Leitlinienprogramm OnkologieKomplementärmedizin

6. Mind-Body-Verfahren – Komplementärmedizin

Version 2.0 · Mai 2024 · AWMF 032-055OL
Leitlinienprogramm Onkologie · Deutsche Krebsgesellschaft · Deutsche Krebshilfe · AWMF

Den sogenannten Mind-Body-Verfahren liegt der wechselseitige Einfluss von Psyche („Mind“), Körper („Body“) und Verhalten zugrunde. Zentrale Aspekte sind die Selbstwahrnehmung und Selbstfürsorge. In diese Leitlinie wurden in diesem Abschnitt verschiedene Formen der Meditation, achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (engl. Mindfulness Based Stress Reduction), Tai Chi/Qigong, Yoga und so genannte individualisierte, multimodale Verfahren (Therapien, bei denen verschiedene Verfahren kombiniert werden) eingeschlossen.

6.1 Meditation

6.1 · Evidenzbasierte Empfehlung 2020

Es liegen widersprüchliche Daten aus 4 RCT zur Wirksamkeit verschiedener Meditationsformen zur Verbesserung der globalen und tumorspezifischen Lebensqualität bei onkologischen Patienten während und nach onkologischer Therapie sowie in palliativmedizinischer Versorgung vor. Meditation kann zur Verbesserung der globalen und tumorspezifischen Lebensqualität bei diesen Patientinnen erwogen werden.

Empfehlungsgrad
0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
Evidenzlevel
1b
Konsens
Starker Konsens
Literatur
[230] [231] [232] [233]
Evidenztabellen (4)Treanor et. al. (2016); Cole et. al. (2012); Kim et. al. (2013); Nidich et. al. (2009)
6.2 · Evidenzbasierte Empfehlung 2020

Es liegen Daten aus einer Metaanalyse mit 1 RCT und 1 weiteren RCT zur Wirksamkeit von achtsamkeitsbasierter (Atem-1) Meditation zur Senkung der akuten Stressperzeption bei onkologischen Patienten während der Applikation der Chemotherapie1 und in palliativmedizinischer Versorgung vor. (Atem-1) Meditation kann zur Senkung von akutem Stress bei diesen Patienten erwogen werden.

Empfehlungsgrad
0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
Evidenzlevel
1a
Konsens
Konsens
Literatur
[234] [235]
Evidenztabellen (2)Latorraca et. al. (2017); Black et. al. (2017)
6.3 · Evidenzbasierte Empfehlung 2020

Es liegen widersprüchliche Daten aus einer Metanalyse mit 1 RCT und 3 zusätzlichen RCTs zur Wirksamkeit verschiedener Meditationsformen zur Senkung von Depressivität* bei onkologischen Patienten während und nach onkologischer Therapie sowie in palliativmedizinischer Versorgung vor. Meditation kann zur Senkung von Depressivität* bei diesen Patienten erwogen werden.

*Depressivität ist hier ist als subklinische Ausprägung zu verstehen, nicht als diagnostizierte Depression (ICD F32).

Empfehlungsgrad
0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
Evidenzlevel
1a
Konsens
Konsens
Literatur
[230] [231] [232] [236]
Evidenztabellen (4)Treanor et. al. (2016); Cole et. al. (2012); Kim et. al. (2013); Zhang et. al. (2017)
6.4 · Evidenzbasierte Empfehlung 2020

Es liegen Daten aus 3 RCTs zur Wirksamkeit verschiedener Meditationsformen zur Senkung von Angstsymptomen* bei Brustkrebspatientinnen während der Radiotherapie, sowie vor Mastektomie und bei Patienten mit Leukämie während der Chemotherapie vor. Meditation kann bei diesen Patienten zur Senkung von Angstsymptomen* erwogen werden.

*Angstsymptome sind hier als subklinische Ausprägung zu verstehen, nicht als diagnostizierte Angststörung (ICD F40).

Empfehlungsgrad
0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
Evidenzlevel
2b
Konsens
Starker Konsens
Literatur
[232] [236] [237]
Evidenztabellen (3)Kim et. al. (2013); Parsa Yekta et. al. (2017); Zhang et. al. (2017)
6.5 · Evidenzbasiertes Statement 2020

Es liegen keine ausreichenden Daten zur Wirksamkeit von Meditation zur Senkung der Fatigue, der Schlafqualität und/oder der kognitiven Beeinträchtigungen von onkologischen Patienten vor. Es kann keine Empfehlung für oder gegen eine Anwendung von Meditation zur Verbesserung der Fatigue, Ein- und Durchschlafstörungen und/oder kognitiven Beeinträchtigungen bei diesen Patienten gegeben werden.

Evidenzlevel
1a
Konsens
Starker Konsens
Literatur
[230] [232] [236]
Evidenztabellen (3)Treanor et. al. (2016); Kim et. al. (2013); Zhang et. al. (2017)

Meditation beschreibt eine Praxis, welche darauf abzielt, den Geist durch Achtsamkeits- oder Konzentrationsübungen zu beruhigen und zu sammeln. Meditationstechniken sollen helfen, einen achtsamen, wachen Bewusstseinszustand und gleichzeitig eine tiefe Entspannung zu ermöglichen. Die Studien untersuchten Meditationsformen, welche nicht Teil von bereits bestehenden standardisierten Verfahren und Programmen sind. Untersucht wurden sowohl spirituelle als auch säkularisierte Meditationsformen: achtsamkeitsbasierte Atemmeditation, Tibetian Sound Meditation (Atem-, Aufmerksamkeits- und Konzentrationsübungen, Visualisierung, Mantrasingen), Korean Brain Wave Vibration Meditation (Meditation mit Bewegungselementen, Musik, kognitiv-imaginative Techniken), achtsamkeitsbasierte Mediation (Audio-Video Instruktionen zum Bodyscan), spirituelle Meditation, säkularisierte Meditation, Transzendentale Meditation, Benson’s Relaxation (suggestiv-meditative Technik), sowie Rhythmische Atementspan­nung, teilweise in Kombination mit schriftlichen Informationen zur Edukation.

Überblick

Es liegen Daten [4 RCTs] zum Einfluss von Meditation auf Lebensqualität (global und tumorspezifisch), Fatigue, Schlafqualität, Depressivität, Ängstlichkeit und kognitive Beeinträchtigung (subjektive und objektive Maße) bei Frauen mit Brustkrebs vor. Weitere Daten [1 RCT] liegen zum Einfluss von Meditation auf die akute Stressperzeption bei Menschen mit verschiedenen Krebserkrankungen in palliativmedizinischer Behandlung vor. Zudem liegen Daten [1 RCT] zum Einfluss von Meditation auf Stress (objektiv) bei Kolorektalkrebspatienten während der Applikation der Chemotherapie vor. Bei Patienten mit metastasierendem Melanom in palliativer Situation ergab die Suche Daten [1 RCT] zum Einfluss von Meditation auf Depressivität und Lebensqualität. Weitere Daten [1 RCT] liegen zum Einfluss von Meditation auf Schlafqualität, Ängstlichkeit und Depressivität bei Patienten mit Leukämie vor.

Lebensqualität (zu Empfehlung 6.1)

Drei RCTs untersuchten den Einfluss von verschiedenen Meditationsformen auf die Lebensqualität von Brustkrebspatientinnen während oder nach der onkologischen Therapie mit teilweise inkonsistenten Ergebnissen. Eine Cochrane-Metaanalyse [230] über 1 RCT zur Wirksamkeit einer 6-wöchigen Tibetischen Klang Meditation bestehend aus Atem-, Aufmerksamkeits- und Konzentrationsübungen, Visualisierung und Mantra Singen nach Abschluss der Chemo-/Radiotherapie untersuchte globale Lebensqualität als sekundären Endpunkt. Die Analyse ergab signifikante Gruppenunterschiede für emotional/ mentale Lebensqualität (standardisierte Mittelwertsdifferenz: 0,57) und spirituelle Lebensqualität (standardisierte Mittelwertsdifferenz: 0,52) zwischen Meditation und Treatment as Usual (Warteliste mit Weiterführung der bisherigen Therapie ohne aktive Studienintervention) direkt nach Abschluss der Intervention. Nach 10 Wochen wurden keine signifikanten Gruppenunterschiede mehr gefunden. Ein weiteres RCT [232] zur Wirksamkeit einer 6-wöchigen Korean Brain Wave Vibration Meditation, welches Meditation mit Bewegungselementen, Musik und kognitiv-imaginative Techniken beinhaltete, untersuchte globale und tumorspezifische Lebensqualität als sekundären Endpunkt bei Brustkrebspatientinnen während der Radiotherapie gegenüber Treatment as Usual/Warteliste. Es wurden kurzzeitige signifikante Gruppenunterschiede für globale Lebensqualität zwischen Meditation und Treatment as Usual gefunden. Für tumorspezifische Lebensqualität wurden keine signifikanten Gruppenunterschiede gefunden. Beide RCTs weisen ein überwiegend unklares bis hohes Risiko möglicher systematischer Bias auf.

Ein RCT von Nidich et al. (2009) zur Wirksamkeit von Transzendentaler Meditation über 18 Monate, mit 7 Gruppensessions von je 60-90min und anschließenden einmal monatlichen stattfindenden follow-up Gruppensessions bei Brustkrebspatientinnen nach Abschluss der onkologischen Behandlung, fand kurzzeitig signifikante Gruppenunterschiede für globale Lebensqualität für die Skala mental/emotionale Lebensqualität zwischen Meditation und Treatment as Usual [233]. Für alle anderen Subskalen wurden keine signifikanten Gruppenunterschiede gefunden. Außerdem wurde für die tumorspezifische Lebensqualität kurzzeitig ein signifikanter Gruppenunterschied zugunsten der Meditation gefunden, sowie auf der Funktions- und Symptomskala für die Subskala soziale emotionale Funktionalität. Für die Subskalen körperliche Funktionalität, Funktionalität im Alltag/Beruf und brustspezifische Symptome wurden keine signifikanten Gruppenunterschiede gefunden. Es werden keine Langzeit-Effekte berichtet. Das RCT weist überwiegend ein geringes Risiko möglicher systematischer Verzerrungen auf.

Ein weiteres RCT [231] untersuchte die Wirksamkeit von spiritueller Meditation über 16 Wochen in 1 zu 1 Betreuung mit 5 Stunden pro Session (die Anzahl der Sitzungen wurde nicht berichtet) im Vergleich zu säkularisierter Meditation in gleichem Umfang und Treatment as Usual. Das RCT, welches einen überwiegend unklaren Risk of Bias aufweist, wurde durchgeführt bei Patienten mit metastasierendem Melanom in palliativer Situation. Es wurden keine signifikanten Gruppenunterschiede für globale Lebensqualität zwischen Meditation und Treatment as Usual gefunden, weder direkt nach der Intervention, noch nach 8-16 Wochen Follow-up.

Stress (zu Empfehlung 6.2)

Ein RCT [235] mit überwiegend unklarem Risiko systematischer Bias untersuchte die Wirkung von achtsamkeitsbasierter Meditation (audio-video Instruktionen zum Bodyscan) bei Männern mit Kolorektalkrebs auf die Stressperzeption, sowie die Speichelkortisolkonzentration als objektiven Stressparameter während der Applikation der Chemotherapie. Dabei erhielten die Studienteilnehmer einmalig zu Beginn der Chemotherapie 12 Minuten Audio-Video Instruktionen zum Bodyscan, sowie 20 Minuten schriftliche Informationen zur Edukation. Die Hälfte der Kontrollgruppe erhielt lediglich Treatment as Usual und nicht wie ursprünglich festgelegt ebenfalls 20 Minuten schriftliche Informationen zur Edukation. Die Autoren fassten zwei ursprünglich getrennte Kontrollgruppen für die Analysen zusammen. Die Ergebnisse für die Stressperzeption wurden in der Studie nicht berichtet. Für die Speichelkortisolkonzentration wurden signifikante Gruppenunterschiede zwischen Mediation und Treatment as Usual direkt nach der Intervention gefunden. Aufgrund des überwiegend unklaren Risikos systematischer Verzerrung, sowie der verhältnismäßig kleinen Stichprobe (N=16 in der Interventionsgruppe; N=35 in der Kontrollgruppe) sollten die Ergebnisse zunächst jedoch mit Vorbehalt interpretiert werden.

Eine Metaanalyse [234] über ein RCT bei Patienten mit verschiedenen Krebserkrankungen in palliativer Situation mit ebenfalls teils unklarem Risk of Bias fand signifikante Gruppenunterschiede für akute Stressperzeption, sowohl direkt nach der Intervention, als auch 10 Minuten danach. Dabei erhielt die Interventionsgruppe zusätzlich zum Treatment as Usual einmalig eine 5-minütige achtsamkeitsbasierte Atemmeditation, während die Kontrollgruppe ein Gespräch mit dem Arzt zusätzlich zum Treatment as Usual erhielt.

Depressivität (zu Empfehlung 6.3)

Die bereits erwähnte Cochrane-Metaanalyse [230] über 1 RCT zur Wirksamkeit einer 6-wöchigen Tibetischen Klang Meditation bei Brustkrebspatientinnen nach Abschluss der onkologischen Behandlung fand signifikante Gruppenunterschiede für (nicht klinische) Depressivität zwischen Meditation und Treatment as Usual direkt nach der Intervention (standardisierte Mittelwertsdifferenz: 0,59), jedoch nicht nach 10-Wochen follow-up. Ein weiteres ebenfalls bereits beschriebenes RCT [232] zur Wirksamkeit einer 6-wöchigen Korean Brain Wave Vibration Meditation durchgeführt bei Brustkrebspatientinnen während der Radiotherapie fand keine kurzfristigen signifikanten Gruppenunterschiede, während ein RCT bei Patienten mit Leukämie [236] während der Chemotherapie kurzfristige signifikante Gruppenunterschiede zugunsten der Meditation fand. Hierbei erhielten Studienteilnehmer über einen Zeitraum von 5 Wochen einmal wöchentlich über 90 Minuten achtsamkeitsbasierte Meditation. Da die drei RCTs inkonsistente Ergebnisse und ein überwiegend unklares Risiko für systematische Verzerrungen aufweisen, sollten sie mit Vorbehalt interpretiert werden. Das RCT von Cole et al. (2012) bei Patienten mit metastasierendem Melanom in palliativer Situation, welches spirituelle Meditation mit säkularisierter Meditation und Treatment as Usual verglich, fand signifikante Unterschiede sowohl kurzfristig, als auch nach 8-16 Wochen zugunsten spiritueller Meditation aber keine signifikanten Unterschiede für säkularisierte Meditation [231]. Die methodische Qualität ist jedoch ebenfalls als ungenügend zu klassifizieren.

Angst (zu Empfehlung 6.4)

Das RCT von Kim et al. (2013) mit überwiegend unklarem bis hohem Risiko systematischer Verzerrung fand signifikante Kurzzeiteffekte zwischen Meditation und Treatment as Usual bei Brustkrebspatientinnen während einer Radiotherapie für (nicht klinische) Angst. Langzeiteffekte wurden nicht gemessen [232]. Ein weiteres RCT [237] untersuchte die Effektivität einer suggestiv-meditativen Technik (Benson’s Relaxation) im Vergleich zu einer rhythmischen Atementspannung und Treatment as Usual in Bezug auf die (nicht klinische) Angstsymptomatik bei Brustkrebspatientinnen vor der Mastektomie. Dabei wurde die beschriebene Technik mit den Studienteilnehmerinnen am Tag vor der Operation zweimal je 20 Minuten durchgeführt. Es wurden keine signifikanten Gruppenunterschiede für kognitive Ängstlichkeit zwischen Meditation und Treatment as Usual direkt nach der Intervention gefunden, für somatische Ängstlichkeit waren die Gruppenunterschiede kurzzeitig signifikant. Zwischen Meditation und Entspannung wurden keine signifikanten Gruppenunterschiede gefunden. Aufgrund des überwiegend unklaren bis hohen Risikos für systematische Verzerrungen sind die Ergebnisse jedoch mit Vorbehalt zu interpretieren. Das RCT von Zhang et al. (2017), welches ebenfalls ein überwiegend unklares Risiko für systema­tische Verzerrungen aufweist, fand signifikante Gruppenunterschiede zwischen Meditation und Treatment as Usual bei Patienten mit Leukämie während einer Chemotherapie direkt nach der Intervention [236].

Weitere krebs(-therapie) assoziierte Symptome (unter Anderem Fatigue/ Ein- und Durchschlafstörungen/ kognitive Beeinträchtigungen (zu Statement 6.5)

Das bereits erwähnte RCT zur Wirksamkeit einer 6-wöchigen Tibetischen Klang Meditation, welches in die Cochrane-Metaanalyse von Treanor et al. (2016) eingeschlossen wurde, untersuchte Fatigue als sekundären Endpunkt gegenüber Treatment as Usual bei Brustkrebspatientinnen [230]. Es konnten keine signifikanten Gruppenunterschiede direkt nach der Intervention und nach 10 Wochen follow-up zugunsten der Meditation gefunden werden. Ein weiteres bereits erwähntes RCT [232] bei Brustkrebspatientinnen während der Radiotherapie, welches ebenfalls Fatigue als sekundären Endpunkt gegenüber Treatment as Usual untersuchte, fand hingegen signifikante Gruppenunterschiede zugunsten der Meditation direkt nach der Intervention. Beide RCTs weisen ein teilweise unklares oder hohes Risiko für methodische Bias auf, weshalb diese Evidenz für eine zusätzliche Empfehlung für oder gegen Meditationsformen bezüglich Fatigue nicht ausreichend ist.

Für den sekundären Endpunkt Ein- und Durchschlafstörungen konnten Treanor et al. (2016) ebenfalls keine signifikanten Gruppenunterschiede zugunsten der Meditation nach der Intervention und nach 10 Wochen follow-up finden [230]. Zhang et al. (2017) fanden hingegen einen signifikanten Gruppenunterschied für Ein- und Durchschlafstörungen zwischen Meditation und Treatment as Usual direkt nach der Intervention bei Patienten mit Leukämie [236]. Da beide RCTs ein vorwiegend unklares Risiko für methodische Bias aufweisen kann diese Evidenz für eine zusätzliche Empfehlung für oder gegen Meditation in Bezug auf die Schlafqualität nicht herangezogen werden.

Als primäre Endpunkte untersuchte das RCT, das in die Cochrane-Metaanalyse von Treanor et al. (2016) eingeschlossen wurde, die kognitive Beeinträchtigung, sowohl durch eine objektive Fremdeinschätzung, als auch durch eine subjektive Selbsteinschätzung nach Abschluss der onkologischen Behandlung bei Brustkrebspatientinnen [230]. Treanor et al. (2016) fanden keine signifikanten Gruppenunterschiede zwischen Meditation und Treatment as Usual, weder für objektive kognitive Beeinträchtigungen (Verarbeitungsgeschwindigkeit und verbales Gedächtnis), noch für subjektive kognitive Beeinträchtigungen, weder direkt nach der Intervention noch nach 10 Wochen follow-up. Das in Treanor et al. (2016) analysierte RCT weist jedoch zum Teil ein unklares Risiko für einzelne methodische Bias auf, weshalb weitere Forschung notwendig ist, bevor sich eine evidenzbasierte Empfehlung für den Endpunkt kognitive Beeinträchtigungen ableiten lässt.

Nebenwirkungen

Die Evidenzlage weist darauf hin, dass Mediationsverfahren im Vergleich zur Standard­verfahren nicht mit mehr schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen assoziiert sind, obwohl der überwiegende Anteil der eingeschlossenen RCTs unerwünschte Ereignisse nicht [235][232][234][237][236] oder nicht vollständig [231] berichten. Lediglich für 2 RCTs ließen sich detaillierte Angaben zu unerwünschten Ereignissen extrahieren. Die Cochrane-Metaanalyse von Treanor et al. (2016) über ein RCT fand in beiden Gruppen keine unerwünschten bzw. schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse und auch keine Studienabbrüche durch unerwünschte Ereignisse [230]. Nidich et al. (2009) zählten nur halb so viele Todesfälle in der Meditationsgruppe als in der Gruppe, die Standardversorgung erhielt [233]. Es wurden jedoch keine Angaben zu nicht-schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen gemacht.

Evidenzaufarbeitung

Die Evidenzaufarbeitung zu Meditation wurde von den Wissenschaftlern der Universität Duisburg-Essen unter der Leitung von Prof. Dr. Dobos (KOKON) durchgeführt.

6.2 Mindfulness-based Stress Reduction (MBSR)

6.6 · Evidenzbasierte Empfehlung 2020

Es liegen inkonsistente Ergebnisse aus 1 MA mit 6 RCTs und weiteren 4 RCTs zur Wirksamkeit von MBSR zur Verbesserung der globalen und krebsspezifischen Lebensqualität bei onkologischen Patienten vor. MBSR kann zur Verbesserung der globalen und tumorspezifischen Lebensqualität bei diesen Patienten erwogen werden.

Empfehlungsgrad
0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
Evidenzlevel
1a
Konsens
Starker Konsens
Literatur
[238] [239] [240] [241] [242]
Evidenztabellen (5)Haller et. al. (2017); Johns et. al. (2015); Kenne Sarenmalm et. al. (2017); Schellekens et. al. (2017); Victorson et. al. (2017)
6.7 · Evidenzbasierte Empfehlung 2020

Es liegen inkonsistente Ergebnisse aus 1 MA mit 5 RCTs und weiteren 6 RCTs zur Wirksamkeit von MBSR zur Senkung der Fatigue und Ein- und Durchschlafstörungen bei onkologischen Patienten nach onkologischer Therapie vor. MBSR kann zur Senkung der Fatigue1 und Ein- und Durchschlafstörungen2 bei diesen Patienten erwogen werden.

Empfehlungsgrad
0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
Evidenzlevel
1a
Konsens
Konsens
Literatur
[238] [239] [243] [244] [245] [246] [247]
Evidenztabellen (6)Haller et. al. (2017); Blaes et. al. (2016); Garland et. al. (2014); Johns et. al. (2015); Lengacher et. al. (2015, 2016, 2018); Speca et. al. (2000)
6.8 · Evidenzbasierte Empfehlung 2020

Es liegen inkonsistente Ergebnisse aus 1 MA mit 7 RCTs und weiteren 4 RCTs zur Wirksamkeit von MBSR zur Senkung von Depressivität*1, Angstsymptomen**2 und Stressrezeption bei onkologischen Patienten während und nach onkologischer Therapie vor. MBSR kann zur Senkung depressiver Verstimmung*2, Angstsymptomen**2 und der Stressrezeption bei diesen Patienten erwogen werden.

*Depressivität ist hier als subklinische Ausprägung zu verstehen, nicht als diagnostizierte Depression (ICD F32)

**Angstsymptome sind hier als subklinische Ausprägung zu verstehen, nicht als diagnostizierte Angststörung (ICD F40)

Empfehlungsgrad
0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
Evidenzlevel
1a
Konsens
Konsens
Literatur
[238] [239] [243] [248] [249] [250]
Evidenztabellen (5)Haller et. al. (2017); Bränström et. al. (2010); Bränström et. al. (2012); Johns et. al. (2015); Zernicke et. al. (2014)
6.9 · Evidenzbasierte Empfehlung 2020

Es liegen Ergebnisse aus 1 RCT zur Wirksamkeit von MBSR zur Senkung der subjektiven und objektiven kognitiven Beeinträchtigung bei onkologischen Patienten nach onkologischer Therapie vor. MBSR kann zur Senkung der kognitiven Beeinträchtigung bei diesen Patienten erwogen werden.

Empfehlungsgrad
0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
Evidenzlevel
1b
Konsens
Starker Konsens
Literatur
[251]
6.10 · Evidenzbasierte Empfehlung 2020

Es liegen konsistente Ergebnisse aus 2 RCTs zur Wirksamkeit von MBSR zur Senkung therapieassoziierter menopausaler Symptome bei Patienten mit Brustkrebs nach onkologischer Therapie vor. MBSR kann zur Senkung therapieassoziierter menopausaler Symptome bei Patientinnen mit Brustkrebs oder anderen gynäkologischen Tumoren erwogen werden.

Empfehlungsgrad
0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
Evidenzlevel
1b
Konsens
Starker Konsens
Literatur
[252] [253]
Evidenztabellen (2)Hoffman et. al. (2012); Würtzen et. al. (2015)

Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion, besser bekannt unter dem englischen Originalbegriff Mindfulness-based Stress Reduction (MBSR), ist ein von Dr. Jon Kabat-Zinn an der Medical School der University of Massachusetts entwickeltes edukativ-übendes Gruppenprogramm. Es zielt darauf, Strategien der Stressbewältigung und Entspannung zu erlernen und durch das Prinzip der Achtsamkeit, nachhaltige Veränderungen in allen Bereichen des Lebens und Lebensstils zu erreichen. Das klassische MBSR-Programm umfasst einen Zeitraum von acht Wochen mit wöchentlichen Gruppensitzungen zu je 2,5 Stunden und einem abschließenden Übungstag in Stille. Neben theoretischen Aspekten der Achtsamkeitslehre umfasst MBSR vor allem praktische Achtsamkeitsübungen wie Geh- und Sitzmeditation und achtsames Yoga sowie Übungen, bei denen Alltagsaktivitäten wie Essen, Körperpflege und zwischenmenschliche Kommunikation achtsam praktiziert werden. Zudem sollen kleine Hausaufgaben eine Integration des Erlernten in den Alltag erleichtern.

Überblick:

Es liegen Daten [1 MA mit 9 RCTs und weitere 7 RCTs] zum Einfluss von MBSR auf Lebensqualität, Fatigue, Schlaf (subjektive und objektive Maße), Stress (subjektive und objektive Maße), Depressivität, Angst, Schmerz, menopausale Symptome (wie Hitzewallungen, Gelenkschmerzen und weitere somatovegetative und urogenitale Symptome) und kognitive Beeinträchtigung sowie zu Nebenwirkungen von MBSR bei Frauen mit Brustkrebs vor. Weitere Daten [1 RCT] zum Einfluss von MBSR auf Lebensqualität, Angst und Depressivität sowie zu Nebenwirkungen von MBSR wurden bei Menschen mit Lungenkrebs gefunden. Zudem liegen Daten [1 RCT] zum Einfluss von MBSR auf Lebensqualität und Angst bei Männern mit Prostatakrebs im Frühstadium während Active Surveillance vor. Bei Patienten mit verschiedenen Krebserkrankungen ergab die Suche Daten [8 RCTs] zum Einfluss von MBSR auf Schlaf, Fatigue, Angst, Depressivität, Stress (subjektive und objektive Maße) und kognitive Beeinträchtigung (subjektive und objektive Maße) sowie zu Nebenwirkungen von MBSR. Es liegen keine Daten zum Einfluss von MBSR auf die Mortalität oder zu möglichen Wechselwirkungen von MBSR mit anderen onkologischen Therapien vor.

Lebensqualität (zu Empfehlung 6.6)

Eine Metaanalyse [238] über 6 RCTs, von denen lediglich ein RCT [252] überwiegend low Risk of Bias aufweist, ergab keine signifikanten Gruppenunterschiede für Lebensqualität zwischen MBSR und Treatment as Usual (Weiterführung der bisherigen Therapie ohne aktive Studienintervention oder Warteliste) oder einem edukativen Gruppenprogramm, weder während noch nach Abschluss der Chemo-/ Radiotherapie des Brustkrebses, weder direkt nach Ende der Intervention noch ein halbes oder ein Jahr später.

Eine weitere Pilotstudie von Johns et al. (2015) mit onkologischen Patienten verschiedenster Krebsdiagnosen, die als methodisch hochwertig einzuschätzen ist, fand direkt nach MBSR ebenfalls keine signifikanten Gruppenunterschiede gegenüber Warteliste [239]. Einen Monat später zeigte die MBSR-Gruppe aber eine signifikant verbesserte globale Lebensqualität (standardisierte Mittelwertsdifferenz: 1,22). Aufgrund des Pilotdesigns und der verhältnismäßig kleinen Stichprobe von N = 35 sollte der gefundene signifikante Gruppenunterschied von Johns et al. (2015) zunächst jedoch mit Vorbehalt interpretiert werden. Neuere RCTs, alle mit überwiegend unklarem Risiko möglicher systematischer Bias, fanden widersprüchliche Evidenz. Gegenüber Treatment as Usual wurden in einem RCT bei Patienten mit Lungenkrebs signifikante Gruppenunterschiede bezüglich tumorspezifischer Lebensqualität post Intervention nachgewiesen (standardisierte Mittelwertsdifferenz: 0.60) [241]. Frauen mit Brustkrebs nach Ab­schluss von Chemo-/Radiotherapie berichteten gegen­über Warteliste eine kurzfristig signifikant verbesserte Lebensqualität auf einer von 5 Lebensqualitätssubskalen (psychische Gesundheit) [240], bei Männern mit Prostatakrebs unter aktiver Überwachung veränderte sich die Lebensqualität durch MBSR weder direkt nach Interventionsende noch im Gruppenvergleich nach einem Jahr [242].

Fatigue und Ein- und Durchschlafstörungen (zu Empfehlung 6.7)

Für den Endpunkt Fatigue liegt eine Metaanalyse [238] über 5 RCTs vor, von denen wiederum lediglich ein RCT überwiegend low Risk of Bias aufweist [252]. Dieses ergab eine kurzfristig, aber nicht längerfristig signifikante Senkung der Fatigue von Frauen nach Abschluss der Chemo-/Radiotherapie des Brustkrebses (standardisierte Mittelwertsdifferenz: -0.28; 95% Konfidenzintervall: -0.43 bis -0.14). In Sensitivitätsanalysen zeigte sich der kurzzeitige Effekt robust gegenüber dem Risiko möglicher systematischer Bias durch mangelnde Studienqualität, beruhte jedoch nur noch auf einem RCT. Weiterhin fand die Metaanalyse [238] ein methodisch schlecht berichtetes RCT [254], welches MBSR gegen eine aktive edukative Kontrollbedingung nach Abschluss von Chemo-/Radiotherapie testete und ebenfalls signifikante Effekte der Reduzierung von Fatigue direkt nach Ende des MBSR-Kurses (standardisierte Mittelwertsdifferenz: -0.40) sowie ein halbes (standardisierte Mittelwertsdifferenz: -0.43) und ein Jahr nach Studienbeginn (standardisierte Mittelwertsdifferenz: -0.46) fand.

Darüber hinaus berichten vier RCTs bei onkologischen Patienten mit verschiedenen Krebsdiagnosen nach Abschluss der Chemo-/Radiotherapie sich widersprechende Ergebnisse. Ein RCT mit überwiegend high Risk of Bias fand keine signifikanten Gruppenunterschiede zwischen MBSR und Warteliste 8 Wochen nach Ende der Intervention [244]. Eine hoch qualitative Pilotstudie bestätigte Effekte von MBSR gegenüber Warteliste auf die Schwere von und Beeinträchtigung durch Fatigue sowohl direkt nach als auch weitere 4 Wochen nach Ende des MBSR-Kurses mit standardisierten Mittelwertsdifferenzen von -1.34 bis -1.55 [239]. Gegenüber einer aktiven edukativen Kontrollbedingung bestätigte sich dieser Effekt in einem methodisch hochwertigen RCT derselben Arbeitsgruppe jedoch nicht [243]. Ein weiteres RCT mit überwiegend unklarem Risiko für systematische Verzerrungen fand wiederum keine signifikanten Gruppenunterschiede zwischen MBSR und Warteliste [245].

Die Metaanalyse von Haller et al. (2017) [238] fand ebenfalls 4 RCTs welche von Ein- und Durchschlafstörungen berichten. Von 4 RCTs war ein RCT bei Brustkrebspatientinnen während Chemo-/Radiotherapie von methodisch akzeptabler Qualität und zeigt signifikante Kurzzeit- (standardisierte Mittelwertsdifferenz: -0.24) aber keine Langzeiteffekte (bis zu 26 Wochen nach Studienbeginn) von MBSR gegenüber Treatment as Usual [255]. Nach Abschluss von Abschluss von Chemo-/Radiotherapie ergab die Mittelung der Ergebnisse dreier RCTs mit überwiegend unklarem Risiko für systematische Verzerrungen zu keinem der Zeitpunkte signifikante Gruppenunterschiede [238].

Zwei weitere RCTs von überwiegend unklarem oder hohem Risiko für systematische Ver­zerrungen zeigten nach Abschluss der Chemo-/Radiotherapie signifikante Gruppenunterschiede von MBSR gegenüber Warteliste bei onkologischen Patienten mit verschiedenen Krebsdiagnosen bezüglich subjektiver Schlafmaße [244] und bei Brustkrebspatientinnen bezüglich einzelner objektiver Schlafmaße [246]. Drei methodisch höherwertige RCTs bei onkologischen Patienten mit verschiedenen Krebsdiagnosen und diagnostizierter Insomnie bzw. chronischer Fatigue nach Abschluss der Chemo-/Radiotherapie erhoben subjektive Schlafmaße und zeigten 3,5 Monate nach Ende des MBSR-Programms eine signifikante Nichtunterlegenheit im Vergleich zu Kognitiver Verhaltenstherapie [247], eine signifikante Überlegenheit gegenüber Warteliste direkt nach Intervention und weitere 4 Wochen später [239] und keine signifikanten Gruppenunterschiede zu einer aktiven edukativen Kontrollintervention [243].

Depressivität, Angst und Stressperzeption (zu Empfehlung 6.8)

Für die Wirkungen von MBSR auf (nicht klinische) Depressivität, fand eine Metaanalyse zu Brustkrebs [238] insgesamt 7 RCTs, von denen zwei als methodisch akzeptabel eingeschätzt werden konnten [252][256]. Während Chemo-/Radiotherapie ergab die Metaanalyse signifikante Effekte (standardisierte Mittelwertsdifferenz: -0.34; 95% Konfidenzintervall: -0.54 bis -0.13) von MBSR gegenüber Treatment as Usual kurz nach der Intervention sowie bis zu 6 Monate nach Randomisierung (standardisierte Mittelwertsdifferenz: -0.26), die stabil gegenüber der möglichen systematischen Verzerrung durch mangelnde Studienqualität waren, jedoch dann nur noch auf einem RCT beruhten [256]. Ein Jahr nach Randomisierung gab es keine signifikanten Gruppenunterschiede mehr. Ein weiteres in die Metaanalyse eingeschlossenes RCT mit überwiegend unklarem Risiko für systematische Verzerrungen, welches Brustkrebspatientinnen während Chemo-/Radiotherapie untersuchte, fand signifikante Kurzzeiteffekte gegenüber einer aktiven edukativen Kontrollgruppe (standardisierte Mittelwertsdifferenz: -0.40), jedoch keine Langzeiteffekte ein Jahr nach Randomisierung. Nach Abschluss der Chemo-/Radiotherapie ergab die Mitteilung von 5 RCTs signifikante Kurzzeiteffekte post Intervention (standardisierte Mittelwertsdifferenz: -0.36; 95% Konfidenzintervall: -0.58 bis -0.15) von MBSR gegenüber Treatment as Usual. Die methodische Qualität von 4 der 5 RCTs ist jedoch als ungenügend zu klassifizieren. Nach Ausschluss dieser 4 RCTs verblieb der Effekt signifikant [252]. Kurzzeiteffekte fanden sich auch in einem eigeschlossenen RCT, welches MBSR mit einer edukativen Kontrollbedingung verglich (standardisierte Mittelwertsdifferenz: -0.39). Ergebnisse dieses RCT sind jedoch aufgrund des überwiegend unklaren Risikos für systematische Verzerrungen mit Vorbehalt zu interpretieren. Längerfristige Effekte auf Depressivität über das Ende der MBSR-Intervention hinaus wurden für Frauen mit Brustkrebsdiagnose nach Abschluss der Chemo-/Radiotherapie nicht mehr gefunden [238].

Darüber hinaus ergab die Literaturrecherche drei weitere methodisch hochwertige RCTs, die (nicht klinische) Depressivität bei Patienten mit gemischten Krebsdiagnosen nach Abschluss der Chemo-/ Radiotherapie untersuchten. Ein Pilot-RCT konnte signifikante Gruppenunterschiede bis 4 Wochen nach Ende des MBSR-Kurses im Vergleich zu Warteliste bestätigen [239], die beiden anderen RCTs zeigten zu keinem der Follow-up-Zeitpunkte signifikante Gruppenunterschiede im Vergleich zu Warteliste [248][249] oder einer aktiven edukativen Kontrollbedingung [243]. Alle weiteren RCTs, die signifikante Gruppenunterschiede zugunsten MBSR suggerieren, weisen ein überwiegend unklares und/oder hohes Risiko für systematische Verzerrungen auf und sollten nicht als Grundlage einer evidenzbasierten Empfehlung herangezogen werden [240][241][245].

Für die Wirkungen von MBSR auf (nicht klinische) Angstsymptome berechnete eine Metaanalyse zu Brustkrebs [238] Effekte über 8 RCTs, von denen 3 RCTs als methodisch akzeptabel eingeschätzt werden konnten [252][256][257]. Während Chemo-/Radiotherapie konnten kurzfristige (standardisierte Mittelwertsdifferenz: -0.30; 95% Konfidenzintervall: -0.57 bis -0.04) und mittelfristige (standardisierte Mittelwertsdifferenz: -0,21; 95% Konfi­denzintervall: -0.42 bis 0.00) anxiolytische Effekte bis 6 Monate nach MBSR gegenüber Treatment as Usual nachgewiesen werden. Nach Ausschluss von RCTs mit unklarem oder hohem Risiko für systematische Verzerrungen verblieb der Vergleich der mittelfristigen Effekte signifikant [256][257]. Nach Abschluss der Chemo-/Radiotherapie ergab die Metaanalyse gegenüber Treatment as Usual signifikante Kurzzeiteffekte (standardisierte Mittelwertsdifferenz: -0.27; 95% Konfidenzintervall: -0.43 bis -0.11) von MBSR auf Angst, mittelfriste Effekte waren nicht mehr signifikant. Die gefunden Kurzzeiteffekte waren robust gegenüber dem Risiko systematischer Verzerrungen, jedoch beruhte diese Sensitivitätsanalyse auf nur einem RCT [252]. Weitere Analysen beinhalteten keine methodisch akzeptablen RCTs [238].

Drei weitere RCTs mit überwiegend geringem Risiko für systematische Verzerrungen untersuchten die Effektivität von MBSR auf (nicht klinische) Angstsymptome bei onkologischen Patienten mit verschiedenen Krebsdiagnosen nach Abschluss der Chemo-/Radiotherapie gegenüber einer Warteliste. Während ein RCT (zwei Publikationen [248][249]) keine signifikanten Gruppenunterschiede weder 8 noch 26 Wochen nach Randomisierung finden konnte, fand eine Pilotstudie signifikante Gruppenunterschiede zu Woche 11, zuvor zu Woche 8 jedoch nicht [239]. Gegenüber einer edukativen Kontrollbedingung konnte ein ebenfalls methodisch hochwertiges RCT bei onkologischen Patienten mit verschiedenen Krebsdiagnosen nach Abschluss der Chemo-/Radiotherapie keine Gruppenunterschiede nachweisen [243]. Alle weiteren gefundenen RCTs, die sich in ihren Ergebnissen bezüglich einer signifikanten Reduktion von Angstsymptomen widersprechen, sind als methodisch nicht hinreichend gut einzuschätzen, um als Grundlage für eine evidenzbasierte Entscheidung herangezogen zu werden [240][241][245][242].

Eine Metaanalyse bei Brustkrebs [238] fand 5 RCTs, von denen ein methodisch hochwertiges RCT signifikante Effekte bezüglich der subjektiven Stressreduktion von MBSR während Chemo-/Radiotherapie gegenüber einer Warteliste zeigen konnte (standardisierte Mittelwertsdifferenz: -0.65) [257]. Die Effekte hielten bis zu 6 Monate nach Ende des MBSR-Kurses an (standardisierte Mittelwertsdifferenz: -0.76). Nach adjuvanter Brustkrebstherapie angewandtes MBSR konnte gegenüber einer Warteliste keine signifikanten Gruppenunterschiede auf Fragebögen zur Stressperzeption aufweisen [238].

Zwei methodisch hochwertige RCTs bei onkologischen Patienten mit verschiedenen Krebsdiagnosen nach Abschluss der Chemo-/Radiotherapie fanden signifikante Kurzzeiteffekte von MBSR auf die subjektiven Stressperzeption (standardisierte Mittelwertsdifferenz: -0.63) [248][250]. Ein halbes Jahr später waren die Gruppenunterschiede jedoch nicht mehr signifikant [249]. Signifikante Kurzzeiteffekte von MBSR gegenüber einer Warteliste auf subjektiv wahrgenommenen Stress wurden ebenfalls in einem RCT gefunden, welches onkologischen Patienten mit verschiedenen Krebsdiagnosen während und nach Abschluss der Chemo-/Radiotherapie einschloss. Jedoch ist die methodische Qualität dieses RCTs als nicht ausreichend anzusehen [245]. Der Einfluss von MBSR auf die Speichelkortisolkonzentration als objektiver Stressparameter bei Brustkrebspatientinnen und onkologischen Patienten mit verschiedenen Krebsdiagnosen war im Vergleich zu einer Warteliste nicht signifikant unterschiedlich, weder in methodisch hochwertigen [258] noch vergleichsweise geringer qualitativen RCTs [254][259].

