5. Therapie früher Stadien – Hodgkin Lymphom
Autoren der Hintergrundtexte: Stephanie Sasse, Christian Baues, Hans-Theodor Eich, Boris Böll, Andreas Engert
Allen Patienten soll eine Behandlung im Rahmen klinischer Studien angeboten werden, sofern keine Ausschlusskriterien eine Teilnahme unmöglich machen.
- Konsens
- Starker Konsens
5.1 Kombinierte Chemo-Strahlentherapie
Die kombinierte Chemo-Strahlentherapie soll als Primärtherapie bei Patienten mit einem Hodgkin Lymphom im frühen Stadium durchgeführt werden.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- ⊕⊕⊕⊝
Gesamtüberleben
⊕⊕⊕⊝Progressionsfreies Überleben
⊕⊕⊝⊝Behandlungsbedingte Mortalität
⊕⊕⊝⊝Langzeitnebenwirkungen (Sekundärneoplasien)
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [43]
Evidenztabellen (1)
5.1 EvT 5.25.1.1 Rolle der Chemotherapie
Es soll keine alleinige Strahlentherapie durchgeführt werden (Ausnahmen siehe Kapitel 8.4 „Therapieempfehlungen bei NLPHL“).
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- ⊕⊕⊕⊕
Gesamtüberleben
⊕⊕⊕⊕PFS
⊕⊕⊝⊝Langzeitnebenwirkungen (Todesfälle durch Sekundärneoplasien)
keine Datenzu TRM und QoL
- Konsens
- Konsens
- Literatur
- [44]
Evidenztabellen (1)
5.1 EvT 5.3Zu den Empfehlungen 5.2. und 5.3.
Erste Daten zur Kombinationstherapie in den frühen Stadien
Patienten in frühen Stadien wurden zunächst ausschließlich mit Bestrahlung in „extended-field“ (EF) oder „total-nodal-irradiation“ Technik behandelt. Mit diesem Therapieansatz konnte bei ca. 70% der Patienten eine Heilung erreicht werden, allerdings verminderte die hohe Rezidivrate und die Toxizität der ausgedehnten Bestrahlung das Langzeit-Überleben. Durch Anwendung einer Kombination aus zwei Zyklen ABVD Chemotherapie gefolgt von Bestrahlung in EF-Technik konnte in der HD7-Studie der GHSG die Zahl der Rezidive im Vergleich zu der alleinigen Strahlentherapie deutlich reduziert werden konnte [45]. Ähnliche Ergebnisse wurden von der European Organisation for Research and Treatment of Cancer (EORTC) publiziert, die in den randomisierten Studien H7F [46] und H8F [47] ebenso eine Überlegenheit der Kombinationstherapie zeigen konnten [48]. Auch eine 1998 von Specht et al. publizierte Meta-Analyse zeigte eine Überlegenheit der Radiochemotherapie gegenüber einer alleinigen Bestrahlung [49].
5.1.2 Wahl der Chemotherapie und Zahl der Zyklen
Die Chemotherapie bei Patienten mit einem Hodgkin Lymphom im frühen Stadium soll mittels ABVD (Adriamycin=Doxorubicin, Bleomycin, Vinblastin und DTIC=Dacarbazin) durchgeführt werden.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- ⊕⊕⊕⊕
Gesamtüberleben
⊕⊕⊕⊕PFS
⊕⊕⊝⊝TRM
⊕⊕⊝⊝Langzeitnebenwirkungen (Todesfälle durch Sekundärneoplasien)
keine DatenQoL
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [50] [51] [52] [53] [54]
Evidenztabellen (1)
5.2 EvT 5.4Die Therapie soll mittels zwei Zyklen ABVD durchgeführt werden.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- ⊕⊕⊕⊕
Gesamtüberleben
⊕⊕⊕⊕PFS
⊕⊕⊝⊝TRM
⊕⊕⊝⊝Langzeitnebenwirkungen (Todesfälle durch Sekundärneoplasien)
keine DatenQoL
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [53] [54]
Evidenztabellen (1)
5.2 EvT 5.5Zu Empfehlung 5.4.
Aufgrund seiner Effektivität und vergleichsweise geringen Nebenwirkungsrate ist ABVD (Adriamycin, Bleomycin, Vinblastin, Dacarbazin) das am häufigsten angewandte Schema für Patienten in frühen Stadien. ABVD wurde bei Patienten in fortgeschrittenen Stadien in randomisierten Studien mit alternativen Schemata wie MOPP (Mechlorethamin, Vincristin, Procarbazin, Prednison) und Kombinationen wie MOPP -ABVD verglichen und hat sich als mindestens gleich wirksam wie die toxischeren MOPP- und MOPP-ABVD-Schemata erwiesen [55]. Die Ergebnisse der Studien HD7 und HD10 zeigten unter Anwendung von kombinierter Chemo-Strahlentherapie mit ABVD eine hohe primäre Tumorkontrolle bei niedriger therapiebedingter Toxizität [45][56]. In der aktuellen, mit einem Nachbeobachtungsintervall von 98 Monaten durchgeführten Analyse der Daten der HD10-Studie konnte eine anhaltend hohe Tumorkontrolle mit einem 10-Jahres PFS von 87% und die hervorragenden Überlebensdaten mit einem 10-Jahresüberleben von 94% bestätigt werden [57]
Das alternative Schema Stanford V (Mechlorethamin, Doxorubicin, Vincristin, Bleomycin, Vinblastin, Etoposid, Prednison) erwies sich in der Amerikanischen „Phase III Intergroup Studie E2496“ bei Patienten im Stadium I/II mit vorliegendem Bulk gegenüber ABVD nicht als überlegen und ging zudem mit einer höheren Akuttoxizität einher [58].
In Kombination mit einem modifiziertem ABVD-Schema, dem EBVP (Epirubicin, Bleomycin, Vinblastin, Prednison), wurde in der H9-Studie der EORTC geprüft, ob die Strahlentherapie-Dosis der „Involved-field“ (IF)-Strahlentherapie von 36 Gy auf 20 Gy reduziert werden kann oder ob auf die Strahlentherapie verzichtet werden kann. In der H9-Studie konnte zwar bei 79% der Patienten in frühem Stadium nach der Chemotherapie eine komplette Remission dokumentiert werden, aber es ist anzumerken, dass die Patienten sechs Zyklen EBVP erhalten haben und dass auch bei den Patienten, die eine Vollremission (CR) nach sechs Zyklen EBVP erreicht hatten, nicht auf die konsolidierende Strahlentherapie verzichtet werden konnte [59][60]. Diese Daten deuten darauf hin, dass EBVP hinsichtlich der Effektivität dem ABVD nicht überlegen ist.
In der HD13-Studie wurde überprüft, ob auf die Gabe von Dacarbazin und/oder Bleomycin verzichtet werden kann, d.h. ob die Effektivität von ABV, AV oder AVD derjenigen von ABVD vergleichbar ist. Die Rekrutierung in die Therapiearme ohne Dacarbazin musste aufgrund der hohen Rezidivrate vorzeitig beendet werden. In der 2015 veröffentlichten Auswertung des primären Endpunkts, des 5-Jahres „freedom from treatment failure“ (FFTF) konnte auch eine Nicht-Unterlegenheit des AVD-Arms nicht gezeigt werden, so dass ABVD weiterhin als Standardchemotherapie in den frühen Stadien anzusehen ist [61].
Zu Empfehlung 5.5.
Die Frage der erforderlichen Zahl der ABVD-Zyklen konnte in der HD10-Studie der GHSG beantwortet werden: die Therapiearme mit zwei Zyklen ABVD erwiesen sich gegenüber den Therapiearmen mit vier Zyklen ABVD auch bei Anwendung der niedrigeren Strahlentherapiedosis von 20 Gy in „involved-field“ -Technik als nicht unterlegen, so dass 2 Zyklen ABVD in den frühen Stadien in Kombination mit Strahlentherapie als Standardtherapie definiert werden konnte [56].
5.1.3 Rolle der Strahlentherapie
Eine Strahlentherapie nach Abschluss der Chemotherapie bei Patienten mit einem Hodgkin Lymphom im frühen Stadium soll durchgeführt werden.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- ⊕⊕⊕⊝
Gesamtüberleben
⊕⊕⊕⊝PFS
⊕⊕⊝⊝TRM
⊕⊕⊝⊝Langzeitnebenwirkungen (Sekundärneoplasien)
keine DatenQoL
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [62] [43] [63]
Evidenztabellen (1)
5.4 EvT 5.75.1.4 Zielvolumen und Dosis der Strahlentherapie
Das Zielvolumen nach Abschluss der Chemotherapie bei Patienten mit einem Hodgkin Lymphom im frühen Stadium soll einer „involved-site“ (IS-) Strahlentherapie entsprechen.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- ⊕⊕⊕⊕
Gesamtüberleben
⊕⊕⊕⊕PFS
⊕⊕⊝⊝Langzeitnebenwirkungen (Todesfälle durch Sekundärneoplasien)
keine DatenTRM, QoL
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [25]
Evidenztabellen (1)
5.4 EvT 5.8Die Bestrahlung nach Abschluss der Chemotherapie bei Patienten mit einem Hodgkin Lymphom im frühen Stadium soll mit einer Verschreibungsdosis von 20 Gy durchgeführt werden.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- ⊕⊕⊕⊕
Gesamtüberleben
⊕⊕⊕⊕PFS
⊕⊕⊝⊝TRM
⊕⊕⊝⊝Langzeitnebenwirkungen (Todesfälle durch Sekundärneoplasien)
keine DatenQoL
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [53] [54]
Evidenztabellen (1)
5.4 EvT 5.9Zu Empfehlung 5.6.
Datenlage zur Rolle der Strahlentherapie in der prä-PET-Ära
Aufgrund der potentiellen Strahlentherapie-assoziierten Spättoxizität wurde die Rolle der konsolidierenden Strahlentherapie hinsichtlich auf die Tumorkontrolle und des Überlebens in mehreren retrospektiven Analysen sowie in prospektiven Studien untersucht und international- insbesondere seit der Verfügbarkeit der PET- kontrovers diskutiert.
