5. Manipulative Körpertherapien – Komplementärmedizin
Dieses Kapitel umfasst verschiedene passive Therapieformen, die das Gewebe des Bewegungsapparates beeinflussen sollen. Je nach Verfahren soll diese Wirkung über spezielle Handgriffe (Osteopathie, Chirotherapie, Fußreflexzonenmassage, klassische Massage) bzw. mit oder ohne Berührung (Reiki, Therapeutic Touch, Healing Touch, Polarity, Tuina, Shiatsu) erreicht werden.
Bis zum Erscheinen der Leitlinie „Sport- und Bewegungstherapie“ wurden in diese Leitlinie ausgewählte Formen der Sport- und Bewegungstherapie eingeschlossen. Zusätzlich wurde Hyperthermie in dieses Kapitel aufgenommen, obwohl dies keine Manipulative Körpertherapie ist.
5.1 Bioenergiefeldtherapien
Es liegen Daten aus einem systematischen Review, sowie 16 RCTs zur Wirksamkeit von Bioenergiefeld-Therapien vor. Die Studienlage gibt Hinweis, dass die Wirkung von Bioenergiefeld-Therapien auf Lebensqualität1 und Angst**/Depressivität*2 nicht über den Placebo Effekt bzw. aufmerksamkeitsbasierte Effekte hinausgeht. Bioenergiefeld-Therapien sollten nicht zur Beeinflussung der genannten Endpunkte empfohlen werden.
*Depressivität ist hier als subklinische Ausprägung zu verstehen, nicht als diagnostizierte Depression (ICD F32)
**Angstsymptome sind hier als subklinische Ausprägung zu verstehen, nicht als diagnostizierte Angststörung (ICD F40)
- Empfehlungsgrad
- B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
- Evidenzlevel
- 2a
- Konsens
- Konsens
- Literatur
- [111] [112] [113] [114] [115] [116] [117] [118] [119] [120] [121] [122] [123] [124] [125] [126] [127]
Evidenztabellen (14)
Agdal et. al. (2011); Alarcão et. al. (2016); Beard et. al. (2011); Catlin et. al. (2011); Clark et. al. (2012); Frank et. al. (2007); Lutgendorf et. al. (2010); FitzHenry et. al. (2014); Mustian et. al. (2011); Orsak et. al. (2015); Potter et. al. (2007); Roscoe et. al. (2005) (2); Samarel et. al. (1998); Tsang et. al. (2007)Es liegen Daten aus einem systematischen Review, sowie 7 RCTs zur Wirksamkeit von Bioenergiefeld-Therapien vor. Die Studienlage gibt Hinweis, dass die Wirkung von Bioenergiefeld-Therapien auf Fatigue nicht über den Placebo Effekt bzw. aufmerksamkeitsbasierte Effekte hinausgeht. Bioenergiefeld-Therapien sollten nicht zur Beeinflussung des genannten Endpunktes empfohlen werden.
Es liegen Daten aus einem systematischen Review, sowie 10 RCTs zur Wirksamkeit von Bioenergiefeld-Therapien vor. Die Studienlage gibt Hinweis, dass die Wirkung von Bioenergiefeld-Therapien auf Schmerz nicht über den Placebo Effekt bzw. aufmerksamkeitsbasierte Effekte hinausgeht. Bioenergiefeld-Therapien sollten nicht zur Beeinflussung des genannten Endpunktes empfohlen werden.
Es liegen Daten aus einem systematischen Review, sowie 2 RCTs (eine RCT besteht aus 3 Publikationen) zur Wirksamkeit von Bioenergiefeld-Therapien vor. Die Studienlage gibt Hinweis, dass die Wirkung von Bioenergiefeld-Therapien auf Übelkeit nicht über den Placebo Effekt bzw. aufmerksamkeitsbasierte Effekte hinausgeht. Bioenergiefeld-Therapien sollten nicht zur Beeinflussung des genannten Endpunktes empfohlen werden.
Unter Reiki versteht man eine aus Japan stammende Form der Energieheilung, bei der mit speziellen Berührungen durch entsprechend ausgebildete Behandler gearbeitet wird. Durch Auflegen der Hände oder das Senden von „Energie“ aus der Ferne sollen Kräfte des Reiki-Praktizierenden auf den Patienten übertragen werden und zu dessen Stärkung dienen. Besonders groß ist bei diesem Verfahren die psychologische Wirkung, da der Therapeut dem Patienten Empathie entgegenbringt und sich Zeit für ihn nimmt. Wissenschaftliche Kenntnisse finden keine Übereinstimmung mit den grundlegenden Konzepten von Reiki. Auch Therapeutic Touch („heilende Berührung“) gehört zur sogenannten Energieheilung und beschreibt eine Art des Hände-Auflegens durch einen Therapeuten. Dabei wird der Patient mit oder ohne direkten Kontakt der Hände behandelt. Es geht darum, die individuelle Energie des Behandelten zu leiten und zu formen, indem der Therapeut mit dessen Energiefeldern arbeitet. Dabei wird sich darauf fokussiert, die Energie der Person auszubalancieren und den Körper so zu stimulieren, dass er seine eigenen natürlichen Heilungskräfte aktiviert. Healing Touch beruht auf der Annahme menschlicher Energiefelder, die in ständiger Interaktion untereinander und ihrer Umwelt stehen. Bei der Healing Touch Therapie versucht der Therapeut deshalb in eine Beziehung mit den Energiezentren des Patienten zu treten, um das Energiesystem wieder in ein Gleichgewicht zu bringen. Dazu nutzt er sanfte Berührungen der Hände. Bei der Polarity-Therapie handelt es sich um eine Therapieform, die energie- und körperorientiert vorgeht und sich als ganzheitlich versteht, da sie Körper, Geist und Seele verbinden möchte. Die Polarity-Therapie beruht auf dem Grundsatz der Polaritäten, d.h. Energien, die sich zwischen zwei gegensätzlichen Polen bewegen. Ziel ist es, dass die Energien ungehindert fließen können, damit Krankheiten oder Probleme gelöst werden können. Dazu nutzen Therapeuten eine Vielzahl von unterschiedlichen Methoden.
Insgesamt wurden jeweils 7 randomisiert-kontrollierte Studien zu den Themen Reiki [112][113][114][115][122][127][124] und Therapeutic Touch [125][132][133][126][135][130][134] gefunden. Zwei randomisiert-kontrollierte Studien befassten sich mit dem Thema Healing Touch [117][119]. Zum Thema Polarity-Therapie fanden sich ebenfalls zwei randomisiert-kontrollierte Studie [120][123]. Außerdem wurde ein systematisches Review ausgewertet [111], das zwei Studien zum Thema Therapeutic Touch [128][118], eine Studie zum Thema Reiki [121] und zwei Studien zum Thema Healing Touch einschloss [116][129].
5.1.1 Reiki
Lebensqualität, Komfort, Wohlbefinden sowie Achtsamkeit (zu Empfehlung 5.1)
Die Auswirkungen von Reiki auf die Lebensqualität, Komfort, Wohlbefinden und Achtsamkeit wurde in sechs randomisiert kontrollierten Studien untersucht [112][113][114][115][122][124], von denen fünf Lebensqualität als primären Endpunkt betrachteten [112][113][115][122][124]. Die Studie von Catlin et al. (2011) untersuchte als primäre Endpunkte Komfort und Wohlbefinden, was auch in die Kategorie Lebensqualität eingeordnet werden kann [114]. Die Studie von Clark et al. (2012) untersuchte zusätzlich als primären Endpunkt Achtsamkeit als eine Komponente des generellen Wohlbefindens [115].
In der Publikation von Alarcão et al. (2016) in der eine Stichprobe von Blutkrebspatienten (n = 116) über 4 Wochen betrachtet wurde, gab es zwischen dem Reiki-Arm und dem Placebo-Arm signifikante Unterschiede der Mittelwerte mit besseren Werten im Reiki-Arm hinsichtlich der physischen Domäne der Lebensqualität (Reiki: M = 57.883 [SD = 15.6630], Placebo: M = 48.812 [SD = 13.5902], p = 0.015), der sozialen Domäne der Lebensqualität (Reiki: M = 74.571 [SD = 17.1338], Placebo: M = 62.107 [SD = 16.9941], p = 0.0005), der Umgebungsdomäne der Lebensqualität (Reiki: M = 64.186 [SD = 12.3396], Placebo: M = 57.890 [SD = 12.9719], p = 0.0075) und dem Ergebnis für jede Domäne (Reiki: M = 58.405 [SD = 20.8624], Placebo M = 50.298 [SD = 21.1138], p = 0.035). Nur bei der psychischen Domäne der Lebensqualität fanden sich in Bezug auf die Mittelwerte keine signifikanten Unterschiede (Reiki: M = 53.234 [SD = 10.7552], Placebo: M = 52.076 [SD = 7.8251], p = 0.186) [112].
Die Ergebnisse deuten insgesamt darauf hin, dass die Reiki Therapie die Lebensqualität im Vergleich zur Placebo Therapie verbessert. Allerdings konnten die Therapeuten nicht verblindet werden und auch die Verblindung der Patienten ist als fragwürdig anzusehen. Zudem kann nicht aufgrund der fehlenden Erhebung wichtiger demographischer Daten nicht von einer vollständigen Vergleichbarkeit der Gruppen ausgegangen werden und auch die Zuteilung in die einzelnen Gruppen erscheint nicht völlig zufällig. Hierbei wurden Probanden mit schlechter Prognose der Interventionsgruppe zugeteilt. Insgesamt ist die Aussagekraft der Ergebnisse stark eingeschränkt und wirkt nicht valide.
Analog dazu fanden sich in der Studie von Beard et al. (2011) mit einer Stichrobe von Prostatakrebspatienten (n= 54), die sich einer externen Strahlentherapie unterzogen und über 12 Wochen nach Bestrahlung betrachtet wurden, zwischen dem Reiki-Arm, Vergleichsarm (Relaxation Response Therapy [RRT]/Kognitive Restrukturierung [CR]) und dem Kontrollarm signifikante Unterschiede in einer der vier Subskalen des zur Erhebung der Lebensqualität verwendeten Fragebogens zugunsten des Vergleichsarm (Emotionales Wohlbefinden: Vergleich zu Reiki-Arm, p = 0.02; Vergleich zu Kontrollarm, p = 0.01) [113]. In den anderen drei Subskalen fanden sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den Armen. Als Einschränkung muss erwähnt werden, dass die Reiki Gruppe zweimal wöchentlich eine Intervention erhielt, wohingegen die Vergleichsgruppe nur einmal in der Woche eine Intervention bekam. Insgesamt wird durch das offene Studiendesign die Aussagekraft der Ergebnisse stark eingeschränkt.
In der Studie von Catlin et al. (2011) in der eine Stichprobe von I.V. Chemotherapiepatienten (n = 189) unmittelbar vor und nach einer Chemotherapie betrachtet wurde, gab es signifikante Unterschiede hinsichtlich der Ergebnisse in Bezug auf Komfort zugunsten des Reiki- und Placebo-Arms im Vergleich zum Kontrollarm (p = 0.0197; p = 0.002) [114]. Beim Vergleich des Reiki- und Placebo-Arms fanden sich keine signifikanten Unterschiede (p = 0.8435). In Bezug auf Wohlbefinden gab es ebenfalls signifikante Unterschiede zugunsten des Reiki- und Placebo-Arms im Vergleich zum Kontrollarm (p = 0.0051; p = 0.005). Beim Vergleich des Reiki- und Placebo-Arms fanden sich erneut keine Unterschiede zwischen Reiki- und Placebo-Arm (p = 0.7453). Zusätzlich wurden als sekundäre Endpunkte einzelne Komponenten (physisch, psychisch) der primären Endpunkte betrachtet. Beim physischen Komfort fanden sich in Bezug auf die Mittelwertdifferenz innerhalb eines Arms signifikante Unterschiede zugunsten des Placebo-Arms (MD = 3.31) im Vergleich zum Kontrollarm (MD = 1.68, p < 0.05). Auch beim psychischen Komfort fanden sich signifikante Unterschiede zugunsten des Reiki- (MD = 3.96) und Placebo-Arms (MD = 3.95) im Vergleich zum Kontrollarm (MD = 1.36, p < 0.05). Im Gegensatz dazu gab es beim physischen Wohlbefinden keine signifikanten Unterschiede zwischen den Veränderungen der einzelnen Arme (MD [Reiki] = 1.77, MD [Placebo] = 0.97, MD [Kontrolle] = 0.12). Im Punkt psychisches Wohlbefinden gab es signifikante Unterschiede zwischen den Veränderungen der Arme zugunsten des Reiki- (MD = 6.88) und Placebo-Arms (MD = 6.34) im Vergleich zum Kontrollarm (MD = 2.6, p < 0.05). Da insgesamt keine Unterschiede zwischen den Reiki-Gruppen gefunden wurden, können die besseren Werte im Vergleich zur einfachen Kontrollgruppe höchstwahrscheinlich auf Aufmerksamkeits- bzw. Erwartungseffekte zurückgeführt werden.
In der Studie von Orsak et al. (2015) in der eine Stichprobe von Brustkrebspatienten (n = 36) betrachtet wurde, beschrieben die Autoren signifikant unterschiedliche Entwicklungen über die Zeit von vier Chemotherapiezyklen zwischen dem Reiki-Arm, Vergleichsarm (Begleiter) und Kontrollarm hinsichtlich der Lebensqualität (p < 0.001) [122]. Es wurden jedoch keine signifikanten Veränderungen innerhalb der einzelnen Arme festgestellt. Sowohl im Reiki- als auch im Vergleichsarm verbesserten sich die Werte über den Studienzeitraum, jedoch war im Kontrollarm dies nicht der Fall. Erstaunlicherweise waren die Werte des Vergleichsarm über den Studienzeitraum besser als die des Reiki-Arms (Mittelwerte [Standardabweichung] bei Baseline, nach Chemotherapie 4; Reiki: 103.36 [0.05], 105.53 [0.06]; Begleiter: 110.72 [0.06], 114.48 [0.07]; Kontrolle: 99.67 [0.06], 98.79 [0.06]). Insgesamt ist in der Studie die Auswertung der Ergebnisse nicht ganz schlüssig: So wurden teilweise weniger oder sogar mehr Probanden ausgewertet, als eigentlich in den Studiengruppe vorhanden waren. Auch muss hier von einem offenen Studiendesign ausgegangen werden.
Die Crossover-Studie von Tsang et al. (2007) untersuchte Patienten mit verschiedenen Krebsarten (n = 16) über mehrere Wochen [124]. Dabei wurde Lebensqualität mit einem Fragebogen erhoben. Es zeigten sich in Bezug auf die Veränderung der Werte über den Studienzeitraum signifikante Unterschiede zugunsten des Reiki Arms (MD = 8.49) im Vergleich zum Vergleichsarm (MD = 1.58, p = 0.04). Durch das offene Design der Studie, das Fehlen einer Placebogruppe und die geringe Teilnehmerzahl, erscheint das Ergebnis wenig aussagekräftig, vor allem da Aufmerksamkeits- und Erwartungseffekte wahrscheinlich sind.
Einzig bei der Studie von Clark et al. (2012), die Krebspatienten mit Polyneuropathie (n = 36) über 6 Wochen untersuchte, fand sich kein signifikanter Effekt auf die Lebensqualität bei dem Reiki-, Yoga-, Meditations- oder Kontrollarm (Mittelwert Pretest [SD], Mittelwert Posttest [SD], p-Wert; Reiki: 98.17 [21.04], 105.80 [21.47], p = 0.081; Yoga: 112.10 [18.90], 116.80 [11.46], p = 0.525; Meditation: 106.50 [8.22], 107.30 [17.58], p = 0.935; Kontrolle: 110.31 [17.04], 110.17 [20.25], p = 0.948) [115]. Zusätzlich untersuchte diese Studie die Auswirkungen der Interventionen auf Achtsamkeit. Auch hier fand sich kein signifikanter Effekt auf die Lebensqualität bei dem Reiki- (3.39 [0.770], 3.48 [0.950], p = 0.479), Yoga- (4.02 [1.150], 4.04 [0.971], p = 0.938), Meditations- (4.62 [0.626], 4.73 [0.812], p = 0.702) oder Kontrollarm (4.10 [0.685], 3.96 [0.760], p = 0.583). Auch hierbei handelte es sich um ein offenes Studiendesign. Außerdem sind die Vergleichsgruppen ungünstig gewählt, da hier die Patienten die Therapien zusätzlich selbstständig zuhause durchführen konnten, was bei Reiki nicht der Fall war. Dadurch ist die Studie in einigen Aspekten nicht mit den anderen hier aufgeführten Studien vergleichbar.
Der Endpunkt Lebensqualität wurde auch innerhalb des systematischen Reviews von Agdal et al. (2011) betrachtet [111]. Es wurden 5 Studien aus dem Review in diese Empfehlung eingeschlossen, davon haben 3 Studien den Endpunkt Lebensqualität erfasst, allerdings nutzte nur eine Reiki als Intervention. Diese Studie fand einen Effekt der Intervention (signifikant bessere Werte im Vergleich zu passiver Kontrollgruppe, psychologische Subskala). Die Studie von Olson et al. (2003) wies laut Review insgesamt eine geringe Studienqualität auf [121].
Insgesamt liefern nur die Studien von Alarcão et al. (2016) [112], Tsang et al. (2007) [124] sowie Olsen et al. (2003) [121] Hinweise darauf, dass Reiki Therapie den Vergleichs- bzw. Placebo Therapien in Bezug auf Lebensqualitätsverbesserung überlegen ist. Hierbei ist erste Studie von schlechter Qualität und die Validität der Ergebnisse muss in Frage gestellt werden. Die zweite und dritte Studie zeigen nur eine Überlegenheit über eine passive Vergleichsgruppe wodurch hier eine Besserung der Lebensqualität durch Aufmerksamkeits- oder Erwartungseffekte nicht auszuschließen ist.
Alle anderen Studien konnten keine Überlegenheit von Reiki feststellen, wobei oftmals die Vergleichstherapien sogar bessere Ergebnisse lieferten als Reiki [113][122]. Verglichen mit der Kontrollgruppe, die nur Standardtherapien erhielt, zeigten sowohl Reiki als auch die Vergleichstherapien fast in allen Studien bessere Ergebnisse [114]. Nur die Studie von Clark et al. (2012) fand hier keine Unterschiede [115]. Insgesamt weist die Studienlage darauf hin, dass Reiki in Bezug auf Lebensqualität keinen Mehrwert verglichen mit den oben beschriebenen Vergleichs- und Placebo Therapien liefert. Verglichen mit der Standardtherapie zeigten jedoch sowohl Reiki als auch Vergleichs- und Placebo Therapien bessere Ergebnisse. Diese Effekte können wahrscheinlich auf Aufmerksamkeits- oder Erwartungseffekte zurückgeführt werden.
Angst, Depressivität, Psychische Belastung, Stimmungsschwankungen sowie Fatigue (zu Empfehlung 5.1 & 5.2)
Die Auswirkungen von Reiki auf Angst, Depressivität, Psychische Belastung sowie Stimmungsschwankungen wurden in fünf randomisiert kontrollierten Studien untersucht [113][115][122][127][124], von denen zwei Angst und Depressivität als primären Endpunkt betrachteten [113][127]. Die Studie von Clark et al. (2012) [115] untersuchte als primären Endpunkt Psychische Belastung. Orsak et al. (2015) [122] betrachteten als primären Endpunkt Stimmungsschwankungen. Die Crossover-Studie von Tsang et al. (2007) [124] untersuchte als primäre Endpunkte Fatigue sowie Angst.
In der Publikation von Beard et al. (2011) in der eine Stichrobe von Prostatakrebspatienten (n= 54), die sich einer externen Strahlentherapie unterzogen, über 12 Wochen nach Bestrahlung betrachtet wurden, fanden sich zwischen dem Reiki-Arm, Vergleichsarm (Relaxation Response Therapy [RRT]/Kognitive Restrukturierung [CR]) und dem Kontrollarm keine signifikanten Unterschiede zwischen den Armen in Bezug auf Angst und Depressivität [113]. In einer Subgruppenanalyse wurden nur die Werte der zu Beginn der Studie als ängstlich eingestuften Patienten untersucht. Dabei zeigte sich, dass sich innerhalb der Vergleichsgruppe eine signifikante Verbesserung ergab (M = 51 zu M = 30, p = 0.02). In der Reiki- (M = 49 zu M = 40, p = 0.10) und Kontrollgruppe (M = 49 zu M = 45, p = 0.19) zeigten sich ebenfalls Verbesserungen, die aber nicht signifikant waren. Eine zweite Subgruppenanalyse betrachtete den Effekt der Interventionen auf zu Studienbeginn als depressiv eingestufte Patienten. Dabei zeigten sich signifikante Verbesserungen in allen Armen (p = 0.05). Es sollte erwähnt werden, dass die Reiki Gruppe zweimal wöchentlich eine Intervention erhielt, wohingegen die Vergleichsgruppe nur einmal in der Woche eine Intervention bekam. Insgesamt wird durch das offene Studiendesign die Aussagekraft der Ergebnisse stark eingeschränkt.
In der Studie von Clark et al. (2012), die Krebspatienten mit Polyneuropathie (n = 36) über 6 Wochen untersuchte, fand sich kein signifikanter Effekt in Bezug auf Psychische Belastung mit den Subskalen Somatisierung, Depressivität und Angst in allen Armen [115]. Im Reiki- und Yoga-Arm gab es eine Verbesserung, die aber nicht signifikant war (p = 0.474; p = 0.215). Eine nicht signifikante Verschlechterung war hingegen im Meditations- und Kontrollarm zu finden (p = 0.16; p = 0.903). Auch hierbei handelte es sich um ein offenes Studiendesign. Außerdem sind die Vergleichsgruppen ungünstig gewählt, da hier die Patienten die Therapien zusätzlich zuhause selbstständig durchführen konnten, was bei Reiki nicht der Fall war.
Bei Orsak et al. (2015), in der eine Stichprobe von Brustkrebspatienten (n = 36) über 4 Chemotherapiezyklen betrachtet wurde, ergaben sich innerhalb der Arme keine signifikanten Unterschiede bei der Betrachtung von Stimmungsschwankungen [122]. Darunter fielen die Subskalen Angst, Depressivität, Zorn, Kraft, Müdigkeit und Verwirrung. Bei der Betrachtung der Gesamtpunktzahl des Fragebogens für Stimmungsschwankungen fanden sich signifikant unterschiedliche Veränderungen der Gruppen über die Zeit (Interaktion Gruppe x Zeit; p < 0.001), wobei die Autoren beschreiben, dass die Begleiter Gruppe bessere Werte (M = 47.28 zu M = 22.26) als die Reiki Gruppe (M = 38.28 zu M = 29.46) aufwies und die Reiki Gruppe wiederum bessere im Vergleich zur Kontrollgruppe (M = 52.78 zu M = 43.84). Die Verbesserung der Stimmungsschwankungen innerhalb der Gruppen war jedoch nicht signifikant. Ebenfalls signifikant unterschiedliche Veränderungen der Gruppen über die Zeit (Interaktion Gruppe x Zeit; p < 0.001) fanden sich für die Subskala Verwirrung, wobei diesmal laut Autoren ebenfalls die Begleiter Gruppe (M = 5.17 zu M = 1.76) bessere Werte als die Reiki Gruppe aufwies und die Reiki Gruppe (M = 4.06 zu M = 2.25) bessere als die Kontrollgruppe (M = 4.97 zu M = 4.26). Auch hier war die Verbesserung der Verwirrung innerhalb der Gruppen nicht signifikant. Erneut fanden sich signifikant unterschiedliche Veränderungen der Gruppen über die Zeit (Interaktion Gruppe x Zeit; p < 0.001) für die Subskala Kraft, wobei laut Autoren die Reiki Gruppe (M = 7.59 zu M = 3.60) im Vergleich zur Begleiter- (M = 10.54 zu M = 9.62) und Kontrollgruppe (M = 7.31 zu M = 5.71) die schlechtesten Werte am Ende der Studie aufwies. Die Verschlechterung der Kraft innerhalb der Gruppen war jedoch wieder nicht signifikant. Keine signifikant unterschiedlichen Veränderungen der Gruppen über die Zeit (Interaktion Gruppe x Zeit) fanden sich in den Subskalen Angst, Depressivität, Zorn, Fatigue. Außerdem untersuchte die Studie die kurzfristigen Effekte auf Stimmungskomponenten. Hierzu wurden die Unterschiede bei den Stimmungswerten vor der letzten Chemotherapie der Patienten und unmittelbar nach dieser verglichen. Dabei fanden sich für Angst, Depressivität, Ärger, Verwirrung, Kraft und Gesamtpunktzahl des Fragebogens für Stimmungsschwankungen keine signifikant unterschiedliche Veränderungen der Gruppen über die Zeit (Interaktion Gruppe x Zeit). Nur für Fatigue fand sich eine signifikant unterschiedliche Veränderung der Gruppen über die Zeit (Interaktion Gruppe x Zeit, p < 0.001). Dabei beschrieben die Autoren, dass sich die Werte in der Kontrollgruppe verschlechterten (M = 6.57 zu M = 6.66), wohingegen eine Verbesserung der Werte bei der Reiki- (M = 6.10 zu M = 5.64) und Begleiter-Gruppe (M = 4.12 zu M = 2.63) eintrat. Allerdings waren diese Veränderungen bezüglich Fatigue innerhalb der Gruppen nicht signifikant. Es sollte erwähnt werden, dass die Begleiter Gruppe bereits zu Beginn der Studie über eine bessere Lebensqualität und Stimmung berichtete. Außerdem konnte aufgrund des Studiendesigns keine Verblindung erzielt werden. Die Studie gibt insgesamt Hinweis, dass Reiki eine wirksamere Behandlungsform im Vergleich zur normalen Behandlung allein sein könnte, jedoch nicht im Vergleich zu einem Begleiter.
In der Publikation von Potter (2007), in der eine Stichrobe von Patientinnen eine Woche vor und eine Woche nach einer Brust Biopsie (n = 35) betrachtet wurde, fanden sich zwischen dem Reiki-Arm und dem Kontrollarm keine signifikanten Unterschiede bezüglich der Auswirkungen auf Angst und Depressivität [127]. Allerdings gab es eine signifikante Abnahme der Angstwerte in beiden Armen über den Studienverlauf (STAI p = 0.0119, HADS p = 0.0187, HADS Subskala Angst p = 0.0011). Der Depressionsfragebogen des Center for Epidemiologic Studies (CES-D) und die Depression-Subskala des HADS zeigten keine signifikanten Veränderungen in beiden Armen (p = 0.6200; p = 0.7023). Wichtig zu erwähnen ist jedoch, dass es sich bei der Studienpopulation größtenteils um medizinisches Fachpersonal handelte, das bereits mit Biopsien in Kontakt gekommen war. Daher erscheint die Studie insgesamt wenig repräsentativ.
Die Crossover-Studie von Tsang et al. (2007) untersuchte Patienten mit verschiedenen Krebsarten (n = 16) über mehrere Wochen [124]. Dabei wurde Fatigue mit zwei unterschiedlichen Fragebögen erhoben. Beim ersten Fragebogen, welcher nach der Intervention zum Einsatz kam, gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen der Reiki- und Vergleichsgruppe (p = 0.236). Beim zweiten Fragebogen fanden sich nach jeweils fünf Anwendungen der entsprechenden Therapie signifikant bessere Werte in der Reiki Gruppe im Vergleich zur Vergleichsgruppe (M = 1.56, M = 3.67, p < 0.01). Nach einer sich anschließenden Wash-Out Phase von einer Woche ohne Therapien in beiden Gruppen fanden sich jedoch keine signifikanten Unterschiede mehr zwischen den Gruppen (M = 2.00, M = 3.13, p = 0.215). Bei der Messung von Angst fand die Studie keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen. Durch das offene Design der Studie und die geringe Teilnehmerzahl, erscheinen die Ergebnisse wenig aussagekräftig.
Zusammenfassend lässt sich sagen, dass keine der Studien eine Überlegenheit von Reiki gegenüber den Vergleichstherapien und den Kontrollgruppen bezüglich der Verbesserung von Angst, Depressivität, Psychischer Belastung und Stimmungsschwankungen feststellen konnte. Nur in der Studie von Beard et al. (2011) fand sich innerhalb der Reiki Gruppe eine signifikante Verbesserung von Depressivität bei Patienten, die bereits zu Beginn der Studie als depressiv eingestuft wurden [113]. Jedoch waren sowohl in der Vergleichsgruppe als auch in der Kontrollgruppe dieselben signifikanten Ergebnisse nachweisbar. Bei der Betrachtung der zu Studienbeginn als ängstlich eingestuften Patienten fand sich nur in der Vergleichsgruppe eine signifikante Verbesserung, jedoch nicht in der Reiki Gruppe.
In der Studie von Potter (2007) konnte Reiki eine signifikante Verbesserung der Angstwerte erzielen, war jedoch der Kontrollgruppe nicht überlegen, welcher auch eine Verbesserung zeigte [127]. In Bezug auf Fatigue lieferte in der Studie von Tsang et al. (2007) nur einer der beiden Fragebögen signifikant bessere Werte in der Reiki Gruppe im Vergleich zur Vergleichsgruppe [124]. Diese Unterschiede fanden sich allerdings nur nach der jeweils 5. Anwendung und waren nach einer einwöchigen Wash-Out Phase ohne Therapien nicht mehr nachweisbar. Bezüglich Angst gab es zwischen den beiden Gruppen keine signifikanten Unterschiede. Da die Studie insgesamt eine schlechte Qualität aufwies, sind die Ergebnisse wenig aussagekräftig. Insbesondere können Aufmerksamkeits- und Erwartungseffekte aufgrund des Fehlens einer Placebogruppe nicht ausgeschlossen werden bzw. sind als wahrscheinlich zu betrachten. Die vorliegende Evidenzlage gibt somit keinen Hinweis auf eine positive Wirkung von Reiki auf stimmungsbezogene Variablen oder Fatigue bzw. keinen Mehrwert zu einer Placebogruppe, deren Effekte möglicherweise auf Aufmerksamkeits- oder Erwartungseffekte zurückzuführen sind.
Symptomleiden, Neurotoxizität sowie Schmerz (zu Empfehlung 5.3)
Die Auswirkungen von Reiki auf Symptomleiden und Neurotoxizität wurde in zwei randomisiert kontrollierten Studien untersucht. Clark et al. (2012) [115] betrachteten als primären Endpunkt Neurotoxizität, Orsak et al. (2015) [122] betrachteten als primären Endpunkt Symptomleiden. Außerdem analysierten die Crossover-Studie von Tsang et al. (2007) [124] und das systematische Review von Agdal et al. (2011) [111] die Auswirkungen von Reiki auf Schmerz.
Die Studie von Clark et al. (2012) betrachtete Krebspatienten mit Polyneuropathie (n = 36) über 6 Wochen und fand zwischen den Interventionsgruppen Reiki, Yoga und Meditation keine signifikanten Unterschiede in Bezug auf die Symptome der Neurotoxizität (p = 0.529) [115]. In keinem der Interventionsarme veränderten sich die Symptome signifikant über die Zeit, jedoch fand sich eine signifikante Verschlechterung der Werte in der Kontrollgruppe (M = 31.14, SD = 8.47 zu M = 27.86, SD = 9.82, p = 0.034). Bei der Studie handelte es sich um ein offenes Studiendesign und die Vergleichsgruppen waren ungünstig gewählt, da hier die Patienten die Therapien zusätzlich zuhause selbst durchführen konnten, was bei Reiki nicht der Fall war.
Die Studie von Orsak et al. (2015) untersuchte eine Stichprobe von Brustkrebspatienten (n = 36) in Bezug auf Symptomleiden [122]. Dabei fanden sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen (Reiki, Begleiter, Kontrolle) über den Studienverlauf (Interaktion Gruppe x Zeit; p < 0.47). Bei der Studie handelte es sich ebenfalls um ein offenes Studiendesign.
Die Crossover-Studie von Tsang et al. (2007) untersuchte Patienten mit verschiedenen Krebsarten (n = 16) über mehrere Wochen [124]. Dabei wurde Schmerz mit einem Fragebogen erhoben. Bei der Messung fand die Studie keine signifikanten Unterschiede zwischen der Reiki Gruppe und der Vergleichsgruppe. Durch das offene Design der Studie und die geringe Teilnehmerzahl ist die Aussagekraft der Ergebnisse eingeschränkt.
Der Endpunkt Schmerz wurde auch innerhalb des systematischen Reviews von Agdal et al. (2011) betrachtet [111]. Eine Studie erfasste den Endpunkt Schmerz unter dem Einfluss von Reiki. Diese Studie fand einen Effekt der Intervention Reiki (signifikant bessere Werte im Vergleich zu Kontrollgruppe) [121]. Laut Review gibt die Studie wenige Informationen zur Verblindung, wenig statistische Parameter und aufgrund des Fehlens einer Placebogruppe kann nicht ausgeschlossen werden, dass der Effekt auf Aufmerksamkeit oder Erwartungen der Probanden zurückführbar ist.
In keiner der drei Einzelstudien konnte ein Vorteil von Reiki gegenüber den Vergleichstherapien nachgewiesen werden. In der Studie von Clark et al. (2012) fand sich eine signifikante Verschlechterung der Neurotoxizität in der Kontrollgruppe, nicht jedoch in der Reiki Gruppe und den Vergleichsgruppen [115]. Dieses Ergebnis deutet darauf hin, dass Reiki das Fortschreiten von Neurotoxizität im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, die nur Schulungen über Neurotoxizität erhielt, verlangsamen könnte. Verglichen mit den anderen Vergleichsgruppen (Yoga, Meditation) konnte Reiki jedoch keinen Mehrwert für die Patienten erzielen. Im systematische Review lieferte nur eine Studie Hinweis darauf, dass Reiki im Vergleich zu einer Kontrollgruppe bessere Ergebnisse in Bezug auf Schmerz erzielen kann [121]. Doch in dieser Studie können aufgrund des Fehlens einer Placebogruppe Aufmerksamkeits- oder Erwartungseffekte nicht ausgeschlossen werden.
5.1.2 Therapeutic Touch
Schmerz (zu Empfehlung 5.3)
Die Auswirkungen von Therapeutic Touch in Bezug auf Schmerzen wurde in drei randomisiert kontrollierten Studien untersucht, die alle Schmerz als primären Endpunkt betrachteten [125][126][131].
In der Publikation von Frank et al. (2007) in der eine Stichprobe von Frauen vor und kurz nach einer Brustbiopsie (n = 82) betrachtet wurde, gab es zwischen dem Therapeutic Touch Arm und dem Placebo Arm keine signifikanten Unterschiede in Bezug auf Schmerz nach der Biopsie (M = 21.4, M = 27.7, p = 0.53) [125]. Anschließend fand man durch eine Subgruppenanalyse heraus, dass die Patienten, die vor der Biopsie über Schmerzen berichteten (n = 18), weniger Schmerzen nach der Biopsie hatten. Patienten, die vor der Biopsie keine Schmerzen angaben, berichteten nach der Biopsie über mehr Schmerzen (M = -11.2 zu M = 17.2, p = 0.0007). Insgesamt war die Probandenzahl in der Studie zu gering, um aussagekräftige Ergebnisse liefern zu können und es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Patienten die Zuordnung zu den Gruppen durchschauten und es sich somit um ein offenes Studiendesign handelte.
Die Studie von Samarel et al. (1998) betrachtete Schmerzen von Brustkrebspatientinnen (n = 35), die sich einer Operation unterzogen, bis zu einer Woche nach Entlassung aus dem Krankenhaus [126]. Zuvor erhielt eine Patientengruppe zweimal (vor und nach der Operation) eine Therapeutic Touch Anwendung mit anschließendem Gespräch und eine andere Gruppe zweimal eine Ruhezeit wiederum mit anschließendem Gespräch. Dabei fanden sich zwischen den Gruppen keine signifikanten Unterschiede (Therapeutic Touch: M = 39.4, Ruhezeit: M = 45.0, p = 0.972). Bei der Studie muss beachtet werden, dass es eine Vorauswahl der Studienteilnehmer durch die Chirurgen gab, was die Aussagekraft der Ergebnisse nicht sehr repräsentativ erscheinen lässt.
Tabatabaee et al. (2016) untersuchten verschiedene durch Schmerz beeinträchtigte Endpunkte (Generelle Aktivität, Stimmung, Gehvermögen, Beziehung zu anderen Personen, Schlaf) von Männern mit unterschiedlichen Krebsdiagnosen (n = 90) über vier Wochen [130]. Dabei fanden sich in allen Endpunkten signifikante Unterschiede zwischen der Therapeutic Touch Gruppe und der Placebo Gruppe sowie zwischen der Therapeutic Touch Gruppe und der Kontrollgruppe (p < 0.01). Zwischen der Placebo Gruppe und der Kontrollgruppe gab es keine signifikanten Unterschiede. Die Schmerzen, die die generelle Aktivität der Patienten beeinträchtigte, verbesserte sich in der Therapeutic Touch Gruppe signifikant im Vergleich zur Placebo- und Kontrollgruppe (M = 7.78 zu M = 4.67; M = 7.80 zu M = 6.67; M = 7.53 zu M = 6.93; p = 0.01). Dieselben Ergebnisse fanden sich bei den Schmerzen, die die Stimmung (M = 7.53 zu M = 4.67; M = 7.53 zu M = 6.70; M = 7.63 zu M = 6.90; p = 0.01), das Gehvermögen (M = 6.13 zu M = 3.73; M = 5.67 zu 6.37; M = 5.9 zu M = 6.77; p = 0.01), die Beziehung zu anderen Personen (M = 7.57 zu M = 4.50; M = 7.80 zu M = 7.27; M = 6.93 zu M = 7.23; p = 0.01) und den Schlaf (M = 8.07 zu M = 4.73; M = 7.73 zu M = 6.87; M = 7.93 zu M = 7.20; p = 0.01) beeinträchtigten. Bei der Betrachtung der Werte fällt auf, dass nur die Therapeutic Touch Therapie die Schmerzen, die sich auf das Gehvermögen auswirkten, verbessern konnte. In den beiden anderen Armen kam es hingegen zu einer Verschlechterung der Schmerzen. In der Studie wird nicht ersichtlich, ob die einzelnen Studiengruppen vergleichbar waren, da keine Angaben dazu gemacht wurden, welche Krebsdiagnose die Patienten hatten und welche Behandlungen sie sich bereits unterzogen hatten. Außerdem gab es keine Informationen bezüglich der Verblindung, sodass von einem offenen Studiendesign ausgegangen werden muss. Gravierend anzumerken ist die Unklarheit der Vergleichbarkeit der Ausgangswerte für Schmerz in den verschiedenen Domänen zwischen den Gruppen vor der Intervention. Ohne die anfänglich gegebene Vergleichbarkeit können die Ergebnisse der Studie nicht eindeutig interpretiert werden, da die Interventionsgruppe schon zu Beginn bessere Werte gehabt haben könnte.
Der Endpunkt Schmerz wurde innerhalb des systematischen Reviews von Agdal et al. (2011) betrachtet [111]. Es wurden 5 Studien aus dem Review in diese Empfehlung eingeschlossen, davon hat eine Studie den Endpunkt Schmerz unter dem Einfluss von Therapeutic Touch erfasst. Diese Studie fand einen Effekt der Intervention (signifikant bessere Werte im Vergleich zu Kontroll- und Placebogruppe) [128]. Das Review beschreibt, dass zu dieser Studie die Baseline-Vergleichbarkeit unklar ist und auch die Verblindung unzureichend beschrieben ist. Eine fehlende Korrektur für multiples Testen in den Analysen könnte zu einer α-Fehler Kumulierung geführt haben, wodurch Ergebnisse zufällig und damit statistisch nicht korrekt signifikant geworden sein könnten.
Die Studie von Tabatabaee et al. (2016) findet signifikant bessere Ergebnisse bei der Schmerzreduktion für die Therapeutic Touch-Gruppe verglichen mit der Placebo- und Kontrollgruppe [130]. Da bei der Studie jedoch Unklarheiten darüber bestehen, ob die einzelnen Gruppen in den Ausgangswerten für Schmerz vergleichbar waren, können die Ergebnisse nicht als aussagekräftig gewertet werden. Im systematischen Review lieferte eine Studie Hinweise darauf, dass Therapeutic Touch im Vergleich zu einer Placebo- und Kontrollgruppe bessere Ergebnisse in Bezug auf Schmerz erzielen kann [128]. Aber auch diese Studie weist methodische Mängel auf und die Vertrauenswürdigkeit der statistischen Analysen bzw. deren Ergebnisse, auf. In allen anderen Studien fanden sich keine Unterschiede zwischen der Therapeutic Touch Therapie und einer Placebo- oder Vergleichstherapie in Bezug auf Schmerzen. Die Evidenzlage gibt damit insgesamt keinen eindeutigen Hinweis darauf, dass die Therapeutic Touch Therapie bei der Schmerzreduktion Vorteile gegenüber einer Placebo- oder Vergleichstherapie bieten kann.
Übelkeit (zu Empfehlung 5.4)
Die Effekte von Therapeutic Touch in Bezug auf Übelkeit wurden in einer randomisiert kontrollierten Studie untersucht, deren Ergebnisse in drei unterschiedlichen Publikationen jeweils teilweise veröffentlicht wurden [132][133][134]. Zwei der Publikationen betrachteten als primäre Endpunkte Dauer und Häufigkeit der Übelkeit [133][134]. Die Intensität der Übelkeit wurde ebenfalls in zwei Publikationen als primärer Endpunkt erfasst [132][134]. Außerdem untersuchten Matourypour et al. (2015) als primären Endpunkt Beginn der Übelkeit [133]. Die Studie untersuchte Frauen mit Brustkrebs (n = 108), die sich einer Chemotherapie unterzogen. Dabei wurden nur kurzfristige Therapieeffekte (24h nach Chemotherapie) einer Therapeutic Touch Therapie sowie einer Placebo Therapie und eine Kontrollgruppe erfasst.
Die Publikation von Matourypour et al. (2015) fand in Bezug auf die Dauer der Übelkeit der Patientinnen signifikant bessere Werte im Therapeutic Touch Arm im Vergleich zum Placebo- und Kontrollarm (p < 0.001) [133]. Zwischen dem Placebo- und Kontrollarm gab es keine signifikanten Unterschiede (p = 0.3). Bei der Betrachtung der Häufigkeit der Übelkeit zeigten sich signifikant bessere Werte im Therapeutic Touch und Placebo Arm im Vergleich zum Kontrollarm (p < 0.001). Außerdem fand sich in Bezug auf den Beginn der Übelkeit eine signifikante Verzögerung im Therapeutic Touch Arm im Vergleich zu den anderen beiden Armen (p < 0.001).
In der Veröffentlichung von Matourypour et al. (2016) wurde die Übelkeitsintensität jeweils vor und nach der Intervention mit einer Checkliste gemessen [132]. Nach der Intervention fanden sich signifikant bessere Werte im Therapeutic Touch Arm und Placebo Arm im Vergleich zum Kontrollarm (p < 0.0001). Beim Vergleich des Therapeutic Touch Arms und Placebo Arms ergaben sich keine signifikanten Unterschiede (p = 0.07). In der Publikation von Vanaki et al. (2016) [134] wurden dieselben Resultate bezüglich der Übelkeitsdauer und der Übelkeitshäufigkeit wie in der Publikation von Matourypour et al. (2015) [133] veröffentlicht. Außerdem wurden erneut wie in der Studie von Matourypour et al. (2016) Ergebnisse in Bezug auf die Intensität der Übelkeit veröffentlicht. Allerdings wurden diesmal die Ergebnisse nur teilweise dargestellt, wobei davon ausgegangen werden kann, dass es sich insgesamt um die gleichen Resultate in den beiden Publikationen handelt.
Die Studie mit der Aufteilung in drei einzelne Publikationen lässt in Bezug auf Übelkeit Vorteile von Therapeutic Touch Therapie im Vergleich zu Placebo- und Kontrolltherapie vermuten. So fanden sich in der Studie signifikant bessere Ergebnisse in der Therapeutic Touch Gruppe in Bezug auf Dauer und Beginn der Übelkeit im Vergleich zur Placebo- und Kontrollgruppe. Bei der Häufigkeit und Intensität der Übelkeit fanden sich signifikant bessere Ergebnisse in der Therapeutic Touch Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe, nicht jedoch im Vergleich zur Placebogruppe. Obwohl die drei Publikationen die gleiche Stichprobe haben und thematisch das gleiche untersuchen, unterscheiden sich die Darstellungsweisen in dem Maße, dass man vermuten könnte es handele sich nicht um die gleiche Stichprobe und damit die gleiche Erhebung. In jeder der Publikationen treten Mängel auf, insbesondere in der Art einer selektiven Darstellung oder Beschreibung, welche sich durchaus unterscheiden. Insgesamt sind aber alle Publikationen schwer verständlich und zeichnen sich durch eine unzureichende Beschreibung der Rahmenbedingungen, sowie in einer irreführenden Ablaufs- und Erhebungsbeschreibung aus. Auch die anfängliche Vergleichbarkeit der Gruppen wird in keiner der Studien überzeugend dargestellt, insbesondere aufgrund der fehlender demographischer Variablen. Insgesamt wird die Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit der oben beschriebenen Ergebnisse durch die gravierenden methodischen Mängel und die stark ausgeprägte selektive Berichterstattung so stark eingeschränkt, dass die gefundenen Effekte bezüglich Therapeutic Touch als äußerst fragwürdig zu betrachten sind.
Angst (zu Empfehlung 5.1)
Die Auswirkungen von Therapeutic Touch in Bezug auf Angst wurde in zwei randomisiert kontrollierten Studien untersucht, die entweder Angst oder mit Angst verbundene Stimmungen als primäre Endpunkte erfassten [125][126].
In der Studie von Frank et al. (2007), die eine Stichprobe von Frauen vor und kurz nach einer Brustbiopsie (n = 82) betrachtete, wurde in Bezug auf Angst, Nervosität, Ängstlichkeit, Unruhe, Anspannung und Schreck kein signifikanter Unterschied zwischen dem Therapeutic Touch Arm und dem Placebo Arm festgestellt [125]. Außerdem wurden in der Studie systolischer sowie diastolischer Blutdruck und Puls gemessen. Dabei fanden sich jedoch erneut keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen. Insgesamt war die Probandenzahl in der Studie zu gering, um aussagekräftige Ergebnisse liefern zu können und es kann nicht ausgeschlossen werden, dass die Patienten die Zuordnung zu den Gruppen durchschauten und es sich somit um ein offenes Studiendesign handelte. In der Studie von Samarel et al. (1998), die Brustkrebspatientinnen (n = 35) bis zu einer Woche vor einer Operation und bis zu einer Woche nach Entlassung aus dem Krankenhaus untersuchte, wurde zum einen die aktuelle Angst der Patientinnen als auch die allgemeine Ängstlichkeit der Patientinnen erfasst [126]. Hierbei zeigte sich eine signifikant niedrigere präoperative aktuelle Angst im Therapeutic Touch Arm im Vergleich zum Kontrollarm (M = 30.7, M = 41.4, p = 0.008). Postoperativ fand sich jedoch kein signifikanter Unterschied zwischen den Armen (p = 0.493). Die allgemeine Ängstlichkeit wurde nur einmal zu Beginn der Studie beziehungsweise vor der ersten Intervention untersucht, sodass hier keine Therapieeffekte erfasst wurden. Die Messung ergab keinen signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen (p = 0.414). Bei der Studie muss beachtet werden, dass es eine Vorauswahl der Studienteilnehmer durch die Chirurgen gab, was die Aussagekraft der Ergebnisse nicht sehr repräsentativ erscheinen lässt.
In Bezug auf Angst und damit verbundenen Stimmungen fand nur die Studie von Samarel et al. (1998) bei der aktuellen präoperativen Angst der Patienten eine signifikante Verbesserung durch Therapeutic Touch Therapie in Kombination mit einem Gespräch im Vergleich zur Kontrolle, die aus Ruhezeit und einem Gespräch bestand [126]. Da jedoch in der Studie keine Baseline Messung der aktuellen Angst durchgeführt wurde, ist nicht sicher ob die beiden Gruppen diesbezüglich vergleichbar waren, was die Aussagekraft des Ergebnisses stark einschränkt. Zudem verschwindet der Unterschied im Laufe der Studie, im Speziellen nach der Operation, wieder.
Stimmung sowie Fatigue (zu Empfehlung 5.2)
Die Effekte von Therapeutic Touch auf die Stimmung von Patienten wurde in der randomisiert kontrollierten Studie von Samarel et al. (1998) untersucht [126]. Dabei wurde die Stimmung der Patienten als primärer Endpunkt erfasst. In der Studie wurden Brustkrebspatientinnen (n = 35) bis zu einer Woche vor einer Operation und bis zu einer Woche nach Entlassung aus dem Krankenhaus untersucht. Dabei fanden sich sowohl präoperativ als auch postoperativ keine Unterschiede zwischen dem Therapeutic Touch- und Kontrollarm in Bezug auf die Stimmung der Patienten (p = 0.156, p = 0.848). Bei der Studie muss beachtet werden, dass es eine Vorauswahl der Studienteilnehmer durch die Chirurgen gab, was die Aussagekraft der Ergebnisse nicht sehr repräsentativ erscheinen lässt. Das Ergebnis liefert somit keinen Hinweis auf Vorteile von Therapeutic Touch gegenüber einer Kontrollgruppe in Bezug auf die Stimmung von Patienten. Da jedoch in der Studie keine Baseline Messung der Stimmung durchgeführt wurde, ist nicht sicher ob die beiden Gruppen diesbezüglich vergleichbar waren, was die Aussagekraft des Ergebnisses stark einschränkt. Der Endpunkt Fatigue wurde innerhalb des systematischen Reviews von Agdal et al. (2011) betrachtet [111]. Hierbei fand eine Studie, welche Therapeutic Touch als Intervention nutzte, eine höhere Reduktion der Werte in der Interventionsgruppe im Vergleich zur passiven Kontrollgruppe und der Placebogruppe [128]. Das Review beschreibt, dass zu dieser Studie die Baseline-Vergleichbarkeit unklar ist und auch die Verblindung unzureichend beschrieben ist. Eine fehlende Korrektur für multiples Testen in den Analysen könnte zu einer α-Fehler Kumulierung geführt haben, wodurch Ergebnisse zufällig und damit statistisch nicht korrekt signifikant geworden sein könnten. Somit ist das Ergebnis als nicht aussagekräftig und vertrauenswürdig einzustufen.
Aufgrund der gravierenden methodischen Einschränkungen der beiden aufgeführten Studien, können die berichteten Ergebnisse nicht als vertrauenswürdig und aussagekräftig betrachtet werden.
Wohlbefinden (zu Empfehlung 5.1)
Der Endpunkt Lebensqualität wurde innerhalb des systematischen Reviews von Agdal et al. (2011) betrachtet [111]. Eine Studie untersuchte den Effekt von Therapeutic Touch und fand einen Effekt der Intervention (signifikant bessere Werte im Vergleich zur passiven Kontrollgruppe auf der Subskala Wohlbefinden). Diese Studie von Giasson and Bouchard (1998) wies laut Review insgesamt eine geringe Studienqualität auf [118]. Insbesondere durch fehlende Verblindung, die Durchführung der Intervention durch den Autor der Studie und unzureichende Angabe von statistischen Parametern, ist das Ergebnis wenig aussagekräftig. Zudem ist in diese Studie nur eine passive Vergleichsgruppe eingeschlossen, wodurch auch Aufmerksamkeitseffekte in Betracht gezogen werden müssen.
Knochenmarktransplantation
Da zu diesem Endpunkt keine sichere Aussage getroffen werden kann, wurde keine Empfehlung oder ein Statement formuliert, stattdessen werden die Ergebnisse zu diesem Endpunkt im Folgenden ausgeführt.
Smith et al. (2003) untersuchten die Auswirkungen von Therapeutic Touch bei Patienten (n = 88), die eine Knochenmarkstransplantation erhalten hatten, bis zu zwei Wochen nach Entlassung aus dem Krankenhaus [135]. Dabei betrachteten die Autoren zum einen die Dauer des Anwachsens des Knochenmarks. Hierzu gab es keine signifikanten Unterschiede zwischen der Therapeutic Touch-, der Massage- und der Kontrollgruppe (p = 0.42). Zum anderen wurde die Anzahl der Komplikationen verglichen. Es zeigten sich bezüglich der Gesamtrate an Komplikationen erneut keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen (p = 0.434). Lediglich bei den neurologischen Komplikationen gab es signifikant bessere Ergebnisse in der Massage Gruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe (M = 0.94, M = 1.61, p = 0.031). Zuletzt wurde der Nutzen der Therapien aus Sicht der Patienten mithilfe eines Fragebogens erhoben. Bei Betrachtung des Gesamtergebnisses des Fragebogens bewerteten die Patienten den Nutzen der Massagetherapie signifikant höher im Vergleich zur Kontrolltherapie (M = 40.7, M = 27.42, p = 0.003). In Bezug auf die Ergebnisse der Komfort-Skala bewerteten die Patienten den Nutzen der Therapeutic Touch Therapie signifikant höher im Vergleich zur Kontrolltherapie (M = 18.46, M = 13, p = 0.007). Auch beim Vergleich der Massagetherapie und Kontrolltherapie fand sich eine signifikant höhere Bewertung zugunsten der Massagetherapie (M = 21.07, M = 13, p = 0.000). Da der Fragebogen insgesamt jedoch nur eine Rücklaufquote von 46% hatte, ist davon auszugehen, dass er nicht die Durchschnittsmeinung der Patienten adäquat darstellen konnte. Außerdem wird die Qualität durch das offene Design und die hohe Attrition beziehungsweise den hohen Drop-Out eingeschränkt. Erschwerend kommt hinzu, dass viele Patienten nicht mehr bei der Studie teilnehmen wollten, weil sie nicht in die gewünschte Therapiegruppe eingeteilt worden waren und sich somit größtenteils nur motivierte und überzeugte Patienten in den jeweiligen Gruppen befanden, was die Ergebnisse weiter einschränkt.
Insgesamt konnten in der Studie von Smith et al. (2003) keine Vorteile von Therapeutic Touch in Bezug auf die Knochenmark-Anwuchsdauer und die Komplikationsrate im Vergleich zu einer Massage- und Kontrollgruppe festgestellt werden. Lediglich bei der Komfort-Skala eines Fragebogens bezüglich des Therapienutzens aus Patientensicht schnitt die Therapeutic Touch Therapie signifikant besser ab als die Kontrolltherapie. Da der Fragebogen nur eine Rücklaufquote von 46% hatte, ist davon auszugehen, dass dieses Ergebnis nicht die Durchschnittsmeinung der Patienten adäquat darstellt. Die Studie wies insgesamt eine geringe Studienqualität auf, sodass die Ergebnisse wenig aussagekräftig erscheinen.
5.1.3 Healing Touch
Lebensqualität (zu Empfehlung 5.1)
Die Auswirkungen von Healing Touch auf die Lebensqualität wurden in zwei randomisiert kontrollierten Studien untersucht, die beide Lebensqualität als primären Endpunkt betrachteten [117][119]. Die Studie von FitzHenry et al. (2014) untersuchte Brustkrebspatientinnen (n = 44) nach einer Operation über fünf bis sieben Wochen [117]. Dabei fanden sich zwischen dem Healing Touch- und Placebo Arm keine signifikanten Unterschiede bezüglich der Lebensqualität. Außerdem untersuchten die Autoren die Korrelation von Depressivität und Angst mit der Lebensqualität. Dabei stellte sich heraus, dass sowohl Depressivität als auch Angst signifikant negativ mit der Lebensqualität korreliert sind (r = -0.69, r = -0.74, p < 0.001). Die Studie wies ein hohes Evidenzniveau auf, hatte aber leider nur eine geringe Stichprobengröße, sodass die Ergebnisse nur bedingt aussagekräftig sind.
In der Studie von Lutgendorf et al. (2010) wurden Patientinnen mit Gebärmutterhalskrebs (n = 60), die sich einer Radiotherapie unterzogen, über 6 Wochen untersucht [119]. Dabei fand sich bezüglich der Lebensqualität zwischen dem Healing Touch-, Entspannungstrainings- und Kontrollarm kein signifikanter Unterschied. Auch diese Studie wies ein hohes Evidenzniveau auf, wobei ebenfalls eine geringe Stichprobengröße die Ergebnisse nur bedingt aussagekräftig erscheinen lässt. Im systematischen Review von Agdal et al. (2011) [111] fand eine Studie einen positiven Effekt von Healing Touch auf die Subskala Vitalität für den Fragebogen SF-36 im Vergleich zu einer Placebogruppe [116]. Die Studie berücksichtigt nicht die anfänglichen Unterschiede zwischen den eingeschlossenen Gruppen und hat eine geringe Power. Damit ist das Ergebnis wenig valide, es kann zudem keine allgemeingültige Aussage aufgrund einer Studie getroffen werden.
Insgesamt fanden sich in den ersten beiden Studien keine Vorteile von Healing Touch in Bezug auf Lebensqualität im Vergleich zu Placebo- und Entspannungstherapie sowie im Vergleich zum Kontrollarm. Einzig die geringe Stichprobengröße in beiden Studien schränkt dieses Ergebnis ein, ansonsten war das Evidenzniveau in den Studien hoch. Die Studie von Cook et al. (2004) erfasste nur Vitalität als Endpunkt, kein allgemeines Maß für Lebensqualität [116]. Insgesamt gibt die Studienlage keinen Hinweis auf eine positive Wirkungsweise von Healing Touch auf die Lebensqualität von onkologischen Patienten.
Fatigue (zu Empfehlung 5.2)
Die beiden zuvor genannten Studien untersuchten ebenfalls die Auswirkungen von Healing Touch auf Fatigue. Die Publikation von FitzHenry et al. (2014) betrachtete zum einen die Fatigue Intensität bei Brustkrebspatientinnen (n = 44) nach einer Operation über fünf bis sieben Wochen [117]. Dabei fanden sich über den gesamten Studienverlauf signifikant schlechtere Werte im Healing Touch- verglichen mit dem Placebo Arm (p = 0.024), was jedoch nur auf eine nicht signifikante größere Verbesserung der Werte im Placebo Arm zurückzuführen ist. Insgesamt gab es nämlich keine signifikanten Unterschiede in Bezug auf die Veränderung der Fatigue Intensität in beiden Gruppen. Zum anderen wurde in der Studie die Interferenz der Fatigue mit dem täglichen Leben der Patienten erfasst. Erneut fanden sich über den gesamten Studienverlauf signifikant schlechtere Werte im Healing Touch- verglichen mit dem Placebo Arm (p = 0.010), was jedoch wiederum nur auf eine nicht signifikante größere Verbesserung der Werte im Placebo Arm zurückzuführen ist. Zwischen den beiden Gruppen gab es abermals keine signifikanten Unterschiede in Bezug auf die Veränderung der Fatigue Interferenz. Außerdem untersuchten die Autoren die Korrelation von Depressivität und Angst mit Fatigue. Dabei stellte sich heraus, dass Depressivität sowohl mit der Fatigue Intensität als auch mit der Fatigue Interferenz signifikant positiv korreliert ist (r = 0.32, p = 0.045, r = 0.45, p = 0.003). Im Gegensatz dazu war Angst nur mit der Fatigue Interferenz signifikant positiv korreliert, nicht jedoch mit der Fatigue Intensität (r = 0.35, p = 0.029, r = 0.14, p = 0.403). Die Studie wies ein hohes Evidenzniveau auf, hatte aber leider nur eine geringe Stichprobengröße, sodass die Ergebnisse nur bedingt aussagekräftig sind. Insgesamt spricht die Studie nicht für eine positive Wirksamkeit von Healing Touch auf Fatigue, sondern liefert sogar tendenziell bessere Werte für die Placebogruppe. In der Studie von Lutgendorf et al. (2010) fanden sich bei Patientinnen mit Gebärmutterhalskrebs (n = 60), die sich einer Radiotherapie unterzogen, über 6 Wochen keine signifikanten Unterschiede zwischen dem Healing Touch-, Entspannungstraining- und Kontrollarm bezüglich Fatigue [119]. Auch diese Studie wies ein hohes Evidenzniveau auf, wobei ebenfalls eine geringe Stichprobengröße die Ergebnisse nur bedingt aussagekräftig erscheinen lässt. Eine Studie aus dem systematischen Review von Agdal et al. (2011) [111] fand einen Effekt der Intervention Healing Touch im Vergleich zur gematchten Kontrollperiode [129].
Insgesamt fanden sich in den beiden Einzelstudien keine Vorteile von Healing Touch in Bezug auf Fatigue im Vergleich zu Placebo- und Entspannungstherapie sowie im Vergleich zum Kontrollarm. Einzig die geringe Stichprobengröße in beiden Studien schränkt dieses Ergebnis ein, ansonsten war das Evidenzniveau in den Studien hoch. Das systematische Review liefert Hinweise darauf, dass Healing Touch im Vergleich zu einer aktiven Kontrollgruppe bessere Ergebnisse in Bezug auf Fatigue erzielen kann. Hierbei muss allerdings berücksichtigt werden, dass Patienten, welche nicht der gewünschten Gruppe zugeordnet wurden, der Studie verlassen haben. Somit kann von einem offenen Studiendesign ausgegangen werden und Teilnahme von Probanden, welche ein besondere Motivation aufwiesen. Somit könnte das Ergebnis als verzerrt betrachtet werden. Insgesamt liefert die vorliegende Evidenz keinen eindeutigen Hinweis auf eine positive Wirkung von Healing Touch auf Fatigue, insbesondere nicht im Vergleich mit einer Placebogruppe.
Depressivität (zu Empfehlung 5.1)
Die Studie von Lutgendorf et al. (2010) untersuchte zusätzlich die Auswirkungen von Healing Touch auf Depressivität [119]. Dabei wurden Patientinnen mit Gebärmutterhalskrebs (n = 60), die sich einer Radiotherapie unterzogen, über 6 Wochen betrachtet und währenddessen zwei unterschiedliche Fragebögen zur Messung von Depressivität verwendet. Beim ersten Fragebogen fand sich eine nicht signifikante Verbesserung über die Zeit im Healing Touch Arm verglichen mit dem Entspannungstraining- und Kontrollarm. Außerdem wurden die Subskalen des Fragebogens betrachtet. Dabei beschrieben die Autoren für die Subskala Depressive Stimmung in Bezug auf die Ergebnisänderungen über die Zeit im Healing Touch Arm einen signifikant größeren Abfall der Werte über die Zeit verglichen mit den anderen beiden Armen (Kontrast Healing Touch vs. Entspannungstraining und Kontrollarm x Zeit; p = 0.042, Healing Touch: signifikante Verringerung p < 0.001). Beim Abfall der Werte im Entspannungstraining- und Kontrollarm gab es keinen signifikanten Unterschied über die Zeit (Kontrast x Zeit; p = 0.84). Bei der Betrachtung der Werte zum Ende der Studie fanden sich besserte Werte im Healing Touch Arm verglichen zu den anderen beiden Armen, wobei der Unterschied jedoch nicht signifikant war (M = 2.71, M = 3.62, M = 4.56, p = 0.056). Für die anderen Subskalen des Fragebogens fanden sich ebenfalls keine signifikanten Unterschiede. Der zweite Fragebogen fand einen signifikanten Unterschied beim Abfall der Werte im Healing Touch Arm verglichen mit dem Entspannungstraining- und Kontrollarm heraus (Kontrast Healing Touch vs. Entspannungstraining und Kontrollarm x Zeit; p = 0.046, Healing Touch: signifikante Verringerung p < 0.001). Der Abfall der Werte über die Zeit im Entspannungstraining und Kontrollarm wies keinen signifikanten Unterschied auf (Kontrast x Zeit; p = 0.68). Wie beim ersten Fragebogen fanden sich bei der Betrachtung der Werte zum Ende der Studie besserte Werte im Healing Touch Arm verglichen mit den anderen beiden Armen, wobei der Unterschied jedoch nicht signifikant war (M = 3.81, M = 5.98, M = 8.34, p = 0.069). Die Studie wies ein hohes Evidenzniveau auf, wobei eine geringe Stichprobengröße die Ergebnisse nur bedingt aussagekräftig erscheinen lässt.
Zusammenfassend liefert die Studie zwar in beiden Fragebögen bezüglich Depressivität eine Verbesserung der Werte in der Healing Touch Gruppe, die jedoch im Vergleich zum Entspannungstraining und zur Kontrolle nicht signifikant war. Damit konnte in der Studie kein eindeutiger Vorteil von Healing Touch gegenüber Entspannungstraining und Standardtherapie in Bezug auf die Verbesserung von Depressivität gezeigt werden. Einzig die geringe Stichprobengröße in der Studie schränkt dieses Ergebnis ein, ansonsten war das Evidenzniveau der Studie hoch.
Angst sowie Entspanntheit (zu Empfehlung 5.1)
Die Studie von Lutgendorf et al. (2010) untersuchte als weiteren Endpunkt die Auswirkungen von Healing Touch auf Angst und Entspanntheit [119]. In der Studie wurden Patientinnen mit Gebärmutterhalskrebs (n = 60), die sich einer Radiotherapie unterzogen, über 6 Wochen betrachtet. Dabei wurde eine Fragebogensubskala, die Angst erfasste, ausgewertet. Es fanden sich jedoch keine signifikanten Unterschiede zwischen dem Healing Touch-, Entspannungstraining- und Kontrollarm. Außerdem wurde in der Studie der Blutdruck der Patientinnen gemessen, dessen Werte die Autoren als Referenz für Entspanntheit betrachteten. Dabei fanden sich ebenfalls keine signifikanten Veränderungen in den jeweiligen Armen. Die Studie wies ein hohes Evidenzniveau auf, wobei eine geringe Stichprobengröße die Ergebnisse nur bedingt aussagekräftig erscheinen lässt.
Insgesamt gab es in der Studie keine signifikanten Unterschiede zwischen Healing Touch und Entspannungstraining sowie Standardtherapie in Bezug auf die Angst und Entspanntheit der Patientinnen und somit keinen Vorteil für die Healing Touch Therapie. Einzig die geringe Stichprobengröße in der Studie schränkt dieses Ergebnis ein, ansonsten war das Evidenzniveau der Studie hoch.
Schmerz (zu Empfehlung 5.3)
Der Endpunkt Schmerz wurde innerhalb des systematischen Reviews von Agdal et al. (2011) betrachtet [111]. Insgesamt 4 Studien haben den Endpunkt Schmerz erfasst. Von diesen Studien untersuchte eine die Wirksamkeit von Healing Touch und fand dabei einen Effekt der Intervention (signifikant bessere Werte im Vergleich zur Kontrollgruppe) [129]. Die Ergebnisse beziehen sich nur auf Kurzzeiteffekte (Prä-Post Vergleich). Bei dieser Publikation handelte es sich laut Review um eine hochwertige und groß angelegte Studie.
Das systematische Review liefert Hinweise darauf, dass Healing Touch im Vergleich zu einer aktiven Kontrollgruppe bessere Ergebnisse in Bezug auf Schmerz erzielen kann (Kurzzeiteffekte). Bei der Betrachtung von Langzeiteffekten und im Vergleich zu einer Massagetherapie gab es jedoch keine Unterschiede.
5.1.4 Polarity Therapie
Lebensqualität (zu Empfehlung 5.1)
Die Auswirkungen von Polarity Therapie auf die Lebensqualität wurde in zwei randomisiert kontrollierten Studien untersucht, die beide Lebensqualität beziehungsweise den Einfluss von Fatigue auf diese als primären Endpunkt betrachteten [120][123]. Mustian et al. (2011) untersuchten Brustkrebspatientinnen (n= 45), die größtenteils bereits eine Operation und Chemotherapie bekommen hatten und sich aktuell einer Strahlentherapie unterzogen, über 3 Wochen [120]. Dabei gab es bezüglich der Lebensqualität keine signifikanten Unterschiede zwischen der Polarity Therapie-, der Massage- und der Kontrollgruppe (p = 0.21). Außerdem erhob die Studie das Feedback der Patienten zu der durchgeführten Polarity Therapie und Massage Therapie. Dafür wurden die Patienten nach 3 Wochen gefragt, ob sie die jeweilige Therapie oder eine ähnliche Therapie einem anderen Patienten, der sich ebenfalls einer Bestrahlungstherapie unterzieht, empfehlen würden. Dabei gaben die Patienten einen Punktewert von 1 (überhaupt nicht zu empfehlen) bis 5 (sehr zu empfehlen) an. Beide Therapien wurden von den Patienten als empfehlenswert betrachtet mit etwas höherer Empfehlungsrate in der Massage Gruppe (M = 4.71, M = 4.33). Das zeigt, dass sowohl die Polarity Therapie als auch die Massage Therapie von Patienten als empfehlenswert betrachtet wurde und somit gut angenommen wurde. Roscoe et al. (2005) betrachteten ebenfalls Brustkrebspatientinnen (n = 16), die sich einer Strahlentherapie unterzogen [123]. Die Beobachtungsdauer lag bei 2 Wochen und die Patienten bekamen einmal wöchentlich eine Polarity Therapie Anwendung, wobei dies in einer Gruppe über eine Dauer von einer Woche erfolgte und in einer anderen Gruppe über zwei Wochen. Nach einer Woche fanden sich in den Polarity Therapie Gruppen signifikant bessere Werte in Bezug auf Lebensqualität im Vergleich zur Kontrollgruppe (p = 0.02). Nach der zweiten Woche waren allerdings keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen nachweisbar (p = 0.68). Die Studie wies aufgrund des offenen Designs, der geringen Probandenzahl und der fehlenden Kontrolle des Zeitpunkts der Datenerhebung eine niedrige Qualität auf, was die Ergebnisse nicht sehr aussagekräftig erscheinen lässt.
Insgesamt konnte nur in der Studie von Roscoe et al. (2005) ein kurzfristiger signifikant positiver Effekt von Polarity Therapie im Vergleich zu einer Kontrollgruppe in Bezug auf Lebensqualität festgestellt werden [123]. Langfristig zeigten sich jedoch keine Unterschiede zwischen den Gruppen, zudem kann aufgrund des Fehlens einer Placebogruppe nicht ausgeschlossen werden, dass die Verbesserung der Werte auf Aufmerksamkeitseffekte zurückführbar ist. Durch das offene Studiendesign und die geringe Teilnehmerzahl in beiden Studien sind die dargestellten Ergebnisse nur bedingt aussagekräftig.
Fatigue (zu Empfehlung 5.2)
Die Auswirkungen von Polarity Therapie auf Fatigue wurde in zwei randomisiert kontrollierten Studien untersucht, die beide Fatigue als primären Endpunkt betrachteten [120][123]. In der Studie von Mustian et al. (2011) wurde Fatigue bei Brustkrebspatientinnen (n= 45), die größtenteils bereits eine Operation und Chemotherapie bekommen hatten und sich aktuell einer Strahlentherapie unterzogen, über 3 Wochen zum einen mithilfe eines Fragebogens erhoben, zum anderen wurde sie mit Patienten-Tagebüchern erfasst [120] . Bei der Auswertung des Fragebogens fanden sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den drei Armen (p = 0.72). Bei der Auswertung der Tagebücher fand man eine signifikant größere Reduktion der Fatigue Werte im Polarity Therapie Arm im Vergleich zum Massage Arm (M = 5.3 zu M = 4.5, M = 3.8 zu M = 4.5, p = 0.04). Die Effekte wurden allerdings ohne Berücksichtigung der unterschiedlichen Ermüdungsausgangswerte zwischen den Gruppen berechnet. Hierbei hatten die beiden Interventionsgruppen höhere Ausgangswerte in Fatigue im Vergleich zur Kontrollgruppe. Mit der Einbeziehung dieser Werte sind die Effekte nicht mehr bedeutsam. Die Studie wies ein offenes Studiendesign und eine geringe Probandenzahl auf, was die Aussagekraft der Ergebnisse einschränkt. Roscoe et al. (2005) betrachteten ebenfalls Brustkrebspatientinnen (n = 16), die sich einer Strahlentherapie unterzogen [123]. Die Beobachtungsdauer lag bei 2 Wochen und die Patienten bekamen einmal wöchentlich eine Polarity Therapie Anwendung, wobei dies in einer Gruppe über eine Dauer von einer Woche erfolgte und in einer anderen Gruppe über zwei Wochen. Nach einer Woche fanden sich in den Polarity Therapie Gruppen signifikant bessere Werte in Bezug auf Fatigue im Vergleich zur Kontrollgruppe (p = 0.04). Nach der zweiten Woche fanden sich ebenfalls signifikant bessere Werte in den Polarity Therapie Gruppen im Vergleich zur Kontrollgruppe (p = 0.05). Zwischen den beiden Polarity Gruppen gab es keine signifikanten Unterschiede. Die Studie wies aufgrund des offenen Designs, der geringen Probandenzahl und der fehlenden Kontrolle des Zeitpunkts der Datenerhebung eine niedrige Qualität auf, was die Ergebnisse nicht sehr aussagekräftig erscheinen lässt. Zudem kann aufgrund des Fehlens einer Placebogruppe nicht ausgeschlossen werden, dass die Verbesserung der Werte auf Aufmerksamkeitseffekte zurückführbar ist.
Zusammenfassend konnte die Studie von Mustian et al. (2011) bei Verwendung des Fragebogens keinen Vorteil von Polarity Therapie in Bezug auf Fatigue im Vergleich zu Massagetherapie und Standardtherapie feststellen [120]. Bei der Auswertung der Tagebücher erzielte die Polarity Therapie in anfänglichen Analysen im Vergleich zur Massage Therapie bessere Werte in Bezug auf Fatigue. Diese Effekte verschwanden allerdings wieder, als die unterschiedlichen Ausgangswerte der Gruppen in Bezug auf Fatigue in die Analyse einbezogen wurden. Die Studie von Roscoe et al. (2005) fand signifikant bessere Werte in Bezug auf Fatigue in den Polarity Therapie Gruppen im Vergleich zu einer Kontrollgruppe [123]. Zwischen den beiden Polarity Therapie Gruppen, in denen die Häufigkeit der Anwendungen variierte, fanden sich keine signifikanten Unterschiede. Insgesamt gibt die Studienlage keine Hinweise auf einen positiven Effekt von Polarity Therapie im Vergleich zu einer anderen aktiven Vergleichsgruppe, womit die Wirkung zumindest größtenteils auf Aufmerksamkeits- oder Erwartungseffekte zurückzuführen sein könnte.
Nebenwirkungen von Bioenergiefeld-Therapien
Die Mehrheit der eingeschlossenen Studien fand keine ernsthaften Nebenwirkungen von Bioenergiefeld-Therapien [112][117][133][120][122][123][135][130][124]. Jedoch wurden auch häufig keine Angaben bezüglich der Nebenwirkungen in den Studien gemacht beziehungsweise diese gar nicht erfasst. Nur die Studie von Clark et al. (2012) [115] zitierte bei der Angabe von Nebenwirkungen die Studie von Miles and True (2003) [136]. Dabei wurde Reiki als eine Therapie mit geringem Risiko sowie wenigen Berichten über Kontraindikationen und ungewollten Effekten beschrieben, ohne weiter darauf einzugehen. Das systematische Review von Agdal et al. (2011) [111] und die darin enthaltenen Studien [128][129] fanden ebenfalls keine relevanten Nebenwirkungen. Auch innerhalb der ausgeschlossenen Literatur wurde mehrheitlich über keine relevanten Nebenwirkungen berichtet [137][138][139][140]. Einzig das Review von Tabatabaee et al. (2016) berichtete über einige Patienten mit chronischen Erkrankungen, die in Folge einer Therapeutic Touch Therapie über leichte Kopfschmerzen, Schwindel und Verwirrung nach der Therapie klagten [131]. Insgesamt beschrieben somit fast alle Autoren, die Nebenwirkungen in Bezug auf Bioenergiefeld-Therapien erfassten, keine relevanten Nebenwirkungen für Patienten.
Evidenzaufarbeitung
Die Evidenzaufarbeitung zu Bioenergiefeldtherapien wurde von den Wissenschaftlern des Universitätsklinikums Jena unter der Leitung von Prof. Dr. Hübner (DKG) durchgeführt.
5.2 Chirotherapie/ Osteopathie/ Cranio- Sacral-Therapie
Es liegen keine Daten aus kontrollierten Studien zur Wirksamkeit von Chirotherapie, Osteopathie oder Cranio-Sacral-Therapie auf die Senkung der Mortalität oder der krankheitsassoziierten oder therapieassoziierten Morbidität, sowie Verbesserung der Lebensqualität bei onkologischen Patienten vor.
- Evidenzlevel
- 5
- Konsens
- Starker Konsens
Bei onkologischen Patienten mit verminderter Knochenstabilität (Knochenmetastasen, Osteoporose) soll bei Verletzungsgefahr von einer Chirotherapie oder Osteopathie mit manipulativen Techniken oder Impulstechniken abgeraten werden.
- Konsens
- Starker Konsens
Chirotherapie, Chiropraktik und Osteopathie werden im deutschen Sprachraum oft synonym gebraucht. Sie gehen teilweise auf unterschiedliche Theorieansätze und Überzeugungen zurück, zeigen aber auch große Überschneidungen sowohl in den theoretischen Annahmen als auch den Behandlungsmethoden. Beide Ansätze vertreten die Ansicht, dass der Körper eine Einheit ist, wobei Symptome und Ursachen weit voneinander entfernt liegen können. Ziel beider Methoden ist es, die Selbstheilung des Körpers zu aktivieren und zu fördern, indem verschiedene manuelle Techniken zum Einsatz kommen.
Abgrenzen lässt sich die Chiropraktik von der Osteopathie insofern, als dass bei der Chiropraktik die primäre Relevanz auf der Untersuchung des Skeletts und des Nervensystems liegt. Schwerpunkt liegt auf der Behandlung von Gelenken und Muskeln und dabei insbesondere auf den Gelenken der Wirbelsäule im Sinne des Einrenkens und der Mobilisation im Sinne der Erweiterung des Gelenkspiels. Die Osteopathie hat hingegen kein direktes „Spezialgebiet“. Hier nimmt die Behandlung der Funktionalität des Skelettsystems, der Schädelknochen und der Organe gleich große Teile ein. Es geht nicht nur im die Beweglichkeit des Körpers, sondern auch um die Eigenbewegung des Gewebes. Osteopathen sind im Ertasten der Faszien des Körpers trainiert (dünne Gewebshüllen, die jede Struktur umgeben und gemeinsam eine große Körperfaszie bilden) und die dadurch verbundenen Körperstrukturen um zum Beispiel Funktionsstörungen zu lösen, welche laut der Osteopathie durch diese Faszien auch in andere Körperbereiche übertragen werden können Während Chiropraktiker besonders „Justierungen“ nutzen und dadurch mithilfe gezielter Impulse versuchen Gelenke zu lösen, setzen Osteopathen eher sanftere Bewegungen ein, um Spannungen zu lösen. Allerdings ist auch diese Differenzierung nicht immer so eindeutig und auch medizinische Experten sind sich in der Angrenzung oft nicht einig. Auch die Fachgesellschaften der vorliegenden Leitlinie waren über die genaue Abgrenzung im Dissens.
Bei der Cranio-Sacral Therapie handelt es sich um ein manuelles Verfahren, was sich aus der Osteopathie heraus entwickelt hat. Der Hauptansatzpunkt dieser Therapieform liegt darin, den körpereigenen Rhythmus des Patienten zu ertasten, d.h. das „rhythmische Pulsieren“ der Gehirn- und Rückenmarksflüssigkeit und diesen Liqour anschließend mit speziellen Techniken zu beeinflussen. Ziel ist es, Blockaden aufzuspüren und zu beseitigen und die Beweglichkeit von Gewebe und Organen wiederherzustellen, um Symptome zu verbessern.
Für die Weiterbildung in der Chiropraktik oder Osteopathie bestehen in Deutschland keine speziellen Regelungen. Es werden verschiedene Weiterbildungen angeboten, die meist berufsbegleitend absolviert werden können, auch an privaten Schulen wird die Ausbildung angeboten. Zugelassen werden hierfür meist alle Interessenten mit einer medizinischen Vorbildung wie z.B. Physiotherapeuten, Masseure, Ergotherapeuten und Altenpfleger. Eine Ausnahme besteht in Hessen, in der die Weiterbildungs- und Prüfungsordnung im Bereich der Osteopathie (WPO-Osteo) den Titel „Diplom Osteopath“ (D.O.) schützt, der vom Verband der Osteopathen Deutschland (VOD) e. V nach entsprechender Weiterbildung vergeben wird. Chiropraktoren haben im Gegensatz zu Chiropraktikern ein 4- bis 6-jähriges Vollzeitstudium nach Richtlinien der WHO absolviert mit über 5000 Stunden an einer vom Council on Chiropractic Education International (CCEI) anerkannten Hochschule für Chiropraktik und im Anschluss ein einjähriges Praxisjahr absolviert, wenn sie diese Berufsbezeichnung als Mitglied eines nationalen oder internationalen Berufsverbandes führen. Chiropraktiker haben hingegen zumeist eine Aus- oder Weiterbildung absolviert.
Chiropraktiker und Osteopath sind keine eigenständigen Berufe, auch nicht mit dem in Hessen geschützten Titel als Diplom Osteopath. Voraussetzung für eine Berufsausübung sind ein absolviertes Studium in Humanmedizin, eine Heilpraktikererlaubnis oder eine Ausbildung in den Gesundheitsfachberufen (Altenpfleger, Ergotherapeut, Physiotherapeut usw.).
Seit kurzer Zeit gibt es in Deutschland auch Bachelor- und Masterstudiengänge für Chiropraktik oder Osteopathie, welche über die Heilpraktikerprüfung ebenso zur Berufsausübung qualifizieren, zusätzlich aber den Bachelor/Master of Science als Abschluss bieten.
Innerhalb der USA stellt die Osteopathie eine eigenständige Behandlungsmethode dar. Amerikanische Absolventen des Studiums „Osteopathic Medicine“ haben dort alle Rechte eines ordentlichen Arztes. Osteopathen oder Chiropraktiker, die sich im Ausland dazu qualifiziert haben, müssen in Deutschland eine Heilpraktikererlaubnis erlangen.
Evidenz zur Wirksamkeit von Chirotherapie, Osteopathie und Cranio-Sacral-Therapie (zu Statement 5.5)
Trotz einer sehr breiten Suchstrategie für Chirotherapie, Osteopathie und Cranio-Sacral-Therapie bei Krebserkrankungen wurde auf der ersten Evidenzebene nur ein systematisches Review zur Chirotherapie gefunden [141]. Die Autoren haben ebenso eine sehr umfangreiche Recherche auf insgesamt 10 Datenbanken und eine Handsuche in verschiedenen Zeitschriften der Chiropraktik durchgeführt. Von Interesse waren dabei jegliche klinischen Studien und Übersichtsarbeiten zum Thema Chiropraktik bei Krebs, die in einem Peer-Review Journal zwischen 1965 und 2010 veröffentlicht wurden. Die Studienauswahl erfolgte von zwei unabhängigen Mitarbeitern. Die Autoren fanden insgesamt 87 Veröffentlichungen, allerdings nur auf niedrigen Evidenzebenen, nämlich 60 Fallberichte, 2 Fallserien, 2 Umfragestudien, 21 Kommentare und 2 Reviews. Die Autoren fassen die Inhalte der Veröffentlichungen zusammen und legen dar, dass es in fast allen Veröffentlichungen ausschließlich darum geht, ob und wie eine Krebserkrankung vom Chiropraktiker erkannt werden kann. Die chiropraktische Behandlung selbst sei nur in einem Fallbericht weiter beschrieben worden [142]. In drei weiteren Fallberichten seien zudem schädliche Effekte der Chiropraktik beschrieben worden (s.u.).
