7. Adjuvante Therapie des Endometriumkarzinoms – Endometriumkarzinom
7.1 Adjuvante Gestagentherapie
Eine adjuvante Gestagentherapie nach Operation eines Endometriumkarzinoms soll nicht durchgeführt werden.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- 1
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [545]
Hintergrund
Angesichts der vergleichsweisen geringen Nebenwirkungen sind hoch dosierte Gestagene als adjuvante Therapie nach der operativen Behandlung und der adjuvanten Bestrahlung des EC intensiv untersucht worden. Es liegen 7 RCTs mit 4.556 EC-Patientinnen vor, die wiederholt von der Cochrane Collaboration analysiert wurden.
Diese Metaanalysen fanden keinen Unterschied für das Gesamtüberleben nach 4, 5 und 7 Jahren. Auch die Risiken, am EC, kardiovaskulären oder interkurrenten Erkrankungen zu versterben, wurden durch eine adjuvante Gestagentherapie nicht beeinflusst. Die Autoren kommen zu dem Ergebnis, dass eine adjuvante Gestagentherapie nach Primärtherapie des EC keinen Nutzen aufweist. Weitere Studien zu dieser Frage sind wahrscheinlich nicht gerechtfertigt.
7.2 Adjuvante Strahlen- und Chemotherapie beim primären Endometriumkarzinom
Patientinnen mit low-risk-Endometriumkarzinom nach ESGO/ESTRO-Kriterien sollen keine adjuvante Strahlen- oder Chemotherapie erhalten.
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
Patientinnen mit intermediate-risk-Endometriumkarzinom nach ESGO/ESTRO-Kriterien sollen eine adjuvante vaginale Brachytherapie erhalten.
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
Patientinnen mit high-intermediate-risk-Endometriumkarzinom nach ESGO/ESTRO-Kriterien sollen eine adjuvante perkutane Strahlentherapie des kleinen Beckens erhalten.
- Konsens
- Konsens (88%)
Patientinnen mit high-intermediate-risk-Endometriumkarzinom nach ESGO/ESTRO-mit allen folgenden Kriterien: IB, G3, LVSI negativ/fokal, MMRd/NSMP, N0, können alternativ zur Beckenbestrahlung eine vaginale Brachytherapie erhalten.
- Konsens
- Starker Konsens (96,9%)
Patientinnen mit high-risk-Endometriumkarzinom nach ESGO/ESTRO-Kriterien sollen eine adjuvante Chemotherapie mit 6 Zyklen Carboplatin (AUC 5 oder 6) und Paclitaxel (175 mg/m2) oder eine kombinierte Strahlen-Chemotherapie nach dem PORTEC-III-Schema erhalten.
Die perkutane Strahlentherapie sollte als intensitätsmodulierte Radiotherapie (IMRT) durchgeführt werden.
- Empfehlungsgrad
- B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
- Evidenzlevel
- 1
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [298]
Die Risikoklassifikation der European Society of Gynaecological Oncology (ESGO), der European Society for Radiotherapy and Oncology (ESTRO) und der European Society of Pathology (ESP) wurde 2021 publiziert. Diese Klassifikation dient als Grundlage für die Wahl der adjuvanten Therapie. Die Risikoklassifikation unterscheidet 5 Risikoklassen: EC mit niedrigem Risiko ("low risk"), EC mit intermediärem Risiko ("intermediate risk"), EC mit hoch-intermediärem Risiko ("high-intermediate risk") und EC mit hohem Risiko ("high risk") [203] (siehe Tabelle I). Die ESGO/ESTRO/ESP-Risikoklassifikation integriert molekulare und klassische Prognosemarker und hat sich seit ihrer Publikation international durchgesetzt. Die ESGO/ESTRO/ESP-Risikoklassifikation wird im Sinne eines molekular-basierten individualisierten Ansatzes zur Risikoabschätzung und Therapieplanung verwendet (siehe auch Kapitel: operative Therapie).
Es soll angemerkt werden, dass für die Empfehlungen zur adjuvanten Therapie in der vorliegenden Leitlinie ein operatives Lymphknotenstaging in den Risikoklassen intermediate risk, high-intermediate risk und high-risk vorausgesetzt wird. Im Falle, einer aus internistischen oder technischen Gründen fehlenden Evaluierung der lymphonodalen Metastasierung ("NX-Situation"), sollte eine Einordnung in die ESGO/ESTRO-Risikoklassifikation anhand der vorliegenden Parameter erfolgen.
7.2.1 Studienevidenz zur adjuvanten Chemotherapie
Die Grundlage für die Therapieempfehlung für Patientinnen mit High-Risk-EC entsprechend der ESGO/ESTRO/ESP-Risikoklassifikation sind die Ergebnisse der internationalen Post-Operative-Radition-Therapy-in-Endometrial-Cancer-(PORTEC)-3-Studie. In dieser Studie wurde bei Frauen mit High-Risk-EC eine adjuvante simultane Radiochemotherapie, gefolgt von einer adjuvanten Chemotherapie im Vergleich zu einer alleinigen Radiotherapie zu einer signifikanten Verbesserung des Gesamtüberlebens geprüft [554]. Im Gesamtkollektiv betrug das 5-Jahres-Gesamtüberleben 81,4% (95%-KI 77,2 – 85,8) in der Gruppe mit Chemo- und Strahlentherapie 76,1% (71,6 – 80,9). Das 5-Jahres-Failure-free-Survival betrug 76,5% (95%-KI = 71,5 – 80,7) vs. 69,1% (63,8 – 73,8; HR 0,7; 95%-KI 0,52 – 0,94; p = 0,01). In den Subgruppen der Patientinnen im Stadium III und mit serösem EC führte jedoch die Hinzunahme der Chemotherapie zu einer deutlichen Verbesserung des 5-Jahres-Gesamtüberlebens: 78,5 vs. 68,5% (Stadium III; p = 0,043) und 71,4 vs. 52,8% (seröse EC; p = 0,037) bzw. des Failure-free Survivals: 70,9 vs. 58,4% (Stadium III; p = 0,011) und 59,7 vs. 47% (seröse EC; p = 0,008).
Die US-amerikanische GOG-258-Studie überprüfte, ob bei Patientinnen mit Hochrisiko-EC eine adjuvante Radiochemotherapie mit Cisplatin, gefolgt von 4 Zyklen einer adjuvanten Chemotherapie mit Carboplatin/Paclitaxel gegenüber einer reinen adjuvanten Chemotherapie (6 Zyklen Carboplatin/Paclitaxel) zu einem Überlebensvorteil führt [546][Matei, D et al. 2019]. Dies war nicht der Fall. Das rezidivfreie 5-Jahres-Überleben betrug 59% (95%-KI = 53 – 64%) in der Chemo/Radiotherapiegruppe und 58% (53 – 64%) in der Gruppe mit alleiniger Chemotherapie (HR 0,9; 90%-KI 0,74 – 1,10). Die zusätzliche Strahlentherapie führte entsprechend der Studienhypothese sowohl zu weniger vaginalen Rezidiven (2 vs. 7%; HR: 0,36; 95%-KI = 0,16 – 0,82) als auch zu weniger pelvinen Rezidiven und paraaortalen Lymphknotenrezidiven (11 vs. 20%; HR: 0,43; 95%-KI = 0,28 – 0,66).
Schließlich liegen noch die Daten der GOG 249-Studie vor, in der geprüft wurde, ob bei High/intermediate-Risk- und High-Risk-EC im Stadium I und II eine adjuvante vaginale Brachytherapie, gefolgt von einer verkürzten Chemotherapie (3 Zyklen) wirksamer ist als eine perkutane Strahlentherapie ± Brachytherapie [555]. Dies war nicht der Fall. Nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von 53 Monaten betrug das rezidivfreie 5-Jahres-Überleben für die perkutan bestrahlte Gruppe 76% (95%-KI = 0,70 – 0,81) und für die Brachytherapie/Chemotherapiegruppe 76% (0,70 – 0,81). Die Hazard Ratio betrug 0,92 (90%-KI = 0,69 – 1,23). Das 5-Jahres-Gesamtüberleben betrug 87% (95%-KI = 83 – 91%) für die perkutan bestrahlten Patientinnen und 85% (95%-KI: 81 – 90%) für die Brachytherapie/Chemotherapiegruppe (HR: 1,04; 90%-KI = 0,71 – 1,52).
