11. Nachsorge – Hodgkin Lymphom
Autoren der Hintergrundtexte: Jesko Momotow, Carolin Bürkle, Teresa Halbsguth, Jens Huober, Kerstin Rhiem, Karolin Behringer, Michael Fuchs, Jörg Stattaus, Gerald Antoch, Jens Ulrich Rüffer, Heinz Schmidberger, Peter Borchmann
11.1 Nachsorge zur Rezidivfrüherkennung
Asymptomatische Patienten sollen im ersten Jahr alle drei Monate, im zweiten bis vierten Jahr alle sechs Monate und ab dem fünften Jahr jährlich nachgesorgt werden.
- Konsens
- Starker Konsens
Bei jeder Nachsorge soll eine ausführliche Anamnese erhoben werden. Auf das Vorliegen von B-Symptomen oder neu aufgetretenen Lymphknotenschwellung ist besondere Aufmerksamkeit zu richten.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- ⊕⊕⊝⊝
Gesamtüberleben
⊕⊕⊝⊝Erkennen von Rezidiven
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [505] [506] [507]
Evidenztabellen (1)
11.1 EvT 11.2Bei jeder Nachsorge soll eine körperliche Untersuchung mit Palpation der peripheren Lymphknotenstationen sowie des Abdomens erfolgen.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- ⊕⊕⊝⊝
Gesamtüberleben
⊕⊕⊝⊝Erkennen von Rezidiven
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [505] [506] [507]
Evidenztabellen (1)
11.1 EvT 11.3Im Rahmen der Nachsorge soll eine Bestimmung des Blutbildes erfolgen.
- Konsens
- Konsens
Für Patienten mit einer partiellen Remission sollte eine erneute CT-Bildgebung der anfänglich befallenen Regionen 3 Monate nach dem Abschluss-Staging durchgeführt werden.
- Konsens
- Starker Konsens
In der Nachsorge von asymptomatischen Patienten in kompletter Remission ohne klinischen Verdacht auf das Vorliegen eines Rezidivs sollte keine Routine CT erfolgen.
- Empfehlungsgrad
- B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
- Evidenzlevel
- ⊕⊕⊝⊝
Gesamtüberleben
⊕⊕⊝⊝Erkennen von Rezidiven
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [507] [508]
Änderungshinweis
In der Nachsorge von asymptomatischen Patienten in kompletter Remission ohne klinischen Hinweis auf das Vorliegen eines Rezidivs sollte keine Routine CT erfolgen.Evidenztabellen (1)
11.1 EvT 11.6Ein routinemäßiges Röntgen des Thorax bei asymptomatischen Patienten sollte nicht zur Nachuntersuchung eingesetzt werden.
- Empfehlungsgrad
- B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
- Evidenzlevel
- ⊕⊕⊝⊝
Gesamtüberleben
⊕⊕⊝⊝Erkennen von Rezidiven
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [506]
Evidenztabellen (1)
11.1 EvT 11.7Eine Sonographie kann zur Nachuntersuchung im Falle eines zervikalen, axillaren oder abdominellen Befalls eingesetzt werden. Es gibt zum Einsatz von Sonographie in der Nachsorge keine Daten, jedoch ist aus Expertensicht der Einsatz für die o.g. Lokalisationen gerechtfertigt.
- Konsens
- Starker Konsens
Bei klinischem Verdacht auf das Vorliegen eines Rezidivs soll eine Computertomographie veranlasst werden (siehe auch Kapitel 3 „Diagnostik und Stadieneinteilung“).
- Konsens
- Starker Konsens
In Fällen in denen eine Computertomographie nicht möglich ist, sollte eine alternative Bildgebung, zum Beispiel eine Magnetresonanztomographie, angestrebt werden (siehe auch Kapitel 9.1. „Rolle des PET/CTs im Rezidiv“).
- Konsens
- Starker Konsens
Bei Verdacht aufgrund einer bildgebenden Untersuchung auf das Vorliegen eines Rezidivs, soll eine histologische Sicherung angestrebt werden (siehe auch Kapitel 3.2. „Die histologische Diagnostik“ und Kapitel 9 „Rezidivtherapie“).
- Konsens
- Konsens
Zu Empfehlung 11.1
Eine engmaschige Kontrolle zur Früherkennung eines Rezidivs ist insbesondere in den ersten fünf Jahren nach Therapieabschluss erforderlich. Zwei Drittel aller Rezidive treten innerhalb der ersten zweieinhalb Jahre nach Therapie auf, 90% innerhalb der ersten fünf Jahre. Besonders groß und von prognostischer Bedeutung ist das Risiko für einen Rückfall innerhalb des ersten Jahres nach Therapie, so dass hier die Intervalle am engmaschigsten gefasst werden müssen.
Zu den Empfehlungen 11.2., 11.3. und 11.7.
Eine gründliche Anamnese sowie eine sorgfältige körperliche Untersuchung sind wichtige Pfeiler der Rezidivnachsorge. Retrospektive Untersuchungen von Radford et al aus dem Jahr 1997 konnten zeigen, dass insgesamt 81% von 210 Patienten mit erwiesenem Rezidiv aufgrund der Erhebung einer ausführlichen Krankengeschichte identifiziert werden konnten [509]. Als klinischer Verdacht gelten auffällige Befunde in Anamnese, körperliche Untersuchung oder zusätzlicher Diagnostik, bspw. der Sonographie oder Blutentnahme. Eine Analyse von Torrey et al an 709 Patienten konnte immerhin 55% der Rezidive durch eine gründliche Anamnese aufdecken [510]. In einer 2003 veröffentlichten Studie von Dryver et al waren es 2/3 aller Rezidive, die durch die Krankengeschichte des Patienten auffällig wurden [511]. Vergleichbare Zahlen finden sich auch in einer bislang nur als Abstract publizierten Studie von Basciano et al, die 2009 auf dem jährlichen Treffen der amerikanischen Gesellschaft für Hämatologie (ASH) vorgestellt wurde [512]. Torrey et al analysierten in ihrer Untersuchung ferner, welche Maßnahmen am wahrscheinlichsten zur Identifikation eines Rezidivs führen. Hier konnte die höchste Wahrscheinlichkeit für die Kombination von Anamnese und körperlicher Untersuchung nachgewiesen werden (78 Rezidive pro 10.000 Erhebungen von Anamnese und körperlicher Untersuchung über den Beobachtungszeitraum). An zweiter Stelle kam hier eine regelmäßige Röntgenuntersuchung des Thorax, durch die 23% der Rezidive aufgedeckt werden konnten. Allerdings nahm die Wahrscheinlichkeit durch diese Maßnahme ein Rezidiv zu entdecken nach 3 Jahren deutlich ab [510]. Auch in der Analyse von Dryver et al wurden ca. ¼ der Rezidive durch ein regelmäßiges Röntgenbild des Thorax nachgewiesen. Jedoch waren diese Interventionen ebenfalls für ca. die Hälften der Kosten, die mit der Nachsorge verbunden waren, verantwortlich [511]. In der Untersuchung von Radford et al wurden durch die regelmäßige Röntgenbildgebung des Thorax genauso viele Rezidive wie durch eine körperliche Untersuchung, jeweils 5,4%, nachgewiesen [509]. Somit sollte ein regelmäßiges Röntgen asymptomatischer Patienten nicht durchgeführt werden.
Zu Empfehlung 11.4.
Für den Einsatz von Laboruntersuchungen zur Rezidivdiagnostik gibt es nur wenig Evidenz. Torrey et al identifizierten lediglich ein Rezidiv aufgrund erhöhter Blutsenkungsgeschwindigkeit [510]. Bei Dreyver et al ließen sich durch Laboruntersuchungen 2 Rezidive erfassen [511]. Daher erscheint ein Differentialblutbild mit manueller Beurteilung auch nur während oder zeitnah nach der Therapie sinnvoll, im Verlauf sollte diese Untersuchung nicht durchgeführt werden. Insgesamt erscheint jedoch die Bestimmung des Blutbildes auch im Hinblick auf das Erkennen von therapiebedingten Folgeschäden sinnvoll und sollte daher im Rahmen der Nachsorge durchgeführt werden.
Zu Empfehlung 11.5. und 11.6.
Für oder gegen eine dauerhafte regelmäßig durchgeführte Nachsorge bei asymptomatischen Patienten in kompletter Remission mittels Computertomographie besteht derzeit keine harte Evidenz. So konnten Dryver et al lediglich 9% der Rezidive aufgrund von routinemäßigen Computertomographien nachweisen [511]. Eine klare Limitation der Studie von Dryver et al ist der retrospektive Charakter sowie die undefinierten Nachuntersuchungszeitpunkte für die Computertomographie mit einem Median von nur 2 Untersuchungen pro Patient im Zeitraum von 38 Monaten. In der Arbeit von Basciano lag der Anteil der durch die Computertomographie nachgewiesenen asymptomatischen Rezidive bei immerhin 38%, aber es konnte für diese Gruppe kein Überlebensvorteil im Vergleich zu den Patienten mit klinischer Symptomatik zum Zeitpunkt des Rezidivs nachgewiesen werden [512]. Auch in einer kleinen Studie von Goldschmidt et al., die nur 42 rezidivierte Hodgkin Patienten involvierte, ließ sich kein Vorteil im Gesamtüberleben für asymptomatische Patienten mit Rezidiv nachweisen. Die Autoren wiesen jedoch auf einen möglichen Vorteil für das Langzeitüberleben hin [513]. Allerdings bleibt zu beachten, dass die Ergebnisse durch die kleine Patientenzahl nur eingeschränkt aussagekräftig sind. In einer retrospektiven Analyse von Jakobsen et al zeigte sich bei einem Vergleich dänischer und schwedischer Patienten, dass eine regelmäßige CT-gesteuerte Nachsorge im Allgemeinen nicht mit einem besseren Überleben nach der Remission verbunden war [514].
Guadagnolo et al stellten Modellberechnungen für das Routine-Screening mittels Computertomographie für asymptomatische Patienten zum einen in frühen und zum anderen in fortgeschrittenen Stadien an. Hier konnte für die frühen Stadien eine reduzierte qualitäts-adjustierte Lebenserwartung bei hohen Kosten nachgewiesen werden. Für die fortgeschrittenen Stadien ließ sich ein geringer Vorteil der qualitäts-adjustierten Lebenserwartung feststellen. Die Autoren empfahlen daher keine Routine-Computertomographie in der Nachsorge durchzuführen [515]. Aufgrund anderer Kostenstrukturen im US-amerikanischen Gesundheitswesen lassen sich die theoretischen Berechnungen von Guadagnolo et al allerdings nur bedingt auf die Situation in Deutschland übertragen.
Zu Empfehlung 11.8.
Die Sonographie wurde bislang in keiner Studie zum Einsatz in der Nachsorge geprüft. Jedoch ist aus Expertensicht der Einsatz für bestimmte Lokalisationen angesichts der mangelnden Strahlenbelastung, der Sensitivität und Spezifität sowie der geringeren Kosten gerechtfertigt.
