Leitlinienprogramm OnkologieProstatakarzinom

8. Rehabilitation – Prostatakarzinom

Version 8.1 · August 2025 · AWMF 043-022OL
Leitlinienprogramm Onkologie · Deutsche Krebsgesellschaft · Deutsche Krebshilfe · AWMF

8.1 Rehabilitation nach kurativer intendierter Therapie

8.1 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2018

Patienten nach lokaler Therapie sollen über eine fachspezifische Rehabilitation insbesondere in Form einer Anschlussheilbehandlung (AHB) informiert werden.

Expertenkonsens basierend auf Empfehlungen [8.4], [8.5] und [8.7].

Empfehlungsgrad
A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
Evidenzlevel
1+
1-
Konsens
Konsens (95%)
ÄnderungshinweisPatienten nach lokaler Therapie sollte eine fachspezifische Rehabilitation z. B. in Form einer Anschlussheilbehandlung (AHB) angeboten werden.
8.2 · Evidenzbasiertes Statement · geprüft 2018

a. Die Zielsetzung der Rehabilitation nach radikaler Prostatektomie besteht:

  • in der Therapie der postoperativen Funktionsstörungen, insbesondere der Harninkontinenz und erektilen Dysfunktion;
  • in der Wiederherstellung der physischen und psychischen Leistungsfähigkeit;
  • in der Wiederbefähigung zur Teilhabe am normalen gesellschaftlichen Leben und,
  • soweit der Patient noch im Berufsleben steht, in dem Erhalt oder der Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit.

b. Die Zielsetzung der Rehabilitation nach Strahlentherapie besteht:

  • in der Therapie der postradiogenen Funktionsstörungen, insbesondere von Funktionsstörungen von Blase und Darm erektiler Dysfunktion;
  • in der Wiederherstellung der physischen und psychischen Leistungsfähigkeit;
  • in der Wiederbefähigung zur Teilhabe am normalen gesellschaftlichen Leben und;
  • soweit der Patient noch im Berufsleben steht, in dem Erhalt oder der Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit.
Evidenzlevel
4
Konsens
Starker Konsens (100%)
8.3 · Evidenzbasierte Empfehlung · geprüft 2018

Die Rehabilitation sollte fachurologisch, bei entsprechender Komorbidität der Patienten multidisziplinär und mit Hilfe multimodaler Therapiekonzepte erfolgen.

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
4
Konsens
Konsens (94%)
8.4 · Evidenzbasierte Empfehlung · geprüft 2018

Die postoperative Harninkontinenz nach radikaler Prostatektomie soll mit Hilfe multimodaler Konzepte therapiert werden. Im Mittelpunkt des Kontinenztrainings bei Belastungsinkontinenz soll die Physiotherapie stehen. Andere Formen der Inkontinenz sollen evaluiert und ggf. entsprechend behandelt werden.

Empfehlungsgrad
A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
Evidenzlevel
1+
Konsens
Starker Konsens (98%)
Literatur
[1193] [1194] [1195] [1196] [1197]
Evidenztabellen (1)8.1 EvT 8.4
8.5 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2018

a) Zur Therapie der erektilen Dysfunktion nach kurativer Therapie können PDE-5-Inhibitoren, Vakuumerektionshilfesysteme, intrakavernöse Injektionen oder intraurethrale Prostaglandine (Aldoprostadil) in Kombination mit physiotherapeutischem ED-Training eingesetzt werden.

b) Zur Therapie der erektilen Dysfunktion sollte zunächst ein PDE-5-Inhibitor eingesetzt werden. Bei Ineffektivität der PDE-5-Inhibitor-Therapie sollten intrakavernöse Injektionen oder intraurethrale Prostaglandine (Aldoprostadil) oder Vakuumerektionshilfesysteme unter Berücksichtigung der Patientenpräferenz in Kombination mit physiotherapeutischem ED-Training erwogen werden.

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
1-

Physiotherapeutisches ED-Training


4

Medikamentöse und Hilfsmittel-Therapie (Expertenkonsens)

Konsens
Starker Konsens (a) 100%, b) 93)
Literatur
[1198] [1199] [1200]
Evidenztabellen (1)8.1 Evt 8.5
8.6 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2018

Der Bedarf einer psychoonkologischen Betreuung zur Unterstützung der Krankheitsverarbeitung soll geprüft und entsprechende Maßnahmen sollen ggf. angeboten werden.

Siehe auch S3-Leitlinie Psychoonkologie.

Empfehlungsgrad
A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
Evidenzlevel
4
Konsens
Starker Konsens (97%)

Hintergrundinformationen

Zu [8.1] und [8.2]

Im IX. Buch des Sozialgesetzbuches (SGB IX) wird das Recht auf Rehabilitationsleistungen gesetzlich geregelt. Es besteht ein gesetzlicher Anspruch auf Leistungen zur Teilhabe (§ 4) mit dem Ziel, bestehende oder drohende Behinderung, Einschränkung der Erwerbsfähigkeit oder Pflegebedürftigkeit abzuwenden, zu beseitigen, zu mindern, Verschlimmerung zu verhüten, Folgen zu mildern, andere Sozialleistungen zu vermeiden/zu mindern, die Teilhabe am Arbeitsleben und am Leben in der Gesellschaft zu sichern oder zu erleichtern, die persönliche Entwicklung ganzheitlich zu fördern und eine möglichst selbstständige und selbstbestimmte Lebensführung zu ermöglichen.

Die Effektivität eines differenzierten multimodalen Therapiekonzepts ist für die stationäre fachspezifische uroonkologische Rehabilitation durch eine prospektive Studie belegt. Insgesamt werden sämtliche Parameter der körperlichen Leistungsfähigkeit, sämtliche psychosozialen Skalen des Lebensqualitätsmessinstruments QLQ-C30 der EORTC, sämtliche Inkontinenzparameter und die Beeinträchtigung durch die erektile Dysfunktion durch eine stationäre Anschlussheilbehandlung signifikant gebessert [1201]. Mit ambulanten Konzepten wurde diese Wirksamkeit bislang nicht nachgewiesen. Ein randomisierter Vergleich stationärer und ambulanter Rehabilitation steht aus.