Daten von Nomura et al. und Miller et al. [556], [548], betonen den Stellenwert der adjuvanten Chemotherapie mit Carboplatin und Paclitaxel gegenüber alternativen Schemata. Nomura et al. konnten in einer randomisierten Studie an Patientinnen mit Hochrisiko-EC Stadium I-IV zeigen, dass die folgenden 3 Schemata: Doxorubicin 60 mg/m2 plus Cisplatin 50 mg/m2; Docetaxel 70 mg/m2 plus Cisplatin 60 mg/m2 und Paclitaxel, 180 mg/m2 plus Carboplatin AUC 6 hinsichtlich des progressionsfreien Überlebens und des Gesamtüberlebens gleichwertig sind. Miller et al. zeigten in einer randomisierten Studie (GOG 209) an Patientinnen mit EC der Stadien III und IV oder mit Rezidiv, dass 7 Zyklen Paclitaxel 175 mg/m2 plus Carboplatin AUC 6 non-inferior im Vergleich zu Doxorubicin 45 mg/m2 plus Cisplatin 50 mg/m2 plus Paclitaxel 160 mg/m2 (mit GCSF-Support) sind. Eine adjuvante Chemotherapie in frühen oder fortgeschrittenen EC-Stadien soll daher mit Carboplatin AUC 6 und Paclitaxel 175 mg pro Quadratmeter durchgeführt werden. Bei Kombination mit perkutaner Strahlentherapie sollte Carboplatin AUC 5 dosiert werden. Bei Kontraindikationen kann auch Adriamycin und Cisplatin angewendet werden.
Von besonderem Interesse für die in dieser Leitlinie enthaltenen Empfehlungen und die Beurteilung der Risikoklassen der der ESGO/ESTRO/ESP-Risikoklassifikation des Endometriumkarzinoms waren die Auswertungen der PORTEC-2-Studie und der PORTEC-3-Studien hinsichtlich des prädiktiven Wertes molekularer Subtypen. Wortmann et al. konnten anhand einer kombinierten molekularen und immunhistochemischen Profilierung des PORTEC-2-Kollektivs zeigen, dass Patientinnen mit ,high-intermediate risk‘-EC (definiert als FIGO [1988] 1C G1/2 >60 Jahre oder FIGO [1988] 1B G3 >60 Jahre oder FIGO [1988] 2A – ausgenommen G3 mit tiefer Stromainvasion), bei denen der Nachweis eines Risikoprofils vorlag (p53-mutant oder L1CAM+ oder extensive LVSI) von einer adjuvanten Beckenbestrahlung profitierten [298]. Laut dieser Arbeit sollte daher umgekehrt bei Patientinnen mit "high-intermediate risk"-EC ohne Nachweis einer Risikokonstellation (p53-mutant oder L1CAM+ oder extensive LVSI) lediglich eine adjuvante vaginale Brachytherapie erfolgen.
Leon-Castillo et al. untersuchten den prädiktiven Wert der 4 molekularen Subtypen (p53 abnorm, POLE-ultramutiert, MMR-defizient und no specific molecular profile) hinsichtlich des Therapieerfolges einer adjuvanten Radiochemotherapie, gefolgt von 4 x Carboplatin/Paclitaxel im Rahmen der PORTEC-3-Studie [315]. Es zeigte sich, dass lediglich die Gruppe mit p53-abnormen EC von der adjuvanten Radiochemotherapie, gefolgt von Chemotherapie profitierten. Daher lässt sich aus diesen Daten die Hypothese aufstellen, dass bei Patientinnen mit serösem EC, Stadium FIGO III (inklusive pN1/2) oder bei "high-risk"-Konstellation (FIGO 1A G3 mit LVSI, FIGO 1B G3, FIGO II, FIGO III, FIGO I-III mit seröser oder klarzelliger Histologie) lediglich im Falle des Nachweises eines p53-abnormen molekularen Subtyps eine adjuvante Radiochemotherapie mit Cisplatin gefolgt von 4 Zyklen Carboplatin/Paclitaxel durchgeführt werden sollte. Allerdings betonen die Autoren, dass auf Grund der kleinen Fallzahlen in den Subgruppen, der unvollständigen Erfassung der Gewebeproben und des retrospektiven Charakters der Analyse diese nur als hypothesengenerierend angesehen werden kann.
7.2.2 Studienevidenz zur adjuvanten Strahlentherapie
Die Rolle der externen Beckenbestrahlung bei EC (endometrioide Histologie) im Stadium I wurde in einer Metaanalyse randomisierter Studien von Kong et al. [557] betrachtet. In diese Metaanalyse wurden 8 Studien mit 4.273 Patientinnen mit Endometriumkarzinom im Stadium I eingeschlossen. Im Vergleich externe Strahlentherapie vs. keine externe Strahlentherapie (bei balancierter Verteilung des Einsatzes einer vaginalen Brachytherapie) zeigte sich für die Gesamtgruppe im Stadium I kein Effekt auf das Gesamtüberleben (primärer Endpunkt der Metaanalyse), das krankheitsspezifische Überleben oder die Fernmetastasierungsrate, wohl aber eine signifikante Absenkung der lokoregionären Rezidivrate (HR = 0,36, 95% CI = 0,25–0,52; p < 0,001). In der Metaanalyse war die Durchführung der externen Strahlentherapie mit erhöhten Raten an Akuttoxizitäten (RR = 4,68, 95 % CI = 1,35–16,16; I2 = 0 %; p = 0,01 für Grade 3 und 4) sowie an Spättoxizitäten (RR = 2,58, 95 % CI = 1,61–4,11; I2 = 0 %; p < 0,001) verbunden.
In der randomisierten Studie PORTEC-1 wurden 714 Patientinnen im Therapiezeitraum 1990–1997 nach Hysterektomie ohne Lymphadenektomie in den Stadien IB, also mehr als 50 % Myometriuminfiltration mit G1–2 oder IA mit Myometriuminfiltration (Myometriuminfiltration < 50 %) mit G2–3, randomisiert (externe Beckenbestrahlung mit 46 Gy (2-dimensionale Bestrahlungstechniken) vs. alleinige Beobachtung).
Bei einer medianen Nachbeobachtungszeit von 13,3 Jahren [558] fand sich im Gesamtkollektiv eine 15-Jahres-lokoregionäre Rezidivrate von 5,8 % (mit Bestrahlung) vs. 15,5 % (ohne) (HR = 3,46; 95 % CI 1,93–6,18; log-rank test p < 0,0001), die vaginale Rezidivrate betrug 2,5 % (mit Beckenbestrahlung) vs. 11 % (ohne Beckenbestrahlung) (kein p-Wert angegeben). Das 15-Jahres-Gesamtüberleben lag bei 52 % (mit Beckenbestrahlung) vs. 60 % (ohne Beckenbestrahlung) (HR = 0,84; 95 % CI 0,67–1,06; log-rank test, p = 0,14), das rezidivfreie 15-Jahres-Überleben bei 50 % (mit Beckenbestrahlung) vs. 54 % (ohne Beckenbestrahlung) (p = 0,94).
In der niederländischen PORTEC-2-Studie [559]], wurde geprüft, ob im Stadium I „high intermediate risk“ die alleinige vaginale Brachytherapie im Vergleich zu externer Beckenbestrahlung eine vergleichbar gute lokoregionäre, insbesondere vaginale, Tumorkontrolle absichern kann, bei günstigerem Toxizitäts- und Lebensqualitätsprofil. Eingeschlossen wurden dabei: Alter > 60 Jahre mit Stadium IB und G1–2 oder mit Stadium IA und G3.
Inzwischen wurden die 10-Jahres-Daten der PORTEC-2-Studie publiziert [298]: Während insgesamt die annähernde Gleichwertigkeit der vaginalen Brachytherapie zur externen Beckenbestrahlung in den untersuchten Stadiengruppen bestätigt wurden, konnten histopathologisch bzw. molekular definierte Subgruppen herausgearbeitet werden, die von der externen Bestrahlung profitieren. Nach 10 Jahren betrug das Gesamtüberleben 69,5% (vaginale Brachytherapie) vs. 67.6% (externe Bestrahlung) (HR 0,94, 95% CI 0,67-1,32; p=0,72), die pelvine Rezidivrate 2,5% vs. 0.5% (HR 5.07, 95% CI 0,59-43,41; p=0.1) und die vaginale Rezidivrate 3,0% vs. 1,5 % (HR 1,68, 95% CI 0,40-7,03; p=0,47).
In der PORTEC-2-Studie wurde für die Subgruppen p53-positiv oder L1CAM-positiv oder LVSI-positiv (definiert als „extensive LVSI“ im dreistufigen System) nach externer Beckenbestrahlung eine signifikante Absenkung der pelvinen Rezidivraten im Vergleich zur Brachytherapie nachgewiesen. Die pelvinen Rezidivraten betrugen nach 5 Jahren in der Gruppe p53-positiv ca. 30% (Brachytherapie) vs. ca. 0% (externe Bestrahlung) (p<0.001), in der Gruppe L1CAM-positiv ca. 25% (Brachytherapie) vs. ca. 0% (externe Bestrahlung) (p<0.0.1) und in der Gruppe LVSI-positiv ca. 30% (Brachytherapie) und ca. 12% (externe Bestrahlung) (p<0.001) (exakte Werte nicht angegeben, Ablesung aus Grafik). Für die genannten Gruppen besteht somit ein erhöhtes Risiko eines pelvinen Rezidivs nach alleiniger postoperativer vaginaler Brachytherapie, weshalb nun auch alternativ die postoperative externe Beckenbestrahlung empfohlen wird.
