9. Rezidivtherapie – Hodgkin Lymphom
Autoren der Hintergrundtexte: Bastian von Tresckow, Michael Fuchs, Horst Müller, Christian Baues, Peter Borchmann, Andreas Engert
Im Kapitel Rezidivtherapie wird zunächst der Stellenwert der PET/CT dargestellt und dann auf die Therapie im Rezidiv eingegangen.
9.1 Rolle der PET/CT im Rezidiv
Vorbemerkung: Wenn nicht anders angegeben, bezieht sich der Begriff "Positronen-Emissions-Tomographie (PET)" im folgenden Kapitel auf PET mit dem Tracer F-18-Fluordesoxyglucose (FDG).
9.1.1 PET/CT zur Diagnostik des Rezidivs
Zur Diagnose und Stadienbestimmung eines rezidivierten oder refraktären Hodgkin Lymphoms soll eine diagnostische CT mit Kontrastmittel und eine PET/CT durchgeführt werden.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- ⊕⊕⊕⊝
Sensitivität
⊕⊕⊕⊝Spezifität
- Konsens
- Konsens
- Literatur
- [253] [23] [254] [15]
Änderungshinweis
Zur Diagnose und Stadienbestimmung eines rezidivierten oder refraktären Hodgkin Lymphoms soll eine diagnostische CT mit Kontrastmittel und eine PET/CT* durchgeführt werden. *CAVE: Die PET Untersuchung ist nicht Gegenstand des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenversicherung (Kostenübernahme nicht gesichert)Wenn mittels CT oder PET/CT ein rezidiviertes oder refraktäres Hodgkin Lymphom festgestellt wird, soll eine histologische Sicherung angestrebt werden (siehe auch Kapitel 3 „Diagnostik und Stadieneinteilung“).
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- ⊕⊕⊕⊝
Sensitivität
⊕⊕⊕⊝Spezifizität
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [255] [256] [253] [257]
Änderungshinweis
Wenn mittels PET/CT* der Rezidiv- oder Persistenzverdacht eines Hodgkin Lymphoms gestellt wird, soll eine histologische Sicherung angestrebt werden (siehe auch Kapitel 3 „Diagnostik und Stadieneinteilung“). *CAVE: Die PET Untersuchung ist nicht Gegenstand des Leistungskatalogs der gesetzlichen Krankenversicherung (Kostenübernahme nicht gesichert)Evidenztabellen (1)
9.1.1 EvT 9.2Wenn bei Rezidiv- oder Persistenzverdacht eines Hodgkin Lymphoms im PET/CT keine histologische Sicherung erfolgen kann, können in Abwägung gegen den Therapiebedarf Verlaufs-PET/CT-Untersuchungen durchgeführt werden.
- Empfehlungsgrad
- 0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
- Evidenzlevel
- ⊕⊝⊝⊝
Sensitivität
⊕⊝⊝⊝Spezifizität
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [258] [257] [256] [253] [259] [255]
Evidenztabellen (1)
9.1.1 EvT 9.3Zu den Empfehlungen 9.1., 9.2.und 9.3.
Der Nutzen der initialen PET/CT bei Rezidiv oder Progress ist analog zur Situation bei Erstdiagnose unter den Aspekten einer Optimierung des Stagings zur genaueren Stadien- und Risikoeinteilung, der Optimierung der Knochenmarkdiagnostik unter Vermeidung einer Knochenmarksbiopsie und der Therapie-Stratifizierung während der Chemotherapie und nach Abschluss der Chemotherapie zu betrachten [27][26][260](siehe auch „Diagnostik und Stadieneinteilung“ Kapitel 3.4.1 „Stellenwert des PET/CTs“). Ebenfalls analog zur Situation bei der Erstdiagnose wird grundsätzlich bei Durchführung einer PET/CT ein diagnostisches CT mit Kontrastmittel benötigt. Auch bei der Therapie eines Rezidivs oder Progresses ergibt sich durch ein in der PET/CT entdecktes höheres Stadium häufig eine direkte Behandlungskonsequenz (siehe auch Kapitel 9.2.1.4. „Konsolidierungstherapie nach (erster) Transplantation bei Hochrisikopatienten“). Bei begründetem Rezidiv/Progressverdacht oder bei bereits histologisch gesichertem Rezidiv soll daher zum Staging vor Therapieeinleitung eine PET/CT erfolgen.
Weniger klar ist die Datenlage zur PET/CT in der Nachsorgesituation nach Erstlinientherapie. In einer größeren, prospektiven Studie, in der auch 57 Patienten mit mediastinalem Hodgkin Lymphom eingeschlossen wurden, hatten 21 eine positive PET/CT am Ende der Behandlung oder in der frühen Follow-Up Phase. Biopsien bei diesen Patienten führten zu dem Ergebnis, dass nur 10 von 21 Patienten ein persistierendes oder rezidiviertes Hodgkin Lymphom hatten. Die anderen Biopsien hatten Fibrose oder benigne Ursachen zum Ergebnis [261]. In einer kleineren prospektiven Studie mit 36 Hodgkin Lymphom Patienten wurde nach Abschluss der Therapie alle vier bis sechs Monate eine PET/CT durchgeführt. Ein Patient mit persistierendem Tumor und vier Rezidive wurden einige Monate vor Auffälligkeiten in klinischer Untersuchung, Labor oder CT entdeckt. Es gab allerdings auch sechs falsch positive PET/CT-Untersuchungen, die mit weiteren Restaging-Maßnahmen inklusive Verlaufs-PET/CT-Untersuchungen abgeklärt wurden [262]. In einer weiteren großen, prospektiven Studie mit 160 Hodgkin Patienten erhielten die Teilnehmer nach erfolgreicher Therapie (komplette Remission, CR) regelmäßige PET/CT-Untersuchungen im Follow-up. Die Rate falsch positiver PET/CT-Untersuchungen war in dieser Untersuchung aufgrund der Einführung eines modifizierten PET/CT-Bewertungssystems gering. In etwa 10% der Untersuchungen wurde ein frühes, mit anderen Methoden nicht nachgewiesenes Rezidiv entdeckt [263]. Eine retrospektive Analyse berichtete von 94 Patienten mit Hodgkin Lymphom mit negativer PET/CT bei Behandlungsabschluss, bei denen in der Nachsorge Follow-up PET/CT-Untersuchungen durchgeführt wurden [264]. Bei 18 asymptomatischen Patienten wurden im Verlauf positive PET/CT-Befunde erhoben, es wurde aber nur bei einem Drittel der Fälle ein Rezidiv oder Zweitmalignom diagnostiziert. Bei 27 Patienten mit klinisch vermutetem Rezidiv waren 55% der PET/CT-Untersuchungen falsch positiv. Nur 4% der routinemäßig angeordneten PET/CT-Untersuchungen führten in dieser Studie zur korrekten Diagnose eines Rezidivs oder Zweitmalignom. In einer ähnlich durchgeführten, weiteren retrospektiven Analyse wurde der Einsatz bildgebender Verfahren bei 192 Patienten mit Hodgkin Lymphom in kompletter Remission evaluiert. Aufgrund der hohen Zahl an falsch positiven Befunden war der positiv prädiktive Wert des PET/CTs hier nur 23% [265]. In einer dritten retrospektiven Analyse mit ähnlichem Ansatz wurden 134 Patienten ausgewertet, die PET/CT-Untersuchungen nach kompletter Remission erhalten hatten und bei positiver PET/CT biopsiert worden waren. Hier wurde ein positiv prädiktiver Wert der PET/CT von 0.98 ermittelt [266]. Eine weitere retrospektive Analyse von 161 Patienten mit mindestens partieller Remission nach Erstlinientherapie, die im Verlauf PET/CTs erhalten hatten, unterschied zwischen "Routine" PET/CTs und "klinisch indizierten" PET/CTs. Die Rate an richtig positiven PET/CTs war nur 5% bei "Routine" und 13% bei "klinisch indizierten" PET/CTs. Der positiv prädiktive Wert der PET/CT in dieser Studie war 28%, der negativ prädiktive Wert der PET/CT 100% [267].
Zusammenfassend kann man sagen, dass sich die PET/CT grundsätzlich zur früheren Erkennung eines Rezidivs sowohl bei klinisch unauffälligen Patienten als auch bei Patienten mit klinisch vermutetem Rezidiv eignet. Sowohl Anzahl der durch die PET/CT früher erkannten Rezidive als auch der positive prädiktive Wert der PET/CT schwankten allerdings in den verschiedenen Studien beträchtlich. Ferner gibt es keine Studien, die belegen, dass durch die frühere Erkennung im Rahmen der Nachsorge auch bessere Therapieergebnisse erzielt werden können. Auch die erhöhte Strahlenbelastung durch häufige PET/CT-Untersuchungen muss hier in die Nutzen-Risiko-Bewertung einfließen [265]. Mit der derzeitigen Datenlage lässt sich die Rolle der Routine-PET/CT in der Nachsorge nach Erstlinientherapie nicht abschließend bewerten, es besteht hier ein dringender Forschungsbedarf. Deutlich wird anhand der Daten allerdings, dass falsch positive Befunde bei dem PET/CT in der Nachsorge-Diagnostik häufig sind. Bei positiver PET/CT nach Abschluss der Therapie inklusive einer eventuellen Bestrahlung [166][268]sollte daher eine histologische Sicherung erfolgen. Falls dies nicht möglich ist (z.B. vitale Gefährdung des Patienten bei schwer erreichbarer Lokalisation) muss zwischen Behandlungsbedarf und Diagnosesicherung abgewogen werden. Es können hier alternativ Verlaufs-PET/CT-Untersuchungen erfolgen, da falsch positive PET/CT-Untersuchungen im Verlauf negativ werden können [262].
9.1.2 PET/CT vor Hochdosischemotherapie mit autologer Transplantation
Bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem Hodgkin Lymphom soll nach der Salvage-Therapie vor der autologen Transplantation eine PET/CT zur Einschätzung der Prognose durchgeführt werden.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- ⊕⊕⊕⊝
Sensitivität
⊕⊕⊕⊝Spezifizität
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [269] [14]
Änderungshinweis
Bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem Hodgkin Lymphom soll nach der Salvage-Therapie vor der autologen Transplantation eine PET/CT durchgeführt werden.Evidenztabellen (1)
9.1.2 EvT 9.4Eine positive PET/CT vor der geplanten autologen Transplantation soll weder zu einem Abbruch der Transplantationsstrategie führen, noch Grundlage für einen Wechsel auf eine allogene Transplantation sein.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- ⊕⊕⊝⊝
Sensitivität
⊕⊕⊝⊝Spezifizität
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [269] [270] [271]
Evidenztabellen (1)
9.1.2 EvT 9.5Zu den Empfehlungen 9.4.und 9.5.
Viele Daten zeigen, dass Patienten mit positiver PET/CT vor Transplantation ein schlechteres progressionsfreies Überleben und Gesamtüberleben haben, als Patienten mit negativer PET/CT. In einer gemeinsamen Analyse von funktionellen Untersuchungen mit entweder PET/CT- oder Gallium-Scan nach Salvage-Therapie vor Transplantation war das 3-Jahres Gesamtüberleben 58% bei Patienten mit positiver und 87% bei Patienten mit negativer funktioneller Untersuchung. Patienten mit partieller Remission im CT konnten durch die funktionelle Untersuchung in zwei Gruppen eingeteilt werden: Patienten mit negativem Ergebnis hatten ein ähnliches Gesamtüberleben nach drei Jahren (80%) wie Patienten mit kompletter Remission (90%), wohingegen Patienten mit positiver Untersuchung deutlich schlechter abschnitten (65%) [272]. Eine große Analyse bei Patienten nach ICE (Ifosfamid, Carboplatin, Etoposid) Salvage-Therapie zeigte ähnliche Ergebnisse mit einem 5-Jahres ereignisfreien Überleben von 31% bei Patienten mit positiver funktioneller Untersuchung und 75% bei Patienten mit negativer Untersuchung [273]. Eine kleinere Serie von 24 Patienten mit PET/CT nach zwei Zyklen Salvage-Therapie berichtete ein 2-Jahres progressionsfreies Überleben von 93% bei PET/CT negativen und 10% bei PET/CT positiven Patienten [274]. Schot et al. berichteten, dass die PET/CT-Ergebnisse nach Salvage-Therapie unabhängige Risikofaktoren zur Prädiktion des Therapieergebnisses bei 101 Patienten waren. Es waren allerdings nur 23 Hodgkin Patienten in der Analyse enthalten [275]. In einer Analyse von 76 Hodgkin Lymphom Patienten mit PET/CT nach Salvage-Therapie rezidivierten nach autologer Transplantation 11 von 20 PET/CT-positiven und 14 von 56 PET/CT negativen Patienten. In einer univariaten Analyse wurde eine negative PET/CT vor Transplantation als einziger signifikanter Faktor für ein besseres progressionsfreies und Gesamtüberleben nach zwei Jahren identifiziert. Dies bestätigte sich allerdings in der multivariaten Analyse nicht [276]. In einer größeren retrospektiven Analyse mit 111 Hodgkin Lymphom Patienten, die mindestens eine partielle Remission vor einer autologen Transplantation erreicht hatten, war eine positive PET/CT nach Salvagetherapie mit schlechterem progressionsfreiem Überleben (PET/CT+ 23%, PET/CT- 79%) und Gesamtüberleben (PET/CT+ 55%, PET/CT- 90%) assoziiert [277]. In einer prospektiven Studie, welche die Evaluation einer Zweitlinien-Salvagetherapie mit nicht-kreuzresistenter Chemotherapie zum Ziel hatte, erhielten Patienten mit einer positiven PET/CT nach ICE-Salvage-Therapie eine weitere Chemotherapie mit Gemcitabin, Vinorelbin und liposomalem Doxorubicin, um eine negative PET/CT zu erreichen. Patienten, die mit einer negativen PET/CT hochdosistherapiert und autolog transplantiert wurden, hatten ein ereignisfreies Überleben von >80% im Vergleich zu 28,6% bei den PET/CT-positiven Patienten [278]. Ein systematisches Review zeigte ebenfalls die prognostische Bedeutung der PET/CT vor autologer Transplantation [279]. Schließlich bestätigte sich in einer großen, internationalen Validierungsstudie mit 389 Patienten der hohe prognostische Wert eines Risikoscores mit einer positiven PET/CT nach der Salvagetherapie als einer von fünf signifikanten, nicht-redundanten Risikofaktoren für das progressionsfreie Überleben [280]. Zusammenfassend soll der PET/CT-Status vor Hochdosischemotherapie und autologer Transplantation erhoben werden, um in Kombination mit anderen Risikofaktoren das Risikoprofil des individuellen Patienten zu bestimmen. Bei Hochrisikopatienten sollte eine Konsolidierungstherapie nach der Hochdosischemotherapie (siehe auch Kapitel 9.2.1.4. „Konsolidierungstherapie nach (erster) Transplantation bei Hochrisikopatienten“) erwogen werden. An dieser Stelle muss betont werden, dass das positive PET/CT vor der Salvagetherapie als Risikofaktor gegenüber anderen Risikofaktoren nicht überschätzt werden sollte: In der o.g. großen Analyse [280] zeigten die fünf Risikofaktoren Stadium IV bei Rezidiv, primärer Progress (Rezidiv ≤3 Monate), ECOG ≥1, Bulk ≥5cm und schlechtes Ansprechen auf die Salvagetherapie einen ähnlichen Einfluss auf das PFS in der multivariaten Analyse. Da auch ein großer Anteil der Patienten mit positiver PET/CT nach der Salvagetherapie geheilt werden kann [277][278] und Daten zur Überlegenheit anderer Strategien fehlen, soll eine positive PET/CT vor der geplanten autologen Transplantation weder zu einem Abbruch der Transplantationsstrategie führen, noch Grundlage für eine allogene Transplantation sein.
9.1.3 PET/CT nach Hochdosischemotherapie und autologer Transplantation
Bei Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem Hodgkin Lymphom kann zur Abklärung des Remissionsstatus bei vorher positivem Befund nach der autologen Transplantation eine PET/CT durchgeführt werden.
- Empfehlungsgrad
- 0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
- Evidenzlevel
- ⊕⊝⊝⊝
Sensitivität
⊕⊝⊝⊝Spezifizität
- Konsens
- Konsens
- Literatur
- [281] [282]
Evidenztabellen (1)
9.1.3 EvT 9.6Zu Empfehlung 9.6.
Zur Bedeutung der PET/CT zum Restaging nach Transplantation gibt es keine prospektiven Daten. In einer retrospektiven Analyse von Sucak et al. wurde von 43 Hodgkin Patienten mit PET/CT einen Monat nach autologer Transplantation berichtet [283]. 13 Patienten hatten eine positive PET/CT. Das progressionsfreie Überleben bei Patienten mit negativer PET/CT war beim letzten Follow-up-Termin 72,9% gegenüber 0% bei Patienten mit positiver PET/CT. Das Gesamtüberleben betrug 95,8% gegenüber 49,8%. Die Patienten mit negativer PET/CT nach Transplantation hatten ein signifikant besseres progressionsfreies Überleben. In einer Analyse von Palmer et al. wurde im Gegensatz dazu keine signifikante Assoziation zwischen PET/CT nach Transplantation und Prognose gefunden [284] Es waren allerdings nur 30 Patienten mit Hodgkin Lymphom in dieser Studie.
Aufgrund dieser widersprüchlichen Daten und mangels prospektiver Untersuchungen muss man zusammenfassend sagen, dass die Rolle der PET/CT nach Transplantation derzeit ungeklärt ist. Es gibt ferner derzeit keine Studien darüber, wie auf eine positive PET/CT ohne CT-morphologischen Progress nach Transplantation reagiert werden sollte. Es gibt hier einen dringenden Forschungsbedarf und die Notwendigkeit prospektiver Studien. Bei unklaren Fällen (z.B. widersprüchliche Befunde in Labor, klinischer Symptomatik und/oder nicht eindeutiger CT-Befund) kann aber die PET/CT in die Entscheidung über das weitere Vorgehen mit einbezogen werden. So kann die PET/CT beispielsweise Entscheidungshilfe zur Indikationsstellung einer Biopsie, einer Bestrahlung oder zur Durchführung von Verlaufskontrollen sein.