Da das eben dargestellte systematische Review um einige Jahre veraltet ist, wurde die Recherche durch das Leitliniensekretariat in einem weiteren Schritt ebenso auf klinische nicht-randomisierte und auch nicht-kontrollierte Studien ausgeweitet. Allerdings konnten keine weiteren klinischen Studien gefunden werden, die über das Evidenzniveau von Fallberichten hinausgehen.
Schaden durch Chirotherapie (zu Empfehlung 5.6)
Vor jeder Chirotherapie sollte ausgeschlossen werden, dass sich im zu behandelnden Bereich Verletzungen oder osteolytische Knochenveränderungen durch Metastasen befinden, um eine mögliche Schädigung der Wirbelsäule zu vermeiden.
In diesen folgenden drei Fällen sei dem Chiropraktiker die Krebserkrankung allerdings nicht bekannt gewesen. Im ersten Fall (unbekannter Autor, 1952) sei bei einer Patientin, die sich beim Chiropraktiker mit einem steifen Nacken, Kopfschmerzen und einem „wunden Punkt“ hinter dem rechten Ohr vorstellte, „Anpassungen“ der Halswirbelsäule vorgenommen worden, was zu Gehunfähigkeit, Sehstörungen, Erbrechen und Schmerzen sowie eine Lähmung des Halses und der Stimmbänder geführt habe. Nachträglich sei ein Gehirntumor diagnostiziert worden. Nach Angabe sei der Gehirntumor durch die chiropraktische Behandlung „verletzt“ worden. In einem weiteren Bericht werde der Fall eines 53-jähren Mannes dargestellt, der wegen Nackenschmerzen chiropraktisch behandelt wurde [143]. Die Autoren würden vermuten, dass die Manuelle Therapie der Wirbelsäule den thyrocervikalen Rumpf belastet habe, da dieser vergrößert und mit einem Neurofibrom verbunden war. Dadurch sei es zu einer Verletzung gekommen, die einer traumatischen Dissektion der A. carotis interna extracranialis ähnlich sei. In einer dritten Veröffentlichung, einem Brief an den Herausgeber, würden die Autoren einen 40-jährigen Mann beschreiben, der keine ärztliche, aber chiropraktische Behandlung in Anspruch genommen habe, nachdem eine Atrophie und Schwäche der Handmuskulatur mit generalisierter Hyperreflexie diagnostiziert worden war [144]. Der Patient habe daraufhin eine allmähliche Schwäche über die gesamte rechte obere Extremität, einen instabilen Gang und Taubheit der gesamten linken Körperseite entwickelt. Klonischer Spasmus und spastische Hemiparese seien ebenfalls nachgewiesen worden. Nach 8 Monaten habe sich der Patient wieder ärztlich vorgestellt und es sei ein fibroblastisches Meningiom operativ entfernt worden. Der Autor behaupte, das Meningiom sei durch die chiropraktische Manipulation "aktiviert" worden. Darüber hinaus würde keine Literatur zum Thema vorliegen. Die Autoren des systematischen Reviews schließen selbst, dass die vorhandene Literatur keinen Aufschluss über die Wirksamkeit der Chiropraktik bietet, wenn diese als Unterstützung einer konventionellen Krebsbehandlung eingesetzt wird.
Evidenzaufarbeitung
Die Evidenzaufarbeitung zu Chirotherapie/ Osteopathie/ Cranio Sacral Therapie wurde von den Wissenschaftlern des Universitätsklinikums Jena unter der Leitung von Prof. Dr. Hübner (DKG) durchgeführt.
5.3 Hyperthermie: Elektro- und Ganzkörperhyperthermie
Es liegen Daten aus 2 RCTs und 2 Kohortenstudien zur Wirksamkeit und Toxizität von Elektro- und Ganzkörperhyperthermie bei onkologischen Patienten vor. Elektro- und Ganzkörperhyperthermie sollte nicht außerhalb von Studien bei diesen Patienten zur Senkung der Mortalität oder der krankheitsassoziierten oder therapieassoziierter Morbidität durchgeführt werden.
- Empfehlungsgrad
- B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
- Evidenzlevel
- 2b
- Konsens
- Konsens
- Literatur
- [145] [146] [147] [148]
Evidenztabellen (4)
Gerke et. al. (2000); Hegewisch-Becker et. al. (2002); Kim et. al. (2015); Sulyok et. al. (2012)Seit über 100 Jahren versuchen Ärzte, Krebspatienten durch Überwärmen des Tumorgewebes zu behandeln. Diese Hyperthermie hat in der Regel nicht die Funktion, die Krebszellen abzutöten, sondern den Tumor gegenüber einer Chemo- und Strahlentherapie empfindlicher zu machen. Voraussetzung ist eine Erwärmung entweder lokal oder generalisiert auf wenigstens 40-43°, einige Patienten benötigen während dieser Therapie eine Schmerzbehandlung. Die Körperzellen werden bei der Hyperthermie einem sogenannten Hitzestress ausgesetzt, der sie auf der einen Seite empfindlicher machen soll gegenüber Begleittherapien wie Chemotherapie und Strahlentherapie, auf der anderen Seite werden durch wiederholte Hyperthermien sogenannte Hitzeschockproteine (HSP) freigesetzt. Diese Stresseiweiße senden Signale für die körpereigenen Killerzellen, so dass sie das Immunsystem anregen und die durch die Hitze angeschlagenen Tumorzellen abbauen können.
Heutzutage unterscheidet man verschiedene Methoden. In der Konventionellen Medizin wird die Hyperthermie bei der hyperthermen intraperitonealen Chemotherapie (HIPEC), bei der interstitiellen Hyperthermie in Kombination mit einer Brachytherapie und bei lokalen/ regionalen Anwendungen eingesetzt, z.B. in der neoadjuvanten Chemotherapie bei Sarkomen. Andere Verfahren, wie die Erhitzung magnetischer Nanopartikeln im Tumorgewebe, sind Gegenstand der Forschung. Von einer Hyperthermie-Behandlung abzugrenzen sind thermo-ablative Verfahren, die große Hitze (bis zu 100°C) nutzen, um das Tumorgewebe direkt zu zerstören. Zu den KAM-Verfahren zählen die Ganzkörperhyperthermie (Whole Body Hyperthermia; WBH) mit moderater (um die 39 Grad Celsius) und hoher Hyperthermie (über 40 Grad Celsius) und spezifische regionale Hyperthermie-Anwendungen, für die kein Nachweis einer regionalen Temperaturerhöhung auf die geforderten 42 Grad existieren. Ganzkörperhyperthermie kann über Infrarotstrahlung oder auch im Wasserbett erreicht werden. Ein eher selten angewandtes WBH-Verfahren ist die extrakorporale Bluterwärmung. Regionale Hyperthermieverfahren der Komplementärmedizin nutzen elektrische Felder (kapazitive Kopplung; Elektrohyperthermie), die angeblich eine selektive Erwärmung in den Tumorzellen bzw. im Tumorgewebe erreichen.
Im Gegensatz zu den in der wissenschaftlichen Medizin angewandten Verfahren liegen keine Temperaturmessungen im menschlichen Körper aus Studien vor. Für nachweisbare onkologische Effekte einer Hyperthermie ist aber das Erreichen einer Temperatur von 42 Grad im Zielgewebe in Kombination mit einer Radio- oder Chemotherapie erforderlich. Im Gegensatz zur konventionellen Medizin wird diese Temperatur in der komplementären Anwendung nicht erreicht. Im Weiteren werden deshalb nur Hyperthermiemethoden besprochen, die diese Temperaturen nicht nachweislich erreichen und damit unter die komplementäre Anwendung fallen. Eine heute nur noch selten angewandte Form der Ganzkörperhyperthermie ist die Fieberinduktion durch bakterielle Produkte, welche auch als aktive Hyperthermie bezeichnet wird. Eine Erwärmung des Körpers durch die Anwendung spezieller Geräte wird hingegen als passive Hyperthermie bezeichnet.
Überblick über Recherche
Insgesamt wurden 4 Studien zu den komplementärmedizinischen Hyperthermieverfahren eingeschlossen, 2 zur Wirksamkeit und 2 zur Toxizität. Auf der ersten Evidenzebene der Recherche wurde insgesamt eine RCT gefunden. Diese Studie von Sulyok et al. (2012) untersuchte den Effekt der Ganzkörperhyperthermie (WBH) auf die Qualität der Erholung nach einer kolorektalen Krebsoperation [145]. Auf der zweiten Evidenzebene wurde eine Kohortenstudie gefunden. Diese Studie von Kim et al. (2015) analysierte die Veränderungen des Tumorschmerzes durch regionale moderate Hyperthermie bei Lungenkrebspatienten [146].
Zur Toxizität wurde eine randomisiert kontrollierte Studie mit Cross-over-Design von Hegewisch-Becker et al. (2002) eingeschlossen [147]. Diese analysierte bei Lungenkrebspatienten, ob Unterschiede bezüglich verschiedener Toxizitäten zwischen Chemotherapie-Zyklen mit bzw. ohne WBH festgestellt werden konnten. In einer weiteren Kohortenstudie von Gerke et al. (2000) wurde die Nephrotoxizität unter einer alleinigen Chemotherapie oder in Kombination mit strahlungsinduzierter bzw. extrakorporaler WBH bei Sarkom-Patienten beleuchtet [148].
Im Folgenden werden die Studien und ihre Ergebnisse einzeln berichtet.
Qualität der Erholung nach einer Operation (Ganzkörperhyperthermie) (zu Empfehlung 5.7)
Die Studie von Sulyok et al. (2012) untersuchte den Effekt der Ganzkörperhyperthermie (WBH) auf die Erholung nach einer kolorektalen Krebsoperation [145]. Insgesamt wurden 18 Studienteilnehmer, die sich alle einer kurativen kolorektalen OP unterzogen, in zwei Gruppen randomisiert. Die Interventionsgruppe wurde 3,5 h vor OP-Beginn sediert und dann mittels WBH durch Infrarotbestrahlung behandelt. Dabei wurde über 2h eine Körperkerntemperatur von 39°C erreicht. Die Kontrollgruppe wurde nur sediert. Die Qualität der Erholung wurde mittels des QoR-40-Fragebogen 24h nach der OP erfasst. Es konnten Werte zwischen 40-200 erreicht werden, höhere Werte sprechen dabei für eine bessere Erholung. Der Fragebogen beinhaltet 5 Dimensionen nämlich emotionaler Zustand, körperliches Wohlbefinden, psychologische Unterstützung, körperliche Unabhängigkeit und Schmerzen. Es konnte kein signifikanter Unterschied zwischen beiden Gruppen beim globalen QoR-40-Wert gefunden werden. Die Interventionsgruppe erreichte dabei im Mittel 167 Punkte (SD = 15) und die Kontrollgruppe 159 Punkte (SD = 16). Ebenso wurden keine signifikanten Unterschiede in den individuellen Dimensionen des Fragebogens gefunden (p = 0.81).
Bezüglich der methodischen Qualität kann als positiv gewertet werden, dass eine Poweranalyse durchgeführt wurde und es sich beim Fragebogen um ein validiertes Messinstrument handelt. Allerdings muss kritisch angemerkt werden, dass mit einer sehr kleinen Stichprobe von 9 Personen pro Gruppe kaum eine statistische Aussage getroffen werden kann. Die Vergleichbarkeit der Gruppen ist nicht beurteilbar, da keine Angaben zu Histologie, Krebsart, Schweregrad, Komorbidität und mögliche zusätzlichen Therapien in den beiden Gruppen vorhanden sind. Bezüglich des Ergebnisses des Fragebogens fehlen Angaben zu wichtigen statistischen Parametern (Mittelwertsunterschiede, Effektstärken). Nebenwirkungen wurden ohne eine systematische oder standardisierte Vorgehensweise erfasst.
Zusammenfassend lässt sich folgern, dass die Qualität der Erholung nach einer Tumorresektions-OP durch die WBH nicht beeinflusst werden konnte. Allerdings ist das Ergebnis aufgrund der kleinen Stichprobe auch nicht sehr aussagekräftig.
Tumorschmerzen (Regionale moderate kapazitive Hyperthermie) (zu Empfehlung 5.7)
In der Studie von Kim et al. (2015) wurde untersucht, ob eine konventionelle Krebstherapie in Kombination mit Hyperthermie zu Veränderung der Tumorschmerzen bei Lungenkrebspatienten führt [146]. In der Interventionsgruppe wurden 35 Patienten zusätzlich zur konventionellen Krebstherapie mit regionaler moderater Hyperthermie mit einer Radiofrequenzstrahlung von 13,56 MHz mittels einer EHY-2000 Einheit (Oncotherm) behandelt. Die Behandlung dauerte ca. 60 min und im Bereich des Tumors wurde eine Temperatur zwischen 39-42°C erreicht. Die Kontrollgruppe (n = 83) erhielt nur die konventionelle Krebstherapie. Die Datenerfassung erfolgte retrospektiv, indem Patientenakten zu vier verschiedenen Zeitintervallen (T0 (Baseline): Tag -30 bis 0, T1: Tag 1-60, T2: Tag 61-120, T3: Tag 121-180) ausgewertet wurden.
Die Schmerzintensität (PI) wurde mit Hilfe der standardisierten Schmerzintensitätsskala (nummerische Skala: 0-10) erfasst. Des weiterem war die Opioid-Dosis (M) in mg pro Woche von Interesse. Dabei wurde der Schmerzmittelbedarf mittels einer Opioid-Umrechnungstabelle in ein orales Morphinäquivalent umgerechnet. Außerdem bestimmte man mittels einer Formel den effektiven analgetischen Wert (EAS). Eine Zunahme des EAS ist ein Zeichen für eine inadäquate Analgesie, ein Abfall des EAS ist als erfolgreiche Schmerztherapie zu werten. Wie sich der EAS im Zeitverlauf der Studie verändert, war ebenfalls eine Fragestellung. In der Analyse wurden der initiale Performace Status (der Eastern Cooperative Oncology Group, ECOG) und die palliative Bestrahlung als Kovariaten berücksichtigt.
Bei der Schmerzintensität konnte kein signifikanter Unterschied zwischen beiden Gruppen bei den möglichen Zeitintervallen festgestellt werden. Ein signifikant höherer Opioid-Bedarf wurde in der Interventionsgruppe bei T1 festgestellt (MW SD in Interventionsgruppe: 479,29mg 685,01mg; in Kontrollgruppe: 243,60 mg 403,06 mg, p = 0.022). Bezüglich des EAS konnten keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen zu den möglichen Zeitintervallen gefunden werden. Es konnte allerdings eine signifikante Interaktion von Behandlung und Zeit bezüglich des EAS-Wertes festgestellt werden. Hierbei unterschieden sich die Veränderungen der EAS-Werte über die Zeit in Abhängigkeit von der Behandlung (p = 0.038). Es zeigten sich durchweg höhere und damit schlechtere Werten in der Interventionsgruppe, allerdings wurde der Unterschied zwischen den Gruppen nur zu T1 signifikant (Mittelwertsdifferenz zwischen Interventions- und Kontrollgruppe: 101,76 Punkte, SE: 46,22 Punkte, 95% KI: 10,20-193,32 Punkte, p = 0.030).
Bezüglich der methodischen Qualität kann positiv gewertet werden, dass durch das angewendete Propensity Score Matching (jedem Patienten in der Interventionsgruppe wurden ähnliche Patienten aus der Kontrollgruppe zugeordnet, Verhältnis 1:5) eine Vergleichbarkeit beider Gruppen bezüglich bekannten Variablen erreicht werden sollte. Es muss jedoch kritisch angemerkt werden, dass in der Kontrollgruppe zur Baseline nur noch 47,7% der ursprünglich gemachten Patienten an der Studie teilnahmen. Durch diese hohe Drop-Out-Rate ist die Vergleichbarkeit beider Gruppen eingeschränkt und möglicherweise nicht mehr gegeben. Für das Matching wurden die Variablen Alter, Geschlecht, Jahr der initialen Diagnose, zytologischer Typ und TNM-Status beachtet. Es erfolgte eine detaillierte Beschreibung von demographischen Angaben und weiteren wichtigen Einflüssen. Ferner war durch die Verwendung des linearen gemischten Effekt-Modells für Messung der EAS-Veränderungen über die Zeit keine Imputation für fehlende Daten notwendig. Die Ergebnisse werden insgesamt übersichtlich dargestellt und die statistischen Verfahren adäquat angewendet. Beim Propensity Score Matching muss beachtet werden, dass sich die Gruppen in unbekannten, nicht berücksichtigten und nicht gemessenen Variablen unterscheiden können.
Es muss darüber hinaus kritisch festgestellt werden, dass nicht ersichtlich ist, aus welchem Grund in der Hyperthermie-Gruppe am Ende 19 Patienten und in der Kontrollgruppe 126 Patienten weniger analysiert werden konnten (Begründung für nur sechs Patienten in der Hyperthermie-Gruppe gegeben). Zum Zeitpunkt T3 konnten in der Hyperthermie nur noch 16 Patienten (45,7%) ausgewertet werden. Sowohl in der Interventionsgruppe als auch in der Kontrollgruppe wurden die Patienten mit einer konventionellen Therapie behandelt. Was sich hinter dieser Therapie verbirgt und ob diese auch für beide Gruppen vergleichbar ist, ist nicht ersichtlich. Weiterhin wird nicht darauf eingegangen, ob die Patienten außerhalb der Studie noch weitere mögliche Therapien in Anspruch nahmen.
Zusammenfassend ist festzustellen, dass die regional moderate Hyperthermie mittels kapazitiver Kopplung unmittelbar nach Behandlung zu einer erhöhten Schmerzwahrnehmung führt. Die Autoren vermuten, dass dies auch an der Hyperthermie-Behandlung liegen könnte, welche mit leichten Schmerzen verbunden sein könnte. Sie beziehen sich dabei auf frühere Studien, in denen Patienten über Schmerzen während der Behandlung geklagt haben (verursacht durch Verbrennungserscheinungen).
Nephrotoxizität (Ganzkörperhyperthermie) (zu Empfehlung 5.7)
In der Studie von Gerke et al. (2000) wurde die Nephrotoxizität zwischen einer alleinigen Chemotherapie mit einer Kombinationstherapie aus Chemotherapie und Ganzkörperhyperthermie (WBH) verglichen [148]. Dabei wurden 43 Patienten mit einem fortgeschrittenen und/oder metastasierenden Sarkom in drei Gruppen aufgeteilt. Von diesen erhielten 9 Patienten eine Kombination aus der Chemotherapie ICE (Ifosfamide (5g/m²), Carboplatin (300mg/m²) und Etoposide (100mg/m²)) mit einer Hyperthermie-Behandlung, bei der extrakorporal Blut erwärmt wurde (eWBH-Gruppe), sodass eine rektal gemessene Temperatur von 41,8°C erreicht wurde. In der anderen Hyperthermie-Gruppe (rWBH-Gruppe), die 18 Patienten beinhaltete, erhielten die Patienten ebenfalls die ICE-Chemotherapie. Die Hyperthermie erreichte die gleiche Zieltemperatur, dauerte ebenfalls etwa 4h und wurde mittels Aquatherm erzeugt. Dabei fließt warmes Wasser durch spiralförmig angeordnete Rohre und wärmt somit eine geschlossene Kammer auf. Die Kontrollgruppe erhielt nur die ICE-Chemotherapie. Um die Nephrotoxizität zu beurteilen wurden Analysen von Blutproben und 24h-Sammelurin vorgenommen. Zu folgenden Zeitpunkten wurden Messungen durchgeführt: T0: 1 Tag vor ICE, T1: Tag 1 der ICE, T2: Tag 2 der ICE, T3: Tag 3 der ICE, T4: 21 Tage nach T0. Es wurden dabei die Glomeruläre Filtrationsrate, Serum- und Urinkreatinin betrachtet.
Ein Abfall der Glomeruläre Filtrationsrate (GFR) und steigende Kreatinin-Werte stehen dabei für eine Verschlechterung der Nierenfunktion. Insgesamt wurden 177 Urinproben von 41 Patienten analysiert. Zwei Patienten konnten wegen anurischen Nierenversagen während der Behandlung bei T3 nicht ausgewertet werden. Bei T4 wurden weitere 18 Patienten nicht mehr mit ausgewertet. Beim Vergleich zwischen den drei Gruppen zum Zeitpunkt T3 war der Abfall der GFR bei denen mit Hyperthermie behandelten Gruppen signifikant stärker ausgeprägt als in der alleinigen Chemotherapie-Gruppe (ICE vs ICE + eWBH: p = 0.016, ICE vs ICE + rWBH: p = 0.037). Zwischen eWBH und rWBH zeigte sich kein signifikanter Unterschied (p = 0.364). Bei der Analyse des Serumkreatinins zu diesem Zeitpunkt wurde kein signifikanter Unterschied zwischen denen mit WBH behandelten Patienten und der alleinigen ICE-Gruppe festgestellt (ICE vs ICE + eWBH: p = 0.111, ICE vs ICE + rWBH: p = 0.227). Der Unterschied zwischen eWBH und rWBH war ebenfalls nicht signifikant ausgeprägt (p = 0.364). Zum Zeitpunkt T4 wurde bei den Parametern GFR und Serumkreatinin kein statistisch relevanter Unterschied sowohl zwischen den WBH-Gruppen und der alleinigen ICE-Gruppe als auch zwischen beiden Arten der WBH festgestellt. (Serumkreatinin: ICE vs. ICE + eWBH: p = 0.873, ICE vs. ICE + rWBH: p = 0.921, eWBH vs. rWBH: p = 0.84. GFR: ICE vs. ICE + eWBH: p = 0.631, ICE vs. ICE + rWBH: p = 0.763, eWBH vs. rWBH: p = 0.688)
Positiv zu werten ist, dass es sich bei der Messung von Kreatinin und GFR um einen validen Endpunkt, erhoben mit einem standardisierten Messverfahren handelt. Bei T3 erfolgten Angaben zu Drop-out und Adverse Events. Die Studie weist aber auch methodische Mängel auf. Mit anfangs 43 Patienten handelt es sich eher um eine kleine Stichprobe (es wurde keine Poweranalyse durchgeführt). Aus welchem Grund die Patienten einer der drei möglichen Therapiegruppen zugeteilt wurden, ist nicht ersichtlich. Die Rahmenbedingungen der Studie sind schwierig zu beurteilen, da nicht angegeben wurde, wie weit das Sarkom im Einzelnen fortgeschritten war, unter welchen zusätzlichen Krankheiten die Patienten litten oder ob die Patienten gegebenenfalls noch andere Therapien in Anspruch nahmen. Weitere Nebenwirkungen wurden ohne eine systematische oder standardisierte Vorgehensweise erfasst. Der statistische Vergleich zwischen den drei Gruppen erfolgt ohne Angabe des 95%ige KI oder einer Effektstärke.
Die bekannte Nebenwirkung der Nephrotoxizität, die durch die ICE-Chemotherapie verursacht wird, zeigte sich auch in dieser Studie. Zusammenfassend ist zu beachten, dass durch die WBH die Nierenschädigung unmittelbar nach der Chemotherapie deutlich verstärkt wird. Auf längere Sicht scheint sich dieser negative Effekt der WBH aber wieder zu relativieren.
Nebenwirkungen der Hyperthermie (zu Empfehlung 5.7)
In der Phase Ⅱ-Studie von Hegewisch-Becker et al. (2002) wurden 44 Patienten mit einem Adenokarzinom des Kolons oder Rektums mit einer Kombination aus Ganzkörperhyperthermie (WBH) und Chemotherapie behandelt [147]. Alle Patienten zeigten einen progressiven Krankheitsverlauf unter bereits vorher erfolgten Chemotherapien. Die WBH, bei der eine Körperkerntemperatur von 41.8°C erreicht wurde, dauerte ca. 220 min. Die Patienten wurden dabei in Narkose gelegt, Vitalparameter und Temperatur überwacht. Ein Behandlungszyklus beinhaltet eine 2h-Infusion mit Oxaliplatin (85 mg/m²). In der Interventionsgruppe wurde dieses Chemotherapeutikum bei einer Körpertemperatur von 39°C gestartet und bis zum Ende der 41,8°C-Phase fortgeführt. Danach folgte eine Infusion mit Leucovorin (200 mg/m²) und eine 48h kontinuierliche Infusion mit 5-Fluoruracil (3mg/m²). Jeder zweite Chemotherapie-Zyklus wurde mit WBH kombiniert. Die Gesamtanzahl der Zyklen betrug 273, davon waren 130 mit WBH und 143 ohne WBH. Der Median des Beobachtungszeitraum lag bei 70 Wochen (Range: 22-125 Wochen). Bei der Analyse der kumulativen Toxizität war von Interesse, ob dabei Unterschiede in den Zyklen mit oder bzw. ohne WBH festgestellt werden konnten. Die hämatologische Toxizität fasste Leukopenie, Thrombozytopenie und Anämie mittels WHO-Kriterien zusammen. Die Analyse der gastrointestinalen Toxizität beinhaltete Übelkeit, Erbrechen und Durchfall und wurde ebenfalls mittels WHO-Kriterien bewertet. Die periphere Neurotoxizität wurde mittels einer Oxaliplatin spezifischen Skala und den National Cancer Institute Common Toxicity Kriterien beurteilt. Alle Patienten konnten zur Analyse der Toxizität eingeschlossen werden. Sowohl bei der Analyse der hämatologischen Toxizität und der gastrointestinalen Toxizität als auch bei der Auswertung der peripheren Neurotoxizität konnten augenscheinlich keine relevanten Unterschiede zwischen den Zyklen mit WBH bzw. ohne WBH festgestellt werden. Durch die Chemotherapie mit Oxaliplatin wurden am häufigsten neurosensorische Nebenwirkungen beobachtet. Dabei wurden bei 68% aller Patienten milde neuropathische Symptome erfasst. Ein Patient klagte über schwere sensorische Neuropathien mit funktionellen Einschränkungen durch Verlust der Sensitivität in den Fingerspitzen und Fußsohlen am Ende der Therapie. Insgesamt berichten die Patienten über geringere Ausprägungen der neurosensorischen Nebenwirkungen in den Zyklen mit WBH. Es wurde allerdings kein statistischer Vergleich zwischen der Häufigkeit der aufgetretenen Toxizität zwischen den Gruppen berechnet, so dass man diese nur augenscheinlich vergleichen kann.
In dieser Studie mit Cross-over-Design ist positiv zu werten, dass bereits vorher erhaltene Chemotherapeutika und Behandlungen, Anzahl und Lokalisation der Metastasen genau beschrieben wurden. Da die verschiedenen Toxizitäten durch standardisierte Kriterien beurteilt wurden, kann von einem validierten Outcome ausgegangen werden. Ebenfalls wurde eine Poweranalyse durchgeführt und ausführliche Angaben zu Drop-outs und Nebenwirkungen gemacht. Es kann von einer Vergleichbarkeit der Gruppen ausgegangen werden, da bei allen Patienten ein wöchentlicher Wechsel zwischen Chemotherapie allein und Chemotherapie mit WBH durchgeführt wurde. Allerdings muss beachtet werden, dass Carry-Over-Effekte nicht ausgeschlossen werden können. Ein möglicher Effekt der WBH-Behandlung kann auch noch nach einer Woche vorhanden sein und somit das Ergebnis der darauffolgenden Woche mit der Behandlung ohne WBH verändern. Die Stichprobe ist mit 44 Personen eher klein. Die Autoren schildern, dass neurosensorische Nebenwirkungen in den Zyklen mit WBH weniger berichtet wurden, diese Aussage deckt sich aber nicht mit den berichteten Zahlen. Es wurde kein statistischer Gruppenvergleich über die Toxizität zwischen den beiden Behandlungsoptionen durchgeführt, auch wenn beide Gruppen augenscheinlich ausbalancierte Ergebnisse erzielen. Dementsprechend können auch keine Angaben zu p-Wert, 95% KI und Effektgröße gefunden werden.
Es lässt sich zusammenfassend schlussfolgern, dass das Auftreten von Chemotherapie induzierten Nebenwirkungen durch die WBH nicht beeinflusst werden konnte.
In der Studie von Sulyok et al. (2012) traten nur leichte thermische Schäden an der Haut auf. Genauer betrachtet wurde bei 60% aller Patienten nach der WBH ein transientes Erythem an der Brust festgestellt [145]. Ein Patient zeigte zwei runde Läsionen (Verbrennungsgrad: II, mit einem Durchmesser von 1.5 cm) an den Brüsten. Laut Autoren traten keine NW auf, die mit der erfolgten Sedierung zusammenhangen. Außerdem schilderten die Patienten keinen durch Hyperthermie verursachten Stress. Auch in der Studie Hegewisch-Becker et al. (2002) wurden durch die WBH während der ersten Behandlung bei einer Temperatur von mehr als 41°C nur leichte Nebenwirkungen induziert [147]. Diese waren zum einen Herpes-simplex Infektionen der Schleimhäute bei 17 Patienten, diese sprachen aber gut auf Acyclovir an. Des weiterem wurden Druckstellen (WHO-Grad 1 und 2) bei 3 Patienten und transiente Herzrhythmusstörungen mit EKG-Zeichen einer myokardialen Ischämie (WHO-Grad 3) bei 5 Patienten festgestellt. Ein Fatigue-Syndrom (Grad 3) wurde bei 20% in Zyklen mit WBH und bei 6% in Zyklen ohne WBH festgestellt. Bei 5% in den Zyklen mit WBH und bei 3% in den Zyklen ohne WBH wurde ein Fatigue-Syndrom (Grad 4) erfasst. Man geht davon aus, dass hierbei die stärkere Belastung in den Zyklen mit WBH durch die Kombination aus Vollnarkose, Hitze und Chemotherapie verursacht wird. Außerdem wird diskutiert, dass die WBH mit kardialer Belastung einhergeht. Deshalb kann eine sichere Anwendung der WBH nur durch eine kontinuierliche Überwachung der Vitalparameter und durch eine vorherige sorgfältige Auswahl der Patienten gewährleistet werden. In der Studie Kim et al. (2015) wurden keine weiteren Angaben zu Nebenwirkungen gemacht [146]. Allerdings wird diskutiert, dass die WBH-Behandlung an sich Schmerzen verursachen könnte. In der Studie von Klimanov et al. (2018) kam es nach der regionalen moderaten Hyperthermie-Behandlung lediglich bei 3 Patienten zu einer lokalen Hyperämie im Bestrahlungsgebiet. Diese ist dann nach 30-40 min verschwunden [149].
Evidenzaufarbeitung
Die Evidenzaufarbeitung zu Hyperthermie wurde von den Wissenschaftlern des Universitätsklinikums Jena unter der Leitung von Prof. Dr. Hübner (DKG) durchgeführt.
5.4 Reflextherapie
Es liegen keine ausreichenden Daten aus RCTs zur Wirksamkeit einer Fußreflexzonenmassage auf die Senkung der Mortalität oder der krankheitsassoziierten oder therapieassoziierten Morbidität, sowie zur Verbesserung von Lebensqualität bei onkologischen Patienten vor. Es kann keine Empfehlung für oder gegen eine Anwendung einer Fußreflexzonenmassage bei diesen Patienten gegeben werden.
- Evidenzlevel
- 1a
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [150] [151] [152] [153] [154] [155] [156] [157] [158] [159] [160] [161]
Evidenztabellen (12)
Wilkinson et. al. (2008); Dyer et. al. (2013); Hodgson et. al. (2012); Özdelikara et. al. (2017 I); Özdelikara et. al. (2017 II); Sharp et. al. (2010); Stephenson et. al. (2000); Stephenson et. al. (2007); Tsay et. al. (2008); Uysal et. al. (2017); Wyatt et. al. (2012); Wyatt et. al. (2017)Bei der Reflextherapie wird manueller Druck auf spezifische Körperteile (häufig Füße, manchmal Hände) ausgeübt, die mit bestimmten inneren Organen korrespondieren sollen. Durch die Reizung der Körperzonen sollen die Selbstheilungskräfte der Organe gefördert werden, die mit den jeweiligen Zonen in Verbindung stehen.
Onkologische Patienten bekommen oft Spritzen oder Infusionen über die Arme, so dass die Hände weniger für die Reflextherapie geeignet sind. In den gefundenen Studien handelt es sich bei der Intervention immer um eine Fußreflexzonenmassage. Als Outcomes wurden psychische und physische Lebensqualität, darunter auch die brustkrebsspezifische Lebensqualität, das körperliche Funktionsniveau, Schmerzen, Angst, Depressivität, Fatigue, Übelkeit und Stimmung untersucht. Aufgrund gravierender methodischer Mängel ist allerdings nur ein Teil der Studien auswertbar.
Studien mitgravierenden methodischen Mängeln und sehr hohem Verzerrungsrisiko
In der de novo Recherche wurde ein systematisches Review [150] mit fünf eingeschlossenen RCTs und darüber hinaus vier weitere RCTs gefunden, die aufgrund erheblicher methodischer Mängel nicht interpretierbar sind. Weitere systematische Reviews wurden bereits vorab ausgeschlossen, da sie entweder keine Subgruppenanalysen für Patienten mit einer Krebserkrankung oder für die Reflextherapie hatten, nur eine RCT eingeschlossen hatten oder keine detaillierten Angaben zu den eingeschlossenen Studien machten (siehe Leitlinienreport). Relevante Einzelstudien aus den SRs wurden übernommen.
Lebensqualität, Schmerzen, Angst, Depressivität und/oder Fatigue
Im eingeschlossenen systematischen Review wurde eine umfassende Suchstrategie auf neun Datenbanken für Studien mit Reflextherapie an Patienten aller Krebsentitäten durchgeführt [150]. Es wurden fünf RCTs gefunden [162][163][164][165][156], wobei sich zwei der RCTs auf die gleiche Stichprobe beziehen. Als Endpunkte wurden Lebensqualität, Schmerzen, Angst, Depressivität und/oder Fatigue erhoben. Nur in zwei Studien konnten im Gruppenvergleich positive Effekte zugunsten der Reflextherapie gezeigt werden. In der einen Studie von Hodgson et al. (2000) wurde die Lebensqualität mit einer Reihe von Items mit einer jeweiligen VAS-Skala nach Holmes und Dickerson erhoben [162]. Im Summenscore über alle Items ergab sich ein signifikanter Unterschied zugunsten der Reflextherapie-Gruppe gegenüber der Placebo-Reflextherapie-Kontrollgruppe (MD k.A., p = 0.004). Im Einzelvergleich der Items ergab sich nur bei dem Item „Atmung“ ein signifikanter Unterschied (MD k.A., p = 0.026). Kritisch anzumerken ist, dass die Skala ursprünglich 23 Items hatte. Fünf der Items waren aufgrund eines Tippfehlers in der Vorlage nicht auswertbar. Dies könnte die Validität des Fragebogens eventuell beeinträchtigt haben. Sehr kritisch zu bewerten ist zudem, dass die Studie nur 12 Teilnehmer hatte, keine Angaben zur Randomisierung gemacht wurden und nur sehr kurzfristige Effekte (12h nach Behandlung) erhoben wurden. In der anderen Studie von Smith (2002) wurde Fatigue mit dem Profile of Mood States (POMS) und der Pearson-Byars Fatigue Checklist erhoben [164]. In beiden Fällen ergaben sich signifikant bessere Ergebnisse in der Reflextherapiegruppe als in der aktiven Kontrollgruppe, die nur eine normale Fußmassage bekommen hatte (POMS: MD k.A., p = 0.006; Pearson-Byars Fatigue Checklist: MD k.A., p = 0.002). Allerdings ist hier die Validität der Pearson-Byars Fatigue Checklist fraglich, da diese für Piloten zur Erfassung körperlicher Ermüdung entwickelt wurde. Zudem gab es einen Drop-out von 16,3 % (n = 21 von 129), eine nur einfache Verblindung und keine Angabe zur Größe der Effekte und zur klinischen Relevanz. In den anderen Studien zeigte sich kein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen (Reflextherapie vs. gewöhnliche Fußmassage) hinsichtlich Angst und Depressivität, erhoben mit dem HADS [163], oder keine Angaben zum Gruppenvergleich. Die Autoren des systematischen Reviews schließen selbst, dass auf Grundlage dieser Evidenz keine Aussage über die Wirksamkeit von Reflextherapie in der Behandlung von Patienten mit einer Krebserkrankung getroffen werden kann.
Übelkeit, Fatigue und Lebensqualität
Schwierig ist ebenso die Auswertung der zwei Publikationen [153][154], die sich auf die gleiche Studie an der gleichen Stichprobe beziehen und lediglich verschiedene Endpunkte beschreiben. 60 Patientinnen mit einem Brustkrebs wurden hinsichtlich Übelkeit, Fatigue und Lebensqualität befragt, nachdem sie entweder während zwei Zyklen CTx 30-40 Minuten Reflextherapie oder keine zusätzliche Behandlung erhalten hatten. Die Gruppen waren zur Baseline nicht vergleichbar und in der statistischen Auswertung wurde multiple getestet (über 50 statistische Tests ohne statistische Korrektur). Die Ergebnisse dieser Studie sind daher nicht aussagekräftig. Durch die fehlende aktive Kontrollgruppe ist zudem ein Placeboeffekt nicht auszuschließen.
Angst und Schmerzen
Ebenso weist die statistische Auswertung der Studie von Stephenson et al. (2000) gravierende Fehler auf [156]. Es wurden Brust- und Bronchialkrebspatienten zufällig in zwei Gruppen aufgeteilt und im Cross-Over-Design behandelt. Die eine Gruppe hat am ersten Tag zuerst eine Sitzung Reflextherapie erhalten und die darauffolgenden drei Tage keine besondere Intervention. Die andere Gruppe hat die ersten drei Tage keine besondere Intervention bekommen und dann am vierten Tag die Reflextherapie. In beiden Gruppen wurden die Patientin jeweils am ersten und am vierten Tag nach Angst und Schmerzen befragt. Die Mittelwerte wurden allerdings für die jeweilige Kontrollbedingung und Interventionsbedingung über die Gruppen hinweg gebildet, nicht innerhalb der Gruppen. Die Patienten dienten somit nicht als eigene Kontrolle. Die Vergleichbarkeit der Gruppen zur Baseline wurde aber weder hinsichtlich demographischer Eigenschaften noch der Endpunkte überprüft (teilweise auch nicht angegeben). Zudem wurden für fast alle Endpunkte nur ein Teil der Stichprobe ausgewertet, nämlich nur die Brustkrebspatientinnen (N = 13, Drop-out = 44%, k.A. zur Aufteilung in Arm A oder Arm B).
Lebensqualität
Bei Uysal et al. (2017) bekamen 65 Patienten mit einem kolorektalem Karzinom zweimal pro Woche, je 20-30 Min, für 5 Wochen entweder Reflextherapie eine klassische Massage oder keine weitere Behandlung neben CTx und RTx [159]. Alle Patienten wurden hinsichtlich der Lebensqualität untersucht. Die Gruppen waren zur Baseline nicht vergleichbar. Die Gruppen unterschieden sich signifikant voneinander auf dem EORTC QLQ C30 in der Global Health Skala (MW (SD): A: 76.25 (9.85), B: 68.33 (5.72), C: 68.33 (11.34); p = 0.012). Außerdem waren in Arm C deutlich mehr Patienten mit Tumorstadium III (Anzahl der Patienten in Stadium II/III: Arm A 10/10, Arm B 5/15 und Arm C 3/17). Diese Unterschiede wurden in den Auswertungen nicht berücksichtigt und machen die Ergebnisse kaum interpretierbar. Weiterhin wurden die Ergebnisse nur selektiv berichtet (keine Angaben zu den Ergebnissen des CR29). Die Kontrollgruppe erhielt zwar eine vergleichbare Behandlung, nämlich eine normale Fußmassage, allerdings dauerte diese nur 20 statt 30 Minuten (performance bias). Zudem fand keinerlei Verblindung statt.
Stimmungslage und Schmerzen
In der randomisiert kontrollierten Vergleichsstudie von Hodgson et al. (2012) wurde an 18 Pflegeheimbewohner mit bereits abgeschlossener Krebsbehandlung ein Cross-over-Design durchgeführt [152]. Die Teilnehmer der einen Gruppe erhielten über vier Wochen eine schwedische Massage der unteren Extremitäten (20 min. 1x/ Woche) und dann nach einer Woche Wash-out über vier Wochen eine Reflextherapie (20 min. 1x/ Woche) der Füße. Die andere Gruppe erhielt ebenso beide Therapien, aber in anderer Reihenfolge. Beide Gruppen wurden nach einem systematischen Vorgehen mit dem AARS in ihrer Stimmungslage durch Beobachter eingeschätzt und mit dem CNPI nach ihren Schmerzen befragt. Die statistische Auswertung wurde nicht nachvollziehbar dargestellt und fehlerhaft durchgeführt: Es wird nicht erklärt, wann genau die Daten erhoben worden sind und wie die Daten zu den einzelnen Behandlungen zusammengerechnet wurden und es wurde ein statistischer Test für abhängige statt für unabhängige Stichproben verwendet. Es lassen sich daher keine Schlüsse aus dieser Studie ziehen.
Studien mit geringen bis moderaten methodischen Mängeln und Verzerrungsrisiko
In den folgenden sechs RCTs gibt es weniger gravierende methodische Mängel, so dass die Daten zumindest Hinweise auf eine eventuelle Wirksamkeit von Reflextherapie geben können. Drei RCTs wurden an relativ großen Stichproben (n > 150) aus Patientinnen mit einem Brustkrebs durchgeführt, die zu verschiedenen psychischen und physischen Parameters des Wohlbefindens und der Lebensqualität befragt wurden. Zwei weitere RCTs untersuchten speziell Schmerzen und Angst an einer Stichprobe mit verschiedenen Krebserkrankungen. Die letzte RCT ist eine Vergleichsstudie zwischen Reflextherapie und Aromatherapie-Massage ebenso an Patienten verschiedener Krebserkrankungen.
Psychische und physische Lebensqualität
In der größten RCT von Wyatt et al. (2012) wurden 286 Patientinnen mit fortgeschrittenem Brustkrebs (Stage III-IV, metastasiert oder rezidiv) in eine von drei Gruppen randomisiert [160]. Die Patientinnen erhielten während der CTx und/oder Hormontherapie entweder mehrere Sitzungen Reflextherapie (Dauer: 30min. 1x Woche, 4 Wochen insgesamt), gewöhnliche Fußmassagen (gleiche Dauer und Anzahl) oder nur die konventionelle Krebsbehandlung. Es wurden verschiedene Belange der psychischen und physischen Lebensqualität abgefragt: Brustkrebsspezifische QoL mit dem FACT-B (physical, emotional, social, functional, breast cancer specific concerns), körperliches Funktionsniveau mit SF-36, Fatigue-Schwere und Störung der täglichen Aktivitäten durch die Fatigue jeweils mit einem einzelnen Item aus dem Brief Fatigue Inventory (BFI), Schmerz-Intensität mit einem einzelnen Item aus dem Brief Pain Inventory-Short Form, Depressivität mit CES-D und Angst mit dem State-Trait Anxiety Inventory. Die Erhebungszeitpunkte waren zu Beginn der Studie und eine Woche nach der letzten Intervention, das Follow-up sechs Wochen nach der letzten Intervention. Die statistischen Analysen wurden nach allen Regeln der Kunst durchgeführt. Anfängliche Unterschiede zwischen den Gruppen wurden in den statistischen Analysen berücksichtigt. Im Vergleich der Gruppe der Patientinnen, die eine Reflextherapie bekommen hatte, mit der Gruppe, die gewöhnliche Fußmassagen erhalten hatte, schnitt die erste Gruppe nur hinsichtlich eines Endpunkts signifikant besser ab, nämlich Dyspnoe (einzelnes Item aus dem FACT-B: adjustierter Koeffizient β der Gruppenvariable des Linear Mixed Effects (LME) Models über T0, T1 und T2 (Standardfehler von Beta), p-Wert, adjustierter Mittelwert M für T1 und T2, adjustierte Effektgröße: β =k.A. (k.A.), p = 0.02, Arm B: M-T1 = 3.1, M-T2 = 3.03, Effekt T1 = k.A., Effekt T2 = k.A). Im Vergleich zur passiven Kontrollgruppe hatten sie in zwei Endpunkten bessere Werte: ebenso in Dyspnoe (β = 0.39 (0.13), p < 0.01, Arm A: M-T1 = 3.33, M-T2 = 3.36, Arm C: M-T1 = 3.1 M-T2 = 2.9, Effekt T1 = 0.36, Effekt T2 = 0.51) und im allgemeinem körperlichen Funktionsniveau (SF-36: ß = 5.527 (2.728), p = 0.04, Arm A: M-T1 = 58.6, M-T2 = 59.2, Arm C: M-T1 = 54.9 M-T2 = 51.6, Effekt T1 = 0.21, Effekt T2 = 0.44). Diese beiden Effekte sind klinisch relevant, wobei Letzteres durch die Verbesserung der Dyspnoe vermittelt wurde. In allen weiteren Belangen zeigten sich keine signifikanten Unterschiede zwischen der Reflextherapie-Gruppe und den anderen zwei Gruppen. Kritisch anzumerken ist, dass keine Verblindung der Teilnehmerinnen stattgefunden hatte, so dass positive/negative Erwartungen ihr Befinden oder ihre Wahrnehmung verändert haben könnten. Weiterhin ist anzumerken, dass der Gruppenunterschied aus dem Durchschnitt aller Gruppenunterschiede zu allen Zeitpunkten berechnet wurde. Interaktionseffekte zwischen Gruppe X Zeit wurden nicht dargestellt. D.h. es kann nicht erkannt werden, ob sich die Gruppen zeitweise unterschieden und die Effekte ausgemittelt haben. Ein dauerhafter Effekt wäre aber erkannt worden.
Physisches und psychisches Befinden
In einer folgenden Studie von Wyatt et al. (2017) wurden 256 Patientinnen, ebenso mit Brustkrebs im fortgeschrittenen Stadium III-IV, in zwei Gruppen randomisiert: In der einen Gruppe wurden die Partner (oder Familienangehörige oder Freunde) der Patientinnen in der Technik der Reflextherapie geschult [161]. Diese haben dann die Patientinnen für vier Wochen mindestens einmal pro Woche mit einer 30- minütigen Reflextherapie behandelt (realer Durchschnitt 1.1-mal pro Woche). In der anderen Gruppe haben die Partner den Patientinnen stattdessen irgendeine Art von Aufmerksamkeit zukommen lassen, die in der Studie nicht genauer beschrieben wird. Nach vier Wochen stand es den Teilnehmern offen, die Interventionen fortzusetzen. Alle Patientinnen wurden wöchentlich zu verschiedenen Belangen ihres physischen und psychischen Befindens befragt: Symptomschwere und Einschränkungen des täglichen Lebens mit dem MDASI, körperliches Funktionieren und Zufriedenheit bezüglich der sozialen Teilhabe mit dem PROMIS, QoL mit dem QLI. Als Mediatoren wurden zudem die Wahrnehmung der sozialen Unterstützung mit dem MSPSS und Qualität der Patientin-Studienpartner-Beziehung mit dem Quality Relationship Tool erfasst. Die statistische Analyse wurde nach allen Regeln der Kunst durchgeführt. Die Gruppen waren zu Beginn der Studie in fast allen Belangen außer dem Lebensalter vergleichbar. Dies wurde aber in den statistischen Analysen berücksichtigt. Die Qualität der Beziehung der Patientinnen zu ihrem Studienpartner und die grundsätzlich wahrgenommene soziale Unterstützung zeigten keine Unterschiede. Nach den Behandlungen, v.a. in der zweiten, dritten und fünften Studienwoche gaben die Patientinnen der Reflextherapiegruppe in zwei von fünf Endpunkten eine signifikant größere Symptomabnahme als in der anderen Gruppe an: dies betrifft die Fragen aus dem MDASI zur Symptomschwere (adjustierter Koeffizient β der Gruppenvariable des Linear Mixed Effects (LME) Models über Woche 5 und 11(Standardfehler von Beta), p-Wert, ggf. adjustierter Mittelwert M: β = -4.34 (1.85), p = 0.02. Woche 2: Arm A: M = 27.50 (1.53), Arm B M = 33.65 (1.55), p < 0.01; Woche 3: Arm A: M = 25.50 (1.55), Arm B: M = 30.98 (1.55), p = 0.01; Woche 5: Arm A: M = 24.64 (1.52), Arm B: M = 30.50 (1.48), p < 0.01)) und Beeinträchtigung des alltäglichen Lebens (β = -3.69 (1.39), p < 0.01. Woche 1: Arm A: M = 14.60 (1.15), Arm B: M = 18.32 (1.17), p = 0.02; Woche 3: Arm A: M = 11.84 (1.17), Arm B: M = 17.57 (1.17), p < 0.01; Woche 5: Arm A: M = 12.30 (1.15), Arm B: M = 16.60 (1.12), p < 0.01). Diese Ergebnisse zur Symptomschwere sind statistisch größtenteils durch die Verbesserung auf den Items zu Fatigue und Schmerzen erklärbar. Gleichzeitig konnten keine Unterschiede in den anderen Endpunkten gezeigt werden, obwohl diese durchaus ähnliche Parameter des Wohlbefindens waren. Ein Nachteil der Studie ist, dass nicht angegeben wurde, ob die Effekte klinisch relevant sind. Des Weiteren erschwert sich die Interpretation der Ergebnisse dadurch, dass nicht angegeben wurde, was genau die Patientinnen in der Kontrollgruppe bekommen haben (hat hier auch persönliche Zuwendung oder sogar Berührung stattgefunden?). Um die Effekte explizit der Reflexzonen-Massage zuschreiben zu können, hätte man die Patientinnen in der Kontrollgruppe mit einer vergleichbaren nur gewöhnlichen Fußmassage behandeln müssen. Des Weiteren ist anzumerken, dass 20% der Patientinnen die Teilnahme innerhalb der ersten fünf Studienwochen abgebrochen haben und 30% innerhalb des gesamten Studienzeitraums von 11 Wochen (davon nur 3,5 % wegen Tod oder zu starker Erkrankung). Die Abbruchrate und Abbruchgründe waren innerhalb beider Gruppen vergleichbar, so dass ein Gruppenvergleich dennoch legitim war. Allerdings lässt sich schließen, dass weder Aufmerksamkeit (wie auch immer diese stattgefunden hat) noch Reflextherapie im häuslichen Umfeld für alle fortgeschrittene Brustkrebspatientinnen und ihre Studienpartner geeignet oder attraktiv ist.
Lebensqualität, Angst und Depressivität
Bei Sharp et al. (2010) wurden drei verschiedene Gruppen von insgesamt 183 Patientinnen mit Brustkrebs ohne Metastasen miteinander verglichen [155]: Die Patientinnen hatten sieben Wochen nach der OP entweder Reflextherapien (Dauer: 1h, 1x/ Woche für 8 Wochen), Kopfmassagen (gleiche Dauer und Anzahl) oder nichts bekommen, was über die übliche Versorgung hinausging. Die Endpunkte wurden zur Baseline (T0) und drei Wochen nach der letzten Intervention (T1) sowie zum Follow-up neun Wochen nach der letzten Intervention (T2) erhoben. Dabei wurden sehr viele ähnliche Parameter erfasst: als primärer Endpunkt wurde QoL mit der TOI (Trial Outcome Index) - Skala des FACT-B zu T1 gewählt, als sekundären Endpunkte QoL mit der TOI-Skala des FACT-B zu T2, sowie mit den anderen Skalen des FACT-B, nämlich der körperlichen, funktionalen, emotionalen, sozialen und zusätzlichen Sorgen- Skala (Baseline, T1, T2), Stimmung mit der Mood Rating Scale (MRS) Entspannungs-Skala und anderen Skalen des MRS (Baseline, T1, T2) und Angst und Depressivität mit HADS (Baseline, T1, T2). Zudem wurden die Vergleichbarkeit der Gruppen in der Anwendung zusätzlicher KAM-Therapien mit dem CMQ (Baseline, T1, T2) und die psychiatrische Morbidität mit dem SCID (Baseline, T1, T2) überprüft. Zur Kontrolle der multiplen Tests wurde eine Korrektur des Signifikanzniveaus vorgenommen. Im Vergleich zur passiven Kontrollgruppe hatte die Reflextherapie-Gruppe in insgesamt 6 von 34 Tests signifikant bessere Werte (QoL mit FACT-B Gesamtskala, TOI-Skala und der funktionalen Unterskala jeweils zu T2, allgemeine Stimmung des MRS zu T1 und T2, Entspannungs-Unterskala des MRS zu T2). Im Vergleich zur aktiven Kontrollgruppe der Kopfmassage ergab sich jedoch nur in einem von 34 Tests ein signifikanter Unterschied, nämlich hinsichtlich der „easy-goingness“ Unterskala des MRS zu T1 (Mittelwert (95% Konfidenzintervall): Arm A: 98.70 (90.12; 107.27), Arm B: 113.98 (105.49; 122.46), p = 0.04). Diese nachweislichen Unterschiede sind alle in geringer Größenordnung und vermutlich nicht klinisch relevant. Die Autoren der Studie heben diese Unterschiede sehr hervor, gehen aber nicht darauf ein, warum in anderen ähnlichen Punkten keine Unterschiede gefunden werden konnten.
Schmerzen
In einer RCT von Stephenson et al. (2007) wurden 90 Patienten mit verschiedenen metastasierten Krebserkrankungen in zwei Gruppen randomisiert [157]: In der einen Gruppe wurden die Partner (oder Familienangehörige oder Freunde) der Patienten in der Methode der Reflextherapie unterrichtet, damit sie diese einmalig für 30 Minuten beim Patienten im häuslichen Umfeld durchführen konnten. In der anderen Gruppe sollten die Partner dem Patienten etwas seiner Wahl vorlesen. In beiden Gruppen wurden die Patienten vor und nach der Intervention durch den Partner bezüglich ihrer Schmerzen mit dem Brief Pain Inventory (BPI) und SF-MPQ (ein Item für die Schmerz-Intensität wurde mit der VAS für Schmerz ausgetauscht) und bezüglich ihrer Angst mit der VAS befragt. Nach der Intervention gaben die Patienten, die eine Reflextherapie bekommen hatten, deutlich niedrigere Werte auf einen der Fragebögen für Schmerzen (es ist nicht erkennbar, welcher der beiden FB gemeint ist: adjustierte Mittelwertsunterschiede Prä/Post (SD): Arm A: 1.1(k.A.), Arm B: 0.1 (k.A.), p = 0.001, Effektgröße ε^2 = 0.12) und Angst (Arm A: 3.1(k.A.), Arm B: 1.3 (k.A.), p = 0.001, ε^2 = 0.13) an als die andere Gruppe. Eine Subgruppenanalyse zeigte, dass am meisten die Patienten profitierten, die vor der Reflextherapie hohe Werte für Schmerzen angegeben hatten (Pain>5: Arm A: 2.7 (k.A.), Arm B: 0.5 (k.A.), p = 0.007, ε^2 = 0.23). Dies spricht für einen kurzfristigen Effekt der Reflextherapie, der über den Effekt von Aufmerksamkeit durch Vorlesen hinausgeht. Allerdings könnten wegen fehlender (wenn auch kaum möglicher) Verblindung die Erwartungen der Patienten einen Einfluss auf ihre subjektive Einschätzung gehabt haben. Zudem könnte auch die körperliche Berührung oder Massage den Effekt erklären. Des Weiteren wurden in der Auswertung nur die Ergebnisse eines einzigen Fragebogens dargestellt (publication bias). Die Erstautorin der Studie ist selbst ausgebildete Reflextherapeutin und hat die Daten der Studie selbst erhoben. Hier könnte ein Interessenskonflikt vorliegen.
Schmerzen und Angst
In einer weiteren RCT von Tsay et al. (2008) erhielten 62 Patienten mit einem hepatozellulärem oder Magenkrebs wurden nach der OP entweder vier Tage lang jeweils eine 20-minütige Sitzung Reflextherapie oder nur die konventionelle Behandlung [158]. Als Endpunkte wurden täglich Schmerzen mit der VAS und dem SF-MPQ und Angst mit HADS erfasst. Zusätzlich wurde zwei Tage nach der Intervention der Betäubungsmittelkonsum von Meperidin erfasst. Es wurde ein GLM Model über alle Zeitpunkte berechnet. Auf der VAS stieg der Schmerz für die Kontrollgruppe an, während er in der Behandlungsgruppe tendenziell konstant blieb. Dieser Unterschied zeigte sich in einem signifikanten Gruppen-Effekt, sowie in einem signifikanten Gruppen-Zeit-Interaktionseffekt (adjustierter Koeffizient der Gruppenvariable βG (Standardfehler) = 21.22 (4.93), p < 0.001; Koeffizient des Zeit-Gruppen-Interaktionseffekts βI (Standardfehler) = -2.41 (1.38), p = 0.0107). Auf dem SF-MPQ war der durchschnittliche Gruppenunterschied nicht signifikant (βG = -0.63 (1.23), p = 0.61), jedoch der Gruppen-Zeit-Interaktionseffekt (βI = -3.17 (1.41), p = 0.02): In der Interventionsgruppe zeigte sich eine stärkere Abnahme des Schmerzes über die Zeit. Das gleiche gilt für die Werte des HADS zur wahrgenommenen Angst der Patienten (βG = 0.31 (0.98), p = 0.753; βI = -1.12 (0.49), p = 0.231). Zudem zeigte sich ein signifikant geringerer Konsum von Meperidin in der Interventionsgruppe (Mittelwertsdiff. = 39,59 mg Demerol, p = 0.015). Es wurde nicht ausgewertet, ob die Patienten davor auch unterschiedliche Mengen an Schmerzmitteln über die patientengesteuerte Analgesie PCA erhielten. Bei der Interpretation der Ergebnisse ist erneut kritisch anzumerken, dass nur eine passive Kontrolle stattgefunden hat, so dass sich die positiven Effekte nicht explizit der Reflexzonen-Massage zuschreiben lassen.
Vergleich zu Massage mit Aromatherapie
Bei Dyer et al. (2013) wurden 115 Patienten verschiedener Krebserkrankungen zufällig in eine Gruppe eingeteilt, die entweder Massagen mit Aromatherapie (4 Sitzungen für jeweils 1 h, auf durchschnittlich 10 Wochen verteilt) oder Reflextherapie (4 Sitzungen, Dauer: kA) erhalten haben [151]. In beiden Gruppen wurden vor der ersten und nach der letzten Sitzung verschiedene Parameter der Lebensqualität erhoben. Auf dem MYCaW konnten die Teilnehmer selbst angeben, welche negativen Auswirkungen die Krebserkrankung auf sie hat und wie sich diese durch die jeweilige Behandlung verändert haben. Darüber hinaus wurde Entspannung mit der VAS erfasst. Dabei konnte gezeigt werden, dass es in beiden Armen eine bedeutsame Verbesserung der erhobenen Lebensqualität gab. Allerdings gab es keinen Unterschied zwischen den Gruppen. Diese Studie zeigt also, dass die Reflextherapie der Aromatherapie-Massage in Bezug auf die Verbesserung der hier gemessenen Lebensqualität nicht unterlegen, aber auch nicht überlegen ist. Die Aromatherapie-Massage ist selbst keine etablierte Therapie, von der man ausgehen kann, dass ihr Effekt über ein Placeboeffekt hinausgeht. Auch die Autoren erwähnen, dass es keinen ausreichenden Nachweis über die Wirksamkeit der Aromatherapie-Massage gibt. (Hier sei dann auf das 5.5 Schwedische Massage verwiesen.)
Nebenwirkungen
Angaben zu Nebenwirkungen der Reflextherapie findet man in vier Studien [163][151][152][160]. Bei Ross et al. (2002) wurden 17 Patienten mit fortgeschrittenem Krebs (k.A. zu Krebsentitäten) einmal pro Woche (Dauer k.A.) für 6 Wochen mit Reflextherapie oder einer gewöhnlichen Fußmassage behandelt [163]. Es wurden acht Fälle von Fußbeschwerden (Reflextherapie: n = 6, Fußmassage n = 2) und vier Fälle von Übelkeit, Zittern und Schlafstörungen (Reflextherapie: n = 2, Fußmassage n = 2) berichtet, die möglicherweise mit der Therapie assoziiert waren. In der RCT von Dyer et al. (2013) wurden 57 Patienten mit vier Sitzungen Reflextherapie (Dauer k.A.) behandelt [151] und bei Hodgson et al. (2012) 18 Patienten (1x pro Woche a 20 Minuten, für vier Wochen) [152]. In beiden Fällen wurden die Nebenwirkungen nicht systematisch erfasst, aber laut Angabe der Autoren wurden keine Nebenwirkungen von den Teilnehmern berichtet. Bei Wyatt et al. (2012) wurden die Nebenwirkungen systematisch mit eigenen Kriterien erhoben [160]. Hier absolvierten 95 Patientinnen mit Brustkrebs die Reflextherapie (1x pro Woche a 30 Minuten, 4 Wochen) und berichteten ebenso nach Angabe der Autoren von keinen Nebenwirkungen.
Schlussfolgerung
Insgesamt wurden in den Studien positive Effekte auf die Atmung, Fatigue und Schmerzen beschrieben. Allerdings kann man vermuten, dass diese Effekte zum größten Teil durch ein Gefühl der persönlichen Zuwendung hervorgerufen worden sind. Es gibt keine sichere Evidenz für die Wirksamkeit der Reflextherapie.
Evidenzaufarbeitung
Die Evidenzaufarbeitung zu Reflextherapie wurde von den Wissenschaftlern des Universitätsklinikums Jena unter der Leitung von Prof. Dr. Hübner (DKG) durchgeführt.
5.5 Schwedische Massage
Es liegen widersprüchliche Daten aus 5 RCTs zur Wirksamkeit von Schwedischer Massage zur Reduktion von Fatigue und Ein- und Durchschlafstörungen bei onkologischen Patienten vor. Es kann keine Empfehlung für oder gegen die Anwendung Schwedischer Massagen zur Reduktion von Fatigue und Ein- und Durchschlafstörungen gegeben werden.
Evidenztabellen (4)
Collinge et. al. (2013); Kinkead et. al. (2017); Mustian et. al. (2011) (2); Post-White et. al. (2003)Es liegen widersprüchliche Daten aus 11 RCTs zur Wirksamkeit von Schwedischer Massage zur Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens oder der Lebensqualität bei onkologischen Patienten vor. Es kann keine Empfehlung für oder gegen die Anwendung Schwedischer Massagen zur Verbesserung des allgemeinen Wohlbefindens oder der Lebensqualität gegeben werden.
Es liegen widersprüchliche Daten aus 19 RCTs zur Wirksamkeit von Schwedischer Massage zur Verbesserung der Stimmung, Angst*, Depressivität** oder dem Affekt bei onkologischen Patienten vor. Es kann keine Empfehlung für oder gegen die Anwendung Schwedischer Massagen zur Verbesserung der Stimmung, Angst*, Depressivität** oder dem Affekt bei diesen Patienten gegeben werden.
* Angst ist hier als subklinische Ausprägung zu verstehen, nicht als diagnostizierte Angststörung (ICD F40)
** Depressivität ist hier als subklinische Ausprägung zu verstehen, nicht als diagnostizierte Depression (ICD F32)
Es liegen widersprüchliche Daten aus 9 RCTs zur Wirksamkeit von Schwedischer Massage zur Reduktion von Schmerz bei onkologischen Patienten vor. Es kann keine Empfehlung für oder gegen die Anwendung Schwedischer Massagen zur Reduktion von Schmerz bei diesen Patienten gegeben werden.
Es liegen widersprüchliche Daten aus 11 RCTs zur Wirksamkeit von Schwedischer Massage zur Reduktion von Stress, Distress oder Erhöhung der Entspannung bei onkologischen Patienten vor. Es kann keine Empfehlung für oder gegen die Anwendung Schwedischer Massagen zur Reduktion von Stress, Distress oder Verbesserung der Entspannung bei diesen Patienten gegeben werden.
Es liegen widersprüchliche Daten aus 5 RCTs zur Wirksamkeit von Schwedischer Massage zur Reduktion von Übelkeit oder Erbrechen bei onkologischen Patienten vor. Es kann keine Empfehlung für oder gegen die Anwendung Schwedischer Massagen zur Reduktion von Übelkeit oder Erbrechen bei diesen Patienten gegeben werden.
Die Massage beschreibt eine der bekanntesten und ältesten Heilmethoden. Beim Massieren werden mechanische Techniken der Berührung genutzt, welche die Muskulatur und das Bindegewebe beeinflussen sollen. Zu den Grifftechniken gehören das Streichen, Kneten, Reiben, Klopfen etc. Die klassische Massage dient v.a. der Behandlung und Prävention von Verspannungen, der Förderung der Durchblutung und des Stoffwechsels sowie der Beeinflussung des Kreislaufs, des Blutdrucks, der Atmung und der Psyche. Bei Krebspatienten soll sie v.a. Ängste und Depressivität reduzieren, physische Symptome, wie Übelkeit lindern und die Lebensqualität verbessern.
Als Grundlage für die Empfehlungen in dieser Leitlinie dient ein systematische Review über den Einfluss von Schwedischer Massage auf verschiedene Endpunkte, welche 19 Studien einschloss [189]. Die Studien nutzten Aktive Kontrollen, wie Friendly Visit oder Interaktionen (6 Studien) oder eine passive Kontrolle wie Standard Care (9 Studien) bzw. keine genauer definierte Kontrollgruppe (Keine Massage, 3 Studien) und bei zwei Studien welche Massage mit Aromatherapie verwenden, eine Kontrollgruppe ohne Aromatherapie. Von den 19 Studien wurden 5 ausgeschlossen, da sie entweder Kinder als Stichprobe einschlossen, keine schwedische Massage verwendeten oder kein Journal-Artikel darstellen. Somit wurden 14 Studien aus dem Review eingeschlossen [175][176][177][178][167][179][190][169][180][181][191][187][170][192]. Zusätzlich wurden zunächst 22 randomisiert-kontrollierte Einzelstudien eingeschlossen [171][168][182][151][193][152][194][166][172][195][183][184][196][120][173][129][188][185][155][135][174][186]. Die Studien von Dyer et al. (2013) [151]und Hodgson und Lafferty (2012) [152]stellen direkte Vergleiche der klassischen/schwedischen Massage zur Reflextherapie auf, somit tauchen die Ergebnisse dieser Studien auch in der Empfehlung zur Reflextherapie auf. Aufgrund fehlender Vergleichbarkeit der eingeschlossenen Studiengruppen und weiteren gravierender Mängeln wurden 5 randomisiert-kontrollierte Studien aus den Empfehlungen ausgeschlossen [196][193][152][194][195]. Die Studien von Wilkinson et al. (2007) [192] und Wilcock et al. (2004) [191] vergleichen nur eine Aromatherapiemassage-Gruppe mit einer Gruppe ohne Massage. Deshalb werden diese Studien nicht als Grundlage einer Empfehlung genutzt, die Ergebnisse jedoch im Kapitel Aromatherapiemassage vs. Kontrollgruppe kurz erläutert.
Studien zur Massage sind vielfältig. Hierbei unterscheiden sich insbesondere die Studiendesigns und verwendete Methodik. Zur Übersicht wurden die Studien im Folgenden zunächst nach Vergleichs- bzw. Kontrollgruppen aufgeteilt und daraufhin in die relevanten Endpunkte. Wir unterscheiden Studien mit einer aktiven Vergleichsgruppe und unterscheiden hierbei in Kontrollgruppen mit Berührung und ohne Berührung (nur Aufmerksamkeit) und einer passiven Kontrollgruppe (Usual Care/ Standard Care/ Waitlist). Des Weiteren betrachten wir getrennt Studien, welche eine Aromatherapiemassagegruppe einschlossen. Aufgrund dessen, dass Studien manchmal sowohl eine aktive als auch passive Vergleichs-/Kontrollgruppe oder auch eine Gruppe mit Aromatherapiemassagen eingeschlossen haben, kommen manche Studien in mehreren Kapiteln vor [166][120][173][129][155][135][169][174][186]. Die Studie von Soden et al. (2004) [169] ist dabei aus dem Review von Shin et al. (2016) entnommen.
5.5.1 Massage vs. Aktive Vergleichsgruppe mit Berührung
Im Folgenden werden nur Vergleiche zwischen einer Massage und einer Vergleichsgruppe, welche ebenfalls Berührung oder sonstige physische Aktivierung einschließt, betrachtet. In diese Empfehlung wurden 7 Einzelstudien einbezogen [166][172][120][129][155][135][186].
Folgende Studien haben weitere Vergleichsgruppen eingeschlossen, deren Vergleiche in anderen Kapiteln aufgeführt werden: Kinkead et al. (2018) [166], weitere Vgl. siehe 3. Massage vs. passive Vergleichsgruppe; Mustian et al. (2011) [120], weitere Vgl. siehe 3. Massage vs. passive Vergleichsgruppe; Post-White et al. (2003) [129], weitere Vgl. siehe 2. Massage vs. aktive vergleichsgruppe mit Aufmerksamkeit, 3. Massage vs. passive Vergleichsgruppe; Sharp et al. (2010) [155], 3. Massage vs. passive Vergleichsgruppe; Taylor et al. (2003) [186], 3. Massage vs. passive Vergleichsgruppe; Smith et al. (2003) [135], 2. Massage vs. aktive Vergleichsgruppe mit Aufmerksamkeit.
Fatigue (zu Statement 5.9)
Insgesamt 3 randomisiert-kontrollierte Studien erhoben Fatigue als Endpunkt. Kinkead et al. (2018) erfassten Fatigue mit dem MFI (Multidimensional Fatigue Inventory) und dem PROMIS bei Brustkrebspatientinnen über 6 Wochen, mit je einer Massage pro Woche [166]. Hierbei wurde die Schwedische Massage Therapie (SMT) genutzt, welche Effleurage, Petrissage, Tapotement beinhaltet. Verglichen wurde diese Gruppe mit einer weiteren Interventionsgruppe, welche über 6 Wochen einmal die Woche Light Touch (LT) erhielt und einer Wartelisten-Kontrollgruppe (WKG). Insgesamt wurden 66 Patientinnen gleichmäßig in die 3 Gruppen verteilt und eine Intention-To-Treat Analyse durchgeführt. Beide Erhebungsmethoden zeigen signifikante Interaktionen zwischen Behandlung und Zeit, mit einer höheren Verringerung der Fatigue von SMT im Vergleich zur LT (MFI: M = -16,50, SD = 6,37 > M = -8,06, SD = 6,50; PROMIS: M = -5,49; SD = 2,53 > M = -3,24; SD = 2,57). Die Studie gibt hierzu auch Effektstärken an MFI/ PROMIS: SMT > LT; SMT vs. LT: ES = -1.28 (KI: 21.96 - 20.60) / ES = -0.86 (KI: 21.51 - 20.21) und bietet somit eine detaillierte statistische Darstellung der Ergebnisse. Alle Patientinnen hatten nachgewiesene Fatigue (BFI > 25). Sie kontrollierten zudem für die Erwartung bzw. Vertrauenswürdigkeit der Probanden an die Behandlung und konnten keinen Zusammenhang zwischen dieser und der Messung der Fatigue feststellen. Mustian et al. (2001) untersuchte Fatigue mit dem BFI bei 45 Brustkrebspatientinnen, über 3 Wochen [120]. Hierbei erhielten 13 Patientinnen zusätzlich zur Standardversorgung einmal die Woche Polarity Therapie (PT), 15 erhielten einmal die Woche eine modifizierte schwedische Massage (MSM) und 15 erhielten keine zusätzliche Behandlung. Die Ergebnisse mit dem BFI zeigen keinen signifikanten Gesamtunterschied zwischen den Gruppen (p = 0.72) oder zwischen den Gruppen zu den wöchentlichen Messungen (p = 0.20). Die Erhebung mit dem Fatigue Tagebuch zeigt hingegen eine höhere Reduzierung der Fatigue in der PT Gruppe im Vergleich zur MSM Gruppe über alle 3 Wochen (p = 0.04). Eine ANCOVA, mit gemittelten Werten über die gesamte Interventionsdauer zeigte allerdings nur eine tendenziöse, damit nicht signifikante Verbesserung in der PT Gruppe im Vergleich zu den anderen Gruppen. Bei Post-White et al. (2003) zeigten sich keine Unterschiede zwischen der Massage- und der Healing Touch-Gruppe (1x pro Woche 45 Min. Intervention über 4 Wochen) bezüglich der Fatigue [129].
Es ist zu wichtig anzumerken, dass die Studie von Kinkead et al. (2018) die längste Interventionsdauer und die Massage mit dem meisten Aspekten aufweist, wodurch die Intervention möglicherweise im Sinne der Intensität nicht mit den beiden anderen Studien vergleichbar ist [166]. Aufgrund der Heterogenität der Vergleichsgruppen der einbezogenen Studien und den dargelegten Ergebnissen, kann nicht eindeutig von einer Wirkungsweise bzw. einem Mehrwert von Massage auf Fatigue gegenüber anderen Interventionen ausgegangen werden.
Allgemeines Wohlbefinden/ Lebensqualität (zu Statement 5.10)
Es erhoben 4 randomisiert-kontrollierte Studien, dass allgemeine Wohlbefinden bzw. die Lebensqualität und wie diese von Massage beeinflusst wird. Kinkead et al. (2018) untersuchte Lebensqualität mit dem Q-LES-Q bei 66 Brustkrebspatientinnen, welche gleichmäßig in 3 Gruppen (1x Schwedische Massage Therapie (SMT), 1x Light Touch (LT) und 1x Kontrollgruppe mit Warteliste) randomisiert wurden [166]. Die Ergebnisse zeigen nach 6 Wochen bessere Werte für die SMT Gruppe (MD = +8,11; SD = 8,20) im Vergleich zur LT Gruppe (M = +1,85; SD = 8,37). Die Autoren geben auch die Effektstärken der Vergleiche an: SMT > LT (SMT vs. LT: ES = 0.74 (KI: 0.10 - 1.38)). Sie kontrollierten zudem für die Erwartung bzw. Vertrauenswürdigkeit der Probanden an die Behandlung und konnten keinen Zusammenhang zwischen dieser und der Messung der Lebensqualität feststellen. Die Studie von Mustian et al. (2011) hingegen, welche die gesundheitsbezogene Lebensqualität mit dem Functional Assessment of Chronic Illness Therapy - Fatigue (FACIT-F) bei Brustkrebspatientinnen erhob, fand keinen signifikanten Unterschied zwischen den einbezogenen Interventionsgruppen (Polarity Therapy und (modifizierte) Schwedische Massage) oder Zeitpunkten [120]. Die Stichprobe der Studien von Kinkead et al. (2018) und Mustian et al. (2011) schloss vor allem Patienten ein, welche an Fatigue litten, dessen Einfluss auf die allgemeine Lebensqualität in der Interpretation der Ergebnisse berücksichtigt werden sollte [166][120]. Auch in den Studien von Kutner et al. (2008) [n = 380 Hospizpatienten, Massage vs. Simple Touch, MQOL (McGill Quality of Life Questionnaire)] und Sharp et al. (2010) [n =183 Brustkrebspatientinnen, Kopfmassage vs. Reflextherapie, FACT-B] wurden keine Gruppenunterschiede gefunden (für weitere Details zu Vergleichen mit Reflextherapie sei auf das gleichnamige Kapitel verwiesen) [172][155].
Es ist anzumerken, dass in der Studie von Sharp et al. (2010) nur eine Kopfmassage durchgeführt wurde [155]. Aufgrund dessen ist die Vergleichbarkeit mit anderen Studien, welche mehrere Körperregionen in die Massage einschlossen eingeschränkt. Aufgrund der Ergebnisse der vorliegenden Studienlage und der Heterogenität in den Studiendesigns kann nicht von einem Mehrwert von Massage gegenüber anderen Berührungsintensiven Interventionen ausgegangen werden.
Stimmung/Angst/Depressivität/Affekt (zu Statement 5.11)
In dieses Statement wurden 4 randomisiert-kontrollierte Studien einbezogen. In der Studie von Kutner et al. (2008) (n = 380) entwickelten sich sowohl die Massagegruppe, als auch die Vergleichsgruppe mit Simple Touch in eine positive Richtung (je 6x 30 Min. über 2 Wochen) [172]. Beide Gruppen zeigten eine sofortige Stimmungsbesserung direkt nach der Intervention (Massage 1.58 Punkte (KI, 1.40, 1.76), Simple Touch 0.97 Punkte (KI, 0.78, 1.16)), allerdings verbesserte sich nur die Massagegruppe in einem klinisch relevanten Ausmaß und unterschied sich zudem signifikant (bessere Werte) von der Simple Touch-Gruppe (MD = 0,61, p < 0.001). Post-White et al. (2003) erhoben die Stimmung und Angst von über 200 Probanden und verglichen unter anderem eine Massagegruppe und eine Healing Touch Gruppe (je 45 Min./Woche; Interventionsdauer: 4 Wochen) [129]. Sie fanden eine Besserung der Stimmungsschwankungen in den Gruppen (p = 0.015), jedoch konnten keine statistisch relevanten Unterschiede zwischen den beiden Gruppen gefunden werden. Diese Studie ist groß angelegt und überzeugt mit statistischer Sorgfalt. Sharp et al. (2010) und Taylor et al. (2003) erfassten Werte bei Patienten vor bzw. nach einer Operation [155][186]. Sharp et al. (2010) zeigten keine Unterschiede für Stimmung (MRS), Angst und Depressivität (HADS) zwischen einer Reflextherapie- und der Kopfmassagegruppe und/oder Zeitpunkten über 8 Wochen (es sei hier auch auf das 5.4. Reflextherapie verwiesen) [155]. Bei Taylor et al. (2003) zeigten sich keine Unterschiede zwischen einer Massage- und einer Vibrationstherapiegruppe für den aktuellen Angstzustand (State-Trait Anxiety Inventory, STAI) sowie des positiven und negativen Affekts (Positive and Negative Affect Schedule, PANAS) [186]. Es wurden in der Studie keine eindeutigen Ergebnisse zur Erhebung des Affekts beschrieben, wodurch die Studie bezüglich dieses Endpunktes als nicht aussagekräftig gewertet werden kann.
Ausgehend von der Studienlage kann nicht von einer allgemeinen Überlegenheit von Massage gegenüber anderen Interventionen bezüglich Stimmung oder spezifischen Angst- bzw. Depressivitätsaspekten ausgegangen werden. Die Studie von Kutner et al. (2008) zeigt zwar eine Besserung der Stimmung und auch Überlegenheit gegenüber einer Healing Touch Gruppe, dieser Effekt beruht aber nur auf einem Kurzzeiteffekt (Pre-Post Vergleich zur Intervention) und kann deshalb nicht generalisiert werden [172].
Schmerz (zu Statement 5.12)
Insgesamt 3 randomisiert-kontrollierte Studien erfassten Schmerz. Kutner et al. (2008) konnten nur einen kurzfristigen Vorteil von Massage auf die Schmerzlinderung gegenüber einer Simple Touch Behandlung finden, der Unterschied zeigte sich nur direkt nach den Interventionen (Prä-Post Vergleich) nicht aber bei den längerfristigen Messungen (1-3,5 Wochen nach Randomisierung), da sich insgesamt sowohl kurz- als auch langfristig beide Gruppen in ihren Werten verbesserten (MPAC, BPI) [172]. Hierbei ist kritisch anzumerken, dass die Interviewer, welche die kurzzeitigen Änderungen erhoben im Gegensatz zu den Interviewern für die langfristigen Effekte nicht verblindet waren. Kutner et al. (2008) fand zudem keinen Unterschied im Opioidbedarf (MD = -0.10; 95%KI, -0.25 bis 0.05) zwischen den Gruppen nach 3,5 Wochen (Intervention 2 Wochen, gemischte Diagnosen mit Schmerzsymptomatik) [172]. Post-White et al. (2003) fanden keine Unterschiede zwischen der Massage- und der Healing Touch Gruppe bezüglich Schmerzlinderung oder der Schmerzinterferenz im Alltag (BPI) [129]. Es ist wichtig anzumerken, dass zur Erhebung des aktuellen Schmerzes nur ein Item verwendet wurde. Die Studie fand zudem keine Unterschiede zwischen den Gruppen in der Nutzung von Analgetika (gemischte Diagnosen mit Übelkeit-, Müdigkeits- und Schmerzsymptomatik, Dauer 4/8 Wochen). In der Studie von Taylor et al. (2003) konnte nach der Korrektur für multiples Testen kein Unterschied mehr zwischen der Massage- und Vibrationstherapiegruppe gefunden werden [186]. Es ist zu beachten, dass mit der Vibrationstherapie eher eine physische Aktivierung als eine körperliche Berührung stattfindet und die Patienten postoperativ untersucht wurden.
Die vorliegende Studienlage weist nicht auf einen Mehrwert von Massage gegenüber anderen berührungsintensiven Interventionen hin. Zu beachten ist die Heterogenität der vorliegenden Studiendesigns.
Stress/ Distress/ Entspannung (zu Statement 5.13)
In den 3 aufgeführten Studien wurden keine signifikanten Unterschiede zwischen einer Massagegruppe und einer berührungsintensiven Vergleichsgruppe gefunden (Sharp et al., 2010 [n = 183, Massage vs. Reflextherapie, Entspannung mit MRS Post-OP] [155]; Kutner et al., 2008 [n = 380, Massage vs. Simple Touch, physischer und emotionaler Distress mit MSAS Global Distress Index] [172]; Taylor et al., 2003 [n = 146, Massage vs. Vibrationstherapie, Distress mit 10 Punkt Likert Skala Post-OP] [186]). Aufgrund des Einsatzes einer Vibrationstherapie, wird in der Studie von Taylor et al. (2003) nicht wirklich der Aspekt der Berührung, sondern eher der Aspekt der physischen Aktivierung bedient.
Die Studienlage weist darauf hin, dass Massage weder in der Besserung der Entspannung noch in der Besserung des Distress einen Vorteil zu anderen aktiven Vergleichsgruppen bietet.
Zusätzlich fanden sich in den Studien von Kutner et al. (2008) und Post-White et al. (2003) zeigten sich für beide Gruppen (Massage vs. Simple Touch bzw. Healing Touch) am Ende der Studie bessere Werte für die Herzfrequenzrate und die Respirationsrate bzw. den systolischen/diastolischen Blutdruck, wodurch allerdings kein Gruppenunterschied festzustellen war [172][129]. Auch Taylor et al. (2003) fanden keinen Gruppenunterschied für Kortisol oder den Blutdruck zwischen den Gruppen (N = 146) [186].
Die Studienlage weist darauf hin, dass Massage weder in der Besserung der Entspannung noch in der Besserung des Distress einen Vorteil zu anderen aktiven Vergleichsgruppen bietet.
Übelkeit/ Erbrechen (zu Statement 5.14)
Post-White et al. (2003) fanden keine Unterschiede zwischen Massage und Healing Touch bzgl. Übelkeit oder dessen Einfluss auf den Alltag der Patienten. Zusätzlich fanden Sie keine Unterschiede in der Nutzung von Analgetika (gemischte Diagnosen mit Übelkeit-, Müdigkeits- und Schmerzsymptomatik, Dauer 4/8 Wochen) [129].
Postoperative Komplikationen und Krankenhausaufenthalt; Dauer zur Rekonstruktion des Knochenmarks
Da zu diesem Endpunkt keine sichere Aussage getroffen werden kann, wurde keine Empfehlung oder ein Statement formuliert, stattdessen werden die Ergebnisse zu diesem Endpunkt im Folgenden ausgeführt.