Während der Hauptnutzen der postoperativen vaginalen Brachytherapie bisher in der Absenkung des vaginalen Rezidivrisikos gesehen wurden, deuten mehrere Registerstudien konsistent auch einen daraus resultierenden Vorteil im Gesamtüberleben an [560], [561]. Es ist somit davon auszugehen, dass die vaginale Brachytherapie in den Stadiengruppen, in welchen sie bisher zur Prophylaxe des Vaginalrezidivs empfohlen wurde, aufgrund eines günstigen Nutzen-Risiko-Profils auch einen nachweisbaren günstigen Effekt auf das Gesamtüberleben hat.
Die Ergebnisse eines generellen Verzichts auf jegliche Radiotherapie bei Patientinnen im Stadium I niedrigem Risiko (hier definiert als < 50 % Myometriuminfiltration mit G1–2) oder intermediärem Risiko (> 50 % Myometriuminfiltration mit G1–2 oder < 50 % Myometriuminfiltration mit G3) wurden landesweit prospektiv in Dänemark im Therapiezeitraum 1998 bis 1999 untersucht (Überlebensdaten in Bertelsen et al. [562], Rezidivdaten in Ortoft et al. [563]). Bei einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 13,8 Jahren wurden bei niedrigem Risiko 6,3 % Rezidive (2,9 % vaginal, 1,2 % pelvin, 1,2 % abdominal und 1,0 % distant) beobachtet. Bei intermediärem Risiko traten ohne Strahlentherapie in 21,6 % Rezidive auf (9,5 % vaginal, 4,8 % pelvin, 2,2 % abdominal, 5,2 % distant). Bei Unterteilung dieser intermediären Gruppe in „high-intermediate“ (> 50 Jahre mit G2 mit > 2/3-Myometriuminfiltration oder > 70 Jahre mit G2–3 mit > 2/3-Myometriuminfiltration) und „low-intermediate“ (der Rest) betrugen die Rezidivraten für „high-intermediate“ vs. „low-intermediate“: gesamt 25,8 % vs. 16,2 %, vaginal 11,4 % vs. 7,0 %, pelvin 6,1 % vs. 3,0 %, abdominal 3,0 % vs. 1,0 % und distant 5,3 % vs. 5,1 %.
Bei der vaginalen Brachytherapie gibt es unterschiedliche Dosierung- und Fraktionierungsschemata. Es gibt keine heutigen Standards entsprechenden Phase 3-Studien, die die Dosierung der vaginalen Brachytherapie vergleichend untersuchen. In einer randomisierten Studie von Sorbe et al. wurden 6 x 2.5 Gy gegen 6 x 5,0 Gy miteinander verglichen. Dabei zeigten sich keine signifikanten Unterschiede bezüglich der lokalen Rezidivrate. Die Rate an vaginalen Verkürzungen und Blutungen war im 6 x 5 Gy Arm nach 5 Jahren signifikant erhöht. In dieser Studie wurden bei allen Patientinnen in einem kurzen Zeitraum von 8 Tagen die oberen 2/3 der Scheide bestrahlt. Eine Bestrahlung von 2/3 der Scheide sollte heutzutage nicht mehr durchgeführt werden. Daher kann das Schema 6 x 2.5 Gy nur bedingt empfohlen werden.
Bei der alleinigen vaginalen Brachytherapie sollten Dosen zwischen 15-25 Gy in 3-4 Fraktionen mittels HDR – Brachytherapie appliziert werden. In der Portec II-Studie wurde eine Dosierung von 3 x 7,0 Gy in 5mm Gewebetiefe einmal wöchentlich verwendet. Diese Dosierung wird auch in der ESGO/ESTRO/ESP-Leitlinie 2020/21 empfohlen. Äquivalente Dosisschemata sind 4 x 6,0 Gy oder 5 x 5,0 Gy 1-2 wöchentlich. Bei der vaginalen Brachytherapie als Boost nach perkutaner Strahlentherapie werden 8 – 11 Gy in 2-3 Fraktionen appliziert. Alternativ wird ein Schema mit 2 x 5,0 Gy verwendet. Die vaginale Brachytherapie als Boost sollte am Ende der perkutanen Strahlentherapie durchgeführt werden.
7.3 Strahlentherapie in fortgeschrittenen Stadien
Relevante Studien zum Stellenwert der Strahlentherapie bei endometrioidem EC (Typ I) in den Stadien III bis IVA beziehen sich auf die Effektivität im Vergleich zu einer alleinigen Chemotherapie oder als Element einer kombinierten (sequenziellen oder simultanen) Radiochemotherapie.
In einer randomisierten italienischen Multicenterstudie [564] wurden von 1990 bis 1997 491 Patientinnen der Stadien IB G3 oder II mit > 50 % Myometriuminfiltration mit G3 oder Stadium III (etw 65 % der Fälle) postoperativ randomisiert in eine Beckenbestrahlung mit 45–50 Gy oder eine Chemotherapie mit fünf Zyklen Cisplatin 50/Doxorubicin 45/Cyclophosphamid 600. 5-Jahres-Gesamtüberleben (69 % vs. 66 %, p = 0,85) und 5-Jahres-progressionsfreies Überleben (63 % vs. 63 %, p = 0,64) (HR = 1,04 95 % CI 0,72–1,50) waren nahezu identisch für Strahlentherapie vs. Chemotherapie. Es wurden folgende Rezidivraten berichtet (jeweils Strahlentherapie vs. Chemotherapie): distant (extraabdominal oder Leber) 21 %/16 %, pelvin 7 %/11 %, distant und pelvin 5 %/5 %. Die Daten weisen auf eine verbesserte lokoregionäre Kontrolle im Strahlentherapiearm und eine verbesserte distante Tumorkontrolle im Chemotherapiearm hin, was auf den Nutzen einer Kombination beider Elemente nahelegt.
In der Studie GOG 122 [555], erfolgte bei 396 Patientinnen der Stadien III oder IV nach Hysterektomie mit chirurgischem Staging und Belassung von maximal 2 cm Resttumor eine Randomisierung auf eine Ganzabdomenbestrahlung mit 30 Gy (Einzeldosis 1,5 Gy) gefolgt von einer Dosisaufsättigung des Beckens bis 45 Gy vs. einer alleinigen Chemotherapie mit sieben Zyklen Doxorubicin 60/Cisplatin 50, gefolgt von einem Zyklus Cisplatin.
Trotz Randomisierung war die Stadienverteilung zwischen den Armen ungleich, z. B. nodal positiv 45,1 % im Arm Strahlentherapie und 58,2 % im Arm Chemotherapie. Das 5-Jahres-progressionsfreie Überleben betrug 42 % mit Chemotherapie und 38 % mit Strahlentherapie, das 5-Jahres-Gesamtüberleben 53 % vs. 42 % (p-Werte nicht angegeben). Aufgrund der Dysbalance der Stadienverteilung führten die Autoren eine stadienadjustierte Analyse durch, welche für den Chemotherapiearm einen Vorteil im 5-Jahres-Gesamtüberleben (55 % vs. 42 %, HR = 0,68, 95 % CI 0,52–0,89; p = 0,004) sowie im progressionsfreien 5-Jahres-Überleben (50 % vs. 38 %, HR = 0,71, 95 % CI 0,55–0,91; p = 0,007) ergab.
Die Studie weist methodische Mängel bezüglich der stadienadjustierten Auswertung nach Randomisierung sowie des Einsatzes der heute obsoleten Ganzabdomenbestrahlung auf.