Zu den Empfehlungen 11.9. und 11.10.
Zusammengefasst besteht derzeit keine harte Evidenz für oder gegen einen Vorteil im Gesamtüberleben bei Einsatz einer Routine-Computertomographie für asymptomatische Patienten in kompletter Remission. Die Strahlenexposition wiederholt durchgeführter CT-Untersuchungen bedingt jedoch eine zurückhaltende Indikationsstellung bei asymptomatischen Patienten in kompletter Remission. Zur Sicherung des Rezidivverdachts bleibt jedoch die Computertomographie das Mittel der Wahl. Ist eine Computertomographie z.B. aufgrund von Kontrastmittelallergien oder anderer Kontraindikationen sollte eine alternative Bildgebung zum Beispiel die Durchführung eines MRT erfolgen. Siehe auch Kapitel 9 „Rezidivtherapie“.
Zum Einsatz der Positronen-Emissionstomographie siehe auch Kapitel 9.1. „Rolle des PET/CT im Rezidiv“.
Zu Empfehlung 11.11.
Wird ein Rezidiv in der Bildgebung vermutet, sollten analog der Diagnostik bei Erstdiagnoseverfahren angestrebt werden (siehe Kapitel 3 „Diagnostik und Stadieneinteilung“). Die Therapie des Rezidivs ist im Kapitel 9 „Rezidivtherapie“ beschrieben.
11.2 Früherkennung für Sekundärneoplasien
Langzeitüberlebende eines Hodgkin Lymphoms sollen dazu angehalten werden, alle im Rahmen der Krebsfrüherkennung angebotenen Untersuchungen wahrzunehmen.
- Konsens
- Starker Konsens
Änderungshinweis
Langzeitüberlebende eines Hodgkin Lymphoms sollen dazu angehalten werden, alle im Rahmen der Krebsfrüherkennung empfohlenen Untersuchungen wahrzunehmen.Langzeitüberlebende eines Hodgkin Lymphoms sollen dazu angehalten werden, auf das Rauchen zu verzichten.
- Konsens
- Konsens
a.) Im Rahmen der gesetzlichen Krebsfrüherkennung soll den Frauen ein Anamnese und Aufklärungsgespräch über mögliche Risikofaktoren angeboten werden (Expertenkonsens).
b.) Die Brustselbstuntersuchung ist, selbst bei regelmäßiger Anwendung und Training, nicht in der Lage, als alleinige Methode die Brustkrebssterblichkeit zu senken (Level of Evidence 1a).
c.) Durch qualifizierte Informationen sollten Frauen angeregt werden, sich mit den normalen Veränderungen des eigenen Körpers vertraut zu machen. Hierzu zählen das Aussehen und das Gefühl der Brust, um Abweichungen selbst festzustellen (Expertenkonsens).
d.) Die klinische Brustuntersuchung, das heißt Inspektion, Palpation der Brust und Beurteilung des Lymphabflusses, sollte im Rahmen der gesetzlichen Früherkennungsuntersuchungen Frauen ab dem Alter von 30 Jahren angeboten werden. Als alleinige Methode zur Brustkrebsfrüherkennung soll die klinische Untersuchung der Brust und Axilla nicht empfohlen werden (Expertenkonsens).
e.) Als alleinige Methode zur Brustkrebsfrüherkennung kann der systematische Einsatz von Sonographie nicht empfohlen werden (Expertenkonsens).
Frauen, die bei Erstdiagnose eines Hodgkin Lymphoms < 30 Jahre alt waren und im Thoraxbereich bestrahlt wurden, sollte ab 8 Jahre nach Therapie die Teilnahme an intensivierten Früherkennungsuntersuchungen in spezialisierten Zentren angeboten werden.
*CAVE: Keine Kassenleistung, außer wenn Bestrahlung im Alter von 9 – 18 Jahren stattgefunden hat (in spezialisierten Zentren).
- Empfehlungsgrad
- B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
- Evidenzlevel
- ⊕⊕⊝⊝
Erkennen von Sekundärneoplasien (Brustkrebs)
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [518] [519] [520] [521]
Änderungshinweis
Frauen, die bei Erstdiagnose eines Hodgkin Lymphoms < 30 Jahre alt waren und im Thoraxbereich bestrahlt wurden, sollte ab 8 Jahre nach Therapie die Teilnahme an intensivierten Früherkennungsuntersuchungen in spezialisierten Zentren angeboten werden.Evidenztabellen (1)
11.2 EvT 11.15Frauen, die bei Erstdiagnose eines Hodgkin Lymphoms 30 Jahre bis 41 Jahre alt sind und im Thoraxbereich bestrahlt wurden, sollen nicht an einem intensivierten Früherkennungsprogramm teilnehmen.
Änderungshinweis
Die Früherkennungsuntersuchung sollte für Frauen ab dem 25. Lebensjahr eine halbjährliche Tastuntersuchung und hochauflösende Ultraschalluntersuchung der weiblichen Brust und eine jährliche Magnetresonanz (MR)-Mammographie umfassen (siehe Empfehlung 11.15 direkt zuvor). Die Früherkennungsuntersuchung für Frauen, die nach dem 30. Lebensjahr an einem Hodgkin Lymphom erkranken sollte basierend auf den vorhandenen Risikofaktoren individuell gestaltet werden. Frauen zwischen dem 50. und 69. Lebensjahr sollen an den für die Allgemeinbevölkerung empfohlenen Mammographie-Screenings teilnehmen.Evidenztabellen (1)
11.2 EvT 11.16Zu den Empfehlungen 11.12. und 11.13.
Generell sollen jedoch alle Langzeitüberlebenden eines Hodgkin Lymphoms aufgefordert werden, die vorgesehenen Krebsfrüherkennungsangebote wahrzunehmen und auf das Rauchen zu verzichten.
In einer retrospektiven Analyse von Schaapveld et al. an 3905 Patienten konnte ebenso wie in vorangegangenen Analysen von Aleman et al. gezeigt werden, dass Sekundärneoplasien ein wesentliches Mortalitätsrisiko für Langzeitüberlebende eines Hodgkin Lymphoms darstellen [207][142]. Im Gegensatz zum Hodgkin Lymphom-bedingten Sterblichkeitsrisiko, welches nach 20 Jahren zu vernachlässigen war, zeigte sich ein über die Zeit zunehmendes Risiko, aufgrund von Sekundärneoplasien zu versterben. Zu den entscheidenden Sekundärneoplasien zählen hämatologische Neoplasien wie die akute myeloische Leukämie (AML), die myelodysplastischen Syndrome (MDS), das Non-Hodgkin Lymphom (NHL) und solide Tumore wie das Bronchialkarzinom, das Mammakarzinom und das Kolonkarzinom [523][524][525][526][527][142]. In einem Cochrane Review von Franklin et al., in das 16 Studien eingingen, zeigte sich erneut eine geringere Rate an Sekundärneoplasien bei alleiniger Chemotherapie gegenüber einer Chemotherapie mit konsolidierender Bestrahlung (8-Jahres-Follow-up Rate an Sekundärneoplasien 4% vs. 8 %), insbesondere bei sekundären akuten Leukämien. In Bezug auf Progressions-freies Überleben (PFS) und Gesamtüberleben (OS) konnten die Autoren auf Grund der Heterogenität der Daten jedoch keine Rückschlüsse auf die Vorteile einer Therapieform ziehen. Die Patienten, die in fortgeschrittenen Stadien mit intensiveren Therapieregimen therapiert worden waren, hatten ein erhöhtes Risiko an einer sekundären AML zu erkranken, bei einem verbesserten PFS in den dosis-intensiveren Chemotherapieprotokollen (8-Jahres-PFS 75% vs. 69% für ABVD-basierte Therapie). Eine Verringerung der Anzahl an Chemotherapie-Zyklen, Verkleinerung der Bestrahlungsfelder und Verringerung der Strahlendosen hatte hingegen keinen Einfluss auf die Rate an Sekundärneoplasien [528]. In Zusammenschau der Ergebnisse und vor dem Hintergrund, dass für einen Teil der Risikogruppen, aufgrund von Studienergebnissen aus randomisierten Studien, auf die Bestrahlung nicht verzichtet werden kann, sollten diese Ergebnisse aktuell keinen Einfluss auf die Therapiedurchführung nehmen. Auch das Update einiger im Review enthaltener Studien bestätigt diese Ergebnisse [170]. Vor allem Langzeitüberlebende des Hodgkin-Lymphoms mit familiärem Hintergrund des kolorektalen, Bronchial- oder Mammakarzinoms haben ein erhöhtes Risiko, an Sekundärneoplasien zu erkranken verglichen mit Patienten ohne familiären Hintergrund [529]
Die sekundäre AML und das MDS zeigen im Vergleich zu den anderen sekundären Neoplasien eine deutlich kürzere Latenzzeit und sind mit einer Inzidenz zwischen 0,5% - 2% selten. Ca. 25% der Fälle treten innerhalb des ersten Jahres und ca. 80% innerhalb der ersten fünf Jahre nach Behandlung des Hodgkin Lymphoms in Erscheinung [530][531][532]. Dabei ist eine Behandlung mit Alkylanzien als wichtiger Risikofaktor zu nennen [531][532][533]. Jedoch konnte bislang die Prognose der sekundären AML und des MDS auch durch eine Behandlung mittels allogener Stammzelltransplantation nicht durchgreifend verbessert werden. In einer retrospektiven Untersuchung von Josting et al. lag das Gesamtüberleben nach zwei Jahren bei 8% [531]. In einer retrospektiven Analyse von Eichenauer et al. trat bei 11.952 Patienten nach Behandlung eines Hodgkin Lymphoms in 106 Patienten (0,9%) eine therapie-assoziierte AML/MDS auf [534]. Im Median lag die Therapie des Hodgkin Lymphoms 31 Monate zurück. Das mediane OS lag bei nur 7,2 Monaten. Wie auch in anderen retrospektiven Untersuchungen bereits gezeigt hatten jüngere Patienten (< 35 Jahre) bei allogener Stammzelltransplantation ein besseres Outcome als Patienten, die älter als 35 Jahre alt waren [534][535][536].
Non-Hodgkin Lymphome treten zumeist erst nach einer Latenzzeit von fünf bis 15 Jahren auf [524][537][538][539]. Da sie nur durch erneute histologische Sicherung von einem Hodgkin Lymphom Rezidiv zu unterscheiden sind, sollte diese bei erneutem Verdacht auf das Vorliegen einer Lymphomerkrankung unbedingt angestrebt werden. Im Hinblick auf die Früherkennung gibt es jedoch keine Unterschiede zur generellen Rezidiv-Nachsorge.
