5. Ernährungstherapie während Tumortherapie – Klinische Ernährung in der Onkologie
Die optimale orale, enterale und parenterale (siehe Glossar) Versorgung ist für alle Menschen mit einer onkologischen Erkrankung essenziell, unabhängig davon, welche Therapie (medikamentöse Therapie, Radiotherapie, operative Tumortherapie) sie erhalten.
Menschen mit einer onkologischen Erkrankung haben ein hohes Risiko für eine Mangelernährung, das durch die Behandlung der Erkrankung noch verstärkt werden kann. Personen mit einer onkologischen Erkrankung und bestehender Mangelernährung weisen im Vergleich zu Personen mit einer onkologischen Erkrankung, aber geringem Risiko für Mangelernährung, ein vermindertes Gesamtüberleben ([120], [121]) sowie ein vermindertes krankheitsfreies Überleben ([121]) auf. Sarkopenie bei Menschen mit einer onkologischen Erkrankung kann das Ansprechen auf eine Chemotherapie verringern und die Therapieadhärenz/Compliance gegenüber der Chemotherapie negativ beeinflussen [122].
Krebsbedingte Mangelernährung resultiert aus einer unzureichenden Nahrungszufuhr und einer verminderten Nährstoffresorption aufgrund der systemischen Auswirkungen der Krebserkrankung und ihrer Behandlung, einschließlich der daraus entstandenen systemischen Entzündungsreaktion [123].
5.1 Ernährungstherapie während Radiotherapie oder medikamentöser Tumortherapie
Eine enterale oder parenterale Ernährung soll Patienten mit einer onkologischen Erkrankung angeboten werden, wenn eine ausreichende orale Nahrungsaufnahme nicht möglich ist.
- Konsens
- Starker Konsens
Änderungshinweis
Empfehlung 16: Eine enterale oder parenterale Zufuhr von Nährlösungen sollte erfolgen, wenn eine ausreichende orale Nahrungsaufnahme – beispielsweise aufgrund erheblicher Beeinträchtigung des Gastrointestinaltrakts – nicht erreicht werden kann. (B; starker Konsens)Diese Empfehlung basiert auf Empfehlung Nr. 16 der Vorgängerleitlinie [1] sowie auf der Expertenmeinung der Leitliniengruppe. Die aktuelle systematische Recherche für den Zeitraum 2014 bis 2024 (in der ausschließlich nach systematischen Reviews gesucht wurde) identifizierte keine systematischen Reviews, die dieser Empfehlung zugeordnet werden konnten.
Eine unzureichende Nahrungszufuhr liegt nach den ESPEN-Leitlinien vor, wenn Patienten eine Woche lang nicht essen können oder wenn die Energieaufnahme für 1–2 Wochen weniger als 60% des geschätzten Bedarfs liegt. Dies entspricht ungefähr einer täglichen Energieaufnahme von weniger als 10 kcal/kg/Tag oder einem täglichen Energiedefizit von 600-800 kcal [67], [124], [125], [90].
Ein deutlich verschlechterter Ernährungszustand liegt vor, wenn der Patient in einem Monat > 5% (bzw. > 15% in drei Monaten) an Körpergewicht verloren hat. Das Risiko für eine schnelle Verschlechterung steigt, wenn die Nahrungsaufnahme unter 75% des Bedarfs liegt, bereits ein Gewichtsverlust (z.B. durch Appetitlosigkeit oder Dysphagie) oder katabole Prozesse bestehen (z. B. Infektionen, systemische Entzündungen) oder eine belastende Therapie durchgeführt wird [126].
Bei Personen mit Tumoren des oberen Gastrointestinaltrakts, bei denen die orale Aufnahme oder der Nahrungstransport beeinträchtigt ist, kann enterale Ernährung unterstützen, den Ernährungsstatus zu stabilisieren [127], [128], [129]. Bei Patienten mit gastrointestinalen Funktionsstörungen, beispielsweise einer schweren Darminsuffizienz aufgrund von Strahlenenteritis, chronischer Darmobstruktion, Kurzdarmsyndrom, Peritonealkarzinose oder Chylothorax, kann parenterale Ernährung helfen, den Ernährungszustand zu stabilisieren ([130], [131] [132].
Die Evidenzlage rechtfertig nicht einen routinemäßigen Einsatz einer enteralen oder parenteralen Ernährung bei Patienten vor und während einer Tumortherapie, wenn nicht eine schwere Mangelernährung und/oder ein relevantes Kaloriendefizit vorliegt. Die Eskalation der Ernährungstherapie (oral vs. enteral/parenteral) sollte erst dann erfolgen, wenn sorgfältig geprüft wurde, ob der physiologischere orale Weg unzureichend ist [67].
In einem RCT von De Waele et al. (2022), der auf eine frühere Pilotstudie derselben Arbeitsgruppe [133] aufbaute, wurden 60 Patienten mit krebsassoziierter Kachexie vor oder während einer Tumortherapie (Chemotherapie oder Radiotherapie) untersucht. Dabei wurde eine individualisierte Ernährungsintervention (Intervention) mit einer Standard-Ernährungstherapie (Kontrolle) verglichen. In beiden Gruppen erfolgte die Ernährungsintervention nach dem Eskalationsschema (oral, enteral und/oder parenteral) entsprechend der individuellen Notwendigkeiten der Patienten. In der Interventionsgruppe erfolgte eine intensivierte Betreuung der Patienten, und es bestand das spezifische Ziel, die Kalorienzufuhr an den Ruheenergieverbrauch (nach Vorgabe der ESPEN-Leitlinie, siehe oben) anzupassen. In der Kontrollgruppe wurde eine Standard-Ernährungsberatung durchgeführt. Das Gesamtüberleben nach 12 Monaten betrug 73% in der Interventionsgruppe im Vergleich zu 47% in der Kontrollgruppe (p=0,0378). Zudem konnte bei Männern ein signifikanter Unterschied hinsichtlich der Körperhydration (p=0,04), der Fettmasse (p=0,048) und des Gesamtenergieverbrauchs (p=0,03) festgestellt werden [134].
Die klinische Praxis, die Kontraindikationen, die Komplikationen und die Überwachung der enteralen und parenteralen Ernährung unterscheiden sich nicht zwischen Patienten mit onkologischen und solchen mit gutartigen Erkrankungen [67].
Bei Patienten mit einer onkologischen Erkrankung soll bei ausreichender Funktion des Verdauungstraktes die enterale der parenteralen Ernährung vorgezogen werden (LoE 1).
Die Kombination aus beidem kann eingesetzt werden, falls dies zur Bedarfsdeckung notwendig ist (EK).
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- 1
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [135]
Änderungshinweis
Empfehlung 17: Auch bei onkologischen Patienten soll bei ausreichender Funktion des Verdauungstraktes die enterale der parenteralen Ernährung vorgezogen werden, wobei man zur Bedarfsdeckung auch die Kombination einsetzen kann. (KKP; starker Konsens).Evidenztabellen (1)
B_Radio_Chemo_4.2Die Empfehlung zur Frage, ob eine enterale oder parenterale Nahrungszufuhr zu bevorzugen ist, basiert auf der Empfehlung Nr. 17 der Vorgängerleitlinie [1], auf einer seit der Vorgängerleitlinie identifizierten systematischen Übersichtsarbeit mit Meta-Analyse [135] sowie auf der Expertenmeinung der Leitliniengruppe.
Chow et al. (2020) analysierten 36 RCTs, in denen Erwachsene mit onkologischen Erkrankungen entweder enteral oder parenteral ernährt wurden, und verglichen die jeweiligen Komplikationsraten. Die untersuchten Komplikationen waren Infektionen, Begleiterscheinungen die im Zusammenhang mit der Zufuhrart (enteral oder parenteral) auftreten können (z.B. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall), schwerwiegende Komplikationen und Mortalität [135].
Die Meta-Analyse zeigte einen zwar signifikanten aber geringen Vorteil für enterale Ernährung im Vergleich zur parenteralen Ernährung in der Anzahl der Infektionen (RR=1,09; 95% KI 1,02–1,17; 29 RCT; n=2817). Eine zusammenfassende statistische Analyse über die Zeit (kumulativ) zeigte, dass die Ergebnisse der Studien zum Risiko von Infektionen seit 1997 hinweg stabil geblieben sind, was diese Aussage bekräftigt. Alle anderen untersuchten Endpunkte (Komplikationen und Begleiterscheinungen im Zusammenhang mit der Zufuhrart; schwerwiegende Komplikationen und Mortalität) zeigten keine Unterschiede zwischen enteraler und parenteraler Ernährung [135].
Zusammenfassend bestehen die Vorteile der enteralen gegenüber der parenteralen Ernährung in weniger infektiösen Komplikationen, in der Aufrechterhaltung der Darmbarriere sowie in geringeren Kosten.
Eine längerfristige enterale oder parenterale Ernährung sollte bei relevanter chronischer Einschränkung der Nahrungsaufnahme oder -absorption als ambulante häusliche enterale oder parenterale Ernährung erfolgen.
- Konsens
- Starker Konsens
Änderungshinweis
Empfehlung 18: Eine langfristige künstliche Ernährung sollte bei relevanter chronischer Einschränkung der Nahrungsaufnahme oder -absorption als ambulante häusliche enterale oder parenterale Ernährung erfolgen. (KKP, starker Konsens)Diese Empfehlung basiert auf der Empfehlung Nr. 18 der Vorgängerleitlinie [1] und der Expertenmeinung der Leitliniengruppe. Die aktuelle systematische Suche für den Suchzeitraum 2014 bis 2024 (in der ausschließlich nach systematischen Reviews gesucht wurde) identifizierte keine systematischen Reviews, die dieser Empfehlung zugeordnet werden konnten.
Heimenterale Ernährung (HEE) sollte mangelernährten Patienten oder solchen mit Ernährungsrisiko angeboten werden, die ihren Nährstoffbedarf nicht oral decken können und einen funktionierenden Gastrointestinaltrakt haben [126]. Heimparenterale Ernährung (HPE) wird Patienten empfohlen, die ihren Nährstoffbedarf weder oral noch enteral ausreichend decken können und ambulant sicher versorgt werden können [126].
Bei der ambulanten Ernährungstherapie müssen die individuelle Situation und die Fähigkeiten des Patienten, die häusliche Umgebung, das Rehabilitationspotential sowie soziale, wirtschaftliche und Kostenerstattungsfaktoren berücksichtigt werden [67]. Zusätzlich sind Prognose, gesundheitsbezogene Lebensqualität und ethische Aspekte sorgfältig einzubeziehen [126].
Die Indikation wird meist vom Krankenhaus gestellt und muss vom betreuenden Arzt bestätigt werden. Entscheidungen zu Art, Inhalt und Management der Ernährungstherapie sollten idealerweise vom multidisziplinären Team getroffen werden. Der behandelnde Arzt sowie eine auf Ernährungstherapie spezialisierte Pflege- oder Ernährungsfachkraft sollen den Patienten ausführlich über Vorteile und Risiken der Behandlung informieren. Die Patienten sollten aktiv ihren Wunsch nach einer geplanten Ernährungstherapie zum Ausdruck bringen [126].
Das Management von HEE/HPE in der häuslichen Pflege unterscheidet sich vom Krankenhaus dadurch, dass die Hauptverantwortung auf Patienten und Pflegende übergeht. Ein strukturiertes, individuell anpassbares Schulungsprogramm für Patienten und/oder Pflegepersonal ist daher durchzuführen [126].
Patienten, die HEE/HPE erhalten, sollen in regelmäßigen Abständen ärztlich, ernährungstherapeutisch und pflegerisch überwacht werden, um sowohl Indikation und Wirksamkeit als auch Risiken und Komplikationen der Behandlung zu überprüfen [126].
Detailliertere und weitere Informationen zu strukturellen Voraussetzungen, Zugangswegen und deren Pflege, Nahrungsprodukten, Medikamentengabe sowie Überwachung und Vermeidung von Komplikationen finden sich in der S3-Leitlinie „Heimenterale und heimparenterale Ernährung“ [126].
Bei Patienten mit Kopf-, Hals- oder Ösophagustumoren und bestehender erheblicher Dysphagie sollte bei unzureichender oraler Nahrungsaufnahme eine enterale Sondenernährung erfolgen.
- Empfehlungsgrad
- B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
- Evidenzlevel
- 3
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [136] [37] [38] [39] [40] [43] [34] [36]
Änderungshinweis
Empfehlung 32: Bei Kopf-, Hals- oder Ösophagustumoren mit erheblicher Schluckstörung sollte bei unzureichender oraler Nahrungsaufnahme eine enterale Sondenernährung durchgeführt werden. (B; starker Konsens)Evidenztabellen (1)
B_Radio_Chemo_4.4Diese Empfehlung basiert auf Empfehlung 32 der Vorgängerleitlinie [1] sowie auf der Expertenmeinung der Leitliniengruppe. Die aktuelle systematische Suche für den Zeitraum 2014 bis 2024 (in der ausschließlich nach systematischen Reviews gesucht wurde) identifizierte keine neuen systematischen Reviews, die dieser Empfehlung zugeordnet werden konnten. Die vorliegende Evidenz beruht somit auf den im Rahmen der Vorgängerleitlinie identifizierten Studien.
Bei Patienten mit obstruierenden Kopf-Hals- oder Ösophagustumoren sowie bei zu erwartender schwerer, strahleninduzierter oraler oder ösophagealer Mukositis besteht ein hohes Risiko für die Entwicklung oder Verschlechterung einer Mangelernährung [136], [35], [137], [34], [138], [36], [139]. Zudem kann die Nahrungsaufnahme durch die häufigen Nebenwirkungen einer Radiotherapie oder Chemoradiotherapie – wie Ösophagitis, Mukositis, Xerostomie, Dysphagie, Odynophagie, Übelkeit und Müdigkeit – weiter beeinträchtigt werden [140], [137], [141], [142].
Aus ethischen Gründen liegen zu dieser Fragestellung keine randomisierten Studien vor. Prospektive und retrospektive Beobachtungsstudien bei Patienten mit unzureichender Nahrungsaufnahme haben jedoch gezeigt, dass die enterale Ernährung im Vergleich zur oralen Ernährung den Gewichtsverlust [136], [37], [38], [39], [43], [34], [36] sowie die Häufigkeit und Dauer von Therapieunterbrechungen [40], [34], [36] und die Zahl der stationären Wiederaufnahmen reduziert [40], [34], [36].
Zur Diagnostik und Therapie der oropharyngealen Dysphagie bei dieser Patientengruppe wird auf die aktuelle S3-Leitlinie „Oropharyngeale Dysphagie infolge einer Kopf-Hals-Tumor-Erkrankung – Diagnostik und Therapie“ verwiesen [143].
Liegen bei Patienten unter Radiotherapie bzw. Radiochemotherapie keine organischen Dysfunktionen (z.B. Dysphagie) vor und ist kein Gewichtsverlust feststellbar, besteht keine Indikation für den Beginn einer prophylaktischen enteralen Ernährungstherapie.
Evidenztabellen (1)
B_Radio_Chemo_4.5Liegen vor einer geplanten intensivierten oder von Chemotherapie begleiteten Radiotherapie Mundhöhle, Rachen oder Ösophagus im Strahlenfeld, sollte bei bereits bestehender Dysphagie, Gewichtsverlust und/oder Mangelernährung vor Therapiebeginn die enterale Ernährung begonnen werden.
- Empfehlungsgrad
- B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
- Evidenzlevel
- 2
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [144] [145]
Änderungshinweis
Empfehlung 33: Liegen bei einer intensivierten oder von Chemotherapie begleiteten Strahlentherapie Rachen oder Ösophagus im Strahlenfeld, kann wegen der zu erwartenden lokalen Mukositis die prophylaktische Einbringung einer Sonde zum Zweck einer enteralen Ernährung sinnvoll sein. (KKP; starker Konsens)Evidenztabellen (1)
B_Radio_Chemo_4.6Die beiden Empfehlungen zur Frage, ob eine prophylaktische oder reaktive enterale Nahrungszufuhr zu bevorzugen ist, basieren auf der Empfehlung Nr. 33 der Vorgängerleitlinie [1], auf zwei systematischen Übersichtsarbeiten mit Meta-Analyse, die seit der Vorgängerleitlinie identifiziert wurden [144], [145] sowie auf der Expertenmeinung der Leitliniengruppe.
Mellors et al. (2021) schlossen in ihrem systematischen Review (SR) drei RCTs (n=298) mit Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren unter Radio- oder Radiochemotherapie ein. Untersucht wurde der Einfluss des Beginns der enteralen Ernährung (prophylaktisch oder reaktiv) hinsichtlich folgender Endpunkte: Gewichtsveränderung, Ernährungszustand, BMI, Unterbrechung der Tumortherapie, Lebensqualität, krankheitsfreies Überleben und Gesamtüberleben. In den Studien wurde eine „prophylaktische“ enterale Ernährung (beginnend vor oder während der Tumorbehandlung, unabhängig davon ob die Anlage prophylaktisch gelegt wurde = pPEG-Gruppe) mit einer „reaktiven“ Verabreichung (erst bei Bedarf, sobald klinisch indiziert = rEN-Gruppe) miteinander verglichen [144].
Eine Subgruppenanalyse ergab, dass ein Unterschied in der Gewichtsveränderung ausschließlich bei Patienten bestand, die bereits einen Gewichtsverlust erlitten hatten. In dieser Subgruppe verlor die Gruppe mit prophylaktischer Verabreichung (pPEG-Gruppe) signifikant weniger Gewicht als die Gruppe mit reaktiver Verabreichung (rEN-Gruppe) (11,4 % vs. 13,6 % nach 6 Monaten; n=59; p=0,03). Weiterhin zeigten sich in der pPEG-Gruppe Verbesserungen in der Lebensqualität, beispielsweise in Bezug auf körperliche Funktion, Verstopfung, Durchfall, Alltagsfunktion, soziale Funktion, Appetitverlust und Atembeschwerden. Die Autoren des systematischen Reviews bewerteten die Vertrauenswürdigkeit dieser Ergebnisse als moderat bis niedrig [144].
In allen anderen untersuchten Endpunkten zeigten sich keine Unterschiede: Gewichtsveränderung (sofern nicht zwischen Patienten mit und ohne Gewichtsverlust unterschieden wurde), Ernährungsstatus (SGA/PG-SGA), BMI, Unterbrechung der Tumortherapie, krankheitsfreies Überleben und Gesamtüberleben [144].
Das systematische Review von Ye und Chang et al. (2021) analysierte an derselben Population (Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren unter Radio- oder Radiochemotherapie) zwei RCTs (n=265) und untersuchte ebenfalls die Frage nach dem optimalen Beginn der enteralen Ernährung (prophylaktisch vs. reaktiv) hinsichtlich folgender Endpunkte: Dauer der Sondenernährung, sondenbedingte Komplikationen und Dysphagie [145]. Eine Studie dieses SRs [146] zeigte, dass die Dauer der Sondenernährung bei der „prophylaktischen“ Verabreichung signifikant länger war als bei der „reaktiven“ Verabreichung (177 vs. 122 Tage; p<0,0001), was aber durch die andere Studie [147] nicht bestätigt wurde. Die Autoren des systematischen Reviews beurteilen die Vertrauenswürdigkeit dieses Ergebnisses als sehr niedrig. Keine Unterschiede gab es bei der Anzahl der sondenbedingten Komplikationen und der Dysphagie [144].
Für die Interpretation der Ergebnisse beider SRs gibt es einige Punkte zu beachten. Die Ergebnisse beruhen auf sehr wenigen Studien die eine starke Heterogenität zeigen, die vor allem auf den unterschiedlichen Zeitpunkten der Sondenplatzierung und des Beginns der Ernährung besteht. Manche Ergebnisse beruhen nur auf einer Studie. Die Ergebnisse sind somit mit Vorsicht zu interpretieren und weitere gut durchgeführte Studien sind notwendig, um diese Ergebnisse zu bestätigen.
Die Sondenernährung ist transnasal oder perkutan möglich.
Bei längerfristiger Indikation zur enteralen Ernährung sollte eine PEG (perkutane endoskopische Gastrostomie) oder PEJ (perkutane endoskopische Jejunostomie) platziert werden.
- Empfehlungsgrad
- B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
- Evidenzlevel
- 1
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [148]
Änderungshinweis
Empfehlung 34: Die Sondenernährung kann transnasal oder transkutan erfolgen, bei bestehender oder zu erwartender schwerer radiogener Mukositis kann eine PEG jedoch einer nasogastralen Sonde vorgezogen werden. (KKP; starker Konsens)Evidenztabellen (1)
B_Radio_Chemo_4.7Die Empfehlung zur Frage, ob eine nasogastrale Sonde (NGT) oder eine perkutane endoskopische Gastrostomie (PEG) bzw. perkutane endoskopische Jejunostomie (PEJ) zu bevorzugen ist, basiert auf der Empfehlung Nr. 34 der Vorgängerleitlinie [1], auf einem seit der Vorgängerleitlinie identifizierten systematischen Review [148] sowie auf der Expertenmeinung der Leitliniengruppe.
