Leitlinienprogramm OnkologiePankreaskarzinom

5. Diagnostik – Pankreaskarzinom

Version 3.1 · September 2024 · AWMF 032-010OL
Leitlinienprogramm Onkologie · Deutsche Krebsgesellschaft · Deutsche Krebshilfe · AWMF

5.1 Diagnostik bei neu aufgetretenen Symptomen

5.1 · Evidenzbasierte Empfehlung · geprüft 2024

Neu aufgetretene Oberbauch- und Rückenschmerzen sollten diagnostische Untersuchungen auslösen, die die Diagnose eines Pankreaskarzinoms erlauben.

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
3
Konsens
Starker Konsens

Hintergrund 5.1
Prinzipiell ist bei neu aufgetretenen Oberbauch- und Rückenschmerzen, die durch eine Pankreatitis bzw. ein Pankreaskarzinom ausgelöst sein könnten, eine weitere Diagnostik erforderlich. Es existiert keine Literatur, die beantwortet, welche Symptome alleine und in welcher Kombination und ab welchem Alter an ein Pankreaskarzinom denken lassen sollten. Welche Diagnostik alleine oder in Kombination zum Ausschluss eines Pankreastumors ausreichend ist, wird ebenfalls durch Literatur nicht belegt. Neu aufgetretene, nicht durch Veränderungen am Bewegungsapparat erklärbare, alleinige Rückenschmerzen sollten jedoch keine diagnostischen Untersuchungen für ein Pankreaskarzinom auslösen. Tabelle "Alters- und verdachtslevel-adaptiertes diagnostisches Vorgehen" stellt einen Vorschlag für ein alters- und verdachtslevel-adaptiertes Vorgehen dar, der auf Expertenmeinung basiert.

Tabelle 7: Alters- und Verdachtslevel-adaptiertes diagnostisches Vorgehen bei neu aufgetretenen Oberbauch- und Rückenschmerzen.

 Verdachtslevel  Alter (Jahre)  Symptome  Vorgehen
 Niedrig   <50  nur Schmerz¥  Sonographie bei Symptompersistenz
Mittel   <50  Schmerz plus¥¥  Sonographie, ggf. CT
 >50  nur Schmerz¥  Sonographie, ggf. CT
Schmerz plus¥¥ Sonographie, ggf. CT
Hoch >50 Schmerz plus¥¥ Sonographie, ggf. CT/Endosonographie

¥ Neu aufgetretene Schmerzen, die lokalisiert/gürtelförmig in den Rücken ausstrahlen und nachts wahrnehmbar sind, bedürfen altersunabhängig individuell einer weiteren Abklärung. Bei hohem Verdachtslevel ggf. auch bei negativer Sonographie komplementär CT oder Endosonographie einsetzen

¥¥ Schmerz plus andere Symptome (Inappetenz, Gewichtsverlust, Schwäche)

 

5.2 · Evidenzbasierte Empfehlung · geprüft 2024

Ein neu aufgetretener schmerzloser Ikterus sollte diagnostische Untersuchungen für ein Pankreaskarzinom auslösen.

Empfehlungsgrad
B: Konsistent Studien mit Evidenzgrad 2 oder 3 bzw. Extrapolationen von Studien mit Evidenzgrad 1
Evidenzlevel
2b
Konsens
Starker Konsens
Literatur
[161] [162] [163]

Hintergrund

Pankreas- oder Gallengangskarzinome sind mit 20 % die häufigste Ursache für einen neu aufgetretenen Ikterus bei Patienten in der zweiten Lebenshälfte (> 60 Jahre) [161], [162], [163].

5.3 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2021

Eine akute Pankreatitis unklarer Ätiologie sollte in bestimmten Fällen (Patienten > 50 Jahre mit erstmaliger „idiopathischer“ Pankreatitis) zusätzliche Maßnahmen zum Ausschluß eines Pankreaskarzinoms auslösen.

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
4
Konsens
Konsens
Literatur
[162] [164] [165]

Hintergrund

Die Pankreaskarzinominzidenz bei der akuten Pankreatitis und noch mehr bei einem akuten Schub einer chronischen Pankreatitis scheint erhöht zu sein, überschreitet jedoch nicht 1-2 % aller Fälle von Pankreaskarzinomen bzw. maximal 5 % bei den idiopathischen Formen. Es gibt nur wenige systematische Untersuchungen zu dieser Thematik, insbesondere bei den idiopathischen Formen. Die Daten für die Endosonographie in diesem Kontext sind gut dokumentiert. Deswegen wird primär ein endoskopischer Ultraschall empfohlen, der im symptomfreien Intervall nach der akuten Pankreatitis durchgeführt werden sollte. Alternativ kommt eine Multidetektor-CT (MD-CT) -Untersuchung in Frage. Eine Gangabklärung erscheint bei negativem endoskopischem Ultraschall überlegenswert, wobei nur Daten für die ERCP vorliegen, bei der das Risiko einer post-ERCP Pankreatitis besteht. Im Analogieschluss kann die Durchführung einer MRCP empfohlen werden [165], [164].

CA19-9 Bestimmungen sollten zur Diagnose eines Pankreaskarzinoms prinzipiell nicht durchgeführt werden. Es wird auch kein Algorithmus bzw. kein diagnostisches Verfahren empfohlen, mit dem ein erhöhter CA19-9 Wert abgeklärt werden sollte. Obgleich Pankreaskarzinome auch vor dem 50. Lebensjahr auftreten können, zeigen die altersabhängigen Inzidenzkurven einen Anstieg erst ab dem 50. Lebensjahr [162]. Daher sollten die oben genannten diagnostischen Untersuchungen erst ab einem Alter von 50 Jahren durchgeführt werden

5.2 Bildgebende Verfahren zur Primär-Diagnostik

5.4 · Evidenzbasierte Empfehlung 2006

Zur Klärung eines Tumorverdachtes sind unterschiedliche Verfahren wie Sonographie, Endosonographie, Multidetektor-CT, MRT mit MRCP oder ERCP geeignet.

Empfehlungsgrad
B: Konsistent Studien mit Evidenzgrad 2 oder 3 bzw. Extrapolationen von Studien mit Evidenzgrad 1
Evidenzlevel
2b
Konsens
Konsens
Literatur
[166] [167]

Hintergrund

Die oben genannten Verfahren sind unterschiedlich verfügbar und damit nicht in einen für jede Situation definierten Algorithmus einsetzbar. Es besteht Einigkeit darüber, dass prinzipiell zunächst eine Oberbauchsonographie erfolgen sollte, die bereits die Verdachtsdiagnose eines Pankreaskarzinoms und ggf. auch die Metastasendiagnose ermöglicht. Alle weiteren Verfahren ermöglichen ebenfalls den Nachweis eines Pankreaskarzinoms, wobei die ERCP allein zur Diagnose eines duktalen Pankreaskarzinoms nicht geeignet ist, da sie lediglich Gangveränderungen nachweist und nicht die Raumforderung selbst zur Darstellung bringt [166], [167].

Die Computertomographie sollte als Multidetektor­computer­tomographie mit einem zumindest biphasischen Kontrastmittelprotokoll durchgeführt werden (Pankreasparenchymphase und portalvenöse Phase). Die Schichtdicke sollte ≤ 3 mm betragen. Die MRT/MRCP sollte mit einer Feldstärke von mindestens 1,5 Tesla und Standardwichtungen (T1 und T2 inklusive MRCP) durchgeführt werden. Die Schichtdicke sollte 5 – 7 mm betragen. 

