12. Supportivtherapie – Zervixkarzinom
Wesentliche Neuerungen im Kapitel Supportivtherapie
Diese Kapitel wurde deutlich gekürzt und verweist im Wesentlichen auf die Dachleitlinie die „S3-Leitlinie Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen Langversion 2.0 – April 2025 AWMF-Registernummer: 032/054OL“
R. Mager, S. Wagner, M. Kloke
Die Supportivtherapie ist ein integraler Bestandteil des Behandlungskonzeptes. Die Nebenwirkungen können als akute Veränderungen während bzw. direkt im Anschluss an die Therapie oder als Spätfolgen auftreten.
Die Supportivtherapie zur Prophylaxe und Minimierung therapie- oder tumorbedingter Symptome soll leitliniengerecht erfolgen.
- Konsens
- Starker Konsens
12.1 Antiemetische Prophylaxe und Therapie
Wir verweisen an dieser Stelle auf die „S3-Leitlinie Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen Langversion 2.1 – Juni 2026 AWMF-Registernummer: 032/054OL “.
Die Querschnittsleitlinie behandelt ausführlich folgende Bereiche:
12.1.1 Tumortherapie induzierte Anämie
Verweis auf Kapitel 3 in der „S3-Leitlinie Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen“.
12.1.2 Prophylaxe der Tumortherapie induzierten Neutropenie mit granulopetischen Wachstumsfaktoren
Verweis auf Kapitel 4 in der „S3-Leitlinie Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen“.
12.1.3 Tumortherapie induzierte Nausea und Emesis
Verweis auf Kapitel 5 in der „S3-Leitlinie Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen“.
12.1.4 Tumortherapie induzierte Diarrhoe
Verweis auf Kapitel 6.6 in der „S3-Leitlinie Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen“.
12.1.5 Orale Mucositis durch systemische Tumortherapie
Verweis auf Kapitel 7 in der „S3-Leitlinie Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen“.
12.1.6 Tumortherapie induzierte Hauttoxizität
Verweis auf Kapitel 8 in der „S3-Leitlinie Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen“.
12.1.7 Neurotoxizität – Chemotherapie induzierte periphere Neuropathie (CIPN)
Verweis auf Kapitel 9 in der „S3-Leitlinie Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen“.
12.1.8 Ossäre Komplikationen
Verweis auf Kapitel 10 in der „S3-Leitlinie Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen“.
12.1.9 Paravasate
Verweis auf Kapitel 11 in der „S3-Leitlinie Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen“.
12.1.10 Immunvermittelte Nebenwirkungen (irAE) durch Immuncheckpoint-Inhibitoren
Verweis auf Kapitel 13 in der „S3-Leitlinie Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen“.
12.1.11 Supportive Maßnahmen in der Radioonkologie
Verweis auf Kapitel 12 in der „S3-Leitlinie Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen“.
12.2 Lokoregionäre Nebenwirkungen
Die nachfolgend aufgeführten lokoregionären Nebenwirkungen sind nicht Bestandteil der „S3-Leitlinie Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen“.
12.2.1 Lymphödem
Die Standardtherapie der Lymphödeme ist die Komplexe Physikalische Entstauungstherapie (KPE). Diese besteht aus folgenden aufeinander abgestimmten Komponenten:
- Hautpflege und falls erforderlich Hautsanierung
- Manuelle Lymphdrainage, bei Bedarf ergänzt mit additiven manuellen Techniken
- Kompressionstherapie mit speziellen mehrlagigen, komprimierenden Wechselverbänden und/oder lymphologischer Kompressionsstrumpfversorgung
- Entstauungsfördernde Sport-/Bewegungstherapie
- Aufklärung und Schulung zur individuellen Selbsttherapie
Die Therapieziele bestehen darin, die Erkrankung in einen ödemfreien Zustand oder in ein niedrigeres Lymphödem Stadium zurückzuführen und dadurch eine nachhaltige Befundstabilität, Verbesserung der Lebensqualität, Teilhabe an gesellschaftlichen und beruflichen Lebensbereichen zu ermöglichen und Komplikationen vorzubeugen. Die Kombination der KPE mit dem Selbstmanagement und Aufklärung sichert die Langzeit-Therapieerfolge [539].
12.2.2 Vaginaltrockenheit, Vaginalstenose und Vaginalfibrose
Die radiogen- und/oder chemotherapieinduzierte Trockenheit der Vagina kann beim Zervixkarzinom durch die Applikation von inerten Gleitgelen vermindert werden. Im Einzelfall kann bei hohem Leidensdruck unter sorgfältiger Risikoabwägung und entsprechender Aufklärung der Patientin eine lokale Östrogenbehandlung durchgeführt werden. Ca. 4-6 Wochen nach Ende der Strahlentherapie, die die Vaginalregion einbezogen hat, ist die mechanische Dilatation (Vaginaldilatatoren, Bepanthentampons) ein mögliches Instrument zur Prophylaxe der Vaginalstenose [540].
12.2.3 Sexuelle Funktionsstörungen
Die ausreichende Information der Patientinnen über Auswirkungen der Therapie auf ihr Sexualleben und über die Möglichkeiten prophylaktisch-therapeutischer Maßnahmen (z.B. vaginale Dilatation) ist ein existenzieller Bestandteil der Therapie der Patientin mit Zervixkarzinom [540](siehe auch Kapitel 15.5 Sexualität).
Literaturhinweise
[539] S2k Leitlinie Diagnostik und Therapie der Lymphödeme AWMF Reg.-Nr. 058-001 - Mai 2017, https://www.awmf.org/uploads/tx_szleitlinien/058-001l_S2k_Diagnostik_und_Therapie_der_Lymphoedeme_2019-07.pdf
[540] Miles, T., Johnson, N., Vaginal dilator therapy for women receiving pelvic radiotherapy, Cochrane Database Syst Rev, 2014. p. CD007291., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25198150