Gomes et al. (2015) analysierten 11 RCTs (n=735) mit Patienten unterschiedlicher Erkrankungen und Schluckstörungen (Dysphagie), bei denen eine enterale Ernährung indiziert war. Zwei dieser RCTs (n=142) wurden mit Patienten mit Kopf-Hals-Tumoren durchgeführt [129], [149]. Als Formen der enteralen Ernährung wurden die nasogastrale Sonde (NGT) und die perkutane endoskopische Gastrostomie (PEG) hinsichtlich folgender Endpunkte miteinander verglichen: Probleme durch das Verfahren selber („Interventionsversagen“ wie eine Unterbrechung oder Abbruch der Nahrungszufuhr, Verstopfung oder Undichtigkeit der Sonde), Ernährungszustand, Mortalität, Neben- und Wechselwirkungen, Dauer der enteralen Ernährung, Lebensqualität, Krankenhausverweildauer und Kosten [148].
Die Meta-Analyse zeigte mehrere signifikante Vorteile des PEG-Verfahrens gegenüber dem NGT-Verfahren: Das Risiko für ein „Interventionsversagen“ war in der PEG-Gruppe um 82% geringer als in der NGT-Gruppe (RR=0,18; 95% KI 0,05–0,59; p=0,005; 8 RCTs, inkl. der beiden Krebsstudien). Das Risiko, die vorgesehene Zufuhrart (nasogastral oder PEG) nicht fortzuführen („non-adherence to treatment“), war in der PEG-Gruppe nach 6 Wochen um 98% und nach 6 Monaten um 99% geringer als in der NGT-Gruppe (6 Wochen: RR=0,02; 95% KI 0,00–0,36; 6 Monate: RR 0,01, 95% KI 0,00–0,16; 1 RCT). Beim Ernährungszustand zeigten sich signifikante Verbesserungen in der PEG-Gruppe im Vergleich zur NGT-Gruppe, allerdings nur bei der Messung des Armumfangs (MD=1,16; 95% KI 1,01–1,31; 1 RCT) sowie bei den Laborwerten, wie Serumalbumin und Hämoglobin [148].
Bei der Lebensqualität zeigten sich in der PEG-Gruppe im Vergleich zur NGT-Gruppe positive Effekte in den Bereichen Unannehmlichkeiten, Unbequemlichkeit, verändertes Körperbild, soziale Aktivitäten und Familienleben. Die Kosten für das PEG-Verfahren lagen signifikant höher als für das NGT-Verfahren. Alle anderen untersuchten Endpunkte (Gewicht, Mortalität, Dauer der enteralen Ernährung, Krankenhausverweildauer) zeigten keine Unterschiede zwischen der NGT- und der PEG-Gruppe [148].
Bei den Analysen zu Neben- und Wechselwirkungen zeigte sich in der NGT-Gruppe ein signifikant höheres Auftreten von Reflux-Ösophagitis (RR=0,45; 95% KI 0,22–0,92), wobei dieses Ergebnis nicht aus den Studien mit Personen mit einer onkologischen Erkrankung stammt. Ansonsten gab es bezüglich Neben- und Wechselwirkungen keinen signifikanten Unterschied zwischen den beiden Verfahren (beispielsweise bei der Häufigkeit von Pneumonien). Insgesamt sind die Ergebnisse mit Vorsicht zu interpretieren, da die Anzahl der Patienten mit einer onkologischen Erkrankung relativ gering (n=142) ist, manche Ergebnisse nur auf einer der beiden Studien beruhen und die Studien ein hohes Verzerrungspotential aufweisen [148].
Patienten-Präferenz
Nach der Erfahrung der Experten wird von den Patienten oft eine PEG bevorzugt. Zum Beispiel kann die Sichtbarkeit der nasogastralen Sonde mit Scham verbunden sein, was einen negativen Einfluss auf das soziale Leben der Patienten haben kann. Die oben beschriebenen Studienergebnisse zur Lebensqualität und das häufigere Auftreten von Reflux-Ösophagitis bei nasogastraler Sonde bestätigen diese Erfahrungen [148]. In einem systematischen Review, in dem die Erfahrungen von Patienten und ihren Angehörigen mit Ernährungsunterstützung untersucht wurden, fühlten sich Patienten mit nasogastraler Sonde aufgrund der Sichtbarkeit der Sonde oft unsicher. Zudem verursachte die Sonde Nasenreizungen. Allerdings führte auch die PEG-Anlage zu Unannehmlichkeiten. Obwohl die PEG-Sonde unter der Kleidung versteckt werden konnte, führte sie bei vielen zu Irritationen, die sich negativ auf den Schlaf auswirkten [150].
Fazit
Für die kurzfristige Anwendung sind Vor- und Nachteile beider Verfahren miteinander abzuwägen. Tendenziell finden sich in den oben beschriebenen RCTs mehr Vorteile beim PEG-Verfahren (niedrigeres Risiko für ein Interventionsversagen, bessere Lebensqualität, möglicherweise besserer Ernährungszustand) als bei einer nasogastralen Sonde (mehr Reflux-Ösophagitis). Die Kosten einer PEG liegen jedoch signifikant höher als bei der nasogastralen Sonde.
Für eine längerfristige Anwendung zeigen die Ergebnisse aus den RCTs zur Adhärenz („Non-adherence“) nach 6 Wochen bzw. 6 Monaten, dass eine nasogastrale Sonde ungeeignet ist und eine PEG vorzuziehen.
Weitere Daten aus nicht randomisierten Studien (retrospektive und prospektive), wie in einem Review von Bossola et al. [151] zusammengefasst, berichten von folgenden Nachteilen des PEG- und NGT-Verfahrens:
PEG: Zwei Studien berichten über signifikant mehr Infektionen bei Patienten mit PEG (66% Infektionen in der PEG-Gruppe gegenüber 30% in der NGT-Gruppe; p=0,001) beziehungsweise über Infektionen an der Austrittsstelle bei 8% der Patienten mit PEG. Mehrere Studien zeigen, dass längerfristige Schluckbeschwerden beziehungsweise die schluckbezogene Lebensqualität bei Patienten mit PEG schlechter sind als bei Patienten mit NGT. Eine Studie zeigte, dass 23% der Patienten mit PEG eine pharyngoesophageale Dilatation benötigten, verglichen mit 4% der Patienten mit NGT (p=0,022).
NGT: Eine Studie berichtete, dass Aspirationspneumonien signifikant häufiger bei Patienten mit NGT (52,5%) auftraten als bei Patienten mit PEG (12%; p<0,0001). Mehrere Studien berichten, dass Sondendislokationen beim NGT-Verfahren signifikant häufiger vorkommen als bei der PEG.
5.2 Ernährungstherapie bei operativer Tumortherapie
Für den Themenblock „Ernährungstherapie bei operativer Tumortherapie“ wurden Empfehlungen der S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Chirurgie“ adoptiert beziehungsweise adaptiert (DGEM e.V., Version 3.0, Stand: 31.10.2022, 073-005 [152]).
In der S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Chirurgie“ heißt es, dass die allgemeine Indikation zur Ernährungstherapie in der Chirurgie die Prävention und die Behandlung einer krankheitsspezifischen Mangelernährung sowie der Ausgleich eines Ernährungsdefizits vor der Operation und der Erhalt des Ernährungsstatus nach der Operation ist. Dies gilt insbesondere, wenn längere Perioden der Nüchternheit und der schweren Katabolie zu erwarten sind. Morbidität, Krankenhausverweildauer und Letalität sind die wesentlichen Endpunkte für die Evaluation des Nutzens einer Ernährungstherapie im Krankenhaus [152].
5.2.1 Indikation zur Ernährungstherapie
Der Ernährungsstatus soll vor und nach größeren onkochirurgischen Eingriffen wiederholt erhoben werden.
- Konsens
- Starker Konsens
Diese Empfehlung wurde adoptiert und basiert auf der Empfehlung Nr. 5 der S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Chirurgie“ der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) [152] und auf der Expertenmeinung der Leitliniengruppe.
Entsprechend der S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Chirurgie“ ist der Einfluss des Ernährungsstatus auf die postoperative Morbidität und Letalität sowohl in retrospektiven [153][154][155][156][157] als auch in prospektiven Studien [158][159][160][161][162][163][164][165][166][167][168][[169][170][171][172] und einer Meta-Analyse [173] klar gezeigt worden [152]. Eine inadäquate postoperative Nahrungszufuhr (sowohl zu wenig als auch zu viel z.B. bei parenteraler Glukosezufuhr) für mehr als 14 Tage kann mit einer erhöhten Letalität einhergehen [174]. In den meisten der zitierten Studien wurden Patienten mit einer onkologischen Erkrankung untersucht, vereinzelt auch Patienten mit anderen Erkrankungen [152].
Größere onkochirurgische Eingriffe beziehen sich auf größere abdominelle und/oder thorakale onkologische Operationen (international als “major surgery“ bezeichnet), bei denen eingriffsspezifisch schwere (infektiöse) Komplikationen über einfache Wundheilungsstörungen hinaus zu einer Verlängerung der Krankenhausverweildauer und erhöhter Letalität führen können. Zudem wird in der S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Chirurgie“ empfohlen, dass bei Hinweisen im Screening auf eine Mangelernährung auch „bei kleineren Eingriffen der Ernährungsstatus sorgfältig erhoben werden sollte“ [152].
Bei längerem Therapie- und Krankheitsverlauf empfiehlt die S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Chirurgie“ eine wöchentliche Verlaufskontrolle [152].
Die Indikation besteht auch für Patienten, die für mehr als 7 Tage nicht in der Lage sind, mehr als 50 % der empfohlenen Energiemenge oral aufzunehmen.
- Konsens
- Starker Konsens
Diese Empfehlung wurde adoptiert und basiert auf der Empfehlung Nr. 6 der S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Chirurgie“ der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) [152] und auf der Expertenmeinung der Leitliniengruppe.
Laut der ESPEN-Leitlinie „Parenterale Ernährung in der Chirurgie“ lässt sich der tägliche Energie- und Proteinbedarf auf etwa 25–30 kcal/kg bzw. 1,5 g/kg des idealen Körpergewichts schätzen [175]. Er ist abhängig vom Erkrankungsstadium und der individuellen Situation (siehe Energie- und Nährstoffbedarf, [4.9] und [4.10]).
Eine multivariate Analyse von Bozzetti et al. (2007) [176] bei chirurgischen Patienten mit gastrointestinalen Tumoren zeigte, dass ein Ernährungsdefizit (Gewichtsverlust, niedriger Serumalbumin-Spiegel) ein unabhängiger Risikofaktor für das Auftreten von postoperativen Komplikationen ist. Die postoperative Morbidität konnte durch eine enterale oder parenterale Ernährung signifikant reduziert werden [152].
In einer prospektiven multizentrischen Beobachtungsstudie von Patienten mit Magenkarzinom [177] waren Dysphagien und Magenausgangsstenosen signifikante unabhängige Faktoren für das Risiko einer Anastomoseninsuffizienz nach Gastrektomie [152].
Sofern der Energie- und Substratbedarf nicht durch eine orale und/oder enterale Ernährung allein gedeckt werden kann (<50% des Energiebedarfs für mehr als 7 Tage), kann postoperativ ab Tag 3 - 4 die Kombination von enteraler und (supplementierender) parenteraler Ernährung erfolgen.
- Konsens
- Starker Konsens
Diese Empfehlung wurde adoptiert und basiert auf der Empfehlung Nr. 7a der S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Chirurgie“ der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) [152] und auf der Expertenmeinung der Leitliniengruppe.
Ziel der supplementierenden parenteralen Ernährung ist die Deckung des Energiebedarfs [152].
Zur Frage einer frühen postoperativen parenteralen Supplementierung der enteralen Ernährung mit dem Ziel der Deckung des Kalorienbedarfs analysierten Wu et al. (2017) in einem RCT 80 Patienten mit Ösophagusresektion [178]. Nur die Patienten der Gruppe mit kombinierter Ernährung konnten Körpergewicht (0,18 ± 3,38 kg vs. -2,15 ± 3,19 kg, p<0,05) und fettfreie Masse (1,46 ± 2,97 kg vs. -2,08 ± 4,16 kg) stabil halten im Vergleich zur Gruppe mit ausschließlich enteraler Ernährung. Nach drei Monaten zeigten sich bei früher parenteraler Supplementierung signifikant bessere Werte der Lebensqualität bezüglich der körperlichen Funktion (71,5 ± 24,3 vs. 60,4 ± 27,4, p<0,05) sowie im Bereich Energie/Fatigue (62,9 ± 19,5 vs. 54,2 ± 23,5; p<0,05) [152].
Zur Frage wann eine kombinierte enterale/parenterale („duale“) Ernährung beim chirurgischen Patienten indiziert ist, heißt es in der S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Chirurgie“, dass eine supplementierende PE nicht notwendig ist, wenn die erwartete Periode der PE unter 4 Tagen liegt [152].
Mit dem Ziel, bei inadäquater oraler/enteraler Energiezufuhr den Effekt einer frühzeitigen parenteralen (E-SPN Tag 3) mit einer späten Supplementierung (L-SPN Tag 8) zu vergleichen, haben Gao et al. (2022) 230 Patienten mit abdominalchirurgischen Eingriffen in einen multizentrischen RCT eingeschlossen [179]. Die E-SPN-Gruppe erhielt zwischen Tag 3 und 7 eine höhere mittlere (SD) Energiezufuhr im Vergleich zur L-SPN-Gruppe (26,5 + 7,4 vs. 15,1 + 4,8 kcal/kg täglich; p < 0 .001). Die E-SPN-Gruppe hatte signifikant weniger nosokomiale Infektionen im Vergleich zur L-SPN- Gruppe (10/115 [8,7%] vs. 21/114 [18,4%]; RD=9,7%; 95% KI 0,9%–18,5%; p=0,04) [152].
Wenn die voraussichtliche Dauer der Supplementierung zwischen 4 und 7 Tagen liegt, kann die parenterale Ernährung über einen peripheren Zugang zugeführt werden (s. Empfehlung 7c, S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Chirurgie“) [152].
Entsprechend der S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Chirurgie“ kann für die supplementierende parenterale Substratzufuhr der Zugang des zentralen Venenkatheters genutzt werden, da dessen Platzierung bei größeren chirurgischen Eingriffen zumeist routinemäßig erfolgt. Es heißt dort weiter: „Wenn die Implantation eines zentralvenösen Katheters ausschließlich zur Durchführung einer parenteralen Ernährung erforderlich ist, soll diese Indikation kritisch in Bezug auf die voraussichtliche Ernährungsdauer gestellt werden" (s. Empfehlung 7d, S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Chirurgie“). Erst bei einer Dauer von 7 bis 10 Tagen wird die Implantation eines zentralvenösen Katheters empfohlen [152].
Eine totale parenterale Ernährung, das heißt eine alleinige parenterale Ernährung, soll nur durchgeführt werden, wenn eine enterale Ernährung nicht durchführbar oder kontraindiziert ist (s. Empfehlung 7e, S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Chirurgie“) [152].
Eine postoperative parenterale Ernährung angereichert mit Omega-3-Fettsäuren sollte bei Patienten eingesetzt werden, die enteral nicht ausreichend ernährt werden können und daher eine überwiegend parenteral oder kombiniert enteral/parenterale Ernährung benötigen.
- Empfehlungsgrad
- B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
- Evidenzlevel
- 1
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [180] [181] [182] [183] [184] [185] [186]
Evidenztabellen (1)
Chirurgie_4.11Diese Empfehlung wurde adoptiert und basiert auf der Empfehlung Nr. 11 der S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Chirurgie“ der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) [152] und auf der Expertenmeinung der Leitliniengruppe.
Laut S3-Leitline „Klinische Ernährung in der Chirurgie“ zeigen Patienten nach chirurgischen Eingriffen häufig Entzündungsreaktionen, so dass der Einsatz von anti-inflammatorischen und immunwirksamen Substanzen (z.B. Fischöl-Lösungen) effektiv sein könnte, um Organfunktionsstörungen und weitere Komplikationen zu verhindern. Dies gilt insbesondere bei Patienten mit überschießender Entzündungsreaktion und bei postoperativer Indikation zur parenteralen oder kombiniert enteral/parenteralen Ernährung [152].
Zur Frage einer postoperativen parenteralen Supplementierung mit Omega-3-Poly-ungesättigten Fettsäuren (PUFA) wurden in der S3-Leitline „Klinische Ernährung in der Chirurgie“ sieben systematische Reviews mit Meta-Analysen eingeschlossen [186][185][184][183][182][181][180], von denen hier nur die aktuellsten beiden dargestellt werden, da die Reviews weitgehend die gleichen Tendenzen in den Ergebnissen berichten und die eingeschlossenen Studien teilweise überlappen. Die Meta-Analyse von Pradelli et al. aus dem Jahr 2020 ist ein Update der Meta-Analyse von 2012.
Die Meta-Analyse von Pradelli et al. (2020) evaluierte den Nutzen einer mit Omega-3-Fettsäuren angereicherten parenteralen Ernährung (PN) bei hospitalisierten Patienten im Vergleich zu einer Standard-PN ohne Omega-3-Anreicherung [185]. Die Ergebnisse zeigen, dass das Risiko für Infektionen (RR=0,60; 95 % KI 0,49–0,72; p<0,00001; 24 RCTs) und für Sepsis (RR=0,44; 95 % KI 0,28-0,70; p=0,0004; 9 RCTs) sinkt. Auch die Aufenthaltsdauer im Krankenhaus (-2,14d; 95% KI -2,93 bis -1,36, p<0,00001; 26 RCTs) und auf der Intensivstation (-1,95d; 95% KI-3,49 bis -0,42; p=0,01; 10 RCTs) reduzierte sich um etwa 2 Tage. Nicht signifikant war hingegen die Verminderung der 30-Tage-Letalität. Zu beachten ist, dass dieses systematische Review nicht nur Studien mit onkologischen Patienten umfasst und dass das Vertrauen in die Evidenz durch die chirurgische Arbeitsgruppe als sehr niedrig eingeschätzt wurde [152].
Die optimale Dosierung von Omega-Fettsäuren liegt bei 0,15 bis 0,2 g pro Kilogramm Körpergewicht und Tag [187].
Patienten, die sich einer größeren Tumoroperation unterziehen, kann präoperativ oder perioperativ eine Immunonutrition (angereichert mit Arginin, Omega-3-Fettsäuren, Ribonukleotiden) angeboten werden.
- Empfehlungsgrad
- 0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
- Evidenzlevel
- 1
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [188] [189] [190] [191] [192] [193] [194] [195] [196] [197] [198] [199] [200] [201] [202] [203] [204] [205] [206] [207] [208] [209] [210] [211] [212] [213] [214] [215] [216] [217] [218] [219] [220] [221] [222] [223]
Evidenztabellen (1)
Chirurgie_4.12Diese Empfehlung wurde adoptiert und basiert auf der Empfehlung Nr. 12 der S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Chirurgie“ der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) [152] und auf der Expertenmeinung der Leitliniengruppe.
Insbesondere nach viszeralchirurgischen Tumoroperationen kann das Auftreten von postoperativen Infektionen wie Wundkomplikationen („surgical-site-infections“), Atemwegs- und Harnwegsinfektionen sowie systemischen Infektionen zur Entwicklung weiterer Komplikationen oder einer Verlängerung der Krankenhausverweildauer führen. Vor diesem Hintergrund stellt sich die Frage, ob orale und enterale Immunonutrition mit dem Ziel der Stärkung des Immunsystems zu positiven postoperativen Effekten führt [152].
Zur Frage nach dem Nutzen einer oralen/enteralen Formel, die mit unterschiedlichen, immunologisch wirksamen Nährstoffkombinationen (Immunonutrition) angereichert ist, wurden in der S3-Leitline „Klinische Ernährung in der Chirurgie“ 32 Meta-Analysen [222][221][220][219][218][217][216][215][214][213][212][211][210][209][208][207][206][205][204][203][202][201][200][199][198][197][193][195][196][194][192][191], 3 systematische Reviews [190][189][188] und ein Umbrella-Review [223] eingeschlossen. Die in den Studien verwendeten immunmodulierenden Substanzen waren Arginin, Omega-3-Fettsäuren, Ribonukleotide sowie Glutamin, jeweils in unterschiedlichen Kombinationen. Die meisten RCTs wurden mit einer Kombination aus Arginin, Omega-3 und Ribonukleotiden durchgeführt.