Der Verzicht auf die konsolidierende Strahlentherapie ohne PET-Stratifizierung wurde in einer großen retrospektiven US National Cancer Data Base Analyse und in einer 2017 veröffentlichten Cochrane Metaanalyse untersucht: beide Analysen ergaben für den Strahlentherapie-freien Therapiearm ein signifikant niedrigeres progressions-freies Überleben (PFS) [48][64]. Die Aussagekraft dieser Analysen wird jedoch durch die kurze Nachbeobachtungszeit, die heterogenen Chemotherapie-Regime und Strahlentherapiekonzepte eingeschränkt.
Bei der NCIC/ECOG HD.6-Studie handelt es sich um die größte randomisierte Studie der prä-PET-Ära, die ABVD ohne konsolidierende Strahlentherapie („subtotal nodal irridiation“ =STNI) mit der alleinigen Strahlentherapie (STNI) bzw. der Kombinationstherapie in den frühen bzw. intermediären Stadien verglichen hat. In dem Kombinationstherapiearm wurde eine signifikant niedrigere Rezidivrate dokumentiert (“freedom from disease progression” 87% vs. 92%, p=0.05), allerdings war die 12-Jahresüberlebensrate im Kombinationsarm signifikant niedriger (94% vs. 87%) [65]. Bei der Bewertung dieser Daten ist zu berücksichtigen, dass in die Auswertung Todesfälle miteinbezogen wurden, die weder auf das HL noch auf eine Therapie-assoziierte Toxizität zurückzuführen waren und dass es sich bei der STNI um eine heute obsolete Strahlentherapietechnik handelt.
Um die alleinige Therapie der frühen bzw. intermediären Stadien mit ABVD mit einer Kombination aus ABVD und einer aktuellen Strahlentherapietechnik zu vergleichen, wurden in einer retrospektiven Analyse Daten des ABVD-Arms der H.6-Studie und Kombinationstherapie-Daten aus der HD10 bzw. HD11-Studie der GHSG vergleichend analysiert: es konnte bestätigt werden, dass für die Patienten, die mit der Kombinationstherapie behandelt wurden, eine signifikant niedrigere Zeit bis zum Progress (8-Jahres „time to progression“=TTP 93% vs. 87%, HR 0.44; 95% CI 0.24-0.78), d.h. eine niedrigere Rezidivrate, zu dokumentieren war; es konnte allerdings kein Unterschied hinsichtlich des Gesamtüberlebens nachgewiesen werden. Diese Daten unterstützen die Rolle der Strahlentherapie in der Tumorkontrolle. Subgruppen-Analysen deuteten darauf hin, dass die Patienten mit einem in frühem Stadium diagnostizierten HL und Erreichen einer CR in dem nach zwei Zyklen angefertigten Kontroll-CT möglicherweise keine konsolidierende Strahlentherapie benötigen [66].
Dieser Hypothese ist zunächst die H9F-Studie der EORTC/GELA nachgegangen; in der H9F-Studie wurden Patienten, die nach sechs Zyklen EBVP eine komplette Remission erreicht haben, entweder nur nachbeobachtet oder mit 20 Gy oder 36 Gy konsolidierend bestrahlt. Während sich die beiden Bestrahlungsarme hinsichtlich des 5-Jahres-Rezidiv-freien Überlebens nicht signifikant unterschieden, wurde in dem Nicht-Bestrahlungsarm ein im Vergleich zum Standardarm-bestehend aus einer konsolidierenden Strahlentherapie mit 36 Gy-signifikant niedrigeres Rezidiv-freies Überleben dokumentiert [60].
In sich anschließenden prospektiven Studien (RAPID-, H10- und HD16-Studie) wurde untersucht, ob ein PET-basierter Strahlentherapieansatz basierend auf dem nach 2 (-3) Zyklen ABVD erhobenen PET/CT-Befund ohne Beeinträchtigung der Therapieeffektivität durchführbar ist. Die Ergebnisse der RAPID-, der H10-Studie und der HD16-Studie lassen nicht die Schlussfolgerung zu, dass bei Erreichen einer kompletten Remission bzw. einer negativen PET/CT nach der Chemotherapie auf die Strahlentherapie verzichtet werden kann [67][67][48][48][68][68][69][69][70] (siehe auch Kapitel 5.2).
Datenlage zur Optimierung des Bestrahlungsfeldes und der Bestrahlungsdosis
Zu Empfehlung 5.7.
Im Hinblick auf eine anzunehmende Korrelation des Risikos der Spättoxizität, insbesondere des Auftretens von Sekundärneoplasien und von Organtoxizität, wurde in mehreren Studien eine weitere Reduktion des Zielvolumens der Strahlentherapie mit der „involved site“ (IS)- bzw. „involved node“ (IN) -Strahlentherapie untersucht. Entsprechend der Definition der „International Lymphoma Radiation Oncology Group“ [31] basiert das klinische Zielvolumen (clinical target volume = CTV) der IS- und der IN-RT auf dem Lymphomvolumen vor Beginn der Chemotherapie (gross tumor volume = GTV) unter Berücksichtigung des Ansprechens nach der Chemotherapie plus einem geeigneten medizinisch begründeten Sicherheitssaum.
Das Konzept der IN-RT wurde bereits erfolgreich in der H9- und der H10-Studie der EORTC angewandt [67][67][71]. Zur optimalen Durchführung der IN-RT ist eine Staging-Bildgebung in Bestrahlungsposition notwendig. So kann eine optimale Fusion und Registrierung von Staging-CTs oder PET/CTs mit dem Bestrahlungsplanung-CT erfolgen. Da diese Voraussetzungen in vielen Fällen nicht eingehalten werden können, wurde die IS-RT definiert, welche auch größere Unsicherheiten bei der Überlagerung der Bildgebung zulässt und berücksichtigt [31]. Aus diesem Grunde wurde die IF-RT im Alltag vornehmlich durch die praktikablere IS-RT ersetzt.
Zu Empfehlung 5.8.
In den vergangenen 10-15 Jahren wurde in der Behandlung früher und intermediärer Stadien des Hodgkin Lymphoms die „extended field“ (EF)-Bestrahlung zu Gunsten der weniger toxischen und gleich effektiven „involved field“ (IF)-Bestrahlung nach Chemotherapie verlassen. Die Empfehlungen stützen sich hierbei insbesondere auf die Ergebnisse der GHSG HD8-Studie [72][73]; sowie auf Ergebnissen der EORTC H8U Studie [47] und der Britischen BNLI Studie [74].
Basierend auf den Ergebnissen der HD10 Studie der GHSG, die eine Nichtunterlegenheit einer konsolidierenden IF-Bestrahlung mit 20 Gy im Vergleich zu 30 Gy nach 2 oder 4 Zyklen ABVD zeigen konnte, konnte die Strahlentherapieintensität weiter reduziert werden. Die HD10-Studie dokumentierte darüber hinaus eine signifikant niedrigere Rate an akuter Toxizität mit der reduzierten Strahlentherapie-Dosis (8.7% mit 30 Gy vs. 2.9% mit 20 Gy, P<0.001) [56]
Patienten mit einer Indikation zur Strahlentherapie können mittels intensitätsmodulierter Strahlentherapie (IMRT) bestrahlt werden, solange eine sorgfältige Bewertung der Niedrigdosisbelastung von Risikoorganen erfolgt.
- Empfehlungsgrad
- 0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
- Evidenzlevel
- ⊕⊝⊝⊝
Geplantes Zielvolumen
⊕⊝⊝⊝Organdosis
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [75] [76] [77] [78] [79] [80] [81] [82] [83] [84] [85]
Änderungshinweis
Patienten mit einer Indikation zur Strahlentherapie können mittels intensitätsmodulierter Strahlentherapie (IMRT) oder volumetrisch modulierter Strahlentherapie (VMAT) bestrahlt werden.Evidenztabellen (1)
5.4 EvT 5.10Zu Empfehlung 5.9.
Nach Entwicklung der 3D-Planung hat sich diese als Standard bei der Bestrahlung des Hodgkin Lymphoms etabliert. In den letzten Jahren findet jedoch zunehmend die intensitätsmodulierende Bestrahlung (IMRT) Verwendung. In zahlreichen Planungsstudien zeigte sich, dass mit einer IMRT im Vergleich zu einer 3D-geplanten Bestrahlung häufig eine Schonung der Risikoorgane erreicht werden kann [86][87][88][89][90]. Allerdings werden bei einer IMRT deutlich größere Volumina im Niedrigdosis-Bereich bestrahlt, so dass
eine erhöhte Rate von strahleninduzierten Zweittumoren nicht ausgeschlossen werden kann [71][91][89][92][93][94][95]. Bisher publizierte klinische Daten zeigen jedoch keine Nachteile einer IMRT [96][97]. Da allerdings keine ausreichenden Daten zur Langzeittoxizität wie z.B. der Rate an Zweittumoren vorliegen, kann einer IMRT aktuell nur nach individueller Abwägung der Vor- und Nachteile empfohlen werden. Sollte eine IMRT zum Einsatz kommen, sind durch den Einsatz bestimmter Techniken (z.B. der „butterfly“-Technik) die Lungen und die weiblichen Mammae besonders zu schonen [71][91][89][92][90][93][94][95][98]. Bei der Erstellung eines IMRT-Plans scheint die Verwendung eines präzisen Algorithmus wie dem Monte-Carlo-Algorithmus vorteilhaft zu sein [99].
