8. Therapiezielfindung und Kriterien der Entscheidungsfindung – Palliativmedizin
AG-Leiter: Bernd Alt-Epping, Alfred Simon
8.1 Einleitung
Hintergrund
Im Kontext einer nicht heilbaren Krebserkrankung und begrenzter Überlebenszeitprognose steht eine Vielzahl von Entscheidungen an. Die Fragestellungen ergeben sich in allen Dimensionen von Erkrankung und Lebensqualität und betreffen dabei nicht nur medizinisch-therapeutische, pflegerische und versorgungsbezogene sondern auch ethisch-normative und spirituelle Aspekte des Lebens. Die betroffenen Patient:innen und die sie betreuenden Personen sehen sich vor weitreichenden Konsequenzen dieser Entscheidungen. Mögliche Fragen sind dabei zum Beispiel: Soll noch eine weitere Diagnostik oder eine gegen die Tumorerkrankung gerichtete Therapie erfolgen? Was soll geschehen, wenn es zu einer Komplikation kommt? Was soll nicht geschehen? Wer soll Zustimmung oder Ablehnung der erkrankten Person ausdrücken, wenn diese nicht mehr selbstbestimmungsfähig sein sollte? Ist es wichtig, wo das Sterben stattfinden wird, wenn es soweit ist? Gibt es Wünsche bezüglich des Verfahrens mit dem Körper nach dem Versterben? Und viele mehr.
Die Antworten auf die Fragen nach Einleitung, Fortführung oder Beendigung von Therapiemaßnahmen benötigen sorgfältige Abwägungen individueller Werte der Patient:innen, ihrer An- und Zugehörigen und auch der Werte des therapeutischen Umfelds. Die palliativmedizinische Perspektive versucht dabei den Aspekt der Lebensqualität vor dem Hintergrund der Endlichkeit zu berücksichtigen und die betroffenen Personen im Entscheidungsprozess zu unterstützen. Es ist daher richtig, die bei einer Therapieentscheidung zugrundliegenden Prozesse und Kriterien sowie Entscheidungshilfen und deren zugrundeliegende Evidenz in einer Leitlinie für nicht-heilbar erkrankte Krebspatient:innen darzulegen.
Bei der Fokussierung auf Patient:innen mit einer „nicht-heilbaren“ Krebserkrankung muss berücksichtigt werden, dass Patient:innen sich nicht selten in einer Situation befinden, in der unklar ist, ob ihre Erkrankung „nicht-heilbar“ oder „heilbar“ (im Sinne einer anhaltenden kompletten Remission) ist, sei es zum Beispiel, dass (wie bei kurativ behandelbaren hämatologischen Neoplasien) die Wahrscheinlichkeit der Heilung gegeben ist, zugleich aber eine hohe Wahrscheinlichkeit besteht, bei geheilter Grunderkrankung an Komplikationen zu versterben, oder sei es, dass zwar in „kurativer“ Intention behandelt wird, die Wahrscheinlichkeit einer Heilung aber gering ist. Dies kann zum Beispiel auf Patient:innen mit soliden Tumoren in lokal weit fortgeschrittenen Stadien oder auf Patient:innen mit begrenzt fernmetastasierter Grunderkrankung („Oligometastasierung“) zutreffen.
Auch wenn diese Patient:innen nicht mehr a priori als prinzipiell „nicht-heilbar“ bezeichnet werden, so gelten die im Folgenden dargestellten Entscheidungsprozesse und -kriterien auch für diese Patient:innen mit unsicherer Prognose. Dabei wird die Prognose nicht nur durch die Grunderkrankung, sondern auch durch die Therapien und deren Auswirkungen mitbestimmt.
Die in diesem Kapitel dargestellten Prinzipien der therapeutischen Entscheidungsfindung sind letztlich auf alle Bereiche der Medizin anwendbar; die Eingrenzung auf Patient:innen mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung ist lediglich dem Kontext dieser Leitlinie geschuldet.
Für die Kommunikationsprozesse, die diesen Entscheidungsprozess flankieren, wird auf das Kapitel Kommunikation insbesondere die Abschnitte Grundsätze einer patientenzentrierten Kommunikation, sowie Gespräche über schwerwiegende Änderungen im Krankheitsverlauf verwiesen. Ergänzend wird auf das seit der Aktualisierung 2025 erweiterte Kapitel Angehörige hingewiesen.
8.2 Grundlegende Aspekte im Prozess der Entscheidungsfindung
Die Festsetzung von Therapiezielen sowie die Entscheidung über den Beginn, die Fortsetzung oder die Beendigung medizinischer Maßnahmen bei Patient:innen mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung sollen im Rahmen einer partizipativen Entscheidungsfindung, d.h. mit aktiver Beteiligung des Patient:innen, erfolgen.
- Konsens
- Starker Konsens
Hintergrund
Unter einer partizipativen Entscheidungsfindung (shared decision making) wird die aktive Beteiligung des Patient:innen an Entscheidungsprozessen verstanden [502], [503]. Im Kapitel Depression wird konstatiert: „Über die Therapie soll mit dem Patient:innen partizipativ entschieden werden.“ (siehe Kapitel 17.4.1 [504], [505]). Der Begriff der Partizipation unterstreicht ein Verhandlungsmoment zwischen Ärzt:in und Patient:in über die zur Disposition stehende Therapiemaßnahme und verdeutlicht das prozesshafte, iterative, konsenssuchende Vorgehen in der Abstimmung zwischen Ärzt:in und Patient:in [506] [507]. Damit reicht „Partizipation“ über die „informierte Einwilligung“ des Patient:innen (informed consent [508]) zu einem ärztlichen Therapieangebot hinaus [509].
Durch das Konzept der Partizipation [230] wird dem autonomen Denken und Handeln des Patient:innen entsprochen. So können Patient:innen im Austausch mit Ärzt:innen nicht nur seine Wertvorstellungen einbringen, sondern auch in einem Vertrauensverhältnis den Ärzt:innen einen Teil ihrer Entscheidungsverantwortlichkeit überlassen, im Sinne eines relationalen Charakters von Autonomie [510]: Partizipation kann auch bedeuten, einen Teil der Entscheidungsverantwortung dem Arzt/der Ärztin in einem inneren Vertrauensverhältnis zu überlassen. Partizipative Entscheidungsfindung („Shared Decision making“) kann wirksam curricular vermittelt werden [511].
In komplexen, palliativmedizinisch relevanten Entscheidungssituationen kann die Einbeziehung des multiprofessionellen Teams zur Entscheidungsfindung hilfreich sein. Tatsächlich erfolgte der Einbezug von Patient:innen in Entscheidungen zur Therapiebegrenzung jedoch vor allem dann, wenn deren Zielvorstellung mit dem therapeutischerseits formulierten Therapieziel im Einklang waren, während bei einem absehbaren Dissens hinsichtlich der Therapieziele Patient:innen seltener in die Therapiebegrenzungsentscheidung einbezogen wurden [512].
Im Erkrankungsgeschehen sind Angehörige sowohl Unterstützende, Pflegefachpersonen und/oder Mitbetroffene [513], [514]. Am Therapieentscheidungsprozess partizipieren Angehörige zumeist implizit, aber auch explizit zum Beispiel durch Familiengespräche [515]. Zudem adressiert die WHO-Definition von Palliativmedizin Angehörige in der Palliativsituation als explizite Zielpersonen therapeutischen Handelns [19]. Deren Interessen und Ziele können denen der Patienten entgegenstehen, zum Beispiel bei der Entscheidung über den Ort der weiteren Versorgung, so dass aus dem expliziten systemischen Therapieverständnis der Palliativmedizin Loyalitätskonflikte (Dual Loyalty) entstehen können [516]. Das u.U. kulturell unterschiedliche Verständnis der Rolle der Angehörigen im Entscheidungsprozess sollte dabei berücksichtigt werden [517].
Entscheidungen über das therapeutische Vorgehen am Lebensende sollten frühzeitig im Erkrankungsverlauf - auch antizipierend - gefällt und dokumentiert werden.
- Konsens
- Starker Konsens
Hintergrund
Insbesondere vor dem Hintergrund einer progredienten, lebenslimitierenden Erkrankung sollten Entscheidungen über das therapeutische Vorgehen am Lebensende frühzeitig im Verlauf - auch antizipierend - gefällt und dokumentiert werden (siehe dazu auch Abschnitt Vorausschauende Versorgungsplanung im Kapitel Kommunikation). Im onkologischen Kontext werden antizipierende Gespräche über Entscheidungen, die die letzte Lebensphase betreffen (z. B. über die Beendigung tumorspezifischer Therapien oder den Einbezug palliativmedizinischer Expertise), zumeist verschoben, bis entsprechend anzugehende Symptome und Belastungen aufgetreten sind, bis Patient:innen danach fragen oder bis keine tumorspezifischen Therapien mehr angeboten werden können [284][518].