Zusammenfassend werden hier die Ergebnisse des Umbrella-Reviews von Slim et al. (2022) dargestellt, da die meisten der oben zitierten Meta-Analysen in diesem inkludiert sind [223]. Der Umbrella-Review schloss 11 Meta-Analysen zu abdominellen Operationen und 8 zu Pankreas-, Ösophagus-, Leber- oder kolorektalen Operationen ein. Insgesamt zeigte die Immunonutrition, bei erheblicher Heterogenität, eine signifikante Reduktion der infektiösen Komplikationen (OR=0,60; 95% KI 0,54–0,65) und eine niedrigere postoperative Morbidität (OR=0,78; 95% KI 0,74–0,81). Der Ausschluss von 3 Studien mit erheblicher Heterogenität änderte die Ergebnisse nicht. In einer Subgruppen-Analyse zu ausschließlich oraler/enteraler Immunonutrition (13 Meta-Analysen) zeigte sich ebenfalls eine signifikante Reduktion der infektiösen Komplikationen (OR=0,60; 95% KI 0,53–0,69). Es bestand kein signifikanter Unterschied im Timing der Intervention (prä-, peri- oder nur postoperativ) [152].
Die zahlreichen Meta-Analysen – darunter auch zwei weitere aktuelle, die in der Chirurgie-Leitlinie noch nicht eingeschlossen waren [222][221] – bestätigen die Senkung der infektiösen Komplikationen auch für spezifische Tumorentitäten. Sie zeigen jedoch eine erhebliche Heterogenität der eingeschlossenen Studien mit Unterschieden in der Behandlungsdauer und anderen Faktoren, welche nach Auffassung der Arbeitsgruppe der Chirurgie-Leitlinie eine starke Empfehlung für eine generelle perioperative Verwendung von Immunonutrition nicht zulassen.
Zeitpunkt der Gabe und der Vergleich mit Standardnahrung
Der optimale Zeitpunkt und die Dauer der Immunonutrition (prä-, peri- oder postoperativ) sind von zentraler Bedeutung und ist trotz der Menge an aggregierten Daten nach wie vor umstritten [152].
Ein aussagekräftiger Nutzen der Immunonutrition lässt sich nur unter der Berücksichtigung der richtigen Kontrolle – ein Vergleich mit einer oralen/enteralen Standardernährung – eindeutig belegen. Dies wurde allerdings in vielen Meta-Analysen, die einen Nutzen der Immunonutrition zeigten, nicht angemessen berücksichtigt.
Zwei Meta-Analysen die im Umbrella-Review inkludiert waren und beide Aspekte berücksichtigten, sind die von Hegazi et al. (2014) [202] und Adiamah et al. (2019) [211].
In der Meta-Analyse von Hegazi et al. wurden RCTs mit immunmodulierender Trinknahrung (561 Patienten) und Standardpräparaten (895 Patienten) untersucht [202]. Es zeigten sich signifikant positive Effekte in der Interventionsgruppe hinsichtlich der Reduktion der infektiösen Komplikationen und der Krankenhausverweildauer, jedoch nur im Vergleich mit normaler Krankenhauskost, nicht im Vergleich mit einer oralen Standardtrinknahrung [152].
In der Meta-Analyse von Adiamah et al. wurden 16 RCTs mit 1387 chirurgischen Patienten mit gastrointestinalen Tumoren eingeschlossen [211]. Die alleinige präoperative Gabe für 5-7 Tage führte zu einem signifikanten Rückgang der Anzahl infektiöser Komplikationen sowohl im Vergleich mit einer normalen Kost als auch mit einer isonitrogenen oralen/enteralen Standardnahrung (OR=0,52; 95% KI 0,38–0,71; p<0,0001). Die Heterogenität war gering. Bei der Krankenhausverweildauer zeigte sich eine signifikante Verringerung im Vergleich zur normalen Kost (1,57 Tage, 95% KI, 2,48-0,66, p=0,0007) und eine Tendenz im Vergleich zur Standardnahrung. Die Rate der nicht-infektiösen Komplikationen und die Sterblichkeit waren ohne Unterschied [152].
Aus klinischer Sicht stellt sich nach wie vor die Frage, ob die ausschließliche präoperative Gabe von Immunonutrition ohne postoperative Fortsetzung im Vergleich zu einer oralen/enteralen Standardnahrung von Vorteil ist [152].
Die ambulante Immunonutrition ist in Deutschland nicht erstattungsfähig, sondern Individuelle Gesundheitsleistung (IGEL). Die speziellen Trinknahrungen sind derzeit schlecht verfügbar.
5.2.2 Prähabilitation
Auf eine darüber hinausgehende, intensivierte, ressourcenaufwändige Prähabilitation mit strukturierten Programmen kann verzichtet werden.
- Empfehlungsgrad
- 0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
- Evidenzlevel
- ⊕⊕⊕⊝
⊕⊕⊕⊝: Mortalität: Kein Effekt (OR 1,04; 95% KI 0,51 bis 2,12)
⊕⊕⊝⊝⊕⊕⊝⊝: Komplikationsrate (global): Kein Effekt (OR 0,79; 95% KI 0,60 bis 1,02)
⊕⊕⊕⊝⊕⊕⊕⊝: Komplikationsrate (pulmonal): Fragliche Reduktion (OR 0,59; 95% KI 0,33 bis 1,06)
⊕⊕⊝⊝⊕⊕⊝⊝: Komplikationen (Clavien-Dindo > 2): Kein Effekt (OR 0,79; 95% KI 0,44 bis 1,40)
⊕⊕⊝⊝⊕⊕⊝⊝: Krankenhausverweildauer: Kein Effekt (MD -0,07 Tage; 95% KI -0,57 bis 0,44)
⊕⊕⊕⊝⊕⊕⊕⊝: Verweildauer auf Intensivstation: Kein Effekt (MD -0,02; 95% KI -0,54 bis 0,49)
⊕⊕⊕⊝⊕⊕⊕⊝: Gangausdauer: Verbesserung der Gangausdauer (MD 36,08 m; 95% KI 20,95 bis 51,20)
⊕⊕⊝⊝⊕⊕⊝⊝: Lebensqualität: Kein Effekt (SMD 0,34; 95% KI -0,54 bis 1,21)
⊕⊕⊝⊝⊕⊕⊝⊝: Depression: Kein Effekt (MD 0,22 HADS-Punkte; 95% KI -1,41 bis 1,85)
⊕⊕⊝⊝⊕⊕⊝⊝: Krankenhausbedingte Angst: Kein Effekt (MD -0,15 HADS-Punkte; 95% KI -0,97 bis 0,67)
- Konsens
- Konsens
- Literatur
- [224] [225] [226] [227] [228] [229] [230] [231] [232] [233] [234]
Evidenztabellen (1)
Chirurgie_4.13Diese Empfehlung wurde adoptiert und basiert auf der Empfehlung Nr. 4.8 der S3-Leitlinie „Perioperatives Management bei gastrointestinalen Tumoren (POMGAT)“ (Version 1.0 – November 2023; Kapitel 4.3 „Prähabilitation“ [235]) und auf der Expertenmeinung der Leitliniengruppe.
Eine multimodale Prähabilitation setzt sich in der Regel aus drei Elementen zusammen: Bewegungs- und Ernährungstherapie sowie psychologischer Intervention. Häufig wird ein Zeitfenster von vier bis sechs Wochen vor der stationären Aufnahme genutzt, insbesondere, wenn zuvor eine neoadjuvante Behandlung erfolgt ist, um die Prähabilitation durchzuführen. In den untersuchten Studien wurden im Interventionsarm spezialisierte ressourcenaufwändige Programme eingesetzt, in denen die Patienten mit erheblichem personellem und materiellem Aufwand individuell in drei Hauptbereichen betreut wurden: Individuelle Bewegungs-/Physiotherapie, individuelle Ernährungsberatung und individuelle psychologische Unterstützung [235].
Für die Evidenzaufarbeitung zu einer intensivierten resourcenaufwändigen Prähabilitation im Vergleich zu einer Standardtherapie bei Patienten mit gastrointestinalen Tumoren schloss die POMGAT-Leitlinie vier systematische Reviews [232][229][231][230] sechs RCTs [233][227][224][226][225][228] und ein Umbrella Review [234] ein. Zusätzlich wurde die Meta-Analyse von Waterland et al. 2021 in der POMGAT-Leitlinie mit den Daten aus den sechs RCTs aktualisiert. Eine Subgruppenanalyse mit Risikopatienten verschiedener Operationstypen und Tumorentitäten wurde ebenfalls durchgeführt [235].
Das Cochrane Review von Molenaar et al. 2022 zeigt, dass Prähabilitation bei Patienten mit nicht metastasiertem kolorektalem Karzinom, die überwiegend laparoskopisch operiert wurden, zu einer präoperativen und postoperativen funktionellen Verbesserung im 6-Minuten Gehtest führte (GRADE insgesamt zu diesem Endpunkt: ⊕⊕⊕⊝: Verbesserung der Gangausdauer (MD 36,08 m; 95% KI 20,95–51,20)). Es zeigte sich kein statistisch signifikanter Effekt bei den Komplikationsraten, den Vorstellungen in der Notaufnahme und der Wiederaufnahmerate nach der Operation [232].
In diesem Cochrane Review fehlt jedoch die Studie von Berkel et al. 2022 [233]. Diese zeigt, dass bei Patienten mit kolorektalem Karzinom ein individuell angepasstes Prähabilitationsprogramm die postoperative Komplikationsrate signifikant senken konnte (n=21, RR=0,59; 95% KI 0,37–0,96, p=0,024). Allerdings ließ sich dieser positive Effekt in einer von der POMGAT-Leitlinie durchgeführten Subgruppenanalyse, die zwei weitere Studien umfasste, nicht bestätigen [235].
Für die Komponenten einer Prähabilitation konnte eine aktuelle Netzwerkmetaanalyse, die erst nach der Konsensuskonferenz dieser Leitlinie veröffentlicht wurde, konsistent Vorteile sowohl für unimodale Ansätze (körperliches Training oder Ernährungstherapie) als auch für multimodale Ansätze unter Einbeziehung von körperlichem Training nachweisen [236].
Fazit
Die Evidenzdaten der POMGAT-Leitlinie zeigen, dass es keinen Gesamtnutzen einer intensivierten und ressourcenaufwändigen Prähabilitation gibt. Für die meisten klinisch relevanten Endpunkte zeigte sich kein signifikanter Nutzen. Die einzige festgestellte Verbesserung war eine Verlängerung der 6-Minuten-Gehstrecke um durchschnittlich 34 Meter, welche von der POMGAT-Leitlinie klinisch als nicht ausreichend relevant eingestuft wurde. Aus diesem Grund kann laut der POMGAT-Leitlinie derzeit eine mit erhöhtem Ressourcenaufwand einhergehende intensivierte Prähabilitation nicht empfohlen werden. Darüber hinaus waren Maßnahmen wie Nikotin- und Alkoholverzicht, eine ausgewogene Ernährung und die Beibehaltung bzw. Steigerung körperlicher Aktivität bereits Standard in den Kontrollgruppen der bewerteten Studien und sind Mindestanforderungen einer präoperativen Patientenanleitung [235].
Die POMGAT-Leitlinie schlägt vor, dass Risikopatienten bei der Vorbereitung zu einer großen Operation partizipativ zu einer ressourcenarmen individualisierten „Prähabilitation“ zu Hause (z.B. Anleitung durch Flyer, einmalige Diät-Beratung, Bewegungs-/Physiotherapie) motiviert werden sollten [235].
5.2.3 Präoperative Ernährungstherapie
Eine Verschiebung der Operation um 10-14 Tage bedeutet onkologisch keinen Nachteil.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- 1
2 - Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [237] [238] [239] [240] [241] [242] [243] [244]
Evidenztabellen (1)
Chirurgie_4.14Diese Empfehlung wurde adoptiert und basiert auf der Empfehlung Nr. 13 der S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Chirurgie“ der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) [152] und auf der Expertenmeinung der Leitliniengruppe.
Die S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Chirurgie“ definiert ein hohes metabolisches Risiko gemäß der ESPEN-Leitlinie „Definitionen und Terminologie in der klinischen Ernährung“ von 2017 [245] wie folgt:
Ein hohes metabolisches Risiko liegt vor, wenn eines der folgenden Kriterien erfüllt ist:
- Gewichtsverlust > 10–15% innerhalb von 6 Monaten
- BMI < 18,5 kg/m2
- SGA Grad C; NRS > 5
- Serumalbumin < 30 g/L (Ausschluss einer Leber- oder Niereninsuffizienz)
Diese Parameter reflektieren sowohl den Ernährungsstatus als auch die krankheitsassoziierte Katabolie. Die GLIM-Definition einer schweren Mangelernährung entspricht der Definition eines hohen metabolischen Risikos gemäß dieser ESPEN-Leitlinie [152].
Die Frage nach dem Nutzen und der Senkung postoperativer Komplikationen durch präoperative Ernährungstherapie bei Mangelernährung wurde in zwei systematischen Reviews [242] und [244], aktualisierter SR von Burden et al., 2012 [243] und mehreren RCTs [241][240][239][238][237] untersucht.
Heyland et al. (2001) schloss 27 Studien in einer Meta-Analyse zur parenteralen Ernährung (PE) bei chirurgischen Patienten ein (vorwiegend Tumore des Gastrointestinaltrakts) [242]. Ein Einfluss der PE auf die Mortalität der chirurgischen Patienten konnte nicht gezeigt werden. Es fand sich jedoch bei den Patienten mit Mangelernährung nach PE eine niedrigere Komplikationsrate (RR=0,52, 95% KI, 0,30–0,91) im Gegensatz zu den Patienten ohne Mangelernährung [152].
Der Cochrane Review von Sowerbutts et al. aus dem Jahr 2024 [244] ist die aktualisierte Version von Burden et al. [243] und ist noch nicht in die Chirurgie-Leitlinie eingeschlossen. Die Meta-Analyse von Sowerbutts et al. bei Patienten mit gastrointestinalen Tumoren zeigte keinen signifikanten Effekt bei der Verbesserung von Komplikationen, Infektionen und Krankenhausverweildauer bei präoperativer Gabe, wenn nicht zwischen Patienten mit hohem metabolischem Risiko und Patienten mit normalem Ernährungsstatus unterschieden wurde. Die Sensitivitätsanalyse der mangelernährten und gewichtsabnehmenden Patienten ergab jedoch, dass die präoperative Gabe einer oralen Trinknahrung zu einer Verringerung von Infektionen (RR=0,58; 95% KI 0,40–0,85) führt. Für enterale und parenterale Ernährung lagen nicht genügend Daten für mangelernährte Patienten vor, um eine Sensitivitätsanalyse durchführen zu können. Zu beachten ist, dass aufgrund der Limitationen und der geringen Anzahl an Studien eine niedrige Vertrauenswürdigkeit in die Evidenz vorliegt und es weiterer Studien benötigt, um das Vertrauen in diese Ergebnisse zu erhöhen [244].
Zeitpunkt der Gabe
Die Dauer der präoperativen Ernährungstherapie sollte an das metabolische Risiko angepasst werden und zwischen 10 bis 14 Tagen liegen [152].
Fukuda et al. (2015) [240] zeigten bei Patienten mit Magenkarzinom und hohem metabolischem Risiko (nach der ESPEN-Definition) eine signifikant niedrigere Rate an „Surgical-Site-Infections“ bei adäquater Energiezufuhr für mindestens 10 Tage. Schwere Komplikationen wurden erst nach 10–13 Tagen nicht mehr beobachtet und eine Fortsetzung der Ernährungstherapie brachte keinen weiteren Vorteil [152].
Bei Wada et al. (2018) [241] konnten bei einer präoperativen oralen Supplementierung für 3 Tage (zusätzlich zu einer siebentägigen postoperativen Gabe) keine Unterschiede in der Rate von Wundinfektionen, anderer Komplikationen, Körperzusammensetzung und Handgriffstärke gezeigt werden [152].
Aufgrund dieser Studiendaten erfolgte die Expertenempfehlung der S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Chirurgie“ für 10–14 Tage [152].
Laut der S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Chirurgie“ soll die orale/enterale Zufuhr gegenüber der parenteralen Ernährung bevorzugt werden (s. Empfehlung 14, S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Chirurgie“ [152]).
Bei Patienten mit Mangelernährung und/oder hohem metabolischem Risiko soll vor großen abdominellen Eingriffen eine Trinknahrung (Oral Nutritional Supplement) verabreicht werden.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- 1
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [246] [247] [248] [249] [243] [250] [251] [252] [229] [244]
Evidenztabellen (1)
Chirurgie_4.15Diese Empfehlung wurde adoptiert und basiert auf der Empfehlung Nr. 15 der S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Chirurgie“ der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) [152] und auf der Expertenmeinung der Leitliniengruppe.
Die Kosteneffektivität einer oralen Trinknahrung (ONS) für chirurgische Patienten im Krankenhaus wurde in einer Meta-Analyse untersucht, die sich hauptsächlich auf RCTs stützte [250]. Diese besagt, dass die Verwendung von ONS im Vergleich zu „keiner ONS“ oder Routineversorgung zu erheblichen Einsparungen bei den Nettokosten führen kann [152].
Im deutschen Gesundheitssystem ist für die Erstattungsfähigkeit bei der Ausstellung des Rezeptes der Code R 63.3, sowie das Körpergewicht und der Zusatz „(Verdacht auf) Tumorerkrankung“ zu vermerken. Der verordnende Arzt muss in der Krankenakte Maßnahmen zur Verbesserung der Nahrungsaufnahme sowie das Körpergewicht dokumentieren. Weitere Informationen zur Verordnung bilanzierter Diäten finden sich im Beschluss des GBA zur Arzneimittel-Richtlinie (AM-RL) vom 20. November 2014 und in der Rezept-Info – Enterale Ernährung der Kassenärztlichen Vereinigung Niedersachsen und der Verbände der gesetzlichen Krankenkassen in Niedersachsen.
Ein systematisches Review [229], das sieben Studien mit präoperativer Trinknahrung (die Einnahmedauer variierte von 1–4 Wochen) bei Patienten mit abdominal-chirurgischer Tumoroperation einschloss, zeigte, dass insgesamt signifikant weniger postoperative Komplikationen auftraten (RD= -0,18; 95% KI -0,26 bis -0,10; p<0,001). In dieser Meta-Analyse sind die drei bereits beschriebenen Studien Burden et al. [248], Smedley et al. [247] und Kong et al. [249] enthalten. Die Studie von MacFie [246], die keinen Effekt gezeigt hatte, wurde von der Meta-Analyse allerdings ausgeschlossen, so dass der zu erwartende Effekt möglicherweise niedriger sein könnte [229].
In einer Meta-Analyse [251] mit Patienten mit kolorektaler Resektion, die unter dem Aspekt der präoperativen Prähabilitation durchgeführt wurden (sechs mit ausschließlich Ernährungsinterventionen und drei multimodal), konnte für eine Ernährungsintervention mit Trinknahrung über mindestens 7 Tage eine signifikante Verkürzung der Krankenhausverweildauer um 2 Tage festgestellt werden, wobei die Supplementierung postoperativ fortgesetzt wurde. Während die alleinige Ernährungs-Prähabilitation keine Verbesserung der Funktionalität in der Rekonvaleszenz nach 4 und 8 Wochen bewirkte, konnte dies durch eine multimodale Prähabilitation erreicht werden [152].
Das systematische Review von Bruns et al. (2018) zur präoperativen Einnahme einer Trinknahrung berichtete keine signifikante Senkung der Komplikationsrate [252]. Die Vertrauenswürdigkeit dieses Reviews wurde in der AMSTAR-Bewertung der S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Chirurgie“ allerdings mit „kritisch niedrig“ bewertet [152].
In einem Cochrane Review von 2012 [243], das die Studien von Burden et al., Smedley et al. und MacFie et al. eingeschlossen hatte, zeigte die Meta-Analyse keinen signifikanten Effekt (RR=1,01; 95% KI 0,56–1,10) in den primären Outcomes Komplikationen, Infektionen und Krankenhausverweildauer [152]. Die aktualisierte Version dieses Cochrane Reviews von 2024, die noch nicht in der Chirurgie-Leitlinie inkludiert ist, zeigt eine Tendenz zur Verbesserung dieser Outcomes, die allerdings nicht signifikant war. Die Sensitivitätsanalyse der mangelernährten und gewichtsabnehmenden Patienten ergab, dass die präoperative Gabe einer oralen Trinknahrung zu einer Verringerung von Infektionen (RR=0,58; 95% KI 0,40–0,85) führt [244].