 

Zu [8.3]

Der Arbeitskreis Rehabilitation urologischer und nephrologischer Erkrankungen der Akademie der Deutschen Urologen hat notwendige strukturelle Voraussetzungen (personelle, räumliche und technische Ausstattung) und Merkmale der Prozessqualität zur Durchführung urologischer Rehabilitationsmaßnahmen formuliert, um die Ergebnisqualität zu sichern [1202]. Urologische Fachkompetenz ist erforderlich hinsichtlich therapeutischer Optionen und Nachbehandlungskonzepte, da postinterventionelle Funktionsstörungen und behandlungsspezifische Komplikationen einer unmittelbaren fachärztlichen Behandlung bedürfen. Da die Primärinformationen zur Krebserkrankung und den therapeutischen Optionen häufig noch im Stadium des „akuten Schocks“ erfolgen, werden sie oft nur partiell aufgenommen. In der stationären Rehabilitation haben Vorträge, Gesprächskreise, Einzelgespräche mit Ärzten, Psychologen und Sozialarbeitern auch die Aufgabe einer Nacharbeitung und Verarbeitung der Informationen im Sinne einer Konsolidierung, Einordnung, Bewertung, Erlebnisverarbeitung und Perspektivengewinnung. Gesundheitserzieherische und psychoedukative Gesichtspunkte werden nicht mit dem „erhobenen Zeigefinger“, sondern als attraktive Option, wieder selbst handelndes Subjekt zu werden, integriert. Im Rahmen der Ermutigung zur Partizipation können auch Kontakte zu Selbsthilfegruppen vermittelt werden, mit denen vielfach eine gute Zusammenarbeit besteht. Der Informationsbedarf der Rehabilitanden im AHB-Verfahren nach radikaler Prostatektomie wird auf einer Goal Attainment Scale (von 0 = kein Informationsbedarf bis 6 = sehr starker Informationsbedarf) durch die konzertierten Maßnahmen innerhalb von drei bis vier Wochen von 3,03 auf 0,10 signifikant gesenkt [1201].

 

Zu [8.4]

Die postoperative Harninkontinenz mindert zunächst entscheidend die Lebensqualität der Patienten. Grundlage des Rehabilitationsprozesses ist eine funktionale und psychosoziale Diagnostik, um eine zuverlässige reproduzierbare Quantifizierung der Funktionsstörungen und Beeinträchtigungen der Partizipation subjektiv und objektiv zu erreichen. Rehabilitationsspezifische Fragestellungen müssen dabei berücksichtigt werden: Inwieweit resultieren Fähigkeitsstörungen im Alltagsleben und im Beruf, welche Auswirkungen auf das Leistungsvermögen ergeben sich [1203]? Ein sinnvolles Therapiekonzept zur Beseitigung der postoperativen Harninkontinenz integriert den aktuellen Wissensstand zu Anatomie, Physiologie und Pathophysiologie des unteren Harntrakts des Mannes [1204], [1205]. Das spezielle physiotherapeutische Kontinenztraining sollte in Gruppen- und Einzelübungen erfolgen und dabei Komorbiditäten und Schmerzzustände berücksichtigen. Ein Cochrane Review identifiziert Evidenz moderater Qualität für den Nutzen des postoperativen Beckenbodentrainings im Vergleich zu einer Kontrollintervention ohne dasselbe nach einem Jahr (Inkontinenzraten 10 % vs. 32 %, RR 0,32, 95% KI 0,20–0,51) [1195]. Eine weitere Metaanalyse (Update-Recherche 2017) poolte Studien, in denen auch primär für Frauen entwickeltes Beckenbodentraining zum Einsatz kommt, das nicht auf die männliche Anatomie übertragbar ist und findet keine Wirksamkeit eines präoperativen Beckenbodentrainings als Ergänzung zum postoperativen Training [1196]. Bei höhergradiger postoperativer Inkontinenz zeigt eine blasenfunktionsstabilisierende Medikation zusätzlich zum Kontinenztraining signifikante Vorteile [1206]. Bevorzugt bei drittgradiger Harninkontinenz erfolgt zusätzlich eine Elektrostimulationstherapie [1207]. Eine Metaanalyse (Update-Recherche 2017) konnte keinen Vorteil einer Elektrostimulation zusätzlich zum Beckenbodentraining finden [1197]. Ein Cochrane-Review analysierte verschiedene konservative Interventionen, einschließlich der oben genannten, und konnte ebenfalls keinen Vorteil hinsichtlich der Inkontinenzraten finden – unabhängig von der Therapie besserten sich die Symptome. im Zeitverlauf. Der Review identifizierte Daten aus kleinen Studien, die darauf hindeuten, dass Elektrostimulation oder externe Magnetinnervation oder Kombinationen möglicherweise effektiv sind [1195]. Bei unzureichender Besserung der Harninkontinenz kommt das endoskopische Video-Biofeedback-Sphinktertraining zum Einsatz, um ein optimales Training zu gewährleisten [1208]. In einer randomisierten dreiarmigen prospektiven Studie bei drittgradig inkontinenten Patienten konnte die signifikante Wirksamkeit der Elektrostimulation in Ergänzung zum Kontinenztraining in Abhängigkeit von der tatsächlichen Gerätenutzung beeindruckend bestätigt werden, wobei eine perineale Stimulation mit Oberflächenelektroden signifikante Vorteile gegenüber einer rektal applizierten Sonde aufwies [1209]. Die Effektivität eines differenzierten multimodalen Therapiekonzepts ist für die stationäre fachspezifische uroonkologische Rehabilitation belegt. Insgesamt werden durch das multimodale Kontinenztraining im Rahmen einer stationären Rehabilitation sämtliche Inkontinenzparameter signifikant gebessert [1201].

 

Zu [8.5]

Ein Jahr postoperativ, nach zunehmender Wiederherstellung der Kontinenz und Lebensqualität, stellt die erektile Dysfunktion das primäre die Lebensqualität mindernde Problem dar, vor allem im Hinblick auf das eigene Selbstverständnis und die partnerschaftliche Beziehung. Dabei besteht eine Diskrepanz in der Einschätzung der Versorgung von Patienten mit erektiler Dysfunktion nach radikaler Prostatektomie in Deutschland durch den Urologen versus Patientenbefragung. Die Patienten sehen hier mehr Aufklärungs- und Therapiebedarf [1210], [1211]. Während einer stationären fachspezifischen urologischen Rehabilitation besteht ein hoher Beratungs- und Behandlungsbedarf bei erektiler Dysfunktion, unabhängig von Alter und verschiedenen Morbiditätsfaktoren. In einer Studie von Otto und Dombo nahmen nahezu alle Patienten (95 %) eine Erstberatung in Form eines Fachvortrags in Anspruch. Eine individuelle sexualmedizinische Beratung erfolgte bei 68 % der Patienten, wobei davon 71 % ein Hilfsmittel testeten. Wiederum 69 % dieser Patienten erzielten eine erfolgreiche Rehabilitation bezüglich ihrer erektilen Dysfunktion [1201]. Untersuchungen von Otto und Mitarbeitern zeigten bei 53 % der Patienten einen Therapiewunsch. Bei der Therapie bevorzugten 11 % die Vakuumerektionshilfe, 21 % die Schwellkörperautoinjektionstherapie und 74 % die Therapie mit einem Phosphodiesterase-5-Inhibitor. Ein unzureichender Effekt wurde bei 36 % der Patienten dokumentiert, ein guter Effekt bei 54 % des eigenen Patientengutes [1201].