In der Studie von Taylor et al. (2003) konnte bei 146 Patienten nach einer Laparotomie kein Unterschied bezüglich Komplikationen oder Länge des Krankenhausaufenthaltes zwischen einer Massage- und einer Vibrationstherapiegruppe gefunden werden [186]. In der Studie von Smith et al. (2003) wurden 88 Patienten eingeschlossen, welche eine Knochenmarkstransplantation erhalten hatten [135]. Sie wurden in 3 Gruppen randomisiert (Massage, Therapeutic Touch, Friendly Visit). Es zeigten sich dabei keine Unterschiede in der Dauer der Rekonstitution zwischen den Gruppen (in Tagen: Mittelwert (SD) Therapeutic Touch: 14 (6,28), Massage: 15,5 (8,31)) oder bezüglich postoperativer Komplikationen (Toxicity Index). Die Studie gibt widersprüchliche Angaben zu der Anzahl der Probanden, welche an der Studie teilnahmen. Es fehlen einige Angaben zum Ablauf der Studie und den Rahmenbedingungen, was eine qualitative Interpretation der Studie erschwert.
Trotz Heterogenität geben die vorliegenden Studien keinen Hinweis auf einen Mehrwert von Massage gegenüber anderen berührungsintensiven Interventionen bzw. physischen Aktivierung bezüglich postoperativen Komplikationen, Krankenhausaufenthalt und in der Studie von Smith et al. (2003) die Dauer des Anwachsens von Knochenmarks nach einer Transplantation [135].
5.5.2 Massage vs. Aktiver Vergleichsgruppe mit Aufmerksamkeit
In diesem Abschnitt werden nur Vergleiche zwischen einer Massagegruppe und einer aktiven Kontrollgruppe betrachtet, welche den Probanden Aufmerksamkeit schenkten, zumeist im gleichen zeitlichen/ örtlichen Rahmen und Abständen wie es die Intervention vorsieht. Hierbei ist zu beachten, dass in keiner der Kontrollgruppen eine Berührung stattfand. In diesen Abschnitt wurden 5 Einzelstudien [171][168][129][185][135] und 4 weitere Studien aus dem systematischen Review von Shin et al. (2016) [189] einbezogen [176][177][167][181].
Folgende Studien haben weitere Vergleichsgruppen eingeschlossen, deren Vergleiche in anderen Kapiteln aufgeführt werden: Post-White et al. (2003) [129], weiter Vgl. siehe 1. Massage vs. Aktive Vergleichsgruppe mit Berührung, 3. Massage vs. passive Vergleichsgruppe; Smith et al. (2003) [135],weitere Vgl. siehe 1. Massage vs. aktive Vergleichsgruppe mit Berührung.
Fatigue/ Schlaf (zu Statement 5.9)
Drei Studien erfassten Fatigue in einer Massagegruppe im Vergleich zu einer aufmerksamkeitsbasierten Kontrollgruppe. In der Studie von Post-White et al. (2003) wurde eine Kontrollgruppe verwendet, welche sich durch eine wöchentliche jeweils 45-Minuten dauernde „Präsenz“ des Massagetherapeuten oder Healing Touch Therapeuten, mit demselben Einsatz der Musik wie in den Interventionen kennzeichnete [129]. Hierbei konnte es zu gelegentlichen Konversationen, ähnlich wie in den Interventionsgruppen kommen. Es konnten keine Unterschiede zwischen der Massagegruppe und der Kontrollgruppe bezüglich Fatigue (POMS) gefunden werden. Auch Collinge et al. (2013) fanden nur kurzzeitige Effekte in der Massagegruppe über die Kontrollgruppe, welcher vorgelesen wurde [168]. Es zeigten sich nur höhere Reduktionen in der Fatigue-schwere (Bewertung auf 10-Punkt Likert Skala) für die Massagegruppe in der 1. und 4. Woche der Intervention (p < 0.01; p < 0.05). Hierbei ist zu beachten, dass die Massage nach Anleitung von den Angehörigen der Patienten zuhause durchgeführt wurde und die Studie statistisch undurchsichtig ist. Die im Review von Shin et al. (2016) [189] enthaltende Studie von Jane et al. (2011) [167] erfasste Schlafqualität mit dem Sleep-VAS (N = 72). Hierbei konnte nur eine kurzzeitige Besserung innerhalb der Interventionsgruppe (Massage) gefunden werden und keine Unterschiede zur Kontrollgruppe (soziale Aufmerksamkeit).
Aufgrund der vorliegenden Evidenz kann nicht von einem Effekt von Massage auf Fatigue oder Schlafqualität ausgegangen werden.
Allgemeines Wohlbefinden/ Lebensqualität (zu Statement 5.10)
Zwei Studien erfassten Lebensqualität. Weder Collinge et al. (2013) (97, gemischte Diagnosen, Massage vs. Vorlesen, FACT-G) [168] noch Billhult et al. (2008) (n = 22, Brustkrebs, Massage vs. unstrukturierte Aufmerksamkeit, LSQ) [171] fanden signifikante Gruppenunterschiede zwischen der Massagegruppe und der Kontrollgruppe. Erstere Studie ist ein Home-Training Programm, in dem die Patienten von ihren Angehörigen massiert werden und letztere Studie hat eine sehr kleine Stichprobe und weist einen Mangel an statistischen Angaben auf.
Aufgrund der großen Unterschiede zwischen den Studien, kann aufgrund der Ergebnisse nicht von einem Einfluss von Massage auf die Lebensqualität ausgegangen werden.
Stimmung Angst/Depressivität/Affekt (zu Statement 5.11)
Die Stimmung bzw. Angst- und Depressivitätswerte von Krebspatienten wurden von 8 Studien erfasst (davon 4 aus dem systematischen Review von Shin et al. (2016) [189]). Post-White et al. (2003) erhoben die Stimmung und Angst von über 200 Probanden und verglichen unter anderem eine Massagegruppe und eine aktive Kontrollgruppe (Präsenz des Interventionstherapeuten). Es zeigten sich dabei keine Gruppenunterschiede bezüglich Stimmung oder Angst (N = 230; POMS) [129]. Auch in der Studie von Billhult et al. (2008) konnte keine Unterschied zwischen den Probanden in der Massage (Hände und Füße) und der aktiven Kontrollgruppe (unstrukturierte Unterhaltung) bei der Erhebung der Angst mit dem HADS ([Mediandifferenz über 3-4 Wochen [25.-75. Perzentil]] MG: MD = -2 (-6;+2), KG: MD = 0 (-2;+2), p=k.A.), der Erhebung der Depressivität mit dem HADS (MG: MD = 0 (-3;+2), KG: MD = 0 (0;1), p = k.A.) oder bei der Erhebung der state- und trate-Angst mit dem STAI (MG: MD = 0 (-10;0), KG: MD = w-3 (-9;+6), p = k.A und MG: MD = -3 (-5;+1), KG: MD = -1 (-3;+11), p = k.A.) gefunden werden. Leider wurden in der Studie zudem konsequent keine p-Werte angegeben [171]. Im Gegensatz dazu fand die Studie von Rosen et al. (2013) eine größere Verringerung der Angstwerte in der Massagegruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe (strukturierte Aufmerksamkeit; Erhebung mit STAI; MD = -10,27 vs. -5,21; p = 0.0037). Jedoch war dies nur ein kurzfristiger Effekt nach der ersten Intervention, vor einer chirurgischen Implantierung eines vaskulären Zugangs. Der Effekt verschwand nach der Operation. Dieses Ergebnis ist also nur bedingt interpretierbar [185].
Die im Review von Shin et al. (2016) [189] eingeschlossenen Studien von Billhult et al. (2007) (N = 39, Angst und Depressivität mit VAS und HADS, [176]) und Campeau et al. (2007) (N = 100; Angst mit dem VAS und STAI, [177]) konnten keine Unterschiede zwischen einer Massage- und einer aktiven Kontrollgruppe finden. Die Studie von Wang et al. (2015) (N = 80) fand verringerte Angst- und Depressivitätswerte in der Massagegruppe (ESAM:AM) mit einer abdominalen Massage [181]. Es werden keine Gruppenunterschiede berichtet. In der Studie von Jane et al. (2011) zeigten sich Gruppenunterschiede zugunsten der Massagegruppe für Zeitpunkt T1 (Tag 2) und T2 (Tag 3), allerdings nicht mehr für T3 (Tag 4; N = 72, Mood-VAS) [167]. Damit können die Ergebnisse höchstens als Kurzzeiteffekte betrachtet werden, wiederrum berichten die Autoren, dass der fehlende Unterschied durch unterschiedliche Entwicklungen über die Zeit zu erklären ist. So macht die Massagegruppe direkt an T1 einen großen Sprung in ihren Werten und hat dann eher einen weiter sinkenden Trend, während die Kontrollgruppe sich stetig über die Zeit verändert.
Aufgrund der Evidenzlage kann nicht von einem Effekt von Massage auf Angst/Depressivität bzw. allgemeine Stimmung ausgegangen werden. Der Großteil der vorliegenden Studien spricht gegen die Wirksamkeit von Massage. Nur die Studie von Jane et al. (2011) liefert generalisierbare positive Effekte, allerdings nur kurzfristig und die Studie zeigt, dass sich auch die Kontrollgruppe über die Zeit positiv entwickelt [167]. Die Massage scheint also höchstens den Verlauf einer normalen Entwicklung zu beeinflussen.
Schmerz (zu Statement 5.12)
Von 5 Studien, welche Schmerz erhoben, fanden 2 Studien keinen Effekt, bei 2 Studien kann nur von einem Kurzzeiteffekt gesprochen werden und eine Studie findet einen längerfristigen Effekt. Post-White et al. (2003) fanden nur kurzfristige Effekte mit einer höheren Schmerzlinderung in der Massagegruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe (n = 230; 4/8 Wochen; Präsenz; p < 0.001) [129]. Sie fanden allerdings keine Unterschiede zwischen Gruppen und/oder Zeitpunkten für die Erhebung der Schmerzinterferenz im Alltag (BPI). Es ist kritisch anzumerken, dass zur Erhebung der kurzfristigen Effekte wurde nur ein Item genutzt wurde. Auch Collinge et al. (2013) konnten eine höhere Schmerzlinderung in der Massagegruppe finden, im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, denen vorgelesen wurde (n = 97; Dauer: 4 Wochen; 34 vs. 18%, p = 0.004) [168]. Hingegen konnte in der Studie von Rosen et al. (2013) kein Unterschied zwischen den Gruppen gefunden werden (n = 60; Interventionsdauer: 2 Tage) [185].
In dem Review von Shin et al. (2016) [189] zeigte nur eine Studie einen Gruppenunterschied für Schmerz (Jane et al., 2011; n = 72; PPI-VAS [167]) im Vergleich Massage vs. soziale Aufmerksamkeit. Auch die Kontrollgruppe entwickelte sich tendenziell positiv, erreichte aber keine Signifikanz in der Veränderung. Jane et al. (2011) geben an, dass die Veränderung zu jedem Zeitpunkt in der Massagegruppe nicht nur statistisch signifikant, sondern auch klinisch signifikant ist (MD ≥ 1.0 Punkt) [167]. Die Autoren des Reviews errechnen sogar eine Metaanalyse mit dieser Studie (Pat. = 72, MD= -1.6 (-2.67 ; -0.53)), schätzen das Ergebnis dieser allerdings als wenig aussagekräftig ein. Eine weitere Studie von Wang et al. (2015) findet keinen Effekt von Massage auf Schmerz (gemessen mit dem Edmonton Symptom Assessment System - Ascites Modification, ESAS:AM) [181].
Die vorliegenden Studien weisen nur auf kurzzeitige Effekte von Massage zur Schmerzlinderung hin. Die Studie von Post-White et al. (2003) [129] fand nur kurzfristige Effekte, während die Studie von Jane et al. (2011) [167] insgesamt nur 3 Tage dauert und sich auch hier die Kontrollgruppe tendenziell in eine positive Richtung entwickelt. Die Studie von Collinge et al. (2013) basiert auf einem Home-Training Programm, wo die Angehörigen die Patienten zuhause massieren [168]. Diese Studie ist aufgrund dieses besonderen Designs schwer vergleichbar. Aufgrund der geringen Anzahl der Studien und deren Heterogenität kann nicht von einem Effekt ausgegangen werden.
Stress/ Distress/ Entspannung (zu Statement 5.13)
In der Studie von Collinge et al. (2013) fanden sich keine signifikanten Unterschiede zwischen Massage- und einer aktiven Kontrollgruppe (Vorlesen) oder zwischen Zeitpunkten für Stress (PSS-10; Home-Training Programm) [168]. Die Studie von Jane et al. (2011) fand signifikante Verbesserungen in der Massagegruppe bezüglich Entspannung (Relaxation-VAS) auch im Vergleich zur Kontrollgruppe (soziale Aufmerksamkeit) an den ersten beiden Erhebungszeitpunkten (Tag 2, 3) und verpasst aber bereits einen Tag danach knapp die Signifikanz (p = 0.06). Die Veränderung in der Interventionsgruppe stagniert ab dem 3. Tag und auch die Kontrollgruppe entwickelt sich tendenziell in eine positive Richtung [167].
Post-White et al. (2003) (N = 164, verschiedene Krebsarten) nutzten unter anderem eine Massage- und eine aktive Kontrollgruppe (Präsenz einer anderen Person mit selben Rahmenbedingungen wie in der Intervention). Es zeigte sich eine höhere Reduzierung der Herzfrequenzrate und des systolischen Blutdrucks in der Massagegruppe im Vergleich zur aktiven Kontrollgruppe (p = 0.011; p < 0.01) im Prä-Post Vergleich der einzelnen Sitzungen. Es zeigten sich keine Unterschiede für den diastolischen Blutdruck [129].
In der Studie von Jane et al. (2011) kann nur von einem Kurzzeiteffekt von Massage auf Entspannung gesprochen werden. Gleichzeitig verschwindet der Effekt zum Ende der Studie, da sich auch die Gruppe ohne Massage verbessert, was den Mehrwert der Massage zu den ersten beiden Zeitpunkten in Frage stellt. Aufgrund der sehr kleinen und sich widersprechenden Studienlage kann keine Aussage zur Wirksamkeit von Massage auf Stress/Distress/Entspannung getroffen werden [167].
Übelkeit/ Erbrechen (zu Statement 5.14)
Collinge et al. (2013) fanden eine höhere Senkung der Übelkeit in der Massagegruppe (29%) im Vergleich zur Kontrollgruppe (n = 79, Vorlesen; 12%, p = 0.002) [168]. Die Studie von Post-White et al. (2003) fand keine Unterschiede zwischen den Gruppen oder Zeitpunkten für Übelkeit oder dessen Interferenz mit dem Alltag [129]. Allerdings fand sich ein überraschender Unterschied während der Interventionsperiode. Hierbei gab es eine geringere Nutzung von Antiemetika in der Kontrollgruppe (Präsenz) (M = 5.1mg; Range: 0-80 mg) im Vergleich zur Massagegruppe (M = 9.1 mg; Range, 0-58 mg, p = 0.007). Die Autoren berichten, dass sich dies wiederrum nicht von der Kontrollperiode unterscheidet. Der höhere Nutzen in der Massagegruppe ist aufgrund der angegeben Tabellen nicht nachvollziehbar dargestellt. Die im Review eingeschlossenen Studien von Billhult et al. (2007) [176] und von Wang et al. (2015) [181] finden keine Unterschiede zwischen der Massagegruppe und der Kontrollgruppe (Besuche von Schwestern/ soziale Interaktion).
Die Studie, welche ein positives Ergebnis liefert, basiert auf einem Home-Training Programm. Der Einfluss der Angehörigen als pflegende Masseure und das besondere Maß an Aufmerksamkeit unterscheidet diese Studie deutlich von den anderen. Studien in denen ein ausgebildeter Masseur, zumeist im Krankenhausetting, die Massage durchführte, lieferten keine positiven Ergebnisse. Es kann keine Aussage zur Wirkungsweise getroffen werden, welche eindeutig auf Massage zurückführbar ist.
Beeinflussung der Rekonstitution des Knochenmarks + postoperative Komplikationen
Da zu diesem Endpunkt keine sichere Aussage getroffen werden kann, wurde keine Empfehlung oder ein Statement formuliert, stattdessen werden die Ergebnisse zu diesem Endpunkt im Folgenden ausgeführt.
In der Studie von Smith et al. (2003) wurden nur Patienten eingeschlossen, welche einen Knochenmarkstransplantation erhielten und nun eine Chemotherapie beginnen [135]. 88 Patienten wurden annähernd gleichmäßig in eine Therapeutic Touch-(TT), eine Massagegruppe und einer Friendly-Visit Kontrollgruppe, eingeteilt. Bei der Auswertung konnten keine Unterschiede zwischen den Gruppen für die Zeit bis zur Rekonstitution gefunden werden (Mittelwert [SD] in Tagen für Massage: 15,5 [8,31] vs. Friendly Visit: 14,9 [6,64]). Ein abschließender Fragebogen 2 Wochen nach Entlassung aus dem Krankenhaus zeigt allerdings, dass Patienten, die eine schwedische Massage erhalten hatten, zufriedener mit ihrer Behandlung waren als Patienten welche nur Gespräche während des Krankenhausaufenthaltes führten (M = 40,7; SD = 5,60 vs. M = 27,42; SD = 11,02; p =0. 003) und höhere Werte auf der Komfort-Skala Angaben (M = 21,07; SD = 2,34 vs. M = 13; SD = 5.01; p = 0.000). Bezüglich postoperativer Komplikationen konnte kein Gesamtunterschied zwischen den Gruppen festgestellt werden (Toxicity Index). Allerdings wurden auf der Subskala „zentrales Nervensystem/ neurologische Komplikationen“ in der Massagegruppe geringere Werte angegeben, als in der Kontrollgruppe (M = 0,94, SD = 1,17 vs. M = 1,61; SD = 1,00; p = 0.031).
Zusammengefasst zeigt die Studie keine objektiven Vorteile der Massage für Patienten nach Knochenmarkstransplantation auf. Die Studie gibt widersprüchliche Angaben zu der Anzahl der Probanden, welche an der Studie teilnahmen. Der Fragebogen, welcher als einziges ein relevantes signifikantes Ergebnis aufzeigt, hatte eine Rücklaufquote unter 50%, was vermuten lässt, dass die Ergebnisse nicht die Durchschnittsmeinung darstellen. Insgesamt fehlen einige Angaben zum Ablauf der Studie und den Rahmenbedingungen, was eine qualitative Interpretation der Studie erschwert.
5.5.3 Massage vs. passive Vergleichsgruppe
In diesem Kapitel werden nur Vergleiche zwischen einer Massagegruppe und einer Kontrollgruppe, welche Standard/ Usual Care/Waitlist/ Ruhephasen oder schlichtweg keine Massage erhielt, berichtet. In diesen Abschnitt wurden 11 Einzelstudien [182][166][183][184][120][173][129][188][155][174][186] und 6 Studien aus dem systematischen Review von Shin et al. [189] einbezogen [175][178][179][169][180][187]. Die Studie von Sharp et al. (2010) [155]schloss auch einen Arm mit Reflextherapie in ihre Erhebung ein, auf diesen Vergleich wird in diesem Abschnitt nicht eingegangen und es sei auf 5.4 Reflextherapie verwiesen.
Folgende Studien haben weitere Vergleichsgruppen eingeschlossen, deren Vergleiche in anderen Kapiteln aufgeführt werden: Sharp et al. (2010) [155], weitere Vgl. siehe 1. Massage vs. aktive Vergleichsgruppe mit Berührung; Stringer et al. (2008) [174], weitere Vgl. siehe 4. Massage vs. Aromatherapiemassage, 5 Aromatherapiemassage vs. Kontrollgruppe; Kinkead et al. (2018) [166], weitere Vgl. siehe 1. Massage vs. aktive Kontrollgruppe mit Berührung; Mustian et al. (2011) [120], weitere Vgl. siehe 1 Massage vs. aktive Vergleichsgruppe mit Berührung; Taylor et al. (2003) [186], weitere Vgl. siehe 1. Massage vs. aktive Vergleichsgruppe mit Berührung; Post-White et al. (2003) [129], weitere Vgl. siehe 1. Massage vs. aktive Vergleichsgruppe mit Berührung, 2. Massage vs. aktive Vergleichsgruppe mit Aufmerksamkeit; Ovayolu et al. (2014) [173], weitere Vgl. siehe 1. Massage vs. aktive Vergleichsgruppe mit Berührung, 4. Massage vs. Aromatherapiemassage, 5 Aromatherapiemassage vs. Kontrollgruppe; Soden et al. (2004) [169], weitere Vgl. siehe 4. Massage vs. Aromatherapiemassage, 5 Aromatherapiemassage vs. Kontrollgruppe.
Fatigue (zu Statement 5.9)
Die Vergleichsstudie von Kinkead et al. (2018) untersuchte den Einfluss von Massage auf Fatigue bei Brustkrebspatientinnen (BFI >25) [166]. Die Patientinnen erhielten entweder eine Massage (Schwedische Massage Therapie [SMT], eine leichte Berührung (Placebo-Gruppe) oder waren nur Teil der Warteliste (Kontrollgruppe [WKG]). Die Behandlung dauerte insgesamt 6 Wochen, in den ersten beiden Gruppen erfolgte die Behandlung 1x pro Woche für je 45 Minuten. Vor Beginn der Behandlung, nach jedem einzelnen Termin und 6 Wochen nach Start der Behandlung erhielten die Teilnehmer Fragebögen zum Einschätzen ihrer Fatigue-Beschwerden (MFI, PROMIS). Die Massagegruppe berichtete nach den 6 Wochen von deutlich weniger Fatigue-Beschwerden als die Kontrollgruppe (MFI: M =-16,50, SD = 6,37 > M = +5,88, SD = 6,48; PROMIS: M = -5,49; SD = 2,53 > M = -0.06; SD = 1,88). Die Studie gibt hierzu auch Effektstärken an MFI/ PROMIS: SMT > WKG; SMT vs. WKG: ES = -3.39 (KI: 24.42 - 22.37) / ES = -2.06 (KI: (22.87 - 21.25)) und bietet somit eine detaillierte statistische Darstellung der Ergebnisse. Sie kontrollierten zudem für die Erwartung bzw. Vertrauenswürdigkeit der Probanden an die Behandlung und konnten keinen Zusammenhang zwischen dieser und Messung der Fatigue feststellen. Mustian et al. (2011) untersuchte Fatigue mit dem BFI bei 45 Brustkrebspatientinnen, über 3 Wochen [120]. Die Patientinnen wurden zufällig einer von 3 Gruppen zugeteilt: Polarity Therapie, Massage und Kontrollgruppe (Standard Care). Fatigue wurde sowohl mit dem BFI zu 4 Zeitpunkten, als auch einem Tagebuch, das täglich über 4 Wochen geführt wurde, erhoben. Die Ergebnisse mit dem BFI zeigen keinen signifikanten Gesamtunterschied zwischen den Gruppen (p = 0.72) zu keinem Zeitpunkt (p = 0.20). Die Daten aus dem Fatigue Tagebuch zeigten keine bedeutsamen Gruppenunterschiede oder Unterschiede zwischen den Zeitpunkten für alle Gruppen (p = 0.33). Es ist negativ anzumerken, dass zu Beginn der Studie die Baselinewerte in den Interventionsgruppen höher waren im Vergleich zur Kontrollgruppe. In der Studie von Post-White et al. (2003) zeigte sich nur eine Senkung der Fatigue gegenüber der Cross-Over Kontrollperiode bei der Interventionsgruppe mit Healing Touch (p = 0.028), nicht jedoch mit Massage [129].
In der Studie von Mehling et al. (2007) wurden Unterschiede gefunden, mit höherem Verbrauch für Schlafmittel bei der Kontrollgruppe im Vergleich zur Massage/Akupunkturgruppe (p = 0.02) bei Patienten an 3 postoperativen Tagen [184].
Aufgrund der Evidenzlage kann keine eindeutige Aussage über die Wirkung von Massage bezüglich Fatigue getroffen werden. Kinkead et al. (2018) ist eine qualitativ hochwertige Studie, deren Ergebnisse vertrauenswürdig sind [166]. Es kann allerdings keine Aussage aufgrund einer Studie gemacht werden, vor allem da zwei weitere Studien keine Effekte der Massage finden. Alle drei Studien schlossen Probanden ein, welche an Fatigue litten.
Allgemeines Wohlbefinden/ Lebensqualität (zu Statement 5.10)
Von 8 eingeschlossen Studien, fanden 4 Studien einen positiven Effekt von Massage (1x Unterskala, 1x nur kurzfristig, 1x bereits Unterschiede zur Baseline) und 4 Studien keinen Effekt bzw. signifikanten Gruppenunterschied. Kinkead et al. (2018) untersuchte Lebensqualität mit dem Q-LES-Q bei 66 Brustkrebspatientinnen, welche an Fatigue litten [166]. Diese wurden gleichmäßig in 3 Gruppen (1x Schwedische Massage Therapie (SMT), 1x Light Touch (LT) und 1x Kontrollgruppe mit Warteliste) randomisiert. Die Ergebnisse zeigen nach 6 Wochen bessere Werte für die SMT Gruppe (MD = +8,11; SD = 8,20) im Vergleich zur Kontrollgruppe, welche sich über die Zeit sogar verschlechterte (M = -5,78; SD = 8,24; p = 0.0019). Die Autoren geben auch die Effektstärken der Vergleiche an: SMT > KG (SMT vs. KG: ES = 1.64 (KI: 0.89 - 2.40). Sie kontrollierten zudem für die Erwartung bzw. Vertrauenswürdigkeit der Probanden an die Behandlung und konnten keinen Zusammenhang zwischen dieser und der Messung der Lebensqualität feststellen. In der Studie von Sharp et al. (2010) wurden nur Unterschiede zwischen den Gruppen mit dem TOI gefunden, nicht aber mit dem FACT-B als Erhebungsmethode [155]. Der TOI zeigt hierbei eine bessere Lebensqualität für die Kopfmassagegruppe (M = 73.06; KI: 70.89–75.23) im Vergleich zur Kontrollgruppe (M = 69.05; KI: 66.90–71.21; p = 0.03) nach 18 Wochen nach der Brustkrebsoperation, nicht aber nach 24 Wochen. Die Interventionsgruppe, welche eine einfache Kopfmassage über 8 Wochen erhielt, zeigte keine Unterschiede zur Kontrollgruppe bei der Erhebung mit dem FACT-B. Aufgrund einer unklaren statistischen Vorgehensweise und fehlender Berichtung von Drop-Outs, ist die Interpretation der Ergebnisse als kritisch zu betrachten. Stringer et al. (2008) fanden nur einen Gruppenunterschied auf der Skala „Need to stay in bed“ für unter anderem die Massagegruppe (M = 12,14) im Vergleich zur Kontrollgruppe (M = 22,10; p = 0.013) [174]. Weitere Angaben zur Erhebung der Lebensqualität werden nicht gegeben. Die Patienten konnten sich hierbei die zu massierenden Körperregionen selbst aussuchen, und die Studie beruht auf einer einmaligen Erhebung. In der Studie von Ovayolu et al. (2014) wurde eine signifikant höhere Lebensqualität in der Massagegruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe gefunden, allerdings traf dies auch für die beiden anderen Interventionsarme zu und schon vor der Intervention wurden Unterschiede in der selbstberichteten Lebensqualität zwischen den Gruppen gefunden [173]. Die Studie von Mustian et al. (2011), welche die gesundheitsbezogene Lebensqualität mit dem FACIT-F bei Brustkrebspatientinnen mit Fatigue erhob, fand keinen signifikanten Unterschied zwischen der (modifizierten) Schwedische Massage- und der Kontrollgruppe und/ oder Zeitpunkten [120].
Das Review von Shin et al. (2016) [189] berichtet von 2 vergleichenden Studien mit einer Massagegruppe und einer Kontrollgruppe ohne signifikanten Unterschied zwischen den Gruppen (Wilkie et al., 2000 [187], N = 29; Soden et al., 2004 [169], N=42) und einer Studie, welche einen kurzfristigen signifikanten Unterschied zugunsten der Interventionsgruppe findet (Toth et al., 2013 [180], N = 30). Hierbei ist zu beachten, dass alle Studien unterschiedliche Erhebungsmethoden nutzten (Graham Scale, Rotterdam Symptom Checklist [RSCL], McGill Scale) und Ergebnisse deshalb möglicherweise wenig vergleichbar sind, zudem zeichnet sich insbesondere die Studie von Toth et al. (2013) durch eine kleine Stichprobe und einen unklaren Randomisierungsprozess aus [180]. Die Studie von Wilkie et al. (2000) zeigt ein unklares Biasrisiko für Verblindung und ein hohes Risiko für Attrition und selektives Berichten [187].
Die vorliegende Studienlage spricht nicht eindeutig für die Wirkung von Massage auf Lebensqualität bzw. Wohlbefinden. Nur eine Studie findet einen Gesamtunterschied für Lebensqualität [166], während andere Studien nur Unterschiede mit bestimmten Messinstrumenten [155] oder auf bestimmten Skalen finden [174]. Aufgrund der hohen Heterogenität der Studien/ der Art der Massage und den teilweise hohen methodischen Mängeln, kann nur von einer tendenziellen und möglicherweise nur kurzfristigen positiven Wirkung von Massage gesprochen werden.
Stimmung/Angst/Depressivität/Affekt (zu Statement 5.11)
Insgesamt 6 Einzelstudien und 5 Studien aus dem systematischen Review von Shin et al. (2016) [189] erfassten Angst-, Depressivitätswerte oder Stimmung. Post-White et al. (2003) erhoben die Stimmung und Angst von über 200 Probanden und verglichen unter anderem eine Massagegruppe, eine Healing Touch Gruppe und eine aktive Kontrollgruppe (Präsenz) mit einer Cross-Over Kontrollperiode [129]. Hierbei zeigte die Massagegruppe geringere Stimmungsschwankungen und Angst im Vergleich zur Kontrollperiode (p = 0.004; p = 0.023). Allerdings zeigte auch die Healing Touch Gruppe geringere Werte für Stimmungsschwankungen im Vergleich zu dessen Kontrollperiode. Somit kann nur der Effekt für Angst als alleinstehender Effekt für Massage betrachtet werden. Diese Studie ist groß angelegt und überzeugt mit statistischer Sorgfalt, auch wenn ein Vergleich zu einer Kontrollperiode aufgrund eines Cross-Over Designs stets mit Vorsicht zu interpretieren ist, da auch zeitliche Faktoren oder andere Umwelteinflüsse nicht ausgeschlossen werden können. Bei Taylor et al. (2003) wurden die Werte der 105 Probanden vor und nach einer OP erfasst. Hierbei wurde unter anderem der aktuelle Angstzustand erfasst (STAI) sowie der positive und negative Affekt (Positive and Negative Affect Schedule, PANAS) [186]. Es zeigte sich kein Gruppeunterschied für die situationsbedingte Angst und es wurden in der Studie keine eindeutigen Ergebnisse beim Affekt beschrieben, wodurch die Studie als nicht aussagekräftig gewertet werden kann. Mehling et al. (2007) fanden bei der Erhebung von depressiver Stimmung, Ängstlichkeit/Anspannung mit dem PIMS-SF bei 138 Krebspatient nur eine Verbesserung der depressiven Stimmung in der Interventionsgruppe (Akupunktur + Massage) im Vergleich zur passiven Kontrollgruppe 3 Tage nach einer Operation (p = 0.003) [184]. Hierbei kann allerdings der Effekt von Akupunktur und Massage nicht sauber voneinander getrennt werden, womit das Ergebnis nicht direkt als positiver Einfluss von Massage gewertet werden kann. Die Autoren Darabpour et al. (2016) fanden durchweg signifikante Gruppenunterschiede nach 5 Wochen zwischen der Massagegruppe und der passiven Kontrollgruppe bei Brustkrebspatientinnen nach einer OP für die globale Skala der affektiven Störungen mit der Affective Control Scale (ACS) (MD = -1.10 (0.46) vs. MD = -0.02 (0.39), p < 0.01), Ärger mit dem ACS (MD = 1.33 (0.78) vs. MD = 0.01 (0.42), p < 0.001), positive Stimmung mit dem ACS (MD = 0.87 (0.50) vs. MD = 0.01 (0.32), p < 0.001), Depressivität mit dem ACS (MD = 1.16 (0.74) vs. MD = 0.13 (1.40), p < 0.001) und Angst mit dem ACS (MD = 1.16 (0.51) vs. MD = 0.01 (0.32), p < 0.001) [182]. In dieser Studie ist die statistische Vorgehensweise nicht nachvollziehbar dargestellt und die Auswertung nicht schlüssig (Interpretation der p-Werte, durchgeführte Analyse), wodurch die Ergebnisse mit Vorsicht zu interpretieren sind. Die Einzelstudie von Listing et al. (2010) erhob die Stimmung bei Brustkrebspatientinnen mit dem Berlin Mood Questionaire (BSF) über 11 Wochen (klassische Massage 2x pro Woche für 5 Wochen vs. Routine Care) [183]. Hierbei wurden nur 2 von 6 Skalen nach 5 Wochen zugunsten der Massagegruppe signifikant (zornig ES = 0.82, ängstlich/depressiv ES = 0.90) und nur noch eine Skala nach den endgültigen 11 Wochen (Müdigkeit ES = 0.79). Bis auf eine geringe Stichprobenzahl, welche vor allem bei Gruppenvergleichen als kritisch anzumerken ist, ist die Studie als methodisch gut einzuschätzen. Sharp et al. (2010) erfassten bei 183 Krebspatientinnen sowohl die Stimmung mit dem MRS als auch Angst und Depressivität mit dem HADS. Hierbei zeigten sich für Stimmung, Angst und Depressivitätswerte keine Unterschiede zwischen den Gruppen und/oder Zeitpunkten über 8 Wochen [155].
Im Review von Shin et al. (2016) [189] fand eine Studie, welche Angst durch STAI-State keinen Unterschied zwischen den Gruppen [178]. In derselben Studie wurden auch langfristige Werte für Angst mit dem SCL-90-R erhoben und dabei keine signifikante Verringerung der Angstwerte gefunden, der durchgeführte Gruppenvergleich ist nicht verständlich dargestellt. Hinsichtlich der Erhebung von Angst mit VAS und HAD konnte in 2 Vergleichen kein Effekt von Massage gefunden werden (Toth et al., 2013 [180], N = 30; Soden et al., 2004 [169], N = 42). Ahles et al. (1999) fanden nur einen mittelfristigen Effekt (p = 0.002 [Gruppenunterschied]), welcher zum Ende der Studie wieder verschwand [175].
Depressivität wurde erhoben mit dem BDI, HADS, POMS, SCL-90 oder PHQ. Hierbei zeigen sich in zwei Vergleichen keine Effekte von Massage auf Depressivität [175][169] und in einem Vergleich ein signifikanter Unterschied zugunsten der Massagegruppe (Krohn et al., 2011 [179], N = 34, Kurzzeiteffekt). Der Gruppenvergleich in der Studie von Hernandez-Reif et al. (2004) (N = 34) ist nicht verständlich dargestellt, ein Unterschied wird aber nicht explizit von den Autoren erwähnt [178]. Alle Ergebnislagen zu Angst und Depressivität werden von den Autoren des Reviews als wenig aussagekräftig bewertet. In einem Vergleich der Stimmung mit dem Berlin Mood Questionaire (BSF) konnte kein Gruppenunterschied zwischen Massage und Kontrollgruppe gefunden werden [179]. Bei der Studie von Krohn et al. ist kritisch anzumerken, dass sie ihre Ergebnisse nur grafisch darstellen und keine Mittelwerte oder Standardabweichungen bezüglich den Depressivitäts- und Stimmungsdaten berichten.
Bezüglich der Besserung der Stimmung kann keine eindeutige Aussage über die Wirkung von Massage getroffen werden. Obwohl in zwei Studien eine tendenziell positive Wirkung beobachtet werden kann [182][129], finden zwei Studien keinen signifikanten Gruppenunterschied [179][155] und bei einer weiteren Studie, wurden zu wenig Skalen signifikant, um das Ergebnis vollends als positiven Effekt zu interpretieren [183]. Die Wirkung von Massage auf Angst wird von 7 Studien auf unterschiedliche Arten erfasst, hierbei zeigten nur 2 Studien einen positiven Effekt [182][129] und eine Studie nur einen kurzfristigen positiven Effekt [175]. Aufgrund dessen kann nicht von einer Wirksamkeit von Massage gesprochen werden. Ebenfalls 7 Studien erhoben Depressivität, dabei zeigte sich bei 3 Studien ein positiver Effekt von Massage [182][179][184], davon lässt sich in einer Studie der Massageeffekt nicht von der Akupunktur trennen und in einer anderen ist der Effekt nur kurzweilig. Es kann deshalb nicht von einer belegten Wirkung von Massage auf Depressivität ausgegangen werden.
Psychologische/ physiologische Symptome
Ovayolu et al. (2014) erfassten mit dem RSCL psychologischen Distress und auch physiologischen Distress verursacht durch Krebssymptomatik bei 280 Brustkrebspatientinnen. Randomisiert in 3 Gruppen, erhielten diese über 1 Monat entweder 3-mal wöchentlich eine klassische Massage, eine Massage mit Aromatherapie, nur eine Aromatherapie oder keine Intervention (Kontrollarm). 6 und 10 Wochen nach der Intervention zeigten sich signifikante Verbesserungen in allen Interventionsgruppen im Vergleich zur Kontrollgruppe (p’s < 0.001), verursacht durch eine Verbesserung in den Interventionsarmen und eine Verschlechterung im Kontrollarm [173]. Hinsichtlich psychologischer Symptome und physiologischer Symptome wird im Review von einer Studie berichtet, welche keine Unterschiede zwischen der Massage- und Kontrollgruppe findet (Soden et al., 2004 [169], N = 42, erhoben mit RSCL).
Aufgrund der geringen und widersprüchlichen Studienlage kann keine eindeutige Aussage getroffen werden.
Schmerz (zu Statement 5.12)
Es wurden 6 Studien in dieses Statement einbezogen, davon finden nur zwei Studien einen positiven Effekt. Post-White et al. (2003) fanden nur kurzfristige Effekte mit einer höheren Schmerzlinderung in der Massagegruppe im Vergleich zur Cross-Over Kontrollperiode (p < 0.001) [129]. Sie fanden allerdings keine Unterschiede zwischen Gruppen und/oder Zeitpunkten für die Erhebung der Schmerzinterferenz im Alltag (BPI). Die Studie zeigte hingegen eine verringerte NSAID Nutzung während der Massageintervention im Vergleich zur Kontrollperiode (p = 0.018, [n = 230, 1x pro Woche Massage für insgesamt 4 Wochen, dann Wechsel in Kontrollperiode für 4 Wochen]). Zur Erhebung der kurzfristigen Effekte für Schmerz wurde allerdings nur ein Item genutzt und der Vergleich der Gruppen mit einer zeitlich versetzten Kontrollperiode ist mit Vorsicht zu interpretieren. In der Studie von Taylor et al. (2003) geht es vorwiegend um postoperative Schmerzen, welche durch eine Massage gelindert werden sollen [186]. Die 105 Probanden starke Studie begleitet diese bis zum 2. Postoperativen Tag und behandelt die Patienten zusätzlich zur Standardbehandlung mit einer täglichen schwedischen Massage oder einer Vibrationstherapie bzw. keiner weiteren Behandlung. Zwar finden die Autoren zunächst niedrigere Werte für affektiven und sensorischen Schmerz in der Massagegruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe, aber nach der Korrektur für multiples Testen verschwinden die Effekte über alle Erhebungszeitpunkte wieder. Mehling et al. (2007) erfasste die Schmerzen von 138 Patienten (Akupunktur + Massage vs. Usual Care) verschiedenster Krebsarten über eine OP hinweg, bis zum 3. Postoperativen Tag [184]. Die Interventionsgruppe zeigte eine deutliche Verringerung der Schmerzen zu Post-OP Tag 3 im Vergleich zur Kontrollgruppe (MD = -1.4, SD = 2.2 vs. MD = -0.6, SD = 2.3, p = 0.04, ES = 0.36) und einen Gruppenunterschied zwischen den Schmerzkurzen über die Zeitpunkte (Tage) hinweg (p = 0.038). Allerdings kann der Effekt der Massage nicht von dem Effekt der Akupunktur getrennt werden. Der sehr vielversprechende Effekt ist zudem für einen kurzen Zeitraum aufgetreten, es ist unklar ob dieser sich auch über längere Zeit halten würde.
Im Review [189] wird von 2 Studien berichtet, welche Schmerz mit dem PAT oder SNVR erheben. Diese Studien finden keine signifikanten Gruppenunterschiede [180][187]. Eine weitere Studie führt keinen eindeutigen Gruppenvergleich durch [169]. Das Ergebnis wurde von den Autoren des Reviews als wenig aussagekräftig bewertet, da die Studien starke methodische Mängel aufweisen.
Zusammenfassend kann aufgrund der Studienlage nicht von einem Effekt der Massage auf Schmerzsymptomatik bzw. Schmerzlinderung ausgegangen werden. Die zwei Studien, welche einen Effekt finden, finden diesen nur mit einem Erhebungsinstrument in einem besonderen Design [129] oder der Effekt kann nicht eindeutig auf Massage zurückgeführt werden [184].
Stress/ Distress/ Entspannung (zu Statement 5.13)
Die Studie von Sharp et al. (2010) mit 183 Probanden untersuchte Entspannung bei Brustkrebspatientinnen. Sie fanden eine höhere Entspannung in der der Kopfmassagegruppe (M = 100.23; KI: 90.77 – 109.69) im Vergleich zur Kontrollgruppe (M = 74.02; KI: 64.58 – 83.45; p < 0.0005) nach 18 Wochen Post-OP [155]. Nach 24 Wochen Post-OP konnte kein Gruppenunterschied mehr festgestellt werden. Taylor et al. (2003) nutzten schwedische Massage bei Patienten nach einer Operation für 3 Tage und erhoben dabei Distress auf einer 10-stufigen Ratingskala [186]. Nach 3 Tagen zeigten sich niedrigere Distresswerte für die Gruppe, welche eine Massage erhielten im Vergleich zur Kontrollgruppe (p = 0.0085). Diese Gruppenunterschiede verschwinden allerdings wieder, als die Autoren für multiples Testen kontrollieren. Die Studie sowie die Stichprobencharakteristika sind wenig detailliert beschrieben, und es fehlen Berichterstattungen zu anderen Endpunkten. Die Einzelstudien von Listing et al. (2010) [183] und Rauchfuß et al. (2010) [188] fanden keine Gruppenunterschiede in der Stresswahrnehmung (PSQ) zwischen den Massage- und den Kontrollgruppen.
Post-White et al. (2003) nutzten ein Cross-Over Effekt und konnten so die Intervention mit einer Massage für 4 Wochen mit einer Kontrollperiode (Standardbesuche) vergleichen [129]. In der Massagegruppe zeigten sich bessere Werte für die Herzfrequenzrate und den systolischen und diastolischen Blutdruck im Vergleich zur Kontrollperiode (p’s < 0.001). Dieser Effekt besteht allerdings nur unmittelbar, also durch einen Prä-Post Vergleich in den jeweiligen Sitzungen. Das besondere Design stellt hierbei einen Sonderfall im Vergleich zu anderen Studien dar. Taylor et al. (2003) fanden keinen Gruppenunterschied für Kortisol (N = 146; p = 0.6646) [186]. Listing et al. (2010) erfassten Kortisol und Serotonin bei 34 Brustkrebspatientinnen über 11 Wochen (Massage 2x pro Woche, über 5 Wochen vs. Standardversorgung) und finden keine Gruppenunterschiede [183]. Auch Stringer et al. (2008) untersuchten den Kortisolspiegel, jeweils 30 min. nach der Interventionssitzung (n = 39) [174]. Diese Studie stellt eine einmalige Erhebung dar, und zeigt einen kurzzeitigen Gruppenunterschied mit niedrigeren Kortisolwerten in der Massagegruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe (M- = -6; p < 0.0005). Es zeigten sich keine Unterschiede mehr nach 60, 90 oder 120 Minuten nach der Intervention.
Die Studienlage gibt keinen Hinweis auf die Besserung von Entspannung oder Erniedrigung von Distress oder allgemeinem Stress durch Massageanwendungen.
Übelkeit/ Erbrechen (zu Statement 5.14)
Die Studie von Mehling et al. (2007) fand keine Unterschiede zwischen den Gruppen (n = 230) oder Zeitpunkten (4/8 Wochen) für Übelkeit oder dessen Interferenz mit dem Alltag (10 Punkt Likert Skala und BNI) [184]. Collinge et al. (2013) nutzten einen Selbstbericht, in dem die Anzahl des Erbrechens der letzten 24 Stunden angegeben werden sollte und die Numeric Rating Scale (NRS) zur Erfassung der Übelkeit. Es zeigten sich über 3 Post-operative Tage keine Gruppenunterschiede für die beiden Erhebungsmethoden [168].
Aufgrund der geringen Datenlage kann keine eindeutige Aussage über die Wirkung von Massage auf die Verringerung von Erbrechen oder Übelkeit getroffen werden, die beiden vorliegenden Studien zeigen allerdings keinen Hinweis auf einen positiven Effekt.
Körperlicher Gesundheitszustand/ Erschöpfung
Rauchfuß et al. (2010) erhoben mit dem SF-8 den körperlichen, psychischen und sozialen Gesundheitszustand bei 115 Brustkrebspatientinnen über 5 Wochen. 50 Patientinnen erhielten 2-mal wöchentlich eine klassische Massage und 36 Patientinnen erhielten die Standardbehandlung [188]. Nach 5 Wochen zeigten sich nur Veränderungen auf der körperlichen Skala. Die Interventionsgruppe zeigt eine höhere Verringerung der allgemeinen physischen Beschwerden im Vergleich zur Kontrollgruppe (MD = 3,47 [KI: 0,71–6,22]; p = 0.015), sowie der körperlichen Schmerzen (M = 5,78 [KI: 2,58–8,98]; p = 0.001) und eine erhöhte Gesundheitswahrnehmung im Vergleich zur Kontrollgruppe (MD = 2,55 [KI: 0,39–4,72]; p = 0.02). Weitere 6 Wochen später verbleibt der Unterschied der körperlichen Schmerzen signifikant (MD = 4,24 [KI: 0,88–7,61]; p = 0.01). Zusätzlich zeigen sich signifikant geringere Erschöpfungswerte in der Interventionsgruppe nach 5 Wochen (GBB; p = kA). Positiv an dieser Studie ist die gründliche Voruntersuchung der Probanden und deren Vergleichbarkeit, die Darstellung der Ergebnisse insbesondere der statistischen Werte und die Beschreibung der Patientencharakteristika ist allerdings unzureichend.
Aufgrund einzelner Studien kann keine Aussage zur Wirkungsweise getroffen werden.
Postoperative Komplikationen + Krankenhausaufenthalt + Kosten
In der Studie von Taylor et al. (2003) konnte bei 146 Patienten nach einer Abdominal Laparotomie kein Unterschied bezüglich Komplikationen oder Länge des Krankenhausaufenthaltes zwischen einer Massage- und einer Vibrationstherapiegruppe gefunden werden (p = 0.7691; p = 0.2471) [186]. In der Studie von Mehling et al. (2007) wurden die Behandlungskosten von Patienten, welche an den postoperativen Tagen 1, 2 und 3 eine Massage mit Akupunktur oder nur die übliche Standardversorgung erhielten verglichen. Es fanden sich keine Unterschiede zwischen den Armen (p = 0.66) [184].
Aufgrund der Studienlage kann nicht von einem Einfluss von Massage auf die erhobenen Variablen ausgegangen werden.
5.5.4 Massage vs. Aromatherapiemassage
In diesem Abschnitt wird nur von Vergleichen zwischen einer Massagegruppe mit Aromatherapie und einer Massagegruppe ohne Aromatherapie berichtet. Damit wird auf den Mehrwert von Aromatherapie im Vergleich zur einfachen Massage eingegangen. In diesen Abschnitt wurden 3 Einzelstudien [151][173][174] und 2 Studien aus dem systematischen Review von Shin et al. (2016) [189] einbezogen [169][170]. Hierbei stellt die Studie von Dyer et al. (2013) einen Vergleich zwischen Reflextherapie und Aromatherapie plus Massage auf, auf den kurz eingegangen wird [151]. Für detailliertere Beschreibungen sei auf die Empfehlungen zu Reflextherapie (Kapitel 5.4) verwiesen.
Folgende Studien haben weitere Vergleichsgruppen eingeschlossen, deren Vergleiche in anderen Kapiteln aufgeführt werden: Ovayolu et al. (2014) [173], weitere Vgl. siehe 3. Massage vs. passive Kontrollgruppe, 5. Aromatherapiemassage vs. Kontrollgruppe; Stringer et al. (2008) [174], 3. Massage vs. passive Kontrollgruppe, 5. Aromatherapiemassage vs. Kontrollgruppe; Soden et al. (2004) [169], 3. Massage vs. passive Kontrollgruppe, 5. Aromatherapiemassage vs. Kontrollgruppe.
Allgemeines Wohlbefinden/ Lebensqualität (zu Statement 5.10)
Insgesamt 5 Studien erhoben Lebensqualität (davon 2 aus dem systematischen Review von Shin et al., 2016 [189]). In die Studie von Ovayolu et al. (2014) wurden 280 Brustkrebspatientinnen eingeschlossen, welche gleichmäßig in 4 Gruppen eingeteilt wurden (Dauer 1 Monat: Massage, Aromatherapie, Massage mit Aromatherapie 3x wöchentlich, keine Behandlung) [173]. Es kann keine Aussage zu der Wirksamkeit der Interventionen gemacht werden, da keine Gruppenvergleiche zwischen der Massage und der Aromatherapiemassage durchgeführt wurden, auch wurden schon vor der Intervention Unterschiede in der selbstberichteten Lebensqualität zwischen den Gruppen gefunden. Die Studie von Dyer et al. (2013) erhob das allgemeine Wohlbefinden mit dem MyCaw bei 115 Krebspatient über etwa 10 Wochen [151]. Sie fanden eine signifikante und klinische Verbesserung bei der Aromatherapie mit Massage und der Reflextherapiegruppe. Da sich beide Gruppen positiv entwickelten, fand sich kein Gruppenunterschied (MD = 0.45 [95%KI -0.12, 1.03], p = k.A.). Die Autoren erhoben zudem Sorgen und Probleme der Patienten und fanden bei der Angabe der 1. Sorgen und Bedürfnisskala einen Gruppenunterschied von MD = 0.453 (SE = 0.323) zugunsten der Aromatherapie mit Massage, allerdings war dies signifikant weniger als der angestrebte Unterschied von einem Punkt (p = 0.046). Auf der 2. Skala fanden sie signifikante und klinische Verbesserungen in beiden Gruppen und dadurch keinen signifikanten Gruppenunterschied (MD = 0.54 ([95%KI -0.14, 1.22], p = k.A.). Stringer et al. (2008) fanden keinen Gruppenunterschied zwischen der Aromamassage und Massagegruppe [174]. Es werden unzureichende Informationen zur Erhebung der Lebensqualität gegeben. Die Studie beruht auf einer einmaligen Erhebung und die zu massierenden Körperstellen wurden vom Probanden selbst gewählt.
Das Review von Shin et al. (2016) [69] berichtet von 2 Studien, welche ebenfalls keine Unterschiede zwischen den Massagegruppen für die Erhebung der Lebensqualität mit dem RSCL finden konnten (n = 42, Soden et al., 2004 [169]; n = 103, Wilkinson et al., 1999 [170]). Die Autoren schlussfolgern, dass die Ergebnisse der beiden Studien sehr unzuverlässig sind.
Trotz hoher Heterogenität der Studien kann aufgrund der dargelegten Ergebnisse, nicht von einem Mehrwert zur Besserung der Lebensqualität von Aromatherapie zu nur (Reflex-) Massage ausgegangen werden.
Stimmung/ Angst, Depressivität/ Affekt (zu Statement 5.11)
Das Review von Shin et al. (2018) [69] berichtet von einer Studie, welche Angst mit dem STAI-State erhoben hat und keine Gruppenunterschiede bei mittelfristigen Follow-ups findet (n = 103, Wilkinson et al., 1999 [170]). Eine weitere Studie erhob Angst- und Depressivitätswerte mit dem HADS und berichtet von keinen signifikanten Gruppenunterschieden (n = 42; Soden et al., 2004 [169]).
Aufgrund der geringen Evidenzlage kann keine Aussage zur zusätzlichen Wirkungsweise von Aromatherapie auf Angst- und Depressivitätswerte getroffen werden.
Psychologische/ physiologische Symptome/ Distress (zu Statement 5.13)
Ovayolu et al. (2014) erfassten psychologische und auch physiologische Symptome/ Distress verursacht durch Krebssymptomatik mit der RSCL bei 280 Brustkrebspatientinnen [173]. Randomisiert in 3 Gruppen, erhielten diese über 1 Monat entweder 3-mal wöchentlich eine klassische Massage, eine Massage mit Aromatherapie, nur eine Aromatherapie oder keine Intervention (Kontrollarm). 6 und 10 Wochen nach der Intervention zeigten sich signifikante Verbesserungen in allen Interventionsgruppen (p’s < 0.001) und eine Verschlechterung im Kontrollarm. Leider führen die Autoren keinen Gruppenvergleich zwischen den Interventionsarmen durch, auch wenn sie angeben, dass die Gruppe welche sowohl Massage als auch Aromatherapie erhält, die größte Verbesserung zeigt. Somit können die Wirkweisen der Interventionen nicht voneinander getrennt werden.
Im Review von Shin et al. (2016) [189] wird von 2 Studien berichtet, die keine mittelfristigen Unterschiede für psychologische Symptome erhoben mit dem RSCL finden (n = 42, Soden et al., 2004 [169]; n = 103, S. Wilkinson et al., 1999 [170]).
Aufgrund der widersprüchlichen Datenlage kann nicht von einer Wirkung von Massage auf psychologische oder physiologische Symptome bzw. Distress ausgegangen werden.
Schmerz (zu Statement 5.12)
Eine Studie aus dem Review von Shin et al. (2016) [189] findet keine langfristigen Vorteile von Aromamassage bei der Reduzierung von Schmerz Symptomatiken (VAS; n = 42, Soden et al., 2004 [169]). Es wurde kein Gruppenvergleich durchgeführt.
Aufgrund der geringen Datenlage kann keine Aussage getroffen werden.
Stress/ Entspannung (zu Statement 5.13)
Dyer et al. (2013) erhoben Entspannung mit dem VAS bei 115 Patienten (Reflextherapie vs. Aromatherapie mit Massage) mit verschiedenen Krebsarten [151]. Sie konnten weder Kurzzeit- noch Langzeiteffekte feststellen (p = 0.489; p = 0.408).
Stringer et al. (2008) untersuchten den Kortisolspiegel als Indikator für das Stressempfinden jeweils 30 min. nach der Interventionssitzung [174]. Die 39 Probanden wurden in 3 Gruppen randomisiert (13x Aromamassage, 13x Massage, 13x aktive Kontrolle mit Ruhen und Lesen). Diese Studie stellt eine einmalige Erhebung dar ohne stetiges Massageprotokoll, und zeigt keinen Gruppenunterschied.
Aufgrund der geringen Datenlage kann keine Aussage getroffen werden.
5.5.5 Aromatherapiemassage vs. Kontrollgruppe
In diesem Abschnitt wird nur von Vergleichen zwischen einer Massagegruppe mit Aromatherapie und einer Kontrollgruppe berichtet. Damit wird auf den alleinigen Effekt von Aromatherapiemassage eingegangen. In diesem Abschnitt wurden 2 Einzelstudien (Ovayolu et al., 2014 [173] [Kontrollgruppe: Keine Massage]; Stringer et al., 2008 [174] [KG: Ausruhen/Lesen]) und 4 Studien aus dem systematischen Review von Shin et al. (2016) [189] einbezogen (Listing et al., 2009 [190] [KG: Usual Care]; Soden et al., 2004 [169] [KG: Usual Care]; Wilcock et al., 2004 [191] [KG: Usual Care]; Wilkinson et al., 2007 [192] [KG: Keine Massage]).
Folgende Studien haben weitere Vergleichsgruppen eingeschlossen, deren Vergleiche in anderen Kapiteln aufgeführt werden: Ovayolu et al. (2014) [173], weitere Vgl. siehe 3. Massage vs. passive Kontrollgruppe, 4. Massage vs. Aromatherapiemassage; Stringer et al. (2008) [174], weitere Vgl. siehe 3. Massage vs. passive Kontrollgruppe, 4. Massage vs. Aromatherapiemassage; Soden et al. (2004) [169], weitere Vgl. siehe 3. Massage vs. passive Kontrollgruppe, 4. Massage vs. Aromatherapiemassage.
Allgemeines Wohlbefinden/ Lebensqualität
In die Studie von Ovayolu et al. (2014) wurden 280 Brustkrebspatientinnen eingeschlossen, welche gleichmäßig in 4 Gruppen eingeteilt wurden (Dauer 1 Monat; Massage vs. Aromatherapie, Aromatherapiemassage 3x pro Woche vs. Usual care) [173]. Es wurden signifikante Verbesserungen in den Interventionsgruppen in der allgemeinen Lebensqualität im Vergleich zur Kontrollgruppe gefunden (p < 0.05) und für die Subdomänen „allgemeines Wohlbefinden“, „Appetit“ und „sexuelle Funktion“ (alle p’s < 0.001), „physischen Symptomen und Aktivität“ und „medizinische Interaktion“ (p < 0.05). Es wurden schon vor der Intervention Unterschiede in selbstberichteter Lebensqualität zwischen den Gruppen gefunden, allerdings wurden darüber keine weiteren Informationen geliefert. Obwohl berichtet wird, dass die höchste Steigerung für Lebensqualität in der Aromatherapiemassagegruppe stattfindet, auch im Vergleich zu den anderen Gruppen, wird dazu keine statistische Untermauerung gegeben. Stringer et al. (2008) fanden einen Gruppenunterschied auf der Unter-Skala „Need to stay in bed“ zugunsten der Aromamassage (M = 14,15) im Vergleich zur Kontrollgruppe (M = 22,10; p = 0.05), nicht aber für die allgemeine Lebensqualität [174]. Weitere Angaben zur Erhebung der Lebensqualität werden nicht gegeben. Die Massage kann nicht als vergleichbar zwischen den Probanden angesehen werden, da sich die Probanden die zu massierenden Körperstellen selbst aussuchen konnten.
Das Review von Shin et al. (2016) [189] berichtet von einer Studie, welche zu Erhebung MYMOP nutzte um den mittelfristigen Effekt auf Lebensqualität im Follow-Up zu messen [191]. Sie finden hierbei bessere Werte für die Aromamassagegruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe (n = 29, MD = -2.00, 95% KI -3.46, -0.54 [geringere Werte bedeuten höhere QoL]). Trotz Erhebung von 40 Patienten, wird nur von 29 Patienten berichtet. In zwei anderen Studien wird hingegen von keinen signifikanten Unterschieden berichtet (RSCL, EORTC; n = 42, Soden et al., 2004 [169]; n = 221, Wilkinson et al., 2007 [192]).
Die Evidenzlage gibt Hinweis auf einen positiven Einfluss von Aromatherapiemassage auf die Lebensqualität von Krebspatienten. Hierbei ist die Erhebung der Lebensqualität ein subjektives Maß und im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, sind die Aufmerksamkeits- und Berührungseffekte bezüglich der Besserung der Werte bei der Interpretation zu beachten.
Physiologische/psychologische Symptome/ Distress
Soden et al. (2004) fanden keine signifikanten Gruppenunterschiede bei der Erhebung des physischen Symptom Distress mit dem RSCL mit insgesamt 42 Patienten [169]. Ovayolu et al. (2014) erfassten psychologischen Distress und auch physiologischen Distress, verursacht durch Krebssymptomatik mit der RSCL bei 280 Brustkrebspatientinnen (Dauer 1 Monat; Massage vs. Aromatherapie, Aromatherapiemassage 3x pro Woche vs. Usual care) [173]. Es zeigten sich signifikante Verbesserungen in allen Interventionsgruppen im Vergleich zur Kontrollgruppe (p’s < 0.001). Leider führen die Autoren keinen Gruppenvergleich zwischen den Interventionsarmen durch, auch wenn sie angeben, dass die Gruppe welche sowohl Massage als auch Aromatherapie erhält, die größte Verbesserung zeigt.
Aufgrund der geringen Evidenzlage kann keine eindeutige Aussage zur Wirksamkeit von Aromatherapiemassage auf physische und psychische Symptomatiken getroffen werden. Obwohl die Studie von Ovayolu et al. (2014) einen positiven Effekt in den Interventionsgruppen zeigt, ist die Studie zu wenig detailliert beschrieben, hierbei insbesondere die Charakteristika der Stichprobe um eine verlässliche Aussage zu treffen [173].
Stimmung/ Angst/ Depressivität/ Affekt
Im systematischen Review von Shin et al. (2016) [189] haben 3 Vergleichsstudien stimmungsbezogene Variablen erhoben. In der Studie von Wilkinson et al. (2007) konnte eine höhere Absenkung der Angst in der Aromatherapie- im Vergleich zur Kontrollgruppe gefunden werden für 6 und 10 Wochen bei der Erhebung mit dem Selbstbericht STAI (n = 221) [192]. Wiederrum zeigten sich Gruppenunterschiede nur für 6 Wochen bei der Erhebung mit dem SCID (Structured Clinical Interview for DSM-5), mit dem klinisch relevante Angst und Depressivität gemessen wird. Im Gegensatz dazu konnten bei der Erhebung der Depressivität mit dem CES-D keine Unterschiede zwischen den Gruppen für 6 oder 10 Wochen gefunden werden. Eine weitere Studie von Soden et al. (2004) (n = 42) nutzte den HADS zur Erhebung von Angst- und Depressivitätswerten und konnte damit keine langfristigen Effekte für Aromatherapiemassage feststellen [169]. Bei der Erhebung der Stimmungsschwankungen mit dem POMS konnten keine mittelfristigen Gruppenunterschiede gefunden werden (n = 29; Wilcock et al., 2004 [191]).
Die Studienlage gibt zusammengefasst keinen hinreichenden Hinweis auf die positive Wirkung von Aromatherapiemassage auf Angst- und Depressivitätswerte oder die allgemeine Stimmungsbesserung. Die Studie von Wilkinson et al. (2007), welche zumindest einen positiven Effekt bei der Besserung der Angstwerte findet, konnte diese im klinisch relevanten Ausmaße aber nur kurzfristig finden [192]. Hierbei ist zu beachten, dass die Stichprobe zu einem hohen Teil vor der Erhebung klinisch relevante Depressivitäts- und Angstwerte aufzeigt, so dass der gefundene Effekt möglicherweise spezifisch für diese Stichprobe, aufgrund höherer Ausgangswerte und klinischer Symptomatik, auftrat.
Schmerz
Das Review von Shin et al. (2016) [189] berichtet von 3 für dieses Statement relevante Studien. Soden et al. (2004) finden keinen Langzeiteffekt von Aromatherapie auf die Schmerzintensität. Es wurden allerdings keine Gruppenvergleiche durchgeführt [169]. Wilkinson et al. (2007) (n = 221) findet keine signifikanten Gruppenunterschiede in der kurz-, mittel- oder langfristigen Schmerzlinderung erhoben mit dem EORTC [192]. Eine weitere Studie berichtet von keinen Unterschieden bezüglich mittel- oder langfristiger Linderung von Gliederschmerzen, allerdings von einer größeren mittel- und langfristigen Linderung des Ganzkörper-Schmerzes (erhoben mittels SF-8) in der Aromamassagegruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe (Mittelfristig: MD = 5.30, 95% KI 1.52, 9.08; Langfristig: MD = 3.80, 95% KI 0.19, 7.41; n = 86) [190]. Aufgrund von Limitationen im Studiendesign und weiteren Mängeln, wurde die Qualität dieses Gesamtergebnisses zu Schmerz von den Autoren als sehr niedrig eingestuft.
Aufgrund der Evidenzlage kann nicht von einem positiven Effekt von Aromatherapiemassage auf Schmerzlinderung ausgegangen werden. Nur eine Studie berichtet von Schmerzlinderungen, allerdings weist diese Studie ein hohes Biasrisiko bezüglich der Randomisierung auf, wodurch die Ergebnisse nicht zweifellos interpretierbar sind.
Symptome in Verbindung mit Arm und Brust
Eine Studie im Review von Shin et al. (2016) [189] nutzte das EORTC QLQ-BR23 um Symptome bei 86 Krebspatientinnen zu messen [190]. Es wurden keine Gruppenunterschiede für „Arm Symptome“ beim mittel- und langfristigen Follow-up gefunden. Allerdings wurden Unterschiede für die Erleichterung der „Brust Symptome“ zugunsten der Aromatherapiemassagegruppe beim langfristigen Follow-Up gefunden (MD -9.80, 95% KI -19.13, -0.47).
Das Review gibt keine weiteren Auskünfte zu dieses Ergebnis, ordnet der Studie von Listing et al. (2009) allerdings ein hohes Biasrisiko bezüglich der Randomisierung zu und unklare Biasrisiken für weitere methodische Merkmale [190].
Physiologie
Stringer et al. (2008) untersuchten den Kortisolspiegel als Indikator für Stressempfinden, jeweils 30 min. nach der Interventionssitzung [174]. Die 39 Probanden wurden in 3 Gruppen randomisiert (13x Aromamassage, 13x Massage, 13x Kontrolle). Es wurden keine Unterschiede zwischen der Aromamassage- und der Kontrollgruppe berichtet.
Studien mit gravierenden Mängeln bzw. hohem Verzerrungsrisiko, die nicht als Grundlage für eine Empfehlung/ Statement herangezogen wurden
Folgende Studien zeigen in dem Maße Mängel, dass die Ergebnisse nicht interpretiert werden können und deshalb nicht in die Empfehlungen/ Statements eingeschlossen wurden.
Die Studie von Miladinia et al. (2017) weist gravierende methodische Mängel auf [196]. Es geht z.B. nicht hervor, ob 86 oder 60 Leukämie-Patienten teilgenommen haben, wann die Daten erhoben wurden, wie die Daten ausgewertet wurden und ob die zwei Gruppen, in welche die Patienten eingeteilt wurden, auch vergleichbar waren. Es können daher keine Ergebnisse berichtet werden. Die Studie von Grealish et al. (2000) zeichnet sich durch ein besonderes Design aus [193]. Die eingeschlossenen 103 Patienten wurden in 3 Gruppen eingeteilt. Und erhielten jeweils in unterschiedlicher Reihenfolge an 3 aufeinanderfolgenden Tagen 2x eine Massage der Füße und unteren Gliedmaßen und 1x einen Ruhetag mit stillen Aktivitäten wie Lesen oder TV schauen. Es wurde dabei die Höhe des Schmerzes, Entspannung, Übelkeit und die Lebensqualität erhoben. Es wurden keine direkten Gruppenvergleiche oder Vergleiche zwischen den einzelnen Bedingungen durchgeführt. Es wird keine Auskunft über Rahmenbedingungen oder Verblindung gegeben, wodurch die Ergebnisse schwer interpretierbar sind. In der Vergleichsstudie von Kashani und Kashani (2014) wurde der Einfluss von Massage auf die subjektive Schlafqualität bei Brustkrebspatientinnen untersucht [194]. Dabei wurden Brustkrebspatientinnen zufällig einer von zwei Gruppen zugeteilt. Eine Gruppe erhielt eine normale medizinische Behandlung, die andere Gruppe erhielt zusätzlich 3x pro Woche eine 20-minütige Effleurage Massage. Die Studie wirkt zunächst methodisch und statistisch gut nachvollziehbar, allerdings ist die Ergebnisdarstellung ungenau und nicht interpretierbar. Die Studie weist einige Zahlendreher im Text auf und die Darstellung der Ergebnisse in den Tabellen ist aufgrund oberflächlicher und fehlerhafter Angaben der p-Werte nicht interpretierbar. Auch einige Ergebnisse, welche im Text beschrieben werden und Angaben zur Medikamentennutzung ergeben keinen Sinn. Bei Hodgson und Lafferty (2012) wurden 18 Pflegeheimbewohner mit bereits abgeschlossener Krebsbehandlung zufällig in zwei Gruppen eingeteilt [152]. Eine Gruppe hat zuerst über vier Wochen eine schwedische Massage der unteren Extremitäten bekommen und anschließend über vier Wochen eine Reflextherapie der unteren Extremitäten. Die andere Gruppe hat ebenso beide Therapien erhalten, aber in anderer Reihenfolge. Obwohl der Versuchsaufbau einem bewährten Vorgehen entspricht, ist die statistische Auswertung nicht nachvollziehbar dargestellt und fehlerhaft durchgeführt. Es wird nicht erklärt, wann genau die Daten erhoben worden sind und wie die Daten zu den einzelnen Behandlungen zusammengerechnet wurden und es wurde ein falscher statistischer Test verwendet. Es lassen sich daher keine Schlüsse aus dieser Studie ziehen. Die Studie von Lai et al. (2011) vergleicht die Wirkung von Aromamassage, einfacher Massage und keiner Massage auf Verstopfung bei Patienten im fortgeschrittenen Krebsstadium [195]. Die Aroma- und einfache Massage fanden über 5 aufeinanderfolgende Tage, täglich für jeweils 15-20min statt. Aufgrund der sehr geringen Stichprobe und den falschen statistischen Tests lassen sich die Ergebnisse nicht eindeutig interpretieren.
5.5.6 Nebenwirkungen von Massage
Massagestudien
In diesen Abschnitt werden auch nicht-randomisiert-kontrollierte Studien eingeschlossen. Das Review von Shin et al. (2016) [189] schloss 19 Studien ein. Davon berichten 2 Studien von keinen Neben- oder Wechselwirkungen [178][180]. Eine Studie berichtet von 3 Patienten (1x Interventionsarm, 2x Kontrollarm), welche zum Follow-Up nach 5 Tagen aufgrund von physischem Stress die Studie abbrachen und einem Patient, welcher aufgrund von wahrgenommenem Stress (Kontrollarm) abbrach [167]. Jedoch berichtet kein Patient von Nebenwirkungen durch die Massage-Intervention. Diese Studie wurde mit Patienten durchgeführt, welche aufgrund von Metastasen an Knochenschmerzen litten. Davon abgeleitet sind diese Personen stetig unter großem Schmerz und physischem Distress, wodurch das Abbrechen der Studie nicht eindeutig auf die Massage zurückführbar ist. Der Drop-Out ist mit 4 von 72 Probanden zudem als sehr gering einzustufen. In der Studie von Darabpour et al. (2016) verließen 7 Patienten die Studie aufgrund von gastrointestinalen Beschwerden. Allerdings ist aus der Berichterstattung nicht herauszulesen, in welchem Arm (Schwedische Massage vs. Routine Care) diese Nebenwirkungen aufgetreten sind [182]. In der Studie von Kinkead et al. (2018) wurden die Nebenwirkungen systematisch bei jedem Besuch des Patienten abgefragt [166]. Es traten Interventionsunabhängige Druckstellen/Blutergüsse an Stellen der Venenpunktion der Patienten auf (12/39). Wiederrum berichteten 2 von 39 Patienten von Hyperextension durch das Liegen auf dem Massagetisch bei der Light Touch oder der Massagebehandlung. Es wurden keine Unterschiede zwischen den Gruppen bezüglich der Häufigkeit gefunden und es wurden keine schwerwiegenden Nebenwirkungen (Serious Events) berichtet. In der Studie von Listing et al. (2010) wurden die Nebenwirkungen nicht systematisch, sondern über Selbstauskünfte der Patienten erfasst. Von den 17 Patienten in der Interventionsgruppe (Schwedische Massage) berichtete jeweils ein Patient von erhöhtem Blutdruck und Rückenschmerzen (nach der 3. Sitzung) [183]. Die erhöhten Rückenschmerzen konnten in der darauffolgenden Sitzung behoben werden.
Piil et al. (2016) berichteten von einem Fall von Gürtelrose in der Massagegruppe, aufgrund dessen der Proband die Studie verlies [197]. Eine genauere Betrachtung zeigte, dass dieses Symptom nicht im Zusammenhang mit der Massage steht. Im Review von Deng et al. (2013) wurden bei der Recherche über die Sicherheit von Massagen 2 Publikationen gefunden [198]. Sie berichten, dass im systematischen Review von Ernst et al. (2003) 16 Fallstudien und 4 Fallserien gefunden wurden, welche Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Massagen berichten [199]. Diese Nebenwirkungen umfassen zerebrovaskuläre Unfälle, Verschiebung der Harnleiterschiene, Embolisierung, der Niere, Blutergüsse, Beingeschwüre, Nervenschädigungen, posterior interosseous syndrome, Pseudoaneurismen, Lungenembolie, gerissener Uterus, Strangulation des Nackens, verschieden Schmerzsyndrome und Schilddrüsenvergiftung. Es ist anzumerken, dass die meisten dieser Nebenwirkungen auf exotische manuelle Massagen zurückzuführen sind oder auf die Durchführung durch Laien (Massage-Therapeuten wurden kaum einbezogen). In einem nicht systematischen Review wurde von 3 Fallbeispielen berichtet [200]. Die Autoren folgerten, dass Massage-Therapie nicht ganz Risikofrei ist, aber ernsthafte Nebenwirkungen (Prellungen, Schwellungen, temporärer Anstieg des Muskelschmerzes, oder eine allergische Reaktion auf das Massage-Öl) wahrscheinlich eine Rarität darstellen (v.a. wenn die Massage-Therapie von geschulten Experten durchgeführt wird). Toth et al. (2003) berichtet von keinen Nebenwirkungen [201]. Weitere Studien berichten von keinen Nebenwirkungen (Wyatt et al., 2012 [160], Selbstauskunft der Patienten; Collinge et al., 2013 [168], 2x pro Woche Anrufe bei Patienten; Levy, 1996 [202]; Weinrich und Weinrich, 1990 [203]; Post-White et al., 2003 [129]; Kutner et al., 2008 [172]). Hierbei berichtet Kutner et al. (2008) zwar von schwerwiegenden Nebenwirkungen wie respiratorische Infektion, gastrointernale Blutung und Fraktur, Schmerzkontroll-probleme, Anfall und kongestives Herzversagen; laut Autoren stehen diese aber nicht im Zusammenhang mit der Massage [172].
Aromatherapie-Massage
In der Studie von Wilcock et al. (2004) kam es bei 1 von 29 Fällen zu einem Ausschlag nach der Aromatherapie, es wurden aber weiterhin keine ernsthaften Nebenwirkungen berichtet [191]. Weitere 6 Patienten brachen die Studie aufgrund eines grundsätzlichen Unwohlseins ab (5x Interventionsarm, 1x Kontrollarm). Ein eindeutiger Zusammenhang mit der Intervention wird allerdings nicht berichtet. Dyer et al. (2013) berichten, dass keine Nebenwirkungen gefunden wurden und sie stufen Massage (Aromatherapie + Massage und Reflextherapie) als sichere Methode ein [151]. Auch Hodgson und Lafferty (2012) beobachteten keine Nebenwirkungen (Schwedische Massage und Reflextherapie; siehe auch Evidenz zu Reflextherapie) [152]. Im deskriptiven Review von Boehm et al. (2012) zeigte sich, dass Tests mit essenziellen Ölen minimale Nebenwirkungen gezeigt haben [204]. Es wurde von Reaktionen mit Dermatitis nach dem Hautkontakt berichtet. In der Einzelstudie von Miller et al. (2012) kam es zu Juckreiz, Ausschlag, trockener Haut, Hautbleichung, brennender Empfindung, Akne und Kopfschmerzen, welche mit der lokalen Anwendung des Massageöls, welches Limonene enthielt, verbunden sein könnte [205]. Fellowes et al. (2004) geben in ihrem systematischen Review an, dass obwohl Nebenwirkungen von Massage selten sind, trotzdem Verdauungsprobleme bei den Patienten überwacht werden sollten, da dies die einzigen negativen Effekte in den eingeschlossenen Studien darstellen [206]. Leider ist in dem Review nicht nachvollziehbar, auf welche Studien sich die Autoren dabei beziehen. Sie erwähnen nur, dass in der Studie von Corner et al. (1995) die Kontrollgruppe bessere Werte für Diarrhöe zeigt als die Essentielle-Öl-Gruppe [207]. Im systematischen Review von Wilkinson et al. (2008) wird von einer 1 Studie berichtet, welche eine erhöhte Inzidenz von Verdauungsproblemen in dem Massage-Arm mit essenziellen Ölen im Vergleich zur Kontrollgruppe ohne Massage zeigt [208]. Es wird die Studie von Wilkinson et al. (1999) als Quelle angegeben, in dieser Studie ist allerdings kein Fall zu finden [170]. Im Review von Wanchai et al. (2013) [209] wird von einer Studie berichtet, welche Massage als Intervention einsetzte und in dieser wurden keine Nebenwirkungen beobachtet [210].
In den meisten Studien wurden Nebenwirkungen nicht bzw. nicht systematisch erfasst. Vielmehr schlussfolgern die Autoren zumeist in der Diskussion, aufgrund des Nichtauftretens von Nebenwirkungen, dass Massagen grundlegend sicher in der Anwendung sind. Sie berichten dann auch oft von der Zufriedenheit der Patienten. Ovayolu et al. (2014) geben zur Aromatherapie die Schlussfolgerung, dass Nebenwirkungen auftreten können, sind jedoch ausgeschlossen, wenn die konzentrierten Extrakte unter angemessenen Bedingungen in der vorgesehenen Art und Weise angewendet werden [173]. In der Studie von Stringer et al. (2008) konnten keine Nebenwirkungen im Zusammenhang mit der Massage festgestellt werden [174]. Sie berichten, dass alle Patienten sowohl physisch als auch psychisch an der Erfahrung gewachsen seien und auch nach Beendigung der Studie weiterhin Massage beziehen wollten. In der Studie von Forchuk et al. (2004) gaben die Patienten an, dass Massage als angenehmer angesehen und gegenüber Medikation bevorzugt wird, da diese keine Nebenwirkungen aufweist [211]. Smith et al. (2003) geben an, dass es keine Evidenz gibt, welche dafür spräche, dass Massage dem Patienten Leid zufügen könnte [135]. Billhult et al. (2008) geben an, dass Nebenwirkungen von Massagen in der Literatur selten erwähnt werden [171]. Jedoch wurde ein Fall für ein mögliches Risiko für einen Lungenembolus, nach einer kraftvollen Massage der Wadenmuskulatur, beschrieben. Die vorliegende Studie bedient sich der Effleurage Methode (Muskeln aufwärmen), die nicht mit einer kraftvollen (hohen Druck) Massage zu vergleichen ist und deshalb höchstwahrscheinlich keine Nebenwirkungen hervorruft. Kashani und Kashani (2014) beschreiben, dass die Behandlung mit Massage nicht die Nebenwirkungen und negativen Folgen der pharmakologischen Intervention hat [194]. Mustian et al. (2011) sehen Massage ebenfalls als Nebenwirkungsfreie Alternative zur medikamentösen Behandlung [120]. Rauchfuß et al. (2010) schlussfolgern, dass die klassische Massagetherapie als sicheres Therapieverfahren auch bei onkologischen Patienten angesehen werden, da kaum Nebenwirkungen auftraten. Was diese wenigen Nebenwirkungen sind, wird von den Autoren nicht beschrieben [188].
Evidenzaufarbeitung
Die Evidenzaufarbeitung zu Schwedische Massage wurde von den Wissenschaftlern des Universitätsklinikums Jena unter der Leitung von Prof. Dr. Hübner (DKG) durchgeführt.
5.6 Shiatsu/ Tuina
Es liegen keine ausreichenden Daten zur Wirksamkeit von Shiatsu oder Tuina auf die Reduktion der krankheitsassoziierten oder therapieassoziierten Morbidität bei onkologischen Patienten vor. Es kann keine Empfehlung für oder gegen eine Anwendung von Shiatsu/ Tuina bei diesen Patienten gegeben werden.
Evidenztabellen (4)
Donoyama et. al. (2018); Donoyama et. al. (2016); Donoyama et. al. (2011); Iida et. al. (2000)Tuina ist eine manuelle Therapie und beschreibt eine der fünf Hauptsäulen der chinesischen Medizin. Sie kann als energetische Massage verstanden werden, die die Meridiane des Leitbahnsystems, Akupunkturpunkte und weitere Körperpunkte einbezieht und sich nicht wie die konventionell medizinische Massage vor allem auf lokale Schmerzen fokussiert. Es kommen Techniken wie Schieben („tui“) und Greifen („na“), Kneten, Streichen oder Klopfen zum Einsatz, die Blockaden auflösen und den Energiefluss fördern, also das „Qi“ und „Xue“ (im weiteren Sinne die Blutzirkulation) regulieren sollen.
Shiatsu gehört ebenfalls zu den manuellen Therapien und hat ihre Wurzeln in der chinesischen Massage Tuina. Bei der Anwendung übt der Therapeut mit seinen Fingern („shi“) auf bestimmte Körperstellen Druck („atsu“) aus, nutzt häufig aber auch sein ganzes Körpergewicht. Auch die Shiatsu Massage hat das Ziel durch eine Behandlung der Akupunkturpunkte, den Energiefluss des Körpers wieder in Einklang zu bringen und die Selbstheilung zu stimulieren.
Recherche
Da in der de-novo Recherche nur eine randomisiert kontrollierte Studie schlechter methodischer Qualität mit hohem Risk of Bias gefunden wurde, wurde die Suche auf die unteren Evidenzebenen, also auf klinische Studien allgemein, ausgeweitet. Allerdings wurden dabei nur zwei weitere Studien, ebenso schlechter methodischer Qualität mit hohem Risk of Bias gefunden.
In der ersten Studie, die in zwei Veröffentlichungen dargestellt wird [212][213], wurden 40 ehemalige Patientinnen mit Zervix-, Endometrium- oder Ovarialkarzinom, deren Behandlung seit mindestens drei Jahren abgeschlossen war, zufällig in eine von zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe hat einmal pro Woche für acht Wochen eine Anma-Massage bekommen, die andere Gruppe hat nur am Anfang einmal ein halbstrukturiertes Gespräch. Die Anma-Massage Gruppe hatte nach der Behandlung signifikant bessere Werte in den Fragebögen zur globalen Gesundheit, bei Fatigue, Schlafstörungen, Ärger/Feindseligkeit, Verwirrung und der allgemeinen Stimmung als die andere Gruppe. In der zweiten Veröffentlichung wurde darüber hinaus dargestellt, dass die Anma-Gruppe nach der Behandlung auch bessere Werte in den subjektiven Einschätzungen des Schweregrads der körperlichen Beschwerden zeigte. Allerdings hat diese Studie gravierende Mängel: Die Vergleichbarkeit der Gruppen zur Baseline bezüglich der Outcomes ist fragwürdig. Die Teilnehmer in der Anma-Gruppe hatten zu Beginn augenfällig schlechtere Werte bei Fatigue, Schmerzen Schlafstörungen und Verstopfungen (z.B. auf dem EORTC QLQ-C30: Median (Interquartilsabstand): Unterskala Fatigue: Arm A: 33 (22-44), Arm B: 22 (11-33); Unterskala Schmerz: Arm A:17(0-33), Arm B: 8 (0-17); Unterskala Schlafstörungen: Arm A: 33 (0-33), Arm B: 0 (0-0); Unterskala Verstopfung A: 33 (0-33), Arm B: 0 (0-33)). Zudem liegt multiples Testen vor. Es wurden insgesamt 56 Tests ohne statistische Korrektur durchgeführt (36 Testungen in der ersten Veröffentlichung, 20 weitere in der zweiten Veröffentlichung). Die meisten signifikanten Ergebnisse beziehen sich auf Single-Items, so wie auch die subjektive Einschätzung der körperlichen Beschwerden. Und die Kontrollgruppe hat keine vergleichbare Behandlung bekommen, sondern nur ein Interview zum ersten Termin. Damit hat sie insgesamt viel weniger Kontakt zum Personal, weniger Aufmerksamkeit und Zuwendung erhalten. Die Ergebnisse der Studie sind daher kaum interpretierbar.