Zur besseren Schonung von Risikoorganen (vor allem dem Herzen) bei der Bestrahlung mediastinaler Lymphome sollte der zusätzliche Nutzen der tiefen Inspiration geprüft werden.
- Empfehlungsgrad
- B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
- Evidenzlevel
- ⊕⊝⊝⊝
geplantes Zielvolumen
⊕⊝⊝⊝Organdosis
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [100] [101] [82] [83] [102]
Evidenztabellen (1)
5.4 EvT 5.11Zu Empfehlung 5.10.
Bei einer mediastinalen Bestrahlung kann durch die Deep-Inspiration-Breathhold-Technik (DIBH) die Dosisbelastung der Lungen und des Herzens reduziert werden [86][103][104] und somit vermutlich auch die Reduktion der Rate an Spätnebenwirkungen [95]. Dies gilt insbesondere auch für die Bestrahlungsplanung mit Protonen [105]. Da auch erste klinische Daten zeigen, dass die DIBH-Technik sicher ist [106], sollte ihr Einsatz bei jeder mediastinalen Bestrahlung in Betracht gezogen werden.
Die Verwendung von Protonenbestrahlung kann bei ausgewählten Patienten mit strenger Indikation (z.B. prä- und/oder parakardialer Befall bei jungen Patienten) erwogen werden.
*CAVE: Keine Kassenleistung.
- Empfehlungsgrad
- 0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
- Evidenzlevel
- ⊕⊝⊝⊝
Geplantes Zielvolumen
⊕⊝⊝⊝Organdosis
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [80] [107] [108] [109] [110] [111] [82] [112] [113] [114] [115] [102] [85]
Änderungshinweis
Die Verwendung von Protonenbestrahlung kann bei ausgewählten Patienten mit strenger Indikation (z.B. prä- und/oder parakardialer Befall bei jungen Patientinnen) erwogen werden.Evidenztabellen (1)
5.4 EvT 5.12Zu Empfehlung 5.11.
In Planungsstudien konnte gezeigt werden, dass durch die Verwendung einer Bestrahlung mit Protonen die Lunge, die Mammae, das Herz und auch die sub-diaphragmalen Risikoorgane besser geschont werden können [105][116][117][118][119][120][58][92][121][122][123]. Insbesondere konnte auch im Vergleich zur IMRT die Belastung im Niedrigdosis-Bereich reduziert werden [117][124][125]. Das errechnete Risiko für sekundäre Bronchial- und Mammakarzinome war erniedrigt [92][124]. In einer Studie wurde herausgefunden, dass das vorhergesagte Risiko eines zweiten Auftretens von Brustkrebs nach einer Kohlenstoff-Ionen-Therapie gegenüber einer Protonentherapie stark von u.a. vom Patienten und der Anatomie der Erkrankung abhängt [126].
Insgesamt liegt jedoch wenig Evidenz zur Bestrahlung von Patienten mit Hodgkin Lymphomen mittels Protonen vor. Daher hat sich das Experten Panel der Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) auf eine Empfehlung verständigt. Lediglich im Falle para- oder präkardialer Lymphome oder in Fällen, bei denen durch eine appa-Technik eine relevante Überlappung des Zielvolumens und der Brustdrüsen vorliegt, kann zur Verringerung der Dosisbelastung für Risikoorgane (Herz und weibliche Brust) eine Bestrahlung mit Protonen geprüft und bei besserer Schonung entsprechend den Kriterien der Empfehlung eine Bestrahlung mit Protonen durchgeführt werden.
5.2 Rolle der PET/CT zur weiteren Therapieentscheidung
Die PET/CT* nach 2 Zyklen ABVD soll durchgeführt werden.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- ⊕⊝⊝⊝
Gesamtüberleben
⊕⊕⊕⊝Progressionsfreies Überleben
⊕⊝⊝⊝Langzeitnebenwirkungen (Sekundärneoplasien)
- Konsens
- Konsens
- Literatur
- [127] [128] [129] [62]
Änderungshinweis
Die PET/CT* nach 2 Zyklen ABVD soll durchgeführt werden. *CAVE: Die PET Untersuchung ist nicht Gegenstand des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenversicherung (Kostenübernahme nicht gesichert)Im Falle einer positiven PET/CT sollte eine Therapieintensivierung in Form von zwei zusätzlichen Chemotherapiezyklen BEACOPPeskaliert erwogen werden.
- Empfehlungsgrad
- B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
- Evidenzlevel
- ⊕⊝⊝⊝
Gesamtüberleben
⊕⊕⊕⊝Progressionsfreies Überleben
⊕⊝⊝⊝Langzeitnebenwirkungen (Sekundärneoplasien)
- Konsens
- Konsens
- Literatur
- [127] [128] [129] [62]
Änderungshinweis
Das PET/CT* nach 2 Zyklen ABVD kann als individuelle Entscheidung - z.B. bei jun- gen Patientinnen- durchgeführt und im Falle eines negativen PET/CTs der Nutzen der konsolidierenden Strahlentherapie mit dem potentiellen Sekundärmalignomri- siko abgewogen werden.Ein Verzicht auf die konsolidierende Strahlentherapie bei PET-Negativität nach zwei bis drei Zyklen ABVD kann daher nur individuell unter Abwägung des Risikos eines Rezidivs und einer Strahlentherapie-assoziierten Sekundärneoplasie oder Organtoxizität diskutiert werden (s. auch Empfehlung 5.6.)
- Empfehlungsgrad
- 0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
- Evidenzlevel
- ⊕⊝⊝⊝
Gesamtüberleben
⊕⊕⊕⊝Progressionsfreies Überleben
⊕⊝⊝⊝Langzeitnebenwirkungen (Sekundärneoplasien)
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [127]
Änderungshinweis
Das PET/CT* nach 2 Zyklen ABVD kann als individuelle Entscheidung - z.B. bei jun- gen Patientinnen- durchgeführt und im Falle eines negativen PET/CTs der Nutzen der konsolidierenden Strahlentherapie mit dem potentiellen Sekundärmalignomri- siko abgewogen werden.Zu Empfehlung 5.12. bis 5.14.
Datenlage zum prädiktiven Wert einer negativen Interim-PET nach zwei/drei Zyklen ABVD
In kleinen (77 bzw. 85 Patienten), nicht-randomisierten Studien aus Dänemark [130] und aus England [131] wurde das Ergebnis der PET/CT nach 2 Zyklen Chemotherapie beim Hodgkin Lymphom als unabhängiger Prognosefaktor identifiziert. Diese und weitere kleinere prospektive Studien berichteten einen hohen negativen prädiktiven Wert einer negativen, d.h. unauffälligen PET/CT nach der Chemotherapie [132][133][134][135][136][137][138]
Basierend auf diesen Daten wurden mehrere prospektive, randomisierte Studien initiiert, um der Frage nachzugehen, ob bei Erreichen einer PET/CT-Negativität nach Applikation der Chemotherapie auf die anschließende Strahlentherapie verzichtet werden kann.