Seit Einführung der anatomischen radikalen nervschonenden Prostatektomie konnte ein entscheidender Umbruch in der heutigen radikalen Operationstechnik eingeleitet werden. Mit diesem Operationsverfahren konnte die Inzidenz einer therapiebedingten Impotenz in spezialisierten Zentren von zuvor nahezu 100 % auf ca. 19 bis 40 % gesenkt werden. Durch die Einführung der selektiven PDE-5-Inhibitoren konnte ein Paradigmenwechsel in der Behandlung der erektilen Dysfunktion verzeichnet werden. Bei beidseitigem Erhalt der kavernösen Nervenbündel konnten 56 % der präoperativ potenten Männer ohne Hilfsmittel Geschlechtsverkehr durchführen. Addiert man die Männer, die positiv auf Phosphodiesterase-5-Inhibitoren ansprechen, werden in bis zu 90 % Erfolge erzielt [1212], [1213], [1214], [1215], [1216], [1217].

Ergebnisse aus zwei kleinen randomisierten Studien (n=33 und n=52) lassen auf eine Besserung in verschiedenen Endpunkten einschließlich Wiedererlangung der Potenz durch spezielles physiotherapeutisches Training plus Elektrostimulation bzw. Biofeedback schließen [Geraerts, I. et al. 2016], [Prota, C. et al. 2012]. Auf Basis dieser Hinweise spricht die Autorengruppe auch für diese oder andere Kombinationen eine schwache Empfehlung aus. Die Entscheidung darüber, welches Hilfsmittel eingesetzt wird, ist individuell und auch von internistischen Begleiterkrankungen (KHK, Hypertonie und KHK) und deren medikamentöser Therapie abhängig, was eine enge Interdisziplinarität in der Rehabilitation einfordert.

Die praktische Erprobung des Verfahrens unter urologischer Aufsicht während der stationären Rehabilitation ist wichtig. Des weiteren bestetht eine Präferenz für die medikamentöse Therapie zur Wiedergewinnung der erektilen Funktion und den zwischen-zeitlichen Erhalt der Schwellkörperelastizität [1201]. Frühere Studien favorisierten eine niedrige, allabendliche Dosis eines Phosphodiesterase-5-Inhibitors zur Rehabilitation der erektilen Dysfunktion [1218], [1219]. Nach jüngster Studienlage scheint die bedarfsweise Einnahme des Phosphodiesterase-5-Inhibitors Vardenafil in der Effektivität zumindest gleichwertig zu sein [1220], [1221].

Entscheidend für die Wahl des individuell am besten geeigneten Behandlungsverfahrens ist neben der umfassenden Information über die bestehende Behandlungsoption die Möglichkeit, dieses Verfahren bis zu einem sicheren Beherrschen praktisch erproben zu können, um die in der Langzeitbeobachtung deutlich auftretende psychische Belastungsreaktion zu verhindern [1201], [1222].

 

Zu [8.6]

Die psychosoziale Versorgung von Karzinompatienten (und deren Angehörigen) wird als wichtiger Bestandteil einer umfassenden onkologischen Behandlung erachtet. Neben der Überlebenszeit stellt die Erhaltung oder Wiederherstellung der Lebensqualität von Patienten, die zum Teil krankheits- und behandlungsbedingt schwerwiegende Einschränkungen verarbeiten müssen, einen Schwerpunkt onkologischer Behandlung dar [1223], [1224]. Beeinträchtigungen betreffen vor allem folgende Bereiche: körperliche Probleme (Symptome, Schmerzen, Verlust der körperlichen Integrität), Funktionsstörungen (Einschränkung der Leistungsfähigkeit, Infragestellung sozialer Rollen), Emotionales Wohlbefinden, Sexualität/Intimität, Soziale Partizipation [1225], [1226].

Art und Ausmaß der individuellen Belastung sind dabei nicht nur von Krankheitsfaktoren abhängig, sondern auch von Person- und Umgebungsfaktoren wie individuellen Ressourcen, Krankheitsverarbeitungsstrategien und von dem Ausmaß an sozialer Unterstützung [1227]. Wesentlich ist die frühzeitige Diagnostik von aus Krankheit und Therapie resultierender oder gleichzeitig auftretender psychischer Störungen und deren Behandlung [1228] (siehe auch Hintergrundtext zu Empfehlung 10.6). Empfehlungen zur Ermittlung des psychoonkologischen Betreuungsbedarfs und Informationen über geeignete Instrumente finden sich in der S3-Leitlinie „Psychoonkologische Diagnostik, Beratung und Behandlung von erwachsenen Krebspatienten“ ([1229], https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/psychoonkologie).

Besonders kritische Phasen im Krankheitsverlauf sind unter anderem die Beendigung der Primärbehandlung und die darauf folgende Zeit des Wartens auf einen langfristigen Therapieerfolg [1230]. In dieser Zeit bietet die Rehabilitation Unterstützung für Prostatakarzinompatienten. Angst, vor allem Progredienzangst, Depressivität und Anpassungsstörungen sind häufige psychische Begleitsymptome einer Krebserkrankung. Dabei ist die subjektive psychische Belastung durchaus unabhängig vom objektiven Befund [1231].

Das frühzeitige Erkennen psychischer Störungen in der onkologischen Versorgung und die Bereitstellung eines breitgefächerten und niedrigschwelligen psychosozialen Unterstützungsangebots ist von besonderer Bedeutung, weil co-morbide psychische Störungen bei Krebspatienten nicht nur deren Behandlung erschweren, sondern sich auch nachteilig auf die Compliance auswirken und zu schlechteren medizinischen Behandlungsergebnissen führen [1232]. Ein solches Angebot kann während der Rehabilitation ermöglicht werden [1233] und stellt möglicherweise aufgrund der Heimatferne und der dadurch geringer erlebten Kontrolle innerhalb des sozialen Umfeldes eine niederschwellige, die männliche Rolle weniger bedrohende und daher leichter zu akzeptierende soziale Unterstützung für betroffene Patienten dar. Für Prostatakarzinompatienten kann eine solche psychosoziale Unterstützung, die mit einer sexualtherapeutischen Beratung verknüpft ist, eine wesentliche Hilfe zur Krankheitsverarbeitung darstellen [1234], [1235].