Das Bronchialkarzinom macht ca. 25% der sekundären Neoplasien aus [540] das Rauchen scheint das Risiko ausgehend von der Behandlung noch zu verstärken [472]. Bislang gibt es jedoch keine publizierte randomisierte Studie, die das Outcome von sekundären Bronchialkarzinomen mit dem von de novo Tumoren vergleichen würde. Jedoch konnten in retrospektiven Analysen von Ng et al. und Behringer et al. eine schlechte Prognose für Patienten mit sekundärem Bronchialkarzinom erfasst werden. So traten 70% Todesfälle innerhalb von 21 Monaten nach Diagnosestellung bei den Patienten auf, deren Daten in die Arbeit von Behringer und Mitarbeiter eingingen [541]. In der Arbeit von Schoenfeld et al. wird über ein medianes Überleben von zehn Monaten berichtet [542], andere Kohorten berichten 12,6 Monate [523]. Für Patienten ohne weitere Risikofaktoren für die Entwicklung eines Bronchialkarzinoms besteht bislang keine Datengrundlage, die auf eine Verbesserung des Überlebens durch Früherkennung schließen würde (Verweis auf: S3-Leitlinie Tabakkonsum (Rauchen), abhängiger und schädlicher: Screening, Diagnostik und Behandlung; https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/076-006.html)
Zu den Empfehlungen 11.14., 11.15. und 11.16.
Bei Frauen mit Zustand nach einem Hodgkin Lymphom stellt das Mammakarzinom die häufigste Sekundärneoplasie dar [525]. Das individuelle Risiko hängt vom Alter bei Bestrahlung, der Bestrahlungsdosis und dem Bestrahlungsvolumen ab, und steigt ab einer Latenzzeit von etwa 8 Jahren nach der Thoraxbestrahlung an [543][544]. Insbesondere für junge Frauen, die zum Zeitpunkt ihrer Hodgkin Lymphom Diagnose jünger als 30 Jahre waren, besteht das größte Risiko [545][526][543][546][547]. Für Frauen mit einer Behandlung mit 20 Jahren konnte ein kumulatives 20-Jahres Brustkrebsrisiko von 3.1% (35 Gy Mantelfeld), 1.5% (20Gy involved field Radiotherapie) und 1.1% (20Gy IFRT) geschätzt werden; im Vergleich dazu liegt die erwartete Inzidenz in der altersgleichen Allgemeinbevölkerung bei 0.5% [543]. Vergleichbare Daten konnten von Wolden et al. 2000 gezeigt werden [548]. Bei Moskowitz et al. 2014 lag die kumulative Inzidenz für Überlebende nach HL Diagnose vor dem 21. Geburtstag im Alter von 50 Jahren bei 35% (95% CI, 29 to 40%) [549]. Im Vergleich dazu liegt die prospektive kumulative Brustkrebsinzidenz bei BRCA1-Mutationsträgerinnen bis 50 Jahre bei 43 (95% CI, 39-48%) und für BRCA2-Mutationsträgerinnen bei 35 (95% CI, 29-41%). Dieser Datenvergleich hat dazu geführt, dass im Rahmen einer Studie Frauen mit Bestrahlung im Thoraxbereich zwischen 9 und 18 Jahren das Angebot zur Teilnahme an der intensivierten Brustkrebsfrüherkennung in den spezialisierten Zentren des Deutschen Konsortiums Familiärer Brust- und Eierstockkrebs gemacht wird (http://www.konsortium-familiaerer-brustkrebs.de/).
Für über 5000 Patienten, die in den Jahren 1956 – 2003 in Großbritannien supradiaphragmal mittels Mantelfeld oder „Involved Field“ bestrahlt wurden, konnten [550] für Frauen mit einer HL Diagnose unter 36 Jahren ein erhöhtes Risiko für die Entstehung von Brustkrebs zeigen. Insbesondere für Patientinnen, die bei Diagnose in der Pubertät (10-14 Jahre) waren, erhöht sich das Brustkrebsrisiko im Vergleich zur altersgleichen Allgemeinbevölkerung (SIR 47.2%; 95% CI 28-79.8) und verbleibt im 40-Jahres follow-up erhöht. Einschränkend ist zu erwähnen, dass hier andere relevante Risikofaktoren (Genetik, Hormontherapie) für die Entstehung von Mammakarzinomen nicht berücksichtigt wurden. Für die Entstehung der Mammakarzinome nach Hodgkin Lymphom Behandlung spielt die Strahlentherapie eine entscheidende Rolle [524][533][546][213][551][552][142]. Frühere Untersuchungen gingen von einer Risikoreduktion durch neue Bestrahlungsmodalitäten aus [543][553][554]. In aktuelleren Arbeiten von Schaapveld et al. und dem Review von Franklin et al. (2017) konnte keine Risikoreduktion durch Reduktion der Strahlendosis (20 Gray vs. 36 Gray) und Verkleinerung der Bestrahlungsfelder (extended-field vs. involved-field) gezeigt werden.
International wird Frauen nach einer Bestrahlungstherapie im Thoraxbereich unter Einschluss des Brustgewebes in jüngeren Lebensjahren, insbesondere für Frauen mit der Diagnose eines HL vor dem Alter von 30 Jahren, die Teilnahme an ein intensivierten Brustkrebs- Früherkennungsuntersuchungen angeboten [555][548][556][557][558][559][544][560][561]. Für diese Patientinnen erscheint die kumulative Inzidenz des Mammakarzinoms ähnlich hoch wie für Trägerinnen von Keimbahnmutationen in den Hochrisikogenen für Brustkrebs, BRCA1 und BRCA2 [544]. Daher werden klinische Empfehlungen ausgesprochen, die sich an denen für Ratsuchende und Patientinnen mit einem familiären Brustkrebsrisiko bzw. einem Mutationsnachweis orientieren (Verweis auf: Interdisziplinäre S3-Leitlinie für die Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms, Version 4.2, Aktualisierung 2019; https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/mammakarzinom/).
Intensivierte Brustkrebs-Früherkennungsuntersuchungen sollten, in spezialisierten Zentren für familiären Brust- und Eierstockkrebs des Deutschen Konsortiums Familiärer Brust- und Eierstockkrebs (http://www.konsortium-familiaerer-brustkrebs.de/) erfolgen. An diesen ist zudem die Kostenübernahme für Frauen geklärt, die im Rahmen von Studien (pädiatrische HD-Studien) im Alter von 09-18 Jahren im Thoraxbereich bestrahlt wurden [561]. Für die Frauen, die nicht zu dieser Gruppe gehören, ist die Kostenübernahme durch die Krankenkassen noch nicht geregelt und muss ggfs. von den Patienten getragen werden. Angesichts der Latenz bis zur Entstehung des sekundären Mammakarzinoms, sollte ein Screening ab 8 Jahre nach Primärtherapie erfolgen, jedoch nicht vor dem 25. Lebensjahr [556][557][544][562]. Nach gegenwärtiger Datenlage erscheint hier der Einsatz einer MRT zur Früherkennung gerechtfertigt [558][544][563]. In einer Untersuchung von Ng et al. zeigte die MRT-Untersuchung keine höhere Sensitivität als eine Mammographie. Der Autor schlussfolgert aber, dass sich beide Untersuchungen gut in der Früherkennung des Mammakarzinoms ergänzen [564]. In aktuellen konsensbasierten ausländischen Leitlinien wurde die Durchführung einer MRT auch in Kombination mit einer konventionellen Mammographie bereits implementiert (www.survivorshipguidelines.org). Jedoch bleibt der frühzeitige Einsatz einer konventionellen Mammographie vor allem angesichts der bekannten Einschränkungen bei vorliegendem dichten Brustdrüsengewebe und der bestehenden Strahlenbelastung gegenüber dem Früherkennungswert abzuwägen [544].
Für Frauen, die zum Zeitpunkt der Hodgkin Diagnose älter als 30 Jahre waren, sollte unter Einbeziehung weiterer Risikofaktoren individuell über die Notwendigkeit des Screenings nach Therapie und über dessen Gestaltung entschieden werden, sofern die Patientinnen dann das 50. Lebensjahr noch nicht überschritten haben. Die mit einer Brustkrebserkennung einhergehenden Frühuntersuchungen sind nicht ausschließlich mit Nutzen, sondern auch mit Risiken verbunden. Daher sollte die Frühuntersuchung der Brust nur dann erfolgen, wenn ein erhöhtes Risiko beschrieben ist. Für Patientinnen, die bei Diagnose >30 Jahre alt waren, ist ein erhöhtes Risiko für ein Mammakarzinom nach Bestrahlung nicht nachgewiesen [553]. Aufgrund der Latenzzeit zwischen Therapie und Auftreten des Mammakarzinoms, die in den meisten Publikationen mit 15 – 20 Jahren nach Therapie beschrieben wird [561][559][142], werden in den meisten aktuellen Publikationen Therapien aus den vergangenen Jahrzehnten ab 1950 untersucht. Dabei ist zu beachten, dass in der Therapie des Hodgkin Lymphoms mittlerweile wesentlich niedrigere Strahlendosen in erheblich kleineren Bestrahlungsfeldern Berücksichtigung finden, als dies in den Langzeitanalysen beschrieben ist. Ein Verzicht der Bestrahlung ist in intermediären und fortgeschrittenen Stadien möglich (s. Kapitel 6 und 7). Die dadurch reduzierte Exposition von Brustgewebe und damit reduzierte Toxizität wird aufgrund der langen Nachbeaobachtungszeiträume aktuell in den Publikationen nicht abgebildet. Bei Maßnahmen zur Brustkrebsfrüherkennung soll sich daher an den aktuell geltenden Leitlinien für das Mammakarzinom orientiert werden (Verweis auf: Interdisziplinäre S3-Leitlinie für die Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms, Version 4.2, Aktualisierung 2019; https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/mammakarzinom/). In Deutschland ist das Mammographie-Screening für Frauen ab dem Alter von 50 Jahren bis zum Ende des 70. Lebensjahres Bestandteil der Richtlinie des gemeinsamen Bundesausschusses über die Früherkennung von Krebserkrankungen (Quelle: Richtlinie des Gemeinsamen Bundesausschusses über die Früherkennung von Krebserkrankungen (Krebsfrüherkennungs-Richtlinie / KFE-RL) in der Fassung vom 18. Juni 2009 veröf-fentlicht im Bundesanzeiger 2009, Nr. 148a in Kraft getreten am 3. Oktober 2009 zu-letzt geändert am 21. April 2016, veröffentlicht im Bundesanzeiger AT 08.07.2016 B2, in Kraft getreten am 1. Januar 2017 https://www.g-ba.de/informationen/richtlinien/17/), da für dieses Kollektiv durch regelmäßige Teilnahme am Mammographie-Screening eine Reduktion der Mortalität gegenüber Nicht-Teilnehmerinnen zu erwarten ist.