5.5 · Evidenzbasierte Empfehlung 2006

Diagnostische Verfahren der ersten Wahl zur Detektion des Pankreaskarzinoms sind die Oberbauchsonographie, die Endosonographie, die Multidetektor-CT, sowie die MRT in Kombination mit der MRCP.

Empfehlungsgrad
B: Konsistent Studien mit Evidenzgrad 2 oder 3 bzw. Extrapolationen von Studien mit Evidenzgrad 1
Evidenzlevel
3
Konsens
Konsens

Hintergrund

Nach Literatur sind die beiden sensitivsten Verfahren zur Detektion des Pankreaskarzinoms die Multidetektor-CT und das MRT in Kombination mit der MRCP. In der Hand erfahrener Untersucher erreicht die Endosonographie zum Teil sogar eine noch höhere Sensitivität. Eine eindeutige Wertung für oder gegen eines der Verfahren kann auch hier nicht vorgenommen werden. Es sollte jenes Verfahren eingesetzt werden, mit dem in einer gegebenen Einrichtung die größte Expertise besteht. Ggf. müssen die Verfahren auch komplementär eingesetzt werden.

5.3 Histologie, Zytologie und Labordiagnostik

5.3.1 Zytologische Diagnostik

5.6 · Evidenzbasiertes Statement · geprüft 2024

Eine Bürstenzytologie aus dem Gallengang hat bei V.a. ein Pankreaskarzinom eine zu niedrige Sensitivität. Es wird auch nicht empfohlen, aus dem Pankreasgang Bürstenzytologien zum Nachweis eines Pankreaskarzinoms zu entnehmen. Deswegen ist eine ERCP zur Gewebediagnostik des Pankreaskarzinoms nicht indiziert.

Evidenzlevel
5
Konsens
Konsens

Hintergrund

Die Literatur erlaubt keine adäquate Aussage zu der o.g. Fragestellung. Die Bürstenverfahren im Pankreas-, aber auch im Gallengangssystem sind risikobehaftet und nicht zielführend.

5.3.2 Laboruntersuchungen

5.7 · Evidenzbasierte Empfehlung 2006

Bei Nachweis einer Pankreasraumforderung sollte eine CA19-9 Untersuchung durchgeführt werden.

Empfehlungsgrad
C: Studien mit Evidenzgrad 4 oder Extrapolationen von Studien mit Evidenzgrad 2 oder 3
Evidenzlevel
2a
Konsens
Mehrheitliche Zustimmung
Literatur
[168] [169] [170] [171]

Hintergrund

Die laborchemische Bestimmung von CA19-9 kann in Einzelfällen zur Differentialdiagnostik zum Einsatz kommen. Bei potentieller Resektabilität in der Bildgebung kann ein sehr hoher präoperativer CA19-9-Wert Anlass geben, eine Staging-Laparoskopie durchzuführen, da in solchen Fällen oft eine größere Tumorlast vorliegt, als in der Bildgebung vermutet, z. B. eine disseminierte Tumoraussaat. Bisher existieren aber keine Kosten-Nutzen-Analysen, die die Sinnhaftigkeit dieser Bestimmung belegen [171], [168], [169], [170].

5.3.3 Gewebediagnostik: Vorgehen bei Raumforderungen im Pankreas

5.8 · Evidenzbasierte Empfehlung 2006

Bei Vorliegen einer potenziell resektablen, karzinomverdächtigen Raumforderung im Pankreas sollte primär die Resektion erfolgen. Eine endosonographisch gesteuerte Biopsie kann dann durchgeführt werden, wenn es differentialdiagnostische Hinweise gibt, die das Vorgehen ändern würden, wie z. B. Metastasenverdacht bei einem anderen Malignom in der Vorgeschichte.

Empfehlungsgrad
B: Konsistent Studien mit Evidenzgrad 2 oder 3 bzw. Extrapolationen von Studien mit Evidenzgrad 1
Evidenzlevel
2
Konsens
Konsens
Literatur
[172] [173] [174]

Hintergrund

Die endosonographisch gestützte Feinnadelpunktion ist sensitiv und hochspezifisch zum histologischen bzw. zum zytologischen Nachweis des Pankreaskarzinoms [173], [174], [172]. Sie ist jedoch in den allermeisten Fällen entbehrlich, da bei Operabilität auch Raumforderungen unklarer Dignität operiert werden sollten. Eine bioptische Diagnosesicherung einer Raumforderung im Pankreas bei potenziell resektablem Befund ist daher präoperativ nicht notwendig.

5.9 · Evidenzbasierte Empfehlung · geprüft 2024

Sollte aufgrund differentialdiagnostischer Erwägungen dennoch eine Biopsie durchgeführt werden, so werden vorzugsweise solche Raumforderungen biopsiert, deren Punktion mit dem geringsten Komplikationsrisiko behaftet ist.

Empfehlungsgrad
D: Expertenmeinung oder inkonsistente bzw. nicht schlüssige Studien jedes Evidenzgrades
Evidenzlevel
5
Konsens
Konsens
5.10 · Evidenzbasierte Empfehlung · geprüft 2024

Vor der Durchführung einer spezifischen palliativen Therapie ist eine bioptische Diagnosesicherung obligat, unabhängig davon, ob es sich um ein lokal fortgeschrittenes, inoperables oder um ein metastasiertes Pankreaskarzinom handelt.

Empfehlungsgrad
B: Konsistent Studien mit Evidenzgrad 2 oder 3 bzw. Extrapolationen von Studien mit Evidenzgrad 1
Evidenzlevel
2a
Konsens
Starker Konsens
Literatur
[175]

Hintergrund

Vor Durchführung einer palliativen Chemotherapie muss die Diagnose zytologisch oder histologisch gesichert sein, um mögliche Differenzialdiagnosen und daraus resultierende Fehlbehandlungen auszuschließen [175].

5.11 · Evidenzbasierte Empfehlung · geprüft 2024

Es wird die am besten und bei möglichst geringem Risiko zugängliche Läsion punktiert, unabhängig davon, ob es sich um den Primärtumor oder eine Metastase handelt

Empfehlungsgrad
D: Expertenmeinung oder inkonsistente bzw. nicht schlüssige Studien jedes Evidenzgrades
Evidenzlevel
5
Konsens
Starker Konsens

5.4 Präoperative Ausbreitungsdiagnostik

5.12 · Evidenzbasierte Empfehlung · geprüft 2021

Zur präoperativen Beurteilung der lokalen Tumorausdehnung bzw. zur Beurteilung der Resektabilität sind die Multidetektor-CT und die Endosonographie zu bevorzugen.

Empfehlungsgrad
A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
Evidenzlevel
1
Konsens
Konsens
Literatur
[176]
5.13 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2021

Die Endosonographie als hochwertiges diagnostisches Verfahren kann zur lokalen Beurteilung eines Pankreaskarzinoms herangezogen werden.