Dem stehen Daten aus mehreren kontrollierten Studien zu palliativmedizinischen Frühintegrationskonzepten gegenüber, zu deren Kernbestandteilen auch die antizipierende Festlegung des Vorgehens bei hypothetischen Krisensituationen gehört. Durch dieses frühzeitige, z.T. ab dem Diagnosezeitpunkt der Inkurabilität einsetzende Vorgehen, konnten diverse Lebensqualitätsparameter verbessert und „aggressive“ Behandlungsmaßnahmen (Notfallaufnahmen, Intensivstationsaufenthalte, u. a.) vermieden werden [519][70][520] , [521][522][523][524][75][85]. Zudem wurde das aus der hausärztlichen Palliativversorgung stammende Konzept der „surprise question“ („Wären Sie überrascht, wenn der Patient innerhalb des nächsten Jahres versterben würde?“ [525]), mit dem der Zeitpunkt des Einbezugs palliativmedizinscher Expertise bzw. der Kommunikation über Therapieentscheidungen am Lebensende eingegrenzt werden soll, auf den onkologischen Kontext übertragen [29]. Gerade auch in onkologischen (oder hämatologischen) Erkrankungssituationen, die durch eine unklare Prognose oder einen eher chronischen, langwierigen Verlauf gekennzeichnet sind, könnte das Konzept der „surprise question“ den Zeitpunkt, das therapeutische Vorgehen am Lebensende mit dem Patient:innen zu erörtern, möglicherweise sinnvoller beschreiben als der Zeitpunkt der Diagnose der Inkurabilität.
In schwierigen oder kontroversen Entscheidungssituationen bei der Behandlung von Patient:innen mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung sollte eine Ethikberatung erfolgen.
- Konsens
- Konsens
Hintergrund
Strukturen der Ethikberatung (z. B. klinische oder ambulante Ethikkomitees) sowie konkrete Beratungsangebote (wie z. B. moderierte Fallbesprechungen), wie sie inzwischen in der Mehrzahl der Krankenhäuser [526] sowie vereinzelt auch in Pflegeeinrichtungen und im ambulanten Bereich [527] angeboten werden, zielen darauf, besonders in Dissenssituationen den Entscheidungsprozess zu moderieren und zu erleichtern und eine Kultur der strukturierten Entscheidungsfindung zu fördern [528], [529], [530]. Deren Evaluation in Bezug zu den Auswirkungen auf das klinische Handeln wird durch die Diversität der Methoden, Strukturelemente und Zielsetzungen erschwert. Bis dato gibt es daher – trotz methodischer Anleitung [531] – nur wenige Studien, die die Auswirkungen klinischer Ethikberatung auf klinische Parameter untersucht haben [532], wie zum Beispiel auf die Durchführung unangemessener lebenserhaltender Therapien in der Intensivmedizin (nonbeneficial life-sustaining treatments) [533].
Ebenso können Palliativteams als zusätzliche Ressource genutzt werden, um frühzeitig ethische Fragestellungen von anderen Problemen bei der Entscheidungsfindung zu unterscheiden.
8.3 Festsetzung von Therapiezielen
Bei der Festsetzung und Re-Evaluation von Therapiezielen in der Behandlung von Patient:innen mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung sollen die aktuelle Krankheitssituation, die zur Disposition stehenden Therapieoptionen sowie die Wünsche, Werte und Ziele der Patient:innen berücksichtigt werden.
- Konsens
- Starker Konsens
Änderungshinweis
Bei der Festsetzung von Therapiezielen in der Behandlung von Patienten mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung sollen die aktuelle Krankheitssituation, die zur Disposition stehenden Therapieoptionen sowie die Wünsche, Werte und Ziele des Patienten berücksichtigt werden.Beim Umgang mit Patient:innen mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung, die unrealistische Therapieziele verfolgen, kann eine Therapiemaßnahme mit Verweis auf die fraglich medizinische Indikation ärztlicherseits abgelehnt werden.
- Konsens
- Starker Konsens
Bei fehlender medizinischer Indikation ist eine Maßnahme bei Patient:innen mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung abzulehnen.
- Konsens
- Starker Konsens
Änderungshinweis
Bei fehlender Indikation soll die Maßnahme abgelehnt werden.Hintergrund
Die Festsetzung und Priorisierung der anzustrebenden Therapieziele stellt einen bzw. den zentralen Schritt im Entscheidungsfindungsprozess dar. Die Therapieziele werden dabei von der aktuellen Erkrankungssituation und ihren prognostischen Implikationen, den (realistischerweise) zur Verfügung stehenden Therapieoptionen sowie den Wünschen des Patient:innen determiniert. Zudem werden sich umgekehrt die zur Verfügung stehenden Therapieoptionen daran bemessen lassen müssen, ob sie in der Lage sind, die erklärten Therapieziele in angemessener Weise zu erreichen (vgl. [534]).
In einer im onkologischen Sinne „palliativen“, d.h. inkurablen Erkrankungssituation stellt „Heilung“ definitionsgemäß kein realistisches Therapieziel dar (zur Problematik des Begriffskonzeptes von „Heilung“ und „Heilbarkeit“ siehe Einleitung). Es verbleiben drei generelle Therapieziele:
- Lebenszeitverlängerung
- Verbesserung/Erhalt der Lebensqualität/Symptomlinderung
- Ermöglichung eines Sterbens in Würde.
Patient:innen können bei vergleichbaren Erkrankungssituationen sehr unterschiedliche Therapieziele verfolgen [535], [536], [537] und sind in sehr unterschiedlichem Maße dazu bereit, therapiebedingte Belastungen auf sich zu nehmen [538], [539], [540]. Zudem können die Therapieziele zwischen Patient:innen und Behandelnden deutlich differieren [541]. Etwa ein Drittel der Patient:innen setzt ihren Schwerpunkt auf die Linderung belastender Symptome bzw. Lebensqualität, ein anderes Drittel strebt eine Lebenszeitverlängerung an, auch unter Inkaufnahme therapieassoziierter Toxizität [512], [542]. Daher kann davon ausgegangen werden, dass Patient:innen eine allgemeine Erwartungshaltung und Therapiezielvorstellung und eine Meinung zur dafür akzeptablen Intensität medizinischer Behandlungsmaßnahmen in den konkreten Therapieentscheidungsprozess mit einbringen. Diese allgemeinen Therapiezielvorstellungen bedingen den Patientenwunsch im konkreten Therapieentscheidungsprozess und sind begrifflich vom tatsächlich realisierbaren „Therapieziel“ zu trennen, das auf die konkrete Entscheidungssituation bezogen ist.
Es kommt vor, dass Patient:innen Therapieziele oder Behandlungswünsche äußern, die nicht oder nur mit einer geringen Wahrscheinlichkeit realisierbar sind, oder die mit unvertretbar hohem Aufwand oder Belastungen verbunden wären. Insbesondere in solchen Situationen bedarf es des klärenden Gespräches über die zugrundeliegenden medizinischen Fakten und die Angemessenheit des Therapieziels. Wünschen Patient:innen eine Therapiemaßnahme, die nicht bzw. wenig geeignet ist, ihr Therapieziel zu erreichen, dann muss bzw. kann die Maßnahme abgelehnt werden (Abschnitt 8.4) [542], [543], [544], [545], [546], [547],[548] [BGB §1828 BGB]. Für Situationen, in denen Patient:innen eine lediglich fraglich indizierte Therapie wünscht, besteht im Abwägungsprozess zwischen den Belastungen/dem Schaden der Therapiemaßnahme einerseits und dem erhofften Nutzen andererseits auch eine ärztliche und pflegerische Fürsorgeverpflichtung, den Patient:innen vor Schaden zu bewahren. Im Rahmen einer informierten Entscheidungsfindung, bei der Patient:innen durch das ärztliche Gespräch zu einer realistischen Einschätzung seiner Situation gelangt ist, kann diese Fürsorgeverpflichtung zurückgestellt werden, wenn Patient:innen im Wissen um das ungünstige Nutzen-/Schadensverhältnis die Therapie dennoch dezidiert wünschen [549], [550], [551]; vgl. auch [552].
8.4 Entscheidung über Beginn, Fortsetzung oder Beendigung medizinischer Maßnahmen
Die maßgeblichen Kriterien bei der Entscheidung über Beginn, Fortsetzung oder Beendigung einer medizinischen Maßnahme sind die medizinische Indikation und die Einwilligung des Patient:innen.