In die „RAPID“-Studie [139] des britischen „National Cancer Research Institute“(NCRI) wurden Patienten im Stadium IA/IIA eines klassischen Hodgkin Lymphoms (bei Diagnosestellung lag bei ca. 70% der Patienten nach der GHSG-Risikostratifizierung ein frühes Stadium vor) bei Vorliegen einer negativen PET/CT nach drei Zyklen ABVD entweder in einen Nachbeobachtungsarm oder in einen Therapiearm mit konsolidierender Strahlentherapie mit 30 Gy IF-RT randomisiert. Bei 74.6% der Patienten wurde nach drei Zyklen ABVD eine negative PET, in dieser Studie definiert als Deauville-Score 1 oder 2, ermittelt. In der „Intent-to-Treat“-Analyse betrug das 3-Jahres progressionsfreie Überleben (PFS) 94.6% (95% Konfidenzintervall [CI], 91.5% bis 97.7%) im Bestrahlungsarm und 90.8% (95% CI, 86.9% bis 94.8%) im Beobachtungsarm; da in die „intent to treat“-Analyse 26 Patienten aufgenommen wurden, die trotz Randomisierung in den Bestrahlungsarm nicht bestrahlt wurden, war der PFS-Unterschied in der „Per-Protocol“-Analyse mit einem 3-Jahres PFS von 97.1% (95% CI, 94.7% bis 99.6%) im Bestrahlungsarm und von 90.8% (95% CI, 86.8% bis 94.7%) im Beobachtungsarm noch deutlicher. Bei Festlegung einer Nichtunterlegenheitsgrenze von 7% bzgl. des PFS waren die Kriterien der Nichtunterlegenheit des Beobachtungsarms damit nicht erfüllt [69]. Die aktuelle Analyse der RAPID-Studie unterstützt diese Daten mit einem 5- Jahres Ereignis-freien Überleben (EFS) von 96.0% (95% CI, 93.1% bis 98.9%) in dem Bestrahlungsarm und 90.1% in dem Beobachtungsarm (95% CI, 85.8% bis 94.4%) [139]
In der H10F Studie [140] der EORTC/The Lymphoma Study Association (LYSA)/Italian Foundation for Lymphoma Study (FIL) wurden Patienten im Stadium I/II eines klassischen Hodgkin Lymphoms ohne Vorliegen eines definierten Risikofaktors bei Dokumentation einer negativen PET/CT nach zwei Zyklen ABVD im Standardarm mit einem weiteren Zyklus ABVD gefolgt von 30 Gy „involved-node“ (IN)-RT und im experimentellen Arm mit zwei weiteren Zyklen ABVD ohne konsolidierende Strahlentherapie behandelt. Der experimentelle Arm wurde nach Vorliegen der Ergebnisse der 12- Monats-Interimsanalyse geschlossen, da im experimentellen Arm 9 Rezidive und im Standardarm nur 1 Rezidiv zu dokumentieren waren (1-Jahres PFS 94.9% (95% CI 91.9% bis 96.9%) bzw. 100%) [141]. Die Analyse der PET-negativen Patienten mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 60 Monaten ergab ein 5-Jahres PFS von 99% (95%CI, 95.9% bis 99.7%) in einem Kombinationstherapiearm und 87.1% (95%CI, 82.1% bis 90.8%) in einem Nicht-Bestrahlungsarm und bestätigte damit die Unterlegenheit des Nicht-Bestrahlungsarms [140]
Die HD16-Studie [68] der GHSG ist die dritte große randomisierte Studie, die sich der Frage eines PET/CT-basierten Strahlentherapieansatzes in den frühen Stadien des Hodgkin Lymphoms gewidmet hat. In HD16 erhielten die Patienten, die in den experimentellen Arm randomisiert wurden und bei denen eine negative PET/CT nach zwei Zyklen ABVD (Deauville-Score 1-2) dokumentiert wurde, keine weitere Therapie, während die anderen Patienten konsolidierend mit 20 Gy IF-RT bestrahlt wurden. Die mit einer medianen Nachbeobachtungszeit von 47 Monaten durchgeführte „per protocol“-Analyse ergab ein PFS von 93.4% (95% CI, 90.4% bis 96.5%) in dem Kombinationstherapiearm und 86.1% (95%CI, 81.4% bis 90.9%) in dem Nicht-Bestrahlungsarm. Damit wurde die Nichtunterlegenheitsgrenze von ≥ 10% überschritten, und für den experimentellen Arm konnte die Nichtunterlegenheit nicht gezeigt werden. Der PFS-Unterschied war v.a. durch eine vermehrte Inzidenz an Rezidiven im Bereich der initialen Lymphomlokalisation und damit im Bestrahlungsfeld bedingt. Das Gesamtüberleben unterschied sich mit 98.1% bzw. 98.4% in den beiden Armen nicht [68]
In der von [70] veröffentlichten Meta-Analyse wurde neben den Ergebnissen der RAPID- und der H10-Studie auch die von Picardi et al. 2007, veröffentlichte randomisierte Studie analysiert, in die Patienten mit vorliegendem Bulk, d.h. Vorliegen von mindestens einem intermediären Stadium eingeschlossen, vor der PET/CT mit 6 Zyklen VEBEP (Vinblastine, Etoposide, Bleomycin, Epirubicin, Prednisone) behandelt und bei Vorliegen eines FDG-negativen Residuums in einen Nachbeobachtungsarm und in einen Arm mit konsolidierender Nachbestrahlung randomisiert wurden [70]
Zusammenfassend ergab die Meta-Analyse der RAPID-, H10F- und HD16-Studie der GHSG, dass der Verzicht auf eine konsolidierende Strahlentherapie trotz Dokumentation einer PET-Negativität nach zwei bis drei Zyklen ABVD mit einer niedrigeren Tumorkontrolle und damit einem niedrigeren PFS/EFS einhergeht ([68][70] und Metaanalyse im Leitlinienreport, 13.2).
Datenlage zum prädiktiven Wert einer positiven Interim-PET nach zwei/drei Zyklen ABVD
Die Frage, ob einem nach zwei Zyklen ABVD positive PET ein prädiktiver Wert zukommt und ob darauf basierend die weitere Therapie intensiviert werden sollte, wurde prospektiv in der H10F-Studie als einer der sekundären Endpunkte untersucht, indem die Patienten mit einer positiven Interim-PET/CT entweder mit einem weiteren Zyklus ABVD+ 30 Gy IN-RT oder mit zwei BEACOPPesk. und 30 Gy IN-RT behandelt wurden. Nach zwei Zyklen ABVD wurde bei 18.8% der Patienten eine positive Interim-PET dokumentiert. Für die im experimentellen Arm behandelten PET-positiven Patienten wurde eine signifikant höhere 5-Jahres-PFS-Rate (90.6%, 95% CI 84.7% bis 94.3%) im Vergleich zu der im Standardarm behandelten PET-positiven Patienten (5-Jahres PFS 77.4%; 95%CI 70.4% bis 82.9%) dokumentiert [67]. Einschränkend ist zu erwähnen, dass die Patienten mit einem in frühem und im intermediären Stadium diagnostizierten HL und positiver Interim-PET nicht separat analysiert wurden.
In einer ergänzenden Analyse der RAPID-Studie wurde für die PET-positiven Patienten ein 5-Jahres EFS von 89.7% (95% CI, 84.6% bis 94.8%) ermittelt. Mit der angewandten Definition der PET-Positivität scheint daher keine ausreichende Differenzierung der Prognose der PET-negativen und PET-positiven Patienten möglich zu sein; die weiterführende Analyse der PET-positiven Patienten ergab, dass insbesondere für die Patienten mit einem Deauville-Score von 5 im Vergleich zu den Patienten mit einem Deauville-Score von 1-4 ein signifikant niedrigeres PFS und ES (5-Jahres PFS und -EFS jeweils 61.9%) und ein niedrigeres Gesamtüberleben (5-Jahres OS 85,2%; 95% CI, 69.7% bis 100% versus 97.8%, 95%CI, 96.4 bis 99.2%) zu dokumentieren war [139]
Die Auswertung der in der HD16-Studie mit einer Kombinationstherapie behandelten Patienten ergab für das Kollektiv der nach zwei Zyklen ABVD PET-positiven im Vergleich zu den PET-negativen Patienten ein signifikant niedrigeres 5-Jahres PFS (88.1%, 95% CI, 83.8% bis 92.3% versus 93.2%, 95%CI, 90.2% bis 96.2%); der Unterschied war noch eindrücklicher, wenn als PET-Positivität ein Deauville-Score von 4-5 definiert wurde (5-Jahres PFS 80.1%, 95%CI, 71.2% bis 88.9% versus 93.1%, 95% CI, 90.7% bis 95.5%) [68]
Die Ergebnisse der H10F-, RAPID- und der HD16- Studie unterstützen daher die Hypothese des prognostischen Werts einer positiven PET-CT nach zwei bis drei Zyklen ABVD, d.h. einer signifikant schlechteren Prognose der Patienten mit einer positiven Interim-PET, insbesondere bei Vorliegen eines Deauville-Scores von 4-5.
Schlussfolgerungen/Empfehlungen
Da noch keine distinkte Auswertung der Daten der H10F-Studie hinsichtlich der in frühem Stadium diagnostizierten Patienten mit einer positiven Interim-PET/CT vorliegt und da die absolute Zahl der Patienten mit einer positiven Interim-PET in frühem Stadium in der H10F-Studie gering war, ist die Datenlage noch nicht ausreichend, um eine allgemeine Empfehlung zur Therapieeskalation für die frühen Stadien im Falle einer positiven Interim-PET/CT auszusprechen. Im Hinblick darauf, dass in der HD16-Studie für die Patienten mit einer positiven Interim-PET ein signifikant niedrigeres PFS dokumentiert wurde und das der PFS-Unterschied besonders deutlich bei Vorliegen eines Deauville-Score von 4-5 war, sollte die Option einer Therapieeskalation in Form von zwei Zyklen BEACOPPeskaliert analog der H10F-Studie vor der konsolidierenden Strahlentherapie bei den Patienten mit einem positiven PET Ergebnis mit einem Deauville-Score von 4-5 nach zwei Zyklen ABVD individuell erwogen werden.
Ein Verzicht auf die konsolidierende Strahlentherapie bei PET-Negativität nach zwei bis drei Zyklen ABVD kann allenfalls individuell unter Abwägung des Risikos eines Rezidivs und einer Strahlentherapie-assoziierten Sekundärneoplasie oder Organtoxizität diskutiert werden.
Als potentiell Strahlentherapie-assoziierter sekundärer solider Tumor ist das sekundäre Mamma-Karzinom zu nennen [142]. In retrospektiven bzw. in Kohortenanalysen konnte gezeigt werden, dass insbesondere bei Frauen bis zu einem Alter von 29 Jahren zum Zeitpunkt der Therapie des Hodgkin Lymphoms ein gegenüber der Normalbevölkerung deutlich erhöhtes Risiko der Entwicklung eines sekundären Mamma-Karzinoms vorliegt und, dass das Risiko mit zunehmendem Alter zum Zeitpunkt der Hodgkin-Lymphom-Diagnose abnimmt [143]. Daher sollten insbesondere junge Patientinnen über das Risiko eines sekundären Mamma-Karzinoms bei Lokalisation des Bestrahlungsfeldes im Bereich der Mammae/Mamma aufgeklärt und die Option einer PET/CT-basierten Entscheidung zur Strahlentherapie diskutiert werden. Sollte aufgrund des Vorliegens einer positiven PET/CT oder unabhängig vom PET/CT-Befund die Entscheidung zur konsolidierenden Strahlentherapie gefällt werden, sollten- wie in Abschnitt 11.2 beschrieben- frühzeitig intensivierte Vorsorgeuntersuchungen erfolgen. In der großen Kohortenanalyse von Veit-Rubin wurde nämlich gezeigt, dass bis zu 30 Jahre nach Therapie des Hodgkin-Lymphoms von einer steigenden Inzidenz des sekundären Mamma-Karzinoms auszugehen ist. Allerdings muss bei der Interpretation dieser historischen Daten stets berücksichtigt werden, dass sowohl das Radiotherapievolumen (heute IS-RT), die Radiotherapietechnik (heute 3DCRT oder IMRT) als auch die zu applizierende Radiotherapiedosis (heute 20 Gy) in den vergangenen 10 Jahren einen enormen Wandel erfahren haben und die applizierte Dosis im Bereich der weiblichen Brust im Rahmen der Bestrahlungsplanung dokumentiert werden sollte. Bei den meisten Patientinnen wurde das Mamma-Karzinom in einem sehr frühen, lokal begrenzten und damit kurativ behandelbarem Stadium diagnostiziert [143]; diese Beobachtung unterstützt die Relevanz eines intensivierten Vorsorgeprogramms für dieses Patientenkollektiv.