Eine Metaanalyse psychoonkologischer Studien zeigt, dass psychoonkologische Interventionen psychische Belastungen reduzieren und positive Effekte u. a. auf Angst, Depressionen, Hilflosigkeit, Schmerzen, berufliche Beeinträchtigung, körperliche und soziale Aktivitäten sowie die Lebensqualität haben (siehe [1228]). Darüber hinaus weist eine Studie von Küchler et al. einen Vorteil bei der Überlebenszeit von Karzinompatienten durch ein psychotherapeutisches Unterstützungsprogramm während ihrer Akutbehandlung nach [1236].

Die stationäre Rehabilitation ermöglicht für Prostatakarzinompatienten eine frühzeitige Bereitstellung psychoonkologischer Unterstützung, die im ambulanten Bereich wohnortnah aufgrund fehlender Kapazität und langer Wartezeiten nur selten gewährleistet ist [1237].

8.2 Rehabilitation für Patienten unter Hormonentzugstherapie

8.7 · Evidenzbasiertes Statement · neu 2018

Die Zielsetzung der Rehabilitation während Hormonentzugstherapie besteht

  • in der Therapie der Nebenwirkungen;
  • im Erhalt bzw. in der Wiederherstellung der physischen und psychischen Leistungsfähigkeit;
  • im Erhalt bzw. in der Wiederbefähigung zur Teilhabe am normalen gesellschaftlichen Leben und,
  • soweit der Patient noch im Berufsleben steht, im Erhalt oder der Wiederherstellung der Erwerbsfähigkeit.
Evidenzlevel
4
Konsens
Starker Konsens (98%)
8.8 · Evidenzbasierte Empfehlung · neu 2018

Patienten unter Hormonentzugstherapie sollen rehabilitative Maßnahmen empfohlen werden, die Elemente der Bewegungstherapie enthalten.

Empfehlungsgrad
A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
Evidenzlevel
1+
1-
Konsens
Konsens (93%)
Literatur
[1238] [1239] [1240]
Evidenztabellen (1)8.2 EvT 8.8

Hintergrundinformationen

Zu [8.7] und [8.8]

Auch während einer Hormonentzugstherapie können rehabilitative Maßnahmen indiziert sein. Die Zielsetzung für diese Patienten entspricht im Wesentlichen denen nach Prostatektomie und Strahlentherapie und umfasst außerdem die gezielte Behandlung der spezifischen Nebenwirkungen der Tumortherapie mittels Androgendeprivation (siehe Tabelle zu typischen und häufige Nebenwirkungen einer hormon-ablativen Therapie).

Ziele einer medizinischen Trainings-/ Bewegungstherapie sind hier die Vermeidung bzw. Verringerung einer Fatigue, die Verbesserung der Körperkomposition (Fett-, Muskel-, Knochenmasse), die psychische Stabilisierung und damit eine Verbesserung der Lebensqualität unter Rücksichtnahme auf die jeweils bestehenden Einschränkungen und tumorbedingten Läsionen der Patienten.

Die Evidenz zur Effektivität eines funktionsorientierten Trainingsprogramms auf die physische und psychische Leistungsfähigkeit der Patienten nach und während einer Androgendeprivation, nach Strahlentherapie sowie bei bestehender metastasierter Erkrankung bei Prostatakarzinom ist bislang schwach (heterogene Studien, geringe Stichprobengrößen). Dennoch ist in anderen Kontexten belegt, dass körperliche Aktivität in jedweder Form einen positiven Einfluss auf die sowohl physische als auch psychische Verfassung und damit auf die bekannten Folgen der Hormonentzugstherapie sowie auf die Lebensqualität hat. Die drei aktuellsten Übersichtsarbeiten auf der Basis randomisierter Studien zeigen bei eingeschränkter methodischer Qualität der eingeschlossenen Studien konsistent signifikante Verbesserungen in den Endpunkten Fatigue und Lebensqualität [Bo, Y. et al. 2017], [Teleni, L. et al. 2016], [Hasenoehrl, T. et al. 2015].

8.3 Rehabilitation für Patienten in der Palliativsituation

8.9 · Konsensbasierte Empfehlung · neu 2018

Auch in der nicht-kurativen Situation sollten rehabilitative Maßnahmen symptomorientiert empfohlen werden.

Konsens
Konsens (90%)

Hintergrundinformationen

Zu [8.9]

Die Erläuterungen zu den vorangegangenen Empfehlungen legen nahe, dass rehabilitative Maßnahmen nicht nur zur Wiederherstellung der Leistungsfähigkeit vor der Erkrankung helfen, sondern auch für den Umgang mit einer nicht-heilbaren Erkrankung hilfreich sein können. Obgleich bislang keine Evidenz zum Nutzen rehabilitativer Maßnahmen in der palliativen Situation vorliegt, sollten auch diesen Patienten unter Berücksichtigung der individuellen Symptome entsprechende Verfahren empfohlen werden.

Evidenztabellen

8.1 EvT 8.4

Autoren Jahr

Literaturtyp

untersuchte Studien/
Materialien

Welche Behandlungen wurden geprüft

Befunde in Bezug auf Therapie-Wirkungen und Überleben

Methodische Besonderheiten/
Bemerkungen

LoE

Literaturbelege

MacDonald 2007

Syst. Review

11 Publikationen aus systematischer Suche in Medline, Cochrane bis Juli 2006

KG vs kein Training

Biofeedback-unterstützte KG vs kein Training

Biofeedback-unterstützte KG vs verbal unterstütztes Training

Elektrostimulation-unterstützte KG vs verbal unterstützte KG

Elektrostimulation/extrakorporale Magnetstimulation vs KG

KG beschleunigt die Erholung der Kontinenz postop, die Werte mit und ohne KG nähern sich aber nach 1 Jahr stark an

Biofeedback-unterstützte KG beschleunigt die Erholung der Kontinenz postop - signifikante Unterschiede sind aber nur bis 3-6 Monate postop nachweisbar

Biofeedback-unterstützte KG ist nicht besser als verbal unterstützte KG

präoperativ begonnene KG ist nicht besser als postop begonnene

Elektrostimulation-unterstützte KG ist nicht effektiver als verbal- oder Physiotherapie-untersützte KG

Elektrostimulation/extrakorporale Magnetstimulation ist effektiver als KG innerhalb der ersten 2 postop Monate, danach nicht mehr

Variationen in KG-Formen, verschiedene Outcome-Definitionen und kleine Patientenzahlen sowie die die fehlende Stratifizierung nach Alter und nerverhaltender OP machen die Interpretation der Ergebnisse schwierig

1+

Filocamo 2005, Burgio 2006, Parekh 2003, Van Kampen 2000, Franke 2000, Mathewson-Chapman 1997, Wille 2003, Floratos 2002, Bales 2000, Moore 1999, Yokoyama 2004

 