- Konsens
- Starker Konsens
In der Behandlung von Patient:innen mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung soll die Indikationsstellung mit Blick auf das festgesetzte Therapieziel erfolgen und sowohl die Erreichbarkeit des Therapieziels als auch den möglichen Nutzen und Schaden der Maßnahme für den Patient:innen berücksichtigen.
- Konsens
- Starker Konsens
Bei einem nicht einwilligungsfähigen Patient:innen mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung sollen bei der Entscheidung über Beginn, Fortsetzung oder Beendigung einer medizinischen Maßnahme neben dem Patient:innenvertreter:innen auch nahe Angehörige und sonstige Vertrauenspersonen des Patient:innen einbezogen werden.
- Konsens
- Konsens
Im Behandlungsverlauf soll regelmäßig geprüft werden, ob die medizinische Indikation und die Einwilligung des Patient:innen mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung für die einzelnen medizinischen Maßnahmen noch bestehen, und ggf. eine Anpassung des Therapieplans oder eine Therapiezieländerung erfolgen.
- Konsens
- Starker Konsens
Hintergrund
Die Bundesärztekammer hat in ihren „Grundsätzen zur ärztlichen Sterbebegleitung“ Hilfestellungen und Kriterien für Therapieentscheidungssituationen am Lebensende gegeben [528]. Die „Grundsätze“ unterscheiden zwischen einer „Basisbetreuung“ einerseits (Maßnahmen, die jedem Patient:innen zu Teil werden, wie Pflege, menschenwürdige Unterbringung, Schmerztherapie, Stillen von Hunger und Durst), und medizinischer „Behandlung“ andererseits. Für die Durchführung einer „Behandlung“ sind sowohl das Vorliegen einer Indikation als auch die Einwilligung des Patient:innen erforderlich.
Die medizinische Indikation stellt die fachlich begründete Einschätzung des behandelnden Arztes dar, dass eine konkrete Therapiemaßnahme angezeigt ist, um ein bestimmtes Therapieziel mit einer gewissen Wahrscheinlichkeit zu erreichen [553]. Die Indikation bestimmt so das Therapieangebot und begrenzt zugleich den ärztlichen Heilauftrag: Ist eine Therapiemaßnahme nicht indiziert, weil mit ihr keines der oben genannten Therapieziele erreicht werden kann, darf d. Ärzt:in diese nicht anbieten und auch nicht auf ausdrücklichen Wunsch d. Patient:innen durchführen [534], [543], [548].
Das Stellen der Indikation beinhaltet zwei zentrale Schritte: Im ersten wird möglichst evidenzbasiert geprüft, ob die geplante Therapiemaßnahme prinzipiell geeignet ist, das angestrebte Therapieziel zu erreichen, im zweiten, ob die Maßnahme geeignet ist, d. individuellen Patient:innen in seiner:ihrer konkreten Krankheitssituation zu helfen, und mit Blick auf den möglichen Schaden und Nutzen für d. Patient:in angemessen ist [530], [554]. Inwieweit auch Aspekte der Ressourcenallokation und volkswirtschaftlichen „Gerechtigkeit“ bei der Indikationsstellung einzubeziehen sind, ist Gegenstand fortwährender Diskussion (vgl. [554], [555]). Die Bundesärztekammer hat sich wiederholt kritisch gegenüber vorrangig ökonomischen Kriterien im Rahmen der Indikationsstellung geäußert (zuletzt [553]).
Nach entsprechender Kommunikation und Aufklärung über die geplante Maßnahme mit Blick auf das gemeinsam festgelegte Therapieziel, deren möglichen Nutzen und Schaden für den Patient:innen sowie über mögliche Alternativen (siehe Abschnitt Gespräche über schwerwiegende Änderungen im Krankheitsverlauf im Kapitel Kommunikation) bedarf es der Einwilligung des Patient:innen in die angebotene Therapiemaßnahme (siehe Abbildung Entscheidungsbaum zur Festlegung und Durchführung einer medizinischen Maßnahme). Diese kann vom Patienten jederzeit widerrufen werden.
Die Einwilligung bzw. der dahinterstehende Patient:innenwille kann in verschiedener Form zum Ausdruck kommen: einerseits als aktuell erklärter Wille, andererseits bei Nichteinwilligungsfähigkeit in verschriftlicher Form als vorausverfügter Wille durch eine Patient:innenverfügung oder in Form einer stellvertretenden Entscheidung durch den:die rechtliche:n Vertreter:in. Rechtliche:r Vertreter:in von volljährigen Patient:innen kann der von den Patient:innen in einer Vorsorgevollmacht benannte Bevollmächtigte, der:die vom Gericht bestellte Betreuer:in oder der nach dem Ehegatt:innennotvertretungsrecht (§ 1358 BGB) ermächtigte Ehegatt:in bzw. eingetragene Lebenspartner:in sein. Rechtliche Vertreter:innen haben die Behandlungswünsche und den mutmaßlichen Willen der Patient:innen bei Nichteinwilligungsfähigkeit anhand konkreter Anhaltspunkte (z. B. frühere mündliche oder schriftliche Äußerungen, ethische oder religiöse/weltanschauliche Überzeugungen und sonstige persönliche Wertvorstellungen d. Patient:in) zu ermitteln und gegenüber den Ärzt:innen zu vertreten. Angehörige und sonstige Vertrauenspersonen können ebenfalls Hinweise auf den mutmaßlichen Patient:innenwillen geben. Einschlägige Patient:innenverfügungen können auch direkt, ohne autorisierten Vertreter, ihre Wirkung entfalten. Das Betreuungsgericht ist bei gefährlichen Heileingriffen und bei Entscheidungen über Therapiebegrenzung bzw. -verzicht nur dann einzubeziehen, wenn zwischen Behandelnden und rechtlichen Vertreter:innen keine Einigkeit darüber besteht, ob das geplante Vorgehen dem früher erklärten oder mutmaßlichen Willen des:der aktuell nicht einwilligungsfähigen Patient:in entspricht (§ 1829 BGB).
Den Willen und die individuellen Präferenzen der Patient:innen bzgl. des Vorgehens in hypothetischen Krisenszenarien am Lebensende in einem Kommunikationsprozess festzulegen und zu verschriftlichen, wird als Vorausschauende Versorgungsplanung (Advance Care Planning, ACP) bezeichnet (siehe Abschnitt vorausschauende Versorgungsplanung im Kapitel Kommunikation). Andere Bezeichnungen für diesen über das Erstellen einer Patient:innenverfügung hinausreichenden Prozess lauten „Gesundheitliche Versorgungsplanung für die letzte Lebensphase“ [556] sowie „Behandlung im Voraus planen“ [557].
8.5 Besondere Situationen
Insbesondere in prognostisch uneindeutigen Erkrankungssituationen sollten die der Indikationsstellung und der Therapieentscheidung zugrunde liegenden Kriterien explizit formuliert und dokumentiert werden.
- Konsens
- Starker Konsens
Bei Patient:innen mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung sollten kulturelle Aspekte sensibel kommuniziert werden und bei der Therapiezielfindung sowie bei der Therapieentscheidung Berücksichtigung finden.
- Konsens
- Starker Konsens
Hintergrund
Therapieentscheidungssituationen in der palliativen Onkologie werden nicht selten verknüpft mit einer eher geradlinigen Projektion eines stetig voranschreitenden Erkrankungsverlaufes (disease trajectories; [558]). Während sich bei den meisten nicht-heilbaren, fortgeschrittenen Krebserkrankungen eine Gesamtprognose abschätzen lässt, ist bei lokal fortgeschrittenen oder begrenzt fernmetastasierten Erkrankungen ein Langzeitüberleben möglich. Auch unter manchen neu entwickelten Tumortherapeutika überleben einige wenige Patient:innen mit soliden Tumoren langfristig, wo zuvor ein zeitnahes Versterben an der Tumorerkrankung die Regel war. In der Hämatologie finden sich ebenfalls zahllose beispielhafte Erkrankungssituationen, in denen lediglich in Form von Wahrscheinlichkeiten abgeschätzt werden kann, ob eine (dauerhafte) Überlebenschance oder gar Heilungschance besteht, oder ob die Erkrankung absehbar zum Tod führt. In der Kinder- und Jugendlichen-Palliativmedizin mit ihrem noch deutlicher als in der Erwachsenenmedizin ausgeprägten Behandlungsschwerpunkt auf nicht-onkologische Erkrankungsbilder (neurodegenerative Erkrankungen, komplexe z. B. syndromale Fehlbildungen) stellen Kategorien wie „palliativ“ oder „kurativ“ grundsätzlich keine zielführenden Prognosemerkmale dar.
Bei Schwierigkeiten, die Prognose der Erkrankung oder die Wirkung der Therapie einzuschätzen, kann analog entsprechender Konzepte in der Intensivmedizin („time-limited trial“) ein zeitbegrenzter Therapieversuch erfolgen [559] [560].