Auch für die kolorektalen Karzinome zeigt sich ein erhöhtes Risiko [525][527][541]. So konnte durch die Arbeit von Hodgson und Mitarbeitern gezeigt werden, dass Langzeitüberlebende eines Hodgkin Lymphoms bereits 10 bis 15 Jahre früher als die Normalbevölkerung ein erhöhtes Risiko für die Entstehung eines kolorektalen Karzinoms aufweisen [543]. In einer Analyse von amerikanischen Hodgkinpatienten mit sekundärem gastrointestinalem Tumor zeigte sich eine reduziertes Gesamtüberleben gegenüber de novo-Patienten [565]. Jedoch gibt es derzeit keine prospektiven Daten, die ein frühzeitiges Screening geprüft hätten. Es sollte daher in Abhängigkeit von weiteren Risikofaktoren individuell über eine früher einsetzende, als die von den gesetzlichen Krankenkassen empfohlene Früherkennung entschieden werden.
11.3 Früherkennung für Organtoxizitäten
11.3.1 Kardiotoxizitäten
Symptome einer koronaren Herzkrankheit, einer Herzinsuffizienz und einer Herzklappenfunktionsstörung sollen bei jedem Nachsorgetermin erfasst werden.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- ⊕⊕⊝⊝
Gesamtüberleben
⊕⊕⊝⊝Erkennen von Organtoxizität (kardial)
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [566] [567] [568] [569] [570]
Evidenztabellen (1)
11.3.1 EvT 11.19Die Auskultation des Herzens sollte Bestandteil der körperlichen Untersuchung bei jedem Nachsorgetermin sein.
- Konsens
- Starker Konsens
Das Vorliegen von klassischen Risikofaktoren der koronaren Herzkrankheit (KHK) und Herzinsuffizienz sollte eruiert werden.
Bei vorhandenen kardiovaskulären Risikofaktoren soll eine Behandlung analog der aktuellen Therapieempfehlungen erfolgen.
Änderungshinweis
Bei vorhandenen Risikofaktoren sollte eine Behandlung analog der aktuellen Therapieempfehlungen erfolgen.Bei asymptomatischen Patienten mit ≥ 2 kardialen Risikofaktoren, die mit einer Bestrahlung im Bereich des Mediastinums behandelt wurden und/oder Anthrazyklintherapie erhielten, sollten ab 10 Jahre nach Behandlungsende alle fünf Jahre eine Echokardiographie, ein EKG sowie ein Screening auf KHK durchgeführt werden.
- Empfehlungsgrad
- B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
- Evidenzlevel
- ⊕⊕⊝⊝
Erkennen Organtoxizität
keine DatenGesamtüberleben
- Konsens
- Konsens
- Literatur
- [566] [568] [571] [572] [573]
Evidenztabellen (1)
11.3.1 EvT 11.19Bei asymptomatischen Patienten im Alter < 45 Jahren zum Zeitpunkt der Diagnose, mit keinem oder einem kardialen Risikofaktor, die mit einer Bestrahlung von ≥ 20 Gy im Bereich des Mediastinums und ohne Anthrazykline behandelt wurden, sollte nach 10 Jahren eine Echokardiographie, ein EKG sowie eine Untersuchung auf KHK durchgeführt werden.
- Empfehlungsgrad
- B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
- Evidenzlevel
- ⊕⊕⊝⊝
Erkennen Organtoxizität
keine DatenGesamtüberleben
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [566] [568] [571] [572] [573]
Evidenztabellen (1)
11.3.1 EvT 11.19Bei asymptomatischen Patienten im Alter < 45 Jahren zum Zeitpunkt der Diagnose, mit keinem oder einem kardialen Risikofaktor, Bestrahlung von ≥ 20 Gy im Bereich des Mediastinums und Behandlung mit Anthrazyklinen sollte nach fünf Jahren eine Echokardiographie und EKG durchgeführt werden. Nach 10 Jahren sollte auch eine Untersuchung auf KHK durchgeführt werden.
- Konsens
- Starker Konsens
Bei asymptomatischen Patienten ohne Bestrahlung, die jedoch mittels einer anthrazyklinhaltigen Chemotherapie behandelt wurden, sollte nach 10 Jahren eine Echokardiographie, ein EKG sowie eine Untersuchung auf KHK durchgeführt werden.
- Empfehlungsgrad
- B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
- Evidenzlevel
- ⊕⊕⊝⊝
Gesamtüberleben
⊕⊕⊝⊝Erkennen Organtoxizität
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [574]
Evidenztabellen (1)
11.3.1 EvT 11.28Bei unauffälligen Befunden soll die Untersuchung nach fünf Jahren wiederholt werden.
- Konsens
- Starker Konsens
Bei Patienten mit kardialen Symptomen oder Auffälligkeiten soll umgehend weitere geeignete Diagnostik erfolgen.
- Konsens
- Starker Konsens
Zur Diagnostik einer KHK soll der Diagnose-Algorithmus entsprechend der nationalen Versorgungsleitlinien angewandt werden.
- Konsens
- Starker Konsens
Zur Diagnostik einer Herzinsuffizienz sollten in der Echokardiographie sowohl die systolische wie auch die diastolische Funktion bestimmt werden.
- Empfehlungsgrad
- B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
- Evidenzlevel
- ⊕⊕⊝⊝
Erkennen Organtoxizität
keine DatenGesamtüberleben
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [575]
Evidenztabellen (1)
11.3.1 EvT 11.26Bei vorliegender kardialer Erkrankung soll diese nach aktuellen Leitlinien behandelt werden.
- Konsens
- Starker Konsens
Zu den Empfehlungen 11.17. bis 11.28.
Kardiale Erkrankungen gehören zu den häufigsten Todesursachen bei Langzeitüberlebenden eines Hodgkin Lymphoms. So konnte eine große Studie aus den Niederlanden an 1261 Patienten zeigen, dass das Risiko kardialer Mortalität über die Zeit weiter ansteigt und nach 10 Jahren bereits das Risiko der Hodgkin Lymphom-bedingten Mortalität überschreitet. In dieser Untersuchung wiesen kardiale Erkrankungen nach den sekundären Neoplasien das zweithöchste Mortalitätsrisiko im Langzeitverlauf auf [207]. Ein deutlich erhöhtes Risiko für die Entwicklung kardialer Folgeerscheinungen wie koronare Herzerkrankung (KHK), Myokardinfarkt, systolische und diastolische Herzinsuffizienz, Klappenfunktionsstörungen, Arrhythmien und Perikarderkrankungen konnte auch in weiteren Studien bestätigt werden [205][526][576][577][578][579][580][581][582][583][584][585].
Für das erhöhte Risiko sind sowohl eine mediastinale Bestrahlung wie auch die Behandlung mit Anthrazyklinen verantwortlich. Vor allem der Zusammenhang zwischen mediastinaler Bestrahlung und dem erhöhten Risiko für KHK und Myokardinfarkt wurde ausführlich untersucht [205][551][576][586][587][588][589]. In einer Untersuchung von Aleman et al. an 1474 Langzeitüberlebenden zeigte sich für einen Myokardinfarkt ein relatives Risiko (RR) von 3,6 bei einem Absoluten Exzess-Risiko (AER) von 25,6 pro 10.000 Personenjahre im Fall einer alleinigen Bestrahlung [205]. Dabei stieg das Risiko nach 10 Jahren an und blieb auch noch 25 Jahre nach Behandlung erhöht [205]. In weiteren Analysen konnte ein 2,2 – 7,6 fach erhöhtes Risiko im Vergleich zur Normalbevölkerung nachgewiesen werden [551][576][587][588][589]. Dabei ist von einer Dosis-Wirkungsbeziehung auszugehen. In den meisten Studien an Erwachsenen Hodgkin Lymphom Patienten wurden erhöhte Risiken für Dosen > 35 Gy auf das Herz beschrieben [205][551][576][583]. Dies wird auch von einer Veröffentlichung von Cutter et al. gestützt. Strahlendosen > 30 Gy im Bereich des Herzens erhöhen das Risiko an einer Herzklappenerkrankung zu erkranken. Mit den aktuell angewandten Strahlendosen von 20-30 Gy ist zu erwarten, dass das das 30-Jahres-Risiko dagegen nur um 1.4% ansteigt [586]. Eine Analyse von Hodgkin Patienten in den Niederlanden zeigte ein Risiko für eine Herzinsuffizienz bei einer Bestrahlung >25 Gy [590]. Es bleibt aber zu beachten, das geringere Dosen erst Mitte der 1990 Jahre Einzug in die Therapie des Hodgkin Lymphoms hielten und somit derzeit kaum Daten über aktuelle Therapiemodalitäten zur Verfügung stehen. Aus einer Studie an Langzeitüberlebenden, die als Kind oder junger Erwachsener an einem Hodgkin Lymphom erkrankten, ist jedoch ersichtlich, dass eine Bestrahlung mit 15 – 34 Gy mit einer Hazard ratio von 2,4 für das Vorliegen eines Myokardinfarkts verbunden waren im Vergleich zu nicht bestrahlten Patienten (p = 0.01) [591]. Küpeli et al. wiesen ein 6,8 fach erhöhtes Risiko für Patienten mit einer Bestrahlung von mehr als 20 Gy nach [592]. Bezüglich des Einflusses von Anthrazyklinen auf das Risiko für einen Herzinfarkt ist die Datenlage nicht eindeutig. So konnten Swerdlow et al. ein standardisiertes Mortalitätsverhältnis für einen Myokardinfarkt von 7,8 bei einer alleinigen Behandlung mit ABVD nachweisen. Wurde sowohl eine Behandlung mit ABVD wie auch mit einer supradiaphragmalen Bestrahlung durchgeführt, lag das Mortalitätsverhältnis bei 12,1 [576]. In der niederländischen Studie von Aleman et al. fand sich nur eine kleine Gruppe von Patienten, die mit alleiniger anthrazyklinhaltiger Chemotherapie behandelt wurde, daher sind die Aussagen für diese Gruppe nur eingeschränkt zur verwenden. Jedoch fand sich kein signifikanter Unterschied für das Herzinfarktrisiko wenn die Gruppe mit alleiniger Bestrahlung mit der Gruppe mit einer Kombinationstherapie mit Anthrazyklinen und Bestrahlung verglichen wurde (3,9 versus 3,5) [205]. Auch Myrehaug und Galper et al. konnten keine signifikanten erhöhten Risiken für eine Kombinationstherapie nachweisen [579][583][585]. Jedoch scheint sich die Kombinationstherapie negativ auf das Vorliegen von Pumpfunktionsstörungen auszuwirken. So fand sich in der niederländischen Studie in der Gruppe mit einer Kombinationsbehandlung das größte Risiko für die Entwicklung einer Herzinsuffizienz [205]. Eine retrospektive Analyse der EORTC-GELA/LYSA zeigte einen signifikanten Zusammenhang zwischen kardiovaskulären Ereignissen und der kumulativen Anthrazyklindosis, sowie der Bestrahlung [593]. Aber auch die alleinige Behandlung mit Anthrazyklinen führt zu einer Risikoerhöhung der Herzinsuffizienz, wie eine Studie von Aviles belegen konnte [581]. Allerdings bleibt zu beachten, dass in dieser Studie nicht nur die Herzinsuffizienz, sondern auch das Vorliegen eines Myokardinfarkts als klinisches kardiales Ereignis gewertet wurde und aktuelle Therapiemodalitäten wie BEACOPPeskaliert mit maximal 280 mg Doxorubicin/m² deutlich geringere Anthrazyklin-Dosen verwenden.