Kognitive Beeinträchtigung (zu Empfehlung 6.9)

Die Wirkungen von MBSR auf subjektive und objektive Maße der kognitiven Beeinträchtigung gegenüber einer aktiven edukativen Kontrollintervention wurden von einem methodisch hochwertigen RCT untersucht, welches Brustkrebs- und Kolorektalkrebspatienten mit Fatigue nach Abschluss der Chemo-/Radiotherapie einschloss [251]. Es fanden sich sowohl zu Woche 8 (standardisierte Mittelwertsdifferenz: -0.83) als auch zu Woche 34 (standardisierte Mittelwertsdifferenz: -0,55) signifikante Gruppenunterschiede zugunsten MBSR bezüglich der subjektiven Einschätzung auf Fragebögen und der objektivierten Einschätzung mittels eines standardisierten Konzentrationstests (Stroop-Test). Ein weiteres RCTs [260] von geringer methodischer Qualität berichteten bei Brustkrebspatientinnen und einer Stichprobe onkologischer Patienten mit verschiedenen Krebsdiagnosen, jeweils nach Abschluss der Chemo-/Radiotherapie, keine signifikanten Gruppenunterschiede.

Menopausale Symptome (zu Empfehlung 6.10)

Ein qualitativ hochwertiges RCT untersuchte die Wirkung von MBSR auf menopausale Symptome (Hitzewallungen, vaginale Probleme, Schwindel, Schmerzen, Durchfall, Stimmungsschwankungen) gegenüber Warteliste bei Frauen mit Brustkrebs nach Abschluss der Chemo-/Radiotherapie [252]. Im Gruppenvergleich berichteten die Teilnehmerinnen des MBSR-Kurses direkt nach Ende sowie weitere 6 Wochen später eine signifikant höhere Reduktion ihrer Beschwerdeintensität. Welche Symptome sich im Einzelnen wie stark reduzierten, kann aus den publizierten Daten nicht geschlossen werden, da die Studie lediglich den Gesamtscore des Fragebogens menopausaler Symptome berichtete. Ein weiteres methodisch hochwertiges RCT untersuchte ebenfalls die Wirkung von MBSR auf menopausale sowie weitere somatische Beschwerden (Kognition, Schmerz, vasomotorische Symptome, Übelkeit, sexuelle, urologische und vaginale Probleme) bei Brustkrebspatientinnen, unterteilte diese jedoch nicht nach ihrem Therapiestadium [253]. Es konnte gegenüber einer Warteliste signifikante Gruppenunterschiede zugunsten MBSR bis zu 6 Monaten nach Randomisierung gefunden werden. Weitere 6 Monate später unterschieden sich beide Gruppen jedoch nicht mehr. Auch hier berichteten die Autoren nicht, welche der abgefragten Symptome reduziert werden konnten. Da Frauen mit Ovarialkarzinom infolge der onkologischen Therapien ebenfalls menopausale Symptome entwickeln und sich diese nur in geringem Ausmaß von denen bei Brustkrebspatienten unterscheiden, ist von äquivalenten Effekten von MBSR bei Frauen mit Ovarialkarzinom auszugehen.

Weitere vier RCTs, die jedoch ein überwiegend unklares oder hohes Risiko für systematische Verzerrungen aufwiesen, untersuchten ebenfalls die Wirkungen von MBSR bei Frauen mit Brustkrebs nach Abschluss der Chemo-/Radiotherapie bezüglich somatischer Symptome [240], Schmerzen [261][262][260] und Hitzewallungen [261]. Die Ergebnisse widersprechen sich und sind aufgrund der geringen Studienqualität nicht als Grundlage für eine evidenzbasierte Empfehlung heranzuziehen.

Nebenwirkungen

Eine Metaanalyse über 9 RCTs weist darauf hin, dass MBSR keine schwerwiegenden Nebenwirkungen hat, obwohl die eingeschlossenen RCTs unerwünschte Ereignisse nicht systematisch berichten [238]. Die in 3 eingeschlossenen RCTs berichteten schweren unerwünschten Nebenwirkungen (3 Lokalrezidive) sollten nicht kausal mit der MBSR-Intervention zusammenhängen. Drei RCTs berichteten zudem 12 schwere unerwünschte Ereignisse, machten aber keine Angaben in welcher Studiengruppe diese aufgetreten sind [244][240][245]. In weiteren RCTs unterscheiden sich schwerwiegende wie geringfügige unerwünschte Ereignisse nicht zwischen den Studiengruppen [247][252][241][250]. Andere RCTs berichteten, dass keinerlei unerwünschten Ereignisse aufgetreten sind [249][239]. Insgesamt scheint MBSR ein sicheres Verfahren mit einem positiven Nutzen-Risiko-Verhältnis zu sein.

Evidenzaufarbeitung

Die Evidenzaufarbeitung zu MBSR wurde von den Wissenschaftlern der Universität Duisburg-Essen unter der Leitung von Prof. Dr. Dobos (KOKON) durchgeführt.

6.3 Multimodale und Integrative Verfahren

6.11 · Evidenzbasierte Empfehlung 2020

Es liegen Daten aus 1 RCT zur Wirksamkeit eines individualisierten, multimodalen komplementärmedizinischen Therapieangebots zur Verbesserung der globalen und tumor-spezifischen Lebensqualität, der Fatigue und Schmerzen bei Brustkrebspatientinnen während und nach onkologischer Therapie vor. Die Integration eines ärztlich geleiteten, individualisierten, multimodalen komplementärmedizinischen Therapieangebots in die Standardversorgung kann zur Verbesserung der globalen und tumorspezifischen Lebensqualität, der Fatigue und Schmerzen bei Brustkrebspatientinnen erwogen werden.

Empfehlungsgrad
0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
Evidenzlevel
1b
Konsens
Konsens
Literatur
[263]
Evidenztabellen (1)Witt et. al. (2015)

Die Rubrik der multimodalen komplementären Verfahren beinhaltet Studien, die komplexe, individualisierte und standardisierte Programme aus verschiedenen Bereichen der Komplementär- und Mind-Body-Medizin untersuchen. Alle hier eingeschlossenen Studieninterventionen wurden integrativ, d.h. als Bestandteil der konventionellen Versorgung angewendet und gegen eine Vergleichsgruppe getestet, die supportiv-onkologische Standardversorgung (Treatment as Usual) erhielt.

Überblick

Es liegen Daten aus 7 RCTs zum Einfluss von multimodalen, integrativmedizinischen Verfahren auf Lebensqualität, Fatigue, Schmerz, Dyspnoe, kognitive Beeinträchtigung, Übelkeit und Erbrechen, Schlaf, Appetit, Konstipation, Diarrhoe, Depressivität, Ängstlichkeit, menopausale Symptome, Überleben sowie zu Nebenwirkungen multimodaler Verfahren bei onkologischen Patienten vor. Aufgrund der Heterogenität der Studien wurde nur eine Empfehlung auf Grundlage von Witt et al. (2015) zu den Endpunkten globale und tumor-spezifische Lebensqualität, Fatigue und Schmerzen bei Brustkrebspatientinnen erstellt [263].

Lebensqualität (zu Empfehlung 6.11)

Ein methodisch hochwertiges RCT von Witt et al. (2015) untersuchte die Wirksamkeit eines 26-wöchigen, ärztlich geleiteten, multimodalen Programm mit individualisierten Interventionen aus den Bereichen Akupunktur, Vitaminsubstitution, Hyperthermie, Qigong, Enzymtherapie, Lasertherapie, Misteltherapie, Orthomolekulare Therapie, Osteopathie, Manuelle Therapie, Phytotherapie, Chinesische Kräutertherapie, Magnetfeldtherapie, Healing Touch, Homöopathie, Ernährungsberatung, Neuraltherapie, Shiatsu, Meditation und Yoga bei Frauen mit Brustkrebs in unterschiedlichen Therapiestadien bezüglich der tumorbedingten Lebensqualität als primären Endpunkt. Gegenüber Treatment as Usual/Standardtherapie erhöhte sich der Gesamtscore der tumorbedingten Lebensqualität signifikant im Verlauf und zu Ende der 26-wöchigen Interventionsphase. Zudem berichteten die Patientinnen der integrativen Gruppe im Vergleich zur Standardgruppe zu Woche 26 eine signifikant verbesserte globale Lebensqualität, signifikant verbesserte Funktionalität im Beruf und Alltag und signifikant verbesserte körperliche sowie emotionale Funktionalität [263]. Da eine komplexe individualisierte Intervention im Rahmen einer pragmatischen, randomisierten Studie untersucht wurde, kann jedoch nicht auf die Effektivität einzelner Verfahren geschlossen werden. Zudem beinhaltet die Studienintervention für einzelne wenige Patientinnen Verfahren, deren Anwendung diese Leitlinie kritisch bewertet. Hierzu zählen Vitamin C-Gaben in Hochdosierung (siehe 7.11 Vitamin C) und Hyperthermie (siehe 5.3 Hyperthermie: Elektro- und Ganzkörperhyperthermie). Im Rahmen der Studie von Witt et al. (2015) gab es trotz der Anwendung dieser Verfahren jedoch keine vermehrten unerwünschten oder schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse. Im Gegenteil, die Gruppe, die individualisierte integrative Therapie erhielt, berichtete insgesamt weniger unerwünschte und schwere unerwünschte Ereignisse als die Gruppe, die Standardversorgung erhielt.

Ein weiteres hochwertiges RCT untersuchte die Wirksamkeit einer 24-wöchigen individualisierten, multimodalen Pflegeintervention mit edukativen und pflegerischen Maßnahmen aus den Bereichen Aromaöltherapie, Einreibungen und Bäder, Wickel, Mundspülungen, Tees, Akupressur und Rhythmische Massagen bei Frauen mit gynäkologischen Tumoren während Chemotherapie. Hier war die globale Lebens­qualität die primäre Zielvariable, die sich direkt nach Interventionsende als nicht signifikant unterschiedlich zur Standardtherapie herausstelle, 48-Wochen nach Studienstart hingegen war die Gruppe, die innerhalb ihrer Standardversorgung eine individualisierte multimodale Pflege erhielt, der Gruppe, die nur Standardversorgung erhielt signifikant überlegen. Für die meisten Subdimensionen der krebsspezifischen Lebensqualität und Funktionalität zeigten sich keine signifikanten Gruppenunterschiede [264]. Aufgrund der heterogenen Ergebnisse für Lebensqualität konnte dieses RCT nicht als Grundlage für eine weitere evidenzbasierte Empfehlung herangezogen werden. Eine Replikation der Studie ist wünschenswert.

Semistandardisierte multimodale Gruppenprogramme zur Lebensstilveränderung, die sich auf unterschiedliche Elemente der Mind-Body-Medizin fokussierten und eine Dauer von 3-12 Wochen hatten, zeigten zum Teil eine signifikante Überlegenheit bezüglich der Verbesserung der globalen wie krebsspezifischen Lebensqualität gegenüber Treatment as Usual [265], aber zumeist keine signifikanten Gruppenunterschiede, wenn Treatment as Usual durch eine aktive, konventionelle Kontrollintervention wie Walking, Psychoedukation oder ärztliche Beratung erweitert wurde [265][266][267]. In einer weiteren Studie mit quasi-randomisiertem Design konnten He und Fan (2008) signifikante Gruppenunterschiede einer gruppenbasierten, integrativen Rehabilitationsmaßnahme mit Elementen der Mind-Body- und Traditionellen Chinesischen Medizin gegenüber Treatment as Usual 2 Jahre nach Studienbeginn nachweisen [268]. Alle 4 RCTs weisen jedoch ein zum Teil unklares oder hohes Risiko für einzelne methodische Bias auf, weshalb weite Forschung notwendig ist, bevor sich eine evidenzbasierte Empfehlung zu (semi-)standardisierten Gruppenprogramme der Mind-Body-Medizin ableiten lässt.

Fatigue (zu Empfehlung 6.11)

Das bereits erwähnte RCT [263] zur Wirksamkeit eines 26-wöchigen, ärztlich geleiteten, individualisierten, multimodalen Programm bei Frauen mit Brustkrebs untersuchte Fatigue als sekundären Endpunkt gegenüber Treatment as Usual/Standardtherapie. Es konnten signifikante Gruppenunterscheide im Verlauf und zu Ende der 26-wöchigen Interventionsphase zugunsten des integrativen Programms gefunden werden. Auch für den Endpunkt Fatigue kann nicht geschlossen werden, welche Intervention welche Effekte erzielte. Es kann nur abgeleitet werden, dass sich eine ärztlich geleitete, individualisierte Zusammenstellung komplementärer Verfahren und deren Integration in die Standardversorgung signifikant vorteilhaft auf die Fatigue-symptomatik von Brustkrebspatientinnen ausgewirkte und die Zusammenstellungen der Studieninterventionen als Ganzes vor dem Hintergrund einer geringeren Anzahl (schwerer) unerwünschter Ereignisse in der Experimentalgruppe sicher erscheint.   

Ein weiteres hochwertiges RCT [264] untersuchte die Wirksamkeit einer 24-wöchigen individualisierten, multimodalen Pflegeintervention bezüglich der Reduktion von Fatigue als sekundären Endpunkt. Analog zu den Ergebnissen für Lebensquali­tät reduzierte sich die Fatigue der Frauen mit gynäkologischen Tumoren in der integra­tiven Gruppe zum Zeitpunkt direkt nach Interventionsende nicht signifikant von dem Ausmaß an Fatigue in der Standardtherapiegruppe. 48 Wochen nach Randomisierung hingegen war die integrative Gruppe der Standardgruppe wieder signifikant überlegen. Aufgrund der heterogenen Ergebnisse für Fatigue konnte dieses RCT nicht als Grundlage für eine weitere evidenzbasierte Empfehlung herangezogen werden. Eine Replikation der Studie ist wünschenswert.

Semistandardisierte multimodale Gruppenprogramme, die sich auf unterschiedliche Elemente der Mind-Body-Medizin fokussierten und eine Dauer von 3-12 Wochen hatten, zeigten eine signifikante Überlegenheit bezüglich der Reduktion von Fatigue gegenüber Treatment as Usual bei Patienten mit Prostatakrebs, wobei Fatigue indirekt über das Aktivitätslevel der Teilnehmer gemessen wurde [269]. In einer anderen Studie konnten keine signifikanten Gruppenunterschiede für Fatigue gegenüber Treatment as Usual gefunden werden [265]. Wenn Treatment as Usual durch eine aktive konventionelle Kontrollintervention wie Walking oder ärztliche Beratung erweitert wurde, fanden sich ebenfalls keine signifikanten Gruppenunterschiede bezüglich Fatigue [265][266]. Alle 3 RCTs weisen ein teilweise unklares oder hohes Risiko für methodische Bias auf, weshalb diese Evidenz für eine zusätzliche Empfehlung für oder gegen gruppenbasierte, multimodale Programme der Mind-Body-Medizin bezüglich Fatigue nicht ausreichend ist.

Schmerz (zu Empfehlung 6.11)

Auch für den sekundären Endpunkt Schmerz konnte das bereits beschriebene RCT von Witt et al. (2015) signifikante Gruppenunterschiede zugunsten des ärztlich geleiteten, individualisierten, multimodalen Konzeptes gegenüber Standardtherapie im Verlauf und zu Ende der 26-wöchigen Interventionsphase finden [263]. Ebenso wie für die Endpunkte Lebensqualität und Fatigue kann eine spezifische Wirksamkeit einzelner Verfahren aufgrund des pragmatischen Studiendesigns nicht abgeleitet werden. Das Konzept als Ganzes (ärztlich geleitet, individualisiert, integrativ) erwies sich im Rahmen dieser Studie jedoch als wirksam und sicher.

Für die Integration einer individualisierten, multimodalen naturheilkundlichen/ komplementären Pflegeintervention in die Standardversorgung während Chemotherapie konnten gegenüber der alleinigen Standardversorgung kein signifikante Mehrwert gefunden werden [264]. Zur Reduktion von Schmerzen scheint die Integration komplementärer Pflegeinterventionen während Chemotherapie nicht ausreichend, um einen Vorteil gegenüber der Standardversorgung zu erreichen, während die Integration einer komplexeren Maßnahme mit ärztlichen, Mind-Body-medizinischen und pflegerischen Maßnahmen die Schmerzintensität signifikant zu reduzieren vermag [263]. Da beide Studien aber unterschiedliche Stichproben in unterschiedlichen Therapiestadien untersuchten, bedarf es zusätzlicher Forschung, um weitere Schlussfolgerungen aus den Ergebnissen ableiten zu und gesicherte evidenzbasierte Empfehlungen geben können.

Zudem fanden Domnick et al. (2017) bei onkologischen Patienten während und nach onkologischer Therapie keinen signifikanten Gruppenunterschied für Schmerz infolge eines 3 wöchigem semistandardisierten, multimodalen Gruppenprogramms der Mind-Body-Medizin [265]. Da dieses RCT ein vorwiegend unklares Risiko für methodische Bias aufweist, kann diese Evidenz für eine zusätzliche Empfehlung für oder gegen gruppenbasierte, multimodale Programme der Mind-Body-Medizin bei Schmerzen nicht herangezogen werden.

Dyspnoe

Aufgrund des Vorliegens von nur einer Studie wurde keine Empfehlung für den Endpunkt Dyspnoe formuliert. Die Ergebnisse werden dennoch im Folgenden berichtet.

Das methodisch hochwertige RCT von Klafke et al. (2019) zeigte bezüglich der Reduktion von Dyspnoe post-Intervention sowie zum 48 Wochen-Follow-up signifikante Gruppenunterschiede zugunsten der Integration einer individualisierten, multimodalen komplementären Pflegeintervention in die Standardversorgung während Chemotherapie gegenüber Standardversorgung alleine bei Frauen mit gynäkologischen Tumoren [264]. Aufgrund der Tatsache, dass die Studie Dyspnoe lediglich als sekundärer Endpunkt erfasste, bedarf es weiterer Studien, bis die Evidenzlage ausreichend für eine zusätzliche Empfehlung für oder gegen die Integration einer individualisierten, multimodalen kom­plementären Pflegeintervention erscheint.

Domnick et al. (2017) fanden hingegen bei onkologischen Patienten während/nach onkologischer Therapie keine signifikanten Gruppenunterschiede für Dyspnoe nach einem 3 wöchigen standardisierten, multimodalen Gruppenprogramme der Mind-Body-Medizin [265]. Da dieses RCT ein vorwiegend unklares Risiko für methodische Bias aufweist, kann diese Evidenz für eine zusätzliche Empfehlung für oder gegen gruppenbasierte, multimodale Programme der Mind-Body-Medizin bei Dyspnoe nicht herangezogen werden.

Mortalität

Aufgrund des Vorliegens von nur einer Studie wurde keine Empfehlung für den Endpunkt Mortalität formuliert. Die Ergebnisse werden dennoch im Folgenden berichtet.

Ein RCT mit quasiexperimenteller Zuordnung untersuchte die Wirkung einer gruppen­basierten, integrativen Rehabilitationsmaßnahme mit Elementen der Mind-Body- und Traditionellen Chinesischen Medizin versus Treatment as Usual auf das Gesamtüberleben 2 Jahre nach Studienbeginn [268]. Das Gesamtüberleben der Gruppe unter integrativer Therapie überstieg mit 94,7% das Gesamtüberleben der Gruppe unter Standardbehandlung, welches 80,7% betrag. Dieser Unterscheid war statistisch signifikant. In Subgruppenanalysen zeigte sich ein signifikanter Gruppenunterschied für onkologische Patienten verschiedenster Krebsdiagnosen des Stadiums I bis II, nicht jedoch für höhere Stadien. Da die Studie noch nicht repliziert wurde und ein hohes Risikos bezüglich des Selektionsbias ausweist, kann derzeitig keine evidenzbasierte Empfehlung für oder gegen die Anwendung von multimodalen/integrativen Verfahren zur Reduktion der Mortalität bei onkologischen Patienten gegeben werden.

Weitere krebs(-therapie) assoziierte Symptome

Aufgrund des Vorliegens einer sehr geringen Anzahl an Studien mit sehr heterogenen Effekten wurden keine Empfehlungen für die weiteren Endpunkte formuliert. Die Ergebnisse werden dennoch im Folgenden berichtet.

Für Depressivität liegen Daten aus 3 RCTs [265][266][267], für Ängstlichkeit Daten aus 2 RCTs [266][267] vor, die semistandardisierte, multimodale Gruppenprogramme der Mind-Body-Medizin von einer Dauer von 3-12 Wochen gegen Treatment as Usual testeten. Für Depressivität wurden durchgehend keine signifikanten Gruppenunterschiede gefunden, für Ängstlichkeit fanden Spahn et al. (2013) signifikante Gruppenunterschiede post Intervention als Additiv zur einer Walking-Intervention [266], Targ und Levine (2002) fanden post Intervention hingegen keine signifikanten Gruppenunterschiede gegenüber Psychoeduktion [267]. Alle RCTs weisen ein teilweise unklares oder hohes Risiko für methodische Bias auf, weshalb diese Evidenz für eine Empfehlung für oder gegen gruppenbasierte, multimodale Programme der Mind-Body-Medizin bezüglich Depressivität oder Ängstlichkeit nicht ausreichend ist.

Weitere krebs(-therapie)assoziierte Symptome wie menopausale Symptome, kognitive Beeinträchtigung, Schlaf, Appetit, Übelkeit, Erbrechen, Konstipation und Diarrhoe wurden durch 4 RCTs [264][263][265][266] untersucht. Es fanden sich inkonsistente oder nicht-signifikante Ergebnisse, weshalb diese Evidenz nicht ausreichend erscheint, um zusätzliche Empfehlungen für oder gegen die untersuchten Verfahren ableiten zu können.

Nebenwirkungen:

Die gefundene Evidenz aus 7 RCTs weist darauf hin, dass die Integration von multimodalen komplementärmedizinischen Programmen in die Standardversorgung nicht mit zusätzlichen schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen assoziiert ist, auch wenn 5 der eingeschlossenen RCTs unerwünschte Ereignisse nicht systematisch berichten [268][264][270][267]. Für semistandardisierte multimodale, Mind-Body-medizinische Programme konnten Spahn et al. (2013) keine (schwerwiegenden) unerwünschten Ereignisse in beiden Gruppen feststellen [266]. Domnick et al. (2017) zählten zudem weniger unerwünschten Ereignisse in der integrativen Therapiegruppe gegenüber der Standardtherapie, wegen derer Patienten ihre Chemo-/ Radiotherapie abbrachen [265]. Witt et al. (2015) berichteten auch, dass in der Gruppe, die ärztlich geleitete, die individualisierte integrative Therapie erhielt, weniger unerwünschte und schwere unerwünschte Ereignisse auftraten als in der Gruppe, die Standardversorgung erhielt [263].

Evidenzaufarbeitung

Die Evidenzaufarbeitung zu Multimodale und Integrative Verfahren wurde von den Wissenschaftlern der Universität Duisburg-Essen unter der Leitung von Prof. Dr. Dobos (KOKON) durchgeführt.

6.4 Tai Chi/ Qigong

6.12 · Evidenzbasierte Empfehlung 2020

Es liegen inkonsistente Ergebnisse aus 1 MA mit 11 RCTs und 1 weiteren RCT zur Wirksamkeit von Tai Chi/Qigong zur Verbesserung der globalen und tumorspezifischen Lebensqualität bei onkologischen Patienten während und nach onkologischer Therapie vor. Tai Chi/Qigong kann zur Verbesserung der globalen und tumorspezifischen Lebensqualität bei diesen Patienten erwogen werden.

Empfehlungsgrad
0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
Evidenzlevel
1a
Konsens
Starker Konsens
Literatur
[271] [272]
Evidenztabellen (2)Wayne et. al. (2018); Liu et. al. (2017) (3)
6.13 · Evidenzbasierte Empfehlung 2020

Es liegen konsistente Ergebnisse aus 1 Netzwerk-MA mit 245 RCTs, 1 MA mit 14 RCTs und 1 weiteren RCT zur Wirksamkeit von Tai Chi/Qigong zur Senkung von Fatigue1 und Ein- und Durchschlafstörungen2 bei onkologischen Patienten während und nach onkologischer Therapie vor. Tai Chi/Qigong sollte zur Senkung von Fatigue1 und Ein- und Durchschlafstörungen2 bei diesen Patienten empfohlen werden.

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
1a
Konsens
Starker Konsens
Literatur
[271] [273] [274]
Änderungshinweis(neu zusammengefügt)
Evidenztabellen (3)Hilfiker et. al. (2018); Wayne et. al. (2018); Irwin et. al. (2017)
6.14 · Evidenzbasierte Empfehlung 2020

Es liegen inkonsistente Ergebnisse aus 1 MA mit 7 RCTs und weiteren 2 RCTs zur Wirksamkeit von Tai Chi/Qigong zur Senkung von Depressivität* bei onkologischen Patienten während und nach onkologischer Therapie vor. Tai Chi/Qigong kann zur Senkung von depressiven Verstimmungen* bei onkologischen Patienten erwogen werden.

*Depressivität ist hier als subklinische Ausprägung zu verstehen, nicht als diagnostizierte Depression (ICD F32).

Empfehlungsgrad
0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
Evidenzlevel
1a
Konsens
Konsens
Literatur
[271] [272] [274]
Evidenztabellen (3)Wayne et. al. (2018); Irwin et. al. (2017); Liu et. al. (2017) (3)

Tai Chi ist eine weltweit praktizierte meditative Bewegungsübung. Ursprünglich aus der Selbstverteidigung hervorgegangen beinhaltet Tai Chi eine Abfolge von Übungen mit langsamen und fließenden Bewegungen, und wird daher oft als Schattenboxen bezeichnet. Neben Kraft, Beweglichkeit und Koordination integriert Tai Chi auch Atemtechniken sowie kognitive Fähigkeiten wie Körperwahrnehmung, Aufmerksamkeit und Entspannung. Qigong hat seinen Ursprung ebenfalls in China, und ist im Gegensatz zu Tai Chi oft durch vereinfachte Bewegungsabläufe und Wiederholungen der Bewegungsroutinen gekennzeichnet. Da sich die Techniken jedoch zu großen Teilen überschneiden, wird die Evidenz zu Tai Chi und Qigong in diesem Kapitel gemeinsam aufgearbeitet.

Es liegen Daten [2 MA mit 14 RCTs und weitere 2 RCTs] zum Einfluss von Tai Chi und Qigong auf Lebensqualität, Fatigue, Schlaf und Depressivität sowie zu Nebenwirkungen von Tai Chi und Qigong bei Menschen mit verschiedenen Krebserkrankungen vor. Es liegen keine Daten zum Einfluss von Tai Chi und Qigong auf die Mortalität oder zu möglichen Wechselwirkungen von Tai Chi und Qigong mit anderen onkologischen Therapien vor.

Lebensqualität (zu Empfehlung 6.12)

Eine Metaanalyse aus 2018 [271] fand 11 RCTs, die die Wirkung von Tai Chi/Qigong auf die globale und tumorspezifische Lebensqualität von Krebspatienten untersuchten. Im Ergebnis zeigte sich ein signifikanter Kurzzeiteffekt (standardisierte Mittelwertsdifferenz: 0,73; 95% Konfidenzintervall: 0,23 bis 1,23) gegenüber Treatment as Usual direkt nach Ende der Interventionen, die zwischen 3 und 24 Wochen dauerten (Median 10 Wochen). Dies entspricht dabei einer mittleren Effektstärke. Obwohl die Ergebnisse darauf hindeuten, dass die Nutzung von Tai Chi/ Qigong im Vergleich zu Treatment as Usual mit einer Verbesserung der Lebensqualität assoziiert ist, schränken die häufig unklaren oder hohen Risk of Bias Bewertungen und die Heterogenität zwischen den Studien die Aussagekraft deutlich ein. Zudem sind die Nach­beobachtungszeiträume zu kurz, um Aussagen über längerfristige Wirkungen treffen zu können. Immerhin scheint Tai Chi/Qigong generell sicher und mit wenig unerwünschten Wirkungen assoziiert zu sein, obgleich nur 4 Studien überhaupt sicherheitsrelevante Outcomes berichtet haben. Im Vergleich zu aktiven Kontrollinterventionen (z.B. Stretching) fand die o.g. Metaanalyse [271] mit 6 RCTs keine Unterschiede zwischen den Gruppen hinsichtlich der Lebensqualität nach Interventionsende. Ein weiterer RCT [272], welcher in einer Nicht-Unterlegenheitsstudie Qigong mit Stretching vergleicht, konnte ebenfalls zeigen, dass Qigong bezüglich der tumorspezifischen Lebensqualität Stretching nicht unterlegen war. Allerdings war auch dieser RCT nicht frei von methodischen Mängeln. Die mögliche Wirksamkeit von Tai Chi/Qigong gegenüber Treatment as Usual, sowie die positive Risikobewertung sprechen für eine verhalten positive Empfehlung, die in weiteren Studien bestätigt und hinsichtlich der Langzeitwirkung untersucht werden muss.

Fatigue und Schlaf (zu Empfehlung 6.13)

Zu Fatigue wurden 2018 zwei Metaanalysen veröffentlicht. Eine Metaanalyse [271] fand 10 RCTs bezüglich der Wirksamkeit von Tai Chi/Qigong im Vergleich zu Treatment as Usual, und im Vergleich zu aktiven Interventionen. In beiden Fällen konnte eine signifikante Überlegenheit von Tai Chi/Qigong während/nach Abschluss der Chemo-/Radiotherapie statistisch nachgewiesen werden. Während im Vergleich zu Treatment as Usual ein moderater Effekt gefunden wurde (standardisierte Mittelwertsdifferenz: -0,75; 95% Konfidenzintervall: -1,35 bis -0,14), war der Effekt im Vergleich zu aktiven Kontrollinterventionen eher klein (standardisierte Mittelwertsdifferenz: -0,48; 95% Konfidenzintervall: -0,98 bis -0,14). Eine Netzwerk-Metaanalyse [273] differenzierte zwischen onkologischen Patienten während und nach Abschluss der Chemo-/Radiotherapie und fand eine Überlegenheit lediglich bei den Patienten nach Abschluss der Chemo-/Radiotherapie, mit einer kleinen Effektstärke (standardisierte Mittelwertsdifferenz: -0,45; 95% Konfidenzintervall: -0,84 bis -0,06). Keine Effekte fanden sich während Chemo-/Radiotherapie, und im Vergleich zu aktiven Interventionen. Zudem verschwand der signifikante Effekt, sobald Studien mit kleinen Stichproben ausgeschlossen wurden. Insgesamt bewegte sich Tai Chi/Qigong im Mittelfeld, wenn alle aktiven Interventionen (psychologische Interventionen, Manuelle Therapien, Entspannung, Sport, etc.) miteinander verglichen wurden. Die häufig unklaren oder hohen Risk of Bias-Bewertungen und die Heterogenität zwischen den Studien schränken die Aussagekraft zusätzlich ein. Zudem sind die Nachbeobachtungszeiträume zu kurz, um Aussagen über längerfristige Wirkungen treffen zu können.

Bezüglich Schlaf bzw. Ein- und Durchschlafstörungen fand eine Metaanalyse über 6 RCTs  keine konsistenten Hinweise darauf, dass Tai Chi/Qigong Schlafstörungen/-probleme verbessern kann [271]. Obgleich ein Trend vorhanden war, war Tai Chi/Qigong Treatment as Usual während/nach Abschluss der Chemo-/Radiotherapie statistisch nicht überlegen. Eine mögliche Ursache wurde von den Autoren auch in der kleinen Anzahl von sowie der Heterogenität der Studien vermutet. Im Gegensatz dazu konnte jedoch ein signifikanter Effekt zugunsten Tai Chi/Qigong im Vergleich zu aktiven Interventionen gefunden werden, dort mit einer kleinen Effektstärke (standardisierte Mittelwertsdifferenz: -0,45; 95% Konfi­denzintervall: -0,87 bis -0,03). Ein weiteres methodisch hochwertiges RCT [274] verglich 12 Wochen Tai Chi mit einer kognitiven Verhaltenstherapie für Insomnia in einer Nicht-Unterlegenheitsstudie an insgesamt 90 Brustkrebspatientinnen nach Abschluss der Chemo-/Radiotherapie. Die Ergebnisse lieferten Hinweise darauf, dass Tai Chi ebenso wirksam zur Reduktion von Insomnie sein kann wie eine kognitive Verhaltenstherapie für Insomnia.

Insgesamt zeigen sich für Fatigue positive Effekte für die Wirkung von Tai Chi/Qigong während und nach Chemo-/Radiotherapie, jedoch keine Effekte während der Therapie. Bezüglich Schlaf zeigen sich gemischte Ergebnisse für die Intervention während und nach Chemo-Radiotherapie.

Depressivität (zu Empfehlung 6.14)

Für die Wirkungen von Tai Chi/Qigong auf (nicht klinische) Depressivität liegen erste Daten aus einer Metaanalyse bei Krebspatienten während/nach Abschluss der Chemo-/ Radiotherapie vor [271]. Daten aus insgesamt 7 RCTs wurden kombiniert und konnten zeigen, dass Tai Chi/Qigong Treatment as Usual statistisch überlegen war. Die Effektstärke bewegte sich jedoch nur in einem kleinen Bereich (standardisierte Mittelwertsdifferenz: -0,32; 95% Konfidenzintervall: -0,54 bis -0,09). Im Vergleich zu aktiven Kontrollinterventionen hingegen konnte kein statistisch signifikanter Unterschied gefunden werden. Damit scheint Tai Chi/Qigong ähnlich wirksam wie andere Verfahren zu sein. Zwei RCTs unterstützen diese Befunde, zumindest für Brustkrebspatientinnen nach Abschluss der Chemo-/Radiotherapie [274][272]. Die Studien zeigen, dass Tai Chi einer kognitiven Verhaltenstherapie nicht unterlegen ist [274] bzw. Qigong ähnlich wirksam ist wie Stretching [272]. Auch in Bezug auf Depressivität schränken die häufig unklaren oder hohen Risk of Bias Bewertungen und die Heterogenität zwischen den Studien die Aussagekraft ein. Zudem sind die Nachbeobachtungszeiträume zu kurz, um Aussagen über längerfristige Wirkungen treffen zu können. Nicht zuletzt sind die Studien nicht spezifisch für Depressionen im Zusammenhang mit einer Krebserkrankung angelegt, und der Einschluss nicht-depressiver Patienten wird vermutlich depressionsspezifische Effekte verwässern. Weitere Studien, die die Wirkung von Tai Chi/Qigong spezifisch bei Patienten mit eingeschränkter psychischer Gesundheit im Zusammenhang mit einer Krebserkrankung untersuchen, sind wünschenswert.

Nebenwirkungen

Eine Metaanalyse über 14 RCTs ergab keine Hinweise auf Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Tai Chi/Qigong [271]. Allerdings berichteten nur 4 von 14 RCTs überhaupt Outcomes im Zusammenhang mit Sicherheit. Generell scheint Tai Chi/Qigong mit wenigen Nebenwirkungen assoziiert zu sein, da die Bewegungsabläufe einfach, langsam und fließend sind. Ein systematischer Review publizierter RCTs zu Tai Chi ohne einen spezifischen Fokus auf onkologische Patienten ergab, dass nur leichte und zu erwartende Nebenwirkungen berichtet wurden, insbesondere leichte muskuloskeletale Schmerzen [275]. Aufgrund der Verbesserung von Koordination und Stabilität sowie des geringen Nebenwirkungsprofils wird Tai Chi/Qigong daher oft auch bei älteren und gebrechlichen Personen mit Erfolg eingesetzt. Es gibt keine Hinweise darauf, dass dies bei onkologischen Patienten grundsätzlich anders zu beurteilen ist. Insgesamt scheinen Tai Chi und Qigong sichere Verfahren zu sein.

Evidenzaufarbeitung

Die Evidenzaufarbeitung zu Tai Chi/Qigong wurde von den Wissenschaftlern der Universität Duisburg-Essen unter der Leitung von Prof. Dr. Dobos (KOKON) durchgeführt.

6.5 Yoga

6.15 · Evidenzbasierte Empfehlung 2020

Es liegen heterogene Daten aus 1 MA mit 5 RCTs zur Wirksamkeit von Yoga zur Verbesserung der globalen und krebsspezifischen Lebensqualität bei Brustkrebspatientinnen nach onkologischer Therapie vor. Yoga kann zur Verbesserung der globalen und krebsspezifischen Lebensqualität bei diesen Patienten erwogen werden.

Empfehlungsgrad
0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
Evidenzlevel
1a
Konsens
Starker Konsens
Literatur
[276]
Evidenztabellen (1)Cramer et. al. (2017)
6.16 · Evidenzbasierte Empfehlung 2020

Es liegen Daten aus 1 Netzwerk-MA mit 245 RCTs und 1 MA mit 17 RCTs zur Wirksamkeit von Yoga zur Senkung von Fatigue bei onkologischen Patienten während und nach onkologischer Therapie vor. Yoga sollte zur Senkung von Fatigue bei diesen Patienten empfohlen werden.

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
1a
Konsens
Starker Konsens
Literatur
[273] [276]
Evidenztabellen (2)Cramer et. al. (2017); Hilfiker et. al. (2018) (2)
6.17 · Evidenzbasierte Empfehlung 2020

Es liegen Daten aus 1 MA mit 8 RCTs und weiteren 3 RCTs zur Wirksamkeit von Yoga zur Senkung von Ein- und Durchschlafstörungen bei Brustkrebspatientinnen nach onkologischer Therapie vor. Yoga kann zur Senkung von Ein- und Durchschlafstörungen bei diesen Patienten erwogen werden.

Empfehlungsgrad
0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
Evidenzlevel
1a
Konsens
Konsens
Literatur
[276] [277] [278] [279]
Evidenztabellen (4)Cramer et. al. (2017); Carson et. al. (2009); Cramer et. al. (2015); Mustian et. al. (2013)
6.18 · Evidenzbasierte Empfehlung 2020

Es liegen Daten aus 1 RCT zur Wirksamkeit von Yoga auf die Reduzierung von Depressivität* und Angstsymptomen** bei Patienten mit Kolorektalkarzinom nach onkologischer Therapie vor. Yoga kann zur Reduzierung depressiver Verstimmung* und Angstsymptomen** bei diesen Patienten erwogen werden.

*Depressivität ist als subklinische Ausprägung zu verstehen, nicht als diagnostizierte Depression (ICD F32)

**Angstsymptome sind als subklinische Ausprägungen zu verstehen, nicht als diagnostizierte Angststörung (ICD F40)

Empfehlungsgrad
0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
Evidenzlevel
1b
Konsens
Starker Konsens
Literatur
[280]
Änderungshinweis(neu zusammengefügt)
Evidenztabellen (1)Cramer et. al. (2016)
6.19 · Evidenzbasierte Empfehlung 2020

Es liegen Daten aus 2 RCTs zur Wirksamkeit von Yoga auf die Senkung der empfundenen kognitiven Beeinträchtigung bei Brustkrebspatientinnen nach onkologischer Therapie vor. Yoga kann zur Senkung der kognitiven Beeinträchtigung bei diesen Patienten erwogen werden.

Empfehlungsgrad
0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
Evidenzlevel
1b
Konsens
Starker Konsens
Literatur
[281] [282]
Evidenztabellen (2)Derry et. al. (2015); Janelsins et. al. (2016)
6.20 · Evidenzbasierte Empfehlung 2020

Es liegen Daten aus 2 RCTs zur Wirksamkeit von Yoga zur Senkung therapieassoziierter menopausaler Symptome (wie Hitzewallungen, Gelenkschmerzen und weitere somatovegetative und urogenitale Symptome) bei Brustkrebspatientinnen nach onkologischer Therapie vor. Yoga kann zur Senkung therapieassoziierter menopausaler Symptome bei diesen Patienten erwogen werden.

Empfehlungsgrad
0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
Evidenzlevel
1b
Konsens
Konsens
Literatur
[277] [278]
Evidenztabellen (2)Carson et. al. (2009); Cramer et. al. (2015)
6.21 · Evidenzbasiertes Statement 2020

Es liegen keine ausreichenden Daten aus RCTs zur Wirksamkeit von Yoga zur Senkung der Stressperzeption/des Speichelkortisollevels, der Übelkeit oder des Erbrechens, des Lymphödemvolumens oder der Einschränkungen der Schulterbeweglichkeit bei onkologischen Patienten vor. Ebenso liegen keine ausreichenden Daten aus RCTs zur Wirksamkeit von Yoga zur Senkung von erektilen Dysfunktionen oder urologischen Symptomen bei Patienten mit Prostatakrebs vor. Es kann keine Empfehlung für oder gegen eine Anwendung von Yoga zur Senkung der beschriebenen Symptome bei diesen Patienten gegeben werden.