Das Potenzial einer kombinierten, sequenziellen Radiochemotherapie wird durch die gepoolte Analyse zweier randomisierter Studien dokumentiert [565]. Dabei wurden 534 Patientinnen der Stadien I („mit Risikoprofil, das adjuvante Therapie erforderte“, nicht näher spezifiziert) sowie aufgrund von Amendments auch der Stadien II, IIIA (nur positive Peritonealzytologie) und IIIC (nur positive Lymphknoten, ohne makroskopischen Rest) randomisiert auf eine postoperative externe Beckenbestrahlung mit mindestens 44 Gy und optionaler vaginaler Brachytherapie (diese eingesetzt in 38 %, weitgehend balanciert in beiden Armen) vs. dieselbe Strahlentherapie gefolgt von einer Chemotherapie mit 4 Zyklen Doxorubicin 50/Cisplatin 50 (Amendment: auch Paclitaxel 175/Epirubicin 60, Doxorubicin 40/Carboplatin AUC5, Paclitaxel 175/Carboplatin AUC 5–6). Das behandelte Kollektiv bestand nach aktueller FIGO-Klassifikation aus Stadium IA (28 %), IB (36 %), II (14 %) bzw. III (20 %), in 29 % der Fälle lagen nicht endometrioide Histologien vor. Im primären Endpunkt progressionsfreies Überleben wurde nach fünf Jahren ein Vorteil für die sequenzielle Kombination mit 78 % vs. 69 % gesehen (HR = 0,63, 95 % CI 0,44–0,89; p = 0,009), beim Gesamtüberleben bestand ein Trend zugunsten der Kombination mit 82 % vs. 75 % (HR = 0,69, 95 % CI 0,46–1,03; p = 0,07). Dieser Vorteil beruhte überwiegend auf Effekten in der Subgruppe der endometrioiden Karzinome, mit 5-Jahres-Gesamtüberleben 84 % vs. 74 % (HR = 0,60, 95 %, CI 0,36–1,00; p = 0,05). In der Gruppe der serösen und klarzelligen Karzinome wurden keine signifikanten Vorteile der Kombination gesehen.
In der PORTEC-3-Studie wurden 660 Patientinnen der Stadien IA (mit myometraner Infiltration) G3 bis IIIC auf die Beckenbestrahlung mit 48,6 Gy (plus Brachytherapie bei Zervixbefall) vs. dieselbe Strahlentherapie mit simultaner Chemotherapie mit Cisplatin 50 mg/m2 in Woche 1 und 4 sowie sequentiell vier Zyklen Paclitaxel 175 / Carboplatin AUC5 randomisiert [566][566]. Formal wurde in dieser Studie also der Nutzen der zusätzlichen Chemotherapie in Relation zum Standard der externen Beckenbestrahlung getestet (Ergebnisse siehe oben).
In der Nachbeobachtung traten in der Bestrahlungs- plus Chemotherapiegruppe nach 3 und 5 Jahren signifikant häufiger sensorische Neuropathien Grad 2 und höher auf. Nach 3 Jahren hatten in der Chemo/Radiationgruppe 21% der Patientinnen Schwächen in den Extremitäten, während hierunter nur 5% in der Bestrahlungsgruppe litten. Bis zu 3 Jahren wurden in den physischen und Rollenfunktionsscores in der Chemo/Radiotherapiegruppe schlechtere Werte beobachtet. Die langfristigen globalen Gesundheits- und Lebensqualitätsscores unterschieden sich zwischen beiden Gruppen nicht.
Somit hat die PORTEC-3-Studie gegenüber dem Standardarm der Beckenbestrahlung (± Brachytherapie) die simultane Radiochemotherapie, gefolgt von sequentieller Chemotherapie als einen neuen Standard mit Überlebensvorteil insbesondere im Stadium III und in der Gruppe mit p53-Mutation definiert.
Die Studie GOG 258 verglich in den Stadien III bis IVA (mit < 2 cm Resttumor) jeglichen Typs sowie den Stadien I bis II serös-klarzellig die alleinige Chemotherapie mit 6 Zyklen Paclitaxel 175 / Carboplatin AUC 6 gegen eine Radiochemotherapie mit 2 Gaben Cisplatin 50 simultan gefolgt von 4 Zyklen Paclitaxel 175 / Carboplatin AUC 5 [546][546] (Ergebnisse siehe oben).
Ebenso wie bei der GOG 249 Studie ist bei nach den bisherigen Daten bestehender Gleichwertigkeit der beiden Therapiearme hinsichtlich des onkologischen Outcomes die akute und Spättoxizität von besonderer Bedeutung: Die Akut-Toxizität der Grade 3, 4 und 5 war mit 58% vs. 63% im Radiochemotherapie-Arm günstiger, insbesondere die Grad 4 Toxizität war mit 14% vs. 30% im Chemotherapie-Arm wesentlich ausgeprägter, Toxizität Grad 5 gab es nur im Chemotherapie-Arm. Auch die Lymphödem-Rate war im Radiochemotherapie-Arm mit 7 vs. 15 % (p< 0,05) günstiger, was möglicherweise mit der geringeren Rate an pelvinen und paraaortalen Rezidiven in Zusammenhang stehen könnte. In der Bewertung sollte auch die mitunter massive Symptomatik von pelvinen wie paraaortalen Tumorrezidiven mit in Betracht gezogen werden. Hier ist ein Therapieansatz, der die Radiotherapie inkludiert, auch unabhängig vom sonstigen onkologischen Outcome vorteilhafter. Es bleibt abzuwarten, ob die niedrigere Rate an Fernmetastasen nach alleiniger Chemotherapie zu einem verbesserten Überleben führt [546][Matei, D et al. 2019].
In Abwesenheit aktueller Daten aus randomisierten Studien zum Effekt der Strahlentherapie auf das Gesamtüberleben in den Stadien III bis IVA kann eine aktuelle Analyse der National Cancer Database aus 2004 bis 2016 mit 13.270 Patientinnen, die eine Polychemotherapie erhalten haben, betrachtet werden [567]. In der Cox-adjustierten Analyse des Gesamtüberlebens zeigte bei den endometrioiden Karzinomen die Hinzunahme der externen Strahlentherapie eine Verbesserung im Stadium III (HR 0,87, 95% CI 0,79-0,96, p=0,004), die bei Betrachtung der Subgruppen am deutlichsten im Stadium IIIC war (HR 0,84, 95% CI 0,75 – 0,95, p=0,003). Im Stadium IVA endometrioid war der Effekt bei kleiner Gruppengröße nicht signifikant (HR 0,38, 95% CI 0,10 – 1,41, p=0,15). Bei den nicht endometrioiden Karzinomen verbesserte die Hinzunahme der externen Strahlentherapie das Gesamtüberleben im Gesamtstadium III (HR 0,80, 95% CI 0,72-0,88, p<0,0001), insbesondere in den Untergruppen IIIB (HR 0,52 95% CI 0,32-0,86) und IIIC (HR 0,79, 95% CI 0,70 – 0,88, p<0,0001). Die Registerdaten sprechen somit für einen Überlebensvorteil der externen Strahlentherapie in Subgruppen des in GOG 258 betrachten Kollektivs (für das Überlebensdaten noch nicht vorliegen), insbesondere für das Stadium IIIC endometrioid.
Sofern bei Patientinnen im Stadium III bis IVA postoperativ eine sequentielle (nicht simultane) Durchführung von Chemotherapie und Strahlentherapie erfolgt, sprechen die Ergebnisse aktueller Registerstudien für die Sequenz Chemotherapie gefolgt von Strahlentherapie. Eine Analyse der National Cancer Database der USA (2004-2014, n=5795 Patientinnen der Stadien III-IVA) betrachtete das Gesamtüberleben nach Chemotherapie gefolgt von Radiotherapie vs. der umgekehrten Sequenz. Dieses war nach 5 Jahren signifikant besser für Beginn mit Chemotherapie (80.1%) als Beginn mit Radiotherapie (73.3%, p<0.001) [568].
Zur kombinierten Chemo-Immuntherapie mit Carboplatin und Paclitaxel in Kombination mit Pembrolizumab, Dostarlimab, Durvalumab/Olaparib und Atezolizumab (siehe Kapital Nachsorge/Rezidiv/Metastasen des Endometriumkarzinoms).
7.4 Kombination von perkutaner Strahlentherapie und vaginaler Brachytherapie und Kombination von systemischer Chemotherapie mit perkutaner Strahlentherapie oder vaginaler Brachytherapie in fortgeschrittenen Stadien
In Abweichung von den Empfehlungen zur Anwendung einer systemischen Chemotherapie bzw. einer simultanen Radiochemotherapie gefolgt von einer systemischen Chemotherapie nach dem PORTEC-III-Schema wurden bei Patientinnen mit fortgeschrittenen Tumorstadien auch andere Vorgangsweisen in der Literatur beschrieben, z.B. die Kombination von perkutaner Strahlentherapie und vaginaler Brachytherapie bzw. von Chemotherapie und vaginaler Brachytherapie oder perkutaner Strahlentherapie.
Bei Patientinnen mit endometrioidem Endometriumkarzinom und positiven LK, Befall der uterinen Serosa, der Adnexe, der Vagina, der Blase oder des Rektums (Stadien III-IVA) kann alternativ zu einer systemischen Chemotherapie bzw. einer simultanen Radiochemotherapie gefolgt von einer systemischen Chemotherapie nach dem PORTEC-III-Schema auch eine systemische Chemotherapie in Kombination mit einer vaginalen Brachytherapie oder einer sequenziellen perkutanen Radiotherapie erfolgen.
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
Bei Kombination einer Chemotherapie mit alleiniger vaginaler Brachytherapie kann die Brachytherapie nach oder zwischen den Chemotherapiegaben erfolgen.