Empfehlungsgrad
0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
Evidenzlevel
1
Konsens
Konsens
Literatur
[177] [178]
ÄnderungshinweisZur Beurteilung der systemischen Tumorausbreitung ist die Abdomensonographie obligat. Die abdominelle Multidetektor-Computertomographie ist dann obligat, wenn in der Abdomensonographie keine systemische Metastasierung nachgewiesen wurde bzw. wenn in Studiensituationen die Bildgebung nach RECIST-Kriterien (Response-Evaluation-Criteria In Solid Tumors) erwünscht ist. Eine Röntgen-Thorax Untersuchung gehört obligat zum Tumorstaging. Die MRT wird auch für die Untersuchung der systemischen Tumorausbreitung als fakultativ gewertet, wie auch das Thorax-CT zur Staging-Untersuchung. Die Endosonographie, ERCP und MRCP sowie Skelettszintigraphie werden nicht zum Tumorstaging herangezogen. Die FDG-PET Untersuchung hat ebenso wie die Mikrometastasendiagnostik aus Vollblut aktuell keinen Stellenwert in der präoperativen Ausbreitungsdiagnostik.

Hintergrund

Zur Evaluation der systemischen Tumorausbreitung kann eine Abdomensonographie sinnvoll sein, wenn keine entsprechende Schnittbildgebung vorliegt, da hier fokale Leberläsionen ein- oder ausgeschlossen werden [D'Onofrio, M. et al. 2012][D'Onofrio, M. et al. 2020]. Der negativ prädiktive Wert einer abdominellen Ultraschalluntersuchung ist bei guten Schallbedingungen sehr hoch und kann als Ausschlussdiagnostik bei unklaren Beschwerden gewählt werden. Bei eingeschränkter Sensitivität und Spezifität des Verfahrens sollte bei diagnostischer Unsicherheit eine kontrastmittelverstärkte 2-phasige-Computertomographie (CT) erfolgen [176]. Alternativ kann bei Kontrastmittelunverträglichkeit oder Niereninsuffizienz ein MRT durchgeführt werden.

Die CT stellt das Standardverfahren zur Beurteilung der Größe des Primärtumors und der lokalen Tumorausbreitung dar. Eine CT der Lunge und des Abdomens zur Bestimmung der Tumorausdehnung sollte als 2-phasige Untersuchung durchgeführt werden. Ein Vergleich der Literatur zum präoperativen Staging von Pankreaskarzinomen mittels endoskopischem Ultraschall und CT ergab eine etwas höhere Sensitivität für den endoskopischen Ultraschall [177], [178], jedoch ist der endoskopische Ultraschall in der in Studien untersuchten Qualität nicht flächendeckend verfügbar und die bildliche Dokumentation aus chirurgischer Sicht oft nicht ausreichend, so dass zur Beurteilung durch den Operateur meist ein Schnittbildverfahren notwendig ist. Liegen prätherapeutisch bereits suffiziente Multidetektor-Computertomographie- oder Kernspintomographieuntersuchungen vor, so kann auf weitere Verfahren verzichtet werden [176].

5.14 · Konsensbasierte Empfehlung · modifiziert 2021

Eine kontrastmittelgestützte Computertomographie der Lunge und des Abdomens/Beckens soll erfolgen, wenn eine Evaluation der Tumorausbreitung notwendig ist und keine Kontraindikationen für ein CT vorliegen.

Konsens
Starker Konsens
ÄnderungshinweisZur Beurteilung der systemischen Tumorausbreitung ist die Abdomensonographie obligat. Die abdominelle Multidetektor-Computertomographie ist dann obligat, wenn in der Abdomensonographie keine systemische Metastasierung nachgewiesen wurde bzw. wenn in Studiensituationen die Bildgebung nach RECIST-Kriterien (Response-Evaluation-Criteria In Solid Tumors) erwünscht ist. Eine Röntgen-Thorax Untersuchung gehört obligat zum Tumorstaging. Die MRT wird auch für die Untersuchung der systemischen Tumorausbreitung als fakultativ gewertet, wie auch das Thorax-CT zur Staging-Untersuchung. Die Endosonographie, ERCP und MRCP sowie Skelettszintigraphie werden nicht zum Tumorstaging herangezogen. Die FDG-PET Untersuchung hat ebenso wie die Mikrometastasendiagnostik aus Vollblut aktuell keinen Stellenwert in der präoperativen Ausbreitungsdiagnostik.

Hintergrund

Internationale Leitlinien empfehlen zur prätherapeutischen Ausbreitungsdiagnostik die Durchführung einer kontrastmittelgestützten Untersuchung von Lunge und Abdomen mit Becken [181], [182]. Für die vorliegende Leitlinie (Version 2.01) wurde keine systematische Literaturanalyse bzgl. dieser Fragestellung durchgeführt.

5.15 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2021

Patienten mit einem resezierbaren Pankreaskarzinom sollten präoperativ nach einem 2-phasigen Dünnschicht-CT ein Leber-MRT mit Diffusionswichtung erhalten.

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
3
4
Konsens
Konsens
Literatur
[183] [184] [185] [186] [187]
ÄnderungshinweisZur Beurteilung der systemischen Tumorausbreitung ist die Abdomensonographie obligat. Die abdominelle Multidetektor-Computertomographie ist dann obligat, wenn in der Abdomensonographie keine systemische Metastasierung nachgewiesen wurde bzw. wenn in Studiensituationen die Bildgebung nach RECIST-Kriterien (Response-Evaluation-Criteria In Solid Tumors) erwünscht ist. Eine Röntgen-Thorax Untersuchung gehört obligat zum Tumorstaging. Die MRT wird auch für die Untersuchung der systemischen Tumorausbreitung als fakultativ gewertet, wie auch das Thorax-CT zur Staging-Untersuchung. Die Endosonographie, ERCP und MRCP sowie Skelettszintigraphie werden nicht zum Tumorstaging herangezogen. Die FDG-PET Untersuchung hat ebenso wie die Mikrometastasendiagnostik aus Vollblut aktuell keinen Stellenwert in der präoperativen Ausbreitungsdiagnostik.
Evidenztabellen (5)Chew, Cindy et al. The value of liver magnetic resonance imaging in patients with findings of resectable pancreatic cancer on computed tomography. Singapore Medical Journal. 57. 334-338. 2016; Ito, T. et al. The diagnostic advantage of EOB-MR imaging over CT in the detection of liver metastasis in patients with potentially resectable pancreatic cancer. Pancreatology. 17. 451-456. 2017; Jeon, Sun Kyung et al. Magnetic resonance with diffusion-weighted imaging improves assessment of focal liver lesions in patients with potentially resectable pancreatic cancer on CT. European Radiology. 28. 3484-3493. 2018; Kim, H. W. et al. Adjunctive role of preoperative liver magnetic resonance imaging for potentially resectable pancreatic cancer. Surgery (United States). 161. 1579-1587. 2017; Kim, H. J. et al. Incremental role of pancreatic magnetic resonance imaging after staging computed tomography to evaluate patients with pancreatic ductal adenocarcinoma. Cancer Research and Treatment. 51. 24-33. 2019
5.16 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2021

Alternativ sollten sie ein FDG-PET CT erhalten, um das Vorliegen einer Fernmetastasierung mit höherer Sicherheit auszuschließen.