5.2.4 Postoperative Ernährungstherapie
- Patienten, bei denen die orale Kalorienzufuhr voraussichtlich in den nächsten 7 Tagen < 50 % des Bedarfs sein wird (EK)
- Patienten nach großen Kopf-Hals-Operationen und onkochirurgischen Eingriffen im oberen Gastrointestinaltrakt (EK)
- Patienten mit Mangelernährung zum Zeitpunkt der Operation (EK)
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- 1
2 - Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [253] [254] [255] [256]
Evidenztabellen (1)
Chirurgie_4.16Diese Empfehlung wurde adoptiert und basiert auf der Empfehlung Nr. 19 der S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Chirurgie“ der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) [152] und auf der Expertenmeinung der Leitliniengruppe.
Laut der S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Chirurgie“ soll die orale/enterale Nahrungsaufnahme nach chirurgischen Eingriffen frühzeitig begonnen werden [s. Empfehlung 3, S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Chirurgie“ [152]]. Dies gilt nicht nur bei Operationen am unteren, sondern auch am oberen Gastrointestinaltrakt.
Ist der orale Kostaufbau nicht möglich, soll mit einer frühen enteralen Ernährung (innerhalb von 24h) begonnen werden [152]. Eine frühe enterale Ernährung führte in einer Meta-Analyse (Gabe innerhalb von 32h) [255] und einem RCT (Gabe innerhalb von 24h) [253] zu einer Verminderung von septischen Komplikationen im Vergleich zu einer frühen parenteralen Ernährung. Wobei die Patienten des RCTs und die meisten Patienten der Meta-Analyse Traumapatienten und nur ein Teil Tumorpatienten waren. Ein RCT mit Intensivpatienten zeigte, dass die Rate an Multiorganversagen vermindert wurde beim Beginn der enteralen Ernährung innerhalb von 24h im Vergleich zu einem späteren Beginn [254]. Ein systematisches Cochrane-Review [256] zeigte einen Trend zu einer verbesserten Überlebensrate (RR=0,67;95% KI 0,41–1,07) und einer geringeren Rate an schweren Komplikationen (RR=0,75; 95% KI 0,50–1,11) bei frühzeitiger enteraler Ernährung im Vergleich zu einer späteren Gabe bei Patienten mit Schädel-Hirn-Trauma [152].
Patienten, die sich großen Tumoroperationen aufgrund von Kopf-Hals-Tumoren, Ösophagus-, Magen- oder Pankreaskopfkarzinomen unterziehen müssen, weisen häufig bereits präoperativ Ernährungsdefizite auf und haben ein erhöhtes Risiko für septische Komplikationen [152]. Nach der Operation wird der orale Kostaufbau oft durch Schwellungen oder eine verzögerte Magenentleerung beeinträchtigt, was die Deckung des Kalorienbedarfs verzögert. Eine ergänzende enterale Ernährung kann die Morbidität signifikant reduzieren; auch für die parenterale Ernährung zeigt sich ein tendenziell schützender Effekt, der jedoch nicht statistisch signifikant ist [176][152].
Bei Patienten mit Mangelernährung und/oder hohem metabolischem Risiko sollte insbesondere bei Ösophagus- und Magenresektion sowie partieller Duodenopankreatektomie die intraoperative Platzierung einer nasojejunalen Sonde oder Feinnadelkatheterjejunostomie (FKJ) erfolgen.
- Empfehlungsgrad
- B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
- Evidenzlevel
- 1
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [257] [258] [259] [260] [261] [262] [263] [264] [265] [266]
Evidenztabellen (1)
Chirurgie_4.17Diese Empfehlung wurde adoptiert und basiert auf der Empfehlung Nr. 21 der S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Chirurgie“ der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) [152] und auf der Expertenmeinung der Leitliniengruppe.
Mehrere Systematische Reviews [266][265][264][263][262], RCTs [261][260] und Beobachtungsstudien [259][258][257] analysierten verschiedene enterale Applikationsarten (Jejunostomie, nasoduodenale Sonde, nasojejunalen Sonde, Gastrojejunostomie), die unterschiedliche Vor- und Nachteile zeigten [152]. Die nasojejunalen und nasoduodenalen Sonden weisen ein höheres Risiko für eine Dislokation auf. Bei der Jejunostomie kann in seltenen Fällen bei einem Ileus oder einer Leckage eine Reoperation erforderlich sein.
Ösophagektomie
Die Meta-Analyse von Li et al. (2021) zu Patienten nach Ösophagektomie zum Vergleich der Jejunostomie mit einer nasoenteralen Sonde zeigte Vorteile einer Jejunostomie in Bezug auf postoperative Pneumonien (OR=0,68; 95% KI 0,54 – 0,85; p<0,001), Krankenhausverweildauer (MD= -0,85; 95% KI -1,30 bis -0,39; p<0,001), und Sondendislokationen (OR=8,42; 95% KI 22,14–33,08), jedoch ein erhöhtes Risiko für einen Ileus (OR=0,15; 95% KI 0,05–0,49; p=0,001). Die Meta-Analyse schloss 2 RCTs und 8 retrospektive Studien ein, die alle beide Applikationsarten direkt miteinander verglichen [266].
Die Meta-Analyse von Shen et al. (2021) zu Patienten nach Ösophagektomie zeigte eine vergleichbare oder sogar niedrigere postoperative Komplikationsrate für Anastomosenleckagen, pulmonale Komplikationen und Wundinfektionen in der Vergleichsgruppe (keine Jejunostomie) im Vergleich zur Jejunostomie (FKJ). Ileus und lokale Infektionen an der FKJ-Austrittsstelle waren die häufigsten FKJ-Komplikationen. Die Häufigkeit eines Ileus betrug etwa 6% (95% KI 3–12%). Bei mehr als 63% der Patienten mit Ileus war eine Reoperation erforderlich. Die gepoolte mittlere Rate lokaler FKJ-Infektionen lag bei 7% (95% KI 6–9 %). Etwa 7% der Patienten hatten eine Sondendysfunktion (Obstruktion oder Dislokation) (95% KI 3–14%). Die Meta-Analyse schloss eine retrospektive Studie und drei prospektive RCTs ein [265].
Das systematische Review von Markides et al. (2011) zu Patienten nach Ösophagektomie zeigte insgesamt keinen signifikanten Unterschied in der Häufigkeit der applikationsspezifischen Komplikationen zwischen einer Jejunostomie und nasoduodenalen/nasojejunalen Sonde. Betrachtet man die einzelnen Komplikationen, zeigt sich bei der Jejunostomie eine Infektionsrate von 16 % an der Einstichstelle sowie ein Risiko von 1% für Relaparotomien nach einer Leakage. Beides trat bei der nasoduodenalen Sonde nicht auf. Die Dislokationsrate war bei der Jejunostomie mit 11% geringer als bei der nasoduodenalen Sonde mit 23–35% oder der nasojejunalen Sonde mit 37% [262].
Laut der S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Chirurgie“ ist es sinnvoll, bei diesen Patienten die enterale Sonde bei der Entlassung zur poststationären Fortsetzung der enteralen Ernährung zu belassen [152]. Siehe auch [5.19].
Pankreatoduodenektomie
In der Meta-Analyse von Tanaka et al. (2019) zu Patienten nach Pankreatoduodenektomie zeigte die perkutane Sondenernährung (Jejunostomie oder Gastrojejunostomie) im Vergleich zur parenteralen Ernährung (3 RCTs) ein geringeres Auftreten von Infektionen (OR=0,47; 95% KI 0,25–0,87; p=0,017) und einen kürzeren Krankenhausaufenthalt (MD= -1,56 (95% KI -2,13 bis -0,98) Tage; p<0,001). Der Vergleich der nasojejunalen Sonde mit einer parenteralen Ernährung (2 RCTs) zeigte diese Verbesserungen nicht. Zudem traten Pankreasfisteln bei Patienten mit nasojejunaler Sondenernährung häufiger auf als bei denen, die parenteral ernährt wurden (OR=2,67; 95%KI 1,43–5,01; p=0,002). Keiner der Studien in diesem SR verglich die enteralen Applikationsarten direkt miteinander [264].
Das systematische Review von Gerritsen et al. (2013) zu Patienten nach Pankreatoduodenektomie untersuchte verschiedene Ernährungsrouten (oral, enteral, parenteral). Als enterale Applikationen wurden Jejunostomie-Sonden (JT), nasojejunale Sonden (NJT) und Gastro-Jejunostomie-Sonden (GJT) verglichen. Keine der untersuchten Ernährungsmethoden war hinsichtlich der Zeit bis zur normalen oralen Aufnahme, Morbidität oder Mortalität überlegen. Jede war mit spezifischen Komplikationen verbunden: Nasojejunale Sonden dislozierten bei einem Drittel der Patienten, Jejunostomie-Sonden verursachten selten, aber schwerwiegende Darmstrangulationen [263].
Weitere Details zu den RCTs und den Beobachtungsstudien sind im Kommentar zur Empfehlung Nr. 21 der S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Chirurgie“ nachzulesen [152].
Laut der S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Chirurgie“ sollte die Sondenernährung mit einer niedrigen Zufuhrrate (10–20 mL/h) begonnen und vorsichtig unter Beobachtung der individuellen intestinalen Toleranz gesteigert werden. So kann die Zeit bis zum Erreichen des Kalorienziels individuell sehr verschieden sein und 5 bis 7 Tage dauern [s. Empfehlung 23, S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Chirurgie“ [152]].
Bei Patienten mit onkochirurgischen Eingriffen, die stationär einer Ernährungstherapie bedurften, soll die regelmäßige Erfassung des Ernährungsstatus während des Krankenhausaufenthaltes mit poststationärer Fortsetzung einschließlich Ernährungsberatung sowie ggf. Supplementierung erfolgen.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- 2
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [267] [249] [268]
Evidenztabellen (1)
Chirurgie_4.18Diese Empfehlung wurde adaptiert und basiert auf der Empfehlung Nr. 25 der S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Chirurgie“ der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) [152] und auf der Expertenmeinung der Leitliniengruppe.
Patienten nach onkochirurgischen Eingriffen haben ein Risiko für Gewichtsverlust und Mangelernährung. So zeigt ein systematischer Review bei Patienten nach Ösophagusresektion einen postoperativen Gewichtsverlust von 5–12 % innerhalb von 6 Monaten. Mehr als die Hälfte der Patienten verlor > 10 % an Körpergewicht nach 12 Monaten [269][152].
Angestrebt wird eine regelmäßige Erhebung des Ernährungsstatus alle 4 bis 6 Wochen über die Entlassung hinaus. Dies gilt sowohl für Patienten, die bereits während des Krankenhausaufenthalts eine Ernährungstherapie erhalten haben, als auch für diejenigen, bei denen der Bedarf erst poststationär festgestellt wurde. Für die Verlaufskontrolle erfolgt die Erfassung des Ernährungszustandes mittels validierter Screening-Instrumente (siehe hierzu [4.1], [4.2] und [4.3] aus "Screening und Assessment").
Die adaptierte S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Chirurgie“ gab aufgrund der vorliegenden Evidenz eine „sollte“-Empfehlung ab. Auf Wunsch der Patientenvertreter und der Experten dieser Leitlinie wurde der Empfehlungsgrad von „sollte“ auf „soll“ geändert. Die Erhöhung des Empfehlungsgrads wurde damit begründet, dass das Erfahrungswissen, insbesondere der Patientenvertreter aus der Selbsthilfe, aber auch der Experten zeigt, dass beim Übergang von der stationären zur ambulanten Versorgung ein Versorgungsdefizit besteht. Diese Empfehlung zielt darauf ab, eine sektorenübergreifende Versorgung sicherzustellen.
Die Evidenzgrundlage der S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Chirurgie“ beruht auf drei RCTs zur Gabe einer oralen Trinknahrung mit Patienten bei denen eine Gastrektomie durchgeführt wurde [268][249][267].
Der RCT von Meng et al. (2021) zeigte, dass eine Ernährungsberatung in Kombination mit oraler Trinknahrung (bis 3 Monate nach Entlassung) im Vergleich zu einer alleinigen Ernährungsberatung zu einer signifikanten Verminderung des Gewichtsverlusts und zu einem höheren BMI und SMI führte. Zudem waren Sarkopenie, Fatigue und Appetitverlust signifikant niedriger und die Chemotherapietoleranz erhöht [268].
Der RCT von Kong et al. (2018) zeigte bei Patienten mit einem hohen metabolischen Risiko (SGA C), dass die perioperative Gabe einer Trinknahrung (500 ml/Tag) eine signifikante Senkung der Komplikationsrate insgesamt bewirkte, insbesondere der schweren Komplikationen (Clavien-Dindo > IIIa) [249].
In der RCT von Hatao et al. (2017) profitierten bei Gabe einer oralen Trinknahrung (bis 12 Wochen nach Entlassung) vor allem Patienten nach totaler Magenresektion mit einem signifikant geringeren Gewichtsverlust [267].
Die Art der Supplementierung erfolgt gemäß der üblichen Stufeneskalation, beginnend mit einer oralen Supplementierung, gefolgt von enteraler und anschließend parenteraler Supplementierung.
Eine intraoperativ platzierte Feinnadelkatheterjejunostomie (FKJ) kann zum Zeitpunkt der Entlassung vorübergehend in Abhängigkeit vom Gewichtsverlauf belassen werden.
- Konsens
- Starker Konsens
Diese Empfehlung wurde adoptiert und basiert auf der Empfehlung Nr. 26 der S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Chirurgie“ der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) [152] und auf der Expertenmeinung der Leitliniengruppe.
Sofern bei der Operation eine FKJ-Sonde eingesetzt wurde, kann es laut S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Chirurgie“ von Vorteil sein, diese nicht bereits bei der Entlassung aus dem Krankenhaus zu entfernen. Bei Bedarf kann über die FKJ eine supplementierende enterale Ernährung, beispielsweise mit 500–1000 kcal/d über Nacht, über einen längeren Zeitraum hinweg durchgeführt werden. Eine entsprechende Unterweisung der Patienten und deren Familien, bzw. der nahestehenden Personen ermöglicht in den meisten Fällen die Versorgung ohne Einbindung eines Pflegedienstes [152]. In einer randomisierten Studie zur heimenteralen Ernährung ist die Sicherheit der FKJ gezeigt worden. Ein besserer Erhalt des Körpergewichts, des Muskel- und Fettkompartiments konnte beobachtet werden [270]. So kann bei dem unvermeidlichen Gewichtsverlust zumindest eine Verminderung zum Erhalt der Körperzusammensetzung erreicht werden [152].
Die Compliance bei der Einnahme oraler Trinknahrung ist postoperativ häufig eingeschränkt [271]. Mögliche Ursachen hierfür sind der Geschmack, Appetitverlust, Völlegefühl, verminderte enterale Toleranz, die zu einem Dumping-Syndrom, Meteorismus und Diarrhö führen kann. Kong et al. zeigten in ihrem RCT bei Patienten mit Gastrektomie, dass nur ein Teil der Patienten (26,2%) zwischen dem Tag der Entlassung und der Visite am 21. postoperativen Tag mehr als 250ml Trinknahrung zu sich nahmen. Dies wurde als direkte Folge der Gastrektomie gewertet, da die präoperative Compliance der Patienten gut war [249].
Die Kohortenstudie von Wobith et al. zu Patienten mit Ösophagus- und Magenresektion einschließlich partieller Pankreatoduodenektomie zeigt auch bei konsequenter postoperativer Fortsetzung der Ernährungstherapie über FKJ nach 6 Monaten bei 40% der Patienten einen Gewichtsverlust >10%. Eine Stabilisierung des Körpergewichts wurde bei fortgesetzter enteraler Supplementierung nach 4–6 Monaten erreicht [272]. Laut S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Chirurgie“ sollte vor der Entfernung einer FKJ ein mehrwöchiger Auslassversuch unter Supplementierung mit ONS erfolgen, so dass im Fall einer Verschlechterung die enterale Ernährung wieder aufgenommen werden kann [152].
Heimenterale Ernährung oder orale Trinknahrung
In der Meta-Analyse von Xueting et al. (2021) zu Patienten mit Resektionen am oberen Gastrointestinaltrakt wurden die postoperativen Effekte einer heimenteralen (HEE) und oralen Nahrungszufuhr (ONS) untersucht. In der Analyse, in der die heimenterale und orale Zufuhr zusammengefasst wurde, zeigte sich im Vergleich zur Kontrolle ohne Supplementierung ein signifikant geringerer Gewichtsverlust (-3,95 vs. -5,82 kg; SMD 1,98 kg; 95% KI 1,24–2,73) und eine signifikante Verminderung des Auftretens von Mangelernährung bzw. des Risikos für Mangelernährung (RR=0,54; p<0,01). Die Subgruppenanalyse ergab, dass der Gewichtsverlust in der heimenteralen-Gruppe signifikant geringer war als in der Kontrollgruppe (WMD=2,69; p<0,01), während der Unterschied zwischen der ONS-Gruppe und der Kontrollgruppe nicht signifikant war (0,82kg, p=0,1) [273].
Evidenztabellen
B_Radio_Chemo_4.2
|
LoE (Oxford 2011) / SR Characteristics |
Characteristics: Primary studies & patients |
Study arms (intervention/ control) |
Outcomes |
Main results |
Adverse Events/ Side effects |
Funding/ Conflict of interest (COI) |
Methodological comments |
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Chow et al. (2020): Enteral and parenteral nutrition in cancer patients, a comparison of complication rates: an updated systematic review and (cumulative) meta-analysis |
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LoE 1
SR & MA
SR: 43 RCT
(n= NI)
Search: JAN 2015 - DEC 2018 |
Cancer patients
(studies were included if over 50% of the study population had any form and any stage of cancer, in line with the prior review by Chow et al. 2016)
Age: Adults (39 RCTs) & attention 7 RCTs with children.
Countries: NI |
1. EN (tube feeding (TF) or standard care (SC)
2. PN |
Prim. EP: 1. Infections 2. Nutrition support complications
Sec. EP: 3. Major complications 4. Mortality
Definitions: Minor infections: As reported in studies (e.g. wound infection, pneumonia, and sepsis) Nutrition support complications: As reported in studies (e.g. nausea, vomiting, diarrhea) Major complication: Major complications & morbidity as reported in studies. |
1. Infection: A slightly higher risk of infection with PN in comparison to SC or TF in adult studies (RR=1.09; 95% CI 1.02 – 1.17). (29 RCT; n=2817) Fig. 1
Subgroup analyses indicated that TF is slightly superior to PN (only adult studies: RR = 1.08; 95% CI 1.01–1.16), whereas SC is equivalent (attention: children studies included): RR=1.22; 95% CI 1.00 – 1.50).
The cumulative RR remains in favor of EN with the inclusion of each published study dating to 1997 (attention: children studies included: (32 RCTs); (Fig 2). --> EN (TF) slightly in favour
2. Nutrition support complications: Were equivalent (RR = 1.00; 95% CI 0.96 – 1.05). Subgroup analyses by modality of EN, nutrition status, and age of population reveal that the rate of complications is equivalent within subgroups too.
3. major complications: Neither EN nor PN were superior with respect to lower incidence of major complications.
4. Mortality: Analyses and subgroup analyses indicate equivalent mortality rates between EN and PN. |
See Primary and Secondary Endpoints |
SR: No external reported. The authors declare no conflict of interest.
Primary studies: No information about COI in primary studies |
SR quality: moderate quality
CONTRA: No further information (e.g. evidence tables) about primary studies
RoB only cumulative and not per study or endpoint
EN and PN cannot be blinded, not clear how this was assessed in RoB assessment.
Heterogeneity in some outcomes (I2> 70%)
PRO: RoB assessment with Cochrane tool.
Funnel plots: Assessment of publication bias (No obvious publication biases exist)
Quality primary studies: RoB: According to authors, the majority of studies had low risk of bias. |
SR, systematic review (systematische Übersichtsarbeit); MA, Meta-Analyse; RCT, randomized controlled trial; n, number of participants; NI, no information; TF, tube feeding; SC, standard care; EN, enteral; PN, parenteral; Prim. EP, Primary Endpoint; Sec. EP, Secondary Endpoint; RoB, Risk-of-Bias (Verzerrungsrisiko).
Chow et al. (2020): In dieser systematischen Übersichtsarbeit (systematisches Review) wurde bei Krebspatienten die Komplikationsraten einer enteralen Ernährung (Nährstoffe über eine Sonde direkt in den Magen) im Vergleich zu einer parenteralen Ernährung (Nährstoffe direkt in den Blutkreislauf über einen Katheter, der in eine Vene eingeführt wird) untersucht.
