Leitlinienprogramm OnkologieAnalkarzinom

1. Informationen zu dieser Leitlinie – Analkarzinom

Version 1.2 · Dezember 2020 · AWMF 081/004OL
Leitlinienprogramm Onkologie · Deutsche Krebsgesellschaft · Deutsche Krebshilfe · AWMF

1.1 Herausgeber

Leitlinienprogramm Onkologie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V. (AWMF), Deutschen Krebsgesellschaft e. V. (DKG) und der Stiftung Deutsche Krebshilfe (DKH).

1.2 Federführende Fachgesellschaft(en)

Deutsche Gesellschaft für Koloproktologie (DGK)

1.3 Finanzierung der Leitlinie

Diese Leitlinie wurde von der Deutschen Krebshilfe im Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie gefördert.

1.4 Kontakt

Office Leitlinienprogramm Onkologie
c/o Deutsche Krebsgesellschaft e. V.
Kuno-Fischer-Straße 80
14057 Berlin

leitlinienprogramm@krebsgesellschaft.de
www.leitlinienprogramm-onkologie.de

 

1.5 Zitierweise

Leitlinienprogramm-Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge von Analkanal- und Analrandkarzinomen, Langversion 1.2, 2020, AWMF-Registernummer 081/004OL, https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/analkarzinom

1.6 Bisherige Änderungen an der Version 1.2

November 2020: Version 1.1 – Überarbeitung des Abschnitts zur Immundefizienz im Kapitel 3.2. Redaktionelle Änderung der Empfehlung 14.6. – „…nicht heilbares Analkarzinom…“ statt „…nicht-heilbares fortgeschrittenes Analkarzinom…“.

Dezember 2020: Version 1.2 - Sprachliche Überarbeitung der Aussagen zu Vergleichen, die keinen Einfluss auf Empfehlungen hatten. Korrektur in der Tabelle zu Dosisconstraints (siehe hier). Korrektur von Angaben zum Vertrauen in Effektschätzer (von Hoch auf Moderat -ohne Relevanz für Empfehlungen) im Kapitel 9.20.

1.7 Besonderer Hinweis

 

Die Medizin unterliegt einem fortwährenden Entwicklungsprozess, sodass alle Angaben, insbesondere zu diagnostischen und therapeutischen Verfahren, immer nur dem Wissensstand zur Zeit der Drucklegung der Leitlinie entsprechen können. Hinsichtlich
der angegebenen Empfehlungen zur Therapie und der Auswahl sowie Dosierung von Medikamenten wurde die größtmögliche Sorgfalt beachtet. Gleichwohl werden die Benutzer aufgefordert, die Beipackzettel und Fachinformationen der Hersteller zur Kontrolle heranzuziehen und im Zweifelsfall einen Spezialisten zu
konsultieren. Fragliche Unstimmigkeiten sollen bitte im allgemeinen Interesse der OL-Redaktion mitgeteilt werden.

Der Benutzer selbst bleibt verantwortlich für jede diagnostische und therapeutische Applikation, Medikation und Dosierung.

In dieser Leitlinie sind eingetragene Warenzeichen (geschützte Warennamen) nicht besonders kenntlich gemacht. Es kann also aus dem Fehlen eines entsprechenden Hinweises nicht geschlossen werden, dass es sich um einen freien Warennamen
handelt.

Das Werk ist in allen seinen Teilen urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der Bestimmung des Urhebergesetzes ist ohne schriftliche Zustimmung der OL-Redaktion unzulässig und strafbar. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form ohne schriftliche Genehmigung der OL-Redaktion reproduziert werden. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung, Nutzung und Verwertung in elektronischen Systemen, Intranets und dem Internet.