- Empfehlungsgrad
- 0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
- Evidenzlevel
- 3
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
- Literatur
- [568]
Änderungshinweis
Bei Kombination einer Chemotherapie mit alleiniger vaginaler Brachytherapie kann die Brachytherapie nach oder zwischen den Chemotherapiegaben erfolgen.In der Studie GOG-258 führte die Kombination aus adjuvanter systemsicher Chemotherapie und sequenzieller Beckenbestrahlung zwar nicht zu einer Verbesserung der rezidivfreien Überlebensdauer, war aber erwartungsgemäß mit einer signifikanten Verbesserung der lokalen Kontrolle assoziiert (5-Jahresrate an Vaginalrezidiven 2% versus 7%; HR 0.36; 95 KI 0.16-0.82 und 5-Jahresrate an pelvinen und/oder paraaortalen Rezidiven 11% versus 20%; HR 0.43; 95% KI 0.28-0.66) [546][546]. Kurnit et al. untersuchten Patientinnen mit serösen EC (Stadium IA-II) und fanden einen positiven Effekt einer Brachytherapie und einer kombinierten systemischen Chemotherapie und Brachytherapie im Vergleich zu keiner adjuvanten Therapie bzgl. des rezidivfreien Überlebens und des Gesamtüberlebens [569].
Eine Metaanalyse von Ao et al. wertete 14 RCTs mit 5872 Patientinnen der Stadien I-III aus und konnte zeigen, dass die Kombination aus externer Beckenbestrahlung und Chemotherapie die größten Effekte auf das progressionsfreie Überleben, das Gesamtüberleben und das Auftreten von Fernmetastasen und Lokalrezidiven hat und dass die Toxizität dieser Behandlung tolerabel ist [570].
In Abwesenheit aktueller Daten aus randomisierten Studien zum Effekt der Strahlentherapie auf das Gesamtüberleben in den Stadien III bis IVA kann eine Analyse der National Cancer Database aus 2004 bis 2016 mit 13.270 Patientinnen, die eine Polychemotherapie erhalten haben, betrachtet werden [567]. In der Cox-adjustierten Analyse des Gesamtüberlebens zeigte bei den endometrioiden Karzinomen die Hinzunahme der externen Strahlentherapie eine Verbesserung im Stadium III (HR 0,87, 95% CI 0,79-0,96, p=0,004), die bei Betrachtung der Subgruppen am deutlichsten im Stadium IIIC war (HR 0,84, 95% CI 0,75 – 0,95, p=0,003). Im Stadium IVA endometrioid war der Effekt bei kleiner Gruppengröße nicht signifikant (HR 0,38, 95% CI 0,10 – 1,41, p=0,15). Bei den nicht endometrioiden Karzinomen verbesserte die Hinzunahme der externen Strahlentherapie das Gesamtüberleben im Gesamtstadium III (HR 0,80, 95% CI 0,72-0,88, p<0,0001), insbesondere in den Untergruppen IIIB (HR 0,52 95% CI 0,32-0,86) und IIIC (HR 0,79, 95% CI 0,70 – 0,88, p<0,0001). Die Registerdaten sprechen somit für einen Überlebensvorteil der externen Strahlentherapie in Subgruppen des in GOG 258 betrachten Kollektivs (für das Überlebensdaten noch nicht vorliegen), insbesondere für das Stadium IIIC endometrioid.
Sofern bei Patientinnen im Stadium III bis IVA postoperativ eine sequentielle, (nicht simultane) Durchführung von Chemotherapie und Strahlentherapie erfolgt, sprechen die Ergebnisse aktueller Registerstudien für die Sequenz Chemotherapie gefolgt von Strahlentherapie. Eine Analyse der National Cancer Database der USA (2004-2014, n=5795 Patientinnen der Stadien III-IVA) betrachtete das Gesamtüberleben nach Chemotherapie gefolgt von Radiotherapie vs. der umgekehrten Sequenz. Dieses war nach 5 Jahren signifikant besser für Beginn mit Chemotherapie (80.1%) als Beginn mit Radiotherapie (73.3%, p<0.001) [568].
7.5 Vaginale Brachytherapie als Boost bei postoperativer perkutaner Beckenbestrahlung
Bei Vorliegen von besonderen Risikofaktoren für ein vaginales Rezidiv (Stadium II oder Stadium IIIB-vaginal oder LSVI oder knappem vaginalen Resektionsrand, kann nach der postoperativen Beckenbestrahlung nach Hysterektomie eine zusätzliche vaginale Brachytherapie als Boost durchgeführt werden.
- Konsens
- Starker Konsens
Hintergrund
Bei Indikation zur externen Beckenbestrahlung soll nicht automatisch zusätzlich eine vaginale Brachytherapie durchgeführt werden. In der Studie PORTEC-1 wurde im Arm mit alleiniger externer Beckenbestrahlung (ohne zusätzliche vaginale Brachytherapie) eine vaginale Rezidivrate von nur 2,5 % nach 15 Jahren beobachtet [558].
In PORTEC-2 traten nach alleiniger Beckenbestrahlung nach 5 Jahren nur in 1,6 % vaginale Rezidive auf [559]. In Ermangelung randomisierter Studien zu Beckenbestrahlung ± vaginaler Brachytherapie wurden in einem aktuellen Review [571], retrospektive Studien zur Thematik betrachtet. Eine Empfehlung der Kombination Beckenbestrahlung und Brachytherapie wurde für Patientinnen der Stadien II und IIIB, jeweils mit knappen oder positiven Schnitträndern, ausgesprochen.
7.6 Adjuvante Therapie bei Karzinosarkomen
Hintergrund
Karzinosarkome (Stadien I bis IVA mit myomatraner Invasion, kein postoperativer Resttumor) werden in der neuen ESGO/ESTRO-Risikoklassifikation unter der Kategorie high-risk eingeordnet.
Zur adjuvanten Therapie in den Stadien I und II des Karzinosarkoms wurden nur wenige Studien publiziert, z.B. eine retrospektive multizentrische Fallserie von 111 Patientinnen. Von diesen hatten 44 (40 %) keine adjuvante Therapie, 23 (20 %) eine adjuvante Strahlentherapie, 29 (26 %) eine adjuvante Chemotherapie und 15 Frauen (14 %) eine Radiochemotherapie erhalten. Frauen, die eine Chemotherapie erhielten, hatten ein besseres PFS als diejenigen, die nur eine Radiotherapie erhielten oder lediglich beobachtet wurden (HR = 0,28; CI = 0,12–0,64 im multivariaten Cox-Modell). 16 Patientinnen hatten die Kombination aus Cisplatin/Ifosfamid, 18 die Kombination aus Carboplatin/Paclitaxel erhalten [572][Cantrell, L. A. et al. 2012]. Zur Frage des „Off-Label-Use“ s. oben.
In einer Metaanalyse der Cochrane Collaboration [573], verbesserte die Kombinationstherapie aus Ifosfamid und Cisplatin bzw. Paclitaxel im Vergleich zu einer Ifosfamid-Monotherapie signifikant das PFS (HR = 0,72; CI = 0,58–0,90) und das OS (HR = 0,75; CI = 0,60–0,94). Die Nebenwirkungen waren, bis auf Übelkeit und Erbrechen (HR = 3,53; CI = 1,33–9,37), in der Kombinationsgruppe nicht signifikant unterschiedlich zu denen in der Ifosfamid-Monotherapie-Gruppe.
In einer 2022 publizierten Phase III-Studie der GOG (GOG-0261) wurde bei 637 Frauen mit Chemotherapie-naivem Karzinosarkom des Uterus (n=536) oder Karzinosarkom des Ovars (n=101) Carboplatin (AUC 6; d1, q21) und Paclitaxel (175 mg/m2; d1, q21) für 6-10 Zyklen gegen Ifosfamid (1,6 g/m2; d1-3, q21 + orales Mesna) und Paclitaxel (135 mg/m2; d1, q21) mit G-CSF-Unterstützung in jedem Zyklus geprüft ([574]). Das mediane PFS betrug 16 vs. 12 Monate, das mediane OS betrug 37 vs. 29 Monate (mit Nachweis der Nicht-Unterlegenheit bzw. Überlegenheit von Carboplatin/Paclitaxel hinsichtlich PFS). Auch in den Subgruppen (ovarielles/uterines Karzinosarkom; Stadium III; vorhergehende Strahlentherapie) zeigte sich durchgehend die Nicht-Unterlegenheit bzw. Überlegenheit von Carboplatin/Paclitaxel).
7.7 Vorgehen nach Morcellierung eines Endometriumkarzinoms
Ein EC kann in sehr seltenen Fällen auch als Zufallsdiagnose im Rahmen einer Hysterektomie auftreten. So fanden sich z.B. in einer großen retrospektiven Analyse aus Tübingen mit 10756 Hysterektomien nur 45 Fälle von unerwarteten Malignomen (45/10756; 0.42%) [575]. 33 der 45 Fälle waren ECs, 12 waren uterine Sarkome. In 42/45 Fällen handelte es sich um Tumoren des Stadiums I, die Lethalität betrug 1/33 für EC und 3/12 für uterine Sarkome.