In einer weiteren Studie des gleichen Erstautors wurden fünf Frauen, die Gebärmutterhals- oder Gebärmutterschleimhautkrebs überlebt haben, und fünf gesunde Probandinnen für vier Wochen, zweimal wöchentlich mit einer 40 minütigen traditionellen japanischen Massage behandelt [215]. Ein Vergleich zwischen den beiden Gruppen liefert keine Information in Bezug auf die Wirksamkeit der Massage bei onkologischen Patienten, daher werden hier nur die Ergebnisse der onkologischen Patienten weiter betrachtet: Es wurden die subjektiv wahrgenommene Muskelsteifheit in Nacken und Schultern, die aktuelle Angst und grundsätzliche Neigung zur Ängstlichkeit als auch Depressivität gemessen. Die fünf Probandinnen mit einer Krebserkrankung gaben an, direkt nach der ersten Intervention etwas weniger Muskelsteifheit und Angst zu empfinden. Nach den vier Wochen der Behandlung nahm die empfundene Muskelsteifheit allerdings wieder zu (VAS Mittelwert (SD): T0: 40.4 (6.4); T1: 11.6 (6.4), T2: 19.6 (10.4)). Zur weiteren Entwicklung der Angst fehlen die Angaben (STAI State Anxiety Mittelwert (SD) T0: 38.6 (4.2), T1: 27.0 (4.2), p = 0.005). Die grundsätzliche Neigung zur Ängstlichkeit und Depressivität hatten sich nach vier Wochen nicht verändert (STAI Trate Anxiety Mittelwert (SD) T0: 47.2 (4.2), T2: 43.2 (4.1); Depressivität SDS Mittelwert (SD) T0: 39.2 (2.8), T2: 36.4 (2.8)). Neben der schlechten Berichtsqualität aufgrund lückenhafter Angaben und sogar widersprüchlicher Angaben zu den gleichen Werten, sticht die fehlerhafte Durchführung der Teststatistik hervor: ein t-Test bei so einer kleinen Stichprobe (n = 5) ist unzulässig, da die Voraussetzung einer Normalverteilung nicht angenommen werden kann. Die Ergebnisse können daher nicht vom Zufall unterschieden werden.
In der letzten Studie wurden neun Patienten mit hämatologischen/ hämatogene Tumor- oder Lungenerkrankungen während einer Chemotherapie untersucht [214]. Sie bekamen für vier Tage zweimal täglich eine Shiatsu-Massage an den Händen und Füßen. Verschiedene körperliche und psychische Symptome, die nicht klar definiert sind („Luft- und Stressveränderung“), wurden dabei mit willkürlichen Fragen erhoben. Des Weiteren wurden die akut erlebte Angst und Entspannung mit einem jeweils validierten Fragebogen erhoben und die Hauttemperatur mit einem entsprechenden Messgerät. Die Patienten wurden dann in zwei Subgruppen eingeteilt. Die vier Patienten, die die höchsten Werte bei akut erlebter Angst hatten kamen in eine Auswertungsgruppe, die anderen fünf Patienten wurden separat ausgewertet. Dabei wurden die jeweiligen Veränderungen der Werte mit dem t-Test auf Signifikanz geprüft, was erneut wegen zu kleiner Stichprobengröße (n = 4-5) nicht zulässig ist. Tendenziell zeigten die Patienten mit den höheren Angst-Werten zu Beginn der Studie bessere Werte in Hinsicht auf ihre erlebte Angst und Entspannung am Ende der Studie (STAI State Anxiety Mittelwert (SE): T0: 50.3 (5.2), T2: 39.0 (3.9); Entspannung mit RE Skala: T0: 35.6, T2: 39.4). Gleichzeitig verschlechterten sich die Werte für die körperlichen Symptome deutlich (Zusammenfassung einzelner Items mit 5-Punkte-Likert-Skala: MW (SD): T0: 9.5 (k.A.), T1: 12.0 (k.A.), T2: 13.0 (k.A.)). Psychische Symptome zeigen augenscheinlich keinen Unterschied (Zusammenfassung einzelner Items mit 5-Punkte-Likert-Skala: T0: 8.8 (k.A.), T1: 9.5 (k.A.), T2: 8.5 (k.A.)). In der Hauttemperatur konnten keine Unterschiede gefunden werden (Mittelwert T0: 33.32 °C, T1/T2: k.A.). Für die Patienten, die zu Beginn der Studie niedrigere Angstwerte hatten, konnten keine Unterschiede gefunden werden (STAI State Anxiety: T0: 33.6 (4.6), T2: 32.0 (3.5); körperliche Symptome: T0: 14.0 (k.A.), T1: 14.0 (k.A.), T2: 15.0 (k.A.); psychische Symptome: T0: 9.4 (k.A.), T1: 9.8 (k.A.), T2: 9.4 (k.A.); Entspannung: T0: 31.1, T2: 35.2; Hauttemperatur: MW T0: 34.30 °C, T1/T2: k.A). Diese Ergebnisse sind mit großer Vorsicht zu interpretieren. Die Berichterstattung ist sehr lückenhaft und vermutlich interessengeleitet: statistische Ergebnisse wurden nur für die Parameter berichtet, die einen positiven Trend zeigen. Zudem wirkt die Einteilung in die Subgruppen ebenso willkürlich. Bei einer anderen Einteilung, hätten sich womöglich andere Ergebnisse gezeigt. Es gibt keine Angaben zur Gesamtgruppe.
Evidenzaufarbeitung
Die Evidenzaufarbeitung zu Shiatsu/ Tuina wurde von den Wissenschaftlern des Universitätsklinikums Jena unter der Leitung von Prof. Dr. Hübner (DKG) durchgeführt.
5.7 Sport/ Bewegung
Onkologischen Patienten soll körperliche Aktivität unter und nach Abschluss der Krebstherapie empfohlen werden. Insbesondere wird empfohlen
a) körperliche Inaktivität zu vermeiden.
b) das Ziel mindestens 150 min moderater oder 75 min anstrengender körperlicher Aktivität pro Woche so früh wie möglich nach der Diagnose wieder zu erreichen oder aufrechtzuerhalten.
- Konsens
- Starker Konsens
Onkologische Patienten sollen zum Erhalt der motorischen Hauptfähigkeiten eine Trainingsanleitung mit folgenden Elementen erhalten:
- Ausdauertraining
- Krafttraining
- Koordinationstraining
- Beweglichkeitstraining
- Konsens
- Konsens
Körperliche Aktivität und Sport sollen mit dem Ziel zur Behandlung und Prävention von krebsspezifischer Fatigue empfohlen werden.
Körperlichen Aktivität und Sport sollen mit dem Ziel der Erhaltung der Lebensqualität empfohlen werden.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [216]
Evidenztabellen (1)
Bourke et. al. (2016)„Seit Beginn des 20. Jahrhunderts hat sich Sport zu einem umgangssprachlichen, weltweit gebrauchten Begriff entwickelt. Eine präzise oder gar eindeutige begriffliche Abgrenzung lässt sich deshalb nicht vornehmen. Was im Allgemeinen unter Sport verstanden wird, ist weniger eine Frage wissenschaftlicher Dimensionsanalysen, sondern wird weit mehr vom alltagstheoretischen Gebrauch sowie von den historisch gewachsenen und tradierten Einbindungen in soziale, ökonomische, politische und rechtliche Gegebenheiten bestimmt. Darüber hinaus verändert, erweitert und differenziert das faktische Geschehen des Sporttreibens selbst das Begriffsverständnis von Sport.“ (Peter Röthig et al. (Hrsg.): Sportwissenschaftliches Lexikon. Hofmann, Schorndorf 2003, S. 493)
Zu den „konventionellen“ Bewegungsformen wurden in der Recherche alle Sportarten eingefasst. Hierzu zählen alle Arten von aerobischen Sport (zügiges Gehen, Rennen, Radfahren, Treppensteigen, Workout im Fitnessstudio mit dem Laufband, Fahrradergometer oder Crosstrainer, Wasser-Aerobic, aerobisches Tanzen und Wandern), Krafttraining (inklusive dem Einsatz von freien Gewichten, Hanteln, Maschinen mit gestapelten Gewichten oder pneumatischem Widerstand, elastische Schläuche und Widerstandsbänder), Flexibilitätstraining (inklusive ballistischem Strecken, dynamisches Strecken, und statisches Strecken) oder Kombinationen von Sportarten. In manchen Studien wird die Sportart auch nicht näher definiert. Im Sinne der Krebsbehandlung wird Sport oder schlichtweg körperliche Bewegung als vorteilhaft zur Linderung von Beschwerden wie Fatigue oder zur Steigerung der Lebensqualität erachtet. Welche Art und Intensität der Bewegung die Beste ist, ist vom Zustand und der individuellen Belastbarkeit des Patienten, der körperlichen Bewegungsfreiheit sowie möglicherweise auch den Vorlieben des Patienten abhängig. Sportliche Betätigung, welche über die eigenen Belastungsgrenzen hinausgeht, kann zu vielfältigen negativen Nebenwirkungen und Schaden führen (s.u.). Instruktionen und Anleitungen für sportliche Betätigungen können über verschiedenste Medien vermittelt werden, unter Anderem Live-Instruktionen oder Videoaufnahmen. Auch die Aushändigung von schriftlichen Trainingsanleitungen, wie Handouts ist eine Möglichkeit.
Übersicht Recherche
In der Recherche nach bereits bestehenden Leitlinien wurde eine Leitlinie gefunden, die den vorab definierten Qualitätsanforderungen der Leitliniengruppe entspricht (DELBI Wert der Domäne 4: 0,76; für weitere Informationen s. Leitlinienreport 4.1. Leitlinienadaption bzw. 4.2 Leitlinienbewertung) und hier adaptiert wurde (https://kce.docressources.info/index.php?lvl=notice_display&id=3062). Diese Leitlinie beschränkt sich auf die Endpunkte Lebensqualität, Fatigue und mögliche Schäden bei Patienten, welche die sportliche Tätigkeit während einer Krebsbehandlung (zB. Chemotherapie, Radiotherapie, Anti-Hormontherapie etc.) durchführen. Da die Recherche der KCE Leitlinie (Belgian Health Care Knowledge Center) nur Studien bis 2010 einschließt, wurde eine weitere systematische Suche durch das Leitliniensekretariat vorgenommen, um Studien zwischen 2010 und 2019 zu erfassen. Aufgrund der großen Datenmenge wurde die Suche ebenso auf RCTs eingegrenzt. Zusätzlich wurden alle systematischen Reviews geprüft, die seit 2016 publiziert wurden.
Da also nur für die Outcomes Fatigue und Lebensqualität während der Krebstherapie eine systematische Recherche stattgefunden hat, sind andere Empfehlungen konsensbasiert. Diese orientieren sich an bisherigen Empfehlungen anderer Leitlinien, v.a. der Leitlinie zum Mammakarzinom (Interdisziplinäre S3-Leitlinie für die Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms, Langversion 4.2, August 2019, AWMF Registernummer 032-04OL), den Empfehlungen der Bundeszentrale für gesundheitliche Aufklärung (BZgA) und den WHO Empfehlungen für gesunde Erwachsene. Als zusätzliche Informationsquelle wurde die Metaanalyse von Friedenreich et al. (2020) in den Hintergrundtext aufgenommen, dient aber nicht als Grundlage für eine Empfehlung [218].
Motorische Hauptfähigkeiten (zu Empfehlung 5.17)
In der Forschung, Lehre und Praxis werden die fünf motorischen Hauptbeanspruchungsformen 1. Ausdauer, 2. Kraft, 3. Koordination, 4. Flexibilität und 5. Schnelligkeit differenziert.
Ausdauer wird charakterisiert als die Fähigkeit, eine Leistung über einen längeren Zeitraum zu tolerieren und dementsprechend als physische und psychische Ermüdungswiderstandsfähigkeit bezeichnet. Entsprechend des Größenumfang der arbeitenden Muskulatur wird unterschieden in eine globale (> 1/6 bis 1/7 der Muskelmasse) und eine und lokale Ausdauer (< 1/6 bis 1/7 der Muskelmasse). Unter dem Gesichtspunkt der muskulären Energiebereitstellung wird in eine aerobe und anaerobe Ausdauer unterschieden. Während bei der aeroben Ausdauer ausreichend Sauerstoff zur oxidativen Verbrennung zur Verfügung steht, ist die Sauerstoffzufuhr bei der anaeroben Ausdauer aufgrund der höheren Belastung zur oxidativen Verbrennung unzureichend. Aufgrund von keiner reinen oxidativen oder anoxidativen Energiebereitstellung, sondern einer belastungs- und intensitätsabhängigen Mischung beider Formen wird die allgemeine Ausdauer in Kurzzeitausdauer (45 Sekunden – 2 Minuten, vorwiegend anaerob), Mittelzeitausdauer (2 – 8 Minuten, zunehmend aerob) und Langzeitausdauer (über 8 Minuten, fast ausschließlich aerob) unterteilt.
Die motorische Fähigkeit Kraft wird aus physiologischer Sichtweise als Fähigkeit bezeichnet willentlich mit einem Nerv-Muskel-System einen Widerstand zu überwinden oder ihn zu halten und ist abhängig von Querschnitt, Anzahl und Struktur der einzelnen Muskelfasern bzw. des Gesamtmuskels. Die Maximalkraft beschreibt die höchstmögliche Kraft dar, die das Nerv-Muskel-System bei maximaler willkürlicher Kontraktion auszuüben vermag. Die Schnellkraft umfasst Fähigkeiten eines Nerv-Muskel-Systems Widerstände mit hoher Kontraktionsgeschwindigkeit zu überwinden. Die Kraftausdauer beschreibt die Ermüdungswiderstandsfähigkeit gegenüber Belastungen größer 30% des individuellen isometrischen Kraftmaximums.
Koordination beschreibt das Zusammenspiel des Zentralnervensystems (ZNS) und der Skelettmuskulatur bei Bewegungsabläufen. Zu den koordinativen Leistungsanforderungen zählen die Reaktions-, die Rhythmisierungs-, die Gleichgewichts-, die Orientierungs- Kopplungs-, und Differenzierungsfähigkeit.
Flexibilität umfasst die Gelenkfähigkeit und ist die Voraussetzung für eine technisch und konditionell gut ausgeführte Bewegung bei einer optimalen Schwingungsweite der beteiligten Gelenke, Muskeln, Sehnen und Bänder.
Schnelligkeit ist definiert als die Fähigkeit in hoher Geschwindigkeit auf einen Reiz zu reagieren. Gesundheitlich betrachtet ergeben sich aus einem Schnelligkeitstraining keine nennenswerten Vorteile [219][220][221].
Fatigue und Lebensqualität (zu Empfehlung 5.18 & 5.19)
Insgesamt wurden 39 Systematische Reviews gefunden, welche den Effekt von sportlicher Aktivität während einer Krebsbehandlung untersuchten. Davon schlossen 27 die Outcomes Fatigue und/ oder die Lebensqualität ein. Alle 39 systematischen Reviews wurden einem Quervergleich unterzogen, bei dem alle eingeschlossenen randomisiert-kontrollierten Primärstudien zusammengetragen wurden, um die Recherche nach RCTs zu vervollständigen und die Abdeckung der Systematischen Reviews beurteilen zu können. Die 3 umfassendsten Arbeiten, welche die eingeschlossenen Studien ebenso auf deren methodische Qualität und das Biasrisiko überprüft haben, werden hier dargestellt. Die Metanalyse von Oberoi et al. (2018) umfasst insgesamt 170 RCTs zum Effekt physischer Aktivität auf Fatigue bei Patienten mit Krebs und Empfängern von ematopoetischen Stammzelltransplantaten [217]. Davon wurden 74 RCTs in eine Subgruppenanalyse eingeschlossen, welche die Effekte physischer Aktivität während der Krebsbehandlung untersucht haben. Eine weitere Metaanalyse von Bourke et al. (2016) über 16 RCTs erfasste Fatigue, Lebensqualität und mögliche Nebenwirkungen von physischer Aktivität bei Patienten mit einem Prostatakarzinom [216]. Ein systematisches Review behandelt konzentriert die möglichen Nebenwirkungen von Sport während einer Krebsbehandlung [222]. Gemeinsam decken diese Arbeiten alle bis auf 3 relevante RCTs zum Thema „Effekte physischer Aktivität während der Krebsbehandlung auf Fatigue“ ab. Eine Änderung der Schlussfolgerungen ist durch die 3 fehlenden RCTs nicht zu erwarten, so dass diese hier nicht separat ausgewertet werden. Eine vollständige Literaturliste ist im Leitlinienreport zu finden.
Fatigue (zu Empfehlung 5.18)
In der KCE-Leitlinie (https://kce.docressources.info/index.php?lvl=notice_display&id=3062) wurden insgesamt 33 RCTs eingeschlossen. Eine Besonderheit ist die Unterteilung der Ergebnisse nach Krebsarten. 12 der eingeschlossenen Studien untersuchten Patienten mit einem Brustkrebs.
Die Ergebnisse bezüglich Fatigue zeigen gemischte Ergebnisse bei einem niedrigen Evidenzlevel in Studien mit der Stichprobe Brustkrebs, Prostatakarzinom, gemischten Diagnosen und Stammzellentransplantaten. Die Ergebnisse der zwei Studien der Darmkrebspatienten sprechen nicht für einen Effekt von Sport auf Fatigue (niedriges Evidenzlevel). In der Studie mit Lymphom-Patienten wurde ein signifikanter Effekt von physischer Aktivität auf Fatigue gefunden (moderates Evidenzlevel), während in der Studie mit der Stichprobe Akute myeloische Leukämie ein temporärer Effekt von physischer Aktivität auf Fatigue gefunden wurde (sehr niedriges Evidenzlevel). Insgesamt finden die meisten Studien keine konsistenten Vorteile von physischer Aktivität auf Fatigue. Gleichzeitig werden aber auch keine konsistenten Nachteile gefunden.
Die Metaanalyse von Oberoi et al. (2018) schließt insgesamt 170 randomisiert-kontrollierte Studien ein [217]. Hierbei führten 93 Studien die Intervention während der Krebsbehandlung durch. 39 Studien nach abgeschlossener Behandlung und 36 Studien schlossen Interventionen während und nach der abgeschlossenen Behandlung ein. Die Arten der Interventionen wurden in Kategorien eingeteilt, diese umfassen: (1) Aerobic (76 Studien) - inklusive zügiges Gehen, rennen, Radfahren, Treppensteigen, Workout im Fitnessstudie mit dem Laufband, Fahrradergometer oder Crosstrainer, Wasser-Aerobic, aerobisches Tanzen und wandern; (2) Neuro-motorische Interventionen (28 Studien) –inklusive Yoga, Tai Chi und Qigong; (3) Krafttraining (15 Studien) –inklusive dem Einsatz von freien Gewichten, Hanteln, Maschinen mit gestapelten Gewichten oder pneumatischem Widerstand, elastische Schläuche und Widerstandsbänder; (4) Flexibilität (0 Studien); (5) Kombinationen (46 Studien) und (6) Nicht spezifizierte Intervention (keine Angabe in Studie, 5 Studien). Die Arten der Kontrollgruppen entsprachen: (1) Standardversorgung oder Warteliste; (2) physische Aktivität, wenn Studien zwei Typen von physischen Aktivitäten vergleichen; (3) nicht-physische Aktivität, aktive Kontrolle (nicht Standardversorgung oder Warteliste) wie psychologische, pharmakologische oder „mind and body“ Interventionen oder eine (4) Kombination (physische und nicht-physische Aktivität, aktive Kontrolle). In Studien in denen zwei physische Aktivitäten verglichen wurden, wurde diejenige mit der niedrigeren Intensität als Kontrollgruppe eingestuft. Leider ist aus dem Zusatzmaterial nicht eindeutig ersichtlich, welche Art physische Aktivität in den einzelnen Studien als Kontrollgruppe eingestuft wurde.
Es wurden Studien mit den verschiedensten Krebsarten eingeschlossen (Brustkrebs (47.1%), Prostatakarzinom (11.2%), mehrere Krebsarten (26.5%), andere Arten (15.3%); Stadien: Nicht-metastasierend (54.7%), metastasierend (4.1%), Beides (17.1%), mit Stammzelltransplantation (7.6%)) und keine gemittelten Angaben zu der Geschlechterverteilung gemacht.
Eine Metaanalyse über 134 Studien (n = 8927), unabhängig von der Art der eingesetzten Messskala zur Erfassung von Fatigue oder Zeitpunkt der Intervention zur Krebsbehandlung, mit dem Vergleich zwischen physischer Aktivität (alle Sportarten) und allen Kontrollgruppen zeigt bei hoher Heterogenität der Studien eine Reduzierung der Fatigue in den Interventionsgruppen im Vergleich zu allen Kontrollgruppen (SMD = −0.49, 95% KI: −0.60, −0.37; p < 0.00001, I² = 85%). Bei dem Vergleich zwischen physischer Aktivität (alle Sportarten) und allen Kontrollgruppen unterteilt nach Messskala für Fatigue zeigt sich eine Reduzierung der Fatigue mit dem FACT (WMD = −3.40, 95% KI: −5.25, −1.55; p = 0.0003, I² = 89%), dem EORTC QLQ-C30 (WMD = −11.07 95% KI: −17.79, −4.36, p = 0.002, I² = 91%) und dem BFI (WMD = −0.53, 95% KI: −0.93, −0.13; p = 0.009, I² = 85%) bei stets hoher Heterogenität der Studien. Ein Subgruppenvergleich mit Probanden, die während der Krebsbehandlung die Intervention erhielten zeigt ähnliche Ergebnisse bei der Betrachtung über alle Fatigue-Messskalen (Vgl. physische Aktivität vs. alle Kontrollgruppen [n = 74 Studien, 5127 Probanden]: SMD =-0.52; KI: -0.70, -0.34; p < 0.00001; I² = 89%; Vgl. physische Aktivität vs. Standardbehandlung/ Warteliste (n = 58 Studien, 4140 Probanden): SMD= -0.51, KI -0.72, -0.30, p < 0.00001; I² = 90%) mit ähnlich hoch ausfallender Heterogenität. Eine Stratifizierung ergab keinen Einfluss von Arten der Kontrollgruppe (Ausnahme: physische Aktivität vs. physische Aktivität mit FACT und physische Aktivität vs. aktive Kontrolle/ nicht physische über alle Fatigue-Skalen kein signifikanter Effekt), Krebsart, Krebsstadium, Zeit der Intervention, oder ob eine bestehende Fatigue als Einschlusskriterium in den jeweiligen Studien bestand, mit/ ohne Supervision, in Gruppe/allein oder Länge der Intervention auf die Ergebnisse im Vergleich von physischer Aktivität und Standardversorgung bzw. Warteliste. Es ergaben sich nur Unterschiede hinsichtlich der Effektivität zur Reduzierung der Fatigue mit Überlegenheit von Aerobic, neuro-motorischen Ansätzen (Yoga, Tai Chi und Qigong etc.), Kombinationen verschiedener Sportarten (zB. Aerobic und Krafttraining) und nicht-spezifizierten Interventionen gegenüber Krafttraining. Letzteres ist ein Ergebnis über alle Probanden, also nicht spezifisch für Studien mit Intervention während der Krebsbehandlung. Insgesamt ist das Review von guter Qualität, einzig die Heterogenität der einzelnen Studien schränkt die Validität der Ergebnisse der Metaanalyse ein. Aufgrund der hohen Fülle an Studien ist zudem keine genaue Zuordnung der Bias Einschätzungen zu den einzelnen Studien möglich.
Das Review von Bourke et al. (2016) fasste 16 Studien mit insgesamt 1574 Prostatakarzinompatienten ein (genaueres siehe Absatz Lebensqualität) [216]. Die Ergebnisse zum Endpunkt Fatigue sind nicht in der Studie selbst, sondern im Online-Zusatzmaterial zu finden. Die Metaanalyse über 10 Studien zeigt einen leicht positiven Effekt bei erhöhter Heterogenität (SMD = 0.25, 95% KI = 0.02, 0.49, I² = 61%). Eine Subgruppenanalyse mit 5 Studien von hoher Qualität zeigt einen moderat positiven Effekt bei moderater Heterogenität (SMD = 0.45, 95% KI = 0.22, 0.67, I² = 37%). Es ist zu beachten, dass in diese Studie nur Probanden mit Prostatakarzinom eingeschlossen wurden, so dass eine Generalisierung der Ergebnisse auf andere Krebsarten eingeschränkt ist.
In der aktualisierten American College of Sports Medicine (ACSM) Guideline von 2019 werden Vorschläge für Intensität und Dauer des Trainings basierend auf der aktuellen Datenlage formuliert [223]. Für Fatigue zeigen sich positive Effekte bei einem Trainingsprogramm für mindestens 12 Wochen für moderates Aerobic-Training (3x mal pro Woche), moderates Widerstandstraining (2x mal pro Woche) und einer Kombination aus beiden Trainingsformen (2-3 x pro Woche).
Lebensqualität (zu Empfehlung 5.19)
Lebensqualität umschreibt die Existenzbedingungen von Menschen unter der Berücksichtigung von unter Anderem gesundheitlicher, sozialer, materieller, familiärer, beruflicher, anderer gesellschaftlicher Faktoren. Umgangssprachlich wird der Begriff oft mit einem gehobenen Lebensstandard oder Wohlbefinden gleichgesetzt.
Die Ergebnisse der KCE-Leitlinie (https://kce.docressources.info/index.php?lvl=notice_display&id=3062) zum Effekt von physischer Aktivität auf die Lebensqualität zeigen gemischte Ergebnisse bei einem niedrigen Evidenzlevel oder sogar sehr niedrigem Evidenzlevel bei den Krebsarten Brustkrebs (n = 9 Aerobic, n = 1 Krafttraining, n = 1 Kombination), Prostatakarzinom (n = 3) und bei den gemischten Diagnosen (n = 4). Es wurde kein Effekt gefunden bei der Lungenkrebs Stichprobe (n = 1, niedriges Evidenzlevel), Darmkrebs (n = 1, sehr niedriges Evidenzlevel) und Stammzellentransplantaten (n = 2, geringes Evidenzlevel). Bei der Studie an Patienten mit einem Lymphom (n = 1) wurde hingegen ein signifikanter Effekt von physischer Aktivität auf die Lebensqualität gefunden. Dieses Ergebnis basiert auf einem moderaten Evidenzlevel und verschwindet nach 6 Monaten wieder, ist also zeitlich begrenzt.
Das systematische Review von Bourke et al. (2016) fasste 16 Studien mit insgesamt 1574 Prostatakarzinompatienten ein [216]. Das Krebsstadium der Patienten lag zwischen I und IV. Eingeschlossene Interventionsarten waren Aerobic oder Krafttraining unter Supervision (5x), davon wurde die Intervention in 3 Studien Zuhause durchgeführt, in 4 Studien wurden eine Kombination aus Sport unter Supervision und Durchführung Zuhause realisiert. In zwei Studien wurde die Intervention unter Supervision mit dem Vorschlag zur Durchführung Zuhause realisiert und bei zwei Studien ist die Interventionsart unklar. Bezüglich der Kontrollgruppe wurden Studien mit Standardversorgung eingeschlossen (in zwei Studien mit der Aufforderung zur normalen körperlichen Betätigung). In die Metaanalyse zu Lebensqualität wurden 7 Studien, mit insgesamt 685 Probanden eingeschlossen. Die Analyse zeigt keine signifikanten Effekte bei moderater Heterogenität (SMD = 0.13, 95% KI: –0.08, 0.34, Median Follow-up 12 Wochen, I²= 46%). Eine Subgruppenanalyse mit 3 Studien von hoher Qualität zeigt einen moderat positiven Effekt bei nicht gegebener Heterogenität (SMD = 0.33, 95% KI: 0.08, 0.58; Median Follow-up 12 Wochen, I² = 0%). Hierbei ist eine Metaanalyse aus nur 3 Stichproben zunächst als kritisch zu betrachten, bei einer Heterogenität der Studien von 0% hingegen ist dies zunächst zu verschmerzen. Es ist bei dieser Studie aber kritisch anzumerken, dass aufgrund der Art der Intervention keine Verblindung stattfinden konnte. Deshalb ist bei allen eingeschlossenen Studien ein hohes Risiko für den Performance Bias zu verzeichnen, vor allem da die Einschätzung der Lebensqualität eine Subjektive ist. Auch ist zu beachten, dass in diese Studie nur Probanden mit Prostatakarzinom eingeschlossen wurden, so dass eine Generalisierung der Ergebnisse auf andere Krebsarten eingeschränkt ist.
In der aktualisierten Guideline des American College of Sports Medicine von 2019 werden Vorschläge für Intensität und Dauer des Trainings basierend auf der aktuellen Datenlage formuliert [223]. Für die gesundheitsbezogene Lebensqualität zeigen sich positive Effekte bei einem Trainingsprogramm für mindestens 12 Wochen für eine Kombination aus Aerobic- und Widerstandstraining (moderate Intensität, 2-3 x pro Woche). Hierbei zeigen sich insbesondere positive Effekte für angeleitete Trainingsprogramme.
Mortalität
Da zu diesem Endpunkt keine sichere Aussage getroffen werden kann, wurde keine Empfehlung oder ein Statement formuliert, stattdessen werden die Ergebnisse zu diesem Endpunkt im Folgenden ausgeführt.
In der Metaanalyse von Friedenreich et al. (2020) werden über die Suche auf drei Datenbanken 136 Studien eingeschlossen [218]. Aus diesen soll der zusammengefasste Risikoquotient (Hazard Ratio) von körperlicher Aktivität auf die Mortalität der Patienten ermittelt werden. Es werden alle Krebsarten miteingeschlossen und es wird zwischen Aktivität vor und nach Diagnose unterschieden. Die Ergebnisse zeigen, dass das Mortalitätsrisiko bei höherer Aktivität sowohl vor als auch nach der Diagnose für alle Krebsarten zusammen weniger wird (Aktivität vor der Erkrankung: HR = 0.82, 95% KI = 0.79-0.86; Aktivität nach der Erkrankung: HR = 0.63, 95% KI = 0.53-0.75). Je nach Zeitpunkt der Aktivität und der entweder Krebs-spezifischen oder Gesamt-Mortalität werden für die verschiedenen Krebsarten unterschiedliche protektive Effekte festgestellt. Für keine Krebsart wird ein signifikanter Anstieg der Mortalität aufgrund von höherem Aktivitätslevel gefunden. In Subgruppenanalysen zeigt sich, dass höhere Aktivität sowohl für Männer als auch für Frauen das Mortalitätsrisiko verringert, für Patienten mit einem BMI von < 25, für Frauen vor und nach der Menopause und für kolorektale Krebs-Subtypen. Zu Auswirkungen der physischen Domäne (d.h. den Unterschieden zu Aktivität in der Freizeit, im Haushalt, beruflich oder gesamt), der empfohlenen Dosis und zum besten Zeitpunkt der körperlichen Aktivität auf die Mortalität der Patienten können bisher noch keine abschließenden Aussagen getroffen werden.
Sicherheit von Sport während einer Krebsbehandlung
Die Untersuchung der KCE-Leitlinie zur Sicherheit zeigt, dass schädliche Konsequenzen oder unerwünschte Vorfälle aufgrund der Intervention relativ selten sind. In den Studien, welche nur Brustkrebspatientinnen einschlossen, untersuchten 5 von 12 RCTs mögliche unerwünschte Ereignisse. Alle 5 RCTs berichten, dass keine Vorfälle aufgetreten seien. Bei der Stichprobe der Prostatakarzinompatienten wurde in einer Studie (n = 121) von 3 Probanden mit Interventionsassoziierten-Nebenwirkungen berichtet [224]. Davon war ein Vorfall so schwerwiegend, dass der Patient hospitalisiert wurde oder dann körperlich eingeschränkt war (Intervention: Krafttraining [3x pro Woche] oder Aerobic [3x pro Woche]). Es bleibt allerdings unklar in welcher Gruppe die Vorfälle auftraten bzw. was genau geschehen ist. Eine weitere RCT berichtet hingegen von keinen Nebenwirkungen und die weiteren 2 RCTs schlossen Nebenwirkungen nicht in die Erhebung ein. In den Studien mit Lungenkrebspatienten wurden 2 postoperative Komplikationen a-priori bestimmt (Pneumonie, Atemprobleme welche in erhöhte Versorgung resultierten). Insgesamt kam es in der Interventionsgruppe zu den eben beschriebenen beiden Vorfällen, während in der Kontrollgruppe 3 Komplikationen auftraten, welche allerdings nicht mit der Studie in Verbindung gebracht werden. In der Studie von Houborg (2006), welche Darmkrebspatienten einschließt wurden zwar unerwünschte Ereignisse berichtet, diese waren aber nicht mit der Intervention assoziiert [225]. Bei den Studien mit hämatologischen Krebspatienten wurden 3 Verletzungen aufgezeichnet (Hüfte, Knie und Rücken; aufgrund von Rückenprobleme verließ ein Proband die Studie [226]). In der Studie von Dimeo et al. (1997) wird von Komplikationen im Zusammenhang mit der erhöhten Toxizität aufgrund hochdosierter CTx berichtet, welche dann allerdings nicht eindeutig von möglichen Interventionsassoziierten Vorfällen differenziert sind [227]. Die Schwere des Schmerzes war in dieser Studie allerdings geringer für Patienten in der Interventionsgruppe, im Vergleich zur Kontrollgruppe (p = 0.01); alle weiteren Studien erhoben keine möglichen schädlichen Konsequenzen der Intervention. In den Studien mit Patienten mit gemischten Diagnosen werden keine Vorfälle, welche mit der Intervention assoziiert sind, berichtet. In keiner der Primärstudien der KCE-Leitlinie traten Fälle von Rückfällen im Zusammenhang mit der Intervention auf.
In dem Review von Heywood et al. (2017) wurden 25 Studien zusammengefasst, um den möglichen Schaden von körperlichen Interventionen bei Patienten mit fortgeschrittenem Krebs (Lungenkrebs, Brustkrebs, Prostatakarzinom, Hodgkin’s oder non-Hodgkin’s Lymphom, Magen-Darm Krebs, andere Krebsarten, Altersrange 18-88 Jahre) zu beurteilen [222]. In den 25 Studien nahmen insgesamt 1088 Probanden teil, welche als körperliche Intervention Aerobic (5x), Krafttraining (2x), ein Kombinationstraining (Aerobic + Krafttraining 14x), Yoga (1x) oder ein Übungsprogramm im Sitzen über ein Video absolvierten (1x). Insgesamt wurden in den Studien nur 6 (0.55%) Vorfälle berichtet, welche auf die Interventionen zurückzuführen sind. Davon haben alle ihre Ursache im Bewegungsapparat. Es werden hier die Nebenwirkungen aus der Studie von Courneya et al. (2007) berichtet, welche auch in der KCE-Leitlinie berichtet wurden [226]. In einer Studie wird 3x von nicht näher bestimmten Vorfällen bezüglich des Bewegungsapparates berichtet (davon verließ ein Proband die Studie, Cormie et al., 2013 [228]) und in einer weiteren Studie wurden keine spezifischen Nebenwirkungen notiert, jedoch wurden 10 Probanden (29%) aufgrund von Schwindel, Fatigue, Schmerz, Fieber oder körperlichem Unwohlsein aus der Studie ausgeschlossen. Es wurde auch von zwei Probanden berichtet, welche die jeweiligen Studien aufgrund von schweren Blutungen und Infektionen verlassen haben [229]. Ob diese Vorfälle im Zusammenhang mit der Intervention stehen wird nicht berichtet. Insgesamt ist die Anzahl der Vorfälle als gering zu betrachten, insbesondere in Anbetracht der Stichprobe. Es wurden zudem nicht in allen Studien ausführlich Nebenwirkungen bzw. Vorfälle berichtet, so dass nicht auszuschließen ist, dass noch mehr Vorfälle auf die Intervention zurückführbar sind. Trotzdem überzeugt dieses Review mit Detailreichtum und einer zumindest übersichtlichen Beschreibung der Einzelstudien (auch wenn hier ein paar Grundinformationen fehlen). Es wurden sowohl kontrollierte (16) als auch nicht kontrollierte Studien (9) einbezogen, was in Anbetracht des Ziels des Reviews – nämlich eine Übersicht über ein mögliches Gefahrenpotential von körperlichen Interventionen - als durchaus angebracht zu betrachten ist. Das Review von Bourke et al. (2016) fasste 16 Studien mit insgesamt 1574 Prostatakarzinompatienten ein (genaueres siehe Absatz Lebensqualität) [216]. Von 16 Studien berichteten 10 von möglichen Schäden der Intervention. Von diesen 10 Studien berichten 4 Studien von keinen Nebenwirkungen, zwei Studien berichten von Todesfällen (1x Lungenkrebs, 1x Kontrollgruppe), einem Vorfall von akutem myokardialem Infarkt, 3x ST Depression elektrokardiographische Veränderungen), 2x Fibula Frakturen (davon 1x Patient mit Peripherer Neuropathie) und einem Unfall beim Umziehen (Rippenfraktur). In 3 Studien werden von gemischten Komplikationen im Bewegungsapparat durch vorher bestandene Rücken- und Knieschmerzen, sowie trainingsinduzierte Beinkrämpfe oder Rückenschmerzen und 3 Vorfällen von Sehnen/ Bänder/ Quadrizeps Verletzungen berichtet. In den meisten Studien waren die Patienten in androgener Deprivationstherapie. Das Review von Oberoi et al. (2018) macht keine Angaben zu mögliche Schäden durch sportliche Interventionen [217].
Insgesamt lässt sich zusammenfassen, dass die möglichen Schäden moderat sind und sportliche Aktivität somit, auch bei Patienten mit fortgeschrittener Krebserkrankung, als sicher erachtet wird. Die Sportart und Intensität sind allerdings immer von der körperlichen Verfassung des Patienten abhängig.
Evidenzaufarbeitung
Die Evidenzaufarbeitung zu Sport wurde von den Wissenschaftlern des Universitätsklinikums Jena unter der Leitung von Prof. Dr. Hübner (DKG) durchgeführt.
Evidenztabellen
Agdal et. al. (2011)
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Referenz/ Referenz Primärstudien |
Studientyp
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Merkmale untersuchter Studien |
(verglichene) Interventionen/ (ggf. Dosierung) |
Untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessenskonflikte |
Methodische Bemerkungen |
Evidenzklasse (Oxford) |
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Agdal (2011): Energy Healing for Cancer: A Critical Review. Forschende Komplementärmedizin. Ref.ID: 587
Eingeschlossen: Aghabati (2010), Cook (2004), Giasson and Bouchard (1998) Olson (2003), Post-White (2003)
Ausgeschlossen: Pohl (2007) LOOH, Hallet (2004), Kelly (2004) keine relevanten Endpunkte
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System. Review 01.2010 PubMed, AMED, JStor, Social Science Citation Index, PsycInfo; Zeitlimit bei 1998
Einschluss: Englische oder skandinavische Sprache, Alle Studien zur Efficacy und Effektivität von therapeutischen Interventionen, qualitative und quantitative Studien
Ausschluss: Gebet als therapeutische Intervention, Forschungsprotokolle, Pilot oder Projektstudien, In Vitro Studien, Kein Bezug zu Krebs, Kein Bezug zu Energie Heilung, Nicht-system. Reviews Studienanzahl: N = 8 Anzahl Pat. insgesamt: N = 486 |
100% RCTs Gynäkologischer Krebs oder Brustkrebs (N=1), Blutkrebs oder solide Tumore (N=1), Verschiedene (N=3) Massage als Adjuvante Behandlung (N=4)
Keine weiteren Informationen zur Stichprobe (Alter, Geschlecht)
Durchführungsländer: Iran, USA, Österreich |
Behandlung und Dosierung Therapeutic Touch (N=4), Healing Touch (N=2), Reiki (N=1), Therapeutische Massage (N=1), Handauflegen (N=1) 5min-90min, Von 2-5x in unterschiedlichen Abständen
Arten der Kontrollgruppen: Keine zusätzliche Behandlung (N=2), Ruhen (N=1), Scheinbehandlung (N=3) + Crossover (N=1) |
1.Wirksamkeit von Energieheilung auf Symptomatik Schmerz (VAS), Fatigue (Rhoten Fatigue Scale, POMS), Übelkeit (POMS) und Wohlbefinden/ Lebensqualiltät (POMS, VAS, SF-36), Physiologische Parameter/ Funktionalität
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Zu 1. Reviewbericht Schmerz: Signifikanter Effekt in 3 Studien im Vergleich zur Kontrollgruppe (Olson et al. [Reiki], an 2 von insgesamt 5 Tagen, kein Gruppenunterschied mehr 3 Tage später) und Sham-gruppe (Aghabati et al. [TT], an 4 von insgesamt 5 Tagen; Cook et al. [HT], keine signifikante Veränderung der Schmerzwahrnehmung, jedoch signifikant geringerer Schmerz im Vgl. zur Sham-gruppe), kein Gruppenunterschied bei Mittelung über Gesamtzeitraum bei Post-White et al. [HT]
Einzelstudie: Review berichtet, dass kein signifikanter Effekt auf die Schmerzwahrnehmung bei Cook et al. [HT] gefunden wurde, aber ein Gruppenunterschied im Vergleich zur Sham-gruppe; Signifikanter Effekt im Vergleich zur Kontrollgruppe für unmittelbaren Effekt (Prä-Post-Vgl.) bei Post-White et al. [HT]
Reviewbericht Fatigue: Signifikante Reduktion in 1 Studie im Vgl. zu passiver und Placebogruppe (Aghabati [TT]), keine signifikante Reduktion in 1 Studie (Post-White et al. [HT])
Einzelstudie: In Review wird von nicht signifikanter Reduktion berichtet, aber Einzelstudie ist zu entnehmen: Bei Post-White et al [HT]: signifikante Reduktion der Fatigue im Vergleich zur gematchten Kontrollperiode
Reviewbericht Übelkeit:
Reviewbericht Wohlbefinden/ Lebensqualität:
Einzelstudie: Im Review wird berichtet, dass keine signifikanten Besserungen für Stimmung gefunden wurden, in der Studie hingegen wird berichtet: Post-White [HT] signifikante Reduktion der Stimmungsschwankungen im Vergleich zur gematchten Kontrollperiode
Reviewbericht Physiologische Parameter: Physische Funktionalität: 1 Studie signifikant höhere Werte im Vgl. zur Placebogruppe (Cook et al. [HT])
Einzelstudie: Im Review wird von nicht signifikantem Effekt berichtet, in Einzelstudie jedoch signifikanter unmittelbarer Effekt (Prä-Post Vergleich) Effekt im Vgl. zur aktiven und passiven Kontrollgruppe (Post-White et al. [HT]) für Blutdruck und Herzfrequenzrate, als auch Respirationsrate aber letzteres nur im Vgl. zur passiven Kontrollgruppe, keine Effekte über den Gesamtzeitraum
Zusammenfassung der Autoren: „There are few studies on the effects of energy healing for cancer and cancer associated symptoms, and none of them are of a size or quality that allows reliable conclusions to be drawn. The results of the studies are, however, interesting and should be taken into consideration when developing new studies on efficacy or effectiveness and hypotheses on working mechanisms of energy healing. “ |
Laut Angaben keine NW (n=3) Keine Angaben zu NW (N=2) |
SR: Finanziell unterstützt von der Dänischen Krebsgesellschaft Laut Angaben keine CoI
Einzelstudien: Laut Angaben keine CoI (N=1) Keine Info zu CoIs (N =4) Durch Healing Touch St. Louis finanziert (N =1), Durch Alternative Cancer Reasearch Foundation in Calgary, Alberta finanziert (N =1), Durch United Hospital Foundation, ALLINA Education and Research and American Cancer Society Professorship of Oncology Nursing (JPW) finanziert (N =1), Durch Austrian Forum Against Cancer finanziert (N =1) |
Bewertung mit SIGN (-/+)
Aghabati (2010) (-) CONTRA:
Cook (2004) (+) PRO: CONTRA:
Giasson and Bouchard (1998) (-) PRO: Angabe von Cronbachs Alpha und Reliabilitäten
Olson (2003) (-) Keine Verblindung oder Placebogruppe, nur Betrachtung von Unterschieden zwischen Veränderungen, kaum Angaben zu Effektstärken und Power
Post-White (2003) (+)
SR PRO: Ausführliche tabellarische Darstellung der Ergebnisse
Kritische Auseinandersetzung mit den Ergebnissen, vor allem Unter Anbetracht der oft niedrigen Qualität „[…] none oft the included trials met a standard which produces reliable results.“
Detaillierte Auseindersetzung mit methodischen Mängeln der Studie
CONTRA: Nur Beschreibung von Effekten basierend auf Innergruppenveränderungen – kaum bis gar keine Angabe von Gruppenunterschieden, so dass diese per Hand gesucht werden müssen hier teilweise auch scheinbar widersprüchliche Berichterstattung zwischen Text und Tabelle
Keine Angaben zum Ethikvotum.
Keine Durchführung von Meta-Analysen (Erklärung der Autoren: aufgrund von zu wenig Probanden in den Einzelstudien)
Keine Angabe von Effektstärke oder CI, allerdings auch keine Angabe in den Einzelstudien
Keine Angabe zu COI oder Finanzierung der Einzelstudien, sowie Ethikvotum
Wenige statistische Parameter bei der Ergebnisberichtung der Studien
Trotz vorheriger Ankündigung wird kein Ergebnis zu Angst geliefert
Keine Informationen zu Stichproben in einzelnen Studien (Alter, Krebsart etc.)
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2a |
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Agdal (2011): In diesem Review wurden 8 Studien eingeschlossen. Von diesen 8 Studien waren 5 relevant für die Leitlinie. Untersucht wurde der Effekt von Reiki, Healing Touch oder Therapeutic Touch auf Schmerzempfinden, Müdigkeit/ Erschöpfung, Übelkeit, Wohlbefinden/Lebensqualität, Stimmung und körperliche Funktionalität bei KrebspatientInnen. Hierbei zeigte sich positive Effekte von Bioenergiefeldtherapien in 4 Studien in Bezug auf die Schmerzlinderung, auch wenn der Effekt zumeist kurzfristig ist und nur gegenüber einer einfachen Kontrollgruppe standhält. Zwei Studien (Healing Touch, Therapeutic Touch) fanden eine Reduktion der Müdigkeit im Vergleich zu einer Kontrollgruppe. Eine Studie erhob Übelkeit, fand aber keinen Effekt. Bezüglich der Besserung der Lebensqualität fanden drei Studien einen positiven Effekt und eine Studie in der Besserung von Stimmungsschwankungen. In einer Studie konnte eine Besserung der physischen Funktionalität gefunden werden. Obwohl die Ergebnisse des Reviews zunächst vielversprechend wirken, sind alle Studien von niedriger Qualität Die Autoren des Reviews geben an, dass aufgrund teilweise gravierender methodischer Mängel keine Studie ein vertrauenswürdiges Ergebnis liefert. Dadurch können diese Ergebnisse höchstens als Grundlage zur Diskussion, nicht aber als Leitpfaden zum Einsatz der Therapien genutzt werden. Das Review selbst zeichnet sich durch eine undurchsichtige Berichterstattung aus. In dem vorrangig Veränderungen innerhalb der Gruppe als Effekt gewertet werden, während Unterschiede zwischen Gruppen kaum bis gar nicht erwähnt werden. Trotz einer ansonsten sehr detaillierten methodischen Aufarbeitung der Studien bleibt das eigenhändige Durchsuchen der Einzelstudien für eine fundierte Aussage nicht aus. |
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Alarcão et. al. (2016)
Beard et. al. (2011)
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Referenz |
Studientyp
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Patientenmerkmale |
Intervention/ Kontrolle, Beobachtung |
Untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessenskonflikte |
Methodische Bemerkungen |
Evidenzklasse (Oxford) |
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Beard (2011): Effects of Complementary Therapies on Clinical Outcomes in Patients Being Treated With Radiation Therapy for Prostate Cancer. Cancer
Ref.ID: 255 |
Monozentrisch
Offen
Randomisiert
Phase II
3 Arme, Eingeschlossen: N=54 Ausgewertet: N=54 (Intention-to-treat) Drop-Out =5
Land: USA
Zeitraum: Juni 2005 – April 2007
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Prostatakrebs
Externe Strahlentherapie (EBRx) (5 Tage pro Woche, 8 bis 9 aufeinanderfolgende Wochen, 15 Minuten), 91% Androgen Suppression Therapie (AST) (EBRx für 8 Wochen); Vorherige Prostatektomie N =8
100% männlich
Alter: 46 bis 91 Jahre (Median 64 Jahre)
Keine vorherigen Erfahrungen mit Reiki oder Relaxation Response Therapie (RRT) |
Arm A: N=18 Reiki Therapie 2x 50 min pro Woche für 8 Wochen
Arm B: N=18 RRT/Kognitive Restrukturierung (CR) 1x 60 min pro Woche für 8 Wochen + Empfehlung zu täglichen Übung + Dokumentation in einem Tagebuch zuhause
Arm C: N=18 Kontrollarm, Warteliste (mit der Option am Ende der Studie entweder Reiki oder RRT / CR zu erhalten)
Reiki-Therapie durchgeführt von Reiki-Meistern
RRT / CR von einem Psychologen durchgeführt |
T0: Baseline (Vor Intervention) T1: Nach 4 Wochen T2: Nach 8 Wochen T3: 8 bis 12 Wochen nach Durchführung von EBRx (Follow-Up?)
Prim. Endpunkte 1. STAI (Likert Skala 1-4)
2. CES-D Skala (Skala 0-3)
3. FACT-G (4 Subskalen, 5-Item Likert Skala)
Sek. Endpunkte 4. STAI Ergebnis von ängstlichen Teilnehmern
5. Emotionales Wohlbefinden Subskala von FACT-G
6. CES-D Ergebnis von depressiven Teilnehmern |
Zu 1., 2. und 3. Keine Gruppenunterschiede zu keinem Zeitpunkt
Zu 4. Signifikante Verbesserung in Arm B (p = 0.02); Keine signifikanten Unterschiede in Arm A (p = 0.10) und Arm C (p = 0.19)
Zu 5. Signifikant bessere Ergebnisse in Arm B im Vergleich zu Arm A (p = 0.02) und Arm C (p = 0.01)
Zu 6. Keine Gruppenunterschiede zu keinem Zeitpunkt
Zusammenfassung der Autoren: „Relaxation response therapy improved emotional well being and eased anxiety in participants. Reiki therapy also had a positive effect in anxious patients. A larger study to verify and better define the benefits of these therapies in men with prostate cancer is warranted. “ |
Keine Angaben zu NW/WW |
Keine Angaben zu COI
„Research support for this study was provided by the Advanced Medical Research Foundation, Boston, Massachusetts.” |
PRO: Ethikvotum vorhanden
Vergleichbarkeit der Gruppen gegeben
Intention-To-Treat-Analyse
Bonferroni Korrektur für multiples Testen
Hohe Patienten Adhärenz
Angemessene Verwendung statistischer Analysen und Methoden
CONTRA: Kleine Stichprobengröße
Unterschiedliche Intensität der Interventionen (wöchentlich vs. zweimal wöchentlich), Vergleichbarkeit der Interventionen?
Keine Poweranalyse
Keine Prüfung auf Normalverteilung der Daten
Zeitpunkte sind nicht genau definiert
Kurze Darstellung der Ergebnisse, fehlende Angaben zur AUC-Analyse, CES-D-Subgruppenanalyse, wenige statistische Zahlen (fehlende Standardabweichung von Mittelwerten) Selektive Berichterstattung?
Ungleiche Gruppengrößen zum Vergleich von ängstlichen/depressiven mit normalen Teilnehmern (Subgruppenanalyse)
Die Teilnehmer waren überwiegend gut ausgebildete weiße Männer
Keine Angaben zu Nebenwirkungen
Aufgrund der Kombination von RRT und CR in Arm B kann die Wirkungsweise in dieser Gruppe nicht auf einen einzelnen Mechanismus zurückgeführt werden |
2b |
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Beard (2011): Diese Studie untersuchte die klinischen Effekte von 2 Komplementärmedizinischen Therapien (Relaxation-Response-Therapie (RRT)/Kognitive Restrukturierung (CR) und Reiki Therapie) bei Männern, die mit einer externen Strahlentherapie (EBRx) gegen Prostatakrebs behandelt wurden. Die Studienteilnehmer wurden zufällig der wöchentlichen RRT/CR, der zweimal wöchentlichen Reiki Therapie oder der Wartelisten Kontrollgruppe zugeordnet. Insgesamt 54 Patienten nahmen teil und wurden in drei Gruppen eingeteilt, so dass in jeder Gruppe 18 Patienten waren. Durch Fragebögen wurden Angstzustände, Depressionen und die Lebensqualität von den Krebspatienten zu Beginn der Studie und zu drei späteren Zeitpunkten gemessen. Es wurde zu keinem Zeitpunkt ein statistisch bedeutsamer Unterschied zwischen der RRT/CR-, der Reiki- und der Kontrollgruppe in Bezug auf die Gesamtpunktzahl für Angstzustände, Depressionen und Lebensqualität festgestellt. Eine Subskala (emotionales Wohlbefinden) der Lebensqualität zeigte eine bedeutsame Verbesserung bei der RRT/CR-Gruppe im Vergleich zur Reiki Gruppe und der Kontrollgruppe. Bezüglich der Studienmethodik kann folgendes gesagt werden: Es gab eine unterschiedliche Intensität der Interventionen (wöchentlich vs. zweimal wöchentlich), so dass die Vergleichbarkeit der Interventionen fraglich ist. Darüber hinaus präsentierte die Studie die Ergebnisse nur kurz mit wenigen statistischen Zahlen, so dass es sich um einen selektiven Bericht handeln könnte. |
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Catlin et. al. (2011)
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Referenz |
Studientyp
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Patientenmerkmale |
Intervention/ Kontrolle, Beobachtung |
Untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessenskonflikte |
Methodische Bemerkungen |
Evidenzklasse (Oxford) |
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Catlin (2011): Investigation of Standard Care versus Sham Reiki Placebo Versus Actual Reiki Therapy to Enhance Comfort and Well-Being in a Chemotherapy Infusion Center. Oncology Nursing Forum
Ref.ID: 287 |
Monozentrisch
Vermutlich offen
Quasi- randomisiert
3 Arme, Eingeschlossen: N=189 Ausgewertet: kA Attrition/Drop-Out: kA
Land: USA (Kalifornien) Zeitraum: kA
Einmalige Erhebung |
Keine spezifische Angabe von Tumorart
I.V. Chemo-Therapie Patienten
Alter: 76% 69-78 Jahre 82% Kaukasier
96% 2. bis 5. Chemotherapie Runde
25% Vorerfahrungen mit alternativmedizinschen Heilungskonzepten |
Arm A: N=63 Reiki Therapie 1x 20 Minuten
Arm B: N=63 Placebo (Sham) Reiki Therapie 1x 20 Minuten
Arm C: N=63 Kontrollarm, Standard Care
Reiki Therapie von Reiki Mastern durchgeführt
Placebo (Sham) Reiki Therapie von registrierten Krankenschwestern durchgeführt
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T0: Baseline (vor Intervention) T1: nach Intervention
Prim. Endpunkte 1. HTCQ Komfortscore (Skala 0-6; 14 von 35 Items verwendet)
2. Well-Being Analog Scale (Skala 0-10)
Sek. Endpunkte 3. Physisches Wohlbefinden (errechnet aus Well-Being Analog Scale)
4. Psychisches Wohlbefinden (errechnet aus Well-Being Analog Scale)
5. Physischer Komfort (errechnet aus HTCQ)
6. Psychischer Komfort (errechnet aus HTCQ)
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Zu 1. Signifikante Verbesserung in Arm A (p= 0.0197) und Arm B (p= 0.0027) im Vergleich zu Arm C; Kein signifikanter Unterschied zwischen Arm A und B (p= 0.8435)
Zu 2. Signifikante Verbesserung in Arm A (p= 0.0051) und Arm B (p= 0.005) im Vergleich zu Arm C; Kein signifikanter Unterschied in Arm A im Vergleich zu Arm B (p= 0.7453)
Zu 3. Keine Unterschiede zwischen den Armen (p=kA)
Zu 4. Signifikante Verbesserung in Arm A (MD= 6.88) und Arm B (MD= 6.34) im Vergleich zu Arm C (p< 0.05)
Zu 5. Signifikante Verbesserung in Arm B (MD= 3.31) im Vergleich zu Arm C (p< 0.05)
Zu 6. Signifikante Verbesserung in Arm A (MD= 3.96) und Arm B (MD= 3.95) im Vergleich zu Arm C (p< 0.05)
Zusammenfassung der Autoren: „This study indicated that, although patients were basically comfortable and felt a sense of well-being in the chemotherapy unit, their comfort and well-being could be increased. Experiencing a one-on-one period with an RN while receiving their infusions, whether being a part of the actual Reiki or the sham Reiki placebo, was influential on the participants. Receiving that extra attention, privacy, and handson caring allowed participants to feel more physical and emotional comfort in addition to an enhanced sense of well-being. “ |
Keine Angaben zu NW/WW |
Keine Angaben zu COI
Diese Studie wurde von der ONS Foundation, Genetech BioOncology, Kaiser Permanente Santa Rosa Nursing Research Program mit einem Forschungsstipenidum unterstützt.
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PRO: Ethikvotum vorhanden
Poweranalyse
Validierte Fragebögen und Angaben der Cronbach Alpha
Überprüfung der Validität und Reliabilität der Interventionen
CONTRA: Randomisierung anhand von Öffnungstagen des Gesundheitszentrums und nicht anhand der Studienteilnehmer nur eine Quasi-Randomisierung
Statistische Tabellen fragwürdig: Unterschiedliche ausgewertete Probandenzahl von N=58 bis N=66
Nur Kurzzeiteffekte gemessen, welche auch auf Aufmerksamkeit zurückführbar sein könnten
Keine Beschreibung wie aus Erhebung des allgemeinem Wohlbefindens und Komfort die Unterskalen (sekundäre Endpunkte) extrahiert wurden
Keine Angabe von Mittelwerten (SD) oder anderen Werten für die Fragebögen
Keine Angabe von Effektstärken oder Konfidenzintervallen
Angabe der demographischen Daten ungenau und unzureichend wichtige demographische Variablen werden gar nicht erhoben, wodurch die Vergleichbarkeit der Gruppen fragwürdig ist
Keine Erfassung welche Vorerfahrungen mit CAM gemacht wurden bzw. kein Einbezug dieser in die Analyse
Angabe der doppelten Verblindung, doch dies nicht möglich, da durchführende Therapeuten nicht verblindet sein können; auch Patienten könnten gefälschte Therapie durchschauen und zumindest Arm C kann nicht verblindet sein. |
2b |
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Catlin (2011): Die Studie bot Patienten eines amerikanischen ambulanten Infusionszentrums immer einen von drei möglichen Behandlungsabläufen an. Welcher Behandlungsablauf an welchem Tag zum Einsatz kam wurde vorher zufällig festgelegt. Ein Ablauf beinhaltete neben den normalen Behandlungen des Zentrums eine Reiki Behandlung durch qualifizierte Reiki Therapeuten. Ein anderer Ablauf täuschte die Reiki Behandlung durch eine Forschungskrankenschwester vor. Die dritte Option bestand nur aus den normalen Behandlungen des Zentrums. Laut Studie nahmen in jeder Behandlungsgruppe 63 Patienten teil, also insgesamt 189 Patienten. Es wurden die Auswirkungen der Behandlungsabläufe auf Komfort und Wohlbefinden der Patienten untersucht. Dazu beantworteten die Patienten jeweils vor und nach der Behandlung zwei Fragebögen. Die Reiki Behandlung, als auch die vorgetäuschte Reiki Behandlung brachten eine bedeutsame positive Verbesserung beim Komfort und Wohlbefinden im Vergleich zu der normalen Behandlung. Zwischen den beiden Reiki Gruppen gab es keine bedeutsamen Unterschiede. Durch die normale Behandlung allein wurden keine bedeutsamen Veränderungen erzielt. Die Studie zeigt also, dass durch Reiki als auch vorgetäuschte Reiki Behandlungen der Komfort und das Wohlbefinden der Patienten im Vergleich zu einer normalen Behandlung verbessert werden kann. Bezüglich der Studienmethodik lässt sich folgendes feststellen: Es wurde darauf geachtet bewährte und aussagekräftige Fragebögen zu verwenden. Bezüglich der Auswertung dieser bleiben jedoch Unklarheiten. So wurden teilweise weniger oder sogar mehr Patienten ausgewertet, als eigentlich in den Behandlungsgruppen vorhanden waren. Zudem wurden wichtige statistische Parameter nicht angegeben. Zu Beginn der Studie wurde die Vergleichbarkeit der Behandlungsgruppen überprüft, allerdings wurden hierbei wichtige demographische Daten nicht erhoben, sodass unklar ist, ob die Behandlungsgruppen tatsächlich vergleichbar waren. Es ist zu schlussfolgern, dass eine korrekt durchgeführte Reiki Behandlung weder bessere noch schlechtere Ergebnisse als eine vorgetäuschte Behandlung liefert und geht daher vermutlich nicht über die Wirkung eines Placebos hinaus. |
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Clark et. al. (2012)
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Referenz |
Studientyp
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Patientenmerkmale |
Intervention/ Kontrolle, Beobachtung |
Untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessenskonflikte |
Methodische Bemerkungen |
Evidenzklasse (Oxford) |
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Clark (2012): Effects of reiki, yoga, or meditation on the physical and psychological symptoms of chemotherapy-induced peripheral neuropathy: A randomized pilot study. Journal of Evidence-Based Complementary & Alternative Medicine
Ref.ID: 256 |
Offen
Randomisiert
4 Arme, Eingeschlossen: N=36 Ausgewertet: N=26 Attrition =10 (Arm A: 2x, B: 2x, C: 4x, D: 2x) Drop-Out =14
Land: USA (Virginia)
Zeitraum: 6 Wochen
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Gemischte Krebsdiagnosen (65.4% Mammakarzinom), Stadium I-IV
CTX + Therapeutika Taxane, Vinca-Alkaloide und/oder Platin; Symptome PN ≥ 3 Monate
Geschlecht (N=26): 88.5% weiblich
Alter: Mittelwert: 59.04 Jahre; SD: 8.56 Jahre; Range: 38-72 Jahre
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Arm A: N=9 Reiki 1x 60 min pro Woche für 6 Wochen + Aufzeichnen von Symptomen in einem Tagebuch
Arm B: N=9 Yoga 1x 60 min pro Woche für 6 Wochen + Tägliche Yoga Übungen + Tagebuch über Übungen
Arm C: N=9 Meditation 1x 60 min pro Woche für 6 Wochen + Tägliche Meditations Übungen + Tagebuch über Erfahrungen mit Übungen
Arm D: N=9 Kontrollarm, Ganzheitliche Aufklärung der Chemotherapie induzierten peripheren Neuropathie 1x 60 min pro Woche für 6 Wochen + Dokumentation der Nachbereitung von Unterrichtsmaterialien
Reiki Therapie durchgeführt von Reiki-Meistern
Yoga Therapie von registrierten Yoga Lehrern durchgeführt
Meditationstherapie durch Meditation Lehrer durchgeführt
Ganzheitliche Aufklärung durch Onkologie Krankenschwestern, Onkologie Sozialarbeiter oder registrierte Diätassistenten |
T0: Baseline (vor Intervention) T1: nach letzter Intervention (6 Wochen)
Prim. Endpunkte 1. Psychische Belastung gemessen mit BSI-18 (Subskalen: Somatisierung, Depression, Angst)
2. Lebensqualität gemessen mit FACT&GOG-Ntx (5 teilige Likert Skala)
3. Neurotoxizität gemessen mit FACT & GOG-Ntx (5 teilige Likert Skala)
4. Achtsamkeit gemessen mit MAAS
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Zu 1. T1: ANOVA: Kein signifikanter Gruppeneffekt (p = 0.351)
Zu 2. ANOVA: Kein signifikanter Gruppeneffekt (p = 0.693)
Zu 3. ANOVA: Kein signifikanter Gruppeneffekt (p = 0.529); Signifikant schlechtere Werte in Arm D von T0 zu T1 (p = 0.034)
Zu 4. ANOVA: Kein signifikanter Gruppeneffekt (p = 0.149)
Zusammenfassung der Autoren: „However, findings within the body of research have been positive and, combined with the findings of this pilot study, indicate that there is an appropriate role for Reiki, yoga, and meditation in the management of chemotherapy-induced peripheral neuropathy. The potentially beneficial physical and psychological changes that emerged from this study warrant further well-defined clinical investigation. “ |
Keine Angaben zu NW/WW |
Laut Autoren keine COI
„The authors would like to acknowledge the George Mason University Center of Consciousness and Transformation for their support of this study.“ |
PRO: Ethikvotum vorhanden.
Genaues Flussdiagramm
Vergleichbarkeit der Gruppen in demografischen und medizinischen Merkmalen gegeben
Validierte Fragebögen und Angabe der Cronbach‘s Alpha
Analyse unabhängig von Adhärenz wenn zweite Erhebung stattfand
Einsicht in Compliance der Patienten durch Tagebuch und Möglichkeit der Intervention zuhause
Angabe von Effektstärken, ausführliche und übersichtliche Darstellung der Ergebnisse
CONTRA: Zu geringe Power durch zu wenig Probanden um statistisch signifikante Unterschiede zu entdecken
Kleine Stichprobengröße (auch wenn sie dies begründen)
Keine Intention-To-Treat Analyse
Fehlende Werte wurden durch Mittelwerte der Messungen ersetzt (aufgrund geringer Stichprobe)
Nicht klar welche Patienten während der Studie Medikamente gegen die Neuropathie eingenommen haben
Keine Aufzeichnung, welche bisherigen Erfahrungen mit CAM gemacht wurden oder keine Einbeziehung dieser in die Analyse
Informationen über die PN, Diagnose und Behandlung waren Selbstberichte, da kein Zugriff auf Krankenhausunterlagen möglich war – mögliche Falschangaben?
Unterschiedliche Intensitäten der Interventionen: Yoga und Meditation konnten täglich durchgeführt werden, zudem kein Einbezug der Compliance als Kovariate in Analyse und nur einzelne ANOVAs für Endpunkte = keine Berücksichtigung möglicher Interaktionen der Endpunkte bzw. deren Abhängigkeit voneinander (möglicherweise nicht möglich aufgrund der geringen Stichprobenzahl)
Keine Begründung im Text für 1x Attrition; Inkonsistenz bei Angabe des p-Wertes im Text und Tabelle (Endpunkt 3, Pre-Post Arm D)
Hoher Drop-Out (Probanden, welche nicht an allen Sitzungen teilnahmen)
Keine Kontrolle für multiples Testen
Wurde eine Testung auf Normalverteilung der Daten durchgeführt? Und damit eine adäquate Anwendung statischer Tests? Hohe Wahrscheinlichkeit, dass Daten aufgrund der geringen Stichprobenanzahl nicht normalverteilt sind.
Durchführungsort unklar und dadurch unklare Vergleichbarkeit der Rahmenbedingungen |
2b |
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Clark (2012): In dieser Studie wurden drei komplementärmedizinische Ansätze zur Behandlung von Symptomen im Zusammenhang mit Chemotherapie induzierter peripherer Neuropathie im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, die nur Schulungen über Neuropathie bekam, untersucht. Dabei wurden insgesamt 36 Chemotherapie Patienten in 4 Gruppen eingeteilt. Am Ende der Studie schlossen 26 Patienten die Studie ab und konnten ausgewertet werden. In den ersten drei Gruppen wurde jeweils eine alternativ medizinische Behandlung (Reiki, Yoga, Meditation) einmal wöchentlich für 60 Minuten über insgesamt 6 Wochen angewendet. Vor Beginn der Studie mussten die Patienten Fragebögen zu Neurotoxizität, Lebensqualität, psychischer Belastung und Achtsamkeit beantworten. Nach der letzten Therapie beantworteten die Patienten die Fragebögen erneut. Die Auswertung der Fragebögen ergab, dass alle komplementär medizinischen Gruppen eine höhere Lebensqualität und niedrigere Neurotoxizität aufwiesen. Die Ergebnisse waren allerdings statistisch nicht bedeutsam. Die Neurotoxizität verschlechterte sich in der Kontrollgruppe hingegen bedeutsam. Die Studie lieferte keine Ergebnisse, die auf größere Unterschiede zwischen den Gruppen hindeuten. Bezüglich der Studienmethodik kann folgendes gesagt werden: Die verwendeten Fragebögen waren durch statistische Untersuchungen validiert. Zu Beginn der Studie war bereits die Anzahl der Probanden gering, und während der Studie schieden auch noch viele zusätzlich aus, sodass die sehr geringe Anzahl der am Ende der Studie untersuchten Probanden keine aussagekräftigen Ergebnisse liefern konnte. Des Weiteren hatten die Autoren der Studie keinen Zugriff auf die Krankenhausunterlagen der Patienten, sodass die Patienten diese selbst angeben mussten, was zu möglichen Falschangaben geführt haben könnte. Außerdem waren die verschiedenen Therapien hinsichtlich ihrer Intensität schwer vergleichbar, da die Yoga- und Meditationstherapie von den Patienten täglich durchgeführt werden konnte, wohingegen dies bei der Reiki Therapie nicht der Fall war. Insgesamt zeigten weder Reiki, noch andere komplementäre Therapien, sowie die Standardversorgung einen bedeutsamen Einfluss auf die Lebensqualität. |
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Frank et. al. (2007)
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Referenz |
Studientyp
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Patientenmerkmale |
Intervention/ Kontrolle, Beobachtung |
Untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessenskonflikte |
Methodische Bemerkungen |
Evidenzklasse (Oxford) |
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Frank (2007): Does therapeutic touch ease the discomfort or distress of patients undergoing stereotactic core breast biopsy? A randomized clinical trial. Pain medicine (Malden, Mass.)