9.1.4 PET/CT im Follow-up
Zur Rolle der PET/CT im Follow-up nach autologer Transplantation gibt es keine Daten. Es liegt allerdings der Vergleich mit der Situation bei Erstrezidiv oder Progress nahe (siehe Kapitel 9.1.1. „PET/CT zur Diagnostik des Rezidivs“), ohne dass eine Vergleichbarkeit mit den in dieser Situation ebenfalls unzureichenden Daten gewährleistet wäre. Es wird aufgrund der unzureichenden Datenlage keine Empfehlung für diese Situation formuliert. Es besteht dringender Forschungsbedarf und die Notwendigkeit prospektiver Studien für diese Situation.
9.2 Therapie des Rezidivs
9.2.1 Transplantation
9.2.1.1 Patientenauswahl für eine Transplantation
Patienten bis 60 Jahre ohne schwere Begleiterkrankungen sollen bei Rezidiv oder Progress eines Hodgkin Lymphoms eine Hochdosischemotherapie mit autologer Stammzelltransplantation erhalten.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- ⊕⊕⊕⊝
Gesamtüberleben
⊕⊕⊕⊝Progressionsfreies Überleben
⊕⊕⊝⊝Behandlungsbedingte Mortalität
keine DatenLangzeitnebenwirkungen, QoL
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [285]
Evidenztabellen (1)
9.2.1.1 EvT 9.7Patienten über 60 Jahre in gutem körperlichem Zustand und ohne schwere Begleiterkrankungen können bei Rezidiv oder Progress eines Hodgkin Lymphoms eine Hochdosischemotherapie mit autologer Stammzelltransplantation erhalten.
- Konsens
- Starker Konsens
Patienten mit spätem Rezidiv (mindestens ein Jahr) nach autologer Transplantation können mit einer zweiten autologen Transplantation behandelt werden.
- Konsens
- Starker Konsens
Zu Empfehlung 9.7.
Zwei randomisierte Studien [286][287], die auch in einem systematischen Review meta-analysiert wurden [288], zeigten eine Überlegenheit der Hochdosischemotherapie mit autologer Stammzelltransplantation im Vergleich zur konventionellen Chemotherapie beim rezidivierten oder refraktären Hodgkin Lymphom. Die erste Studie wurde von der British National Lymphoma Investigation (BNLI) durchgeführt und verglich 2-3 Zyklen mini-BEAM (BCNU [Carmustin], Etoposid, Ara-C [Cytarabin], Melphalan) mit BEAM gefolgt von einer autologen Stammzelltransplantation. Die autologe Stammzelltransplantation stellte sich in Bezug auf ereignisfreies Überleben als überlegen heraus (53% gegenüber 10% nach drei Jahren) [286]. Die zweite Studie (HD-R1) wurde von der GHSG gemeinsam mit der European Group for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) durchgeführt. Patienten wurden zwischen 4 Zyklen konventioneller Chemotherapie (Dexa-BEAM) und 2 Zyklen Dexa-BEAM gefolgt von BEAM-Hochdosischemotherapie und autologer Stammzelltransplantation randomisiert. Die Endauswertung mit 144 auswertbaren Patienten zeigte, dass chemosensitive Patienten von der Hochdosischemotherapie profitieren (freedom from treatment failure [FFTF] nach drei Jahren 55% gegenüber 34%) [287].
Die Meta-Analyse zeigte, dass zwar das Gesamtüberleben im Vergleich zu konventioneller Chemotherapie nicht signifikant verbessert werden konnte (HR 0.67, 95% CI 0.41 bis 1.07; 157 Patienten). Die autologe Stammzelltransplantation stellte sich jedoch in Bezug auf ereignisfreies Überleben als überlegen heraus (HR 0.55, 95% CI 0.35 bis 0.86) In diesen großen, prospektiven Studien zur autologen Stammzelltransplantation beim rezidivierten oder progredienten Hodgkin Lymphom wurden nur Patienten bis 60 Jahre eingeschlossen [286][287][289]. Für Patienten über 60 gibt es keine prospektiven Daten. Es sollen daher Patienten bis 60 Jahre mit Hochdosischemotherapie und autologer Stammzelltransplantation behandelt werden (vgl. auch 10.2.1.1 b). Patienten mit schweren Begleiterkrankungen wurden ebenfalls aus den Studien ausgeschlossen. Daher gilt diese Empfehlung nur für Patienten ohne schwere Begleiterkrankungen. Als schwere Begleiterkrankungen sind unter anderem zu verstehen: Eine zweite, aktive Krebserkrankung abgesehen von Basaliom oder cervikaler, intraepithelialer Neoplasie; instabile Angina pectoris; Herzinsuffizienz über New York Heart Association Grad II; schlecht eingestellter Diabetes mellitus; chronische Lungenerkrankung mit deutlich eingeschränkter Lungenfunktion; Herzinfarkt binnen der letzten Monate; Niereninsuffizienz mit deutlich eingeschränkter Nierenfunktion; aktive Infektion. Schwangerschaft oder Stillen ist eine grundsätzliche Kontraindikation für eine Hochdosischemotherapie mit autologer Stammzelltransplantation.
Zu Empfehlung 9.8.
Durch demographische Veränderungen und verbesserte supportive Therapie können heute auch ältere Patienten (>60 Jahre) grundsätzlich einer Hochdosischemotherapie mit autologer Stammzelltransplantation unterzogen werden. Eine monozentrische, retrospektive Analyse verglich die Therapieergebnisse der autologen Stammzelltransplantation von Patienten mit rezidiviertem oder progredientem Hodgkin-Lymphom über und unter 60 Jahre [290]. Das Gesamtüberleben nach 3 Jahren war 88% in der Gruppe der älteren und 84% in der Gruppe der jüngeren Patienten wobei es nicht zu transplantationsassoziierten Todesfällen kam. Dahingegen berichtete eine größere, ebenfalls retrospektive Analyse der German Hodgkin Study Group (GHSG) von einem im Vergleich zur konventionellen Chemotherapie unzureichendem Therapieergebnis der Hochdosistherapie bei älteren Patienten [291]. Dies unterstreicht die Notwendigkeit einer gründlichen Indikationsprüfung der Hochdosistherapie bei älteren Patienten unter Berücksichtigung des biologischen Alters und der Begleiterkrankungen. Sorgfältig ausgewählte Patienten (siehe auch Empfehlung 9.7.) über 60 Jahre können mit einer autologen Stammzelltransplantation behandelt werden.
Zu Empfehlung 9.9.
In einer retrospektive Analyse von 40 Lymphom-Patienten, die eine zweite autologe Stammzelltransplantation erhielten, war die behandlungsassoziierte Mortalität an Tag 100 11% und progressionsfreies Überleben und Gesamtüberleben nach 5 Jahren je 30% [292]. In der Analyse waren 21 Hodgkin Lymphom Patienten enthalten; es konnten keine Unterschiede zwischen den Hodgkin- und Non-Hodgkin Lymphom Patienten ermittelt werden. Patienten, die eine zweite Transplantation binnen eines Jahres nach der ersten erhielten, hatten ein unterlegenes 5-Jahres progressionsfreies Überleben (0%) gegenüber den Patienten, die mit mindestens einem Jahr Abstand zur ersten Transplantation die zweite Transplantation erhielten (32%). Unter Berücksichtigung der Limitationen einer retrospektiven, nicht randomisierten Analyse und der kleinen Fallzahl ist eine zweite autologe Stammzelltransplantation eine Alternative für Patienten mit spätem Rezidiv nach autologer Stammzelltransplantation.
9.2.1.2 Reinduktionschemotherapie (Salvage-Therapie) vor Hochdosischemotherapie bei einer autologen Transplantation
Patienten sollen vor der Hochdosistherapie bei einer autologen Transplantation eine Reinduktionschemotherapie (Salvage-Therapie) erhalten.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- ⊕⊕⊕⊝
Gsamtüberleben
⊕⊕⊕⊕Progressionsfreies Überleben
⊕⊕⊝⊝Behandlungsbedingte Mortalität
keine DatenLangzeitnebenwirkungen, QoL
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [293]
Änderungshinweis
Patienten sollen vor der Hochdosistherapie bei einer autologen Transplantation eine Salvage-Therapie erhalten.Evidenztabellen (1)
9.2.1.2 EvT 9.10Als Reinduktions (Salvage)-Therapie-Schema sollten Patienten vor der Hochdosistherapie zwei Zyklen zeitintensiviertes DHAP erhalten.
- Empfehlungsgrad
- B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
- Evidenzlevel
- ⊕⊝⊝⊝
Progressionsfreies Überleben
⊕⊕⊝⊝Behandlungsbedingte Mortalität
⊕⊕⊝⊝Nebenwirkungen
keine DatenGesamtüberleben, Lebensqualität
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [294]
Evidenztabellen (1)
9.2.1.2 EvT 9.11Patienten können vor der Hochdosistherapie statt DHAP eine Salvage-Therapie mit einem alternativen Schema erhalten, z.B. IGEV oder GDP
- Empfehlungsgrad
- 0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
- Evidenzlevel
- ⊕⊝⊝⊝
Progressionfreies Überleben
⊕⊕⊝⊝Behandlungsbedingte Mortalität
⊕⊕⊝⊝Nebenwirkungen
keine DatenGesamtüberleben, Lebensqualität
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [295] [296] [297]
Evidenztabellen (1)
9.2.1.2 EvT 9.12Patienten sollen nach Salvagetherapie eine Hochdosistherapie plus autologe Stammzelltransplantation erhalten, und es sollen keine weiteren Therapien zwischengeschaltet werden.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- ⊕⊕⊕⊝
Gesamtüberleben
⊕⊕⊕⊝Progressionsfreies Überleben
⊕⊕⊝⊝Behandlungsbedingte Mortalität
⊕⊕⊕⊕Nebenwirkungen
keine DatenLebensqualität
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [298]
Evidenztabellen (1)
9.2.1.2 EvT 9.13Patienten sollen, wenn sie durch die Salvage-Therapie mindestens eine Krankheitsstabilisierung erreichen, zeitnah transplantiert werden.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- ⊕⊕⊕⊝
Gesamtüberleben
⊕⊕⊕⊝Progressionsfreies Überleben
⊕⊕⊝⊝Behandlungsbedingte Mortalität
keine DatenLangzeitnebenwirkungen, Lebensqualität
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [285] [298]
Patienten mit Progress nach Salvage-Therapie können vor Hochdosischemotherapie eine alternative Salvage-Therapie mit nicht-kreuzresistenten Substanzen erhalten.
- Empfehlungsgrad
- 0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
- Evidenzlevel
- ⊕⊝⊝⊝
Gesamtüberleben
⊕⊝⊝⊝Ereignisfreies Überleben
⊕⊝⊝⊝Nebenwirkungen
keine DatenBehandlungsbedingte Mortalität, Lebensqualität
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [271]
Als eine mögliche Alternative zur Empfehlung 9.15. kann bei Progress nach Reinduktions (Salvage)-Therapie eine Therapie mit Brentuximab Vedotin durchgeführt werden.
*CAVE: Brentuximab Vedotin ist in dieser Situation nur zugelassen, wenn eine autologe Stammzelltransplantation oder eine Kombinationschemotherapie nicht als Behandlungsoption in Frage kommt.
- Empfehlungsgrad
- 0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
- Evidenzlevel
- ⊕⊕⊝⊝
Gesamtüberleben
⊕⊕⊝⊝Progressionsfreies Überleben
keine DatenBehandlungsbedingte Mortalität, Nebenwirkungen, Lebensqualität
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [299]
Evidenztabellen (1)
9.2.1.2 EvT 9.16Patienten mit Progress oder Rezidiv nach Salvagetherapie und Brentuximab vedotin sollten mit einem anti-PD1-Antikörper* behandelt werden.
*CAVE: Zulassungsstatus beachten - Nivolumab ist nach einer autologen Stammzelltransplantation (ASCT) und Behandlung mit Brentuximab Vedotin (BV) zugelassen. Pembrolizumab ist in dieser Situation, nach mindestens zwei vorangegangenen Therapien, wenn eine ASCT nicht in Frage kommt, zugelassen.
- Empfehlungsgrad
- B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
- Evidenzlevel
- ⊕⊕⊝⊝
Gesamtüberleben
⊕⊕⊝⊝Progressionsfreies Überleben
⊕⊝⊝⊝Nebenwirkungen
keine DatenBehandlungsbedingte Mortalität, Lebensqualität
- Konsens
- Konsens
- Literatur
- [300] [301]
Evidenztabellen (1)
9.2.1.2 EvT 9.17Zu Empfehlung 9.10.
In der im Vergleich zur BNLI-Studie wesentlich größeren HD-R1-Studie, die einen Vorteil der autologen Transplantation gegenüber einer konventionellen Therapie zeigte (siehe auch Empfehlung 9.7), wurde eine Salvage-Chemotherapie mit Dexa-BEAM vor der eigentlichen eingesetzt. Ferner ist heute die in der BNLI-Studie durchgeführte Knochenmarktransplantation aufgrund eines schlechteren Risiko/Nutzenverhätnisses als der peripheren Blutstammzelltransplantation unüblich. Stammzellen werden heute im Allgemeinen durch periphere Mobilisierung mittels Konditionierungs-(Salvage-)Therapie und folgende Apherese gewonnen. Mehrere Studien zeigen zudem, dass ein gutes Ansprechen auf die Salvage-Chemotherapie mit einem besseren progressionsfreien Überleben verbunden ist (s. Empfehlung 9.5.).
Eine Reinduktions (Salvage)-Therapie vor Hochdosischemotherapie ist daher als Standard anzusehen.
Zu Empfehlung 9.11.
Es gibt keinen internationalen Reinduktions-(Salvage)-Therapie Standard. Eine Reihe von Studien prüften verschiedene Salvage-Regime vor der Gabe der Hochdosischemotherapie. Obwohl Ansprechen und Toxizität der verschiedenen Reinduktions-(Salvage)-Therapien unterschiedlich sind, konnten vergleichende Analysen nur sehr eingeschränkt durchgeführt werden, da in den meisten Studien nur relativ wenige Patienten und unterschiedliche Populationen (z.B. rezidivierte und refraktäre Patienten) untersucht wurden. Es gibt außerdem unseres Wissens keine Studie, in der die Effektivität und Toxizität verschiedener Salvage-Therapien direkt verglichen wurde. Deshalb sollte die Auswahl der Salvage-Therapie aufgrund von Verträglichkeit und Ansprechrate getroffen werden, um möglichst viele Patienten der folgenden Hochdosischemotherapie zuführen zu können. Das in der HD-R1-Studie verwendete Dexa-BEAM ist im Vergleich mit moderneren Schemata als zu nebenwirkungsreich und stammzelltoxisch anzusehen. Zwei Zyklen zeitintensiviertes DHAP (Dexamethason, Hochdosis Cytosin-Arabinosid [Ara-C], Cisplatin) stellten sich in einer prospektiven, multizentrischen Phase II Studie mit einer Ansprechrate von 89% als sehr effektiv und relativ nebenwirkungsarm heraus (nur in 48% aller Zyklen WHO Grad III oder IV-Toxizitäten; [302]. Zeitintensiviertes DHAP wird daher als Standard empfohlen.
Zu Empfehlung 9.12.
Bei Kontraindikationen gegen ein im DHAP-Schema verwendetes Medikament kann auch ein alternatives Schema angewendet werden. Beispielsweise erscheint das IGEV-Schema (Ifosfamid, Gemcitabin, Prednisolon, Vinorelbin) ein günstiges Ansprechen/Risiko-Profil zu haben (Ansprechrate 81%) [303]. Es wird als alternatives Schema empfohlen. Auch das GDP (Gemcitabin, Dexamethason, Cisplatin)-Schema
scheint ein günstiges Risiko/Nebenwirkungsprofil aufzuweisen [304][305] International wird basierend auf mehreren Phase II Studien [306][307]auch Brentuximab vedotin, ggf. gefolgt von einer weitere Polychemotherapie als Salvagetherapie verwendet. Es gibt aber keine randomisierten Studien zu diesem Thema und Brentuximab vedotin ist in Deutschland nicht als Ersttherapie im Rezidiv zugelassen.
Zu Empfehlung 9.13.
In der randomisierten HD-R2-Studie wurde eine zusätzliche, sequentielle Hochdosischemotherapie nach DHAP bestehend aus Hochdosis-Cyclophosphamid, Hochdosis-Methotrexat plus Vincristin und Hochdosis-Etoposid vor der Gabe von BEAM-Hochdosischemotherapie gegen alleiniges DHAP geprüft. Im intensivierten Arm der Studie war die durchschnittliche Therapiedauer deutlich länger, ferner waren Toxizitäten vom WHO Grad IV und Protokollverletzungen wesentlich häufiger. Die Mortalität war in beiden Armen ähnlich und es gab keinen signifikanten Unterschied im Hinblick auf FFTF, progressionsfreies und Gesamtüberleben [289]. Daraus folgt, dass Patienten nicht mit einer sequentiellen Hochdosistherapie zwischen Salvage-Therapie und Hochdosischemotherapie behandelt werden sollen. Stattdessen soll zeitnah mit der myeloablativen Hochdosischemotherapie fortgefahren und transplantiert werden. Dies gilt auch für Patienten, die nach z.B. 2 Zyklen DHAP keine komplette Remission erreicht haben (vgl. auch Empfehlung 9.2.1.2 e-h).
Zu Empfehlung 9.14.
In der HD-R2-Studie [289] zeigte sich, dass auch Patienten, die nach der Salvage-Therapie nur eine partielle Remission oder eine Krankheitsstabilisierung erreichten, sehr gute Ergebnisse mit der autologen Transplantation erzielten. Patienten, die mindestens eine Krankheitsstabilisierung nach der Salvagetherapie erreichen, sollen daher zeitnah mit der Hochdosischemotherapie behandelt und autolog transplantiert werden. Für Patienten mit progredienter Erkrankung unter Salvage-Therapie sollte ein individuelles Vorgehen gewählt werden (vgl. auch Empfehlungen 9.2.1.2 f-h).