Hierzu wurden 43 randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) eingeschlossen, von denen 36 RCT mit Erwachsenen und 7 mit Kindern durchgeführt wurden. Die untersuchten und zwischen den beiden Ernährungsarten verglichenen Komplikationen waren: Infektionen, Begleiterscheinungen die im Zusammenhang mit der Verabreichung auftreten können (wie z. B. Übelkeit, Erbrechen, Durchfall), schwerwiegende Komplikationen und ein Versterben der Patienten (Mortalität). Im Folgenden werden nur die Ergebnisse zu Erwachsenen berichtet, außer es ist explizit erwähnt, dass Kinderstudien zum Ergebnis beigetragen haben, da in diesen Fällen keine Zahlen getrennt für Erwachsene vorlagen.
Die statistische Analyse zeigte einen zwar bedeutsamen aber geringen Vorteil für enteralen Ernährung im Vergleich zu parenteraler Ernährung in der Anzahl der Infektionen. Alle anderen untersuchten Komplikationen und Begleiterscheinungen zeigten keine Unterschiede zwischen den Gruppen.
Für die Interpretation der Ergebnisse gibt es einige Punkte zu beachten. Die Studien zeigen bei manchen Ergebnissen (auch das Ergebnis zu Infektionen) eine gewisse Heterogenität, was vermutlich an den unterschiedlichen Definitionen (z.B. was genau in den jeweiligen Studien als Komplikationen oder Begleiterscheinungen gezählt und gemessen wurde) und an den unterschiedlichen Krebsarten, Krebsstadien und Therapien der Patienten liegen wird. Die Autoren bewerten die Gesamtheit der Studien mit einem niedrigen Verzerrungsrisiko. Wobei nicht ersichtlich ist, wie bewertet wurde, dass es nicht möglich ist eine enterale und parenterale Nahrungszufuhr zu verblinden.
Eine zusammenfassende statistische Analyse zeigt, dass die Ergebnisse seit 1997 hinweg stabil geblieben sind, was deren Aussage bekräftigt. Die Autoren schlussfolgern, dass weitere Studien wahrscheinlich nicht notwendig sind, da sie keinen neuen Erkenntnisgewinn bringen würden.
Die Qualität der hier vorgestellten systematischen Übersichtsarbeit wird als moderat bewertet, da genauere Angaben und Beschreibungen zu den einzelnen Studien fehlen.
B_Radio_Chemo_4.4
Evidenztabelle der DGEM-Vorgängerleitlinie “Klinische Ernährung in der Onkologie“ (Arends et al. 2015)
|
Reference |
Level of Evidence |
Trial design |
Patients n |
Patients characteristics |
Intervention/methods |
Outcome |
Results |
|
Campos et al., 1990: Home enteral nutrition via gastrostomy in advanced head and neck cancer patients |
III |
observational study |
39 |
patients with advanced upper gastrointestinal and head and neck cancer |
tube gastrostomies |
to assess the efficacy of home feeding by tube gastrostomies as an alternative to an expensive hospitalbased nutritional program |
During the 6-month period before gastrostomy insertion, the mean weight loss of the remaining 29 patients was 12.8%, and the mean body weight was less than 90% of ideal body weight. Prior to operation, the mean serum albumin and total lymphocyte count were 3.7 g/L and 1,087/mL, respectively. At discharge the mean caloric intake was 1.48 times resting energy expenditure. Home enteral nutrition was provided for a median of 94 days and resulted in stabilization of nutritional indices. During their median survival of 176 days, the 29 patients were admitted a total of 52 times. Twenty-eight percent of the patients were never re-admitted after gastro-stomy and were adequately maintained at home, whereas 24% needed to be re-admitted once. Only 48% were re-admitted twice to assist in their nutritional management. Twenty patients received temporary home nursing services to aid in their transition. Four patients eventually resumed oral intake, and their Acknowledgment. |
|
Fietkau et al., 1991: Percutaneous endoscopically guided gastrostomy in patients with head and neck cancer |
III |
obeservational study |
212 |
patients with tumors in the head and neck region |
nutritional status prior to, during, and following radiotherapy, was determined by body measurements and biochemical and immunological parameters. |
nutritional status and subjective status |
The PEG patients had significantly worse initial values in the Padilla quality of life index to assessing the subjective status than the orally fed patients. As with the objective indicators of nutritional status a significant deterioration was seen in the orally fed patients during radiotherapy, while the scores of the PEG patients remained constant. |
|
Tyldesley et al., 1996: The use of radiologically placed gastrostomy tubes in head and neck cancer patients receiving radiotherapy. |
IIa |
controlled clinical study |
34 |
Patients undergoing radiotherapy to the head and neck |
IG: patients had gastrostomy tubes inserted under radiologic guidance. (a) patients who had tubes inserted in anticipation of severe reactions (b) patients who developed severe radiation reactions necessitating nutritional support CG: matched for age, sex, irradiated volume, and radiation dose, who did not have gastrostomy tubes. |
Effect of gastrostomy tubes under radiologic guidance on the restrict oral intake and treatment interruptions. |
In both the elective group and the nonelective group, patients maintained their weight at 95 to 97% of the pretreatment weight, at follow-up of 6 weeks and 3 months. This compared with an average weight loss in the control group of 9% at 6 weeks and 12% at 3 months. The length of hospitalization was a mean of 4.9 days in the elective group and 19 days in the nonelective group. Complication were low compared to those documented in the literature, but included two tube migrations, two aspirations, and one gastrointestinal bleed. |
|
Bozzetti et al., 1998: Nutritional support in patients with cancer of the esophagus: impact on nutritional status, patient compliance to therapy, and survival. |
III |
obeservational study |
50 |
esophageal cancer patients who were to be submitted to chemotherapy for two cycles plus radiotherapy |
Twenty-nine dysphagic patients received nutrition via tube (37 kcal/kg/day + 2.0 g proteins/kg/day for 34 days), while 21 others who were not dysphagic were given a standard oral diet (SD). |
analyze the impact of the administration of enteral nutrition (EN) on the patient's nutritional status, tolerance of chemotherapy and radiotherapy, and final oncological outcome. |
The dose of administered EN represented 86% of the planned support, and 70% of the nutritional therapy was administered in the home setting. Administration of EN support resulted in stable body weight and unchanged levels of visceral proteins, while SD patients had a decrease in body weight, total proteins and serum albumin (P<0.01). There was no difference between the two groups in terms of tolerance and response to cancer therapy, suitability for radical resection and median survival (9.5 months). EN in patients with cancer of the esophagus undergoing chemotherapy and radiotherapy is well tolerated, feasible even in the home setting, prevents further nutritional deterioration and achieves the same oncological results in dysphagic patients as those achieved in non-dysphagic patients. |
|
Lee et al., 1998: Prophylactic gastrostomy tubes in patients undergoing intensive irradiation for cancer of the head and neck. |
IIa |
controlled clinical study |
88 |
patients treated for locally advanced head and neck cancer |
Patients accelerated twice-a-day radiation (n = 59) or concurrent chemoradiotherapy (n = 29). Prophylactic gastrostomy tubes (PGTs) were placed in 36 (41%) of patients in anticipation of increased acute toxic effects from treatment. The remaining patients without PGTs served as a control group. |
effect of PGTs on the rates of weight loss, unplanned interruptions, and hospitalization during high-intensity head and neck radiotherapy |
Patients without PGTs lost an average 3.1 kg compared with 7.0 kg in the control group (P<0.001). There were significantly fewer hospitalizations for nutritional or dehydration issues in those with PGTs than in the control group (13% vs 34%; P=0.04, χ2 test). Among those with good performance status, no patient with a PGT required a treatment interruption, compared with 18% of patients without a PGT (P=0.08). Sixteen patients (31%) in the control group underwent therapeutic gastrostomy tube placement during or after radiation therapy. The use of PGTs significantly reduces weight loss and the rate of hospitalization for dehydration and complications of mucositis. |
|
Marcy et al., 2000: Systematic percutaneous fluoroscopic gastrostomy for concomitant radiochemotherapy of advanced head and neck cancer: optimization of therapy. |
III |
retrospectively observational study |
50 |
patients with advanced head and neck cancer |
All patients were managed by percutaneous fluoroscopic gastrostomy (PFG) |
describes the results achieved with PFG and its impact on the quality of life in terms of nutritional status |
PFG feeding resulted in a mean increase in body weight of 2.5 kg within 3 weeks. Minor complications occurred, but no major complications were noted. The overall procedure-related mortality rate was nil. |
|
Odelli et al., 2005: Nutrition support improves patient outcomes, treatment tolerance and admission characteristics in oesophageal cancer |
III |
obeservational study |
24 |
Patients with oesophageal cancer undergoing chemoradiation |
Patients were assessed as at ‘low’, ‘moderate’ or ‘severe’ nutrition risk, and were provided with appropriate nutrition intervention ranging from preventative advice (low risk), oral nutrition support (moderate risk) to enteral feeding (severe risk). |
a nutrition pathway (NP), involving the early then periodic nutrition assessment of all patients presenting to the multidisciplinary oesophageal clinic who were planned to receive definitive chemoradiation |
Patients managed using the NP experienced less weight loss (mean weight change -4.2 kg±6.4 cf. - 8.9 kg±5.9, P=0.03), greater radiotherapy completion rates (92% cf. 50%, P=0.001), fewer patients had an unplanned hospital admission (46% cf. 75%, P=0.04), and those that did had a shorter length of stay (3.2 days ± 5.4 cf. 13.5 days ± 14.1, P=0.002). |
|
Paccagnella et al., 2010: Early nutritional intervention improves treatment tolerance and outcomes in head and neck cancer patients undergoing concurrent chemoradiotherapy |
III |
retrospective obeservational study |
66 |
Patients with head and neck cancer (HNC) |
analysed retrospectively the clinical documentation of the HNC patients; nutrition intervention group, NG: were referred for early nutritional intervention before they were submitted to chemoradiotherapy; control group, CG: received chemoradio-therapy without receiving a specifically designed early nutrition support programme |
the impact of an early intensive nutritional intervention on nutritional status |
NG patients lost less weight during chemoradiotherapy compared to CG patients (−4.6±4.1% vs −8.1± 4.8% of pre-treatment weight, p<0.01, at the completion of treatment). Patients in the NG experienced fewer radiotherapy breaks (>5 days) for toxicity (30.3% vs 63.6%, p<0.01); the mean number of days of radiation delayed for toxicity was 4.4±5.2 in NG vs 7.6±6.5 in CG (p<0.05); a linear correlation was found between percentage of weight lost from baseline to chemoradiotherapy completion and days of radiation delays (p<0.01). There were less patients who had an unplanned hospitalisation in the NG relative to the CG (16.1% vs 41.4%, p=0.03). In the NG, symptoms having an effect on the nutritional status developed early and were present in the nearly totality of patients at chemotherapy completion; 60.6% of NG patients needed tube feeding |
B_Radio_Chemo_4.5
|
LoE (Oxford 2011) / SR Characteristics |
Characteristics: Primary studies & patients
|
Study arms (intervention / control) |
Outcomes |
Results |
Adverse Events / Side effects |
Funding / Conflict of interest (COI) |
Methodological comments |
|
Mellors et al. (2021): Comparison of prophylactic percutaneous endoscopic gastrostomy with reactive enteral nutrition in patients with head and neck cancer undergoing radiotherapy or chemoradiotherapy: A systematic review |
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LoE 1
SR: 3 RCT* (n=298)
Search: JAN 2015 – MAR 2020
(Additional studies were obtained from reference lists with no date restrictions)
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Head-and-neck cancer patients undergoing RT and/or CRT of curative intent with or without other treatment modalities
Age: >18 years
Countries: Sweden (n=134); Australia (n=125); France (n=39)
|
Treatment: prophylactic pPEG
Control: reactive rEN (PEG or NGT)
Definition in this SR: prophylactic: pPEG tube placement and/or feeding commencement that occurs prior to treatment. Reactive (rEN): feeding tube placement (PEG or NGT) that occurs prior to and/or post-treatment, with feeding commencing when clinically indicated. |
1. weight change
2. nutritional status (by SGA & PG-SGA)
3. body mass index (BMI)
4. treatment interruptions
5. quality of life (EORTC-QLQ-C30 and the module for HNC(EORTC-QLQ-H&N35)
6. disease-free survival
7. overall survival
At short-term FU (= 6 months) or long-term FU (>/=12 months
|
1a. Short-term weight change (n=259, 2 RCT): No difference between groups. Sub-analysis: When assessing only patients who experienced weight loss, the pPEG group (n=59) lost significantly less weight compared to the rEN group (n=59) (11.4% vs 13.6%, p=0.03) (6-months). Regarding the percentage (%) of patients that experienced critical weight loss (>10% weight loss), Silander found no significant difference between the pPEG and rEN at 2-months (p=0.059), 3-months (p= 0.27) or 6-months post-treatment (p=0.36). GRADE: low confidence
1b. Long-term weight change (n=134, 1 RCT): No difference; GRADE: low confidence
2. nutritional status (n=125, 1 RCT): No significant difference GRADE: moderate confidence
3. BMI (n=173, 2 RCT): No difference; GRADE: low confidence
4. treatment interruptions (n=125, 1 RCT): No significant difference; GRADE: moderate confidence
5a. Short term QoL (n=298, 3 RCT): Statistically significant and clinically important differences favoring the pPEG group were reported by Silander at 2-months for: physical functioning (p=0.01) and constipation (p=0.05) and at 3-months: role functioning (p=0.008); social functioning (p=0.03); appetite loss (p=NR); constipation (p=0.02); diarrhea (p=0.03). Brown: Clinically important difference for social functioning in the pPEG group (3-months) At 6-months, significantly higher global health status (EORTC-QLQ-C30) was reported in the pPEG group by Silander (p=0.02) and Salas (p=0.001). Silander: Further clinically and statistically significant differences in favor of the pPEG group for: physical functioning (p=0.02), cognitive functioning (p=0.008), role functioning (p=0.05), fatigue (p=0.01), dyspnea ( p=D) & feeling ill, coughing, opening the mouth wide and sexuality (EORTC-QLQ-H&N35) GRADE: moderate confidence
5b. Long term QoL (n=134, 1 RCT): A statistically significant difference between pPEG and rEN group was reported at 12-months for social functioning (83 versus 75, p=0.03) and dyspnea (12 versus 23, p=0.04). Furthermore, clinically significant differences on two symptoms scales (ability to open mouth wide and sticky saliva) were found at 24-months in favor of the pPEG group. GRADE: low confidence
6. disease-free survival (n=125, 1 RCT): No difference; GRADE: moderate confidence
7. overall survival (n=298, 3 RCT): No difference; GRADE: moderate confidence |
See outcome “4. treatment interruptions” (others were not investigated). |
SR: No funding from agencies in the public, commercial, or not-for-profit sectors.
The authors declare no conflict of interest.
Primary studies: Not reported in SR
|
SR quality: good quality
CONTRA: Due to significant heterogeneity (time period of using prophylactic or reactive feeding, time between PEG placement and the initiation of feeding etc.), the results have to be interpreted with caution.
Only few studies included
PRO: Cochrane RoB 2 assessment & GRADE certainty assessment
Protocol registration
Quality primary studies: The RCT (Sweden) reported in Silander et al. (2012, 2012) & Axelsson et al. (2017) was rated “moderate risk” The RCT (Australia) reported in Brown et al. (2017) was rated “low risk”.
The RCT (France) reported in Salas et al. (2009) was rated as “high risk”. |
* 3 RCTs reported in 5 manuscripts: 1 RCT from Sweden (Silander 2012, Silander 2013, Axelsson 2017); 1 RCT from Australia (Brown 2017); 1 RCT from France (Salas et al. 2009). SR, systematic review (systematische Übersichtsarbeit); RCT, randomized controlled trial; n, number of participants; RT, radiotherapy (RT), CRT, chemoradiotherapy; pPEG, Prophylactic Percutaneous Endoscopic Gastrostomy; rPEG, Reactive PEG; rNGT, Reactive Nasogastric Tube; rEN, reactive enteral; FU, Follow-up; SGA, subjective global assessment; PG-SGA, patient generated subjective global assessment; EORTC, European Organization for Research and Treatment of Cancer; HNC, Head and neck cancer; NR, not reported; RoB, Risk of bias (Verzerrungsrisiko); GRADE, Grading of Recommendations Assessment, Development and Evaluation.
Mellors et al. (2021): In dieser systematischen Übersichtsarbeit (systematisches Review) wurde bei Patienten mit Krebs im Kopf-Hals-Bereich, die sich einer Strahlen- oder einer kombinierten Strahlen-Chemotherapie unterzogen, der Einfluss des Zeitpunktes („prophylaktisch“ oder „reaktiv“) einer enteralen Ernährung (Nährstoffe über eine Sonde direkt in den Magen) auf bestimmte Parameter untersucht. Diese Parameter waren Veränderung des Gewichts, Ernährungszustand, Körpermasseindex (BMI), Unterbrechungen der Krebsbehandlung, Lebensqualität, krankheitsfreies Überleben und Gesamtüberleben.
Hierzu wurden 3 randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) (aus Schweden, Australien und Frankreich) mit insgesamt 298 Teilnehmern eingeschlossen. In den eingeschlossenen Studien wurde eine „prophylaktische“ Verabreichung der enteralen Ernährung (beginnend vor oder während der Krebsbehandlung = pPEG-Gruppe) mit einer „reaktiven“ Verabreichung (erst bei Bedarf= rEN-Gruppe) miteinander verglichen.
Die Ergebnisse der Studien zeigen, dass es nur einen Unterschied in der Gewichtsveränderung zwischen den Gruppen gab, wenn man die Patienten betrachtete, die bereits einen Gewichtsverlust erlitten hatten. Bei diesen Patienten zeigte sich, dass die Gruppe mit der prophylaktischen Verabreichung (pPEG-Gruppe) statistisch bedeutend weniger Gewicht verlor, als die Gruppe mit der reaktiven Verabreichung (rEN-Gruppe). Die Autoren beurteilen die Vertrauenswürdigkeit dieses Ergebnisses allerdings als niedrig.
Weiterhin zeigen die Ergebnisse, dass es statistisch und klinisch bedeutsame Unterschiede bei der Lebensqualität nach 6 Monaten in der pPEG-Gruppe gibt, verglichen mit der rEN-Gruppe. In einzelnen Teilbereichen der Lebensqualität konnten weitere Verbesserungen für die pPEG-Gruppe gefunden werden: Körperliche Funktion und Verstopfung nach 2 Monaten; Alltagsfunktion, soziale Funktion, Appetitverlust, Verstopfung und Durchfall nach 3 Monaten; soziale Funktion und Atembeschwerden nach 12 Monaten. Die Autoren beurteilten die Vertrauenswürdigkeit dieser Ergebnisse zwischen moderat (< 6 Monate) und niedrig (> 12 Monaten).
In allen anderen untersuchten Parametern zeigten sich keine Unterschiede zwischen den Gruppen.
Für die Interpretation der Ergebnisse gibt es einige Punkte zu beachten. Die Ergebnisse beruhen auf sehr wenigen Studien die eine starke Heterogenität zeigen, die vor allem auf den unterschiedlichen Zeitpunkten der Sondenplatzierung und des Beginns der Ernährung besteht. Die Ergebnisse sind somit mit Vorsicht zu interpretieren. Die Qualität der hier vorgestellten systematischen Übersichtsarbeit wird als gut bewertet.
Die Autoren schlussfolgern, dass bei Patienten mit Krebs im Kopf-Hals Bereich, die sich einer Strahlentherapie oder einer Strahlen-Chemotherapie unterziehen, eine prophylaktische enteralen Ernährung die Wahrscheinlichkeit eines kurzfristigen Gewichtsverlusts eventuell verringern kann und sich die Lebensqualität in verschiedenen Bereichen etwas verbessert im Vergleich zu einer reaktiven enteralen Ernährung. Weitere gut durchgeführte Studien sind notwendig, um diese Ergebnisse zu bestätigen.