Trotz aller Schwierigkeiten der Prognoseeinschätzung stellen die medizinische Indikation und die Einwilligung d. Patient:innen bzw. dessen Stellvertreter:innen normative Kriterien der therapeutischen Entscheidungsfindung dar. Diese sollen in allen Bereichen der Medizin Berücksichtigung finden.
Im interkulturellen Kontext, sei es durch Globalisierungseffekte, langjährige Migration oder die jüngsten Fluchtbewegungen, werden diese Kriterien, die wesentlich durch unsere werteplurale Gesellschaft geprägt sind, infrage gestellt:
- Eine Therapiebegrenzung aufgrund des Wegfalls der medizinischen Indikation wird möglicherweise aus religiösen Gründen nicht akzeptiert; stattdessen wird eine Fortsetzung intensiver Behandlungsmaßnahmen gefordert.
- Die Einwilligung oder Ablehnung einer therapeutischen Maßnahme erfolgt in offenkundiger Weise nicht durch eine selbstbestimmte Entscheidung einer (einwilligungsfähigen) Patientin bzw. Patienten selbst (oder bei Nichteinwilligungsfähigkeit durch einen formal Bevollmächtigten), sondern aufgrund traditioneller Familienstrukturen bzw. durch ein durch kulturelle Codes definiertes Familienoberhaupt.
- Die Weitergabe prognostischer (ungünstiger) Informationen an Patient:innen wird aus kulturellen Gründen durch die Familie abgelehnt, sodass diese Informationen z. B. bei einer Übersetzungssituation, unterschlagen werden.
Durch gesellschaftliche Veränderungen stehen religiöse Glaubensüberzeugungen und kulturelle Werte zunehmend häufiger in Konflikt mit dem „besten Interesse“ d. Patient:innen (aus der Außenperspektive einer wertepluralen Gesellschaft heraus). Hier bedarf es einer interkulturellen Kompetenz, die diese divergente Gewichtung von Werten und Normen aufgreift. Zudem bedarf es einer dieser Kompetenz zugrundeliegende ärztliche sowie pflegerische Ausbildung. Zu dieser Kompetenz gehören die Techniken und Haltungen der kultursensiblen Kommunikation, die zum Beispiel einen therapeutischen Perspektivenwechsel ermöglicht, aber auch der Aufbau einer Vermittlungsebene, eine angepasste, kultursensible und kultursensitive Patient:innenverfügung, und den Einsatz von Dolmetscherdiensten (anstatt Übersetzungen durch Familienangehörige), u.v.m. umfasst [561].
Letztlich verbleibt jedoch ein Dilemma in der therapeutischen Entscheidungsfindung, wenn das rechtlich bzw. arztethisch erforderliche Verhalten (z. B. mit Blick auf Patient:innenautonomie, Selbstbestimmung, Aufklärung) mit einer kulturbedingten Ablehnung dieser ethischen Praxis in Konflikt gerät. Somit steht in Frage, inwieweit medizinethischen Prinzipien, wie dem Respekt vor der Autonomie d.Patienti:nnen oder dem Stellenwert der medizinischen Indikationsstellung, eine universale Gültigkeit und kulturinvariante Anwendbarkeit zugesprochen werden kann (siehe [561]).
8.6 Instrumente der Entscheidungsfindung
Bei Patient:innen mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung können Entscheidungshilfen (z. B. in Form von Broschüren, Videos, Internetprogrammen oder Entscheidungstafeln) zur Unterstützung der gemeinsamen Entscheidungsfindung und der vorausschauenden Versorgungsplanung eingesetzt werden.
- Empfehlungsgrad
- 0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
- Evidenzlevel
- 1-
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [562] [563] [564] [565] [566] [567] [568] [569] [570] [571] [572] [573] [574] [575] [576] [577] [578] [579]
Evidenztabellen (1)
TherapiezielfindungHintergrund
Entscheidungshilfen (engl. decision aids) sollen Patient:innen beim Abwägen individueller Entscheidungsmöglichkeiten helfen. Ihr Ziel ist es, Patient:innen darin zu unterstützen, sich im Sinne des Shared Decision Making aktiv am Prozess der Entscheidungsfindung zu beteiligen. Entscheidungshilfen werden u. a. als Broschüren, Videos, Internetprogramme oder Entscheidungstafeln angeboten [574]. Charakteristischerweise enthalten sie Informationen zu Vor- und Nachteilen verfügbarer Optionen sowie Anleitungen zur individualisierten Entscheidungsfindung. Entscheidungshilfen können einzeln oder als Komponenten strukturierter Beratung oder Schulung eingesetzt werden [580], sie ersetzen aber das ausführliche persönliche Gespräch nicht.
Es gibt zahlreiche Studien, die die Wirksamkeit von Entscheidungshilfen untersuchen [574]. Studienteilnehmer:innen sind in der Regel Patient:innen, die vor der Entscheidung stehen, eine bestimmte Therapie oder (Screening-)Untersuchung durchführen zu lassen. Evaluiert werden Ergebnisparameter wie Wissen, Einstellung, getroffene Entscheidung, informierte Entscheidung (informed choice), Entscheidungssicherheit, Patient:innenzufriedenheit bezüglich der Entscheidung und Patient:innenpräferenzen. Nur wenige dieser Studien beziehen sich auf Patient:innen mit einer (nicht-heilbaren) Krebserkrankung. In einem aktuellen Cochrane Review zum Thema konnten von insgesamt 105 zitierten RCTs nur elf identifiziert werden, die Krebspatienten:innen als Studienteilnehmer:innen hatten (siehe Evidenztabelle im separaten Dokument; [574]). Unter diesen war nur eine Studie, die sich explizit auf Patient:innen mit einer fortgeschrittenen Krebserkrankung bezog (SIGN LoE 1-) [569].
Fünf der elf Studien konnten zeigen, dass durch den Einsatz von Entscheidungshilfen das Wissen der Patient:innen über die geplante Therapiemaßnahme signifikant verbessert wurde [564], [567], [569], [570], [572]. Sechs Studien konnten eine Verbesserung der Entscheidungssicherheit nachweisen [563], [564], [568], [570], [571], [572]. Die erhöhte Zufriedenheit der Patient:innen mit der getroffenen Entscheidung wurde von drei Studien beobachtet [564], [567], [572]. Weitere Effekte, die aber jeweils nur von einer Studie nachgewiesen wurden, waren: eine stärkere Einbeziehung des Patient:innen bei der Entscheidungsfindung und eine Verringerung der Ängstlichkeit [565], ein weniger häufigeres Bedauern der getroffenen Entscheidung und eine Reduzierung der Depression [568] sowie eine höhere Zufriedenheit des Patient:innen mit Blick auf die Art und Weise der Informationsvermittlung [566].
Entscheidungshilfen können darüber hinaus auch bei Gesprächen zur vorausschauenden Versorgungsplanung (siehe Abschnitt 6.6 im Kapitel Kommunikation) eingesetzt werden. Die Evidenz zur Wirksamkeit solcher Entscheidungshilfen ist in einem Systematic Review zusammengefasst [579]. Vier der 16 zitierten Studien bezogen sich auf Patient:innen mit einer (fortgeschrittenen) Krebserkrankung. Drei unkontrollierte Beobachtungsstudien konnten eine höhere Zufriedenheit der Patient:innen mit der Art und Weise der Informationsvermittlung aufzeigen [575], [576], [578]. Zwei dieser Studien konnten zeigen, dass der Einsatz von Entscheidungshilfen sich positiv auf den Abschluss von Vorausverfügungen bzw. das Wissen über die eigene Erkrankung auswirkt [576], [578]. Eine Studie ergab eine höhere Übereinstimmung zwischen der Intensität der Versorgung und den Patient:innenpräferenzen. Die einzige randomisierte Studie konnte keine signifikanten Effekte aufweisen [577].
Insgesamt kann festgestellt werden, dass die empirische Evidenz zur Wirksamkeit von Entscheidungshilfen bei Patient:innen mit einer (nicht-heilbaren) Krebserkrankung gering ist.
Evidenztabellen
Therapiezielfindung
7.1 Entscheidungshilfen
Zwei Systematic Reviews bilden die Evidenzgrundlage zu Entscheidungshilfen [Butler, M. et al. 2015], [Stacey, D. et al. 2017]. Da beide Reviews nicht auf Patienten mit einer Krebserkrankung fokussieren, sondern eine breitere Population einschließen, wurden im Folgenden die Primärstudien aus beiden Reviews neu extrahiert, die speziell Patienten mit einer Krebserkrankung untersuchen. Studien, die Entscheidungshilfen nur zum Screening einer Krebserkrankung einsetzten, wurden ausgeschlossen.