Artikel (Autor, Jahr, Journal)

Studientyp

Anzahl der Patienten

Patientenmerkmale

Intervention

Vergleichs-Intervention

Nachverfolgung

Outcomes

Ergebnisse

Bemerkungen

Evidenz-Niveau (SIGN)

Manassero 2007

RCT

107

Z.n. RPE für PCa (pT2-4)

Beckenbodengymnastik mit verbalem Feedback (n=54)

kein Training (n=53)

12 M (1 J)

Kontinenzrate (Pad-Test, VAS), QOL

inkontinent nach        1      3        6      12 M

Intervention (%)       83    54     33      17 

Kontrolle (%)           98    78      60     53 

QOL ebenfalls in Interventionsgruppe signifikant besser als in Kontrolle

 

1+

 

 

reference

population

intervention

search strategy, study inclusion criteria

studies included

heterogenity

results

methodological validity

LoE

Anderson CA.
Conservative management for postprostatectomy urinary incontinence.
Cochrane Database Syst Rev 2015

body of evidence: 50 trials
- 45 after RP
- 4 afterTURP
- 1 after either operation

n = 4717 men, of whom 2736 had an active conservative intervention

conservative interventions: pelvic floor muscle training, PFMT + biofeedback,
ESI + PFMT,
ES + PFMT + bfb,
exMI + PFMT,
penile compression,
nerve stimulat.
+ PFMT

comparators:
no treatment or active treatment

Cochrane Incontinence Group Specialised Register, CENTRAL, EMBASE, CINAHL, ClinicalTrials.gov, (ICTRP); reference lists
search up to 2014

inclusion criteria: randomised or quasi-randomised controlled trials evaluating conservative interventions for urinary continence in men after prostatectomy

outcome measures: various (--> few trials for data per outcome)

considerable variation in the interventions,
populations and outcome measures. Data were not available for many of the pre-stated outcomes.

The value of the various approaches to conservative management of incontinence after RP remains uncertain.
The evidence is conflicting and therefore rigorous.

treatment of UI after RP - postoperative PFMT:
no significant differences at any time period in UI rates
no good evidence to support one-to-one training
other outcomes (use of pads, UI score + QoL, pad tests):
no significant differences
treatment of UI after RP - other postop. interventions:
short-term data: fewer incontinent men after intervention; no differences in pad test; sooner achievement of continece (~5mo)
treatment of UI after RP - postop.treatment combinations:
no significant differences
treatment of UI after RP - comparison of active treatments:
no difference in the incontinence rates at any time point;
no difference in pad test; improved QoL for combinations

symptoms improved over time irresp. of management.

no evidence (8 trials) that PFMT +/- biofeedback was better than control for men with UI up to 12mo after RP.

1. a priori Design - ja (update)
2.
Selektion und Extraktion durch 2 unabh. Bearbeiter - ja
3. Literaturrecherche min 2 Datenbanken + 1 Zusatz - ja
4. graue Literatur eingeschl. - nein
5. Vollständige Liste ein- und ausgeschl. Studien - ja
6. Details der eingeschlossenen Studien - ja
7. Qualität der eingeschlossenen Studien bewertet - ja
8. In Conclusion Hinweise auf methodische Qualität - ja
9. Heterogenität erhoben?- n.a. (deskriptiv da keine Meta.)
10. Publication bias (funnel plot) - n.a. (<10 Studien)
11. CoI / funding für Review UND für alle Studien berichtet - ja
AMSTAR-Score 8/9(11)

1(+/-)

Wang W.
Effectiveness of preoperative pelvic floor muscle training for urinary incontinence after radical prostatectomy: a meta-analysis.
BMC Urol 2014

body of evidence: 5 studies
n=803 pat.s

preoperative
plus postoperative PFMT vs. postoperative PFMT only for re-establishment of continence after RP

Cochrane Library for  registered RCTs and reviews, then PubMed database and Web of Science to identify available publications. Additional
publications  from reference lists

search up to 2014

randomized controlled trials

outcome: continence rates 1, 3, 6, and 12 months postoperatively

follow-up 1-12mo

 

effectiveness of preoperative PFMT for urinary continence:
- after 1mo (388 pat.s): no significant difference (RR=1.21, 95%CI 0.71–2.08; p=0.48)
- after 3mo (672 pat.s): no significant difference (RR=1.1)
- after 6mo: no significant difference (RR=0.98)
- after 12mo: no significant difference (RR=0.93)

Effectiveness of preoperative PFMT in reducing time to
continence and improving quality of life:
overall no significant differences in individual studies (no metaanalysis)

1. a priori Design - nein
2. Selektion und Extraktion durch 2 unabh. Bearbeiter - ja
3. Literaturrecherche min 2 Datenbanken + 1 Zusatz - (ja)
4. graue Literatur eingeschl. - nein
5. Vollständige Liste ein- und ausgeschl. Studien - nein
6. Details der eingeschlossenen Studien - ja
7. Qualität der eingeschlossenen Studien bewertet - ja
8. In Conclusion Hinweise auf methodische Qualität - ja
9.
Heterogenität erhoben?- ja
10. Publication bias (funnel plot) - n.a. (limited available evidence)
11.
CoI / funding für Review UND für alle Studien berichtet - nein
AMSTAR-Score 6/10(11)

1(+/-)

Zhu YP.
Pelvic floor electrical stimulation for postprostatectomy urinary incontinence: a meta-analysis.
Urology 2012

body of evidence: 4 studies
n=210 pat.s

electrical stimulation (ES)-enhanced pelvic floor muscle training vs. PFMT alone

Pubmed, Embase, Cochrane Library, 3 national Chinese databases; reference lists

randomized controlled trials

outcome: urinary continence

study duration 6-12mo

 

early (3mo) recovery of urinary continence:
(n=186 pat.s) no significant difference between ES+PFMT vs. PFMT alone, RR=1.21 (95%CI 0.95-1.54)
overall, continence rate increased (up to 59%) within the first 3mo

late (>6mo) recovery of urinary continence:
(n=210 pat.s) no significant difference between ES+PFMT vs. PFMT alone, RR=1.03 (95%CI 0.88-1.20)
72 and 74% of pat.s achieved continence

1. a priori Design - nein
2. Selektion und Extraktion durch 2 unabh. Bearbeiter - ja
3. Literaturrecherche min 2 Datenbanken + 1 Zusatz - ja
4. graue Literatur eingeschl. - nein
5. Vollständige Liste ein- und ausgeschl. Studien - nein
6. Details der eingeschlossenen Studien - ja
7. Qualität der eingeschlossenen Studien bewertet - ja
8. In Conclusion Hinweise auf methodische Qualität - ja
9. Heterogenität erhoben?- ja
10. Publication bias (funnel plot) - n.a. / ja (nicht gezeigt)
11. CoI / funding für Review UND für alle Studien berichtet - nein
AMSTAR-Score 6/10(11)