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LoE (Oxford 2011) / SR Characteristics |
Characteristics: Primary studies & patients |
Study arms (intervention/ control) |
Outcomes |
Main results |
Adverse Events / Side effects |
Funding / Conflict of interest (COI) |
Methodological comments |
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Ye & Chang et al. (2021): The effect of timing of enteral nutrition support on feeding outcomes and dysphagia in patients with head and neck cancer undergoing radiotherapy or chemoradiotherapy: A systematic review Aim: “This systematic review reports the effect of EN timing in patients with HNC undergoing curative-intent and definitive or adjuvant radiotherapy or chemoradiotherapy on tube feeding duration, tube-related complications and dysphagia.” Author’s conclusion: “Timing of EN (prophylactic vs. reactive) may have little or no effect on tube feeding duration or complications, however, the effect on dysphagia was uncertain. Larger well-designed trials are warranted to increase certainty of evidence regarding EN timing in patients with HNC.” |
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LoE 1
SR: 2 RCT* (n=265)
Search: JAN 2015 – APR 2020
(Additional articles were retrieved from reference lists with no date restrictions)
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Head-and-neck cancer patients receiving treatment with curative or definitive or adjuvant radiotherapy or chemoradiotherapy (any tumour stage)
Age: >18 years
Countries: Sweden (n=134); Australia (n=131)
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1. Treatment: prophylactic pPEG
2. Control: reactive rPEG/rNGT
Definition in this SR: prophylactic: PEG tube (pPEG) inserted prophylactically & EN regimen initiated immediately post-insertion or when oral intake became inadequate & weight loss >1 kg. reactive: PEG (rPEG) or NG (rNGT) tube inserted either prophylactically but EN regimen initiated only when clinically indicated or inserted reactively for immediate use. |
1. tube feeding duration: Short-term FU (<12 months) Long term FU (>/=12 months)
2. tube-related complications
3. dysphagia
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1. tube feeding duration: Short-term FU (<12 months): „Silander et al. found that the mean tube feeding duration from start of tube feeding to removal was significantly longer in the pPEG compared to the rPEG/rNGT group (177 vs. 122 days, p < 0.0001).” “In contrast, Brown et al. reported no significant difference (115.5 vs. 104.7 days, p=0.333). GRADE: very low confidence
Long term FU (>/=12 months): no significant differences between the groups GRADE: moderate confidence
2. tube-related complications “No significant difference was found in minor or major tube- related complications among all studies investigated” GRADE: low confidence
3. dysphagia “Two different indirect assessment tools were used across the studies and all reported no significant difference in dysphagia between groups.” GRADE: very low confidence
à “A definitive conclusion could not be reached due to small sample sizes, heterogeneity in the definitions and protocols for prophylactic and reactive EN approaches, variations in timepoints for outcome assessment and indirect dysphagia measures.” |
See outcome “tube-related complications” (others were not reported). |
SR: No external funding. The authors declare no conflict of interest.
Primary studies: No information about COI in primary studies
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SR quality: moderate quality
CONTRA: Due to significant heterogeneity (time period of using prophylactic or reactive feeding, time between PEG placement and the initiation of feeding etc.), the results have to be interpreted with caution.
PRO: Cochrane RoB 2 assessment & GRADE certainty assessment
Protocol registration
Quality primary studies: The RCT (Sweden) reported in Silander et al. (2012, 2012) & Axelsson et al. (2017) was rated “moderate risk” The RCT (Australia) reported in Brown et al. (2017a, 2017b) was rated “low risk”. |
* 2 RCTs reported in 5 manuscripts: 1 RCT from Sweden (Silander 2012, Silander 2013, Axelsson 2017); 1 RCT from Australia (Brown 2017a; Brown 2017b). SR, systematic review (systematische Übersichtsarbeit); RCT, randomized controlled trial; n, number of participants; pPEG, Prophylactic Percutaneous Endoscopic Gastrostomy; rPEG, Reactive Percutaneous Endoscopic Gastrostomy; rNGT, Reactive Nasogastric Tube; EN, enteral; FU, Follow-up; RoB, Risk of bias (Verzerrungsrisiko); GRADE, Grading of Recommendations Assessment, Development and Evaluation.
Ye & Chang et al. (2021): In dieser systematischen Übersichtsarbeit (systematisches Review) wurde bei Patienten mit Krebs im Kopf-Hals-Bereich, die sich einer Strahlen- oder einer kombinierten Strahlen-Chemotherapie unterzogen, der Einfluss des Zeitpunktes („prophylaktisch“ oder „reaktiv“) einer enteralen Ernährung (Nährstoffe über eine Sonde direkt in den Magen) auf die Dauer der Sondenernährung, die Anzahl der sondenbedingten Komplikationen und auf Schluckstörungen untersucht.
Hierzu wurden 2 randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) (aus Schweden und Australien) mit insgesamt 265 Teilnehmern eingeschlossen. In den eingeschlossenen Studien wurde eine „prophylaktische“ Verabreichung der enteralen Ernährung (beginnend vor oder während der Krebsbehandlung = pPEG-Gruppe) mit einer „reaktiven“ Verabreichung (erst bei Bedarf = rEN-Gruppe) miteinander verglichen.
Eine Studie zeigte, dass die Dauer der Sondenernährung bei der „prophylaktischen“ Verabreichung bedeutsam länger war (177 Tage), als bei der „reaktiven“ Verabreichung (122 Tage), was aber durch die andere Studie nicht bestätigt wurde, in der es keinen Unterschied gab. Die Autoren beurteilen die Vertrauenswürdigkeit dieses Ergebnisses als sehr niedrig.
Beide Studien zeigen keinen Unterschied bei der Anzahl der sondenbedingten Komplikationen. Über die Auswirkungen auf Schluckstörungen kann keine Aussage getroffen werden, da für deren Erfassung nicht geeignete Instrumente verwendet wurden.
Für die Interpretation der Ergebnisse gibt es einige Punkte zu beachten. Die Ergebnisse beruhen auf sehr wenigen Studien die eine starke Heterogenität zeigen, die vor allem auf den unterschiedlichen Zeitpunkten der Sondenplatzierung und des Beginns der Ernährung besteht. Die Ergebnisse sind somit mit Vorsicht zu interpretieren. Die Qualität der hier vorgestellten systematischen Übersichtsarbeit wird als gut bewertet.
Die Autoren schlussfolgern, dass aufgrund der vorliegenden Studien, der Zeitpunkt der Sondenernährung möglicherweise wenig oder keine Auswirkungen auf die Dauer der Sondenernährung oder auf die sondenbedingten Komplikationen haben. Größere und gut durchgeführte Studien sind notwendig, um eine bessere Aussagesicherheit bezüglich des richtigen Zeitpunktes einer enteralen Ernährung für die hier untersuchten Parameter zu bekommen.
B_Radio_Chemo_4.6
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LoE (Oxford 2011) / SR Characteristics |
Characteristics: Primary studies & patients
|
Study arms (intervention / control) |
Outcomes |
Results |
Adverse Events / Side effects |
Funding / Conflict of interest (COI) |
Methodological comments |
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Mellors et al. (2021): Comparison of prophylactic percutaneous endoscopic gastrostomy with reactive enteral nutrition in patients with head and neck cancer undergoing radiotherapy or chemoradiotherapy: A systematic review Aim: “This review aims to compare the outcomes for patients with HNC undergoing curative intent radiotherapy (RT) or chemoradiotherapy (CRT) receiving either prophylactic percutaneous endoscopic gastrostomy (pPEG) tube placement/feeding or reactive enteral nutrition (rEN).” Author’s conclusion: “The optimal timing of enteral tube placement and feeding commencement in patients with HNC undergoing RT or CRT remains uncertain. The findings from this review suggest that patients with pPEG are less likely to experience short-term critical weight loss (low certainty) and experience improvements in QoL compared to rEN group at 6-months post-treatment (moderate certainty). Future well-designed trials with consistent definitions of enteral nutritional support, additional measurement time points and validated tools to evaluate patient's nutritional status, are required to strengthen the certainty of evidence regarding the optimal method of nutrition support for patients with HNC.” |
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LoE 1
SR: 3 RCT* (n=298)
Search: JAN 2015 – MAR 2020
(Additional studies were obtained from reference lists with no date restrictions)
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Head-and-neck cancer patients undergoing RT and/or CRT of curative intent with or without other treatment modalities
Age: >18 years
Countries: Sweden (n=134); Australia (n=125); France (n=39)
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Treatment: prophylactic pPEG
Control: reactive rEN (PEG or NGT)
Definition in this SR: prophylactic: pPEG tube placement and/or feeding commencement that occurs prior to treatment. Reactive (rEN): feeding tube placement (PEG or NGT) that occurs prior to and/or post-treatment, with feeding commencing when clinically indicated. |
1. weight change
2. nutritional status (by SGA & PG-SGA)
3. body mass index (BMI)
4. treatment interruptions
5. quality of life (EORTC-QLQ-C30 and the module for HNC(EORTC-QLQ-H&N35)
6. disease-free survival
7. overall survival
At short-term FU (= 6 months) or long-term FU (>/=12 months
|
1a. Short-term weight change (n=259, 2 RCT): No difference between groups. Sub-analysis: When assessing only patients who experienced weight loss, the pPEG group (n=59) lost significantly less weight compared to the rEN group (n=59) (11.4% vs 13.6%, p=0.03) (6-months). Regarding the percentage (%) of patients that experienced critical weight loss (>10% weight loss), Silander found no significant difference between the pPEG and rEN at 2-months (p=0.059), 3-months (p= 0.27) or 6-months post-treatment (p=0.36). GRADE: low confidence
1b. Long-term weight change (n=134, 1 RCT): No difference; GRADE: low confidence
2. nutritional status (n=125, 1 RCT): No significant difference GRADE: moderate confidence
3. BMI (n=173, 2 RCT): No difference; GRADE: low confidence
4. treatment interruptions (n=125, 1 RCT): No significant difference; GRADE: moderate confidence
5a. Short term QoL (n=298, 3 RCT): Statistically significant and clinically important differences favoring the pPEG group were reported by Silander at 2-months for: physical functioning (p=0.01) and constipation (p=0.05) and at 3-months: role functioning (p=0.008); social functioning (p=0.03); appetite loss (p=NR); constipation (p=0.02); diarrhea (p=0.03). Brown: Clinically important difference for social functioning in the pPEG group (3-months) At 6-months, significantly higher global health status (EORTC-QLQ-C30) was reported in the pPEG group by Silander (p=0.02) and Salas (p=0.001). Silander: Further clinically and statistically significant differences in favor of the pPEG group for: physical functioning (p=0.02), cognitive functioning (p=0.008), role functioning (p=0.05), fatigue (p=0.01), dyspnea ( p=D) & feeling ill, coughing, opening the mouth wide and sexuality (EORTC-QLQ-H&N35) GRADE: moderate confidence
5b. Long term QoL (n=134, 1 RCT): A statistically significant difference between pPEG and rEN group was reported at 12-months for social functioning (83 versus 75, p=0.03) and dyspnea (12 versus 23, p=0.04). Furthermore, clinically significant differences on two symptoms scales (ability to open mouth wide and sticky saliva) were found at 24-months in favor of the pPEG group. GRADE: low confidence
6. disease-free survival (n=125, 1 RCT): No difference; GRADE: moderate confidence
7. overall survival (n=298, 3 RCT): No difference; GRADE: moderate confidence |
See outcome “4. treatment interruptions” (others were not investigated). |
SR: No funding from agencies in the public, commercial, or not-for-profit sectors.
The authors declare no conflict of interest.
Primary studies: Not reported in SR
|
SR quality: good quality
CONTRA: Due to significant heterogeneity (time period of using prophylactic or reactive feeding, time between PEG placement and the initiation of feeding etc.), the results have to be interpreted with caution.
Only few studies included
PRO: Cochrane RoB 2 assessment & GRADE certainty assessment
Protocol registration
Quality primary studies: The RCT (Sweden) reported in Silander et al. (2012, 2012) & Axelsson et al. (2017) was rated “moderate risk” The RCT (Australia) reported in Brown et al. (2017) was rated “low risk”.
The RCT (France) reported in Salas et al. (2009) was rated as “high risk”. |
* 3 RCTs reported in 5 manuscripts: 1 RCT from Sweden (Silander 2012, Silander 2013, Axelsson 2017); 1 RCT from Australia (Brown 2017); 1 RCT from France (Salas et al. 2009). SR, systematic review (systematische Übersichtsarbeit); RCT, randomized controlled trial; n, number of participants; RT, radiotherapy (RT), CRT, chemoradiotherapy; pPEG, Prophylactic Percutaneous Endoscopic Gastrostomy; rPEG, Reactive PEG; rNGT, Reactive Nasogastric Tube; rEN, reactive enteral; FU, Follow-up; SGA, subjective global assessment; PG-SGA, patient generated subjective global assessment; EORTC, European Organization for Research and Treatment of Cancer; HNC, Head and neck cancer; NR, not reported; RoB, Risk of bias (Verzerrungsrisiko); GRADE, Grading of Recommendations Assessment, Development and Evaluation.
Mellors et al. (2021): In dieser systematischen Übersichtsarbeit (systematisches Review) wurde bei Patienten mit Krebs im Kopf-Hals-Bereich, die sich einer Strahlen- oder einer kombinierten Strahlen-Chemotherapie unterzogen, der Einfluss des Zeitpunktes („prophylaktisch“ oder „reaktiv“) einer enteralen Ernährung (Nährstoffe über eine Sonde direkt in den Magen) auf bestimmte Parameter untersucht. Diese Parameter waren Veränderung des Gewichts, Ernährungszustand, Körpermasseindex (BMI), Unterbrechungen der Krebsbehandlung, Lebensqualität, krankheitsfreies Überleben und Gesamtüberleben.
Hierzu wurden 3 randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) (aus Schweden, Australien und Frankreich) mit insgesamt 298 Teilnehmern eingeschlossen. In den eingeschlossenen Studien wurde eine „prophylaktische“ Verabreichung der enteralen Ernährung (beginnend vor oder während der Krebsbehandlung = pPEG-Gruppe) mit einer „reaktiven“ Verabreichung (erst bei Bedarf= rEN-Gruppe) miteinander verglichen.
Die Ergebnisse der Studien zeigen, dass es nur einen Unterschied in der Gewichtsveränderung zwischen den Gruppen gab, wenn man die Patienten betrachtete, die bereits einen Gewichtsverlust erlitten hatten. Bei diesen Patienten zeigte sich, dass die Gruppe mit der prophylaktischen Verabreichung (pPEG-Gruppe) statistisch bedeutend weniger Gewicht verlor, als die Gruppe mit der reaktiven Verabreichung (rEN-Gruppe). Die Autoren beurteilen die Vertrauenswürdigkeit dieses Ergebnisses allerdings als niedrig.
Weiterhin zeigen die Ergebnisse, dass es statistisch und klinisch bedeutsame Unterschiede bei der Lebensqualität nach 6 Monaten in der pPEG-Gruppe gibt, verglichen mit der rEN-Gruppe. In einzelnen Teilbereichen der Lebensqualität konnten weitere Verbesserungen für die pPEG-Gruppe gefunden werden: Körperliche Funktion und Verstopfung nach 2 Monaten; Alltagsfunktion, soziale Funktion, Appetitverlust, Verstopfung und Durchfall nach 3 Monaten; soziale Funktion und Atembeschwerden nach 12 Monaten. Die Autoren beurteilten die Vertrauenswürdigkeit dieser Ergebnisse zwischen moderat (< 6 Monate) und niedrig (> 12 Monaten).
In allen anderen untersuchten Parametern zeigten sich keine Unterschiede zwischen den Gruppen.
Für die Interpretation der Ergebnisse gibt es einige Punkte zu beachten. Die Ergebnisse beruhen auf sehr wenigen Studien die eine starke Heterogenität zeigen, die vor allem auf den unterschiedlichen Zeitpunkten der Sondenplatzierung und des Beginns der Ernährung besteht. Die Ergebnisse sind somit mit Vorsicht zu interpretieren. Die Qualität der hier vorgestellten systematischen Übersichtsarbeit wird als gut bewertet.
Die Autoren schlussfolgern, dass bei Patienten mit Krebs im Kopf-Hals Bereich, die sich einer Strahlentherapie oder einer Strahlen-Chemotherapie unterziehen, eine prophylaktische enteralen Ernährung die Wahrscheinlichkeit eines kurzfristigen Gewichtsverlusts eventuell verringern kann und sich die Lebensqualität in verschiedenen Bereichen etwas verbessert im Vergleich zu einer reaktiven enteralen Ernährung. Weitere gut durchgeführte Studien sind notwendig, um diese Ergebnisse zu bestätigen.
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LoE (Oxford 2011) / SR Characteristics |
Characteristics: Primary studies & patients |
Study arms (intervention/ control) |
Outcomes |
Main results |
Adverse Events / Side effects |
Funding / Conflict of interest (COI) |
Methodological comments |
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Ye & Chang et al. (2021): The effect of timing of enteral nutrition support on feeding outcomes and dysphagia in patients with head and neck cancer undergoing radiotherapy or chemoradiotherapy: A systematic review Aim: “This systematic review reports the effect of EN timing in patients with HNC undergoing curative-intent and definitive or adjuvant radiotherapy or chemoradiotherapy on tube feeding duration, tube-related complications and dysphagia.” Author’s conclusion: “Timing of EN (prophylactic vs. reactive) may have little or no effect on tube feeding duration or complications, however, the effect on dysphagia was uncertain. Larger well-designed trials are warranted to increase certainty of evidence regarding EN timing in patients with HNC.” |
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LoE 1
SR: 2 RCT* (n=265)
Search: JAN 2015 – APR 2020
(Additional articles were retrieved from reference lists with no date restrictions)
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Head-and-neck cancer patients receiving treatment with curative or definitive or adjuvant radiotherapy or chemoradiotherapy (any tumour stage)
Age: >18 years
Countries: Sweden (n=134); Australia (n=131)
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1. Treatment: prophylactic pPEG
2. Control: reactive rPEG/rNGT
Definition in this SR: prophylactic: PEG tube (pPEG) inserted prophylactically & EN regimen initiated immediately post-insertion or when oral intake became inadequate & weight loss >1 kg. reactive: PEG (rPEG) or NG (rNGT) tube inserted either prophylactically but EN regimen initiated only when clinically indicated or inserted reactively for immediate use. |
1. tube feeding duration: Short-term FU (<12 months) Long term FU (>/=12 months)
2. tube-related complications
3. dysphagia
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1. tube feeding duration: Short-term FU (<12 months): „Silander et al. found that the mean tube feeding duration from start of tube feeding to removal was significantly longer in the pPEG compared to the rPEG/rNGT group (177 vs. 122 days, p < 0.0001).” “In contrast, Brown et al. reported no significant difference (115.5 vs. 104.7 days, p=0.333). GRADE: very low confidence
Long term FU (>/=12 months): no significant differences between the groups GRADE: moderate confidence
2. tube-related complications “No significant difference was found in minor or major tube- related complications among all studies investigated” GRADE: low confidence
3. dysphagia “Two different indirect assessment tools were used across the studies and all reported no significant difference in dysphagia between groups.” GRADE: very low confidence
à “A definitive conclusion could not be reached due to small sample sizes, heterogeneity in the definitions and protocols for prophylactic and reactive EN approaches, variations in timepoints for outcome assessment and indirect dysphagia measures.” |
See outcome “tube-related complications” (others were not reported). |
SR: No external funding. The authors declare no conflict of interest.
Primary studies: No information about COI in primary studies
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SR quality: moderate quality
CONTRA: Due to significant heterogeneity (time period of using prophylactic or reactive feeding, time between PEG placement and the initiation of feeding etc.), the results have to be interpreted with caution.
PRO: Cochrane RoB 2 assessment & GRADE certainty assessment
Protocol registration
Quality primary studies: The RCT (Sweden) reported in Silander et al. (2012, 2012) & Axelsson et al. (2017) was rated “moderate risk” The RCT (Australia) reported in Brown et al. (2017a, 2017b) was rated “low risk”. |
* 2 RCTs reported in 5 manuscripts: 1 RCT from Sweden (Silander 2012, Silander 2013, Axelsson 2017); 1 RCT from Australia (Brown 2017a; Brown 2017b). SR, systematic review (systematische Übersichtsarbeit); RCT, randomized controlled trial; n, number of participants; pPEG, Prophylactic Percutaneous Endoscopic Gastrostomy; rPEG, Reactive Percutaneous Endoscopic Gastrostomy; rNGT, Reactive Nasogastric Tube; EN, enteral; FU, Follow-up; RoB, Risk of bias (Verzerrungsrisiko); GRADE, Grading of Recommendations Assessment, Development and Evaluation.
Ye & Chang et al. (2021): In dieser systematischen Übersichtsarbeit (systematisches Review) wurde bei Patienten mit Krebs im Kopf-Hals-Bereich, die sich einer Strahlen- oder einer kombinierten Strahlen-Chemotherapie unterzogen, der Einfluss des Zeitpunktes („prophylaktisch“ oder „reaktiv“) einer enteralen Ernährung (Nährstoffe über eine Sonde direkt in den Magen) auf die Dauer der Sondenernährung, die Anzahl der sondenbedingten Komplikationen und auf Schluckstörungen untersucht.