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
1
2
Konsens
Konsens
Literatur
[188] [189]
ÄnderungshinweisZur Beurteilung der systemischen Tumorausbreitung ist die Abdomensonographie obligat. Die abdominelle Multidetektor-Computertomographie ist dann obligat, wenn in der Abdomensonographie keine systemische Metastasierung nachgewiesen wurde bzw. wenn in Studiensituationen die Bildgebung nach RECIST-Kriterien (Response-Evaluation-Criteria In Solid Tumors) erwünscht ist. Eine Röntgen-Thorax Untersuchung gehört obligat zum Tumorstaging. Die MRT wird auch für die Untersuchung der systemischen Tumorausbreitung als fakultativ gewertet, wie auch das Thorax-CT zur Staging-Untersuchung. Die Endosonographie, ERCP und MRCP sowie Skelettszintigraphie werden nicht zum Tumorstaging herangezogen. Die FDG-PET Untersuchung hat ebenso wie die Mikrometastasendiagnostik aus Vollblut aktuell keinen Stellenwert in der präoperativen Ausbreitungsdiagnostik.
Evidenztabellen (1)Wang, L. et al. Positron emission tomography modalities prevent futile radical resection of pancreatic cancer: A meta-analysis. International Journal of Surgery. 46. 119-125. 2017

Hintergrund

Eine systematische Auswertung der Rolle des MRT präoperativ konnte zeigen, dass die Sensitivität des MRT im Vergleich zur CT für den Nachweis von Metastasen höher ist (v. a. bei Läsionen < 1cm) und metachrone Metastasen nach Staging mittels MRT im Vergleich zum CT signifikant später detektiert wurden - verbunden mit einem längeren postoperativen Überleben [184], [186], [183], [185], [187]. Daraus leitet sich ab, dass bei lokal operablem Befund präoperativ eine MRT erfolgen sollte. Alternativ kann ein FDG-PET/CT mit einer Sensitivität von bis zu 93 % und einer Spezifität von bis zu 76 % eingesetzt werden [189], [188], [190], [191], [192], [193], [194], [195], [196], [197]. Die Daten stammen aus einer randomisierten Studie aus Grossbritannien [189]. Das PET/CT in dieser Indikation wird in Deutschland nicht flächendeckend vergütet und es muss eine individuelle Kostenübernahme bei der Krankenkasse beantragt werden. Kritisch zu bewerten ist auch die fehlende flächendeckende Verfügbarkeit der Untersuchungsmethode, die ggfs. zu einer Verzögerung einer kurativen Operation führen kann. Für das britische Gesundheitssystem konnte, wie in den NICE-Guidelines publiziert, gezeigt werden, dass das präoperative Staging mittels PET/CT zu einer Zunahme von QALY (Qualitätskorrigierten Lebensjahren; aus dem Englischen: „Quality-adjusted life years“) führt und somit als kosteneffizient bewertet wird. Diese Einschätzung ist nicht sicher auf das deutsche Gesundheitssystem übertragbar.

5.17 · Konsensbasierte Empfehlung · modifiziert 2021

Die ERCP, die MRCP und die Skelettszintigraphie sollten nicht zur Ausbreitungsdiagnostik herangezogen werden.

Konsens
Starker Konsens
ÄnderungshinweisZur Beurteilung der systemischen Tumorausbreitung ist die Abdomensonographie obligat. Die abdominelle Multidetektor-Computertomographie ist dann obligat, wenn in der Abdomensonographie keine systemische Metastasierung nachgewiesen wurde bzw. wenn in Studiensituationen die Bildgebung nach RECIST-Kriterien (Response-Evaluation-Criteria In Solid Tumors) erwünscht ist. Eine Röntgen-Thorax Untersuchung gehört obligat zum Tumorstaging. Die MRT wird auch für die Untersuchung der systemischen Tumorausbreitung als fakultativ gewertet, wie auch das Thorax-CT zur Staging-Untersuchung. Die Endosonographie, ERCP und MRCP sowie Skelettszintigraphie werden nicht zum Tumorstaging herangezogen. Die FDG-PET Untersuchung hat ebenso wie die Mikrometastasendiagnostik aus Vollblut aktuell keinen Stellenwert in der präoperativen Ausbreitungsdiagnostik.

Tabelle 8: Diagnostische Wertigkeit von Magnetresonanztomographie (MRT), Computertomographie (CT), Positronenemissionstomographie kombiniert mit CT (PET/CT), Endosonographie (EUS) und transabdomineller Ultraschall (US) zur Diagnose eines Pankreaskarzinoms.

Diagnostische Wertigkeit: Bildgebende Verfahren zur Pankreaskarzinomdiagnostik

Verfahren

MRT

CT

PET/CT

EUS

US

Sensitivität

93 %

90 %

89 %

91 %

88 %

Spezifität

89 %

87 %

70 %

86 %

94 %

Accuracy (diagnostische Genauigkeit)

90 %

89 %

84 %

89 %

91 %

Quelle: [198]

 

5.18 · Evidenzbasierte Empfehlung · geprüft 2021

Die Staging-Laparoskopie ist fakultativ einzusetzen.

Empfehlungsgrad
D: Expertenmeinung oder inkonsistente bzw. nicht schlüssige Studien jedes Evidenzgrades
Evidenzlevel
3
Konsens
Konsens
Literatur
[199] [200]

Hintergrund

Die Staging-Laparoskopie ist insbesondere dann interessant, wenn sich z. B. aufgrund exzessiv erhöhter CA19-9-Werte oder bei Aszites der V. a. eine peritoneale Aussaat ergibt, ohne dass diese in der Bildgebung nachweisbar ist. In bis zu einem Drittel der Patienten werden bei der Staging-Laparoskopie Befunde erhoben, die eine kurative Resektion ausschließen [199], [200].

5.5 Zystische Prozesse

5.19 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2021

Von allen schnittbildenden Verfahren sollte das MRT mit MRCP zur Differentialdiagnostik einer zystischen Läsion des Pankreas bevorzugt eingesetzt werden.

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
5
Konsens
Starker Konsens
Literatur
[201]
5.20 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2021

Für die weitere differentialdiagnostische Eingrenzung sollte bei Diagnosestellung einer Läsion > 1 cm oder bei diagnostischer Unsicherheit zusätzlich zur Schnittbildgebung eine Endosongraphie erfolgen.

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
5
Konsens
Starker Konsens
Literatur
[201]
5.21 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2021

Eine endosonographische Punktion zur Gewinnung von Zellen bzw. Zystenflüssigkeit und differentialdiagnostischen Eingrenzung der Läsion (Histo- bzw. zytopathologische Analyse, Bestimmung von Lipase/Amylase und CEA, molekularpathologische Analyse) kann erfolgen.