Empfehlungen zur Nachsorge nach Abschluss der Chemo- und Strahlentherapie
Nach Bestrahlung erfolgt ein Restaging des Patienten, um das Therapieansprechen zu evaluieren. Obligatorische Untersuchungen des Restagings nach Bestrahlung enthalten:
- Anamnese
- Körperliche Untersuchung des Patienten
- Labordiagnostik, wie Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG), Differentialblutbild, Klinische Chemie (Gamma-GT, GOT, GPT, Bilirubin, Kreatinin, Harnsäure), Alkalische Phosphatase (AP), Laktatdehydrogenase (LDH)
- Sonographie des Abdomens
- CT aller ursprünglich befallenen Regionen (zu CT im Follow-up, siehe Kapitel 11.1 zur Nachsorge des Patienten)
Gegebenenfalls sind zusätzliche Untersuchungen (PET/CT; Kernspintomographie, Szintigraphie, Knochenmarkpunktion; Röntgenuntersuchung etc.) je nach ursprünglichem Befall und klinischer Notwendigkeit möglich.
Aktuelle Studien der Deutschen Hodgkin Studiengruppe sind unter dem Link: http://www.ghsg.org/ einsehbar.
Evidenztabellen
5.1 EvT 5.2
|
Referenz/ |
Untersuchte Studien |
(verglichene) Interventionen |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
Literaturbelege/ |
|
(Blank, von Tresckow et al. 2017) SR Ia |
RCTs searched in
Inclusion criteria:
Exclusion criteria:
|
Interventional group received chemotherapy and radiotherapy Control group received conventional chemotherapy
Chemotherapy regimens: ABVD in five trials CVPP in one trial EBVP in one trial Radiation therapy regimens: IFRT in three trials EFRT in one trial Mixed radiotherapy in one trial Subtotal node radiotherapy in one trial Involved-node radiotherapy in one trial
Authors defined two different cohorts for data analysis: A: “Same number of chemotherapies in both arms” B: “Different number of chemotherapies in both arms” |
|
7 trials reporting on 2564 patients included in review Results: (A)
HR: 0.31
HR: 0.42
RR: 0.33
RR: 0.53
RR: 2.94
RR: 1.08 Results: (B)
HR: 2.12
HR: 0.42
RR: 6.90
RR: 2.22
RR: 0.99
Descriptive statistics: patient characteristics
|
Overall quality of included studies: moderate
Follow-Up: 5 years for OS and PFS Randomisation: yes ITT: Not sufficiently reported Blinding: no Funding: UKK Köln, Klinik I für Innere Medizin, BMBF
Heterogeneity:
|
Bloomfield 1982 (GALGB 7751) Eghbali 2005 (EORTC‐GELA H9-F) Raemakers 2014 (H10F, H10U) Meyer 2005 (HD6) Aviles 1998 (Mexico B2H031) Straus 2004 (MSKCC trial #90‐44) Radford 2013 (RAPID trial) |
|
Empfehlung |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
SR |
Gesamtüberleben |
- |
+1 |
- |
- |
- |
⊕⊕⊕⊝ moderate |
|
|
|
Progressionsfreies Überbleben |
- |
+1 |
- |
- |
- |
⊕⊕⊕⊝ moderate |
|
|
|
Behandlungsbedingte Mortalität |
- |
- |
- |
++2 |
- |
⊕⊕⊝⊝ low |
|
|
|
Langzeitnebenwirkungen (Sekundärneoplasien) |
- |
- |
- |
++2 |
- |
⊕⊕⊝⊝ low |
|
|
|
Lebensqualität |
|
|
|
|
|
Not reported |
1: bedeutsame Heterogenität zwischen den Studien
2: sehr wenige Ereignisse insgesamt aufgetreten
5.1 EvT 5.3
|
Referenz/ |
Untersuchte Studien |
(verglichene) Interventionen |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
Literaturbelege/ |
|
MA |
randomized trials (N=3888)
Inclusion criteria:
Exclusion criteria:
|
more vs less extensive RT (N=1974) ChT + RT vs RT alone (N=1688) |
|
23 studies included in review Results: more vs less extensive RT
less extensive RT= 77.0%
more extensive RT=31.3% less extensive RT= 43.4%
Results: ChT + RT vs RT alone
ChT+RT=79.4%
Risk of treatment failure (resistant or recurrent disease) at 10 yrs ( P < .00001): |
Follow-Up: Follow-up periods are varying from trial to trial Randomisation: yes ITT: yes Blinding: no Funding: “Supported by the United Kingdom Imperial Cancer Research Fund; the Danish Medical Research Council; the European Community’s BIOMED program; and the United Kingdom Medical Research Council”
Heterogeneity: marginally significant heterogeneity of effects (X2, 11 df = 20.2; P = .04) |
Trial groups included in this review: Baltimore Cancer Research Program-Dutcher JP, Wiernik PH; British National Lymphoma Investigation Group-Vaughan Hudson G; Cancer and Leukemia Group B-Anderson JR, Canellos GP, Propert KJ, Schiffer C; Children's Cancer Study Group-Hammond D; Eastern Cooperative Oncology Group-Cassileth PA, McFadden E; European Organization for Research and Treatment of Cancer-Henry-Amar M, Meerwaldt JH, Noordijk EM; German Hodgkin Study Group-Diehl V, Hasenclever D, L6ffier M; Groupe d'Etudes sur la Maladie de Hodgkin-Andrieu J-M, Teillet F; Groupe Pierre et Marie Curie-Najman A, Eghbali H, Bonichon F; LYGRA Danish National Hodgkin Study-Nissen NI, Specht L; Manchester Lymphoma Group-Crowther D, Deakin D, Swindell R; National CancerI nstitute of Canada-BergsagelD , Gospodarowicz M, Pater JL; United States National Cancer Institute--Longo DL; Northern California Oncology Group-Hoppe RT; Oxford, Imperial Research Cancer Fund/Medical Research Council Clinical Trial Service Unit (Secretariat)-Clarke MJ, Godwin J, Gray RG, Greaves E, Harwood C, Peto R, Wheatley K; Pediatric Oncology Group-Sullivan MP, Fuller LM, Gehan E; Radiotherapy Hodgkin's Disease Group-Hutchison GB; Roswell Park Memorial Institute-Henderson ES; St Jude Children's Research Hospital-Thompson EIl; Southwest Oncology Group--Coltman CA, Dahlberg S; Stanford-Rosenberg S, Hoppe RT; and Western Cancer Study Group--Chlebowski R. |
|
Empfehlung |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
SR |
Gesamtüberleben |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊕⊕ high |
|
|
|
Progressionsfreies Überleben |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊕⊕ high |
|
|
|
Behandlungsbedingte Mortalität |
|
|
|
|
|
Not reported |
|
|
|
Langzeitnebenwirkungen (Todesfälle durch Sekundärneoplasien) |
- |
- |
- |
++1 |
- |
⊕⊕⊝⊝ |
|
|
|
Lebensqualität |
|
|
|
|
|
Not reported |
1: sehr wenige Ereignisse insgesamt aufgetreten
5.2 EvT 5.4
|
Referenz/ Studientyp |
Untersuchte Population |
Intervention |
Kontrolle |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
|
(Behringer, Goergen et al. 2015) RCT 1b |
n = 1502 patients All patients were treated with 30GY IFRT after chemotherapy. 4-arm study Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
Arm 1: Baseline characteristics:
Arm 2: Baseline characteristics:
|
Arm 3: Baseline characteristics:
Arm 4: n = 167 Baseline characteristics:
|
|
Arm 1: 97.6%
Arm 1: 93.5%
Not separately reported for different arms. 58 patients suffered from secondary malignancies. |
Arm 1: 52 months (median)
|
|
(Canellos, Anderson et al. 1992) RCT 1b |
n = 400 39 patients excluded Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
Arm 1: n = 123 Six to eight cycles of MOPP mechlorethamine, vincristine, procarbazine, prednisone), depending on treatment response. Patients on MOPP were switched to ABVD-arm in case of a) no evidence for complete response after six cycles or b) disease progression during therapy Baseline characteristics:
|
Arm 2: n = 115 Baseline characteristics:
Arm 3: n = 123 Baseline characteristics:
|
|
Arm1: 66%
Arm1: 4%
CR PR
Arm1: 50% |
|
|
(Engert, Franklin et al. 2007) RCT multicentre trial 1b |
n = 650 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
Arm 1: n = 311 Baseline characteristics:
|
Arm 2: n = 316 Baseline characteristics:
|
|
EFIF:95% ; ABVD:94%
thrombopenia: 0.4%
|
|
|
(Engert, Plutschow et al. 2010b)
RCT (HD10)
|
n = 1190 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria: Not reported |
Arm 3: n = 295 Baseline characteristics:
Arm 4: n = 299 Baseline characteristics:
Recurrence status: not reported |
Arm 1: Baseline characteristics:
Arm 2: Baseline characteristics:
|
|
|
|
|
Siehe Engert 2007, hier mit Studienupdate HD7 extrahiert
|
|
|
|
|
|
|
|
(Sasse, Brockelmann et al. 2017)– Update zu HD10 (Engert, Plutschow et al. 2010b)) |
Siehe Engert 2010, für diese Empfehlung: nur HD10 aus Sasse 2017 extrahiert |
|
|
|
|
|
|