Evidenzlevel
2b
Konsens
Konsens
Literatur
[283] [284] [285] [286] [287] [288] [289] [290] [291] [292] [293] [294] [295] [296]
Evidenztabellen (14)Anestin et. al. (2017); Ben-Josef et. al. (2017); Bower et. al. (2012); Bower et. al. (2014); Chandwani et. al. (2014); Culos-Reed et. al. (2006); Kovacic et. al. (2011); Loudon et. al. (2014); Loudon et. al. (2016); Pruthi et. al. (2012); Raghavendra et. al. (2007); Rao et. al. (2017); Vadiraja et. al. (2017); Taylor et. al. (2018)

Yoga entstammt der indischen Philosophie und Gesundheitspflege und ist seit mehreren Tausend Jahren Bestandteil der spirituellen und medizinischen Praxis des Subkontinents. Klassisch umfasst Yoga Richtlinien zu ethischem Verhalten, körperliche Aktivität, Atem-, Konzentrations- und Meditationstechniken [297]. In Deutschland fokussiert Yoga meist auf sogenannte Yogahaltungen, isometrische Körperübungen, zum Teil zu fließenden Bewegungsabfolgen verbunden. Diese körperliche Aktivität wird oft ergänzt durch Atemtechniken, meditative oder Entspannungsübungen und/oder Empfehlungen zu Ernährung und weiteren Bereichen der Lebensstilführung, wobei unterschiedliche Schulen mehr oder weniger stark auf die mentalen oder körperlichen Techniken fokussieren. Yoga wird hier meist im Gruppensetting ein- bis zweimal wöchentlich über mehrere Monate angeboten [297]. In den USA gehört Yoga zu den am häufigsten genutzten komplementärmedizinischen Methoden; 2012 gaben 13,2% der erwachsenen US-Bevölkerung (31,0 Millionen Personen) an, schon einmal Yoga praktiziert zu haben, 8,9% (21,0 Millionen Personen) hatten in den letzten 12 Monaten praktiziert [298]. Für Deutschland ergab eine national repräsentative Umfrage zur Yoga-Praxis eine Punktprävalenz von 3,3% und eine Lebenszeitprävalenz von 15,1%. Weitere 16,1% der Befragten konnten sich vorstellen, in den nächsten 12 Monaten mit Yoga zu beginnen [299], dies entspricht 15,7 Millionen Menschen in Deutschland, die zum Zeitpunkt der Umfrage Yoga praktizierten oder interessiert waren, mit Yoga zu beginnen. Von den Yoga-Praktizierenden hatten 75,0% mit Yoga begonnen, da sie eine Verbesserung des körperlichen Befindens, 63,2% eine Verbesserung des psychischen Befindens durch die Übung erwarteten. Yoga ist in mehr als 300 RCTs zu verschiedenen Indikationen geprüft worden; onkologische Erkrankungen stellen dabei eine Hauptindikation dar [300]. Eine Metaanalyse über 306 RCTs bei verschiedenen Patientenpopulationen sowie gesunden Probanden untersuchte die differentielle Wirksamkeit von verschiedenen Yogastilen mit dem Ergebnis, dass sich keiner der 52 untersuchten Yogastile einem anderen als signifikant überlegen herausstellte [301]. Daher wird im Folgenden lediglich von Yoga gesprochen. Empfehlungen für einzelne Yogastile werden nicht gegeben. Detailliertere Angaben zu den untersuchten Yogastilen finden sich in der Evidenztabelle.

Überblick:

Es liegen Daten [1 MA mit 24 RCTs und weitere 17 RCTs] zum Einfluss von Yoga auf Lebensqualität, Fatigue (subjektive und objektive Maße), Schlaf (subjektive und objektive Maße), Depressivität, Angst, Stress (subjektive und objektive Maße), Übelkeit, Erbrechen, menopausale Symptome (wie Hitzewallungen, Gelenkschmerzen und weitere somatovegetative und urogenitale Symptome), kognitive Beeinträchtigung, Lymphödemvolumen und Schulterbeweglichkeit sowie zu Nebenwirkungen von Yoga bei Frauen mit Brustkrebs vor. Zudem gibt es Daten [1 RCT] zum Einfluss von Yoga auf Lebensqualität, Schlaf, Angst und Depressivität sowie zu Nebenwirkungen von Yoga bei Menschen mit Kolorektalkrebs. Bei Männern mit Prostatakrebs liegen Daten [1 RCT] zum Einfluss von Yoga auf Lebensqualität, Fatigue, erektile Dysfunktionen und urogenitale Symptome vor. Bei Patienten mit verschiedenen Krebserkrankungen ergab die Suche Daten [1 Netzwerk-MA mit 245 RCTs, davon 26 zu Yoga] zum Einfluss von Yoga auf Fatigue. Weitere Daten [2 RCTs] liegen bei Menschen mit verschiedenen Krebserkrankungen zum Einfluss von Yoga auf Lebensqualität, Stress, Depressivität, Schlaf (subjektive und objektive Maße) und kognitive Beeinträchtigung vor. Es liegen keine Daten zum Einfluss von Yoga auf die Mortalität oder zu möglichen Wechselwirkungen von Yoga mit anderen onkologischen Therapien vor.

Lebensqualität (zu Empfehlung 6.15)

Eine Cochrane-Metaanalyse aus 2017 [276] fand 15 RCTs, die die Wirkung von Yoga auf die allgemeine sowie krebsspezifische Lebensqualität von Frauen mit Brustkrebs untersuchten. Im Ergebnis zeigte sich ein signifikanter Kurzzeiteffekt gegenüber Treatment as Usual (Weiterführung der bisherigen Therapie ohne aktive Studienintervention oder Warteliste) direkt nach Ende der Yogainterventionen, die im Median 8 Wochen (Range 2 Wochen bis 6 Monate) dauerten. Die standardisierte Mittelwertsdifferenz entspricht einer kleinen Effektstärke, ist aber als robust gegenüber der möglichen Verletzung der verblindeten Zuordnung und der verblindeten Erhebung der Zielparameter einzuschätzen. Subgruppenanalysen zeigten einen signifikanten gemittelten Kurzzeiteffekt von Yoga nach Abschluss der Chemo-/Radiotherapie (standardisierte Mittelwertsdifferenz: 0,36; 95% Konfidenzintervall: 0,11 bis 0,60), jedoch nicht während Chemo-/Radiotherapie (standardisierte Mittelwertsdifferenz: 0,09; 95% Konfidenzintervall: -0,53 bis 0,71). Dabei beruht die Analyse nach Abschluss der Chemo-/Radiotherapie auf 5 RCTs moderater methodischer Qualität und enthält keine signifikante Heterogenität. Die Analyse während Chemo-/Radiotherapie hingegen lässt keine finale Interpretation zu, da sie signifikante Heterogenität aufweist und auf 2 RCTs mit vorwiegend unklarem Risk of Bias derselben Arbeitsgruppe beruht. Signifikante follow-up Effekte gegenüber Treatment as Usual bis zu 6 Monaten nach Ende der Yogaintervention wurden nicht gefunden, wobei beide Analysen (während und nach Abschluss der Chemo-/Radiotherapie) auf jeweils nur einem RCT mit vorwiegend unklarem Risk of Bias basieren und wiederum als lediglich vorläufiges Ergebnis anzusehen sind. Gegenüber Edukation konnten die Ergebnisse aus 2 RCTs während Chemo-/Radiotherapie gepoolt werden. Bei hoher statistischer Heterogenität gab es keine signifikanten Gruppenunterschiede direkt nach Interventionsende. Gegenüber konventionellen Bewegungstherapien (Stretching, Aerobic und nicht näher definierten körperlichen Übungs­programmen) fanden Cramer et al. (2017) ebenfalls keine signifikanten Gruppenunterschiede direkt nach Interventionsende sowohl während (2 RCTs) als auch nach Chemo-/Radiotherapie (1 RCT). Alle analysierten RCTs mit aktiven Kontrollgruppen sind jedoch vorwiegend mit einem unklaren Risk of Bias bewertet worden, weshalb Schlussfolgerungen zur vergleichbaren Wirksamkeit von Yoga und edukativen bzw. konventionell bewegungstherapeutischen Programmen als vorläufig anzusehen sind. Evidenz für einen Publikationsbias ließ sich nicht finden.

Drei zusätzliche RCTs bei Brustkrebspatientinnen post-OP [302], Prostatapatienten während Radiotherapie [283] und einer Stichprobe mit gemischten Krebsdiagnosen nach Abschluss der Chemo-/Radiotherapie [284] zeigen ebenfalls signifikante Kurzzeiteffekte der Verbesserung der globalen wie krebsspezifischen Lebensqualität zugunsten Yoga. Alle drei RCTs sind jedoch von methodisch geringer bzw. unklarer Qualität, so dass die Evidenz für eine zusätzliche Empfehlung nicht ausreichend ist.

Fatigue (zu Empfehlung 6.16)

Eine Cochrane-Metaanalyse aus 2017 [276] fand 17 RCTs, die die Wirkung von im Median 8-wöchigen Yogainterventionen auf Fatigue bei Brustkrebspatientinnen untersuchten. Gegenüber Treatment as Usual direkt nach Ende der Yogainterventionen konnten die Analysen signifikante, kleine bis mittlere Effektstärken während (standardisierte Mittelwertsdifferenz: -0,68; 95% Konfidenzintervall: -1,18 bis -0,19) als auch nach Abschluss der Chemo-/Radiotherapie (standardisierte Mittelwertsdifferenz: -0,40; 95% Konfidenzintervall: -0,64 bis -0,15) nachweisen. Der Gesamteffekt war ebenfalls statistisch signifikant und robust gegenüber der möglichen Verletzung der Generierung der Randomisierungssequenz, der verblindeten Zuordnung, der verblindeten Erhebung der Zielparameter und der Verzerrung durch vorzeitigen Studienabbruch. Signifikante Heterogenität wurde nur in der Subgruppenanalyse während Chemo-/Radiotherapie gefunden. Die follow-up Effekte gegenüber Treatment as Usual bis zu 6 Monaten nach Ende der Yogaintervention waren nicht signifikant, wobei beide Analysen (während und nach Abschluss der Chemo-/Radiotherapie) auf jeweils nur einem RCT mit keiner Stichprobe und vorwiegend unklarem Risk of Bias basieren. Eine ab­schließende Einschätzung möglicher längerfristiger Effekte von Yoga gegenüber Treatment as Usual ist daher noch nicht möglich. Gegenüber Edukation zeigten 2 eingeschlossene RCTs signifikant größere Kurzzeiteffekte von Yoga auf Fatigue. Der Effekt während Chemo-/Radiotherapie (standardisierte Mittelwertsdifferenz: -0,90; 95% Konfi­denzintervall: -1,37 bis -0,42) beruht auf einem indischen RCT geringer methodischer Qualität und sollte daher mit Vorsicht interpretiert werden. Der Effekt nach Abschluss der Chemo-/Radiotherapie (standardisierte Mittelwertsdifferenz: -0,93; 95% Konfi­denzintervall: -1,67 bis -0,18) beruht auf einem amerikanischen RCT, welches zwar überwiegend low Risk of Bias aufweist, aber aufgrund der sehr kleinen Stichprobe von N = 31 einer Replikation bedarf. Gegenüber konventionellen Bewegungstherapien scheint Yoga sowohl während als auch nach Abschluss der Chemo-/Radiotherapie ähnlich effektiv zu sein. Jedoch sollten die Effekte, die auf 3 kleinen RCTs mit überwiegend unclear Risk of Bias basieren, wieder mit Vorsicht interpretiert werden.

Eine Netzwerk-Metaanalyse aus 2018 [273] über 245 RCTs, von denen 25 Evidenz zu Yoga berichteten, untersuchte gemischte Krebspopulationen. Sie fand direkte wie indirekte Evidenz, die zeigt, dass Yoga, angewandt sowohl während als auch nach Abschluss der Chemo-/Radiotherapie, Treatment as Usual direkt nach Ende der Yogaintervention signifikant überlegen ist. Beide Effekte, während (standardisierte Mittelwertsdifferenz: -0,51; 95% Konfidenzintervall: -1,01 bis -0,00) und nach Abschluss der Chemo-/Radiotherapie (standardisierte Mittelwertsdifferenz: -0,68; 95% Konfidenzintervall: -0,93 bis -0,43), sind als robust gegenüber der möglichen Verzerrung durch kleine Stichproben (Publikationsbias) einzuschätzen. Der Ausschluss kleinerer Studien unter 25 Patienten pro Gruppe erhöhte die Effektstärken, reduzierte jedoch nicht die Heterogenität innerhalb der einzelnen Metaanalysen, die durchgehend als signifikant einzuschätzen ist. Sensitivitätsanalysen zum Einfluss der methodischen Qualität der eingeschlossenen RCTs wurden nicht durchgeführt. Nach Abschluss der Chemo-/Radiotherapie zeigte Yoga zudem eine signifikant größere Reduktion der Fatigue als konventionelles Ausdauer-/Aerobic-Training (ausschließlich indirekte Evidenz). Weitere indirekte Metaanalysen zeigten keine signifikanten Vorteile von Yoga gege­nüber anderen aktiven Kontrollgruppen (z.B. zu anderen konventionellen Bewegungs­interventionen wie Kraft-Ausdauer-Training). Im direkten Vergleich der Cochrane-Metaanalyse von Cramer et al. (2017) ergab sich gegenüber verschieden konventionellen Bewegungsinterventionen ebenfalls keine Überlegenheit von Yoga, sondern vergleichbare Effekte [276]. In den Rankings der zu empfehlenden Therapien, nicht-pharmakologischen Interventionen zur Behandlung von Fatigue, welche jedoch mit Zurückhaltung zu interpretieren sind, belegt Yoga während Chemo-/Radiotherapie Platz 4 und nach Abschluss der Chemo-/Radiotherapie Platz 1. Kritisch anzumerken ist, dass hier ebenso die inhaltliche Heterogenität (der eingeschlossenen Interventionsarten, Trainingsintensitäten, Kontrollgruppen und Erhebungsinstrumente) nicht beachtet wurde, wie auch die statistische Heterogenität, der Risk of Bias, die geringe Anzahl der paarweisen Vergleiche, die fehlende Überprüfung der Konsistenzannahme zwischen direkter und indirekten Vergleichen und die geringe statistische Präzision. Die Autoren schlussfolgern selbst, dass die Effektgrößen und die Rangfolge der Interventionen nicht aussagekräftig sind. Es kann wiederum nur auf Cramer et al. (2017) verwiesen werden, die für Fatigue zumeist robuste Effekte fanden [276]. Weitere Forschung ist zur vergleichenden Effektivität bzw. Nichtunterlegenheit ist hier notwendig, bevor die Evidenzlage detailliertere Empfehlungen für bestimmte komplementäre oder konventionelle Bewegungsformen erlaubt.

Zudem wurden 8 weitere RCTs bei Mamma- und Prostatakarzinom sowie einem gemischten Krebssample gefunden [283][285][303][284][304][286][305][306], die Fatigue mittels Fragebögen und/oder Kraft-/Ausdauer mittels physiologischer Tests untersuchten, und nicht in den bisherigen Metaanalysen eingeschlossen wurden. Zum Teil wurden signifikante, zum Teil nicht-signifikante Gruppenunterschiede in den Vergleichen Yoga versus Treatment as Usual, Yoga versus Edukation und Yoga versus konventionelle Bewegung gefunden. Aufgrund der geringen Stichprobengröße einzelner RCTs und/oder erheblichen Mängeln der methodischen Qualität kann diese zusätzliche Evidenz jedoch nicht als Grundlage einer evidenzbasierten Empfehlung herangezogen werden.

Ein- und Durchschlafstörungen (zu Empfehlung 6.17)

Eine Cochrane-Metaanalyse aus 2017 [276] fand 8 RCTs, die die Wirkung von Yoga auf Schlaf bei Brustkrebspatientinnen untersuchten. Im Vergleich zu Treatment as Usual zeigt Yoga direkt nach Ende der im Median 8 Wochen dauernden Interventionsphase einen signifikanten Gesamteffekt der Reduzierung von Ein- und Durchschlafstörungen. Subgruppenanalysen während Chemo-/Radiotherapie zeigten keinen signifikanten Effekt, wobei die Studienqualität der beiden analysierten RCTs keine Grundlage für eine evidenzbasierte Entscheidung zulässt. Die Subgruppenanalyse weiterer 4 RCTs nach Abschluss der Chemo-/Radiotherapie ergab einen kleinen, signifikanten Gruppenunterschied im Vergleich zu Treatment as Usual (standardisierte Mittelwertsdifferenz: -0,29; 95% Konfidenzintervall: -0,46 bis -0,11). Die Studienqualität ist als moderat einzuschätzen, die Heterogenität als nicht existent. Zudem zeigen Sensitivitätsanalysen die Robustheit des Gesamteffekts gegenüber der möglichen Verletzung der Generierung der Randomisierungssequenz, der verblindeten Zuordnung, der verblindeten Erhebung der Zielparameter und der Verzerrung durch vorzeitigen Studienabbruch. Der Vergleich Yoga versus Edukation kann nicht abschließend interpretiert werden, da beide Subgruppenvergleiche (während/nach Abschluss der Chemo-/Radiotherapie) auf jeweils nur einem RCT beruhen, welche entweder eine zu geringe Studienqualität oder eine zu kleine Stichprobengröße aufweist.

Zwei RCTs moderater methodischer Qualität bei Frauen mit Brustkrebs [277] und Personen mit Kolorektalkarzinom [280] zeigten zudem signifikante Gruppenunterschiede auf Schlaffragebögen zugunsten Yoga im Vergleich zu Treatment as Usual post Intervention, jedoch nicht mehr zum 20 Wochen Follow-up [277] bzw. signifikante Gruppenunterschiede zum 22 Wochen Follow-up, jedoch nicht post-Intervention [280]. Ein weiteres RCT, welches 77% Brustkrebspatientinnen einschloss, erhob objektive Schlafmaße mittels Aktigraphie [279]. Gegenüber Treatment as Usual zeigte Yoga eine signifikant erhöhte Gesamtschlafdauer pro Nacht sowie eine signifikant niedrigere Wachzeit nach dem Einschlafen. Auf der Variable Minuten bis zum Einschlafen zeigten sich keine signifikanten Gruppenunterschiede. Die Ergebnisse weiterer drei RCTs bei Frauen mit Brustkrebs ohne [303][286] und mit Metastasen [287] können aufgrund der geringen Studienqualität nicht als zuverlässige Grundlage weiterer evidenzbasierter Empfehlungen dienen.

Depressivität und Angst (zu Empfehlung 6.18)

Für die Wirkungen von Yoga auf (nicht klinische) Depressivität liegen erste Daten aus einer Cochrane-Metaanalyse bei Brustkrebspatientinnen über 10 RCTs vor [276]. Die Metaanalyse bei Brustkrebspatienten ergab signifikant größere Effekte von Yoga versus Edukation auf die Depressivität während Chemo-/Radiotherapie, jedoch lediglich in indischen, methodisch schlecht berichteten Studien, die zudem signifikante Heterogenität beinhalteten. Alle Vergleiche gegen Treatment as Usual (während/nach Abschluss der Chemo-/ Radiotherapie) sind nicht signifikant. Vier neuere RCTs bei Brustkrebspatientinnen mit überwiegend high/unclear Risk of Bias fanden keine Gruppenunterschiede [284][307][286][306]. Aufgrund der gefunden Evidenz kann derzeitig keine evidenzbasierte Empfehlung zur Effektivität von Yoga auf Depressivität bei Brustkrebspatientinnen oder hämatologischen Krebspatienten abgegeben werden kann.

Ein hochqualitatives RCT [280] belegt, dass Yoga einen positiven Einfluss auf (nicht klinische) depressive Symptome von Kolorektalkrebspatienten nach Abschluss von Chemo-/Radiotherapie hat. Die deutsche Studie verglich Yoga gegen Treatment as Usual und fand direkt nach Interventionsende eine signifikante mittlere Effektstärke (standardisierte Mittelwertsdifferenz: -0,59; 95% Konfidenzintervall: -1,13 bis -0,01), die jedoch 22 Wochen nach Randomisierung nicht mehr signifikant war. Eine Replikation ist wünschenswert.

Für die Wirkungen von Yoga auf (nicht klinische) Angstsymptome liegen erste Daten aus einer Cochrane-Metaanalyse bei Brustkrebspatientinnen über 7 RCTs vor [276]. Die Metaanalyse bei Brustkrebspatienten ergab signifikant größere Effekte von Yoga versus Edukation auf Angst während Chemo-/Radiotherapie, jedoch lediglich in indischen, methodisch schlecht berichteten Studien. Alle Vergleiche gegen Treatment as Usual (während/nach Abschluss von Chemo-/Radiotherapie) sind nicht signifikant, enthalten signifikante Heterogenität oder beruhen auf nur einem RCT. Zwei neuere RCTs bei Brustkrebspatientinnen mit überwiegend high/unclear Risk of Bias fanden keine Gruppenunterschiede [307][302]. Aufgrund der gefunden Evidenz kann derzeitig keine evidenzbasierte Empfehlung zur Effektivität von Yoga auf Ängstlichkeit bei Brustkrebspatientinnen oder hämatologischen Krebspatienten gegeben werden kann.

Ein hochqualitatives RCT [280] belegt, dass Yoga einen positiven Einfluss auf die (nicht klinische) Angst von Kolorektalkrebspatienten nach Abschluss von Chemo-/Radiotherapie hat. Die deutsche Studie verglich Yoga gegen Treatment as Usual und fand direkt nach Interventionsende eine signifikante mittlere Effektstärke (standardisierte Mittelwertsdifferenz: -0,64; 95% Konfidenzintervall: -1,19 bis -0,09), die jedoch wiederum 22 Wochen nach Randomisierung nicht mehr signifikant war. Eine Replikation ist wünschenswert.

Kognitive Beeinträchtigung (zu Empfehlung 6.19)

Zwei unabhängige amerikanische RCTs hoher methodischer Qualität untersuchten die Wirksamkeit von Yoga auf die kognitive Beeinträchtigung gegenüber Treatment as Usual bei 200 Brustkrebspatientinnen [281] und 410 gemischten Krebspatienten (77% Brustkrebspatientinnen) [282] nach Abschluss von Chemo-/Radiotherapie. Direkt nach Interventionsende (standardisierte Mittelwertsdifferenz: -0,24; 95% Konfidenzintervall: -0,46 bis -0,03) [282] sowie 26 Wochen nach Randomisierung (14 Wochen nach Interventionsende) (standardisierte Mittelwertsdifferenz: -0,45; 95% Konfidenzintervall: -0,74 bis -0,16) [281] ergaben die Analysen jeweils signifikante Effekte mit kleinen Effektstärken zugunsten von Yoga im Vergleich zu einer nicht aktiven Kontrollgruppe.

Therapieassoziierte menopausale Symptome (zu Empfehlung 6.20)

Zwei unabhängige RCTs aus Deutschland und den USA von hoher methodischer Qualität untersuchten die Wirksamkeit von Yoga auf menopausale Symptome gegenüber Treatment as Usual bei Frauen mit Brustkrebs nach Abschluss von Chemo-/Radiotherapie. 73% [277] versus 90% [278] der Probandinnen erhielten im Studienzeitraum endokrine Medikamente. Beide RCTs erhoben menopausale Symptome als primären Endpunkt und führten a priori Stichprobenberechnungen durch, die die relativ kleinen Probandenzahlen von N=37 versus N=40 als ausreichend einschätzten. Das amerikanische RCT fand signifikante Gruppenunterschiede zugunsten Yoga für die Reduktion von Hitzewallungen und Gelenk­schmerzen sowohl direkt nach Interventionsende (Woche 8) als auch 20 Wochen nach Randomisierung [277]. Und auch in der deutschen Stichprobe konnten signifikante Gruppenunterschiede zugunsten Yoga für die Gesamtheit menopausaler Beschwerden (standardisierte Mittelwertsdifferenz: -0,91; 95% Konfidenzintervall: -1,57 bis -0,26) sowie für somatovegetative und urogenitale Symptome direkt nach Interventionsende (Woche 12) als auch 26 Wochen nach Randomisierung (standardisierte Mittelwertsdifferenz: -0,76; 95% Konfidenzintervall: -0,40 bis -0,11) gefunden werden. Die Effektstärken sind jeweils als groß einzuordnen [278].

Weitere krebs(-therapie) assoziierte Symptome (zu Statement 6.21)

Die Wirkungen von Yoga auf die subjektive Stressperzeption und Speichelkortisol wurden in 7 RCTs untersucht [285][289][290][284][291][294][287][286][296]. Einzelne signifikante Ergebnisse ergaben sich für Brustkrebspatientinnen unter Radiotherapie, deren Speichelkortisolkonzentration über den Tag durch 6 Wochen Yoga stärker abfiel als durch konventionelle Bewegungstherapie oder Treatment as Usual, was für eine bessere Kortisolregulation spricht. Diese Unterschiede wurden 10 und 30 Wochen nach Randomisierung nicht mehr gefunden [290]. Brustkrebspatientinnen während Chemo-/Radiotherapie, die Yoga plus Physiotherapie erhielten, berichteten in einem weiteren RCT zum Ende der einwöchigen Interventionsphase signifikant weniger subjektiven Stress als Patientinnen, die ausschließlich Physiotherapie erhielten [291]. Auch bei metastasierten Brustkrebspatientinnen zeigte ein RCT signifikante Gruppenunterschiede der subjektiven Stresswahrnehmung zugunsten Yoga im Vergleich zu Edukation [296]. Die Studienqualität aller drei RCTs ist jedoch als gering zu bewerten, so dass sie nicht als Grundlage für eine evidenzbasierte Empfehlung herangezogen werden sollten.

Weitere RCTs zeigen keine signifikanten Gruppenunterschiede zugunsten Yoga, weder für die subjektive Stressperzeption [285][284][294][286], noch für Speichelkortisol [289][294][287]. Hier ist einschränkend zu bemerken, dass die Studien zumeist Pilottrials sind, keine a priori Stichprobenberechnung durchgeführt oder weniger Patienten, als ursprünglich angestrebt, eingeschlossen haben und damit höchstwahrscheinlich nicht gepowert waren, um signifikante Gruppenunterschiede aufzuzeigen. Daher ist zu schlussfolgern, dass zurzeit keine ausreichende Evidenz vorliegt, die belegt oder widerlegt, dass Yoga einen Einfluss auf die Stressperzeption oder das Speichelkortisollevel hat.

Die Wirkungen von Yoga auf chemotherapiebedingte Übelkeit und Erbrechen sowie andere toxische Nebenwirkungen der Chemotherapie bei Brustkrebspatientinnen wurden von zwei RCTs methodisch geringer Qualität untersucht. Gegenüber Treatment as Usual zeigte Yoga keine signifikanten Gruppenunterschiede für Übelkeit und Erbrechen [288]. Gegenüber Edukation schien Yoga ebenfalls nicht positiver auf die Intensität und die Frequenz von Erbrechen zu wirken, wies aber signifikant weniger Übelkeit und signifikant weniger weitere toxische Nebenwirkungen der Chemotherapie, gemessen mittels Common Terminology Criteria for Adverse Events, auf [295]. Beide RCTs wurden jedoch mit vorwiegend high/unclear Risk of Bias bewertet, nahmen zudem keine apriori Berechnung der Stichprobengröße vor [288] oder berichteten lediglich Ergebnisse der Per-Protocol-Analyse bei hoher Dropout-Rate [295]. Aufgrund der gefunden Evidenz kann derzeitig daher keine evidenzbasierte Empfehlung für oder gegen die Wirksamkeit von Yoga bei chemotherapiebedingten Nebenwirkungen gegeben werden.

Die Wirksamkeit von Yoga auf Lymphödemvolumen und Schulterbeweglichkeit gegenüber Treatment as Usual wurde in einem RCT (zwei Publikationen) bei Brustkrebspatientinnen mit bestehendem Lymphödem nach Abschluss von Chemo-/Radiotherapie untersucht [293][292]. Die Autoren fanden signifikante Gruppenunterschiede 4 Wochen nach Ende des Interventionszeitraums zugunsten Treatment as Usual für Lymphödemvolumen und einzelne Tests der Schulterbeweglichkeit. Da das RCT jedoch eine Pilotstudie ist und teilwiese extreme Baselineunterschiede bei sehr kleiner Stichprobe (N = 28) bestehen, sollten die Ergebnisse nicht als Grundlage einer evidenzbasierten Empfehlung für eine Kontraindikation von Yoga bei Brustkrebspatientinnen mit bestehendem Lymphödem herangezogen werden.

Ein RCT untersuchte die Wirksamkeit von Yoga bei Prostatapatienten unter Radiotherapie gegenüber Treatment as Usual [283]. Es ist von geringer methodischer Qualität, da es zumeist unclear oder high Risk of Bias aufweist. Bezüglich erektiler Dysfunktion und urologischer Symptome konnten keine signifikanten Gruppenunterschiede gefunden werden. Aufgrund dieser Evidenz kann derzeitig keine evidenzbasierte Empfehlung zur Effektivität von Yoga auf die urogenitale Symptomatik bei Prostatapatienten unter Radiotherapie gegeben werden.

Nebenwirkungen

Eine Cochrane-Metaanalyse über 24 RCTs [276] weist darauf hin, dass das Praktizieren von Yoga 1-10x wöchentlich (Median: 2x wöchentlich) 20-120 Minuten (Median: 67,5 Minuten) für einen Zeitraum von 2 Wochen bis 6 Monate (Median: 8 Wochen) keine schwer­wiegenden Nebenwirkungen für Patienten mit Brustkrebsdiagnose hat, obwohl die eingeschlossenen RCTs unerwünschte Ereignisse nicht systematisch berichten. In neueren RCTs finden sich vereinzelt auftretende Lokalrezidive, die jedoch nicht kausal mit der Yogaintervention zusammenhängen sollten [293][286]. Ein RCT berichtet darüber hinaus über eine nicht näher beschriebene Operation, weswegen ein Yogateilnehmer aus der Studie ausschied [305]. Geringfügige unerwünschte Ereignisse unterscheiden sich zumeist nicht zwischen den Studiengruppen und wurden als temporär beschrieben [285][289][280][278][293][292][287][296][305]. Andere RCTs berichteten, dass keinerlei unerwünschte Ereignisse aufgetreten sind [288][283][303][304][307]. Eine weitere Metaanalyse über 301 RCTs bei verschiedenen Patientenpopulationen zeigte, dass Yoga gegenüber konventionellen Bewegungsinterventionen mit nicht mehr und nicht weniger unerwünschten Ereignissen (Odds Ratio: 1,12; 95% Konfidenzintervall: 0,60 bis 2,09) oder schwerwiegenden unerwünschten Ereignissen (Odds Ratio: 0,87; 95% Konfidenzintervall: 0,50 bis 1,52) assoziiert ist [308]. Ein Survey unter 1702 deutschen Yogapraktizierenden ergab darüber hinaus, dass Yoga mit 0,6 Verletzungen (95% Konfidenzintervall: 0,51 bis 0,71) pro 1000 Übungsstunden im Ver­gleich zu anderen konventionellen Bewegungsinterventionen (2,5 bis 8 Verletzungen pro 1000 Stunden), sogar mit einem geringeren Verletzungsrisiko einhergehen könnte [309]. Dennoch fanden Cramer et al. (2019), dass chorisch erkrankte Yogapraktizierende im Vergleich zu Gesunden ein 1,78-fach erhöhtes Risiko für akute und 1,44-fach erhöhtes Risiko für chronisch persistierende Nebenwirkungen hatten, die insbesondere das muskuloskeletale System betrafen. Dabei zeigte Power-Yoga signifikant höhere akute Nebenwirkungen im Vergleich zu allen anderen untersuchten Yogastilen, während Kundalini- und Vini-Yoga signifikant weniger akute und traditionelles Hatha Yoga signifikant weniger chronische Nebenwirkungen evozierte. Die Praxis von Yoga ohne Supervision durch einen Yogalehrer war ebenfalls mit einem signifikant 1,75-fach erhöhten Risiko für akute du einem 1,72-fach erhöhten Risiko für chronische Verletzungen assoziiert. Mehr als dreiviertel aller Nebenwirkungen bildeten sich vollständig wieder zurück [309].

Vor dem Hintergrund der für Krebspatienten empfohlenen internationalen Richtlinien zur wöchentlichen Bewegungsdosis [223] ist die in den vorliegenden Yogastudien untersuchte Dosis und das damit zusammenhängende Risiko-Nutzen-Verhältnis als vergleichbar einzuschätzen. Wie alle Berufstätigen in der supportiven Therapie von Krebspatienten, sollten ebenso Yogalehrende die individuellen Krebscharakteristika und Therapieverläufe der Betroffenen erfragen und mögliche Risikofaktoren in der Ausgestaltung der Kursinhalte einbeziehen [223].

Evidenzaufarbeitung

Die Evidenzaufarbeitung zu Yoga wurde von den Wissenschaftlern der Universität Duisburg-Essen unter der Leitung von Prof. Dr. Dobos (KOKON) durchgeführt.

Evidenztabellen

Treanor et. al. (2016)

Referenz/Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Merkmale untersuchter Studien

Interventionen

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finan­zierung

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Treanor (2016): Non-pharmacological interventions for

cognitive impair­ment due to systemic cancer

treatment. Cochrane Database Syst Rev.

Ref.ID: 1016

 

Eingeschlossene Primärstudien:

Milbury (2013)

 

 

 

Cochrane SR

 

Suchzeitraum: bis September 2015

 

Datenbanken:

CENTRAL, MEDLINE, Embase, PubMed, CINAHL, PsycInfo, Trial registries, Dissertation und Kongressabstracts

 

Einschluss­kriterien:

RCTs zu nicht-pharmakolo­gischen Therapien, Erwachsene Krebsdiagnose nach Abschluss Chemo-/Radio­therapie

 

Anzahl RCTs: 1 Patienten: N=47

RCT

 

Mamma-Karzinom (Stadium I-IIIA) nach Chemothera­pie, aktuell unter anti-hormoneller Therapie, 30% mit objektivierbaren kognitiven Ein­schränkungen

 

Geschlecht: 100% weiblich

 

Alter: 54

 

Länder: USA

Tibetian Sound Meditation (Atem-, Aufmer­ksamkeits- und Konzentrations­übungen, Visualisierung, Mantrasingen)

+ CD und schrift­liche Anleitungen

+ UC

 

Länge der Intervention:

6 Wochen, 2 x wöchentlich

 

Kontrollgruppe:

UC/Warteliste

Primäre Endpunkte:

1. Kognitive Beeinträchti­gung (objektive Fremdein­schätzung)

2. Kognitive Beeinträcht­igung (subjek­tive Selbstein­schätzung)

 

Sekundäre Endpunkte:

3. Lebensquali­tät (global)

4. Depressivität

5. Fatigue

6. Schlafqualität

7. Sicherheit

 

Nach Abschluss von Chemo-/Radiotherapie:

1. Kognitive Beeinträch­tigung (objektiv):

® Meditation + UC versus UC: 10-Wochen Follow-up: keine signifikanten Gruppen­unterscheide (p≥0.05) mit kleinen bis mode­raten SMDs für Verarbeitungsgeschwin­digkeit (SMD=0.25) und verbales Gedächtnis (SMD=0.56)

 

2. Kognitive Beeinträch­tigung (subjektiv):

® Meditation + UC versus UC: Post Intervention und 10-Wochen Follow-up: keine signifikanten Gruppen­unterscheide (p≥0.05)

 

3./4. Lebensqualität (global)/Depressivität:

® Meditation + UC versus UC: Post Inter­vention: signifikante Gruppenunterscheide zugunsten Meditation für emotional/mentale Lebensqualität (SMD=0.57; p=0.04), spirituelle Lebensqualität (SMD=0.52; p=0.05) und Depressivität (SMD=0.59; p=0.05)

® Meditation + UC versus UC: 10-Wochen Follow-up: keine signifikanten Gruppen­unterscheide (p≥0.05)

 

 

5./6. Fatigue/Schlaf­qualität:

® Meditation + UC versus UC: Post Intervention und 10-Wochen Follow-up:

keine signifikanten Gruppenunterscheide (p≥0.05)

Keine SUEs/UEs oder Drop-Outs durch SUEs/UEs in beiden Gruppen

Primär­studie:

Wolff Family Foundation + Hines

Family Foundation

(USA)

 

Review:

Northern Ireland Health and Social Care

Research and Deve­lopment Division of the Public Health Agency

+ National Institute for Health

Research

(Großbri­tannien)

 

Laut Angaben kein COI

 

Primärstudie:

RCTs mit low Risk of Bias

SB: 0

PB: 0*

DB: 0

AB: 1*

RB: 1*

OB: 0

 

Review:

AMSTAR: 10

 

*Abweichende RoB-Bewertung durch Autoren der Leitlinie: ursprüngliches Cochrane-RoB von PB: low, AB und RB: unclear

 

Milbury (2013) eventuell unter­powert für Effektivitäts­nachweis, da Feasibility-Trial und nur 30%

mit kognitiven Einschrän­kungen zur Baseline,

für Endpunkt 1 keine Verglei­che post Inter­vention berich­tet, p-Werte von 0.05 in Originalstudie und Cochrane-SR als signifi­kante Ergeb­nisse gewertet.

1a

Treanor (2016): Das Ziel der Studie war es, die kognitiven Auswirkungen, nicht-kognitiven Auswirkungen, Dauer und Sicherheit nicht-pharmakologischer Interventionen bei Krebspatienten, die darauf abzielen, die kognitive Funktion aufrechtzuerhalten oder kognitive Beeinträchtigungen infolge von Krebs oder Erhalt einer systemischen Krebsbehandlung (dh Chemotherapie oder Hormontherapien isoliert oder in Kombination mit anderen Behandlungen) zu verbessern, zu untersuchen. Nach einer systematischen Literaturrecherche in verschiedenen Datenbanken wurden randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) zu nicht-pharmakolo­gischen Therapien mit Erwachsenen mit einer Krebsdiagnose nach Abschluss der Radio-/Chemotherapie eingeschlossen. Die hier eingeschlossene Studie zu Meditation untersuchte die Wirksamkeit einer 6-wöchigen Tibetischen Klang Meditation (Atem-, Aufmerksamkeits- und Konzentrationsübungen, Visualisierung, Mantrasingen), welche zweimal wöchentlich stattfand, bei Brustkrebspatientinnen im Vergleich zu Patienten auf der Warteliste. Die Studie fand keine bedeutsamen Unterschiede zwischen den Gruppen im Hinblick auf Verbesserungen der kognitiven Beeinträchtigungen. Im Hinblick auf die emotionale/mentale Lebensqualität gaben Teilnehmer in der Meditationsgruppe an, eine bedeutsame Verbesserung im Anschluss an die Intervention zu bemerken, im Vergleich zu den Warteliste-Patienten. Die methodische Qualität der Studie ist jedoch eingeschränkt, sodass die Wirkung von Meditationsinterventionen auf die kognitive Beeinträchtigung bei Krebspatienten unklar bleibt.

Cole et. al. (2012)

Referenz/Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Interventionen

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finan­zierung

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Cole (2012): A randomised clinical trial of the effects of spiritually focused meditation for people with metastatic melanoma. Ment Health Relig Cult.

Ref.ID: 1018 

RCT

prospektiv, monozentrisch, offen, 3 Arme

 

Eingeschlossen: N=83

Ausgewertet:

N=46/34/30

 

Land: USA

2004-2008

Melanom (Stage IV) in palliativer Situation

 

Geschlecht:

45% weiblich

 

Alter:

Mittelwert: 54

Arm A:

N=29/13/10/9

Spiritually focused Medita­tion, 1:1 Betreu­ung, 16 Wochen, 5 Stunden pro Session, Anzahl Sessions nicht berichtet + Hausaufgaben (mit CD)

+ UC

 

Arm B:

N=27/14/12/11

Säkularisierte Meditation, 1:1 Betreuung,

16 Wochen, 5 Stunden pro Session, Anzahl Sessions nicht berichtet + Hausaufgaben (mit CD)

+ UC

 

Arm C:

N=27/19/12/10

UC

Endpunkte:

2. Depressivität (CESD)

2. Lebensqualität (global) (MQOL)

 

In palliativer Situation:

1. Depressivität

® Meditation + UC versus UC: Post Intervention und 8-16 Wochen-Follow-up: signifikante Gruppen­unterschiede zugunsten spiritueller Meditation (p=0.023), keine signifi­kanten Gruppenunter­schiede für säkularisier­te Meditation (p≥0.05)

 

2. Lebensqualität

(global)

® Meditation + UC versus UC: Post Intervention und 8-16 Wochen-Follow-up: keine signifikanten Gruppen­unterschiede (p≥0.05)

 

30 SUEs (23 Todesfälle und 7 Pro­gressionen) in gesamter Studie,

nicht be­richtet in welcher Gruppe

Keine Angaben zur Finan­zierung

 

Keine Angaben zum COI

Risk of Bias

SB: unclear

PB: unclear

DB: unclear

AB: high

RB: unclear

OB: low

 

 

2b

Cole (2012): Diese randomisierte klinische Studie untersuchte die Auswirkungen von spirituell fokussierter Meditation (SpM) und säkular fokussierter Meditation auf die Anpassung an die Erkrankung bei Patienten, die sich in Behandlung eines metastasierten Melanoms befinden, im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, welche die bisherige Therapie ohne aktive Studienintervention weiterführten. Das physische und psychische Wohlbefinden wurde zu Studienbeginn, nach der Intervention, zwei und vier Monate später beurteilt. Im Zeitverlauf reduzierte SpM die Depression und erhöhte den positiven Affekt im Vergleich zu den beiden anderen Gruppen. Darüber hinaus zeigten Programmevaluierungen, dass die meisten Teilnehmer Programme mit spirituellem Material unter allen drei Gruppenbedingungen bevorzugten. Die Ergebnisse unterstreichen die potenzielle Bedeutung der Bereitstellung spiritueller Meditationsprogramme für todkranke Menschen und die Notwendigkeit weiterer Studien. Die methodische Qualität ist jedoch überwiegend unklar, sodass die Ergebnisse mit Vorsicht zu interpretieren sind.

Kim et. al. (2013)

Referenz/Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Interventionen

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finan­zierung

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Kim (2013): Effects of meditation on anxiety, depression, fatigue, and quality of life of women undergoing radiation therapy for breast cancer. Complement Ther Med.