Empfehlungsgrad
0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
Evidenzlevel
5
Konsens
Starker Konsens
Literatur
[202] [201]

Hintergrund

Die diagnostische Genauigkeit des MRT mit MRCP liegt bei 40 bis 95 % für zystische Läsionen des Pankreas. Für das CT wird eine diagnostische Genauigkeit von 40-81 % angegeben. Die bildgebende Prävalenz von zystischen Läsionen des Pankreas in CT Untersuchungen liegt bei 2,1-2,6 % und bei 13,5-45 % für MRT/MRCP Untersuchungen. Das MRT/MRCP hat eine deutlich höhere Sensitivität für die Detektion. Die differentialdiagnostische Sicherheit ist für beide Untersuchungsverfahren nicht ausreichend vor allem für Läsionen < 1 cm. Für das PET/CET wird eine Sensitivität von 95 % (95% CI 80-97 %) und eine Spezifität von 65 % (95% CI 39-84 %) berichtet. Die Endosonographie hat eine Sensitivität von 95 % (95% CI 84-99 %) und eine Spezifität von 53 % (95% CI 31-74 %). Durch die kontrastmittelverstärkte Endosonographie kann die Sensitivität auf 60-100 % und die Spezifität auf 75 % bis 93 % gesteigert werden. Eine diagnostische Punktion kann zur Differentialdiagnose indiziert sein. Die diagnostische Zystenpunktion erlaubt den Nachweis einer Infektion des Zysteninhaltes und indiziert so die Drainage. Außerdem hilft die diagnostische Punktion einer zystischen Läsion mittels EUS bei der Unterscheidung zwischen zystischen Neoplasien und Pseudozysten bzw. nicht-neoplastischen Zysten. Diesbezüglich liegt die Sensitivität einer EUS-gesteuerten FNA bei 50 % (95 % CI 1-100 %) und die Spezifität bei 95 % (95 % CI 67-100 %) [203]. Werden zusätzliche Methoden, wie die Bestimmung von Lipase/Amylase und CEA und molekular-pathologische Analysen mittels hoch-sensitivem NGS (Next-Generation Sequencing) hinzugezogen, kann die diagnostische Genauigkeit erhöht werden. Mittels NGS kann eine Sensitivität von 100 % (95 % CI 74-100 %) für die Diagnose einer muzinösen zystischen Neoplasie (MCN) und von 76 % (95 % CI 66-84 %) für die Diagnose einer intraduktalen papillär-muzinösen Neoplasie (IPMN) erreicht werden [204].

Kurz zusammengefasst: Ergibt die EUS gestützte Punktion einer Zyste ein CEA > 400 ng/ml, eine variabel erhöhte oder niedrige Amylase (Lipase), eine hohe Viskosität, Muzin oder schleimbildende Epithelien im Zysteninhalt, so muss vom Vorliegen einer muzinösen Neoplasie ausgegangen werden. Bei negativer Lipase/Amylase und bei entsprechender klinischer Konstellation handelt es sich dann meist um eine Muzinös-Zystische Neoplasie (MCN), die gehäuft bei Frauen im Alter von 30-50 Jahren auftritt, meist im Pankreasschwanz lokalisiert ist und bildgebend wandständige Knoten aufweist. Typisch ist hierbei das so genannte „Eierschalen-Muster“. Bei nicht invasivem Wachstum ist die Prognose nach einer Operation gut. Wird jedoch ein invasives Wachstum nachgewiesen, so beträgt das mittlere Überleben 45 Monate. Das Zystenpunktat einer MCN unterscheidet sich wenig von dem einer intraduktal papillär-muzinösen Neoplasie (IPMN), wobei hier typischerweise aufgrund des Ganganschlusses die Amylase/Lipase im Punktat meist erhöht ist. Die IPMN ist auch als präkanzeröse Läsion zu werten. Das maligne Potential hängt von der Lokalisation (Hauptgang oder Seitengang) und der Größe der Läsion sowie der soliden Anteile ab. Eine IPMN, die vom Hauptgang ausgeht, sollte immer reseziert werden, da in 52-92 % der Fälle sich in einem Zeitraum von 8 Jahren ein Karzinom aus dieser Läsion entwickelt. Für Läsionen des Seitengangs gilt dies für 6-46 %. Aus Läsionen mit negativen Sendai/Fukuoka Kriterien entwickeln sich in 0,025 % der Fälle maligne/invasive Karzinome. Bei Nachweis von Malignität sollte eine operative Therapie erfolgen. Für das weitere diagnostische Vorgehen sei hier auf die europäische Leitlinie zur Diagnostik und Therapie von zystischen Läsionen [201], sowie auf die revidierten Fukuoka Konsensus-Empfehlungen verwiesen [205].

5.22 · Evidenzbasierte Empfehlung · neu 2021

Wird bei der Erstdiagnose einer zystischen Läsion oder im Verlauf klinisch oder bildgebend der Verdacht auf eine interventionsbedürftige Läsion gestellt, so sollte zur Risikoeinschätzung und/oder Interventionsplanung eine Endosonographie erfolgen.

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
5
Konsens
Starker Konsens
Literatur
[201]
5.23 · Evidenzbasierte Empfehlung · neu 2021

Eine Endosonographie bei zystischer Pankreasläsion sollte erfolgen, um morphologische Charakteristika zu identifizieren, die helfen das Risiko für eine maligne Entartung besser zu beurteilen.

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
5
Konsens
Starker Konsens
Literatur
[201]

Hintergrund

Die Ortsauflösung der Endosonographie zur Beurteilung der Zystenwand und zur Detektion von wandständigen, perfundierten Knötchen (Noduli, > 5 mm) ist höher als im MRT oder CT. Da Noduli der einzige unabhängige Prädiktor für ein invasives Karzinom oder höhergradige Dysplasien sind [206] und die Endosonographie einen zusätzlichen diagnostischen Wert für perfundierte Noduli von 7,5 % hat gegenüber der CT sollte eine EUS erfolgen [207]. Von Noduli unabhängige Risikofaktoren für Malignität sind eine Grösse von über 3 cm und ein auf > 5mm erweiterter Ductus wirsungianus [207].

Zur Therapie von symptomatischen oder asymptomatischen Pseudozysten oder WOPN verweisen wir auf die S3-Leitlinie Pankreatitis aus 2020.

5.24 · Evidenzbasierte Empfehlung · neu 2021

Bei Diagnose einer intraduktal papillär muzinösen Neoplasie (IPMN) sollen die therapeutischen Entscheidungen in Anlehnung an die Europäischen Leitlinien [201] und/oder die internationalen Leitlinien [205] erfolgen.

Empfehlungsgrad
A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
Evidenzlevel
5
Konsens
Starker Konsens
Literatur
[201] [205]

Hintergrund

Zu diesem Thema liegen qualitativ hochwertige aktuelle europäische und internationale Leitlinien vor. Diagnostik und Therapie sollten den in diesen Leitlinien enthaltenen Empfehlungen folgen. Kurz zusammengefasst wird folgendes Vorgehen empfohlen: Entsprechend den internationalen Konsensus-Leitlinien sollen alle Hauptgang-IPMN, gemischte (Hauptgang und Seitengang) IPMN, symptomatische und IPMN mit Malignitätsprädiktoren chirurgisch entfernt werden. Der Umfang der Resektion hängt dabei von der Lokalisation und der intraoperativen Schnellschnittanalyse ab. Aufgrund des multifokalen Auftretens sind auch totale Pankreatektomien beschrieben. Ein weiteres therapeutisches Problem stellt die postoperative Rezidivrate von ca. 20 % dar. Deshalb werden jährliche Kontrolluntersuchungen mittels CT oder MRT empfohlen. Bei einem Karzinomnachweis sollten diese alle 6 Monate erfolgen. Die Patienten können bei Rezidivnachweis von einer erneuten Resektion profitieren.

Die Leitlinien zur Therapie der IPMN schlagen weiterhin vor, dass Tumoren < 3cm, die von Seitenästen ausgehen und bekanntermaßen selten maligne transformieren, engmaschig beobachtet werden können. Dieses Vorgehen ist durch prospektive Fallserien belegt (Tabelle: Empfohlenes Vorgehen bei Vorliegen eines Seitenast-IPMN, Abbildung: Algorithmus zur Therapie Überwachung und Therapie einer zystischen Läsion des Pankreas).

