Leitlinienprogramm OnkologieLarynxkarzinom

9. Versorgungsstrukturen – Larynxkarzinom

Version 1.1 · November 2019 · AWMF 017/076OL
Leitlinienprogramm Onkologie · Deutsche Krebsgesellschaft · Deutsche Krebshilfe · AWMF

9.1 · Konsensbasierte Empfehlung 2019

Interdisziplinäre Betreuung und Vernetzung aller an der Versorgung beteiligten Fachrichtungen und Disziplinen sollen sichergestellt sein.

Konsens
Starker Konsens (100%)

Der Patient soll entsprechend dem aktuellen Stand medizinischen Wissens bestmöglich versorgt werden. Um ein in Bezug auf Funktionserhalt, Lebensqualität und Lebensdauer entsprechend dem medizinisch Möglichen optimales Resultat zu erzielen, ist das Zusammenwirken unterschiedlicher Experten erforderlich. Dies setzt voraus, dass der Patient durch hochqualifizierte Zentren betreut wird, in denen er über die Möglichkeiten von Larynxchirurgie, Radiotherapie und internistischer Onkologie umfassend aufgeklärt werden kann und in denen bzw. unter deren Koordination die gewählte Therapie und Rehabilitation umgesetzt werden kann.

Es besteht aber ebenso das nachvollziehbare Bedürfnis des Patienten, auch mit dieser schweren Erkrankung durch vertraute Ärzte in seinem näheren Wohnumfeld versorgt zu werden. Grundversorgende HNO-Ärzte und Hausärzte entsprechend der jeweiligen Krankheitsphase in die Betreuung einzubeziehen, ist daher für eine optimale Versorgung unerlässlich.

Der Wunsch des Patienten nach optimaler Versorgung kann nur durch Vernetzung aller in die Versorgung des Patienten einbezogenen Strukturen erfüllt werden. Dies beginnt bereits mit dem schnellen Einsatz zielgerichteter Diagnostik bei Erkrankungsverdacht und setzt sich bei nachgewiesenem Larynxkarzinom fort mit der Aufklärung über Behandlungsstrategien, mit der Therapiewahl und Therapiedurchführung bis hin zu Rehabilitation und Nachsorge einschließlich der Vorbereitung auf das Leben nach der Behandlung der Erkrankung. Alle in die Versorgung des Patienten involvierten Berufsgruppen sollten im Rahmen von Netzwerkstrukturen zusammenwirken, durch die der Patient geleitet wird, um entsprechend seiner jeweiligen Krankheitsphase die geeignete Betreuung zu erhalten. Diese Netzwerkstrukturen sind regional unterschiedlich und die Verfügbarkeit von Zentren der ambulanten spezialfachärztlichen Versorgung ortsnah nicht immer vorhanden, so dass der Koordination der Patientenversorgung durch die primär behnadelnde Klinik große Bedeutung zukommt. Auch Patientenselbsthilfegruppen sollten einbezogen werden.

Die Vernetzung der verschiedenen betreuenden Strukturen erfordert eine umfassende und schnelle Informationsübermittlung zwischen allen Beteiligten über alle betreuungsrelevanten Umstände. Informationsverluste bei der Überleitung aus einem Versorgungsbereich in einen anderen lassen sich so vermeiden [438][439].

Literaturhinweise

[438] sdafvsdfasdf, 2019.

[439] Jager, E. A., Kasperts, N., Caldas-Magalhaes, J., Philippens, M. E., Pameijer, F. A., Terhaard, C. H., et.al. GTV delineation in supraglottic laryngeal carcinoma: interobserver agreement of CT versus CT-MR delineation, Radiat Oncol, 2015. 10: p. 26., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25612508