Empfehlung 5.4. Wahl der Chemotherapie |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
RCTs |
Gesamtüberleben |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊕⊕ high |
|
|
|
Progressionssfreies Überleben |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊕⊕ high |
|
|
|
Behandlungsbedingte Mortalität |
- |
- |
- |
++1 |
- |
⊕⊕⊝⊝ low |
|
|
|
Langzeitnebenwirkungen (Todesfälle durch Sekundärneoplasien) |
- |
- |
- |
++1 |
- |
⊕⊕⊝⊝ low |
|
|
|
Lebensqualität |
|
|
|
|
|
Not reported |
1: sehr wenig Ereignisse insgesamt aufgetreten
5.2 EvT 5.5
|
Empfehlung 5.5. ABVD Zahl der Zyklen |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
RCTs |
Gesamtüberleben |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊕⊕ high |
|
|
|
Progressionsfreies Überleben |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊕⊕ high |
|
|
|
Behandlungsbedingte Mortalität |
- |
- |
- |
++1 |
- |
⊕⊕⊝⊝ low |
|
|
|
Langzeitnebenwirkungen (Todesfälle durch Sekundärneoplasien) |
- |
- |
- |
++1 |
- |
⊕⊕⊝⊝ low |
|
|
|
Lebensqualität |
|
|
|
|
|
Not reported |
1: sehr wenig Ereignisse insgesamt aufgetreten
5.4 EvT 5.7
|
Empfehlung |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
SRs |
Gesamtüberleben |
- |
+1 |
- |
- |
- |
⊕⊕⊕⊝ moderate |
|
|
|
Progressionsfreies Überleben |
- |
+1 |
- |
- |
- |
⊕⊕⊕⊝ moderate |
|
|
|
Behandlungsbedingte Mortalität |
- |
- |
- |
++2 |
- |
⊕⊕⊝⊝ low |
|
|
|
Langzeitnebenwirkungen (Sekundärneoplasien) |
- |
- |
- |
++2 |
- |
⊕⊕⊝⊝ low |
|
|
|
Lebensqualität |
|
|
|
|
|
Not reported |
1: bedeutsame Heterogenität zwischen den Studien
2: sehr wenige Ereignisse insgesamt aufgetreten
5.4 EvT 5.8
|
Empfehlung |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
SRs |
Gesamtüberleben |
- |
+1 |
- |
- |
- |
⊕⊕⊕⊕ high |
|
|
|
Progressionsfreies Überleben |
- |
+1 |
- |
- |
- |
⊕⊕⊕⊕ high |
|
|
|
Behandlungsbedingte Mortalität |
- |
- |
- |
++2 |
- |
Not reported |
|
|
|
Langzeitnebenwirkungen (Sekundärneoplasien) |
- |
- |
- |
++2 |
- |
⊕⊕⊝⊝ low |
|
|
|
Lebensqualität |
|
|
|
|
|
Not reported |
5.4 EvT 5.9
|
Empfehlung |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
RCTs |
Gesamtüberleben |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊕⊕ high |
|
|
|
Progressionsfreiees Überleben |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊕⊕ high |
|
|
|
Behandlungsbedingte Mortalität |
- |
- |
- |
++1 |
- |
⊕⊕⊝⊝ low |
|
|
|
Langzeitnebenwirkungen (Todesfälle durch Sekundärneoplasien) |
- |
- |
- |
++1 |
- |
⊕⊕⊝⊝ low |
|
|
|
Lebensqualität |
|
|
|
|
|
Not reported |
1: sehr wenig Ereignisse insgesamt aufgetreten
5.4 EvT 5.10
|
Referenz/ Studientyp |
Untersuchte Population |
Intervention |
Kontrolle |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
|
(Antoni, Natarajan-Ame et al. 2013) Prospective case series |
n = 13 Patients received 30 Gy radiotherapy in 15 fractions and a boost of 6 Gy in three fractions. Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
Baseline characteristics:
|
intensity-modulated radiotherapy by helical tomography (IMRT-HT)
|
3D-conformal radiotherapy (3D-CRT) |
|
|
|
|
n = 21 Recruitment: 2014 - 2016 Inclusion criteria:
Exclusion criteria:
Baseline characteristics:
|
intensitiy modulated proton therapy (IMPT), 30 Gy to the PTV |
intensity modulated radiotherapy (IMRT), in the form of volumetric modulated arc therapy (VMAT), 30 Gy to the PTV (deep inspiration breath hold) |
|
IMPT: 30.1 (0.2) RA (VMAT): 30.6 (0.2) n.s.
IMPT: 30.0 RA (VMAT): 30.0
IMPT: 15.9 (5.6) RA (VMAT): 20.3 (5.2) P<0.01, Difference: 22%
IMPT: 0.6 (0.9) RA (VMAT): 3.5 (2.8) P<0.01, Difference: 83%
IMPT: 0.7 (1.7) RA (VMAT): 3.7 (3.8) P<0.01, Difference: 81%
IMPT: 4.3 (1.8) RA (VMAT): 7.9 (3.0) P<0.01, Difference: 46%
IMPT: 4.1 (3.9) RA (VMAT): 6.6 (4.6) P<0.01, Difference: 38%
IMPT: 2.9 (4.0) RA (VMAT): 4.9 (4.6) P<0.01, Difference: 40%
IMPT: 2.3 (1.5) RA (VMAT): 4.5 (2.1)
|
|
|
|
Case Report |
n = 1 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
Baseline characteristics:
|
n = 1 Simulation five treatment radiation techniques (anterior-posterior parallel opposed technique (AP-PA), forward intensity modulated technique (FIMRT), inverse intensity modulated technique (IMRT), Tomotherapy technique (Arakelyan, Jais et al.) and proton technique (PRO)) |
|
|
|
|
|
Retrospective case series 4 |
n = 10 Patients received a total dose of 30 Gy fractioned to 1.5 Gy per session Each treatment plan was calculated for each patient Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
Baseline characteristics:
|
forward planned intensity modulated Technique (FPIMRT) or
|
conventional parallel-opposed field plan (AP-PA). |
|
Mean PTV was 1,652cm3 (95%CI: 1,191 to 2,112)
|
|
|
n = 18 Recruitment: 2014-2017 Before radiation therapy (RT), 2 planning CTs were acquired - one with deep inspiration breath hold (DIBH) - one with free breathing (FB) Inclusion criteria:
Exclusion criteria:
Baseline characteristics:
|
intensity modulated Proton Therapy (IMPT) |
3-dimensional conformal radiation therapy (3D-CRT) volumetric modulated arc therapy (VMAT) |
|
FB 3D-CRT: 97.7 (90.9 100) DIBH 3D-CRT: 97.3 (91.1-99.9) FB VMAT: 100 (100-100) DIBH VMAT: (100 (100-100) FB IMPT: 99.9 (97.8-100) DIBH IMPT: 99.6 (98.4-100) P<0.001
FB 3D-CRT: 8.8 (0.5-22.9) DIBH 3D-CRT: 7.7 (0.5-27.3) FB VMAT: 6.7 (0.4-18.3) DIBH VMAT: 5.3 (0.5-20.6) FB IMPT: 6.1 (0.0-17.6) DIBH IMPT: 3.8 (0.1-20.9) P<0.001
FB 3D-CRT: 15.2 (0.7-30.4) DIBH 3D-CRT: 13.9 (0.7-26.9) FB VMAT: 13.0 (0.7-30.1) DIBH VMAT: 5.6 (0.7-22.7) FB IMPT: 12.9 (0.1-29.8) DIBH IMPT: 8.1 (0.1-23.1) P<0.001
FB 3D-CRT: 8.8 (4.2-18.8) DIBH 3D-CRT: 7.2 (3.8-15.8) FB VMAT: 6.7 (4.0-14.2) DIBH VMAT: 6.2 (3.6-14.1) FB IMPT: 5.2 (1.9-13.8) DIBH IMPT: 4.5 (1.8-12.2) P<0.001
FB 3D-CRT: 2.1 (0.3-10.0) DIBH 3D-CRT: 1.6 (0.5-5.6) FB VMAT: 2.2 (0.5-7.0) DIBH VMAT: 2.3 (0.5-5.3) FB IMPT: 0.5 (0.0-2.6) DIBH IMPT: 0.7 (0.0-2.1) P<0.001
FB 3D-CRT: 1.9 (0.4-8.5) DIBH 3D-CRT: 2.3 (0.5-9.9) FB VMAT: 1.4 (0.4-5.3) DIBH VMAT: 2.1 (0.4-5.1) FB IMPT: 0.3 (0.0-3.0)
|
|
|
|
Prospective case series 4 |
n = 38 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
Baseline characteristics:
|
n = 13 |
n = 25
|
|
AER (absolute excess risk, sd):
3D-CRT: 0.74 (1.5) VMAT: 0.37 (0.45) P = 0.38
3D-CRT: 2.15 (2.27) VMAT: 0.26 (0.63) P < 0.0001
3D-CRT: 3.13 (3.24) VMAT: 1.36 (1.88) P<0.0001
3D-CRT: 0.29 (1.10) VMAT: 0.003 (0.007) P =0.12
3D-CRT: 0.73 (2.11) VMAT: 0.07 (0.36) P = 0.045
3D-CRT: 1.57 (2.55) VMAT: 0.42 (1.14) P < .0001
Percent of PTV within 95% isodose
P=0.025
3D-CRT: 3.29 (1.77)
3D-CRT: 0.22 (0.15) |
|
|
(Girinsky, Pichenot et al. 2006) |
n = 12 Recruitment: 2003-2004 Prescription dose was 40Gy in 2-Gy fractions, treatment with IMRT Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
Baseline characteristics:
|
intensity modulated radiotherapy (IMRT) five different treatment plans have been used for IMRT |
3 dimensional conformal radiotherapy (3D-CRT) Conventional therapy (AP fields) |
|
PTV<95%
3D-CRT: 9.1 Gy IMRT: 7.7 Gy, Use of IMRT reduced organ dose significantly compared to AP or in comparison with 3d-CRT
AP: 4.3 Gy 3D-CRT: 10.8 Gy IMRT: 10 Gy
AP: 0.3 Gy 3D-CRT: 0.7 Gy IMRT: 1.2 Gy, Use of IMRT reduced organ dose significantly compared to AP or in comparison with 3d-CRT
AP: 33.3 Gy 3D-CRT: 31.6 Gy IMRT: 28.7 Gy, Use of IMRT reduced organ dose significantly compared to AP or in comparison with 3d-CRT
AP: 27 Gy 3D-CRT: 23.5 Gy |
|
|
(Koeck, Abo-Madyan et al. 2012) Prospective case series 5 |
n = 20 Prescription dose was 30 Gy as median PTV dose. Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
Baseline characteristics:
|
intensity modulated radiotherapy (IMRT) calculation based on a) Pencil beam oder b) collapsed cone
|
3 dimensional conformal radiotherapy (3D-CRT) calculation based on a) Pencil beam or b) Collapsed cone algorithm
|
|
Monte Carlo: 29.75 Gy
The average PTV was 1,705cm3 (range: 979 to 3144).