Zu Empfehlung 9.15.
Es gibt keinen Standard, wie Patienten therapiert werden sollen, die auf eine Salvage-Therapie nicht mindestens eine Stabilisierung des Krankheitsbildes (stable disease, SD) erreichen. Eine mögliche Strategie ist die Gabe einer zweiten Salvage-Therapie vor Hochdosistherapie bestehend aus nicht kreuzresistenten Substanzen [278][308][309](z.B. GVD [Gemcitabin, Vinorelbin, liposomales Doxorubicin] nach ICE [Ifosfamid, Carboplatin, Etoposid] oder IGEV [Ifosfamid, Gemcitabin, Prednisolon, Vinorelbin] nach DHAP [Dexamethason, Hochdosis Ara-C, Cisplatin]). Dadurch sollte die Hochdosischemotherapie aber möglichst wenig verzögert werden.
Zu Empfehlung 9.16.
Alternativ zur Empfehlung 15.1 (alternative Salvage-Therapie nach progredienter Erkrankung unter der ersten Salvage-Therapie) kann bei progredienter Erkrankung unter Salvage-Therapie die Gabe von Brentuximab Vedotin erfolgen, um eine anschließende Hochdosischemotherapie zu ermöglichen. Hintergrund dieser Empfehlung sind die schlechten Therapieergebnisse bei Patienten mit progredienter Erkrankung nach Salvagetherapie und die hohen Ansprechraten mit Brentuximab vedotin in einer Phase I und einer Phase II-Studie bei rezidivierten Hodgkin-Lymphom Patienten [21][196] , sowie die Ergebnisse einer Phase IV-Studie, in der auch Patienten mit Progress nach Salvagetherapie behandelt wurden [310]. In letzterer Studie wurden 60 Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem HL eingeschlossen, die mindestens eine systemische Therapie gehabt hatten und nicht für eine Polychemotherapie geeignet waren. Es wurde eine Ansprechrate (PR+CR) von 50% erreicht und 47% der Patienten erhielten im Verlauf eine Stammzelltransplantation. Analysen aus Phase I-Studien [311] und retrospektive Daten, die bei nicht transplantierten Patienten, die mit Brentuximab vedotin behandelt wurden, erhoben wurden, kamen zu ähnlichen Ergebnissen [312][313][314]. All diese Daten deuten darauf hin, dass sich die schlechten Ergebnisse bei Patienten mit progredienter Erkrankung nach Salvagetherapie durch eine zwischengeschaltete Therapie mit Brentuximab vedotin vor der Hochdosistherapie verbessern, wenn mit Brentuximab vedotin ein Ansprechen erreicht wird. Hier ist aber unbedingt zu beachten, dass Brentuximab Vedotin nach mindestens zwei vorangegangenen Therapien nur zugelassen ist, wenn eine autologe Stammzelltransplantation oder eine Kombinationschemotherapie nicht als Behandlungsoption in Frage kommt. Auch hier ist auf eine möglichst geringe Verzögerung der Hochdosischemotherapie zu achten, insbesondere, da das maximale Ansprechen auf Brentuximab vedotin im Durchschnitt nach vier Zyklen zu erwarten ist und ein erneuter Progress nicht abgewartet werden sollte [196].
Zu Empfehlung 9.17.
In einer Phase II Studie mit Pembrolizumab für Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem Hodgkin Lymphom wurden 81 Patienten mit Rezidiv oder Progress nach Salvagetherapie und Brentuximab behandelt [315][316]. Die Gesamtansprechrate (CR+PR) war 64,2 % bei einem günstigen Nebenwirkungsprofil. Nach 2 Jahren betrug das Gesamtüberleben für diese Kohorte 90,6%, das progressionsfreie Überleben 18,2% sodass Pembrolizumab nach Progress oder Rezidiv nach Salvagetherapie und Brentuximab vedotin angewendet werden sollte. Pembrolizumab ist (unter anderem) beim Hodgkin Lymphom, nach mindestens zwei vorangegangenen Therapien, wenn eine ASCT nicht in Frage kommt, zugelassen.
9.2.1.3 Hochdosischemotherapie bei einer autologen Transplantation
Patienten sollen im Rahmen einer Hochdosischemotherapie vor der autologen Transplantation mit dem BEAM (BCNU [Carmustin], Etoposid, Ara-C [Cytarabin], Melphalan) Schema behandelt werden.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- ⊕⊕⊝⊝
Gesamtüberleben
⊕⊕⊝⊝Progressionsfreies Überleben
⊕⊝⊝⊝Behandlungsbedingte Mortalität
keine DatenLangzeitnebenwirkungen, Lebensqualität
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [317] [293]
Evidenztabellen (1)
9.2.1.3 EvT 9.18Hochrisiko-Patienten können mit einer Doppeltransplantation mit BEAM als erstem und TAM (Total body irradiation [Ganzkörperbestrahlung], Ara-C [Cytarabin], Melphalan) oder BAM (Busulfan, Ara-C [Cytarabin], Melphalan) als zweitem Hochdosisschema konsolidierend behandelt werden (siehe auch Kapitel 9.2.1.4 „Konsolidierungstherapie nach (erster) Transplantation bei Hochrisikopatienten“).
- Empfehlungsgrad
- 0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
- Evidenzlevel
- ⊕⊕⊝⊝
Gesamtüberleben
⊕⊕⊝⊝Progressionsfreies Überleben
⊕⊕⊝⊝Langzeitnebenwirkungen
- Konsens
- Konsens
- Literatur
- [318] [270] [319]
Evidenztabellen (1)
9.2.1.3 EvT 9.20Zu Empfehlung 9.18.
Zwei randomisierte Studien zeigten eine Überlegenheit der Hochdosischemotherapie mit autologer Stammzelltransplantation im Vergleich zur konventionellen Chemotherapie beim rezidivierten oder refraktärem Hodgkin Lymphom: Die erste Studie wurde von der British National Lymphoma Investigation (BNLI) durchgeführt und verglich 2-3 Zyklen mini-BEAM (BCNU [Carmustin], Etoposid, Ara-C [Cytarabin], Melphalan) mit BEAM gefolgt von einer autologen Stammzelltransplantation. Die autologe Stammzelltransplantation stellte sich im Bezug auf ereignisfreies Überleben als überlegen heraus (53% gegenüber 10% nach drei Jahren) [286]. Die zweite Studie (HD-R1) wurde von der GHSG gemeinsam mit der European Group for Blood and Marrow Transplantation (EBMT) durchgeführt. Patienten wurden zwischen 4 Zyklen konventioneller Chemotherapie (Dexa-BEAM) und 2 Zyklen Dexa-BEAM gefolgt von BEAM-Hochdosischemotherapie und autologer Stammzelltransplantation randomisiert. Die Endauswertung mit 144 auswertbaren Patienten zeigte, dass chemosensitive Patienten von der Hochdosischemotherapie profitieren (freedom from treatment failure [FFTF] nach drei Jahren 55% gegenüber 34%) [287].
Beide randomisierte, klinische Studien, die einen Vorteil der autologen Transplantation gegenüber einer konventionellen Therapie zeigten, setzten BEAM als Hochdosisschema vor Transplantation ein. BEAM ist daher als Hochdosisschema zu bevorzugen.
Kleinere, nicht randomisierte Studien prüften auch andere Hochdosisschema mit im historischen Vergleich zum Teil guten Erfolgsraten und geringer Toxizität. Es gibt jedoch keine randomisierten Studien, die Effizienz und Toxizität dieser Schemata vergleichen. Sie sollten daher nicht routinemäßig verwendet werden. In begründeten Ausnahmefällen (z.B. Kontraindikation gegen eine der in BEAM verwendeten Substanzen) kann aber auf ein alternatives Schema wie z.B. CBV (Cyclophosphamid, BCNU [Carmustin], VP-16 [Etoposid]) [320] oder Etoposid plus Melphalan [321] ausgewichen werden.
Zu Empfehlung 9.19.
Die Doppeltransplantation wurde in der prospektiven, multizentrischen, nicht randomisierten H96 Studie der Société Francaise de Greffe de Moelle (SFGM) und der Groupe d'Étude des Lymphomes de l'Adulte (GELA) geprüft [322][323]. 150 Hochrisiko-Patienten (primär refraktäre Erkrankung oder ≥2 der folgenden Risikofaktoren beim ersten Rezidiv: Frührezidiv, Stadium III oder IV bei Rezidiv, Rezidiv in zuvor bestrahltem Bereich) und 95 Patienten mit intermediärem Risiko (ein Risikofaktor bei Rezidiv) wurden mit Einzel- oder Doppeltransplantation behandelt. Hochrisikopatienten erhielten CBV-Mx (Cyclophosphamid, BCNU [Carmustin], VP-16 [Etoposid], Mitoxantron) oder BEAM als erstes und TAM (Total body irradiation [Ganzkörperbestrahlung], Ara-C [Cytarabin], Melphalan) oder BAM (Busulfan, Ara-C [Cytarabin], Melphalan) als zweites Hochdosisschema. Patienten mit intermediärem Risiko wurden mit BEAM konditioniert. In der intent-to-treat Analyse war das 5-Jahres-Gesamtüberleben 85% für Intermediär- und 57% für Hochrisikopatienten. Das Therapieergebnis bei Hochrisikopatienten ist damit deutlich besser als historische Vergleichsdaten. Hochrisiko-Patienten scheinen also von der Doppeltransplantation zu profitieren [322]. Es gibt dafür allerdings keine Evidenz aus randomisierten Studien. Die vergleichsweise guten Ergebnisse mit der Doppeltransplantation blieben auch im Langzeitverlauf stabil [323] und wurden in einer großen, retrospektiven Analyse bestätigt [277]. In der AETHERA-Studie zur Konsolidierung mit Brentuximab vedotin wurden auch einige Patienten mit Doppelhochdosistherapie behandelt, so dass bei Höchstrisikopatienten im Rahmen einer individuellen Therapieentscheidung auch nach Doppelhochdosistherapie eine Konsolidierung mit Brentuximab vedotin erfolgen kann. Nach heutigem Kenntnisstand sind die in der H96 benutzten Risikofaktoren aber nicht gut zur Identifikation von Hochrisiko-Patienten geeignet. Eine neuere, größere Analyse [280] mit dem Ziel der Identifizierung von Risikofaktoren ermittelte folgende Faktoren: Stadium IV bei Rezidiv, primärer Progress (Rezidiv ≤3 Monate), ECOG ≥1, Bulk ≥5cm und schlechtes Ansprechen auf die Salvagetherapie, wobei 3 bis 5 Risikofaktoren eine Gruppe mit ganz besonders hohem Risiko definieren (siehe auch 9.2.1.4).
9.2.1.4 Konsolidierungstherapie nach (erster) Transplantation bei Hochrisikopatienten
Patienten mit Hochrisiko-Rezidiv eines Hodgkin Lymphoms sollten eine Konsolidierungstherapie (Doppelhochdosis und/oder Brentuximab vedotin) erhalten.
- Empfehlungsgrad
- B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
- Evidenzlevel
- ⊕⊕⊝⊝
Gesamtüberleben
⊕⊕⊕⊕Progressionsfreies Überleben
⊕⊕⊕⊝Nebenwirkungen
keine DatenBehandlungsbedingte Mortalität, Lebensqualität
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [324] [325]
Evidenztabellen (1)
9.2.1.4 EvT 9.21Patienten mit Hochrisiko-Rezidiv eines Hodgkin Lymphoms mit mindestens 2 Risikofaktoren sollen eine Konsolidierungstherapie mit Brentuximab vedotin erhalten.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- ⊕⊕⊝⊝
Gesamtüberleben
⊕⊕⊕⊕Progressionsfreies Überleben
⊕⊕⊕⊝Nebenwirkungen
keine DatenBehandlungsbedingte Mortalität, Lebensqualität
- Konsens
- Konsens
- Literatur
- [324] [325]
Evidenztabellen (1)
9.2.1.4 EvT 9.22Nach (Doppel-)Hochdosischemotherapie sollte eine konsolidierende Bestrahlung von Resten erfolgen.
- Empfehlungsgrad
- B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
- Evidenzlevel
- ⊕⊕⊝⊝
Gesamtüberleben
⊕⊕⊝⊝Progressionsfreies Überleben
⊕⊝⊝⊝Behandlungsbedingte Mortalität
⊕⊕⊕⊝Nebenwirkungen
keine DatenLebensqualität
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [298]
Zu Empfehlung 9.20. und 9.21
In den letzten Dekaden wurde eine Reihe von Risikofaktoren untersucht, deren Vorliegen eine schlechte Heilungsrate bei Rezidiv eines Hodgkin-Lymphoms anzeigen sollte. Verschiedene Analysen kamen hierbei zu unterschiedlichen Risikofaktoren und Wichtungen, wobei in allen Analysen insbesondere ein primärer Progress (Rezidiv ≤3 Monate) mit einem schlechten Therapieergebnis vergesellschaftet war. Die aktuellste Analyse zu diesem Thema identifizierte aus den Daten von 1045 Hodgkin Lymphom Patienten ein Stadium IV bei Rezidiv, primären Progress (Rezidiv ≤3 Monate), ECOG ≥1, Bulk ≥5cm und schlechtes Ansprechen auf die Salvagetherapie als unabhängige Risikofaktoren [280] für das PFS und OS. Dabei zeigten diese einzelnen Risikofaktoren einen ähnlichen Einfluss auf das PFS in der multivariaten Analyse. Unterschiedliche Konsolidierungsschemata wurden in den letzten Jahren untersucht, um die Heilungsrate von Hochrisikopatienten zu verbessern.
In der prospektiven, randomisierten Phase III AETHERA-Studie erhielten 329 Patienten mit Hochrisiko-Rezidiv eines Hodgkin Lymphoms, hier definiert als das Vorliegen von mindestens einem der drei Risikofaktoren primär refraktäre Erkrankung (fehlende komplette Remission nach Therapie per lokaler Entscheidung), Frührezidiv (<12 Monate) oder Extranodalbefall bei Initiierung der Salvagetherapie [306] eine Therapie mit Brentuximab vedotin über 16 dreiwöchentliche Zyklen oder Placebo. Im unabhängigen Review war das mediane progressionsfreie Überleben 42,9 Monate in der Brentuximab vedotin-Gruppe, während es nur 24,1 Monate in der Placebo-Gruppe betrug. In Subgruppen-Analysen zeigte sich ein konsistenter Benefit hinsichtlich des PFS bei allen analysierten Faktoren, wobei insbesondere Patienten mit mehr als einem der Risikofaktoren primär refraktäre Erkrankung oder Rezidiv <12 Monate, partielles Ansprechen oder stabile Erkrankung als bestes Ansprechen auf die letzte Salvagetherapie vor Hochdosischemotherapie, Extranodalbefall bei Rezidiv vor Salvagetherapie, B-Symptome bei Rezidiv vor Salvagetherapie, zwei oder mehr vorherige Salvagetherapien zu profitieren schienen. Daher sollen Patienten mit mehr als einem Risikofaktor nach Hochdosischemotherapie eine Konsolidierungstherapie mit Brentuximab vedotin erhalten. Bezüglich der Evaluation des Risikos eines individuellen Patienten sollten nicht nur die in der AETHERA-Studie untersuchten Risikofaktoren berücksichtigt werden, da diese Risikofaktoren für die AETHERA-Studie ausgewählt wurden, als die Analyse von [280] noch nicht zur Verfügung stand. Stattdessen sollten auch die in der bisher in diesem Zusammenhang größten Risikofaktor-Analyse erhobenen Risikofaktoren Stadium IV bei Rezidiv, primärer Progress (Rezidiv ≤3 Monate), ECOG ≥1, Bulk ≥5cm und schlechtes Ansprechen auf die Salvagetherapie einbezogen werden [280], da diese Risikofaktoren in einer großen Kohorte mit Test- und Validierungsset etabliert wurden. Bisher wurde kein Überlebensvorteil für die Konsolidierungstherapie mit Brentuximab vedotin gegenüber Placebo nachgewiesen (40 Patienten in der Brentuximab vedotin-Gruppe und 37 Patienten in der Kontrollgruppe nach 5 Jahren verstorben). Dies ist allerdings aufgrund des Cross-Overs der Placebo-Patienten bei Rezidiv auch nicht zu erwarten, 86,5% der Patienten im Kontrollarm mit erneutem Rezidiv erhielten Brentuximab vedotin. Der PFS-Vorteil bleibt aber auch im weiteren Verlauf stabil, was auf eine höhere Langzeit-Heilungsrate mit der Brentuximab vedotin-Konsolidierung im Vergleich zu Placebo hindeutet (HR, 0.521; 95% CI 0.379-0.717) [326]. Insbesondere vor dem Hintergrund des bisher nicht gezeigten Überlebensvorteils ist es aber wichtig, dass Patienten ausführlich über den möglichen Nutzen und mögliche Nebenwirkungen einer Konsolidierungstherapie mit Brentuximab vedotin aufgeklärt werden. Eine finale Analyse des Gesamtüberlebens ist für 2020 geplant [326]. Brentuximab vedotin ist in Deutschland zugelassen zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit CD30+ Hodgkin Lymphom mit erhöhtem Rezidiv- oder Progressionsrisiko nach einer autologen Stammzelltransplantation.
Zu Empfehlung 9.22.
In der großen, prospektiven HD-R2-Studie für Patienten mit rezidiviertem Hodgkin Lymphom erhielten Patienten bei Vorliegen von Resten nach Therapieabschluss eine Bestrahlung, dies waren 10% der Gesamtpatienten [289]. Da Patienten mit erneutem Rezidiv nach Therapie eine schlechte Prognose haben, sollten Patienten mit Tumoresten nach Therapieabschluss eine konsolidierende Bestrahlung erhalten, um das Rezidivrisiko zu senken. In den aktuellen Leitlinien der International Lymphoma Radiation Oncology Group (ILROG) [31] wird eine Dosis von 30-36Gy empfohlen, wenn nach Hochdosischemotherapie eine Bestrahlung erfolgt. Wichtig ist, dass durch die Bestrahlung eine eventuelle Konsolidierungstherapie nicht verzögert wird.