Ref.ID: 258 |
Monozentrisch
Einfach verblindet (Patienten und Datenerhebung/-auswertung)
(Block-) Randomisiert
2 Arme, Eingeschlossen: N=82 Ausgewertet: N=82
Land: USA (Springfield, Massachusetts)
Zeitraum: kA
Einmalige Umfrage
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Verdächtige Brustläsionen, Konfrontiert mit stereotaktischer Kern Biopsie
100% weiblich
Alter: (Mittelwert ± SD) Arm A: 51.5 ± 11.6, Arm B: 53.0 ± 10.5 |
Arm A: N=42 Krieger–Kunz Therapeutic Touch 1x 10 min
Arm B: N=40 Placebo (Sham) Therapeutic Touch 1x 10 min
Krieger–Kunz Therapeutic Touch durchgeführt von trainierten Therapeuten
Placebo (Sham) Therapeutic Touch durchgeführt von unerfahrenen Behandlern |
T0: Baseline (vor Intervention) T1: nach Intervention
Prim. Endpunkte 1. Schmerz gemessen mit VAS
2. Angst gemessen mit VAS
3. Nervosität gemessen mit VAS
4. Ängstlichkeit gemessen mit VAS
5. Unruhe gemessen mit VAS
6. Spannung gemessen mit VAS
7. Schreck gemessen mit VAS
8. Systolischer Blutdruck
9. Diastolischer Blutdruck
10. Puls |
Zu 1. Kein signifikanter Unterschied zwischen Arm A und Arm B (p = 0.53) Subgruppenanalyse: Patienten mit Schmerzen zu T0 (N=18) hatten geringere Werte zu T1, während Patienten ohne Schmerzen zu T0 einen Anstieg zeigten (-11.2 ± 38.9 [SD] mm vs. 17.2 ± 27.3 mm; p = 0.0007)
Zu 2. Kein signifikanter Unterschied zwischen Arm A und Arm B (p = kA)
Zu 3. Kein signifikanter Unterschied zwischen Arm A und Arm B (p = 0.99)
Zu 4. Kein signifikanter Unterschied zwischen Arm A und Arm B (p = kA)
Zu 5. Kein signifikanter Unterschied zwischen Arm A und Arm B (p = 0.90)
Zu 6. Kein signifikanter Unterschied zwischen Arm A und Arm B (p = kA)
Zu 7. Kein signifikanter Unterschied zwischen Arm A und Arm B (p = kA)
Zu 8. Kein signifikanter Unterschied zwischen Arm A und Arm B (p = 0.17)
Zu 9. Kein signifikanter Unterschied zwischen Arm A und Arm B (p = 0.75)
Zu 10. Kein signifikanter Unterschied zwischen Arm A und Arm B (p = 0.33)
Zusammenfassung der Autoren: „Women undergoing stereotactic core breast biopsy received no significant benefit from therapeutic touch administered during the procedure. Therapeutic touch cannot be routinely recommended for patients in this setting. “ |
Keine Angaben zu NW/WW |
Keine Informationen zu COI
Diese Forschung wurde durch ein Stipendium von Rays of Hope, a Walk towards the Cure of Breast Cancer, Springfield, MA unterstützt |
PRO: Ethikvotum vorhanden
Vergleichbarkeit von Gruppen gegeben
Vorherige Schulung von Placebo-Therapeuten, um eine konsistente Placebo-Therapie sicherzustellen
Verblindung der Patienten, des Klinik- und Planungspersonals des Brustzentrums und der Studienkoordinatoren
Andere Variablen (Behandler, Volumen des Lokalanästhetikums, zuvor berichtete Schmerzen nach SCB, Alter, Dauer des SCB - Verfahrens und Anzahl der erhaltenen Biopsien) wurden in einem multivarianten Modell kontrolliert
CONTRA: Geringe Stichprobengröße -> Die erste Schätzung für die erforderliche Patientenanzahl war zu gering (240 Patienten hätten pro Arm erforderlich sein müssen) -> Begrenzte Aussagekraft zum Erkennen eines Unterschieds
Keine Erhebung von Daten der Patienten, die sich über ihre zugeteilte Gruppe beschwerten
Nur Kurzzeiteffekte wurden gemessen, die auch der Aufmerksamkeit zugerechnet werden können
Es wurden nicht alle p-Werte zu den Mittelwertsvergleichen (Post) angegeben
Ungenaue Beschreibung der Datenerhebungsmethoden, allgemein oberflächliche Beschreibung der Rahmenbedingungen
Keine Aufzeichnung der bisherigen Erfahrungen mit CAM und keine Einbeziehung dieser in die Analyse
Keine Effektstärken angegeben
Patient könnte gefälschte Therapie durchschaut haben – Einfache Verblindung fragwürdig |
2b |
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Frank (2007): Diese Studie versuchte zu bestimmen, ob eine Therapeutic Touch Therapie, die zum Zeitpunkt der stereotaktischen Biopsie von verdächtigen Brustläsionen verabreicht wurde, zu einer Verringerung von Angstzuständen und Schmerzen bei Patienten eines amerikanischen Brustzentrums führt. 82 Patienten wurden zufällig in zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe erhielt vor und während der Biopsie eine Therapeutic Touch Therapie. Die andere Gruppe erhielt eine Placebo (Schein) Therapie. Schmerz- und Angstveränderungen wurden unmittelbar vor und nach der Biopsie gemessen. Es wurden keine bedeutsamen Unterschiede zwischen den Gruppen in Bezug auf Schmerzen nach der Biopsie, Angst, Ängstlichkeit oder physiologische Parameter festgestellt. In Bezug auf die Studienmethodik kann Folgendes gesagt werden: Es wurde darauf geachtet, dass die beiden Gruppen in Bezug auf demografische Daten und Vorbehandlungseigenschaften vergleichbar sind. Darüber hinaus wurden die Therapeuten der Placebo-Gruppe zuvor in der Durchführung des Behandlungsverfahrens geschult, um eine standardisierte Behandlung sicherzustellen. Die Forscher bestimmten jedoch vor Studienbeginn eine zu geringe erforderliche Teilnehmerzahl, sodass die Studie kein aussagekräftiges Ergebnis liefern konnte. Insgesamt zeigte die Studie, dass Frauen, die sich einer stereotaktischen Brustbiopsie unterzogen, keinen bedeutsamen Nutzen aus der während des Eingriffs verabreichten Therapeutic Touch Therapie zogen. |
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Lutgendorf et. al. (2010)
FitzHenry et. al. (2014)
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Referenz |
Studientyp
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Patientenmerkmale |
Intervention/ Kontrolle, Beobachtung |
Untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessenskonflikte |
Methodische Bemerkungen |
Evidenzklasse (Oxford) |
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FitzHenry (2014): A randomized placebo-controlled pilot study of the impact of healing touch on fatigue in breast cancer patients undergoing radiation therapy. Integrative cancer therapies
Ref.ID: 257 |
Monozentrisch
Einfach verblindet (Patienten und Datenerhebung)
(Block-) Randomisiert
2 Arme, Eingeschlossen: N=44 Ausgewertet: N=41 Attrition N=3
Land: USA (Tennessee)
Zeitraum: Juli 2007 bis März 2009 |
Mammakarzinom (I,II)
Post-OP, RTx
100% weiblich
Alter: Mittelwert: 51.5 Jahre, SD: 9.2 (Range: 21-75)
ECOG-Punktzahl von 0 bis 2
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Arm A: N=21 Healing Touch 1x 45 min pro Woche für 5 bis 7 Wochen
Arm B: N=20 Vorgetäuschte (Sham) Therapie 1x 45 min pro Woche für 5 bis 7 Wochen
Healing Touch durchgeführt von registrierten Krankenschwestern, die mindestens ein Level 3 Trainingszertifikat hatten
Sham Therapie durchgeführt von Therapeuten mit aktiver Krankenpflegelizenz
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Prim. Endpunkte 1. Fatigue Intensität gemessen mit BFI (Numerische Rating Skala mit 11 Punkten), wöchentlich
2. Fatigue Interferenz gemessen mit BFI (Numerische Rating Skala mit 11 Punkten), wöchentlich
3. Lebensqualität gemessen mit Functional Assessment of Cancer Therapy–Breast including FACT-G und breast-specific subscale, Prä-Post Messung
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Angabe der Mittelwerte: Baseline zu Studienende
Zu 1. Über den Studienverlauf höhere Werte in Arm A (p = 0.024, adjustiert) durch nicht signifikant höhere Verringerung in Arm B (Mittelwert: 2.9 zu 2.2; Effektstärke: Cohen's d = -0.30) im Vergleich zu Arm A (Mittelwert: 4.1 zu 3.7; Effektstärke: Cohen's d = -0.18)
Zu 2. Über den Studienverlauf höhere Werte in Arm A im Vergleich zu Arm B (p = 0.010, adjustiert)
Zu 3. Kein signifikanter Unterschied zwischen den Armen A und B (p = kA)
Zusammenfassung der Autoren: „Our enrollment and retention indicate that HT is feasible for women during RT. Our pilot findings do not support a beneficial effect of HT on fatigue or QOL. Future research may explore increasing dose and teasing out therapist effect. “ |
Keine Angaben zu NW/WW
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Laut Autoren keine COI
Diese Studie wurde durch ein Forschungsstipendium der Vanderbilt University unterstützt |
PRO: Ethikvotum vorhanden
Die Therapeuten wurden während der Studie durch andere ersetzt, um zu vermeiden, dass der Patient zu sehr auf einen Therapeuten fokussiert wird
Vergleichbarkeit von Gruppen für alle wichtigen demografischen Daten und klinischen Variablen
Erfolgreiche Überprüfung der Verblindung nach Studienende
Validierte Fragebögen und Angabe der Cronbach Alpha
Adäquate Anwendung statistischer Verfahren und Einbezug von Kovariaten in die Analyse, Angabe von Effektstärken
Anwendung von Cohen’s d zur Überprüfung der klinischen Signifikanz
Erfassung von Depression und Angst mit dem HAD und Prüfung der Korrelation mit Fatigue und QoL
CONTRA: Keine Standardisierung der vorgetäuschten Intervention
Mehr Frauen in der Kontrollgruppe arbeiteten in Voll- oder Teilzeit – Unterschied jedoch nicht signifikant
Teilnehmer der HT-Gruppe mussten häufiger den Therapeuten wechseln als die Scheintherapie Gruppe
Keine Informationen über die Gesamtzahl der Behandlungen in den jeweiligen Gruppen am Ende der Studie
Die Studie hatte keine ausreichende Power, um Unterschiede zwischen den Gruppen in den wichtigsten Ergebnisvariablen zu erkennen
Keine Erhebung der bisherigen Erfahrungen mit CAM und keine Einbeziehung dieser in die Analyse Patienten in Arm B mit, aber auch ohne Vorerfahrung in Healing Touch könnten erkannt haben, dass es nicht korrekt durchgeführt wurde
Keine Intention-To-Treat Analyse, auch wenn Attrition gering war
Nicht signifikant (vielleicht aufgrund geringer Stichprobenanzahl) aber Fatigue ist bereits zur Baseline geringfügig höher in Arm A im Vergleich zu B |
1b- |
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FitzHenry (2014): In dieser Studie wurde der Einfluss von Healing Touch (HT), einer energiebasierten Therapie, auf Müdigkeit und Lebensqualität bei Frauen mit Brustkrebs, die sich einer Strahlentherapie unterzogen, untersucht. Zu diesem Zweck erhielten 21 Patienten während ihrer Strahlentherapie für insgesamt 5 bis 7 Wochen eine wöchentliche 45-minütige Healing Touch Therapie. Im Gegensatz dazu erhielten 20 Patienten während ihrer Strahlentherapie für insgesamt 5 bis 7 Wochen eine wöchentliche 45-minütige Scheintherapie. Die Patienten beantworteten vor Beginn der Studie Fragebögen zu Müdigkeit und Lebensqualität. Die Fragebögen zur Ermüdung wurden dann jede Woche während der Strahlentherapie erneut erhoben. Nachdem alle Strahlentherapien abgeschlossen waren, wurde der Fragebogen zur Lebensqualität erneut erhoben. Die HT-Teilnehmer berichteten tendenziell über eine höhere Müdigkeit als die Scheintherapiegruppe, die statistisch bedeutsam in Bezug auf Erschöpfungsintensität und mit Müdigkeit verbundenen Einschränkungen (Interferenzen) war. Bemerkenswert ist, dass die Verringerung der Müdigkeitswerte stärker in der Placebogruppe ausgeprägt war, allerdings ist keine statische Untermauerung hierfür gegeben. Es gab keine statistisch bedeutsamen Unterschiede zwischen den Gruppen in Bezug auf Lebensqualität. Die Ergebnisse zeigen keine vorteilhafte Wirkung von HT in Bezug auf Müdigkeit oder Lebensqualität im Vergleich zu einer Scheinintervention. Bezüglich der Studienmethodik kann folgendes gesagt werden: Die verwendeten Fragebögen waren durch statistische Untersuchungen validiert. Die Therapeuten wurden während der Studie durch andere ersetzt, um eine Überfokussierung des Patienten auf einen Therapeuten zu vermeiden. Allerdings mussten die Teilnehmer der HT Gruppe häufiger den Therapeuten wechseln als die Scheintherapiegruppe. Darüber hinaus erhielten die Therapeuten der Scheintherapiegruppe keine genauen Handlungsanweisungen, sodass davon auszugehen ist, dass sich diese Therapien hinsichtlich ihrer Durchführung voneinander unterschieden. Außerdem wurde nicht genau angegeben, wie viele Therapien die einzelnen Gruppen am Ende erhalten hatten. |
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Mustian et. al. (2011)
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Referenz |
Studientyp
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Patientenmerkmale |
Intervention/ Kontrolle, Beobachtung |
Untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessenskonflikte |
Methodische Bemerkungen |
Evidenzklasse (Oxford) |
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Mustian (2011): Polarity Therapy for Cancer-Related Fatigue in Patients With Breast Cancer Receiving Radiation Therapy: A Randomized Controlled Pilot Study. Integrative cancer therapies
RefID: 527 |
Prospektiv
Monozentrisch
Offen
Randomisiert
3 Arme, Eingeschlossen: N=45 Ausgewertet: N=43 Attrition =2 (freiwillig wiederrufen, weil nicht genug Zeit) Drop-Out =3 (1x keine Daten für T2 und T3, 1x kein Fatigue Tagebuch, 1x partielle Tagebuch Daten)
Land: USA (Rochester, NY), Suchzeitraum: kA
Zeitraum: 4 Wochen
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Mammakarzinom (Stadium 0-III)
Post-OP (N = 35), Post-CTX (N = 28) + RTX (mind. 8 Behandlungen vor der Studie + mind. 18 weitere), aktuell keine CTX
Fatigue (≥2 auf einer 11-Punkte-Skala)
100% weiblich
Alter: Range 34-84 (Seite 6), 24-84 (Seite 16, Tabelle 1), Mittelwert 52.9
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Arm A: N=13 Klinische Standardversorgung + Polarity Therapie 1x 75 min pro Woche (Montag oder Dienstag) für 3 Wochen
Arm B: N=15 Klinische Standardversorgung + Modifizierte (Schwedische) Massagen 1x 75 min pro Woche (Montag oder Dienstag) für 3 Wochen
Arm C: N=15 Kontrollarm mit Angebot 2 Massagen nach der Studie zu erhalten, Standardversorgung
PT-Behandlungen von registrierten Polarity Behandlern durchgeführt
Modifizierte Massagen von lizenzierten Massagetherapeuten durchgeführt
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T0: Baseline (vor der ersten Intervention) T1: nach Woche 1 T2: nach Woche 2 T3: nach Woche 3
Prim. Endpunkte 1. Fatigue gemessen mit BFI (1x pro Woche, freitags, 11-Punkte Skala)
2. HRQL gemessen mit FACIT-F (1x pro Woche, freitags)
3. Feedback gemessen mit einer Frage (5-Punkte Skala)
Sek. Endpunkt 4. Fatigue gemessen mit täglichen Fatigue Tagebüchern (11-Punkte Skala)
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Zu 1. Keine Unterschiede zwischen den Armen (p = 0.72) zu irgendeinem Zeitpunkt
Zu 2. Keine Unterschiede zwischen den Armen (p = 0.21) zu irgendeinem Zeitpunkt
Zu 3. Zunahme in Arm A und Arm B (p= kA)
Zu 4. Deutlich größere Reduktion in Arm A im Vergleich zu Arm B (p = 0.04)
Zusammenfassung der Autoren: „The present pilot randomized clinical trial supports previous experimental research showing that PT, a noninvasive and gentle energy therapy may be effective in controlling CRF. “ |
Keine Angaben zu NW/WW
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Laut Autoren keine COI
„This study was supported by NCCAM Grant 5R21AT2531 and NCI Grants 1K07CA120025 and K07CA 132916“ |
PRO: Ethikvotum vorhanden
Vergleichbarkeit der Gruppen in Bezug auf demografische Variablen
Detaillierte Beschreibung der Massagetechnik
Baseline Unterschiede als Kontrollvariable in Analysen einbezogen
Standardisierte Tages- und Zeitintervalle für Interventionen und Datenerfassungen
Nachvollziehbare statistische Auswertungen
Kritische Betrachtung des eigenen Ansatzes und der Ergebnisse
Massagetherapeuten mit Erfahrung bei Krebspatienten
Gründliche statistische Kontrolle der Analysen und Durchführung von Korrekturen (Bayesian Analyse als Kontrolle für kleine Stichproben und hohe SD)
Absicht Dialoge zwischen dem Behandler und dem Patienten zu minimalisieren
CONTRA: Kleine Stichprobengröße
Bei T0: höhere Fatigue Werte in Arm A (M = 3.7; SD = 2.3) und Arm B (M = 3.0; SD = 1.7) als Arm C (M = 1.8; SD = 1.4; p = 0.03) im BFI als auch im Tagebuch (p = 0.003)
Keine Standardisierung von Zusatzbehandlungen
Inkonsistente Informationen in Tabellen und Text
Verzerrungen bei subjektiven Endpunkten möglich, da die Probanden über das Ziel der Studie informiert wurden
Keine Intention-to-Treat-Analyse
Drop-Out unzureichend beschrieben
Keine Standardisierung der von den Probanden eingenommenen Medikamente
Keine Aufzeichnung, welche bisherigen Erfahrungen mit CAM gemacht wurden und keine Einbeziehung dieser in die Analyse
Kein Vergleichs- und p-Wert zu den sekundären Messpunkten zwischen Intervention- und Kontrollarm |
2b |
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Mustian (2011): Die Studie bot weiblichen Brustkrebspatientinnen eine von drei möglichen Behandlungsroutinen an. Die Patienten wurden zufällig in eine von drei Gruppen zugeordnet. Ein Verfahren beinhaltete zusätzlich zu den regulären Behandlungen eine Polarity Therapie durch registrierte Therapeuten. Ein weiteres Verfahren umfasste modifizierte schwedische Massagen durch lizenzierte Massagetherapeuten. Diese ersten beiden Gruppen erhielten drei Wochen lang jeweils zu Wochenbeginn die entsprechende Therapie (75 Minuten). Die dritte Option bestand nur aus normalen Behandlungen. Die Studie umfasste insgesamt 45 Patienten. Der Effekt der verschiedenen Interventionen auf krebsbedingte Fatigue und gesundheitsbezogene Lebensqualität wurde gemessen. Die Patienten beantworteten zwei Fragebögen vor der ersten Behandlung und einige Tage nach jeder Behandlung. Darüber hinaus wurde ihr Feedback zur Behandlung durch eine Frage eingeholt und die Patienten mussten während des Untersuchungszeitraums ein Tagebuch über krebsbedingte Fatigue führen. Es gab keine bedeutsamen Unterschiede zwischen den drei Gruppen in Bezug auf krebsbedingte Fatigue und gesundheitsbezogene Lebensqualität. Bei der Auswertung der Tagebücher wurde festgestellt, dass die Polarity Therapie Gruppe bedeutsam niedrigere krebsbedingte Fatigue Werte aufwies als die Massagegruppe. Die Effekte wurden ohne Berücksichtigung der unterschiedlichen Ermüdungsausgangswerte zwischen den Gruppen berechnet. Mit der Einbeziehung dieser Werte sind die Effekte nicht mehr bedeutsam. In Bezug auf die Studienmethodik kann Folgendes gesagt werden: Es wurde darauf geachtet, dass die Behandlungen immer zu Beginn der Woche durchgeführt wurden und die Fragebögen wenige Tage später von den Patienten ausgefüllt wurden. Bereits zu Beginn der Studie zeigte die Polarity Therapie Gruppe einen höheren Grad an Fatigue, was eine Vergleichbarkeit der Gruppen erschwert. |
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Orsak et. al. (2015)
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Referenz |
Studientyp
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Patientenmerkmale |
Intervention/ Kontrolle, Beobachtung |
Untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessenskonflikte |
Methodische Bemerkungen |
Evidenzklasse (Oxford) |
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Orsak (2015): The effects of Reiki therapy and companionship on quality of life, mood, and symptom distress during chemotherapy. Journal of evidence-based complementary & alternative medicine
RefID: 264 |
Monozentrisch
Offen
Randomisiert
3 Arme, Eingeschlossen: N=36 Ausgewertet: N=kA Attrition =1 (Arm B) Drop-Out =2 (Arm A)
Land: USA (Pittsburgh)
Zeitraum: kA
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Mammakarzinom (I-III)
97.2% weiblich (1x männlich)
Alter: 34 bis 67 Jahre (Mittelwert 48.81 Jahre)
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Arm A: N=15 Reiki Therapie 4x 30 min
Arm B: N=11 Begleiter 4x 30 min
Arm C: N=10 Kontrollarm, Übliche Pflege
Dauer: 4 CTX Zyklen
Reiki Therapie durchgeführt von 5 Level II Therapeuten und 1 Master Level Therapeut
Begleiter war ein Reiki Therapeut, der die Patienten begleitete und mit ihnen sprach, aber keine therapeutische Intervention oder körperlichen Kontakt anwandte
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T0: Baseline T1: nach CTx 1 T2: nach CTx 2 T3: vor CTx 4 T4: nach CTx 4
Prim. Endpunkte 1. Lebensqualität gemessen mit FACT: Breast Cancer Version 4 scale (Scores 0-144)
2. Symptom Distress Scale (Scores 13-65)
3. Gesamtpunktzahl für Stimmungsstörrungen berechnet mit PMF (Scores 0-100)
4. Angst gemessen mit Subskala von PMF
5. Depression gemessen mit Subskala von PMF
6. Zorn gemessen mit Subskala von PMF
7. Kraft gemessen mit Subskala von PMF
8. Müdigkeit gemessen mit Subskala von PMF
9. Verwirrung gemessen mit Subskala von PMF
10. Kurzfristige Effekte auf die Stimmung T3 vs. T4 |
Zu 1. Signifikante Gruppe x Zeit Interaktion; (p<0.001); Verbesserung in Arm A und Arm B im Vergleich zu Arm C über den Studienzeitraum; Bessere Werte in Arm B im Vergleich zu Arm A über den Studienzeitraum
Zu 2. Keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen über den Studienverlauf (IA Gruppe x Zeit; p <0.47)
Zu 3. Signifikante Gruppe x Zeit Interaktion; (p<0.001); Zu T4: Bessere Werte in Arm B im Vergleich zu Arm A und Arm C über den Studienzeitraum; Verbesserung in Arm A im Vergleich zu Arm C über den Studienzeitraum
Zu 4. Keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen über den Studienverlauf (IA Gruppe x Zeit; p <0.388)
Zu 5. Keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen über den Studienverlauf (IA Gruppe x Zeit; p <0.555)
Zu 6. Keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen über den Studienverlauf (IA Gruppe x Zeit; p <0.544)
Zu 7. Signifikante Gruppe x Zeit Interaktion; (p<0.001); Zu T4: Niedrigste Werte in Arm A
Zu 8. Keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen über den Studienverlauf (IA Gruppe x Zeit; p <0.176)
Zu 9. Signifikante Gruppe x Zeit Interaktion; (p<0.001); Zu T4: Bessere Werte in Arm B im Vergleich zu Arm A und Arm C; Bessere Werte in Arm A im Vergleich zu Arm C
10. Keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen über den Zeitraum für Angst, Depression, Ärger, Verwirrung, Kraft und Gesamtstimmung; Signifikante Gruppe x Zeit Interaktion für Fatigue; (p<0.001); Schlechtere Werte in Arm C und bessere Werte in Arm A und B; Bessere Werte in Arm B im Vergleich zu Arm A
Zusammenfassung der Autoren: „The present study found that Reiki is an accepted form of treatment, has no adverse effects, and helps improve well-being, making chemotherapy a more bearable treatment. “ |
Laut Autoren keine Nebenwirkungen |
Laut Angaben des Autors keine COI und keine finanzielle Unterstützung für die Studie
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PRO: Ethikvotum vorhanden
Vergleichbarkeit der Gruppen für alle wichtigen demografischen Daten
Validierte Fragebögen
Keine Beeinflussung durch Umgebungsfaktoren
Neben Kurzzeiteffekten wurden auch Langzeiteffekte gemessen
Übersichtliche Darstellung der Hypothesen
Einbezug des Alters und Krebsstadium in die Analyse
Bonferroni Korrektur für multiples Testen
CONTRA: Unterschiede zwischen den Gruppen in Lebensqualität und Stimmung zu Beginn der Studie
Keine Informationen zur Randomisierungsmethode
Daten für die Kontrollgruppe wurden nicht gleichzeitig mit den beiden anderen Gruppen gesammelt
Ausbildungsniveau der Therapeuten war nicht gleich (1x Master-Level vs. 5x Level II)
Unterschiedliche Gruppengrößen und sehr kleine Stichproben
Keine Aufzeichnung, welche bisherigen Erfahrungen mit CAM gemacht wurden und keine Einbeziehung dieser in die Analyse |
2b |
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Orsak (2015): Das Ziel dieser Studie war es, die Akzeptanz von Reiki Therapie bei mit Chemotherapie behandelten Brustkrebs Patienten eines amerikanischen Krebszentrums zu bestimmen und Reiki mit zwei Kontrollgruppen bestehend aus einer Gruppe, die einen Begleiter bekam und einer Gruppe, die die normalen Behandlungen bekam, zu vergleichen, um mögliche Auswirkungen von Reiki auf Symptomberichterstattung, Lebensqualität und Stimmung zu untersuchen. Die Studie war in zwei Teile gegliedert. Im ersten Teil wurden Daten über die Gruppe, die die üblichen Behandlungen bekam, gesammelt (10 Teilnehmer). Im zweiten Teil wurden die Teilnehmer nach dem Zufallsprinzip in Reiki-Gruppe (15 Teilnehmer) und in Begleiter-Gruppe (13 Teilnehmer) eingeteilt. Der Begleiter war ein Reiki Therapeut, der die Patienten während der Chemotherapie begleitete und mit ihnen sprach, aber keine therapeutische Intervention oder körperlichen Kontakt anwandte Diese beiden Gruppen erhielten während der insgesamt vier Chemotherapien die entsprechende Behandlung für 30 Minuten. Die Studie zeigte, dass die Stärke der Symptome in allen Gruppen gleich blieb. Im Vergleich zur Gruppe, die die üblichen Behandlungen erhielt, berichteten sowohl die Reiki-Gruppe als auch die Begleiter-Gruppe über Verbesserungen der mit Brustkrebs verbundenen Lebensqualität und Stimmung im Laufe der Zeit. Patienten in der Begleiter Gruppe berichteten durchweg über mehr Verbesserungen als diejenigen in der Reiki Gruppe. Stimmungszustände wie Angst, Depressionen, Wut und Müdigkeit änderten sich im Verlauf der Chemotherapie nicht. Es ist zu beachten, dass die Begleiter Gruppe zu Beginn der Studie über eine bessere Lebensqualität und Stimmung berichtete. Dieser Umstand könnte die Ergebnisse verfälscht haben. Eine weitere Einschränkung der Studie ist, dass die Reiki-Therapeuten ein unterschiedliches Erfahrungsniveau hatten. Auch das Randomisierungsverfahren wurde nicht weiter beschrieben. Abschließend sollte erwähnt werden, dass nur sehr wenige Patienten in der Studie untersucht wurden und die Größe jeder Gruppe unterschiedlich war. Die Studie gibt Hinweise, dass Reiki eine wirksamere Behandlungsform im Vergleich zur normalen Behandlung allein sein könnte, jedoch nicht im Vergleich zu einem Begleiter. |
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Potter et. al. (2007)
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Referenz |
Studientyp
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Patientenmerkmale |
Intervention/ Kontrolle, Beobachtung |
Untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessenskonflikte |
Methodische Bemerkungen |
Evidenzklasse (Oxford) |
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Potter (2007): Breast biopsy and distress: feasibility of testing a Reiki intervention. Journal of holistic nursing: official journal of the American Holistic Nurses' Association
RefID: 265 |
Multizentrisch
Offen
(Block-) Randomisiert
2 Arme, Eingeschlossen: N=35 Ausgewertet: N=32 Attrition =3 (2x Arm B, 1x Arm A Keine Biopsie) Drop-Out =1 (Arm A: Nur erste Intervention, weil sie sich unkomfortabel fühlte)
Land: USA
Zeitraum: Dezember 2002 - Februar 2004
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Eingetragen für ambulante BB
100% weiblich
Alter: Mittelwert (Standardabweichung [Range]) Arm A = 52 (8.86 [37-75]) Jahre, Arm B = 51 (6.19 [39-61]) Jahre
Keine aktuelle Brustkrebsdiagnose, aber Möglichkeit einer vorherigen BB- oder Krebsdiagnose |
Arm A: N=18 Reiki Therapie 2x 45-50 min Eine innerhalb 7 Tagen vor und eine innerhalb 7 Tagen nach Biopsie
Arm B: N=17 Kontrollarm, konventionelle Pflege
Reiki Therapie durchgeführt von zertifizierten Behandlern |
T0: Baseline (1-7 Tage vor BB) T1: nach BB (Telefon) T2: nach 7 Tagen (Telefon)
Prim. Endpunkte 1. STAI (Skala 1-4)
2. CES-D (Skala 0-3)
3. HADS (Ergebnis 0-3)
4. Angst Subskala von HADS (Ergebnis 0-21)
5. Depression Subskala von HADS (Ergebnis 0-21)
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Zu 1. Keine signifikanten Unterschiede zwischen den Armen (p = kA) Signifikante zeitliche Abnahme in beiden Armen (p = 0.0119)
Zu 2. Keine signifikanten Unterschiede zwischen den Armen (p = kA) Keine signifikante zeitliche Veränderung in beiden Armen (p = 0.6200)
Zu 3. Keine signifikanten Unterschiede zwischen den Armen (p = kA) Signifikante zeitliche Abnahme in beiden Armen (p = 0.0187)
Zu 4. Signifikante zeitliche Abnahme in beiden Armen (p = 0.0011)
Zu 5. Keine signifikante zeitliche Veränderung in beiden Armen (p = 0.7023)
Zusammenfassung der Autoren: „Reiki, when administered in the naturalistic setting of a complementary therapy office, did not suggest evidence of efficacy. An intervention offered within the bounds of the conventional care setting may be more feasible for addressing BB distress. “
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Keine Angaben zu NW/WW |
Keine Angabe von COI
“This study was funded by the following grants: U.S. Army Medical Research and Material Command (DAMD17-00-1-0509), Yale University School of Nursing; American Cancer Society Grant (DSCN-02- 206-01-SCN); Oncology Nursing Society Foundation: Ortho Biotech; National Institute of Nursing Research through University of Washington Biobehavioral Nursing Research Training Grant T32NR007106.”
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PRO: Ethik-Abstimmung vorhanden
Geplante Aufsichtstreffen zur Überprüfung des Protokolls, der Dokumentation und der therapeutische Bedenken
Validierte Fragebögen und Angaben der Cronbach Alpha
Poweranalyse
Überprüfung der Gültigkeit und Zuverlässigkeit der Interventionen
CONTRA: Kleine Stichprobengröße mit nur 20% Vorhersagekraft + Angst- und Depressionswerte waren bereits zu Beginn der Studie niedrig (Bodeneffekt)
Mögliche Auswahlverzerrung (Patienten arbeiten im universitären Umfeld, viele üben selbst Gesundheitsberufe aus)
Keine Angaben zu den aktuellen Messzeiten = Oberflächliche Darstellung der Ergebnisse mit wenigen statistischen Belegen
Keine Angabe von Konfidenzintervallen oder Effektstärken
Keine Aufzeichnung, welche bisherigen Erfahrungen mit CAM gemacht wurden und keine Einbeziehung dieser in die Analyse
Warum nur Datenerfassung zu T2 für STAI und keine anderen Endpunkte?
Kein Placebo-Arm |
2b |
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Potter (2007): Diese Studie untersuchte die Auswirkungen von Reiki Therapie auf Brustbiopsie Patienten in Bezug auf Angstzustände und Depressionen in fünf regionalen Gesundheitseinrichtungen. Zu diesem Zweck wurden 35 Teilnehmer zufällig in zwei Gruppen aufgeteilt. Eine Gruppe erhielt Reiki Therapie einmal vor und einmal nach der Biopsie. Die andere Gruppe erhielt nur die üblichen Behandlungen. Die Teilnehmer füllten insgesamt 3 Fragebögen zu Angstzuständen und Depressionen aus. Die Studie ergab keine bedeutsamen Unterschiede zwischen den Gruppen in Bezug auf Angstzustände und Depressionen. In beiden Gruppen war eine bedeutsame Verringerung der Angst zu verzeichnen. In Bezug auf die Studienmethodik kann Folgendes berichtet werden: Es wurde darauf geachtet, dass die Reiki Therapien standardisiert waren und dies wurde durch Aufsichtstreffen immer wieder überprüft. Obwohl vor Beginn der Studie geprüft wurde, wie viele Teilnehmer für ein zufriedenstellendes Ergebnis nötig seien, wurden nicht genügend Personen für ein solches Ergebnis in die Studie aufgenommen. Darüber hinaus waren die meisten Teilnehmer medizinisches Personal, von denen die meisten bereits mit einer Biopsie in Kontakt gekommen waren. Daher ist es kaum möglich, die Studiengruppe als aussagekräftig zu bezeichnen. |
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Roscoe et. al. (2005) (2)
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Referenz |
Studientyp
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Patientenmerkmale |
Intervention/ Kontrolle, Beobachtung |
Untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessenskonflikte |
Methodische Bemerkungen |
Evidenzklasse (Oxford) |
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Roscoe (2005): Treatment of radiotherapy-induced fatigue through a nonpharmacological approach. Integrative cancer therapies
RefID: 284 |
Monozentrisch
Offen
Randomisiert
2 Arme, Eingeschlossen: N=16 Ausgewertet: N=15 Attrition =1 (Nicht zu verwertende Daten)
Land: USA (Rochester)
Zeitraum: kA |
Brustkrebs
100% weiblich
Alter: 35-72 Jahre, Mittelwert: 52.5 Jahre
Dritte Woche Strahlentherapie
Mindestens 2 von 10 Punkten auf einer Fatigue Skala
Mindestens 10 Radiotherapie Behandlungen
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Arm A: N=5 Polarity Therapie 1x 60-75 min dienstags über eine Woche
Arm B: N=5 Polarity Therapie 2x 60-75 min dienstags über zwei Wochen
Arm C: N=5 Kontrollarm, Standardpflege
PT durchgeführt von einem registrierten Polarity Therapeuten |
T0: Vor erster Intervention (Baseline) T1: 3 Tage nach erster Intervention (Woche 1) T2: 3 Tage nach zweiter Intervention (Woche 2)
Prim. Endpunkte 1. Fatigue gemessen mit BFI
2. (Einfluss der Fatigue auf) Lebensqualität gemessen mit FACIT-F
3. Feedback |
Zu 1. T1: Signifikante Verbesserung in Arm A und Arm B (Mittlere Veränderung = 1; SD = 1.46) im Vergleich zu Arm C (MV = -0.6; SD = 0.93; p = 0.04) T2: Signifikante Verbesserung in Arm A und Arm B (1x PT: MV = 1.6; SD = 1.10, 2x PT: MV = 2.2; SD = 1.03) im Vergleich zu Arm C (p = 0.05); Keine signifikanten Unterschiede zwischen Arm A und Arm B (p = kA)
Zu 2. T1: Signifikante Verbesserung in Arm A und Arm B (MV = 3.8; SD = 13.5) im Vergleich zu Arm C (MV = -8.0; SD = 5.6; p = 0.02) T2: Keine signifikanten Unterschiede zwischen den Armen (p = 0.68)
Zu 3. 4 von 10 aus Interventionsgruppe: „very useful“ in der Reduzierung von Fatigue, 3: „somewhat useful“, 2: „works a little“ 2: „doesn’t seem to help“; 6 von 10 würden PT stark empfehlen, während 1 es stark nicht empfehlen würde
Zusammenfassung der Autoren: „Results from this pilot investigation suggest that PT may have a positive influence on CRF and HRQL in women undergoing radiation treatment for breast cancer. “ |
Laut Studie keine Nebenwirkungen
1 Person: „strongly not recommend“ PT |
Keine Angaben zu COI |
PRO: Ethik-Abstimmung vorhanden
Validierte und zuverlässige Fragebögen
Minimierung der Gespräche zwischen Therapeut und Patient
Übersichtliche und nachvollziehbare Darstellung und Erhebung der Daten
Contra: Demographische und Medizinische Daten unzureichend angegeben (Krebsstadium?), Vergleichbarkeit der Gruppen fragwürdig
Sehr kleine und homogene Studienpopulation
Kein Placebo- oder Vergleichsarm, Aufmerksamkeitseffekte können nicht ausgeschlossen werden
Ausfüllen der Fragebögen erfolgte möglicherweise nicht immer zur gleichen Zeit (Patientenabhängiger Zeitraum Dienstag nach Intervention bis Freitagabend, Abgabe am Montag) -> Potenzielle Störquelle durch andere Einflussfaktoren am Tag der Datenerhebung durch Patienten
Keine Aufzeichnung, welche bisherigen Erfahrungen mit CAM gemacht wurden und keine Einbeziehung dieser in die Analyse
Unklarer Randomisierungsprozess
Anzahl der Personen in der Interventionsgruppe der Berichtung des Feedbacks geht nicht auf (11 von 10?) |
2b |
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Roscoe (2005): Die Studie untersuchte 15 Brustkrebspatientinnen, die sich einer Strahlentherapie unterzogen. Dabei wurden die Patientinnen zu Studienbeginn zunächst zufällig in drei Gruppen zu je 5 Teilnehmern eingeteilt. Eine Gruppe erhielt über 2 Wochen jeweils einmal wöchentlich dienstags eine Polarity Therapie. Die zweite Gruppe erhielt nur während der ersten Woche dienstags einmal eine Polarity Therapie. Die dritte Gruppe bekam während der gesamten Studie nur die üblichen Therapien. Es wurden die Auswirkungen der Behandlungen auf Fatigue und Lebensqualität der Patientinnen untersucht. Dazu beantworteten diese zu Studienbeginn und jeweils am Freitagabend während der beiden Polarity Therapie Wochen zwei Fragebögen. Bei der Messung während der ersten und der zweiten Polarity Therapie Woche brachte die Polarity Therapie im Vergleich zu der normalen Behandlung eine bedeutsame positive Verbesserung in Bezug auf Fatigue. Die beiden Polarity Therapie Gruppen unterschieden sich dabei nicht bedeutsam. In Bezug auf Lebensqualität beziehungsweise dem Einfluss von Fatigue auf diese, fand sich bei der Messung während der ersten Woche Polarity Therapie eine bedeutsame positive Verbesserung bei den Polarity Therapie Gruppen im Vergleich zu der normalen Behandlung. Bei der Messung während der zweiten Woche Polarity Therapie konnten jedoch keine bedeutsamen Unterschiede zwischen den Gruppen festgestellt werden. Die Studie zeigt also, dass durch Polarity Therapie Fatigue im Vergleich zu einer normalen Behandlung bedeutsam verbessert werden kann. Bei der Lebensqualität war dieser Unterschied nur in der ersten Therapiewoche der Fall, nicht jedoch in der zweiten. Außerdem fanden sich keine bedeutsamen Unterschiede zwischen einmaliger und zweimaliger Anwendung von Polarity Therapie über die beiden Wochen. Bezüglich der Studienmethodik lässt sich folgendes feststellen: Es wurde darauf geachtet bewährte und aussagekräftige Fragebögen zu verwenden. Außerdem wurde versucht, die Gespräche zwischen Therapeut und Patient zu minimieren. Allerdings wurden die demographischen und medizinischen Daten der Patienten nur knapp erfasst, was eine Vergleichbarkeit der Gruppen zu Studienbeginn fragwürdig erscheinen lässt. Des Weiteren handelte es sich um eine sehr kleine Teilnehmerzahl, was die Ergebnisse nicht sehr aussagekräftig macht. Als weitere Einschränkung ist zu sagen, dass der Zeitpunkt der Datenerhebung von den Patienten abhängig war und nicht von den Forschern kontrolliert werden konnte. Daher ist es möglich, dass nicht alle Patienten die Fragebögen zur gleichen Zeit ausgefüllt hatten, was sich negativ auf die Vergleichbarkeit und Aussagekraft der Ergebnisse auswirkt. Insgesamt kann aufgrund einer fehlenden Placebogruppe nicht ausgeschlossen werden, dass die Verbesserung der Werte auf Aufmerksamkeitseffekte zurückführbar ist. |
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Samarel et. al. (1998)
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Referenz |
Studientyp
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Patientenmerkmale |
Intervention/ Kontrolle, Beobachtung |
Untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessenskonflikte |
Methodische Bemerkungen |
Evidenzklasse (Oxford) |
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Samarel (1998): Effects of Dialogue and Therapeutic Touch on Preoperative and Postoperative Experiences of Breast Cancer Surgery: An Exploratory Study. Oncology Nursing Forum
RefID: 266 |
Monozentrisch
Vermutlich offen
Randomisiert
2 Arme, Eingeschlossen: N=35 Ausgewertet: N=31 Attrition =4 (3x OP Absage, 1x Unfähigkeit zweiten Hausbesuch zu machen)
Land: USA (Mittelatlantische Region)
Zeitraum: kA
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Brustkrebs (keine Informationen über Stadium)
100% weiblich
Alter: 31-84 Jahre (Mittelwert: 55.6)
Prä-OP (Lumpektomie, axilläre Knotendissektion oder Mastektomie mit oder ohne Rekonstruktion)
Keine Krebsvorgeschichte |
Arm A: N=14 Präoperativ und postoperativ 10 min Therapeutic Touch (TT) und 20 min Dialog
Arm B: N=17 Kontrollarm, Präoperativ und postoperativ 10 min Ruhezeit und 20 min Dialog
TT und Dialog durchgeführt von Forschungskrankenschwester (mindestens 3 Jahre Erfahrung in TT) |
T0: Durchschnitt 1.6 Tage vor der Operation (Range: 1-7 Tage): Baseline vor der ersten Behandlung T1: nach Intervention T2: (postoperativ) durchschnittlich 3.3 Tage (Range: 1-7 Tage) nach Entlassung aus dem Krankenhaus vor Intervention T3: nach Intervention
Prim. Endpunkte 1. STAI, Form Y-1 (Likert Skala 1-4; 20 Aussagen) zu T1 und T3
2. STAI, Form Y-2 (Likert Skala 1-4; 20 Aussagen) zu T0
3. ABS (Likert Skala 0-4, 40 Items) zu T1 und T3
4. VAS-Schmerz (Ergebnis 0-200) zu T3 |
Mittelwert ± Standardabweichung
Zu 1. Signifikant niedrigere präoperative Zustandsangst in Arm A (30.7 ± 10.1) im Vergleich zu Arm B (41.4 ± 12.7; p = 0.008, kontrolliert für Zustandsangst); Kein signifikanter postoperativer Unterschied zwischen Arm A und B (p = 0.493)
Zu 2. Keine signifikanten präoperativen Unterschiede zwischen den Armen (p = 0.414)
Zu 3. Keine signifikanten präoperativen (p = 0.156) und postoperativen (p = 0.848) Unterschiede zwischen Arm A und B
Zu 4. Keine signifikanten postoperativen Unterschiede zwischen den Armen (p = 0.972)
Zusammenfassung der Autoren: „However, with the exception of preoperative anxiety, the results do not support the assertion that TT is more strongly associated with these pattern manifestations than quiet time. “ |
Keine Angaben zu NW/WW |
Keine Angaben zu COI
“This research was funded by the Oncology Nursing Society (Amgen Research Grant, Principal Investigator Nelda Samarel)”
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PRO: Standardisierte Behandlungsprotokolle
Zuverlässige Randomisierung
Validierte Fragebögen
Gruppen vergleichbar in Bezug auf demografische Daten und Krebsbehandlung
CONTRA: Kleine Stichprobengröße (ursprüngliches Studiendesign mit 60 Probanden)
Unterschiedliche Gruppengröße (N=14 vs. N=17)
Große präoperative und postoperative Range (1-7 Tage), in der Behandlungen durchgeführt werden
Keine Baseline Messung
Vorauswahl der Studienteilnehmer durch die Chirurgen
Angaben zu demografischen Daten ungenau und unzureichend
Keine Aufzeichnung, welche bisherigen Erfahrungen mit CAM gemacht wurden und keine Einbeziehung dieser in die Analyse
Co-Intervention Klaviermusik? Dialog (Aufmerksamkeit)? Zuhause sein? Möglicher Effekt?
Doppelte Verblindung - kaum zu glauben, dass sich keine Krankenschwestern oder Patienten im OP-Krankenhaus über das Studiendesign unterhalten haben
Oberflächliche Darstellung der Ergebnisse
Ethik-Votum? |
2b |
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Samarel (1998): Diese Studie bot Krebspatientinnen zu Hause zwei verschiedene Therapieformen vor und nach der Operation an. Die Patienten wurden zufällig den Therapien zugeordnet. Eine Therapie umfasste eine 10-minütige Therapeutic Touch Therapie, gefolgt von einem 20-minütigen Gespräch mit der Krankenschwester, die die Therapie durchführte. Die andere Therapie bestand aus einer 10-minütigen Ruhezeit, gefolgt von einem 20-minütigen Gespräch mit einer Krankenschwester. Die Therapien wurden zweimal durchgeführt: vor und nach der Operation. Die Patienten mussten mehrere Fragebögen zu Angst, Stimmung und Schmerzen ausfüllen. Die Therapeutic Touch Gruppe hatte eine geringere präoperative Zustands-Angst (Wie sie sich jetzt gerade fühlen) als die Ruhezeit Gruppe. Für die präoperative Stimmung wurde kein Unterschied festgestellt. Bei keiner postoperativen Messung wurden Unterschiede festgestellt. In Bezug auf die Studienmethodik kann Folgendes gesagt werden: Es wurde versucht, die Behandlungsabläufe in jeder Gruppe genau zu standardisieren. Zusätzlich wurden zuverlässige Fragebögen verwendet. Die Studiengröße war mit insgesamt 31 bewerteten Patienten gering. Ursprünglich war eine Größe von 60 Teilnehmern geplant. Darüber hinaus wurden nur Teilnehmer in die Studie einbezogen, denen die Chirurgen zugestimmt hatten. Wichtige demografische Daten wurden zu Beginn nicht erhoben. Somit ist die Vergleichbarkeit der Gruppen sowohl demografisch als auch in Bezug auf die erfassten Variablen fragwürdig Die Ergebnisse der Studie können nicht interpretiert werden, ohne dass eine Vergleichbarkeit der Gruppen oder die gleichen Basiswerte vorhanden sind. |
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Tsang et. al. (2007)
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Referenz |
Studientyp
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Patientenmerkmale |
Intervention/ Kontrolle, Beobachtung |
Untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessenskonflikte |
Methodische Bemerkungen |
Evidenzklasse (Oxford) |
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Tsang (2007): Pilot crossover trial of Reiki versus rest for treating cancer-related fatigue. Integrative cancer therapies
RefID: 286 |
Crossover-Studie
Monozentrisch
Offen
Randomisiert
2 Arme, Eingeschlossen: N=16 Ausgewertet: N=14 (vermutlich) Attrition =2 (Arm A, 1x Umzug, 1x OP-Komplikationen) Drop-Out =1 (Arm A, 1x Keine Baseline Angaben)
Land: Kanada
Zeitraum: kA |
Verschiedene Krebsformen (62.5% Kolorektales Karzinom, jeweils 12.5% Brustkrebs, Magenkrebs und Lungenkrebs), Krebsstadien I-IV
Alter: Mittelwert: 58.5 Jahre; Range: 33-84 Jahre
81.25% weiblich
Chemotherapie vor kurzem abgeschlossen
Mindestens 3 Punkte auf einer Fatigue Skala (0 bis 10 Punkte)
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Arm A: N=8 Reiki Dauer: 45 min (Durchschnitt)
Arm B: N=8 Zeit zum Ausruhen Dauer: 45 min (Durchschnitt)
Arm A: Täglich einmalige Anwendung über eine 5-tägige Periode, danach keine Anwendung über eine 1-wöchige Periode (Wash-Out Phase 1), danach täglich einmalige Anwendung über eine 2-tägige Periode, danach keine Anwendungen über eine 1 bis 2-wöchige Periode (Wash-Out Phase 2), danach Crossover und Durchführung von Schema Arm B
Arm B: Täglich einmalige Durchführung über eine 5-tägige Periode, danach keine Durchführung über eine 1-wöchige Periode (Wash-Out Phase), nach weiteren 2 Wochen Crossover und Durchführung von Schema Arm A
Reiki durchgeführt von Reiki Master (10 Jahre Erfahrung) |
T0: Baseline T1: Nach fünfter Anwendung (5 Tage) T2: Nach siebter Anwendung (Arm A); nach Wash-Out Phase (Arm B) ca. nach etwa 2 Wochen T3: Nach Wash-Out Phase 1 (Arm A); nach Wash-Out Phase (Arm B) ca. nach 3-4 Wochen
Endpunkte: 1. Fatigue gemessen mit FACT-F zu T2
2. Lebensqualität gemessen mit FACT-G zu T2
3. Fatigue gemessen mit ESAS täglich vor und nach der Intervention bzw. für weitere 7 Tage nach Interventionsphase
4. Schmerz gemessen mit ESAS Zeitpunkte s.o.
5. Angst gemessen mit ESAS Zeitpunkte s.o.
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Zu 1. T2: Keine signifikanten Unterschiede zwischen den Armen (p = 0.236)
Zu 2. T2: Signifikante Verbesserung in Arm A im Vergleich zu Arm B (p = 0.04; ES = 0.88)
Zu 3. T1: Signifikante Verbesserung in Arm A im Vergleich zu Arm B (p < 0.01) T3: Keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen (p = 0.215)
Zu 4. T1: Keine signifikanten Unterschiede zwischen den Armen (p = kA)
Zu 5. T1: Keine signifikanten Unterschiede zwischen den Armen (p = kA)
Zusammenfassung der Autoren: „These results suggest that Reiki treatments are moderately effective at reducing CRF and may have more broad-ranging effects on overall quality of life. “
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Keine Angaben zu NW/WW |
Keine Angaben zu COI
„Dr Linda E. Carlson is supported by a New Investigator Award from the Canadian Institutes of Health Research. This study was funded by a research allowance awarded to Dr Carlson by the Canadian Institutes of Health Research and to Dr Olson from an Alberta Heritage Foundation for Medical Research establishment grant.” |
PRO: Ethikvotum vorhanden
Validierte und zuverlässige Fragebögen
Genaue Beschreibung des Studienablaufs
CONTRA: Wichtige demographische und medizinische Daten wurden nicht erfasst -> Vergleichbarkeit der Gruppen zu Studienbeginn fragwürdig
Keine genaue Angabe wie viele Patienten ausgewertet wurden
Unterschiedliche Dauer der Reiki Behandlungen (abhängig vom Reiki Master)
Unterschiedliche Dauer der zweiten Wash-Out Phase (1 bis 2 Wochen)
Niedrigere Probandenzahl als ursprünglich geplant (Statt 20 nur 16 Teilnehmer) -> Zu geringe Power
Empfehlung der Reiki Therapie durch Onkologen der Patienten -> Nur von der Therapie überzeugte Patienten haben teilgenommen
Keine Placebo- oder aktive Vergleichsgruppe, deshalb können Aufmerksamkeits- oder Erwartungseffekte nicht ausgeschlossen werden
Keine Überwachung und Validierung der Ruhezeiten in Arm B möglich
Unterschiedliche Baseline Werte: Höhere Lebensqualität in Arm B im Vergleich zu Arm A -> Laut Autoren ist dies auf zu geringe Wash-Out Zeit in Arm A zurückzuführen
Keine Berücksichtigung von äußeren Einflüssen, welche “Ruhe“ in der Kontrollbedingung hätte stören können (Lebensereignisse, medizinische Ereignisse)
Keine Aufzeichnung, welche bisherigen Erfahrungen mit CAM gemacht wurden und keine Einbeziehung dieser in die Analyse
Unklarer Randomisierungsprozess
6. und 7. Reiki Anwendung war abhängig von Probanden -> wenn sie sich verschlechterten während Wash-Out bekamen sie Reiki früher |
2b |
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Tsang (2007): Die Studie untersuchte 16 Krebspatientinnen, die unter Fatigue litten. Dabei wurden die Patienten zu Studienbeginn zunächst zufällig in zwei Gruppen zu je 8 Teilnehmern eingeteilt. Eine Gruppe erhielt über 5 Tage jeweils einmal täglich eine Reiki Therapie. Danach schloss sich eine Woche ohne Therapien an. Anschließend erhielten die Patienten über 2 Tage erneut jeweils täglich eine Reiki Therapie. Am Ende gab es über eine bis zwei Wochen keine Therapien, um danach das Therapieschema der zweiten Gruppe zu durchlaufen. Die zweite Gruppe erhielt über 5 Tage jeweils einmal täglich Zeit zum Ausruhen. Danach schloss sich eine Woche ohne Therapien an. Nach weiteren 2 Wochen ohne Therapie erhielten die Patienten dann das Therapieschema von der ersten Gruppe. Es wurden die Auswirkungen der Behandlungen auf Fatigue, Lebensqualität, Schmerz und Angst der Patienten untersucht. Dazu beantworteten diese zu Studienbeginn und nach der siebten Reiki Anwendung (erste Gruppe) bzw. nach der ersten Woche ohne Therapien (zweite Gruppe) Fragebögen zu Fatigue (Fragebogen 1) und Lebensqualität. Außerdem füllten die Patienten vor und nach jeder Reiki Therapie bzw. Ausruhzeit sowie einmal täglich während der therapiefreien Zeit einen Fragebogen bezüglich Fatigue (Fragebogen 2), Schmerz und Angst aus. Somit gab es zwei unterschiedliche Fragebögen (Fragebogen 1 und 2) für die Messung von Fatigue. Im Fragebogen 1 fand man keine bedeutsamen Unterschiede zwischen den Gruppen in Bezug auf Fatigue. Bei Fragebogen 2 fand sich nach der fünften Reiki Therapie beziehungsweise fünften Ruhezeit eine bedeutsame positive Verbesserung in der Reiki Gruppe im Vergleich zur Ruhezeit Gruppe in Bezug auf Fatigue. Nach der Phase ohne Therapien war dieser Unterschied jedoch nicht mehr nachweisbar. In Bezug auf Lebensqualität gab es eine bedeutsame positive Verbesserung in der Reiki Gruppe im Vergleich zur Ruhezeit Gruppe. Bei Angst und Schmerz fanden sich keine bedeutsamen Unterschiede zwischen den Gruppen. Bezüglich der Studienmethodik lässt sich folgendes feststellen: Es wurde darauf geachtet bewährte und aussagekräftige Fragebögen zu verwenden. Außerdem wurde der Studienablauf sehr genau beschrieben. Allerdings wurden die demographischen und medizinischen Daten der Patienten nur knapp erfasst, was eine Vergleichbarkeit der Gruppen zu Studienbeginn fragwürdig erscheinen lässt. Des Weiteren handelte es sich um eine sehr kleine Teilnehmerzahl, was die Ergebnisse nicht sehr aussagekräftig macht. Außerdem war die Lebensqualität bereits bei Messung der Ausgangswerte in der Ruhezeit Gruppe höher als in der Reiki Gruppe, was die Autoren auf eine zu kurze Phase ohne Therapien vor dem Gruppenwechsel zurückführen. Aufgrund des Fehlens einer Placebogruppe, können Aufmerksamkeits- oder Erwartungseffekte nicht ausgeschlossen werden. |
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Post-White et. al. (2003)
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Referenz |
Studientyp |
Merkmale untersuchter Studien |
(verglichene) Interventionen/ (ggf. Dosierung) |
Untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessens-konflikte |
Methodische Bemerkungen |
Evidenz-klasse (Oxford) |
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Post-White (2003): Therapeutic Massage and Healing Touch improve Symptoms in Cancer. Integrative cancer therapies. Ref.ID: 568 |
Prospektiv
Cross-Over
Multizentrisch
Offen
Randomisiert
3 Arme EingeschlosseN: 230 Ausgewertet: 164
Attrition 29%: Arm A 15x, Arm B 21x, Arm C 30x; 33x wollten andere Intervention oder Zeitplan hat sich geändert, 30x Behandlungsprotokoll geändert und passten nicht mehr in Studienkriterien, 3x verstorben
Vergleich von Diagnose, Zeitpunkt der Diagnose und Zeit der 1. CTX, sowie demographischen Variablen zeigt keine Unterschiede zwischen den Gruppen; aber Trend für Drop-Outs höheres Krebsstadium zu haben (p=0.054) und signifikant höhere Schmerzwerte (p=0.044), Stimmungsstörungen (p=0.036) und Fatiguewerte (p=0.003) zu T0 im Vergleich zu Verbliebenen
Land: Minnesota, Minneapolis, Zeitraum September 1998 – April 2001 |
Brustkrebs (52%), gynäkologischer/ urogenital Krebs (19%), Gastrointestinaler Krebs (11%), hämatologisch maligne Erkrankung (9%), Lungenkrebs (5%), Andere Krebsarten (4%), I-IV + nicht eingestufte (III-IV: 56%), CTX
Skala 1-10 mindestens >3 für Symptomschwere bei Fatigue (90%), Schmerz (71%), Angst (50%), Übelkeit (47%)
86.1% weiblich
Alter (MW [SD]): 54.7 (11.2)
Auf 10 Punkte Skala >3 biei Übelkeit, Schmerz, oder Müdigkeit
Nach 4 Wochen, Wechsel der Intervention
Massagen und HAT durchgeführt von zertifizierten und beglaubigten Praktikern, welche auch noch als Krankenschwestern registriert sind |
Arm A: N= 78/63 Therapeutische Massage (MT), Dauer:4 Wochen, wöchentlich 45 Minuten Massage + 4-mal wöchentlich Standard Care/Kontrollbesuche
Arm B: N=77/56 Healing Touch (HT), Dauer:4 Wochen, wöchentlich 45 Minuten HAT + 4-mal wöchentlich Standard Care/Kontrollbesuche
Arm C: N= 75/45 Präsenz, Dauer:4 Wochen, wöchentlich 45 Minuten Präsenz + 4-mal wöchentlich Standard Care/Kontrollbesuche
Cross-Over zu: Kontrollbedingung mit allen Probanden, wöchentliche Besuche |
T0: Baseline/ vor 1. Intervention (1. Sitzung) T1: nach 4 Wochen (4. Sitzung) T2: vor Wechsel in neue Intervention (5. Sitzung) T3: nach weiteren 4 Wochen (8. Sitzung)
Prim. Endpunkte 1. Vitale Funktionen vor und nach jeder Sitzung
2. aktueller Schmerz mit 1 Item vor und nach jeder Sitzung + Schmerzlevel und Interferenz mit BPI
3. Übelkeit mit 10 Punkt Likert Skala vor und nach jeder Sitzung + Level und Interferenz mit BNI
4. Angst, Stimmung, Fatigue mit POMS
Sekund. Endpunkte 5. Nutzung von Analgetika und Antiemetika jeden Tag, wöchentlich abgegeben
6. Allgemeine Zufriedenheit mit Intervention (T0, T1, T3)
7. Evaluation der Interventionen (T1, T3)
(8. CAM Nutzung) |
Carry-Over Effekt für Ondansetron Nutzung (p=0.031) und Schmerzinterferenz (p<0.0001)
Zu 1. Arm A und B reduzierte Respirationsrate (p<0.001), Herzfrequenzrate (p<0.001) und systolischer (p<0.001) und diastolischer Blutdruck (p<0.001) als zur Kontrollperiode; Arm A und B effektiver in Reduzierung der Herzfrequenzrate (p=0.011), systolischem Blutdruck (p<0.01) im Vergleich zu Arm C
Zu 2. Aktueller Schmerz: geringere Werte in Arm A (p<0.001) und B (p<0.011) im Vergleich zur Kontrollperiode; Arm A und B effektiver in Reduzierung des aktuellen Schmerzes im Vergleich zu Arm C (p<0.001); BPI: keine Unterschiede zwischen Armen u./o. Zeitpunkten
Zu 3. keine Unterschiede zwischen Armen u./o. Zeitpunkten
Zu 4. Keine Interaktionen oder between-treatment Effekte (ANCOVA, GLM); Senkung der Stimmungsschwankungen in allen Gruppen (p=0.015);
5. weniger NSAID Nutzung während Massage als in Kontrollperiode (p=0.018), während Interventionsperiode weniger Antiemetika in Arm C (M= 5.1 mg; Range: 0-80 mg) im Vergleich zu Arm A (M= 9.1 mg; Range, 0-58 mg; p=0.007)
6. Kein Unterschied zwischen Intervention und Kontrollperiode (p=0.43)
7. Arm A und B höhere Bewertung der Intervention als Arm C (p<0.0001)
Zusammenfassung der Autoren: “This randomized clinical trial design conclusively supported the hypothesis that therapeutic massage and HT were more effective than presence of a caring professional alone or standard care in inducing a relaxed state and reducing short-term pain, mood disturbance, and fatigue in adult patients with cancer undergoing chemotherapy.” |
Laut Angabe keine NW/WW
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Keine Angaben zu den CoI
Diese Studie wurde finanziert durch United Hospital Foundation, ALLINA Education and Research, und der American Cancer Society Professorship of Oncology Nursing (JPW). |
PRO: Ethikvotum vorhanden.
Vergleichbarkeit der Gruppen gegeben.
Massage nach schwedischen Massage-Protokoll und Healing Touch nach Protokoll
Dokumentierung der KAM Nutzung der Probanden bzw. Aufforderung diese während Studie zu unterlassen
Hohe Reliabilitätsangaben zu Schmerz und Übelkeitsmessung, sowie Evaluation
Poweranalyse
Große Stichprobe
Prüfung von Carry-Over oder Reihenfolgeeffekten
Detaillierte und nachvollziehbare Darstellung der statistischen Vorgehensweise mit angepassten Tests bzw. alpha-Niveau aufgrund multiplen Testens
CONTRA: Geringe Reliabilität der Zufriedenheitsskala
Unübersichtliche Darstellung der Ergebnisse in Textform, ständiger Wechsel zwischen Gruppenvergleichen und Innergruppenvergleichen mit der Kontrollperiode verwirren und wirken undurchsichtig
Keine Effektstärken
Erhebung von Entspannung als Gesamtresultat von Vitalen Werten? |
1b- |
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Post-White 2003: Post-White et al. erhoben die Stimmung und Angst von über 200 Probanden. Sie nutzen ein Cross-Over Design und konnten so nicht nur eine Massage-, eine Healing Touch-Gruppe und eine aktive Kontrollgruppe (Anwesenheit einer anderen Person) für 4 Wochen miteinander vergleichen, sondern diese noch mit einer 4-wöchigen Kontrollperiode (nur Standardbesuche). Hierbei zeigte die Massagegruppe und die Healing Touch Gruppe geringere Stimmungsschwankungen und Angst im Vergleich zur Kontrollperiode. Allerdings zeigte auch die Healing Touch Gruppe geringere Werte für Stimmungsschwankungen im Vergleich zu dessen Kontrollperiode. Somit kann nur der Effekt für Angst als alleinstehender Effekt für Massage betrachtet werden. Die Healing Touch Gruppe zeigte zudem eine Senkung der Müdigkeit/ Erschöpfung im Vergleich zur eigenen Kontrollperiode. In beiden Interventionsgruppen zeigten sich bessere Werte für die Herzfrequenzrate und den Blutdruck im Vergleich zur Kontrollgruppe. Sie fanden nur Kurzzeitige Effekte für die Schmerzlinderung in den Interventionsgruppen, eine geringere Medikamentennutzung in der Massagegruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe und keine Effekte für Übelkeit/ Erbrechen Diese Studie ist groß angelegt und überzeugt mit statistischer Sorgfalt. |
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Tabatabaee et. al. (2016)
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Referenz |
Studientyp
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Patientenmerkmale |
Intervention/ Kontrolle, Beobachtung |
Untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessenskonflikte |
Methodische Bemerkungen |
Evidenzklasse (Oxford) |
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Tabatabaee (2016): Effect of Therapeutic Touch on Pain Related Parameters in Patients with Cancer: A Randomized Clinical Trial. Mater Sociomed
RefID: 267 |
Monozentrisch
Vermutlich offen
Randomisiert
3 Arme, Eingeschlossen: N=90 Ausgewertet: N=90
Land: Iran
Zeitraum: 4 Wochen, keine weiteren Informationen
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Diverse Krebsdiagnosen (Stadium II-IV)
Krebsbedingte Schmerzen bestätigt vom Arzt; für zumindest ein Jahr diagnostiziert und behandelt; in der Remissionsphase
100% männlich
Alter: 20-65 Jahre
Keine Erfahrung mit TT |
Arm A: N=30 Therapeutic Touch
Arm B: N=30 Placebo
Beide Arme: 7 Anwendungen mit einem Intervall von 3 Tagen zwischen jeden 2 Anwendungen für eine 4-wöchige Periode
Arm C: N=30 Kontrollarm, Standardpflege
Therapeutic Touch durchgeführt von erfahrenen und qualifizierten TT-Forschern (15 Jahre Erfahrung)
Placebo (Schein) Reiki-Therapie durchgeführt von einer in Onkologie ausgebildeten Krankenschwester |
(T0: Baseline) T1: Erste Anwendung T2: nach 4 Wochen (Anwendung 7)
Prim. Endpunkte 1. Durch Schmerz beeinträchtigte generelle Aktivität gemessen mit BPI
2. Durch Schmerz beeinträchtigte Stimmung gemessen mit BPI
3. Durch Schmerz beeinträchtigtes Gehvermögen gemessen mit BPI
4. Durch Schmerz beeinträchtigte Beziehung zu anderen Personen gemessen mit BPI
5. Durch Schmerz beeinträchtigter Schlaf gemessen mit BPI
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Zu 1. T2: Signifikante Unterschiede zwischen Arm A und Arm B und Arm C (p <0.001); Keine signifikanten Unterschiede zwischen Arm B und C (p = kA)
Zu 2. T2: Signifikante Unterschiede zwischen Arm A und Arm B und Arm C (p <0.001); Keine signifikanten Unterschiede zwischen Arm B und C (p = kA)
Zu 3. T2: Signifikante Unterschiede zwischen Arm A und Arm B und Arm C (p <0.001); Keine signifikanten Unterschiede zwischen Arm B und C (p = kA)
Zu 4. T2: Signifikante Unterschiede zwischen Arm A und Arm B und Arm C (p <0.001); Keine signifikanten Unterschiede zwischen Arm B und C (p = kA)
Zu 5. T2: Signifikante Unterschiede zwischen Arm A und Arm B und Arm C (p <0.001); Keine signifikanten Unterschiede zwischen Arm B und C (p = kA)
Zusammenfassung der Autoren: „The results of the study showed that TT had a positive impact on the positive management of pain related parameters in cancer patients. Therefore, TT is suggested to be used by healthcare providers as a complementary method for managing pain and its parameters. “ |
Keine Angaben zu NW/WW |
Laut Studie keine COI |
PRO: Ethik-Abstimmung
Vergleichbarkeit der Gruppen
Validierte und zuverlässige Fragebögen
Mittelwerte und Standardabweichung (SD) für die Fragebögen
Bonferroni-Korrektur für multiples Testen
Angemessene Verwendung statistischer Analysen und Methoden
CONTRA: Keine Standardisierung in der Placebogruppe (Hände wurden ohne eine bestimmte Reihenfolge bewegt)
Keine p-Werte für Vergleich von Arm B und C
Keine Angabe von Effektstärken oder Konfidenzintervallen
Keine Aufzeichnung, welche bisherigen Erfahrungen mit CAM gemacht wurden und keine Einbeziehung dieser in die Analyse
Keine Informationen zur Krebsdiagnose, früheren Behandlung (RTX, CTX, OP) oder seit wann in Remission Vergleichbarkeit der Studiengruppen?
Keine Angaben welche chronischen Krankheiten
Keine Informationen darüber, wie Ärzte krebsbedingte Schmerzen aufzeichneten, wie schlimm sie waren und ob sie zu Beginn zwischen den Studiengruppen vergleichbar waren
Die T1-Datenerfassung erfolgt vor oder nach dem ersten Eingriff? = Zeitachse nicht klar beschrieben, allgemein oberflächliche und nicht detaillierte Beschreibung des Verfahrens und der Patienten
Keine Beschreibung der BPI-Skala
Keine Informationen zur Verblindung |
2b |
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Tabatabaee (2016): Diese Studie untersuchte die Wirkung der Therapeutic Touch Therapie bei männlichen Krebspatienten in einem iranischen Krankenhaus auf Schmerzen, die die allgemeine Aktivität, die Stimmung, die Gehfähigkeit, die Beziehung zu anderen Menschen und den Schlaf der Patienten beeinträchtigten. Die Patienten wurden zufällig in drei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe erhielt Therapeutic Touch Therapie, eine andere Gruppe erhielt eine Placebo Therapie und die letzte Gruppe erhielt nur eine Standardversorgung. Insgesamt nahmen 90 Männer an der Studie teil. Es gab 30 in jeder Gruppe. 4 Wochen lang wurden die Therapeutic Touch und Placebo Therapien insgesamt 7 Mal angewendet, wobei zwischen den einzelnen Therapien mindestens 3 Tage lagen. Während der Studie wurden Werte zu den oben genannten Schmerzen vor der ersten Therapie und nach der letzten Therapie erfasst. Die Ergebnisse zeigen, dass Therapeutic Touch Therapien im Vergleich zu Placebo Therapien und Standardversorgung einen bedeutsamen positiven Effekt bei Schmerzen haben können, die die allgemeine Aktivität, die Stimmung, die Gehfähigkeit, die Beziehung zu anderen Menschen und den Schlaf beeinträchtigen. In Bezug auf die Studienmethodik kann Folgendes gesagt werden: Es wurden zuverlässige und gut getestete Fragebögen verwendet. Allerdings wurde die Placebo Therapie nicht immer auf die gleiche Weise durchgeführt, da die Therapeuten ihre Hände ohne eine bestimmte Reihenfolge bewegten. Im Gegensatz dazu basierte die Therapeutic Touch Therapie auf einem präzisen Handbewegungsablauf. Es wurden einige wichtige demographische Variablen nicht gegeben, wodurch die Vergleichbarkeit der Gruppen eingeschränkt ist. Zudem ist der zeitliche Ablauf ungenügend beschrieben und es ist unklar, inwiefern die Ausgangswerte der verschiedenen Aspekte des Schmerzes vor der Intervention auf ihre Vergleichbarkeit getestet wurden. Durch diese Undurchsichtigkeit ist die Aussagekraft und Vertrauenswürdigkeit der Ergebnisse stark eingeschränkt. |
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Matourypour et. al. (2015)
|
Referenz |
Studientyp
|
Patientenmerkmale |
Intervention/ Kontrolle, Beobachtung |
Untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessenskonflikte |
Methodische Bemerkungen |
Evidenzklasse (Oxford) |
|
Matourypour (2015): An investigation of the effects of therapeutic touch plan on acute chemotherapy-induced nausea in women with breast cancer in Isfahan, Iran, 2012-2013. Journal of education and health promotion
RefID: 261
|
Monozentrisch
Vermutlich offen
Randomisiert
3 Arme, Eingeschlossen: N=108 Ausgewertet: N=108
Land: Iran (Isfahan)
Zeitraum: 5 Monate in 2012-2013
Einmalige Umfrage
|
Mammakarzinom (Keine Metastasen im zentralen Nervensystem und im Verdauungssystem)
CTx
100% weiblich
Alter (Mittelwert ± Standardabweichung in Jahren): 49.7 ± 9.2
|
Arm A: N=36 Therapeutic Touch Therapie 1x 15-20 min kurz bevor Chemotherapie
Arm B: N=36 Placebo Therapie 1x 15-20 min kurz bevor Chemotherapie
Arm C: N=17 Kontrollarm
Therapeutic Touch und Placebo Therapie durchgeführt vom Forscher nach Erlernen der Technik von einem Professor mit Therapeutic Touch Technik Zertifikat
Während Therapeutic Touch Abstand von Händen des Anwenders zum Körper des Patienten 12-15cm
Während Placebo Abstand von Händen des Anwenders zum Körper des Patienten mehr als 20cm
Mittlere Interventionsdauer: 21.38 min. (SD: 6.04)
|
T0: Baseline (vor Intervention) T1: 24 h nach Intervention
Matourypour (2015): Prim. Endpunkte 1.Dauer der Übelkeit zu T1 mit Checkliste Acute Phase
2.Häufigkeit der Übelkeit zu T1 mit s.o.
3. Beginn der Übelkeit zu T1 mit s.o.
Matourypour (2016): Prim. Endpunkt 1. Intensitätsskala in Bezug auf Erbrechen (Skala 0-3) mit Acute Vomiting Intensity Scale zu T0 und T1
Vanaki (2016): Prim. Endpunkte 1. Dauer der Übelkeit mit nausea chart of acute phase
2. Häufigkeit der Übelkeit (gemessen mit s.o.)
3. Intensität der Übelkeit (unklare Erhebung)
|
Matourypour (2015): Zu 1. Signifikant geringere Dauer in Arm A im Vergleich zu Arm B und C (p <0.001); Kein signifikanter Unterschied zwischen Arm B und C (p = 0.30)
Zu 2. Niedrigere Häufigkeit in Arm A und B im Vergleich zu Arm C (p <0.001)
Zu 3. Signifikante Verzögerung in Arm A im Vergleich zu Arm B und C (p <0.001)
Matourypour (2016): Zu 1. Signifikante Reduktion in Arm A und Arm B im Vergleich zu Arm C (p<0.0001); Kein Unterschied zwischen Arm A und B (p=0.07)
Vanaki (2016): Zu 1. Siehe Ergebnis Endpunkt 1 bei Matourypour 2015
Zu 2. Siehe Ergebnis Endpunkt 1 bei Matourypour 2015
Zu 3. Kruskal-Wallis-Test: Signifikanter Gruppenunterschied (p <0.001): Signifikant geringere Intensität in Arm A (unklar ob im Vergleich zu Arm B und C; p= kA)
Zusammenfassung der Autoren: Matourypour (2015): „The results showed that the use of the therapeutic touch program, complementary therapy conducted with the defined conditions, has a positive impact on reducing the duration of acute nausea and delaying its onset. “
Matourypour (2016): „Therapeutic touch was effective in reducing vomiting in the intervention group. However, the patients experienced lower‑intensity vomiting which may be because of presence of a therapist and probably the reduced anxiety related to an additional intervention. “
Vanaki (2016): „Results of this randomized control trial showed that TT is effective on duration, times and intensity of nausea; therefore, TT can be used as an alternative method for patients who are willing to use this technique. “ |
Keine Angaben zu NW/WW |
Laut Autoren keine COI
Diese Studie wird von der Tarbiat Modares University (Tehran, Iran) unterstützt |
PRO: Ethik-Abstimmung vorhanden
Stichprobengröße bestimmt durch Altman’s Nomogram
Testung auf Normalverteilung der Daten
Validierter und zuverlässiger Fragebogen
Ein Anwender
Detaillierte Beschreibung des Therapeutic Touch Prozesses
CONTRA: Interventionen durchgeführt durch den Forscher
Nur Kurzzeiteffekte gemessen, die auch der Aufmerksamkeit zugerechnet werden könnten
Keine Aufzeichnung, welche bisherigen Erfahrungen mit CAM gemacht wurden und keine Einbeziehung dieser in die Analyse
Keine genaue Angabe des Krebsstadiums oder vorheriger Behandlungen, Zeit seit Diagnose, Komorbiditäten etc. – Vergleichbarkeit der Gruppen fragwürdig
Mittlere Interventionsdauer länger für Patienten mit Magen-Darm-Erkrankungen in der Anamnese (20-25 Minuten) und erneuter Interventionsbedarf in 69.4% - aber keine Subgruppenanalyse oder Information wie viele Patienten Magen-Darm-Erkrankungen in der Anamnese hatten, was bedeutet „Reassessment Phase“?
Mehr einkommensstarke Patienten in der Interventionsgruppe (16.7%) als in der Placebo- (5.6%) und Kontrollgruppe (2.8%), jedoch nicht signifikant
Angabe der einfachen Verblindung fragwürdig: Patienten könnten gefälschte Therapie durchschauen und zumindest Arm C kann nicht verblindet sein –
Matourypour (2015): CONTRA: Keine Darstellung der statistischen Ergebnisse von Endpunkt 3 im Ergebnisteil – p-Wert wird im Abstract erwähnt. Keine Info zur Analyse, Ergebnisdarlegung ergibt keinen Sinn da nur Prozentzahlen gegeben werden
Selektive Berichterstattung, welche höchstens im Zusammenschluss der beiden bzw. drei Studien Sinn ergibt
Keine Information ob 1. Runde CTx oder fortgeschritten
Angabe der Mean Ranks (Endpunkt 2) nicht aussagekräftig, da nicht zurückverfolgt werden kann, was im Mittel bzw. Median angekreuzt wurde
Keine detaillierten Informationen zu Fragebögen für die primären Ergebnisse und undurchsichtige Darstellung dieser
Matourypour (2016): CONTRA: Im Text steht, dass die Checkliste auch schon vor der Intervention ausgefüllt wurde, aber es werden keine Daten geliefert oder ein Prä-Post Vgl. aufgestellt. Es wird dadurch auch nicht klar, ob die Gruppen vor der Intervention bezüglich der Häufigkeit des Erbrechens überhaupt vergleichbar waren; es wird zudem nicht explizit erwähnt, ob zum Zeitpunkt der Studie die CTX gestartet wird (dies also die 1. Runde für die Patienten ist) oder die Patienten schon weiter fortgeschritten sind.
Angabe der Mean Ranks nicht aussagekräftig, da nicht zurückverfolgt werden kann, was im Mittel bzw. Median angekreuzt wurde
Vanaki (2016): CONTRA: Keine Informationen zur Art der Randomisierung
Keine Informationen zur Verblindung
Keine statistische Tabelle für die Intensität der Übelkeit
Ergebnisse der VAS (Übelkeitsintensität) vor Intervention/CTX, aber nicht danach? Wie wird die Intensität nach der Intervention gemessen? Was sind Ergebnisse des VAS?
Keine Werte für einzelne Zeitpunkte (morgens, mittags, abends, nachts)
Allgemein oberflächliche oder sogar selektive Berichterstattung, die die Interpretation der Ergebnisse in Frage stellt (nicht ausführlich) |
2b- |
|
Die folgenden 3 Studien schlossen alle die gleiche Stichprobe ein, berichteten aber teilweise verschiedene Endpunkte. Die Autoren schlossen Frauen mit Brustkrebs aus einem iranischen Fachzentrum für Krebs ein. Die 108 Patienten wurden zufällig in drei Gruppen eingeteilt, so dass sich in jeder Gruppe 36 Patienten befanden. Die erste Gruppe erhielt vom Forscher vor der Chemotherapie einmal für 20 Minuten eine Therapeutic Touch Therapie. Die zweite Gruppe erhielt in gleicher Weise eine Placebo Therapie. Die dritte Gruppe erhielt nur eine Chemotherapie. Matourypour (2015): Die Auswirkungen der Behandlung auf Dauer, Häufigkeit und Auftreten von Übelkeit wurden untersucht. Die Patienten beantworteten Fragebögen während der akuten Phase (unmittelbar nach der Chemotherapie bis zum nächsten Morgen). Die Therapeutic Touch Therapie bewirkte eine bedeutsam kürzere Übelkeitsdauer als die Placebo Therapie und die Gruppe, die nur Chemotherapie erhielt. Es wurden keine Unterschiede zwischen der Placebo Gruppe und der normalen Chemotherapie Gruppe festgestellt. Die Therapeutic Touch Gruppe und die Placebo Gruppe zeigten eine bedeutsame Abnahme der Häufigkeit von Übelkeit im Vergleich zur normalen Chemotherapie Gruppe. In der Therapeutic Touch Gruppe wurde im Vergleich zu den beiden anderen Gruppen eine bedeutsame Verzögerung des Auftretens von Übelkeit festgestellt. Zur Studienmethodik kann folgendes gesagt werden. Zu den Fragebögen, mit denen die Daten erhoben wurden, gab es nur wenige Informationen. Die Ergebnisberichtung ist undurchsichtig und die statistischen Analysen teilweise nicht nachvollziehbar dargestellt. Insgesamt können die Ergebnisse als wenig vertrauenswürdig betrachtet werden, insbesondere da die anfängliche Gruppenvergleichbarkeit aufgrund fehlender demographischer Variablen angezweifelt werden kann und die gesamte Berichterstattung äußerst selektiv wirkt. Matourypour (2016): Die Auswirkungen der Behandlung auf die Intensität des Erbrechens wurden untersucht. Die Patienten beantworteten einen Fragebogen vor der Behandlung und 24 Stunden danach erneut. Die Therapeutic Touch Therapie sowie die Placebo Behandlung führten zu einer bedeutsamen Verringerung der Intensität in Bezug auf Erbrechen im Vergleich zu der Gruppe, die nur Chemotherapie erhielt. Es gab keine bedeutsamen Unterschiede zwischen der Therapeutic Touch Gruppe und der Placebo Gruppe. Die Studie zeigt somit, dass Therapeutic Touch Therapie und Placebo Behandlungen die Intensität in Bezug auf Erbrechen im Vergleich zu Chemotherapie ohne andere Behandlungen verringern können. Eine Therapeutic Touch Therapie lieferte keine besseren oder schlechteren Ergebnisse als eine Placebo Behandlung. Zur Studienmethodik kann folgendes gesagt werden: Es wurde ein validierter und verlässlicher Fragebogen verwendet. Allerdings werden die Daten zur Erhebung vor der Intervention nicht gegeben und somit auch nicht gezeigt, ob die Gruppen diesbezüglich überhaupt vergleichbar waren. Durch die Darstellung der Ergebnisse in transformierter Form, können die Ursprungsdaten und damit die mittlere Intensität pro Gruppe nicht nachvollzogen werden. Vanaki (2016): Vor jeder Gruppenbehandlung gaben die Patienten auf einer Skala die Übelkeitsintensität an. In den folgenden 24 Stunden (akute Phase) nach der Behandlung zeichneten die Patienten die Dauer und Häufigkeit der Übelkeit auf. Der Studie zufolge zeigte die Therapeutic Touch Gruppe im Vergleich zur Placebo- und Kontrollgruppe eine bedeutsam geringere Dauer, Häufigkeit und Intensität der Übelkeit. Die Autoren schlussfolgern daraus, dass Therapeutic Touch Behandlungen die Dauer, Häufigkeit und die Intensität der Übelkeit effektiv beeinflussen können. In Bezug auf die Studienmethodik kann folgendes gesagt werden: Es wurde darauf geachtet, dass alle Behandlungen von demselben Therapeuten durchgeführt wurden. In der Studie wurde jedoch nicht angegeben, auf welche Art und Weise die Patienten in die verschiedenen Gruppen eingeteilt wurden. Auch bezüglich der Verblindung wurde nichts erwähnt. Darüber hinaus wurden die Daten nur zu einem bestimmten Zeitpunkt einmal erhoben, was es sehr schwierig macht, die Einflüsse der Therapien zu erfassen und die Therapien miteinander zu vergleichen. Außerdem wurden die Gesamtdaten nur oberflächlich oder gar selektiv dargestellt, was eine Interpretation der Ergebnisse erschwert. Insgesamt zeigt die Studie nicht, ob die Patienten in den einzelnen Gruppen vergleichbar waren, da beispielsweise keine weiteren Krebs Charakteristika genannt wurden. Gesamtbewertung: Obwohl die Studien die gleiche Stichprobe haben und thematisch das gleiche untersuchen, unterscheiden sich die Darstellungsweisen in dem Maße, dass man vermuten könnte es handele sich nicht um die gleiche Stichprobe und damit die gleiche Erhebung. In jeder Einzelstudie treten Mängel auf, insbesondere in der Art einer selektiven Darstellung oder Beschreibung, welche sich durchaus unterscheiden. So werden in einer Studie Informationen gegeben, welche man in der anderen vergeblich sucht oder es kommen Zweifel auf, welche Messinstrumente nun letztendlich eigentlich zum Einsatz kamen. Insgesamt sind aber alle Studien schwer verständlich und zeichnen sich durch eine unzureichende Beschreibung der Rahmenbedingungen, sowie in einer irreführenden Ablaufs- und Erhebungsbeschreibung aus. In keiner der Studien wird die anfängliche Vergleichbarkeit der Gruppen deutlich und damit glaubwürdig vermittelt und die teilweise irreführende Darstellung der Erhebung und der Einsatz der Messinstrumente im Allgemeinen schränken die Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit der Ergebnisse deutlich ein. Zudem ist nicht auszuschließen, dass eine mögliche Verzerrung durch das Ausführen der Interventionen durch den leitenden Forscher aufgetreten ist, da eine Verblindung und damit Unwissen über die Gruppenzuteilung entweder nicht stattfand oder nur auf Seiten der Patienten gegeben war |
|||||||||
Matourypour et. al. (2016)
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Referenz |
Studientyp
|
Patientenmerkmale |
Intervention/ Kontrolle, Beobachtung |
Untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessenskonflikte |
Methodische Bemerkungen |
Evidenzklasse (Oxford) |
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Matourypour (2016): Investigating the effect of therapeutic touch on the intensity of acute chemotherapy‑induced vomiting in breast cancer women under chemotherapy. Iranian Journal of Nursing and Midwifery Research
RefID: 262
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Monozentrisch
Vermutlich offen
Randomisiert
3 Arme, Eingeschlossen: N=108 Ausgewertet: N=108
Land: Iran (Isfahan)
Zeitraum: 5 Monate in 2012-2013
Einmalige Umfrage
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Mammakarzinom (Keine Metastasen im zentralen Nervensystem und im Verdauungssystem)
CTx
100% weiblich
Alter (Mittelwert ± Standardabweichung in Jahren): 49.7 ± 9.2
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Arm A: N=36 Therapeutic Touch Therapie 1x 15-20 min kurz bevor Chemotherapie
Arm B: N=36 Placebo Therapie 1x 15-20 min kurz bevor Chemotherapie
Arm C: N=17 Kontrollarm
Therapeutic Touch und Placebo Therapie durchgeführt vom Forscher nach Erlernen der Technik von einem Professor mit Therapeutic Touch Technik Zertifikat
Während Therapeutic Touch Abstand von Händen des Anwenders zum Körper des Patienten 12-15cm
Während Placebo Abstand von Händen des Anwenders zum Körper des Patienten mehr als 20cm
Mittlere Interventionsdauer: 21.38 min. (SD: 6.04)
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T0: Baseline (vor Intervention) T1: 24 h nach Intervention
Matourypour (2015): Prim. Endpunkte 1.Dauer der Übelkeit zu T1 mit Checkliste Acute Phase
2.Häufigkeit der Übelkeit zu T1 mit s.o.
3. Beginn der Übelkeit zu T1 mit s.o.
Matourypour (2016): Prim. Endpunkt 1. Intensitätsskala in Bezug auf Erbrechen (Skala 0-3) mit Acute Vomiting Intensity Scale zu T0 und T1
Vanaki (2016): Prim. Endpunkte 1. Dauer der Übelkeit mit nausea chart of acute phase
2. Häufigkeit der Übelkeit (gemessen mit s.o.)
3. Intensität der Übelkeit (unklare Erhebung)
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Matourypour (2015): Zu 1. Signifikant geringere Dauer in Arm A im Vergleich zu Arm B und C (p <0.001); Kein signifikanter Unterschied zwischen Arm B und C (p = 0.30)
Zu 2. Niedrigere Häufigkeit in Arm A und B im Vergleich zu Arm C (p <0.001)
Zu 3. Signifikante Verzögerung in Arm A im Vergleich zu Arm B und C (p <0.001)
Matourypour (2016): Zu 1. Signifikante Reduktion in Arm A und Arm B im Vergleich zu Arm C (p<0.0001); Kein Unterschied zwischen Arm A und B (p=0.07)
Vanaki (2016): Zu 1. Siehe Ergebnis Endpunkt 1 bei Matourypour 2015
Zu 2. Siehe Ergebnis Endpunkt 1 bei Matourypour 2015
Zu 3. Kruskal-Wallis-Test: Signifikanter Gruppenunterschied (p <0.001): Signifikant geringere Intensität in Arm A (unklar ob im Vergleich zu Arm B und C; p= kA)
Zusammenfassung der Autoren: Matourypour (2015): „The results showed that the use of the therapeutic touch program, complementary therapy conducted with the defined conditions, has a positive impact on reducing the duration of acute nausea and delaying its onset. “
Matourypour (2016): „Therapeutic touch was effective in reducing vomiting in the intervention group. However, the patients experienced lower‑intensity vomiting which may be because of presence of a therapist and probably the reduced anxiety related to an additional intervention. “
Vanaki (2016): „Results of this randomized control trial showed that TT is effective on duration, times and intensity of nausea; therefore, TT can be used as an alternative method for patients who are willing to use this technique. “ |
Keine Angaben zu NW/WW |
Laut Autoren keine COI
Diese Studie wird von der Tarbiat Modares University (Tehran, Iran) unterstützt |
PRO: Ethik-Abstimmung vorhanden
Stichprobengröße bestimmt durch Altman’s Nomogram
Testung auf Normalverteilung der Daten
Validierter und zuverlässiger Fragebogen
Ein Anwender
Detaillierte Beschreibung des Therapeutic Touch Prozesses
CONTRA: Interventionen durchgeführt durch den Forscher
Nur Kurzzeiteffekte gemessen, die auch der Aufmerksamkeit zugerechnet werden könnten
Keine Aufzeichnung, welche bisherigen Erfahrungen mit CAM gemacht wurden und keine Einbeziehung dieser in die Analyse
Keine genaue Angabe des Krebsstadiums oder vorheriger Behandlungen, Zeit seit Diagnose, Komorbiditäten etc. – Vergleichbarkeit der Gruppen fragwürdig
Mittlere Interventionsdauer länger für Patienten mit Magen-Darm-Erkrankungen in der Anamnese (20-25 Minuten) und erneuter Interventionsbedarf in 69.4% - aber keine Subgruppenanalyse oder Information wie viele Patienten Magen-Darm-Erkrankungen in der Anamnese hatten, was bedeutet „Reassessment Phase“?
Mehr einkommensstarke Patienten in der Interventionsgruppe (16.7%) als in der Placebo- (5.6%) und Kontrollgruppe (2.8%), jedoch nicht signifikant
Angabe der einfachen Verblindung fragwürdig: Patienten könnten gefälschte Therapie durchschauen und zumindest Arm C kann nicht verblindet sein –
Matourypour (2015): CONTRA: Keine Darstellung der statistischen Ergebnisse von Endpunkt 3 im Ergebnisteil – p-Wert wird im Abstract erwähnt. Keine Info zur Analyse, Ergebnisdarlegung ergibt keinen Sinn da nur Prozentzahlen gegeben werden
Selektive Berichterstattung, welche höchstens im Zusammenschluss der beiden bzw. drei Studien Sinn ergibt
Keine Information ob 1. Runde CTx oder fortgeschritten
Angabe der Mean Ranks (Endpunkt 2) nicht aussagekräftig, da nicht zurückverfolgt werden kann, was im Mittel bzw. Median angekreuzt wurde
Keine detaillierten Informationen zu Fragebögen für die primären Ergebnisse und undurchsichtige Darstellung dieser
Matourypour (2016): CONTRA: Im Text steht, dass die Checkliste auch schon vor der Intervention ausgefüllt wurde, aber es werden keine Daten geliefert oder ein Prä-Post Vgl. aufgestellt. Es wird dadurch auch nicht klar, ob die Gruppen vor der Intervention bezüglich der Häufigkeit des Erbrechens überhaupt vergleichbar waren; es wird zudem nicht explizit erwähnt, ob zum Zeitpunkt der Studie die CTX gestartet wird (dies also die 1. Runde für die Patienten ist) oder die Patienten schon weiter fortgeschritten sind.
Angabe der Mean Ranks nicht aussagekräftig, da nicht zurückverfolgt werden kann, was im Mittel bzw. Median angekreuzt wurde
Vanaki (2016): CONTRA: Keine Informationen zur Art der Randomisierung
Keine Informationen zur Verblindung
Keine statistische Tabelle für die Intensität der Übelkeit
Ergebnisse der VAS (Übelkeitsintensität) vor Intervention/CTX, aber nicht danach? Wie wird die Intensität nach der Intervention gemessen? Was sind Ergebnisse des VAS?