Falls in derartigen Fällen eine Morcellierung durchgeführt wurde, kann es zu einer Tumorzellverschleppung in den Abdominalraum kommen. In einer retrospektiven Kohortenstudie mit 41 777 Patientinnen nach Morcellement fanden White et al. 257 (0.67%) EC [576]. In einer retrospektiven Serie von 843 Fällen von okkulten ECs nach Morcellement fanden Xu et al. keinen negativen Einfluss auf das krankheitsfreie Überleben [577]. Auch von Bargen et al. fanden bei 5 Patientinnen mit EC nach Morcellement nach 42 Monaten kein Rezidiv [578]. Insgesamt kann daher bei schwacher Datenlage davon ausgegangen werden, dass ein Morcellement eines okkulten EC keinen kurzfristigen Effekt auf das Rezidivrisiko hat. Ob in derartigen Fällen eine systemische Chemotherapie, eine Strahlentherapie oder eine second-look-Laparoskopie sinnvoll sind, ist unklar und diese Interventionen können daher nicht evidenzbasiert empfohlen werden.
7.8 Vorgehen bei Nachweis von Mikrometastasen oder isolierten Tumorzellen (ITCs) in Sentinellymphknoten
Bei Nachweis von Mikrometastasen in einem Sentinellymphknoten kann eine adjuvante Therapie entsprechend den Empfehlungen für das high-risk Endometriumkarzinom nach ESGO/ESTRO-Kriterien erfolgen.
Hintergrund
In einer großen spanischen Kohortenstudie mit 892 EC-Fällen fanden sich Lymphknotenmetasen in 108 Fällen, davon waren 22% Mikrometastasen und 23% ITCs [579]. Patientinnen mit Mikrometastasen hatten ein geringgradig schlechteres, aber nicht signifikant reduziertes Gesamtüberleben und rezidivfreies Überleben. Ignatov et al. fanden in einer Kohortenstudie mit 428 EC-Patientinnen 126 (29.4%) Fälle von Mikrometasen [394]. Nach 84 Monaten mittlerem Follow-Up waren im Gegensatz zu den Daten von Cabrera et al. Mikrometastasen mit einem signifikant kürzeren rezidivfreien Überleben assoziiert (p=0.0001) und eine adjuvante Therapie war mit einem verbesserten rezidivfreien Überleben assoziiert (HR 0.29; 95% KI 0.13-0.65).
In der bisher größten Kohortenstudie zu ITCs mit 56 527 EC-Fällen aus der National Cancer Database fanden sich ITCs in 1462 (2.6%) der Fälle [580]. Patientinnen mit ITCs hatten eine grenzwertig schlechtere Prognose als nodal negative Patientinnen (24-Monate OS 96% versus 94%; p=0.06) und profitierten signifikant von einer adjuvanten Therapie (Radiotherapie und/oder Chemotherapie) (24-Monate OS 100% versus 96%; p=0.03).
Insgesamt deutet daher die aktuelle Datenlage darauf hin, dass Mikrometastasen mit hoher Wahrscheinlichkeit und möglicherweise auch ITCs die Prognose negativ beeinflussen und eine adjuvante Therapie möglicherweise einen positiven Effekt haben könnte. Eine Diskussion der Datenlage und eine individuelle Entscheidung hinsichtlich einer adjuvanten Therapie i.S. eines, shared decision making‘ erscheint gerechtfertigt.
Aufgrund des geringen prognostischen Einflusses von ITCs mit einer eventuell um 2% verschlechterten Prognose erscheint eine Therapieempfehlung nicht gerechtfertigt. Unter der Annahme eines 30%-igen Therapieeffekts einer Chemotherapie würden von einer adjuvanten Chemotherapie Fall lediglich 0.6% der Patientinnen profitieren und 99.4% der Patientinnen eine unnötige Chemotherapie erhalten.
7.9 Primäre alleinige Strahlentherapie bei internistischer Inoperabilität
Für Patientinnen mit Endometriumkarzinom, die aus internistischen Gründen inoperabel sind, stellt eine alleinige Strahlentherapie einen Behandlungsansatz mit kurativer Intention dar.
In Abwesenheit randomisierter Studien erstellte die Gynecological Cancer Group der European Organisation for Research and Treatment of Cancer aktuell einen systematischen Review, der den Einsatz der Radiotherapie bei dieser Indikation sowie die Ergebnisse beschreibt [581].
Insgesamt konnten 2.694 Patientinnen aus 25 Fallserien betrachtet werden. Diese wurden mit alleiniger Brachytherapie (51 %) oder der Kombination Brachytherapie plus perkutane Bestrahlung (47 %) behandelt. Nach fünf Jahren betrug das krankheitsspezifische Überleben 78,5 %, die lokale Kontrolle 79,9 % und das Gesamtüberleben, welches die präexistenten Komorbiditäten reflektiert, 53,2 %. Das Risiko für Spätfolgen ≥ Grad 3 lag bei 2,8 % (nur Brachytherapie) bzw. 3,7 % (Kombination). Auf dieser Datenbasis wird bei internistischer Inoperabilität die alleinige Brachytherapie nur für Stadium I Grad 1 empfohlen, für das restliche Stadium I sowie für die Stadien II bis IV die Kombination aus Perkutanbestrahlung und Brachytherapie.
7.10 Supportivtherapie
Bei der Durchführung von strahlentherapeutischen Maßnahmen sollen die Empfehlungen der S3-Leitlinie „Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen“ [582], berücksichtigt werden.
Die Supportivtherapie ist ein integraler Bestandteil des Behandlungskonzeptes. Die Nebenwirkungen können als akute Veränderungen während bzw. direkt im Anschluss an die Therapie oder als Spätfolgen auftreten.
7.10.1 Strahlentherapieinduzierte Übelkeit und Erbrechen
Bei Patienten, die eine Strahlentherapie erhalten, ist ebenfalls das emetogene Risiko anhand der Risikokategorien zu prüfen und eine leitliniengerechte Prophylaxe und Therapie einzuleiten.
Hintergrund
Bei Patienten, die eine kombinierte Radio(chemo)therapie erhalten, wird das emetogene Risiko in der Regel durch die Chemotherapie (siehe Adjuvante Therapie) definiert, vorbehaltlich, dass das Risiko der Strahlentherapie durch die Tumorlokalisation höher sein sollte.
7.10.2 Lokoregionäre Nebenwirkungen
7.10.2.1 Radiogene Proktitis
Eine medikamentöse Prophylaxe der radiogenen Proktitis ist nicht bekannt. 5-Aminosalicylsäure (5-ASA) ist aufgrund erhöhter Komplikationsraten während der Strahlentherapie im Abdomen kontraindiziert. Bei einer akuten Proktitis ist die topische Therapie mit Butyraten möglich (s. Fachinformation) [583]. Die Behandlung der späten radiogenen Veränderungen des Rektums ist eine interdisziplinäre Aufgabe. Es liegen einzelne Daten zu endoskopischen Verödungen vor. Bei Therapieversagen können lokale antiphlogistische Behandlungen und Einläufe mit Sucralfat (2 x 2 g in 20 ml Wasser Suspension/Tag), Sodium, Pentosanpolysulfat oder Metronidazol mit Kortison erfolgen. Diese Therapien werden z. B. in erfahrenen Zentren interdisziplinär (Gynäkologische Onkologie, Radioonkologie, Gastroenterologie) durchgeführt.
7.10.2.2 Radiogene Zystitis
Die akute Strahlentherapie-induzierte Zystitis führt zu Symptomen wie Dysurie, steigende Miktionsfrequenz und Nykturie. Im Vordergrund steht die symptomatische Behandlung der Beschwerden mittels Analgesie und Spasmolyse (Metamizol, zentral wirksame Analgetika, Butylscopolamin, Oxybutynin). Eine Alkalisierung des Harns sowie die Eisensubstitution bis hin zu Transfusionen bei rezidivierenden Mikro- und Makrohämaturien ergänzen die Therapie. Bakterielle Superinfektionen erfordern eine entsprechende antibiotische Therapie.
Der präventive Einsatz von Amifostin (= Aminothiol) zur Reduktion strahlentherapiebedingter Toxizität kann laut ASCO-Leitlinie [584], bedacht werden. Ethyol® (Amifostin) ist in Deutschland in dieser Indikation nicht zugelassen. Die kritische Abwägung der Nebenwirkungen und des Nutzens von Amifostin in dieser Off-Label-Use-Indikation ist notwendig [584].