9.2.1.5 Restaging nach autologer Transplantation
Nach Therapieende erfolgt ein Restaging des Patienten, um das Therapieansprechen festzustellen. Obligatorische Untersuchungen des Restagings enthalten:
- Anamnese
- Physikalische Untersuchung des Patienten
- Labordiagnostik, Blutsenkungsgeschwindigkeit (BSG), Differentialblutbild, Klinische Chemie (Gamma-GT, GOT, GPT, Bilirubin, Kreatinin, Harnsäure), Alkalische Phosphatase (AP), Laktatdehydrogenase (LDH)
- Einmalige Computertomographie (zu Computertomographie im Follow-up, siehe Kapitel 11 zu Nachsorge)
Gegebenenfalls sind zusätzliche Untersuchungen (PET/CT; Sonographie des Abdomens, Kernspintomographie, Szintigraphie, Knochenmarkpunktion; Röntgenuntersuchung etc.) je nach ursprünglichem Befall und klinischer Notwendigkeit möglich.
9.2.2 Alternativtherapie zur Transplantation
Ausgewählte Patienten mit lokalisiertem Spätrezidiv ohne B - Symptome und in gutem Allgemeinzustand können alternativ zur autologen Transplantation mit Bestrahlung behandelt werden.
- Empfehlungsgrad
- 0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
- Evidenzlevel
- ⊕⊕⊝⊝
Gesamtüberleben
⊕⊕⊝⊝Progressionsfreies Überleben
keine Datenbehandlungsbedingte Mortalität, Nebenwirkungen, Lebensqualität
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [327]
Evidenztabellen (1)
9.2.1.4 EvT 9.23Patienten mit Rezidiv nach alleiniger Bestrahlung können alternativ mit intensiver, konventioneller Chemotherapie (z.B. BEACOPP eskaliert für Patienten unter 60) und ggf. Bestrahlung von Resten behandelt werden.
- Empfehlungsgrad
- 0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
- Evidenzlevel
- ⊕⊕⊝⊝
Gesamtüberleben
⊕⊕⊝⊝Progressionsfreies Überleben
keine DatenBehandlungsbedingte Mortalität, Nebenwirkungen, Lebensqualität
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [328]
Evidenztabellen (1)
9.2.2 EvT 9.25Patienten, die nicht für eine Transplantation in Frage kommen, sollten mit Brentuximab Vedotin, Chemotherapie oder Bestrahlung behandelt werden.
- Empfehlungsgrad
- B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
- Evidenzlevel
- ⊕⊝⊝⊝
Gesamtüberleben (für Bestrahlung, Josting et al. 2005)
⊕⊝⊝⊝Nebenwirkungen (für Bestrahlung, Josting et al. 2005)
⊕⊝⊝⊝Gesamtüberleben (für Gemcitabin, Santoro et al. 2000)
⊕⊝⊝⊝Behandlungsbedingte Mortalität (für Gemcitabin, Santoro et al. 2000)
⊕⊝⊝⊝Nebenwirkungen (für Gemcitabin, Santoro et al. 2000)
⊕⊝⊝⊝Gesamtüberleben (für BV, Younes et al. 2012, Chen et al. 2016)
⊕⊝⊝⊝Progressionsfreies Überleben (für BV, Younes et al. 2012, Chen et al. 2016)
⊕⊝⊝⊝Nebenwirkungen (für BV, Younes et al. 2012, Chen et al. 2016)
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [329] [330] [327] [331]
Änderungshinweis
Patienten, die nicht für eine Transplantation in Frage kommen, sollen mit Brentuximab Vedotin, Chemotherapie oder Bestrahlung behandelt werden.Patienten mit Rezidiv nach einer Brentuximab vedotin-Therapie, die nicht für eine Transplantation in Frage kommen, sollten mit einem anti-PD1-Antikörper* behandelt werden.
*CAVE: Zulassungsstatus beachten - Pembrolizumab ist als Monotherapie zur Behandlung des rezidivierenden oder refraktären klassischen Hodgkin-Lymphoms nach Versagen einer autologen Stammzelltransplantation (auto-SZT) oder nach mindestens zwei vorangegangenen Therapien, wenn eine auto-SZT nicht in Frage kommt, auf Kinder und Jugendliche sowie auf eine frühere Therapiesituation in der Behandlung Erwachsener zugelassen.
- Empfehlungsgrad
- B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
- Evidenzlevel
- ⊕⊕⊝⊝
Gesamtüberleben
⊕⊕⊝⊝Progressionsfreies Überleben
⊕⊝⊝⊝Nebenwirkungen
keine DatenBehandungsbedingte Mortalität, Lebensqualität
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [301] [332]
Evidenztabellen (1)
9.2.2 EvT 9.27Zu Empfehlung 9.23.
Josting und Kollegen untersuchten retrospektiv Behandlungserfolg und prognostische Faktoren bei 100 Patienten mit Rezidiv oder Progress, die mit alleiniger Strahlentherapie behandelt wurden [333]. B-Symptome, fortgeschrittenes Stadium bei Rezidiv/Progress und schlechter Karnofsky-Status waren ungünstige Risikofaktoren. Bei Patienten mit lokalisiertem Befall bei Rezidiv/Progress war die Dauer der ersten Remission ein signifikanter günstiger Risikofaktor. Eine alleinige Strahlentherapie kann bei Patienten mit lokalisiertem Spätrezidiv, die in gutem Allgemeinzustand sind und keine B-Symptome haben, in Betracht kommen. Dies gilt insbesondere für Patienten, die im frühen Stadium eine alleinige Chemotherapie (z.B. im Rahmen der HD16-Studie) erhalten haben und ein spätes, lokalisiertes Rezidiv bekommen.
Zu Empfehlung 9.24.
Es gibt heute nur noch wenige Patienten, die als Primärtherapie eine alleinige Strahlentherapie erhielten. Diese können aber im Rezidiv erfolgreich mit konventioneller Chemotherapie behandelt werden. Die German Hodgkin Study Group berichtete in einer retrospektiven Analyse über den Einsatz von COPP/ABVD (Cyclophosphamid, Oncovin, Procarbazin, Prednison/Adriamycin, Bleomycin, Vinblastin, Dacarbazin) oder BEACOPP bei initialer Extended-Field Bestrahlung im Frühstadium mit einem Gesamtüberleben von 89% bei einem medianen Follow-up von 45 Monaten [334]. BEACOPP war in der multivariaten Analyse COPP/ABVD überlegen. Daher können Patienten mit Rezidiv nach alleiniger Bestrahlung mit intensiver, konventioneller Chemotherapie und ggf. Bestrahlung von Resten behandelt werden.
Zu Empfehlung 9.25.
Es gibt keinen Standard für rezidivierte oder refraktäre Patienten, die nicht für eine (erste autologe, zweite autologe oder allogene) Transplantation geeignet sind oder diese nicht wünschen. Es empfiehlt sich für dieses Patientenkollektiv ganz besonders der Einschluss in klinische Studien. Das Antikörper-Toxin-Konjugat Brentuximab Vedotin erbrachte in einer Phase I-Dosiseskalationsstudie mit 42 Patienten und in einer Phase II-Studie mit 102 Patienten mit nach autologer Transplantation rezidiviertem Hodgkin Lymphom beeindruckende Ansprechraten bei guter Verträglichkeit [335][196][21]. Vergleichsweise gute Ergebnisse wurden mit Brentuximab vedotin auch in einer Phase IV-Studie für transplantationsnaive Patienten erzielt [310], hier betrug das mediane PFS 4,8 Monate (siehe auch 9.16.). Brentuximab vedotin ist zugelassen für Patienten mit Rezidiv nach autologer Transplantation oder mindestens zwei Chemotherapien, sofern sie nicht für eine autologe Transplantation geeignet sind. Brentuximab vedotin sollte bei Verfügbarkeit im Rezidiv bei transplantationsnaiven Patienten, die nicht für eine autologe Transplantation geeignet sind, eingesetzt werden. In palliativer Therapieintention werden ferner lokale Strahlentherapie [333], Gemcitabin [215] und Vinca-Alkaloide [336][337] sowie weitere Chemotherapeutika [338] allein oder in Kombination mit Steroiden eingesetzt. Gemcitabin und manche Vinca-Alkaloide sind allerdings nicht für die Therapie des Hodgkin Lymphoms zugelassen ("off-label use").
Zu Empfehlung 9.26.
In einer Phase II Studie mit Pembrolizumab für Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem Hodgkin Lymphom wurden 81 Patienten mit Rezidiv oder Progress nach Salvagetherapie und Brentuximab behandelt [316]. Die Gesamtansprechrate (CR+PR) war 64,2 % bei einem günstigen Nebenwirkungsprofil mit einem medianen PFS von 11,1 Monaten (95% CI, 7,6-13.8 Monate). Diese Ergebnisse sind im retrospektiven Vergleich besser als dass, was mit anderen Therapieoptionen erreicht werden kann, so dass ein anti-PD1-Antikörper nach Progress oder Rezidiv nach Brentuximab vedotin angewendet werden sollte. Pembrolizumab ist (unter anderem) bei Hodgkin Lymphom nach Versagen einer Behandlung mit Brentuximab vedotin, wenn eine auto-SZT nicht in Frage kommt, zugelassen.
9.2.3 Rezidiv nach Transplantation
Patienten mit Rezidiv oder Progress nach Hochdosischemotherapie und autologer Stammzelltransplantation sollten mit Brentuximab vedotin behandelt werden.
- Empfehlungsgrad
- B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
- Evidenzlevel
- ⊕⊕⊝⊝
Gesamtüberleben
⊕⊕⊝⊝Progressionsfreies Überleben
⊕⊝⊝⊝Nebenwirkungen
keine DatenBehandlungsfreies Überleben, Lebensqualität
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [329] [300]
Evidenztabellen (1)
9.2.3 EvT 9.28Patienten mit Rezidiv oder Progress nach Hochdosischemotherapie und autologer Stammzelltransplantation und Brentuximab vedotin sollten mit einem anti-PD1-Antikörper* behandelt werden.
*CAVE: Zulassungsstatus beachten - Pembrolizumab ist in dieser Situation, nach mindestens zwei vorangegangenen Therapien, wenn eine ASCT nicht in Frage kommt, zugelassen. Nivolumab ist zur Behandlung des rezidivierenden oder refraktären klassischen HL bei Erwachsenen nach Versagen einer auto-SZT und einer Behandlung mit BV angezeigt.
- Empfehlungsgrad
- B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
- Evidenzlevel
- ⊕⊕⊝⊝
Gesamtüberleben
⊕⊕⊝⊝Progressionsfreies Überleben
⊕⊝⊝⊝Nebenwirkungen
keine DatenBehandlungsbedingte Mortalität, Lebensqualität
- Konsens
- Konsens
- Literatur
- [332] [301]
Evidenztabellen (1)
9.2.3 EvT 9.29Zu Empfehlung 9.27.
Das Antikörper-Toxin-Konjugat Brentuximab Vedotin erbrachte in einer Phase II-Studie mit 102 Patienten mit nach autologer Transplantation rezidiviertem Hodgkin Lymphom eine hohe Ansprechrate von 75% bei guter Verträglichkeit [196]. In einem 5-Jahres-Update der Studie betrug das mediane PFS 9,3 Monate und das mediane OS 40,5 Monate [335]. Daher sollten Patienten mit Rezidiv oder Progress nach Hochdosischemotherapie und autologer Stammzelltransplantation mit Brentuximab vedotin behandelt werden.
Zu Empfehlung 9.28.
In einer Phase II Studie mit Nivolumab wurden unter anderem Patienten mit Rezidiv nach Hochdosischemotherapie und autologer Stammzelltransplantation behandelt. Bei 66,3% der Patienten wurde bei guter Verträglichkeit ein Tumoransprechen dokumentiert [218]. Die 12-Monats OS-Rate war 95%, und das mediane PFS betrug 14.7 Monate [339]. Ähnliche Ergebnisse erbrachte eine Phase II Studie mit Pembrolizumab, Hier wurden 210 Patienten behandelt, von denen 129 im Vorfeld in verschiedener Reihenfolge eine autologe Transplantation und Brentuximab vedotin erhalten hatten. Die Ansprechrate bei allen Patienten betrug in dieser Studie 69% [315]. Die 24-Monats OS und PFS-Raten in der Gesamtstudie waren 90.9% und 31.3% [316]. Nach längerer Verlaufsbeobachtung lag das mediane PFS mit 14.7 Monaten (95% CI, 11.3-18.5 Monate) für Nivolumab und 13.7 Monaten (95% CI, 11.1-17.0) für Pembrolizumab bei einem günstigen Nebenwirkungsprofil deutlich höher als mit anderen Substanzen im retrospektiven Vergleich in dieser Situation. Daher sollten Patienten mit Rezidiv nach autologer Transplantation und Brentuximab vedotin eine Therapie mit Nivolumab oder Pembrolizumab erhalten. Beide Medikamente sind in dieser Situation zugelassen.
9.2.3.1 Stellenwert der allogenen Transplantation im Rezidiv
Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem Hodgkin Lymphom, bei denen eine allogene Transplantation geplant ist, sollen nicht mit einer myeloablativen Konditionierung behandelt werden.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- ⊕⊕⊝⊝
Gesamtüberleben
⊕⊕⊝⊝Progressionsfreies Überleben
⊕⊕⊝⊝Nebenwirkungen
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [340] [341] [342] [343] [344]
Änderungshinweis
Patienten mit rezidiviertem oder refraktärem Hodgkin Lymphom sollen nicht mit einer myeloablativen Konditionierung allogen transplantiert werden.Evidenztabellen (1)
9.2.3.1 EvT 9.30Patienten mit rezidiviertem Hodgkin Lymphom können, wenn sie bereits autolog transplantiert wurden oder nicht autolog transplantiert werden können, mit der letzten Therapie mindestens eine partielle Remission erreicht haben und in gutem Allgemeinzustand sind, mit einer dosisreduzierten Konditionierung gefolgt von einer allogenen Stammzelltransplantation behandelt werden. Es empfiehlt sich für diese Patienten ganz besonders der Einschluss in klinische Studien.
- Empfehlungsgrad
- 0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
- Evidenzlevel
- ⊕⊕⊝⊝
Gesamtüberleben
⊕⊕⊝⊝Progressionsfreies Überleben
⊕⊕⊝⊝Nebenwirkungen
keine DatenBehandlungsbedingte Mortalität, Lebensqualität
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [345] [346] [347] [343] [348] [349] [350] [344] [351]
Patienten mit rezidiviertem Hodgkin Lymphom, bei denen eine allogene Stammzelltransplantation durchgeführt werden soll und bei denen kein HLA-gematchter Geschwisterspender vorliegt, können auch mit nicht verwandtem Spender oder haploidentischem Spender transplantiert werden.
- Empfehlungsgrad
- 0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
- Evidenzlevel
- ⊕⊝⊝⊝
Gesamtüberleben
⊕⊝⊝⊝Progressionsfreies Überleben
keine DatenBehandlungsbedingte Mortalität, Nebenwirkungen, Lebensqualität
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [352] [353] [345] [354] [346] [347] [349] [350] [344]
Änderungshinweis
Patienten mit rezidiviertem Hodgkin Lymphom, bei denen eine allogene Stammzelltransplantation durchgeführt werden soll und bei denen kein HLA-gematchter Geschwisterspender vorliegt, können auch mit nicht verwandtem Spender, haploidentischem Spender oder Nabelschnurblut transplantiert werden.Zu Empfehlung 9.29.
Aufgrund des jungen Alters der meisten Hodgkin Patienten wurde die allogene Stammzelltransplantation beim rezidivierten oder progredienten Hodgkin Lymphom geprüft. Randomisierte Studien liegen hierzu allerdings nicht vor. Die myeloablative allogene Stammzelltransplantation zeigte eine hohe behandlungsassoziierte Mortalität bei unbefriedigender Krankheitskontrolle [355][356][357][358][359]. Sie soll daher nicht verwendet werden.
Zu Empfehlung 9.30.
Die Sicherheit der allogenen Stammzelltransplantation konnte durch den Einsatz von Protokollen mit reduzierter Intensität (reduced-intensity allogenic stem cell transplantation, RIC-allo) verbessert werden. Laut einer retrospektiven Analyse von 168 Patienten wurde die Rate der transplantationsassoziierten Mortalität nach drei Jahren von 48% mit myeloablativer auf 24% mit RIC-Konditionierung gesenkt [360]. Leider sind die Langzeitergebnisse der derzeit verfügbaren prospektiven und retrospektiven RIC-allo-Studien in Bezug auf das progressionsfreie Überleben und das Gesamtüberleben dennoch enttäuschend [355][356][361][362][363][364][365][366][367]. Sie demonstrieren aber, dass die allogene Transplantation beim rezidivierten Hodgkin Lymphom grundsätzlich zur Heilung führen kann. Die besten Ergebnisse wurden bei Patienten mit chemosensitiver Erkrankung in gutem Allgemeinzustand erzielt. Diese beiden positiven Prädiktoren wurden auch in einer großen, retrospektiven Analyse [368] und der prospektiven HDR-ALLO Phase II Studie mit 92 Patienten bestätigt [369]. Randomisierte Studien, welche die dosisreduzierte allogene Transplantation mit anderen Strategien verglichen, existieren nicht. Zurzeit ergibt sich somit kein klarer Stellenwert der allogenen Stammzelltransplantation bei der Therapie des rezidivierten Hodgkin Lymphoms. Die allogene Stammzelltransplantation ist aber für Patienten, die nicht oder nicht mehr autolog transplantiert werden können, eine potentiell kurative Therapieoption. Patienten mit therapiesensitiver Erkrankung in gutem Allgemeinzustand, für die eine autologe Stammzelltransplantation nicht oder nicht mehr in Frage kommt, können daher mit einer allogenen Stammzelltransplantation mit RIC-Konditionierung behandelt werden. Es empfiehlt sich für dieses Patientenkollektiv ganz besonders der Einschluss in (nicht notwendigerweise auf Hodgkin Lymphom-Patienten beschränkte) klinische Studien.