7.1.1 Primärstudien
|
Reference |
Type of study/ design; aim |
Number of included patients (I/C); dropouts |
Patients characteristics |
Intervention (I)/control (C) |
Outcomes (1.O = primary; Outcome measure Follow up |
Results |
Comments |
LoE SIGN |
|
|
STACEY ET AL. 2017 [Stacey, D. et al. 2017] |
|||||||||
|
Auvinen, BJU Int |
RCT; |
n = 103 + 100 |
Men newly diagnosed with prostate cancer in Finland |
I: DA (decision aid): pamphlet patient decision aid created for study on options’ outcomes, outcome probability, guidance C: usual care by clinical guideline |
- Uptake of options* - Participation in decision making |
Patients not eligible for radical prostatectomy: chose orchidectomy less frequently and favored nonsurgical endocrine treatment more than in the treatment protocol arm. Patients eligible for radical prostatectomy: Radical prostatectomy was the most commonly chosen treatment option in both arms. The way treatment options were presented affected the treatment chosen for prostate cancer. |
Patients with prostate cancer are willing and able to take an active role in making decisions Method: - no blinding - not powered |
1- |
|
|
Berry, Urol Oncol |
RCT; |
n = 266 + 228 |
Men with newly diagnosed localized prostate cancer considering treatment in the USA |
I: DA: interactive web based video on options’ outcomes, clinical problem, outcome probabilities others’ opinion, guidance (list of questions to ask doctor and automated summary) C: usual care |
- Decisional conflict (DC)* - Preferred/actual treatment choice (pre and post DA) - Proportion undecided |
DC: - Total DC score: n.s. (but trend to reduction: estimate: -1.75; CI: -3.61,0.11; p=0,04) - Uncertainty subscale: sign. reduced (estimate: -3.61; CI: -7.01, 0.22) - Lack of values clarity subscale: sign. reduced (estimate: -3.57;CI: -5.85, -1.30; p=0.002) Time-to-treatment: n.s. Undecided men in the intervention group chose brachytherapy more often than in the control group
|
The first intervention to significantly reduce decisional conflict in a multi-center trial of US American men with newly diagnosed localized prostate cancer Method: - simple randomization - no blinding - not powered - ITT unclear |
1- |
|
|
Chabrera, Cancer Nurs |
RCT |
n = 73 + 74 |
Men recently diagnosed with localized prostate cancer considering treatment options |
I: DA: 2-part decision support booklet with clinical problem, options’ outcomes, outcome probabilities, patient stories, explicit values clarification, and guidance C: usual care |
1.O: Knowledge, decisional conflict (DC), satisfaction with decision-making process 2.O: Coping Outcomes assessed at 3 months post-intervention |
DC: sign. improved (p <.001): mean scores: - DA: Pre: 53.0 ±16.9; Post: 31.2 ± 10.2 - C: Pre: 49.1 ±13.7; Post: 51.7 ±13.3 Knowledge: sign. improved (p<.001): mean scores - DA: Pre: 38.6 ±16.5; Post: 75.7 ±19.0 - I: Pre: 42.0 ±17.6; Post: 49.9 ±16.0 Satisfaction with decision: sign. improved (p<.001): mean scores - DA: Pre: 81.1 ±8.92; Post: 95.7 ±6.89 - I: Pre: 82.5 ±12.0; Post: 79.3 ±10.3 |
Method: - allocation concealment unclear - blinding unclear - not powered - no ITT |
1- |
|
|
Davison, Cancer Nurs |
RCT; |
n = 30 + 30 |
Men with prostate cancer considering treatment in Canada |
I: DA: written + audiotape consultation of options’ outcomes, clinical problem, outcome probability, others’ opinion C: usual care (general information pamphlets on clinical problem) |
- Role in decision making* - Anxiety - Depression
|
Role in decision making: sign. better with DA Anxiety: sign. reduced with DA Depression: n.s. |
Method: - block-randomized - no blinding - not powered |
1- |
|
|
Heller, Plast Reconstr Surg |
RCT; |
n = 66 + 67 |
Breast cancer patients eligible for breast reconstruction in the USA |
I: DA: Interactive software program on options’ outcomes, others opinions C: Standard patient education |
- Knowledge - Anxiety - Satisfaction with treatment choice - Satisfaction with decision-making ability |
Anxiety, knowledge, satisfaction with dec-making ability: n.s. (trend to improvement in both groups) Satisfaction with the method of receiving information: sign. better |
Method: - no blinding - not powered - no validated test tools |
1- |
|
|
Jibaja-Weiss Patient Educ Couns |
RCT; |
n=51 + 49 |
Women diagnosed with breast cancer considering surgical treatment in the USA |
I: DA: Computer program on options’ outcomes, clinical problem, outcome probabilities, explicit values clarification, others’ opinion and guidance (step by step process for making the decision) C: Usual care + breast cancer treatment educational materials normally provided to patients |
- Surgical treatment preference (post DA) - Breast cancer knowledge (pre, post DA, post DA and consult) - Satisfaction with surgical decision (post DA) - Satisfaction with decision making process (post DA) - Decisional conflict (pre, post DA, post DA and consult) - Proportional undecided |
Surgical preference: sign. more choice of mastectomy rather than breast-conserving surgery Knowledge: sign. better Satisfaction with surgical decision and with dec. making: n.s. |
Method: - block-randomized - no blinding - not powered
|
1- |
|
|
Lam, J Clin Oncol |
RCT; |
n=138 + 138 |
Women considering breast cancer surgery for early-stage breast cancer in Hong Kong |
I: DA: Take-home booklet on clinical problem, options’ outcomes, outcome probabilities, guidance, explicit values clarification C: Standard information booklet |
1.O: - treatment decision making difficulties and decisional conflict scale at 1 week post consultation - knowledge at 1-week postconsultation - decision regret at 1 month after surgery 2.O: - postoperative psychological distress (anxiety and depression) at 1, 4, and 10 months after surgery - decision regret at 4 and 10 months after surgery - treatment decision |
Decision conflict: sign. reduced at 1-week postconsultation (p=0.016) Decision regret: sign. reduced at 4 (p=0.026) and 10 months (P =0.014) after surgery Depression: sign. reduced at 10 months after surgery (P =0.001). |
Method: - no blinding - powered - block-randomized |
1+ |
|
|
Leighl, J Clin Oncol |
RCT |
n=107 + 100 |
Patients diagnosed with metastatic CRC considering advanced chemotherapy in Australia and Canada |
I: DA: Booklet and audiotape on option’ outcomes, clinical problem, outcome probabilities, explicit values clarification and guidance (steps in decision making + worksheet) C: Usual care |
- anxiety (pre and post DA), knowledge* (post DA) - satisfaction with consultation (post DA) - choice leaning (postDA) - decisional conflict (postDA) - achievement of their information preference (post DA) - participation in decision making (post DA) - acceptability (post DA) - satisfaction with decision* (post DA) - QoL (post DA) |
Knowledge/understanding: sign. increased (p<0.001) Decisional conflict, treatment decisions, achievement of involvement preferences: n.s. Anxiety: n.s. (decreased in both group) Decision during the first consultation: 74% chose chemotherapy, 7% supportive care alone, and 10% observation |
Method: - no blinding - powered - 31% dropout rate, but similar losses across all groups |
1+ |
|
|
Sawka, J Clin Oncol |
RCT |
n=37 + 37 |
Individuals with early-stage papillary thyroid cancer |
I: DA: Web-based decision aid with clinical problem, options’ outcomes, outcome probabilities, guidance, printout summary C: Usual care (consultation with a specialized head and neck surgeon, and with one or more medical specialist) |
1.O: Medical knowledge (baseline and immediately post intervention) 2.O: Decisional conflict (DC), undecided, treatment decision (baseline, immediately post intervention, 6 to12 months), individual primarily responsible for the treatment decision (6 to 12 months) |
Medical knowledge: sign. greater (p <0.001) DC: sign. reduced (p <0.001) Treatment decision (use of adjuvant radioactive iodine): n.s. |
Method: - no blinding - powered - rel. small sample size
|
1+ |
|
|
Vodermaier, Br J Cancer 2009 [Vodermaier, A. et al. 2009]
|
RCT |
n=74 + 78 |
Women with breast cancer considering treatment options in Germany |
I: DA: Decision board and booklet on options’ outcomes, clinical problem, outcome probability C: Booklet on clinical problem |
1.O: Decisional conflict* (DC) 2.O: Choice, length of consultation, satisfaction with decision making, participation in decision making |
DC total: n.s. DC, “uninformed” subscale: sign. improved (effect size: ŋ2p =0.06; t-test: -2.01; p=0.048) Uptake rates of treatment options, length of consultation, time point of treatment decision making, perceived involvement in decision making, decision related nor general satisfaction: n.s. |