Ref.ID: 1019 

RCT

prospektiv, monozentrisch, offen, 2 Arme

 

Eingeschlossen: N=102

Ausgewertet:

N=102

 

Land: Südkorea

2011-2011

Mamma Karzinom (Stage 0 bis III) während Radiotherapie

 

Geschlecht:

100 % weiblich

 

Alter:

Mittelwert: 47

Arm A:

N=51

Korean Brain Wave Vibration Meditation (Meditation mit Bewegungs­elementen, Musik, kognitiv-imaginative Techniken)

6 Wochen, 2 x wöchentlich, 60 Minuten

+ UC

 

Arm B:

N=51

UC/Warteliste

Primäre Endpunkte:

1. Ängstlichkeit (HADS)

2. Depressivität

(HADS)

 

Sekundäre Endpunkte:

3. Fatigue (PFS)

4. Lebensqualität (global) (EORTC QLQ-C30 Global Health Skala)

5. Lebensqualität (tumorspezifisch): Funktion und Symptome: (EORTC QLQ-C30 Funktions- und Symptomskalen)

 

 

Während Radiotherapie:

1. Ängstlichkeit

® Meditation + UC versus UC: Post Intervention: signifikante Gruppenunterschiede zugunsten Meditation (p=0.032)

 

2. Depressivität

® Meditation + UC versus UC: Post Intervention: keine signifikanten Gruppen­unterschiede (p≥0.05)

 

3. Fatigue

® Meditation + UC versus UC: Post Intervention: signifikante Gruppenunterschiede zugunsten Meditation (p=0.028)

 

4. Lebensqualität (global)

® Meditation + UC versus UC: Post Intervention: signifikante Gruppenunterschiede zugunsten Meditation (p=0.028)

 

5. Lebensqualität (tumorspezifisch)

® Meditation + UC versus UC: Post Intervention: keine signifikanten Gruppenunterschiede für keine Subskala (p≥0.05)

Keine Angaben zu UEs/ SUEs

The Korea Breast Cancer Foundation (KBCF)

 

Laut Angaben kein COI

Risk of Bias

SB: unclear

PB: high

DB: high

AB: low

RB: unclear

OB: unclear

 

Keine Alpha-Level-Korrektur für multiple primäre Endpunkte

2b

Kim (2013): Die Studie untersuchte die Auswirkungen von Meditation auf Angstzustände, Depressionen, Müdigkeit und Lebensqualität bei Frauen, die eine Strahlentherapie gegen Brustkrebs erhielten. Die Probanden dieser Studie umfassten 102 Brustkrebspatientinnen, die sich einer brusterhaltenden Operation unterzogen hatten. Diese weiblichen Patienten wurden randomisiert (zufällig) in eine Meditationsgruppe oder eine Kontrollgruppe eingeteilt, wobei jede Gruppe aus 51 Patienten bestand. Die Testgruppe erhielt während ihrer 6-wöchigen Strahlentherapie insgesamt 12 Meditationstherapiesitzungen, die Kontrollgruppe unterzog sich nur einer konventionellen Strahlentherapie. Die Brustkrebspatientinnen, die Meditationstherapie erhielten, zeigten im Vergleich zur Nicht-Interventionsgruppe Verbesserungen bei der Verringerung der Angst, der Müdigkeit und der Verbesserung der globalen Lebensqualität. Die methodische Qualität der Studie ist jedoch größtenteils schlecht bis unklar, sodass die Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden müssen.

Nidich et. al. (2009)

Referenz/Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Interventionen

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finan­zierung

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Nidich (2009):

A randomized controlled trial of the effects of transcendental meditation on quality of life in older breast cancer patients. Integr Cancer Ther.

Ref.ID: 1020

RCT

prospektiv, monozentrisch, offen, 2 Arme

 

Eingeschlossen: N=130

Ausgewertet:

N=130

 

Land: USA

1999-2002

Mamma Karzinom (Stage II bis IV: 21.5% Fernmetastasen) nach Abschluss der Chemo-/ Radio­therapie, 45.3% unter antihormoneller Therapie

 

Geschlecht:

100 % weiblich

 

Alter:

Mittelwert: 64

Arm A:

N=64

Transzendentale Meditation

18 Monate, 7 Gruppensessions, 60-90 Minuten, danach 1x monatlich Follow-up Gruppensessions

+ Hausaufgaben

+ UC

 

Arm B:

N=66 UC

Primärer Endpunkt:

1. Lebensqualität (tumorspezifisch) (FACT-B)

 

Sekundäre Endpunkte:

2. Lebensqualität (tumorspezifisch): Funktionen und Symptome (FACT-B Funktions- und Symptomskalen)

3. Lebensqualität (global) (SF-36)

 

Nach Abschluss der Chemo-/Radiotherapie:

1. Lebensqualität (tumor­spezifisch)

® Meditation + UC versus UC: Post Intervention: signifikante Gruppenunterschiede zugunsten Meditation (p=0.037)

 

2. Lebensqualität (tumor­spezifisch): Funktionen und Symptome

® Meditation + UC versus UC: Post Intervention:

signifikante Gruppenunterschiede zugunsten Meditation für soziale (p=0.003) emotionale Funktionalität (p=0.046), keine signifikanten Gruppenunterschiede für körperliche Funktiona­lität, Funktionalität im Alltag/Beruf und brust­spezifische Symptome (p≥0.05)

 

3. Lebensqualität (global)

® Meditation + UC versus UC: Post Intervention: signifikante Gruppenunterschiede zugunsten Meditation für mental/ emotionale Lebensquali­tät (p=0.037), keine signifikanten Gruppenunterschiede für alle anderen Subskalen (p≥0.05)

Arm: Medi­tation

SUEs: 3/64

(3 Todes­fälle)

 

Arm: UC

SUEs: 6/66

(6 Todes­fälle)

 

Keine Angaben zu UEs

The National Center for Complementary and

Alternative Medicine

(USA)

 

Laut Angaben kein COI

Risk of Bias

SB: low

PB: unclear

DB: low

AB: low

RB: unclear

OB: low

 

 

1b

Nidich (2009): In dieser randomisierten kontrollierten Einzelblindstudie wurden die Auswirkungen des Transzendentalen Meditationsprogramms plus Standardversorgung im Vergleich zur Standardversorgung allein auf die Lebensqualität (QOL) älterer Frauen (> oder = 55 Jahre) mit Brustkrebs im Stadium II bis IV bewertet. 130 Frauen (Durchschnittsalter = 63.8) wurden zufällig entweder der Meditationsgruppe (n = 64) oder Kontrollgruppe (n = 66) zugeordnet. Frauen in der Meditationsgruppe erhielten über einen Zeitraum von 18 Monaten in Gruppensitzungen von 60-90 Minuten Transzendentale Meditationsübungen und Hausaufgaben, die Kontrollgruppe erhielt die Standartversorgung ohne eine aktive Studienteilnahme. Fragebögen zur funktionellen Bewertung der Brustkrebstherapie, der chronischen Krankheitstherapie (spirituelles Wohlbefinden) und ein Fragebogen zur Erfassung der psychischen Gesundheit und Vitalität wurden alle 6 Monate an die Teilnehmer ausgeteilt über eine durchschnittliche Interventionsdauer von 18 Monaten. In der Gruppe Transzendentale Meditation wurden bedeutsame Verbesserungen im Vergleich zur Kontrollgruppe hinsichtlich der globalen Lebensqualität, sowie des emotionalen und sozialen Wohlbefindens der tumorspezifischen Lebensqualität, sowie der psychischen Gesundheit festgestellt. Es wird empfohlen, dieses Stressreduzierungsprogramm mit seiner einfachen Umsetzung und Praxis zu Hause in Programme für die öffentliche Gesundheit aufzunehmen. Die Qualität der Studie ist als hochwertig einzustufen.

Latorraca et. al. (2017)

Referenz/Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Merkmale untersuchter Studien

Interventionen

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finan­zierung

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Latorraca (2017): Mindfulness for palliative care patients. Syste­matic review.

Int J Clin Pract.

Ref.ID: 1015

 

Eingeschlossene Primärstudien:

Ng (2016)

MA

 

Suchzeitraum:

bis Oktober 2016

 

Datenbanken:

MEDLINE (via Pudmed),

LILACS, EMBASE CENTRAL,

CINAHL, PEDro, PsycINFO,

clinicaltrials.gov,

(ICTRP),

Open Grey platform

 

Einschluss­kriterien:

RCTs zu Achtsamkeit Erwachsene in der palliativeren Situation

 

Anzahl RCTs: 1 Patienten: N=60

RCT

 

Sample mit verschiedenen Krebsdiagnosen (Mamma-Karzinom, Knochen-Karzinom, Lungen-Karzinom, Prostata-Karzinom, Hoden-Karzinom, Speiseröhren-Karzinom, Hirn-Karzinom und weitere) in palliativer Situation

 

Geschlecht:

51.7% weiblich

 

Alter: 47

 

Länder: Malaysia

Achtsamkeits­basierte Atem­meditation

+ UC

Länge der Intervention:

Einmalig für 5 Minuten

Kontrollgruppe:

Aufmerksam­keits-/Zuwen­dungskontrolle (Gespräch mit Arzt) + UC

 

Endpunkt:

1. Akuter Distress

In palliativer Situation:

1. Akuter Distress:

® Meditation + UC versus erweitertes UC: Post Intervention und 10 Minuten Follow-up: signifikante Gruppenunterscheide zugunsten Meditation zu beiden Zeitpunkten (p=0.02)

 

RCT macht keine Anga­ben zu UEs/SUEs

Primärstudie:

nicht berichtet

 

Review:

Coordena­ção de Aperfeiçoamento de Pessoal de

Nível Superior

(Brasilien)

 

Laut Angaben kein COI

 

Primärstudie:

RCTs mit low Risk of Bias

SB: 0

PB: 0

DB: 0

AB: 1

RB: 1

OB: 1

 

Review:

AMSTAR: 9

 

2 RCTs ausge­schlossen: Gründe:

- Lehto (2015) ist Pilot-Studie und untersucht eine multimodale Intervention

- Tsang (2012) hat quasi-experimentelles Design

1a

Latorraca (2017): Das Ziel der Studie war es, die Wirksamkeit und Sicherheit von Achtsamkeitsmeditation für Palliativpatienten zu untersuchen. Nach einer systematischen Literaturrecherche in verschiedenen Datenbanken wurden randomisierte kontrollierte Studien (RCTs), bei denen Teilnehmer zufällig einer Interventionsgruppe (Teilnehmer erhalten Meditation) oder einer Kontrollgruppe (Teilnehmer erhalten Standardversorgung ohne aktive Studienintervention) zugeteilt wurden, eingeschlossen. Zielgruppe waren Erwachsene mit verschiedenen Krebsdiagnosen in palliativer Situation. Vier RCTs mit 234 Teilnehmern wurden eingeschlossen. Alle Studien zeigten ein hohes Risiko für systematische Verzerrungen in verschiedenen Kriterien, das bedeutet sie wiesen eine geringe methodische Qualität auf. Die hier einbezogene Studie untersuchte die Wirksamkeit einer einzelnen 5-minütigen Achtsamkeitssitzung für erwachsene Krebspatienten in der Palliativversorgung zur Reduktion von akutem Stress. Die Studie fand einen bedeutsamen Unterschied zwischen der Meditationsgruppe und der Kontrollgruppe, welche ein einzelnes Gespräch mit einem Arzt als Zuwendungskontrolle erhielt. Teilnehmer in der Meditationsgruppe gaben bedeutsam geringere Stresslevel direkt nach der Meditation, sowie 10 Minuten im Anschluss an. Aufgrund der geringen methodischen Qualität, muss das Ergebnis jedoch zunächst mit Vorbehalt interpretiert werden.

Black et. al. (2017)

Referenz/Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Interventionen

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finan­zierung

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Black (2017): Mindfulness practice reduces cortisol blunting during chemotherapy:

a randomized controlled study

of colorectal cancer patients. Cancer.

Ref.ID: 1017

RCT

prospektiv, bizentrisch, offen, 2 Arme

 

Eingeschlossen: N=57

Ausgewertet:

N=51

 

Land: USA

2014-2017

Kolorektal-Karzinom (Stage II bis IV) während Chemo-therapie

 

Geschlecht:

0 % weiblich

 

Alter:

Mittelwert: 54

Arm A:

N=16

Achtsamkeits­basierte Medi­tation (audio-video Instruk­tionen zum Bodscan)

einmalig zu Beginn der Chemotherapie, 12 Minuten

+ schriftliche Informationen zur Edukation 20 Minuten

+ UC

 

Arm B:

N=35

schriftliche Informationen zur Edukation 20 Minuten

+ UC

Primärer

Endpunkt:

1. Stress (DASS)

 

Sekundärer Endpunkt:

2. Speichelkortisol (CR

über 60

Minuten)

Während Chemo­therapie:

2. Speichelkortisol

® Meditation + UC versus UC: Post Intervention: signifikante Gruppen­unterschiede zugunsten Meditation (p=0.03)

Keine Angaben zu UEs/ SUEs

National Institute

on Aging (USA)

+ Center on Biodemo­graphy

and Popu­lation Health

+National Center for Comple­mentary and Integrative Health

+ Ameri­can Mind­fulness

Research Associa­tion

+ Keck School of Medicine

 

COI mit Boehringer Ingelheim,

Roche,

Merck,

Novartis,

Bayer,

Taiho,

Bristol-Myers Squibb.

Risk of Bias

SB: unclear

PB: unclear

DB: unclear

AB: low

RB: high

OB: unclear

 

Primärer Endpunkt nicht berichtet.

 

Die Hälfte der Kontrollgruppe erhielt nur UC ohne Edukation. Die Autoren fassten zwei ursprünglich getrennte Kon­trollgruppen für die Analysen zusammen.

2b

Black (2017): Das Ziel dieser randomisierten klinischen Studie war es, den Einfluss einer Achtsamkeitsmeditationspraxis auf die akute Speichel-Cortisol-Reaktion als objektiven Marker für das Stresslevel bei Krebspatienten zu testen, welche als Sitzung während einer aktiven Chemotherapie verabreicht wurde.

Zu Beginn der Chemotherapie wurde 57 englisch- oder spanischsprachigen Darmkrebspatienten in 1 Onkologieklinik des Landkreises und 1 Onkologieklinik der Universität einer Achtsamkeits-, Aufmerksamkeitskontroll- oder Ruheexposition zugewiesen. Die Interventionsgruppe erhielt eine achtsamkeitsbasierte Meditation (audio-video Instruktionen zum Bodyscan) einmalig zu Beginn der Chemotherapie für 12 Minuten mit anschließend 20minütiger schriftlicher Edukation. Speichelproben wurden zu Beginn der Chemotherapie und in den nachfolgenden 20-Minuten-Intervallen während der ersten 60 Minuten der Chemotherapie gesammelt (insgesamt 4 Proben). Die Ergebnisse legen nahe, dass Achtsamkeitspraktiken während der Chemotherapie das Abstumpfen von neuroendokrinen Profilen verringern können, die typischerweise bei Krebspatienten beobachtet werden. Zu den Implikationen gehört die Unterstützung des Einsatzes von Achtsamkeitspraxis in der integrativen Onkologie. Die methodische Qualität ist für viele Kriterien überwiegend unklar, sodass die Ergebnisse mit Vorsicht zu interpretieren sind.

Zhang et. al. (2017)

Referenz/Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Interventionen

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finanzierung

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Zhang (2017): Effects of mindfulness-based psychological care on mood and sleep of leukemia patients in chemotherapy.

Int J Nurs Sci.

Ref.ID: 1022

RCT

prospektiv, monozentrisch, offen, 2 Arme

 

Eingeschlossen: N=65

Ausgewertet:

N=65

 

Land: China

Zeitraum nicht angegeben

Leukämie während Chemo­therapie

 

Geschlecht:

44.6% weiblich

 

Alter: 17-70

Mittelwert: 38.4

Arm A:

N=33

Achtsamkeits­basierte Meditation

5 Wochen, 1x wöchentlich, 90 Minuten

+ UC

 

Arm B:

N=32 UC

Endpunkte:

1. Schlafqualität (PSQI)

2. Ängstlichkeit (SAS)

3. Depressivität (SDS)

 

Während Chemotherapie:

1./2./3. Schlafqualität/ Ängstlichkeit/Depres­sivität

® Meditation + UC versus UC: Post Intervention:

signifikante Gruppen­unterschiede zugunsten Meditation (p<0.05)

Keine Angaben zu UEs/ SUEs

Basic and Frontier Technology

Research Programof Henan Province (China)

 

Laut Angaben kein COI

Risk of Bias

SB: unclear

PB: unclear

DB: unclear

AB: low

RB: unclear

OB: unclear

 

 

2b

Zhang (2017): Ziel dieser Studie war es, die Vorteile einer auf Achtsamkeit basierenden psychologischen Versorgung (MBPC) zu untersuchen und zu bewerten, ob die Intervention bei der Verringerung von Schlaflosigkeit und emotionalen Symptomen von Leukämiepatienten, die eine Chemotherapie erhalten, von Vorteil ist.

Eine randomisierte Kontrolldesignstudie wurde in zwei hämatologischen Abteilungen eines Krankenhauses in Zhengzhou durchgeführt. Patienten in der Versuchsgruppe erhielten eine achtsamkeitsbasierte Meditation über 5 Wochen mit einer 90minütigen Sitzung einmal wöchentlich. Patienten in der Kontrollgruppe erhielten eine konventionelle Betreuung. Angst-, Depressions- und Schlafprobleme wurden unter Verwendung von Selbstbewertungsskalen gemessen. Direkt nach der Intervention wurden statistisch bedeutsame Unterschiede bezüglich Angstzuständen, Depressionen und Schlafstörungen zwischen den beiden Gruppen beobachtet. In der Versuchsgruppe wurde zwischen Vor- und Nachinterventions-Messung eine bedeutsame Abnahme von Angstzuständen und Depressionen, sowie eine Verbesserung des Schlafes beobachtet.

Eine auf Achtsamkeit basierende psychologische Versorgung (MBPC) könnte eine wirksame ergänzende Therapie zur Behandlung von Leukämie sein. Aufgrund der größtenteils unklaren methodischen Qualität der Studie sind die Ergebnisse jedoch mit Vorbehalt zu interpretieren.

Parsa Yekta et. al. (2017)

Referenz/Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Interventionen

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechsel­wirkungen

Finan­zierung

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Parsa Yekta (2017): The Comparison of Two Types of Relaxation Tech­niques on Post­operative State Anxiety in Candi­dates for The Mastectomy Surgery: A Rando­mized Controlled Clinical Trial.

Int J Community Based Nurs Midwifery.

Ref.ID: 1021

RCT

prospektiv, monozentrisch, offen, 3 Arme

 

Eingeschlossen: N=90

Ausgewertet:

N=90

 

Land: Iran

2013-2014

Mamma Karzinom (Stage nicht angegeben) während Mastektomie

 

Geschlecht:

100 % weiblich

 

Alter: 30-50

 

Arm A:

N=30

Benson’s Relax­ation (suggestiv-meditative Techniken)

2x 20 Minuten am Tag vor der Operation

+ UC

Arm B:

Rhythmische Atmenentspan­nung

2x 20 Minuten am Tag vor der Operation

N=30

 

Arm C:

N=30 UC

Primärer Endpunkt:

1. Ängstlichkeit (CSAQ)

Post Operation:

1. Ängstlichkeit

® Meditation + UC versus UC: Post Intervention: keine signifikanten Gruppen­unterschiede für kognitive Ängstlichkeit (p≥0.05), signifikante Gruppenunterschiede für somatische Ängst­lichkeit (p=0,02)

® Meditation versus Entspannung: Post Intervention: keine signifikanten Gruppenunterschiede (p≥0.05)

Keine Angaben zu UEs/ SUEs

Keine Angaben zur Finan­zierung

 

Laut Angaben kein COI

Risk of Bias

SB: high

PB: unclear

DB: unclear

AB: low

RB: low

OB: unclear

 

 

2b

Parsa Yekta (2017): Angst unter Patienten nach der Operation kann ihr physiologisches und psychisches Wohlbefinden beeinträchtigen. Ziel dieser Studie war es, die Auswirkungen von Bensons Entspannungs- und rhythmischen Atemtechniken auf die postoperative Angst bei Kandidaten für die Mastektomie zu untersuchen und zu vergleichen.

Diese randomisierte kontrollierte klinische Studie wurde 2013 mit neunzig Patienten durchgeführt. Die Patienten wurden für die Mastektomie in drei chirurgischen Stationen in einem Lehrkrankenhaus in Teheran, Iran, ins Krankenhaus eingeliefert. Sie wurden zufällig in drei Gruppen eingeteilt: Bensons Entspannung einschließlich einer kognitiven Entspannungstechnik, rhythmische Atmung einschließlich einer somatischen Entspannungstechnik und einer Kontrollgruppe, welche Standardversorgung ohne aktive Studienteilnahme erhielt. Nach der Davidson- und Schwartz-Multiprozess-Theorie haben Benson´s Entspannungs- und die rhythmischen Atemtechniken je kognitive und somatische Effekte. Einen Tag vor der Operation wurden die Patienten in den Interventionsgruppen in Bezug auf Entspannungs- und Atemtechniken geschult und gebeten, die Techniken in der Nacht vor der Operation unter Aufsicht des Forschers durchzuführen. Der Fragebogen zur kognitiven somatischen Angst wurde verwendet, um die Angst vor dem Eingriff und eine halbe Stunde nach Wiedererlangung des Bewusstseins nach der Operation zu messen. Es gab keine statistisch bedeutsamen Unterschiede zwischen den Gruppen hinsichtlich der demografischen Merkmale. Die Anwendung beider Techniken verringerte die Angst der Patienten nach der Operation. Die Patienten in der Gruppe der Entspannungstechniken von Benson berichteten nur über die Linderung der somatischen Angst. Die Patienten in der Gruppe der rhythmischen Atementspannung berichteten über eine Verringerung sowohl der kognitiven als auch der somatischen Angst. Die Entspannungs- und rhythmischen Atemtechniken des Benson können die postoperative Angst bei Patienten nach der Mastektomie reduzieren. Die methodische Qualität der Studie ist jedoch überwiegend schlecht oder unklar, sodass weitere Untersuchungen zur klinischen Wirksamkeit von Meditationstechniken zur Reduzierung der postoperativen Angst erforderlich sind.

 

Haller et. al. (2017)

Referenz/Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Merkmale untersuchter Studien

Interventionen

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finan­zierung

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Haller (2017): Mindfulness-based interventions for women with breast cancer: an updated systematic review and meta-analysis. Acta Oncol.

Ref.ID: 1055

 

Eingeschlossene Primärstudien:

Andersen (2013),

Bower (2015),

Carlson (2013,

Carlson (2016),

Henderson (2012),

Hoffman (2012),

Lengacher

(2009),

Lengacher

(2012),

Lengacher

(2015),

Lengacher

(2016),

Lerman (2012),

Würtzen (2013),

Zhang (2017/Epub 2016)

MA

 

Suchzeitraum: bis Oktober 2016

 

Datenbanken:

PubMed, Scopus, Central

 

Einschluss­kriterien:

RCTs,

Frauen mit Brustkrebs (Stage I bis IV)

 

Anzahl RCTs: 9 (13 Publika­tionen)

Patienten: N=1580

RCTs

 

Frauen mit Mamma-Karzinom

(Stage I bis III) + 4 Frauen mit Stage IV Mamma-Karzinom, während und nach adjuvanter Therapie

 

Geschlecht:

100% weiblich

 

Alter: 46-58

Median: 54

 

Länder: USA, Kanada, Groß­britannien, Dänemark,

China

MBSR:

Original 8 Wochen-MBSR Programm,

adaptierte MBSR Programme (lediglich 6 Wochen, ohne Hausaufgaben, ohne Retreattag), Mindfulness-based Cancer Recovery (MBCR)

+ UC

 

Programm

Länge der Interventionen:

6-8 Wochen

 

Kontrollgruppen:

UC/Warteliste, erweitertes UC (1 Tag Stress­management), Supportive Expressive Group Therapy, Group Nutrition Edu­cation Program

 

 

 

Primäre Endpunkte:

1. Lebens­qualität

 

Sekundäre Endpunkte:

2. Fatigue

3. Schlaf

4. Stress

5. Ängstlichkeit

6. Depressivität

 

Während Chemo-/ Radiotherapie:

1. Lebensqualität (global+tumospezifisch)

® MBSR + UC versus UC: Post Intervention:

2 RCTs, N=153, I2=45%,

SMD=0.22 [-0.28/0.71] (p≥0.05)

52 Wochen-Follow-up:

1 RCT, N=100:

keine signifikanten Gruppenunterschiede (p≥0.05)

 

3. Schlaf

® MBSR + UC versus UC: Post Intervention:

1 RCT, N=278:

signifikante Gruppen­unterschiede zugunsten MBSR: SMD=-0.24 (p=0.03)

26 Wochen-Follow-up:

1 RCT, N=278:

keine signifikanten Gruppenunterschiede (p≥0.05)

 

4. Stress

® MBSR + UC versus UC: Post Intervention und 26 Wochen-Follow-up: 1 RCT, N=58:

signifikante Gruppen­unterschiede zugunsten MBSR: SMD=-0.65 und SMD=-0.76 (p=0.04)

 

5. Ängstlichkeit

® MBSR + UC versus UC: Post Intervention:

3 RCTs, N=429, I2=35%,

SMD=-0.30 [-0.57/-0.04]

(p=0.020)

26 Wochen-Follow-up:

2 RCTs, N=318, I2=68%,

SMD=-0.46 [-0.57/0.05]

(p=0.080)

52 Wochen-Follow-up:

2 RCTs, N=351, I2=0%,

SMD=-0.21 [-0.42/0.00]

(p=0.050)

® MBSR versus Eduka­tion: Post Intervention:

Post Intervention:

1 RCT, N=87:

signifikante Gruppen­unterschiede zugunsten MBSR: SMD=-0.58 (p=0.009)

52 Wochen-Follow-up:

1 RCT, N=90:

keine signifikanten Gruppenunterschiede (p≥0.05)

 

6. Depressivität

® MBSR + UC versus UC: Post Intervention:

2 RCTs, N=375, I2=0%,

SMD=-0.34 [-0.54/-0.13]

(p=0.001)

26 Wochen-Follow-up:

1 RCT, N=262:

signifikante Gruppenunterschiede zugunsten MBSR: SMD=-0.26 (p=0.030)

52 Wochen-Follow-up:

2 RCTs, N=349, I2=76%,

SMD=-0.03 [-0.51/0.45] (p≥0.05)

® MBSR versus Eduka­tion: Post Intervention:

Post Intervention:

1 RCT, N=99:

signifikante Gruppenunterschiede zugunsten MBSR: SMD=-0.40 (p=0.049)

52 Wochen-Follow-up:

1 RCT, N=97:

keine signifikanten Gruppenunterschiede (p≥0.05)

 

Nach Abschluss Chemo-/Radiotherapie:

1. Lebensqualität (global+tumospezifisch)

® MBSR + UC versus UC: Post Intervention:

4 RCTs, N=728, I2=24%,

SMD=0.15 [-0.03/0.33] (p≥0.05)

26 Wochen-Follow-up:

2 RCTs, N=397, I2=69%,

SMD=0.22 [-0.19/0.63] (p≥0.05)

® MBSR versus Eduka­tion: Post Intervention:

Post Intervention:

1 RCT, N=140:

keine signifikanten Gruppenunterschiede (p≥0.05)

52 Wochen-Follow-up:

1 RCT, N=126:

keine signifikanten Gruppenunterschiede (p≥0.05)

 

2. Fatigue

® MBSR + UC versus UC: Post Intervention:

5 RCTs, N=764, I2=0%,

SMD=-0.28 [-0.43/-0.14] (p<0.001)

26 Wochen-Follow-up:

2 RCTs, N=358, I2=83%,

SMD=0.19 [-0.50/0.88]

(p≥0.05)

® MBSR versus Eduka­tion: Post Intervention:

1 RCT, N=142:

signifikante Gruppenunterschiede zugunsten MBSR: SMD=-0.40

(p<0.05)

26 Wochen-Follow-up:

1 RCT, N=137:

signifikante Gruppenunterschiede zugunsten MBSR: SMD=-0.43

(p<0.05)

52 Wochen-Follow-up:

1 RCT, N=129:

signifikante Gruppenunterschiede zugunsten MBSR: SMD=-0.46

(p=0.001)

3. Schlaf

® MBSR + UC versus UC: Post Intervention:

3 RCTs, N=226, I2=22%,

SMD=-0.23 [-0.53/0.07]

(p≥0.05)

26 Wochen-Follow-up:

2 RCTs, N=138, I2=0%,

SMD=-0.14 [-0.48/0.19]

(p≥0.05)

 

4. Stress

® MBSR + UC versus UC: Post Intervention:

4 RCTs, N=561, I2=58%,

SMD=-0.27 [-0.56/0.02] (p≥0.05)

26 Wochen-Follow-up:

2 RCTs, N=371, I2=0%,

SMD=-0.02 [-0.22/0.18]

(p≥0.05)

 

5. Ängstlichkeit

® MBSR + UC versus UC: Post Intervention:

5 RCTs, N=778, I2=19%,

SMD=-0.27 [-0.43/-0.11]

(p=0.001)

26 Wochen-Follow-up:

2 RCTs, N=362, I2=0%,

SMD=-0.12 [-0.32/0.09]

(p≥0.05)

® MBSR versus Eduka­tion: Post Intervention:

1 RCT, N=142:

signifikante Gruppenunterschiede zugunsten MBSR: SMD=-0.37

(p=0.030)

26 Wochen-Follow-up:

1 RCT, N=137:

keine signifikanten Gruppenunterschiede (p≥0.05)

52 Wochen-Follow-up:

1 RCT, N=129:

keine signifikanten Gruppenunterschiede (p≥0.05)

 

6. Depressivität

® MBSR + UC versus UC: Post Intervention:

5 RCTs, N=737, I2=49%,

SMD=-0.36 [-0.58/-0.15]

(p=0.001)

26 Wochen-Follow-up:

2 RCTs, N=362, I2=30%,

SMD=-0.13 [-0.43/0.16]

(p≥0.05)

® MBSR versus Eduka­tion: Post Intervention:

1 RCT, N=142:

signifikante Gruppenunterschiede zugunsten MBSR: SMD=-0.39

(p=0.020)

26 Wochen-Follow-up:

1 RCT, N=137:

keine signifikanten Gruppenunterschiede (p≥0.05)

52 Wochen-Follow-up:

1 RCT, N=129:

keine signifikanten Gruppenunterschiede (p≥0.05)

Keine SUEs in 2 RCTs berichtet

 

3 RCTs berichtet 3 SUEs und 9 UEs

 

RCTs berichten UEs nicht systematisch

Primär­studien:

Nicht berichtet

 

Review:

Keine externe Finan­zierung

 

Laut Angaben keine COI

Primärstudien:

RCTs mit low Risk of Bias

SB: 3

PB: 0

DB: 3

AB: 9

RB: 0

OB: 8

 

Review:

AMSTAR: 9

 

Signifikante Heterogenität in 5 von 18 Metaanalysen

 

Sensitivitäts­analysen: Effekte teil­weise robust gegenüber der möglichen Verzerrung durch high/ unclear Risk

of SB/DB

 

Publikations­bias: kann nicht ausge­schlossen werden

1a

Haller (2017): Ziel dieser Metaanalyse war es, die Evidenz für eine achtsamkeitsbasierte Stressreduktion (MBSR) und eine achtsamkeitsbasierte kognitive Therapie (MBCT) bei Frauen mit Brustkrebs systematisch zu aktualisieren. Verschiedene Datenbanken wurden systematisch nach Studien zu MBSR / MBCT bei Brustkrebspatientinnen durchsucht. Das primäre Ergebnis war die gesundheitsbezogene Lebensqualität. Sekundäre Ergebnisse waren Müdigkeit, Schlaf, Stress, Depressionen, Angstzustände und Sicherheit. Die Literaturrecherche identifizierte 14 Artikel zu 10 Studien mit 1709 Teilnehmern. Die methodische Qualität der Studien war überwiegend unklar. Dabei wurden Original 8 Wochen-MBSR Programme oder adaptierte MBSR Programme (lediglich 6 Wochen, ohne Hausaufgaben, ohne Retreattag) und Mindfulness-based Cancer Recovery (MBCR) mit Kontrollgruppen bestehend aus Warteliste/Standardversorgung, erweiterter Standardversorgung (1 Tag Stress­management) oder anderen aktiven Interventionen wie Supportive Expressive Group Therapy oder Group Nutrition Education Program verglichen. Im Vergleich zur Standardversorgung wurden bedeutsame postinterventionelle Effekte von MBSR / MBCT für die gesundheitsbezogene Lebensqualität, Müdigkeit, Schlaf, Stress, Angst und Depression gefunden. Bis zu 6 Monate nach Studienbeginn waren die Effekte bedeutsam für Angst und Depression und für Angstzustände bis zu 12 Monate nach Studienbeginn. Im Vergleich zu anderen aktiven Interventionen wurden bedeutsame Effekte nur nach der Intervention und nur bei Angstzuständen und Depressionen festgestellt. Die durchschnittlichen Effekte lagen jedoch alle unter der Schwelle minimaler klinisch wichtiger Unterschiede. Die Effekte waren robust gegen mögliche methodische Verzerrungen. Unerwünschte Ereignisse wurden unzureichend gemeldet. Diese Metaanalyse ergab Hinweise auf die kurzfristige Wirksamkeit und Sicherheit von auf Achtsamkeit basierenden Interventionen bei Frauen mit Brustkrebs. Ihre klinische Relevanz bleibt jedoch unklar. Weitere Forschung ist erforderlich.

Johns et. al. (2015)

Referenz/Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Interventionen

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finan­zierung

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Johns (2015): Randomized con­trolled pilot study of mindfulness-based stress reduction for persistently fatigued cancer survivors. Psycho-Oncology.

Ref.ID: 1043

RCT

prospektiv, monozentrisch, offen,

2 Arme

 

Eingeschlossen: N=35

Ausgewertet:

N=35

 

Land: USA

2010

Mamma-Karzinom, Speiseröhren-Karzinom, Hämatologisches-Karzinom (Stage I bis IV) mit Fatigue, nach adjuvanter Therapie

 

Geschlecht:

94% weiblich

 

Alter:

Mittelwert: 57

Arm A:

N=18

Adaptiertes 7 Wochen-MBSR Programm

+ UC

 

Arm B:

N=17

UC/Warteliste

Primärer Endpunkt:

1. Fatigue (FSI)

 

Sekundäre Endpunkte:

2. Lebensquali­tät (global) (SDS)

3. Ängstlichkeit

(GAD-7)

4. Depressivität (PHQ-8)

5. Schlaf (ISI)

 

Nach Abschluss Chemo-/Radiotherapie:

1. Fatigue

® MBSR + UC versus UC: Post Intervention:

signifikante Gruppenunterschiede zugunsten MBSR für Schwere der Fatigue: SMD=-1.55 (p<0.001) und Beein­trächtigung durch Fatigue: SMD=-1.43 (p<0.001)

11 Wochen-Follow-up:

signifikante Gruppen­unterschiede zugunsten MBSR für Schwere der Fatigue: SMD=-1.54 (p<0.001) und Beeinträchtigung durch Fatigue: SMD=-1.34 (p<0.001)

 

2. Lebensqualität (global)

® MBSR + UC versus UC: Post Intervention:

keine signifikanten Gruppenunterschiede

(p≥0.05)

11 Wochen-Follow-up:

signifikante Gruppenunterschiede zugunsten MBSR: SMD=1.22

(p<0.001)

 

3. Ängstlichkeit

® MBSR + UC versus UC: Post Intervention: keine signifikanten Gruppenunterschiede (p≥0.05)

11 Wochen-Follow-up:

signifikante Gruppenunterschiede zugunsten MBSR: SMD=-0.98

(p=0.002)

 

4. Depressivität

® MBSR + UC versus UC: Post Intervention:

signifikante Gruppenunterschiede zugunsten MBSR: SMD=-1.30

(p<0.001)

11 Wochen-Follow-up:

signifikante Gruppenunterschiede zugunsten MBSR: SMD=-1.71

(p<0.001)

 

5. Schlaf

® MBSR + UC versus UC: Post Intervention:

signifikante Gruppenunterschiede zugunsten MBSR: SMD=-0.74

(p=0.001)

11 Wochen-Follow-up:

signifikante Gruppen­unterschiede zugunsten MBSR: SMD=-1.0

(p<0.001)

Arm A: MBSR

SUEs: 0/18

UEs: 0/18

 

Arm B: UC

SUEs: 0/17

UEs: 0/17

 

Walther Cancer Foundation

+ National Cancer Institute (USA)

 

Laut Angaben kein COI

Risk of Bias

SB: low

PB: unclear

DB: low

AB: low

RB: low

OB: high

 

Pilotstudie

1b

Johns (2015): Krebsbedingte Müdigkeit (CRF) ist eines der häufigsten, anhaltendsten und einschränkensten Symptome im Zusammenhang mit Krebs und seiner Behandlung. Evidenzbasierte Behandlungen, die für Patienten akzeptabel sind, sind dringend erforderlich. Diese Studie untersuchte die Wirksamkeit der auf Achtsamkeit basierenden Stressreduktion (MBSR) bei CNI und verwandten Symptomen. Eine Stichprobe von 35 Krebsüberlebenden mit klinisch signifikantem CNI wurde nach dem Zufallsprinzip einer 7-wöchigen MBSR-basierten Interventions- oder Wartelisten-Kontrollgruppe zugeordnet. Die Interventionsgruppe erhielt Schulungen in Achtsamkeitsmeditation, Yoga und Selbstregulierungsreaktionen auf Stress. Ermüdungsstörungen (primäres Ergebnis) und eine Vielzahl von sekundären Ergebnissen (z. B. Schweregrad der Müdigkeit, Vitalität, Lebensqualität, Depression, Angst und Schlafstörung) wurden zu Studienbeginn, nach der Intervention und nach 1-monatiger Nachbeobachtung bewertet. Die Teilnehmer beider Gruppen wurden nach Abschluss ihrer jeweiligen MBSR-Kurse 6 Monate lang beobachtet, um die Aufrechterhaltung der Wirkungen zu untersuchen. Im Vergleich zu Kontrollen berichtete die MBSR-Gruppe über große Reduktionen nach der Intervention, hinsichtlich der Beeinträchtigung durch und der Schwere der Ermüdung, Verbesserung der Vitalität, Depression und Schlafstörung. Die Ergebnisse wurden nach 1-monatiger Nachbeobachtung beibehalten oder verbessert. Zu diesem Zeitpunkt traten bedeutsame Verbesserungen der Lebensqualität und der Angst auf. Verbesserungen in allen Ergebnissen wurden 6 Monate nach Abschluss des Kurses beibehalten. Die MBSR-Einhaltung war hoch, mit 90% Teilnahme in allen Gruppen und einer hohen Rate von Teilnehmern, die Achtsamkeitspraktiken zu Hause durchführten. Eine auf Achtsamkeit basierende Stressreduktion ist eine vielversprechende Behandlung für CNI und die damit verbundenen Symptome.

Kenne Sarenmalm et. al. (2017)

Referenz/Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Interventionen

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finan­zierung

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Kenne Sarenmalm (2017): Mindfulness and its efficacy for psycho­logical and biologi­cal responses in women with breast cancer. Cancer Med.

Ref.ID: 1045

RCT

prospektiv, monozentrisch,

offen,

3 Arme

 

Eingeschlossen: N=177

Ausgewertet:

N=166

 

Land: Schweden

2010-2020 (ongoing)

Mamma-Karzinom

nach adjuvanter Therapie

 

Geschlecht:

100% weiblich

 

Alter: 34-80

Mittelwert: 57

Arm A:

N=62

Original 8 Wochen-MBSR Programm

+ UC

 

Arm B:

N=52

UC

 

Arm C:

N=52

MBSR-Selbst­hilfe­maual

+ UC

 

Primäre Endpunkte:

1. Ängstlichkeit (HADS)

2. Depressivität (HADS)

 

Sekundäre Endpunkte:

3. Symptome (MSAS)

4. Lebensquali­tät (global) (SF-36)

 

Nach Abschluss Chemo-/Radiotherapie:

1. Ängstlichkeit

® MBSR + UC versus UC: 12 Wochen Follow-up: keine signifikanten Gruppenunterschiede

(p≥0.05)

 

2. Depressivität

® MBSR + UC versus UC: 12 Wochen Follow-up: signifikante Gruppenunterschiede zugunsten MBSR (p=0.015)

 

3. Symptome

® MBSR + UC versus UC: 12 Wochen Follow-up: signifikante Gruppenunterscheide

für psychologische Symptome (p=0.019) und Gesamt-Distress (p=0.013), keine signifikanten Gruppenunterschiede für physische Symptome und Gesamtbeeinträchti­gung durch die Sympto­matik (p≥0.05)

 

4. Lebensqualität (global)

® MBSR + UC versus UC: 12 Wochen Follow-up: signifikante Gruppenunterscheide zugunsten MBSR für „Psychische Gesundheit“ (p=0.001), sonst keine Gruppenunterscheide (p≥0.05)

SUEs: 2/177

(keine An­gaben in welcher Gruppe die SUEs aufge­treten sind)

 

Swedish Cancer Society

+ Health &

Medical Care Committee of the Regional

Executive Board

+ Västra Götaland

+ Research Funds Skaraborg Hospital

+ Skara­borg Research Committee

(Sweden)

 

Laut Angaben kein COI

Risk of Bias

SB: low

PB: high

DB: high

AB: low

RB: low

OB: high

 

Keine Alpha-levelkorrektur für multiple primäre End-punkte, Aus­schluss von Patienten,

die die Inter­vention nicht vollständig absolviert haben, Vergleiche gegen die aktive Kontrolle

(Arm C) nicht berichtet

2b

Kenne Sarenmalm (2017): Viele Überlebende von Brustkrebs müssen sich mit einer Vielzahl von psychischen und physiologischen Folgen auseinandersetzen, einschließlich gestörter Immunreaktionen. Das Ziel dieser Studie war es, die Wirksamkeit einer auf Achtsamkeit basierenden Intervention zur Stressreduzierung (MBSR) bei Stimmungsstörungen bei Frauen mit Brustkrebs zu untersuchen. Sekundäre Ergebnisse waren Symptomerfahrung, Gesundheitszustand, Bewältigungsfähigkeit, Achtsamkeit, posttraumatisches Wachstum und Immunstatus. 166 Frauen mit Brustkrebs wurden nach dem Zufallsprinzip einer von drei Gruppen zugeordnet: MBSR (8 wöchentliche Gruppensitzungen von MBSR), aktive Kontrollen (Selbsthilfemanual zu MBSR) und Nicht-MBSR. Das primäre Ergebnis waren Ängstlichkeit und Depressivität. Sekundäre Ergebnisse waren Symptome und Beeinträchtigung dadurch und Lebensqualität. Die Ergebnisse liefern Hinweise auf vorteilhafte Wirkungen von MBSR auf psychologische und biologische Reaktionen. Frauen in der MBSR-Gruppe zeigten bedeutsame Verbesserungen der Depressionswerte im Vergleich zu Nicht-MBSR. Es wurden auch bedeutsame Verbesserungen der Werte für Stress, Symptombelastung und psychische Gesundheit beobachtet. Darüber hinaus verbesserte MBSR die Bewältigungskapazität, sowie Achtsamkeit und posttraumatisches Wachstum. MBSR haben möglicherweise das Potenzial, Depressionen und Symptomerfahrungen zu lindern und die Bewältigungskapazität, Achtsamkeit und das posttraumatische Wachstum zu verbessern, was das Überleben von Brustkrebs verbessern kann. MBSR führte auch zu einer vorteilhaften Wirkung auf die Immunfunktion. Die methodische Qualität ist jedoch überwiegend als schlecht zu bewerten, sodass die Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden müssen.