Zu Empfehlung 9.31.
Die Ergebnisse der allogenen Transplantation mit nichtverwandtem Spender bei Hodgkin Lymphom scheinen ähnlich zu denen mit verwandten Spendern zu sein [370][368][360][356][361][360]. Progressionsfreies und Gesamtüberleben sind in den publizierten Studien vergleichbar [370][360]. Ferner wurden mit haploidentischen Spendern und Nabelschnurblut bei einigen Patienten vergleichsweise gute Ergebnisse erzielt [371][372][361][362][364][365]. In einem systematischen Review konnte keine Unterlegenheit eines bestimmten Spendertyps identifiziert werden [373]. Daher können Patienten mit rezidiviertem Hodgkin Lymphom, bei denen eine allogene Stammzelltransplantation durchgeführt werden soll und bei denen kein HLA-gematchter Geschwisterspender gefunden werden kann, auch mit nicht verwandtem oder haploidentischem Spender transplantiert werden.
Evidenztabellen
3.4.1 EvT 3.14
|
Referenz/ Studientyp |
Untersuchte Population |
Intervention |
Kontrolle |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
|
(Bednaruk-Mlynski, Pienkowska et al. 2015) Diagnostic test accuracy single studies |
Diagnostic PET/CT n = 96 Recruitment: 2008-2011 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
Baseline characteristics:
|
n = 96 CT imaging
|
n = 96 PET/CT imaging Baseline characteristics:
|
|
|
|
|
Diagnostic PET/CT n = 99 All patients were given oral and intravenous contrast agents Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
staging PET/CT n = 61 whole-body scans (mid-brain to upper thigh), 45-90 minutes after i.v. injection of approximately 400 MBq 18 F-FDG GE LS Discovery PET/CT scanner (General Electric Medical Systems, Milwaukee, Wisconsin, USA), emission scans of 3 minutes per bed position Baseline characteristics:
Staging PET n = 99 whole-body scans (mid-brain to upper thigh), 45-90 minutes after i.v. injection of approximately 400 MBq 18 F-FDG Baseline characteristics:
Recurrence status: not reported |
Reference standard n = 99 A standard of reference for each nodal region and organ was determined using all available information including scan results, histology and a minimum of one year's clinical follow-up data. Region/organ with involvement seen on both PET and CT: true positive focus, site with no suspicious signs on PET and CT: true negative
In eight cases, there was histological evidence to prove or disprove the presence of disease (three lymph node, three bone marrow, and two liver biopsies; all other discrepant findings: status of the region/organ determined using information from treatment monitoring and follow-up examinations |
Diagnostic accuracy:
|
All nodal regions (CT: n= 980, PET: n= 990, PET/CT:n= 610, SUVmax: n= 600)
CT: 82,6% (78.0-86.4)
CT: 98,9% (97.8-99.5)
CT: 97,4% (94.7-98.7)
CT: 92,3% (90.1-94.0) Organ staging (CT: n= 392, PET: n= 396, PET/CT: n= 244, SUVmax: n= 180)
CT: 37,0% (26.3-49.1)
CT: 99,7% (98.7-99.9)
CT: 94,4% (78.5-98.8)
CT: 92.2% (89.6-94.2)
|
|
|
Empfehlung 3.14. PET/CT -Staging |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
Diagnostic test accuracy single studies |
Sensitivität1 |
- |
- |
- |
+2 |
- |
⊕⊕⊕⊝ |
|
|
|
Spezifität1 |
- |
- |
- |
+2 |
- |
⊕⊕⊕⊝ |
1: “The lack of a satisfactory diagnostic gold standard limits the reliability of accuracy calculations”
2: nur Hutchings 2006 (99 Patienten) berichtet Sensitivität und Spezifität, da nur in dieser Studie versucht wurde, zu detektieren, ob ein Lymphknoten tatsächlich befallen oder nicht befallen ist.
9.1.1 EvT 9.1
|
Referenz/ Studientyp |
Untersuchte Population |
Intervention |
Kontrolle |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
|
(Mocikova, Obrtlikova et al. 2010) Cohort study, retrospective 2b |
n = 113
Recruitment: 1999-2008 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
Baseline characteristics:
|
Arm A: n = 57 CT (complete remission, complete remission unconfirmed) |
Arm B: n = 56 |
|
Diagnostic accuracy:
Sensitivity: 100%
Sensitivity: 100%
PET/CT: 35.7% (nachberechnet)
9 pts subsequently relapsed
regular follow-up PET scans (n= 67): RR = 0.21 (95% CI 7% to 64%) |
|
|
Empfehlung 9.1. Rezidiv, PET |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
Diagnostic test accuracy single studies |
Sensitivität1 |
- |
- |
- |
+2 |
- |
⊕⊕⊕⊝ |
|
|
|
Spezifität1 |
- |
- |
- |
+2 |
- |
⊕⊕⊕⊝ |
1: “The lack of a satisfactory diagnostic gold standard limits the reliability of accuracy calculations”
2: wenige Patienten in den Einzelstudien eingeschlossen, Erstlinienpatienten
9.1.1 EvT 9.2
|
Referenz/ Studientyp |
Untersuchte Population |
Intervention |
Kontrolle |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
|
(Jerusalem, Beguin et al. 2003) Cohort study 2b |
n = 36 Recruitment: 1994-1999 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
Baseline characteristics:
|
n = 19
|
n = 17
|
|
|
|
|
Outcome research 2c |
Surveillance PET/CT scan n = 192 Recruitment: 2003-2006 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
Baseline characteristics:
Recurrence status: not reported |
Arm A: n = 83 PET/CT scans
Arm B: n = 27 CT scans |
Arm C: n = 82 CT & PET/CT scans |
|
CT= 28.6% (P= 0.73)
PET/CT & CT: 35,3%
PET/CT & CT: 27,3%
PET/CT & CT: 0%
Associated symptoms present: PET/CT:23,1%, PET/CT & CT: 21,2%
Other
|
|
|
Cohort study 2b |
n = 151 (57 Hodgkin Lymphoma) Recruitment: 2002-2005 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
Baseline characteristics: (HD)
Recurrence status: not reported
|
PET followed by CT scan |
no control group |
|
Diagnostic accuracy
|
|
|
Empfehlung 9.2. Rezidiv, histologische Sicherung |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
Diagnostic test accuracy single studies |
Sensitivität |
- |
- |
- |
+1 |
- |
⊕⊕⊕⊝ |
|
|
|
Spezifität |
- |
- |
- |
+1 |
- |
⊕⊕⊕⊝ |
1: wenige Patienten in den Einzelstudien eingeschlossen, Biopsie ist der Goldstandard, der teilweise zu einem anderen Ergebnis kommt, als die PET
9.1.1 EvT 9.3
|
Referenz/ Studientyp |
Untersuchte Population |
Intervention |
Kontrolle |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
|
(Petrausch, Samaras et al. 2010) Retrospective analysis of hospital records 3 |
n = 134 Recruitment: 2002-2008 All included patients underwent FDG–PET/CT 1 month after the end of first-line treatment, groups a based on symptoms Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria: not reported |
Arm A: n= 83 asymptomatic patients Baseline characteristics:
Recurrence status: yes: n= 10, no: n= 73 |
Arm B: n= 51 Baseline characteristics:
Recurrence status: yes: n= 32, no: n= 19 |
Significant risk factors for relapse |
negative follow-up FDG–PET/CT scan: n= 0 |
Other limitations: retrospective cohort study, not all patients had end-of-treatment PET and a lower than usual coverage. This may indicate referreal based on suspected recurrence |
|
(Zinzani, Stefoni et al. 2009) Prospective Cohort study 2b |
n= 421 n= 160 HL n= 183 NHL n= 78 IFNHL Recruitment: 2002-2007 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
NA |
NA |
|
CT : n= 37 Clinical: n= 35
true negative: n= 139 (87%)
true negative: n= 124 (86%)
true negative: n= 118 (91%)
true negative: n= 112 (94%)
true negative: n= 111 (97%)
true negative: n= 110 (99%)
|
|
|
Empfehlung 9.3. Rezidiv, PET/CT Verlaufsuntersuchungen |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
Diagnostic test accuracy single studies |
Sensitivität |
- |
- |
+1 |
++2 |
- |
⊕⊝⊝⊝ |
|
|
|
Spezifität |
- |
- |
+1 |
++2 |
- |
⊕⊝⊝⊝ |
1: idealerweise wird eine Biopsie durchgeführt, die Ergebnisse von anderen Untersuchungsmethoden wurden indirekt über Anzahl Rezidive verifiziert
2: wenige Patienten in den Einzelstudien eingeschlossen, Biopsie ist der Goldstandard, sehr wenige Patienten erhielten keine Biopsie
9.1.2 EvT 9.4
|
Referenz/ |
Untersuchte Studien |
(verglichene) Interventionen |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
Literaturbelege/ |
|
SR 1a |
Studies searched from start date to 12 July 2015 in Medline Inclusion criteria:
Exclusion criteria:
|
Main experimental intervention Prognostic value of pretransplant FDG-PET
Main comparison Effect of pretansplant FDG-PET adapted therapy |
|
14 studies included in review Results:
Descriptive statistics: patient characteristics
Country of origin:
|
Overall quality of included studies: moderate Follow-Up: Range of median follow-up: 20.1-45 months Randomisation: unclear ITT: unclear Blinding: unclear Funding: “This work was financially supported by an Alpe d’HuZes/ Dutch Cancer Society Bas Mulder Award for T.C.K.” Heterogeneity: -Random or fixed effects model: not reported -no heterogeneity in DORs among these five studies (I2 = 0.0 %) |
Gentzler et al. (2014) Cocorocchio et al. [23] (2013) Akhtar et al. [24] (2013) Smeltzer et al. [26] (2011) (Mocikova, Pytlik et al. 2011) Arai et al. [28] (2010) (Castagna, Bramanti et al. 2009) |
|
Referenz/ Studientyp |
Untersuchte Population |
Intervention |
Kontrolle |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
|
(Brockelmann, Muller et al. 2017)multinational prognostic multivariable modeling study |
n = 656 (remained for the score development) Recruitment: 1993-2013 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
n = 656 dev. n = 389 val. Baseline characteristics:
|
Not applicable |
PFS reported per significant risk factor |
0: - 1: 1.81 (1.03, 3.18) 2: 2.70 (1.55-4.72) 3-5: 4.63 (2.67-8.02)
Risk-neg: 66.9% Risk-pos: 48.1%
Risk-neg: 63.7% Risk-pos: 45.6%
Risk-neg: 65.8% Risk-pos: 55.4%
Risk-neg: 66.9% Risk-pos: 50.2%
Risk-neg: 65.9% Risk-pos: 46.8%
0: 76.8% 1: 67.9% (HR 1.76; 1.10-2.82) 2: 56.7% (HR 2.67; 1.67-4.28) 3-5: 34.8% (HR 4.80; 2.98-7.72)
|
|
|
Empfehlung 9.4. PET/CT vor Hochdosischemotherapie mit autologer Transplantation |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
Diagnostic test accuracy meta-analysis |
Sensitivität |
- |
- |
- |
+1 |
- |
⊕⊕⊕⊝ |
|
|
|
Spezifität |
- |
- |
- |
+1 |
- |
⊕⊕⊕⊝ |
1: Werte für Sensitivität und Spezifität hinsichtlich der Vorhersage eines Todesfalls unpräzise geschätzt, allerdings zeigt sich in der Analyse von Risikofaktoren von Brockelmann et al PET-Befund als relevanter prognostischer Einflußfaktor
9.1.2 EvT 9.5
|
Referenz/ Studientyp |
Untersuchte Population |
Intervention |
Kontrolle |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
|
Retrospective analysis 3b |
n = 111 Recruitment: 2002-2010 Reinduction: DHAP, IVA or ICE (Viviani , Zinzani et al.) or IGEV (Italy) Conditioning regimen: BEAM or BEAM+NCBV (Viviani , Zinzani et al.) or BEAM or HD melphalan for single ASCT vs. HD melphalan+BEAM for double ASCT (Italy) Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
Baseline characteristics:
Gender: male: 65 (59%) |
Tandem ASCT Arm D: n = 64 Baseline characteristics:
|
Single ASCT Arm C: n = 47 Baseline characteristics:
|
|
Comparison single vs. tandem ASCT:
Overall: 81% Single: 75% Tandem: 84% (p=.144)
Pre-ASCT-PET-neg. (5y.) Single: 84% Tandem: 93%, p=.046
Pre-ASCT-PET-pos. (5y.) Single: 47% Tandem: 58%, p=.838
Overall: 64% Single:48% Tandem: 74% p=.002
Pre-ASCT-PET-neg. Single: 75% Tandem: 84%, p=.0.05
Pre-ASCT-PET-pos. Single: 0% Tandem: 43%, p=.034
|
Other limitations: retrospective analysis, choice for single or tandem ASCT was made based on risk factors (SFGM, interval from end of first-line therapy to relapse < 12 months; Ann-Arbor stage III or IV at relapse; and relapse in a previously irradiated field) |
|
(Moskowitz, Matasar et al. 2012)intent-to-treat clinical trial
|
n = 97 Recruitment: 2004-2012 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
Baseline characteristics:
Gender: female: 56, male: 41 |
Arm A: 0 or 1 risk factor Standard ICE x1, augmented ICE x1 Baseline characteristics:
Gender: female: 35, male: 21 |
Arm B: 2 risk factors Augmented ICE x2 Baseline characteristics:
Gender: female: 21, male: 20 |
|
Overall: 80% Transplanted pts: 88%
Overall: 70% Transplanted patients: 79% There were no differences in outcome based on transplant conditioning regimen (P = .141)
ICE (56 courses): 3
ICE (56 courses): 1
|
|
|
Empfehlung 9.5. PET/CT vor Hochdosischemotherapie mit autologer Transplantation |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
Retrospective Studien, Bröckelmann prognostisch |
Gesamtüberleben |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ |
|
|
|
Progressionsfreies Überleben |
|
|
|
|
|
⊕⊕⊝⊝ |
|
|
|
Behandlungsbedingte Mortalität |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Langzeitnebenwirkungen |
|
|
|
|
|
⊕⊕⊝⊝ |
|
|
|
Lebensqualität |
|
|
|
|
|
|
1: indirekte Evidenz für den Endpunkt Therapiewechsel
2: Werte für Sensitivität und Spezifität hinsichtlich der Vorhersage eines Todesfalls unpräzise geschätzt
9.1.3 EvT 9.6
|
Referenz/ Studientyp |
Untersuchte Population |
Intervention |
Kontrolle |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
|
Retrospective analysis 3 |
n = 90 HL: n = 30 Recruitment: 1996-2007 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
Baseline characteristics:
|
PET before and after ASCT |
|
Predictive value of pre-PET and post-PET scans
|
Pre-PET+: n=26/65 Post-PET+: n=20/68 Disease relapse: n= 34 (37%) Died from disease progression: n= 25 (27%) Pre-PET scan negativity did correlate with prolonged PFS 2.91 (1.25– 6.77) P=0.013, but not with OS. Post-PET scan negativity did not correlate with prolonged PFS or OS.
