS :       n=   559 (30 %)
(2)  CRT or RT: n=  1314 (70%)


Propensity gematchte Subkohorte n=1048
HPV+:
TORS (n=421) vs RT/CRT (n=421)
HPV-:
TORS (n=103) vs RT/CRT (n=103)

medianer Follow-Up: 29 Monate

3-Jahresüberleben, unadjustiert: 

(1) TORS vs RT /CRT: 93% vs.83% , p<0,001


HR, adjustiert (95KI%):
HPV+ & HPV-:
RT/CRT vs TORS: 1,6 (1,04-2,44), p=0,03


Propensity-gematche Kohorte (n=1048):
Gesamtüberleben (3 Jahre, gematched, unadjustiert):
HPV-:
TORS vs. RT/CRT:  84% vs. 66%, p=0,01
HPV+:
TORS vs. RT/CRT: 95% vs 91% , p=0,12

Fazit: OPSCC/HPV-negative-Patienten, die mit TORS behandelt wurden, hatte ein besseres Überleben als jene mit primärer Bestrahlung. Bei OPSCC/HPV-Positiven gab keine keine Hinweis auf besseres Überleben.

-Überlebenszeitanalyse, multivariates Cox-Modell, Propensity gemachte Kohorten für HPV+,
-keine Adjustierung für Rauchen,
-retrospektives Design
- hohes Biasrisiko: Missklassifikation, Selektion, Confounding

Patel et al., 2021 (33290171)
Studie mit Registerdaten (2010-2017), National Cancer Data Base -NCDB

1. Bestrahlung, alleine (RT)
2. primäre Radiochemotherapie (CRT)
3. Tonsillekomie (S) + Neck-Dissection (ND)
4. Tonsillekomie (S) + ND + RT
5. Tonsillekomie (S) + ND + CRT

4270 Tonsillenkarzinome (T1-2N0M0), davon auf HPV getestet: n=2759 (58,5%), davon
HPV+ n=1758 (63,7%),
HPV-  n=1001 (36,3%),
Männer 74,8%, T1=38,8%, T2=61,2%

medianer Follow-Up: 45 Monate 

Gesamtüberleben (3 Jahre, unadjustiert)
alle Behandlungsverfahren mit Chirurgie [3-5] vs. ohne Chirurgie (1-2): 84,6% vs. 69,3% (p<0,001)

Hazard Ratio, multivariates Modell
HR, adjustiert (95KI%):
HPV+ 
CRT vs. RT:           1,15 (0,52-2,56), p=0,73
S+ND vs. RT:         0,70 (0,35-1,40), p=0,31
S+ND+RT vs RT:    0,41 (0,16-1,03), p=0,06
S+ND+CRT vs. RT: 0,66 (0,24-1,80), p=0,41

HPV-:
CRT vs. RT:            1,09 (0,62-1,92), p=0,77
S+ND vs. RT:      0,35 (0,19-0,64), p<0,001
S+ ND+RT vs RT:  0,36 (0,17-0,78), p=0,01
S+ND+CRT vs. RT:  0,73 (0,35-1,53), p=0,41

unbekanner HPV-Status:
CRT vs. RT:            0,74 (0,48-1,15), p=0,18
S+ND vs. RT:          0,43 (0,27-0,69), p<0,001
S+ ND+RT vs RT:    0,31 (0,17-0,60), p<0,001
S+ND+CRT vs. RT: 0,26  (0,11-0,60), p=0,002

Propensity-gematche Kohorte (n=278):
Gesamtüberleben (3 Jahre, gematched, unadjustiert):
alle Behandlungsverfahren mit Chirurgie [3-5]
vs. ohne Chirurgie (1-2): 84,9% vs. 67,1% (p<0,001)

Fazit: Bei HPV-positivem Tonsillenkrebs im Frühstadium führt eine chirurgische oder eine Strahlenbehandlung zu einer ähnlichen Überlebensrate. Bei HPV-negativem Tonsillenkrebs waren chirurgische Behandlungen mit einem längeren Überleben verbunden.

Überlebenszeitanalyse, multivariates Cox-Modell, Propensity gemachte Kohorten für HPV+,
-keine Adjustierung für Rauchen,
-retrospektives Design
- hohes Biasrisiko: Missklassifikation, Selektion, Confounding

Shama et al., 2022 (34546828)
Studie mit Registerdaten (2010-2014), National Cancer Data Base -NCDB

1. Chirurgie, allein (S)
2. Bestrahlung, allein (RT)
3. Radiochemotherapie (RCT)
4. Chirurgie + adjuvante Radio-(chemo)therapie (S + aRT/ aCRT)

2638 Patienten mit OPSCC, alle HPV-negativ, davon Männer 75,3%, [AJCC 7. ed], Stadien T1-2 N0-1=29,4%, Stadien T3-4 N0-1=12,4%
Stadien T1-2 N2-3=30,6%, Stadien T3-4 N2-3=27,6%
behandelt mit:
(1) S:                   n=302   (11,5%)
(2) RT:                 n=128   (4,9%)
(3) RCT:               n=1751 (66,5%)
(4) S+ aRT/aRCT  n=454   (17,3%)

Gesamtüberleben (5 Jahre):-
medianer Follow-Up 34,8 Monate
                T1-2 N0-1   T3-4 N0-1   T1-2 N2-3   T3-4 N2-3
S:                   76,2%             -                    72,0%           -
RT:                 56,8%             -                    -                   -
CRT:               69,5%            52,4%            68,8%            43,7%
S+aRT/aCRT:  77,4%            51,3%            78,6%            61,0%

Stadien T1-2 N0-1 (n=774) - HR, adjustiert (95% KI)
S:                    Referenz
RT:           1,76 (1,15-2,69), p=0,01
CRT:          1,56 (1,08-2,26) p=0,02
S+aRT/aCRT:   1,16 (0,74-1,84) p=0,52

Stadien T3-4 N0-1 (n=327) - HR, adjustiert (95% KI)
CRT:               0,96 (0,54-1,69), p=0,88
S+aRT/aCRT:  Referenz

Stadien T1-2 N2-3 (n=807) - HR, adjustiert (95% KI)
S:                   1,71 (0,85-3,46), p=0,13
CRT:         1,51 (1,05-2,18), p=0,03
S+aRT/aCRT:  Referenz

Stadien T3-4 N2-3 (n=727) - HR, adjustiert (95% KI)
CRT:               1,53 (0,98-2,39), p=0,06
S+aRT/aCRT:  Referenz

Fazit: Eine primär chirurgische Behandlung (mit adjuvanter Radio-(chemo)therapie) kann in vielen Fällen das Überleben von Patienten mit HPV-negativen Oropharynxtumoren verbessern.

'-Überlebenszeitanalyse, 
-multivariates Cox-Modell mit Adjustierung
- hohes Biasrisiko: Missklassifikation, Selektion, Confounding
- keine Adjustierung für folgende Variablen Raucherstatus, perineurale Invasion, extrakapsuläre Ausbreitung
- retrospektive Analyse

Begründungen der Grade-Bewertung: 

alle hier dargestellten Endpunkte erhalten eine "sehr niedrige" GRADE-Bewertung, da registerbasierte Studien:

- per se ein "hohes Biasrisiko" aufweisen;

- nicht hypothesenprüfend, sondern explorativ sind;

- die Ergebnisse beziehen sich jeweils auf Einzelstudien,

- hier nicht gepoolt werden konnten, da sie teilweise auf überlappende Bevölkerungen basieren. 

Literaturhinweise

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