1(+/-)

 

8.1 Evt 8.5

Autoren Jahr

Literaturtyp

untersuchte Studien/
Materialien

Welche Behandlungen wurden geprüft

Befunde in Bezug auf Therapie-Wirkungen und Überleben

Methodische Besonderheiten/
Bemerkungen

LoE

Literaturbelege

Zippe 2007

Review

„The autors have summarized the literature on the reported efficacy of delayed treatments of ED following RP.“

intracavernöse Injektionen (IC)

Vakuum-Konstriktionsgeräte (VCD)

intraurethrales Alprostadil

5’Phosphodiesterase-Hemmer (PDH)

relativ geringe Zahl von Studien mit geringen Fallzahlen, teilweise ohne Randomisierung

kein long-term Follow-up

beste Form der Therapie aus Literatur nicht ersichtlich

im Hinblick auf Wirksamkeit erscheint IC wünschenswert, aber logistische Probleme mit Administration

unter letzterem Gesichtspunkt Kombination PDH+VCD am besten geeignet

Review ist narrativ, Literaturrecherche und Ein- u. Ausschlusskriterien nicht angegeben

4

Montorsi 1997

Raina 2006

Munding 2001

Dalkin 2007

Gallo 2005

Raina 2007

Padma-Nathan 2003

Nandipati 2006

 

8.2 EvT 8.8

reference

population

intervention

search strategy, study inclusion criteria

studies included

heterogenity

results

methodological validity

LoE

Bo Y.
Effects of Exercise on Cancer-related Fatigue and Quality of Life in Prostate Cancer Patients Undergoing Androgen Deprivation Therapy: A Meta-analysis of Randomized Clinical Trials.
Chin Med Sci J 2017

body of evidence: 10 RCTs involving 841 PCa pat.s
(448 exercise group, 393 control group)
(trials published 2003-2015)

exercise intervention (any type of physical exercise, including aerobic ex., strength training,
flexibility exercises or combinations of these) vs. no exercise in PCa pat.s on ADT

EMBASE, PubMed, Cochrane library, Chinese journals full-text database searches; reference lists
up to Sept.2016

RCTs evaluating the effects of exercise
on CRF and QoL of PCa patients receiving ADT

primary outcomes: cancer-related fatigue (CRF), quality of life (QoL)

(no significant heterogeneity)

cancer-related fatigue:
significantly improved by exercise intervention in pooled analysis: SMD = -0.32 (95%CI -0.45 - -0.18, p>0.001)
[significant efect in 2/9 individual studies]

quality of life:
significantly improved by exercise intervention in pooled analysis: SMD = 0.21 (95%CI 0.08 - 0.34, p=0.002)
[significant efect in 1/10 individual studies]

1. a priori Design - nein
2. Selektion und Extraktion durch 2 unabh. Bearbeiter - ja
3. Literaturrecherche min 2 Datenbanken + 1 Zusatz - ja
4. graue Literatur eingeschl. - nein
5. Vollständige Liste ein- und ausgeschl. Studien - nein
6. Details der eingeschlossenen Studien - ja
7. Qualität der eingeschlossenen Studien bewertet - ja
8. In Conclusion Hinweise auf methodische Qualität - (n.a./nein)
9. Heterogenität erhoben?- ja
10. Publication bias (funnel plot) - nein
11. CoI / funding für Review UND für alle Studien berichtet - nein
AMSTAR-Score 5/11

1(+/-)

Teleni L.
Exercise improves quality of life in androgen deprivation therapy-treated prostate cancer: systematic review of randomised controlled trials.
Endocr Relat Cancer 2016

body of evidence: 7 RCTs
- 4 studies with combination of RET + AET
- 3 studies with RET

resistance exercise training (RET), aerobic exercise training (AET)

CINAHL, CENTRAL, Medline, PsychINFO searches; reference lists
publications 2004-Dec.2014

RCTs of PCa pat.s undergoing ADT

interventions of
interest: aerobic exercise, resistance exercise and/or dietary counselling vs. standard care or no treatment

primary outcome: QoL

Although participant eligibility criteria were similar, cancer stage and treatment varied between studies, as did the depth of information provided about these variables. Only three of the nine studies
provided details on the duration of ADT

quality of life:
(health-related n=5 studies, disease-specific n=3 studies)
exercise improved health-related QoL (SMD=0.29; 95%CI 0.10–0.49) and disease-specific QoL (SMD=0.36; 95%CI 0.11–0.61) in men with PCa undergoing ADT

No exercise intervention evaluated libido, erectile function, sleep quality and insomnia, mood swings,
depression or anxiety or bone mineral density.

metabolic risk factors:
exercise did not significantly improve total body weight (MD=0.26; 95%CI 2.40-2.93) (n=4 exercise studies)
no effect on waist:hip ratio, waist circumference, body composition, systolic blood pressure, blood glucose, cholesterol, triglycerides

1. a priori Design - nein
2. Selektion und Extraktion durch 2 unabh. Bearbeiter - (ja - nur VT; RoB)
3. Literaturrecherche min 2 Datenbanken + 1 Zusatz - ja
4. graue Literatur eingeschl. - nein
5. Vollständige Liste ein- und ausgeschl. Studien - nein
6. Details der eingeschlossenen Studien - ja
7. Qualität der eingeschlossenen Studien bewertet - ja
8. In Conclusion Hinweise auf methodische Qualität - (n.a./ja)
9. Heterogenität erhoben?- ja
10. Publication bias (funnel plot) - nein
11. CoI / funding für Review UND für alle Studien berichtet - nein
AMSTAR-Score 4-6/11

1(+/-)

Hasenoehrl T.
The effects of resistance exercise on physical performance and health-related quality of life in prostate cancer patients: a systematic review.
Support Care Cancer 2015

body of evidence: 13 studies (total of n=876 pat.s)

resistance exercise (RE) vs. no intervention

PubMed, EMBASE, MEDLINE, SCOPUS, Cochrane Library
up to Sept.2014

RCTs of PCa pat.s undergoing ADT and resistance training (alone or combined with other exercise) vs. no intervention


To our knowledge, this is the first systematic review about the influence of RE on PCa.