|
|
|
Retrospective analysis 3 |
n = 43 Recruitment: 2003-2010 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
Baseline characteristics:
|
A: negative PET/CT before and after ASCT n= 17
B: positive PET/CT before and negative after ASCT n= 13 |
|
|
before ASCT: n= 26 after ASCT: n= 13
Overall: 82.1% PET- prior ASCT: 94.1% PET+ prior ASCT: 74.5%, p>0.05)
Arm A: 100%, Arm B: 91.6% (median values not reached), not statistically significant, Arm C: 54% (median values not reached) (p=0.002)
Overall: 50.9% PET- prior ASCT: 70.6%, PET- prior ASCT: (37.6%, p=0.008) PET- after ASCT: 72.9% PET- after ASCT: 0%
Arm A: 75%, Arm B: 69.8% (median values not reached), not statistically significant, Arm C: 0% (median 4 months) (p<0.001)
|
|
|
Empfehlung 9.6. PET/CT nach Hochdosischemotherapie und autologer Transplantation |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
Diagnostic test accuracy studies |
Sensitivität |
- |
++1 |
- |
+2 |
- |
⊕⊝⊝⊝ |
|
|
|
Spezifität |
- |
++1 |
- |
+2 |
- |
⊕⊝⊝⊝ |
1: sehr heterogene Studienergebnisse mit konträren Aussagen hinsichtlich der Vorhersagegüte eines positiven bzw. negativen PET-Befundes
2: Werte für Sensitivität und Spezifität hinsichtlich der Vorhersage eines Rezidivs bzw. Todesfalls unpräzise geschätzt
9.2.1.1 EvT 9.7
|
Referenz/ |
Untersuchte Studien |
(verglichene) Interventionen |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
Literaturbelege/ |
|
SR 1a |
RCTs searched in
publications: n=14, pts: n=398 Inclusion criteria:
Exclusion criteria:
|
A: Any HDCT followed by ASCT B: Different chemotherapy regimens without ASCT C: Different HDCT regimens (sequential or conventional; SHDCT) before ASCT |
Primary:
|
3 studies with 398 patients included in review
HR 0.67 (95% CI: 0.41-1.07; p=0.1; 157 pts.), favouring HDCT + ASCT
no difference: HR 0.93 (95% CI: 0.5-1.74; p=0.816; 241 pts.) HDCT+ASCT: 87% SHDCT+ASCT: 80%
HR 0.55 (95% CI: 0.35-0.86; p=0.009; 157 pts.), favouring HDCT + ASCT
HDCT+ASCT: 72% SHDCT+ASCT: 67%
RR 0.61; 95% CI 0.16 to 2.22; P value = 0.45, 157 patients, moderate quality of evidence)
SHDCT: 7 deaths (after prephase), 2 after additional salvage,41due to infection HDCT: 1 death (after prephase), 3 after additional salvage, 1due to infection
The SHDCT arm resulted in higher toxicity compared with the HDCT arm
Country of origin:
|
Overall quality of included studies: moderate
Follow-Up: Median follow-up: BNLI trial: 34 months, HDR1: 83 months, HDR2: 42 months Randomisation: yes ITT: Partly, “Two of the three trials […] stated that they had performed analyses according to the ITT principle” Blinding: no Funding: Internal sources of support: Dept. I of Internal Medicine, University Hospital of Cologne, Cologne, Germany
Heterogeneity: -Fixed effects model -I2 =0.0% (OS),I2 =0.0% (ORR), I2 =48% (CRR), I2 =68% (TRM), I2 =0.0% (PFS) |
(Linch, Winfield et al. 1993)-BNLI (Schmitz, Pfistner et al. 2002)-HDR1 (Josting, Muller et al. 2010)-HDR2 |
|
Abbreviations: HDCT = high-dose chemotherapy; ASCT = autologous stem cell transplantation |
||||||
|
Empfehlung 9.7.Patientenauswahl für eine Transplantation |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
Systematic review |
Gesamtüberleben |
- |
- |
- |
+1 |
- |
⊕⊕⊕⊝ |
|
|
|
Progressionsfreies Überleben |
- |
- |
- |
+1 |
- |
⊕⊕⊕⊝ |
|
|
|
Behandlungsbedingte Mortalität |
- |
- |
- |
+2 |
- |
⊕⊕⊝⊝ |
|
|
|
Langzeitnebenwirkungen |
|
|
|
|
|
Not reported |
|
|
|
Lebensqualität |
|
|
|
|
|
Not reported |
1: insgesamt kleine Patientenzahl (157)
2: sehr wenig behandlungsbedingte Todesfälle
9.2.1.2 EvT 9.10
|
Empfehlung 9.10. Salvage-Therapie |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
RCT, prognostic factor analysis and score |
Gesamtüberleben |
- |
- |
- |
+1 |
- |
⊕⊕⊝⊝ |
|
|
|
Progressionsfreies Überleben |
- |
- |
- |
+1 |
- |
⊕⊕⊝⊝ |
|
|
|
Behandlungsbedingte Mortalität |
- |
- |
- |
+1 |
- |
⊕⊕⊝⊝ |
|
|
|
Langzeitnebenwirkungen |
|
|
|
|
|
Not reported |
|
|
|
Lebensqualität |
|
|
|
|
|
Not reported |
1 : Frage nicht als RCT beantwortet, Reinduktionstherapie in beiden Gruppen gleich
9.2.1.2 EvT 9.11
|
Referenz/ Studientyp |
Untersuchte Population |
Intervention |
Kontrolle |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
|
(Josting, Rudolph et al. 2002)Data from multicenter phase II study |
n = 102 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
n = 102 two cycles of DHAP (dexamethasone 40 mg i.v. day 1–4, cisplatin 100 mg/m2 i.v. as 24-h continuous infusion day 1, and cytarabine 2 g/m2 i.v. over 3 h 12q day 2) as salvage treatment in order to reduce tumor volume before HDCT Baseline characteristics:
I: n= 12 (12%), II: n= 27 (26%), III: n= 25 (25%), IV: n= 38 (37%)
|
No control group |
|
QoL: not reported
All patients: n= 21 (21%)
All patients: n= 68 (67%)
all patients: n= 13 (12%) |
Study Duration: not reported Follow-up: median: 18 months ITT: no Randomisation: no Blinding: no Funding: not reported Other limitations: retrospective data, no control group |
|
Empfehlung 9.11.Salvage -Therapie |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
Prospektive Studie |
Gesamtüberleben |
|
|
|
|
|
Not reported |
|
|
|
Progressionsfreies Überleben |
- |
- |
+1 |
- |
- |
⊕⊝⊝⊝ |
|
|
|
Behandlungsbedingte Mortalität2 |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ |
|
|
|
Nebenwirkungen |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ |
|
|
|
Lebensqualität |
|
|
|
|
|
Not reported |
1: Ansprechrate statt PFS gemessen
2: insgesamt kleine Patientenzahl, keine Todesfälle aufgetreten
9.2.1.2 EvT 9.12
|
Referenz/ Studientyp |
Untersuchte Population |
Intervention |
Kontrolle |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
|
(Crump, Kuruvilla et al. 2014) RCT NCIC-CTG LY.12 |
n = 619 Recruitment: 2003-2011 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
Baseline characteristics:
|
n= 310 gemcitabine, dexamethasone, and cisplatin (GDP) |
n = 309 dexamethasone, highdose cytarabine, and cisplatin (DHAP) |
|
HR 1.03 (95% CI 0.83 to 1.28, p = .78)
HR 0.99 (95% CI 0.82 to 1.21, p=0.95)
GDP: 47% DHAP: 61%, P<.001>
GDP: 9% DHAP: 23%, P<.001>
GDP: 6% DHAP: 6%, P >.05
GDP: 10% DHAP: 9% P >.05
GDP: 4% DHAP: 8%, P=.04
GDP: 7% DHAP: 7%, P >.05
GDP: 7% DHAP: 7%, P >.05
GDP: 2% DHAP: 5%, P<.001>
GDP: 18% DHAP: 11%
DGP: 33% DHAP: 41%
GDP: 45.1% DHAP: 44.1% P=.84, noninferiority of GDP compared with DHAP
GDP: 51.0% DHAP: 48.9%
GDP: 87.9.1% DHAP: 82.2%, P = .14 |
|
|
Retrospective |
n = 235, 152 DLBCL, 83 HL Recruitment: 2002-2010 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
gemcitabine, dexamethasone, and cisplatin (GDP)
Baseline characteristics:
|
No comparator |
|
85% (95% CI 76.2%–93.8%)
58% (95% CI 46.0%–70.0%)
Not retrievable, retrospective study
|
|
|
(Santoro, Magagnoli et al. 2007)Cohort study 2b |
n = 91 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
Baseline characteristics:
|
Salvage regime: IGEV (ifosfamide 2000 mg/m2 on days 1 to 4 as a 2-hour infusion/day with 2,000 mL saline solution hyperhydration, MESNA 2600 mg/m2 on days 1 to 4, gemcitabine 800 mg/m2 on days 1 and 4, vinorelbine 20 mg/m2 on day 1, and prednisolone 100 mg on days 1 to 4, of each 3-week course) |
|
|
Toxicity (Number of cycles: 313 (100%)), of these:
single high-dose chemotherapy with PBSC Support: n= 29 tandem high-dose chemotherapy with PBSC Support: n= 35 non-myeloablative allogeneic transplants: n= 5 refused high-dose therapy: n= 5 |
|
|
Empfehlung 9.12. Salvage Therapie |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
IGEV |
Prospektive Studie |
Gesamtüberleben |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ |
|
|
|
Progressionsfreies Überleben |
- |
- |
+1 |
- |
- |
⊕⊝⊝⊝ |
|
|
|
Behandlungsbedingte Mortalität2 |
- |
- |
+3 |
- |
- |
⊕⊝⊝⊝ |
|
|
|
Nebenwirkungen |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ |
|
|
|
Lebensqualität |
|
|
|
|
|
Not reported |
|
GDP, |
RCT3 & retrospective Studie |
Gesamtüberleben |
- |
- |
++3 |
|
|
⊕⊕⊝⊝ |
|
|
|
Progressionsfreies Überleben |
-4 |
- |
++3 |
- |
- |
⊕⊝⊝⊝ |
|
|
|
Behandlungsbedingte Mortalität2 |
|
|
|
|
|
Not reported |
|
|
|
Nebenwirkungen |
-4 |
- |
++3 |
- |
- |
⊕⊝⊝⊝ |
|
|
|
Lebensqualität |
-4 |
- |
++3 |
- |
- |
⊕⊝⊝⊝ |
1: Ansprechrate statt PFS gemessen
2: insgesamt kleine Patientenzahl, keine Todesfälle aufgetreten
3: RCT für aggressive Lymphome, HL nicht eingeschlossen; retrospektive Studie: kleine HL-Patientenzahl (n=82)
4: Verzerrungsrisiko: unverblindete Studien
9.2.1.2 EvT 9.13
|
Referenz/ Studientyp |
Untersuchte Population |
Intervention |
Kontrolle |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
|
RCT 1b |
n = 241 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
Arm 1: n = 119 BEAM Baseline characteristics:
|
Arm 2: n = 122 sequential cyclophosphamide, methotrexate, and etoposide in high-doses before BEAM Baseline characteristics:
|
|
|
For TOT: A (5%) and B (10%) missing
|
|
Empfehlung 9.13.Hochdosischemotherapie nach Salvage-Therapie |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
RCT |
Gesamtüberleben |
- |
- |
- |
+1 |
- |
⊕⊕⊕⊝ |
|
|
|
Progressionsfreies Überleben |
- |
- |
- |
+1 |
- |
⊕⊕⊕⊝ |
|
|
|
Behandlungsbedingte Mortalität |
- |
- |
- |
+2 |
- |
⊕⊕⊝⊝ |
|
|
|
Nebenwirkungen |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊕⊕ |
|
|
|
Lebensqualität |
|
|
|
|
|
Not reported |
1: insgesamt kleine Patientenzahl
2:sehr wenig behandlungsbedingte Todesfälle
9.2.1.2 EvT 9.14
|
Empfehlung 9.14. Transplantation nach Salvage-Therapie |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
Systematic review, RCT |
Gesamtüberleben |
- |
- |
- |
+1 |
- |
⊕⊕⊕⊝ |
|
|
|
Progressionsfreies Überleben |
- |
- |
- |
+1 |
- |
⊕⊕⊕⊝ |
|
|
|
Behandlungsbedingte Mortalität |
- |
- |
- |
+2 |
- |
⊕⊕⊝⊝ |
|
|
|
Langzeitnebenwirkungen |
|
|
|
|
|
Not reported |
|
|
|
Lebensqualität |
|
|
|
|
|
Not reported |
1: insgesamt kleine Patientenzahl
2:sehr wenig behandlungsbedingte Todesfälle
9.2.1.2 EvT 9.15
|
Empfehlung 9.15.Progress nach Salvage-Therapie |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
Prospektive Studie |
Gesamtüberleben |
- |
- |
- |
+1 |
- |
⊕⊝⊝⊝ |
|
|
|
Ereignisfreies Überleben |
- |
- |
- |
+1 |
- |
⊕⊝⊝⊝ |
|
|
|
Behandlungsbedingte Mortalität |
|
|
|
|
|
Not reported |
|
|
|
Nebenwirkungen |
- |
- |
- |
+1 |
- |
⊕⊝⊝⊝ |
|
|
|
Lebensqualität |
|
|
|
|
|
Not reported |
1: insgesamt sehr kleine Patientenzahl
9.2.1.2 EvT 9.16
|
Referenz/ Studientyp |
Untersuchte Population |
Intervention |
Kontrolle |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
|
(Walewski, Hellmann et al. 2018) Phase IV, single-arm, global, multicentre study |
n = 60 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
multi-agent chemotherapy, PD within 90 days of CR or unconfirmed CR after treatment with multi-agent frontline chemotherapy and/or radiotherapy, or relapse after ≥2 prior
|
n = 60 brentuximab vedotin 1·8 mg/kg i.v., once every 3 weeks, for up to 16 cycles Baseline characteristics:
|
No control arm, single-arm study |
|
86% (95% CI, 74·0–93·4%, 12 deaths)
CR: 7 (12) (5–23)
Median duration of CR: 6·1 (2·1–NE)
Time to response (CR + PR): 6·0 (5–39) |
|
|
Empfehlung 9.16.Progress nach Salvage-Therapie |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
Prospektive Studie, single-arm |
Gesamtüberleben |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ |
|
|
|
Ereignisfreies Überleben |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ |
|
|
|
Behandlungsbedingte Mortalität |
|
|
|
|
|
Not reported |
|
|
|
Nebenwirkungen |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ |
|
|
|
Lebensqualität |
|
|
|
|
|
Not reported |
9.2.1.2 EvT 9.17
|
Referenz/ Studientyp |
Untersuchte Population |
Intervention |
Kontrolle |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
|
Multicenter, single-arm phase II study 4
KEYNOTE-087, NCT02453594 |
n = 210 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
Prembrolizumab Cohorts: i. ASCT and subsequent BV (n=69) ii. salvage chemotherapy and BV, and this ineligible for ASCT bc. Of chemo resistant disease (n=81) iii. ASCT but had not received BV after transplantation (n=60) Baseline characteristics:
|
No control arm, single-arm study |
Primary
Secondary
|
6 months: 99.5% 9-months: 97.5%
6 months: 72.4% 9-months: 63.4%
“With a median of 13 treatment cycles, the most common treatment-related AEs (TRAEs) were hypothyroidism (12.4%) and pyrexia (10.5%).”
69% (95% CI: 62.3-75.2) (i. 73.9% (61.9-83.7); ii. 64.2 % (52.8-74.6); iii. 70% (56.8-75.2)
22.4% (95% CI: 16.9-28.6) (i. 21.7% (12.7-33.3); ii. 24.7 % (15.8-35.5); iii. 20.0% (10.8-32.3) |
|
|
(Chen, Zinzani et al. 2019), Update von (Chen, Zinzani et al. 2017)
KEYNOTE-087 |
n = 210
|
Kohort 2 n = 81 ineligible for ASCT and Experienced Treatment Failure With BV pembrolizumab 200 mg intravenously every 3 weeks for up to 2 years Baseline characteristics:
|
No control arm |
|
Cohort 1: 92.5% Cohort 2: 90.6% Cohort 3: 89.4%
Cohort 1: 41.6% Cohort 2: 18.2% Cohort 3: 35.7% Cohort 2: Median 11.1 months (7.6-13.8)
Not separate for cohort 2
66.7% (95% CI, 55.3-76.8)
25.9% (95% CI 6.8-36.9)
40.7% (95% CI 29.9-52.2)
8.6% (95% CI 3.5-17.0)
22.2% (95% CI 13.7-32.8)
|
|
|
Empfehlung 9.17.Pembrolizumab |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
Prospektive Studie |
Gesamtüberleben |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ |
|
|
|
Progressionsfreies Überleben |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ |
|
|
|
Behandlungsbedingte Mortalität |
|
|
|
|
|
Not reported |
|
|
|
Nebenwirkungen |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊝⊝⊝ |
|
|
|
Lebensqualität |
|
|
|
|
|
Not reported |
9.2.1.3 EvT 9.18
|
Referenz/ Studientyp |
Untersuchte Population |
Intervention |
Kontrolle |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
|
RCT 1b |
n = 40 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
Arm A: n = 20 Baseline characteristics:
|
Arm B: n = 20 Baseline characteristics:
|
|
BEAM+ABMT: 5 deaths Mini-BEAM: 9 deaths difference is not significant (p=0.318)
BEAM+ABMT: 53% Mini-BEAM: 10%, p = 0.025
BEAM+ABMT: 2 pts Mini-BEAM: 0 pts
Other outcomes:
BEAM+ABMT: 8/19 (42%) Mini-BEAM: 3 pts (15%)
BEAM+ABMT: 74% Mini-BEAM: 60%
|
|
|
(Schmitz, Pfistner et al. 2002) RCT 1b |
n = 161 enrolled and randomised, 117 analysed Recruitment: 1993-1997 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
previously treated with Dexa-BEAM, mini-BEAM, or high-dose chemotherapy |
Arm 1: n = 56 Baseline characteristics:
Recurrence status: early first relapse: 17, late first relapse; 26, multiple relapses: 13 |
Arm 2: n = 61 HDCT + BEAM-HSCT Baseline characteristics:
Recurrence status: early first relapse: 21, late first relapse; 29, multiple relapses: 11 |
|
Overall: 68%, Dexa-BEAM: 65% BEAM+HSCT: 71%, P=0.331
HR: 0.55 (95% CI: 0.33-0.91)
Dexa-BEAM: 9% (8 TRD, 5 life-threatening infections) BEAM-ASCT: 2% (1 TRD) See text, table 3 sais differently.