Hierzu wurden 2 randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) (aus Schweden und Australien) mit insgesamt 265 Teilnehmern eingeschlossen. In den eingeschlossenen Studien wurde eine „prophylaktische“ Verabreichung der enteralen Ernährung (beginnend vor oder während der Krebsbehandlung = pPEG-Gruppe) mit einer „reaktiven“ Verabreichung (erst bei Bedarf = rEN-Gruppe) miteinander verglichen.
Eine Studie zeigte, dass die Dauer der Sondenernährung bei der „prophylaktischen“ Verabreichung bedeutsam länger war (177 Tage), als bei der „reaktiven“ Verabreichung (122 Tage), was aber durch die andere Studie nicht bestätigt wurde, in der es keinen Unterschied gab. Die Autoren beurteilen die Vertrauenswürdigkeit dieses Ergebnisses als sehr niedrig.
Beide Studien zeigen keinen Unterschied bei der Anzahl der sondenbedingten Komplikationen. Über die Auswirkungen auf Schluckstörungen kann keine Aussage getroffen werden, da für deren Erfassung nicht geeignete Instrumente verwendet wurden.
Für die Interpretation der Ergebnisse gibt es einige Punkte zu beachten. Die Ergebnisse beruhen auf sehr wenigen Studien die eine starke Heterogenität zeigen, die vor allem auf den unterschiedlichen Zeitpunkten der Sondenplatzierung und des Beginns der Ernährung besteht. Die Ergebnisse sind somit mit Vorsicht zu interpretieren. Die Qualität der hier vorgestellten systematischen Übersichtsarbeit wird als gut bewertet.
Die Autoren schlussfolgern, dass aufgrund der vorliegenden Studien, der Zeitpunkt der Sondenernährung möglicherweise wenig oder keine Auswirkungen auf die Dauer der Sondenernährung oder auf die sondenbedingten Komplikationen haben. Größere und gut durchgeführte Studien sind notwendig, um eine bessere Aussagesicherheit bezüglich des richtigen Zeitpunktes einer enteralen Ernährung für die hier untersuchten Parameter zu bekommen.
B_Radio_Chemo_4.7
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LoE (Oxford 2011) / SR Characteristics |
Characteristics: Primary studies & patients |
Study arms (intervention/ control) |
Outcomes |
Main results |
Adverse Events/ Side effects |
Funding/ Conflict of interest (COI) |
Methodological comments |
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Gomes et al. (2015): Percutaneous endoscopic gastrostomy versus nasogastric tube feeding for adults with swallowing disturbances (Review) Aim: To evaluate the effectiveness and safety of PEG compared with NGT for adults with swallowing disturbances. Author’s main results & conclusion: The studies showed a higher probability of treatment failure with a nasal gastric tube. The number of deaths was no different with the two methods; nor was the overall occurrence of adverse events. Participants with PEGs may have a better quality of life. PEG was associated with a lower probability of intervention failure, suggesting the endoscopic procedure (PEG) may be more effective and safe compared with NGT. There is no significant difference in mortality rates between comparison groups, or in adverse events, including pneumonia related to aspiration. |
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LoE 1
SR & MA
SR: 11 RCT (n=735)
Cancer: 2 RCT (n=142)
Search: – JAN 2014 |
Patients with swallowing disturbances or dysphagia (indications for nutritional support with any underlying diseases)
Age: Adults
Countries: Australia Egypt Greece India Japan Malaysia Netherlands UK (4x)
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1. Percutaneous endoscopic gastrostomy (PEG)
2. Nasogastric tube (NGT)
Further information: PEG: Performed by any method (e.g. pull & push methods, others).
NGT: Irrespective of technique (e.g. conventional and looping). |
Prim. EP: 1. Intervention failure (e.g. feeding interruption, blocking or leakage of the tube, no adherence to treatment).
Sec. EP: 2. Nutritional status (any validated instrument, such as upper-arm skin fold thickness, mid-arm circumference, body weight, serum albumin level, haemoglobin)
3. Mortality
4. Adverse events (AEs) (e.g. aspiration, haemorrhage, pneumonia, wound infection, sinusitis, fistula)
5. Time on enteral nutrition
6. Quality of life (as measured by any validated instrument)
7. Length of hospital stay
8. Costs & economic issues:
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1a. Intervention failure (8 RCTs, incl. Corry, Sadavisan): Fewer participants in the PEG group experienced an intervention failure (risk ratio (RR) 0.18, 95% confidence interval (CI) 0.05 to 0.59, P=0.005; à PEG in favour (also for cancer studies), see Analysis 1.1 below.
1b. Non-adherence to treatment (1 RCT, Sadasivan) 6 weeks: RR 0.02, 95% CI 0.00 to 0.36 6 months: RR 0.01, 95% CI 0.00 to 0.16) à statistically significantly à PEG in favour (see Analysis 1.2 below)
2. Nutritional status:
a. Weight (3 RCTs, n=148, inkl. Corry, Sadasivan) weight change from baseline: MD 3.11, 95% CI -0.52 to 6.75 à No significant difference
b. Mid-arm circumference: 2 RCTs, n=54, inkl. Corry): MD 1.58, 95% CI -0.11 to 3.27 No significant difference 2 RCTs, n= 115, inkl. Sadasivan): change from baseline: MD 1.16, 95% CI 1.01 to 1.31. Statistically significant à PEG in favour, see Analysis 1.15 below.
c. Serum albumin: Sadasivan (n= 94): change in albumin levels from baseline: MD 0.12, 95% CI 0.11 to 0.14 à statistically significant à PEG in favour, see Analysis 1.17 below.
d. Haemoglobin (1 RCT, n=94, Sadasivian): Change from baseline: MD 0.59, 95% CI 0.49 to 0.69 —> statistically significant à PEG in favour, see Analysis 1.18 below.
3. Mortality (9 RCTs, n=644, incl. Corry): No significant difference
5. Time on enteral nutrition (2 RCTs, n=119): No significant difference
6. QoL: (2 RCTs, Corry, Sadavisan with EORTC QLQ-H&N35 scale): inconvenience (RR 0.03, 95% CI 0.00 to 0.29; P=0.002) discomfort (RR 0.03, 95% CI 0.00 to 0.29; P=0.002) altered body image (RR 0.01, 95% CI 0.00 to 0.18; P=0.001) social activities (RR 0.01, 95% CI 0.00 to 0.18; n= 100, P=0.001), in favour of PEG see Analysis 1.22 below. Pain & ease of learning à No statistically significant difference
7. Length of hospital stay (2 RCTs, n= 381). No significant difference
8. Costs & economic issues: Corry 2008: „cost of each feeding tube is $26 for a NGT and $110 for a PEG tube" and "The insertion costs are significantly different as the NGT are inserted by nursing staff in outpatients and the PEG tubes are inserted by surgeons in theatre. The cost for insertion of a NGT is $50 (includes nursing time and cost of chest X-ray), whereas the cost of insertion of a PEG tube is $626". |
4. AEs (6 RCTs, incl. Corry, Sadavisan, n=597): No statistically significant difference between groups (high levels of statistical heterogeneity I2=87%)
Pneumonia (7 RCTs, incl. Corry, n=645) PEG: 31.93% (106 out of 332) NGT: 41.54% (130 out of 313) (RR 0.70, 95% CI 0.46 to 1.06) —> no significant difference
Reflux oesophagitis: Douzinas 2006: less severe reflux was seen in the PEG group (statistically significant) Yata 2001: RR 0.45, 95% CI 0.22 to 0.92. statistically significant result that favoured the PEG group. à PEG in favour
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SR: Funding: CAPES - Ministry of Education for the postgraduate scholarship (Brazil)
COI: Authors declare no conflict of interest.
Primary studies: No information about COI in primary studies
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SR quality: high quality
CONTRA: Mainly indirect evidence (different conditions, only 2 cancer studies (n=142)
High heterogeneity in most analysis
PRO: Cochrane RoB 2 assessment & GRADE certainty assessment
Authors obtained further information from the study investigators (e.g. Bath 2009; Corry 2008b)
Protocol registration
Quality primary studies: RoB: All studies have a high risk of bias, because intervention cannot be blinded. |
SR, systematic review (systematische Übersichtsarbeit); MA, Meta-Analyse; RCT, randomized controlled trial; n, number of participants; NI, no information; Prim. EP, Primary Endpoint; Sec. EP, Secondary Endpoint; RoB, Risk-of-Bias (Verzerrungsrisiko).
2 cancer studies:
Sadavisan, 2012 (India; n=100 patients with advanced stage 2 or 3 squamous cell carcinoma of the head and neck, scheduled either for radical surgery with adjuvant radiotherapy (RT), chemo-RT, or for concurrent chemo and radiation therapy)
Corry, 2008 (Australia; n= 42 patients with squamous cell carcinoma of the head and neck planned for curative radiotherapy or chemoradiation
9 studies with other conditions:
Baeten 1992, Netherlands, 90 patients (neurologic problems, ear, nose and throat tumours and surgical problems)
Bath 1997, UK, 90 patients (stroke)
Dennis 2005, mainly UK, 321 patients (stroke)
Douzinas 2006, Greece, 39 patients (on mechanical ventilation)
Elbadawy 2014, Egypt, 60 participants (closed traumatic severe brain injury)
Hamidon 2006, Malaysia, 23 patients (stroke)
Norton 1996, UK, 30 patients (acute cerebrovascular accident)
Park 1992, Glasgow, 40 patients (neurological dysphagia)
Yata 2001, Japan, 82 patients (dysphagia)
Gomes et al. (2015): In dieser systematischen Übersichtsarbeit (systematisches Review) wurde bei erwachsenen Patienten mit Schluckstörungen und verschiedenen zugrunde liegenden Erkrankungen zwei enterale Ernährungsverfahren (Nährstoffe über eine Sonde direkt in den Magen) miteinander verglichen. Bei der Ernährung über eine nasogastrale Sonde (NGT) wird die Ernährungssonde durch die Nase in den Magen gelegt und bei der perkutanen endoskopischen Gastrostomie (PEG) durch einen kleinen Schnitt im Bauch in den Magen eingeführt.
Die untersuchten und zwischen den beiden Verfahren (PEG versus NGT) verglichenen Parameter waren: Probleme durch das Verfahren selber (z.B. Unterbrechung oder Abbruch der Nahrungszufuhr, Verstopfung oder Undichtigkeit der Sonde) Ernährungszustand, Versterben der Patienten (Mortalität), Neben-und Wechselwirkungen, die Zeitspanne der künstlichen Ernährung, die Lebensqualität, die Länge des Krankenhausaufenthaltes und die Kosten. Hierzu wurden 11 randomisierte kontrollierte Studien (RCTs) eingeschlossen, von denen 2 RCT mit Krebspatienten durchgeführt wurde.
Im Folgenden werden nur die Ergebnisse zu Krebspatienten berichtet, außer es ist explizit erwähnt, dass auch Daten anderer Patienten zum Ergebnis beigetragen haben. Die statistischen Analysen zeigten einen bedeutsamen, aber zum Teil geringen Vorteil des PEG-Verfahrens gegenüber dem NGT-Verfahren bei den Parametern Probleme durch das Verfahren selber , dem Ernährungszustand (nur wenn der Arm-Umfang gemessen wurde und bei Laborwerten), und bei der Lebensqualität in den Bereichen Unannehmlichkeiten, Unbequemlichkeit, verändertes Körperbild und soziale Aktivitäten. Bei den Analysen zu Neben-und Wechselwirkungen zeigten sich keine bedeutsamen Unterschiede zwischen den Gruppen (z. Bps. Lungenentzündung), außer für Reflux-Ösophagitis (Entzündung der Speiseröhre durch Magensaftrückfluss) die in der NGT-Gruppe bedeutsam häufiger vorkam (Ergebnis nicht von Krebspatienten). Die Kosten für das PEG-Verfahren lagen signifikant höher, als für das NGT-Verfahren.
Alle anderen untersuchten Parameter zeigten keine Unterschiede zwischen den Gruppen.
Für die Interpretation der Ergebnisse gibt es einige Punkte zu beachten. Die Anzahl der Patienten in den zwei Krebsstudien (n=142) ist sehr gering und manche Ergebnisse beruhen nur auf einer der beiden Studien. Zudem zeigen die Studien ein hohes Verzerrungsrisiko. Insgesamt sind die Ergebnisse mit Vorsicht zu interpretieren sind. Die Qualität der hier vorgestellten systematischen Übersichtsarbeit wird als sehr gut bewertet.
Chirurgie_4.11
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Informationen zur Quelle |
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Text der Original-Empfehlung (ggf. Nr. Seite, Link) |
Empfehlung 11: Eine postoperative parenterale Ernährung mit Supplementierung von Omega-3-Fettsäuren sollte bei Patienten eingesetzt werden, die enteral nicht ausreichend ernährt werden können und daher eine überwiegend parenteral oder kombiniert enteral/parenterale Ernährung benötigen. (BM, HE) (modifiziert, Stand 2022) Empfehlungsgrad B, Starker Konsens 100 % Zustimmung Kapitel 3.4, S. 252 |
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Quell-Leitlinie |
S3-Leitlinie Klinische Ernährung in der Chirurgie der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) e. V. Version 3.0, Stand: 31.10.2022; https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/073-005 Aktuelle Ernährungsmedizin 2023; 48(04): 237-290; DOI: 10.1055/a-2104-9792 https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/abstract/10.1055/a-2104-9792 |
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AGREE II-Bewertung Domäne 3 + 6 |
Domäne 3: 77% Domäne 6: 86% |
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Informationen zur Evidenzgrundlage in der Quell-Leitlinie |
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PICO-Fragestellung in der QuellLeitlinie |
Die Leitlinie gibt die PICO-Fragestellung in Form einer Schlüsselfrage an: Gibt es eine Indikation für eine parenterale Supplementierung mit Omega-3-Fettsäuren? |
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Datum der Recherche |
01.01.2016 - 27.12.2020 |
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Anzahl der Studien, Studientyp, Referenzierung |
7 Studien: 7 SR/MA
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Link zu Evidenztabellen/ zusammenfassenden Evidenzdarstellung einschließlich Angabe LoE/Quality of Evidence |
Zusätzliches Material 1: Evidenztabellen https://www.thieme-connect.de/media/akternmed/202304/supmat/10-1055-a-2104-9792-21049792-0001.pdf |
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Sofern nicht Oxford LoE-Klassifikation bzw. GRADE-Methodik in der Quell-LL angewendet wurde: Übertragung der Evidenzgraduierung |
Graduierung in der adaptierten Leitlinie nach SIGN (2014), siehe oben LoE zu jeder Studie --> Level of Evidence nach Oxford 2011 neu eingeschätzt: LoE 1 |
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Ggfs. Interpretation der Evidenz/ Evidence to decision |
NA |
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Informationen zum Umgang in der Ziel-Leitlinie |
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Empfehlung wurde … |
☒ adoptiert (Keine Modifikation der Empfehlung; 1:1-Übersetzung; ggf. Anpassung an ‚Leitliniensprache‘ in Dtl. (soll/sollte/kann). Eventuell redaktionelle Änderungen. Wortlaut der Empfehlung: Eine postoperative parenterale Ernährung angereichert mit Omega-3-Fettsäuren sollte bei Patienten eingesetzt werden, die enteral nicht ausreichend ernährt werden können und daher eine überwiegend parenteral oder kombiniert enteral/parenterale Ernährung benötigen. |
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☐adaptiert |
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Welche Modifikationen der Empfehlung wurden vorgenommen? |
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Begründung für Modifikation |
Entsprechend der Diskussion in der Expertengruppe im AG-Treffen am 02.09.2024 |
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Wortlaut der Empfehlung: |
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Datum der Einschätzung |
Finale Auswahl und Besprechung der zu adaptierenden Empfehlungen wurde im AG-Treffen am 02.09.2024 besprochen. |
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Chirurgie_4.12
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Informationen zur Quelle |
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Text der Original-Empfehlung (ggf. Nr. Seite, Link) |
Empfehlung 12: Patienten, die sich einer größeren Tumoroperation unterziehen, kann präoperativ oder perioperativ eine Immunonutrition (angereichert mit Arginin, Omega-3-Fettsäuren, Ribonukleotiden) angeboten werden. (BM, HE) (modifiziert, Stand 2022) Empfehlungsgrad 0, Starker Konsens 91 % Zustimmung Kapitel 3.5, S. 252 |
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Quell-Leitlinie |
S3-Leitlinie Klinische Ernährung in der Chirurgie der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) e. V. Version 3.0, Stand: 31.10.2022; https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/073-005 Aktuelle Ernährungsmedizin 2023; 48(04): 237-290; DOI: 10.1055/a-2104-9792 https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/abstract/10.1055/a-2104-9792 |
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AGREE II-Bewertung Domäne 3 + 6 |
Domäne 3: 77% |
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Informationen zur Evidenzgrundlage in der Quell-Leitlinie |
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PICO-Fragestellung in der QuellLeitlinie |
Die Leitlinie gibt die PICO-Fragestellung in Form einer Schlüsselfrage an: Gibt es eine Indikation für eine bestimmte orale/ enterale Formel, die mit unterschiedlichen, immunologisch wirksamen Nährstoffkombinationen (Immunonutrition) angereichert ist? |
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Datum der Recherche |
01.01.2016 - 27.12.2020 |
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Anzahl der Studien, Studientyp, Referenzierung |
37 Studien: 1 Umbrella-Review; 32 MA/3SR
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Link zu Evidenztabellen/ zusammenfassenden Evidenzdarstellung einschließlich Angabe LoE/Quality of Evidence |
Zusätzliches Material 1: Evidenztabellen https://www.thieme-connect.de/media/akternmed/202304/supmat/10-1055-a-2104-9792-21049792-0001.pdf |
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Sofern nicht Oxford LoE-Klassifikation bzw. GRADE-Methodik in der Quell-LL angewendet wurde: Übertragung der Evidenzgraduierung |
Graduierung in der adaptierten Leitlinie nach SIGN (2014), siehe oben LoE zu jeder Studie --> Level of Evidence nach Oxford 2011 neu eingeschätzt: LoE 1 |
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Ggfs. Interpretation der Evidenz/ Evidence to decision |
NA |
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Informationen zum Umgang in der Ziel-Leitlinie |
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Empfehlung wurde … |
☒ adoptiert (Keine Modifikation der Empfehlung; 1:1-Übersetzung; ggf. Anpassung an ‚Leitliniensprache‘ in Dtl. (soll/sollte/kann). Eventuell redaktionelle Änderungen. Wortlaut der Empfehlung: Patienten, die sich einer größeren Tumoroperation unterziehen, kann präoperativ oder perioperativ eine Immunonutrition (angereichert mit Arginin, Omega-3-Fettsäuren, Ribonukleotiden) angeboten werden. |
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☐ adaptiert |
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Welche Modifikationen der Empfehlung wurden vorgenommen? |
NA |
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Begründung für Modifikation |
NA |
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Wortlaut der Empfehlung: |
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Datum der Einschätzung |
Finale Auswahl und Besprechung der zu adaptierenden Empfehlungen wurde im AG-Treffen am 02.09.2024 besprochen. |
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Chirurgie_4.13
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Informationen zur Quelle |
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Text der Original-Empfehlung (ggf. Nr. Seite, Link) |
Empfehlung 4.8: Die Empfehlung zur Erhaltung und Verbesserung körperlicher Aktivität, ausgewogener Ernährung und Nikotin-/Alkoholverzicht vor einer Tumoroperation ist als internationaler Standard anzusehen. Auf eine darüber hinausgehende intensivierte ressourcenaufwändige Prähabilitation mit strukturierten Programmen kann verzichtet werden. (2023) Empfehlungsgrad 0, Konsens Kapitel 4.3, S. 34 |
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Quell-Leitlinie |
S3-Leitlinie Perioperatives Management bei gastrointestinalen Tumoren (POMGAT), Version 1.0 – November 2023 https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/perioperatives-management-bei-gastrointestinalen-tumoren-pomgat |
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AGREE II-Bewertung Domäne 3 + 6 |
Domäne 3: 95% |
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Informationen zur Evidenzgrundlage in der Quell-Leitlinie |
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PICO-Fragestellung in der QuellLeitlinie |
Tabelle 2: Einschlusskriterien für die Literaturauswahl nach dem PICO-Schema Patient bzw. Problem: Patient mit tumorbedingter gastrointestinaler Operation. Bei einigen Fragen wurde nur eine Subgruppe (z. B. nur ein bestimmtes Operationsspektrum) berücksichtigt. Intervention: Definition der untersuchten perioperativen Maßnahme Comparison: Defintion der Kontrollgruppe Outcomes Die Berichterstattung über bestimmte Outcomes war kein Einschlusskriterium. Studien wurden auch dann eingeschlossen, wenn keines der vordefinierten, zu untersuchenden Outcomes berichtet wurde. Study type: RCTs und systematische Reviews mit Meta-Analysen von RCTs wurden berücksichtigt. Meta-Analysen, die RCTs und Nicht-RCTS enthalten, waren ebenfalls zulässig, wenn eine Subgruppenanalyse nur mit RCTs berechnet wurde. |
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Datum der Recherche |
Nicht gefunden |
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Anzahl der Studien, Studientyp, Referenzierung |
11 Studien: 1 Umbrella Review; 4 SR/MA; 6 RCT
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Link zu Evidenztabellen/ zusammenfassenden Evidenzdarstellung einschließlich Angabe LoE/Quality of Evidence |