Keine Werte für einzelne Zeitpunkte (morgens, mittags, abends, nachts)
Allgemein oberflächliche oder sogar selektive Berichterstattung, die die Interpretation der Ergebnisse in Frage stellt (nicht ausführlich) |
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Die folgenden 3 Studien schlossen alle die gleiche Stichprobe ein, berichteten aber teilweise verschiedene Endpunkte. Die Autoren schlossen Frauen mit Brustkrebs aus einem iranischen Fachzentrum für Krebs ein. Die 108 Patienten wurden zufällig in drei Gruppen eingeteilt, so dass sich in jeder Gruppe 36 Patienten befanden. Die erste Gruppe erhielt vom Forscher vor der Chemotherapie einmal für 20 Minuten eine Therapeutic Touch Therapie. Die zweite Gruppe erhielt in gleicher Weise eine Placebo Therapie. Die dritte Gruppe erhielt nur eine Chemotherapie. Matourypour (2015): Die Auswirkungen der Behandlung auf Dauer, Häufigkeit und Auftreten von Übelkeit wurden untersucht. Die Patienten beantworteten Fragebögen während der akuten Phase (unmittelbar nach der Chemotherapie bis zum nächsten Morgen). Die Therapeutic Touch Therapie bewirkte eine bedeutsam kürzere Übelkeitsdauer als die Placebo Therapie und die Gruppe, die nur Chemotherapie erhielt. Es wurden keine Unterschiede zwischen der Placebo Gruppe und der normalen Chemotherapie Gruppe festgestellt. Die Therapeutic Touch Gruppe und die Placebo Gruppe zeigten eine bedeutsame Abnahme der Häufigkeit von Übelkeit im Vergleich zur normalen Chemotherapie Gruppe. In der Therapeutic Touch Gruppe wurde im Vergleich zu den beiden anderen Gruppen eine bedeutsame Verzögerung des Auftretens von Übelkeit festgestellt. Zur Studienmethodik kann folgendes gesagt werden. Zu den Fragebögen, mit denen die Daten erhoben wurden, gab es nur wenige Informationen. Die Ergebnisberichtung ist undurchsichtig und die statistischen Analysen teilweise nicht nachvollziehbar dargestellt. Insgesamt können die Ergebnisse als wenig vertrauenswürdig betrachtet werden, insbesondere da die anfängliche Gruppenvergleichbarkeit aufgrund fehlender demographischer Variablen angezweifelt werden kann und die gesamte Berichterstattung äußerst selektiv wirkt. Matourypour (2016): Die Auswirkungen der Behandlung auf die Intensität des Erbrechens wurden untersucht. Die Patienten beantworteten einen Fragebogen vor der Behandlung und 24 Stunden danach erneut. Die Therapeutic Touch Therapie sowie die Placebo Behandlung führten zu einer bedeutsamen Verringerung der Intensität in Bezug auf Erbrechen im Vergleich zu der Gruppe, die nur Chemotherapie erhielt. Es gab keine bedeutsamen Unterschiede zwischen der Therapeutic Touch Gruppe und der Placebo Gruppe. Die Studie zeigt somit, dass Therapeutic Touch Therapie und Placebo Behandlungen die Intensität in Bezug auf Erbrechen im Vergleich zu Chemotherapie ohne andere Behandlungen verringern können. Eine Therapeutic Touch Therapie lieferte keine besseren oder schlechteren Ergebnisse als eine Placebo Behandlung. Zur Studienmethodik kann folgendes gesagt werden: Es wurde ein validierter und verlässlicher Fragebogen verwendet. Allerdings werden die Daten zur Erhebung vor der Intervention nicht gegeben und somit auch nicht gezeigt, ob die Gruppen diesbezüglich überhaupt vergleichbar waren. Durch die Darstellung der Ergebnisse in transformierter Form, können die Ursprungsdaten und damit die mittlere Intensität pro Gruppe nicht nachvollzogen werden. Vanaki (2016): Vor jeder Gruppenbehandlung gaben die Patienten auf einer Skala die Übelkeitsintensität an. In den folgenden 24 Stunden (akute Phase) nach der Behandlung zeichneten die Patienten die Dauer und Häufigkeit der Übelkeit auf. Der Studie zufolge zeigte die Therapeutic Touch Gruppe im Vergleich zur Placebo- und Kontrollgruppe eine bedeutsam geringere Dauer, Häufigkeit und Intensität der Übelkeit. Die Autoren schlussfolgern daraus, dass Therapeutic Touch Behandlungen die Dauer, Häufigkeit und die Intensität der Übelkeit effektiv beeinflussen können. In Bezug auf die Studienmethodik kann folgendes gesagt werden: Es wurde darauf geachtet, dass alle Behandlungen von demselben Therapeuten durchgeführt wurden. In der Studie wurde jedoch nicht angegeben, auf welche Art und Weise die Patienten in die verschiedenen Gruppen eingeteilt wurden. Auch bezüglich der Verblindung wurde nichts erwähnt. Darüber hinaus wurden die Daten nur zu einem bestimmten Zeitpunkt einmal erhoben, was es sehr schwierig macht, die Einflüsse der Therapien zu erfassen und die Therapien miteinander zu vergleichen. Außerdem wurden die Gesamtdaten nur oberflächlich oder gar selektiv dargestellt, was eine Interpretation der Ergebnisse erschwert. Insgesamt zeigt die Studie nicht, ob die Patienten in den einzelnen Gruppen vergleichbar waren, da beispielsweise keine weiteren Krebs Charakteristika genannt wurden. Gesamtbewertung: Obwohl die Studien die gleiche Stichprobe haben und thematisch das gleiche untersuchen, unterscheiden sich die Darstellungsweisen in dem Maße, dass man vermuten könnte es handele sich nicht um die gleiche Stichprobe und damit die gleiche Erhebung. In jeder Einzelstudie treten Mängel auf, insbesondere in der Art einer selektiven Darstellung oder Beschreibung, welche sich durchaus unterscheiden. So werden in einer Studie Informationen gegeben, welche man in der anderen vergeblich sucht oder es kommen Zweifel auf, welche Messinstrumente nun letztendlich eigentlich zum Einsatz kamen. Insgesamt sind aber alle Studien schwer verständlich und zeichnen sich durch eine unzureichende Beschreibung der Rahmenbedingungen, sowie in einer irreführenden Ablaufs- und Erhebungsbeschreibung aus. In keiner der Studien wird die anfängliche Vergleichbarkeit der Gruppen deutlich und damit glaubwürdig vermittelt und die teilweise irreführende Darstellung der Erhebung und der Einsatz der Messinstrumente im Allgemeinen schränken die Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit der Ergebnisse deutlich ein. Zudem ist nicht auszuschließen, dass eine mögliche Verzerrung durch das Ausführen der Interventionen durch den leitenden Forscher aufgetreten ist, da eine Verblindung und damit Unwissen über die Gruppenzuteilung entweder nicht stattfand oder nur auf Seiten der Patienten gegeben war. |
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Vanaki et. al. (2016)
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Referenz |
Studientyp
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Patientenmerkmale |
Intervention/ Kontrolle, Beobachtung |
Untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessenskonflikte |
Methodische Bemerkungen |
Evidenzklasse (Oxford) |
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Vanaki (2016): Therapeutic touch for nausea in breast cancer patients receiving chemotherapy: Composing a treatment. Complementary Therapies in Clinical Practice
RefID: 268
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Monozentrisch
Vermutlich offen
Randomisiert
3 Arme, Eingeschlossen: N=108 Ausgewertet: N=108
Land: Iran (Isfahan)
Zeitraum: 5 Monate in 2012-2013
Einmalige Umfrage
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Mammakarzinom (Keine Metastasen im zentralen Nervensystem und im Verdauungssystem)
CTx
100% weiblich
Alter (Mittelwert ± Standardabweichung in Jahren): 49.7 ± 9.2
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Arm A: N=36 Therapeutic Touch Therapie 1x 15-20 min kurz bevor Chemotherapie
Arm B: N=36 Placebo Therapie 1x 15-20 min kurz bevor Chemotherapie
Arm C: N=17 Kontrollarm
Therapeutic Touch und Placebo Therapie durchgeführt vom Forscher nach Erlernen der Technik von einem Professor mit Therapeutic Touch Technik Zertifikat
Während Therapeutic Touch Abstand von Händen des Anwenders zum Körper des Patienten 12-15cm
Während Placebo Abstand von Händen des Anwenders zum Körper des Patienten mehr als 20cm
Mittlere Interventionsdauer: 21.38 min. (SD: 6.04)
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T0: Baseline (vor Intervention) T1: 24 h nach Intervention
Matourypour (2015): Prim. Endpunkte 1.Dauer der Übelkeit zu T1 mit Checkliste Acute Phase
2.Häufigkeit der Übelkeit zu T1 mit s.o.
3. Beginn der Übelkeit zu T1 mit s.o.
Matourypour (2016): Prim. Endpunkt 1. Intensitätsskala in Bezug auf Erbrechen (Skala 0-3) mit Acute Vomiting Intensity Scale zu T0 und T1 Vanaki (2016): Prim. Endpunkte 1. Dauer der Übelkeit mit nausea chart of acute phase
2. Häufigkeit der Übelkeit (gemessen mit s.o.)
3. Intensität der Übelkeit (unklare Erhebung)
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Matourypour (2015): Zu 1. Signifikant geringere Dauer in Arm A im Vergleich zu Arm B und C (p <0.001); Kein signifikanter Unterschied zwischen Arm B und C (p = 0.30)
Zu 2. Niedrigere Häufigkeit in Arm A und B im Vergleich zu Arm C (p <0.001)
Zu 3. Signifikante Verzögerung in Arm A im Vergleich zu Arm B und C (p <0.001)
Matourypour (2016): Zu 1. Signifikante Reduktion in Arm A und Arm B im Vergleich zu Arm C (p<0.0001); Kein Unterschied zwischen Arm A und B (p=0.07)
Vanaki (2016): Zu 1. Siehe Ergebnis Endpunkt 1 bei Matourypour 2015
Zu 2. Siehe Ergebnis Endpunkt 1 bei Matourypour 2015
Zu 3. Kruskal-Wallis-Test: Signifikanter Gruppenunterschied (p <0.001): Signifikant geringere Intensität in Arm A (unklar ob im Vergleich zu Arm B und C; p= kA)
Zusammenfassung der Autoren: Matourypour (2015): „The results showed that the use of the therapeutic touch program, complementary therapy conducted with the defined conditions, has a positive impact on reducing the duration of acute nausea and delaying its onset. “
Matourypour (2016): „Therapeutic touch was effective in reducing vomiting in the intervention group. However, the patients experienced lower‑intensity vomiting which may be because of presence of a therapist and probably the reduced anxiety related to an additional intervention. “
Vanaki (2016): „Results of this randomized control trial showed that TT is effective on duration, times and intensity of nausea; therefore, TT can be used as an alternative method for patients who are willing to use this technique. “ |
Keine Angaben zu NW/WW |
Laut Autoren keine COI
Diese Studie wird von der Tarbiat Modares University (Tehran, Iran) unterstützt |
PRO: Ethik-Abstimmung vorhanden
Stichprobengröße bestimmt durch Altman’s Nomogram
Testung auf Normalverteilung der Daten
Validierter und zuverlässiger Fragebogen
Ein Anwender
Detaillierte Beschreibung des Therapeutic Touch Prozesses
CONTRA: Interventionen durchgeführt durch den Forscher
Nur Kurzzeiteffekte gemessen, die auch der Aufmerksamkeit zugerechnet werden könnten
Keine Aufzeichnung, welche bisherigen Erfahrungen mit CAM gemacht wurden und keine Einbeziehung dieser in die Analyse
Keine genaue Angabe des Krebsstadiums oder vorheriger Behandlungen, Zeit seit Diagnose, Komorbiditäten etc. – Vergleichbarkeit der Gruppen fragwürdig
Mittlere Interventionsdauer länger für Patienten mit Magen-Darm-Erkrankungen in der Anamnese (20-25 Minuten) und erneuter Interventionsbedarf in 69.4% - aber keine Subgruppenanalyse oder Information wie viele Patienten Magen-Darm-Erkrankungen in der Anamnese hatten, was bedeutet „Reassessment Phase“?
Mehr einkommensstarke Patienten in der Interventionsgruppe (16.7%) als in der Placebo- (5.6%) und Kontrollgruppe (2.8%), jedoch nicht signifikant
Angabe der einfachen Verblindung fragwürdig: Patienten könnten gefälschte Therapie durchschauen und zumindest Arm C kann nicht verblindet sein –
Matourypour (2015): CONTRA: Keine Darstellung der statistischen Ergebnisse von Endpunkt 3 im Ergebnisteil – p-Wert wird im Abstract erwähnt. Keine Info zur Analyse, Ergebnisdarlegung ergibt keinen Sinn da nur Prozentzahlen gegeben werden
Selektive Berichterstattung, welche höchstens im Zusammenschluss der beiden bzw. drei Studien Sinn ergibt
Keine Information ob 1. Runde CTx oder fortgeschritten
Angabe der Mean Ranks (Endpunkt 2) nicht aussagekräftig, da nicht zurückverfolgt werden kann, was im Mittel bzw. Median angekreuzt wurde
Keine detaillierten Informationen zu Fragebögen für die primären Ergebnisse und undurchsichtige Darstellung dieser
Matourypour (2016): CONTRA: Im Text steht, dass die Checkliste auch schon vor der Intervention ausgefüllt wurde, aber es werden keine Daten geliefert oder ein Prä-Post Vgl. aufgestellt. Es wird dadurch auch nicht klar, ob die Gruppen vor der Intervention bezüglich der Häufigkeit des Erbrechens überhaupt vergleichbar waren; es wird zudem nicht explizit erwähnt, ob zum Zeitpunkt der Studie die CTX gestartet wird (dies also die 1. Runde für die Patienten ist) oder die Patienten schon weiter fortgeschritten sind.
Angabe der Mean Ranks nicht aussagekräftig, da nicht zurückverfolgt werden kann, was im Mittel bzw. Median angekreuzt wurde
Vanaki (2016): CONTRA: Keine Informationen zur Art der Randomisierung
Keine Informationen zur Verblindung
Keine statistische Tabelle für die Intensität der Übelkeit
Ergebnisse der VAS (Übelkeitsintensität) vor Intervention/CTX, aber nicht danach? Wie wird die Intensität nach der Intervention gemessen? Was sind Ergebnisse des VAS?
Keine Werte für einzelne Zeitpunkte (morgens, mittags, abends, nachts)
Allgemein oberflächliche oder sogar selektive Berichterstattung, die die Interpretation der Ergebnisse in Frage stellt (nicht ausführlich) |
2b- |
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Die folgenden 3 Studien schlossen alle die gleiche Stichprobe ein, berichteten aber teilweise verschiedene Endpunkte. Die Autoren schlossen Frauen mit Brustkrebs aus einem iranischen Fachzentrum für Krebs ein. Die 108 Patienten wurden zufällig in drei Gruppen eingeteilt, so dass sich in jeder Gruppe 36 Patienten befanden. Die erste Gruppe erhielt vom Forscher vor der Chemotherapie einmal für 20 Minuten eine Therapeutic Touch Therapie. Die zweite Gruppe erhielt in gleicher Weise eine Placebo Therapie. Die dritte Gruppe erhielt nur eine Chemotherapie. Matourypour (2015): Die Auswirkungen der Behandlung auf Dauer, Häufigkeit und Auftreten von Übelkeit wurden untersucht. Die Patienten beantworteten Fragebögen während der akuten Phase (unmittelbar nach der Chemotherapie bis zum nächsten Morgen). Die Therapeutic Touch Therapie bewirkte eine bedeutsam kürzere Übelkeitsdauer als die Placebo Therapie und die Gruppe, die nur Chemotherapie erhielt. Es wurden keine Unterschiede zwischen der Placebo Gruppe und der normalen Chemotherapie Gruppe festgestellt. Die Therapeutic Touch Gruppe und die Placebo Gruppe zeigten eine bedeutsame Abnahme der Häufigkeit von Übelkeit im Vergleich zur normalen Chemotherapie Gruppe. In der Therapeutic Touch Gruppe wurde im Vergleich zu den beiden anderen Gruppen eine bedeutsame Verzögerung des Auftretens von Übelkeit festgestellt. Zur Studienmethodik kann folgendes gesagt werden. Zu den Fragebögen, mit denen die Daten erhoben wurden, gab es nur wenige Informationen. Die Ergebnisberichtung ist undurchsichtig und die statistischen Analysen teilweise nicht nachvollziehbar dargestellt. Insgesamt können die Ergebnisse als wenig vertrauenswürdig betrachtet werden, insbesondere da die anfängliche Gruppenvergleichbarkeit aufgrund fehlender demographischer Variablen angezweifelt werden kann und die gesamte Berichterstattung äußerst selektiv wirkt. Matourypour (2016): Die Auswirkungen der Behandlung auf die Intensität des Erbrechens wurden untersucht. Die Patienten beantworteten einen Fragebogen vor der Behandlung und 24 Stunden danach erneut. Die Therapeutic Touch Therapie sowie die Placebo Behandlung führten zu einer bedeutsamen Verringerung der Intensität in Bezug auf Erbrechen im Vergleich zu der Gruppe, die nur Chemotherapie erhielt. Es gab keine bedeutsamen Unterschiede zwischen der Therapeutic Touch Gruppe und der Placebo Gruppe. Die Studie zeigt somit, dass Therapeutic Touch Therapie und Placebo Behandlungen die Intensität in Bezug auf Erbrechen im Vergleich zu Chemotherapie ohne andere Behandlungen verringern können. Eine Therapeutic Touch Therapie lieferte keine besseren oder schlechteren Ergebnisse als eine Placebo Behandlung. Zur Studienmethodik kann folgendes gesagt werden: Es wurde ein validierter und verlässlicher Fragebogen verwendet. Allerdings werden die Daten zur Erhebung vor der Intervention nicht gegeben und somit auch nicht gezeigt, ob die Gruppen diesbezüglich überhaupt vergleichbar waren. Durch die Darstellung der Ergebnisse in transformierter Form, können die Ursprungsdaten und damit die mittlere Intensität pro Gruppe nicht nachvollzogen werden. Vanaki (2016): Vor jeder Gruppenbehandlung gaben die Patienten auf einer Skala die Übelkeitsintensität an. In den folgenden 24 Stunden (akute Phase) nach der Behandlung zeichneten die Patienten die Dauer und Häufigkeit der Übelkeit auf. Der Studie zufolge zeigte die Therapeutic Touch Gruppe im Vergleich zur Placebo- und Kontrollgruppe eine bedeutsam geringere Dauer, Häufigkeit und Intensität der Übelkeit. Die Autoren schlussfolgern daraus, dass Therapeutic Touch Behandlungen die Dauer, Häufigkeit und die Intensität der Übelkeit effektiv beeinflussen können. In Bezug auf die Studienmethodik kann folgendes gesagt werden: Es wurde darauf geachtet, dass alle Behandlungen von demselben Therapeuten durchgeführt wurden. In der Studie wurde jedoch nicht angegeben, auf welche Art und Weise die Patienten in die verschiedenen Gruppen eingeteilt wurden. Auch bezüglich der Verblindung wurde nichts erwähnt. Darüber hinaus wurden die Daten nur zu einem bestimmten Zeitpunkt einmal erhoben, was es sehr schwierig macht, die Einflüsse der Therapien zu erfassen und die Therapien miteinander zu vergleichen. Außerdem wurden die Gesamtdaten nur oberflächlich oder gar selektiv dargestellt, was eine Interpretation der Ergebnisse erschwert. Insgesamt zeigt die Studie nicht, ob die Patienten in den einzelnen Gruppen vergleichbar waren, da beispielsweise keine weiteren Krebs Charakteristika genannt wurden. Gesamtbewertung: Obwohl die Studien die gleiche Stichprobe haben und thematisch das gleiche untersuchen, unterscheiden sich die Darstellungsweisen in dem Maße, dass man vermuten könnte es handele sich nicht um die gleiche Stichprobe und damit die gleiche Erhebung. In jeder Einzelstudie treten Mängel auf, insbesondere in der Art einer selektiven Darstellung oder Beschreibung, welche sich durchaus unterscheiden. So werden in einer Studie Informationen gegeben, welche man in der anderen vergeblich sucht oder es kommen Zweifel auf, welche Messinstrumente nun letztendlich eigentlich zum Einsatz kamen. Insgesamt sind aber alle Studien schwer verständlich und zeichnen sich durch eine unzureichende Beschreibung der Rahmenbedingungen, sowie in einer irreführenden Ablaufs- und Erhebungsbeschreibung aus. In keiner der Studien wird die anfängliche Vergleichbarkeit der Gruppen deutlich und damit glaubwürdig vermittelt und die teilweise irreführende Darstellung der Erhebung und der Einsatz der Messinstrumente im Allgemeinen schränken die Glaubwürdigkeit und Verlässlichkeit der Ergebnisse deutlich ein. Zudem ist nicht auszuschließen, dass eine mögliche Verzerrung durch das Ausführen der Interventionen durch den leitenden Forscher aufgetreten ist, da eine Verblindung und damit Unwissen über die Gruppenzuteilung entweder nicht stattfand oder nur auf Seiten der Patienten gegeben war. |
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Gerke et. al. (2000)
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Referenz |
Studientyp
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Patientenmerkmale |
Intervention/ Kontrolle, Beobachtung |
Untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessenskonflikte |
Methodische Bemerkungen |
Evidenzklasse (Oxford) |
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Gerke (2000). Nephrotoxicity of ifosfamide, carboplatin and etoposide (ICE) alone
Ref.ID: 796 |
Prospektiv
Kohortenstudie
Monozentrisch
Offen
Nicht randomisiert
Phase II 3 Arme, Anzahl eingeschlossener Teilnehmer: N=43.
Anzahl ausgewerteter Teilnehmer: bei T3: N=41. Drop-out: N=2 Anurisches renales Versagen während Behandlung (N=1 in eWBH-Gruppe und N=1 in r-WBH Gruppe wegen Tumorlyse-Syndrom).
Anzahl ausgewertete Teilnehmer bei T4: N=23. Drop out: N=18 (N=10 in ICE, N= 2 in ICE + e-WBH, N=6 in ICE + rWBH).
Deutschland, Zeitraum: Januar -Dezember 1995.
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Fortgeschrittenes und/oder metastasierendes Sarkom, das unter konventioneller Therapie fortschreitet.
CTX
Geschlecht: weiblich 44.2%
Alter: Median 50 Jahre
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Arm A: N=9 ICE-CTX in Kombination mit extrakorporale WBH (eWBH) (Gruppe ICE + eWBH)
Arm B: N=18 ICE-CTX in Kombination mit bestrahlungsinduzierte WBH (rWBH) (Gruppe ICE + rWBH).
Arm C N=16 ICE-CTX ohne zusätzliche Intervention. Ifosfamide +Carboplatin an Tag 1 und Etoposide an den Tagen 1–3.
Dauer der WBH: Während Zieltemperatur: 1h, Abkühlungsphase: 1h. Krankenhausaufenthaltsdauer in der Regel 4 Tage.
Anzahl der Behandlungen: 4-6.
Gesamtdauer: kA.
eWBH: Reinfusion des extrakorporal erwärmten Blutes. Allgemeine Anästhesie, hochdosiertes Heparin und iv.-Flüssigkeit während WBH. Katecholamine (Dopamin, Norepinephrin) um Blutdruck aufrecht zu halten.
rWBH: bestrahlungs-induziert mittels Aquatherm. Sedierung ohne allgemeine Anästhesie. Keine Katecholamine benötigt.
Mesna (20% der Menge von Ifosamid) Start 24h nach letztem Tag der CTX, Filgrastim über mindestens 5 Tage. |
T0:1 Tag vor ICE T1: Tag 1 der ICE T2: Tag 2 der ICE T3: Tag 3 der ICE T4: 21 Tage nach T0
Primäre Endpunkte: Serumkreatinin, GFR (mittels Kreatinin-Clearance)
1. Vergleich zwischen den drei Gruppen bei T3.
2. Vergleich zwischen den drei Gruppen bei T4.
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Zu 1. GFR: Abfall in den WBH + ICE-Gruppen signifikant stärker ausgeprägt als in alleiniger ICE-Gruppe (ICE vs ICE + eWBH: p=0.016, ICE vs ICE + rWBH: p=0.037) Zwischen eWBH und rWBH Unterschied nicht signifikant (p=0.364). Serumkreatinin: nicht signifikanter Unterschied zwischen WBH + ICE-Gruppen und alleiniger ICE-Gruppe (ICE vs ICE + eWBH: p=0.111, ICE vs ICE + rWBH: p=0.227), nicht signifikanter Unterschied zwischen eWBH und rWBH (p=0.364)
Zu 2.: Serumkreatinin: nicht signifikanter Unterschied zwischen WBH + ICE-Gruppen und alleiniger ICE-Gruppe (ICE vs ICE + eWBH: p=0.873, ICE vs ICE + rWBH: p=0.921), nicht signifikanter Unterschied zwischen eWBH und rWBH (p=0.841). GFR: nicht signifikanter Unterschied zwischen WBH + ICE-Gruppen und alleiniger ICE-Gruppe (ICE vs ICE + eWBH: p= 0.631, ICE vs ICE + rWBH: p=0.763), nicht signifikanter Unterschied zwischen eWBH und rWBH (p=0.688).
Zusammenfassung der Autoren: “Our findings |
Bis auf untersuchte Nephro-Toxizität, kA zu weiteren NW/WW. |
Keine Angabe zu den CoI
„This work was supported by a Deutsche Forschungsgesellschaft (DFG) grant and the Cancer Research Institute N.Y.C., N.Y., USA.“
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PRO: Ethikvotum vorhanden
Bei T3: Angabe zu Drop-out/Adverse Events.
Validierung des Outcomes (Kreatinin, GFR).
Vergleichbarkeit der Gruppen hinsichtlich klinischer Parameter gegeben.
CONTRA: Kleine Stichprobe, N=43
Keine Verblindung
Keine Randomisierung
Rahmenbedingungen: nicht beurteilbar, da keine Angabe zu Histologie, Schweregrad, Komorbidität und mögliche zusätzlichen Therapien in keinen der Gruppen. Und kein Vergleich der demographischen Variablen (Gruppenvergleichbarkeit nicht gegeben).
Keine Begründung der Zuteilung zu den möglichen Therapiegruppen
Statistische Methoden: Keine Poweranalyse
Zu 1.-2.: kA. des 95%igen KI, Effektgröße
Keine systematische oder standardisierte Erfassung der Nebenwirkungen |
2b- |
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Gerke (2000): In dieser Studie wurde eine Kombinationstherapie aus Chemotherapie und Ganzkörperhyperthermie mit einer alleinigen Chemotherapie verglichen. Dabei wollte man herausfinden, ob es Unterschiede bezüglich einer Nierenschädigung gibt. Dabei wurden 43 Patienten mit einem fortgeschrittenen und/oder metastasierenden Sarkom in drei Gruppen aufgeteilt. 9 Patienten erhielten eine Kombination aus Chemotherapie mit einer Hyperthermie-Behandlung, bei der körpereigenes Blut außerhalb des Körpers erwärmt wurde (eWBH-Gruppe), sodass eine Temperatur von 41,8°C erreicht wurde. In der anderen Hyperthermie-Gruppe, die 18 Patienten beinhaltete, wurde diese durch Bestrahlung (rWBH-Gruppe) erreicht und dauerte ebenfalls etwa 4h. Die Kontrollgruppe bekam nur die Chemotherapie. Um die Nierenschädigung zu beurteilen, wurden 24h-Sammelurin und Blutproben analysiert. Ein Anstieg des Kreatinins und ein Abfall der Filtrationsrate steht dabei für eine verschlechterte Nierenfunktion. Am Tag 3 der Chemotherapie nahm in denen mit Hyperthermie behandelten Gruppen die Filtrationsrate deutlich stärker ab, als in der Gruppe ohne Hyperthermie-Behandlung. Die eWBH-Gruppe und die rWBH-Gruppe unterschieden sich in dabei aber nicht wesentlich. Bei der Messung des Kreatinins gab es bei diesem Zeitpunkt keine relevanten Unterschiede zwischen den Gruppen mit bzw. ohne Hyperthermie oder zwischen den beiden Arten der WBH. 20 Tage nach Beginn der Chemotherapie wurde bei der Messung von Kreatinin und Filtrationsrate kein relevanter Unterschied zwischen den Gruppen mit bzw. ohne Hyperthermie und zwischen den beiden Arten der WBH bemerkt. Die Autoren gehen davon aus, dass durch die Chemotherapie die Nieren geschädigt werden. Dies wird durch die Hyperthermie-Behandlung noch verstärkt. Wobei die eWBH auf längere Sicht ein größeres nierenschädliches Potential aufweist. Die Studie weist methodische Mängel auf. Die Patienten wurden nicht per Zufall in eine der drei Gruppen eingeteilt. Anfangs hat die Studie schon eine kleine Teilnehmerzahl von 43 Patienten. Am Ende sind es dann nur noch 23 Patienten. Daher kann kaum eine statistische Aussage getroffen werden. Aus welchem Grund die Patienten einer der drei möglichen Therapiegruppen zugeteilt wurden, ist nicht ersichtlich. Auch ist es schwierig, die Gruppen zu vergleichen, da nicht angegeben wurde, wie weit das Sarkom im Einzelnen fortgeschritten war, unter welchen zusätzlichen Krankheiten die Patienten litten oder ob die Patienten gegebenenfalls noch andere Therapien in Anspruch nahmen. Zudem werden nur wenige Angaben zu allgemeinen Punkten, die die Patienten charakterisieren, gemacht. Weitere Nebenwirkungen wurden ohne eine systematische oder standardisierte Vorgehensweise erfasst. |
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Hegewisch-Becker et. al. (2002)
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Referenz |
Studientyp
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Patientenmerkmale |
Intervention/ Kontrolle, Beobachtung |
Untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessenskonflikte |
Methodische Bemerkungen |
Evidenzklasse (Oxford) |
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Hegewisch-Becker (2002): Whole-body hyperthermia (41.8°C) combined with bimonthly oxaliplatin, high-dose leucovorin and 5-fluorouracil 48-hour continuous infusion in pretreated metastatic colorectal cancer: a phase II study. Annals of Oncology.
Ref.ID: 797 |
Prospektiv
Monozentrisch
Offen
Phase II 2 Arme
Anzahl eingeschlossener Teilnehmer: N=44.
Anzahl ausgewerteter Teilnehmer für Toxizität N=44, Anzahl ausgewerteter Teilnehmer für Tumor-Response N=41.
Drop out: N=3 (Vor 2. WBH -Behandlung, N=1 wegen akuter Herzinsuffizienz, N=1 Probleme bei Intubation; N=1 Ausstieg wegen NW (kardiologisch).
Deutschland, Zeitraum: Januar1999-Januar 2001.
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Adenokarzinom des Kolons oder Rektums (PD, Metastasen sprechen nicht auf Behandlung an)
CTX, RTX. Post-OP
Geschlecht: 27% weiblich
Alter: Median: 57 Jahre
Vorherige CTX: LV/5FU 24h allein:18%, LV/5FU 24h kombiniert mit Irinotecan: 64%, LV/5FU 24h gefolgt von Irinotecan: 18%
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Intervention: N= 44. Alle Patienten erhielten im wöchentlichen Rhythmus abwechselnd: CTX-Zyklus in Kombination mit WBH (=Arm A) oder CTX-Zyklus ohne WBH (=Arm B).
CTX: 2h-Infusion Oxaliplatin (L-OHP) (85 mg/m²): (In Arm A: Start bei einer Körpertemperatur von 39°C bis Ende 41.8°C) Gefolgt von 1h Leucovorin (LV) (200 mg/m²) und 48h 5-Fluoruracil (5-FU) (3mg/m²). Im Mittel 6 Zyklen (2-12).
WBH: Bestrahlung mittels RHS-7500 (Enthermics Medical Systems) Dauer WBH: Um Zieltemperatur (41.8°C) zu erreichen: 100 min, bei 41.8°C: 60 min, Abkühlungsphase: 60 min.
Während WBH Intubation und allgemeine Anästhesie, Prophylaxe gegen Übelkeit: Ondansetron oder Granisetron.
Median Beobachtungszeitraum: 70 Wochen (Range: 22-125 Wochen).
Gesamtanzahl Zyklen: 273 (130 mit und 143 ohne WBH).
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Prim. Endpunkt: 1. Kumulative Toxizität: Hämatologische Toxizität (HT): Leukopenie, Thrombozytopenie und Anämie. Gastro-intestinale Toxizität (GT): Übelkeit, Erbrechen, Diarrhoe, mittels WHO-Kriterien; Periphere Neurotoxizität (PN) mittels Oxaliplatin spezifischer Skala und NCI-CTC.
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Zu 1. HT: In Zyklen mit WBH: Grad 0: 91.8% Grad 1: 2.6% Grad 2: 4.4% Grad 3: 1.2% In Zyklen ohne WBH: Grad 0: 93.7% Grad 1: 1.6% Grad 2: 2.8% Grad 3: 1.9%
GT: In Zyklen mit WBH: Grad 0: 82.6% Grad 1: 11% Grad 2: 4.9% Grad 3: 1.5% In Zyklen ohne WBH: Grad 0: 85.5% Grad 1: 9.6% Grad 2: 3.7% Grad 3: 1.2%
PN: In Zyklen mit WBH: Grad 0: 39.2% Grad 1: 40.8% Grad 2: 18.5% Grad 3: 1.5% In Zyklen ohne WBH: Grad 0: 49.0% Grad 1: 35.0% Grad 2: 14.7% Grad 3: 1.4%
Zusammenfassung der Autoren: “Overall, patients tolerated the therapy fairly well Grade 3 toxicity was rare and evenly balanced between cycles given with or without WBH. […], the design of our study does not allow us to answer the question of whether WBH has a beneficial therapeutiv effect.” |
Folgende weitere NW wurden berichtet:
Durch WBH induziert (während 1. Behandlung bei >41°C): Herpes-Infektion der Schleimhäute N=17, sprachen gut auf Acyclovir an. Druckstellen (WHO-Grad 1 und 2) N=3. Transiente Herzrhythmusstörungen mit EKG-Zeichen einer myokardialen Ischämie (WHO-Grad 3) N=5. Fatigue-Syndrom: Grad 3: In Zyklus mit WBH: 20% In Zyklus ohne WBH: 6%. Grad 4: In Zyklus mit WBH: 5% In Zyklus ohne WBH: 3% (möglicherweise verursacht durch Kombination von Anästhesie, Hitze und CTX). In Diskussion: WBH ist assoziiert mit kardiologischem Stress.
Durch Oxaliplatin: Neurosensorische Nebenwirkungen am häufigsten beobachtet (68% Neuropathie Symptome zumeist mild, 1x schwere sensorische Neuropathie mit funktioneller Einschränkung durch Verlust der Sensitivität in den Fingerspitzen und Fußsohlen am Ende der Therapie). Patienten berichten über geringere Ausprägung in Zyklen mit WBH. |
Keine Angabe zu den CoI.
„This study was supported by the Erich and Gertrud Roggenbuck Foundation, Hamburg, Germany.” |
PRO: Ethikvotum vorhanden
Bereits vorher erhaltene Chemotherapeutika und Behandlungen, Anzahl und Lokalisation der Metastasen genau beschrieben.
Validierte Outcomes: Läsionen, mittels Bildgebung feststellbar (alle 4 Zyklen: CT oder MRT). Toxizität mittels WHO-Kriterien beurteilt.
Poweranalyse vorhanden.
Angaben zu Drop-out und Nebenwirkungen. Randomisierung nicht nötig, da für alle Patienten wöchentlicher Wechsel zwischen CTX mit bzw. ohne WBH. Vergleichbarkeit der Gruppen gegeben.
CONTRA: Kleine Stichprobe n=44
Durch wöchentlichen Wechsel können Carry-over Effekte nicht ausgeschlossen werden. Vermischung des möglichen Effektes einer WBH-Behandlung.
Keine Subgruppenanalyse für Vorbehandlung: LV/5-FU-24h wegen zu geringer Anzahl an Probanden (n=8). Ergebnisse der möglichen Subgruppenanalyse für Vorbehandlung LV/5-FU-24h und Irinotecan nicht ersichtlich.
Schilderung der Autoren, dass neurosensorische Nebenwirkungen in den Zyklen mit WBH weniger berichtet wurden, decken sich nicht mit angegebenen Zahlen.
Statistische Methoden: Zu 1. Bei Vergleich zwischen beiden Behandlungsoptionen: kA eines p-Wertes, 95 CI, Effektgröße. Keine Gruppenvergleiche über Toxizität durchgeführt, zumindest ohne statistische Hinterlegung (auch wenn augenscheinlich ausbalanciert). |
2b |
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Hegewisch-Becker (2002): In dieser Studie wurden 44 Patienten mit einer Krebserkrankung des Dickdarms oder des Mastdarms mit einer Kombination aus Ganzkörperhyperthermie (WBH) und Chemotherapie behandelt. Die Patienten zeigten einen fortschreitenden Krankheitsverlauf unter bereits vorher erfolgten Chemotherapien. Die WBH, bei der eine Körperkerntemperatur von 41.8°C erreicht wurde, wurde mittels Bestrahlung durchgeführt und dauerte ca. 220 min. Die Patienten wurden dabei in Narkose gelegt und überwacht. Jeder zweite Chemotherapiezyklus wurde mit WBH kombiniert. Bei der Analyse der Giftigkeit war von Interesse, ob dabei Unterschiede in den Zyklen mit oder bzw. ohne WBH festgestellt werden konnten. Dabei wurden krankhafte Veränderungen der Blutzellen bzw. des Nervensystems und Magen-Darm-Beschwerden analysiert. Außerdem interessierte sich man noch für das Therapieansprechen. Es zeigten sich keine merklichen Unterschiede bei der Analyse der Toxizität zwischen den Zyklen mit bzw. ohne Hyperthermie. Nebenwirkungen des sensorischen Nervensystems (Gefühlsempfindungen) wurden am häufigsten beobachtet. Die Patienten berichten über eine geringere Ausprägung in den Zyklen mit WBH. Bezüglich des Therapieansprechens kam es bei zwei Patienten zu einem kompletten Rückgang, bei 6 Patienten wurde ein teilweiser Rückgang der Krankheit festgestellt und bei 23 veränderte sich nichts am Krankheitszustand. Ein Fortschreiten der Krankheit wurde bei 9 Patienten festgestellt. Die Gesamtansprechrate lag bei 20% und das 1-Jahres-Überleben betrug 46%. Weitere Nebenwirkungen, die durch die WBH-Behandlung verursacht wurden, waren Virusinfektionen der Schleimhäute bei 17 Probanden, diese sprachen aber gut auf die medikamentöse Therapie an, Druckstellen bei 3 und vorübergehende Herzrhythmusstörungen bei 5 Probanden. Durch den wöchentlichen Wechsel zwischen Chemotherapie mit und ohne WBH ist keine zufällige Gruppenzuordnung nötig. Jedoch kann ein möglicher Effekt der WBH-Behandlung auch noch nach einer Woche vorhanden sein und somit das Ergebnis der darauffolgenden Woche mit der Behandlung ohne WBH verändern. Das Therapieansprechen konnte aufgrund des Aufbaus der Studie nicht getrennt für die beiden verschiedenen Behandlungsoptionen ausgewertet oder verglichen werden. Die Autoren schildern, dass Nebenwirkungen des sensorischen Nervensystems in den Zyklen mit WBH weniger berichtet wurden, diese Aussage deckt sich aber nicht mit den berichteten Zahlen. Der Vergleich der verschiedenen Nebenwirkungen in den Zyklen mit bzw. ohne WBH erfolgte ohne eine statistische Analyse. Die Stichprobe von 44 Patienten ist eher klein. |
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Kim et. al. (2015)
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Referenz |
Studientyp
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Patientenmerkmale |
Intervention/ Kontrolle, Beobachtung |
Untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessenskonflikte |
Methodische Bemerkungen |
Evidenzklasse (Oxford) |
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Y. Kim. (2015): Conventional cancer treatment alone or
Ref.ID: 795 |
Kohortenstudie
Retrospektiv
Multizentrisch
Offen
Nicht randomisiert
Eingeschlossen: Vor PSM Arm A: N=35 Arm B: N=2209 Nach PSM: Arm A: N=35 Arm B: N=175 (gematcht)/83 (Baseline).
Analysiert: Bei T0: Arm A: N=32 Arm B: N=83 Bei T1: Arm A: N=29 Arm B: N=76 Bei T2: Arm A: N=20 Arm B: N=61 Bei T3: Arm A N=16 Arm B N=49.
Drop-out in Arm A: N= 6 (N=3 Tod, N=3 nicht mehr erschienen), weitere Drop-Outs über Zeitpunkte
Korea, 2010-2013
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Lungenkrebs, Stadium CIS & I-IV
Nach PSM (mit Arm B N= 175): Geschlecht weiblich: 31.4%
Alter (MW SD): Arm A: 59.31 Jahre 9.74, Arm B: 59.22 Jahre 11.37
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Arm A: N=35 konventionelle Krebstherapie mit regionaler moderater Hyperthermie
Tumormasse zwischen 39-42° C mittels 13.56-MHz elektromagnetischer Radiofrequenzstrahlung (EHY-2000-Einheit, Oncotherm) erwärmt, 2-3x pro Woche für 60 min., Anzahl der Behandlungen (abhängig von Zustand des Patienten): 1-47 Dauer der Behandlung: 1-42 Wochen (MW: 10.3 Wochen)
Arm B: N=83 Konventionelle Krebstherapie
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T0 (Baseline): Tag -30-0. T1: Tag 1-60. T2: Tag 61-120 T3: Tag 121-180
Prim. Endpunkte: 1. Schmerzintensität (PI, Skala: 0-10) aus medizinischen Unterlagen
2. Opioid-Dosis (M): Schmerzmittelbedarf (umgerechnet in orales Morphin-äquivalent in mg) pro Woche
3. Effektiver analgetischer Wert (EAS): 1: entzündungshemmendes Medikament in regulärer Dosierung. M: wöchentliche Dosis (mg) eines oralen Morphin-äquivalentes
4. EAS-Veränderungen über die Zeit: Behandlung x Zeit (mixed effects model, Kovariaten: initialer ECOG-Status und palliative RTX) |
Zu 1. Keine Unterschiede zwischen Gruppen zu keinem Zeitpunkt
Zu 2. Signifikant höherer Opioid-Bedarf in Arm A bei T1: (MW SD) in Arm A: 479.29mg 685.01mg im Vergleich zu Arm B: 243.60 mg 403.06 mg; p=0.022
Zu 3. Keine Unterschiede zwischen Gruppen zu keinem Zeitpunkt
Zu 4. signifikante Interaktion Behandlung x Zeit: p=0.038, signifikante Interaktion mit T1, mit höheren (damit schlechteren) Werten für Arm A im Vergleich zu Arm B: MD: 101.76 Punkte; SD: 46.22 Punkte; 95% KI: 10.20,193.32 Punkte; p=0.03
Zusammenfassung der Autoren: „In conclusion, our results demonstrate that regional
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Keine Angaben zu NW/WW, jedoch Spekulationen, dass Hyperthermie Schmerz verursachen könnte und dadurch Ergebnisse zustande kommen |
Laut Angabe keine CoI
Finanzierung: kA |
PRO: Ethikvotum vorhanden
Durch PSM Vergleichbarkeit der Gruppen bezüglich bekannten Variablen gegeben.
Outcomes validiert (Schmerzintensitäts- Skala, Opioidbedarf).
Detaillierte Beschreibung von demographischen Angaben, Jahr der initialen Diagnose, Tumorstelle, zytologische Tumorart, TNM-Klassifikation.
Durch Verwendung des linearen gemischten Effekt-Modells für Messung der EAS-Veränderungen über die Zeit. Keine Imputation für fehlende Daten notwendig.
Propensity score matching zwischen beiden Armen, Propensity scores für jeden Patienten mit logistischer Regressionsanalyse berechnet (berücksichtigte Variablen: Alter, Geschlecht, Alter bei initialer Diagnose, zytologischer Krebstyp, TNM-Status).
Einbezug von Variablen als Kovariaten (auch jene über die nicht gematcht wurde).
Übersichtliche Darstellung der Ergebnisse und adäquate Anwendung von statistischen Verfahren.
CONTRA: Kleine Stichprobe, am Ende N (Gesamt)= 65
Keine Verblindung.
Keine Beschreibung der konventionellen Krebstherapie
kA zu möglichen weiteren Therapien außerhalb Studie.
kA von Nebenwirkungen.
Begründung für Drop-outs nur für n=6, zu weiteren Drop-outs/Attrition: kA.
Bei T3 in Arm A nur noch N=16 Patienten (45.7%)
Zur Baseline nur noch 47.4% der ursprünglich gematchten Kontrollgruppe (Arm B) Durch PSM Vergleichbarkeit der Gruppen bezüglich wichtigen Variablen eigentlich gegeben, aber durch hohen Drop-Out ist Vergleichbarkeit eingeschränkt und möglicherweise nicht mehr gegeben
Rahmenbedingungen allgemein undurchsichtig. |
2b |
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Kim (2015): In dieser Studie mit Lungenkrebspatienten wurde untersucht, ob eine konventionelle Krebstherapie in Kombination mit regionaler moderater Hyperthermie zu einer Veränderung der durch einen Tumor verursachten Schmerzen führt. In der Interventionsgruppe wurden 35 Patienten zusätzlich mit Hyperthermie zwischen 39-42°C über 60 min. behandelt. Die Kontrollgruppe erhielt nur die konventionelle Krebstherapie. Die Datenerfassung erfolgte rückblickend, indem Patientenakten zu vier verschiedenen Zeitintervallen ausgewertet wurden. Erfasst wurde die Schmerzintensität (PI) und die Schmerzmittel-Dosis (M) in mg pro Woche. Zudem wurde ein Wert berechnet, welcher anzeigt ob die Schmerztherapie insgesamt erfolgreich war. Bei der Schmerzintensität und beim Gesamterfolg der Schmerztherapie konnte zu keinem Zeitpunkt ein bedeutsamer Unterschied zwischen den beiden Gruppen festgestellt werden. Ein deutlich höherer Schmerzmittelbedarf wurde zwischen Tag 1 und 60 in der Hyperthermie-Gruppe festgestellt. Bezüglich des Gesamterfolgs der Therapie über den Zeitverlauf der Studie konnte besonders in diesem Zeitfenster ein bedeutend höherer Wert und damit eine besonders wenig erfolgreiche Schmerztherapie in der Hyperthermie-Gruppe beobachtet werden. Die Autoren folgern, dass eine regionale Hyperthermie-Behandlung zu einer Tumorschmerzerhöhung, besonders im frühen Stadium der Behandlung führt. Da jedem Patienten in der Interventionsgruppe ähnliche Patienten aus der Kontrollgruppe zugeordnet wurden, sollten die Gruppen zu Beginn der Studie eigentlich bezüglich wichtigen Variablen vergleichbar sein. Da jedoch zu Beginn der Messungen in der Kontrollgruppe nur noch 47% der Patienten an der Studie teilnahmen, ist die Vergleichbarkeit der beiden Gruppen aufgrund dieser hohen Ausfallsrate eingeschränkt und möglicherweise nicht mehr gegeben. Außerdem muss beachtet werden, dass sich die Gruppen in unbekannten, nicht berücksichtigten und nicht gemessenen Variablen unterscheiden können. Auch wenn zu jedem Zeitintervall beschrieben wurde, wie viele Patienten ausgewertet wurden, ist nicht ersichtlich, aus welchem Grund in der Hyperthermie-Gruppe am Ende 19 Patienten und in der Kontrollgruppe 126 Patienten weniger analysiert wurden (Begründung nur für sechs Patienten in Hyperthermie-Gruppe gegeben). Zum Zeitpunkt T3 (Tag 121-180) sind in der Hyperthermie nur noch 16 Patienten (45,7%). Da es sich hierbei um eine sehr kleine Stichprobe handelt, kann keine Aussage zur langfristigen Beeinflussung des Tumorschmerzes durch die Hyperthermie-Behandlung getroffen werden. Sowohl in der Interventionsgruppe als auch in der Kontrollgruppe wurden die Patienten mit einer konventionellen Therapie behandelt. Was sich hinter dieser Therapie verbirgt und ob diese auch für beide Gruppen vergleichbar ist, ist nicht ersichtlich. Des weiterem wird nicht darauf eingegangen, ob die Patienten außerhalb der Studie noch weitere mögliche Therapien in Anspruch nahmen. |
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Sulyok et. al. (2012)
Wilkinson et. al. (2008)
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Referenz |
Studientyp
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Patienten- merkmale |
Intervention/ Kontrolle, Beobachtung |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finan Zierung/ Interessenskonflikte |
methodische Bemerkungen |
Evidenz-klasse (Oxford) |
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Wilkinson (2008): Reflexology for symptom relief in patients with cancer. Cancer nursing. Ref.ID: 608
Hodgson 2000, Ross 2002, Smith 2005, Stephenson 2003, Stephenson 2000 |
Systematisches Review
2003, Update : 2005-2006
Cochrane Center Register of Controlled Trials, Medline, Embase, Cinhal, British Nursing Index, Amed, PsycInfo, Sigle, CancerLit, Dissertation Abstracts International
Einschlusskriterien: RCTs, CTs, erwachsene Teilnehmer mit Krebserkrankung in Behandlung, Reflextherapie durch qualifizierte Therapeuten, selbst-berichtete Angaben zu körperlichen und psychischen Symptomen und QoL
Insgesamt 5 eingeschlossene Studien, N = 220 (Range: 12-129) |
RCTs (5), inkl. eine Doktorarbeit und ein unveröffentlichtes Manuskript. Zudem beziehen sich zwei RCTs auf die gleiche Stichprobe
Monozentrisch, teilweise verblindet
Größe der Stichproben: Median= 45.2, Alter k.A.
k.A. zu Krebsarten und Stadien
k.A. zu Durchführungsländern |
Hodgson 2000: N=12 Arm A: Reflextherapie 3x 40 Min/ Woche für 1 Woche
Arm B: Placebo Reflextherapie 3x 40 Min/ Woche für 1 Woche
Ross 2002: N=17 Arm A: Reflextherapie 1x k.A. Dauer/ Woche für 6 Wochen
Arm B: Normale Fußmassage 1x k.A. Dauer/ Woche für 6 Wochen
Smith 2005: N=129 Arm A: Reflextherapie 1x k.A. Dauer/ Woche für 4 Wochen
Arm B: Unspezifische Fußmassage 1x k.A. Dauer/ Woche für 4 Wochen
Arm C: Keine besondere Behandlung
Stephenson 2003: N=26 Arm A und B (Crossover): Reflextherapie 2x Dauer k.A., innerhalb von 2 Tagen
Und Kontrolle k.A. zu Art, Dauer, Häufigkeit
Stephenson 2000: N=36 Arm A und B (Crossover): Reflextherapie 2x Dauer k.A. innerhalb von 2 Tagen
Und Kontrolle k.A. zu Art, Dauer, Häufigkeit
|
Hodgson 2000: 1. QoL mit VAS nach Holmes und Dickerson Skala (aufgrund von Tippfehlern waren 5 von 23 Items nicht auswertbar, Skala daher in Validität evtl. eingeschränkt)
Ross 2002: 1. Angst und Depression mit HADS
2. allgemeine Belastung mit Symptom Distress Measure (nicht validiert)
Smith 2005: 1. Fatigue mit POMS
2. Fatigue mit Pearson-Byars Fatigue Checklist
Stephenson 2003: 1. Schmerz: Schmerzmittelkonsum über 3d
Stephenson 2000: 1. Schmerz mit Short-form McGill Pain Questionnaire
2. Angst mit VAS |
Hodgson 2000: 1. Signifikant bessere Werte der Behandlungsgruppe ggü. der Kontrollgruppe im Summenscore über 18 Items (Mittelwertsdiff. k.A.; p=0.004). Im Einzelvergleich nur Item „Atmung“ sig. besser in der Behandlungsgruppe (Mittelwertsdiff. k.A.; p=0.026)
Ross 2002: 1. Kein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen 2. K.A. zum Gruppenvergleich
Smith 2005: 1. Signifikant bessere Werte in der Behandlungsgruppe ggü. der aktiven Kontrollgruppe (Mittelwertsdiff. k.A.; p=0.006), wobei die aktive Kontrollgruppe selbst in allen Skalen des POMS (außer Ärger-Feindseligkeit) signifikant bessere Werte hatte als die passive Kontrollgruppe (Mittelwertsdiff. k.A.; p k.A.)
2. Signifikant bessere Werte in der Behandlungsgruppe ggü. der Kontrollgruppe (Mittelwertsdiff. k.A.; p=0.002)
Stephenson 2003: k.A. zum Gruppenvergleich
Stephenson 2000: k.A. zum Gruppenvergleich
Zusammefassung der Autoren: „The paucity of data in the 5 trials of reflexology means that no firm conclusions can be drawn about the effectiveness of the intervention for the relief of cancer treatment symptoms and comorbidities. “ |
keine Aussagen möglich, da keine der eingeschlossenen Studien die NW systematisch erfasst hat |
Karen Lockhart hat auch in einer der eingeschlossenen Primärstudien mitgewirkt (Ross et al, 2002) |
Zum SR: PRO : Umfassende Suchstrategie
CONTRA : Kein vorab veröffentlichtes Review-Protokoll
In den Evidenztabellen fehlen relevante Angaben zu den Populationen und Interventionen wie auch Ergebnissen (Krebsarten, Alter, StichprobengrößeN, Art der Kontrollgruppe/ Placebo, wurden Gruppenvergleiche nicht gemacht oder sind sie nicht signifikant?, COI der Einzelstudien)
Zu den Primärstudien (nach Wilkinson 2008):
Hodgson 2000: PRO: single-blind, CONTRA: k.A. zur Art der Randomisierung, kleine Stichprobe, nur Erhebung kurzfristiger Effekte
Ross 2002: PRO: Verblindung der Pat. und der Interviewer CONTRA: k.A. zur Art der Randomisierung, vermutlich nur 17 von 26 Teilnehmern ausgewertet, ohne Intention-to-treat-Analyse (Attrition= 34%)
Smith 2005: PRO: Poweranalyse, single-blind, Intention-to-treat-analyse CONTRA: Drop-outs N=21, Validität der Pearson-Byars Fatigue Checklist fraglich (wurde an Piloten entwickelt zur Erfassung von körperlicher Ermüdung)
Stephenson 2003: s. Stephenson 2000
Stephenson 2000: CONTRA: Unklare Art der Randomisierung, Durchführung der Reflextherapie wurde selbst vom wissenschaftl. Mitarbeiter der Studie ausgeführt; kleine Stichprobe, nur Erhebung kurzfristiger Effekte
Zusammenfassung: Die zwei Studien, die positive Effekte zeigen, haben einen hohen RoB. Aufgrund kleiner Stichprobengrößen wären Ergebnisse grundsätzlich auch nicht generalisierbar. |
1a- |
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Wilkinson (2008): Dieses systematische Review hat mit einer umfassenden Suchstrategie auf neun Datenbanken fünf Studien gefunden, die den Effekt von Reflextherapie bei Krebspatienten untersucht haben. Alle fünf Studien haben die Teilnehmer zufällig in mindestens zwei Gruppen eingeteilt- eine Gruppe mit Reflextherapie und eine Kontrollgruppe und haben Werte wie Lebensqualität, Schmerzen, Angst, Depression oder Fatigue erhoben. Leider wurde selten ein direkter Gruppenvergleich durchgeführt. Nur in zwei Studien konnten im Gruppenvergleich positive Effekte zugunsten der Reflextherapie gefunden werden, nämlich in Bezug auf Atmung und Fatigue. Allerdings wurde nicht angegeben, wie groß diese Effekte sind und ob diese in der Praxis bedeutsam sind. Des Weiteren weisen beide Studien erhebliche methodische Mängel und einen hohes Verzerrungsrisiko auf. Die Studie von Hodgson 2000 hatte z.B. nur 12 Teilnehmer, in der Studie von Smith 2005 beendeten 21 Patienten ihre Teilnahme vorzeitig aus nicht genannten Gründen (unveröffentlichtes Manuskript). Die Autoren schließen selbst, dass auf Grundlage dieser Evidenz keine Aussage über die Wirksamkeit von Reflextherapie in der Krebsbehandlung getroffen werden kann. |
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Dyer et. al. (2013)
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Referenz |
Studientyp
|
Patientenmerkmale |
Intervention/ Kontrolle, Beobachtung |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessenskonflikte |
methodische Bemerkungen/ |
Evidenzklasse (Oxford) |
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Dyer (2013). Is reflexology as effective as aromatherapy massage for symptom relief in an adult outpatient oncology population? Complementary Therapies in Clinical Practice. Ref.ID: 615 |
Prospektiv, Monozentrisch, Unverblindet, Randomisiert,
2 Arme, Eingeschlossen: N = 115, Ausgewertet: N = 115 für MYCaW und N= 105 für VAS (Drop-out Arm A N= 4, Arm B N=7).
Land: Großbritannien, Zeitraum: 09/2010-02/2012 |
Mammakarzinom (63%), Magen/Darmkarzinom, Ovarialkarzinom, Hämatologische Formen, Kopf-Hals-Karzinom, Lungenkarzinom, Hirnkarzinom, Sarkom, Hautkrebs, Urologisches Karzinom, Primärkarzinom unbekannt
93% weiblich, Alter: Mittelwert (SD): Arm A: 53.76 (11.36); Arm B: 54.72 (11.12)
Behandlung: Arm A: 17 CTX, 41 andere Arm B: 14 CTX, 40 andere |
Arm A: N = 58 Aromatherapie-Massage (4 Sitzungen für jeweils 1 h, auf durchschnittl. 10 Wochen verteilt)
Arm (B): N = 57 Reflextherapie (4 Sitzungen, Dauer: kA)
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Primäre Endpunkte 1. MYCaW (Vor der ersten und nach der letzten Sitzung): Hauptbeschwerden nach eigener Angabe
Sekundäre Endpunkte 2. MYCaW: Nebenbeschwerden nach eigener Angabe
3. MYCaW: Grundsätzliches Wohlbefinden
4. Entspannung mit VAS (jeweils vor und nach den 4 Sitzungen): Veränderung der Werte vor und nach der Behandlung an den jeweiligen 4 Zeitpunkten
5. Entspannung mit VAS: Veränderung der Werte über alle 4 Zeitpunkte hinweg, Gruppenvergleich
6. Prozentzahl der Patienten, die eine Verbesserung auf mind. einer Skala des MYCaW haben, Gruppenvergleich
7. MYCaW: qualitative Angaben der Patienten/ Kommentare |
1. Mittelwertsunterschied 0.453 (SE = 0.323) zugunsten der Aromatherapie, allerdings ist dies signifikant weniger als ein Punkt auf der Skala (p=0.046).
2. Signifikante und klinisch relevante Verbesserung in beiden Gruppen (Reflextherapie: M= -1.44 [95%KI: -1.90, -0.97]; p= k.A; Aromamassage: M= -1.98 [95%KI: -2.49,-1.47]; p=k.A.), aber keine signifikanten Gruppenunterschiede (M= 0.54 ([95%KI: -0.14, 1.22]; p=k.A.)
3. Signifikante und klinisch relevante Verbesserung über die Zeit in beiden Gruppen (Reflexologie: M= -0.70 [95% KI: -1.16, -0.24]; Aromatherapie-Massage: M= -1.16 [95% KI: -1.15, -0.80]), aber keine sig. Gruppenunterschiede (M= 0.45 [95%KI: -0.12, 1.03]; p=k.A.).
4. Kein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen (p= 0.489).
5. Kein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen (p= 0.408)
6. Arm A: 82% bis 91% auf den verschiedenen Skalen, Arm B = 68% bis 86% auf den verschiedenen Skalen. Keine signifikanten Gruppenunterschiede
7. Die häufigste Antwort auf die Frage “Was war das wichtigste für dich?” war “Entspannung und Zeit für mich selbst” in beiden Armen
Zusammenfassung der Autoren: „Our results demonstrate clinical benefit for both interventions for each outcome, but cannot establish superiority of one intervention over the other“ |
Laut Angabe keine NW. |
Laut Angabe keine CoI
|
PRO: Vergleichbarkeit der beiden Arme, Poweranalyse (90%), wenig Drop-Out, Intent-to-treat-Analyse für den MYCaW, gute Berichterstattung, nachvollziehbare Statistik CONTRA: Keine Verblindung NW nicht nach CTCAE erhoben. Keine Intent-to-treat-Analyse für den VAS. Keine Kontrollgruppe ohne Aroma- oder Reflextherapie, zudem keine schlüssige Darlegung, dass Aromatherpie mit Massage als evidenzbasierte Vergleichstherapie gelten kann („The evidence is encouraging but not compelling due to the poor methodological quality of included studies“). |
1b |
|
Dyer (2013): In dieser Vergleichsstudie wurden 115 Patienten verschiedener Krebserkrankungen zufällig in eine Gruppe eingeteilt, die entweder Massagen mit Aromatherpie oder Reflextherapie erhalten haben. In beiden Gruppen wurden verschiedene Parameter der Lebensqualität erhoben, darunter konnten die Teilnehmer selbst angeben, welche negativen Auswirkungen die Krebserkrankung auf sie hat und wie sich diese durch die Behandlung mit Aromatherpie-Massage/ Reflextheapie verändert haben. Dabei konnte gezeigt werden, dass es in beiden Armen eine bedeutsame positive Entwicklung der erhobenen Lebensqualität gab. Allerdings gab es keinen Unterschied zwischen den Gruppen. Diese Studie zeigt also, dass die Reflextherapie der Aromatherapie-Massage in Bezug auf die Verbesserung der hier gemessenen Lebensqualität nicht unterlegen, aber auch nicht überlegen ist. Die Aromatherapie-Massage ist selbst keine etablierte Therapie, von der man ausgehen kann, dass ihr Effekt über ein Placeboeffekt hinausgeht. Auch die Autoren erwähnen, dass es keinen ausreichenden Nachweis über die Wirksamkeit der Aromatherapie-Massage gibt. (Hier sei auf das Evidenztabellenkapitel 2.3.5. und dem Kapitel in der Langfassung 3.5.5. zu Schwedischer Massage verwiesen) |
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Hodgson et. al. (2012)
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Referenz |
Studientyp
|
Patientenmerkmale |
Intervention/ Kontrolle, Beobachtung |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessenskonflikte |
methodische Bemerkungen/ |
Evidenzklasse (Oxford) |
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Hodgson (2012). Reflexology versus Swedish Massage to Reduce Physiologic Stress and Pain and Improve Mood in Nursing Home Residents with Cancer: A Pilot Trial. Evidence-Based Complementary and Alternative Medicine. Ref.ID: 606 |
Prospektiv, Multi-zentrisch,
randomisiert,
Verblindung der Interviewer
2 Arme, Eingeschlossen: N = 18 , Ausgewertet: N = 18 (kein Drop-out) Crossover design
Land: USA, Pennsylvania Zeitraum: 2009-2011 |
Mammakarzinom, Prostatakarzinom, Kolorektales Karzinom, Lungenkarzinom
66% weiblich Alter: Durchschnitt (Range): 90 Jahre (85-98)
Behandlung: Krebstherapie abgeschlossen |
Arm A: N = kA “freundliche Besuche” für die Baseline-Erhebung (1. Woche); Schwedische Massage der unteren Extremitäten (20 min. 1x/ Woche, 4 Wochen insg.); 1 Woche washout; Reflextherapie der Füße, basierend auf der Ingram-Methode (20 min. 1x Woche, 4 Wochen insg.)
Arm (B): N = kA “freundliche Besuche” für die Baseline-Erhebung (1. Woche); Reflextherapie der Füße (20 min. 1x/ Woche, 4 Wochen insg.); 1 Woche washout; Schwedische Massage der unteren Extremitäten (20 min. 1x Woche, 4 Wochen insg.) |
Alle Endpunkte sind Mittelwerte, die aus vier Erhebungen gebildet werden, die über jede Interventionstag verteilt stattgefunden haben
1. Beobachtung des Gemütszustands AARS: Positiver Affekt
2. Beobachtung des Gemütszustands AARS: Negativer Affekt
3. Schmerz CNPI |
1. Reflextherapie: Die Werte nach der Behandlung sind signifikant höher als vor der Behandlung: Mittelwertsdiff.= 0.67; p<0.05; Effektstärke = 0.73. Massage: Die Werte nach dem Treatment sind signifikant höher als vor dem Treatment: Mittelwertsdiff.= 0.36; p<0.05; Effektstärke = 0.30; Der Unterschied zwischen den Gruppen ist nicht signifikant
2. Reflextherapie: Die Werte nach dem Treatment sind signifikant niedriger als vor dem Treatment: Mittelwertsdiff.= -0.35; p<0.05; Effektstärke = -0.42. Massage: Die Werte nach dem Treatment sind signifikant niedriger als vor dem Treatment: Mittelwertsdiff.= -0.23; p<0.05; Effektstärke ES= -0.30; Der Unterschied zwischen den Gruppen ist nicht signifikant: p=0.16.
3. Reflextherapie: Die Werte nach dem Treatment sind signifikant niedriger als vor dem Treatment Mittelwertsdiff.= -0.29; p<0.05; Effektstärke = -0.35. Massage: Die Werte nach dem Treatment sind signifikant niedriger als vor dem Treatment. Mittelwertsdiff.= -0.71; p<0.05; Effektstärke ES= -0.77; Der Unterschied zwischen den Gruppen ist nicht signifikant: p=0.22.
Schlussfolgerung der Autoren: „Although our sample size was small, the data suggested some efficacy of the Massage and Reflexology intervention, particularly related to a reduction in observed pain, observed affect, and measures of stress.“ |
Laut Angabe keine NW. |
Keine Angaben zu CoI
Diese Studie wurde durch die American Cancer Society (120003 08-060-01-IRG an der Thomas Jefferson Universität unterstützt |
PRO: Aktive Kontrolle (Massage) Crossover-Studie mit Washout-Phase zwischen den Behandlungen Validierte Instrumente zur Erhebung der Endpunkte, die auch passend für das hohe Alter der Teilnehmer sind CONTRA: Keine Verblindung möglich Statistische Auswertung nicht nachvollziehbar: Wie wurden die Werte für die Treatments errechnet, die ja in beiden Armen zu unterschiedlichen Zeitpunkten stattgefunden haben? In jedem Fall hätte man einen T-test für unabhängige Stichproben durchführen müssen, nicht für abhängige Stichproben. Homogene Stichprobe aus hellhäutigen Menschen über 75 Jahren, die nicht zufällig aus der Gesamtstichprobe der Pflegeheimbewohner ausgewählt wurde. (externe Validität). |
2b |
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Hodgson (2012): In dieser Studie wurden 18 Pflegeheimbewohner mit bereits abgeschlossener Krebsbehandlung zufällig in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe hat zuerst über vier Wochen eine schwedische Massage der unteren Extremitäten bekommen und dann über vier Wochen eine Reflextherapie der unteren Extremitäten. Die andere Gruppe hat ebenso beide Therapien erhalten, aber in anderer Reihenfolge. Beide Gruppen sind nach einem systematischen Vorgehen in ihrer Stimmungslage eingeschätzt worden und nach ihren Schmerzen befragt worden. Obwohl der Versuchsaufbau einem Crossover-Design entspricht, ist die statistische Auswertung nicht nachvollziehbar dargestellt und fehlerhaft durchgeführt. Es wird nicht erklärt, wann genau die Daten erhoben worden sind und wie die Daten zu den einzelnen Behandlungen zusammengerechnet wurden und es wurde ein falscher statistischer Test verwendet. Es lassen sich daher keine Schlüsse aus dieser Studie ziehen. |
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Özdelikara et. al. (2017 I)
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Referenz |
Studientyp
|
Patientenmerkmale |
Intervention/ Kontrolle, Beobachtung |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessenskonflikte |
methodische Bemerkungen/ |
Evidenzklasse (Oxford) |
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Özdelikara (2017 I). The Effect of Reflexology on Chemotherapy-induced Nausea, Vomiting, and Fatigue on Breast Cancer Patients. Asia-Pacific journal of oncology nursing. Ref.ID: 622 |
Prospektiv, Mono-zentrisch, randomisiert keine Verblindung
2 Arme, Eingeschlossen: N = 60 , Ausgewertet: k.A. (Drop-out k.A.)
Einschluss: Über 18 Jahre, CTX ambulant
Ausschluss: RTX
Türkei, 04.11-10.13 |
Mammakarzinom Stadium I-III
Alter: Mittelwert (SD) = 51 (11.12)
CTX: Epirubicin/ Cyclophosphamid |
Arm A: N = 30 CTX + Reflextherapie
(vom 2.-4. CTX- Zyklus, während CTX, Dauer: 30-40min)
Arm (B): N = 30 CTX+ Usual Care |
Endpunkte: Baseline innerhalb von 24h nach dem 1. CTX.Zyklus und drei weitere Posttreamtent-Messungen, jeweils 24h nach dem 2.-4. CTX-Zyklus.
Der “Rhodes index of nausea, vomiting, and retching” INVR mit 3 Subskalen,:
1a. INVR: Subscale of experience
1b. INVR: Subscale of symptom development
1c. INVR: Subscale of distress development
2a. Brief Fatigue Inventory BFI: Fatigue severity
2b. BFI: Daily life activity exposure levels
|
N Ergebnisse des jeweils letzten Messzeitpunkts (nach dem 4. CTX-Zyklus) aufgeführt. 1a: Signifikanter Unterschied der zwei Arme zur Baseline (Mittelwert [SD]: Arm A: 18.00 [7.51], Arm B: 11.03 [11.24]; p= <0.05). Kein signifikanter Unterschied am letzten Messzeitpunkt (Mittelwert [SD]: Arm A: 3.90 [6.89], Arm B: 6.56 [4.09]; p= >0.05).
1b: Signifikanter Unterschied der zwei Arme zur Baseline (Mittelwert [SD]: Arm A: 11.10 [4.74], Arm B: 6.76 [6.85]; p= <0.05). Signifikanter Unterschied am letzten Messzeitpunkt (Mittelwert [SD]: Arm A: 2.50 [4.34], Arm B: 9.00 [5.29]; p= 0.000).
1c: Signifikanter Unterschied der zwei Arme zur Baseline (Mittelwert [SD]: Arm A: 6.90 [2.90];, Arm B: 4.2 [4.47]: p= <0.05). Signifikanter Unterschied am letzten Messzeitpunkt (Mittelwert [SD]: Arm A: 1.40 [2.59];, Arm B: 5.73 [3.55]; p= 0.000).
2a: Signifikanter Unterschied der zwei Arme zur Baseline (Mittelwert [SD]: Arm A: 3.67 [1.94], Arm B: 1.97 [1.59]; p= 0.000). Signifikanter Unterschied am letzten Messzeitpunkt (Mittelwert[SD]: Arm A: 1.20 [1.44], Arm B: 2.33 [1.65]; p< 0.05).
2b: Signifikanter Unterschied der zwei Arme zur Baseline (Mittelwert [SD]: Arm A: 1.88 [1.26], Arm B: 1.01 [1.16]; p= <0.05). Signifikanter Unterschied am letzten Messzeitpunkt (Mittelwert [SD]: Arm A: 0.41 [0.65], Arm B: 1.47 [1.52]; p= 0.001). |
Keine Angaben zu NW |
Laut Angabe keine CoI |
Achtung: gleiche Stichprobe wie Özdelikara 2017
CONTRA: Die starke Veränderung der Symptomatik in der Experimentalgruppe könnte auf Moderatorvariablen zurückzuführen sein. Keine aktive Kontrolle, zudem k.A. ob Kontrollgruppe während CTX zumindest auch auf den besonderen Betten liegen durfte (“Sessions were applied in a special room within the chemotherapy unit on ergonomic and position changeable beds“) (performance bias, Placeboeffekt) 56 statistische Tests in dieser Veröffentlichung und weitere 34 Tests in der zweiten Veröffentlichung ohne Kontrolle des alpha-Fehlers (multiples Testen) |
1b |
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Özdelikara (2017 I): In dieser Studie wurden 60 Brustkrebspatientinnen zufällig einer Gruppe mit Reflextherapie oder einer Kontrollgruppe zugeteilt. In beiden Gruppen wurde Übelkeit, Fatigue und Lebensqualität mit entsprechenden Fragebögen erhoben. Die Ergebnisse wurden in zwei Veröffentlichungen getrennt voneinander präsentiert (s.u.). Die Studie weist erhebliche methodische Mängel auf: Es wurden über 50 statistische Tests angewendet ohne eine statistische Korrektur zu verwenden, die man bereits ab 20 Tests verwenden sollte. Die Ergebnisse dieser Studie sind daher nicht aussagekräftig. |
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Özdelikara et. al. (2017 II)
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Referenz |
Studientyp
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Patientenmerkmale |
Intervention/ Kontrolle, Beobachtung |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessenskonflikte |
methodische Bemerkungen/ |
Evidenzklasse (Oxford) |
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Özdelikara (2017 II). The effect of reflexology on the quality of life with breast cancer patients. Complementary Therapies in Clinical Practice. Ref.ID: 621 |
Prospektiv, mono-zentrisch, randomisiert keine Verblindung
2 Arme, Eingeschlossen: N = 60 , Ausgewertet: k.A. (Drop-out k.A.)
Kriterien: Über 18 Jahre, CTX ambulant
Ausschluss: RTX
Türkei, 04.11-10.13 |
Mammakarzinom Stadium I-III
Alter: Mittelwert (SD) = 51 (11.12)
CTX: Epirubicin/ Cyclophosphamide |
Arm A: N = 30 CTX + Reflextherapie
(vom 2.-4. CTX- Zyklus, während CTX, Dauer: 30-40min)
Arm (B): N = 30 CTX+
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Endpunkte: K.A. wann genau die Messzeitpunkte „Pretest“ und „Posttest“ stattgefunden haben
1. EORTC-QLQ-C30: Der Fragebogen hat drei Skalen, die wiederum in jeweils 1-9 Skalen aufgeteilt werden können. Hier sind nur die drei zusammengefassten Skalen aufgeführt
1a. EORTC-QLQ-C30: General Health Score
1b: EORTC-QLQ-C30: Funktion Score
1c: EORTC-QLQ-C30: Symptom Scale |
1a: Pretest: Mittelwert (SD): Arm A: 55.55 (24.79), Arm B: 54.16 (21.74); p= k.A. Posttest: Mittelwert (SD): Arm A: 78.61 (13.43), Arm B: 31.66 (18.62); p= 0.000.
1b: Pretest: Mittelwert (SD): Arm A: 71.25 (15.17), Arm B: 80.29 (14.32); p=k.A. Posttest: Mittelwert (SD): Arm A: 89.92 (6.51), Arm B: 64.07 (17.52); p= 0.000.
1c: Pretest: Mittelwert (SD): Arm A: 35.81 (14.35), Arm B: 21.02 (18.53); p=k.A. Posttest: (Mittelwert (SD): Arm A: 9.31 (7.54), Arm B: 39.23 (15.22); p= 0.000.
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Keine Angaben zu NW
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Laut Angabe keine CoI |
Achtung: gleiche Stichprobe wie Özdelikara 2017
Methodische Bemerkungen s.o.: performance bias, Placeboeffekt, multiples Testen
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1b |
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Özdelikara (2017 II): In dieser Studie wurden 60 Brustkrebspatientinnen zufällig einer Gruppe mit Reflextherapie oder einer Kontrollgruppe zugeteilt. In beiden Gruppen wurde Übelkeit, Fatigue und Lebensqualität mit entsprechenden Fragebögen erhoben. Die Ergebnisse wurden in zwei Veröffentlichungen getrennt voneinander präsentiert (s.u.). Die Studie weist erhebliche methodische Mängel auf: Es wurden über 50 statistische Tests angewendet ohne eine statistische Korrektur zu verwenden, die man bereits ab 20 Tests verwenden sollte. Die Ergebnisse dieser Studie sind daher nicht aussagekräftig. |
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Sharp et. al. (2010)
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Referenz |
Studientyp
|
Patientenmerkmale |
Intervention/ Kontrolle, Beobachtung |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessenskonflikte |
methodische Bemerkungen/ |
Evidenzklasse (Oxford) |
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Sharp (2010). A randomised, controlled trial of the psychological effects of reflexology in early breast cancer. European Journal of Cancer. Ref.ID: 610 |
Prospektiv, Multi-zentrisch,
Block-Randomisierung mit Verblindung der Zuordnung
3 Arme
Eingeschlossen: N=183 Ausgewertet: N=183 (Intention-to-treat-Analyse) Attrition: 3 Drop-out: 14
Land: UK
Zeitraum: 11.06.2002- 15.02.2005
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Mammakarzinom
(T1, T2 [<3cm], N0, N1a, M0)
100% postoperativ
100% weiblich
Alter: Range 32-81; Durchschnitt 58.78 (SD:10.31)
RTX N= 149 CTX N = 30
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Randomisierung Woche 7 OP
Arm A: N=60 Reflextherapie (Dauer: 1h, 1x/ Woche, 8 Wochen insg., Woche 7 OP- Woche 15 OP) + SIS (self-intiated support)
Arm B: N=61 Kopf-Massage (Dauer: 1h, 1x/ Woche, 8 Wochen insg., Woche 7 OP- Woche 15 OP) + SIS
Arm C: N=62 SIS (Woche 7 OP- Woche 15 OP)
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T0: Woche 6 OP, T1 Wo 18 OP, T2 Wo 24 OP
Primärer Endpunkt: 1. QQL mit FACT-B: TOI Skala (Baseline und T1)
Sekundäre Endpunkte: 2. QQL mit FACT-B: TOI-Skala (T2)
3. Stimmung mit MRS: Entspannungs- Skala (Baseline, T1, T2)
4. Stimmung mit MRS andere Skalen (Baseline, T1, T2)
5. QQL mit FACT-B körperliche, funktionale, emotionale, soziale and zusätzliche Sorgen- Skala (Baseline, T1, T2)
6. Angst und Depression mit HADS (Baseline, T1, T2)
7. Erfassung zusätzlicher KAM-Therapien mit CMQ (Baseline, T1, T2)
8. Psychiatrische Morbidität mit SCID (Baseline, T1, T2) |
Primärer Endpunkt (Mittelwert [95% Konfidenzintervall]): 1. Sig. bessere Werte für Arm B als Arm C (Arm B: 73.06 [70.89,75.23], Arm C: 69.05 [66.90,71.21]; p=0.03). Kein sig. Unterschied zwischen den anderen Armen.
Sekundäre Endpunkte: 2. Sig. bessere Werte für Arm A als Arm C (Arm A: 74.82 [72.13,77.55], Arm C: 69.42 [66.75,72.09]; p=0.02). Keine sig. Unterschiede zwischen den anderen Armen.
3. Sig. bessere Werte auf der Gesamtskala und der Entspannungs- Unterskala für Arm A und Arm B jeweils im Vergleich zu Arm C zu T1 (Arm A: 100.94 [91.36,110-53], Arm B: 100.23 [90.77,109.69], Arm C: 69.05 [66.90,71.21]; p[AC]<0.0005, p[BC]<0.0005 ). Sig. Bessere Werte auf der Entspannungs-Unterskala für Arm A als Arm C zu T2 (Arm A: 107.30 [97.91,116.69], Arm C:89.07 [79.82,98.32]; p=0.02). Keine sig. Unterschiede zwischen den anderen Armen zu T2.
4. Sig. bessere Werte auf der „easy-goingness“ Skala für Arm A als Arm B oder als Arm C jeweils zu T1 (Arm A: 98.70 [90.12,107.27], Arm B: 113.98 [105.49,122.46], Arm C: 89.18 [80.73,97.63], p[AB]=0.04, p[BC]<0.0005).
5. Keine sig. Unterschiede zwischen allen drei Armen zu T1. Sig. Bessere Werte für Arm A als Arm C in der Gesamtskala wie auch in der Unterskala „functional well-beeing“ zu T2 (Gesamtskala: Arm A: 118.60 [114.93,112.26], Arm C: 111.70 [108.10,115.30]; p=0.03, „functional wellbeing“: Arm A: 23.17 [22.01,24.33], Arm C: 21.04 [19.90,22.17]; p=0.03). Keine sig. Unterschiede zwischen den anderen Armen.
6. Keine sig. Unterschiede zwischen allen drei Armen zu T1 und T2.
7. Keine sig. Unterschiede zwischen allen drei Armen zu T1 und T2.
8. Keine sig. Unterschiede zwischen allen drei Armen zu T1 und T2.
Zusammenfassung der Autoren: “…when compared to SIS, reflexology and massage have statistically significant, and, for reflexology, clinically worthwhile, effects on quality of life following surgery for women with early breast cancer accessing a UK NHS support centre” |
Keine Angaben zu NW |
Laut Angabe keine CoI
Research supported by UK National Health Service, National Cancer Research and Development Programme NCP2/X229. |
PRO: Große Stichprobe
Vergleichbarkeit der Gruppen wurde hinsichtlich vieler demographischer Kriterien und der Outcomes zur Baseline getestet,
Aktive Kontrolle mit gleichviel körperl. und psych. Kontakt
Intent-to-treat-Analyse, Sensitivitäts-Analyse, Bonferroni-Korrektur bei multiplen Tests
CONTRA: Einseitige Interpretation der Ergebnisse: Letztendlich sind für Reflextherapie ggü. der passiven Kontrolle (Arm C) nur 6 von 34 Testungen signifikant und ggü. der aktiven Kontrolle (Arm B) nur 1 von 34 Testungen. Dabei beziehen sich fast alle Testungen auf psych. Wohlbefinden.
Keine Angabe der Effektstärken. Augenscheinlich befinden sich diese im geringen Niveau. Die klinische Relevanz der sig. Ergebnisse wurde nur für ein Ergebnis diskutiert, nämlich den TOI. Es ist nicht nachvollziehbar, warum der TOI der primäre Endpunkt ist (reporting bias). |
1b |
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Sharp (2010): Es wurden drei verschiedene Gruppen von Brustkrebspatientinnen nach ihrer Operation miteinander verglichen: Die erste Gruppe hat Reflextherapie bekommen, die zweite Kopfmassage und die dritte nichts weiter, was über die übliche Versorgung hinausging. In allen Gruppen wurden drei verschiedene Fragebögen angewendet, um herauszufinden wie es ihnen in verschiedenen psychischen und körperlichen Belangen jeweils vor und nach der Behandlung ging. Dabei wurden sehr ähnliche Punkte abgefragt, nämlich allgemeines Wohlbefinden, Entspannung, Fröhlichkeit, Energie, Selbstbewusstsein. Die Personen, die in den Gruppen eingeschlossen wurden, waren zu Beginn der Studie in allen Belangen vergleichbar. Die Gruppe, die Reflextherapie bekommen hat, hatte nach der Behandlung in insgesamt 6 von 34 erhobenen Vergleichen nachweislich bessere Werte als die Gruppe, die nichts zusätzliches bekommen hat und in 1 von 34 Vergleichen bessere Werte als die Gruppe, welche die Kopfmassage bekommen hat. Diese nachweislichen Unterschiede sind gering (z.B. 119 statt 112 Gesamtpunkte für allgemeines Wohlbefinden). Die Autoren der Studie heben diese Unterschiede sehr hervor, gehen aber nicht darauf ein, warum in anderen ähnlichen Punkten keine Unterschiede gefunden werden konnten. |
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Stephenson et. al. (2000)
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Referenz |
Studientyp
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Patientenmerkmale |
Intervention/ Kontrolle, Beobachtung |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessenskonflikte |
methodische Bemerkungen/ |
Evidenzklasse (Oxford) |
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Stephenson (2000). The Effect of Foot Reflexology on Anxiety and Pain in Patients With Breast and Lung Cancer. Oncology nursing forum. Ref.ID: 619 |
Prospektiv, Monozentrisch
offen, quasi-randomisiert, Cross-over-Design
2 Arme, Eingeschlossen: N = 24, Ausgewertet: N = 23,
Einschluss: über 21 LJ, Anxiety mit VAS, chronische Schmerzen
Ausschluss: , Gründe für akute Schmerzen (u.a. OP innerhalb der letzten 6 Wochen, RTX)
USA, Zeitraum: kA |
Bronchialkarzinom, Mammakarzinom,
Stadium: „teilweise mit Metastasen“
65 % weiblich Alter: Mittelwert (SD) = 68.7 (2.69) Range: 33-64
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Arm A: Reflextherapie (1x 30 min), mind. 48 h Pause, passive Kontrolle/ keine Intervention (1x 30 min)
Arm B: passive Kontrolle/ keine Intervention (1x 30 min), mind. 48 h Pause, Reflextherapie (1x 30 min) |
Alle Endpunkte wurden direkt vor und nach der Intervention/ Kontrolle erhoben
Primärer Endpunkte: 1. Angst mit VAS
2. Schmerzen mit SF-MPQ
3. Schmerzen mit SF-MPQ: PPI-Skala
4. Schmerzen mit VAS
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1. Die Patienten hatten nach der Intervention signifikant bessere Werte als nach der Kontrollbedingung (Mittelwertsdiff.= -21.83; p<0.000).
2. Es wurden nur die Brustkrebspatientinnen ausgewertet. Diese hatten sig. bessere Werte nach der Intervention als nach der Kontrolle (Mittelwertsdiff= -0.41; p<0.05).
3. Es wurden nur die Brustkrebspatientinnen ausgewertet: Kein sig. Unterschied zwischen Intervention und Kontrolle.
4. Es wurden nur die Brustkrebspatientinnen ausgewertet: Kein sig. Unterschied zwischen Intervention und Kontrolle.
Zusammenfassung Autoren: „The significant decrease in anxiety observed in this sample of patients with breast and lung cancer following foot reflexology suggests that this may be a self-care approach to drecrease anxiety in this patient population“ |
Keine Angaben zu NW
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Keine Angaben zu CoI |
CONTRA: Statistische Auswertung inkorrekt für ein Cross-Over-Design: Es wurden Mittelwerte für die jeweilige Kontrollbedingung und Interventionsbedingung über die Gruppen hinweg gebildet, nicht innerhalb der Gruppen. Die Patienten dienen somit nicht als eigene Kontrolle.
Für alle Outcomes außer dem VAS wurde nur ein Teil der Stichprobe ausgewertet, nämlich nur die Brustkrebspatientinnen (N=13, Drop-out= 44%, k.A. zur Aufteilung in Arm A oder Arm B).