Dexa-BEAM: 34% BEAM+HSCT: 55%, P=0.019
|
|
|
Empfehlung 9.18. Progress nach Salvagetherapie – Alternative Empfehlung |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
RCTs |
Gesamtüberleben |
- |
- |
+1 |
+2 |
- |
⊕⊕⊝⊝ |
|
|
|
Progressionsfreies Überleben |
- |
- |
+1 |
+2 |
- |
⊕⊕⊝⊝ |
|
|
|
Behandlungsbedingte Mortalität |
- |
- |
+1 |
+3 |
- |
⊕⊝⊝⊝ |
|
|
|
Langzeitnebenwirkungen |
|
|
|
|
|
Not reported |
|
|
|
Lebensqualität |
|
|
|
|
|
Not reported |
1: Frage nach Konditionierung nicht randomisieret untersucht
2: insgesamt kleine Patientenzahl
3: sehr wenig behandlungsbedingte Todesfälle
9.2.1.3 EvT 9.20
|
Referenz/ Studientyp |
Untersuchte Population |
Intervention |
Kontrolle |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
|
(Morschhauser, Brice et al. 2008) Cohort study 2b
GELA/SFGM H96 |
n = 245 Recruitment: Grouping of patients based on risk factors (primary refractory status, time to relapse or progression <12 months after the end offirst-line treatment, stage III or IV at relapse, and relapse in previously irradiated site (>30 Gy) after combined-modality therapy.) Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
n = 150 poor-risk pts: HD chemo-therapy plus ASCT1 (77 refractory, 73>2 RF) (N=137) + ASCT2 (N=105) Baseline characteristics:
|
n = 95 inter-mediate-risk pts: HD chemo-therapy, ASCT1 (N=92) Baseline characteristics:
|
|
Poor risk, ASCT1: 57% (48-65) Poor risk, ASCT2: - chemosens: 75% (62-84) - chemiresist: 45% (26-63) Inter risk, ASCT1: 85% (72-92)
Poor risk, ASCT1: 46% (37-54) Poor risk, ASCT2: - chemosens: 64% (52-74) - chemiresist: 36% (18-54) Inter risk, ASCT1: 73% (60-80)
ASCT2: Septicaemia: 15% Pneumonia: 5% Veno-occlusive dis.: 3% Death rate: 4% (poor risk), N=2 (intermediate risk pts)
|
|
|
(Sibon, Morschhauser et al. 2016) Non-RCT 2b
Update zu (Morschhauser, Brice et al. 2008) (H96 trial) |
n = 245 Inclusion Criteria:
Baseline characteristics:
|
Arm B: tandem ASCT
|
Arm A: single ASCT |
|
|
|
|
Empfehlung 9.20.Konsolidierung mit Doppeltransplantation bei Hochrisiko-Rezidiv |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
Beobachtungsstudien |
Gesamtüberleben |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ |
|
|
|
Progressionsfreies Überleben |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ |
|
|
|
Behandlungsbedingte Mortalität |
|
|
|
|
|
Not reported |
|
|
|
Langzeitnebenwirkungen |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ |
|
|
|
Lebensqualität |
|
|
|
|
|
Not reported |
9.2.1.4 EvT 9.21
|
Referenz/ Studientyp |
Untersuchte Population |
Intervention |
Kontrolle |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
|
(Moskowitz, Nademanee et al. 2015) RCT 1b
AETHERA |
n = 329 Recruitment: 2010-2012 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
Arm A: n = 165 Brentuximab vedotin group Baseline characteristics:
|
Arm B: n = 164 Placebo Baseline characteristics:
|
|
Dead at time of analysis: brentuximab: 28/ 167 pts (17%) Control: 25/ 160 pts (16%) „Interim analysis of overall survival showed no significant difference between treatment groups”
Brentuximab: 63% (55-70) Control: 51% (43-59) HR: 0,57, 95% CI 0,40-0,81, p=0,0013 Median PFS: Brentuximab: 42,9 months control: 24,1 months
Brentuximab: 94/167 pts (56%) Control: 25/ 160 pts (16%) Neutropenia Brentuximab: 58 pts (35%) Control: 19 pts (12%) For all AE, see table 3 in Moskowitz 2015
|
|
|
(Moskowitz, Walewski et al. 2018)
AETHERA
Auch als Dossierbewertung |
Recruitment: 2010-2012 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria: Pts who had previously received brentuximab vedotin |
n = 165 Brentuximab vedotin after auto-HSCT
See Moskowitz 2015 |
n = 164 Placebo after auto-HSCT
|
|
BV: 40 deaths Placebo: 37 deaths
BV: not reached Placebo: 15.8 months
BV: 59% (95% CI 51-66%) Placebo: 41% (95% CI, 33-49) (HR, 0.521; 95% CI 0.379-0.717)
BV: n = 6 Placebo: n = 3
BV: 36% Placebo: 46% HR 0.656; 95% CI 0.467-0.922
BV: 12% Placebo: 21%
|
|
|
Empfehlung 9.21. & 9.22. Therapie eines Hochrisiko-Rezidivs |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
RCT |
Gesamtüberleben |
- |
- |
- |
++1 |
- |
⊕⊕⊝⊝ |
|
|
|
Progressionsfreies Überleben |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊕⊕ |
|
|
|
Behandlungsbedingte Mortalität |
|
|
|
|
|
Not reported |
|
|
|
Nebenwirkungen |
- |
- |
- |
+2 |
- |
⊕⊕⊕⊝ |
|
|
|
Lebensqualität |
|
|
|
|
|
Not reported |
1: insgesamt wenig Patienten mit Event, keien Evidenz für einen Unterschied zwischen beiden Armen
2: wenig Ereignisse
9.2.1.4 EvT 9.22
|
Referenz/ Studientyp |
Untersuchte Population |
Intervention |
Kontrolle |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
|
(Moskowitz, Nademanee et al. 2015) RCT 1b
AETHERA |
n = 329 Recruitment: 2010-2012 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
Arm A: n = 165 Brentuximab vedotin group Baseline characteristics:
|
Arm B: n = 164 Placebo Baseline characteristics:
|
|
Dead at time of analysis: brentuximab: 28/ 167 pts (17%) Control: 25/ 160 pts (16%) „Interim analysis of overall survival showed no significant difference between treatment groups”
Brentuximab: 63% (55-70) Control: 51% (43-59) HR: 0,57, 95% CI 0,40-0,81, p=0,0013 Median PFS: Brentuximab: 42,9 months control: 24,1 months
Brentuximab: 94/167 pts (56%) Control: 25/ 160 pts (16%) Neutropenia Brentuximab: 58 pts (35%) Control: 19 pts (12%) For all AE, see table 3 in Moskowitz 2015
|
|
|
(Moskowitz, Walewski et al. 2018)
AETHERA
Auch als Dossierbewertung |
Recruitment: 2010-2012 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria: Pts who had previously received brentuximab vedotin |
n = 165 Brentuximab vedotin after auto-HSCT
See Moskowitz 2015 |
n = 164 Placebo after auto-HSCT
|
|
BV: 40 deaths Placebo: 37 deaths
BV: not reached Placebo: 15.8 months
BV: 59% (95% CI 51-66%) Placebo: 41% (95% CI, 33-49) (HR, 0.521; 95% CI 0.379-0.717)
BV: n = 6 Placebo: n = 3
BV: 36% Placebo: 46% HR 0.656; 95% CI 0.467-0.922
BV: 12% Placebo: 21%
|
|
|
Empfehlung 9.21. & 9.22. Therapie eines Hochrisiko-Rezidivs |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
RCT |
Gesamtüberleben |
- |
- |
- |
++1 |
- |
⊕⊕⊝⊝ |
|
|
|
Progressionsfreies Überleben |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊕⊕ |
|
|
|
Behandlungsbedingte Mortalität |
|
|
|
|
|
Not reported |
|
|
|
Nebenwirkungen |
- |
- |
- |
+2 |
- |
⊕⊕⊕⊝ |
|
|
|
Lebensqualität |
|
|
|
|
|
Not reported |
1: insgesamt wenig Patienten mit Event, keien Evidenz für einen Unterschied zwischen beiden Armen
2: wenig Ereignisse
9.2.1.4 EvT 9.23
|
Empfehlung 9.23.Konsolidierung mit Bestrahlung |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
RCT |
Gesamtüberleben |
- |
- |
+1 |
+2 |
- |
⊕⊕⊝⊝ |
|
|
|
Progressionsfreies Überleben |
- |
- |
+1 |
+2 |
- |
⊕⊕⊝⊝ |
|
|
|
Behandlungsbedingte Mortalität |
- |
- |
+1 |
+3 |
- |
⊕⊝⊝⊝ |
|
|
|
Nebenwirkungen |
- |
- |
+1 |
- |
- |
⊕⊕⊕⊝ moderate |
|
|
|
Lebensqualität |
|
|
|
|
|
Not reported |
1: Frage nicht randomisiert untersucht
2: insgesamt kleine Patientenzahl
3:sehr wenig behandlungsbedingte Todesfälle
9.2.2 EvT 9.24
|
Referenz/ Studientyp |
Untersuchte Population |
Intervention |
Kontrolle |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
|
(Josting, Nogova et al. 2005)Cohort study 2b |
n = 100 (from 4,754) Recruitment: 1988-1999 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
n = 100 median dose: 40 Gy (range: 15-50 Gy) Baseline characteristics:
|
No control group |
|
OS stage III/IV disease: 27% (P = .014 v P = .019)
|
|
|
(Josting, Nogova et al. 2005)Empfehlung 9.24. Alternativtherapie zur Transplantation |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
Retrospektive Analyse |
Gesamtüberleben |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ |
|
|
|
Progressionsfreies Überleben |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ |
|
|
|
Behandlungsbedingte Mortalität |
|
|
|
|
|
Not reported |
|
|
|
Nebenwirkungen |
|
|
|
|
|
Not reported |
|
|
|
Lebensqualität |
|
|
|
|
|
Not reported |
9.2.2 EvT 9.25
|
Referenz/ Studientyp |
Untersuchte Population |
Intervention |
Kontrolle |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
|
Retrospective analysis 2b |
n = 107 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
n = 107 Salvage therapies:
BEACOPP: n= 24 (21%) COPP/ABV/IMEP: n= 4 (4%) ABVD: n= 4 (4%) COPP: n= 2 (2%) various other regimens: n= 2 (2%)
Baseline characteristics:
|
no |
|
Age (P<0.0001), B symptoms (P=0.03), extranodal involvement (P=0.02)
Age (P<0.0001), B symptoms (P=0.05), salvage chemo-therapy (P=0.03) |
|
|
Empfehlung 9.25. Alternativtherapie zur Transplantation |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
Retrospektive Analyse |
Gesamtüberleben |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ |
|
|
|
Progressionsfreies Überleben |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ |
|
|
|
Behandlungsbedingte Mortalität |
|
|
|
|
|
Not reported |
|
|
|
Nebenwirkungen |
|
|
|
|
|
Not reported |
|
|
|
Lebensqualität |
|
|
|
|
|
Not reported |
9.2.2 EvT 9.26
|
Referenz/ Studientyp |
Untersuchte Population |
Intervention |
Kontrolle |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
|
(Santoro, Bredenfeld et al. 2000) Cohort study 2b |
n = 23 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
n = 23 Baseline characteristics:
|
no |
|
|
|
|
Non-RCT 2b |
n = 102 Recruitment: 2009 Inclusion Criteria (as above: Chen 2015, 2016)
Exclusion Criteria:
|
n = 102 Brentuximab vedotin 1.8 mg/kg, intravenous, every 3 weeks Max.: 16 cycles (If: no disease progression; no prohibiting toxicity) Baseline characteristics:
|
No control group |
Primary
|
|
|
|
Empfehlung 9.26. Alternativtherapie zur Transplantation |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
Retrospektive Analyse, Prospektive Analyse |
Gesamtüberleben |
- |
- |
+ |
- |
- |
⊕⊝⊝⊝ |
|
|
|
|
Progressionsfreies Überleben |
|
|
|
|
|
Not reported |
|
|
|
Behandlungsbedingte Mortalität |
|
|
|
|
|
Not reported |
|
|
|
Nebenwirkungen |
- |
- |
+ |
- |
- |
⊕⊝⊝⊝ |
|
|
|
Lebensqualität |
|
|
|
|
|
Not reported |
|
Retrospektive Analyse, Prospektive Analyse |
Gesamtüberleben |
- |
- |
+1 |
- |
- |
⊕⊝⊝⊝ |
|
|
|
|
Progressionsfreies Überleben |
|
|
|
|
|
Not reported |
|
|
|
Behandlungsbedingte Mortalität |
- |
- |
+1 |
- |
- |
⊕⊝⊝⊝ |
|
|
|
Nebenwirkungen |
- |
- |
+1 |
- |
- |
⊕⊝⊝⊝ |
|
|
|
Lebensqualität |
|
|
|
|
|
Not reported |
|
Retrospektive Analyse, Prospektive Analyse |
Gesamtüberleben |
- |
- |
+2 |
- |
- |
⊕⊝⊝⊝ |
|
|
|
|
Progressionsfreies Überleben |
- |
- |
+2 |
- |
- |
⊕⊝⊝⊝ |
|
|
|
Behandlungsbedingte Mortalität |
|
|
|
|
|
Not reported |
|
|
|
Nebenwirkungen |
- |
- |
+2 |
- |
- |
⊕⊝⊝⊝ |
|
|
|
Lebensqualität |
|
|
|
|
|
Not reported |
1: sehr kleine Patientenzahl eingeschlossen
2: indirekte Evidenz für Younes 2012: es wurden nur Patienten eingeschlossen, die eine autologe Transplantation erhalten hatten
9.2.2 EvT 9.27
|
Empfehlung 9.27.Alternativtherapie zur Transplantation |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
Prospektive Studie1 |
Gesamtüberleben |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ |
|
|
|
Progressionsfreies Überleben |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ |
|
|
|
Behandlungsbedingte Mortalität |
|
|
|
|
|
Not reported |
|
|
|
Nebenwirkungen |
- |
- |
- |
+ |
- |
⊕⊕⊝⊝ |
|
|
|
Lebensqualität |
|
|
|
|
|
Not reported |
1 single-arm Studien
9.2.3 EvT 9.28
|
Referenz/ Studientyp |
Untersuchte Population |
Intervention |
Kontrolle |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
|
(Chen, Palmer et al. 2015), (Chen, Gopal et al. 2016), (Younes, Gopal et al. 2012)
|
n = 102 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
brentuximab vedotin Baseline characteristics:
|
No control arm |
|
Median OS: 40.5 (95% CI: 28.7-61.9) 5-year OS: 41% (95% CI: 31-51) 9% (9 of 102) of the enrolled study population has achieved long-term remission exceeding 5 years in response to single-agent brentuximab vedotin without any additional therapy.
Median 9.3 months (95% CI: 7.1-12.2) 5-year PFS: 22% (95% CI: 13-31)
|
|
|
Empfehlung 9.28. Rezidiv nach Transplantation |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
Phase 2, single arm Studie |
Gesamtüberleben |
- |
- |
- |
- |
+1 |
⊕⊕⊝⊝ |
|
|
|
Progressionsfreies Überleben |
- |
- |
- |
- |
+1 |
⊕⊕⊝⊝ |
|
|
|
Behandlungsbedingte Mortalität |
|
|
|
|
|
Not reported |
|
|
|
Nebenwirkungen |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ |
|
|
|
Lebensqualität |
|
|
|
|
|
Not reported |
9.2.3 EvT 9.29
|
Referenz/ Studientyp |
Untersuchte Population |
Intervention |
Kontrolle |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
|
Update (Younes, Santoro et al. 2016) |
n = 23 recruitment: 2014-2015 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
Carmustine ≥ 600 mg/m² received as part of the pre-transplant conditioning regimen |
Nivolumab Cohort B (n=80) BV After Auto-HCT: Baseline characteristics:
Cohort C (n=100) BV After Auto-HCT: Baseline characteristics:
Recurrence status R&R |
No control arm |
|
Cohort B: 95% (87% to 98%) Cohort C: 90% (82% to 94%)
Cohort B: 14.7 months Cohort C: 11.9 months
Fatigue 23%, diarrhea (15%) infusion-related reactions (14%)
lipase increases (5%), neutropenia (3%), ALT increases (3%)
CR:N=2/9% PR: N=7/30% ORR: N=39%
|
Other limitations: single-arm study |
|
multicentre, multicohort, single-arm phase 2 trial |
n = 80 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
n = 80 Baseline characteristics:
|
No control group |
|
from disease progression: n= 1
hypersensitivity reaction: n= 1, discomfort: n= 1, infusion reaction: n= 1, unspecified adverse reaction: n= 1, unspecified reasons: n= 1
grade 1 or 2: n = 46 (58%)
grade 1 or 2: n= 51 (64%)
the most common: pyrexia (n= 3 [4%]), malignant neoplasm progression (n= 2 [3%]), pneumonia (n= 2 [3%]), arrhythmia (n= 2 [3%]), meningitis (n= 2 [3%]), and infusion-related reaction (n= 2 [3%])
the most common: infusionrelated reaction (n= 2 [3%])
|
|
|
Empfehlung 9.29. Rezidiv nach Transplantation und Brentuximab vedotin |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
|
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
Prospektive Studien |
Gesamtüberleben |
- |
|
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ |
|
|
|
Progressionsfreies Überleben |
- |
|
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ |
|
|
|
Behandlungsbedingte Mortalität |
|
|
|
|
|
|
Not reported |
|
|
|
Nebenwirkungen |
- |
|
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ |
|
|
|
Lebensqualität |
|
|
|
|
|
|
Not reported |
9.2.3.1 EvT 9.30
|
Referenz/ Studientyp |
Untersuchte Population |
Intervention |
Kontrolle |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
|
9.29 |
n = 157 Recruitment: 1985-1998 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
Allo n= 53 Baseline characteristics:
|
Auto n = 104 Baseline characteristics:
|
|
Allo: 30% (18% to 44%) Auto: 37% (25% to 48%) HR 1.6, P = .2
Allo: 27% (21% to 34%) Auto: 26% (21% to 31%)
|
|
|
(Gajewski, Phillips et al. 1996) 9.29 HLA identical allogenic |
n = 100 RIC or NMA allo-HCT Recruitment: 1982 - 1992 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
HLA-identical sibling bone marrow transplants Baseline characteristics:
|
No comparison |
|
21 (14-30)
15 (9-24)
65 (50-78)
61 (49-72)
45 (31-59)
35 (26-46)
2 (1-8) |
|
|
(Martino, Festuccia et al. 2016) Systematisches Review mit Listung pro Einzelstudie |
Autor, n, donor source Alvarez: n=40; MRD, MUD Anderlini: n=40; MRD, MUD Anderlini: n=58; MRD, MUD Burroughs: n=90; MRD, MUD, HAPLO Corradini: n=32, MRD Crocchiolo: n=111; MRD, MUD, HAPLO, UCB Devetten: n=143, MUD Gajewski: n=100, MRD Majhail: n=21; UCB, MRD Marcais: n=191, UCB, MRD, MUD Milpied: n=45; MRD Peggs: n=49; MRD, MUD Peggs: n=67; MRD Peggs: n=76; MRD, MUD Raiola: n=26; HAPLO Robinson: n=188 (52 HL); MRDMUD Robinson: n=285; MRD, MUD Sarina: n=185; MRD, MUD, HAPLO Sureda: n=168, MRD, MUD Sureda: n=92, MRD, MUD Thomson: n=38; MRD, MUD Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
n =2045 allogene Stammzelltransplantation nach Baseline characteristics:
Studien zwischen 1996 und 2015 |
Keine vordefinierte Kontrollgruppe, verschiedene vergleiche je nach dem, was in den Primärstudien berichtet wurde
- Disease status at stem cell transplantation (SCT) significantly impacted overall survival and PFS.