Für diese Therapien liegen noch keine prospektiven Daten vor, da das Risiko der kardialen Spätfolgen erst fünf bis zehn Jahre nach Therapie ansteigt [576][581][583]. Neben der Zeit spielen auch Alter und das Vorliegen weiterer kardialer Risikofaktoren eine Rolle in der Entwicklung kardialer Langzeitfolgen [205][576][592][583][585].
Angesichts dieser Daten besteht die Indikation zu einer gezielten kardialen Nachsorge, vor allem da bei jungen Patienten ein Risiko besteht, kardiale Beschwerden im Alter zu unterschätzen und die Prognose der KHK als Folge einer Hodgkin Behandlung nicht dem der Normalbevölkerung entspricht [594]. Ferner bieten Hodgkin Lymphom Patienten seltener typische Symptome und es konnte in asymptomatischen Patienten in bis zu 3,1% der Fälle akut interventionsbedürftige Stenosen nachgewiesen werden [595][596].
Auch im Hinblick auf eine Klappenfunktionsstörung erscheint ein rechtzeitiges Screening sinnvoll. Wethal et al. untersuchten 116 Patienten 10 Jahre nach Therapie und konnten bei immerhin 31% eine moderate Klappeninsuffizienz feststellen. 51 Patienten dieser Kohorte wurden im Verlauf reevaluiert bei einer medianen Nachbeobachtungszeit von 22 Jahren. Hier konnte eine eindeutige Verschlechterung bereits bestehender Klappenschäden nachgewiesen werden sowie das Auftreten von neuen Stenosen. Insgesamt mussten 3 Patienten sogar mit einem Klappenersatz versorgt werden [597]. Mittels der Echokardiographie steht hier ein wenig belastendes Untersuchungsinstrument zur Verfügung.
Leider gibt es derzeit noch keine Daten, die eine frühzeitige medikamentöse Behandlung einer Anthrazyklin-induzierten Herzinsuffizienz beurteilen, allerdings erscheint eine Verlaufskontrolle klinisch ratsam, um die Indikation zur Behandlung sorgfältig stellen zu können. Ferner sollte auch beachtet werden, dass für Frauen eine Schwangerschaft Einfluss auf eine bestehende Herzinsuffizienz haben kann. Dies gilt auch für entsprechende Herzklappenfehler.
Zu Empfehlung 11.29.
Bei vorliegendem Verdacht einer kardialen Erkrankung soll diese nach aktuellen Leitlinien diagnostiziert und ggf. behandelt werden (Nationale Versorgungsleitlinien Chronische KHK, 5. Auflage, 2019; http://www.leitlinien.de/nvl/khk Nationale Versorgungsleitlinie (NVL) Chronische Herzinsuffizienz, 3. Auflage https://www.leitlinien.de/nvl/herzinsuffizienz).Detaillierte Handlungsanweisungen zur Diagnostik und Therapie sind dort zu entnehmen.
11.3.2 Schilddrüse
Früherkennung Schilddrüsenerkrankung
Die Routineanamnese im Rahmen der Nachsorge soll die Symptome einer Hypo- oder Hyperthyreose miterfassen.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- ⊕⊕⊝⊝
Erkennen Organtoxizität
keine DatenGesamtüberleben
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [598] [599] [600]
Evidenztabellen (1)
11.3.2 EvT 11.34Eine Bestimmung von TSH soll einmal jährlich durchgeführt werden, wenn eine Bestrahlung mit möglicher Beteiligung der Schilddrüse erfolgt ist.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- ⊕⊝⊝⊝
Erkennen Organtoxizität
keine DatenGesamtüberleben
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [598] [599] [600]
Evidenztabellen (1)
11.3.2 EvT 11.34Eine Therapie der vorliegenden Schilddrüsenfunktionsstörung soll nach aktuellen medizinischen Standards erfolgen.
- Konsens
- Starker Konsens
Zu den Empfehlungen 11.30., 11.31. und 11.32.
Die Hypothyreose zählt zu den häufigen Spätfolgen der Therapie des Hodgkin Lymphoms. Insbesondere die Strahlentherapie ist für das erhöhte Risiko einer Hypothyreose verantwortlich. In der aktuellen Literatur wird eine Inzidenz von bis zu 35% in Folge einer Bestrahlung des Halses und Nackens, der oberen Thoraxapertur sowie nach Mantelfeld- oder totalnodaler Bestrahlung beschrieben. Gegenstand der Diskussion ist weiterhin, ob eine Kombination aus Strahlen- und Chemotherapie zu einer Erhöhung des Risikos beiträgt. In einer Studie von Hancock et al. aus dem Jahre 1991 in der insgesamt 1787 Patienten auf das Vorliegen von Schilddrüsenfunktionsstörungen untersucht wurden, ließ sich ein Anstieg des Risikos für eine latente und/oder manifeste Hypothyreose von 40% auf 49% feststellen [601]. In zwei kleineren Studien aus dem Jahr 2000 und 2003 konnte jedoch eine Risikoerhöhung im Falle einer kombinierten Therapie nicht nachgewiesen werden [602][603]. Jedoch zeigten alle drei Studien keine erhöhte Inzidenz der Hypothyreose im Falle einer alleinigen Chemotherapie [602][601] .
Ein erhöhtes Risiko wird ebenfalls für die Entwicklung eines Morbus Basedow beschrieben, wobei hier der Mechanismus und die Risikofaktoren noch nicht abschließend geklärt werden konnten [602][603][601].
Somit ist der Hypo- wie auch der Hyperthyreose besondere Aufmerksamkeit im Rahmen der Nachsorge zu widmen. Angesichts eines erhöhten Risikos für die Entwicklung von Schilddrüsenkarzinomen [604][555][525][526][540][543][601], sollte bei Patienten mit einer Schilddrüsenfunktionsstörung bzw. Auffälligkeiten in Schilddrüsenpalpation auch eine maligne Genese der Beschwerden ausgeschlossen werden.
11.3.3 Pulmonale Toxizität
Die Anamnese im Rahmen der Nachsorge soll Symptome der pulmonalen Fibrose miterfassen.
- Konsens
- Starker Konsens
Eine Lungenfunktionsprüfung mit Ermittlung der Diffusionskapazität sollte 12 Monate nach Therapieende bestimmt werden, wenn Bleomycin und/oder eine Bestrahlung des Mediastinums und/oder der Lunge Bestandteil der Behandlung waren.
- Empfehlungsgrad
- B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
- Evidenzlevel
- ⊕⊝⊝⊝
Gesamtüberleben
⊕⊕⊝⊝Erkennen Sekundärneoplasie bzw. Organtoxizität
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [605] [606] [607]
Evidenztabellen (1)
11.3.3 EvT 11.39Eine Lungenfunktionsprüfung mit Ermittlung der Diffusionskapazität soll bei Symptomen einer pulmonalen Beeinträchtigung bestimmt werden.
- Konsens
- Starker Konsens
Eine Röntgenuntersuchung des Thorax soll bei Symptomen einer pulmonalen Beeinträchtigung durchgeführt werden.
- Konsens
- Starker Konsens
Zu Empfehlung 11.33.
Bleomycin kann sowohl unter Therapie als auch nach Abschluss der Therapie zu schwerwiegenden Lungenschäden führen [608][609][610][611][612]. Hierzu gehören die Bronchiolitis obliterans, die eosinophilen Hypersensivität und die Entwicklung einer interstitiellen Pneumonitis. Im schlimmsten Falle können diese Erkrankungen bis zur pulmonalen Fibrose fortschreiten [612]. Auch eine Bestrahlung des Mediastinums kann vor allem in Kombination mit einer Bleomycinhaltigen Chemotherapie zur Strahlenpneumonitis und im Folgenden zur Entstehung einer pulmonalen Fibrose beitragen [608][610][613].
Zu den Empfehlungen 11.34., 11.35. und 11.36.
Nach gegenwärtiger Datenlage ist mit einer Inzidenz von bis zu 20% pulmonaler Toxizität auszugehen. In einer 2008 von Ng eröffentlichten Kohortenstudie wurden insgesamt 52 Patienten auf das Vorliegen einer eingeschränkten Diffusionskapazität prospektiv untersucht. Bei 35% konnte eine persistierend verminderte Diffusionskapazität ein halbes Jahr nach der initialen Hodgkin Lymphom Therapie festgestellt werden. Ein Jahr nach Therapie waren es noch immer 25% [608]. Martin et al. analysierten 141 Patienten und konnten bei insgesamt 18% der Patienten eine Bleomycin-induzierte pulmonale Toxizität feststellen. Ferner zeigte sich ein signifikanter Unterschied im Gesamtüberleben, wenn Patienten mit nachgewiesener pulmonaler Toxizität mit Patienten ohne Beeinträchtigung der Lungenfunktion verglichen wurden (63% vs. 90%, p = 0,001). Dieser Unterschied wird durch insgesamt 6 Patienten erklärt, die aufgrund der Bleomycin-induzierten Schäden innerhalb von 9 Monaten nach Einleitung der Therapie verstarben [609]. Die Mortalitätsrate der Bleomycintoxiztät lag in der gesamten Studienpopulation bei 4,2%. Im Gegensatz dazu zeigte sich in einer weiteren Analyse von Sun et al. nur eine Inzidenz der Toxizität von 11% und Bleomycin-induzierter Mortalität von 3%. Zudem wurde kein negativer Effekt der Bleomycin-induzierten Toxizität auf das Gesamtüberleben und das progressionsfreie Überleben nachgewiesen [614].