Collapsed cone:
|
|
|
(Maraldo, Brodin et al. 2013a) Individual case-Control Study 3b |
n = 27 Recruitment: 2006-2010 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
Baseline characteristics:
|
Simulation of MF (36 Gy), INRT-VMAT and INRT-PT (30 Gy) |
ABVD regimen followed by INRT delivered as 3D-CRT, pre-chemotherapy 18-flourodeoxy-glucose positron emission tomography/CT scan, post-chemotherapy CT scan
|
|
|
|
|
(Maraldo, Brodin et al. 2014), Same patients as above (Maraldo, Brodin et al. 2013a), but different organs calculated |
n = 37 Recruitment: 2006-2010 Inclusion criteria:
Exclusion criteria:
Baseline characteristics:
|
Simulations for: VMAT–INRT (30.6 Gy) PT–INRT (30.6 Gy) MF plan (36 Gy) |
3DCRT–INRT (30.6 Gy). A |
|
3D-CRT: 15.3 Gy VMAT: 19.3 Gy PT: 15.4 Gy MF: 37.3 Gy P < 0.0001 Vergleich 3DCRT vs.PT (p = 0.14)
3D-CRT: 10.9 Gy VMAT: 12.0 Gy PT: 7.9 Gy MF: 34.5 Gy P < 0.0001 Vergleich 3DCRT vs.PT (p = 0.01, dose lower for PT) Vergleich PT vs VMAT (p < 0.0001, dose lower for PT)
3D-CRT: 2.3 Gy VMAT: 11.1 Gy PT: 1.8 Gy MF: 37.1 Gy P < 0.0001 Vergleich VMAT vs 3DCRT or PT: p<0.0001
3D-CRT: 1.7 Gy VMAT: 5.1 Gy PT: 1.3 Gy MF: 23.8 Gy P < 0.0001
ipsilateral 3D-CRT: 0.5 Gy VMAT: 0.8 Gy PT: 0.01 Gy MF: 32.3 Gy P < 0.0001 Vergleich 3CRT vs VMAT (p=0.75) or PT (p=0.02) Contralateral 3D-CRT: 0.1 Gy VMAT: 0.2 Gy PT: 0.0 Gy MF: 27.4 Gy P < 0.0001
Ipsilateral 3D-CRT: 2.4 Gy VMAT: 3.8 Gy PT: 0.7 Gy Contralateral 3D-CRT: 0.1 Gy VMAT: 0.4 Gy PT: 0.0 Gy |
|
|
(Voong, McSpadden et al. 2014) Case series 4 |
n = 9 Recruitment period: not reported Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
Baseline characteristics:
|
intensity modulated radiotherapy (IMRT)
|
conventional anteroposterior and posteroanterior directed photo beam (AP-PA)
|
|
IMRT: 31.39 Gy
IMRT: 2.28 Gy AP-PA: 1.92 Gy Difference: 0.36, P=0.26
IMRT: 2.42 Gy AP-PA: 2.38 Gy Difference: 0.04, P=0.41
IMRT: 10.25 AP-PA: 12.16 Difference: -1.91, p=0.09
IMRT: 4.13 AP-PA: 7.72 Difference: -3.59, p=0.02
IMRT: 10.44 AP-PA: 14.46 Difference: -4.02, p=0.02
IMRT: 11.52 Gy AP-PA: 14.26 Gy Difference: -2.74, P=0.01
IMRT: 9.25 Gy AP-PA: 11.31 Gy Difference: -2.06, P=0.01
IMRT: 17.16 Gy AP-PA: 21.93 Gy Difference: -4.77, P=0.01 |
|
|
n = 10 Recruitment: not reported Inclusion criteria:
Exclusion criteria:
Baseline characteristics:
|
Proton pencil beam scanning (PBS) Proton double scattering (DS) |
intensity-modulated radiotherapy (IMRT) 3-dimensional conformal radiotherapy (3D-CRT) |
|
PBS: 97.0% (97.0-98.6)%
PBS: 5 (2-9)
PBS: 5.8 (0.4-15.9)
PBS: 14 (1-23)
PBS: 0.5 (0.5-3.1) |
|
|
Empfehlung 5.10.Konsolidierende Strahlentherapie – IMRT / VMAT |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungsrisiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
Prospektive Studien |
Geplantes Zielvolumen |
- |
- |
- |
+ |
- |
⊕⊝⊝⊝ very low |
|
|
|
Organdosis |
- |
- |
- |
+ |
- |
⊕⊝⊝⊝ very low |
1: sehr wenige Patienten untersucht
5.4 EvT 5.11
|
Referenz/ Studientyp |
Untersuchte Population |
Intervention |
Kontrolle |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
|
n = 11 Recruitment: 2014 - 2016 prescription dose was 30.6 Gy as mean PTV dose Inclusion criteria:
Exclusion criteria:
Baseline characteristics:
5 women, 6 men |
intensity-modulated radiotherapy (IMRT), two different plans Involved Field Radiotherapy (IF-RT). - one in DIBH - one in FB For each patient 12 different treatment plans were calculated |
standard RT (APPA) 3D-RT Involved Site Radiotherapy (IS-RT) - one in DIBH - one in FB |
|
Involved-site
DIBH APPA: 101.05 (1.04) DIBH IMRT-5F: 101.10 (1.63) DIBH IMRT-7F: 100.34 (0.76) FB APPA: 100.22 (0.58) FB IMRT-5F: 99.85 (0.61) FB IMRT-7F: 99.17 (0.55)
DIBH APPA: 3.97 (4.47) DIBH IMRT-5F: 4.08 (4.54) DIBH IMRT-7F: 4.41 (5.19) FB APPA: 5.74 (5.76) FB IMRT-5F: 5.88 (5.83) FB IMRT-7F: 15.43 (4.24)
DIBH APPA: 5.87 (4.10) DIBH IMRT-5F: 6.54 (3.52) DIBH IMRT-7F: 7.18 (2.80) FB APPA: 9.88 (4.22) FB IMRT-5F: 7.69 (3.59) FB IMRT-7F: 8.25 (2.96)
DIBH APPA: 2.01 (3.03) DIBH IMRT-5F: 2.44 (2.79) DIBH IMRT-7F: 3.23 (2.35) FB APPA: 2.80 (3.98) FB IMRT-5F: 2.82 (3.56) FB IMRT-7F: 3.38 (3.06)
DIBH APPA: 0.57 (0.37) DIBH IMRT-5F: 1.19 (0.52) DIBH IMRT-7F: 2.54 (0.94) FB APPA: 0.77 (0.92) FB IMRT-5F: 1.22 (1.08) FB IMRT-7F: 2.30 (1.53)
DIBH APPA: 16.32 (5.54) DIBH IMRT-5F: 15.76 (4.91) DIBH IMRT-7F: 15.95 (4.91) FB APPA: 15.67 (4.47) FB IMRT-5F: 15.43 (4.24) FB IMRT-7F: 15.92 (4.45)
DIBH APPA: 32.08 (0.66) DIBH IMRT-5F: 24.74 (2.41) DIBH IMRT-7F: 17.49 (1.62) FB APPA: 31.46 (0.30) FB IMRT-5F: 24.31 (2.25) FB IMRT-7F:17.31 (1.18)
DIBH APPA: 2.26 (1.28) DIBH IMRT-5F: 2.39 (1.25) DIBH IMRT-7F: 2.59 (1.11) FB APPA: 2.16 (1.21) FB IMRT-5F: 2.29 (1.18) FB IMRT-7F: 2.41 (1.07) Involved-field
DIBH APPA: 101.70 (117) DIBH IMRT-5F: 100.37 (0.89) DIBH IMRT-7F: 100.81 (0.71) FB APPA: 100.80 (0.87) FB IMRT-5F: 100.14 (0.9) FB IMRT-7F: 99.95 (0.72)
DIBH APPA: 12.05 (9.81) DIBH IMRT-5F: 11.17 (8.79) DIBH IMRT-7F: 10.74 (8.08) FB APPA: 12.60 (9.73) FB IMRT-5F: 13.84 (9.0) FB IMRT-7F: 14.31 (9.49)
DIBH APPA: 8.73 (4.69) DIBH IMRT-5F: 9.93 (4.46) DIBH IMRT-7F: 10.64 (3.94) FB APPA: 9.91 (5.23) FB IMRT-5F: 12.14 (5.1) FB IMRT-7F: 13.00 (5.00)
DIBH APPA: 3.80 (4.26) DIBH IMRT-5F: 5.03 (4.08) DIBH IMRT-7F: 7.37 (4.38) FB APPA: 4.47 (4.43) FB IMRT-5F: 5.01 (4.1) FB IMRT-7F: 7.10 (3.48)
DIBH APPA: 1.37 (0.67) DIBH IMRT-5F: 2.75 (1.23) DIBH IMRT-7F: 5.50 (2.29) FB APPA: 1.50 (1.18) FB IMRT-5F: 2.41 (1.5) FB IMRT-7F: 4.90 (2.30)
DIBH APPA: 23.26 (6.45) DIBH IMRT-5F: 22.35 (5.98) DIBH IMRT-7F: 22.28 (6.22) FB APPA: 23.28 (5.78) FB IMRT-5F: 23.17 (5.9) FB IMRT-7F: 23.21 (6.47)
DIBH APPA: 30.71 (6.60) DIBH IMRT-5F: 25.28 (4.97) DIBH IMRT-7F: 19.17 (3.57) FB APPA: 30.87 (4.84) FB IMRT-5F: 27.48 (3.0) FB IMRT-7F: 21.67 (4.12)
DIBH APPA: 3.94 (1.71) DIBH IMRT-5F: 4.16 (1.82) DIBH IMRT-7F: 4.44 (1.69) FB APPA: 3.62 (1.38) FB IMRT-5F: 4.04 (1.6)
|
|
|
|
(Paumier, Ghalibafian et al. 2012)(dosimetric benefits)
doi:10.1016/j.ijrobp.2011.05.015 |
n = 28 Recruitment: not reported clinical target volume was defined according to the INRT Inclusion criteria:
Exclusion criteria:
Baseline characteristics:
|
Free-breathing IMRT (DIBH) |
Deep-inspiration breath-hold IMRT (FB) |
coronary dose heart dose lung dose |
FB: 290 (240-350) DIBH: 270 (220-320) Difference: 7% (p=0.0007)
FB: 750 (640-850) DIBH: 720 (620-820) Difference: 4% (n.s.)