Method: - no blinding - not powered |
1- |
|
|
Whelan, J Natl Cancer Inst |
RCT; |
n=82 + 93 |
Women with node-negative breast cancer considering adjuvant chemotherapy in Canada |
I: DA: Decision board and booklet on options’ outcomes, clinical problem, outcome probability, guidance/coaching C: Booklet on clinical problem |
Satisfaction of patient, preferred option, knowledge, anxiety, accurate risk perceptions, participation in decision making |
Knowledge about cancer and adjuvant chemotherapy: sign. better mean score DA: 80.2 [scale 0-100], 95% CI =77.1-83.3 mean score C : 71.7, 95% CI =69.0-74.4; P<.001 Satisfaction with decision making: sign. higher in DA group (p=0.032) Preferred option: n.s. difference in the number choosing adj. chemotherapy |
Method: - no blinding - not powered - unclear reporting |
1- |
|
|
Whelan, JAMA |
Cluster RCT; |
n=94 + 107 (cluster RCT with 27 surgeons randomized) |
Women with Stage 1 or 2 breast cancer considering surgery in Canada |
I: DA: Decision board on options’ outcomes, outcome probability, guidance/coaching C: Usual care |
- knowledge - decisional conflict (DC) - satisfaction with the decision making - preferred option - accurate risk perceptions - anxiety
|
Knowledge about treatment options: sign. higher (66.9 vs 58.7; P<.001) DC: sign. reduced (1.40 vs 1.62, P=.02) Satisfaction with decision making: sign. higher (4.50 vs 4.32, P=.05) Preferred option: DA group sign. more likely to choose breast conservation therapy (94% vs 76%, P=.03). |
Method: - no blinding - not powered |
1- |
|
|
BUTLER ET AL. 2015 [Butler, M. et al. 2015] |
|||||||||
|
Green, Health Expect |
Uncontrolled pilot pre-post observational study |
n=34 (cancer)
|
Cancer |
Self-directed computer program |
- Satisfaction / perceived benefits of tool - Care intensity consistent with patient preferences - Levels of hopefulness, hopelessness, anxiety |
- Satisfaction / perceived benefits of tool: positive effect (mean = 8.5, where 1 = not at all satisfied and 10 = extremely satisfied) - Care intensity consistent with patient preferences: positive effect (pre: mean accuracy = 5.5 (1 = not at all accurate, 7 = very accurate); post: 6.5 post-editing; P < 0.001) - Levels of hopefulness, hopelessness, or anxiety: no effect |
|
3 |
|
|
Smith, Support Oncol |
Uncontrolled pilot pre-post observational study |
n=27 |
Advanced cancer |
|
- Satisfaction / perceived benefits of tool - Advance directive or disease knowledge - Patient hope - Patient stress or anxiety |
Before-after comparison: - Satisfaction / perceived benefits of tool: positive effect - Advance directive or disease knowledge: positive effect - Patient hope: no effect - Patient stress or anxiety: no effect |
|
3 |
|
|
Vogel, Gynecol Oncol |
Pilot RCT |
n=53 Dropouts: 18 |
Women with ovarian cancer |
I: Self-directed computer program C: Control website with usual care information |
- Satisfaction / perceived benefits of tool - Reduce decisional conflict - Advance directive documentation / palliative consult |
- Satisfaction / perceived benefits of tool: no effect - Reduce decisional conflict: no effect - Advance directive documentation / palliative consult: no effect |
Method: - pilot study - no blinding - not powered - no data on randomization |
1- |
|
|
Volandes, Cancer |
Uncontrolled prospective pre-post observational study |
n=80 |
Advanced cancer |
ACP Advanced Cancer Video |
- Satisfaction / perceived benefits of tool - Care intensity consistent with patient preferences - Advance directive or disease knowledge |
Before-after comparison: - Satisfaction /perceived benefits of tool: positive effect - Care intensity consistent with patient preferences: no effect - Advance directive or disease knowledge: positive effect |
|
3 |
|
Literaturhinweise
[502] Hirsch, S., Shulman, L. C., Participatory governance: a model for shared decision making, Soc Work Health Care, 1976. 1(4): p. 433-46., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1019802
[503] Loh, Andreas, Simon, Daniela, Kriston, Levente, Härter, Martin, Patientenbeteiligung bei medizinischen Entscheidungen. Effekte der Partizipativen Entscheidungsfindung aus systematischen Reviews [Shared Decision Making in Medicine], Dtsch Arztebl International, 2007. 104(21): p. 1483-., http://www.aerzteblatt.de/int/article.asp?id=58116
[504] Martinez, L. S., Schwartz, J. S., Freres, D., Fraze, T., Hornik, R. C., Patient-clinician information engagement increases treatment decision satisfaction among cancer patients through feeling of being informed, Patient Educ Couns, 2009. 77(3): p. 384-90.
[505] Pardon, K., Deschepper, R., Vander Stichele, R., Bernheim, J., Mortier, F., Schallier, D., et.al. Are patients' preferences for information and participation in medical decision-making being met? Interview study with lung cancer patients, Palliat Med, 2011. 25(1): p. 62-70., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20621948
[506] Bundesärztekammer, Grundsätze der Bundesärztekammer zur ärztlichen Sterbebegleitung, Deutsches Ärzteblatt, 2011. 108(7): p. A 346-A348.
[507] Charles, C., Gafni, A., Whelan, T., Decision-making in the physician-patient encounter: revisiting the shared treatment decision-making model, Soc Sci Med, 1999. 49(5): p. 651-61., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10452420
[508] World Medical Association, WMA Declaration of Helsinki – Ethical Principles for Medical Research Involving Human Subjects, https://www.wma.net/policies-post/wma-declaration-of-helsinki-ethical-principles-for-medical-research-involving-human-subjects/, 2008.
[509] Wear, S., Informed Consent. Patient autonomy and physician beneficence with clinical medicine1992, Kluwer Academic Publishers: Dordrecht.
[230] Rabben, J, Vivat, B, Fossum, M, Rohde, GE, Shared decision-making in palliative cancer care: A systematic review and metasynthesis., Palliat Med, 2024. 38 (4)(4): p. 406-422., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38481012/
[510] Owusu Boakye, S., Nauck, F., Alt-Epping, B., Marx, G., Selbstbestimmung braucht Vertrauen – Entscheidungsfindung am Lebensende, in Autonomie und Vertrauen - Schlüsselbegriffe der modernen Medizin, Steinfath, H. and Wiesemann, C., Editors. 2016, Springer: Heidelberg. p. 101-132.
[511] Punnett, G, Eastwood, C, Green, L, Yorke, J, A systematic review of the effectiveness of decision making interventions on increasing perceptions of shared decision making occurring in advanced cancer consultations., Patient Educ Couns, 2024. 123 (): p. 108235., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38492428/
[512] Winkler, E. C., Reiter-Theil, S., Lange-Riess, D., Schmahl-Menges, N., Hiddemann, W., Patient involvement in decisions to limit treatment: the crucial role of agreement between physician and patient, J Clin Oncol, 2009. 27(13): p. 2225-30., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19307508
[513] Brandstätter M, Fischinger E, Angehörige in der Palliativversorgung: Erwachsene, Kinder und Jugendliche, in Psychologie und Palliative Care. Aufgaben, Konzepte und Interventionen in der Begleitung von Patienten und Angehörigen., Fegg M, Gramm J, Pestinger M. , Editor. 2012, Kohlhammer. p. 38-47.
[514] Hauke, D., Reiter-Theil, S., Hoster, E., Hiddemann, W., Winkler, E. C., The role of relatives in decisions concerning life-prolonging treatment in patients with end-stage malignant disorders: informants, advocates or surrogate decision-makers?, Ann Oncol, 2011. 22(12): p. 2667-74., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21427061
[515] Hannon, B., O'Reilly, V., Bennett, K., Breen, K., Lawlor, P. G., Meeting the family: measuring effectiveness of family meetings in a specialist inpatient palliative care unit, Palliat Support Care, 2012. 10(1): p. 43-9.
[19] WHO, Definition of Palliative CareWorld Health Organization, 2002.
[516] Reiter-Theil, S., Mertz, M., Meyer-Zehnder, B., The complex roles of relatives in end-of-life decision-making: an ethical analysis, HEC Forum, 2007. 19(4): p. 341-64., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18075771
[517] Baider, L., Cultural diversity: family path through terminal illness, Ann Oncol, 2012. 23 Suppl 3: p. 62-5., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22628418
[284] Keating, NL, Landrum, MB, Rogers, SO, al, Jr et, Physician factors associated with discussions about end-of-life care., Cancer, 2010. 116 (4): p. 998-1006.