Tabelle 9: Empfohlenes Vorgehen bei Vorliegen eines Seitenast-IPMN.

Größe der Läsion

Empfohlenes Prozedere

< 1 cm

MRT/CT/EUS nach 2 Jahren

> 1–2 cm ohne Malignitätskriterien*

Bildgebung 6 Monate nach Erstdiagnose, wenn konstant Kontrolle nach 2 Jahren

> 2-3 cm ohne Malignitätskriterien*

Bildgebung 6 Monate nach Erstdiagnose, wenn konstant Kontrolle nach 1 Jahr

> 1–3 cm mit Verdacht auf invasives Wachstum

Resektion

*Die Malignitätskriterien umfassen wandständige Knoten mit einer Größe ≥ 10 mm und einer Gangweite von ≥ 10 mm, zystische Seitenastdilatation > 30 mm, höhergradige Dysplasien in der Zytologie

 

Algorithmus zur Therapie Überwachung und Therapie einer zystischen Läsion des Pankreas
Algorithmus zur Therapie Überwachung und Therapie einer zystischen Läsion des Pankreas

5.6 Therapieevaluation in der palliativen Situation

5.25 · Evidenzbasierte Empfehlung · geprüft 2024

Die Untersuchung des Tumoransprechens im Verlauf einer palliativen Chemotherapie sollte prinzipiell mit der Oberbauchsonographie durchgeführt werden. Die Computertomographie sollte nur dann eingesetzt werden, wenn dieses in Studiensituationen erforderlich ist (RECIST-Kriterien) bzw. wenn die Oberbauchsonographie keine Aussage zum Verlauf erlaubt.

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Konsens
Konsens

Evidenztabellen

Chew, Cindy et al. The value of liver magnetic resonance imaging in patients with findings of resectable pancreatic cancer on computed tomography. Singapore Medical Journal. 57. 334-338. 2016
Chew, Cindy et al. The value of liver magnetic resonance imaging in patients with findings of resectable pancreatic cancer on computed tomography. Singapore Medical Journal. 57. 334-338. 2016
Evidence level/Study Types Population Outcomes/Results
Evidence level:  3

Study type:  prospektive Kohorte, unizentrisch, UK
Number of patients / samples:  Number of Patients
n=69 resektabel nach MDCT
n=16 Lebermetastasen (LM(+)) nach MRT
n=47 Keine Lebermetastasen (LM(-)) nach MRT

Recruiting Phase
04/2012-12/2013

Inclusion Criteria
1. Pankreaskarzinom
2. resektabel nach MDCT und EUS/FNA

Exclusion Criteria
nicht angegeben

Reference standard:  Index Test (Intervention)
MRT der Leber

Reference Standard (Comparison)
MDCT

Reference Standard bei allen Patienten angewandt
Alle Patienten erhielten vor dem MRT ein MDCT, in Studie keine Angaben zu Sensitivität, Spezifität, PPV, NPV des MDCT


Validation:  Sensitivität
Spezifität
positiver Vorhersagewert (PPV)
negativer Vorhersagewert (NPV)
Mittleres Überleben
Medianes Überleben

Blinding:  nicht angegeben

Inclusion of clinical information:  nicht angegeben

Dealing with ambiguous clinical findings:  nicht angegeben
Results:  Follow-up
Median 6 Monate

MRT
Sensitivität: 76,2 %
Spezifität: 95,8 %
PPV: 88,9% (95%CI: 67,2–95,9)
NPV: 90.2% (95%CI: 79,0–95,4)

Mittleres Überleben
LM(+) vs. LM(-) nach MRT
statistisch signifikant höher bei LM(-)
LM(+): 9,64 Monate (95%CI: 5,22–14,05)
LM(-):16,22 Monate (95%CI: 14,33–18,10)
p=0,001

Medianes Überleben
LM(+) vs. LM(-) nach MRT
LM(+): 6,0 Monate (95%CI: 2,42–9,58)
LM(-): Endpunkt in follow-up nicht erreicht

Author conclusions:  In conclusion, the present study has demonstrated that liver MR imaging with DWI using hepatocyte-specific contrast upstages patients who have findings of resectable pancreatic cancer on CT and adds valuable information to the diagnostic process, thus allowing clinicians to determine the most appropriate treatment for patients. Nevertheless, the findings of this study need to be confirmed by multicentre assessments and comparisons with other staging modalities such as PET/CT.
Methodical Notes
Funding Sources:  nicht angegeben

COI:  nicht angegeben

Notes:  Gesamtqualität: abgewertet (-)
Studiendesign: prospektive Kohorte
Repräsentative Patientengruppe: unklar
Referenz- und Indexstandard bei allen Patienten angewendet: ja
Vergleich unabhängig und verblindet: unklar
Reproduzierbarkeit: ja
Ito, T. et al. The diagnostic advantage of EOB-MR imaging over CT in the detection of liver metastasis in patients with potentially resectable pancreatic cancer. Pancreatology. 17. 451-456. 2017
Ito, T. et al. The diagnostic advantage of EOB-MR imaging over CT in the detection of liver metastasis in patients with potentially resectable pancreatic cancer. Pancreatology. 17. 451-456. 2017
Evidence level/Study Types Population Outcomes/Results
Evidence level:  4

Study type:  retrospektive Kohorte, unizentrisch, Japan
Number of patients / samples:  Number of Patients
n=201

Recruiting Phase

2011 – 2015

Inclusion Criteria
1. potentiell resektables Pankreaskarzinom (MDCT/ Ultraschall)
2. präoperatives MRT mit leberspezifischem Kontrastmittel (EOB-MRT) und Verdacht auf Lebermetastasen

Exclusion Criteria
1. neoadjuvante Chemotherapie

Reference standard:  Index Test (Intervention)
EOB-MRT

Reference Standard (Comparison)
CT (MDCT) und Ultraschall

Reference Standard bei allen Patienten angewandt
Ja, keine Angaben zu den Outcomes der Reference Standards in der Studie


Validation:  
Sensitivität
Spezifität
Präzision (Accuracy)
Positiver Vorhersagewert (PPV)
Negativer Vorhersagewert (NPV)


Blinding:  einfach verblindet

Inclusion of clinical information:  nicht angegeben

Dealing with ambiguous clinical findings:  nicht angegeben
Results:  EOB-MRT
Sensitivität: 77,5%
Spezifität: 94,7%
Präzision: 90,2%
PPV: 83,8%
NPV: 92,3%


Author conclusions:  In conclusion, EOB-MR imaging is superior to CT in the detection of tiny liver metastasis from pancreatic cancer. However, whether EOB-MR examination should be performed in all patients remains unclear in terms of its cost and limited availability.
Methodical Notes
Funding Sources:  No funding was received for this study.

COI:  The authors have no conflicts of interest to declare.