- The use of reduced intensity conditioning (RIC) protocols significantly reduced allogeneic-SCT (ALLO-SCT) transplant-related mortality in relapsed HL patients.
|
|
PFS, time point, author 32% at 2 years (Alvarez, RIC) 37% at 1,5 years (FM) 21% at 1,5 years (FC) (Anderlini, RIC) 32% at 2 years (Anderlini, RIC) 23% at 2 years (MRD) 29% at 2 years (MUD) 51% at 2 years (HAPLO) (Burroughs, NMAC) NR (Corradini, RIC) 61% at 3 years (Crocchiolo, MAC, NMAC, RIC) 30% at 1 year 20% at 2 years (Devetten, NMAC/RIC) 15% at 3 years (Gajewski, MA) UCB: 25% at 2 years MRD: 20% at 2 years (Majhail, RIC) 39% at 3 years (Marcais, RIC) 15% at 4 years (Milpied, MAC) 39% at 4 years (Peggs, RIC) 39% at 4 years (MF-A) 25% at 4 years (MF) (Peggs, RIC/DLI) NR (Peggs, RIC) 63% at 3 years (Raiola, NMAC) 46% at 1 year (Robinson, RIC) 29% at 4 years (Robinson, RIC) 31% at 2 years (Sarina, RIC) 20% at 5 years (MAC) 18% at 5 years (RIC) (Sureda) 24% at 4 years (Sureda, RIC) 42% at 5 years (Thomson, RIC)
OS, time point, author 48% at 2 years (Alvarez, RIC) 73% at 1,5 years (FM) 39% at 1,5 years (FC) (Anderlini, RIC) 64% at 2 years (Anderlini, RIC) 53% at 2 years (MRD) 58% at 2 years (MUD) 58% at 2 years (HAPLO) Burroughs, NMAC 32% at 3 years (Corradini, RIC) 68% at 3 years (Crocchiolo, MAC/NMAC/RIC) 56% at 1 year 37% at 2 years (Devetten, NMAC/RIC) 21% at 3 years (Gajewski, MA) UCB: 51% at 2 years MRD: 50% at 2 years (Majhail, RIC) 63% at 3 years (Marcais, RIC) 25% at 4 years (Milpied, MAC) 56% at 4 years (Peggs, RIC) 62% at 4 years (MF-A) 39% at 4 years (MF) (Peggs, RIC) 64% at 4 years (Peggs, RIC/DLI) 77% at 3 years (Raiola, NMAC) 62% at 1 year 50% at 3 years (Robinson, RIC) 25% at 4 years (Robinson, RIC) 57% at 2 years (Sarina, RIC) 22% at 5 years (MAC) 28% at 5 years (RIC) (Sureda) 43% at 4 years (Sureda, RIC) 65% at 10 years (Thomson, RIC)
TRM, time point, author 25% at 1 year (Alvarez) 5% at 1,5 years (FM) 22% at 1,5 years (FC) (Anderlini) 15% at 2 years (Anderlini) 21% at 2 years (MRD) 8% at 2 years (MUD) 9% at 2 years (HAPLO) (Burroughs) 3% at 3 years (Corradini) 17% at 3 years (Crocchiolo) 33% at 2 years (Devetten) NR (Gajewski, Phillips et al.) UCB 11% at 100 days MRD 17% at 100 days (Majhail) 16% at 3 years (Marcais) 48% at 4 years (Milpied, Fielding et al.) 15% at 2 years (Genadieva-Stavrik, Boumendil et al.) 7% at 2 years (MF-A) 29% at 2 years (MF) (Genadieva-Stavrik, Boumendil et al.) 59% at 4 years (Genadieva-Stavrik, Boumendil et al.) 4% at 2 years (Raiola) 25.5% at 1 year 34.3% at 2 years (Robinson) 19% at 1 year (Robinson) 12.7% at 2 years (Sarina) 46% at 1 year (MAC) 23% at 1 year (RIC) (Sureda) 15% at 1 year (Sureda) 13% at 1 year (Thomson)
|
Alvarez 2006 Anderlini 2005 Anderlini 2008 Burroughs 2008 Corradini 2007 Crocchiolo 2015 Devetten 2009 Gajewski 1996 Majhail 2006 Marcais 2013 Milpied 1996 Peggs 2005 Peggs 2007 Peggs 2011 Raiola 2014 Robinson 2002 Robinson 2009 Sarina 2010 Sureda 2008 Sureda 2012 Thomson 2008
|
|
(Milpied, Fielding et al. 1996)
9.29 Allogenic vs. autologous |
n = 64 Recruitment: -1994 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
n = 45 alloBMTs Baseline characteristics:
|
n = 45 ABMTs Baseline characteristics:
|
|
alloBMT: 25 (14-41) ABMT: 37 (23-55) alloBMT: Median survival 5 months ABMT: 18 months
alloBMT:15 (7-31) ABMT: 24 (13-41)
alloBMT: 31% ABMT: 18%
alloBMT: 48% ABMT: 27%
alloBMT: 61% ABMT: 61.5% |
|
|
(Genadieva-Stavrik, Boumendil et al. 2016) 9.29 9.30 MAC vs. RIC
|
n = 312 Recruitment: 2006 - 2010 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
MAC n = 63 Baseline characteristics:
|
RIC n = 249 Baseline characteristics:
|
|
Per Conditioning type:
MAC: 73% RIC: 62% HR 0.72 (95% CI 0.47–1.10, p=0.13)
MAC: 13% RIC: 12% HR 0.79 (95% CI 0.33–1.89, p = 0.60)
MAC: 48% RIC: 36% HR 0.70 (95% CI 0.48–1.04, p = 0.07)
MAC: 50% RIC: 60% HR 0.72 (95% CI 0.47–1.09, p = 0.127 |
|
|
Abbreviations: DLI: donor lymphocyte infusion; HAPLO: HLA-haploidentical related donor; MRD: matched-related donors; MUD: matched-unrelated donors; CB/UCB: umbilical cord blood donors MMUD: mismatched unrelated donor
MAC: myeloablative conditioning NMAC/NMA: nonmyeloablative conditioning; RIC: reduced intensity conditioning; TRM: transplant-related mortality;
|
||||||
|
Empfehlung 9.30. Allogene Transplantation |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
Prospektive/retrospektive Studien |
Gesamtüberleben |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ |
|
|
|
Progressionsfreies Überleben |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ |
|
|
|
Behandlungsbedingte Mortalität |
|
|
|
|
|
Not reported |
|
|
|
Langzeitnebenwirkungen |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ |
|
|
|
Lebensqualität |
|
|
|
|
|
Not reported |
9.2.3.1 EvT 9.31
|
Referenz/ Studientyp |
Untersuchte Population |
Intervention |
Kontrolle |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
|
(Gauthier, Castagna et al. 2017) 9.30 (RIC vs. NMA)
9.31 (HAPLO vs. MMUD vs. CB) |
n = 98 Recruitment: 2009-2014 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
MMUD, n=37 Baseline characteristics:
CB, n=27 Baseline characteristics:
Recurrence status: R/R |
HAPLO, n=34 Baseline characteristics:
|
|
Per Donor type:
HAPLO: 75% MMUD: 73% CB: 80% p=0.57
HAPLO: 25% MMUD: 25% CB: 36% P=0.52
HAPLO: 9% MMUD: 18% CB: 11% P= 0.45
HAPLO: 66% MMUD: 56% CB: 53% P=0.59
HAPLO: 52% MMUD: 22% CB: 31% P=0.02 Multivariable analysis: HAPLO: 1 MMUD: 2.02 (95% CI 1.06–3.84) CB: 2.43 (95% CI 1.24–4.75)
Per Conditioning type:
NMA: 75% RIC: 76% P=0.93
NMA: 24% RIC: 32% P=0.58
NMA: 6% RIC: 15% P=0.17
NMA: 70% RIC: 52% P=0.11
NMA: 50% RIC: 27% P=0.009 |
|
|
9.31 (HAPLO vs. MRD) |
n = 151 RIC or NMA allo-HCT Recruitment: 2011-2016 Database Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
MRD, n = 90 Baseline characteristics:
Recurrence status: R/R |
HAPLO, n = 61 Baseline characteristics:
Recurrence status: R/R |
|
HAPLO: 81% (71–92) MRD: 82% (74–91) P=0.91
HAPLO: 21% (12–35) MRD: 15% (9–25) P=0.49
HAPLO: 9% (4–21) MRD: 12% (6 - 21) P=0.53
HAPLO: 58% (45–73) MRD: 42% (32–53) HR: MRD vs HAPLO 2.95 (1.72–5.10)
|
|
|
(Gayoso, Balsalobre et al. 2016)
9.30 RIC 9.31 HAPLO |
n = 43 HAPLO-RIC Recruitment: 2009-2014 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
n = 43 Baseline characteristics:
Recurrence status: R&R |
|
|
HAPLO-RIC: 58% (42–74%)
HAPLO-RIC: 48% (32–64%)
HAPLO-RIC: 21% (12–38%)
neutropenic fever (74.5%) grades 1–2 mucositis (51%) CMV reactivations (54%)
|
|
|
(Giaccone, Festuccia et al. 2017)
9.30 mainly RIC |
n = 69 Mainly RIC Recruitment: 2000-2015 Inclusion Criteria:
|
n = 69 Baseline characteristics:
|
No comparison |
|
38.9%
17.7%
1-year: 31.8% 2-year: 41.4% 5-year: 43.4%
|
|
|
(Lacerda, Arrais Rodrigues et al. 2017) 9.30 RIC 9.31 HAPLO Retrospective study
|
n = 24 Recruitment: 2011-2014 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
n = 24 Baseline characteristics:
|
No comparison
|
|
66%
54%
17%
24% |
|
|
(Mariotti, Devillier et al. 2018) 9.30 (MRD & MUD) vs. HAPLO 9.31 MMA vs. RIC vs. MAC |
n = 64 Recruitment: 2009-2015 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
|
haploidentical n = 30 Baseline characteristics:
|
HLA-identical n = 34 Baseline characteristics:
|
|
Donor type
Haplo:56 (37-73) Multivariable HR 1.6 (95% CI 0.5-4.9)
Haplo:60 (41-74) Multivariable HR 0.4 (95% CI 0.05-4.3)
HLAid: 62 (41-76) Haplo: 60 (4-28) Multivariable HR 0.17 (95% CI 0.03-0.82)
HLAid: 9 (2-21) Haplo: 26 (12-43) Multivariable HR 4.8 (95% CI 0.8-27.6)
HLAid: 17 (7-32) Haplo: 47 (28-63) Multivariable HR 0.6 (95% CI 0.2-1.4)
Conditioning
NMA: 65.4 (46-78) RIC: 45.4 (45.4 (24-65) MAC: 25 (1-66) Multivariable HR RIC/MAC vs. NMAC 2.4 (95% CI 0.9-6.3)
NMA: 59 (41-73) RIC: 30 (14-48) MAC: 25 (1-66) Multivariable HR RIC/MAC vs. NMAC 1.5 (95% CI 0.1-14.2)
NMA: 35 (19-51) RIC:50 (28-69) MAC: 0 (0-0) Multivariable HR -
NMA: 6 (1-17) RIC: 24 (9-42) MAC: 75 (2-98) Multivariable HR -
NMA: 39 (14-54) RIC: 25 (11-42) MAC: 25 (1-66) Multivariable HR RIC/MAC vs. NMAC 0.9 (95% CI 0.3-2.11) |
|
|
Referenz/ |
Untersuchte Studien |
(verglichene) Interventionen |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
Literaturbelege/ |
|
SR Ia |
Search
Inclusion criteria:
Exclusion criteria:
|
Allogenic stem cell transplantation
|
(At 6 months, 1 year, 2 years and 3 years)
|
38 studies reporting on 1850 patients included in review
6 months: 83% (75–91)% (I²=74.6%) 1 year: 68% (62–74)% (I²=76.7%) 2 years: 58% (52–64)% (I²=72.4%) 3 years: 50% (41–58)% (I²=86.2%)
6 months: 77% (59 – 91)% (I²=87.1%) 1 year: 50% (42 - 57)% (I²=78.1%) 2 years: 37% (31 – 43)% (I²=74.69%) 3 years: 31% (25 – 37)% (I²=78.8%)
6 months: 15% (6–27)% (I²=79.4%) 1 year: 34% (30–39)% (I²=75.5%) 2 years: 42% (35–49)% (I²=72.4%) 3 years: 46% (40–51)% (I²=71.5%)
6 months: 13 (6–22)% (I²=75.4%) 1 year: 19 (14–24)% (I²=53.4%) 2 years: 19 (14–25)% (I²=68.3%) 3 years: 19 (14–24)% (I²=69.1%)
|
Overall quality of included studies: Low, Kohortenstudien Follow-Up: 0.5, 1, 2 and 3 years for OS and RFS Randomisation: no ITT: No Blinding: no Funding: Washington University Institute of Clinical and Translational Sciences grant UL1 TR000448 from the National Center for Advancing Translational Sciences. Heterogeneity:
|
Phillips et al. Jones et al. Anderson Carella Nachbaur Cooney Anderlini et al. Hahn et al. Tey et al. Majhail et al. Thomson et al. Sureda et al. Sureda et al. Burroughs et al. Burroughs et al. Burroughs et al. Armand et al. Anderlini et al. Verholen et al. Rodrigues et al. Robinson et al. Devetten et al. Claviez et al. Brunstein et al. Moskowitz et al. Sarina et al. Shafer et al. Johansson et al. Chen et al. Anderlini et al. Sureda et al. Paillard et al. Marcais et al. Sobol et al. Raiola et al. Garcias et al. Chen et al. Chen_2 et al. Illidge et al. Kako et al. Ramirez et al. Satwani et al |
|
Empfehlung 9.31. Allogene Transplantation |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
Prospektive/retrospektive Studien |
Gesamtüberleben |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ |
|
|
|
Progressionsfreies Überleben |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ |
|
|
|
Behandlungsbedingte Mortalität |
|
|
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|
|
Not reported |
|
|
|
Langzeitnebenwirkungen |
- |
- |
- |
- |
- |
⊕⊕⊝⊝ |
|
|
|
Lebensqualität |
|
|
|
|
|
Not reported |
9.2.3.1 EvT 9.32
|
Referenz/ |
Untersuchte Studien |
(verglichene) Interventionen |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
Literaturbelege/ |
|
(Messer, Steinzen et al. 2014)
|
randomized and non-randomized, prospective and retrospective comparative studies, registry analyses (comparing two treatment options), non-comparative studies (minimum number of 10 patients allografted from a UD) searched in April 2010, July 2011, February 2012, January 2013 in MEDLINE, EMBASE, CENTRAL, Cochrane Database of Systematic Reviews, Database of Abstracts of Reviews of Eff ects, Health Technology Assessment Database
Inclusion criteria:
Exclusion criteria:
|
allo-SCT from UD transplants compared to RD allo-SCT
alternative donor sources: Haplo and UCB
|
|
10 studies included in review Results (comparative studies):
OS rates for 3 years and higher were not reported
Anderlini et al.: statistically significant impact of donor source on the risk of acute GVHD (grade II – IV) chronic GVHD: tended to be increased in UD transplant recipients, reported as statistically significant in one study only
transplants/haploidentical transplants
Burroughs et al.: NRM tended to be higher in the RD group than in the UD group significantly lower NRM in the RD group (7% at 2 years)
TRM for UCB transplants: not reported 100-day and 2-year NRM for Haplo and UD transplants: were comparable, Compared to matched RD transplants, significant differences were reported in favor of patients with Haplo transplants: HR = 0.14, 95% CI [0.0; 0.07], p = 0.02 Results (non-comparative studies):
1-year rate: range 41-83 3-year rate: range 28-59
1-year rate: range 30-46 4-year rate: 22
Devetten 2009: 60% (grade II – IV) at day 100
Devetten 2009: 68%
100-day rate: range 13-15 2-year rate: range 22-33 Descriptive statistics: patient characteristics
|
Overall quality of included studies: high risk of bias
Follow-Up: 3-106 months Randomisation: not all ITT: not reported Blinding: not reported Funding: not reported |
Anderlini 2008 Armand 2008 Burroughs 2008 Peggs 2005 Tomblyn-Bachanova 2008 Devetten 2009 Johansson 2011 Rambaldi 2012 Brunstein 2009 Rodriguez 2009 |
|
Referenz/ Studientyp |
Untersuchte Population |
Intervention |
Kontrolle |
untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
methodische Bemerkungen |
|
(Bachanova, Burns et al. 2015) Retrospective, comparative study 3b |
n = 1593 Inclusion Criteria:
Exclusion Criteria:
lymphoma, Burkitt lymphoma and primary central nervous system lymphoma) |
Arm A: Baseline characteristics:
|
Arm B: n = 275 (HL: n= 74, 27%) MMUD Baseline characteristics:
Arm C: n = 142 (HL: n= 39, 27%) UCB Baseline characteristics:
|
Primary
Secondary
|
MUD: 94 (92–95) MMUD: 94 (90–96) UCB: 66 (57–73)
MUD: 95 (94-96)
MUD: 86 (84–88)
MUD: 37 (35–40)
MUD: 20 (18–22)
MUD: 51 (48–54)
|
|
|
Empfehlung 9.32. Allogene Transplanation |
Design
|
Endpunkt |
Verzerrungs-risiko |
Inkonsistenz |
Indirektheit |
Impräzision |
Weitere Überlegungen |
Gesamtqualität |
|
|
Meta-analysis, prospektive/retrospektive Studien |
Gesamtüberleben |
- |
- |
- |
-1 |
- |
⊕⊕⊝⊝ |
|
|
|
Progressionsfreies Überleben |
- |
- |
- |
-1 |
- |
⊕⊝⊝⊝ |
|
|
|
Behandlungsbedingte Mortalität |
|
|
|
|
|
Not reported |
|
|
|
Langzeitnebenwirkungen |
|
|
|
|
|
Not reported |
|
|
|
Lebensqualität |
|
|
|
|
|
Not reported |
1: sehr wenige Patienten untersucht
Literaturhinweise
[253] Mocikova, H., Obrtlikova, P., Vackova, B., Trneny, M., Positron emission tomography at the end of first-line therapy and during follow-up in patients with Hodgkin lymphoma: a retrospective study, Ann Oncol, 2010. 21: p. 1222-7., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19901011
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