Keine aktive Kontrollbedigung (Placeboeffekt, permformance bias)
Die Stichprobe ist sehr klein (externe Validität) |
2b |
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Stephenson (2000): In dieser Studie wurden Brust- und Bronchialkrebspatienten zufällig in zwei Gruppen aufgeteilt. Die eine Gruppe hat am ersten Tag zuerst eine Sitzung Reflextherapie erhalten und die darauffolgenden drei Tage keine besondere Intervention. Die andere Gruppe hat die ersten drei Tage keine besondere Intervention bekommen und dann am vierten Tag die Reflextherapie. In beiden Gruppen wurden die Patientin jeweils am ersten und am vierten Tag nach Angst und Schmerzen befragt. Die statistische Auswertung weist so gravierende Fehler auf, so dass die Ergebnisse dieser Studie nicht interpretierbar sind. |
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Stephenson et. al. (2007)
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Referenz |
Studientyp
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Patientenmerkmale |
Intervention/ Kontrolle, Beobachtung |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessenskonflikte |
methodische Bemerkungen/ |
Evidenzklasse (Oxford) |
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Stephenson (2007). Partner-delivered reflexology: Effects on cancer pain and anxiety. Oncology nursing forum. Ref.ID: 612 |
Prospektiv Multi-zentrisch, offen, randomisiert,
2 Arme, Eingeschlossen: N =90 , Ausgewertet: N = 86 (Attrition Arm A= 3, Arm B= 1),
USA, Zeitraum: k.A., Dauer: 21 Monate |
Bronchialkarzinom, Mammakarzinom, Kolorektalkarzinom, Kopf-Hals-Karzinom, Lymphom
Metastasiert 100 %
CTX/RTX/OP (mind. 6 Wochen Abstand zur OP)
51% weiblich Alter: Mittelwert = 58.3
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Arm A: N = 42
Reflextherapie der Ingram-Methode durch einen Partner/Familienangehörigen, der selbst eine 15-30 minütige Einweisung durch einen zertifizierten Reflextherapeuten bekommen hatte
Dauer: 1x 30 Minuten
+usual care
Arm B: N = 44
Vorlesen durch den Partner/Familienangehörigen/Freund (Lektüre eigener Wahl)
Dauer: 1x 30 Minuten
+usual care |
Alle Endpunkte wurden direkt vor und nach der Intervention erhoben
1. Schmerz mit Brief Pain Inventory- short form (BPI)
2. Schmerz mit McGill Pain Questionnaire- Short Form (SF-MPQ, ein Item für die Schmerz-Intensität wurde mit der Visual Analog Scale (VAS) für Schmerz ausgetauscht)
3. Angst mit Visual Analog Scale (VAS)
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Zu 1 oder 2? (adjustierte Mittelwertsunterschiede Prä/Post (SD), p-Wert, Effektgröße: Sig. bessere Werte in Arm A als Arm B (Arm A: 1.1(k.A.), Arm B: 0.1 (k.A.); p=0.001; =0.12 )
Subgruppenanalyse: Sig. bessere Werte in Arm A als Arm B für alle Patienten mit Pain > 5 (Arm A: 2.7 (k.A.), Arm B: 0.5 (k.A.); p=0.007; =0.23)
Zu 3 (adjustierte Mittelwertsunterschiede Prä/Post (SD), p-Wert, Effektgröße): Sig. bessere Werte in Arm A als Arm B (Arm A: 3.1(k.A.), Arm B: 1.3 (k.A.); p=0.001; = 0.13)
Subgruppenanalyse: Sig. bessere Werte in Arm A als Arm B für alle Patienten mit Anxiety > 5 (Arm A: 5.0 (k.A.), Arm B: 2.5 (k.A.); p=0.006; =0.15)
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Keine Angaben zu NW |
Keine Angaben zur Finanzierung und den CoI |
PRO: Stichprobengröße
Gruppen waren zur Baseline in allen Belangen vergleichbar
Statistische Auswertung: Einbezug der Baselinewerte als Kovariaten. Angabe von Effektstärken
CONTRA: Zwar aktive, aber nicht in allen Belangen vergleichbare Kontrollgruppe (gewöhnliche Fußmassage wäre als Kontrollgruppe besser gewesen als Vorlesen)
Selektive Berichterstattung (reporting bias), da Schmerzen mit zwei Messinstrumenten erhoben wurden, aber nur eine Skala ausgewertet wird, wobei nicht angegeben wird, um welche Skala es sich handelt. Zudem k.A. der p-Werte im Gruppenvergleich zur Baseline und keine Angabe der Standardabweichungen.
Der Endpunkt zu Angst wurde nur mit einem Single-Item erhoben (VAS), eventuell auch Schmerzen
Nur kurzfristige Effekte erhoben
NW nicht nach CTCAE |
1b- |
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Stephenson (2007): In dieser Studie wurden 90 Patienten mit verschiedenen metastasierten Krebserkrankungen zufällig in eine von zwei Gruppen eingeteilt. In der einen Gruppe wurden die Partner (oder Familienangehörige oder Freunde) der Patienten in der Methode der Reflextherapie unterrichtet, damit sie diese beim Patienten durchführen konnten (eine einzelne Sitzung im häuslichen Umfeld). In der anderen Gruppe sollten die Partner dem Patienten etwas seiner Wahl vorlesen. In beiden Gruppen wurden die Patienten vor und nach der Intervention durch den Partner bezüglich ihrer Schmerzen und Angst befragt. Beide Gruppen machten vor der Intervention vergleichbare Angaben. Nach der Intervention gaben die Patienten, die eine Reflextherapie bekommen hatten, deutlich niedrigere Werte für Schmerzen und Angst an, als die andere Gruppe. Am meisten profitierten die Patienten, die vor der Reflextherapie hohe Werte für Schmerzen angegeben hatten. Dies spricht für einen kurzfristigen Effekt der Reflextherapie, der über den Effekt von Aufmerksamkeit (durch Vorlesen) hinausgeht. Allerdings ist ein Placeboeffekt nicht auszuschließen, da die Patienten wussten, dass sie eine besondere Behandlung bekommen. Zudem könnte auch die körperliche Berührung oder Massage den Effekt erklären. Um zu zeigen, dass die Massage der Reflexzonen eine besondere Wirkung hat, müsste man die Reflextherapie mit einer gewöhnlichen Fußmassage vergleichen. Des Weiteren hat die Studie einen methodischen Mangel: Die Patienten wurden mit mehreren Fragebögen zu ihren Schmerzen befragt. In der Auswertung wird allerdings nur ein Fragebogen dargestellt. Dies lässt vermuten, dass in der Veröffentlichung nur ausgewählte Ergebnisse präsentiert wurden und Ergebnisse, die auf die Nichteffektivität von Reflextherapie hindeuten, weggelassen wurden. Die Erstautorin der Studie ist selbst ausgebildete Reflextherapeutin und hat die Daten der Studie selbst erhoben. Hier könnte ein Interessenskonflikt vorliegen. |
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Tsay et. al. (2008)
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Referenz |
Studientyp
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Patientenmerkmale |
Intervention/ Kontrolle, Beobachtung |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessenskonflikte |
methodische Bemerkungen/ |
Evidenzklasse (Oxford) |
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Tsay (2008). Effects of Reflexotherapy on Acute Postoperative Pain and Anxiety Among Patients With Digestive Cancer. Cancer Nursina. Ref.ID: 618
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Prospektiv,
Mono-zentrisch
doppelt
randomisiert,
2 Arme, Eingeschlossen: N = 62, Ausgewertet: N = 61 (Drop-out=1)
Taiwan, 2005 |
Hepatozelluläres Karzinom, Magenkarzinom
Postop
52.46 % weiblich Alter: Mittelwert (SD) = 59.8 (14.7)
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Arm A: N = 30 OP + Reflextherapie (Tag 2 OP, Tag 3 OP und Tag 4 OP, Dauer: jeweils 20 min)
Arm (B): N = 31 OP |
Baseline T0: Tag 2 OP, T1-T3: Tag 2-4 OP, Follow-up: Tag 5, 6 OP
Endpunkte: 1 . Schmerz mit VAS (Baseline, T1-T3, Follow-up)
2. Schmerz mit SF-MPQ (Baseline, Follow-up)
3. Angst mit HADS (Baseline, Follow-up)
4. Betäubungsmittelkonsum von Meperidin (Follow-up)
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Zu 1-3: GLM Model über alle Zeitpunkte: adjustierter Koeffizient der Gruppenvariable βG (Standardfehler), p-Wert; Koeffizient des ZeitxGruppen-Interaktionseffekts βI (Standardfehler), p-Wert
Zu 1. Im Durschnitt (über alle Zeitpunkte) sind in Arm A sig. niedrigere (bessere) Werte als in Arm B (βG=-21.22 (4.93); p<0.001). Zudem gibt es eine sig. unterschiedliche Entwicklung in den beiden Armen, in dem Sinne, dass die Werte in Arm A tendenziell gleich bleiben, wobei sie in Arm B tendenziell zunehmen (βI= -2.41 (1.38); p=0.0107).
Zu 2: Im Durschnitt (über alle Zeitpunkte) gibt es keine sig. Unterschiede zwischen den beiden Armen (βG=-0.63 (1.23); p=0.61). Aber in beiden Armen gibt es eine Symptomabnahme, die sich über die Zeit sig. stärker in Arm A zeigt (βI= -3.17 (1.41); p=0.02).
Zu 3: Im Durschnitt (über alle Zeitpunkte) gibt es keine sig. Unterschiede zwischen den beiden Armen (βG=0.31 (0.98); p=0.753). Aber in beiden Armen gibt es eine Symptomabnahme, die sich über die Zeit sig. stärker in Arm A zeigt (βI= -1.12 (0.49); p=0.231).
Zu 4: Sig. geringerer Konsum in Arm A als Arm B (Mittelwertsdiff.= 39,59 mg Demerol; p= 0.015)
Zusammenfassung der Autoren: “In conclusion, our results suggest that reflexotherapy might effectively decrease perceived pain and anxiety postoperatively when complemented with pharmacological pain therapy in patients with gastric and liver cancers.” |
Keine Angaben zu NW
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Keine Angaben zu CoI |
PRO: Poweranalyse
Vergleichbarkeit der Gruppen gegeben
CONTRA: Keine aktive Kontrolle
Laut Angabe doppelte Verblindung, allerdings ist dies nicht möglich, da es keine aktive Kontrollgruppe gab
Die Menge des Betäubungsmittelkonsums während der PCA (Tag 0-4 OP) war laut Angabe der Autoren nicht auswertbar.
Keine Angaben zu NW oder COI
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1b |
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Tsay (2008): 62 Krebspatienten wurden zufällig in eine von zwei Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe hat zusätzlich zur konventionellen Behandlung direkt nach der OP vier Tage lang jeweils eine Sitzung Reflextherapie erhalten, die andere Gruppe nicht. Die Patienten wurden hinsichtlich Schmerzen und Angst mit etablierten Fragebögen/ Instrumenten befragt. Die Gruppen waren in allen Belangen vorab vergleichbar. Über die Studienzeit hinweg zeigte sich ein Gruppenunterschied hinsichtlich der Angaben von Schmerzen und Angst, wobei die Patienten, die Reflextherapie erhalten hatten, positivere Angaben machten. Auf einem Instrument war dieser Unterschied nicht nur statistisch nachweisbar, sondern für die Patienten auch bedeutsam. Zudem war in der Reflextherapiegruppe die Anfrage nach Betäubungsmitteln am fünften und sechsten Tag der Studie geringer (39,59 mg Demerol). Es wurde nicht ausgewertet, ob die Patienten davor auch unterschiedliche Mengen an Schmerzmitteln über die patientengesteuerte Analgesie erhielten. Da die Kontrollgruppe kein vergleichbares Placebo erhalten hat, lassen sich die positiven Effekte nicht explizit der Reflexzonen-Massage zuschreiben. Die Ergebnisse können genauso gut durch die zusätzliche Aufmerksamkeit, Berührung oder den Effekt einer einfachen Fußmassage zustande gekommen sein. |
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Uysal et. al. (2017)
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Referenz |
Studientyp
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Patientenmerkmale |
Intervention/ Kontrolle, Beobachtung |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessenskonflikte |
methodische Bemerkungen/ |
Evidenzklasse (Oxford) |
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Uysal (2017). Effects of foot massage applied in two different methods on symptom control in colorectal cancer patients: Randomised control trial. International journal of nursing practice. Ref.ID: 620
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Prospektiv,
Mono-zentrisch,
offen,
randomisiert,
3 Arme, Eingeschlossen: N =65 , Ausgewertet: N = 60 (Attrition=5, Drop-out k.A.)
Land Türkei, Zeitraum:16.06.2015 – 10.02.2016 |
Kolorektales Karzinom, Stadien II und III
Präop N = 39, Postop N=21
50% weiblich Alter: Mittelwert =59
CRT (5 Wochen): CTX 5-Fluoruracil/ Capecitabine + RTX (1.8‐2 gray/5 days) |
Arm A: N = 21 Reflexology (Stimulation der Reflexpunkte 20 Min. des rechten und 10 Min. des linken Fußes, 2x/ Woche, 5 Wochen insg.), + CRT
Arm B: N = 22 Classical Massage (10 Min per foot and dorsum, 2x/ Woche, 5 Wochen insg.), + CRT
Arm C: N = 22 CRT
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Endpunkte 1. QoL mit EORTC QLQ C30: Funktionsskala, Symptomskala, Globale Gesundheitsskala (Woche 1,3,5 CTX)
2.QoL mit EORTC QLQ CR29 (Woche 1,3,5 CTX)
3. NW mit CTCAE: Schmerzen, Fatigue, Übelkeit, Erbrechen, Diarrhöe, Obstipation, Blähungen, Harndrang und Proktitis (Woche 1-5 CTX)
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Zu 1: Funktionsskala: Höhere (bessere) Werte in Arm A als Arm C in der 3. Woche (MW [SD]: A: 82.66 [4.42], C: 80.22 [8.64]; p< 0.000) und in der 5. Woche (A: 81.98 [4.79]; C: 71.66 [9.34]; p< 0.000)
Symptomskala: Höhere (schlechtere) Werte in Arm A als Arm C in der 3. Woche (MW [SD]: A: 21.66 [22.36]; C: 20.00 [16.75]; p= 0.003), aber niedrigere (bessere) Werte in Arm A als Arm C in der 5. Woche (A: 25.00 [32.21], C: 31.66 [29.56]; p< 0.000), sowie zwischen Arm B und Arm C in der 5. Woche (B: 26.66 [13.67]; C: 31.66 [29.56]; p< 0.000)
Globale Gesundheitsskala: Höhere (bessere) Werte in Arm A als in Arm C oder Arm B in der 1. Woche(MW [SD]: B: 68.33 [5.72], A:76.25 [9.85], ,C: 68.33 [11.34]; p= 0.012) der 3. Woche ( B: 61.57 [8.56], A: 70.55 [8.56], C: 60.67 [8.76]; p< 0.000) und der 5. Woche ( B: 57.08 [9.07], A: 69.16 [9.40], C: 54.16 [9.55]; p<0.000)
Zu 2: Keine Angaben
Zu 3: Weniger Schmerzen mit Grade 2+ in jeweils Arm A und Arm B als in Arm C in Woche 4 CRT (A: 19.3%, B: 30.7%, C 50%; p= 0.002) und Woche 5 CRT (A: 16,2%, B:35,4%, C: 43,4%; p<0.001)
Weniger Fatigue mit Grade 2+ in Arm A als in Arm B oder als in Arm C in Woche 3 CRT (A: 28%, B:36%, C:36%; p=0.03), in Woche 4 CRT (A: 28,6%, B:35,7%, C: 35,7%; p<0.001) und Woche 5 CRT (A: 30,4%, B:34,8%, C:34,8%; p= 0.036)
Geringere Häufigkeit des Harndrangs mit Grade 1+ in Arm A als Arm C in Woche 5 CRT (A:25%, C:37,5%; p=0.044).
Weniger Blähungen mit Grade 1+ in Arm A als Arm C in Woche 4 CRT (A:15,2%, C:42.4%; p<0.000) und Woche 5 CRT (A:20%, C:56%; p<0.000). Mehr Blähungen mit Grade 1+ in Arm B als Arm C in Woche 2 CRT (B:44.1%,C: 20.6%; p=0.033), aber weniger Blähungen in Arm B als Arm C in Woche 5 CRT (B: 24%, C:56%; p<0.000).
Keine sig. Unterschiede zwischen den Gruppen in Übelkeit, Übergeben, Obstipation, Diarrhoe, Proktitis
Zusammenfassung der Autoren: „The classical massage was effective in reducing pain level and distension incidence while foot reflexology was effective in reducing pain and fatigue level, lowering incidence of distension and urinary frequency and improving life quality.” |
Keine Angaben zu NW/WW |
Laut Angabe keine CoI
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PRO : Power-Analyse Bonferroni.-Korrektur für multiples Testen, aktive Kontrolle
CONTRA: Keine Erwähnung einer Verblindung, obwohl dies hinsichtlich klassischer Fußmassage vs. Reflextherapie möglich gewesen wäre (Hinweis: subjektive Outcomes, Placeboeffekt)
Reflextherapie hat 30 Min Intervention bekommen, Klassische Fußmassage nur 20 Min. (performance bias). Durchführung der Reflextherapie wurde nicht von ausgebildeten Therapeuten unternommen.
Die Gruppen unterscheiden sich bereits in der ersten Woche (Baseline) sign. voneinander auf dem EORTC QLQ C30 in der Global Health Skala (MW [SD]: A: 76.25 [9.85], B: 68.33 [5.72], C: 68.33 [11.34]; p=0.012). Außerdem sind in Arm C viel mehr Pat. mit Tumorstadium III (Stadium II/III: Arm A 10/10, Arm B 5/15 und Arm C 3/17)
Keine Angaben zu den Ergebnissen des CR29 (reporting bias)
Keine Angaben von Effektgrößen und klinischen Relevanzbereichen |
2b |
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Uysal (2017): Der Gruppe der Patienten, die Reflextherapie bekommen hat, ging es laut Befragung in folgenden Belangen besser als den Gruppen der Patienten, die klassische Fußmassage oder keine zusätzliche Behandlung bekommen haben: Schmerzen, Fatigue, Blähungen, Harndrang und Lebensqualität allgemein. Die Patienten, die die klassische Massage bekommen haben, hatten teilweise auch bessere Werte als die Patienten, die gar nichts zusätzlich bekommen haben, nämlich bei Schmerzen und Blähungen. Die Studie hat allerdings gravierende methodische Mängel, z.B. ging es den Reflextherapie-Patienten von Anfang an in Bezug auf ihre Lebensqualität besser als den anderen Patienten. Zudem wussten sie, dass sie eine besondere Behandlung bekommen, so dass auch dieser Umstand einige Effekte erklären könnte. Des Weiteren ist nicht angegeben, wie groß oder klein die Effekte sind und ob diese in der Praxis bedeutsam sind. |
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Wyatt et. al. (2012)
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Referenz |
Studientyp
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Patientenmerkmale |
Intervention/ Kontrolle, Beobachtung |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessenskonflikte |
methodische Bemerkungen/ |
Evidenzklasse (Oxford) |
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Wyatt (2012). Health-Related Quality-of-Life Outcomes: A Reflexology Trial With Patients With Advanced-Stage Breast Cancer. Oncology Nursing Forum. Ref.ID: 617 |
Prospektiv, Multi-zentrisch,
Randomisiert,
offen,
Verblindung der Datenerhebung in Arm A und B
3 Arme Eingeschlossen: N=286 Ausgewertet: N=286 (Attrition= 8, Drop-out= 19, Intent-to-Treat-Analyse)
Einschluss: Über 21 LJ, Mammakarzinom Stadium III oder IV, CTX bei Beginn der Studie
Ausschluss: Hospiz zu Beginn der Studie, Pflegeheim, bettlägerig, regelmäßige KAM-Benutzung außerhalb der Studie
Land: USA Zeitraum: 2006-2010 |
Mammakarzinom
Andvanced-Stage (III-IV, metastasierend oder rezidiv )
100% weiblich Alter: MW= 56 (SD k.A., Range k.A.)
Chemotherapie und/oder Hormontherapie
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Arm A: N= 95 Reflextherapie (Dauer: 30min. 1x Woche, 4 Wochen insg.)
Arm B: N=95 Fußmassage (LFM) (Dauer: 30min. 1x Woche, 4 Wochen insg.)
Arm C: N=96 Konventionelle Therapie, Kontrollgruppe
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Baseline (vor Randomisierung), T1 (1 Woche nach der letzten Intervention), T2 (6 Wochen nach der letzten Intervention)
Primäre Endpunkte: 1. Brustkrebsspezifische QOL mit FACT-B: physical, emotional, social, functional, breast cancer specific concerns Subkskalen und Gesamtskala
2. Dyspnoe miteinzelnem Item aus dem FACT-B other concerns-Subskala
3. Übelkeit mit einzelnem Item aus der FACT-B physical-Subskala
4. Körperliches Funktionsniveau mit SF-36: physical function Subskala
5. Fatigue-Schwere mit einzelnem Item aus dem BFI
6. Störung der täglichen Aktivitäten durch Fatigue mit einzelnem Item aus dem BFI
7. Schmerz-Intensität mit einzelnem Item aus dem Brief Pain Inventory-Short Form
8. Depression mit CES-D
9. Angst mit State-Trait Anxiety Inventory |
Für alle: adjustierter Koeffizient β der Gruppenvariable des LME Models über T0, T1 und T2 (Standardfehler von Beta), p-Wert, ggf. adjustierter Mittelwert M für T1 und T2, ggf. adjustierte Effektgröße
Es werden nur die Vergleiche von Arm A zu Arm B oder Arm C dargestellt (Vergleich von Arm B und Arm C s. Evidenztabellen Kapitel 2.3.5 Thema Schwedische Massage)
Zu 1: Keine sig. Unterschiede zwischen den Armen (A/C: 0.387 [2.194]; p= 0.86, Arm A/B: k.A.)
Zu 2: Sig. bessere Werte in Arm A als Arm C (β= 0.39 [0.13]; p<0.01, Arm A: M-T1=3.33, M-T2=3.36, Arm C: M-T1=3.1 M-T2=2.9, Effekt T1= 0.36, Effekt T2= 0.51). Sig. bessere Werte in Arm A als in Arm B (β=k.A.(k.A.); p=0.02, Arm B: M-T1=3.1, M-T2=3.03, Effekt T1=k.A., Effekt T2=k.A.)
Zu 3: Keine sig. Unterschiede zwischen den Armen (Arm A/C: β=0.212[0.124], p=0.089, Arm A/B: k.A.)
Zu 4: Sig. höhere (bessere) Werte für Arm A als Arm C (ß= 5.527 [2.728]; p=0.04, Arm A: M-T1= 58.6, M-T2=59.2, Arm C: M-T1= 54.9 M-T2= 51.6, Effekt T1=0.21, Effekt T2= 0.44). Kein sig. Unterschied zwischen Arm A und B (k.A.)
Zu 5: Kein sig. Unterschied zwischen den Armen (Arm A/C: ß= -0.335 [3.81]; p=0.38, Arm A/B: k.A.).
Zu 6: Keine sig. Unterschiede zwischen den Armen (Arm A/C: ß= −2.832 [2.01]; p=0.16; Arm A/B: k.A.)
Zu 7: Keine sig. Unterschiede zwischen den Armen (Arm A/C: ß= -2.87 [0.389]; p=0.46; Arm A/B: k.A.)
Zu 8: Keine sig. Unterschiede zwischen den Armen (Arm A/C: ß= −0.487 [1.21]; p=0.69; Arm A/B: k.A.)
Zu 9: Keine sig. Unterschiede zwischen den Armen (Arm A/C: ß= −0.886 [1.259]; p=0.48; Arm A/B: k.A.)
Zusammenfassung der Autoren: “The current study found reflexology and LFM were safe among even the most fragile patients with advanced-stage breast cancer and contribute to improvements in physical function, dyspnea, and fatigue, but do not affect depressive symptoms, anxiety, pain, and nausea.” |
Laut Angabe keine NW/WW |
Keine Angaben zu CoI.
Finanzierung durch ein Gelder des National Institutes of Health (NIH), National Cancer Institute. Das Branch Reflexology Institute and Biostatistics, Epidemiology, and Research Design (BERD), Herz des Center for Clinical and Translational Sciences (CCTS) ist hauptsächlich durch Gelder des NIH Clinical and Translational Science Award finanziert (UL1 RR024148), der die University of Texas Health Science Center in Houston 2006 bekommen hat. |
PRO: Große, multizentrische Stichprobe
Statistisches Modell mit Messwiederholung (kein multiples Testen), Intention-to-treat-Analyse und Kovariaten (Gruppenunterschiede zur Baseline in Depression und Angst wurden kontrolliert)
Erhebung der NW zwar nicht mit CTCAE, aber systematisch mit eigenen Kriterien
CONTRA: Keine Verblindung bei der Durchführung der Studie, wobei dies möglich gewesen wäre (subjektive Outcomes)
Dyspnoe, was auch der Mediator für die Effekte der physical funktion (Outcome 4) ist, wurde selbst nur mit einem Single-Item erhoben (interne Validität).
Keine Angabe der konkreten Ergebnisse der Gruppenvergleiche zwischen Arm A und Arm B (also die Vergleiche mit der aktiven Kontrollgruppe), außer bei dem einen signifikanten Effekt bei Dyspnoe (reduzierte Berichterstattung)
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1b |
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Wyatt (2012): Es wurden knapp 300 Patientinnen mit fortgeschrittenem Brustkrebs zufällig in eine von drei Gruppen eingeteilt. Die erste Gruppe hat mehrere Sitzungen Reflextherapie erhalten, die zweite Gruppe die gleiche Anzahl gewöhnlicher Fußmassagen und die dritte Gruppe hat nichts zusätzlich zur konventionellen Krebsbehandlung bekommen. Alle Teilnehmer wurden an drei Zeitpunkten zu verschiedenen Belangen der psychischen und physischen Lebensqualität befragt: zu Beginn der Studie, eine Woche nach der letzten Intervention und sechs Wochen nach der letzten Intervention. Die statistischen Analysen wurden nach allen Regeln der Kunst durchgeführt. Anfängliche Unterschiede zwischen den Gruppen wurden in den statistischen Analysen berücksichtigt. Im Vergleich der Gruppe der Patientinnen, die eine Reflextherapie bekommen hatte, mit der Gruppe, die gewöhnliche Fußmassagen erhalten hatte, schnitt die erste Gruppe nur hinsichtlich eines Belangs besser ab: die Patientinnen gaben in einer Frage an, weniger unter Atemnot zu leiden. Im Vergleich zur Gruppe, die keine zusätzliche Behandlung bekommen hatte, hatten sie in zwei von neun Belangen bessere Werte: ebenso Atemnot und grundsätzliches psychisches Funktionieren, wobei Letzteres durch die Verbesserung der Atemnot zustande kam. In allen weiteren Belangen zeigten sich keine Unterschiede zwischen der Reflextherapie-Gruppe und den anderen zwei Gruppen. Es ist anzumerken, dass Atemnot nur mit einer einzigen Frage erfasst wurde. Zudem wussten die Patientinnen, ob sie eine besondere Behandlung bekommen oder nicht (keine Verblindung), so dass auch die positive/negative Erwartung der Patientinnen ihr Befinden oder ihre Wahrnehmung verändert haben könnte. Weiterhin ist anzumerken, dass der dargestellte Gruppenunterschied aus dem Durchschnitt aller Gruppenunterschiede zu den verschiedenen Zeitpunkten berechnet wird. Sogenannte Interaktionseffekte wurden nicht dargestellt. D.h. es kann nicht erkannt werden, ob sich die Gruppen zeitweise unterschieden haben, also ob es kurzfristige oder sehr späte Effekte gab. Nebenwirkungen wurden systematisch erhoben. Es wurden keine Nebenwirkungen oder Wechselwirkungen mit der konventionellen Krebsbehandlung gefunden. |
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Wyatt et. al. (2017)
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Referenz |
Studientyp
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Patientenmerkmale |
Intervention/ Kontrolle, Beobachtung |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessenskonflikte |
methodische Bemerkungen/ |
Evidenzklasse (Oxford) |
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Wyatt (2017). A Randomized Clinical Trial of Caregiver-Delivered Reflexology for Symptom Management During Breast Cancer Treatment. Journal of Pain and Symptom Management. Ref.ID: 609 |
Prospektiv Multi-zentrisch,
offen Randomisiert
2 Arme, Eingeschlossen: N = 256, Ausgewertet: N = 256 (Attrition zur Studienwoche 5= 49 Pat., zur Studienwoche 11= 76 Pat.; Drop-out zur Studienwoche 5 = 65, zur Studienwoche 11 = 0, Intent-to-treat-Analyse)
Land: USA Zeitraum:kA |
Mammakarzinom, Stadien III-IV
Patientinnen: 100% weiblich Pflegekräfte: 40,8% weiblich
Alter: Mittelwert (SD) : Arm A: 58.09 (11.62) Arm B: 54.80 (10.30)
Chemotherapie oder Gezielte Krebstherapie: 210 Pat., nur Hormontherapie: 46 Pat.
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Arm A: N= 128 Reflextherapie durch Studienpartner, die 2x in einem 30min. Protokoll zur Reflextherapie durch Reflexologen geschult wurden (Dauer: 30min., Studienwoche 1-4: Vorgabe mind. 1x/Woche, realer Durchschnitt 1.1/ Woche; SW 5-11: keine Vorgaben, Durchschnitt 0.6/Woche )
Arm (B): N= 128 Aufmerksamkeit durch Studienpartner (Dauer: kA, 1x Woche, 4 Wochen insg.)
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Studienwoche 1: direkt vor Randomisierung
Primäre Endpunkte: 1. MDASI: Zusammengerechnete Skala für Symptomschwere (Studienwoche 1-4, 5, 11)
2. MDASI: Zusammengerechnete Skala für Einschränkungen des tägl. Lebens (Studienwoche 1-4, 5, 11)
Sekundäre Endpunkte: 3. Short-Forms des PROMIS: Skala für physisches Funktionieren (Studienwochen 3, 5,11)
4. Short-Forms des PROMIS: Zufriedenheit bezügl. der sozialen Teilhabe (Studienwochen 3, 5,11)
5. QQL mit QLI (Studienwochen 3, 5 ,11)
Mediatoren: 6. Wahrnehmung der sozialen Unterstützung mit MSPSS (Studienwochen 1, 5, 11)
7. Qualität der Patientin-Studienpartner-Beziehung mit dem Quality Relationsship Tool (Studienwochen 1, 5, 11) |
Für alle: adjustierter Koeffizient β der Gruppenvariable des LME Models über Woche 5 und 11(Standardfehler von Beta), p-Wert, ggf. adjustierter Mittelwert M für Woche 1,2,3,4,5,11 (nur Darstellung der sig. Ergebnisse)
Zu 1: Sig. niedrigere (bessere) Werte für Arm A als Arm B (β= -4.34 [1.85]; p= 0.02), v.a. in Woche 2,3 und 5 (Woche 2: Arm A: M=27.50 [1.53], Arm B M=33.65 [1.55]; p<0.01; Woche 3: Arm A: M= 25.50 [1.55], Arm B: M=30.98 [1.55]; p=0.01; Woche 5: Arm A: M=24.64 [1.52], Arm B: M=30.50 [1.48]; p<0.01), v.a. erklärt durch eine Verbesserung in den Symptomen Fatigue und Schmerzen.
Zu 2: Sig. niedrigere (bessere) Werte für Arm A als Arm B (β= -3.69 [1.39]; p<0.01) v.a. in Woche 2,3 und 5 (Woche 1: Arm A: M= 14.60 [1.15], Arm B: M= 18.32 [1.17]; p=0.02; Woche 3: Arm A: M=11.84 [1.17], Arm B: M= 17.57 [1.17]; p<0.01; Woche 5: Arm A: M=12.30 [1.15]; Arm B: M=16.60 [1.12]; p<0.01).
Zu 3: Keine sig. Unterschiede zwischen den Armen (β= 0.195 [0.67]; p=0.77)
Zu 4: Keine sig. Unterschiede zwischen den Armen (β= 1.659 [0.88]; p=0.06)
Zu 5: Keine sig. Unterschiede zwischen den Armen (β= 0.599 [0.36]; p=0.10)
Zu 6: Keine sig. Unterschiede zwischen den Armen (β= 0.00 [0.07]; p=0.99)
Zu 7: Keine sig. Unterschiede zwischen den Armen (β= -0.26 [0.15]; p=0.08)
Zusammenfassung der Autoren: „This research has identified that caregiver-delivered reflexology is efficacious in reducing cancer symptom severity and interference with daily activities.” |
Keine Angabe zu NW |
Laut Angabe keine CoI.
Finanziert durch NCI Grant R01 CA157459 Home-Based Symptom Management via Reflexology for Advanced Breast Cancer Patients. Hauptsächlicher Invesotr: G. Wyatt.
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PRO: Große, multizentrische Stichprobe
Die Vergleichbarkeit der Gruppen wurde umfassend überprüft (auch die Bez. zum Partner, der die Reflextherapie durchführte, Komorbiditäten usw.) und der Unterschied im Alter wurde kontrolliert. Zudem statistisches Modell mit Messwiederholung (kein multiples Testen)
CONTRA: Reliabilität und Validität des Short-Forms der Patient-Reported Outcomes Measurements Information Systems PROMIS ist bisher nicht ausreichend überprüft
K.A. was genau die Kontrollgruppe gemacht hat („attention“)
Hoher Drop-out, aber in beiden Armen gleichverteilt und Intention-to-treat-Analyse durchgeführt (dennoch Einfluss auf externe Validität)
K.A. der Effektgrößen und des klinischen Relevanzbereichs |
1b |
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Wyatt (2017): Es wurden ca. 250 Patientinnen mit Brustkrebs im fortgeschrittenen Stadium zufällig in eine von zwei Gruppen aufgeteilt. In der einen Gruppe wurden die Partner (oder Familienangehörige oder Freunde) der Patientinnen in der Technik der Reflextherapie geschult. Diese haben dann die Patientinnen für vier Wochen ungefähr einmal pro Woche mit einer Reflextherapie behandelt. In der anderen Gruppe haben die Partner den Patientinnen stattdessen irgendeine Art von Aufmerksamkeit zukommen lassen, die in der Studie nicht genauer beschrieben wird. Nach vier Wochen stand es den Teilnehmern offen, die Interventionen fortzusetzen. Alle Patientinnen wurden wöchentlich zu verschiedenen Belangen ihres physischen und psychischen Befindens befragt. Die statistische Analyse wurde nach allen Regeln der Kunst durchgeführt. Die Gruppen waren zu Beginn der Studie in fast allen Belangen außer dem Lebensalter vergleichbar. Dies wurde aber in den statistischen Analysen berücksichtigt. Auch die Qualität der Beziehung der Patientinnen zu ihrem Studienpartner und die grundsätzlich wahrgenommene soziale Unterstützung wurden in beiden Gruppen erfragt und zeigten keine Unterschiede. Nach den Behandlungen, v.a. in der zweiten, dritten und fünften Studienwoche gaben die Patientinnen der Reflextherapiegruppe in zwei von fünf erhobenen Belangen eine größere Symptomabnahme als in der anderen Gruppe an: dies betrifft die Fragen aus dem Fragebogen des Anderson Symptom Inventorys zur Symptomschwere und Beeinträchtigung des alltäglichen Lebens. V.a. die Fragen zu Fatigue und Schmerzen wurden deutlich positiver beantwortet. Gleichzeitig konnten keine Unterschiede in den anderen Fragebögen gezeigt werden, die ähnliche Belange abfragten, nämlich physisches Funktionieren, Zufriedenheit bezüglich der sozialen Teilhabe und der allgemeinen Lebensqualität. Ein Nachteil der Studie ist, dass nicht angegeben wurde, ob die gefundenen Unterschiede zwischen den Gruppen (mehr Verbesserung in Fatigue und Schmerzen) in ihrer Größenordnung auch bedeutsam sind. Desweiteren erschwert sich die Interpretation der Ergebnisse dadurch, dass nicht angegeben wurde, was genau die Patientinnen in der Kontrollgruppe bekommen haben (hat hier auch persönliche Zuwendung oder sogar Berührung stattgefunden?). Um die Effekte explizit der Reflexzonen-Massage zuschreiben zu können, hätte man die Patientinnen in der Kontrollgruppe mit einer vergleichbaren nur gewöhnlichen Fußmassage behandeln müssen. Des Weiteren ist anzumerken, dass 20% der Patientinnen die Teilnahme innerhalb der ersten fünf Studienwochen abgebrochen haben und 30% innerhalb des gesamten Studienzeitraums von 11 Wochen (davon nur 3,5 % wegen Tod oder zu starker Erkrankung). Die Abbruchrate und Abbruchgründe waren innerhalb beider Gruppen vergleichbar, so dass ein Gruppenvergleich dennoch legitim war. Allerdings lässt sich schließen, dass weder Aufmerksamkeit (wie auch immer diese stattgefunden hat) noch Reflextherapie im häuslichen Umfeld für alle fortgeschrittene Brustkrebspatientinnen und ihre Studienpartner geeignet ist. |
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Collinge et. al. (2013)
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Referenz |
Studientyp |
Merkmale untersuchter Studien |
(verglichene) Interventionen/ (ggf. Dosierung) |
Untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessens-konflikte |
Methodische Bemerkungen |
Evidenz-klasse (Oxford) |
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Collinge (2013): Touch, caring, and Cancer: randomized controlled trial of a multimedia caregiver education program. Supportive care in cancer : official journal of the Multinational Association of Supportive Care in Cancer. Ref.ID: 561 |
Prospektiv
Multizentrisch
Offen
Randomisiert
2 Arme
Eingeschlossen: 97 Ausgewertet: 95; Attrition Arm A: 1x zu beschäftigt; 1x Angehöriger krank (vor Beginn der Intervention)
Follow-up ausgewertet 91; Attrition 6x (Arm A: 4x zu beschäftigt, 1x Patient hospitalisiert, 1x Angehöriger krank)
Land Boston, Massachusetts, Portland, Maine, Portland (Oregon), Zeitraum kA |
Gemischte Diagnosen, Stadium I-IV; Post-OP; RTx, CTX
Patienten: 76.3 % weiblich,
Alter (Median; Range): 56; 24-78
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Arm A: N= 47 3x pro Woche Massage (M= 3.6; SD= 4.05); (5-20 Minuten [M=17.8; SD= 11.86]), Dauer: 4 Wochen
Arm B: N= 50 Kontrollarm 3x pro Woche Vorlesen (M=3.79; SD= 3.39), 5-20 Minuten (M= 22.5; SD= 13.63), Dauer: 4 Wochen
+ nach 4 Wochen konnte Kontrollgruppe in Intervention wechseln und alle Probanden wurden für weitere 16 Wochen beobachtet (longitudinale Daten) |
T0: Baseline vor Intervention T1: nach 1 Woche T2: nach 2 Wochen T3: nach 3 Wochen T4: nach 4 Wochen
Prim. Endpunkte Messung mit Selbstbericht 1x pro Woche
1. Symptomstärke (Level vor Sitzung und 15 Minuten danach, Likert Skala von 1-10)
2. Quality of Life mit FACT-G
3. Stress mit PSS-10
4. Caregiver attitudes (T0 und T1) mit Likert-Skala und Seven-item caregiver esteem subscale des Caregiver Reaction Assessment ausgefüllt von Angehörigen
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Zu 1. Zu T4: Reduzierung der Symptome in beiden Armen (p>0.001); Arm A Reduzierung um 29 (Übelkeit)-44 (Stress/Angst) % und Arm B um 12 (Übelkeit) -28 (Stress/Angst) %; Senkung signifikant höher in Arm A für 3 Symptome: Schmerz (34 vs. 18%; p=0.004); Übelkeit (29 vs. 12%; p=0.002); Andere Symptome (42 vs. 17%; p=0.002); ANOVA Gruppeneffekt für Stress/Angst (F [1.78] =8.82; p=0.004); Schmerz (F [1.79] =4.41; p=0.004); Fatigue (F [1.79] =6.26 p=0.001)
Zu 2. Keine Unterschiede zwischen Gruppen u./o. Zeitpunkten
Zu 3. Keine Unterschiede zwischen Gruppen u./o. Zeitpunkten
Zu 4. Erhöhung der Selbstsicherheit, Komfort, Selbstwirksamkeit in Arm A
Zusammenfassung der Autoren: „Multimedia instruction in touch and massage methods may offer familymembers a viablemeans of enhancing self-efficacy and satisfaction in caregiving while decreasing patient pain, depression, and other symptoms.” |
Laut Angabe keine NW/WW
Erhebung durch 2x wöchentliche Anrufe |
Interessenskonflikte: William Collinge ist der Präsident und Besitzer von Collinge and Associates welches finanziert wird durch NCI für Forschung und Erstellung von Touch, Caring, and Cancer program zur Verbreitung in der Öffentlichkeit. Dr. Collinge hat die volle Kontrolle über alle primären Daten und erlaubt dem Journal auf Nachfrage die Daten zu sichten.
Finanzierung: Dieses Projekt wurde finanziert durch Multimedia Technology Health Communication SBIR/STTR Grants, Health Communication Informatics Research Branch, Behavioral Research Program, Division of Cancer Control and Population Sciences, National Cancer Institute, National Institutes of Health, USA.
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PRO: Ethikvotum vorhanden.
Vergleichbarkeit der Gruppen gegeben (demographische und erhobene Variablen)
Angehörige ohne vorherige Erfahrung als Kriterium
Einbezug der demographischen Variablen als möglicher Einflussfaktor
CONTRA: Keine Intention-To-Treat Analyse
Keine Poweranalyse
Attrition unklar, 6x zu Follow-Up, aber nur -4 bei Auswertung und im Text beschrieben
Stark abweichende mittlere Häufigkeit und Dauer in beiden Armen Keine Erklärung der Art der Massage, Verwirrung ob Touch oder Massage (Akupressur?) angewendet wurde, Intervention kann nicht nachvollzogen werden
Keine Angabe von p-Werten bei chi2 oder Fischer’s Test
Keine validierte Erhebung der Symptomstärke, kein Einbezug möglicher Verzerrungen durch offenes Design
Keine Erklärung für unterschiedliche Stichprobengrößen bei Symptomstärke T-Tests über Studiendauer
Kontrollgruppe für Aufmerksamkeit, aber nicht Berührung
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2b |
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Collinge (2012): Die Autoren testen in dieser Studie ein Lernprogramm, mit dem Angehörige Krebspatienten zuhause massieren können. Die Studie dauerte 4 Wochen und die Angehörigen wurden angewiesen, die Patienten mindestens 3-mal die Woche 5 bis 20 Minuten nach Anleitung zu massieren. Zum Vergleich gab es noch eine Gruppe, die 3-mal wöchentlich von ihren Angehörigen etwas vorgelesen bekommen haben. Die Autoren untersuchten den Einfluss von Massage auf Symptomstärke, Lebensqualität und Stress. Zudem wurde aufgezeichnet, wie sicher und wohl sich die Angehörigen mit der Massage fühlten. Die Ergebnisse zeigen eine höhere Symptomreduktion in der Massagegruppe nach 4 Wochen, für Schmerz Übelkeit und in der Kategorie „andere Symptome“ als in der Kontrollgruppe. Als auch Unterschiede zwischen den Gruppen für Stress/Angst, Schmerz und Müdigkeit, mit besseren Werten für die Massagegruppe. Es zeigten sich keine Effekte für Lebensqualität oder Stress. Die massierenden Angehörigen wurden über die Zeit komfortabler und selbstsicherer in der Anwendung. Diese Studie stellt einen Sonderfall zu anderen Studien dar, da die Massagen nicht von geschultem Personal mit langjähriger Erfahrung, sondern von Angehörigen zuhause durchgeführt wurden. Leider geht der Ausfall der Patienten bzw. der Patienten-Angehörigen Pärchen zahlenmäßig nicht auf, so dass augenscheinlich mehr Personen die Studie verlassen haben, als am Ende noch in der Analyse enthalten sein können. Die Art der gelehrten Massage wird gar nicht beschrieben und es ist unklar ob diese als schwedische bzw. klassische Massage gewertet werden kann. |
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Kinkead et. al. (2017)
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Referenz |
Studientyp |
Merkmale untersuchter Studien |
(verglichene) Interventionen/ (ggf. Dosierung) |
Untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessenskonflikte |
Methodische Bemerkungen |
Evidenzklasse (Oxford) |
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Kinkead (2017): Massage therapy decreases cancer-related fatigue: results from a randomized early phase trial. Cancer. Ref.ID: 303 |
Prospektiv
Monozentrisch Eingeschlossen: Ausgewertet: N=57
Drop-out: Arm B: 1x wegen Vergiftung
Land: USA
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Brustkrebs (Stadium 0-III)
3 Monate – 4 Jahre nach Behandlung
OP + RTX u./o. CTX, Anhaltende CRF
100% weiblich Komorbidität: Fatigue (nach ICD-10 mit BFI Score > 25)
Ausschluss von Schwangerschaft, Drogeneinnahme, anderen psych./psychiatr. Erkrankungen
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Arm A: N= 20 Schwedische Massage Therapie (SMT) beinhaltet: Effleurage (Muskeln aufwärmen), Petrissage (Knetung des Gewebes und der Muskeln), Tapotement (Klopfen, Klatschen, Schröpfen etc.)), Dauer: 6 Wochen, 1x/Woche, á 45 min, zwischen 12 und 18 Uhr Arm B: N= 19 Light Touch, Dauer: 6 Wochen, 1x/Woche, á 45 min, zwischen 12 und 18 Uhr
Arm C: N= 17 Kontrollarm, Warteliste
Massagen wurden durchgeführt von lizensierten Massagetherapeuten von der Atlanta School of Massage |
T0: Baseline vor Intervention T1-5: Nach jeder Behandlung T6: 6 Wochen nach Interventionsbeginn
Primäre Endpunkte: 1. Fatigue mit MFI und PROMIS (Arm A und B: T0, T3, T6; Arm C: T0, T6)
2. Lebensqualität mit Q-LES-Q (Arm A und B: T0, T3, T6; Arm C: T0, T6)
Sekundäre Endpunkte: 3. Patientenmeinung zu Vertrauenswürdigkeit und Erwartung von Behandlungen mit CEQ
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„Modified Intention-to-Treat-Analyse“
Zu 1.: T0-T6: Interaktion von Behandlungen im Zeitverlauf: Verringerung der Fatigue für Arm A (M=-16.50; SD=6.37) und B (M=-8.06; SD=6.50) und Erhöhung in Arm C (M=+5.88; SD=6.48) bei MFI-Score (p<0.0001) und PROMIS-Score (Arm A: M= -5.49; SD= 2.53; Arm B: -3.24; SD= 2.57) ausgenommen Arm C (M=-0.06; SD=1.88; p=0.0008); Effektstärke bei MFI/PROMIS: Arm A > Arm B > Arm C (Arm A vs. Arm B: ES=-1.28 [KI: 21.96, 20.60],-0.86 [KI: 21.51, 20.21]; Arm A vs. Arm C: ES=-3.39 [KI: 24.42, 22.37],-2.06 [KI: 22.87, 21.25]; Arm B vs. Arm C: ES=-2.09 [KI: 22.90, 21.28],-1.20 [KI: 21.90, 20.49])
Zu 2.: Verbesserung der Lebensqualität für Arm A (M=+8.11; SD=8.20) und B (M=+1.85; SD=8.37) und Verschlechterung in Arm C (M=-5.78; SD=8.24; p=0.0019); Effektstärke: Arm A > Arm B > Arm C (Arm A vs. Arm B: ES=0.74 [KI: 0.10, 1.38]; Arm A vs. Arm C: ES= 1.64 [KI: 0.89, 2.40]; Arm B vs. Arm C: ES= 0.89 [KI: 0.21, 1.57]
Zu 3.: keine Zusammenhänge zu Veränderungen in Endpunkten 1 und 2
Zusammenfassung der Autoren: „These findings indicate that patients suffering from chronic CRF may receive at least short-term relief on their symptoms from weekly Swedish massage.” |
Druckstellen/Blutergüsse (bruising) an Stellen der Venenpunktion (12/39 Personen) |
Erika R. Larson, Dedric Carroll, Margaret Sharenko, und James Nettles sind Angestellte bei the Atlanta School of Massage. Mylin A. Torres ist ein Berater und im Beirat für Blue Earth Diagnostics. Boadie W. Dunlop erhielt Forschungsunterstützung von Acadia, Assurex, Axsome, Bristol-Myers Squibb, Janssen, GlaxoSmithKline, NIMH, Otsuka, Pfizer, und Takeda waren Berater für Pfizer und Medavante. Jeffrey J. Rakofsky erhielten Forschungsunterstützung von Assurex und Takeda. |
PRO:
Vergleichbarkeit der Gruppen gegeben.
Kurze Anamnese zu Beginn jeder Erhebung
Standardisierte und protokollierte Behandlung in Arm A und B
Anweisung zu minimalen Dialogen zwischen Behandler und Patient, gleicher (zertifizierter) Behandler bei Arm A und B
Ausführliche Beschreibung der statistischen Analyse
Kontrolliert für Erwartungen der Probanden an Intervention
CONTRA: Keine Placebo-Kontrollgruppe
Keine Angabe von Reliabilität der verwendeten Messinstrumente
Keine Angaben zu statistischen Auswertungen des CEQ („data available on request“), sodass Kontrollrechnungen nicht nachvollzogen werden können
Keine Erklärung, warum Arm C nicht auch zu T3 erhoben wurde
Hohe SD in Baseline Messungen der Variablen |
1b- |
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Kinkead 2017: Die Vergleichsstudie untersucht den Einfluss von Schwedischer Massage auf Fatigue bei Brustkrebspatientinnen. Die Patientinnen erhielten entweder eine Schwedische Massage, eine leichte Berührung (Placebo-Gruppe) oder waren nur Teil der Warteliste (Kontrollgruppe). Die Behandlung dauerte insgesamt 6 Wochen, in den ersten beiden Gruppen erfolgte die Behandlung 1x pro Woche für je 45 Minuten. Vor Beginn der Behandlung, nach jedem einzelnen Termin und 6 Wochen nach Start der Behandlung erhielten die Teilnehmer Fragebögen zum Einschätzen ihrer Fatigue-Beschwerden und der Lebensqualität. Sowohl die Gruppe mit der schwedischen Massage als auch die Gruppe mit leichter Berührung berichteten nach den 6 Wochen von deutlich weniger Fatigue-Beschwerden und zeigte eine höhere Lebensqualität als die Kontrollgruppe. Die Effekte bei der Gruppe mit schwedischer Massage waren höher, als bei der Gruppe mit leichter Berührung. Die Studie zeigt damit, dass eine schwedische Massage Beschwerden der Fatigue zumindest kurzfristig verbessern kann. Die Anwendung einer „modified Intention-To-Treat-Analyse“, welche im Gegensatz zur Standardversion mehr Freiheiten und Flexibilität im Umgang mit den Daten zulässt, zusammen mit der hohen Anzahl an Interessenskonflikten mindert die Glaubwürdigkeit der objektiven Analyse und Darstellung der Ergebnisse. |
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Mustian et. al. (2011) (2)
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Referenz |
Studientyp |
Merkmale untersuchter Studien |
(verglichene) Interventionen/ (ggf. Dosierung) |
Untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessens-konflikte |
Methodische Bemerkungen |
Evidenz-klasse (Oxford) |
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Mustian (2011): Polarity Therapy for Cancer-Related Fatigue in Patients With Breast Cancer Receiving Radiation Therapy: A Randomized Controlled Pilot Study. Integrative cancer therapies. Ref.ID: 527 |
Prospektiv
Monozentrisch
Attrition: N=2 (freiwillig zurückgezogen, weil nicht genug Zeit) Drop-out: N=3 (1x keine Daten für T2 und T3, 1x kein Fatigue Tagebuch, 1x partiell Tagebuchdaten) Suchzeitraum: kA
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Mammakarzinom (Stadium 0-III)
Mindestens Score 2 (von 11) in Screening Interview für Fatigue
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Arm A: N=13; Standard Care + Polarity Therapy N=15 N=15, standard care, |
T0: Baseline, vor erster Intervention T1: nach Woche 1 T2: nach Woche 2 T3: nach Woche 3
Primärer Endpunkt:
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Zu 1.: mit BFI keine signifikanten Unterschiede zwischen Gruppen u./o. Zeitpunkten, Tagebuch: ANOVA mit Messwiederholung: signifikante Reduzierung der CRF in Arm A im Vergleich zu B (p=0.04), ANCOVA: gemittelt über gesamte Interventionsdauer nichtsignifikante Verbesserung der Fatigue in Arm A gegenüber anderen Armen (p=0.08; Arm A vs. Arm B ES=0.96; Arm A vs. Arm C ES=0.80)
Zu 2.: kein signifikanter Unterschied zwischen Armen u./.o. Zeitpunkten
Zusammenfassung der Autoren: „The present study supports previous experimental research showing that PT, a noninvasive and gentle energy therapy, may be effective in controlling CRF.“ |
Keine Angaben zu NW
Keine systematische Erfassung |
Laut Angabe keine CoI
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PRO: Ethikvotum vorhanden
Vergleichbarkeit der Gruppen bezüglich demographischer Variablen.
Placebo-Kontroll-Gruppe
Detaillierte Beschreibung der Massagetechnik
Baseline-Unterschiede als Kontrollvariable in Analysen einbezogen
Nachvollziehbare statistische Analysen,
Kritische Betrachtung des eigenen Vorgehens und den Ergebnissen:
Masseure mit Erfahrung bei Krebspatienten
Gründliche statistische Kontrolle der Analysen und Anwendung von Korrekturen (Bayesian Analyse als Kontrolle für kleine Stichprobenzahl und hohe SD)
Intention zu minimalen Dialogen zwischen Behandler und Patient
CONTRA: Kleine Stichprobe
Zu T0: höhere Fatigue-Werte in Arm A (M=3.7; SD=2.3) und Arm B (M=3.0; SD=1.7) als Arm C (M=1.8; SD=1.4; p=0.03) im BFI als auch im Daily Diary (p=0.003)
Uneinheitliche Angaben in Tabellen und Text
Verzerrungen auf subjektive Endpunkte möglich, da Probanden über Ziel der Studie aufgeklärt wurden („Participants were told that this was a study examining the efficacy of Polarity and massage for improving fatigue.“)
Keine Intention-to-Treat-Analyse,
Drop-out unzureichend beschrieben
Keine Standardisierung der eingenommenen Medikamente der Probanden
Keine Kontrolle über weitere KAM der Patienten |
2b |
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Mustian 2011: Die Studie untersucht den Einfluss von Massage auf Fatigue bei Brustkrebspatientinnen unter Strahlentherapie. Die Patientinnen wurden zufällig einer von 3 Gruppen zugeteilt: Eine Gruppe mit einer „Polarity Therapy“, eine Gruppe mit einer schwedischen Massage und einer Kontrollgruppe ohne Massage. Alle Gruppen erhielten auch weiterhin die reguläre, schulmedizinische Behandlung. Fatigue wurde auf 2 Arten erhoben: mit einem Fragebogen, der zu 4 Zeitpunkten ausgefüllt wurde, und mit einem Tagebuch, das täglich über 4 Wochen geführt wurde. Lediglich für die Werte aus dem Tagebuch ergab die Studie, dass Patientinnen mit „Polarity Therapy“ den beiden anderen Gruppen überlegen waren und weniger an Fatigue litten. Die Effekte waren jedoch klein bis moderat und wurden ohne Einbezug der zwischen den Gruppen verschiedenen Ausgangswerte der Fatigue berechnet. Mit Einbezug dieser Werte, werden die Effekte nicht mehr signifikant. Andere Messungen ergaben keine Unterschiede zwischen den Gruppen oder Verbesserungen über die Zeit. Die Studie empfiehlt nicht zur Anwendung der „Polarity Therapy“ außerhalb klinischer Studien. Die Ergebnisse müssen erst noch in größeren Stichproben abgesichert und verfestigt werden. |
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Billhult et. al. (2008)
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Referenz |
Studientyp |
Merkmale untersuchter Studien |
(verglichene) Interventionen/ (ggf. Dosierung) |
Untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessenskonflikte |
Methodische Bemerkungen |
Evidenzklasse (Oxford) |
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Billhult (2008): The effect of massage on cellular immunity, endocrine and psychological factors in women with breast cancer -- a randomized controlled clinical trial. Autonomic Neurosciense: Basic & Clinical. Ref.ID: 296 |
Prospektiv
Monozentrisch
Randomisiert
Offen
2 Arme
Eingeschlossen N=22 (Ausgewertet N=22, Drop-Out=k.A.)
Schweden Zeitraum: kA
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Brustkrebs
(alle Stadium 1, außer 1 Pat. Stadium 3),
Post-OP, RTX
Alter: Mittelwert=62, Range= 51- 83
100% weiblich
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Arm 1: N=11 Massage der Hände oder Füße 10x 20 Min. innerhalb von 3-4 Wochen, jeweils direkt nach RTX
Arm 2: N=11 Unstrukturierte Unterhaltung 10 x 20 Min., innerhalb von 3-4 Wochen |
T0: vor der ersten Sitzung, T1: vor der letzten Sitzung
1. Angst mit HADS
2. Depression mit HADS
3. QoL mit LSQ
4. Angst als aktueller Zustand mit STAI
5. Angst als Persönlichkeitszug mit STAI |
Mediandiff. von T0-T1 (25.-75. Perzentil)
1: Keine sign. Unterschiede zwischen den Gruppen (Arm A: MD=-2 [-6, +2], Arm B: MD=0 [-2, +2]; p=k.A.)
2: Keine sign. Unterschiede zwischen den Gruppen (Arm A: MD=0 [-3, +2], Arm B: MD=0 [0,1]; p=k.A.)
3: Keine sign. Unterschiede zwischen den Gruppen (Arm A: MD=+5 [-1.6, +6.3], Arm B: MD=0 [-3.7, +2.9]; p=k.A.)
4. Keine sign. Unterschiede zwischen den Gruppen (Arm A: MD=0 [-10,0], Arm B: MD=-3 [-9; +6]; p=k.A.)
5. Keine sign. Unterschiede zwischen den Gruppen (Arm A: MD= -3 [-5, +1], Arm B: MD= -1 [-3; +11]; p=k.A.)
Zusammenfassung der Autoren: “We were not able to demonstrate any differences in outcome between treatment groups on cellular immunity, cortisol, oxytocin, anxiety, depression or quality of life when administering repeated effleurage to part-body.” |
Keine Angaben zu NW |
Valter Andersson's Foundation, Gunnar Nilssons Cancer Research Foundation, The Foundation Föreningssparbanken Sjuhärad, and the Health and Medical Care Executive Board of the Region Västra Götaland |
PRO: Die Vergleichbarkeit der Gruppen wurde zu Beginn hinsichtlich aller Outcomes überprüft
Aktive Kontrolle
Ethikvotum vorhanden
CONTRA: Kleine Stichprobe, Poweranalyse nur für die biologischen Marker-Outcomes berechnet, nicht für die psych. Parameter, daher sehr große Perzentile
Keine Angabe der p-Werte
Keine Angabe des Drop-outs
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2b |
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Billhult 2008: In dieser Studie wurden 22 Brustkrebspatientinnen, die bereits eine OP hatten und zur Radiotherapie eingeteilt wurden, zufällig in zwei Gruppen eingeteilt: eine Gruppe hat nach jeder Radiotherapie-Sitzung eine Massage der Hände/Arme oder der Füße/Beine bekommen, während die andere Gruppe Aufmerksamkeit in Form eines unstrukturierten Gesprächs bekommen hat. Beides wurde von der gleichen Krankenschwester durchgeführt, die auch ausgebildete Masseurin ist. In beiden Gruppen wurden verschiedene Immunparameter und psychologische Daten erhoben, nämlich Angst, Depression und Lebensqualität. Die Gruppen unterschieden sich weder zu Beginn der Behandlung noch nach der Behandlung in diesen Parametern. Es konnte also kein Effekt gezeigt werden. Methodisch ist anzumerken, dass die Stichprobengröße sehr klein war. Da psychologische Belange nicht sehr genau erfasst werden können, braucht man größere Stichproben, um kleine Effekte finden zu können. Ein großer Effekt würde sich allerdings auch in kleinen Stichproben zeigen lassen. |
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Dyer et. al. (2013) (2)
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Referenz |
Studientyp |
Merkmale untersuchter Studien |
(verglichene) Interventionen/ (ggf. Dosierung) |
Untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessenskonflikte |
Methodische Bemerkungen |
Evidenzklasse (Oxford) |
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Dyer (2013): Is reflexology as effective as aromatherapy massage for symptom relief in an adult outpatient oncology population? Complementary Therapies in Clinical Practice. Ref.ID: 615 |
Prospektiv
Monozentrisch
Offen
Randomisiert
2 Arme, Eingeschlossen: N = 115, Ausgewertet: N = 115 für MYCaW und N= 105 für VAS (Drop-out Arm A N= 4, Arm B N=7).
Land: Großbritannien, Zeitraum: 09/2010-02/2012 |
Mammakarzinom (63%), Magen/Darmkarzinom, Ovarialkarzinom, Hämatologische Formen, Kopf-Hals-Karzinom, Lungenkarzinom, Hirntumoren, Sarkom, Hautkrebs, Urologisches Karzinom, Primärkarzinom unbekannt
93% weiblich, Alter: Mittelwert (SD): Arm A: 53.76 (11.36); Arm B: 54.72 (11.12)
Behandlung: Arm A: 17 CTX, 41 andere Arm B: 14 CTX, 40 andere |
Arm A: N = 58 Aromatherapie-Massage (4 Sitzungen für jeweils 1 h, auf durchschnittl. 10 Wochen verteilt)
Arm (B): N = 57 Reflextherapie (4 Sitzungen, Dauer: kA)
|
Primäre Endpunkte 1. MYCaW (Vor der ersten und nach der letzten Sitzung): first concern scores (Probleme und Sorgen)
Sekundäre Endpunkte 2. MYCaW: second concern scores (Probleme und Sorgen)
3. MYCaW: Overall Wellbeing Scores
4. VAS Relaxation Scores (jeweils vor und nach den 4 Sitzungen): Veränderung der Werte vor und nach der Behandlung an den jeweiligen 4 Zeitpunkten
5. VAS Relaxation Scores: Veränderung der Werte über alle 4 Zeitpunkte hinweg, Gruppenvergleich
6. Prozentzahl der Patienten, die eine Verbesserung auf mind. einer Skala des MYCaW haben, Gruppenvergleich
7. MYCaW: qualitative Angaben der Patienten/ Kommentare |
1. MD= 0.453 (SE = 0.323) zugunsten der Aromatherapie, allerdings ist dies signifikant weniger als ein Punkt auf der Skala (p=0.046).
2. Signifikante und klinisch relevante Verbesserung in beiden Gruppen (Reflexmassage: MD= -1.44 [95% KI: -1.90, -0.97]; p= k.A.; Aromatherapie Massage: MD= -1.98 [95% KI: -2.49,-1.47]; p=k.A.), aber keine signifikanten Gruppenunterschiede (MD= 0.54 [95% KI: -0.14, 1.22]; p=k.A.)
3. Signifikante und klinisch relevante Verbesserung über die Zeit in beiden Gruppen (Reflexmassage: MD= -0.70 [95% KI: -1.16, -0.24]; Aromatherapie Massage: MD= -1.16 [95% KI: -1.15, -0.80]), aber keine sign. Gruppenunterschiede (MD= 0.45 [95% KI: -0.12, 1.03]; p=k.A.).
4. Kein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen (p= 0.489).
5. Kein signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen (p= 0.408)
6. Arm A: 82% bis 91% auf den verschiedenen Skalen, Arm B = 68% bis 86% auf den verschiedenen Skalen. Keine signifikanten Gruppenunterschiede
7. Die häufigste Antwort auf die Frage “Was war das wichtigste für dich?” war “Entspannung und Zeit für mich selbst” in beiden Armen
Zusammenfassung der Autoren: „Our results demonstrate clinical benefit for both interventions for each outcome, but cannot establish superiority of one intervention over the other“ |
Laut Angabe keine NW. |
Laut Angabe keine CoI
Unterstützung durch das Royal Marsden Hospital Charity Panel in Form des Daten- Managers der die Daten der Studien der Therapieabteilung verwaltet (CP08201)
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PRO: Ethikvotum vorhanden. Vergleichbarkeit der beiden Gruppen gegeben. Poweranalyse (90%), Wenig Drop-Out Intent-to-treat-Analyse für den MYCaW, Gute Berichterstattung, nachvollziehbare Statistik CONTRA: NW nicht nach CTCAE erhoben. Keine Intent-to-treat-Analyse für den VAS. Keine Kontrollgruppe ohne Aroma- oder Reflextherapie, zudem keine schlüssige Darlegung, dass Aromatherapie mit Massage als evidenzbasierte Vergleichstherapie gelten kann („The evidence is encouraging but not compelling due to the poor methodological quality of included studies“).
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1b |
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Dyer 2013: In dieser Vergleichsstudie wurden 115 Patienten verschiedener Krebserkrankungen zufällig in eine Gruppe eingeteilt, die entweder Massagen mit Aromatherapie oder Reflextherapie erhalten haben. In beiden Gruppen wurden verschiedene Parameter der Lebensqualität erhoben, darunter konnten die Teilnehmer selbst angeben, welche negativen Auswirkungen die Krebserkrankung auf sie hat und wie sich diese durch die Behandlung mit Aromatherapie/ Reflextherapie verändert haben. Dabei konnte gezeigt werden, dass beide Behandlungen bedeutsame positive Effekte auf die erhobene Lebensqualität hatten, sich darin aber nicht voneinander unterschieden. Diese Studie zeigt also, dass die Aromatherapie mit Massage der Reflextherapie in Bezug auf die Verbesserung der hier gemessenen Lebensqualität nicht unterlegen, aber auch nicht überlegen ist. Die Reflextherapie ist selbst keine etablierte Therapie, von der man ausgehen kann, dass ihr Effekt über ein Placeboeffekt hinausgeht. (Hier sei auf die Recherchen zur Reflextherapie verwiesen) |
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Kutner et. al. (2008)
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Referenz |
Studientyp |
Merkmale untersuchter Studien |
(verglichene) Interventionen/ (ggf. Dosierung) |
Untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessenskonflikte |
Methodische Bemerkungen |
Evidenzklasse (Oxford) |
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Kutner (2008): Massage Therapy vs. Simple Touch to improve Pain and Mood in Patients with Advanced Cancer: A randomized Trial. Annals of internal medicine. Ref.ID: 347 |
Prospektiv
Multizentrisch
Nur Verblindung des Interviewers für „nachhaltige“ nicht aber „kurzfristige“ Endpunkte
Randomisiert
2 Arme,
Eingeschlossen: N= 380 Ausgewertet (sofortige Endpunkte): 298, A: 151, B: 147 Ausgewertet (nachhaltige Endpunkte): 348, A: 171, B: 177
Attrition: Arm A 37x, Arm B 45x; Keine Behandlung erhalten: Arm A 21x (3x verstorben, 13x ausgeschlossen, 5x andere Gründe) und Arm B 30x (8x verstorben, 16x ausgeschlossen, 6x andere Gründe); keine verwertbaren Daten: Arm A 17x (2x verstorben, 11x ausgeschlossen, 3x andere Gründe) und Arm B 15x (4x verstorben, 7x ausgeschlossen, 4x andere Gründe) + 1x Datenpaket verloren gegangen
Kein Unterschied zwischen Gruppe welche eingeschlossen und jener die randomisiert wurden auf demographischen Variablen. Rekrutiert aber nicht randomisiert hatten höhere Wsk für Metastasen im Gehirn (21% vs. 12%, p=0.01) und hatten weniger starke Schmerzen in den letzten 24 Stunden und der letzten Woche (5.3 vs. 6.5, p=0.1 und 6.2 vs. 7.7, p=0.002, 0 – 10 Skala)
Kein Unterschied zwischen Gruppe welche randomisiert und jener die randomisiert wurden, aber keine Behandlung erhalten haben auf demographischen Variablen. Randomisiert zu Arm A aber keine Behandlung hatten stärkere Schmerzen in den letzten 24 Stunden vor der Rekrutierung im Vergleich zu denen, die mindestens 1x Behandlung erhalten haben (7.5 vs. 6.5, p=0.01). Jene, welche in Arm A randomisiert wurden und keine verwertbaren Daten gaben, hatten eine kürzere Zeit seit der Diagnose als jene mit verwertbaren Daten (1.2 vs. 2.7 Jahre, p=0.01).
Land: Amerika, Zeitraum: November 2003 – Oktober 2006 |
Gemischte Diagnosen (Lunge, Brust, Pankreas, Kolorektal, Prostata), III-IV, moderate Schmerzen (≥4 auf 0-10 Skala)
Geschlecht: A 64 % weiblich und B 58% weiblich
Alter (MW [ SD [): A 65.2 (14.4) und B 64.2 (14.4)
A: 76% und B: 74% erhielten schon mal professionelle Massage
Vorwiegend Hospizpatienten. |
Arm A: N= 188 Massage (Effleurage (Muskeln aufwärmen), Petrissage (Knetung des Gewebes und der Muskeln) + Bearbeitung bis zu 3 Myofaszial Punkte 0 Lösung von Verspannungen) 6x 30 Minuten, Dauer 2 Wochen
Arm B: N= 192 Simple Touch (Auflegen der Hände für je 3 Minuten auf verschiedene Körperregionen) 6x 30 Minuten, Dauer 2 Wochen; mit Aussicht auf Massage nach Studienende
Massage durchgeführt von lizensierten Masseuren, mit mindestens 6 Monaten Erfahrung mit Krebspatienten im fortgeschrittenen Stadium oder Hospizpatienten + mindestens 500h Programm in Massage
Kontrolle durchgeführt von Personen ohne Vorerfahrung in Körper- oder Energiearbeit |
T0: Baseline T1: 1 Woche nach Randomisierung T2: 2 Wochen nach Randomisierung T3: ca. 3,5 Wochen nach Randomisierung
Prim. Endpunkte 1. sofortige Schmerzveränderung (MPAC, 0-10 Skala) vor/nach jeder Sitzung
2. nachhaltige Schmerzveränderung (BPI, 0-10 Skala) zu T0, T1, T2, T3
Sekund. Endpunkte 3. sofortige Stimmungsänderung (MPAC, 0-10 Skala) vor/nach jeder Sitzung
4. sofortige 60-Sekunden Herzfrequenzrate und Respirationsrate vor/nach jeder Sitzung
5. nachhaltige Quality of Life (MQOL, 0-10 Skala) zu T0, T1, T2, T3
6. nachhaltige physischer und emotionaler Symptom Distress (MSAS, 0-4 Skala) zu T0, T1, T2, T3
7. nachhaltige Medikamentennutzung (Analgetika) zu T0, T1, T2, T3 |
Zu 1.signfikante Verbesserung in beiden Armen (Arm A -1.87 Punkte [KI: -2.07, -1.67], Arm B -0.97 Punkte [KI: -1.18, -0.76]), aber bessere Werte in Arm A (MD=0.90; KI: -1.19, -0.61; p<0.001)
Zu 2. Signifikante Verbesserung in beiden Armen; Kein Unterschied zwischen den Armen (MD= 0.07; KI: -0.23, 0.37)
Zu 3. Signifikante Verbesserung in beiden Armen (Arm A 1.58 Punkte [KI: 1.40, 1.76 = klinisch relevant], Arm B 0.97 Punkte [KI: 0.78, 1.16]), aber bessere Werte in Arm A (MD=0.61; p<0.001)
Zu 4. Beide Arme bessere Werte, aber kein Unterschied zwischen den Armen
Zu 5. Signifikante Verbesserung in beiden Armen, Kein Unterschied zwischen den Armen (MQOL Overall 0.08 [KI: -0.37, 0.53])
Zu 6. Signifikante Verbesserung in beiden Armen, Kein Unterschied zwischen den Armen (MSAS Global Distress Index -0.002 [KI: -0.12, 0.12])
Zu 7. Kein Unterschied zwischen den Armen (parenteral morphine equivalents MD= -0.1 (KI: -0.25, 0.05)
Zusammenfassung der Autoren: “This multisite randomized clinical trial, which was conducted primarily in hospice, suggests that massage may be more effective than simple touch in decreasing pain and improving mood immediately following treatment sessions. Sustained benefits of massage in this population are less evident.“ |
Keine Systematische Erhebung mit CTCAE, nur Formulare ausgefüllt, wenn Patient oder Pfleger spontan NW berichtete
Mortalitätsraten gleich zwischen Armen (26 [13.8%] A vs. 33 [17.2%] B; p=0.40)
Serious adverse Event: 2x A (1x respiratorische Infektion, 1x gastrointernale Blutung) und 6x B (1x Fraktur, 3x Schmerzkontroll-probleme, 1x Anfall, 1x kongestives Herzversagen)
Laut Autoren nicht von der Behandlung verursacht. |
Keine Angaben zu den CoI
Diese Studie wurde finanziert durch National Center for Complementary und Alternative Medicine Mendel/Asarch Lung Cancer Family Foundation Grants Program, Paul Beeson Physician Faculty Scholars in Aging Research Award und Robert Wood Johnson Generalist Physician Faculty Scholars Program.
Keine der Finanzierungen spielte eine Rolle bei der Konzeptualisierung, Design, Implementierung, Analyse, Interpretation oder der Manuskript Vorbereitung.
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PRO: Ethikvotum vorhanden.
Vergleichbarkeit der Gruppen gegeben.
Kriterium, keine Massage in letztem Monat gehabt zu haben.
Detaillierte Beschreibung der Messinstrumente und des statistischen Vorgehens
Kontrolle für multiples Testen
Einbezug von Kovariaten in Analyse
Poweranalyse
Angabe von Konfidenzintervallen
Unterscheidung zwischen klinisch und statistisch relevanten Ergebnissen bzw. Veränderungen
CONTRA: Kein Kontrollarm
Keine Durchführung des Simple Touch durch ausgebildete Personen
Fragebögen alle per face-to-face Interview ausgefüllt Verzerrungen möglich
Es kann nicht von der beschriebenen einfachen Verblindung ausgegangen werden, da die Befrager für die Kurzzeiteffekte nicht verblindet waren und auch die ausführenden Massagetherapeuten nicht verblindet waren.
Keine Angabe von ES, wenig p-Werte
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1b- |
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Kutner (2008): Diese über 300 Probanden-starke Studie, untersuchte den Einfluss von Massage und Simple Touch (Auflegen der Hände für je 3 Minuten auf bestimmte Körperregionen) bei größtenteils Hospizpatienten aus Schmerz, Lebensqualität, Stimmung, Stress, Medikamentennutzung und allgemeine vitale Funktionen. Die Probanden wurden zufällig in 2 Gruppen eingeteilt und erhielten über 2 Wochen entweder mindestens 6-mal eine 30-minütige Massage oder eine 30-minütige Simple Touch Behandlung. Es wurde sowohl die sofortige Schmerzlinderung nach jeder Sitzung, als auch die längerfristige Schmerzlinderung nach der Intervention gemessen. Die Ergebnisse zeigen sofortige eine Verbesserung der Schmerzen und der Stimmung in beiden Gruppen, wobei die Schmerzlinderung und die Stimmungsverbesserung in der Massagegruppe höher waren als in der Simple-Touch-Gruppe. Längerfristig zeigten sich keine Unterschiede zwischen den Gruppen und auch keine Effekte für die anderen erhobenen Endpunkte. Die Studie ist methodisch und statistisch nachvollziehbar dargestellt und werdet die Daten korrekt und mit Rücksichtnahme auf Verzerrungen aus. Die Stichprobe ist angemessen groß und die Autoren gehen kritisch mit ihren Ergebnissen um. Insgesamt sind die Effekte klein, nur kurzfristig und nur die Veränderung für Schmerz ist auch außerhalb der Statistischen Betrachtung relevant. Da es nur eine aktive Kontrollgruppe gibt, wo die Probanden genauso viel Aufmerksamkeit und Berührung erhalten haben, wie die Probanden in der Massagegruppe, kann der alleinige Effekt von Massage nicht abgeschätzt werden. |
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Ovayolu et. al. (2014)
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Referenz |
Studientyp |
Merkmale untersuchter Studien |
(verglichene) Interventionen/ (ggf. Dosierung) |
Untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessens-konflikte |
Methodische Bemerkungen |
Evidenz-klasse (Oxford) |
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Ovayolu (2014): The effect of aromatherapy and massage administered in different ways to women with breast cancer on their symptoms and quality of life. International Journal of Nursing Practice. Ref.ID: 309 |
Prospektiv
Monozentrisch
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Mammakarzinom
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Arm A: N=70 N=70 Arm C: N=70 N=70
Massage durchgeführt von geschulten Personen
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T0: Baseline vor Intervention T1: 6 Wochen nach Intervention T2: 10 Wochen nach Intervention
Prim. Endpunkte:
2. Symptome durch Krebserkrankung mit RSCL
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Zu 1.: signifikante Verbesserung in Arm A-C für Subdomänen: allgemeines Befinden, Appetit, Sexualfunktion (p < 0.001), phys. Symptome/ Aktivität, medizinische Interaktionen und allgemeine Lebensqualität (p<0.05) im Vergleich zu Arm D; keine signifikanten Unterschiede in Schlaf, Wahrnehmung, soziale Beziehungen, Arbeitsbelastung
Zu 2.: Verbesserung in Arm A-C vs. Verschlechterung in Arm D über alle Zeitpunkte hinweg signifikant (p<0.001)
Zusammenfassung der Autoren: „Consequently, it was determined that aromatherapy with fragrance, classic massage and especially aromatherapy massage with aromatic oils increased the total quality of life scale score and subdomain score averages, and decreased the physical and psychological symptoms patients experienced as a result of chemotherapy.” |
Keine Angabe zu NW.
Keine systematische Erfassung |
Keine Angaben zu CoI |
PRO: Ethikvotum vorhanden
Gruppen vergleichbar für demographische Variablen.
Placebo-Kontrollgruppe
Große Stichprobe
Hohes Cronbach-alpha der Messinstrumente über Studienzeitraum
Detaillierte Beschreibung des Ablaufs
CONTRA: Keine Berechnung von Effektstärken oder Kontrasten
T0: signifikanter Unterschied für „Patient-reported quality of life“ für „moderate“
Obwohl angegeben wird, dass Arm A die größten Veränderungen zeigt - kein Gruppenvergleich zwischen den Interventionsgruppen und damit keine statistisch relevante Aussage möglich welche Intervention wirksamer war
Keine Aussage zu Drop-out oder Attrition
Kein Einbezug der Baselinewerte in Analysen
Knappe allgemeine Beschreibung und kurze Datendarlegung mit wenig Ergebnissen im Text
Verzerrung bei subjektiven Endpunkten durch Wissen des Ziels der Studie, vor allem durch fehlende Verblindung (“…patients were provided with necessary explanation about the study’s objectives […] as well as the intended use of the obtained results.“)
Unzureichende Erklärung der Tabellen bzw. Ergebnissen in Tabellen
Unzureichende Beschreibung der demografischen Angaben und klinischen Baselinewerte, keine eindeutige Angabe zum Alter der Probanden, Keine Angaben welche Komorbiditäten vorlagen |
2b |
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Ovayolu 2014: Die Studie untersucht den Einfluss von Aromamassage auf Lebensqualität und körperliche und psychische Beschwerden bei Brustkrebspatientinnen. 280 Brustkrebspatientinnen wurden zufällig 4 Gruppen zugeteilt: Gruppe 1 erhielt 1 Monat lang 3x pro Woche (á 35min) eine Aromamassage, Gruppe 2 erhielt 1 Monat lang 3x pro Woche (á 35min) eine normale Massage, Gruppe 3 erhielt 1 Monat lang 3x pro Woche (á 5min) eine Aromatherapie ohne Massage und Gruppe 4 erhielt keine zusätzlichen Behandlungen zur regulären, schulmedizinischen Behandlung. Lebensqualität und Beschwerden wurden durch einen Fragebogen zu 3 Zeitpunkten erfasst. Die Studie kommt zum Schluss, dass alle Interventionen über alle Zeitpunkte hinweg zu einer Verbesserung der Lebensqualität und einer Verringerung der Beschwerden geführt haben. Es gibt jedoch keinen Vergleich der einzelnen Behandlungsgruppen. Die Studie kann keine statistisch relevante Aussage machen, ob alle Behandlungen gleich wirken oder einige Behandlungen besser wirken, als andere |
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Stringer et. al. (2008)
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Referenz |
Studientyp |
Merkmale untersuchter Studien |
(verglichene) Interventionen/ (ggf. Dosierung) |
Untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessens-konflikte |
Methodische Bemerkungen |
Evidenz-klasse (Oxford) |
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Stringer (2008): Massage in patients undergoing intensive chemotherapy reduces serum cortisol and prolactin. Psycho-Oncology. Ref.ID: 313 |
Prospektiv
Monozentrisch
Randomisiert
Verblindung hinsichtlich der Datenerhebung
3 Arme Eingeschlossen: N = 39 Ausgewertet: N = 39
Land: Großbritannien Zeitraum: Mai 2001 – Juli 2003 |
Isolierte Hämatologische Patienten
59% weiblich Alter: Mittelwert (Range): Arm A: 47 (19-75), Arm B: 57 (-50 (Aroma – Massage – Ruhe) Range: 19-75
CTX, CTX + Transplantat, 1x Anderes |
Arm A: N=13 Aromamassage (v. Patienten selbst bestimmte Körperregion) Dauer: 20min. einmalig
Arm B: N=13 Massage (v. Patienten selbst bestimmte Körperregion) Dauer: 20min. einmalig
Arm C: N=13 Kontrollarm, Ruhe (Rest), Lesematerial, Getränke Dauer: 20min. einmalig
Massagen durchgeführt von einer in Onkologie/Hämatologie qualifizierten Pflegeperson mit Diplom in holitischer Aromaterapie. |
T0: Baseline, 11 Uhr morgens T1: 10 min. nach Sitzung T2: 30 min. nach Sitzung T3: 60 min. nach Sitzung T4: 90 min. nach Sitzung T5: 120 min. nach Sitzung
Primärer Endpunkt: 1. Stressempfinden über Serum Kortisol erhoben 30 min. nach jeder Sitzung
2. Quality of Life mit EORTC QLQ-C30, zu jeder Sitzung vor Intervention über letzten 24 Stunden |
Zu 1.: T2: signifikanter Unterschied zwischen den Gruppen für Kortisol (p=0.002), niedrigere Kortisolwerte in Arm A (M=-18.5) und B (M=-24.3) im Vergleich zu C (M=-6; p=0.034; p<0.0005), keine Unterschiede zu anderen Erhebungszeitpunkten
Zu 2.: niedrigere Werte auf der Skala „Bedürfnis nach Ausruhen/im Bett bleiben“ in Arm A (M=14.15) und B (M=12.14) im Vergleich zu C (M=22.10; p=0.05; p=0.013)
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Keine der Patienten zeigte eine negative physische Reaktion auf die Massage. Aus den Beobachtungen werden keine schädlichen psychologischen Effekte vermutet. Keiner der Patienten aus dem Interventionsarm berichtete von negativen NW im Zusammenhang mit seiner Therapie.