Notes:  Gesamtqualität: ausreichend
Studiendesign: retrospektive Kohorte
Repräsentative Patientengruppe: ja
Referenz- und Indexstandard bei allen Patienten angewendet: ja
Vergleich unabhängig und verblindet: ja
Reproduzierbarkeit: ja
Jeon, Sun Kyung et al. Magnetic resonance with diffusion-weighted imaging improves assessment of focal liver lesions in patients with potentially resectable pancreatic cancer on CT. European Radiology. 28. 3484-3493. 2018
Jeon, Sun Kyung et al. Magnetic resonance with diffusion-weighted imaging improves assessment of focal liver lesions in patients with potentially resectable pancreatic cancer on CT. European Radiology. 28. 3484-3493. 2018
Evidence level/Study Types Population Outcomes/Results
Evidence level:  4

Study type:  retrospektive Kohorte, unizentrisch, Korea
Number of patients / samples:  Number of Patients
n=167

Recruiting Phase
01/2011 – 12/2014

Inclusion Criteria
1. pathologisch bestätigtes und potenziell resektables PDAC
2. MDCT und MRT(mit DWI) von guter diagnostischer Qualität (präoperativ)
3. keine präoperative lokale oder systemische Therapie
4. keine koexistierenden oder früheren malignen Erkrankungen
5. follow-up von mindestens 12 Monaten

Exclusion Criteria
nicht angegeben

Reference standard:  Index Test (Intervention)
MRT (mit DWI)+MDCT

Reference Standard (Comparison)
MDCT

Reference Standard bei allen Patienten angewandt
ja


Validation:  Reader-averaged figure-of-merit (FOM) (JAFROC-Analyse)
Sensitivität
Spezifität
Präzision (Accuracy)


Blinding:  einfach verblindet

Inclusion of clinical information:  nicht angegeben

Dealing with ambiguous clinical findings:  Interobserver-Variabilität
MRT+MDCT: κ = 0,904 („excellent agreement“)
MDCT: κ = 0,638 („substantial agreement“)
Results:  Reader-averaged figure-of-merit (FOM)
(JAFROC-Analyse)

MRT(DWI)+MDCT vs MDCT
statistisch signifikant höher bei MRT+MDCT
MRT+MDCT 0,94 (95%CI 0,86-1,02)
MDCT 0,86 (95%CI 0,79-0,92)
p=0,028

Sensitivität
MRT(DWI)+MDCT vs MDCT
kein statistisch signifikanter Unterschied
Reviewer 1:
MRT+MDCT 100%
MDCT 87,5%
p=0,500

Reviewer 2:
MRT+MDCT 100%
MDCT 81,3%
p=0,250

Spezifität
MRT(DWI)+MDCT vs MDCT
statistisch signifikant höher bei MRT+MDCT
Reviewer 1:
MRT+MDCT 98;7%
MDCT 86,8%
p<0,001

Reviewer 2:
MRT+MDCT 97,4%
MDCT 86,1%
p=0,001

Präzision
MRT(DWI)+MDCT vs MDCT
statistisch signifikant höher bei MRT+MDCT
Reviewer 1:
MRT+MDCT 98,8%
MDCT 86,8%
p=0,002

Reviewer 2:
MRT+MDCT 97,6%
MDCT 85,6%
p=0,013


Author conclusions:  In conclusion, in patients with potentially resectable PDACs, the addition of MR imaging with DWI to MDCT can provide significantly better diagnostic performance and greater interobserver reliability in the characterization of focal liver lesions. Although the diagnostic yield of adding MR imaging with DWI for hepatic metastasis was low in patients with benign-on-CT findings, additional MR imaging with DWI was demonstrated to provide significantly better diagnostic performance in the characterization of focal liver lesions in indeterminate- or suspicious metastasis-on-CT cases, especially in small-sized lesions (≤ 1 cm), thereby aiding in the determination of appropriate operation candidates
Methodical Notes
Funding Sources:  The authors state that this work has not received any funding.

COI:  The authors of this manuscript declare no relationships with any companies whose products or services may be related to the subject matter of the article.

Notes:  Gesamtqualität: ausreichend
Studiendesign: retrospektive Kohorte
Repräsentative Patientengruppe: ja
Referenz- und Indexstandard bei allen Patienten angewendet: ja
Vergleich unabhängig und verblindet: ja
Reproduzierbarkeit: ja
Kim, H. W. et al. Adjunctive role of preoperative liver magnetic resonance imaging for potentially resectable pancreatic cancer. Surgery (United States). 161. 1579-1587. 2017
Kim, H. W. et al. Adjunctive role of preoperative liver magnetic resonance imaging for potentially resectable pancreatic cancer. Surgery (United States). 161. 1579-1587. 2017
Evidence level/Study Types Population Outcomes/Results
Evidence level:  4

Study type:  retrospektive Kohorte, unizentrisch, Korea
Number of patients / samples:  Number of Patients
n= 65 CT plus MRT der Leber
n=102 CT

Recruiting Phase
01/2006-12/2014

Inclusion Criteria
1. potenziell resektables PDAC
2. präop. CT im Rekrutierungszeitraum
3. unklare Leberläsionen im CT

Exclusion Criteria
1. bereits diagnostizierte Lebermetastasen
2. Ablehnung einer Resektion
3. vorherige Chemotherapie
4. weitere aktuelle, primäre Krebserkrankung
5. Mortalität im ersten Monat nach Resektion
6. makroskopisch unvollständige Resektion


Reference standard:  Index Test (Intervention)
CT+MRT der Leber

Reference Standard (Comparison)
CT

Reference Standard bei allen Patienten angewandt
Ja


Validation:  medianes Gesamtüberleben
krankheitsfreies Überleben (DFS)
Auftreten von hepatischem Rezidiv


Blinding:  einfach verblindet

Inclusion of clinical information:  nicht angegeben

Dealing with ambiguous clinical findings:  nicht angegeben
Results:  Follow-up
CT: Median 17,6 Monate
CT+MRT: Median 18,7 Monate


medianes Gesamtüberleben
CT+MRT vs. CT
statistisch signifikant länger bei CT+MRT
CT+MRT: 24,7 Monate
CT: 18,2 Monate
p=0,020

DFS
CT+MRT vs. CT
statistisch signifikant länger bei CT+MRT
CT+ MRT: 10,0 Monate
CT: 8,5 Monate
p=0,016

Auftreten von hepatischem Rezidiv
Kumulative Inzidenz nach 12 Monaten
CT+MRT vs. CT
signifikant geringer bei CT+MRT
CT+MRT: 18%
CT: 43%
p<0,001

Kumulative Inzidenz nach 24 Monaten
CT+MRT vs. CT
signifikant geringer bei CT+MRT
CT+MRT: 25%
CT: 56%
p<0,001

Author conclusions:  In conclusion, the combination of hepatic MRI with pCT provides incremental value for detecting PDAC hepatic metastasis. Furthermore, patients with PDAC who undergo resection after a negative hepatic MRI and pCT have a lesser rate of hepatic recurrence and better survival than those who undergo pCT alone. Therefore, preoperative hepatic MRI should be considered for patients with potentially resectable PDAC, especially for those with greater tumor burdens. Future randomized, controlled, and prospective studies are warranted to study this topic further.
Methodical Notes
Funding Sources:  The authors declare no sources of funding.

COI:  The authors declare no conflicts of interest.