Schellekens et. al. (2017)

Referenz/Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Interventionen

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechsel­wirkungen

Finanzierung

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Schellekens (2017): Mindfulness-based stress reduction added to care as usual for lung cancer patients and/or their partners: A multi­centre randomized controlled trial. Psycho-Oncology.

Ref.ID: 1050

RCT

prospektiv, multizentrisch, offen,

2 Arme

 

Eingeschlossen: N=63

Ausgewertet:

N=63

 

Land: Niederlande

2012-2015

Lungen-Karzinom

(Stage I bis IV) während und nach adjuvanter Therapie sowie palliative Patienten

 

Geschlecht:

52% weiblich

 

Alter:

Mittelwert: 59

Arm A:

N=31

Original 8 Wochen-MBSR Programm

+ UC

 

Arm B:

N=32

UC/Warteliste

Primäre Endpunkte:

1. Ängstlichkeit (HADS)

2. Depressivität (HADS)

 

Sekundär Endpunkt:

3. Lebensquali­tät (tumorspezi­fisch) (EORTC- QLQ-C30)

 

 

Während/nach Abschluss Chemo-/ Radiotherapie:

1. Ängstlichkeit

® MBSR + UC versus UC: Post Intervention und 20 Wochen Follow-up: signifikante Gruppenunterschiede zugunsten MBSR: SMD=0.62 (p=0.007)

 

2. Depressivität

® MBSR + UC versus UC: Post Intervention und 20 Wochen Follow-up: signifikante Gruppenunterschiede zugunsten MBSR: SMD=0.69 (p=0.027)

 

3. Lebensqualität (tumorspezifisch)

® MBSR + UC versus UC: Post Intervention und 20 Wochen Follow-up: signifikante Gruppenunterschiede zugunsten MBSR: SMD=0.60 (p=0.047)

Arm A: MBSR

SUEs: 8/31

UEs: 0/31

 

Arm B: UC

SUEs: 9/32

UEs: 0/32

 

Foundation Alpe d'Huzes

(Nieder­lande)

+ Dutch

Cancer Society

 

Laut Angaben kein COI

 

Risk of Bias

SB: low

PB: unclear

DB: unclear

AB: low

RB: high

OB: high

 

Final weniger Patienten eingeschlossen als in apriori Berechnung von N kalkuliert

2b

Schellekens (2017): Die vorliegende Studie untersuchte die Wirksamkeit einer zusätzlichen achtsamkeitsbasierten Stressreduktion im Vergleich zu ausschließlich Standardversorgung, um die psychische Belastung bei Lungenkrebspatienten und / oder ihren Partnern zu verringern. Die auf Achtsamkeitsbasierte Stressreduktion ist eine 8-wöchige gruppenbasierte Intervention, die Achtsamkeitspraxis und Lehren zu Stress umfasst. Die Standardversorgung umfasste eine Krebsbehandlung, medizinische Konsultationen und unterstützende Maßnahmen. Das primäre Ergebnis war psychische Belastung. Zu den sekundären Ergebnissen gehörten Lebensqualität, Belastung der Pflegekräfte, Zufriedenheit mit der Beziehung, Achtsamkeit, Selbstmitgefühl, Grübeln und posttraumatische Stresssymptome. Die Ergebnisse wurden zu Studienbeginn, nach der Intervention und nach 3 Monaten bewertet. Insgesamt 31 Patienten und 21 Partner wurden nach dem Zufallsprinzip MBSR und 32 Patienten und 23 Partner der Standardversorgung zugeteilt. Nach der Intervention berichteten Patienten über bedeutsam weniger psychische Belastungen im Vergleich zur Standardversorgung allein. Diejenigen mit mehr Belastung zu Beginn der Intervention profitierten am meisten von MBSR. Darüber hinaus zeigten Patienten nach nach MBSR mehr Verbesserungen in Bezug auf Lebensqualität, Achtsamkeit, Selbstmitgefühl und Grübeln als nach Standardversorgung. Bei den Partnern wurden keine Unterschiede zwischen den Gruppen festgestellt. Die Ergebnisse legen nahe, dass psychische Belastungen bei Lungenkrebspatienten möglicherweise effektiv mit MBSR behandelt werden können. Bei den Partnern wurde keine Wirkung festgestellt, möglicherweise weil sie sich mehr auf das Wohlbefinden der Patienten als auf ihr eigenes konzentrierten. Die Studienberichterstattung, sowie die methodische Qualität sind jedoch überwiegend als schlecht zu bewerten, sodass die Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden müssen.

Victorson et. al. (2017)

Referenz/Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Interventionen

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechsel­wirkungen

Finanzierung

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Victorson (2017): Feasibility, acceptability and preliminary psychological benefits of mindfulness meditation training in a sample of men diagnosed with prostate cancer on active surveillance: results from a randomized controlled pilot trial. Psycho-Oncology.

Ref.ID: 1052

RCT

prospektiv, monozentrisch, offen,

2 Arme

 

Eingeschlossen: N=43

Ausgewertet:

N=38 (Post)

N=31 (Follow-up)

 

Land: USA

2010-2013

Prostata-Karzinom im Frühstadium während Active Surveillance

 

Geschlecht:

0% weiblich

 

Alter: 57-83

Mittelwert: 70

Arm A:

N=21/17

Original 8 Wochen-MBSR Programm

+ UC

 

Arm B:

N=17/14

UC/Achtsam­keitsbuch

Endpunkte:

1. Ängstlichkeit

(MAX-PC)

2. Lebensquali­tät (global) (PGH-10)

 

Während Active Surveillance:

1./2. Ängstlichkeit /Lebensqualität (global)

® MBSR + UC versus UC: Post Intervention und 52 Wochen-Follow-up: keine signifikanten Gruppenunterschiede

(p≥0.05)

 

 

Keine Angaben zu UEs

John and Carol Walter Center for

Urological Health, North Shore University Health System

(USA)

+

American Cancer Society

 

Laut Angaben kein COI

Risk of Bias

SB: unclear

PB: unclear

DB: low

AB: low

RB: unclear

OB: low

 

Pilotstudie

2b

Victorson (2017): Ziel dieser Studie war es, die Durchführbarkeit und Wirksamkeit eines 8-wöchigen Achtsamkeitstrainingsprogramms (Mindfulness Based Stress Reduction) auf die Ängstlichkeit und Lebensqualität bei einer Stichprobe von Männern mit Prostatakrebs zu untersuchen. Männer wurden nach dem Zufallsprinzip entweder einem 8-wöchigen MBSR_Programm oder einer Kontrollgruppe zugeteilt, welche ein Achtsamkeitsbuch erhielt. Die Patienten führten selbst berichtete Messungen zu Angst vor Prostatakrebs, der Unsicherheit vor Unverträglichkeit, der globalen Lebensqualität, der Achtsamkeit und des posttraumatischen Wachstums zu Studienbeginn, nach 8 Wochen, 6 Monaten und 12 Monaten aus. Die Teilnehmer am MBSR zeigten eine bedeutsame Abnahme der Angst vor Prostatakrebs und der Unsicherheit vor Unverträglichkeit, sowie eine bedeutsame Zunahme der Achtsamkeit, der globalen psychischen Gesundheit und des posttraumatischen Wachstums. Die Teilnehmer an der Kontrollbedingung zeigten im Laufe der Zeit auch eine bedeutsame Zunahme der Achtsamkeit. Zwischen den Gruppen wurden keine bedeutsamen Unterschiede gefunden. Achtsamkeitstraining kann Männern möglicherweise helfen, mit einigen der mit aktiver Überwachung verbundenen Stressfaktoren und Unsicherheiten besser umzugehen. Die Studienberichterstattung ist jedoch überwiegend als schlecht zu bewerten, sodass die Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden müssen.

Blaes et. al. (2016)

Referenz/Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Interventionen

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finan­zierung

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Blaes (2016): Mindfulness-based cancer recovery in survivors recovering from chemotherapy and radiation. J Community Support Oncol.

Ref.ID: 1034 [2]

RCT

prospektiv, monozentrisch, offen,

2 Arme

 

Eingeschlossen: N=42

Ausgewertet:

N=35

 

Land: USA

2012-2013

Mamma-Karzinom, Nieren-Karzinom und Lymphome nach adjuvanter Therapie

 

Geschlecht:

90% weiblich

 

Alter: 36-79

Mittelwert: 55

Arm A:

N=24

8 Wochen

Mindfulness-based Cancer Recovery (MBCR)

Programm

+ UC

 

Arm B:

N=11

UC/Warteliste

Endpunkte:

1. Schlaf (PSQI)

2. Fatigue (FACT-F)

3. Ängstlichkeit (STAI)

 

Nach Abschluss Chemo-/Radiotherapie:

1. Schlaf

® MBCR + UC versus UC: 17 Wochen-Follow-up: signifikante Gruppenunterschiede zugunsten MBSR (p=0.03)

 

2. Fatigue

® MBCR + UC versus UC: 17 Wochen-Follow-up: keine signifikanten Gruppenunterschiede

(p≥0.05)

 

3. Ängstlichkeit

® MBCR + UC versus UC: 17 Wochen-Follow-up: keine signifikanten Gruppenunterschiede

(p≥0.05)

 

 

SUEs: 1/42

(keine An-gaben in welcher Gruppe der SUE aufge­treten ist)

National Institutes of Health

(USA)

 

Laut Angaben kein COI

 

Risk of Bias

SB: unclear

PB: high

DB: high

AB: low

RB: high

OB: high

 

Final weniger Patienten eingeschlossen als in apriori Berechnung von N kalkuliert, keine Definition primärer/ sekundärer Endpunkte, keine Alpha-levelkorrektur für multiple Endpunkte, weitere nicht berichtete Endpunkte (Lebensqualität, sexuelle Dysfunktionen)  

2b

Blaes (2016): Schlafstörungen, Müdigkeit und Angstzustände sind häufige Zustände bei Überlebenden von Krebserkrankungen. Kleine Studien legen nahe, dass auf Achtsamkeit basierende Interventionen bei krebsbedingter Müdigkeit hilfreich sein können. Ziel der Studie war es, die Wirksamkeit von einem 8-wöchigen Mindfulness-based Cancer Recovery (MBCR)

Programm für Krebsüberlebende, die sich von einer Chemotherapie oder Strahlentherapie erholen, zu untersuchen. 42 Krebsüberlebende, die sich innerhalb von 6 Monaten nach Abschluss der Chemotherapie oder Bestrahlung befanden, wurden nach dem Zufallsprinzip dem MBCR-Programm (n = 28) oder Wartelisten-Kontrollen (n = 14) zugeteilt. Schlaf, Müdigkeit und Angst wurden zu Studienbeginn, nach 2 Monaten (nach Abschluss des MBCR-Kurses) und 4 Monaten (2 Monate nach Abschluss des Kurses) mithilfe von Fragebögen erfasst. 32 von 42 Teilnehmern nahmen an einer optionalen Blutentnahme teil, um die Immunfunktion zu bewerten. 79% der MBCR-Gruppe nahmen an mindestens 7 der 9 MBCR-Sitzungen teil. Bei der 2-und 4-Monats-Bewertung verbesserte sich die Schlafqualität in der MBCR-Gruppe im Vergleich zur Wartelistengruppe bedeutsam. Es gab keine statistisch bedeutsame Verbesserung der Ermüdung oder der Ängstlichkeit. Immunfunktionsmessungen waren statistisch nicht bedeutsam. Es ist möglich, dass die psychologische Unterstützung durch einen Moderator und / oder anderen Krebsüberlebenden einen positiven Einfluss auf die Ergebnisse der MBCR-Gruppe hatte. MBCR führt möglicherweise zu einer nachhaltigen Verbesserung der Schlafqualität. Die methodische Qualität ist jedoch überwiegend schlecht, sodass die Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden müssen.

Garland et. al. (2014)

Referenz/Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Interventionen

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finan­zierung

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Garland (2014): Mindfulness-based stress reduction compared with cognitive behavioral therapy for the treatment of insomnia comorbid with cancer: a randomized, partially blinded, noninferiority trial.

J Clin Oncol.

Ref.ID: 1040

RCT

prospektiv, monozentrisch, offen,

2 Arme

 

Eingeschlossen: N=111

Ausgewertet:

N=111

 

Land: Kanada

2008-2011

Mamma-Karzinom, Prostata-Karzinom, Lymphome, Gynäkologisches Karzinom, Kolon-Karzinom, Kopf-Karzinom, Lungen-Karzinom, Haut-Karzinom (Stage I bis III) mit Insomnie, nach adjuvanter Therapie

 

Geschlecht:

72% weiblich

 

Alter: 35-88

Mittelwert: 59

Arm A:

N=64

8 Wochen

Mindfulness-based Cancer Recovery (MBCR)

Programm

+ UC

 

Arm B:

N=47

Cognitive Behavioral Therapy (CBT)

+ UC

Primärer Endpunkt:

1. Insomnie (ISI)

 

 

Nach Abschluss Chemo-/Radiotherapie:

1. Insomnie

® MBCR versus CBT:

Post Intervention: Unter­legenheit von MBCR (p=0.350)

22 Wochen-Follow-up:

signifikante Nichtunterlegenheit von MBCR

(p=0.020)

 

Arm A: MBSR

SUEs: 1/64

UEs: 2/64

 

Arm B: CBT

SUEs: 1/47

UEs: 0/47

Alberta Cancer Board

+ Mind & Life

Institute

+ Canadian Cancer

Society

+ Alberta Cancer

Foundation

(Kanada)

 

Laut Angaben kein COI

Risk of Bias

SB: low

PB: unclear

DB: unclear

AB: low

RB: low

OB: low

 

Für sekundäre Endpunkte (Aktigraphie, Stress und Schlafqualität) keine Zwischengruppen vergleiche getrennt für beide Follow-up Zeitpunkte berichtet

1b

Garland (2014): Unsere Studie untersuchte, ob eine auf Achtsamkeit basierende Stressreduktion (MBSR) mit der kognitiven Verhaltenstherapie bei Schlaflosigkeit (CBT-I) zur Behandlung von Schlaflosigkeit bei Krebspatienten vergleichbar ist. Patienten mit Schlaflosigkeit und verschiedenen Krebsdiagnosen wurden rekrutiert. Schlaflosigkeit wurde zu Studienbeginn, nach dem Programm und nach 3 Monaten gemessen. Schlaftagebücher und Aktigraphie maßen die Latenz des Schlafbeginns (SOL), das Aufwachen nach dem Einschlafen (WASO), die Gesamtschlafzeit (TST) und die Schlafeffizienz. Zu den sekundären Ergebnissen gehörten Schlafqualität, Schlafvorstellungen, Stimmung und Stress. 111 Patienten wurden nach dem Zufallsprinzip dem 8-wöchigen Achtsamkeitsbasierten Stressmeditationsprogramm (MBCR) oder der Kognitiven Verhaltenstherapie zugeordnet. MBSR war CBT-I unterlegen, um den Schweregrad der Schlaflosigkeit unmittelbar nach dem Programm zu verbessern, aber MBSR zeigte bei der Nachuntersuchung keine Minderwertigkeit. Das im Schlaftagebuch gemessene SOL wurde in der CBT-I-Gruppe um 22 Minuten und in der MBSR-Gruppe bei der Nachuntersuchung um 14 Minuten reduziert. Ähnliche WASO-Reduktionen wurden für beide Gruppen beobachtet. Die TST erhöhte sich für CBT-I um 0.60 Stunden und für MBSR um 0.75 Stunden. CBT-I verbesserte die Schlafqualität und die Funktionsstörungen des Schlafes, während beide Gruppen weniger Stress und Stimmungsstörungen erlebten. Obwohl MBSR eine klinisch bedeutsame Veränderung des Schlafes und der psychischen Ergebnisse hervorrief, war CBT-I mit einer schnellen und dauerhaften Verbesserung verbunden.

Lengacher et. al. (2015, 2016, 2018)

Referenz/Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Interventionen

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finan­zierung

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Lengacher (2015): The effects of mindfulness-based stress reduction on objective and subjective sleep parameters in women with breast cancer: a rando­mized controlled trial. Psycho-Oncology.

Ref.ID: 1046

+

Lengacher (2016): Examination of Broad Symptom Improvement Resulting From Mindfulness-Based Stress Reduction in Breast Cancer Survivors: a Rando­mized Controlled Trial. J Clin Oncol.

Ref.ID: 1047

+

Lengacher (2018):

A Large Randomized Trial: Effects of Mindfulness-Based Stress Reduction (MBSR) for Breast Cancer (BC) Survivors on Salivary Cortisol and IL-6. Biol Res Nurs.

Ref.ID: 1048

RCT

prospektiv, bizentrisch, offen,

2 Arme

 

Eingeschlossen: N=322

Ausgewertet:

N=313 (79 für Aktigraphie)

 

Land: USA

2009-2013

Mamma-Karzinom (Stage 0 bis III) nach adjuvanter Therapie

 

Geschlecht:

100% weiblich

 

Alter:

Mittelwert: 57

Arm A:

N=167

Adaptiertes 6 Wochen-MBSR Programm

+ UC

 

Arm B:

N=155

UC/Warteliste

Endpunkte:

1. Lebensquali­tät (global) (SF-36)

2. Fatigue (FSI)

3. Schlaf (PSQI)

4. Stress (PSS)

5. Ängstlichkeit (STAI)

6. Depressivität (CES-D)

7. Schlaf (Aktigraphie)

8. Schmerz (BPI)

9. Speichel­kortisol (CS)

 

 

Nach Abschluss Chemo-/Radiotherapie:

7. Aktigraphie

® MBSR + UC versus UC: Post Intervention:

keine signifikanten Gruppenunterschiede

(p≥0.05)

12-Wochen Follow-up:

signifikante Gruppen­unterschiede zugunsten MBSR für SE (p=0.040) und NWB (p=0.01),

keine signifikanten Gruppenunterschiede für OL, TST und WASO

(p≥0.05)

 

8. Schmerz

® MBSR + UC versus UC: Post Intervention und 12-Wochen Follow-up: keine signifikanten Gruppenunterschiede

(p≥0.05)

 

9. Speichelkortisol

® MBSR + UC versus UC: Post Intervention und 12-Wochen Follow-up: keine signifikanten Gruppenunterschiede

(p≥0.05)

 

Keine Angaben zu UEs

National Cancer Institute

(USA)

 

Laut Angaben kein COI

 

Risk of Bias

SB: unclear

PB: unclear

DB: unclear

AB: low

RB: high

OB: low

 

Endpunkte 1-6 bereits in Haller (2017) eingeschlossen

2b

Lengacher (2015): Ziel dieser Studie war es, die Auswirkungen einer auf Achtsamkeit basierenden Stressreduktion bei Brustkrebsüberlebenden (MBSR (BC)) auf mehrere Messungen objektiver und subjektiver Schlafparameter, sowie die Verbesserung der psychischen und physischen Symptome, der Lebensqualität und Stress bei Brustkrebsüberlebenden (BCS) zu untersuchen. 79 Brustkrebspatienten Stadien 0 bis III wurden nach dem Zufallsprinzip entweder einem 6-wöchigen MBSR (BC) -Programm mit einer 12-wöchigen Nachbeobachtungszeit oder einer Kontrollgruppe welche Standardversorgung erhielt, zugeordnet. Subjektive Schlafparameter (SSP) (dh Schlaftagebücher und Fragebögen) und objektive Schlafparameter (OSP) (dh Aktigraphie), sowie die psychischen (Depressionen, Angstzustände, Stress und Angst vor einem erneuten Auftreten) und körperlichen Symptome (Müdigkeit und Schmerzen), sowie die Lebensqualität (in Bezug auf die Gesundheit) und das Speichelkortisollevel wurden zu Studienbeginn, 6 Wochen und 12 Wochen nach Abschluss der Intervention gemessen. Die Ergebnisse zeigten Hinweise auf eine positive Wirkung von MBSR (BC) auf OSP nach 12 Wochen auf die Schlafeffizienz, Prozent der Schlafzeit und geringere Anzahl an Wachphasen gegenüber der Kontrollgruppe. Die Ergebnisse zeigten eine Verbesserung der MBSR (BC) -Gruppe im Vergleich zur üblichen Behandlung, sowohl bei psychischen Symptomen der Angst, der Angst vor einem erneuten Auftreten insgesamt als auch bei der Angst vor Rezidivproblemen und körperlichen Symptomen, der Schwere der Müdigkeit und der Ermüdungsstörung. Die Studienberichterstattung ist jedoch überwiegend als schlecht zu bewerten, sodass die Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden müssen.

Speca et. al. (2000)

Referenz/Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Interventionen

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finan­zierung

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Speca (2000):

A randomized, wait-list controlled clinical trial: the effect of a mind­fulness meditation-based stress reduc­tion program on mood and symp­toms of stress in cancer outpatients. Psychosom Med.

Ref.ID: 1051

RCT

prospektiv, monozentrisch, offen,

2 Arme

 

Eingeschlossen: N=109

Ausgewertet:

N=90

 

Land: Kanada

Zeitraum nicht berichtet

Mamma-Karzinom, Ovarial-Karzinom, Prostata-Karzinom, Lymphome, Melanome, Endometrial-Karzinom, Kolon-Karzinom, Cervical-Karzinom (Stage I bis IV) während/nach adjuvanter Therapie

 

Geschlecht:

79% weiblich

 

Alter: 27-75

Mittelwert: 51

Arm A:

N=53

Adaptiertes 7 Wochen-MBSR Programm

+ UC

 

Arm B:

N=37

UC/Warteliste

Primäre Endpunkte:

1. Ängstlichkeit (POMS)

2. Depression (POMS)

3. Fatigue (POMS)

4. Stress (SOSI)

 

Während/nach Abschluss Chemo-/ Radiotherapie:

1./2./4. Ängstlichkeit/ Depression/Stress

® MBSR + UC versus UC: Post Intervention:

signifikante Gruppen­unterschiede zugunsten MBSR (p<0.05)

 

3. Fatigue

® MBSR + UC versus UC: Post Intervention:

keine signifikanten Gruppenunterschiede

(p≥0.05)

 

SUEs: 9/109

(keine An­gaben in welcher Gruppe die SUEs aufge­treten sind)

 

 

Alternative Cancer

Research Foundation of Calgary (Kanada)

+ Social Sciences and

Humanities Research Council of Canada

+ National Cancer Institute (Kanada)

+ Canadian Cancer Society

 

Keine Angaben zum COI

Risk of Bias

SB: unclear

PB: unclear

DB: unclear

AB: low

RB: unclear

OB: low

2b

Speca (2000): Das Ziel dieser Studie war es, die Auswirkungen der Teilnahme an einem auf Achtsamkeitsmeditation basierenden Stressreduktionsprogramm auf Stimmungsstörungen und Stresssymptome bei ambulanten Krebspatienten zu untersuchen. 109 Krebspatienten wurden nach dem Zufallsprinzip entweder dem adaptierten MBSR-Programm oder einer Wartelisten-Kontrollbedingung zugeordnet. Die Patienten bewerteten ihre Stimmung und das Stressempfinden, sowohl vor als auch nach der Intervention. Die Intervention bestand aus einer wöchentlichen Meditationsgruppe von 1.5 Stunden über 7 Wochen plus Hausmeditationspraxis. Nach der Intervention hatten Patienten in der Behandlungsgruppe bedeutsam niedrigere Werte für Depression, Angst, Wut und Verwirrung und mehr Kraft als Kontrollpersonen. Die Behandlungsgruppe hatte auch insgesamt weniger Stresssymptome, weniger emotionale Reizbarkeit und kognitive Desorganisation, sowie weniger gewohnheitsmäßige Stressmuster. Die Gesamtverringerung der gesamten Stimmungsstörung betrug 65%, die Verringerung der Stresssymptome 31%. Dieses Programm war möglicherweise wirksam bei der Verringerung von Stimmungsstörungen und Stresssymptomen bei männlichen und weiblichen Patienten mit einer Vielzahl von Krebsdiagnosen, Krankheitsstadien und Altersgruppen. Die Studienberichterstattung ist jedoch überwiegend als schlecht zu bewerten, sodass die Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden müssen.

Bränström et. al. (2010)

Referenz/Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Interventionen

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finan­zierung

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Bränström (2010): Self-report mind­fulness as a medi­ator of psycholo­gical well-being in a stress reduction intervention for cancer patients – a randomized study. Ann Behav Med.

Ref.ID: 1037

RCT

prospektiv, monozentrisch, offen,

2 Arme

 

Eingeschlossen: N=85

Ausgewertet:

N=71

 

Land: Sweden

2007-2008

Mama-Karzinom, Gynäkologisches Karzinom, Pankreas-Karzinom, Nacken-Karzinom, Lymphome,

nach adjuvanter Therapie

 

Geschlecht:

99% weiblich

 

Alter:30-65

Mittelwert: 52

Arm A:

N=32

Adaptiertes 8 Wochen-MBSR Programm

+ UC

 

Arm B:

N=39

UC/Warteliste

Primärer Endpunkt:

1. Stress (PSS)

 

Sekundäre Endpunkte:

2. Ängstlichkeit (HADS)

3. Depressivität (HADS)

4. Speichel-kortisol (CS)

Nach Abschluss Chemo-/Radiotherapie:

1. Stress

® MBSR + UC versus UC: Post Intervention:

signifikante Gruppen­unterschiede zugunsten MBSR: SMD=-0.63 (p=0.004)

26 Wochen Follow-up:

keine signifikanten Gruppenunterschiede

(p≥0.05)

 

2.-4. Ängstlichkeit / Depressivität/Speichel­kortisol

® MBSR + UC versus UC: Post Intervention und 26 Wochen Follow-up: keine signifikanten Gruppenunterschiede

(p≥0.05)

 

Arm A: MBSR

SUEs: 0/32

UEs: 0/23

 

Arm B: UC

SUEs: 0/39

UEs: 0/39

 

 

Swedish Council for Working Life and

Social Research

+ Swedish Cancer Society

+ Cancer Och Trafikska­dades Riks­förbund (Sweden)

 

Laut Angaben kein COI

Risk of Bias

SB: low

PB: unclear

DB: low

AB: low

RB: high

OB: low

 

 

1b

Bränström (2010): Es gibt zunehmend Hinweise auf positive Auswirkungen von Achtsamkeit und Achtsamkeitstraining auf verschiedene Indikatoren für die geistige und körperliche Gesundheit.

In dieser Studie wurden die 6-monatigen Follow-up-Effekte eines Trainingsprogramms zur Reduzierung von Achtsamkeitsstress bei Krebspatienten auf wahrgenommenen Stress, Depressionen, Angstzustände, posttraumatische Stresssymptome, positive Gemütszustände, Selbstwirksamkeitserleben und Achtsamkeit untersucht. Patienten mit einer früheren Krebsdiagnose wurden nach dem Zufallsprinzip in eine Interventionsgruppe oder eine Wartelisten-Kontrollgruppe eingeteilt. Die Intervention bestand aus einem 8-wöchigen Achtsamkeitstraining. Im Vergleich zu den Teilnehmern der Kontrollgruppe zeigte die Interventionsgruppe nach 6 Monaten eine größere Zunahme der Achtsamkeit und ein geringeres Stresserleben direkt nach der Intervention. Bei den anderen Ergebnissen gab es jedoch keine Unterschiede zwischen der Interventions- und der Kontrollgruppe. Fortgesetzte Meditationspraxis war mit einer bedeutsamen Verringerung der posttraumatischen Stresssymptome der Vermeidung verbunden. Die Studie macht auf die Notwendigkeit aufmerksam, die Wirkungsweise von Achtsamkeitstrainings besser zu verstehen und mögliche Änderungen der Achtsamkeitsinterventionen vorzunehmen, um im Laufe der Zeit nachhaltigen Nutzen zu erzielen.

Bränström et. al. (2012)

Referenz/Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Interventionen

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finan­zierung

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Bränström (2012):

A randomized

study of the effects of mindfulness training on psycho­logical well-being and symptoms of stress in patients treated for cancer

at 6-month follow-up. Int J Behav

Med.

Ref.ID: 1038  

RCT

prospektiv, monozentrisch, offen,

2 Arme

 

Eingeschlossen: N=85

Ausgewertet:

N=71

 

Land: Sweden

2007-2008

Mama-Karzinom, Gynäkologisches Karzinom, Pankreas-Karzinom, Nacken-Karzinom, Lymphome,

nach adjuvanter Therapie

 

Geschlecht:

99% weiblich

 

Alter:30-65

Mittelwert: 52

Arm A:

N=32

Adaptiertes 8 Wochen-MBSR Programm

+ UC

 

Arm B:

N=39

UC/Warteliste

Primärer Endpunkt:

1. Stress (PSS)

 

Sekundäre Endpunkte:

2. Ängstlichkeit (HADS)

3. Depressivität (HADS)

4. Speichel-kortisol (CS)

Nach Abschluss Chemo-/Radiotherapie:

1. Stress

® MBSR + UC versus UC: Post Intervention:

signifikante Gruppen­unterschiede zugunsten MBSR: SMD=-0.63 (p=0.004)

26 Wochen Follow-up:

keine signifikanten Gruppenunterschiede

(p≥0.05)

 

2.-4. Ängstlichkeit / Depressivität/Speichel­kortisol

® MBSR + UC versus UC: Post Intervention und 26 Wochen Follow-up: keine signifikanten Gruppenunterschiede

(p≥0.05)

 

Arm A: MBSR

SUEs: 0/32

UEs: 0/23

 

Arm B: UC

SUEs: 0/39

UEs: 0/39

 

 

Swedish Council for Working Life and

Social Research

+ Swedish Cancer Society

+ Cancer Och Trafikska­dades Riks­förbund (Sweden)

 

Laut Angaben kein COI

Risk of Bias

SB: low

PB: unclear

DB: low

AB: low

RB: high

OB: low

 

 

1b

Bränström (2012): Es gibt zunehmend Hinweise auf positive Auswirkungen von Achtsamkeit und Achtsamkeitstraining auf verschiedene Indikatoren für die geistige und körperliche Gesundheit.

In dieser Studie wurden die 6-monatigen Follow-up-Effekte eines Trainingsprogramms zur Reduzierung von Achtsamkeitsstress bei Krebspatienten auf wahrgenommenen Stress, Depressionen, Angstzustände, posttraumatische Stresssymptome, positive Gemütszustände, Selbstwirksamkeitserleben und Achtsamkeit untersucht. Patienten mit einer früheren Krebsdiagnose wurden nach dem Zufallsprinzip in eine Interventionsgruppe oder eine Wartelisten-Kontrollgruppe eingeteilt. Die Intervention bestand aus einem 8-wöchigen Achtsamkeitstraining. Im Vergleich zu den Teilnehmern der Kontrollgruppe zeigte die Interventionsgruppe nach 6 Monaten eine größere Zunahme der Achtsamkeit und ein geringeres Stresserleben direkt nach der Intervention. Bei den anderen Ergebnissen gab es jedoch keine Unterschiede zwischen der Interventions- und der Kontrollgruppe. Fortgesetzte Meditationspraxis war mit einer bedeutsamen Verringerung der posttraumatischen Stresssymptome der Vermeidung verbunden. Die Studie macht auf die Notwendigkeit aufmerksam, die Wirkungsweise von Achtsamkeitstrainings besser zu verstehen und mögliche Änderungen der Achtsamkeitsinterventionen vorzunehmen, um im Laufe der Zeit nachhaltigen Nutzen zu erzielen.

Zernicke et. al. (2014)

Referenz/Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Interventionen

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finan­zierung

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Zernicke (2014):

A randomized wait-list controlled trial of feasibility and efficacy of an online mindfulness-based cancer recovery program: the eTherapy for cancer applying mindfulness trial. Psychosom Med.

Ref.ID: 1054

RCT

prospektiv, online,

offen,

2 Arme

 

Eingeschlossen: N=64

Ausgewertet:

N=64

 

Land: Kanada

2011-2012

Mamma-Karzinom,

Lymphome, Kolon-Karzinom, Prostata-Karzinom, Gynäkologische Karzinoms, Schild­drüsen-Karzinom, Knochen-Karzinom, Gehirn-Karzinom, Speiseröhren-Karzinom, Nieren-Karzinom, Leber-Karzinom, Lungen-Karzinom, Hoden-Karzinom (Stage I bis IV) nach adjuvanter Therapie

 

Geschlecht:

73% weiblich

 

Alter: 29-79

Mittelwert: 58

Arm A:

N=30

Online 8 Wochen-MBCR Programm

+ UC

 

Arm B:

N=32

UC/Warteliste

Primärer Endpunkt:

1. Feasibility

 

Sekundäre Endpunkte:

2. Psycholo­gsicher Distress (POMS)

3. Stress (CSOSI)

 

Während/nach Abschluss Chemo-/ Radiotherapie:

2. Psychologsicher Distress

® MBCR + UC versus UC: Post Intervention:

signifikante Gruppen­unterschiede zugunsten MBCR: SMD=0.44

(p=0.024)

 

3. Stress

® MBCR + UC versus UC: Post Intervention:

signifikante Gruppen­unterschiede zugunsten MBCR: SMD=0.49

(p=0.009)

 

 

Arm A: MBCR

SUEs: 0/30

UEs: 1/30

 

Arm B: UC

SUEs: 0/32

UEs: 0/32

 

Canadian Cancer Society

+

Alberta Cancer Foundation

+

Canadian Institutes

of Health

+

Mind

and Life Francisco J. Varela Research Award

(Kanada)

 

Laut Anga­ben COI von zwei Autoren (Entwickler/ Angestellte des Online-MBCR Pro­gramms)

Risk of Bias

SB: low

PB: high

DB: low

AB: low

RB: low

OB: low

 

 

1b

Zernicke (2014): Ziel der Studie war es, die Machbarkeit und die Auswirkungen eines Online-Gruppenprogramms zu achtsamkeitsbasierter Krebsgenesung (MBCR) für unterversorgte belastete Krebsüberlebende zu untersuchen. 62 Männer und Frauen, die innerhalb von 3 Jahren nach Abschluss der primären Krebsbehandlung ohne Zugang zu persönlicher MBCR eine mittelschwere bis hohe Belastung zeigten, wurden nach dem Zufallsprinzip entweder dem sofortigen Online-MBCR (n = 30) oder einer Warteliste (n= 32) zugeteilt. Die Teilnehmer füllten Fragebögen vor und nach der Intervention zur Psychologischen Belastung und Stress aus. Programmevaluierungen wurden nach MBCR abgeschlossen. Die Machbarkeitsziele für Rekrutierung und Bindung der Teilnehmer wurden erreicht, und die Teilnehmer waren zufrieden und würden Online-MBCR empfehlen. Es gab bedeutsame Verbesserungen und moderate Effekte in der Online-MBCR-Gruppe im Vergleich zu Kontrollen für die Gesamtpunktzahl der Stimmungsstörungen, psychologische Belastung, Stresssymptome, Spiritualität und achtsames Handeln. Die Ergebnisse bestätigen die Machbarkeit und mögliche Wirksamkeit einer Online-Anpassung von MBCR zur Verringerung von Stimmungsstörungen und Stresssymptomen, sowie eine Steigerung der Spiritualität und des achtsamen Handelns im Vergleich zu einer Warteliste.

Hoffman et. al. (2012)

Referenz/Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Interventionen

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finan­zierung

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Hoffman (2012): Effectiveness of mindfulness-based stress reduction in mood, breast- and endocrine-related quality of life, and well-being in stage 0 to III breast cancer: a rando­mized, controlled trial. J Clin Oncol.

Ref.ID: 1041

RCT

prospektiv, monozentrisch, offen,

2 Arme

 

Eingeschlossen: N=229

Ausgewertet:

N=209

 

Land: Großbritannien

2005-2006

Mamma-Karzinom (Stage I bis III) nach adjuvanter Therapie

 

Geschlecht:

100% weiblich

 

Alter:

Mittelwert: 50

Arm A:

N=102

Original 8 Wochen-MBSR Programm

+ UC

 

Arm B:

N=107

UC/Warteliste

Primärer Endpunkt:

1. Fatigue (POMS)

2. Ängstlichkeit (POMS)

3. Depressivität (POMS)

 

Sekundäre Endpunkte:

4. Lebensquali­tät (tumorspezi­fisch) (FACT-B)

5. Menopausale Symptome: Hitzewallungen, vaginale Probleme, Schwindel, Durchfall, Schmerzen, Stimmungsschwankungen (FACT-ES)

Nach Abschluss Chemo-/Radiotherapie:

5. Menopausale Symptome

® MBSR + UC versus UC: Post Intervention und 14 Wochen-Follow-up: signifikante Gruppenunterschiede zugunsten MBSR (p<0.001)

 

Arm A: MBSR

SUEs: 2/102

UEs: 1/102

 

Arm B: UC

SUEs: 1/107

UEs: 0/107

 

Girdlers’ Company

(Florence Nightingale

Founda­tion) (Groß­britanien)

 

Laut Angaben kein COI

Risk of Bias

SB: low

PB: high

DB: low

AB: low

RB: unclear

OB: low

 

Endpunkte 1-4 bereits in Haller (2017) eingeschlossen

1b

Hoffman (2012): Ziel der Studie war es, die Wirksamkeit der auf Achtsamkeit basierenden Stressreduktion (MBSR) hinsichtlich der Verbesserung der Stimmung, der brust- und endokrinen Lebensqualität und des Wohlbefindens nach einer Krankenhausbehandlung bei Frauen mit Brustkrebs im Stadium 0 bis III zu untersuchen. Die Studie wurde bei 229 Frauen nach Operation, Chemotherapie und Strahlentherapie bei Brustkrebs durchgeführt. Die Patienten wurden nach dem Zufallsprinzip dem 8-wöchigen MBSR-Programm oder der Standardversorgung zugeordnet. Die Stimmungszustände, Lebensqualität und Stimmungsschwankungen wurden in den Wochen 0, 8 und 12 gemessen. Es gab statistisch bedeutsame Verbesserungen des Ergebnisses in der Versuchsgruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe sowohl nach 8 als auch nach 12 Wochen für die Gesamtstimmungsstörung (und ihre Subskalen von Angst, Depression [nur 8 Wochen], Wut [ nur 12 Wochen], Vitalität, Müdigkeit und Verwirrung [nur 8 Wochen]) und Lebensqualität für die Subskalen des körperlichen, sozialen [nur 8 Wochen], emotionalen und funktionellen Wohlbefindens). MSBR verbesserte die Stimmung, die brust- und endokrine Lebensqualität und das Wohlbefinden bei Frauen mit Brustkrebs im Stadium 0 bis III wirksamer als die Standardversorgung, und diese Ergebnisse blieben nach drei Monaten bestehen. MBSR kann möglicherweise dazu beitragen, langfristige emotionale und physische Nebenwirkungen medizinischer Behandlungen, einschließlich endokriner Behandlungen, zu lindern.

Würtzen et. al. (2015)

Referenz/Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Interventionen

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finan­zierung

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Würtzen (2015): Effect of mindful­ness-based stress reduction on somatic symptoms, distress, mindful­ness and spiritual wellbeing in women with breast cancer: results of a rando­mized controlled trial. Acta Oncol.