7.10.2.3 Radiogene Vulvovaginitis
Die akute radiogene Vulvovaginitis tritt bis zu 90 Tage nach Radiatiobeginn auf und ist häufig reversibel. Zur Therapie der Vulvovaginitis stehen Dexpanthenol, Kamillesitzbäder und Sitzbäder mit synthetischen Gerbstoffen wie Phenol-Methanal- Harnstoff-Polykondensat zur Verfügung. Zur Wiederherstellung des physiologischen pH-Wertes der Vagina als Voraussetzung für die Wiederherstellung der physiologischen Vaginalflora werden Suppositorien mit gefriergetrockneten Kulturen des L. acidophilus eingesetzt. Darüber hinaus sind auch benzydaminhaltige Cremes sowieVaginalzäpfchen mit Hyaluronsäure, Vitamin A oder E und alpha-Tocopherol Azetat wirksam. (Wiezbicka et al). Zum Einsatz östrogenhaltiger Cremes, Gele, Ovula usw.
7.10.2.4 Lymphödem
Beim Lymphödem wird in der klinischen Praxis die Kombinationstherapie aus manueller Lymphdrainage und Kompressionstherapie durchgeführt. Die Frequenz und Dauer dieser kombinierten Maßnahmen richten sich nach dem Lymphödemstadium I–III. Nach Ausschluss von Kontraindikationen erfolgt die Durchführung nach Abwägung des zu erwartenden Nutzens (weitere Ausführung siehe Kapitel Physiotherapeutische Behandlung im Rahmen der Rehabilitation nach Endometriumkarzinom).
7.10.2.5 Vaginaltrockenheit, Vaginalstenose und Vaginalfibrose
Die radiogen- und/oder Chemotherapie induzierte Trockenheit der Vagina kann beim Endometriumkarzinom durch die Applikation von inerten Gleitgelen vermindert werden. Im Einzelfall kann bei hohem Leidensdruck unter sorgfältiger Risikoabwägung und entsprechender Aufklärung der Patientin eine lokale Östrogenbehandlung durchgeführt werden. Ca. 4–6 Wochen nach Ende der Strahlentherapie, die die Vaginalregion einbezogen hat, ist die mechanische Dilatation (Vaginaldilatatoren, Bepanthentampons) ein geeignetes Instrument zur Prophylaxe der Vaginalstenose (siehe auch Kapitel Nachsorge/Rezidiv/Metastasen des Endometriumkarzinoms).
7.10.2.6 Sexuelle Funktionsstörungen
Die ausreichende Information der Patientinnen über Auswirkungen der Therapie auf ihr Sexualleben und über die Möglichkeiten prophylaktisch-therapeutischer Maßnahmen (z. B. vaginale Dilatation) ist ein existenzieller Bestandteil der Therapie der Patientin mit Endometriumkarzinom (siehe auch Kapitel Sexualität und Endometriumkarzinom).
Literaturhinweise
[545] Martin-Hirsch, P. P. L., Bryant, Andrew, Keep Sarah, L., Kitchener Henry, C., Lilford, Richard, Adjuvant progestagens for endometrial cancerJohn Wiley & Sons, Ltd, Cochrane Database of Systematic Reviews, 2011., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pmc/articles/PMC4238061/
[546] Matei, D, Filiaci, V, Randall, ME, Mutch, D, Steinhoff, MM, DiSilvestro, PA, et.al. Adjuvant Chemotherapy plus Radiation for Locally Advanced Endometrial Cancer., N Engl J Med, 2019. 380 (24)(24): p. 2317-2326., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31189035/
[547] Nomura, H, Aoki, D, Michimae, H, Mizuno, M, Nakai, H, Arai, M, et.al. Effect of Taxane Plus Platinum Regimens vs Doxorubicin Plus Cisplatin as Adjuvant Chemotherapy for Endometrial Cancer at a High Risk of Progression: A Randomized Clinical Trial., JAMA Oncol, 2019. 5 (6)(6): p. 833-840., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30896757/
[548] Miller, D. S., Filiaci, V. L., Mannel, R. S., Cohn, D. E., Matsumoto, T., Tewari, K. S., et.al. Carboplatin and Paclitaxel for Advanced Endometrial Cancer: Final Overall Survival and Adverse Event Analysis of a Phase III Trial (NRG Oncology/GOG0209), J Clin Oncol, 2020. 38(33): p. 3841-3850., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33078978/
[549] de Boer, SM, Powell, ME, Mileshkin, L, Katsaros, D, Bessette, P, Haie-Meder, C, et.al. Adjuvant chemoradiotherapy versus radiotherapy alone for women with high-risk endometrial cancer (PORTEC-3): final results of an international, open-label, multicentre, randomised, phase 3 trial., Lancet Oncol, 2018. 19 (3)(3): p. 295-309., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29449189/
[550] Mirza, MR, Chase, DM, Slomovitz, BM, dePont Christensen, R, Novák, Z, Black, D, et.al. Dostarlimab for Primary Advanced or Recurrent Endometrial Cancer., N Engl J Med, 2023. 388 (23)(23): p. 2145-2158., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36972026/
[551] Eskander, RN, Sill, MW, Beffa, L, Moore, RG, Hope, JM, Musa, FB, et.al. Pembrolizumab plus Chemotherapy in Advanced Endometrial Cancer., N Engl J Med, 2023. 388 (23)(23): p. 2159-2170., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36972022/
[552] Colombo, N, Biagioli, E, Harano, K, Galli, F, Hudson, E, Antill, Y, et.al. Atezolizumab and chemotherapy for advanced or recurrent endometrial cancer (AtTEnd): a randomised, double-blind, placebo-controlled, phase 3 trial., Lancet Oncol, 2024. 25 (9)(9): p. 1135-1146., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39102832/
[553] Westin, SN, Moore, K, Chon, HS, Lee, JY, Thomes Pepin, J, Sundborg, M, et.al. Durvalumab Plus Carboplatin/Paclitaxel Followed by Maintenance Durvalumab With or Without Olaparib as First-Line Treatment for Advanced Endometrial Cancer: The Phase III DUO-E Trial., J Clin Oncol, 2024. 42 (3)(3): p. 283-299., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37864337/
[298] Wortman, BG, Creutzberg, CL, Putter, H, Jürgenliemk-Schulz, IM, Jobsen, JJ, Lutgens, LCHW, et.al. Ten-year results of the PORTEC-2 trial for high-intermediate risk endometrial carcinoma: improving patient selection for adjuvant therapy., Br J Cancer, 2018. 119 (9)(9): p. 1067-1074., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30356126/
[203] Concin, N, Matias-Guiu, X, Vergote, I, Cibula, D, Mirza, MR, Marnitz, S, et.al. ESGO/ESTRO/ESP guidelines for the management of patients with endometrial carcinoma., Int J Gynecol Cancer, 2021. 31 (1)(1): p. 12-39., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33397713/
[554] de Boer, P., Adam, J. A., Buist, M. R., van de Vijver, M. J., Rasch, C. R., Stoker, J., et.al. Role of MRI in detecting involvement of the uterine internal os in uterine cervical cancer: systematic review of diagnostic test accuracy, Eur J Radiol, 2013. 82: p. e422-8.