 

1.8 Ziele des Leitlinienprogramms Onkologie

Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V., die Deutsche Krebsgesellschaft e. V. und die Deutsche Krebshilfe haben sich mit dem Leitlinienprogramm Onkologie (OL) das Ziel gesetzt, gemeinsam die Entwicklung und Fortschreibung und den Einsatz wissenschaftlich begründeter und praktikabler Leitlinien in der Onkologie zu fördern und zu unterstützen. Die Basis dieses Programms beruht auf den medizinisch-wissenschaftlichen Erkenntnissen der Fachgesellschaften und der DKG, dem Konsens der medizinischen Fachexperten, Anwender und Patienten sowie auf dem Regelwerk für die Leitlinienerstellung der AWMF und der fachlichen Unterstützung und Finanzierung durch die Deutsche Krebshilfe. Um den aktuellen Stand des medizinischen Wissens abzubilden und den medizinischen Fortschritt zu berücksichtigen, müssen Leitlinien regelmäßig überprüft und fortgeschrieben werden. Die An-wendung des AWMF-Regelwerks soll hierbei Grundlage zur Entwicklung qualitativ hoch-wertiger onkologischer Leitlinien sein. Da Leitlinien ein wichtiges Instrument der Qualitätssicherung und des Qualitätsmanagements in der Onkologie darstellen, sollten sie gezielt und nachhaltig in den Versorgungsalltag eingebracht werden. So sind aktive Implementierungsmaßnahmen und auch Evaluationsprogramme ein wichtiger Bestand-teil der Förderung des Leitlinienprogramms Onkologie. Ziel des Programms ist es, in Deutschland professionelle und mittelfristig finanziell gesicherte Voraussetzungen für die Entwicklung und Bereitstellung hochwertiger Leitlinien zu schaffen. Denn diese hochwertigen Leitlinien dienen nicht nur dem strukturierten Wissenstransfer, sondern können auch in der Gestaltung der Strukturen des Gesundheitssystems ihren Platz finden. Zu erwähnen sind hier evidenzbasierte Leitlinien als Grundlage zum Erstellen und Aktualisieren von Disease-Management-Programmen oder die Verwendung von aus Leitlinien extrahierten Qualitätsindikatoren im Rahmen der Zertifizierung von Organtumorzentren.

1.9 Weitere Dokumente zu dieser Leitlinie

Die vorliegende Langfassung der evidenz- und konsensbasierten S3-Leitlinie Analkarzinom (Diagnostik, Therapie und Nachsorge von Analkanal- und Analrandkarzinomen) enthält eine Übersicht über das methodische Vorgehen der Leitlinienentwicklung sowie die Hintergrundtexte und Empfehlungen zum Management des Analkarzinoms. Zusätzlich zu dieser Langfassung der Leitlinie liegen die folgenden Dokumente vor:

  • Kurzfassung der Leitlinie mit einer übersichtlicheren Darstellung der klinisch relevanten Inhalte
  • Leitlinienreport mit einer detaillierten Darstellung des methodischen Vorgehens bei der Entwicklung der Leitlinie
  • Evidenzbericht mit einer detaillierten Darstellung der Methodik und Ergebnisse der systematischen Evidenzrecherche und –auswertung
  • Patientenleitlinie (Laienversion der Leitlinie)

Diese Leitlinie und alle Zusatzdokumente sind über die folgenden Seiten zugänglich.

Die Leitlinie wird außerdem in der App des Leitlinienprogramms Onkologie abrufbar sein.

Weitere Informationen unter: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/app/

1.10 Zusammensetzung der Leitliniengruppe

1.10.1 Koordination und Redaktion

Koordination

PD Dr. med. Felix Aigner, Charité – Universitätsmedizin Berlin, Chirurgische Klinik, Campus Charité Mitte/ Campus Virchow-Klinikum, Berlin, und Abteilung für Chirurgie, Krankenhaus der Barmherzigen Brüder, Graz, Österreich

PD Dr. med. Robert Siegel, Klinik für Allgemein-, Viszeral- und Onkologische Chirurgie, Helios Klinikum Berlin-Buch, Berlin, und Fakultät für Gesundheit, Universität Witten/Herdecke.

 

Methodische Koordination und Redaktion

Person

Funktion

Dr. med. Ricardo N. Werner

 

Klinische und methodische Koordination im LL-Sekretariat, Erstellung der Leitliniendokumente, Unterstützung der AG-Leiter*innen bei der Erstellung von Entwürfen für Empfehlungen und Hintergrundtexte, sowie Erstellung des Evidenzberichts: u.a. systematische Recherche, Auswahl und Bewertung der Literatur, Erstellung von Evidenztabellen, narrative Zusammenfassungen.