11.3.4 Gonodale Toxizität
Patientinnen und Patienten sollen bezüglich ihres Kinderwunsches befragt werden und bei bestehendem Kinderwunsch durch einen Gynäkologen/Andrologen oder Reproduktionsmediziner beraten werden.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- ⊕⊕⊝⊝
Schwangerschaften
⊕⊕⊝⊝Fertilität
⊕⊕⊝⊝Primär ovarielles Versagen
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [615] [616] [617] [618] [619] [620] [621] [622]
Evidenztabellen (1)
11.3.4 EvT 11.42Patientinnen sollen über Störungen der Menstruation befragt werden und bei Auffälligkeiten einem Gynäkologen zur weiteren Diagnostik und Behandlung vorgestellt werden.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- ⊕⊕⊝⊝
Sekundäre Amenorrhoe
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [623] [419]
Änderungshinweis
Patientinnen sollten über Störungen der Menstruation befragt werden und bei Auffälligkeiten einem Gynäkologen zur weiteren Diagnostik und Behandlung vorgestellt werden.Evidenztabellen (1)
11.3.4 EvT 11.43Patientinnen sollen über Symptome einer vorzeitigen Menopause befragt werden und bei Auffälligkeiten einem Gynäkologen oder Endokrinologen zur weiteren Diagnostik und Beratung vorgestellt werden.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- ⊕⊕⊝⊝
Vorzeitige Menopause
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [615] [616] [617] [618] [624] [625]
Änderungshinweis
Patientinnen sollten über Symptome einer vorzeitigen Menopause befragt werden und bei Auffälligkeiten einem Gynäkologen oder Endokrinologen zur weiteren Diagnostik und Beratung vorgestellt werden.Patienten sollen auf das Vorliegen von Symptomen eines Testosteronmangels befragt werden. Bei Auffälligkeiten soll eine Hormonanalyse durchgeführt bzw. eine Vorstellung bei einem Endokrinologen oder Andrologen veranlasst werden.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- ⊕⊕⊝⊝
Testosteronmangel
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [626]
Änderungshinweis
Patienten sollten auf das Vorliegen von Symptomen eines Testosteronmangels befragt werden. Bei Auffälligkeiten sollte eine Hormonanalyse durchgeführt bzw. eine Vorstellung bei einem Endokrinologen oder Andrologen veranlasst werden.Evidenztabellen (1)
11.3.4 EvT 11.45Zu den Empfehlungen 11.37., 11.39., 11.38., 11.39. und 11.40.
Siehe auch Kapitel 10.6. „Fertilitätsprotektive Maßnahmen“. Bei männlichen und weiblichen Patienten kann es durch Strahlen- und Chemotherapie zu einer Beeinträchtigung der Fortpflanzungsfähigkeit kommen [627]. Bei Männern führen bereits Strahlendosen von ≥ 1,2 Gy der Gonaden zu einer Reduktion der Spermatogenese [628]. Auch eine chemotherapeutische Behandlung kann bei Verwendung von Alkylanzien, insbesondere Procarbazin und Cyclophosphamid, dosisabhängig das Infertiliätsrisiko erhöhen [463][628][629]. Dagegen erscheinen alkylanzienfreie Therapieregime wie ABVD nur mit einem gering erhöhten Infertilitätsrisiko verbunden zu sein [629][630][631]
In Abhängigkeit vom Einsatz und der Dosis alkylierender Substanzen liegt die Erholungsphase nach Abschluss der Chemotherapie zwischen 1 und 5 Jahren für 70% der Patienten; aber auch längere Verläufe sind bekannt und dokumentiert. Die Wahrscheinlichkeit für die Erholung ist am höchsten während der ersten 24 Monate (Verweis auf: S2k Leitlinie zur Fertilitätserhaltung bei onkologischen Erkrankungen, Version 1.0; https://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/015-082.html). Wiederholte Spermiogramme nach Abschluss der Therapie sind daher sinnvoll.
Ferner kann es beim männlichen Geschlecht zu Beeinträchtigung der Produktion von Sexualhormonen kommen. So konnten Kiserud et al. bei insgesamt 66% der untersuchten Hodgkin Lymphom Patienten einen endogenen Hypogonadismus nachweisen [632].
Bei Patientinnen hat neben der Therapieform auch das Alter einen entscheidenden Einfluss auf das Infertilitätsrisiko [418][633]. Bei einer gonadalen Bestrahlung mit 2,5 bis 5 Gy kam es bei Frauen im Alter zwischen 15 und 40 Jahren in 30 – 40 % zu einer dauerhaften Sterilität. Jedoch führte die gleiche Strahlendosis bei Frauen über 40 Jahren in 90% zu einer persistierenden Sterilität [634]. Im Falle einer chemotherapeutischen Behandlung, insbesondere bei Verwendung von Alkylanzien, steigt das Risiko bereits ab einem Alter von 30 Jahren an noch stärker als bei jüngeren Patientinnen an [635][636]. Ferner kann die Behandlung eines Hodgkin Lymphoms zum vorzeitigen Einsetzen der Menopause und dauerhaften hormonellen Störung führen [433][637][638][639][640][636][641][642].
Somit sollte auch nach der Behandlung eines Hodgkin Lymphoms die Erholung der Gonadenfunktion erfragt und im Falle von Beschwerden durch weitere Diagnostik überprüft werden. Insbesondere bei Kinderwunsch soll eine zügige Beratung durch einen in der Behandlung von Krebspatienten erfahrenen Gynäkologen, Andrologen oder Reproduktionsmediziner erfolgen [643].
11.3.5 Fatigue
Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): Psychoonkologische Diagnostik, Beratung und Behandlung von erwachsenen Krebspatienten, Langversion 1.1, 2014, AWMF-Registernummer: 032/051OL, https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/psychoonkologie/ (Zugriff am 16.08.2019)
Im Rahmen der Nachsorge soll überprüft werden, ob Fatigue-Symptome vorliegen.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- ⊕⊕⊝⊝
Inzidenz Fatigue
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [644] [645] [646] [647]
Änderungshinweis
Patienten sollen im Rahmen der Nachsorge zum Vorliegen von Fatigue-Symptomen befragt werden.Evidenztabellen (1)
11.3.5 EvT 11.46Zur Reduzierung des Fatigue-Syndroms bei Krebspatienten (cancer-related fatigue) soll ein sich an der individuellen Belastungsfähigkeit orientierendes Ausdauertraining im Rahmen der Bewegungstherapie durchgeführt werden.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- 1a
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [648]
Zu den Empfehlungen 11.41. und 11.42.
Bei Fatigue handelt es sich definitionsgemäß um ein andauerndes, subjektives Gefühl der physischen, emotionalen und/oder geistigen Ermüdung bzw. Erschöpfung, welches unverhältnismäßig ist zu vorangegangen Aktivitäten und alltägliche Funktionen beeinträchtigt [649]. Auf Basis von verfügbaren Querschnittstudien wird der Anteil von betroffenen Patienten auf ca. 40% geschätzt [650][651][652][653]. Auch neue prospektive Studien konnten zeigen, dass Fatigue selbst Jahre nach Abschluss der Therapie ein relevantes Problem für Langzeitüberlebende eines Hodgkin Lymphoms darstellt [475][654][655][656][657] . In einer Veröffentlichung von Kreissl et al. wurde mit Hilfe der Auswertung des EORTC QLQ-C30-Fragebogen Fatigue vor und 2 bzw. 5 Jahre nach Therapie abgefragt. Patienten mit einer höheren Tumorlast berichteten häufiger Fatigue vor Therapiebeginn. Insgesamt fand sich eine hohe Zahl an Patienten mit schwerer akuter und chronischer Fatigue (frühe Stadien: 17%, intermediäre Stadien 27%, fortgeschrittene Stadien 22%), was den hohen Interventionsbedarf verdeutlicht [475]
Behringer et al. konnten negative Auswirkungen von Fatigue auf die soziale Reintegration und Lebensqualität, mit Einschränkungen im Berufsleben und finanzielle Belastungen, feststellen. Bereits vor Therapie berichteten 37% von einer schweren Fatigue, definiert als Wert ≥50 auf der 0-100 Punkte umfassenden Skala des EORTC-Questionnaire Core 30. In der Nachbeobachtungszeit berichteten noch 20-24% der an Hodgkin Lymphom Erkrankten eine schwere Fatigue. Schwerwiegende Fatigue bereits vor Therapie war mit einem signifikant verminderten PFS und einem Trend zu einem niedrigeren OS verbunden. Außerdem wurde eine negative Assoziation zwischen schwerer Fatigue und einem Beschäftigungsverhältnis beobachtet: 5-Jahre nach Therapie arbeiteten nur 51% der Frauen und 63% der Männer verglichen mit Patienten, ohne Fatigue, bei denen 78% der Frauen und 90% der Männer einer Arbeit nachgingen [655].
Die Pathophysiologie der Erkrankung ist bisher nur unvollständig verstanden. Zudem gibt es keine diagnostische Methode, die allein eine „Cancer Related Fatigue“ (CRF) sicher diagnostizieren kann. Daher beruhen das Screening und die Diagnose der Erkrankung auf einem multimodalen Ansatz [658]. Angesichts der klinischen Symptomatik sollten zunächst andere organische und psychiatrische Erkrankungen ausgeschlossen werden, für die bereits etablierte Behandlungskonzepte entwickelt und validiert wurden. Ferner gibt es geeignete, validierte Fragebögen, wie z.B. MFI-20, EROTC QLQ-C30, FAQ, FACT-F, PFS oder FSI zur weiteren Diagnostik. Eine Aufstellung der empfohlenen Messinstrumente wird derzeit von der Deutschen Fatigue Gesellschaft erarbeitet.
Bislang gibt es noch wenig Evidenz zur effektiven Behandlung von Fatigue. Derzeit findet sich vor allem für Sportinterventionen die beste Evidenz, aber auch ein psychoonkologischer Ansatz sollte in die Behandlung einfließen [659]. Besteht der Verdacht auf Fatigue, sollte der Patient an einen in der Behandlung von Fatigue erfahrenen Arzt oder Psychologen überwiesen werden. Unterstützende Informationen zu Fatigue und deren Therapie bietet der Internetauftritt der Deutschen Fatigue Gesellschaft (https://deutsche-fatigue-gesellschaft.de/).