Ref.ID: 1053

RCT

prospektiv, monozentrisch, offen,

2 Arme

 

Eingeschlossen: N=168

Ausgewertet:

N=168

 

Land: Dänemark

2008-2011

Mamma-Karzinom (Stage I bis III) während und nach adjuvanter Therapie

 

Geschlecht:

100% weiblich

 

Alter:

Mittelwert: 54

Arm A:

N=168

Original 8 Wochen-MBSR Programm

+ UC

 

Arm B:

N=168

UC

Primäre Endpunkte:

1. Ängstlichkeit (SCL-90-R)

2. Depression (CES-D)

 

Sekundäre Endpunkte:

3. Schlaf

(MOS-SS)

4. Lebensquali­tät (tumorspezi­fisch): Symp­tome: Schmerz, Kognition, vaso­motorische Symptome,

Übelkeit, sexu­elle, urologische und vaginale Pro­bleme (BCPT)

Während/nach Abschluss Chemo-/ Radiotherapie:

4. Lebensqualität (tumorspezifisch)

® MBSR + UC versus UC: Post Intervention und 26 Wochen-Follow-up: signifikante Gruppenunterschiede zugunsten MBSR (p=0.010 und p=0.002)

52 Wochen-Follow-up:

keine signifikanten Gruppenunterschiede

(p≥0.05)

 

 

Keine Angaben zu UEs

Danish

Cancer Society

+

University

of Copen­hagen

+

Danish

Cancer Research Foundation +

Danish Cancer Society Research

Centre

 

Laut Angaben kein COI

Risk of Bias

SB: low

PB: unclear

DB: low

AB: low

RB: high

OB: low

 

Endpunkte 1-3 bereits in Haller (2017) eingeschlossen

1b

Würtzen (2015): In dieser Studie wurde die Wirkung von MBSR, einem achtsamkeitsbasierten Stressreduktions-Programm, auf die Belastung durch mit Brustkrebs verbundenen somatischen Symptome, Leiden, Achtsamkeit und geistiges Wohlbefinden untersucht. Eine Gruppe von 336 dänischen Frauen, die im Brustkrebsstadium I - III operiert wurden, wurde nach dem Zufallsprinzip einem 8-wöchigen MBSR-Programm oder üblicher Behandlung zugeteilt und nach der Intervention, sowie nach sechs und 12 Monaten auf somatische Symptome, Leiden, Achtsamkeit und geistiges Wohlbefinden hin untersucht. Es zeigte sich ein bedeutsamer Effekt von MBSR auf die Belastung durch somatische Symptome nach der Intervention und nach 6 Monaten Follow-up. Nach 12-monatiger Nachbeobachtungszeit wurde kein bedeutsamer Effekt von MBSR auf die Belastung durch somatische Symptome festgestellt. Zu allen Zeitpunkten wurde ein statistisch bedeutsamer Effekt von MBSR auf Stress/Überlastung festgestellt. Nach sechs und zwölf Monaten wurden bedeutsame Auswirkungen auf die Achtsamkeit beobachtet, es wurden keine bedeutsamen Auswirkungen auf das geistige Wohlbefinden beobachtet. Diese Studie über die Langzeitwirkung von MBSR zeigt einen positiven Effekt auf die somatische Symptombelastung im Zusammenhang mit Brustkrebs nach sechs, jedoch nicht nach zwölf Monaten, was die Evidenz von MBSR bei dieser Patientengruppe unterstützt.

Witt et. al. (2015)

Referenz/Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Interventionen

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finanzierung

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Witt (2015): Effectiveness of

an additional individualized multi-component complementary medicine treatment on health-related quality of life in breast cancer patients: a prag­matic randomized trial. Breast Cancer Res Treat.

Ref.ID: 1029

Pragmatic RCT

prospektiv, multizentrisch, offen,

2 Arme

 

Eingeschlossen: N=275

Ausgewertet:

N=234

 

Land: Italien

2011-2012

Mamma-Karzinom (Stage 0 bis IV: 4% Fernmetas­tasen) während und nach Abschluss von Chemo-/Radio-Therapie, 59% unter endokriner Therapie

 

Geschlecht:

100% weiblich

 

Alter:

Mittelwert: 56

Arm A:

N=136/117

Individualisierte CM-Therapie

(Akupunktur, Vitamingaben, Hyperthermie, Qigong, Enzym­therapie, Lasertherapie, Misteltherapie, Orthomolekulare Therapie, Osteo­pathie, Phyto­therapie und Chinesische Kräutertherapie, Healing Touch, Homöopathie, Ernährungsbe­ratung, Neuraltherapie, Shiatsu, Meditation, Yoga)

26 Wochen

+ UC

 

Arm B:

N=139/117

UC

Primärer Endpunkt:

1. Lebensqualität (FACT-B) (tumor­spezifisch)

 

Sekundäre Endpunkte:

2. Lebensqualität (tumorspezi­fisch): Funktion und Symptome: Schmerz, Schlaf, Übelkeit (FACT-G Funktions- und Symptomskalen)

3. Lebensqualität (global) (SF-36)

4. Fatigue

(FACT-F)

5. Sicherheit

Nach Abschluss

Chemo-/Radiotherapie:

1. Lebensqualität (tumor­spezifisch)

® CIM versus UC: 12 und 26 Wochen-Follow-up: signifikante Gruppenunterschiede zugunsten CIM (p<0.001/p<0.001)

 

2. Lebensqualität (tumorspezifisch): Funktion und Symptome:

® CIM versus UC: 12 und 26 Wochen-Follow-up: signifikante

Gruppenunterschiede zugunsten CIM für Funktionalität im Beruf/ Alltag (p=0.03/p=0.001), körperliche Funktionalität (p<0.001/p<0.001), emotionale Funktionalität (p=0.24/p=0.005) und

Schmerz (p=0.04/p=0.04), sonst keine signifikanten Gruppenunterschiede (p≥0.05)

 

3. Lebensqualität (global)

® CIM versus UC: 12 und 26 Wochen-Follow-up: signifikante Gruppenunterschiede zugunsten CIM bezüglich körperlicher Lebens­qualität (p=0.003/ p=0.001), für mentale bzw. emotionale Lebens­qualität: signifikante Gruppenunterschiede zugunsten CIM nur zu Woche 12 (p=0.006)

 

4. Fatigue

® CIM versus UC: 12 und 26 Wochen-Follow-up: signifikante Gruppenunterschiede zugunsten CIM (p<0.001/p<0.001)

Arm: CIM

SUEs: 1

UEs: 71

 

Arm: UC

SUEs: 3

UEs: 89

 

Federal State Govern­ment Trentino-Alto Adige (Italien)

 

Laut Angaben kein COI

 

 

Risk of Bias

SB: low

PB: high

DB: low

AB: low

RB: low

OB: low

 

1b

Witt (2015): Ziel dieser Studie war es, die Wirksamkeit einer zusätzlichen, individualisierten, multimodalen Komplementärmedizin-Behandlung für Brustkrebspatientinnen auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität im Vergleich zu Patienten mit Standardbehandlung zu untersuchen. Frauen mit bestätigten Brustkrebsdiagnosen erhielten nach dem Zufallsprinzip entweder eine individualisierte Komplementärmedizin (CM-Gruppe) oder die übliche Standardbehandlung. Die CM-Behandlung umfasste Akupunktur, Vitamingaben, Hyperthermie, Qigong, Enzymtherapie, Lasertherapie, Misteltherapie, Ortho­molekulare Therapie, Osteopathie, Phytotherapie und Chinesische Kräutertherapie, Healing Touch, Homöopathie, Ernährungsberatung, Neuraltherapie, Shiatsu, Meditation und Yoga über einen Zeitraum von 26 Wochen. Primärer Endpunkt war die Lebensqualität nach 6 Monaten. Insgesamt 275 Patienten wurden in die CM-Gruppe oder die Kontrolle eingeteilt. Nach der Intervention war die gesundheitsbezogene Lebensqualität in der CM-Gruppe bedeutsam höher als in der Kontrollgruppe. Hinsichtlich Funktionen und Symptomen berichtete die CM-Gruppe über bedeutsam bessere Funktionalität im Alltag und Beruf, bessere körperliche und emotionale Funktionalität, sowie geringere Schmerzen und weniger Müdigkeit im Vergleich zur Kontrollgruppe. Eine zusätzliche individualisierte und komplexe komplementärmedizinische Intervention verbesserte somit die Lebensqualität von Brustkrebspatientinnen im Vergleich zur üblichen alleinigen Versorgung. Weitere Studien zur Untersuchung der spezifischen Wirkungen von Behandlungskomponenten sollten folgen, um die Behandlung von Brustkrebspatientinnen zu optimieren.

Wayne et. al. (2018)

Referenz/Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Merkmale untersuchter Studien

Interventionen

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finan­zierung

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Wayne (2018):

Tai Chi and Qigong for cancer-related symptoms and quality of life:

a systematic review and meta-analysis.

J Cancer Surviv.

Ref.ID: 1033

 

Eingeschlossene Primärstudien:

Campo (2013),

Campo (2014),

Chen (2013),

Chuang (2017),

Larkey (2015 & 2016),

Loh (2014),

McQuade (2016),

Mustian (2008),

Natma (2015),

Oh (2008),

Oh (2010),

Robins (2013),

Zhang (2016),

Vanderbyl (2017)

MA

 

Suchzeitraum: bis Januar 2017

 

Datenbanken: PubMed, CINAHL, Web of Science, Embase

 

Einschlusskriterien:

RCTs, Krebspatienten

 

Anzahl RCTs: 14 (15 Publika­tionen)

Patienten: N=1283

RCTs

 

Patienten mit Mamma-Karzinom, Ovarial-Karzinom, Kolorektal-Karzinom, Prostata-Karzinom, Lungen-Karzinom, Lymphom und Stichproben mit gemischten Karzinomes), während und nach Abschluss der Chemo-/ Radiotherapie

 

Geschlecht:

75% weiblich

 

Alter: Mittel­werte: 46-72

 

Länder: USA, Thailand, China, Australien, Malaysia, Taiwan, Kanada

Tai Chi, Qigong und Tai Chi + Qigong

+ UC

 

Länge der Interventionen:

3-12 Wochen

 

Kontrollgruppen:

UC/Warteliste, Edukation, konventionelle Bewegungs­interventionen, Sham-Qigong

 

 

Endpunkte:

1. Fatigue

2. Schlafquali­tät

3. Depressivität

4. Schmerz

5. Lebens­qualität (global + tumorspezi­fisch)

6. Sicherheit

 

 

Während/nach Abschluss der Chemo-/ Radiotherapie:

1. Fatigue

® Tai Chi/Qigong + UC versus UC: Post Intervention:

8 RCTs, N/I2 nicht berichtet, SMD=-0.75

[-1.35/-0.14] (p<0.05)

® Tai Chi/Qigong versus aktive Kontrollinterventionen: Post Intervention:

4 RCTs, SMD=-0.48

[-0.98/-0.14] (p<0.05)

 

2. Schlafqualität

® Tai Chi/Qigong + UC versus UC: Post Intervention:

4 RCTs, N/I2 nicht berichtet, SMD=-0.84

[-2.13/0.44] (p≥0.05)

® Tai Chi/Qigong versus aktive Kontrollinterventionen: Post Intervention:

3 RCTs, N/I2 nicht berichtet, SMD=-0.45

[-0.87/-0.03] (p<0.05)

 

3. Depressivität

® Tai Chi/Qigong + UC versus UC: Post Intervention:

4 RCTs, N/I2 nicht berichtet, SMD=-0.32

[-0.54/-0.09] (p<0.05)

® Tai Chi/Qigong versus aktive Kontrollinterventionen: Post Intervention:

4 RCTs, N/I2 nicht berichtet, SMD=-0.22

[-0.47/0.02] (p≥0.05)

 

4. Schmerz

® Tai Chi/Qigong + UC versus UC: Post Intervention:

2 RCTs, N/I2 nicht berichtet, SMD=-1.39

[-3.64/0.87] (p≥0.05)

® Tai Chi/Qigong versus aktive Kontrollinterventionen: Post Intervention:

2 RCTs, N/I2 nicht berichtet, SMD=-0.33

[-0.85/0.19] (p≥0.05)

 

5. Lebensqualität (global + tumorspezifisch)

® Tai Chi/Qigong + UC versus UC: Post Intervention:

7 RCTs, N/I2 nicht berichtet, SMD=0.73

[0.23/1.23] (p<0.05)

® Tai Chi/Qigong versus aktive Kontrollinterventionen: Post Intervention:

6 RCTs, N/I2 nicht berichtet, SMD=0.23

[-0.03/0.49] (p≥0.05)

4 RCTs berichten keine UEs durch Tai Chi/Qigong

 

10 RCTs machen keine Angaben zu UEs/SUEs

Primär­studien:

Nicht berichtet

 

Review:

National Center for Complementary and Integrative Health (USA)

+

Osher Center for integrative Medicine (USA)

+

Korea Institute for Oriental Medicine

+

National Research Foundation of Korea’s Ministry of Education

+

Canadian Cancer Society

 

Laut Angaben keine COI

Primärstudien:

RCTs mit low Risk of Bias

SB: 1

PB: 2

DB: 3

AB: 7

RB: 9

OB: 14

 

Review:

AMSTAR: 6

 

Heterogenität nicht berichtet

 

Keine Sensitivitäts­analysen durchgeführt

 

Publikations­bias: kann nicht ausgeschlossen werden

1a

Wayne (2018): Ziel dieser Studie war es, die Auswirkungen von Mind-Body-Übungen mit Tai Chi und Qigong (TCQ) auf Symptome und Lebensqualität (QOL) bei Krebsüberlebenden zusammenzufassen und kritisch zu bewerten. Eine systematische Suche in vier elektronischen Datenbanken zielte auf klinische Studien ab, in denen die TCQ auf Müdigkeit, Schlafstörungen, Depressionen, Schmerzen und Lebensqualität bei Krebspatienten untersucht wurde. Die Suche ergab 22 Studien, darunter 15 randomisierte kontrollierte Studien, in denen insgesamt 1283 Teilnehmer, 75% Frauen, bewertet wurden. Vergleichsgruppen umfassten aktive Intervention, Standardversorgung oder beides. Die Dauer des TCQ-Trainings lag zwischen 3 und 12 Wochen. Die methodische Verzerrung war in 12 Studien gering und in 3 Studien hoch. TCQ war mit einer bedeutsamen Verbesserung der Müdigkeit, der Schlafstörung, der Depression und der allgemeinen Lebensqualität verbunden. Im Vergleich zu den verschiedenen Gruppen waren die Ergebnisse jedoch teilweise inkonsistent. Um endgültige Schlussfolgerungen zu ziehen und krebs- und symptomspezifische Empfehlungen abzugeben, sind größere und methodisch fundierte Studien mit längeren Nachbeobachtungszeiträumen und geeigneten Vergleichsgruppen erforderlich.

Liu et. al. (2017) (3)

Referenz/Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Interventionen

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finanzierung

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Liu (2017): The efficacy of Guolin-Qigong on the body-mind health of Chinese women with breast cancer: a randomized controlled trial. Qual Life Res.

Ref.ID: 1031

RCT

prospektiv, monozentrisch, offen, 2 Arme

 

Eingeschlossen: N=158

Ausgewertet:

N=112

 

Land: China

2012-2013

Mamma Karzinom (Stage 0 bis IIIb) nach Abschluss der Chemo-/ Radiotherapie, 31.1% unter antihormoneller Therapie

 

Geschlecht:

100 % weiblich

 

Alter: 21-80

Mittelwert: 51.1

Arm A:

N=79

Gua Lin Qigong

24 Wochen, 2 x wöchentlich, 60 Minuten

+ UC

 

Arm B:

N=79

Stretching

24 Wochen, 2 x wöchentlich, 60 Minuten

+ UC

Primärer Endpunkt:

1. Lebensqualität (tumorspezifisch) (FACT-B)

 

Sekundäre Endpunkte:

2. Depressivität (HADS)

 

Nach Abschluss der Chemo-/Radiotherapie:

1. Lebensqualität (tumorspezifisch)

® Qigong versus Stretching: Post Intervention: keine signifikanten Gruppen­unterschiede (p≥0.05)

 

2. Depressivität

® Qigong versus Stretching: Post Intervention: keine signifikanten Gruppenunterschiede (p≥0.05)

Arm: Qigong

SUEs: 0/79

UEs: 4/79

 

Arm: Stret­ching:

keine Angaben zu UEs/SUEs

Keine externe Finan­zierung

 

Laut Angaben kein COI

Risk of Bias

SB: low

PB: high

DB: high

AB: low

RB: unclear

OB: low

 

 

2b

Liu (2017): Diese Studie untersuchte die Wirksamkeit einer komplementären chinesischen Behandlungsmethode Guolin-Qigong (GLQG) für Patienten mit Brustkrebs hinsichtlich der Gesundheit von Körper und Geist. 158 Frauen mit Brustkrebs wurden nach dem Zufallsprinzip einer GLQG-Gruppe oder einem Dehnungsprogramm (Kontrollgruppe) zugeteilt. GLQG- und Stretching-Interventionen wurden über 24 Wochen zweimal pro Woche durchgeführt. Das primäre Ergebnis war die Veränderung der Lebensqualität (QoL). Zu den sekundären Zielgrößen gehörten Angstzustände, Depressionen und klinische Indikatoren. Alle Teilnehmer wurden zu vier Zeitpunkten zu Beginn der Studie (T1), nach 12 Wochen der Intervention (T2), unmittelbar nach der 24-wöchigen Intervention (T3) und nach 48 Wochen Follow-up-untersucht (T4). Verbesserungen der Lebensqualität waren in beiden Gruppen festzustellen, aber es gab keinen bedeutsamen Unterschied zwischen den Gruppen. Die Ergebnisse bei Probanden, die mehr als 4 Mal und 6 Stunden pro Woche übten, waren ähnlich wie bei allen Probanden. Sowohl GLQG als auch körperliche Dehnung sind während der Genesung nach Brustkrebs möglicherweise von Vorteil. Beide Programme brachten Verbesserungen bei Angstzuständen oder Depressionen und der Lebensqualität mit sich. Die methodische Qualität der Studie ist jedoch überwiegend als schlecht zu bewerten, sodass die Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden müssen.

Hilfiker et. al. (2018)

Referenz/Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Merkmale untersuchter Studien

Interventionen

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finan­zierung

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Hilfiker (2018): Exercise and other non-pharmaceutical interventions for cancer-related fatigue in patients during or after cancer treatment: a systematic review incorporating an indirect-comparisons meta-analysis. Br J  Sports Med.

Ref.ID: 1032

 

Eingeschlossene Primärstudien:

Campo (2013),

Campo (2014),

Chen (2013),

Larkey (2014),

Loh (2014),

McQuade (2016),

Oh (2008),

Oh (2010),

Sprod (2012),

Zhang (2016)

 

 

 

 

 

 

Netzwerk-MA

 

Suchzeitraum: bis Januar 2017

 

Datenbanken:

PubMed,

CENTRAL Trials

 

Einschluss­kriterien:

RCTs, Krebs­patienten

 

Anzahl RCTs: 245 (4 zu Tai Chi, 2 zu Tai Chi/Qigong,

4 zu Qigong)

Patienten: N=700

RCTs

 

Krebspatienten (Mamma-Karzinom, Prostata-Karzinom, Lungen-Karzinom

und Stichproben mit gemischten Karzinomes), während und nach Abschluss der Chemo-/Radio­therapie

 

Geschlecht: weiblich und männlich

(% nicht angegeben)

 

Länder: USA, China, Kuala-Lumpur, Australien

Tai Chi Chuan, Tai Chi Chih, Qigong/Tai Chi Easy, Eight-Form Yang Style Tai Chi + Qigong, Medical Qigong,

Eight-Form Easy Tai Chi

+ UC

 

Länge der Interventionen:

4-12 Wochen

 

Kontrollgruppen:

UC, Ausdauer­training, Kraft­training, Entspannung, Meditation, CBT, Tai Chi, Tanz­therapie, Musiktherapie, Massage, Healing Touch

Primärer Endpunkt:

1. Fatigue

 

 

Während Chemo-/ Radiotherapie:

1. Fatigue

® Tai Chi + UC versus UC: Post Intervention:

4 RCTs (direkte Evidenz), I2=51%, SMD=-0.23

[-0.99/0.54] (p≥0.05)

® Tai Chi + UC versus UC: Post Intervention (Ausschluss kleiner Studien): 2 RCTs (direkte Evidenz), I2=82%, SMD=-0.15

[-1.35/1.04] (p≥0.05)

 

Nach Abschluss der Chemo-/Radiotherapie:

1. Fatigue

® Tai Chi + UC versus UC: Post Intervention:

5 RCTs (direkte Evidenz) + 1 RCT (indirekte Evidenz), I2=12%,

SMD=-0.45 [-0.84/-0.06]

(p<0.05)

® Tai Chi + UC versus UC: Post Intervention (Ausschluss kleiner Studien): 4 RCTs (direkte Evidenz), I2=51%, SMD=-0.39

[-0.83/0.05] (p≥0.05)

 

Allen indirekten Metaanalysen fanden keine signifikanten Unterschiede zwischen Tai Chi und den aktiven Kontrollgruppen.

 

SUCRA: im Vergleich zu anderen aktiven Kontroll­gruppen rankt Tai Chi während Chemo-/Radio­therapie Therapie auf Platz 11/12 (gesamtes Sample) bzw. 9/11 (Aus­schluss kleiner Studien) und nach Abschluss der Chemo-/Radiotherapie auf Platz 6/11 (gesamtes Sample) bzw. 4/10 (Aus­schluss kleiner Studien)

Keine Angaben zu UEs

Primärstudien:

Nicht berichtet

 

Review:

Nicht berichtet

 

Laut Angaben kein COI

Primärstudien:

RCTs mit low Risk of Bias

SB: 3

PB: 0

DB: 1

AB: 4

RB/OB: keine Angaben

 

Review:

AMSTAR: 8

 

Signifikante Heterogenität

in fast allen Metaanalysen

 

Sensitivitäts­analysen/ Publikations­bias: Effekte nicht robust gegenüber Verzerrungen durch kleine Studien (unter 25 Patienten pro Gruppe), kleinere Studien zeigen größere Effekte

 

 

1a

Hilfiker (2018): Ziel der Studie war es, die Auswirkungen verschiedener Arten von Bewegung und anderer nicht-pharmazeutischer Interventionen auf die krebsbedingte Müdigkeit (CRF) bei Patienten während und nach der Krebsbehandlung zu untersuchen. Verschiedene Datenbanken wurden systematisch nach Literatur untersucht. Studien zu verschiedenen Arten von Bewegung oder anderer nicht-pharmazeutischer Interventionen zur Reduzierung der CNI bei verschiedenen Krebsarten während oder nach der Behandlung wurden eingeschlossen. Es wurden 245 Studien eingeschlossen. Davon untersuchten 4 Studien Tai Chi, 2 Tai Chi/Qigong und 4 Qigong. Verschiedene Tai Chi/Qigong-Programme (Tai Chi Chuan, Tai Chi Chih, Qigong/Tai Chi Easy, Eight-Form Yang Style Tai Chi + Qigong, Medical Qigong, Eight-Form Easy Tai Chi) wurden mit verschiedenen aktiven Kontrollgruppen (Ausdauertraining, Krafttraining, Entspannung, Meditation, CBT, Tai Chi, Tanztherapie, Musiktherapie, Massage, Healing Touch) oder Standardversorgung verglichen. Die Interventionsdauer betrug 4-12 Wochen. Tai-Chi und Qigong zeigten alle kleine bis moderate Effektgrößen. In Bezug auf Müdigkeit fanden 6 Studien eine bedeutsame Verbesserung der Müdigkeit in der Tai Chi-Gruppe im Vergleich zur Standardversorgung. Nach dem Ausschluss kleinerer Studien wurde dieser Effekt nicht mehr gefunden. Es wurden keine bedeutsamen Unterschiede zwischen Tai Chi und den aktiven Kontrollgruppen gefunden. Weitere Studien mit größeren Stichproben und einem einheitlichen Studiendesign sind erforderlich.

Irwin et. al. (2017)

Referenz/Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Interventionen

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finanzierung

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Irwin (2017): Tai Chi Chih Compared With Cognitive Behavioral Therapy for the Treatment of Insomnia in Survivors of Breast Cancer: A Randomized, Partially Blinded, Noninferiority Trial. Clin Oncol.

Ref.ID: 1030

RCT

prospektiv, monozentrisch, offen, 2 Arme

 

Eingeschlossen: N=90

Ausgewertet:

N=90

 

Land: USA

2008-2012

Mamma Karzinom (Stage nicht angegeben) nach Abschluss der Chemo-/Radiotherapie

 

Geschlecht:

100 % weiblich

 

Alter: 42-83

Mittelwert: 59.8

Arm A:

N=45

Tai Chi Chih

12 Wochen,

1 x wöchentlich, 120 Minuten

+ UC

 

Arm B:

N=45

Kognitive Verhaltenstherapie für Insomnie (CBT-I)

12 Wochen,

1 x wöchentlich, 120 Minuten

+ UC

Primärer Endpunkt:

1. Schlafqualität (PSQI, AISI)

 

Sekundäre Endpunkte:

2. Depressivität (HADS)

 

Nach Abschluss der Chemo-/Radiotherapie:

1. Schlafqualität

® Tai Chi versus CBT-I: Post Intervention:

keine Unterlegenheit

von Tai Chi (p≥0.05)

 

2. Depressivität

® Tai Chi versus CBT-I: Post Intervention:

keine Unterlegenheit

von Tai Chi (p≥0.05)

 

Arm: Tai Chi

SUEs: 0/45

UEs: 0/45

 

Arm: CBT-I

SUEs: 0/45

UEs: 0/45

 

National Institutes of Health Grants, the Cousins Center for Psycho­neuro­immuno­logy

Risk of Bias

SB: low

PB: high

DB: low

AB: low

RB: low

OB: low

 

Non-inferiority Design

 

 

1b

Irwin (2017): Ziel der Studie war es, Kognitive Verhaltenstherapie bei Schlaflosigkeit (CBT-I) und Tai Chi Chih (TCC), eine Bewegungsmeditation, hinsichtlich der Verbesserung von Schlaflosigkeitssymptomen bei Krebspatienten zu untersuchen. 90 Überlebende von Brustkrebs nach Abschluss der Krebstherapie, die an Schlaflosigkeit litten, nahmen teil. Die Teilnehmer wurden nach dem Zufallsprinzip entweder einem 3 monatigen TCC-Programm oder CBT-I zugeordnet und in den Monaten 2, 3 (Nachbehandlung), 6 und 15 hinsichtlich der Schlafqualität bewertet. Das primäre Ergebnis war das Ansprechen auf die Behandlung von Schlaflosigkeit – d.h. eine deutliche klinische Verbesserung der Symptome-nach 15 Monaten. Sekundäres Ergebnis war Depressivität. Tests der Nichtunterlegenheit zeigten, dass die TCC nach 15 Monaten und nach den Monaten 3 und 6 der CBT-I hinsichtlich der Schlafqualität und der Depressivität nicht unterlegen war. CBT-I und TCC führten zu klinisch bedeutsamen Verbesserungen bei Schlaflosigkeit. Es wurde festgestellt, dass TCC, eine achtsame Bewegungsmeditation, CBT-I, dem Goldstandard für die Verhaltensbehandlung von Schlaflosigkeit, statistisch nicht unterlegen ist.

Cramer et. al. (2017)

Referenz/Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Merkmale untersuchter Studien

Interventionen

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finan­zierung

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Cramer (2017): Yoga for improving health-related quality of life, mental health and cancer-related symptoms in women diagnosed with breast cancer. Cochrane Database Syst Rev.

Ref.ID: 1056

 

Eingeschlossene Primärstudien:

Banasik (2011),

Banerjee (2007),

Bernardi (2013),

Bower (2012),

Carson (2009),

Chakrabarty (2015),

Chandwani (2010),

Chandwani (2014),

Cramer (2015),

Danhauer (2009),

Kiecolt-Glaser (2014),

Kovacic (2013),

Littman (2012),

Loudon (2014),

Lötzke (2016),

Moadel (2007),

Mustian (2013),

Pruthi (2012),

Raghavendra (2007),

Siedentopf (2013),

Taso (2014),

Vadiraja (2009),

Vardar Yagli (2015),

Wang (2014)

Cochrane MA

 

Suchzeitraum: bis Januar 2016

 

Datenbanken: Cochrane

Breast Cancer Specialised Register, MEDLINE via PubMed, Embase, CENTRAL Trials, IndMED, WHO ICTRP, Clinicaltrials.gov, conference proceedings

 

Einschluss­kriterien:

RCTs, Frauen mit Brustkrebs (Stage I bis IV)

 

Anzahl RCTs: 24

Patienten: N=2166

RCTs

 

Frauen mit Mamma-Karzinom (Stage I bis III), lediglich ein RCT mit ebenfalls Stage IV Brustkrebs), während und nach adjuvanter Therapie

 

Geschlecht: 100% weiblich

 

Alter: 44–63

 

Länder: USA, Indien, Deutschland, Brasilien, Slowenien, Australien, Türkei, China, Taiwan

Hatha Yoga, Anusara Yoga, Gitananda Yoga, Integrated Yoga, Iyengar Yoga, Restorative Yoga, Sivananda Yoga, Yoga nach Patanjali, Yoga

in Daily Life®, Yoga for Cancer Survivors

(YOCAS®), Yoga of Awareness

+ UC

 

21x komplexe Yogaprogramme, 2x bewegungs­basiertes Yoga, 1x meditations­basiertes Yoga

 

Länge der Interventionen:

2–26 Wochen Median: 8

 

Kontrollgruppen:

UC, Edukation, Konventionelle Bewegungs­intervention

 

 

 

Primäre Endpunkte:

1. Lebens­qualität (global+tumor­spezifisch)

2. Depressivität

3. Ängstlichkeit

4. Fatigue

5. Schlaf

 

Sekundärer Endpunkt:

6. Sicherheit

 

Während Chemo-/ Radiotherapie:

1. Lebensqualität (global+tumorspezifisch)

® Yoga + UC versus UC: Post Intervention:

2 RCTs, N=155, I2=72%, SMD=0.09 [-0.53/0.71]

(p≥0.05)

30 Wochen-Follow-up:

1 RCT, N=89,

SMD=0.03 [-0.38/0.45]

(p≥0.05)

® Yoga versus Eduka­tion: Post Intervention:

2 RCTs, N=153, I2=93%, SMD=0.81 [-0.50/2.21]

(p≥0.05)

® Yoga versus konven­tionelle Bewegung: Post Intervention:

2 RCTs, N=193, I2=35%, SMD=-0.08 [-0.43/0.27]

(p≥0.05)

 

2. Depressivität

® Yoga + UC versus UC: Post Intervention:

3 RCTs, N=215, I2=0%, SMD=-0.02 [-0.29/0.24]

(p≥0.05)

® Yoga versus Eduka­tion: Post Intervention:

3 RCTs, N=195, I2=97%, SMD=-2.94 [-5.27/-0.60]

(p=0.014)

 

3. Ängstlichkeit

® Yoga + UC versus UC: Post Intervention:

3 RCTs, N=150, I2=92%, SMD=-1.15 [-2.43/0.13]

(p≥0.05)

® Yoga versus Eduka­tion: Post Intervention:

3 RCTs, N=195, I2=0%, SMD=-2.21 [-3.90/-0.52]

(p=0.010)

 

4. Fatigue

® Yoga + UC versus UC: Post Intervention:

5 RCTs, N=460, I2=84%, SMD=-0.68 [-1.18/-0.19]

(p=0.007)

30 Wochen-Follow-up:

1 RCT, N=89,

SMD=0.08[-0.33/0.50]

(p≥0.05)

® Yoga versus Eduka­tion: Post Intervention:

1 RCT, N=75,

SMD=-0.90 [-1.37/-0.42]

(p<0.001)

® Yoga versus konven­tionelle Bewegung: Post Intervention:

2 RCTs, N=193, I2=67%, SMD=-0.06 [-0.55/0.43]

(p≥0.05)

 

5. Schlaf

® Yoga versus UC:

Post Intervention:

2 RCTs, N=155, I2=0%,

SMD=-0.11 [-0.43/0.20]

(p≥0,05)

® Yoga versus Eduka­tion: Post Intervention:

1 RCT, N=88,

SMD=-0.43 [-0.85/-0.01]

 (p=0.046)

 

Nach Abschluss Chemo-/Radiotherapie:

1. Lebensqualität (global+tumorspezifisch)

® Yoga + UC versus UC: Post Intervention:

5 RCTs, N=290, I2=3%, SMD=0.36 [0.11/0.60]

(p=0.004)

48 Wochen-Follow-up:

1 RCT, N=57,

SMD=0.20 [-0.32/0.72]

(p≥0.05)

® Yoga versus konven­tionelle Bewegung: Post Intervention:

1 RCT, N=40,

SMD=0.18 [-0.44/0.80]

(p≥0.05)

 

2. Depressivität

® Yoga + UC versus UC: Post Intervention:

3 RCTs, N=253, I2=8%, SMD=-0.21 [-0.49/0.06]

(p≥0.05)

® Yoga versus Eduka­tion: Post Intervention:

1 RCT, N=31,

SMD=-0.59 [-1.31/0.13]

(p≥0.05)

 

3. Ängstlichkeit

® Yoga + UC versus UC: Post Intervention:

1 RCT, N=40,

SMD=0.11 [-0.51/0.73]

(p≥0.05)

 

4. Fatigue

® Yoga + UC versus UC: Post Intervention:

4 RCTs, N=267, I2=0%, SMD=-0.40 [-0.64/-0.15]

(p=0.001)

48 Wochen-Follow-up:

1 RCT, N=57,

SMD=-0.23 [-0.75/0.29]

(p≥0.05)

® Yoga versus Eduka­tion: Post Intervention:

1 RCT, N=31,

SMD=-0.93[-1.67/-0.18]

(p=0.015)

® Yoga versus konven­tionelle Bewegung: Post Intervention:

1 RCT, N=40,

SMD=-0.63 [-1.26/0.01]

(p≥0.05)

 

5. Schlaf

® Yoga + UC versus UC: Post Intervention:

4 RCTs, N=502, I2=0%,

SMD=-0.29 [-0.46/-0.11]

(p=0.002)

® Yoga versus Eduka­tion: Post Intervention:

1 RCT, N=31,

SMD=0.15 [-0.55/0.86]

(p≥0.05)

Keine SUEs berichtet

 

RCTs berichten UEs nicht systematisch

Primär­studien:

Nicht berichtet

 

Review:

Rut- and Klaus-Bahlsen-Stiftung (Deutsch­land)

 

Laut Angaben kein COI

Primärstudien:

RCTs mit low Risk of Bias

SB: 13

PB: 1

DB: 5

AB: 15

RB: 18

OB: 18

 

Review:

AMSTAR: 10

 

Signifikante Heterogenität in 6 von 26 Metaanalysen

 

Sensitivitätsanalysen: Effekte robust gegenüber einem bzw. mehreren Risk of Bias-Domänen

 

Publikations­bias: keine Evidenz

 

Höhere SMDs in indischen gegenüber westlichen RCTs

 

 

1a

Cramer (2017): Ziel der Studie war es, die Wirkung von Yoga auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität, die psychische Gesundheit und die krebsbedingten Symptome bei Frauen mit Brustkrebsdiagnose, die eine aktive Behandlung erhalten oder die Behandlung abgeschlossen haben, zu untersuchen. Nach einer systematischen Literaturrecherche in verschiedenen Datenbanken wurden insgesamt 24 Studien mit 2166 Teilnehmern eingeschlossen, wenn sie (1) Yoga-Interventionen mit keiner Therapie oder einer anderen aktiven Therapie bei Frauen mit der Diagnose eines nicht metastasierten oder metastasierten Brustkrebses verglichen und (2) mindestens eine der primären bewerteten Ergebnisse die gesundheitsbezogene Lebensqualität, Depressionen, Angstzuständen, Müdigkeit oder Schlafstörungen untersucht wurden. Yoga schien Depressionen oder Angstzustände nicht zu reduzieren und hatte mittelfristig keine Auswirkungen auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität oder Müdigkeit. Die Forscher berichteten über keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse. Vier Studien, in denen Yoga mit psychosozialen / pädagogischen Interventionen verglichen wurde, lieferten mäßig gute Beweise dafür, dass Yoga Depressionen, Angst und Müdigkeit kurzfristig reduzieren kann. Daten von geringer Qualität zeigten keine kurzfristigen Auswirkungen auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität oder Schlafstörungen In keiner Studie wurden ausreichend sicherheitsrelevante Daten angegeben. Drei Studien, in denen Yoga mit körperlicher Betätigung verglichen wurde, ergaben Ergebnisse von geringer Qualität, die keine kurzfristigen Auswirkungen auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität oder Müdigkeit zeigten. Evidenz von mäßiger Qualität unterstützt die Empfehlung von Yoga als unterstützende Maßnahme zur Verbesserung der gesundheitsbezogenen Lebensqualität und zur Verringerung von Müdigkeit und Schlafstörungen im Vergleich zu keiner Therapie, sowie zur Verringerung von Depressionen, Angstzuständen und Müdigkeit im Vergleich mit psychosozialen / pädagogischen Interventionen. Evidenz von sehr geringer Qualität deutet darauf hin, dass Yoga genauso effektiv sein kann wie andere Übungsinterventionen und als Alternative zu anderen Übungsprogrammen verwendet werden kann.

Hilfiker et. al. (2018) (2)

Referenz/Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Merkmale untersuchter Studien

Interventionen

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finan­zierung

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Hilfiker (2018): Exercise and other non-pharmaceutical interventions for cancer-related fatigue in patients during or after cancer treatment: a systematic review incorporating an indirect-comparisons meta-analysis. Br

J Sports Med.

Ref.ID: 1032

 

Eingeschlossene Primärstudien:

Banasik (2011),

Bower (2012),

Carson (2009),

Chakrabarty (2014),

Chandwani (2010),

Chandwani (2014),

Cohen (2004),

Cramer (2015),

Cramer (2016),

Culos-Reed (2006),

Danhauer (2009),

Dhruva (2012),

Kiecolt-Glaser (2014),

Littman (2012),

Loudon (2014),

Lötzke (2016),

Moadel (2007),

Pruthi (2012),

Sohl (2016),

Sprod (2015),

Stan (2016),

Taso (2014),

Vadiraja (2009),

Vardar Yagli (2015), Wang (2014)

Netzwerk-MA

 

Suchzeitraum: bis Januar 2017

 

Datenbanken:

PubMed,

CENTRAL Trials

 

Einschlusskriterien:

RCTs, Krebspatienten

 

Anzahl RCTs: 245 (25 zu Yoga)

Patienten: N=1651

RCTs

 

Krebspatienten (Mamma-Karzinom, Lymphdrüsen-Karzinom, Kolorektal-Karzinom

und Stichproben mit gemischten Karzinomes), während und nach adju­vanter Therapie

 

Geschlecht: weiblich und männlich (% nicht berichtet)

 

Länder: Türkei, China, Indien, Taiwan, USA, Australien, Deutschland, Kanada

 

Hatha Yoga, Iyengar Yoga, Yoga of Awareness, Tibetan yoga, Restorative Yoga, Vini Yoga, Satyananda Yoga, Yoga for Cancer Survivors

(YOCAS®), Anusara Yoga, Integrated Yoga,

+ UC

 

23x komplexes Yogaprogramm,

2x atembasiertes Yoga

1x meditations­basiertes Yoga

 

Länge der Interventionen:

4-24 Wochen

 

Kontrollgruppen:

UC, Ausdauer­training, Kraft­training, Entspannung, Meditation, CBT, Tai Chi, Tanz­therapie, Musiktherapie, Massage, Healing Touch

Primärer Endpunkt:

1. Fatigue

 

 

Während Chemo-/ Radiotherapie:

1. Fatigue

® Yoga (direkte Evidenz: 9 RCTs + indirekte Evidenz: 2 RCTs) + UC versus UC (93 RCTs): Post Intervention:

I2=78%, SMD=-0.51

[-1.01/-0.00] (p<0.050)

® Yoga (direkte Evidenz: 6 RCTs + indirekte Evidenz: 1 RCT) + UC versus UC (64 RCTs):

Post Intervention (Aus­schluss kleiner Studien):

I2=97%, SMD=-0.71

[-1.35/-0.08] (p<0.050)

 

Nach Abschluss der Chemo-/Radiotherapie:

1. Fatigue

® Yoga (direkte Evidenz: 14 RCTs + indirekte Evidenz: 2 RCTs) + UC versus UC (123 RCTs): Post Intervention:

I2=84%, SMD=-0.68

[-0.93/-0.43] (p<0.050)

® Yoga (direkte Evidenz: 6 RCTs + indirekte Evidenz: 0 RCTs) + UC versus UC (81 RCTs): Post Intervention (Ausschluss kleiner Studien):

I2=94%, SMD=-0.74

[-1.10/-0.38] (p<0.050)

 

® Yoga versus Ausdauer­training: Post Interven­tion: indirekte Evidenz:

42 RCTs, I2=nicht berichtet, SMD=-0.35

[-0.65/-0.05] (p<0.050)

® Yoga versus Ausdauertraining: Post Interven­tion (Ausschluss kleiner Studien): indirekte Evidenz: 24 RCTs,

I2=nicht berichtet,

SMD=-0.44 [-0.85/-0.02] (p<0.050)

 

Allen weiteren indirekten Metaanalysen fanden keine signifikanten Unterschiede zwischen Yoga und anderen aktiven Kontrollgruppen.