FB: 18.2 (15.9-20.6) DIBH: 15.2 (12.2-17.9) Difference: 16% (p=0.0002)
FB: 8.4 (6.1-10.7) DIBH: 7.1 (4.7-9.6) Difference: 15%, p=0.002)
FB: 11.8 (10.6-12.9) DIBH: 9.4 (8.3-10.4) Difference: 20% (p<0.0001) |
|
|
(Rechner, Maraldo et al. 2017)
|
n = 22 Recruitment: 2010 - 2012 Inclusion criteria:
Exclusion criteria:
Baseline characteristics:
|
proton therapy - deep inspiration breath hold - free breathing
|
intensity modulated radiation therapy (IMRT) - deep inspiration breath hold - free breathing
|
|
IMRT – FB: 8.0 (0.1 – 23.2) IMRT – DIBH: 3.6 (0.1-17.3) Proton – FB: 6.1 (0.3-17.3) Proton DIBH: 3.7 (0.3-13.6)
IMRT – FB: 21.0 (0.3-30.0) IMRT – DIBH: 13.4 (0.2-28.8) Proton – FB: 16.7 (0.3-30.2) Proton DIBH: 9.5 (0.3-29.1)
IMRT – FB: 15.8 (0.2-29.6) IMRT – DIBH: 7.8 (0.1-29.6) Proton – FB: 11.3 (0.1-30.0) Proton DIBH: 6.5 (0.1-30.0)
IMRT – FB: 7.7 (0.1-29.5) IMRT – DIBH: 4.7 (0.1-24.5) Proton – FB: 5.2 (0.3-29.9) Proton DIBH: 2.9 (0.3-24.9)
IMRT – FB: 9.8 (1.8-17.2) IMRT – DIBH: 8.0 (1.4-12.6) Proton – FB: 7.0 (0.8-12.8) Proton DIBH: 5.7 (0.9-10.3)
IMRT – FB: 4.3 (0.1-14.4) IMRT – DIBH: 4.6 (0.2-12.5) Proton – FB: 1.4 (0.3-6.3) Proton DIBH: 1.6 (0.3-4.1) |
|
|
Empfehlung 5.11. Bestrahlung in tiefer Inspiration (DIBH-deep inspiration breath hold) |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungsrisiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
Prospektive Studien |
Geplantes Zielvolumen |
- |
- |
- |
+ |
- |
⊕⊝⊝⊝ very low |
|
|
|
Organdosis |
- |
- |
- |
+ |
- |
⊕⊝⊝⊝ very low |
1: sehr wenige Patienten untersucht
5.4 EvT 5.12
|
Referenz/ Studientyp |
Untersuchte Population |
Intervention |
Kontrolle |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
|
n = 9 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
Baseline characteristics:
|
3D proton radiotherapy (3D-PRT) With a single anteroposterior-oriented beam centered on the PTV, brass aperture margin 1 cm around the PTV |
Conventional radiotherapy (CRT) |
|
CRT: 4.83 (3.67)
CRT: 1.94 (1.95)
CRT: 7.09 (6.80)
|
|
|
|
n = 9 Recruitment: not reported Inclusion criteria:
Exclusion criteria:
Baseline characteristics:
|
RBES-weighted dose from proton treatment plans |
RBES-weighted dose from carbon treatment plans |
|
Proton (Dp): 6.06 (1.51)
Proton (Dp): 6.45 (0.98)
Proton (Dp): 11.10 (2.46)
Proton (Dp): 0.40 (0.11) |
|
|
|
n = 10 phase II study developing 3 separate optimised treatment plans for each patient Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
Baseline characteristics:
|
Proton therapy (De Bruin, Huisbrink et al.) |
3D conformal radiotherapy (3D-CRT) n = 10 Intensity-modulated radiotherapy (IMRT) |
|
|
|
|
|
(Hoppe, Hill-Kayser et al. 2017), AHOD 1331 (NCT02166463) and Euronet-PHL-C2 |
n = 138, 79 are ≥ 19 years Recruitment: 2008 - 2015 Prospective enrolment Inclusion criteria:
Exclusion criteria:
Baseline characteristics:
|
Proton therapy, ISRT, and volumetric target delineation including INRT, with the addition of a boost to high-risk sites based on the physicians’ discretion
Median 30.6 Gy(RBE) for adult patients [range 20–45 Gy(RBE)] |
No comparator |
|
|
|
|
n = 50, 26 are ≥ 19 years Recruitment: 2010 - 2015 10 patients excluded due to PT for relapse instead of consolidation, ose of combined photon & proton therapy or composite HL Prospective enrolment Inclusion criteria:
Exclusion criteria:
Baseline characteristics:
|
Proton therapy, ISRT, and volumetric target delineation including INRT, with the addition of a boost to high-risk sites based on the physicians’ discretion Median 30.6 Gy(RBE) for adult patients [range 20–45 Gy(RBE)] |
No comparator |
|
|
|
|
|
n = 14 Recruitment period: 2007-2013 involved-site radiation therapy dose to the planning targetvolume (PTV) was 30 Gy Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
Baseline characteristics:
|
Helical tomotherapy Proton therapy |
3D conformal radiation therapy
|
Planning target volume Organ doses
|
|
|
|
|
n = 31 Recruitment: 2015-2016 Inclusion criteria:
Exclusion criteria:
Baseline characteristics:
|
3D-CRT and PartArc photon plans (clinically realistic margins were used to create the planning target volumes (PTVs) for both photon and proton plans) |
involved site pencil-beam scanning (PBS) proton therapyat 30 Gy |
|
A: 3D-CRT: 6.2 (3-10)
A: 3D-CRT: 3.2 (0-9)
A: 3D-CRT: 5.5 (0-23)
A: 3D-CRT: 11.4 (1-28)
A: 3D-CRT: 10.4 (5-17)
A: 3D-CRT: 16.6 (9-27)
A: 3D-CRT: 15.7 (0-31)
A: 3D-CRT: 18.8 (14-28)
A: 3D-CRT: 25.7 (0-34)
A: 3D-CRT: 27.9 (13-33) |
|
|
|
n = 12 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
Baseline characteristics:
|
Proton therapy (De Bruin, Huisbrink et al.) n = 12 |
3D conformal radiotherapy (3D-CRT) |
|
median (25-75%)
median (25-75%)
median (25-75%)
|
|
|
|
n = 20 Recruitment period: 2010 Consecutive patients Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
Baseline characteristics:
|
intensity-modulated proton therapy (IMPT) Helical tomotherapy (HT) |
original photon 3D CRT plans |
Excess absolute risk reported per person
|
|
|
|
Empfehlung 5.12. Bestrahlung mit Protonen |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
Prospektive Studien |
Geplantes Zielvolumen |
- |
- |
- |
+ |
- |
⊕⊝⊝⊝ very low |
|
|
|
Organdosis |
- |
- |
- |
+ |
- |
⊕⊝⊝⊝ very low |
1: sehr wenige Patienten untersucht
Literaturhinweise
[43] Blank, O., von Tresckow, B., Monsef, I., Specht, L., Engert, A., Skoetz, N., Chemotherapy alone versus chemotherapy plus radiotherapy for adults with early stage Hodgkin lymphoma, Cochrane Database Syst Rev, 2017. 4: p. Cd007110., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28447341
[44] Specht, L., Gray, R. G., Clarke, M. J., Peto, R., Influence of more extensive radiotherapy and adjuvant chemotherapy on long-term outcome of early-stage Hodgkin's disease: a meta-analysis of 23 randomized trials involving 3,888 patients. International Hodgkin's Disease Collaborative Group, J Clin Oncol, 1998. 16: p. 830-43., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9508163
[45] Engert, A., Franklin, J., Eich, H. T., Brillant, C., Sehlen, S., Cartoni, C., et.al. Two cycles of doxorubicin, bleomycin, vinblastine, and dacarbazine plus extended-field radiotherapy is superior to radiotherapy alone in early favorable Hodgkin's lymphoma: final results of the GHSG HD7 trial, J Clin Oncol, 2007. 25: p. 3495-502., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17606976
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