Evidenztabellen
11.1 EvT 11.2
|
Referenz/ Studientyp |
Untersuchte Population |
Intervention |
Kontrolle |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
|
(Dryver, Jernstrom et al. 2003) Retrospective analysis 2c |
n = 107 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
Baseline characteristics:
|
n = 55 |
n = 18 n = 34 |
|
n=22 biopsy/ radiologically confirmed relapses (14 identified clinically, 6 radiologically and 2 by lab testing) Routine CT scan detected 2 relapses and accounted for 29% of the total follow-up costs Routine radiological tests identified a quarter of all relapses and accounted for half of the total follow-up costs |
|
|
n = 210 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
n = Baseline characteristics:
|
none |
|
|
|
|
|
n = 709 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
n = Baseline characteristics:
The median follow-up duration is 10.3 years (range, 0 to 26). 97% of patients have been monitored for at least 1 year and 77% have been followed for at least 5 years. |
none |
|
|
|
|
Empfehlung 11.2.Nachsorgeuntersuchung – Anamnese |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
Beobachtungsstudien |
Gesamtüberleben |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ low |
|
|
|
Erkennen von Rezidiven |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ low |
11.1 EvT 11.3
|
Referenz/ Studientyp |
Untersuchte Population |
Intervention |
Kontrolle |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
|
(Dryver, Jernstrom et al. 2003) Retrospective analysis 2c |
n = 107 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
Baseline characteristics:
|
n = 55 |
n = 18 n = 34 |
|
n=22 biopsy/ radiologically confirmed relapses (14 identified clinically, 6 radiologically and 2 by lab testing) Routine CT scan detected 2 relapses and accounted for 29% of the total follow-up costs Routine radiological tests identified a quarter of all relapses and accounted for half of the total follow-up costs |
|
|
n = 210 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
n = Baseline characteristics:
|
none |
|
|
|
|
|
n = 709 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
n = Baseline characteristics:
The median follow-up duration is 10.3 years (range, 0 to 26). 97% of patients have been monitored for at least 1 year and 77% have been followed for at least 5 years. |
none |
|
|
|
|
Empfehlung 11.3 Nachsorgeuntersuchung – körperliche Untersuchung |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
Beobachtungsstudien |
Gesamtüberleben |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ low |
|
|
|
Erkennen von Rezidiven |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ low |
11.1 EvT 11.6
|
Referenz/ Studientyp |
Untersuchte Population |
Intervention |
Kontrolle |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
|
(Jakobsen, Hutchings et al. 2016) Retrospective cohort study 3 |
n = 771 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
Arm A: n = 317 Danish HL pts (follow-up including routine imaging) Baseline characteristics:
|
Arm B: n = 454
Baseline characteristics:
|
|
|
|
|
Empfehlung 11.6.Nachsorgeuntersuchung – CT |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
Beobachtungs-studien |
Gesamtüberleben |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ low |
|
|
|
Erkennen von Rezidiven |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ low |
11.1 EvT 11.7
|
(Torrey, Poen et al. 1997)Empfehlung 11.7.Nachsorgeuntersuchung – Röntgen Thorax |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
Beobachtungs-studien |
Gesamtüberleben |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ low |
|
|
|
Erkennen von Rezidiven |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ low |
11.2 EvT 11.15
|
Referenz/ Studientyp |
Untersuchte Population |
Intervention |
Kontrolle |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
|
Retrospective analysis 2c |
n = 243 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
n = 159 immediate annual screening n= 51 n= 33 Screening deferred |
none |
|
N=23, 5.5% diagnosed with BC N=5 invasieve BC diagnosed with NRASP NRASP appears to detect BC at an early stage with accetable biopsy rate |
|
|
Surveillance study 2b |
n = 115 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
n = 115 Baseline characteristics:
|
none |
|
n=12/100 (12%) cases, 5-yrs cum incidence (after screenings): 3.8% [95% CI: 1.4% to 9.9%], 20-yrs cum inc (after HL diagnosis): 10.9% [95% CI 5.3% to 18.8%], total 855 PY follow-up (1.4 BC in 100 PY)
Breast cancer-specific: n=1 (2 years after diagnosis), Not breast cancer-specific: n=3 (lung cancer recurrent HL, unknown) |
|
|
(Schellong, Riepenhausen et al. 2014) Cohort study 2b |
n = 590 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
n = 590 observational group Baseline characteristics:
|
Norm population, basing on RKI registry |
|
Female patients: 4.4% Male patients: 0%
|
|
|
Cohort study 2b |
n = 5.002 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
n = 5.002 Baseline characteristics:
|
none |
|
|
|
|
Empfehlung 11.15 Frauen – Mammakarzinom Früherkennungsuntersuchung |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
Beobachtungs-studien |
Gesamtüberleben |
|
|
|
|
|
Not reported |
|
|
|
Erkennen von Sekundärneoplasien |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ low |
11.2 EvT 11.16
|
Empfehlung 11.16. Frauen (Alter bei Erstdiagnose des Hodgkin Lymphoms <30 Jahre) - Mammakarzinom Früherkennungsuntersuchung |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
Beobachtungs-studien |
Gesamtüberleben |
|
|
|
|
|
Not reported |
|
|
|
Erkennen von Sekundärneoplasien |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ low |
11.3.1 EvT 11.19
|
Referenz/ Studientyp |
Untersuchte Population |
Intervention |
Kontrolle |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
|
(Andersson, Naslund et al. 2009) Retrospective study 2b |
n = 6.946 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
Baseline characteristics:
|
n = 4.635 HL pts who survived ≥ 1 years after HL diagnosis |
none
|
|
|
|
|
Outcome research 2c |
n = 1279 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
n = 1279 Baseline characteristics:
|
Normal matched population (=GP) |
|
N=89 pts required cardiac procedure
SIRs for cardiac procedures increased for: coronary artery bypass graft (3.19), percutaneaous intervention (1.55), implantable carioverte defibrillator or pacemaker placement (1.9), value surgery (9.19), pericardial surgery (12.91).
Coronary artery bypass graft (18.2), percutaneaous intervention (19.3), implantable carioverte defibrillator or pacemaker placement (9.4), value surgery (14.1), ), pericardial surgery (4.7) per 10.000 person-yrs
|
|
|
(Myrehaug, Pintilie et al. 2010) Population-based study |
n = 3.964 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
n = 1.096 random 30% sample (N= 1.990: n = 94 excluded: no replacement chart available/inadequate information) Baseline characteristics:
|
n = 1.974 not included in the subcohort Baseline characteristics:
|
|
age at diagnosis (HR = 1.03/years, P < .001) male sex (HR = 1.67, P = .019) Combined doxorubicin CHT + MRT: associated with a significantly higher risk than doxorubicin CHT alone (HR = 1.76, P = .02)
|
|
|
(Swerdlow, Higgins et al. 2007), Retrospective cohort study |
n = 7033 Recruitment: 1967-2000, clinical database/registry BNLI + several hospitals Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
n = 7033 Baseline characteristics:
|
No control group |
|
Deaths: 2424, 99.3% with death cause ascertained
166 deaths from myocardial infarction, SMR = 2.5, 95% CI = 2.1 to 2.9 compared with the general population
|
|
|
Review |
Long-term survivors of HL
|
N/A |
N/A |
|
|
Not a systematic review |
|
Empfehlung 11.19.Früherkennung Herzerkrankung |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
Beobachtungs-studien |
Gesamtüberleben |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ low |
|
|
|
Erkennen von Organtoxizität |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ low |
11.3.1 EvT 11.21
|
Referenz/ Studientyp |
Untersuchte Population |
Intervention |
Kontrolle |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
|
(Kupeli, Hazirolan et al. 2009) Retrospective cohort study 2b
|
n = 119 Recruitment: 2007-2008 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
n = 119 Baseline characteristics:
|
No control group |
|
Yes: n=19 (16%) No: n=100
|
|
|
Empfehlung 11.21. Früherkennung Herzerkrankung – Therapie |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
Beobachtungs-studien |
Gesamtüberleben |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ low |
|
|
|
Erkennen von Organtoxizität |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ low |
11.3.1 EvT 11.22
|
Referenz/ Studientyp |
Untersuchte Population |
Intervention |
Kontrolle |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
|
(Kupeli, Hazirolan et al. 2009) Retrospective cohort study 2b
|
n = 119 Recruitment: 2007-2008 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
n = 119 Baseline characteristics:
|
No control group |
|
Yes: n=19 (16%) No: n=100
|
|
|
Empfehlung 11.22. Früherkennung Herzerkrankung – Therapie |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
Beobachtungs-studien |
Gesamtüberleben |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ low |
|
|
|
Erkennen von Organtoxizität |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ low |
11.3.1 EvT 11.28
|
Referenz/ Studientyp |
Untersuchte Population |
Intervention |
Kontrolle |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
|
RCT 1b |
n = 476 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
Arm A: n = 163 Baseline characteristics:
|
Arm B: n = 165 Baseline characteristics:
Arm C: Baseline characteristics:
|
|
Arm A: N =22, Arm B: N = 23, Arm C: N = 12
|
|
|
Empfehlung 11.28. Früherkennung Herzerkrankung – ohne Bestrahlung, nach Anthrazyklintherapie |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
Beobachtungs-studien |
Gesamtüberleben |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ low |
|
|
|
Erkennen Organtoxizität |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ low |
11.3.1 EvT 11.26
|
Referenz/ Studientyp |
Untersuchte Population |
Intervention |
Kontrolle |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
|
(Heidenreich, Schnittger et al. 2007) Cohort study |
n = 294 (62%) Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
n = 294 stress echocardiography (97% exercise, 3% dobutamine) Baseline characteristics:
|
none |
|
|
|
|
(Kleikamp, Schnepper et al. 1997) Outcome research 2c |
n = 33 identified, n= 19 entered (n= 12 HL) Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
n = 19 Surgical treatment CAD: n= 15, AV: n= 4 Baseline characteristics:
|
none |
|
|
|
|
Empfehlung 11.26. Früherkennung Herzerkrankung – nach Bestrahlung und ohne Anthrazykline |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
Beobachtungs-studien |
Gesamtüberleben |
|
|
|
|
|
Not reported |
|
|
|
Erkennen Organtoxizität |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ low |
11.3.2 EvT 11.34
|
Referenz/ Studientyp |
Untersuchte Population |
Intervention |
Kontrolle |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
|
(Bethge, Guggenberger et al. 2000) Cohort study 2b |
n = 177 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
Baseline characteristics:
Gender: male: 92, female: 85 |
Arm A: n = 35 (20%) ChT alone (mainly COPP/ABVD)
|
Arm B: n = 44 (25%)
Arm C: |
|
C: N = 33 (34%), P<0.001 hypothyroidism |
|
|
Cohort study, retrospective 2b |
n = 1787 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
Characteristics
n=920: RT and ChT n=57 ChT alone
n=166: procarbazine, melphalan |
Arm A: n = 810
|
Arm B: n = 186
Arm C: n = 725 radiation + ChT
Arm D: n = 57 ChT alone
Arm E: n = 9 ChT followed by radiation after recurrence |
· Hypothyoridism · Hyperthyoridism
|
n=512: irradiated pts
Graves disease: 34/1787 (3.1% 20 yrs and 3.1% 26 yrs; median 4.8 (0.1 to 17.6))
|
|
|
(Illes, Biro et al. 2003) 2b |
n = 151 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
Baseline characteristics:
|
n = 40
|
n = 24
n = 82 n = 5
|
TAB |
P=0.005 previous treatment of HL and TA |
|
|
Empfehlung 11.34. Früherkennung Schilddrüsenerkrankung |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
Beobachtungs-studien |
Gesamtüberleben |
|
|
|
|
|
Not reported |
|
|
|
Erkennen Organtoxizität |
- |
- |
+1 |
- |
- |
⊕⊝⊝⊝ very low |
1: Endpunkte nicht durch Therapie, indirekte Evidenz
11.3.3 EvT 11.39
|
Referenz/ Studientyp |
Untersuchte Population |
Intervention |
Kontrolle |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
|
Retrospective review |
n = 141 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
Baseline characteristics:
|
|
none |
|
|
|
|
Cohort study |
n = 52
Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
n = 52 A: n=29 (56%) CHT alone B: n=23 (44%) CHT plus mediastinal RT CHT regimen: n=46: ABVD n=6: adriamycin, bleomycin, vinblastine, gemcitabine Baseline characteristics:
|
none |
|
|
|
|
Abstract only |
n = 39 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
n = 39 ChT + RT Baseline characteristics:
|
none |
|
|
|
|
Empfehlung 11.39. Früherkennung Lungenerkrankung – Lungenfunktionsprüfung |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
Beobachtungs-studien |
Gesamtüberleben |
- |
- |
- |
+1 |
- |
⊕⊝⊝⊝ very low |
|
|
|
Erkennen Organtoxizität |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ low |
1: sehr wenige Ereignisse
11.3.4 EvT 11.42
|
Referenz/ Studientyp |
Untersuchte Population |
Intervention |
Kontrolle |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
|
(Anderson, Remedios et al. 2018) (ovarian sub-study of RATHL trial) |
n = 67 Female participants (18 – 45 years) from the randomised phase 3 RATHL trial. Participants were treated with two cycles of ABVD or ABVD followed by interim PET scan (and then treatment adaptation according to the interim PET scan result (positive or negative))
Inclusion Criteria (of RATHL trial):
|
n = 24 received ABVD and n = 33 received AVD
n = 4 received BEACOPP and n = 6 escalated BEACOPP |
n/a |
|
Antimüllerian hormone concentrations decreased in all participants during chemotherapy treatment with reciprocal increases in follicle-stimulating hormone concentrations.