Keine Angaben zu UEs

Primär­studien:

Nicht berichtet

 

Review:

Nicht berichtet

 

Laut Angaben kein COI

Primärstudien:

RCTs mit low Risk of Bias

SB: 12

PB: 0

DB: 3

AB: 13

RB: keine Angaben

OB: keine Angaben

 

Review:

AMSTAR: 8

 

Signifikante Heterogenität

in allen Meta­analysen

 

Sensitivitäts­analysen/ Publikations­bias: Effekte robust gegen­über Verzerrungen durch kleine Studien (unter N=25 pro Gruppe), kleine Studien zeigen keine größeren Effekte

+

SMDs vergleich­bar mit denen von Cramer (2017) [1]

 

 

SUCRA: im Ver­gleich zu allen aktiven Kontrollgruppen rankt Yoga während Chemo-/Radiotherapie auf Platz 7/12 (gesamtes Sample) bzw. 4/11 (Ausschluss kleiner Studien) und nach Abschluss der Chemo-/ Radiotherapie jeweils auf Platz 1/11 (gesamtes Sample + Ausschluss kleiner Studien)

1a

Hilfiker (2018): Ziel der Studies war, die Auswirkungen verschiedener Arten von Bewegung und anderer nicht-pharmazeutischer Interventionen auf die krebsbedingte Müdigkeit (CRF) bei Patienten während und nach der Krebsbehandlung zu untersuchen. Nach einer systematischen Literaturrecherche in verschiedenen Datenbanken wurden 245 Studien eingeschlossen, wovon 25 Yoga untersuchten. Die yoga-Gruppen erhielten über einen Zeitraum von 4-24 Wochen verschiedene Yoga-Interventionen und Programme. Die Kontrollgruppen erhielten Standardversorgung, Ausdauertraining, Krafttraining, Entspannung, Meditation, CBT, Tai Chi, Tanztherapie, Musiktherapie, Massage oder Healing Touch. Im Vergleich zu Standardbehandlung zeigte sich Yoga während der Krebsbehandlung in Bezug auf die Reduktion der Müdigkeit effektiver mit mittelgroßen bis großen Effektstärken. Nach der Krebsbehandlung zeigte Yoga den höchsten Effekt verglichen mit allen anderen Interventionen und zeigte sich ebenfalls effektiver als Standardbehandlung und Ausdauertraining. Im Vergleich zu anderen aktiven Kontrollgruppen wurden keine bedeutsamen Unterschiede gefunden. Im Vergleich zu allen aktiven Kontrollgruppen rankt Yoga während Chemo-/Radiotherapie auf Platz 7/12 bzw. 4/11 (Ausschluss kleiner Studien) und nach Abschluss der Chemo-/ Radiotherapie jeweils auf Platz 1/11 (gesamtes Sample + Ausschluss kleiner Studien).

Carson et. al. (2009)

Referenz/Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Interventionen

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finan­zierung

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Carson (2009): Yoga of Awareness program for menopausal symptoms in breast cancer survivors: results from a randomized trial. Support Care Cancer.

Ref.ID: 1063

RCT

prospektiv, monozentrisch, offen,

2 Arme

 

Eingeschlossen: N=37

Ausgewertet:

N=34

 

Land: USA

2005-2006

Mamma-Karzinom (Stage IA bis IIB) nach adjuvanter Therapie, 73% unter endokriner Therapie

 

Geschlecht:

100% weiblich

 

Alter:

Mittelwert: 54

Arm A:

N=17

Yoga of Aware­ness, 8 Wochen, 1 x wöchentlich, 120 Minuten

+ UC

 

Arm B:

N=20

UC/Warteliste

Primärer Endpunkt:

1. Hitze­wallungen (NRS)

 

Sekundäre Endpunkte:

2. Gelenk­schmerzen (NRS)

3. Fatigue (NRS)

4. Schlaf (NRS)

 

Nach Abschluss

Chemo-/Radiotherapie:

1. Hitzewallungen

  • Yoga + UC versus UC: Post Intervention und 20 Wochen-Follow-up: Signifikante Zeit-Gruppen-Interaktion bezüglich Reduktion der Häufigkeit und Schwere der Hitzewallungen (p<0.010) zugunsten Yoga 

2. Gelenkschmerzen

  •  Yoga + UC versus UC: Post Intervention und 20 Wochen-Follow-up: Signifikante Zeit-Gruppen-Interaktion (p<0.001) zugunsten Yoga

4. Schlaf

  • Yoga + UC versus UC: Post Intervention:

Signifikante Zeit-Gruppen-Interaktion

(p=0.007) zugunsten Yoga

20 Wochen-Follow-up:

Keine signifikanten Gruppenunterschiede

(p≥0.05)

Arm A: Yoga

SUEs: 0/17

UEs: 0/17

 

Arm B: UC

SUEs: 0/20

UEs: 1/20

Susan G. Komen Breast Cancer Foundation  

(USA)

 

Keine Angaben zum COI

Risk of Bias

SB: low

PB: unclear

DB: low

AB: low

RB: unclear

OB: low

 

Keine Analysen der Haupt­effekte der Gruppe berichtet

 

Endpunkt 3 bereits in Cramer (2017) [1] einge­schlossen

 

 

1b

Carson (2009): Überlebende von Brustkrebs haben nur begrenzte Möglichkeiten zur Behandlung von Hitzewallungen und verwandten Symptomen. Das Ziel dieser Studie war es, die Auswirkungen einer Yoga-Intervention auf die Wechseljahrsbeschwerden in einer Stichprobe von Brustkrebs-Überlebenden im Frühstadium (Stadium IA-IIB) zu untersuchen. 37 krankheitsfreie Frauen mit Hitzewallungen wurden per Zufallsprinzip einem 8-wöchigen Yoga of Awareness-Programm (sanfte Yoga-Posen, Meditation und Atemübungen) oder einer Wartelistenkontrolle zugeordnet. Das primäre Ergebnis waren tägliche Berichte über Hitzewallungen, die zu Studienbeginn, nach der Behandlung und 3 Monate nach der Behandlung über ein interaktives Telefonsystem gesammelt wurden. Bei der Nachbehandlung zeigten Frauen, die das Yoga-Programm erhielten, bedeutsam größere Verbesserungen im Vergleich zur Kontrollbedingung in Bezug auf Hitzewallungshäufigkeit, Schweregrad und Gesamtwerte sowie in Bezug auf Gelenkschmerzen, Müdigkeit, Schlafstörungen, symptombedingte Probleme und Kraft. Nach 3 Monaten zeigten die Patienten ihre Behandlungsgewinne bei Hitzewallungen, Gelenkschmerzen, Müdigkeit, symptombedingten Beschwerden und Vitalität und zeigten zusätzliche bedeutsame Gewinne bei negativer Stimmung, Entspannung und Akzeptanz. Diese Pilotstudie bietet Hinweise für die positiven Auswirkungen eines umfassenden Yoga-Programms gegen Hitzewallungen und andere Wechseljahrsbeschwerden bei Brustkrebsüberlebenden im Frühstadium.

Cramer et. al. (2015)

Referenz/Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Interventionen

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finan­zierung

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Cramer (2015): Yoga and meditation for menopausal symptoms in breast cancer survivors-A randomized controlled trial. Cancer.

Ref.ID: 1067

RCT

prospektiv, monozentrisch, offen,

2 Arme

 

Eingeschlossen: N=40

Ausgewertet:

N=40

 

Land: Deutschland

2013-2014

Mamma-Karzinom (Stage I bis III) mit menopausa­len Beschwerden, nach adjuvanter Therapie, 90% unter endokriner Therapie

 

Geschlecht:

100% weiblich

 

Alter:

Mittelwert: 49

Arm A:

N=19

Hatha Yoga

12 Wochen, 1x wöchentlich, 90 Minuten

+ UC

 

Arm B:

N=21

UC/Warteliste

Primärer Endpunkt:

1. Menopausale Symptome (MRS)

 

Sekundäre Endpunkte:

2. Lebensquali­tät (tumorspezi­fisch) (FACT-B)

3. Fatigue (FACT-F)

 

Nach Abschluss

Chemo-/Radiotherapie:

1. Menopausale Symptome

® Yoga + UC versus UC: Post Intervention:

Signifikante Gruppenunterschiede zugunsten Yoga: SMD=-0.91 [-1.57/ -0.26] (p=0.004)

26 Wochen-Follow-up:

Signifikante Gruppenunterschiede zugunsten Yoga: SMD=-0.76 [-1.40/ -0.11] (p=0.023)

Arm A: Yoga

SUEs: 0/19

UEs: 6/19

 

Arm B: UC

SUEs: 0/21

UEs: 6/21

 

Keine externe Finan­zierung

 

Laut Angaben kein COI

 

 

Risk of Bias

SB: low

PB: high

DB: unclear

AB: low

RB: low

OB: low

 

Endpunkte 2+3 bereits in Cra­mer (2017) und Endpunkt 3 in Hilfiker (2018) ein­geschlossen

1b

Cramer (2015): Überlebende von Brustkrebs haben nur sehr begrenzte Behandlungsmöglichkeiten für Wechseljahrsbeschwerden. Das Ziel dieser Studie war es, die Auswirkungen einer 12-wöchigen traditionellen Hatha Yoga und Meditation Intervention auf Wechseljahrsbeschwerden bei Brustkrebsüberlebenden zu untersuchen. Die Patienten wurden nach dem Zufallsprinzip entweder einer 12-wöchigen Yoga- und Meditationsintervention oder einer Standardversorgung zugeordnet. Das primäre Ergebnis waren die gesamten Wechseljahrsbeschwerden. Zu den sekundären Zielgrößen gehörten menopausale Symptome, Lebensqualität, Müdigkeit, Depression und Angstzustände. Die Ergebnisse wurden in Woche 12 und Woche 24 nach der Randomisierung bewertet. Insgesamt wurden 40 Frauen eingeschlossen. Frauen in der Yoga-Gruppe berichteten in Woche 12 und in Woche 24 über bedeutsam geringere Wechseljahrsbeschwerden im Vergleich zur üblichen Pflegegruppe. In Woche 12 berichtete die Yoga-Gruppe über weniger somatovegetative, psychologische und urogenitale Wechseljahrsbeschwerden. weniger Müdigkeit; und verbesserte Lebensqualität. In Woche 24 blieben alle Effekte mit Ausnahme der psychischen Wechseljahrsbeschwerden bestehen. Die kurzfristigen Auswirkungen auf die Wechseljahrsbeschwerden blieben bedeutsam, wenn nur Frauen analysiert wurden, die Antiöstrogen-Medikamente erhielten. In jeder Gruppe traten sechs geringfügige unerwünschte Ereignisse auf. Yoga in Kombination mit Meditation kann als sichere und wirksame ergänzende Intervention bei Wechseljahrsbeschwerden bei Brustkrebsüberlebenden angesehen werden. Die Auswirkungen scheinen mindestens 3 Monate zu bestehen.

Mustian et. al. (2013)

Referenz/Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Interventionen

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finan­zierung

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Mustian (2013): Multicenter, randomized controlled trial of yoga for sleep quality among cancer survivors. J Clin Oncol.

Ref.ID: 1076

RCT

prospektiv, multizentrisch, offen,

2 Arme

 

Eingeschlossen: N=410

Ausgewertet:

N=328

 

Land: USA

2006-2009

77% Mamma-Karzinom (Stage 0 bis IV) nach adjuvanter Therapie, 53% unter endokriner Therapie,

weitere Karzinoms: Hämatologisch, Gynäkologisch, Gastrointestinal, Lunge, Kopf/Hals, Urogenital

 

Geschlecht:

96% weiblich

 

Alter: 26-72

Mittelwert: 64

Arm A:

N=168

YOCAS® Hatha + Resto­rative Yoga

4 Wochen, 2 x wöchentlich, 75 Minuten

+ UC

 

Arm B:

N=160

UC

Sekundäre Endpunkte:

1. Kognitive Beeinträchtigung (MDASI)

2. Schlaf (Aktigraphie)

 

 

Nach Abschluss

Chemo-/Radiotherapie:

1. Kognitive Beein­trächtigung

® Yoga + UC versus UC: Post Intervention:

Signifikanter Gruppenunterschied zugunsten Yoga:

SMD=-0.24 [-0.46/-0.03]

(p<0.05)

 

2. Aktigraphie

® Yoga + UC versus UC: Post Intervention:

Signifikante Gruppenunterschiede zugunsten Yoga für SE und WASO (p<0.05)

Keine signifikanten Gruppenunterschiede  für OL (p≥0.05)

SUEs: 1/410

(keine An­gaben in welcher Gruppe der SUE aufge­treten ist)

National Institutes of Health

(USA)

 

Laut Angaben kein COI

 

Risk of Bias

SB: low

PB: high

DB: low

AB: low

RB: high

OB: low

 

Sekundärana­lysen einer bereits in Cramer (2017) eingeschlossen

Studie: Mustian (2013)

1b

Janelsins (2016): In einer zuvor durchgeführten Studie wurde gezeigt, dass YOCAS © ® Yoga - ein Programm, das aus Atemübungen, Körperhaltungen und Meditation besteht - die Schlafqualität bei Krebsüberlebenden möglicherweise bedeutsam verbessern kann. Diese Studie untersuchte die Auswirkungen von YOCAS © ® auf das Gedächtnis und untersuchte Beziehungen zwischen Gedächtnis und Schlaf. 328 Teilnehmer (überwiegend Brustkrebspatientinnen) wurden per Zufallsprinzip dem 4-wöchigen Hatha und restorativen Yoga Programm oder einer Kontrollgruppe zugeteilt, welche Standardversorgung (SC) erhielt. Gemessen wurde die kognitive Beeinträchtigung, sowie die Schlafqualität. YOCAS © ® reduzierte die Gedächtnisschwierigkeiten nach der Intervention im Vergleich zu SC bedeutsam. Die Schlafqualität zu Beginn der Intervention beeinflusste dabei die Auswirkungen auf die Gedächtnisschwierigkeiten nach der Intervention bei YOCAS © ® im Vergleich zu SC. Änderungen der Schlafqualität standen im Zusammenhang mit verringerten Gedächtnisschwierigkeiten bei YOCAS © ® im Vergleich zu SC. Änderungen der Gedächtnisschwierigkeiten standen jedoch nicht im Zusammenhang mit einer bedeutsamen Verbesserung der Schlafqualität bei YOCAS © ® im Vergleich zu SC. YOCAS © ® Yoga hat möglicherweise einen positiven Effekt auf die von Patienten berichteten Gedächtnisschwierigkeiten bei Krebsüberlebenden.

Cramer et. al. (2016)

Referenz/Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Interventionen

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finan­zierung

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Cramer (2016): A randomized controlled bicenter trial of yoga for patients with colorectal cancer. Psychooncology.

Ref.ID: 1066

 

RCT

prospektiv, multizentrisch, offen,

2 Arme

 

Eingeschlossen: N=54 Ausgewertet:

N=54

 

Land: Deutschland

2012-2013

Kolorektal-Karzinom (Stage I bis III) nach adjuvanter Therapie

 

Geschlecht:

39% weiblich

 

Alter: 40-87

Mittelwert: 68

Arm A:

N=27

Hatha yoga

10 Wochen, 1x wöchentlich, 90 Minuten

+ UC

 

Arm B:

N=27

UC/Warteliste

Primärer Endpunkt:

1. Lebensqualität (tumorspezi­fisch) (FACT-C)

 

Sekundäre Endpunkte:

2. Fatigue (FACIT-F)

3. Schlaf (PSQI)

4. Ängstlichkeit (HADS)

5. Depressivität (HADS)

 

 

Nach Abschluss

Chemo-/Radiotherapie:

1. Lebensqualität (tumor­spezifisch)

  • Yoga + UC versus UC: Post Intervention und 22 Wochen-Follow-up:

Keine signifikanten Gruppenunterschiede

(p≥0.05)

 

3. Schlaf

  • Yoga + UC versus UC: Post Intervention

Keine signifikanten Gruppenunterschiede

(p≥0.05)

22 Wochen-Follow-up:

Signifikante Gruppen­unterschiede zugunsten Yoga: SMD=-0.60 [-1.15/ -0.06] (p=0.043)

 

4. Ängstlichkeit

  • Yoga + UC versus UC: Post Intervention:

Signifikante Gruppenunterschiede zugunsten Yoga: SMD=-0.64 [-1.19/-0.09] (p=0.034)

22 Wochen-Follow-up:

Keine signifikanten Gruppenunterschiede

(p≥0.05)

 

5. Depressivität

  • Yoga + UC versus UC: Post Intervention:

Signifikante Gruppenunterschiede zugunsten Yoga: SMD=-0.59 [-1.13/ -0.04] (p=0,038)

22 Wochen-Follow-up:

Keine signifikanten Gruppenunterschiede

(p≥0.05)

Arm A: Yoga

SUEs: 0/27

UEs: 8/27

 

Arm B: UC

SUEs: 1/27

UEs: 0/27

Keine externe Finanzierung

 

Keine Angaben zum COI

Risk of Bias

SB: low

PB: high

DB: low

AB: low

RB: low

OB: low

 

Endpunkt 2 bereits in Hilfiker (2018) einge­schlossen

 

1b

Cramer (2016): Ziel dieser Studie war es, die Auswirkungen von Yoga auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität von Patienten mit Darmkrebs zu untersuchen. Patienten mit nicht metastasierendem Darmkrebs wurden durch ein Zufallsprinzip einer 10-wöchigen Yoga-Intervention (90 Minuten einmal wöchentlich) oder einer Kontrollgruppe, welche die Standardversorgung erhielt, zugeordnet. Das primäre Ergebnis war die krankheitsspezifische Lebensqualität (funktionelle Bewertung der Krebstherapie) in Woche 10. Zu den sekundären Ergebnissen gehörten: spirituelles Wohlbefinden, Müdigkeit, Schlafstörungen, Depressionen und Angstzustände (Skala für Krankenhausangst und Depressionen); Körperbewusstsein, und Körperwirksamkeitserwartungen. Die Ergebnisse wurden in Woche 10 und Woche 22 nach der zufälligen Einteilung bewertet. 27 Patienten (Durchschnittsalter 68,3 ± 9,7 Jahre) wurden je in die Yoga-Gruppe und Kontrollgruppe eingeteilt. Die Patienten in der Yoga-Gruppe besuchten durchschnittlich 5,3 ± 4,0 Yoga-Kurse. Es wurden keine bedeutsamen Gruppenunterschiede für die Lebensqualität-Gesamtpunktzahl gefunden. Gruppenunterschiede wurden für das emotionale Wohlbefinden in Woche 22 und für Schlafstörungen in Woche 22 gefunden, für Angst in Woche 10 und Depression in Woche 10. In der Yoga-Gruppe traten keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse auf, während bei einem Patienten in der Kontrollgruppe Lebermetastasen diagnostiziert wurden. Diese Studie ergab keine Auswirkungen von Yoga auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität von Patienten mit Darmkrebs. Angesichts der hohen Ausfallrate an Studienteilnehmern und der geringen Einhaltung der Intervention wie geplant, können aus dieser Studie keine eindeutigen Schlussfolgerungen gezogen werden.

Derry et. al. (2015)

Referenz/Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Interventionen

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finan­zierung

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Derry (2015): Yoga and self-reported cognitive problems in breast cancer survivors: a randomized controlled trial. Psycho-oncology.

Ref.ID: 1069

RCT

prospektiv, monozentrisch, offen,

2 Arme

 

Eingeschlossen: N=200

Ausgewertet:

N=186

 

Land: USA

2007-2013

Mamma-Karzinom (Stage 0 bis IIIA) nach adjuvanter Therapie

 

Geschlecht:

100% weiblich

 

Alter:

Mittelwert: 51

Arm A:

N=90

Hatha Yoga

12 Wochen, 2x wöchentlich, 90 Minuten

+ UC

 

Arm B:

N=96

UC/Warteliste

Sekundärer Endpunkt:

1. Kognitive Be­einträchtigung (BCPT-SC-CP)

Nach Abschluss

Chemo-/Radiotherapie:

1. Kognitive Beeinträch­tigung

® Yoga + UC versus UC: Post Intervention:

Keine signifikanten Gruppenunterschiede

(p≥0.05)

26 Wochen-Follow-up:

Signifikanter Gruppenunterschied zugunsten Yoga: SMD=-0.45 [-0.74/ -0.16] (p=0.03)

Keine Angaben zu UEs

National Institutes of Health

+

American Cancer Society (USA)

+

Ohio State University

(USA)

 

Laut Angaben kein COI

Risk of Bias

SB: low

PB: high

DB: low

AB: low

RB: high

OB: low

 

Sekundärana­lyse einer bereits in Cramer (2017) [1] eingeschlossen

Studie: Kiecolt-Glaser 2014

1b

Derry (2015): Überlebende von Krebserkrankungen berichten häufig über kognitive Probleme. Darüber hinaus tritt eine Abnahme der körperlichen Aktivität typischerweise im Verlauf der Krebsbehandlung auf. Obwohl körperliche Aktivität die kognitive Funktion in Nichtkrebspopulationen fördert, ist die Evidenz dafür bei Krebsüberlebenden begrenzt. Ziel der Studie war es, die Auswirkungen von Yoga auf kognitive Beschwerden bei Brustkrebspatientinnen nach der Krebsbehandlung zu untersuchen. 200 Überlebende von Brustkrebs im Stadium 0 - IIIA nach der Behandlung wurden nach dem Zufallsprinzip in eine 12-wöchige, zweimal wöchentliche Hatha-Yoga-Intervention oder eine Wartelisten-Kontrollgruppe eingeteilt. Die Teilnehmer gaben mithilfe von Selbstbewertungsfragebögen kognitive Beschwerden zu Studienbeginn, unmittelbar nach der Intervention und bei 3-monatiger Nachbeobachtung an. Die kognitiven Beschwerden unterschieden sich unmittelbar nach der Intervention nicht bedeutsam zwischen den Gruppen. Bei der 3-monatigen Nachuntersuchung lagen die kognitiven Probleme der Yoga-Teilnehmer bedeutsam unter den Ergebnissen der Wartelisten-Teilnehmer. Diese Gruppenunterschiede bei kognitiven Beschwerden blieben nach Kontrolle der psychischen Belastung, Müdigkeit und Schlafqualität bestehen. Diejenigen, die Yoga häufiger praktizierten, berichteten nach 3 Monaten über bedeutsam weniger kognitive Probleme als diejenigen, die weniger häufig praktizierten. Diese Ergebnisse legen nahe, dass Yoga die kognitiven Beschwerden von Brustkrebsüberlebenden möglicherweise wirksam reduzieren kann und weitere Forschungen zu Interventionen für Körper, Geist und körperliche Aktivität zur Verbesserung krebsbedingter kognitiver Probleme notwendig ist.

Janelsins et. al. (2016)

Referenz/Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Interventionen

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finan­zierung

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Janelsins (2016): YOCAS® Yoga Reduces Self-reported Memory Difficulty in Cancer Survivors in a Nationwide Randomized Clinical Trial: Investigating Relationships Between Memory and Sleep. Integr Cancer Ther.

Ref.ID: 1071

 

RCT

prospektiv, multizentrisch, offen,

2 Arme

 

Eingeschlossen: N=410

Ausgewertet:

N=328

 

Land: USA

2006-2009

77% Mamma-Karzinom (Stage 0 bis IV) nach adjuvanter Therapie, 53% unter endokriner Therapie,

weitere Karzinoms: Hämatologisch, Gynäkologisch, Gastrointestinal, Lunge, Kopf/Hals, Urogenital

 

Geschlecht:

96% weiblich

 

Alter: 26-72

Mittelwert: 64

Arm A:

N=168

YOCAS® Hatha + Resto­rative Yoga

4 Wochen, 2 x wöchentlich, 75 Minuten

+ UC

 

Arm B:

N=160

UC

Sekundäre Endpunkte:

1. Kognitive Beeinträchtigung (MDASI)

2. Schlaf (Aktigraphie)

 

 

Nach Abschluss

Chemo-/Radiotherapie:

1. Kognitive Beein­trächtigung

® Yoga + UC versus UC: Post Intervention:

Signifikanter Gruppenunterschied zugunsten Yoga:

SMD=-0.24 [-0.46/-0.03]

(p<0.05)

 

2. Aktigraphie

® Yoga + UC versus UC: Post Intervention:

Signifikante Gruppenunterschiede zugunsten Yoga für SE und WASO (p<0.05)

Keine signifikanten Gruppenunterschiede  für OL (p≥0.05)

SUEs: 1/410

(keine An­gaben in welcher Gruppe der SUE aufge­treten ist)

National Institutes of Health

(USA)

 

Laut Angaben kein COI

 

Risk of Bias

SB: low

PB: high

DB: low

AB: low

RB: high

OB: low

 

Sekundärana­lysen einer bereits in Cramer (2017) eingeschlossen

Studie: Mustian (2013)

1b

Janelsins (2016): In einer zuvor durchgeführten Studie wurde gezeigt, dass YOCAS © ® Yoga - ein Programm, das aus Atemübungen, Körperhaltungen und Meditation besteht - die Schlafqualität bei Krebsüberlebenden möglicherweise bedeutsam verbessern kann. Diese Studie untersuchte die Auswirkungen von YOCAS © ® auf das Gedächtnis und untersuchte Beziehungen zwischen Gedächtnis und Schlaf. 328 Teilnehmer (überwiegend Brustkrebspatientinnen) wurden per Zufallsprinzip dem 4-wöchigen Hatha und restorativen Yoga Programm oder einer Kontrollgruppe zugeteilt, welche Standardversorgung (SC) erhielt. Gemessen wurde die kognitive Beeinträchtigung, sowie die Schlafqualität. YOCAS © ® reduzierte die Gedächtnisschwierigkeiten nach der Intervention im Vergleich zu SC bedeutsam. Die Schlafqualität zu Beginn der Intervention beeinflusste dabei die Auswirkungen auf die Gedächtnisschwierigkeiten nach der Intervention bei YOCAS © ® im Vergleich zu SC. Änderungen der Schlafqualität standen im Zusammenhang mit verringerten Gedächtnisschwierigkeiten bei YOCAS © ® im Vergleich zu SC. Änderungen der Gedächtnisschwierigkeiten standen jedoch nicht im Zusammenhang mit einer bedeutsamen Verbesserung der Schlafqualität bei YOCAS © ® im Vergleich zu SC. YOCAS © ® Yoga hat möglicherweise einen positiven Effekt auf die von Patienten berichteten Gedächtnisschwierigkeiten bei Krebsüberlebenden.

Anestin et. al. (2017)

Referenz/Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Interventionen

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finan­zierung

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Anestin (2017):

The effects of the bali yoga program for breast cancer patients on chemotherapy-induced nausea and vomiting: Results of a partially randomized and blinded controlled trial. J Evid Based Complementary Altern Med.

Ref.ID: 1059

 

RCT

prospektiv, multizentrisch, offen,

2 Arme

 

Eingeschlossen: N=82

Ausgewertet:

N=81

 

Land: Kanada

2011-2013

Mamma-Karzinom (Stage I bis III) während Chemotherapie

 

Geschlecht:

100% weiblich

 

Alter:

Mittelwert: 50

Arm A:

N=52

Bali yoga

8 Wochen, 1x wöchentlich, 90 Minuten

+ UC

 

Arm B:

N=30

UC/Warteliste

Primäre Endpunkte:

1. Übelkeit (MANE)

2. Erbrechen (MANE)

 

Während Chemo­therapie:

1. Übelkeit

  • Yoga + UC versus UC: Post Intervention:

Keine signifikanten Gruppenunterschiede

(p≥0.05)

 

2. Erbrechen

  • Yoga + UC versus UC: Post Intervention:

Keine signifikanten Gruppenunterschiede

(p≥0.05)

 

 

Arm A: Yoga

SUEs: 0/52

UEs: 0/52

 

Arm B: UC

SUEs: 0/30

UEs: 0/30

 

Keine externe Finan­zierung

 

Laut Angaben kein COI, aber Letzt­autor ist Begründer des untersuchten Yogastils

Risk of Bias

SB: high

PB: high

DB: unclear

AB: low

RB: unclear

OB: high

 

16/82 Patienten nicht randomi­siert zugeordnet,

keine Alphalevelkorrektur für multiple primäre End­punkte,

keine apriori Berechnung von N

2b

Anestin (2017): Komplementäre und alternative Medizin hat sich als vorteilhaft bei der Reduzierung von durch Chemotherapie verursachter Übelkeit und Erbrechen erwiesen. Es fehlen jedoch schlüssige Ergebnisse, um die Effektivität zu bestätigen. Der Zweck dieser Studie war es zu bestimmen, ob eine standardisierte Yoga-Intervention diese nachteiligen Symptome reduzieren kann. In dieser Studie wurde eine standardisierte Yoga-Intervention mit Standardversorgung verglichen. Geeignete Patienten waren Erwachsene, bei denen Brustkrebs im Stadium I bis III diagnostiziert wurde und die eine Chemotherapie erhielten. Patienten, die der Versuchsgruppe durch Zufallsprinzip zugewiesen wurden, nahmen einmal wöchentlich für 90 Minuten an einem 8-wöchigen Yoga-Programm teil. Es gab keinen bedeutsamen Unterschied zwischen der Versuchsgruppe und der Kontrollgruppe bei durch Chemotherapie verursachter Übelkeit und Erbrechen nach 8 Wochen. Die Ergebnisse legen nahe, dass das Yoga-Programm bei der Behandlung dieser nachteiligen Symptome nicht hilfreicher ist, als eine Standardversorgung. Die methodische Qualität ist jedoch als überwiegend schlecht bis unklar einzustufen, sodass die Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden sollten.

Ben-Josef et. al. (2017)

Referenz/Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Interventionen

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finan­zierung

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Ben-Josef (2017): Effect of Eischens yoga during radiation therapy on prostate cancer patient symptoms and quality of life: a randomized phase II trial. Int J Radiat Oncol Biol Phys.

Ref.ID: 1060

 

RCT

prospektiv, monozentrisch, offen,

2 Arme

 

Eingeschlossen: N=68 Ausgewertet:

N=50

 

Land: USA

2014-2016

Prostata-Karzinom (Stage I bis II) während Radiotherapie

 

Geschlecht:

100% männlich

 

Alter: 53-85

Mittelwert: 67

Arm A:

N=22

Eischens yoga

6-9 Wochen, 2x wöchentlich, 75 Minuten

+ UC

 

Arm B:

N=28

UC

Primärer Endpunkt:

1. Fatigue (BFI)

 

Sekundäre Endpunkte:

2. Lebensquali­tät (tumorspezi­fisch) (FACT-G)

3. Erektile Dysfunktion (IIEF)

4. Urologische Symptome (IPSS)

 

Während Radio-therapie:

1. Fatigue

  • Yoga + UC versus UC: 2-9 Wochen-Follow-up: Signifikante Zeit-GruppenInteraktion (p<0.001) und signifikante Haupteffekte der Gruppe zu­gunsten Yoga zu Woche 6, 8 und 9 (p<0.050)

 

2. Lebensqualität (tumor­spezifisch)

  • Yoga + UC versus UC: 2-9 Wochen-Follow-up: Signifikante Zeit-Gruppen-Interaktion auf 3/4 FACT-G Skalen (p<0.050), signifikanter Haupteffekt der Gruppe zugunsten Yoga auf 1/4 FACT-G Skalen zu Woche 4 und 9 (p<0.050)

 

3. Erektile Dysfunktion

  • Yoga + UC versus UC: 2-9 Wochen-Follow-up: Signifikante Zeit-Gruppen-Interaktion

(p=0.033), signifikanter Haupteffekt der Gruppe zugunsten Yoga zu Woche 4 (p=0.047)

 

4. Urologische Symptome

  • Yoga + UC versus UC: 2-9 Wochen-Follow-up: Keine signifikanten Gruppenunterschiede (p≥0.05)

Arm A: Yoga

SUEs: 0/22

UEs: 0/22

 

Arm B: UC

SUEs: 0/28

UEs: 0/28

American Cancer Society (USA)

+

Cancer Foundation

(USA)

 

Laut Angaben kein COI

Risk of Bias

SB: unclear

PB: unclear

DB: unclear

AB: low

RB: high

OB: low

 

Signifikante Beselineunterschiede

2b

Ben-Josef (2017): Die Studie wurde durchgeführt, um die möglichen therapeutischen Auswirkungen von Yoga auf Müdigkeit, erektile Dysfunktion, Harninkontinenz und die allgemeine Lebensqualität bei Patienten mit Prostatakrebs zu untersuchen, die sich einer externen Strahlentherapie unterzogen. Die Teilnehmer wurden durch ein Zufallsprinzip in eine Yoga-oder eine Kontrollgruppe eingeteilt. Die Yoga-Gruppe erhielt während der 6- bis 9-wöchigen Strahlentherapie zweimal wöchentlich Eischens Yoga. Die Kontrollgruppe erhielt Standardversorgung. Während der gesamten Behandlung berichteten diejenigen im Yoga-Arm über weniger Müdigkeit als diejenigen im Kontrollarm, wobei die globale Müdigkeit, die Auswirkung der Müdigkeit und die Schwere der Müdigkeit-Subskalen statistisch bedeutsame Wechselwirkungen zeigten. Die Yoga-Gruppe zeigte außerdem weniger sexuelle Dysfunktionen zu Woche 4. Bezüglich der urologischen Symptome zeigten sich keine bedeutsamen Unterschiede zwischen den Gruppen. Die Lebensqualität-Messungen zeigten gemischte Ergebnisse, wobei Yoga einen bedeutsamen Einfluss auf die emotionalen, physischen und sozialen Werte hatte, jedoch nicht auf die funktionellen Werte. Eine strukturierte Yoga-Intervention von zweimal wöchentlichem Unterricht während der Strahlentherapie war mit einer bedeutsamen Verringerung der vorbestehenden und Strahlentherapie-bedingten Müdigkeit sowie der Harn- und sexuellen Dysfunktion bei Prostatakrebs-Patienten verbunden. Die Studienberichterstattung war jedoch überwiegend schlecht, sodass die Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden müssen.

Bower et. al. (2012)

Referenz/Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Interventionen

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finan­zierung

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Bower (2012):

Yoga for persistent fatigue in breast cancer survivors: a randomized controlled trial. Cancer.

Ref.ID: 1061

 

RCT

prospektiv, monozentrisch, offen,

2 Arme

 

Eingeschlossen: N=31

Ausgewertet:

N=31

 

Land: USA

2007-2010

Mamma-Karzinom (Stage 0 bis II) mit Fatigue, nach adjuvanter Therapie

 

Geschlecht:

100% weiblich

 

Alter: 40-65

Mittelwert: 54

Arm A:

N=16

Iyengar yoga

12 Wochen, 2x wöchentlich, 90 Minuten

+ UC

 

Arm B:

N=15

Edukation

+ UC

Primärer Endpunkt:

1. Fatigue (FSI)

 

Sekundäre Endpunkte:

2. Depression (BDI-II)

3. Schlaf (PSQI)

4. Stress (PSS)

5. Speichelkortisol (CS)

6. Kraft/Ausdauer (STST)

 

Nach Abschluss

Chemo-/Radiotherapie:

4./5. Stress/Speichel­kortisol

  • Yoga versus Eduka­tion: Post Intervention und 12 Wochen-Follow-up: Keine signifikanten Gruppenunterschiede (p≥0.05)

 

6. Kraft/Ausdauer

  • Yoga versus Eduka­tion: Post Intervention und 12 Wochen-Follow-up: Keine signifikanten Gruppenunterschiede

(p≥0.05)

 

Arm A: Yoga

SUEs: 0/16

UEs: 1/16

 

Arm B: Education

SUEs: 0/15

UEs: 0/15

National Center for Complementary

and Alternative

Medicine (USA)

 

Laut Angaben kein COI

Risk of Bias

SB: low

PB: low

DB: unclear

AB: low

RB: unclear

OB: low

 

Lediglich

N=31 von 72 geplanten Patientinnen eingeschlossen

 

Endpunkte

1-3 bereits in Cramer (2017) eingeschlossen

2b

Bower (2012): Die Studie untersuchte die Durchführbarkeit und Wirksamkeit einer Iyengar-Yoga-Intervention für Brustkrebsüberlebende mit anhaltender Müdigkeit nach der Krebsbehandlung. Die Teilnehmer waren Brustkrebsüberlebende, die mindestens 6 Monate vor der Aufnahme eine Krebsbehandlung (außer endokrine Therapie) abgeschlossen hatten, über bedeutsame krebsbedingte Müdigkeit berichteten und keine anderen Erkrankungen hatten, die die Müdigkeitssymptome erklären oder die Yoga-Praxis beeinträchtigen würden. Die Teilnehmer wurden durch Zufallsprinzip einer 12-wöchigen Iyengar-basierten Yoga-Intervention oder einer 12-wöchigen Gesundheits-Edukation (Kontrolle) zugeordnet. Das primäre Ergebnis war eine Änderung der Müdigkeit, gemessen zu Studienbeginn, unmittelbar nach der Behandlung und 3 Monate nach Abschluss der Behandlung. Weitere Ergebnisse waren Veränderungen der Vitalität, depressive Symptome, Schlaf, wahrgenommener Stress und körperliche Leistungsfähigkeit. Der Schweregrad der Müdigkeit nahm von Beginn bis zur Nachbehandlung und über einen Zeitraum von 3 Monaten in der Yoga-Gruppe im Vergleich zu den Kontrollen bedeutsam ab. Darüber hinaus berichtete die Yoga-Gruppe über eine bedeutsame Steigerung der Vitalität im Vergleich zu Kontrollen. Beide Gruppen hatten positive Veränderungen der depressiven Symptome und des wahrgenommenen Stresses zu berichten. Es wurden keine bedeutsamen Veränderungen des Schlafes oder der körperlichen Leistungsfähigkeit beobachtet. Eine gezielte Yoga-Intervention führte somit zu einer bedeutsamen Verbesserung der Müdigkeit und Vitalität bei Brustkrebsüberlebenden mit anhaltenden Müdigkeitssymptomen. Die Studienberichterstattung war teilweise unklar, sodass die Ergebnisse mit Vorsicht zu interpretieren sind.

Bower et. al. (2014)

Referenz/Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Interventionen

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finan­zierung

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Bower (2014):  Yoga reduces inflammatory signaling in fatigued breast cancer survivors: a randomized controlled trial. Psychoneuroendo­crinology.

Ref.ID: 1062

RCT

prospektiv, monozentrisch, offen,

2 Arme

 

Eingeschlossen: N=31

Ausgewertet:

N=31

 

Land: USA

2007-2010

Mamma-Karzinom (Stage 0 bis II) mit Fatigue, nach adjuvanter Therapie

 

Geschlecht:

100% weiblich

 

Alter: 40-65

Mittelwert: 54

Arm A:

N=16

Iyengar yoga

12 Wochen, 2x wöchentlich, 90 Minuten

+ UC

 

Arm B:

N=15

Edukation

+ UC

Primärer Endpunkt:

1. Fatigue (FSI)

 

Sekundäre Endpunkte:

2. Depression (BDI-II)

3. Schlaf (PSQI)

4. Stress (PSS)

5. Speichel­kortisol (CS)

6. Kraft/Aus­dauer (STST)

 

Nach Abschluss

Chemo-/Radiotherapie:

4./5. Stress/Speichel­kortisol

  • Yoga versus Eduka­tion: Post Intervention und 12 Wochen-Follow-up: Keine signifikanten Gruppenunterschiede (p≥0.05)

 

6. Kraft/Ausdauer

  • Yoga versus Eduka­tion: Post Intervention und 12 Wochen-Follow-up: Keine signifikanten Gruppenunterschiede

(p≥0.05)

 

Arm A: Yoga

SUEs: 0/16

UEs: 1/16

 

Arm B: Education

SUEs: 0/15

UEs: 0/15

National Center for Complementary

and Alternative

Medicine (USA)

 

Laut Angaben kein COI

Risk of Bias

SB: low

PB: low

DB: unclear

AB: low

RB: unclear

OB: low

 

Lediglich

N=31 von 72 geplanten Patientinnen eingeschlossen

 

Endpunkte

1-3 bereits in Cramer (2017) eingeschlossen

2b

Bower (2012): Die Studie untersuchte die Durchführbarkeit und Wirksamkeit einer Iyengar-Yoga-Intervention für Brustkrebsüberlebende mit anhaltender Müdigkeit nach der Krebsbehandlung. Die Teilnehmer waren Brustkrebsüberlebende, die mindestens 6 Monate vor der Aufnahme eine Krebsbehandlung (außer endokrine Therapie) abgeschlossen hatten, über bedeutsame krebsbedingte Müdigkeit berichteten und keine anderen Erkrankungen hatten, die die Müdigkeitssymptome erklären oder die Yoga-Praxis beeinträchtigen würden. Die Teilnehmer wurden durch Zufallsprinzip einer 12-wöchigen Iyengar-basierten Yoga-Intervention oder einer 12-wöchigen Gesundheits-Edukation (Kontrolle) zugeordnet. Das primäre Ergebnis war eine Änderung der Müdigkeit, gemessen zu Studienbeginn, unmittelbar nach der Behandlung und 3 Monate nach Abschluss der Behandlung. Weitere Ergebnisse waren Veränderungen der Vitalität, depressive Symptome, Schlaf, wahrgenommener Stress und körperliche Leistungsfähigkeit. Der Schweregrad der Müdigkeit nahm von Beginn bis zur Nachbehandlung und über einen Zeitraum von 3 Monaten in der Yoga-Gruppe im Vergleich zu den Kontrollen bedeutsam ab. Darüber hinaus berichtete die Yoga-Gruppe über eine bedeutsame Steigerung der Vitalität im Vergleich zu Kontrollen. Beide Gruppen hatten positive Veränderungen der depressiven Symptome und des wahrgenommenen Stresses zu berichten. Es wurden keine bedeutsamen Veränderungen des Schlafes oder der körperlichen Leistungsfähigkeit beobachtet. Eine gezielte Yoga-Intervention führte somit zu einer bedeutsamen Verbesserung der Müdigkeit und Vitalität bei Brustkrebsüberlebenden mit anhaltenden Müdigkeitssymptomen. Die Studienberichterstattung war teilweise unklar, sodass die Ergebnisse mit Vorsicht zu interpretieren sind.