LL-POMGAT_Evidenzbericht 1.0: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Leitlinien/POMGAT/Version_1/LL_POMGAT_Evidenzbericht_1.0.pdf |
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Sofern nicht Oxford LoE-Klassifikation bzw. GRADE-Methodik in der Quell-LL angewendet wurde: Übertragung der Evidenzgraduierung |
⊕⊕⊕⊝: Mortalität: Kein Effekt (OR 1,04; 95% KI 0,51 bis 2,12) ⊕⊕⊝⊝: Komplikationen (Clavien-Dindo > 2): Kein Effekt (OR 0,79; 95% KI 0,44 bis 1,40) ⊕⊕⊝⊝: Krankenhausverweildauer: Kein Effekt (MD -0,07 Tage; 95% KI -0,57 bis 0,44) ⊕⊕⊕⊝: Verweildauer auf Intensivstation: Kein Effekt (MD -0,02; 95% KI -0,54 bis 0,49) ⊕⊕⊕⊝: Gangausdauer: Verbesserung der Gangausdauer (MD 36,08 m; 95% KI 20,95 bis 51,20) |
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Ggfs. Interpretation der Evidenz/ Evidence to decision |
s.o. GRADE |
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Informationen zum Umgang in der Ziel-Leitlinie |
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Empfehlung wurde … |
☒ adoptiert (Keine Modifikation der Empfehlung; 1:1-Übersetzung; ggf. Anpassung an ‚Leitliniensprache‘ in Dtl. (soll/sollte/kann). Eventuell redaktionelle Änderungen. Wortlaut der Empfehlung: Die Empfehlung zur Erhaltung und Verbesserung körperlicher Aktivität, ausgewogener Ernährung und Nikotin-/Alkoholverzicht vor einer Tumoroperation ist als internationaler Standard anzusehen. Auf eine darüber hinausgehende intensivierte ressourcenaufwändige Prähabilitation mit strukturierten Programmen kann verzichtet werden. |
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☐ adaptiert |
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Welche Modifikationen der Empfehlung wurden vorgenommen? |
NA |
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Begründung für Modifikation |
NA |
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Wortlaut der Empfehlung: |
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Datum der Einschätzung |
Finale Auswahl und Besprechung der zu adaptierenden Empfehlungen wurde im AG-Treffen am 02.09.2024 besprochen. |
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Chirurgie_4.14
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Informationen zur Quelle |
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Text der Original-Empfehlung (ggf. Nr. Seite, Link) |
Empfehlung 13: Patienten mit hohem metabolischem Risiko sollen eine Ernährungstherapie präoperativ erhalten (A) sogar, wenn dadurch die Operation verschoben wird (BM). (modifiziert, Stand 2022) Ein Zeitraum von 10 - 14 Tagen kann empfohlen werden (0) Empfehlungsgrad A/0, Starker Konsens 92 % Zustimmung Kapitel 4.1, S. 256 |
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Quell-Leitlinie |
S3-Leitlinie Klinische Ernährung in der Chirurgie der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) e. V. Version 3.0, Stand: 31.10.2022; https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/073-005 Aktuelle Ernährungsmedizin 2023; 48(04): 237-290; DOI: 10.1055/a-2104-9792 https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/abstract/10.1055/a-2104-9792 |
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AGREE II-Bewertung Domäne 3 + 6 |
Domäne 3: 77% |
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Informationen zur Evidenzgrundlage in der Quell-Leitlinie |
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PICO-Fragestellung in der QuellLeitlinie |
Die Leitlinie gibt die PICO-Fragestellung in Form einer Schlüsselfrage an: Welche Patienten profitieren von einer präoperativen Ernährungstherapie? |
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Datum der Recherche |
01.01.2016 - 27.12.2020 |
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Anzahl der Studien, Studientyp, Referenzierung |
7 Studien: 3 SR; 5 RCT
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Link zu Evidenztabellen/ zusammenfassenden Evidenzdarstellung einschließlich Angabe LoE/Quality of Evidence |
Zusätzliches Material 1: Evidenztabellen https://www.thieme-connect.de/media/akternmed/202304/supmat/10-1055-a-2104-9792-21049792-0001.pdf |
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Sofern nicht Oxford LoE-Klassifikation bzw. GRADE-Methodik in der Quell-LL angewendet wurde: Übertragung der Evidenzgraduierung |
Graduierung in der adaptierten Leitlinie nach SIGN (2014), siehe oben LoE zu jeder Studie --> Level of Evidence nach Oxford 2011 neu eingeschätzt: LoE 1-2 |
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Ggfs. Interpretation der Evidenz/ Evidence to decision |
NA |
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Informationen zum Umgang in der Ziel-Leitlinie |
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Empfehlung wurde … |
☒ adoptiert (Keine Modifikation der Empfehlung; 1:1-Übersetzung; ggf. Anpassung an ‚Leitliniensprache‘ in Dtl. (soll/sollte/kann). Redaktionelle Änderung zweiter Satz (entsprechend der Diskussion in der Expertengruppe im AG-Treffen am 02.09.2024). Wortlaut der Empfehlung: Patienten mit hohem metabolischem Risiko sollen eine Ernährungstherapie präoperativ erhalten, selbst wenn dadurch die Operation verschoben wird. Eine Verschiebung der Operation um 10-14 Tage bedeutet onkologisch keinen Nachteil. |
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☐ adaptiert |
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Welche Modifikationen der Empfehlung wurden vorgenommen? |
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Begründung für Modifikation |
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Wortlaut der Empfehlung: |
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Datum der Einschätzung |
Finale Auswahl und Besprechung der zu adaptierenden Empfehlungen wurde im AG-Treffen am 02.09.2024 besprochen. |
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Chirurgie_4.15
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Informationen zur Quelle |
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Text der Original-Empfehlung (ggf. Nr. Seite, Link) |
Empfehlung 15: Bei Patienten mit Mangelernährung und/oder hohem metabolischen Risiko soll vor großen abdominellen Eingriffen eine Trinknahrung (Oral Nutritional Supplement verabreicht werden. (BM, HE) (modifiziert, Stand 2022) Empfehlungsgrad A, Starker Konsens 100 % Zustimmung Kapitel 4.2, S. 257 |
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Quell-Leitlinie |
S3-Leitlinie Klinische Ernährung in der Chirurgie der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) e. V. Version 3.0, Stand: 31.10.2022; https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/073-005 Aktuelle Ernährungsmedizin 2023; 48(04): 237-290; DOI: 10.1055/a-2104-9792 https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/abstract/10.1055/a-2104-9792 |
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AGREE II-Bewertung Domäne 3 + 6 |
Domäne 3: 77% Domäne 6: 86% |
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Informationen zur Evidenzgrundlage in der Quell-Leitlinie |
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PICO-Fragestellung in der QuellLeitlinie |
Die Leitlinie gibt die PICO-Fragestellung in Form einer Schlüsselfrage an: Wann besteht die Indikation zur präoperativen Einnahme einer Trinknahrung oder enteralen Ernährung? |
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Datum der Recherche |
01.01.2016 - 27.12.2020 |
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Anzahl der Studien, Studientyp, Referenzierung |
10 Studien: 6 SR/MA; 4 RCT
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Link zu Evidenztabellen/ zusammenfassenden Evidenzdarstellung einschließlich Angabe LoE/Quality of Evidence |
Zusätzliches Material 1: Evidenztabellen https://www.thieme-connect.de/media/akternmed/202304/supmat/10-1055-a-2104-9792-21049792-0001.pdf |
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Sofern nicht Oxford LoE-Klassifikation bzw. GRADE-Methodik in der Quell-LL angewendet wurde: Übertragung der Evidenzgraduierung |
Graduierung in der adaptierten Leitlinie nach SIGN (2014) --> Level of Evidence nach Oxford 2011 neu eingeschätzt: LoE 1 |
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Ggfs. Interpretation der Evidenz/ Evidence to decision |
NA |
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Informationen zum Umgang in der Ziel-Leitlinie |
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Empfehlung wurde … |
☒ adoptiert (Keine Modifikation der Empfehlung; 1:1-Übersetzung; ggf. Anpassung an ‚Leitliniensprache‘ in Dtl. (soll/sollte/kann). Eventuell redaktionelle Änderungen. Wortlaut der Empfehlung: Bei Patienten mit Mangelernährung und/oder hohem metabolischen Risiko soll vor großen abdominellen Eingriffen eine Trinknahrung (Oral Nutritional Supplement) verabreicht werden. |
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☐ adaptiert |
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Welche Modifikationen der Empfehlung wurden vorgenommen? |
NA |
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Begründung für Modifikation |
NA |
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Wortlaut der Empfehlung: |
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Datum der Einschätzung |
Finale Auswahl und Besprechung der zu adaptierenden Empfehlungen wurde im AG-Treffen am 02.09.2024 besprochen. |
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Chirurgie_4.16
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Informationen zur Quelle |
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Text der Original-Empfehlung (ggf. Nr. Seite, Link) |
Empfehlung 19: Eine enterale Ernährung soll innerhalb von 24 Stunden bei den Patienten begonnen werden, bei denen ein oraler Kostaufbau noch nicht möglich ist (A). Dies gilt insbesondere bei:
Empfehlungsgrad A/KKP, Starker Konsens 100 % Zustimmung Kapitel 5.1, S. 258 |
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Quell-Leitlinie |
S3-Leitlinie Klinische Ernährung in der Chirurgie der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) e. V. Version 3.0, Stand: 31.10.2022; https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/073-005 Aktuelle Ernährungsmedizin 2023; 48(04): 237-290; DOI: 10.1055/a-2104-9792 https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/abstract/10.1055/a-2104-9792 |
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AGREE II-Bewertung Domäne 3 + 6 |
Domäne 3: 77% Domäne 6: 86% |
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Informationen zur Evidenzgrundlage in der Quell-Leitlinie |
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PICO-Fragestellung in der QuellLeitlinie |
Die Leitlinie gibt die PICO-Fragestellung in Form einer Schlüsselfrage an: Welche Patienten profitieren besonders von einer frühen postoperativen Ernährung? |
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Datum der Recherche |
01.01.2016 - 27.12.2020 |
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Anzahl der Studien, Studientyp, Referenzierung |
4 Studien: 2 SR/MA; 2 RCT
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Link zu Evidenztabellen/ zusammenfassenden Evidenzdarstellung einschließlich Angabe LoE/Quality of Evidence |
Zusätzliches Material 1: Evidenztabellen https://www.thieme-connect.de/media/akternmed/202304/supmat/10-1055-a-2104-9792-21049792-0001.pdf |
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Sofern nicht Oxford LoE-Klassifikation bzw. GRADE-Methodik in der Quell-LL angewendet wurde: Übertragung der Evidenzgraduierung |
Graduierung in der adaptierten Leitlinie nach SIGN (2014), siehe oben LoE zu jeder Studie --> Level of Evidence nach Oxford 2011 neu eingeschätzt: LoE 1 |
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Ggfs. Interpretation der Evidenz/ Evidence to decision |
NA |
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Informationen zum Umgang in der Ziel-Leitlinie |
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Empfehlung wurde … |
☒ adoptiert (Keine Modifikation der Empfehlung; 1:1-Übersetzung; ggf. Anpassung an ‚Leitliniensprache‘ in Dtl. (soll/sollte/kann). Redaktionelle Änderung & „Patienten mit Polytrauma und/oder schwerem Schädel-Hirn-Trauma (BM) (KKP)“ wurde gestrichen, weil hier nicht relevant (entsprechend der Diskussion in der Expertengruppe im AG-Treffen am 02.09.2024). Wortlaut der Empfehlung: Eine enterale Ernährung soll innerhalb von 24 Stunden bei den Patienten begonnen werden, bei denen ein oraler Kostaufbau noch nicht möglich ist (GoR A). Dies gilt insbesondere bei:
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☐ adaptiert |
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Welche Modifikationen der Empfehlung wurden vorgenommen? |
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Begründung für Modifikation |
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Wortlaut der Empfehlung: |
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Datum der Einschätzung |
Finale Auswahl und Besprechung der zu adaptierenden Empfehlungen wurde im AG-Treffen am 02.09.2024 besprochen. |
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Chirurgie_4.17
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Informationen zur Quelle |
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Text der Original-Empfehlung (ggf. Nr. Seite, Link) |
Empfehlung 21: Bei Patienten mit Mangelernährung und/oder hohem metabolischen Risiko sollte insbesondere bei Ösophagus- und Magenresektion sowie partieller Duodenopankreatektomie die intraoperative Platzierung einer nasojejunalen Sonde oder Feinnadelkatheterjejunostomie (FKJ) erfolgen (BM). (modifiziert, Stand 2017) Empfehlungsgrad B, Starker Konsens 100 % Zustimmung Kapitel 5.3, S. 259 |
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Quell-Leitlinie |
S3-Leitlinie Klinische Ernährung in der Chirurgie der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) e. V. Version 3.0, Stand: 31.10.2022; https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/073-005 Aktuelle Ernährungsmedizin 2023; 48(04): 237-290; DOI: 10.1055/a-2104-9792 https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/abstract/10.1055/a-2104-9792 |
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AGREE II-Bewertung Domäne 3 + 6 |
Domäne 3: 77% |
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Informationen zur Evidenzgrundlage in der Quell-Leitlinie |
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PICO-Fragestellung in der QuellLeitlinie |
Die Leitlinie gibt die PICO-Fragestellung in Form einer Schlüsselfrage an: Welche Patienten profitieren von einer enteralen Sondennahrung? |
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Datum der Recherche |
01.01.2016 - 27.12.2020 |
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Anzahl der Studien, Studientyp, Referenzierung |
9 Studien: 5 SR/MA; 2 RCT; 2 Beobachtungsstudien
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Link zu Evidenztabellen/ zusammenfassenden Evidenzdarstellung einschließlich Angabe LoE/Quality of Evidence |
Zusätzliches Material 1: Evidenztabellen https://www.thieme-connect.de/media/akternmed/202304/supmat/10-1055-a-2104-9792-21049792-0001.pdf |
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Sofern nicht Oxford LoE-Klassifikation bzw. GRADE-Methodik in der Quell-LL angewendet wurde: Übertragung der Evidenzgraduierung |
Graduierung in der adaptierten Leitlinie nach SIGN (2014) --> Level of Evidence nach Oxford 2011 neu eingeschätzt: LoE 1 |
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Ggfs. Interpretation der Evidenz/ Evidence to decision |
NA |
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Informationen zum Umgang in der Ziel-Leitlinie |
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Empfehlung wurde … |
☒ adoptiert (Keine Modifikation der Empfehlung; 1:1-Übersetzung; ggf. Anpassung an ‚Leitliniensprache‘ in Dtl. (soll/sollte/kann). Eventuell redaktionelle Änderungen. Wortlaut der Empfehlung: Bei Patienten mit Mangelernährung und/oder hohem metabolischen Risiko sollte insbesondere bei Ösophagus- und Magenresektion sowie partieller Duodenopankreatektomie die intraoperative Platzierung einer nasojejunalen Sonde oder Feinnadelkatheterjejunostomie (FKJ) erfolgen (BM). |
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☐ adaptiert |
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Welche Modifikationen der Empfehlung wurden vorgenommen? |
NA |
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Begründung für Modifikation |
NA |
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Wortlaut der Empfehlung: |
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Datum der Einschätzung |
Finale Auswahl und Besprechung der zu adaptierenden Empfehlungen wurde im AG-Treffen am 02.09.2024 besprochen. |
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Chirurgie_4.18
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Informationen zur Quelle |
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Text der Original-Empfehlung (ggf. Nr. Seite, Link) |
Empfehlung 25: Bei Patienten, die perioperativ einer Ernährungstherapie bedurften, sollte die regelmäßige Erfassung des Ernährungsstatus während des Krankenhausaufenthaltes mit poststationärer Fortsetzung einschließlich Ernährungsberatung sowie ggf. oraler/enterale Supplementierung erfolgen. (BM) (modifiziert, Stand 2017) Empfehlungsgrad B, Starker Konsens 100 % Zustimmung Kapitel 5.4, S. 261 |
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Quell-Leitlinie |
S3-Leitlinie Klinische Ernährung in der Chirurgie der Deutschen Gesellschaft für Ernährungsmedizin (DGEM) e. V. Version 3.0, Stand: 31.10.2022; https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/073-005 Aktuelle Ernährungsmedizin 2023; 48(04): 237-290; DOI: 10.1055/a-2104-9792 https://www.thieme-connect.de/products/ejournals/abstract/10.1055/a-2104-9792 |
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AGREE II-Bewertung Domäne 3 + 6 |
Domäne 3: 77% |
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Informationen zur Evidenzgrundlage in der Quell-Leitlinie |
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PICO-Fragestellung in der QuellLeitlinie |
Die Leitlinie gibt die PICO-Fragestellung in Form einer Schlüsselfrage an: Welchen Patienten nutzt eine enterale Ernährung nach der Entlassung aus dem Krankenhaus? |
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Datum der Recherche |
01.01.2016 - 27.12.2020 |
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Anzahl der Studien, Studientyp, Referenzierung |
3 Studien:
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Link zu Evidenztabellen/ zusammenfassenden Evidenzdarstellung einschließlich Angabe LoE/Quality of Evidence |
Zusätzliches Material 1: Evidenztabellen https://www.thieme-connect.de/media/akternmed/202304/supmat/10-1055-a-2104-9792-21049792-0001.pdf |
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Sofern nicht Oxford LoE-Klassifikation bzw. GRADE-Methodik in der Quell-LL angewendet wurde: Übertragung der Evidenzgraduierung |
Graduierung in der adaptierten Leitlinie nach SIGN (2014) --> Level of Evidence nach Oxford 2011 neu eingeschätzt: LoE 2 |
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Ggfs. Interpretation der Evidenz/ Evidence to decision |
NA |
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Informationen zum Umgang in der Ziel-Leitlinie |
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Empfehlung wurde … |
☐ adoptiert (Keine Modifikation der Empfehlung; 1:1-Übersetzung; ggf. Anpassung an ‚Leitliniensprache‘ in Dtl. (soll/sollte/kann). Eventuell redaktionelle Änderungen. |
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☒ adaptiert |
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Welche Modifikationen der Empfehlung wurden vorgenommen? |
Hochstufung des Empfehlungsgrades von „sollte“ auf „soll“. |
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Begründung für Modifikation |
Die adaptierte S3-Leitlinie „Klinische Ernährung in der Chirurgie“ gab aufgrund der vorliegenden Evidenz eine „sollte“-Empfehlung ab. Auf Wunsch der Patientenvertreter und der Experten dieser Leitlinie wurde in der Konsensuskonferenz (17.10.2024) abgestimmt, dass der Empfehlungsgrad von „sollte“ auf „soll“ geändert wird. Die Erhöhung des Empfehlungsgrads wurde damit begründet, dass das Erfahrungswissen, insbesondere der Patientenvertreter aus der Selbsthilfe, aber auch der Experten zeigt, dass beim Übergang von der stationären zur ambulanten Versorgung ein Versorgungsdefizit besteht. Diese Empfehlung zielt darauf ab, eine sektorenübergreifende Versorgung sicherzustellen. |
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Wortlaut der Empfehlung: Bei Patienten mit onkochirurgischen Eingriffen, die stationär einer Ernährungstherapie bedurften, soll die regelmäßige Erfassung des Ernährungsstatus während des Krankenhausaufenthaltes mit poststationärer Fortsetzung einschließlich Ernährungsberatung sowie ggf. Supplementierung erfolgen. |
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Datum der Einschätzung |
Finale Auswahl und Besprechung der zu adaptierenden Empfehlungen wurde im AG-Treffen am 02.09.2024 besprochen sowie in der Konsensuskonferenz am 17.10.2024 (Änderung des Empfehlungsgrades). |
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Literaturhinweise
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