At 1 year after chemotherapy, antimüllerian hormone concentrations recovered to a median of 10·5 pmol/L (IQR 4·3–17·3) in the ABVD-AVD group, but little recovery was seen after BEACOPP (median 0·11 pmol/L [0·07–0·20]). Age also affected the extent of ovarian function recovery, with antimüllerian hormone recovery in participants aged 35 years or older in the ABVD-AVD group to 37% (SD 10) of their before treatment concentrations, compared with full recovery to 127% (SD 12) in those younger than 35 years (p<0·0001). Follicle-stimulating hormone recovery to less than 25 IU/L occurred for 95% of women younger than 35 years in the ABVD-AVD group by 2 years and was also dependent on age (hazard ratio 0·49, 95% CI 0·37–0·65; p<0·0001). |
|
|
(Baxter, Sutradhar et al. 2013) Retrospective cohort study 2b |
n = 18.461 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
n = 3,285 N=358 (10.9%) had HL Baseline characteristics:
|
n = 15,176 Baseline characteristics:
|
|
With pre-diagnosis child birth: HR: 0.57 (95%CI: 0.36 to 0.91) No pre-diagnosis child birth: HR: 0.96 (95% CI: 0.79 to 1.16) |
|
|
(Bramswig, Riepenhausen et al. 2015) Non-RCT 2b |
n = 3.244.467 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
n = 467 Baseline characteristics:
|
n = 3 244 000 Female German population as reported in Mikrozensus 2012 |
|
|
|
|
(De Bruin, Huisbrink et al. 2008) Cohort study 2b |
n = 518 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
Baseline characteristics:
|
cohort analysis: women were followed from day of first treatment for HL until whichever came first
|
none |
|
|
|
|
(Franchi-Rezgui, Rousselot et al. 2003) Cohort study 2b |
n = 84 Long-term female survivors after treatment for HL (n = 42) and NHL (n = 42) Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
n/a
|
none |
|
N = 31 became pregnant at a median time of 57 months (18–140 months) after treatment
N = 34 POF N = 19 retained relative fertility Age influences POF, if women receive alkylating agents. |
|
|
Cohort study 2b |
n = 99 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
Baseline characteristics:
|
n = 99
|
n = 67
|
|
37.4% of total pts after RT+ChT |
|
|
(van der Kaaij, Heutte et al. 2012) Cohort study 2b |
n = 460 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
n = 460 Baseline characteristics:
|
|
|
Incidence of of POF was 20.1% (95% CI 15.9% - 24.8%) compared with 0.9% (95%CI 0.3% - 1.5%) in the general population. The cumulative risk of POF for treatment with alkylating chemotherapy (n = 202) was 60% (95% CI 41% - 79%) and only 3% (95% CI 1% - 7%) or 6% (95% CI, 2% to 20%) for treatment with nonalkylating chemotherapy (ABVD or EBVP, n = 151).
Risk factors for POF:
No statistical significant influence could be demonstrated for smoking, stage of HL, B symptoms or treatment period. |
|
|
Empfehlung 11.42. Kinderwunsch |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
Beobachtungs-studien |
Schwangerschaften |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ low |
|
|
|
Fertilität |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ low |
|
|
|
Primär ovarielles Versagen |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ low |
11.3.4 EvT 11.43
|
Referenz/ |
Untersuchte Studien |
(verglichene) Interventionen |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
Literaturbelege/ |
|
(Behringer, Breuer et al. 2005) Subgroup analysis of 2 RCTS 1b
|
Inclusion criteria:
Exclusion criteria:
|
HD7 arm A: N=32 (EF) HD7 arm B: N=26 (ABVD) HD8 arm A: N=94 (COPP/ABVD + EF) HD8 arm B: N=94 (COPP/ABVD + RT + EF) HD9 arm A: N=32 (COPP/ABVD) HD9 arm B: N=53 (BEACOPP) HD9 arm C: N=74 (BEACOPP increased size) |
|
2 studies included Results:
Amenorrhea was significantly more frequent after dose-escalated BEACOPP compared with doxorubicin, bleomycin, vinblastine, and dacarbazine; cyclophosphamide, vincristine, procarbazine, prednisone, doxorubicin, bleomycin, vinblastine, and dacarbazine or standard BEACOPP (P = 0.0066) Amenorrhea after therapy was most pronounced in women with advanced-stage HL (P < 0.0001), > 30 yrs at treatment (P = 0.0065), women who did not take oral contraceptives during ChT (P = 0.0002).
Descriptive statistics: patient characteristics
|
Follow-Up: Median: 3.2 years Randomisation: yes ITT: n/a Blinding: n/a Funding: Deutsche Krebshilfe, Bundesministerium für Bildung und Forschung, Kompetenznetz Maligne Lymphome |
HD 7 – HD 9 |
|
Empfehlung 11.43. Menstruationsstörungen |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
Beobachtungs-studien |
Sekundäre Amennorhoe |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ low |
11.3.4 EvT 11.44
|
Referenz/ Studientyp |
Untersuchte Population |
Intervention |
Kontrolle |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
|
(Falorio, Biasoli et al. 2013) Retrospective case series 4 |
n = 238 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
n = 238 Baseline characteristics:
|
none |
|
|
|
|
(Letourneau, Ebbel et al. 2012) retrospective survey study |
n = 1041 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
n/a |
none
|
|
|
|
|
Empfehlung 11.39. Vorzeitige Menopause |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
Beobachtungss-tudien |
Vorzeitige Menopause |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ low |
11.3.4 EvT 11.45
|
Referenz/ Studientyp |
Untersuchte Population |
Intervention |
Kontrolle |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
|
Cohort study 2b |
n = 294 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
Baseline characteristics:
Recurrence status: HL patients: first replase n = 27, ≥2nd relapse n = 5; NHL patients: first relapse: n = 35, ≥2nd relapse n = 12 |
n/a |
n/a |
|
Treatment with alkylating agents, high-dose chemotherapy with autologous stem cell support, patients who are 50 years and older |
|
|
Empfehlung 11.45. Testosteronmangel |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
Beobachtungs-studien |
Testosteronmangel |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ low |
11.3.5 EvT 11.46
|
Referenz/ |
Untersuchte Studien |
(verglichene) Interventionen |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
Literaturbelege/ |
|
(Daniels, Oerlemans et al. 2013) SR of cohort and cross-sectional studies 2a |
Cohort (longitudinal) and cross-sectional studies from 1990 to August 2012 in Web of Science, PubMed, PsychINFO Inclusion criteria:
Exclusion criteria:
|
Reporting of fatigue |
|
22 studies included in review (published between 1993 – 2013) No meta-analysis; qualitative reporting of fatigue
Fatigue occurred in 11% to 76% of HL patients after treatment. In comparison with a healthy population based control group patients with HL were significantly more likely to suffer from fatigue (26-30%) than control group (10%).
In most studies, authors detected statistically significant higher fatigue scores in HL patients compared to norm populations or matched patients (mean differences ranged from 5 to 13%).
The review authors describe a trend towards a higher incidence in older, female, smoking, lower educated or relapsed patients. Moreover, fatigue seems to occur more frequently in patients with late complications, combined therapies, systemic |
Overall quality of included studies:
Funding: not reported |
Ganz 2003 Heutte 2009 Loge 2000 Knobel 2001 Norum 1996 Ng 2013 Greil 1999 Miltenyi 2010 Hjemstad 2005 Hjemstadt 2006 Loge 1999 Mols 2006 Oldervoll 2007 Ruffer 2003 Bloom 1993 Joly 1996 Ng 200 Van Tulder 1994 Wettergren 2003 Brandt 2010 Gil-fernandez 2003 |
|
Referenz/ Studientyp |
Untersuchte Population |
Intervention |
Kontrolle |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
|
(Behringer, Goergen et al. 2016) Non-RCT 2b |
n = 4529 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
n = 1348 Baseline characteristics:
|
n = 2271 Baseline characteristics:
|
|
Patients with sFA at baseline were statistically significant fewer working in full or part time. OR for employment pattern at 5. year of follow-up: OR 0.29 (95% CI: 0.21 to 0.41) P<0.001 |
HD13: - Sep. 30 2009 HD14: - Dec. 23 2009 Hd15: - April 18 2008
|
|
(Kreissl, Mueller et al. 2016) Cohort study (longitudinal) study 2b |
n = 4215 (patients with fatigue data) Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
Recurrence status: not reported |
n/a |
n/a |
|
Fatigue scores (max. 100)
HD13: 30.8, mean HD14: 39.8, mean HD15: 49.0, mean
HD13: 28.5, mean HD14: 28.8, mean HD15: 30.7, mean
HD13: 30.8, mean HD14: 27.1, mean HD15: 28.2, mean
Age significantly influenced fatigue scores, but no evidence for an effect was observed for sex or HL risk factors. |
*all started Jan. 23 2003 HD13: - Sep. 30 2009 HD14: - Dec. 23 2009 Hd15: - April 18 2008
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Referenz/ Studientyp |
Untersuchte Population |
Intervention |
Kontrolle |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
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(Daniels, Oerlemans et al. 2014) Cross-sectional study
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N = 180 HL survivors Patients diagnosed with HL between 1 January 1999 and 1 December 2010 were selected from a database. Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
Baseline characteristics:
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N = 180 |
General population |
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Study duration: May 2009 – May 2011 Follow-Up: Randomisation: n/a ITT: n/a Blinding: n/a Funding: The study was partly supported by the charitable JonkerDriessen Foundation and The Netherlands organisation for health research and development (Zon-MW), and through PHAROS |
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Empfehlung 11.46. Früherkennung Fatigue |
Design
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Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
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Beobachtungs-studien |
Inzidenz Fatigue |
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- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ low |
Literaturhinweise
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