[518] Laryionava, K., Heussner, P., Hiddemann, W., Winkler, E. C., Framework for timing of the discussion about forgoing cancer-specific treatment based on a qualitative study with oncologists, Support Care Cancer, 2015. 23(3): p. 715-21., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25172311
[519] Bakitas, M. A., Tosteson, T. D., Li, Z., Lyons, K. D., Hull, J. G., Li, Z., et.al. Early Versus Delayed Initiation of Concurrent Palliative Oncology Care: Patient Outcomes in the ENABLE III Randomized Controlled Trial, J Clin Oncol, 2015. 33(13): p. 1438-45., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25800768
[70] Brumley, R., Enguidanos, S., Jamison, P., Seitz, R., Morgenstern, N., Saito, S., et.al. Increased satisfaction with care and lower costs: results of a randomized trial of in-home palliative care, J Am Geriatr Soc, 2007. 55(7): p. 993-1000.
[520] Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft - Deutsche Krebshilfe - AWMF), S3-Leitlinie Palliativmedizin für Patienten mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung, Langversion 1.1, AWMF-Registernummer: 128/001OL, 2015., http://leitlinienprogrammonkologie.de/Palliativmedizin.80.0.html
[521] Maltoni, M., Scarpi, E., Dall'Agata, M., Zagonel, V., Berte, R., Ferrari, D., et.al. Systematic versus on-demand early palliative care: results from a multicentre, randomised clinical trial, Eur J Cancer, 2016. 65: p. 61-8., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27472648
[522] Pantilat, S. Z., O'Riordan, D. L., Dibble, S. L., Landefeld, C. S., Hospital-based palliative medicine consultation: a randomized controlled trial, Arch Intern Med, 2010. 170(22): p. 2038-40., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21149765
[523] Rugno, F. C., Paiva, B. S., Paiva, C. E., Early integration of palliative care facilitates the discontinuation of anticancer treatment in women with advanced breast or gynecologic cancers, Gynecol Oncol, 2014. 135(2): p. 249-54., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25173586
[524] Temel, J. S., Greer, J. A., El-Jawahri, A., Pirl, W. F., Park, E. R., Jackson, V. A., et.al. Effects of Early Integrated Palliative Care in Patients With Lung and GI Cancer: A Randomized Clinical Trial, J Clin Oncol, 2017. 35(8): p. 834-841., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28029308
[75] Temel, J. S., Greer, J. A., Muzikansky, A., Gallagher, E. R., Admane, S., Jackson, V. A., et.al. Early palliative care for patients with metastatic non-small-cell lung cancer, N Engl J Med, 2010. 363(8): p. 733-42.
[85] Zimmermann, C., Swami, N., Krzyzanowska, M., Hannon, B., Leighl, N., Oza, A., et.al. Early palliative care for patients with advanced cancer: a cluster-randomised controlled trial, Lancet, 2014.
[525] Murray, S. A., Boyd, K., Sheikh, A., Palliative care in chronic illness, BMJ, 2005. 330(7492): p. 611-2., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15774965
[29] Moss, A. H., Lunney, J. R., Culp, S., Auber, M., Kurian, S., Rogers, J., et.al. Prognostic significance of the "surprise" question in cancer patients, J Palliat Med, 2010. 13(7): p. 837-40.
[526] Schochow, M., Schnell, D., Steger, F., Implementation of Clinical Ethics Consultation in German Hospitals, Sci Eng Ethics, 2015., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26403297
[527] Coors, M., Simon, A., Stiemerling, M., Ethikberatung in Pflege und ambulanter Versorgung: Modelle und theoretische GrundlagenJacobs Verlag, 2014.
[528] Bundesärztekammer, Grundsätze der Bundesärztekammer zur ärztlichen Sterbebegleitung, Deutsches Ärzteblatt, 2011. 108(7): p. A 346-A348.
[529] Vorstand der Akademie für Ethik in der Medizin (AEM), Standards für Ethikberatung in Einrichtungen des Gesundheitswesens, Ethik Med, 2010. 22: p. 149-153.
[530] Janssens, U., Burchardi, H., Duttge, G., Therapiezieländerung und Therapiebegrenzung in der Intensivmedizin. Positionspapier der Sektion Ethik der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizin, Anaesthesist, 2013. 62: p. 47–52.
[531] Neitzke, Gerald, Riedel, Annette, Dinges, Stefan, Fahr, Uwe, May, Arnd T., Empfehlungen zur Evaluation von Ethikberatung in Einrichtungen des Gesundheitswesens, Ethik in der Medizin, 2012. 25(2): p. 149-156.
[532] Schildmann, J., Vollmann, J., Evaluation klinischer Ethikberatung: eine systematische Übersichtsarbeit, in Klinische Ethik, Schildmann, J.Vollmann, J. and Simon, A., Editors. 2009, Campus Verlag: Frankfurt/New York. p. 71-86.
[533] Schneiderman, L. J., Gilmer, T., Teetzel, H. D., Dugan, D. O., Blustein, J., Cranford, R., et.al. Effect of ethics consultations on nonbeneficial life-sustaining treatments in the intensive care setting: a randomized controlled trial, JAMA, 2003. 290(9): p. 1166-72., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12952998
[534] Lipp, V, Die medizinische Indikation – ein „Kernstück ärztlicher Legitimation“?, MedR, 2015. 33: p. 762-766.
[535] Chochinov, H. M., Tataryn, D., Clinch, J. J., Dudgeon, D., Will to live in the terminally ill, Lancet, 1999. 354(9181): p. 816-9., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10485723
[536] Dorman, S., Hayes, J., Pease, N., What do patients with brain metastases from non-small cell lung cancer want from their treatment?, Palliat Med, 2009. 23(7): p. 594-600., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19443522
[537] Matsuyama, R., Reddy, S., Smith, T. J., Why do patients choose chemotherapy near the end of life? A review of the perspective of those facing death from cancer, J Clin Oncol, 2006. 24(21): p. 3490-6., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16849766
[538] Ackroyd, R., Russon, L., Newell, R., Views of oncology patients, their relatives and oncologists on cardiopulmonary resuscitation (CPR): questionnaire-based study, Palliat Med, 2007. 21(2): p. 139-44., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17344262
[539] Chu, D. T., Kim, S. W., Hsu, H. K., Cok, G., Roubec, J., Patil, S., et.al. Patient attitudes towards chemotherapy and survival: a prospective observational study in advanced non-small cell lung cancer, Lung Cancer, 2009. 66(2): p. 250-6., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19264374
[540] Slevin, M. L., Stubbs, L., Plant, H. J., Wilson, P., Gregory, W. M., Armes, P. J., et.al. Attitudes to chemotherapy: comparing views of patients with cancer with those of doctors, nurses, and general public, BMJ, 1990. 300(6737): p. 1458-60., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2379006
[541] Bruera, E., Sweeney, C., Calder, K., Palmer, L., Benisch-Tolley, S., Patient preferences versus physician perceptions of treatment decisions in cancer care, J Clin Oncol, 2001. 19(11): p. 2883-5., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11387361
[542] Voogt, E., van der Heide, A., Rietjens, J. A., van Leeuwen, A. F., Visser, A. P., van der Rijt, C. C., et.al. Attitudes of patients with incurable cancer toward medical treatment in the last phase of life, J Clin Oncol, 2005. 23(9): p. 2012-9., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15774792
[543] Bundesgerichtshof, BGH AZ XII ZB 2/03, N Jurist Wochenschr, 2003. 56: p. 1588–1594.
[544] Kettner, M., Wunscherfüllende Medizin. Ärztliche Behandlung im Dienst von Selbstverwirklichung und Lebensplanung2009, Campus Verlag: Frankfurt a. M..
[545] Sahm, S., Autonomie, ärztliche Indikation und Entscheidungsfindung, in Medizinische Indikation und Patientenwille, Charbonnier, R.Dörner, K. and Simon, S., Editors. 2008, Schattauer: Stuttgart. p. 121–131.
[546] Truog, R. D., Is it always wrong to perform futile CPR?, N Engl J Med, 2010. 362(6): p. 477-9., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20147712
[547] Heußner, P., Winkler, E. C., Leitlinie zur Therapiebegrenzung der Medizinischen Klinik und Poliklinik III des Klinikums der Universität München, 2015., http://www.ethikkomitee.de/downloads/leitlinie-zur-therapiebegrenzung.pdf, 2015., Zugriff, 31.01.2018
[548] Dutzmann, Jochen, Duttge, Gunnar, Michalsen, Andrej, Janssens, Uwe, Jöbges, Susanne, Neitzke, Gerald, Indikation als unverzichtbare Grundlage ärztlichen Handelns, 2025. 43(4): p. 253 - 257., https://doi.org/10.1007/s00350-025-6998-6
[549] Winkler, E. C., Ist ein Therapieverzicht gegen den Willen des Patienten ethisch begründbar?, Ethik Med, 2010. 22: p. 89–102.