[555] Randall, M. E., Filiaci, V. L., Muss, H., Spirtos, N. M., Mannel, R. S., Fowler, J., et.al. Randomized phase III trial of whole-abdominal irradiation versus doxorubicin and cisplatin chemotherapy in advanced endometrial carcinoma: a Gynecologic Oncology Group Study, J Clin Oncol, 2005. 24: p. 36-44., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16330675
[556] Nomura, H., Aoki, D., Susumu, N., Mizuno, M., Nakai, H., Arai, M., et.al. Analysis of the relapse patterns and risk factors of endometrial cancer following postoperative adjuvant chemotherapy in a phase III randomized clinical trial, Gynecol Oncol, 2019. 155(3): p. 413-419., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31601493/
[315] León-Castillo, A, de Boer, SM, Powell, ME, Mileshkin, LR, Mackay, HJ, Leary, A, et.al. Molecular Classification of the PORTEC-3 Trial for High-Risk Endometrial Cancer: Impact on Prognosis and Benefit From Adjuvant Therapy., J Clin Oncol, 2020. 38 (29)(29): p. 3388-3397., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32749941/
[557] Kong, A., Johnson, N., Kitchener, H. C., Lawrie, T. A., Adjuvant radiotherapy for stage I endometrial cancer: an updated Cochrane systematic review and meta-analysis, J Natl Cancer Inst, 2012. 104: p. 1625-34., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22962693
[558] Creutzberg, C. L., Nout, R. A., Lybeert, M. L., Warlam-Rodenhuis, C. C., Jobsen, J. J., Mens, J. W., et.al. Fifteen-year radiotherapy outcomes of the randomized PORTEC-1 trial for endometrial carcinoma, Int J Radiat Oncol Biol Phys, 2011. 81: p. e631-8., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21640520
[559] Nout, R. A., Smit, V. T., Putter, H., Jurgenliemk-Schulz, I. M., Jobsen, J. J., Lutgens, L. C., et.al. Vaginal brachytherapy versus pelvic external beam radiotherapy for patients with endometrial cancer of high-intermediate risk (PORTEC-2): an open-label, non-inferiority, randomised trial, Lancet, 2010. 375: p. 816-23., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20206777
[560] AlHilli, M, Amarnath, S, Elson, P, Rybicki, L, Dowdy, S, Impact of vaginal brachytherapy on survival in stage I endometrioid endometrial carcinoma., Int J Gynecol Cancer, 2020. 30 (6)(6): p. 789-796., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32184268/
[561] Rydzewski, NR, Strohl, AE, Donnelly, ED, Kanis, MJ, Lurain, JR, Nieves-Neira, W, et.al. Receipt of vaginal brachytherapy is associated with improved survival in women with stage I endometrioid adenocarcinoma of the uterus: A National Cancer Data Base study., Cancer, 2016. 122 (23)(23): p. 3724-3731., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27509082/
[562] Bertelsen, K., Ortoft, G., Hansen, E. S., Survival of Danish patients with endometrial cancer in the intermediate-risk group not given postoperative radiotherapy: the Danish Endometrial Cancer Study (DEMCA), Int J Gynecol Cancer, 2011. 21: p. 1191-9., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21885985
[563] Ortoft, G., Hansen, E. S., Bertelsen, K., Omitting adjuvant radiotherapy in endometrial cancer increases the rate of locoregional recurrences but has no effect on long-term survival: the Danish Endometrial Cancer Study, Int J Gynecol Cancer, 2013. 23: p. 1429-37., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24257557
[564] Maggi, R., Lissoni, A., Spina, F., Melpignano, M., Zola, P., Favalli, G., et.al. Adjuvant chemotherapy vs radiotherapy in high-risk endometrial carcinoma: results of a randomised trial, Br J Cancer, 2006. 95: p. 266-71., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16868539
[565] Hogberg, T., Signorelli, M., de Oliveira, C. F., Fossati, R., Lissoni, A. A., Sorbe, B., et.al. Sequential adjuvant chemotherapy and radiotherapy in endometrial cancer--results from two randomised studies, Eur J Cancer, 2010. 46: p. 2422-31., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20619634
[566] de Boer, SM, Powell, ME, Mileshkin, L, Katsaros, D, Bessette, P, Haie-Meder, C, et.al. Adjuvant chemoradiotherapy versus radiotherapy alone in women with high-risk endometrial cancer (PORTEC-3): patterns of recurrence and post-hoc survival analysis of a randomised phase 3 trial., Lancet Oncol, 2019. 20 (9)(9): p. 1273-1285., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31345626/
[567] Xiang, M, English, DP, Kidd, EA, Defining the survival benefit of adjuvant pelvic radiotherapy and chemotherapy versus chemotherapy alone in stages III-IVA endometrial carcinoma., Gynecol Oncol, 2019. 154 (3)(3): p. 487-494., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31257010/
[568] Goodman, CR, Hatoum, S, Seagle, BL, Donnelly, ED, Barber, EL, Shahabi, S, et.al. Association of chemotherapy and radiotherapy sequence with overall survival in locoregionally advanced endometrial cancer., Gynecol Oncol, 2019. 153 (1)(1): p. 41-48., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30660345/
[569] Kurnit, KC, Nobre, SP, Fellman, BM, Iglesias, DA, Lindemann, K, Jhingran, A, et.al. Adjuvant therapy in women with early stage uterine serous carcinoma: A multi-institutional study., Gynecol Oncol, 2022. 167 (3)(3): p. 452-457., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36243601/
[570] Ao, M, Ding, T, Tang, D, Xi, M, Efficacy and Toxicity of Adjuvant Therapies for High-Risk Endometrial Cancer in Stage I-III: A Systematic Review and Network Meta-Analysis., Med Sci Monit, 2020. 26 (): p. e925595., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32950998/
[571] Mitra, D., Klopp, A. H., Viswanathan, A. N., Pros and cons of vaginal brachytherapy after external beam radiation therapy in endometrial cancer, Gynecol Oncol, 2015. 140: p. 167-75., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26432041
[572] Cantrell, L. A., Havrilesky, L., Moore, D. T., O'Malley, D., Liotta, M., Secord, A. A., et.al. A multi-institutional cohort study of adjuvant therapy in stage I-II uterine carcinosarcoma, Gynecol Oncol, 2012. 127: p. 22-6., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22727985
[573] Galaal, K., van der Heijden, E., Godfrey, K., Naik, R., Kucukmetin, A., Bryant, A., et.al. Adjuvant radiotherapy and/or chemotherapy after surgery for uterine carcinosarcoma, Cochrane Database Syst Rev, 2013. 2: p. Cd006812., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23450572
[574] Powell, MA, Filiaci, VL, Hensley, ML, Huang, HQ, Moore, KN, Tewari, KS, et.al. Randomized Phase III Trial of Paclitaxel and Carboplatin Versus Paclitaxel and Ifosfamide in Patients With Carcinosarcoma of the Uterus or Ovary: An NRG Oncology Trial., J Clin Oncol, 2022. 40 (9)(9): p. 968-977., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35007153/
[575] Wagner, P, Kommoss, FKF, Kommoss, S, Hartkopf, AD, Pasternak, I, Oberlechner, E, et.al. Unexpected malignant uterine pathology: Incidence, characteristics and outcome in a large single-center series of hysterectomies for presumed benign uterine disease., Gynecol Oncol, 2019. 153 (1)(1): p. 49-54., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30635214/
[576] Wright, JD, Tergas, AI, Cui, R, Burke, WM, Hou, JY, Ananth, CV, et.al. Use of Electric Power Morcellation and Prevalence of Underlying Cancer in Women Who Undergo Myomectomy., JAMA Oncol, 2015. 1 (1)(1): p. 69-77., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26182307/
[577] Xu, X, Lin, H, Wright, JD, Gross, CP, Boscoe, FP, Hutchison, LM, et.al. Association Between Power Morcellation and Mortality in Women With Unexpected Uterine Cancer Undergoing Hysterectomy or Myomectomy., J Clin Oncol, 2019. 37 (35)(35): p. 3412-3424., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31518176/
[578] Von Bargen, EC, Grimes, CL, Mishra, K, Wang, R, Haviland, MJ, Hacker, MR, et.al. Prevalence of occult pre-malignant or malignant pathology at the time of uterine morcellation for benign disease., Int J Gynaecol Obstet, 2017. 137 (2)(2): p. 123-128., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28170091/
[394] Ignatov, A, Lebius, C, Ignatov, T, Ivros, S, Knueppel, R, Papathemelis, T, et.al. Lymph node micrometastases and outcome of endometrial cancer., Gynecol Oncol, 2019. 154 (3)(3): p. 475-479., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31345606/
[579] Cabrera, S, Gómez-Hidalgo, NR, García-Pineda, V, Bebia, V, Fernández-González, S, Alonso, P, et.al. Accuracy and Survival Outcomes after National Implementation of Sentinel Lymph Node Biopsy in Early Stage Endometrial Cancer., Ann Surg Oncol, 2023. 30 (12)(12): p. 7653-7662., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37633852/
[580] Matsuo, K, Chen, L, Neuman, MK, Klar, M, Carlson, JW, Roman, LD, et.al. Lymph Node Isolated Tumor Cells in Patients With Endometrial Cancer., JAMA Netw Open, 2024. 7 (3)(3): p. e240988., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38497964/
[581] van der Steen-Banasik, E., Christiaens, M., Shash, E., Coens, C., Casado, A., Herrera, F. G., et.al. Systemic review: Radiation therapy alone in medical non-operable endometrial carcinoma, Eur J Cancer, 2016. 65: p. 172-81., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27501506
[582] Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF), S3-Leitlinie Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen, Langversion 1.1 – April 2017, AWMF-Registernummer: 032/054OL, 2017., https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/supportive-therapie/
[583] European Medicines Agency (EMA), Public summary of positive opinion for orphan designation of sodium butyrate (rectal use) for the prevention of radiation proctitis, 2005., https://www.ema.europa.eu/en/documents/orphan-designation/eu/3/05/284-public-summary-positive-opinion-orphan-designation-sodium-butyrate-rectal-use-prevention_en.pdf
[584] Hensley, M. L., Hagerty, K. L., Kewalramani, T., Green, D. M., Meropol, N. J., Wasserman, T. H., et.al. American Society of Clinical Oncology 2008 clinical practice guideline update: use of chemotherapy and radiation therapy protectants, J Clin Oncol, 2008. 27: p. 127-45., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19018081