Because there are not many high-quality RCTs referring to the aim of this systematic review and because of the heterogeneity of the exercise interventions and the outcome measures of the included articles, we did not perform a meta-analysis.

physical performance:
significant increase in cardiorespiratory fitness at least at one time point (4/4 studies); significant increases in muscle strength and muscular endurance capacity (5/5 studies); significant improvements in almost all functional tests after exercise interventions (2/2 studies)
body composition:
positive effects of exercise (7 studies)

fatigue and quality of life:
significant improvements in the exercise intervention groups (9/11 studies)

PSA and endocrine factors:
no significant differences
blood lipids; bone mineral density:
inconclusive or insignificant effects

1. a priori Design - nein
2. Selektion und Extraktion durch 2 unabh. Bearbeiter - unklar
3. Literaturrecherche min 2 Datenbanken + 1 Zusatz - kein Zusatz
4. graue Literatur eingeschl. - nein
5. Vollständige Liste ein- und ausgeschl. Studien - nein
6. Details der eingeschlossenen Studien - ja
7. Qualität der eingeschlossenen Studien bewertet - ja
8. In Conclusion Hinweise auf methodische Qualität - (n.a./ja)
9. Heterogenität erhoben?- nein
10. Publication bias (funnel plot) - nein
11. CoI / funding für Review UND für alle Studien berichtet - nein
AMSTAR-Score 3-4/11

1(+/-)

 

Literaturhinweise

[1193] MacDonald, R., Fink, H.A., Huckabay, C., Monga, M., Wilt, T.J., Pelvic floor muscle training to improve urinary incontinence after radical prostatectomy: a systematic review of effectiveness, BJU. Int, 2007. 100(1): p. 76-81., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17433028

[1194] Manassero, F., Traversi, C., Ales, V., Pistolesi, D., Panicucci, E., Valent, F., et.al. Contribution of early intensive prolonged pelvic floor exercises on urinary continence recovery after bladder neck-sparing radical prostatectomy: results of a prospective controlled randomized trial, Neurourol. Urodyn, 2007. 26(7): p. 985-989., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17487874

[1195] Anderson, C.A., Omar, M.I., Campbell, S.E., Hunter, K.F., Cody, J.D., Glazener, C.M., Conservative management for postprostatectomy urinary incontinence, Cochrane Database Syst Rev, 2015. 1: p. CD001843., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25602133

[1196] Wang, W., Huang, Q.M., Liu, F.P., Mao, Q.Q., Effectiveness of preoperative pelvic floor muscle training for urinary incontinence after radical prostatectomy: a meta-analysis, BMC Urol, 2014. 14: p. 99., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25515968

[1197] Zhu, Y.P., Yao, X.D., Zhang, S.L., Dai, B., Ye, D.W., Pelvic floor electrical stimulation for postprostatectomy urinary incontinence: a meta-analysis, Urology, 2012. 79(3): p. 552-555., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22386394

[1198] Geraerts, I., Van, Poppel H., Devoogdt, N., De, Groef A., Fieuws, S., Van, Kampen M., Pelvic floor muscle training for erectile dysfunction and climacturia 1 year after nerve sparing radical prostatectomy: a randomized controlled trial, Int J Impot. Res, 2016. 28(1): p. 9-13., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26538105

[1199] Prota, C., Gomes, C.M., Ribeiro, L.H., de, Bessa J., Jr., Nakano, E., Dall'oglio, M., et.al. Early postoperative pelvic-floor biofeedback improves erectile function in men undergoing radical prostatectomy: a prospective, randomized, controlled trial, Int J Impot. Res, 2012. 24(5): p. 174-178., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22573231

[1200] Zippe, C.D., Pahlajani, G., Penile rehabilitation following radical prostatectomy: role of early intervention and chronic therapy, Urol Clin. North Am, 2007. 34(4): p. 601-18, viii., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17983900

[1201] Otto, U., Dombo, O., Studie zur Identifikation von Prädiktoren für die individuelle Rehabilitationsdauer und den langfristigen Rehabilitationserfolg. Patienten mit Prostatacarcinom, in Stationäre Rehabilitation bei Mamma-, Magen- und Prostatacarcinom, Arbeitsgemeinschaft für Krebsbekämpfung der Träger der gesetzlichen Kranken- und Rentenversicherung im Lande Nordrhein-Westfalen , Editor. 2002, Roderer: Regensburg. p. 85-138.

[1202] Vahlensieck, W., Gack, M., Gleissner, J., Hoffmann, W., Liedke, S., Otto, U., et.al. Struktur- und Prozessqualität der stationären urologischen Rehabilitation, Urologe A, 2005. 44(1): p. 51-56., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15602650

[1203] Dombo, O., Otto, U., Rehabilitation. Allgemeine Grundlagen, in Uroonkologie, Rübben, H. , Editor. 2007, Springer: Berlin. p. 203-218.

[1204] Dombo, O., Otto, U., Stress-Inkontinenz beim Mann: Anatomische und funktionelle Besonderheiten, J Urol Gynaecol, 2004. p. 7-12.

[1205] Dorschner, W., Stolzenburg, J.U., Neuhaus, J., Anatomische Grundlagen der Harninkontinenz, Urologe A, 2001. 40(3): p. 223-233., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11405132

[1206] Otto, U., Grosemans, P., Hoffmann, W., Dombo, O., Rehabilitation in der urologischen Onkologie, Urologe B, 1998. 38(Suppl 1): p. 35-40.

[1207] Dombo, O., Rehabilitation der postoperativen Stressinkontinenz beim Mann nach radikaler Prostatovesikulektomie und Zystoprostatektomie. DissertationUniv. Hamburg, 1998.

[1208] Hoffmann, W., Liedtke, S., Otto, U., Das videoendoskopische Biofeedback-Sphinktertraining zur Therapie der postoperativen Harninkontinenz nach radikalchirurgischen Operationen, Extracta Urol, 2002. 3: p. 32-33.

[1209] Hoffmann, W., Liedke, S., Dombo, O., Otto, U., Die Elektrostimulation in der Therapie der postoperativen Harninkontinenz. Therapeutischer Nutzen unter Berücksichtigung der Lebensqualität, Urologe A, 2005. 44(1): p. 33-40., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15580472

[1210] Davison, B.J., So, A.I., Goldenberg, S.L., Quality of life, sexual function and decisional regret at 1 year after surgical treatment for localized prostate cancer, BJU. Int, 2007. 100(4): p. 780-785., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17578466

[1211] Herkommer, K., Niespodziany, S., Zorn, C., Gschwend, J.E., Volkmer, B.G., Versorgung der erektilen Dysfunktion nach radikaler Prostatektomie in Deutschland. Einschätzung durch den Urologen vs. Patientenbefragung, Urologe A, 2006. 45(3): p. 336, 338-336, 342., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16341512

[1212] Noldus, J., Die Nerverhaltende radikale retropubische Prostatektomie, Forum DKI, 2002. Sonderheft 1: p. 49.