[550] Winkler, E. C., Hiddemann, W., Marckmann, G., Ethical assessment of life-prolonging treatment, Lancet Oncol, 2011. 12(8): p. 720-2., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21807335
[551] Winkler, E. C., Markmann, G., Therapieverzicht gegen den Patientenwillen?, ÄBW, 2012. 4: p. 140-144.
[552] Alt-Epping, B., Nauck, F., Der Wunsch des Patienten – ein eigenständiger normativer Faktor in der klinischen Therapieentscheidung?, Ethik Med, 2012. 24(1): p. 19-28.
[553] Bundesärztekammer, Stellungnahme der Bundesärztekammer „Medizinische Indikationsstellung und Ökonomisierung“www.bundesaerztekammer.de/fileadmin/user_upload/downloads/pdf-Ord-ner/Stellungnahmen/Stn_Medizinische_Indikationsstellung_und_OEkonomisierung.pdf, 2015.
[554] Neitzke, G., Burchardi, H., Duttge, G., Grenzen der Sinnhaftigkeit von Intensivmedizin. Positionspapier der Sektion Ethik der Deutschen Interdisziplinären Vereinigung für Intensiv- und Notfallmedizinwww.divi.de/images/Sektionen/09_Ethik/Grenzen_der_Sinnhaftigkeit.pdf, 2016.
[555] Schneiderman, L. J., Jecker, N. S., Jonsen, A. R., Medical futility: its meaning and ethical implications, Ann Intern Med, 1990. 112(12): p. 949-54., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2187394
[556] Bundesministerium für Gesundheit, Gesetz zur Verbesserungder Hospiz- und Palliativversorgung in Deutschland (Hospiz- und Palliativgesetz – HPG)., 2015. BGBl. I 2015, 2114.:
[557] Task Force ACP/BVP, Empfehlungen zur Implementierung von „Behandlung im Voraus Planen“ (BVP) gemäß § 132g SGB VGefördert durchs Bundesministerium für Gesundheit, 2017.
[558] Lynn, J., Adamson, D.M., Living well at the end of life. Adapting Health Care to Serious Chronic Illness in Old AgeRAND Health https://www.rand.org/content/dam/rand/pubs/white_papers/2005/WP137.pdf, 2003.
[559] Jöbges, Susanne, Seidlein, Anna-Henrikje, Knochel, Kathrin, Michalsen, Andrej, Duttge, Gunnar, Supady, Alexander, et.al. Zeitlich begrenzter Therapieversuch („time-limited trial“, TLT) auf der Intensivstation, 2024. 119(4): p. 291 - 295., https://doi.org/10.1007/s00063-024-01112-4
[560] Russwurm, M, Time-Limited Trials in Intensive Care Medicine: A Tool for Avoiding Inappropriate Treatment., Dtsch Arztebl Int, 2025. (Forthcoming)(Forthcoming):, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/40101265/
[561] Ilkilic, I., Kulturelle Aspekte bei ethischen Entscheidungen am Lebensende und interkulturelle Kompetenz, Bundesgesundheitsbl, 2008. 51: p. 857–864.
[562] Auvinen, A., Hakama, M., Ala-Opas, M., Vornanen, T., Leppilahti, M., Salminen, P., et.al. A randomized trial of choice of treatment in prostate cancer: the effect of intervention on the treatment chosen, BJU Int, 2004. 93(1): p. 52-6; discussion 56., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/14678367
[563] Berry, D. L., Halpenny, B., Hong, F., Wolpin, S., Lober, W. B., Russell, K. J., et.al. The Personal Patient Profile-Prostate decision support for men with localized prostate cancer: a multi-center randomized trial, Urol Oncol, 2013. 31(7): p. 1012-21., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22153756
[564] Chabrera, C., Zabalegui, A., Bonet, M., Caro, M., Areal, J., Gonzalez, J. R., et.al. A Decision Aid to Support Informed Choices for Patients Recently Diagnosed With Prostate Cancer: A Randomized Controlled Trial, Cancer Nurs, 2015. 38(3): p. E42-50., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25010250
[565] Davison, B. J., Degner, L. F., Empowerment of men newly diagnosed with prostate cancer, Cancer Nurs, 1997. 20(3): p. 187-96., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9190093
[566] Heller, L., Parker, P. A., Youssef, A., Miller, M. J., Interactive digital education aid in breast reconstruction, Plast Reconstr Surg, 2008. 122(3): p. 717-24., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18766034
[567] Jibaja-Weiss, M. L., Volk, R. J., Granchi, T. S., Neff, N. E., Robinson, E. K., Spann, S. J., et.al. Entertainment education for breast cancer surgery decisions: a randomized trial among patients with low health literacy, Patient Educ Couns, 2011. 84(1): p. 41-8., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20609546
[568] Lam, W. W., Chan, M., Or, A., Kwong, A., Suen, D., Fielding, R., Reducing treatment decision conflict difficulties in breast cancer surgery: a randomized controlled trial, J Clin Oncol, 2013. 31(23): p. 2879-85., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23835709
[569] Leighl, N. B., Shepherd, H. L., Butow, P. N., Clarke, S. J., McJannett, M., Beale, P. J., et.al. Supporting treatment decision making in advanced cancer: a randomized trial of a decision aid for patients with advanced colorectal cancer considering chemotherapy, J Clin Oncol, 2011. 29(15): p. 2077-84., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21483008
[570] Sawka, A. M., Straus, S., Rotstein, L., Brierley, J. D., Tsang, R. W., Asa, S., et.al. Randomized controlled trial of a computerized decision aid on adjuvant radioactive iodine treatment for patients with early-stage papillary thyroid cancer, J Clin Oncol, 2012. 30(23): p. 2906-11., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22753906
[571] Vodermaier, A., Caspari, C., Koehm, J., Kahlert, S., Ditsch, N., Untch, M., Contextual factors in shared decision making: a randomised controlled trial in women with a strong suspicion of breast cancer, Br J Cancer, 2009. 100(4): p. 590-7., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19209172
[572] Whelan, T., Sawka, C., Levine, M., Gafni, A., Reyno, L., Willan, A., et.al. Helping patients make informed choices: a randomized trial of a decision aid for adjuvant chemotherapy in lymph node-negative breast cancer, J Natl Cancer Inst, 2003. 95(8): p. 581-7., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12697850
[573] Whelan, T., Levine, M., Willan, A., Gafni, A., Sanders, K., Mirsky, D., et.al. Effect of a decision aid on knowledge and treatment decision making for breast cancer surgery: a randomized trial, JAMA, 2004. 292(4): p. 435-41., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15280341
[574] Stacey, D., Legare, F., Lewis, K., Barry, M. J., Bennett, C. L., Eden, K. B., et.al. Decision aids for people facing health treatment or screening decisions, Cochrane Database Syst Rev, 2017. 4: p. CD001431., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28402085
[575] Green, M. J., Levi, B. H., Development of an interactive computer program for advance care planning, Health Expect, 2009. 12(1): p. 60-9., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18823445
[576] Smith, T. J., Dow, L. A., Virago, E. A., Khatcheressian, J., Matsuyama, R., Lyckholm, L. J., A pilot trial of decision aids to give truthful prognostic and treatment information to chemotherapy patients with advanced cancer, J Support Oncol, 2011. 9(2): p. 79-86., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21542415
[577] Vogel, R. I., Petzel, S. V., Cragg, J., McClellan, M., Chan, D., Dickson, E., et.al. Development and pilot of an advance care planning website for women with ovarian cancer: a randomized controlled trial, Gynecol Oncol, 2013. 131(2): p. 430-6., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23988413
[578] Volandes, A. E., Levin, T. T., Slovin, S., Carvajal, R. D., O'Reilly, E. M., Keohan, M. L., et.al. Augmenting advance care planning in poor prognosis cancer with a video decision aid: a preintervention-postintervention study, Cancer, 2012. 118(17): p. 4331-8., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22252775
[579] Butler, M., Ratner, E., McCreedy, E., Shippee, D., Kane, R.L., Decision Aids for Advance Care Planning. Technical Brief No. 16. AHRQ Publication No. 14-EHC039-EF, 2015., http://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/021-007OLl_S3_KRK_2014-08-verlaengert.pdf
[580] Lenz, M., Buhse, S., Kasper, J., Kupfer, R., Richter, T., Muhlhauser, I., Decision aids for patients, Dtsch Arztebl Int, 2012. 109(22-23): p. 401-8., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22778792