Notes:  Gesamtqualität: ausreichend
Studiendesign: retrospektive Kohorte
Repräsentative Patientengruppe: ja
Referenz- und Indexstandard bei allen Patienten angewendet: ja
Vergleich unabhängig und verblindet: ja
Reproduzierbarkeit: ja
Kim, H. J. et al. Incremental role of pancreatic magnetic resonance imaging after staging computed tomography to evaluate patients with pancreatic ductal adenocarcinoma. Cancer Research and Treatment. 51. 24-33. 2019
Kim, H. J. et al. Incremental role of pancreatic magnetic resonance imaging after staging computed tomography to evaluate patients with pancreatic ductal adenocarcinoma. Cancer Research and Treatment. 51. 24-33. 2019
Evidence level/Study Types Population Outcomes/Results
Evidence level:  4

Study type:  retrospektive Kohorte, unizentrisch, Korea
Number of patients / samples:  Number of Patients
n=216

Recruiting Phase
1/2005-12/2012

Inclusion Criteria
1. PDAC, histopathologisch bestätigt
2. potenziell resektabel nach CT

Exclusion Criteria
1. unvollständige klinische oder radiologische Daten
2. unresektabel laut CT
3. vorherige CT oder MRT Untersuchung
4. Alter >80Jahre


Reference standard:  Index Test (Intervention)
CT+MRT

Reference Standard (Comparison)
CT

Reference Standard bei allen Patienten angewandt
Ja


Validation:  Geänderte Einschätzung der Resektabilität nach MRT

Blinding:  einfach verblindet

Inclusion of clinical information:  Daten zu klinischer Information im Verblindungsverfahren ausgeschlossen

Dealing with ambiguous clinical findings:  Konsensusfindung
Results:  Follow-up
CT+MRT: Median 1,4 Jahre
CT: Median 1,6 Jahre

Geänderte Bewertung der Resektabilität nach MRT:
CT+MRT-Kollektiv, gesamt:
von potenziell resektabel zu unresektabel:
31 Patienten (14,4%)

aufgrund von im MRT zusätzlich gefundenen:
Lebermetastasen: 16 Patienten
Bedeutende Vaskuläre Invasion: 13 Patienten
Vergrößerte Paraaortale Lymphknoten: 1 Patient
Peritoneale Streuung: 1 Patient

Author conclusions:  In conclusion, additional MRI resulted in changes of resectability and treatment modification in a significant proportion of patients who had potentially resectable state on CT and delay in time to liver metastases in patients after curative surgery. Additional MRI to standard staging CT can be recommended for surgical candidates of PDA.
Methodical Notes
Funding Sources:  nicht angegeben

COI:  Conflict of interest relevant to this article was not reported.

Notes:  Gesamtqualität: ausreichend
Studiendesign: retrospektive Kohorte
Repräsentative Patientengruppe: ja
Referenz- und Indexstandard bei allen Patienten angewendet: ja
Vergleich unabhängig und verblindet: ja
Reproduzierbarkeit: ja
Wang, L. et al. Positron emission tomography modalities prevent futile radical resection of pancreatic cancer: A meta-analysis. International Journal of Surgery. 46. 119-125. 2017
Wang, L. et al. Positron emission tomography modalities prevent futile radical resection of pancreatic cancer: A meta-analysis. International Journal of Surgery. 46. 119-125. 2017
Evidence level/Study Types P - I - C Outcomes/Results Literature References
Evidence level:  1

Study type:  Systematisches Review + Metaanalyse
Databases:  PubMed, EMBASE, SCI, Cochrane

Search period:  nicht angegeben

Inclusion Criteria:  1. klinische Studien an Patienten mit Pankreaskarzinom
2. veröffentlicht auf Englisch
3. PET/CT und CT präoperativ bei allen Patienten
4. pathologisch bestätigtes Pankreaskarzinom
5. Informationen zur Sensitivität von PET (PET und PET/CT) und CT bei der Erkennung regionalen Lymphknotenbefalls und Metastasen (einschließlich Lebermetastasen und andere Fernmetastasen)

Exclusion Criteria:  1. Stichprobengröße < 20.
2. Abstracts, Übersichtsarbeiten, Fallberichte und Kommentare
3. fehlende Daten über regionale Lymphknoten und Metastasen
4. fehlende Informationen zur Operation
Population:  Patienten mit Pankreaskarzinom

Intervention:  PET (PET und PET/CT)

Comparison:  CT
Primary:  Nachweis entfernter Metastasen

Secondary:  Nachweis regionaler Lymphknoteninvasionen

Results:  n=17 Studien (6 prosp., 11 retrosp.)
n=1343 Patienten

1. Nachweis entfernter Metastasen
PET (PET und PET/CT) vs. CT (17 Studien)
statistisch signifikant höher bei PET und PET/CT als bei CT allein
OR=1,52 (95%CI: 1,23-1,88)

Subgruppenanalyse:
PET vs. CT (5 Studien)
kein statistisch signifikanter Unterschied
OR=0,96 (95%CI: 0,56-1,65)

PET/CT vs. CT (12 Studien)
statistisch signifikant höher bei PET/CT als bei CT allein
OR=1,66 (95%CI: 1,31-2,08)

2. Nachweis regionaler Lymphknoteninvasionen
PET (PET und PET/CT) vs. CT (6 Studien)
kein statistisch signifikanter Unterschied
OR=0,97 (95%CI: 0,63-1,47)

Author's Conclusion:  PET, especially for PET/CT, provides extensive possibility for avoiding futile radical resection by detecting occult distant metastasis of pancreatic cancer preoperatively. From current published data, it is beneficial for pancreatic cancer patients and should be recommended before PD. However, further well-designed, larger randomized control trials that assess the value of PET/CT for surgical decision are needed.
A. Asagi, K. Ohta, J. Nasu, M. Tanada, S. Nadano, R. Nishimura, N. Teramoto, K. Yamamoto, T. Inoue, H. Iguchi, Utility of contrast-enhanced FDG-PET/CT in the clinical management of pancreatic cancer: impact on diagnosis, staging, evaluation of treatment response, and detection of recurrence, Pancreas 42 (1) (2013) 11-19.

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Methodical Notes
Funding Sources:  None

COI:  All authors have no conflict of interests related to this article.

Study Quality:  Bewertungsinstrument: Newcastle-Ottawa-Skala (NOS)
Ergebnisse der eingeschlossenen Studien: Lytras et al. 6 alle anderen 7 oder 8 Sterne = hohe Qualität

Heterogeneity:  Heterogenität wurde mit I2 gemessen: geringe Heterogenität wurde definiert als I2 <33%.
1. Nachweis entfernter Metastasen PET (PET und PET/CT) vs. CT (17 Studien)
I2=28,9%; p=0,127

Subgruppenanalyse
a) PET vs. CT (5 Studien)
I2=55,4%, p=0,062
b) PET/CT vs. CT (12 Studien)
I2=0,0%, p=0,452

2. Nachweis regionaler Lymphknoteninvasionen PET (PET und PET/CT) vs. CT (6 Studien)
I2=0,0%, p=0,897

Publication Bias:  Bewertungsverfahren: Funnel-Plot-Analyse
Ergebnis: Es gab keine starken Hinweise auf einen Publikationsbias.

Notes:  
Gesamtqualität: keine methodischen Mängel
PICO Frage klar formuliert: ja
Ausreichende Suchstrategie: ja
Ein- und Ausschlusskriterien klar definiert: ja
Qualitätsbewertung der eingeschlossenen Studien erfolgt: ja
Metanalyse erfolgt: ja
Prüfung der Heterogenität: ja

Literaturhinweise

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