Keine systematische Erfassung. |
Diese Arbeit wurde finanziert durch Christie Hospital NHS Foundation Trust Endowment Funds, ALUPAL und Salford Universität. Übernommen von Jacqui Stringer und als Teil ihrer PhD Arbeit verwendet an der Universität in Salford.
Dieser Artikel enthält originale, nicht publizierte Arbeit und es gab keine finanziellen oder persönlichen Beziehungen zwischen den Autoren und Anderen, aus denen Konflikte oder ein Bias in dieser Arbeit entstehen könnten.
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PRO: Vergleichbarkeit der Gruppen gegeben. Kein Attrition/ Drop-Out Poweranalyse Kontrolle für vorangegangene Aromatherapie Anpassung an nichtparametrische Tests aufgrund fehlender Normalverteilung von Kortisol und Prolaktin Vergleich der Baselinewerte CONTRA: Kontrollgruppe erhält kein Substitut für Intervention während Studie – Aufmerksamkeitseffekte nicht kalkulierbar Keine Aufzeichnung/Häufigkeiten zu massierten Körperstellen oder Anwendung der Öle Keine Standardabweichungen oder Konfidenzintervalle Keine statistischen Vergleiche zu Störungen während der Sitzungen zwischen den Gruppen Keine Angabe zum Zeitrahmen der Studie Sehr kleine Stichprobe insgesamt bzw. in den einzelnen Armen Es kann nicht von einer einfachen Verblindung ausgegangen werden |
2b |
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Stringer (2008): An der Studie nahmen 39 Patienten teil, welcher gleichmäßig in 3 Gruppen aufgeteilt wurden. In den beiden Interventionsgruppen erhielten die Probanden entweder eine 20-minütige Massage mit Aromatherapie oder nur eine Massage. In der Kontrollbedingung durften die Patienten für die Zeit der Intervention ruhen. Untersucht wurde ob Massage bzw. Massage mit Aromatherapie den Kortisol-spiegel der Patienten während der Chemotherapie senken kann. Die Ergebnisse zeigen, dass in beiden Interventionsgruppen der Kortisolspiegel 30 Minuten nach der Massage niedriger ist als in der Kontrollgruppe. Die Erhebung der allgemeinen Lebensqualität zeigt, dass Patienten in den Massagegruppen ein geringeres Bedürfnis nach Ausruhen und im Bett liegen haben, als Patienten in der Kontrollgruppe. Die Studie zeigt das erwartete Ergebnis, allerdings ist die Senkung des Kortisolspiegels nur von kurzer Dauer und verschwindet schon nach weiteren 30 Minuten wieder. Die Stichprobe ist sehr klein und die Kontrollgruppe erhält nicht im selben Maße Aufmerksamkeit wie die Interventionsgruppen. |
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Sharp et. al. (2010) (2)
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Referenz |
Studientyp |
Merkmale untersuchter Studien |
(verglichene) Interventionen/ (ggf. Dosierung) |
Untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessenskonflikte |
Methodische Bemerkungen |
Evidenzklasse (Oxford) |
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Sharp (2010): A randomised, controlled trial of the psychological effects of reflexology in early breast cancer. European Journal of Cancer. Ref.ID: 610 |
Prospektiv
Multizentrisch
Randomisiert
Offen
3 Arme Eingeschlossen: N = 183 Ausgewertet: N = 183 (Drop-out: Arm A: 3; Arm B: 3, Arm C: 11)
Land: Großbritannien Zeitraum: 11. Juni 2002 – 15. Februar 2005 |
Mammakarzinom (Stadium 0-II)
Kürzlich Erstdiagnose, Post-OP, RTX, CTX
100% weiblich Alter: Mittelwert (SD)=58.78 (10.31); Range: 32-81
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Arm A: N=60 Reflextherapie +Usual care + Self-Initiated-Support (SIS) Dauer: 8 Wochen,1x/ Woche á 60min.
Arm B: N=61 Kopfmassage + Usual Care + SIS Dauer: 8 Wochen,1x/ Woche á 60min.
Arm C: N=62 Kontrollarm, Usual Care +SIS
Therapeuten geschult nach Scottish Institute of Reflexology |
T0: Vor Intervention, 6 Wochen nach OP (+/- 1 Woche) T1: 4 Wochen nach Intervention, 18 Wochen nach OP T2: 24 Wochen nach OP
Primäre Endpunkt: 1. Lebensqualität mit TOI, FACT-B zu T1
Sekundäre Endpunkte: 2. Entspannung (Subskala) und Stimmungen (Gesamtscore) mit MRS zu T1 und T2
3. Angst u. Depression mit HADS zu T1 und T2
4. Einsatz von CAM mit CMQ zu T1 und T2
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Zu 1.:
FACT: Höhere Werte für funktionelles Wohlbefinden und Gesamtscore in Arm A (M= 23.17; KI: 22.01, 24.33; M= 118.60; KI: 114.93, 112.26) im Vergleich zu C (M= 21.04; KI: 19.90, 22.17; M= 111.70; KI: 108.10, 115.30; p=0.03; p=0.03)
Zu 2.: T1: Arm A und Arm B (M= 100.94; KI: 91.36, 110.53; M= 100.23; KI: 90.77, 109.69) berichten von höherer Entspannung als Arm C (M=74.02; KI: 64.58, 83.45; p<0.0005; p<0.0005); Im Gesamtscore des MRS: Arm A und B (M= 614.98; KI: 581.90, 648.05; M= 633.36; KI: 600.61, 666.11) besser als Arm C (M= 534.78; KI: 502.20, 567.36; p=0.003; p<0.0005)
T2: Arm A (M= 107.30; KI: 97.91, 116.69) signifikant höhere Entspannung als Arm C (M= 89.07; KI: 79.82, 98.32; p=0.02)
Zu 3.& 4.: kein Unterschied zw. Armen zu keinem Zeitpunkt
Zusammenfassung der Autoren: „The findings reported here suggest that when compared to SIS, reflexology and massage have statistically significant, and, for reflexology, clinically worthwhile, effects on quality of life following surgery for women with early breast cancer accessing a UK NHS support centre.” |
Keine Angabe zu NW.
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Laut Angabe keine CoI.
Forschung unterstützt durch UK National Health Service, National Cancer Research and Development Programme. |
PRO: Ethikvotum vorhanden
Vergleichbarkeit der Gruppen gegeben.
Intention-to-Treat-Analyse
Baseline-Analyse
Nachvollziehbare statistische Analysen mit angemessenen statistischen Korrekturen
Sensitivitätsanalysen
Ausführliche Massagebeschreibung
Kontrolle auf zusätzliche KAM Verfahren und psychische Auffälligkeiten
Bonferroni-Korrektur
CONTRA: Kein Bericht von Effektstärken
Keine Angaben zu Verblindung
Keine Angabe welche KAM Verfahren zusätzlich von Probanden genutzt
Keine Angaben über Art der Komorbiditäten
Keine Angabe von Drop-Out Gründen
Unklare Anwendung von statistischen Analysen, wurden T-tests, Chi² Tests oder ANOVAs durchgeführt? |
2b |
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Sharp 2010: Die Studie untersucht den Einfluss von Reflextherapie auf die Lebensqualität und den Entspannungszustand bzw. die Stimmung bei Brustkrebspatientinnen nach einer Operation. 183 Brustkrebspatientinnen wurden zufällig einer von 3 Gruppen zugeteilt: Eine Gruppe mit einer Reflextherapie und psychologischer Unterstützung (Interventionsgruppe), eine Gruppe mit Massage und psychologischer Unterstützung (Placebo-Kontrolle) und eine Gruppe mit rein psychologischer Unterstützung (Kontrollgruppe). Alle Gruppen erhielten weiterhin die reguläre schulmedizinische Behandlung bei Brustkrebs. 18 Wochen nach der Operation berichtetet die Placebo-Kontrollgruppe von einer besseren Lebensqualität als die Kontrollgruppe und beide Interventionsgruppen von einer besseren Stimmung (i.S.v. Entspannung) als die Kontrollgruppe. 24 Wochen nach der Operation berichtete die Reflextherapiegruppe von einer höheren Lebensqualität, einer höheren Entspannung und einem höheren Wohlbefinden als die Kontrollgruppe. Die Studie ist ein Hinweis darauf, dass Reflextherapie die Lebensqualität bei Brustkrebspatientinnen verbessern kann. Kurzfristig ist die Therapie in ihrer Wirkung einer Massage vermutlich gleichzusetzen. |
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Darabpour et. al. (2016)
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Referenz |
Studientyp |
Merkmale untersuchter Studien |
(verglichene) Interventionen/ (ggf. Dosierung) |
Untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessenskonflikte |
Methodische Bemerkungen |
Evidenzklasse (Oxford) |
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Darabpour (2016): Effects of Swedish Massage on the Improvement of Mood Disorders in Women with Breast Cancer undergoing Radiotherapy. Iranian Red Crescent Medical Journal. Ref.ID: 297 |
Prospektiv
Monozentrisch
Randomisiert
Offen
2 Arme, Eingeschlossen N=114, Ausgewertet N=100 (Attrition Arm A: 4, Arm B: 10, keine Intent-to-treat Analyse)
Iran, 2014 |
Brustkrebs
Stadium 1-3
Post-OP, RTX
Alter: Range= 20-60 Jahre |
Arm 1: N=53 Schwedische Massage 3x 30 Min./ Woche, für 5 Wochen
Arm 2: N=61 Routine care |
T0: vor der Intervention, T1: nach 5 Wochen
1. Globale Skala für affektive Störungen mit ACS
2. Ärger mit ACS-Unterskala
3. Positive Stimmung mit ACS-Unterskala
4. Depression mit ACS-Unterskala
5. Angst mit ACS-Unterskala |
Mittelwertsdifferenz T0-T1 (Standardabweichung)
1. Sign. bessere Werte in Arm A als Arm B (Arm A: MD= -1.10 [0.46], Arm B: MD= -0.02 [0.39]; p<0.001)
2. Sign. bessere Werte in Arm A als Arm B (Arm A: MD= 1.33 [0.78], Arm B: MD= 0.01 [0.42]; p<0.001)
3. Sign. bessere Werte in Arm A als Arm B (Arm A: MD= 0.87 [0.50], Arm B: MD= 0.01 [0.32]; p<0.001)
4. Sign. bessere Werte in Arm A als Arm B (Arm A: MD= 1.16 [0.74], Arm B: MD= 0.13 [1.40]; p<0.001)
5. Sign. bessere Werte in Arm A als Arm B (Arm A: MD= 1.16 [0.51], Arm B: MD= 0.01 [0.32]; p<0.001) |
Angabe von Gastrointestinalen Beschwerden (N = 7), aber keine Angabe in welchem Arm |
Diese Studie wurde finanziell unterstützt durch Tehran University of Medical Sciences. |
PRO: Ethikvotum vorhanden.
Poweranalyse
Vergleichbarkeit der Gruppen zur Baseline wurde hinsichtlich aller Kriterien überprüft
CONTRA: Keine aktive Kontrolle
Laut Angabe wurde eine Intent-to-treat-Analyse durchgeführt, im dargestellten Flowchart wird aber deutlich, dass es einen Verlust/Attrition von N=14 (12%) gab, der von den Analysen ausgeschlossen wurde
Statistische Analysen nicht sicher nachvollziehbar. Beziehen sich die p-Werte auf den Unterschied zwischen den Armen zu T1 oder nur auf den Unterschied zwischen T0 und T1 in Arm A?
Keine Angaben der Effektgrößen
Keine Angabe, in welcher Gruppe die gastrointestinalen Beschwerden aufgetreten sind. |
2b |
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Darabour 2016: In dieser Studie wurden Brustkrebspatientinnen nach ihrer OP, begleitend zur Radiotherapie, zufällig in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe hat drei Mal wöchentlich über 5 Wochen eine Schwedische Massage erhalten, die andere Gruppe keine besondere Behandlung. Die Studie stellt positive Effekte in der Massagegruppe auf Ärger, Angst, Depression und positive Stimmung dar, die mit einem entsprechenden Fragebogen erhoben wurden. Die Beschreibung der statistischen Analysen ist sehr knapp und die Darstellung der Fallzahlen inkonsistent. Es liegt daher ein hohes Verzerrungsrisiko vor. Darüber hinaus wurde nicht angeben, ob die gefundenen Effekte auch in einem relevanten Bereich liegen, also einen spürbaren Unterschied für die Patientinnen machen. Zudem können diese Effekte nicht explizit der Massage zugeordnet werden, da die Massagegruppe insgesamt viel mehr Aufmerksamkeit und Zuwendung bekommen hat. |
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Listing et. al. (2010)
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Referenz |
Studientyp |
Merkmale untersuchter Studien |
(verglichene) Interventionen/ (ggf. Dosierung) |
Untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessens-konflikte |
Methodische Bemerkungen |
Evidenz-klasse (Oxford) |
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Listing (2010): The efficacy of classical massage on stress perception and cortisol following primary treatment of breast cancer. Archives of women's mental health. Ref.ID: 305
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Prospektiv
Monozentrisch
Randomisiert
Offen
2 Arme Drop-Out: Arm A: 1;B: 4, da nicht zu Terminen erschienen (Listing et al. (2009) Massage therapy reduces physical discomfort and improves mood disturbances in women with breast cancer.” Psychooncology 18(12):1290–1299).
Erhobene Endpunkte vorliegender Studie, sind sekundäre Endpunkte der Listing Studie 2009 |
Brustkrebs (Stadium I-III) Erstdiagnose innerhalb der letzten 4 Jahre und mindestens 3 Monate nach erster Behandlung
100% weiblich
Post-OP + CTX u./o. RTX
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Arm A: N=17 N=17 |
T1: Woche 1, Baseline T2: Woche 5, nach Intervention T3: Woche 11, nach Intervention
Primäre Endpunkte:
2. Stimmung mit BSF (N=26, Arm A: 14, Arm B: 12) erhoben zu T1, T2 und T3
3. Endokrine Messungen (Kortisol, Serotonin) mit Blutprobe (N=34) erhoben zu T1, T2 und T3
|
Zu 1.: keine signifikanten Unterschiede zwischen Gruppen (ANCOVA); nur signifikante Verringerung bei Skalen Sorge (T1-T3: MD= −0.92; 95%KI: −8.42, -6.58; p=0.003), Anspannung (T1-T2: MD= −6.07; KI: −15.19, - 3.06; p=0.001) und Anforderungen (T1-T3: MD= −2.73; KI: −10.36, -4.91; p=0.048) des PSQ in Arm A über verschiedene Messzeitpunkte (nicht in Arm B)
Zu 2.: Nur 2 von 6 Skalen wurden in Gruppenvergleich zu T2 signifikant (zornig ES=0.82, ängstlich/depressiv ES=0.90) mit geringeren Werten für Arm A; zu T3 wurde nur 1 Skala (Müdigkeit) signifikant (ES=0.79), mit geringeren Werten in Arm A
Zu 3.: keine Unterschiede zwischen Gruppen bei Serotonin; keine Unterschiede zwischen Gruppen in Kortisol, aber signifikante Verringerung von Kortisol innerhalb von Arm A von T1 zu T2 (p=0.03) mit nichtsignifikanter Erhöhung zu T3
Zusammenfassung der Autoren: „Our study suggests that massage therapy may lead to a short-term reduction of stress perception and cortisol levels.” |
Erhöhter Blutdruck (1) |
Keine Angaben zu CoI,
Laut Autoren ohne externe Finanzierung durchgeführt. |
PRO: Vergleichbarkeit der Gruppen gegeben. Gründliche Voruntersuchung der Probanden Detailliertes Massageprotokoll vorhanden Nachvollziehbare statistische Analysen Einbeziehung der Baseline-Werte als Kovariate in ANCOVA Nutzung validierter Fragebögen Vergleich der Baselines der Drop-Outs mit verbliebenen Teilnehmern übersichtliche Angabe der Drop-Outs und einbezogener Probandenanzahl in Analysen Detaillierte Beschreibung des Studienablaufs CONTRA: Keine Placebo-Kontrollgruppe Geringe Stichprobengröße, insbesondere für Gruppenvergleich unterschiedliche Probandenanzahl in Analyse der Endpunkte |
2b |
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Listing 2010: Die Studie vergleicht die Wirkung von Massage auf Stresswahrnehmung, Stimmung, Kortisol- und Serotoninlevel bei Brustkrebspatientinnen. Die Patientinnen wurden zufällig 2 Gruppen zugeteilt. Die Massagegruppe erhielt über 5 Wochen hinweg 2x pro Woche 30min Massage mit schwedischen Techniken. Die Kontrollgruppe erhielt keine zusätzliche Massage zur Standardtherapie. Die Studie fand keine Unterschiede zwischen den Gruppen bezüglich der Stresswahrnehmung und des Serotonin-Spiegels. Bezüglich der Stimmung war die Massagegruppe nach 5 Wochen Massage weniger ärgerlich und ängstlich gestimmt als die Kontrollgruppe. Der Kortisol-Spiegel nahm in der Massagegruppe zwar über die Zeit ab, unterschied sich jedoch nicht signifikant von der Kontrollgruppe. Da die Massagegruppe insgesamt mehr Aufmerksamkeit, Zuwendung und allgemeine Berührung erhalten als die Kontrollgruppe, können die Effekte auch ein Placeboeffekt sein. Insgesamt finden sich nur wenige Effekte, die meist gering ausfallen und wegen der kleinen Stichprobe nicht sicher interpretiert werden können. |
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Mehling et. al. (2007)
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Referenz |
Studientyp |
Merkmale untersuchter Studien |
(verglichene) Interventionen/ (ggf. Dosierung) |
Untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessens-konflikte |
Methodische Bemerkungen |
Evidenz-klasse (Oxford) |
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Mehling (2007): Symptom management with massage and acupuncture in postoperative cancer patients: a randomized controlled trial. Journal of pain and symptom management. Ref.ID: 577 |
Prospektiv
Monozentrisch
Offen
randomisiert
2 Arme
Eingeschlossen: N=138 Ausgewertet: N= 138
USA, Zeitraum: 3 Tage Erhebung, sonst k.A. |
Post-Op (Brust-, Darm-, Leber-, Ovarial-, Gebärmutterkörper/hals-, Blasen-, Kopf-Hals-, Prostata-, Nieren-, Hodenkrebs, Krebs der Harnwege)
Geschlecht: Arm A: 52%, Arm B: 44% weiblich
Alter (Mittelwert [SD]): Arm A: 55.9 (1.9), Arm B: 59.2 (1.7)
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Arm A: N= 93 „PIMS = preoperative integrative medicine service“ = Schwedische Massage und Akupressur Fußmassage, Dauer: 10-30min (abhängig von Patient; M= 20 min. [SD-/+3]) + Akupunktur (abh. von Symptomen) mit durchschn. 10 Nadeln nach TCM und individuell gesetzt je nach Beschwerden für 20min zu T1 und T2
Arm B: N= 45 „Usual Care“ + 30min Massage Angebot nach T3
Akupunktur und Massage von erfahrenen und lizensierten Therapeuten durchgeführt |
T0= Prä-OP (Baseline demografische und medizinische Angaben), T1= Post-OP Tag 1(Baseline klinische Variablen) T2=Post-OP Tag 2 T3: Post-OP Tag 3
Alle Befragungen wurden innerhalb von 3h nach Massage durchgeführt
Prim. Endpunkte 1. Schmerzen durch NRS in Arm A und B und innerhalb von Arm A nach OP-Art zu T1, T2, T3
Sekund. Endpunkte 2. Übelkeit mit NRS zu T1, T2, T3 (N=
3. Anzahl Erbrechen (Selbstbericht der letzten 24h)
4. Ängstlichkeit/ Anspannung und depressive Stimmung mit POMS-SF
5. Kosten der Gesundheitsversorgung und der Medikation |
Intention-to-Treat-Analyse
Zu 1.: T1: keine Gruppenunterschiede für klinische Baseline werte; T1-T3: signifikante Verringerung der Schmerzen in Arm A (MD= -1.4; SD= 2.2) verglichen mit Arm B MD= -0.6; SD= 2.3; p= 0.04; ES=0.36) für alle Patienten als auch signifikanter Unterschied für Patienten mit höherer Baseline-Schmerzsymptomatik (ES=0.65) + signifikanter Gruppenunterschied zwischen Schmerz-kurven über Zeitpunkte hinweg (p=0.038);
Zu 2. Keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen
Zu 3. Keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen
Zu 4. Depression: Arm A zeigte Verbesserung gegenüber Arm B (p=0.003)
Zu 5. Keine Unterschiede zw. Arm A und B für Gesamtkosten (p= 0.66) nur für Schlafmittel und Medikamente gegen Angst (p=0.02)
Zusammenfassung der Autoren: “Providing massage and acupuncture in addition to usual care resulted in decreased pain and depressive mood among postoperative cancer patients when compared with usual care alone.” |
Keine Angaben zu NW/WW
Keine systematische Erfassung |
Finanziert durch Mount Zion Health Fund, San Francisco, California |
PRO: Ethikvotum vorhanden.
Intention-to-Treat-Analyse
Baseline-Werte als Kovariate in Analysen und Baselinewerte untereinander verglichen
Ausgebildete Masseure mit Erfahrung bei Krebserkrankten
Kontrolle für Deckeneffekte und Einfluss der Charakteristika der Probanden und Symptomatik in jede Analyse
CONTRA: Ungleiche Aufteilung der Gruppen (2:1 Randomisierung) keine Placebo-Kontrollgruppe
T0: Arm A mehr Probanden höhere Ausbildung und höhere Depressionswerte im Vergleich zu Arm B (keine Angabe zu Signifikanz)
keine Angabe zu Verblindung
zu kleine Stichprobe für Berechnung der Gruppeneffekte nach OP-Art/ Symptomen/ Medikamenteneinnahme
Kein separate Analysen für Massage vs. Akupunktur oder Einbezug einer Kontrollgruppe mit nur einer Maßnahme
Sehr kurzes Zeitintervall nach OP
Keine Angabe der Gründe für Ausbleiben der Intervention (Massage oder Akupunktur) bei manchen Probanden in Arm A
Keine Angabe der Mittelwerte/SD für alle Probanden-charakteristika
Zeit zwischen Intervention und Befragung teilweise hoch – Korrelation zwischen vergangener Zeit und Akupunktur
Unklarer Zeitablauf – wurden die klinischen Baselinewerte nach OP erhoben?
Probanden hatten wenig Symptome vor Intervention – dadurch wenig Raum für Veränderungen bzw. Verbesserung
Unübersichtliche Darstellung der Ergebnisse in Text und Grafiken/Tabellen, sehr viele Analysen durchgeführt um Effekt zu finden, mit immer kleineren Stichproben
Unklarer Drop-Out in Erhebung des NRS |
2b |
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Mehling 2007: Die Studie untersucht den Einfluss von Massage und Akupunktur auf Schmerzwahrnehmung bei Krebspatienten nach einer Tumoroperation. 138 Patienten unterschiedlicher Krebserkrankungen wurden 2 Gruppen zugewiesen, wovon eine als Kontrollgruppe diente und die andere Gruppe am Tag 1-3 nach der Operation eine Massage und je nach Symptomen auch eine Akupunktur erhielt. Die Gruppen unterschieden sich nur für die Messung am 3. Tag nach der Operation in ihrer Schmerzwahrnehmung dahingehend, dass die Gruppe mit Massage weniger Schmerzen empfand. Der gemessene Effekt war klein bis moderat. Die beiden Gruppen waren unterschiedlich groß, eine Placebo-Kontrollgruppe gab es nicht. Außerdem wurde nicht unterschieden zwischen Effekten der Massage und der Akupunktur, sodass nicht klar gesagt werden kann, welche Behandlung (oder beide) wie gewirkt hat. Die Ergebnisse der Studie sind daher kein eindeutiger Beleg für die positive Wirksamkeit von Massage auf Schmerzempfinden nach Krebsoperationen. |
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Rosen et. al. (2013)
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Referenz |
Studientyp |
Merkmale untersuchter Studien |
(verglichene) Interventionen/ (ggf. Dosierung) |
Untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessens-konflikte |
Methodische Bemerkungen |
Evidenzklasse (Oxford) |
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Rosen (2013): Massage for perioperative Pain and Anxiety in Placement of Vascular Access Devices. Advances in mind-body medicine. Ref.ID: 350 |
Prospektiv
Monozentrisch
Verblindung hinsichtlich der Datenerhebung
Randomisiert
2 Arme (2:1) EingeschlosseN= 60; Ausgewertet= 60 Attrition: Arm A: 7, 4/5x nur Präintervention, (2x wollten Postintervention nicht mehr, 1x unklar, 2x Zeit verlagert außerhalb der Masseurzeiten); Arm B: 6, 5x nur Präintervention, (1x wollte nicht für Postintervention bleiben, 1x zu viel Schmerz, 1x unklar, 2x Zeit verlagert außerhalb der Masseurzeiten); + 2/3x Arm A und 1x Arm B nur Postintervention, weil zu spät zur OP angekommen
Land: Boston, Massachusetts, Zeitraum: Februar 2009 – Juni 2010 |
Neue Diagnose, gemischte Krebsarten
Patienten mit geringem Einkommen und Unterversorgung, chirurgische Implantierung eines vaskulären Zugangs (perioperativ; Port),
53.3 % weiblich; Alter (Mittelwert [Range]): 54 (23-84)
18.3% der Patienten nutzten aktuell Massage
Ein Masseur für Massage und strukturierte Aufmerksamkeit, Ein Arzt für alle Operationen |
Arm A: N= 40 Usual Care + Massage Therapie vor uns nach OP + 1. Tag Post-OP, Dauer 9 Monate, aber Erhebung nur über 2 Tage
Arm B: N= 20 (Kontrollarm) Usual Care + strukturierte Aufmerksamkeit von Lang et al. (2000), Dauer 9 Monate, aber Erhebung nur über 2 Tage |
T0: Baseline vor Intervention T1: nach Intervention, vor OP T2: nach OP, vor Intervention T3: nach OP, nach Intervention T4: 1. Post-OP Tag (über Telefon)
Prim. Endpunkte 1. Schmerz mit 11 Punkte Likert-Skala
2. Angst mit STAI |
Zu 1. Kein Unterschied zwischen Armen
Zu 2.: T1: Größere Verringerung der Angst in Arm A (MD= -10.27 vs. -5.21; p=0.0037)
Zusammenfassung der Autoren: “In summary, conducting a randomized, controlled, pilot trial that compares massage therapy to structured attention for a population of urban, predominantly minority, cancer patients was feasible. Adherence to the treatment assignment was good, and massage therapy was more effective than structured attention for reducing immediate preoperative anxiety.” |
Laut Angabe keine NW/WW
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Keine Angabe zu CoI |
PRO: Ethikvotum vorhanden.
Vergleichbarkeit der Gruppen gegeben.
Berechnung einer Interrater-Reliabilität für Masseur, welche hoch ausfiel
Etwaige Berechnung der Stichprobengröße
Intention-To-Treat Ansatz
CONTRA: Stichprobe zu klein (insbesondere in Arm B)
Patienten, welche außerhalb der Arbeitszeiten des Masseurs ins Krankenhaus kommen, als Ausschlusskriterium?
Schmerzmedikation wurde nach Bedarf gegeben – keine Angaben in Studie über Häufigkeit etc.
Massage vor und nach OP verschieden
Massage mit Akupunkturpunkten, damit keine klassische Massage mehr?
Median vs. Mean, keine Angabe von SD
Attrition/Drop-Outs unterscheiden sich zwischen Flow-chart und Beschreibung im Text
2:1 Randomisierung
Sehr kurzer Erhebungszeitraum
Kontrollgruppe für Aufmerksamkeit, aber nicht Berührung
Kein Einbezug der „aktuellen Massage“ als Einflussfaktor
kA zu aktueller Behandlung oder Krebsstadium
Probanden und Massagetherapeuten wussten von Zuordnung, deshalb kann nicht von einer einfachen Verblindung ausgegangen werden. |
2b |
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Rosen (2013): Diese Studie schloss 60 Patienten ein, welche einen operativen Eingriff erhielten, um einen Zugang für Medikation zu erhalten. Die Patienten waren größtenteils ethnische Minderheiten, arbeitslos oder mit wenig Einkommen und öffentlich-finanzierter Krankenversicherung. Die Autoren teilten die Patienten zufällig in die Interventionsgruppe (40 Patienten) oder in die Kontrollgruppe (20). Dies bedeutet die Patienten erhielten vor und nach der OP entweder eine 20-minütige Massage oder unterhielten sich nur mit dem Masseur. Es wurde Angst und Schmerz mit Fragebögen gemessen. Es zeigten sich nur Unterschiede zwischen den Gruppen für reduzierte Angstwerte nach der ersten Intervention (Massage oder Unterhaltung), jedoch noch vor der OP. Patienten, welche eine Massage erhielten hatten hierbei eine höhere Reduktion der Angstwerte als die Kontrollgruppe. Insgesamt dauerte die Studie nur wenige Tage und der Effekt für Angst hält nur bis zur OP an. Die Gruppengröße in der Kontrollgruppe ist klein und die Darstellung der Patienten, welche aus der Studie ausgestiegen sind oder nicht alle Daten geliefert haben ist unzureichend bzw. nicht nachvollziehbar, da sie sich die Aufzählung im Text und die bildliche Darstellung unterscheiden. Ansonsten stellen die Autoren sowohl den Ablauf als auch die Ergebnisse übersichtlich dar. Allerdings ist der Effekt klein und für eine besondere Stichprobe in einer besonderen Situation aufgetreten, wodurch dieser schwer auf andere Patienten übertragbar ist. |
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Taylor et. al. (2003)
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Referenz |
Studientyp |
Merkmale untersuchter Studien |
(verglichene) Interventionen/ (ggf. Dosierung) |
Untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessens-konflikte |
Methodische Bemerkungen |
Evidenz-klasse (Oxford) |
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Taylor (2003): Effects of Adjunctive Swedish Massage and Vibration Therapy on Short-Term Postoperative Outcomes: A Randomized, Controlled Trial. The Journal of Alternative and complementary medicine. Ref.ID: 314 |
Prospektiv
Multizentrisch
Randomisiert
Offen
3 Arme Eingeschlossen: N = 146 Ausgewertet: N = 105
Drop-Out: 41, 3x OP-Änderung, 3x freiwilliger Ausstieg, 5x Wechsel des postoperativen Standorts, 4x Unzufrieden mit Randomisierung, 7x persönliche Gründe, 19x kein räumlicher Zugang für Intervention gegeben
Land: USA Zeitraum: kA |
Patienten mit Verdacht auf einen bösartigen Tumor (zumeist am Eierstock)
Post-OP (Abdominal Laparotomie)
100% weiblich Alter: Mittelwert (SD): 56.2 (11.8) Range: 19-75 |
Arm A: N=34 Usual Care + Schwedische Massage Dauer: 45min. (M=39.1; SD=8.0) 1x täglich um 20 Uhr an den drei ersten postoperativen Tagen
Arm B: N=35 Usual Care + stille Vibrationstherapie (Physiotone) Dauer: 20min. (M=55.8; SD=49.7) 1x täglich um 20 Uhr an den drei ersten postoperativen Tagen
Ein computergestützter Verstärker erzeugt sinusoidale Schallwellen zwischen 27 und 113 Herz. Patienten durften das Gerät tagsüber so oft, wie gewünscht, benutzen.
Arm C: N=36 Kontrollarm, (Usual Care)
Usual Care: T1: Mobilisierung, Intravenöse Flüssigkeitszufuhr, Spirometrie, Diät mit klaren Lösungen, T0, T1,T2: Thrombose Prophylaxe, PCA
Massage durchgeführt von lizensierten Massagetherapeuten mit mehr als 5 Jahren professioneller Praxis. |
T0: Tag der OP T1: 1. Postoperativer Tag T2: 2. Postoperativer Tag
Primäre Endpunkte: 1. Post-OP affektiver/ sensorischer Schmerz (Skala 0-10) zu T0, T1, T2 (vor Intervent. 19:45 Uhr und nach Intervent. 21:00 Uhr)
2. Angst, Distress (Skala 0-10) zu T0, T1, T2 (vor Intervent. 19:45 Uhr und nach Intervent. 21:00 Uhr)
Sekundäre Endpunkte: 3. Aktueller Angstzustand (State Anxiety) mit Skala vom STAI zu T0 und T2
4. Positiver/negativer Affekt mit PANAS zu T0 und T2
5. Nutzung von Analgetikum insgesamt
6. Systolischer Blutdruck zu T0, T1 und T2
7. Kortisolspiegel als Stressmarker
8. Länge des Krankenhausaufenthalts
9. Postoperative Komplikationen
10. Krebsstadium |
Zu 1.: ohne Korrektur für multiples testen: T0: niedrigere Werte auf den Skalen affektiver (p=0.0244) und sensorischer Schmerz (p=0.0428) in Arm A im Vergleich zu Arm C und zu Arm B für affektiven Schmerz (p=0.0015) T2: Arm A signifikant besser als Arm B (p=0.0085), Arm B besser als C (p=0.009) für sensorischen Schmerz
Mit Korrektur für multiples testen: keine Gruppenunterschiede über Erhebungszeitpunkte
Zu 2.: T2: In Arm A niedrigere Werte für Distress im Vergleich zu Arm C (p=0.0085) Arm B niedrigere Werte für Distress (p=0.009) im Vergleich zu Arm C
Mit Korrektur für multiples testen: keine Gruppenunterschiede über Erhebungszeitpunkte
Zu 3.: Kein Gruppenunterschied (p=0.3912)
Zu 4.: kA
Zu 5.: Kein Gruppenunterschied (p=0.7382)
Zu 6.: Kein Gruppenunterschied (p=0.4104)
Zu 7.: Kein Gruppenunterschied (p=0.6646)
Zu 8.: Kein Gruppenunterschied (p=0.7691)
Zu 9.: Kein Gruppenunterschied (p=0.2471)
Zu 10.: kA |
Keine Angabe zu NW.
Keine systematische Erfassung |
Diese Studie wurde durchgeführt mit Teilförderung vom grant award finanziert durch National Center for Complementary and Alternative Medicine, National Institutes of Health, und mit einer Spende von einer großen kanadischen Charity-Organisation. Die Manufaktur stellte die Physiotone Einheiten ohne Gegenleistung. Das Manuskript wurde erstellt mit Unterstützung vom grant awards CAM Research Training Program und CAM Clinical Research Curriculum Program, finanziert durch National Center for Complementary und Alternative Medicine, National Institutes of Health |
PRO: Vergleichbarkeit der Gruppen gegeben. Sowie den Drop-Outs und den verbliebenden Probanden. Keine fehlenden Daten während Trial Übersichtliche Darstellung der Drop-Outs Beschreibung der Validitäten der Messinstrumente Beschreibung von Usual Care Vorherige Power-Analyse Sehr detaillierte Darstellung des Studienablaufs Einschluss der Medikation und Schmerzempfinden (zu T0) als Kovariate in die Analyse Detaillierte statistische Analyse Vergleich Baselinewerte der Probanden und Drop-Outs Kontrolle für multiples Testen/Vergleichen CONTRA: Mittelwert für Länge der Intervention in Arm B abweichend von vorgesehener Länge und mit hoher SD Keine Mittelwerte/ Standardabweichungen der Ergebnisse für primäre Endpunkte nach Intervention und umgekehrt für sekundäre Endpunkte Relativ hoher Drop-Out Keine Intention-To-Treat Analyse Fehlendes Ergebnis zu sekundärem Endpunkt 4 und 10 Keine Auflistung, welche Operationen zuvor durchgeführt wurden (immerhin bei 58.7%) oder welche Krebserkrankung vorausging (18.3%) |
2b |
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Taylor (2003): Die Studie untersucht die Wirkung von schwedischer Massage und einer Vibrationstherapie auf das Schmerzempfinden, den Affekt und das Stressempfinden bei Patientinnen nach einer Operation im Vergleich zu einer Kontrollgruppe, die keine Intervention zusätzlich zur normalen postoperativen Versorgung im Krankenhaus erhielten. Insgesamt nahmen 105 Patientinnen an der 3-tägigen Studie teil. Die Autoren zeigen eine hohe statistische Kompetenz, welche durch eine durchdachte Vorgehensweise und zusätzliche Kontrollen für statistische Fehler deutlich wird. Obwohl zunächst Unterschiede zwischen den Gruppen gefunden werden, welche ein verringertes Schmerzempfinden in der Massagegruppe im Vergleich zur Vibrations- und Kontrollgruppe aufzeigt, werden diese aufgrund der zusätzlichen statistischen Kontrollen wieder revidiert. Die Studie zeigt damit abschließend keine Unterschiede zwischen den Gruppen bzw. einen Vorteil für eine der Interventionsgruppen, zeigt aber Hinweise darauf, dass Ergebnisse aus einfachen Analysen nicht immer einer korrekten statistischen Überprüfung standhalten würden. Im Gegensatz zum statistischen Vorgehen lässt die Darstellung der Ergebnisse einige Fragen offen. Es gibt kaum Mittelwerte oder Standardabweichungen, welche Rückschlüsse auf die Ausmaße der Gruppenunterschiede geben würden. Zudem wird die Berichterstattung zweier Ergebnisse völlig ausgelassen. |
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Rauchfuß et. al. (2010)
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Referenz |
Studientyp |
Merkmale untersuchter Studien |
(verglichene) Interventionen/ (ggf. Dosierung) |
Untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessens-konflikte |
Methodische Bemerkungen |
Evidenz-klasse (Oxford) |
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Rauchfuß (2010): Massagetherapie reduziert Schmerzen, Erschöpfung und Stress bei Mammakarzinompatientinnen. Geburtshilfe und Frauenheilkunde. Ref.ID: 310 |
Prospektiv
Monozentrisch
Randomisiert
Offen
2 Arme Eingeschlossen: N = 115 Ausgewertet: N = 86 Attrition total: 29 (16x erfüllten Kriterien nicht, 13x Terminprobleme oder private Gründe)
Beendeten Interventionszeitraum N= 72 und gesamten Studienzeitraum N=62
Drop-Out: 24
Land: Deutschland Zeitraum: 11 Wochen Suchzeitraum: kA |
Mammakarzinom (Stadium DCIS -T2 N2)
Abgeschlossene Primär-therapie (OP, CTX, RTX) mindestens 3 Monate zurückliegend, Erstdiagnose in den letzten 4 Jahren
100% weiblich Alter: Mittelwert (SD): 59 insgesamt; Arm A: 57.6 (10.8), Arm B 61.4 (10.9) Range: kA
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Arm A: N=50 Klassische Massage Dauer: 5 Wochen, 2x/Woche (Verweis auf Listing 2009)
Arm B: N=36 Kontrollarm, Usual Care (Aussicht auf PMR nach Jakobson nach Studienabschluss)
Die Applikation der Therapie erfolgte durch ausgebildete Physiotherapeutinnen und eine ausgebildete Masseurin und medizinische Bademeisterin. |
T1: Baseline, vor Intervention T2: nach 5 Wochen T3: 6 Wochen nach Ende der Intervention
Prim. Endpunkte: 1. körperlicher, psychischer und sozialer Gesundheitszustand mit SF-8
Sek. Endpunkte: 2. Erschöpfung mit GBB
3. Stresserleben mit PSQ |
Zu 1.: T3: weiterhin niedrigere Werte für körperlichen Schmerz in Arm A im Vergleich zu Arm B (MD= 4.24 [KI: 0.88,7.61]; p=0.01)
Psych./sozial: keine Unterschiede zw. Arm A und B zu keinem Zeitpunkt
Zu 2.:
Zu 3.: keine signifikanten Unterschiede zw. Arm A und B
Zusammenfassung der Autoren: „Die klassische Massagetherapie ist eine effektive Methode zur Reduktion von körperlichen Beschwerden, insbesondere Schmerzen, Verbesserung der Stimmung sowie Verringerung der Stresswahrnehmung bei primär erkrankten Mammakarzinompatientinnen in der Nachsorge.“ |
Keine Angabe zu NW.
Keine systematische Erfassung |
Laut Angabe keine CoI. |
PRO: Ethikvotum vorhanden
Gründliche Voruntersuchung der Probanden
Vergleichbarkeit der Gruppen gegeben und Werte in Analyse einbezogen (ANCOVA)
Nachvollziehbare statistische Analysen
Transformierung der Fragebogenskalen zur Vergleichbarkeit
CONTRA: Keine Placebo-Kontrollgruppe
Keine Gründe für Drop-Out angegeben
Keine Angabe, wie viele Probanden in Analysen der sekundären Endpunkte aufgenommen wurden (mit/ohne Drop-Out?)
Unzureichende Beschreibung der Patientencharakteristika
Keine genauen Angaben zu Mittelwerten, SD und p-Werten, v.a. bei sekundären Endpunkten
Kein konsequenter Bericht von Effektstärken
Keine Intention-to-Treat-Analyse |
2b |
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Rauchfuß 2010: Die Studie untersucht den Einfluss von Massage auf den Gesundheitszustand (körperlich, psychisch, sozial) insbesondere auf die körperliche Schmerzwahrnehmung, Erschöpfung und Stresserleben bei Brustkrebspatientinnen. Die Patientinnen wurden zufällig einer von 2 Gruppen zugeteilt: Eine Gruppe erhielt zusätzlich zur regulären Behandlung über 5 Wochen 2x pro Woche eine Massage, die andere Gruppe erhielt keine zusätzliche Behandlung (Kontrollgruppe). Die Patientinnen berichteten durch Fragebögen über ihre subjektive Wahrnehmung von Beschwerden, Stress und ihrem Gesundheitszustand. Die Gruppen, die eine Massage erhielt, berichtete kurz nach der Behandlung von einem besseren körperlichen Gesundheitszustand und einer Schmerzreduktion im Vergleich zur Kontrollgruppe. 6 Wochen nach der Intervention war der Unterschied des allgemein besseren Gesundheitszustands nicht mehr vorhanden, während die geminderte Schmerzwahrnehmung anhielt. Für den psychischen und sozialen Gesundheitszustand sowie das subjektive Stresserleben gab es keine Unterschiede zwischen den Gruppen. Für die Verbesserung der Erschöpfung wird zwar ein besserer Effekt in der Massagegruppe im Vergleich zur Kontrollgruppe beschrieben, allerdings kein statistisches Maß angegeben. Da die Massagegruppe insgesamt mehr Aufmerksamkeit, Zuwendung und allgemeine Berührung erhalten hat als die Kontrollgruppe, können die Effekte auch ein Placeboeffekt sein. |
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Donoyama et. al. (2018)
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Referenz |
Studientyp
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Patientenmerkmale |
Intervention/ Kontrolle, Beobachtung |
Untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessenskonflikte |
Methodische Bemerkungen |
Evidenzklasse (Oxford) |
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Donoyama (2018): Effects of Anma therapy (Japanese massage) on health-related quality of life in gynecologic cancer survivors: A randomized controlled trial. PLoS ONE. Ref.ID: 289 |
Prospektiv,
Mono-zentrisch,
Randomisiert,
offen
2 Arme Eingeschlossen : 40 Ausgewertet : 40 (Attrition N=0, Dropout N=0)
Land : Japan Zeitraum : November 2012 – November 2014 |
Zervixkarzinom, Endometriumkarzinom, Ovarialkarzinom
Stage I-IV
Survivor (≥ 3 Jahre)
100% weiblich Alter: Median : Arm A : 53.0, Arm B : 55.5; Range : 40-75
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Arm A: N = 20 Anma Massage Therapy (full body)
Dauer : 40min. 1x Woche für insg. 8 Wochen
Arm B: N = 20 halbstrukturierte Unterhaltung
Dauer : 40min, nur 1x zum ersten Termin, danach kein Kontakt
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T0: direkt vor der ersten Intervention, T1: direkt nach der ersten Intervention, T2: nach 8 Wochen
Prim. Endpunkte 1. QQL mit EORTC QLQ-C30:
1A: Globale Gesundheitsskala
1B:Symptomskala mit 5 Unterkskalen
1C: Funktionsskala mit 9 Unterskalen (T0, T2)
2. Angst und Depression mit HADS mit 2 Skalen (T0, T2)
3. Stimmungslage mit POMS Kurzversion mit 7 Skalen (T0, T1, T2)
Sekund. Endpunkt 4. Bewältigungsstil mit MAC mit 4 Skalen (T0, T2) |
Zu 1. (Median T0/T2, Diff zwischen den Gruppen [95% KI]):
1A: Sig. bessere Veränderung in Arm A als Arm B auf der Skala für globale Gesundheit (Arm A 75/ 83, Arm B 79/67; 8.3 (0.0, 16.7); p=0.042). Klinisch relevanter Unterschied, da Diff> 10 Punkte (Diff Arm A und Arm B [95% KI]) = 10.4 (1.2,19.6).
1B: Keine sig. Unterschiede zwischen den Gruppen auf den 5 Unterskalen der Funktionsskala.
1C: Sig. bessere Veränderung in Arm A als Arm B auf der Skala für Fatigue (Arm A: 33/ 28, Arm B: 22/ 33; -11.1 [-22.2, 0.0]; p=0.047) und ebenso auf der Skala für Schlafstörung (Arm A: 33/ 0, Arm B 0/17; -33.3 [-33.3, 0.0], p=0.003). Keine sig. Unterschiede in den anderen 7 Unterskalen der Symptomskala.
Zu 2. (Median Diff. [95% KI]): Zu T2: Keine sig. Unterschiede zwischen den Gruppen
Zu 3. (Median Diff. [95% KI]: Zu T1: Sig. bessere Veränderung in Arm A als Arm B in der Skala für Ärger/Feindseligkeit (Arm A 2/2, Arm B 0/0; -1.0 [-2.0, 0.0]; p=0.044), auf der Skala für Verwirrung (Arm A 5/2, Arm B 4/4; -2.0 [-3.0,0.0]; p=0.036) und auf der zusammengefassten Skala für die gesamte Stimmungsbeeinträchtigung (Arm A: 5/-8, Arm B: 5/1; -6.0 [-14.0, -1.0]; p=0.028)
Zu T2: Sig. bessere Veränderung in Arm A als Arm B auf der Unterskala für Ärger/Feindseligkeit (Arm A 2/1, Arm B 0/0; -1.0 [-2.0, 0.0]; p=0.028). Keine weiteren sig. Unterschiede zwischen den Gruppen auf den 13 weiteren Unterskalen
Zu 4. (Median Diff. [95% KI]): Keine sig. Unterschiede zwischen den Gruppen auf den vier Skalen.
Zusammenfassung der Autoren: Anma-Therapie verbesserte die gesundheitsbezogene Lebensqualität bei gynäkologischen Krebsüberlebenden. Sie kann für Anwendungen in der Onkologie von potenziellem Nutzen sein. |
Keine Angabe zu NW. |
Einer der Autoren (TH) führt ein kommerzielles Unternehmen, nämlich P4 Statistics Co. Ltd., Tokyo, Japan. Dies hat aber laut Angabe keinen Einfluss auf die Einhaltung der PLOS ONE Richtlinien. Alle anderen Autoren haben keinen Interessenkonflikt angegeben. Finanzierung durch das Ministerium für Erziehungswissenschaften und Kultur in Japan und die Tsukuba Universität für Technologie. |
PRO: Ethikvotum vorhanden.
CONTRA: Kleine Stichprobe
Keine Verblindung
Keine vergleichbare Kontrolle, da Arm B nur zum ersten Termin eine Intervention bekommen hat (perfomance bias)
Vergleichbarkeit bezüglich der Outcomes zu Beginn fragwürdig da augenscheinlich Unterschiede aufweisen (Z,.B. auf dem EORTC QLQ-C30: Median [Interquartilsabstand]: Unterskala Fatigue: Arm A: 33 [22-44], Amr B: 22 [11-33]; Unterskala Schmerz: Arm A:17 [0-33], Arm B: 8 [0-17]; Unterskala Schlafstörungen: Arm A: 33 [0-33], Arm B: 0 [0-0]; Unterskala Verstopfung A: 33 [0-33], Arm B: 0 [0-33])
Multiples Testen (es wurden insgesamt 56 Tests durchgeführt, 36 davon wurden in dieser Studie mit Supplement veröffentlicht und 20 weitere in Donoyama 2016) ohne eine Korrektur für multiples Testen anzuwenden
Die meisten sig. Ergebnisse beziehen sich auf Single-Items
Unklarheit der Berechnung der 10.4 Punkte Unterschied auf dem QLQ-C30: Wurde hier innerhalb von Arm A der Unterschied zwischen T0 und T2 berechnet? Oder der Unterschied zwischen den Gruppen? In den Tabellen ist dieser Wert nicht zu finden. Stattdessen wurde die Veränderung der beiden Arme miteinander verglichen und hier ein Wert von 8.3 (Mediandiff.) angegeben.
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1b- |
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Donoyama 2018: In dieser Studie wurden insgesamt 40 ehemalige Krebspatienten, deren Behandlung seit mindestens drei Jahren abgeschlossen war, zufällig in eine von zwei Gruppen eingeteilt. Eine Gruppe hat einmal pro Woche für acht Wochen eine Anma-Massage bekommen, die andere Gruppe hat nur am Anfang einmal ein halbstukturiertes Gespräch bekommen und danach nichts mehr. Die Anma-Massage Gruppe hatte nach der Behandlung bessere Werte in den Fragebögen zur globalen Gesundheit, bei Fatigue, Schlafstörungen, Ärger/Feindseligkeit, Verwirrung und der allgemeinen Stimmung als die andere Gruppe. Allerdings hat diese Studie gravierende Mängel: die Kontrollgruppe hat keine vergleichbare Kontroll-behandlung bekommen, sondern nur ein Interview zum ersten Termin. Damit hat sie insgesamt viel weniger Kontakt zum Personal, weniger Aufmerksamkeit und Zuwendung. Die vergleichbar positiven Effekte der Anma-Gruppe könnten auch darauf zurückzuführen sein. Die Teilnehmer in Anma-Gruppe hatten zu Beginn augenfällig schlechtere Werte bei Fatigue, Schmerzen Schlafstörungen und Verstopfungen als die andere Gruppe und könnten sich auch deshalb anders entwickelt haben. Zudem wurden sehr viele statistische Tests durchgeführt, was eine statistische Korrektur nötig gemacht hätte, die allerdings nicht erfolgt ist. Die Ergebnisse der Studie sind daher nicht interpretierbar. |
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Donoyama et. al. (2016)
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Referenz |
Studientyp
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Patientenmerkmale |
Intervention/ Kontrolle, Beobachtung |
Untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessenskonflikte |
Methodische Bemerkungen |
Evidenzklasse (Oxford) |
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Donoyama (2016): Physical effects of Anma therapy (Japanese massage) for gynecologic cancer survivors: A randomized controlled trial. Gynecologic Oncology. Ref. ID: 290 |
Prospektiv,
Mono-zentrisch,
Randomisiert,
offen
2 Arme Eingeschlossen : 40 Ausgewertet : 40 (Attrition N=0, Dropout N=0)
Land : Japan Zeitraum : November 2012 – November 2014 |
Zervixkarzinom, Endometriumkarzinom, Ovarialkarzinom
Stage I-IV
Survivor (≥ 3 Jahre)
100% weiblich Alter: Median : Arm A : 53.0, Arm B : 55.5; Range : 40-75
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Arm A: N = 20 Anma Massage Therapy (full body)
Dauer : 40min. 1x Woche für insg. 8 Wochen
Arm B: N = 20 halbstrukturierte Unterhaltung
Dauer : 40min, nur 1x zum ersten Termin, danach kein Kontakt
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Prim. Endpunkt 1. Subjektiv wahrgenommener Schweregrad körperlicher Beschwerden mit VAS (T0, T1, T2)
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Zu 1. (Least-Square-Mean-Diff. [95% Konfidenzintervall]): Sig. bessere Werte in Arm A als Arm B zu T1 (Arm A: -31.8 [-41.1, -22.4[, Arm B: -7.2 [-11.9, -2.5]; p<0.0001)
Sig. bessere Werte in Arm A als Arm B zu T2 (Arm A: -21.5 [-30.1, -12.8], Arm B 0.8 [-7.7,9.2]; p=0.0007)
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Keine Angabe zu NW. |
Einer der Autoren (TH) führt ein kommerzielles Unternehmen, nämlich P4 Statistics Co. Ltd., Tokyo, Japan. Dies hat aber laut Angabe keinen Einfluss auf die Einhaltung der PLOS ONE Richtlinien. Alle anderen Autoren haben keinen Interessenkonflikt angegeben. Finanzierung durch das Ministerium für Erziehungswissenschaften und Kultur in Japan und die Tsukuba Universität für Technologie. |
PRO: Ethikvotum vorhanden.
CONTRA: Es wurden zwar Kovariaten in die Analysen einbezogen (Baseline VAS-Werte und Alter), allerdings haben sich diese zur Baseline nicht unterschieden. Andere Kovariaten, die sich deutlich zur Baseline unterschieden haben, sind in der Veröffentlichung von Donoyama 2018 zu finden (s.o.) und wurden auch in dieser Auswertung ignoriert
Die VAS ist ein Single-Item
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1b- |
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Donoyama 2016: Diese Veröffentlichung bezieht sich auf die gleiche Studie wie die Veröffentlichung von Donoyama 2018, nur dass hier weitere Ergebnisse berichtet werden. Die Teilnehmer der Studie wurden nämlich auch hinsichtlich des Schweregrads ihrer körperlichen Beschwerden gefragt, die sie zusammengefasst mit einer einzigen Zahl zwischen 0-1 angeben sollten. Dabei zeigten sich bessere Werte in der Gruppe der Teilnehmer, die eine Anma-Therapie bekommen hatte. Allerdings bleiben die gleichen gravierenden Mängel der Studie. Die Ergebnisse sind daher nicht interpretierbar. |
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Donoyama et. al. (2011)
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Referenz |
Studientyp
|
Patientenmerkmale |
Intervention/ Kontrolle, Beobachtung |
Untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessenskonflikte |
Methodische Bemerkungen |
Evidenzklasse (Oxford) |
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Donoyam (2011): Preliminary Study on the Physical and Psychological Effects of Traditional Japanese Massage Therapy in Cancer Survivors. Journal of The Japanese Society of Balneology, Climatology and Physical Medicine. Ref.ID: 292 |
Monozentrisch offen
einarmig (es gibt eine Kontrollgruppe, aber mit gesunden Teilnehmern)
N=5
Japan, k.A.
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Gebärmutterhalskrebs oder Gebärmutterschleimhautkrebs (, Stadium I a1-IIa)
Remission Post-OP
Geschlecht (100% weiblich),
Alter (MW: 53.6; Range: 37-69) |
Arm A: N= 5
„Traditionelle Japanische Massage“
8 x 40 Min. (2x wöchentlich, über 4 Wochen)
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T0: Vor der ersten Intervention, T1: nach der ersten Intervention, T2: vor der letzten Intervention
Prim. 1. subjektiv wahrgenommene Muskelsteifheit in Nacken und Schultern mit VAS (T0,T1,T2)
2. Angst als Zustand (State Anxiety) mit dem STAI (T0, T1)
3. Angst als Persönlichkeitseigenschaft (Trait Anxiety) mit dem STAI (T0, T2)
4. Depression mit SDS (T0, T2) |
Zu 1. Sig. niedrigere (bessere) Werte direkt nach der ersten Intervention (Mittelwert [SD] T0: 40.4 [6.4]; T1: 11.6 [6.4]; p=0.003), aber nicht zum Ende der Studie (T2: 19.6 [10.4]; p=k.A.)
Zu 2. Sig. niedrigere (bessere) Werte direkt nach der ersten Intervention (Mittelwert [SD] T0: 38.6 [4.2], T1: 27.0 [4.2]; p=0.005). Keine Angaben zum Vergleich am Ende der Studie.
Zu 3. Kein signifikanter Unterschied zum Ende der Studie (Mittelwert [SD] T0: 47.2 [4.2], T2: 43.2 [4.1]; p=0.163 oder p=0.051. Beide sich widersprechende p-Werte sind in der Studie zu finden. Beide sind ns).
Zu 4. Kein signifikanter Unterschied zum Ende der Studie (Mittelwert [SD] T0: 39.2 [2.8], T2: 36.4 [2.8]; p= k.A.)
Zusammenfassung der Autoren: „Zusammenfassend lässt sich sagen, dass diese vorläufige Studie klein war und nur begrenzte Evidenz liefert, aber ihre Ergebnisse deuten darauf hin, dass die traditionelle japanische Massagetherapie nicht nur gesunden Frauen, sondern auch Krebspatienten physischen und psychologischen Nutzen bringen kann.“ |
Keine Angaben zu NW/WW |
Laut Angabe Finanzierung durch das Ministerium für Bildung, Kultur, Sport, Wissenschaft und Technologie in Japan
laut Angabe keine finanziellen CoI, keine weiteren Angaben zu den COI
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PRO: Ethikvotum
CONTRA: Sehr kleine Stichprobe
Studiendesign liefert kaum aussagekräftige Ergebnisse (Vergleich von gesunden Teilnehmern mit Krebspatienten hinsichtlich Massageeffekte): Keine vergleichbare Kontrollgruppe.
Statistische Methoden sind inkorrekt: ein T-Test ist für eine Stichprobe von 5 Probanden nicht zulässig (Normalverteilung kann nicht angenommen werden).
Schlechte Berichtsqualität: widersprüchliche p-Werte, lückenhafte Angaben |
4 |
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Donoyama 2011: In dieser Studie wurden fünf Frauen, die Gebärmutterhals- oder Gebärmutterschleimhautkrebs überlebt haben, und fünf gesunde Probandinnen für vier Wochen, zweimal wöchentlich mit einer 40 minütigen traditionellen japanischen Massage behandelt. Es wurden die subjektiv wahrgenommene Muskelsteifheit in Nacken und Schultern, die aktuelle Angst und grundsätzliche Neigung zur Ängstlichkeit als auch Depressivität gemessen. Ein Vergleich zwischen den beiden Gruppen liefert keine zusätzliche Information in Bezug auf die Wirksamkeit der Massage bei Krebspatienten, daher wurden hier nur die Ergebnisse bei den Krebspatienten weiter betrachtet. Die fünf Probandinnen mit einer Krebserkrankung gaben an, direkt nach der ersten Intervention weniger Muskelsteifheit und Angst zu empfinden. Nach den vier Wochen der Behandlung nahm die empfundene Muskelsteifheit allerdings wieder zu, so dass kein merklicher Unterschied zum Beginn der Studie zu finden war. Angaben zur Entwicklung der Angst fehlen. Die grundsätzliche Neigung zur Ängstlichkeit und Depressivität hatten sich nach vier Wochen nicht verändert. Die Studie weist erhebliche methodische Mängel auf: Die Stichprobe ist so klein, dass sie einer Fallserie entspricht. Damit sind die statistischen Berechnungen inkorrekt. Man kann nicht sagen, ob die Ergebnisse durch reine Zufallsschwankungen zustande gekommen sind (z.B. der Tagesform der Patienten). Zudem ist die Berichtsqualität ungenügend, da die Ergebnisse lückenhaft berichtet werden und es unterschiedliche Angaben zu einem konkreten Ergebnis gibt. |
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Iida et. al. (2000)
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Referenz |
Studientyp
|
Patientenmerkmale |
Intervention/ Kontrolle, Beobachtung |
Untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessenskonflikte |
Methodische Bemerkungen |
Evidenzklasse (Oxford) |
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Iida (2000): Effects of shiatsu massage on relief of anxiety and side effect symptoms of patients receiving cancer chemotherapy. Kitakanto Medical Journal. Ref.ID: 293 |
Monozentrisch
einarmig
Japan, Zeitraum k.A.
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hämatologische / hämatogene Tumor- oder Lungenerkrankungen (Stadium k.A.)
CTX
Geschlecht: 11 % weiblich
Alter: MW: 55.9; SD 16.6 |
N= 9
Shiatsu-Massage an Händen und Füßen, 30 Min, 2x täglich, für 4 Tage
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T0: 2-3 Tage vor CTX, T1: Tag 2, T2: „nach Intervention“ Endpunkte 1. Akute Angst mit STAI- State
2. physische Symptome: Kopfschmerzen, Durchfall, Verstopfung, Erbrechen, Übelkeit, jeweils mit einer 5 –Punkt-Likert-Skala (nicht validiert. Maximale Punktzahl= 25)
3. psychische Symptome: „psychologische Effekte zur Luftveränderung und Stressverminderung“, jeweils mit einer 5 –Punkt-Likert-Skala (nicht validiert. Maximale Punktzahl= 10)
4. Entspannung mit RE-Skala
5. Hauttemperatur mit LT8 Haut-Thermometer
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K.A. zur gesamten Gruppe, sondern Subgruppenanalyse, aufgeteilt je nach Angst zu Beginn der Studie (gemessen mit der State-Skala des STAI), wobei die vier Patienten mit den höchsten Werten in die erste Gruppe 1 eingeteilt wurden, die anderen in Gruppe 2.
Zu 1. Subgruppe 1 (höhere Angstwerte zur Baseline): Signifikant bessere Werte „nach der Intervention“ (MW (SE: T0: 50.3 [5.2], T2: 39.0 [3.9]; p= 0.09) Subgruppe 2 (niedrigere Angstwerte zur Baseline): Kein sig. Unterschied nach der Intervention (T0: 33.6 [4.6], T2: 32.0 [3.5]; p= k.A.)
Zu 2. Subgruppe 1: Deutlich schlechtere Werte nach der Intervention, keine Angaben zum Signifikanztest (MW [SD]: T0: 9.5 [k.A.], T1: 12.0 [k.A.], T2: 13.0 [k.A.]; p= k.A.)
Subgruppe 2: Leicht schlechtere Werte nach der Intervention, keine Angaben zum Signifikanztest (MW [SD]: T0: 14.0 [k.A.], T1: 14.0 [k.A.], T2: 15.0 [k.A.]; p= k.A.)
Zu 3. Subgruppe 1: Keine Angaben zum p-Wert, aber laut Autoren sig. bessere Werte nach der Intervention, was nicht nachvollziehbar ist, da der Mittelwert eigentlich erst steigt (sich verschlechtert), aber dann aufs Ausgangsniveau sinkt (MW [SD]: T0: 8.8 [k.A.], T1: 9.5 [k.A.], T2: 8.5 [k.A.]; p= k.A.)
Subgruppe 2: Keine Angaben zum p-Wert, aber laut Autoren sig. bessere Werte nach der Intervention, was nicht nachvollziehbar ist, da der Mittelwert eigentlich unverändert bleibt (MW [SD]: T0: 9.4 [k.A.], T1: 9.8 [k.A.], T2: 9.4 [k.A.]; p= k.A.)
Zu 4. Subgruppe 1: Kein sig. Veränderung nach der Intervention (MW T0: 35.6, T2: 39.4).
Subgruppe 2: Sig. bessere Werte nach der Intervention (MW T0: 31.1, T2: 35.2; p=0.01)
Zu 5. Subgruppe 1: Keine sig. Veränderung (MW T0: 33.32 °C, T1/T2: k.A.)
Subgruppe 2: Keine sig. Veränderung (MW T0: 34.30 °C, T1/T2: k.A.)
Zusammenfassung der Autoren: „Above results proved that shiatsu massage would relieve anxiety.“ |
Keine Angaben zu NW/WW |
Keine Angaben zu den CoI |
CONTRA: Keine Angabe zum Ethikvotum
Kleine Stichprobe
Erhebung vieler Symptome mit nicht-validierten Fragen, keine Erläuterung, was mit „psychischen Symptomen“ gemeint ist
Keine Angabe zu den Erhebungszeitpunkten (wann ist „nach der Intervention“?)
Subgruppeneinteilung erscheint willkürlich. Die Ergebnisse der Gesamtgruppe werden nicht dargestellt.
Statistische Methoden sind inkorrekt: ein T-Test ist für eine Stichprobe von 4-5 Probanden nicht zulässig (Normalverteilung kann nicht angenommen werden).
Keine Angaben zum Drop-out/Attrition
Selektive Berichtserstattung: Signifikanztests wurden nur durchgeführt, wenn die Ergebnisse eine tendenzielle Besserung anzeigten. Bezüglich der physischen Symptome liegt eine deutlich schlechte Tendenz vor. Hier wurde kein Test durchgeführt. Des Weiteren fehlen oft Angaben zu den Standardabweichungen der Mittelwerte und Angaben der p-Werte.
Keine Angaben zu NW.
Keine Angaben zu CoI. |
4 |
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Iida (2000): In dieser Studie wurden neun Patienten mit hämatologischen/ hämatogene Tumor- oder Lungenerkrankungen während einer Chemotherapie untersucht. Sie bekamen für vier Tage zweimal täglich eine Shiatsu-Massage an den Händen und Füßen. Verschiedene körperliche und psychische Symptome, die nicht klar nachvollziehbar sind („Luft- und Stressveränderung“), wurden dabei mit willkürlichen Fragen erhoben. Des Weiteren wurden die akut erlebte Angst und Entspannung mit einem jeweils überprüften Fragebogen erhoben und die Hauttemperatur mit einem entsprechenden Messgerät. Tendenziell zeigten die Patienten mit den höheren Angst-Werten zu Beginn der Studie bessere Werte in Hinsicht auf ihre erlebte Angst und Entspannung am Ende der Studie. Gleichzeitig verschlechterten sich die Werte für die körperlichen Symptome deutlich. Psychische Symptome zeigen augenscheinlich keinen Unterschied. In der Hauttemperatur konnten keine Unterschiede gefunden werden. Für die Patienten, die zu Beginn der Studie niedrigere Angstwerte hatten, konnten keine Effekte gefunden werden. Diese Ergebnisse sind alle mit Vorsicht zu interpretieren. Die durchgeführten statistischen Analysen sind aufgrund der kleinen Stichprobe unzulässig. Man kann also nicht sagen, ob die Ergebnisse durch Zufallsschwankungen (z.B. der Tagesform) zustande gekommen sind. Zudem ist die Berichterstattung sehr lückenhaft und interessengeleitet: statistische Ergebnisse wurden nur für die Parameter berichtet, die einen positiven Trend zeigen. |
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Bourke et. al. (2016)
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Referenz/ Referenz Primärstudien |
Studientyp
|
Merkmale untersuchter Studien |
(verglichene) Interventionen/ (ggf. Dosierung) |
Untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessenskonflikte |
Methodische Bemerkungen |
Evidenzklasse (Oxford) |
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Bourke et al. (2016): Exercise for Men with Prostate Cancer: A Systematic Review and Meta-analysis. European urology. Ref.ID: 874
Auflistung Studien: Bourke et al. (2014), Cormie et al. (2013), Cormie et al. (2015), Dieperink et al. (2013), Galvão et al. (2010), Galvão et al. (2014), Hebert et al. (2012), Jones et al. (2014), McGowan et al. (2013), Monga et al (2007), Park et al (2012), Segal et al. (2003), Segal et al. (2009), Uth et al (2014), Windsor et al (2004), Winters-Stone et al (2014) |
SR + MA
Suchzeitraum: Frühester Zeitpunkt – März 2015
Durchsuchte Datenbanken: Cochrane Central Register of Controlled Trials, MEDLINE, EMBASE, AMED, CINAHL, PsycINFO, SPORTDiscus, PEDRO + graue Literatur und nicht publizierte Artikel + Suche auf WHO Trial Pages + ISRCTN Meta-Register of Controlled Trials
Ein- und Ausschlusskriterien: nur RCTs, erwachsene Stichprobe, Prostatakarzinom, Intervention: Aerobic oder Krafttraining im Vgl. zu Standardversorgung oder Warteliste, mindestens 6 Wochen Follow-Up, kein ausschließlicher Fokus auf Wiederherrichten der Kontinenz, detaillierte Beschreibung der Intervention
Eingeschlossen: 16 Studien mit insgesamt 1574 Probanden, Stichprobengröße pro Studie zwischen 20 und 423 |
RCTs
Prostatakarzinom, I-IV
Geschlecht: 100% männlich
Alter und Durchführungsländer: kA |
Interventionsarten: Aerobic oder Krafttraining unter Supervision 5x, zuhause 3x, Kombi aus Supervision und Zuhause 4x, Supervision mit Vorschlag zur Durchführung Zuhause 2x, Unklar 2x
Kontrollgruppe: Standardversorgung (2x mit der Aufforderung zur normalen körperlichen Betätigung)
3x zusätzlich psychologischer Ansatz mit Hilfe zum Problemlösen, sozialer Unterstützung, Ziele setzen |
Follow-Up: zwischen 8 – 12 Monaten
Primäre Endpunkte: 1. QoL (7 Studien, n=912)
2. Adverse Events (10 Studien, n=685)
Sekundäre Endpunkte: 3. Fatigue (CRF, 10 Studien, zu finden im Onlinematerial) |
Zu 1. Keine signifikanter Effekt (SMD= 0.13, 95% CI: –0.08, 0.34, Median Follow-Up 12 Wochen, I²= 46%), Subgruppenanalyse mit Studien (n=3) von hoher Qualität zeigte moderat positive Wert (SMD= 0.33, 95% CI: 0.08, 0.58; Median Follow-up12 Wochen, I²= 0%)
Zu 2. 4 Studien berichten keine NW/WW, Zwei Studien berichten Todesfälle (1x Lungenkrebs, 1x in Kontrollgruppe), 1x Vorfall akuter Myokardialer Infarkt am 3. Tag der Intervention, 1x in Kontrollgruppe nicht fataler Myokardialer Infarkt, 3x ST Depression (elektrokardiographische Veränderungen), 2x Fibula Frakturen (davon 1x mit PP), 1x Unfall beim Umziehen (Rippenfraktur), 3 Studien berichten gemischte Komplikation im Bewegungsapparat durch vorher bestandene Rücken- und Knieschmerzen, Trainingsinduzierte Beinkrämpfe oder Rückenschmerzen, 3x geringfügige Sehnen/Bänder/Quadrizeps Verletzungen
Zu 3. Leichter positiver Effekt SMD= 0.25, 95% CI = 0.02, 0.49, I2 = 61%), Subgruppenanalyse mit Studien (n=5) von hoher Qualität zeigte moderat positive Wert SMD = 0.45, 95% CI = 0.22, 0.67,I2 = 37%) |
Siehe Hauptergebnisse |
“Liam Bourke certifies that all conflicts of interest, including specific financial interests and relationships and affiliations relevant to the subject matter or materials discussed in the manuscript(eg, employment/affiliation, grants or funding, consultancies, honoraria, stock ownership or options, expert testimony, royalties, or patents filed, received, or pending), are the following: Peter C. Albertsen has received support from the Blue Cross Blue Shield Technology Assessment Committee for reviewing items related to urology; support from Ferring Pharmaceuticals to review data; payment for expert testimony for cases involving prostate cancer and general urology; National Institutes of Health grant support for studies related to prostate cancer; support for serving as a critique panel member at Jackson Hole Seminars in 2014; and support for participating in the 8th Engadin Prostate Cancer Symposium.LiamBourkeandDerekJ.RosarioreceivefundingfromCancerResearchUKand the National Institute for Health Research to evaluate the role of exercise in men with prostate cancer. Richard Hooper receives funding from Cancer Research UK to evaluate the role of exercise in men withprostatecancer.HeatherA.Paynehasreceivedconsultancyandlecturerfees from AstraZeneca, Astellas, Janssen, Ferring, Ipsen, Takeda, Sanofi Aventis, and Sandoz; review preparation fees from AstraZeneca, Janssen, Astellas, and Ipsen; payment for development of educational presentations from AstraZeneca, Astellas, Janssen, Ferring, Ipsen, Sandoz, and Sanofi Aventis; and travel/accommodation/meeting expenses from Astellas, Ferring, AstraZeneca, Janssen, and Takeda. Liz Steed has received grant support from the National Institute for Health Research (RP-PG-0609-10181) and Health Technology Assess-ments,andbookroyaltiesfromOpenUniversityPress.BertrandTombalhas received grant support from Ferring, Astellas, and AstraZeneca, and consulting fees or honorarium support from Ferring and Astra Zeneca; consultancy fees from Amgen, Sanofi, and Bayer; support for expert testimony from Dendreon; and investigator or advisor fees from Medivation. James Catto, Dianna Smith, and Anouska Carter have nothing to disclose.” “Funding/Support and role of the sponsor: None.“ |
Cochrane Collaboration Tool
Alle Studien hatten hohes performance-Bias Risiko für Verblindung der Probanden aufgrund der Unmöglichkeit dessen
Übersichtsarbeit: 3 unabhängige Reviewer zum Screenen
Random-Effects Model
Testung der Heterogenität vor Zusammenführung von Trials
Sehr ausführliches Online-Material vorhanden
Primärstudien: CONTRA: Wenig Baselineinformationen gegeben (keine Angabe des Alters oder wo Studien durchgeführt wurden)
Keine Verblindung – Performance-Bias |
1a- |
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Bourke 2016: In diesem Review wurden 16 Studien mit insgesamt 1574 Prostatakarzinom im fortgeschrittenen Stadium eingeschlossen. Das Review fokussiert sich auf die Wirkung von körperlicher Intervention auf die Lebensqualität, Müdigkeit/ Erschöpfung und die mögliche Schädlichkeit für die Patienten. Die Interventionen bestanden zumeist aus Aerobic oder Krafttraining, sowie Kombinationen von beidem. Die Ergebnisse beruhen auf einem Follow, welches mindestens 6 Monaten nach der ersten Erhebung stattfand. Die Ergebnisse der Analysen zeigen einen leichten positiven Effekt von körperlicher Intervention, insbesondere bei den Studien, welche eine hohe Qualität aufweisen. Gleiches Ergebnis zeigte sich für die Erhebung der Müdigkeit/ Erschöpfung. Es kam in den Studien zu einigen Vorfällen, welche zumeist den Bewegungsapparat betreffen, zB. geringfügige Verletzungen der Sehnen, Bänder sowie Rückenschmerzen. Es wurden keine Interventionsassoziierten Todesfälle berichtet, allerdings zeigt das Review, dass körperliche Aktivität für Patienten in einem fortgeschrittenen Krebsstadium nicht ungefährlich ist. Das Review zeichnet sich durch eine detaillierte Berichterstattung aus und einer guten analytischen Vorgehensweise. |
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Oberoi et. al. (2018)
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Referenz/ Referenz Primärstudien |
Studientyp
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Merkmale untersuchter Studien |
(verglichene) Interventionen/ (ggf. Dosierung) |
Untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessenskonflikte |
Methodische Bemerkungen |
Evidenzklasse (Oxford) |
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Oberoi 2018: Physical activity reduces fatigue in patients with cancer and hematopoietic stem cell transplant recipients: A systematic review and meta-analysis of randomized trials. Critical reviews in oncology/hematology. Ref.ID: 879 |
SR + MA
Suchzeitraum 1980 – Mai 2017
Datenbanken: MEDLINE, MEDLINE in-process, Embase, Cochrane Central Register of Controlled Trials, CINAHL, PsychINFO
Einschlusskriterien: randomisiert und quasi-randomisierte Studien Ausschlusskriterien: nicht (quasi-) randomisiert oder Parallelgruppe, keine Volltextpublikation, weniger als 75% KrebspatientInnen in Stichprobe oder unterziehen sich gerade HSCT, nicht Fatigue als Endpunkt, Duplikat
170 Studien, 421 Interventionsgruppe und 417 Kontrollgruppe |
RCTs
Mammakarzinom (47.1%), Prostatakarzinom (11.2%), mehrere Krebsarten (26.5%), andere Arten (15.3%); Stadien: Nicht-metastasierend (54.7%), metastasierend (4.1%), Beides (17.1%), mit Stammzelltransplantation (7.6%)
Geschlecht (% weiblich): Keine Angabe
Alter: nicht einschätzbar aufgrund fehlender Angaben in Studien
N Durchführungsländer: 27 (inklusive Europa, Asien, USA, Kanada, Australien) |
Interventionsarten in Kategorien:
Mit (110 Studien) und ohne Supervision (58 Studien), in Gruppe (47 Studien) oder Allein (73 Studien); Während Behandlung (93 Studien), nach abgeschlossener Behandlung (39 Studien), Während und nach Behandlung (36 Studien), Palliativ (2 Studien), Fatigue als Vorrausetzung zur Teilnahme an Studie (15 Studien)
Arten der Kontrollgruppe: (1) Standardversorgung oder Warteliste; (2) physische Aktivität, wenn Studien zwei Typen von physischen Aktivitäten vergleichen; (3) nicht-physische Aktivität, aktive Kontrolle (nicht Standardversorgung oder Warteliste) wie psychologische, pharmakologische oder „mind and body“ Interventionen; (4) Kombination (physische und nicht-physische Aktivität, aktive Kontrolle).
Anmerkung: In Studien, in denen zwei physische Interventionen durchgeführt wurden, wurde die Aktivität mit der geringeren Intensität als Kontrollgruppe genutzt
Dauer der Intervention (MW): 12 Wochen (56 Studien < 12 Wochen; 91 Studien ≥ 12 Wochen), 150 Minuten pro Woche (39 Studien < 150 Minuten, 88 Studien ≥ 150 Minuten) |
Prim. Endpunkte: Über alle Probanden 1. Selbstberichtete Fatigue (über 27 Fatigue-Skalen)
2. Selbstberichtete Fatigue mit FACT (45/58 Studien), EORTC QLQ-C3 (25/30 Studien) und BFI (12/21 Studien
Nur für Probanden in aktueller Behandlung 3. Selbstberichtete Fatigue (über 27 Fatigue-Skalen)
|
Subgruppe, welche die Intervention während der Behandlung erhielt.
Zu 1. Physische Aktivität vs. alle Arten von Kontrollgruppen (n=8927 in 134 Studien): Reduzierung der Fatigue in Interventionsgruppe im Vergleich zu allen Kontrollgruppen (SMD= −0.49, 95% CI: −0.60, −0.37; p < 0.00001, I²=85%)
2. Reduzierung der Fatigue in Interventionsgruppe im Vergleich zu allen Kontrollgruppen mit FACT: WMD= −3.40, 95% CI−5.25, −1.55;p= 0.0003, I²=89%; EORTC QLQ-C30: WMD= −11.07 95% CI: −17.79, −4.36, p = 0.002, I²=91% und BFI: WMD= −0.53, 95% CI−0.93, −0.13;p = 0.009, I²=85%
3. Vgl. Physische Aktivität vs. Alle Kontrollgruppen (n= 74 Studien, 5127 Probanden): SMD=-0.52; KI -0.70, -0.34; p<0.00001; I2= 89% Vgl. physische Aktivität vs. Standardbehandlung/ Warteliste (n=58 Studien, 4140 Probanden): SMD= -0.51, KI -0.72, -0.30, p<0.00001; I2=90%
Anmerkung: Stratifizierung: Kein Einfluss von Arten der Kontrollgruppe (Ausnahme: physische Aktivität vs. physische Aktivität mit FACT und physische Aktivität vs. aktive Kontrolle/ nicht physische über alle Fatigue-Skalen kein signifikanter Effekt), Krebsart, Stadium, Zeit der Intervention, oder Fatigue als Einschlusskriterium, Mit oder ohne Supervision, in Gruppe oder Allein, Länge der Intervention
Stärke der Reduzierung unterschiedliche je nach physischer Intervention: Krafttraining signifikant geringere Wirkung gegenüber Aerobic, Neuro-motorisch, Kombination und nicht-spezifiziert, gleiche Ergebnisse wenn Interventionstypen gegen Standardversorgung oder Warteliste verglichen wird
Zusammenfassung der Autoren: „Physical activity was effective at reducing fatigue in patients with cancer and HSCT recipients across patient sub-groups. Determining the best approaches for safe implementation should be a priority.” |
Keine Angaben zu NW/WW |
Primärstudien: Keine Angaben zu den CoI
Übersichtsarbeit: Laut Angabe keine COI
“Funding was provided by the Pediatric Oncology Group of Ontario. The funder did not have any influence over the content of this manuscript or the decision to submit for publication.” |
Risk of Bias mit Cochrane Handbook of Systematic Reviews of intervention: 109 Studien adäquate Randomisierung (sequence generation), 69 Studien adäquate Verschleierung der Zuteilung (Allocation), 0 Studien Verblindung (Probanden und Personal oder Auswerter), 103 Studien kein Attrition Bias, 119 Studien frei von selektivem Berichten
Primärstudien: Übersichtsarbeit: PRO: 3 unabhängige Reviewer
Überprüfung des Publikationsbias
Stratifizierte Analyse zum herausfiltern möglicher Einflussfaktoren
Darstellung der Effekte der Einzelstudien
CONTRA: Einsatz der physischen Aktivität mit geringeren Intensität als Kontrollgruppen Vergleichbarkeit der Studien?
Anzahl der Studien, welche die 3 Hauptskalen genutzt haben variiert
Hohe Heterogenität zwischen der Studien schränkt Vertrauenswürdigkeit der Ergebnisse ein
Kein Rückschluss der Biasbewertung auf Einzelstudien möglich bzw. nicht möglich herauszufinden, welche Studien negativ bewertet wurden und dadurch die Ergebnisse beeinflussen könnten
Keine Angabe zu Attrition/ Drop-Outs
Einzelstudien: Keine Verblindung
In vielen Studien keine Angabe des Alters der Probanden oder Geschlechterverteilung
Wie können Ergebnisse mit einer nicht-spezifizierten physischen Intervention interpretiert werden?
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1a |
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Oberoi 2018: In diesem systematischen Review wurden 170 Studien eingeschlossen, welche den Einfluss von körperlicher Aktivität auf Müdigkeit/ Erschöpfung, während und nach der Krebsbehandlung untersuchten. Es wurden Studien mit körperlichen Interventionen aller Art eingeschlossen (z.B. Aerobic, Joggen, Yoga, Gewichte heben, Strecken, Dehnen, Kombinationen etc.), welche diese mit den verschiedensten Kontrollgruppen verglichen (z.B. Standardversorgung, Warteliste, andere physische Aktivität niedrigerer Intensität, psychologische Betreuung, Kombinationen etc.). Die Interventionen im Mittel 12 Wochen durchgeführt und dauerten 150 Minuten pro Woche. Dier Ergebnisse zeigen eine höhere Reduzierung der Müdigkeit/ Erschöpfung in den Gruppen mit körperlicher Aktivität im Vergleich zu den Kontrollgruppen. Dieser Effekt zeigt sich sowohl gemittelt über alle zur Messung eingesetzten Skalen, als auch bei den 3 weit verbreitetsten Skalen. Es zeigen sich ähnliche Resultate auch bei der einzelnen Betrachtung der Interventionstypen als auch der einzelnen Kontrollgruppen. Auch zeigte sich kein Einfluss des zeitlichen Rahmens der Intervention oder ob diese unter Aufsicht, in der Gruppe oder allein durchgeführt wurde. Es zeigte sich allerdings eine Überlegenheit von aerobischen Interventionen, Yoga etc., Kombinationsinterventionen oder nicht-spezifizierten Interventionen gegenüber Krafttraining (Gewichte heben, Widerstandsbänder etc.). Insgesamt fasst das Review einen positiven Effekt von körperlicher Aktivität zur Reduzierung von Müdigkeit/ Erschöpfung zusammen. Allerdings weisen die Studien in den Analysen eine hohe Heterogenität auf, dies bedeutet, dass sich die Studien stark voneinander unterscheiden, wodurch es schwierig ist die Ergebnisse untereinander zu vergleichen bzw. diese zusammenzufassen. Auch werden nicht ausreichend Informationen zu den Einzelstudien geliefert und die Einschätzung des Verzerrungsrisikos der einzelnen Studien kann nicht auf diese zurückverfolgt werden. Somit ist völlig unklar wie hoch die Verzerrungsrisiken in den einzelnen Analysen sind. Allein durch diesen Punkt müssen die Ergebnisse als kritisch betrachtet werden. |
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