[1213] Walsh, P.C., Partin, A.W., Epstein, J.I., Cancer control and quality of life following anatomical radical retropubic prostatectomy: results at 10 years, J Urol, 1994. 152(5 Pt 2): p. 1831-1836., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7523730

[1214] Walsh, P.C., Marschke, P., Ricker, D., Burnett, A.L., Patient-reported urinary continence and sexual function after anatomic radical prostatectomy, Urology, 2000. 55(1): p. 58-61., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10654895

[1215] Walsh, P.C., Preservation of sexual function in the surgical treatment of prostatic cancer--an anatomic surgical approach, Important Adv. Oncol, 1988. p. 161-170., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/3042603

[1216] Catalona, W.J., Ramos, C.G., Carvalhal, G.F., Contemporary results of anatomic radical prostatectomy, CA Cancer J Clin, 1999. 49(5): p. 282-296., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11198955

[1217] Michel, M.S., Trojan, L., Knoll, T., Bross, S., Alken, P., Bewährte und neue urologische Therapien des Prostatakarzinoms, Radiologe, 2003. 43(6): p. 441-447., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12827258

[1218] Bannowsky, A., Schulze, H., van der, Horst C., Seif, C., Braun, P.M., Junemann, K.P., Nocturnal tumescence: a parameter for postoperative erectile integrity after nerve sparing radical prostatectomy, J Urol, 2006. 175(6): p. 2214-2217., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16697842

[1219] Sommer, F., Klotz, T., Schmitz-Drager, B.J., Lifestyle issues and genitourinary tumours, World J. Urol, 2004. 21(6): p. 402-413., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/14673616

[1220] Montorsi, F., Brock, G., Lee, J., Shapiro, J., Van Poppel, H., Graefen, M., et.al. Effect of nightly versus on-demand vardenafil on recovery of erectile function in men following bilateral nerve-sparing radical prostatectomy, Eur. Urol, 2008. 54(4): p. 924-931., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18640769

[1221] Bannowsky, A., Schulze, H., van der, Horst C., Stubinger, J.H., Portillo, F.J., Junemann, K.P., Erektionsstatus nach nervenerhaltender radikaler Prostatektomie. Nächtliche Früherektion als Parameter der postoperativen organisch-erektilen Integrität, Urologe A, 2005. 44(5): p. 521-526., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15726311

[1222] Zellner, M., Riedel, R., Rehabilitation der Erektionsfunktion nach radikaler Prostatektomie, Uro news, 2008. p. 28-34.

[1223] Schwarz, R., Psychosoziale Onkologie: Position, Prinzipien und Perspektiven, Forum DKG, 2000. 15: p. 22-24.

[1224] Weis, J., Leitlinien und Qualitätssicherung in der Psychoonkologie, in Diagnostik und Behandlungsziele in der Psychoonkologie, Schumacher, A. and Broeckamann, S., Editors. 2004, Pabst: Lengerich. p. 84-92.

[1225] Cella, D., Quality of life, in Psycho-Oncology, Holland, J.C. , Editor. 1998, Oxford University Pr.: Oxford. p. 1135-1146.

[1226] Faller, H., Krebs, in Psychologische Gesundheitsförderung, Diagnostik und Prävention, Jerusalem, M. and Weber, H., Editors. 2003, Hogrefe: Göttingen. p. 655-675.

[1227] Koch, U., Weis, J., Krankheitsbewältigung bei Krebs und Möglichkeiten der UnterstützungSchattauer, 1998.

[1228] Mehnert, A., Lehmanns, C., Koch, U., Prävalenz und Diagnostik psychischer Störungen in der Onkologie, Onkologe, 2006. 12(1): p. 18-26.

[1229] Leitlinienprogramm Onkologie (OL), Deutsche Krebsgesellschaft (DKG), Deutsche Krebshilfe, Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), S3-Leitlinie Psychoonkologische Diagnostik, Beratung und Behandlung von erwachsenen Krebspatienten. AWMF-Register-Nummer (032/051OL). Langversion 1.1, 2014., https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/psychoonkologie

[1230] Zettl, S., Psychoonkologische Betreuung von Patienten mit Prostatakarzinom: Was kann der Urologe leisten?, J Urol Urogyn, 2003. 10: p. 12-15.

[1231] Herschbach, P., Das "Zufriedenheitsparadox" in der Lebensqualitätsforschung - wovon hängt unser Wohlbefinden ab?, Psychother. Psychosom Med Psychol, 2002. 52(3-4): p. 141-150., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11941521

[1232] Colleoni, M., Mandala, M., Peruzzotti, G., Robertson, C., Bredart, A., Goldhirsch, A., Depression and degree of acceptance of adjuvant cytotoxic drugs, Lancet, 2000. 356(9238): p. 1326-1327., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11073026

[1233] Herschbach, P., Heussner, P., Sellschopp, A., eds., Psycho-Onkologie. Perspektiven heuteDustri, 2006.

[1234] Stetinga, S.K., Dunn, J., Gardiner, R., Heathcote, P., Yaxley, J., The supportive care needs of men with prostate cancer, Psychooncology, 2001. 10: p. 66-75.

[1235] Zettl, S., Hartlapp, J., Sexualstörungen durch Krankheit und TherapieSpringer, 1997.

[1236] Kuchler, T., Bestmann, B., Rappat, S., Henne-Bruns, D., Wood-Dauphinee, S., Impact of psychotherapeutic support for patients with gastrointestinal cancer undergoing surgery: 10-year survival results of a randomized trial, J Clin Oncol, 2007. 25(19): p. 2702-2708., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17602075

[1237] Watzke, B., Psychotherapeutische Versorgung in der Onkologie, PsychotherapeutenJ, 2008. 4: p. 328-336.

[1238] Bo, Y., Jiansheng, W., Effects of Exercise on Cancer-related Fatigue and Quality of Life in Prostate Cancer Patients Undergoing Androgen Deprivation Therapy: A Meta-analysis of Randomized Clinical Trials, Chin Med Sci J, 2017. 32(1): p. 13-21., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28399980

[1239] Teleni, L., Chan, R.J., Chan, A., Isenring, E.A., Vela, I., Inder, W.J., et.al. Exercise improves quality of life in androgen deprivation therapy-treated prostate cancer: systematic review of randomised controlled trials, Endocr. Relat Cancer, 2016. 23(2): p. 101-112., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26584972

[1240] Hasenoehrl, T., Keilani, M., Sedghi Komanadj, T., Mickel, M., Margreiter, M., Marhold, M., et.al. The effects of resistance exercise on physical performance and health-related quality of life in prostate cancer patients: a systematic review, Support Care Cancer, 2015. 23(8): p. 2479-2497., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26003426