Chandwani et. al. (2014)

Referenz/Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Interventionen

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finan­zierung

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Chandwani (2014): Randomized, controlled trial of yoga in women with breast cancer undergoing radiotherapy. J Clin Oncol.

Ref.ID: 1064

RCT

prospektiv, monozentrisch, offen,

3 Arme

 

Eingeschlossen: N=178

Ausgewertet:

N=132

 

Land: USA

Zeitraum nicht berichtet

Mamma-Karzinom (Stage 0 bis III) während Radiotherapie

 

Geschlecht:

100% weiblich

 

Alter: 25-79

Mittelwert: 52

Arm A:

N=53

Integrated Yoga

6 Wochen, 1x wöchentlich, 60 Minuten

+ UC

 

Arm B:

N=56

Konventionelle Bewegungs­intervention

6 Wochen, 1 x wöchentlich, 60 Minuten

+ UC

 

Arm C:

N=54

UC/Warteliste

Primärer Endpunkt:

1. Lebensquali­tät (global) (SF-36)

 

Sekundäre Endpunkte:

2. Fatigue (BFI)

3. Schlaf (PSQI)

4. Depression (CES-D)

5. Speichel­kortisol (CS)

 

Während/nach Radiotherapie:

5. Speichelkortisol

  • Yoga + UC versus UC: Post Intervention:

Signifikante Gruppen­unterschiede zugunsten Yoga: SMD=-0.52

[-0.90/-0.13] (p=0.008)

10-30 Wochen-Follow-up:

Keine signifikanten Gruppenunterschiede

(p≥0.05)

  • Yoga versus Beweg­ung: Post Intervention:

Signifikante Gruppen­unterschiede zugunsten Yoga: SMD=-0.43 [-0.81/ -0.05] (p=0.023)

10-30 Wochen-Follow-up:

Keine signifikanten Gruppenunterschiede

(p≥0.05)

Keine Angaben zu UEs

Keine externe Finan­zierung

 

Laut Angaben kein COI

 

Risk of Bias

SB: unclear

PB: unclear

DB: unclear

AB: low

RB: unclear

OB: low

 

Endpunkte

1-4 bereits in Cramer (2017) einge­schlossen

 

2b

Chandwani (2014): Ziel der Studie war es, die Wirkung von Yoga auf die Lebensqualität während der Strahlentherapie bei Frauen mit Brustkrebs zu untersuchen. Patienten mit Brustkrebs im Stadium 0 bis III wurden vor Beginn der Strahlentherapie rekrutiert und durch Zufallsprinzip einer von drei Gruppen zugeordnet: einer Yoga-Gruppe, welche 6 Wochen lang dreimal pro Woche Yoga (YG) erhielt, einer konventionellen Bewegungsintervention (Stretching; ST) in gleicher Intensität oder einer Warteliste-Gruppe (WL). Selbstberichtsmessungen der Lebensqualität, Müdigkeit, Depression und Schlafqualität sowie fünf Speichelproben pro Tag an drei aufeinanderfolgenden Tagen wurden zu Studienbeginn und am Ende der Behandlung, sowie 1, 3 und 6 Monate später durchgeführt. Die Yoga-Gruppe hatte 1 und 3 Monate nach Strahlentherapie einen bedeutsam größeren Anstieg der Werte der körperlichen Komponenten im Vergleich zur Warteliste-Gruppe. Nach 1, 3 und 6 Monaten berichtete die Yoga-Gruppe im Vergleich zur Stretching-Gruppe und Warteliste-Gruppe einen stärkeren Anstieg der körperlichen Funktionsfähigkeit. Am Ende der Strahlentherapie berichteten die YG- und ST-Gruppen auch über eine Verringerung der Ermüdung. Es gab keine Gruppenunterschiede hinsichtlich der psychischen Gesundheit und der Schlafqualität. Die Cortisol-Steigung war für die YG-Gruppe am steilsten im Vergleich zu den ST- und WL-Gruppen am Ende und 1 Monat nach der Strahlentherapie. YG verbesserte die Lebensqualität und die mit Strahlentherapie verbundenen physiologischen Veränderungen über die Vorteile einfacher ST-Übungen hinaus. Die Studienberichterstattung ist jedoch als überwiegend schlecht zu interpretieren, sodass die Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden müssen.

Culos-Reed et. al. (2006)

Referenz/Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Interventionen

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finan­zierung

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Culos-Reed (2006): A pilot study of yoga for breast cancer survivors: physical and psychological benefits. Psycho-oncology.

Ref.ID: 1068

Crossover RCT

prospektiv, monozentrisch, offen,

2 Arme

 

Eingeschlossen: N=38

Ausgewertet:

N=36

 

Land: Kanada

Zeitraum nicht berichtet

85% Mamma-Karzinom (Stage nicht berichtet)

nach adjuvanter Therapie

 

Geschlecht:

95% weiblich

 

Alter:

Mittelwert: 50

Arm A:

N=20

Hatha Yoga

7 Wochen, 1x wöchentlich, 75 Minuten

+ UC

 

Arm B:

N=18

UC/Warteliste

Endpunkte:

1. Lebensqualität (global) (EORTC-QLQ-C30 Global Health Skala)

2. Stress (SOSI)

3. Depression (POMS)

4. Kraft/Aus­dauer (6MWT)

 

Nach Abschluss

Chemo-/Radiotherapie:

1. Lebensqualität (global)

® Yoga + UC versus UC: Post Intervention:

signifikanter Haupt­effekt der Gruppe zugunsten Yoga:

SMD=0.85 [0.17/1.54]

(p<0.01)

 

2.-4. Stress/Depression/

Kraft/Ausdauer

® Yoga + UC versus UC Post Intervention:

Keine signifikanten Gruppenunterschiede

(p≥0.05)

Keine Angaben zu UEs

Alberta Heritage

Foundation (Kanada)

+

Canadian Institutes of Health

(Kanada)

 

Keine Angaben zum COI

Risk of Bias

SB: unclear

PB: unclear

DB: unclear

AB: low

RB: unclear

OB: high

 

Pilotstudie, keine Definition primärer und sekundärer Endpunkte, keine apriori Berechnung von N

2b

Culos-Reed (2006): Körperliche Aktivität bietet Krebsüberlebenden eine Reihe von physischen und psychischen Vorteilen, darunter die Verringerung der Auswirkungen schädlicher krebsbedingter Symptome und Nebenwirkungen der Behandlung (z. B. Müdigkeit, Übelkeit) sowie die Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens und der Lebensqualität. Ziel der vorliegenden Pilotstudie war es, die physischen und psychischen Vorteile eines 7-wöchigen Yoga-Programms für Krebsüberlebende zu untersuchen. 38 Teilnehmer wurden nach dem Zufallsprinzip entweder einer 7-wöchigen Hatha-Yoga Intervention mit einmal wöchentlich 75 Minuten Yogasessions oder der Kontrollgruppe zugeordnet. Die Teilnehmer des Yoga-Programms umfassten hauptsächlich Überlebende von Brustkrebs. Bedeutsame Unterschiede zwischen der Intervention und der Kontrollgruppe nach der Intervention wurden nur bei psychosozialen Variablen (d.h. Globale Lebensqualität, emotionale Funktion und Durchfall) beobachtet. Außerdem gab es auch bedeutsame Verbesserungen sowohl bei den Programmteilnehmern als auch bei den Kontrollen von vor bis nach der Intervention in Bezug auf eine Reihe von Variablen der körperlichen Fitness. Diese ersten Ergebnisse legen nahe, dass Yoga möglicherweise ein erhebliches Potenzial hat und als Option für körperliche Aktivität für Krebsüberlebende weiter untersucht werden sollte. Die methodische Qualität ist jedoch überwiegend unklar, sodass die Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden müssen.

Kovacic et. al. (2011)

Referenz/Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Interventionen

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finan­zierung

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Kovacic (2011): Impact of relaxation training according to Yoga in Daily Life system on self-esteem after breast cancer surgery. J Altern Complement Med.

Ref.ID: 1072

RCT

prospektiv, monozentrisch, offen,

2 Arme

 

Eingeschlossen: N=32

Ausgewertet:

N=32

 

Land: Slowenien

Zeitraum nicht berichtet

Mamma-Karzinom (Stage I bis II) während adjuvanter Therapie

 

Geschlecht:

100% weiblich

 

Alter: über 40

 

Arm A:

N=16

Yoga in

Daily Life®

1 Woche, 7 x wöchentlich, 45 Minuten + konventionelle Physiotherapie

+ UC

 

Arm B:

N=16

konventionelle Physiotherapie

+ UC

Sekundärer Endpunkt:

1. Stress (PSS)

 

 

Während Chemo-/ Radiotherapie:

1. Stress

® Yoga + Physiotherapie versus Physiotherapie:

5 Wochen-Follow-up:

Signifikante Gruppenunterschiede zugunsten Yoga: SMD=-3.49

[-4.63/-2.34] (p<0.001)

 

 

Keine Angaben zu UEs

Keine externe Finan­zierung

 

Laut Angaben kein COI

 

Risk of Bias

SB: unclear

PB: high

DB: low

AB: unclear

RB: high

OB: high

 

Pilotstudie,

keine Definition primärer und sekundärer Endpunkte, keine apriori Berechnung von N

 

Sekundärana­lyse einer bereits in Cramer (2017) eingeschlossen

Studie: Kovacic (2013)

2b

Kovacic (2011): Ziel dieser Studie war es, Informationen über die unmittelbaren und kurzfristigen Auswirkungen des Entspannungstrainings nach dem Yoga In Daily Life (®) -System auf das Selbstwertgefühl und Stress von Brustkrebspatientinnen zu sammeln. 32 Brustkrebspatientinnen wurden nach dem Zufallsprinzip dem Yoga-Programm oder einer Kontrollgruppe zugeteilt. Beide Gruppen erhielten 1 Woche lang die gleiche konventionelle Physiotherapie, während die Versuchsgruppe zusätzlich täglich über eine Woche ein Gruppenentspannungstraining nach dem Yoga in Daily Life (®) -System erhielt. Bei der Entlassung wurden der Versuchsgruppe Audiokassettenaufzeichnungen mit ähnlichen Anweisungen für das Entspannungstraining ausgestellt, die für weitere 3 Wochen einzeln zu Hause geübt werden sollten. Standardisierte Fragebögen zur Bestimmung des Selbstwertgefühls und Stresslevels wurden den Teilnehmern zu Studienbeginn, nach der Intervention1 Woche und 4 Wochen danach ausgeteilt. Es ergaben sich statistisch bedeutsame Unterschiede zwischen der Versuchsgruppe und der Kontrollgruppe bei allen Messungen des Selbstwertgefühls während des Untersuchungszeitraums. Außerdem wurden 4 Wochen nach der Intervention bedeutsame Unterschiede zwischen den Gruppen hinsichtlich des Stresslevels gefunden. Die methodische Qualität der Studie, sowie die Studienberichterstattung sind jedoch überwiegend als schlecht zu bewerten, sodass die Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden müssen.

Loudon et. al. (2014)

Referenz/Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Interventionen

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finan­zierung

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Loudon (2014):

Yoga management of breast cancer-related lymphoe­dema: a randomised controlled pilot-trial. BMC Complement Altern Med.

Ref.ID: 1075

RCT

prospektiv, monozentrisch, offen,

2 Arme

 

Eingeschlossen: N=28

Ausgewertet:

N=23

 

Land: Australien

2011

Mamma-Karzinom (Stage 0 bis III) mit Lymphödem, nach adjuvanter Therapie

 

Geschlecht:

100% weiblich

 

Alter: 34-80

Mittelwert: 58

Arm A:

N=11

Satyananda Yoga

8 Wochen, 1 x wöchentlich, 90 Minuten

+ UC

 

Arm B:

N=12

UC/Warteliste

Primärer Endpunkt:

1. Lymphödem­volumen (Armumfang)

 

Sekundäre Endpunkte:

2. Schmerz (VAS)

3. Fatigue (VAS)

4. Lebensquali­tät (tumorspezi­fisch) (LYMQOL)

5. Shoulder ROM (Gonio­meter)

 

Nach Abschluss

Chemo-/Radiotherapie:

1. Lymphödemvolumen

® Yoga + UC versus UC: Post Intervention: Keine signifikanten Gruppenunterschiede (p≥0.05)

12 Wochen-Follow-up:

Signifikante Gruppenunterschiede zugunsten UC (p<0.05)

 

2. Schmerz

® Yoga + UC versus UC: Post Intervention und 12 Wochen-Follow-up: Keine signifikanten Gruppenunterschiede

(p≥0.05)

 

5. Shoulder ROM

® Yoga + UC versus UC: Post Intervention:

Keine signifikanten Gruppenunterschiede

(p≥0.05)

12 Wochen-Follow-up:

Signifikante Gruppenunterschiede zugunsten UC (p<0.05) bei einzelnen ROM-Messungen

Arm A: Yoga

SUEs: 1/15

UEs: 4/15

 

Arm B: UC

SUEs: 1/13

UEs: 1/13

 

Swan Research Institute

(Australien)

 

Laut Angaben kein COI

 

Risk of Bias

SB: low

PB: unclear

DB: low

AB: low

RB: high

OB: high

 

Pilotstudie,

inkorrekte apriori Berechnung von N, final weniger Patienten eingeschlossen, teilweise ex­treme Baseline­unterschiede bei sehr kleinem N

 

Endpunkte 3+4 bereits in Cra­mer (2017) [1] und Endpunkt 3 in Hilfiker (2018) [3] ein­geschlossen

 

2b

Loudon (2014): Das Ziel dieser Studie war es, die Wirkung von Yoga auf Frauen mit Brustkrebs-Lymphödem im Stadium 1 (BCRL) zu bestimmen. 28 Teilnehmerinnen wurden nach dem Zufallsprinzip entweder einer 8-wöchige Satyananda Yoga-Intervention (n = 15), die aus einer einmal wöchentlich stattfindenden 90-minütigen geleiteten Yoga-Klasse und einer 40-minütigen täglichen Sitzung auf DVD bestand, oder einer üblichen Kontrollgruppe, die Standardversorgung erhielt (n = 13) zugeteilt. Primäre Endpunkte war: Armvolumen des Lymphödems, gemessen am Umfang. Sekundäre Ergebnismaße waren: Gewebeverhärtung, gemessen durch Tonometrie; Das Ausmaß der Empfindungen, Schmerzen, Müdigkeit und damit verbundenen Einschränkungen und Lebensqualität. Die Messungen wurden zu Studienbeginn, Woche 8 (nach der Intervention) und Woche 12 (vier Wochen nach Beendigung der Intervention) durchgeführt. In Woche 8 hatte die Interventionsgruppe eine stärkere Abnahme der Gewebeverhärtung des betroffenen Oberarms im Vergleich zur Kontrollgruppe, sowie eine stärkere Verringerung der Symptomsubskala für die Lebensqualität. Es gab keinen Unterschied im Armvolumen des Lymphödems oder der extrazellulären Flüssigkeit zwischen den Gruppen in Woche 8; In Woche 12 stieg das Armvolumen für die Interventionsgruppe jedoch stärker an als für die Kontrollgruppe.

Eine 8-wöchige Yoga-Intervention reduzierte die Verhärtung des Gewebes des betroffenen Oberarms und verbesserte die tumorspezifische Lebensqualität. Die methodische Qualität der Studie war jedoch teilweise schlecht bis unklar, sodass die Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden müssen.

Loudon et. al. (2016)

Referenz/Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Interventionen

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finan­zierung

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Loudon (2016):

The effects of yoga on shoulder and spinal actions for women with breast cancer-related lymphoedema of the arm: a randomised controlled pilot study. BMC Complement Altern Med.

Ref.ID: 1074

RCT

prospektiv, monozentrisch, offen,

2 Arme

 

Eingeschlossen: N=28

Ausgewertet:

N=23

 

Land: Australien

2011

Mamma-Karzinom (Stage 0 bis III) mit Lymphödem, nach adjuvanter Therapie

 

Geschlecht:

100% weiblich

 

Alter: 34-80

Mittelwert: 58

Arm A:

N=11

Satyananda Yoga

8 Wochen, 1 x wöchentlich, 90 Minuten

+ UC

 

Arm B:

N=12

UC/Warteliste

Primärer Endpunkt:

1. Lymphödem­volumen (Armumfang)

 

Sekundäre Endpunkte:

2. Schmerz (VAS)

3. Fatigue (VAS)

4. Lebensquali­tät (tumorspezi­fisch) (LYMQOL)

5. Shoulder ROM (Gonio­meter)

 

Nach Abschluss

Chemo-/Radiotherapie:

1. Lymphödemvolumen

® Yoga + UC versus UC: Post Intervention: Keine signifikanten Gruppenunterschiede (p≥0.05)

12 Wochen-Follow-up:

Signifikante Gruppenunterschiede zugunsten UC (p<0.05)

 

2. Schmerz

® Yoga + UC versus UC: Post Intervention und 12 Wochen-Follow-up: Keine signifikanten Gruppenunterschiede

(p≥0.05)

 

5. Shoulder ROM

® Yoga + UC versus UC: Post Intervention:

Keine signifikanten Gruppenunterschiede

(p≥0.05)

12 Wochen-Follow-up:

Signifikante Gruppenunterschiede zugunsten UC (p<0.05) bei einzelnen ROM-Messungen

Arm A: Yoga

SUEs: 1/15

UEs: 4/15

 

Arm B: UC

SUEs: 1/13

UEs: 1/13

 

Swan Research Institute

(Australien)

 

Laut Angaben kein COI

 

Risk of Bias

SB: low

PB: unclear

DB: low

AB: low

RB: high

OB: high

 

Pilotstudie,

inkorrekte apriori Berechnung von N, final weniger Patienten eingeschlossen, teilweise ex­treme Baseline­unterschiede bei sehr kleinem N

 

Endpunkte 3+4 bereits in Cra­mer (2017) [1] und Endpunkt 3 in Hilfiker (2018) [3] ein­geschlossen

 

2b

Loudon (2014): Das Ziel dieser Studie war es, die Wirkung von Yoga auf Frauen mit Brustkrebs-Lymphödem im Stadium 1 (BCRL) zu bestimmen. 28 Teilnehmerinnen wurden nach dem Zufallsprinzip entweder einer 8-wöchige Satyananda Yoga-Intervention (n = 15), die aus einer einmal wöchentlich stattfindenden 90-minütigen geleiteten Yoga-Klasse und einer 40-minütigen täglichen Sitzung auf DVD bestand, oder einer üblichen Kontrollgruppe, die Standardversorgung erhielt (n = 13) zugeteilt. Primäre Endpunkte war: Armvolumen des Lymphödems, gemessen am Umfang. Sekundäre Ergebnismaße waren: Gewebeverhärtung, gemessen durch Tonometrie; Das Ausmaß der Empfindungen, Schmerzen, Müdigkeit und damit verbundenen Einschränkungen und Lebensqualität. Die Messungen wurden zu Studienbeginn, Woche 8 (nach der Intervention) und Woche 12 (vier Wochen nach Beendigung der Intervention) durchgeführt. In Woche 8 hatte die Interventionsgruppe eine stärkere Abnahme der Gewebeverhärtung des betroffenen Oberarms im Vergleich zur Kontrollgruppe, sowie eine stärkere Verringerung der Symptomsubskala für die Lebensqualität. Es gab keinen Unterschied im Armvolumen des Lymphödems oder der extrazellulären Flüssigkeit zwischen den Gruppen in Woche 8; In Woche 12 stieg das Armvolumen für die Interventionsgruppe jedoch stärker an als für die Kontrollgruppe.

Eine 8-wöchige Yoga-Intervention reduzierte die Verhärtung des Gewebes des betroffenen Oberarms und verbesserte die tumorspezifische Lebensqualität. Die methodische Qualität der Studie war jedoch teilweise schlecht bis unklar, sodass die Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden müssen.

Pruthi et. al. (2012)

Referenz/Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Interventionen

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finan­zierung

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Pruthi (2012):

A Randomized Controlled Pilot Study Assessing Feasibility and Impact of Yoga Practice on Quality of Life, Mood, and Perceived Stress in Women With Newly Diagnosed Breast Cancer. Glob Adv Health Med.

Ref.ID: 1077

RCT

prospektiv, monozentrisch, offen,

2Arme

 

Eingeschlossen: N=30

Ausgewertet:

N=21

 

Land: USA

2010-2011

Mamma-Karzinom (Stage 0 bis III) während adjuvanter Therapie

 

Geschlecht:

100% weiblich

 

Alter: 40-75

Mittelwert: 57

Arm A:

N=11

Therapeutic Yoga

8 Wochen, 1x wöchentlich, 60 Minuten

+ UC

 

Arm B:

N=10

UC/Warteliste

Endpunkte:

1. Lebensquali­tät (tumorspezifisch) (FACT-B)

2. Ängstlichkeit (POMS)

3. Depression (POMS)

4. Fatigue (BFI)

5. Stress (PSS)

6. Speichelkortisol (CS)

 

Während Chemo-/ Radiotherapie:

5./6. Stress/Speichelkortisol

® Yoga + UC versus UC: Post Intervention:

Keine signifikanten Gruppenunterschiede

(p≥0.05)

 

 

Keine Angaben zu UEs

Lace Up Against Breast Cancer

Foundation (USA)

+

Ralph

Stump and Raedene

Stump Foundation

(USA)

 

Laut Angaben kein COI

 

Risk of Bias

SB: unclear

PB: unclear

DB: unclear

AB: low

RB: unclear

OB: low

 

Pilotstudie,

keine Definition primärer und sekundärer Endpunkte, keine apriori Berechnung von N

Endpunkte

1-4 bereits in Cramer (2017) und Endpunkt 4 in Hilfiker (2018) eingeschlossen

2b

Pruthi (2012): Ziel der Studie war es, die Machbarkeit und den Einfluss von Yoga auf die Lebensqualität (QoL), die Stimmung, die Müdigkeit und den wahrgenommenen Stress unmittelbar nach der Brustkrebsdiagnose zu untersuchen. Unmittelbar nach der Krebsdiagnose wurden 30 Frauen nach dem Zufallsprinzip einer Yogagruppe (YG) oder Kontrollgruppe (CG) zugeordnet. Die Yoga-Gruppe erhielt eine einzelne Yoga-Sitzung zu Studienbeginn, dann 2 individuelle und über 8 Wochen eine wöchentliche Gruppensitzung, gefolgt von wöchentlichem sanftem Yoga zu Hause (DVD). Die Kontrollgruppe erhielt Standardversorgung. Fragebögen und Speichelproben (dh Cortisol) wurden zu Studienbeginn und 12 Wochen nach der Diagnose ausgefüllt/genommen. Beide Gruppen berichteten über bedeutsame Verbesserungen der Lebensqualität nach der Intervention, jedoch ohne bedeutsame Unterschiede zwischen den Gruppen. Das emotionale Wohlbefinden, die stimmungsbedingten Spannungsangst-, Depressions- und Verwirrungswerte verbesserten sich für beide Gruppen, und der Cortisol- und Cortison-Spiegel nahmen ab. Die Studienberichterstattung ist überwiegend schlecht, sodass die Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden müssen.

Raghavendra et. al. (2007)

Referenz/Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Interventionen

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finan­zierung

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Raghavendra (2007):

Effects of an integrated yoga programme on chemotherapy-induced nausea and emesis in breast cancer patients.

Eur J Cancer Care.

Ref.ID: 1078

+

Rao (2017):

Effects of a Yoga Program on Mood States, Quality of Life, and Toxicity in Breast Cancer Patients Receiving Conventional Treatment: A Randomized Controlled Trial. Indian J Palliat Care.

Ref.ID: 1079

RCT

prospektiv, monozentrisch, offen,

2 Arme

 

Eingeschlossen: N=98

Ausgewertet:

N=98/62

 

Land: Indien

2000-2004    

Mamma-Karzinom (Stage II bis III) während adjuvanter Therapie

 

Geschlecht:

100% weiblich

 

Alter:

Mittelwert: 49

Arm A:

N=45/28

Integrated Yoga

® vor/nach Operation:

4x 60 Minuten,

® während Radiotherapie:

6 Wochen, 3x wöchentlich, 60 Minuten,

® während Chemotherapie:

6 Zyklen á 21 Tage, 4x pro Zyklus, 60 Minuten

+ UC

 

Arm B:

N=53/34

Edukation

® vor Operation:

1x 60 Minuten,

® während Radiotherapie:

6 Wochen,

4x 15 Minuten,

® während Chemotherapie:

6 Zyklen á 21 Tage, 12x 15 Minuten

+ UC

 

Primäre Endpunkte:

1. Übelkeit (MANE)

2. Erbrechen

(MANE)

 

Sekundäre Endpunkte:

3. Ängstlichkeit (STAI)

4. Depression (BDI)

5. Lebensquali­tät (tumorspezi­fisch) (FLIC)

6. Toxizität (CTKarzinomE)

 

Nach Operation:

3./4. Ängstlichkeit/ Depression

® Yoga versus Eduka­tion: Post Intervention:

Keine signifikanten Gruppenunterschiede

(p≥0.05)

 

5. Lebensqualität (tumor­spezifisch)

® Yoga versus Eduka­tion: Post Intervention:

Signifikante Gruppen­unterschiede zugunsten Yoga (p<0.001)

 

Während Radio­therapie:

3./4. Ängstlichkeit/ Depression

® Yoga versus Eduka­tion: Post Intervention:

Keine signifikanten Gruppenunterschiede

(p≥0.05)

 

5. Lebensqualität (tumor­spezifisch)

® Yoga versus Eduka­tion: Post Intervention:

Signifikante Gruppen­unterschiede zugunsten Yoga (p<0.001)

 

Während Chemo­therapie:

1. Übelkeit (Intensität und Frequenz)

® Yoga versus Eduka­tion: Post Intervention:

Signifikante Gruppen­unterschiede zugunsten Yoga (p<0.010)

 

2. Erbrechen (Intensität und Frequenz)

® Yoga versus Eduka­tion: Post Intervention:

Keine signifikanten Gruppenunterschiede

(p≥0.05)

 

6. Toxizität

® Yoga versus Eduka­tion: Post Intervention:

Signifikante Gruppen­unterschiede zugunsten Yoga (p<0.001)

Keine Angaben zu UEs

Ministry of AYUSH

Govern­ment of India

 

Laut Angaben kein COI

 

Risk of Bias

SB: low

PB: unclear

DB: unclear

AB: low/high

RB: high

OB: high

 

Keine ITT für Analyse während Chemotherapie

 

Endpunkte

3-6 (während Chemotherapie)bereits in Cramer (2017) [1] einge­schlossen

 

2b

Raghavendra (2007): Diese Studie untersuchte die Wirkung eines integrierten Yoga-Programms auf chemotherapiebedingte Übelkeit und Erbrechen bei ambulanten Patienten mit frühem operativem Brustkrebs. 62 Probanden wurden nach dem Zufallsprinzip ausgewählt, um im Verlauf ihrer Chemotherapie Yoga (n = 28) oder unterstützende Therapieinterventionen (n = 34) zu erhalten. Beide Gruppen hatten ähnliche soziodemografische und medizinische Merkmale. Die Intervention bestand sowohl aus beaufsichtigten als auch aus häuslichen Übungen von Yoga-Sitzungen, die täglich 60 Minuten dauerten, während die Kontrollgruppe während ihrer Krankenhausbesuche während einer vollständigen Chemotherapie eine unterstützende Therapie in Form von Edukation und Bewältigungsvorbereitung erhielt. Das primäre Ergebnismaß war das Ausmaß von Übelkeit und Erbrechen, die nach dem vierten Zyklus der Chemotherapie bewertet wurden. Zu den sekundären Ergebnissen gehörten Angstzustände, Depressionen, Lebensqualität, belastende Symptome und behandlungsbedingte Toxizität, die vor und während der Chemotherapie bewertet wurden. Nach dem Yoga war eine bedeutsame Abnahme der durch die Chemotherapie verursachten Übelkeitshäufigkeit und der Übelkeitsintensität, sowie der Intensität der antizipierten Übelkeit und des antizipierten Erbrechens zu verzeichnen im Vergleich mit der Kontrollgruppe. Es gab eine bedeutsame positive Korrelation zwischen den Übelkeit-und Erbrechen-Werten und Angstzuständen, Depressionen und belastenden Symptomen. Zusammenfassend legen die Ergebnisse eine mögliche Anwendung von Yoga-Interventionen zur Stressreduzierung nahe, um herkömmliche Antiemetika zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen im Zusammenhang mit Chemotherapie zu ergänzen. Die methodische Qualität der Studie ist jedoch überwiegend schlecht bis unklar, sodass die Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden müssen.

Rao et. al. (2017)

Referenz/Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Interventionen

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finan­zierung

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Rao (2017):

Effect of Yoga on Sleep Quality and Neuroendocrine Immune Response in Metastatic Breast Cancer Patients. Indian J Palliat Care.

Ref.ID: 1080

+

Vadiraja (2017):

Effects of Yoga in Managing Fatigue in Breast Cancer Patients: A Randomized Controlled Trial. Indian J Palliat Care.

Ref.ID: 1082

RCT

prospektiv, monozentrisch, offen,

2 Arme

 

Eingeschlossen: N=91

Ausgewertet:

N=66/46

 

Land: Indien

2004-2007

Mamma-Karzinom (Stage IV), nach adjuvanter Therapie

 

Geschlecht:

100% weiblich

 

Alter:

Mittelwert: 50

Arm A:

N=35/25

Integrated Yoga

12 Wochen, 2x wöchentlich, 60 Minuten

+ UC

 

Arm B:

N=31/21

Education

1x 60 Minuten vor Operation + 15 Minuten alle 10 Tage

+ UC

 

 

Endpunkte:

1. Schlaf (PIRS)

2. Fatigue (FSI)

3. Stress (PSS)

4. Speichel­kortisol (CS)

 

Nach Abschluss

Chemo-/Radiotherapie:

1. Schlaf

® Yoga versus Edukation: Post Intervention:

Signifikante Gruppenunterschiede zugunsten Yoga: SMD=-1.24

[-1.78/-0.70] (p<0,001)

3. Stress

® Yoga versus Eduka­tion: Post Intervention:

Signifikante Gruppenunterschiede zugunsten Yoga: SMD=-1.30

[-1.84/-0.77] (p<0.001)

 

4. Speichelkortisol

® Yoga versus Edukation: Post Intervention:

Keine signifikanten Gruppenunterschiede

(p≥0.05)

Arm A: Yoga

SUEs: 0/45

UEs: 3/45

 

Arm B: Education

SUEs: 0/46

UEs: 5/46

Ministry of AYUSH

Govern­ment of India

 

Laut Angaben kein COI

 

Risk of Bias

SB: low

PB: high

DB: low

AB: low/high

RB: high

OB: high

 

Keine Definition

primärer und sekundärer Endpunkte,

apriori Berechnung von N anhand von Effekten auf Lebensqualität (Endpunkt nicht berichtet),

höhere Drop­outs bei Endpunkt 4

 

Endpunkt 2 bereits in Hilfiker (2018) einge­schlossen

2b

Rao (2017): Studien haben gezeigt, dass Stress und begleitende neuroendokrine Stressreaktionen ein wichtiger Prädiktor für das Überleben bei fortgeschrittenen Brustkrebspatientinnen sind. In dieser Studie wurden die Auswirkungen von Yoga auf den wahrgenommenen Stress, den Schlaf, das tägliche Cortisollevel und die Anzahl natürlicher Killerzellen (NK) bei Patienten mit metastasierendem Krebs untersucht. Es wurden 91 Patienten mit metastasierendem Brustkrebs nach dem Zufallsprinzip einem "integrierten Yoga-basierten Stressreduktionsprogramm" (n = 45) oder Standard- "Aufklärungs- und unterstützende Therapiesitzungen"(n= 46) über einen Zeitraum von 3 Monaten zugeteilt. Psychometrische Bewertungen der Schlafqualität wurden vor und nach der Intervention durchgeführt. Vor und nach dem Eingriff wurden Blutabnahmen für die NK-Zellzahlen gesammelt. Vor und nach dem Eingriff wurden drei aufeinanderfolgende Tage lang Speichelproben entnommen. Nach der Intervention war eine bedeutsame Abnahme der Symptombelastung, Verbesserung der Schlafparameter und der Schlafqualität, sowie des Schlaf-Scores für die Schlaflosigkeit in der Yoga-Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe zu verzeichnen . Es gab eine Abnahme des morgendlichen Wachcortisols in der Yoga-Gruppe allein nach der Intervention. Es gab eine bedeutsame Verbesserung des NK-Zellprozentsatzes nach Intervention in der Yoga-Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe. Die Ergebnisse deuten auf eine Modulation der neuroendokrinen Reaktionen und eine Verbesserung des Schlafes bei Patienten mit fortgeschrittenem Brustkrebs nach einer Yoga-Intervention hin. Die methodische Qualität der Studie ist jedoch überwiegend schlecht, sodass die Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden müssen.

Vadiraja et. al. (2017)

Referenz/Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Interventionen

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finan­zierung

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Vadiraja (2017):

Effects of Yoga in Managing Fatigue in Breast Cancer Patients: A Randomized Controlled Trial. Indian J Palliat Care.

Ref.ID: 1082

RCT

prospektiv, monozentrisch, offen,

2 Arme

 

Eingeschlossen: N=91

Ausgewertet:

N=66/46

 

Land: Indien

2004-2007

Mamma-Karzinom (Stage IV), nach adjuvanter Therapie

 

Geschlecht:

100% weiblich

 

Alter:

Mittelwert: 50

Arm A:

N=35/25

Integrated Yoga

12 Wochen, 2x wöchentlich, 60 Minuten

+ UC

 

Arm B:

N=31/21

Education

1x 60 Minuten vor Operation + 15 Minuten alle 10 Tage

+ UC

 

 

Endpunkte:

1. Schlaf (PIRS)

2. Fatigue (FSI)

3. Stress (PSS)

4. Speichel­kortisol (CS)

 

Nach Abschluss

Chemo-/Radiotherapie:

1. Schlaf

® Yoga versus Edukation: Post Intervention:

Signifikante Gruppenunterschiede zugunsten Yoga: SMD=-1.24

[-1.78/-0.70] (p<0,001)

3. Stress

® Yoga versus Eduka­tion: Post Intervention:

Signifikante Gruppenunterschiede zugunsten Yoga: SMD=-1.30

[-1.84/-0.77] (p<0.001)

 

4. Speichelkortisol

® Yoga versus Edukation: Post Intervention:

Keine signifikanten Gruppenunterschiede

(p≥0.05)

Arm A: Yoga

SUEs: 0/45

UEs: 3/45

 

Arm B: Education

SUEs: 0/46

UEs: 5/46

Ministry of AYUSH

Govern­ment of India

 

Laut Angaben kein COI

 

Risk of Bias

SB: low

PB: high

DB: low

AB: low/high

RB: high

OB: high

 

Keine Definition

primärer und sekundärer Endpunkte,

apriori Berechnung von N anhand von Effekten auf Lebensqualität (Endpunkt nicht berichtet),

höhere Drop­outs bei Endpunkt 4

 

Endpunkt 2 bereits in Hilfiker (2018) einge­schlossen

2b

Rao (2017): Studien haben gezeigt, dass Stress und begleitende neuroendokrine Stressreaktionen ein wichtiger Prädiktor für das Überleben bei fortgeschrittenen Brustkrebspatientinnen sind. In dieser Studie wurden die Auswirkungen von Yoga auf den wahrgenommenen Stress, den Schlaf, das tägliche Cortisollevel und die Anzahl natürlicher Killerzellen (NK) bei Patienten mit metastasierendem Krebs untersucht. Es wurden 91 Patienten mit metastasierendem Brustkrebs nach dem Zufallsprinzip einem "integrierten Yoga-basierten Stressreduktionsprogramm" (n = 45) oder Standard- "Aufklärungs- und unterstützende Therapiesitzungen"(n= 46) über einen Zeitraum von 3 Monaten zugeteilt. Psychometrische Bewertungen der Schlafqualität wurden vor und nach der Intervention durchgeführt. Vor und nach dem Eingriff wurden Blutabnahmen für die NK-Zellzahlen gesammelt. Vor und nach dem Eingriff wurden drei aufeinanderfolgende Tage lang Speichelproben entnommen. Nach der Intervention war eine bedeutsame Abnahme der Symptombelastung, Verbesserung der Schlafparameter und der Schlafqualität, sowie des Schlaf-Scores für die Schlaflosigkeit in der Yoga-Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe zu verzeichnen . Es gab eine Abnahme des morgendlichen Wachcortisols in der Yoga-Gruppe allein nach der Intervention. Es gab eine bedeutsame Verbesserung des NK-Zellprozentsatzes nach Intervention in der Yoga-Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe. Die Ergebnisse deuten auf eine Modulation der neuroendokrinen Reaktionen und eine Verbesserung des Schlafes bei Patienten mit fortgeschrittenem Brustkrebs nach einer Yoga-Intervention hin. Die methodische Qualität der Studie ist jedoch überwiegend schlecht, sodass die Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden müssen.

Taylor et. al. (2018)

Referenz/Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Interventionen

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finanzierung

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Taylor (2018):

A Restorative Yoga Intervention for African-American Breast Cancer Survivors: a Pilot Study. J Racial Ethn Health Disparities.

Ref.ID: 1081

RCT

prospektiv, monozentrisch, offen,

2 Arme

 

Eingeschlossen: N=33

Ausgewertet:

N=20

 

Land: USA

2014-2015

Mamma-Karzinom (Stage nicht berichtet), nach adjuvanter Therapie

 

Geschlecht:

100% weiblich

 

Alter:

Mittelwert: 54

Arm A:

N=9

Restorative Yoga

8 Wochen, 1x wöchentlich, 75 Minuten

+ UC

 

Arm B:

N=11

UC/Warteliste

Endpunkte:

1. Fatigue (BFI)

2. Schlaf (ISI)

3. Stress (PSS)

4. Depression (CES-D)

 

Nach Abschluss

Chemo-/Radiotherapie:

1.-3. Fatigue/Schlaf/ Stress

® Yoga + UC versus UC: Post Intervention:

Keine signifikanten Gruppenunterschiede

(p≥0.05)

 

4. Depression

® Yoga + UC versus UC: Post Intervention:

Signifikante Gruppenunterschiede zugunsten Yoga (p<0.010)

Arm A: Yoga

SUEs: 1/18

UEs: 0/18

 

Arm B: UC

SUEs: 0/15

UEs: 0/15

National Institutes of Health

(USA)

 

Laut Angaben kein COI

 

Risk of Bias

SB: low

PB: unclear

DB: low

AB: high

RB: high

OB: high

 

Pilotstudie,

keine Definiton primärer und sekundärer Endpunkte,

keine apriori Be­rechnung von N

2b

Taylor (2018): Es gibt Hinweise, dass Yoga zur Verbesserung der gesundheitsbezogenen Ergebnisse bei Brustkrebsüberlebenden beitragen kann. Während Brustkrebs bei afroamerikanischen Frauen (AAW) die am häufigsten diagnostizierte Krebsart ist, ist die Wahrscheinlichkeit, dass AAW Yoga praktiziert, im Vergleich zu anderen ethnischen Gruppen geringer. Ziel der aktuellen Studie war es, die Machbarkeit eines 8-wöchigen restorativen Yoga-Programms bei afroamerikanischen Brustkrebsüberlebenden (AA BCS) zu untersuchen. Insbesondere bestand das Ziel der Studie darin, (1) Änderungen der Studienergebnisse in einer Gruppe für restoratives Yoga (RY) im Vergleich zu einer Kontrollgruppe auf der Warteliste zu messen, (2) die Einhaltung des RY-Programms zu bewerten und (3) die Programmzufriedenheit unter den Studienteilnehmern zu untersuchen.

 

33 AA-BCS wurden nach dem Zufallsprinzip entweder der RY-Intervention (n = 18) oder der Wartelisten-Kontrollgruppe (n = 15) zugeordnet. Die RY-Kurse trafen sich 8 Wochen lang einmal pro Woche für 75 Minuten. Müdigkeit, Schlaf, Stress und Depressionen wurden anhand von Selbstbewertungsfragebögen zu Beginn und nach der Intervention erfasst. Die Depressionswerte bei der Nachuntersuchung waren in der Yoga-Gruppe bedeutsam niedriger als in der Kontrollgruppe. Es wurden keine bedeutsamen Gruppenunterschiede hinsichtlich Schlafqualität, Müdigkeit oder wahrgenommenem Stress beobachtet. Es wurden 61% der Yoga-Kurse eingehalten. Die durchschnittliche Bewertung des Yoga-Programms war "sehr nützlich". Empfehlungen für zukünftige Yoga-Programme wurden gegeben. Diese Studie legt nahe, dass Yoga möglicherweise einen positiven Effekt auf Depressionen bei AA BCS hat. Es besteht jedoch die Notwendigkeit, die Vorteile von Yoga bei Brustkrebsüberlebenden von Minderheiten anhand einer Studie mit größeren Stichproben weiter zu untersuchen. Die methodische Qualität der Studie ist jedoch überwiegend schlecht, sodass die Ergebnisse mit Vorsicht interpretiert werden müssen.

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