Matthew Gaskins, MPH

u.a. Zweitbewertung im Rahmen der systematischen Recherche, Auswahl und Bewertung der Literatur, Erstellung von Evidenztabellen, narrative Zusammenfassungen.

Gabriela L. Avila -Valle, M.Sc.

u.a. Zweitbewertung im Rahmen der systematischen Recherche, Auswahl und Bewertung der Literatur, Erstellung von Evidenztabellen, narrative Zusammenfassungen.

Martin Dittmann

Organisatorische Vorbereitung von Kick-Off-Meeting und Konsensuskonferenzen, technischer Support, Kommunikation, administrative Unterstützung.

1.10.2 Beteiligte Fachgesellschaften und Organisationen

In Abstimmung mit dem Leitlinienprogramm Onkologie wurden alle in der folgenden Tabellle aufgeführten Fachgesellschaften und sonstigen Organisationen zur Mitarbeit an der Leitlinie eingeladen. Die Übersicht zeigt zusätzlich alle von den Fachgesellschaften und Organisationen benannten Mandatsträger*innen.

Tabelle 1: Beteiligte Fachgesellschaften und Organisationen

Beteiligte Fachgesellschaften und OrganisationenMandatsträger
Arbeitsgemeinschaft für Psychoonkologie in der DKG (PSO)Dr. Bianca Senf
Arbeitsgemeinschaft onkologische Pathologie in der DKG (AOP)Prof. Dr. Gerald Niedobitek
Arbeitsgemeinschaft Onkologische Rehabilitation und Sozialmedizin in der DKG (AGORS)Dipl.-Med. Gerhard Faber
Arbeitsgemeinschaft Radiologische Onkologie in der DKG (ARO)Prof. Dr. Claus Rödel
Prof. Dr. Emmanouil Fokas
Arbeitsgemeinschaft Supportive Maßnahmen in der Onkologie in der DKG (AGSMO)Dr. Maria Steingräber
Dr. Rolf Mahlberg
Assoziation Chirurgische Onkologie (ACO) in der DGAV und der DKGProf. Dr. Hans-Rudolf Raab
Berufsverband der Coloproktologen DeutschlandsProf. Dr. Alois Fürst
MR Dr. Petra Lugger
Berufsverband Deutscher Strahlentherapeuten (BVDST)Prof. Dr. Franz-Josef Prott
Deutsche AIDS-Gesellschaft (DAIG)PD Dr. Stefan Esser
Prof. Dr. Mark Oette
Deutsche Dermatologische Gesellschaft (DDG)PD Dr. Gerhard Weyandt
Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie – AG ColoproktologieProf. Dr. Volker Kahlke
Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie – AG „Funktionalität in der kolorektalen Chirurgie“Dr. Adal Saeed
Prof. Dr. Matthias Turina
Deutsche Gesellschaft für Gastroenterologie, Verdauungs- und Stoffwechselkrankheiten (DGVS)Prof. Dr. Mark Oette
Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO)Dr. Franz Mosthaf
Deutsche Gesellschaft für Koloproktologie (DGK)PD Dr. Robert Siegel
PD Dr. Felix Aigner
Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin (DGN)Prof. Dr. Stefan Dresel
Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP)Prof. Dr. Steffen Simon
Deutsche Gesellschaft für Pathologie (DGP)Prof. Dr. Gerald Niedobitek
Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO)Dr. Stephan Koswig
Prof. Dr. Volker Budach
Deutsche Gesellschaft für Rehabilitationswissenschaften (DGRW)Dr. Jan Schmielau
Deutsche Gesellschaft für Virologie (GfV)Prof. Dr. Ulrike Wieland
Deutsche ILCOErich Grohmann
Deutsche Röntgengesellschaft (DRG)Prof. Dr. Johannes Weßling
HPV-Management-Forum (Paul-Ehrlich-Gesellschaft für Chemotherapie PEG)Prof. Dr. Ulrike Wieland
Schweizerische Arbeitsgemeinschaft für KoloproktologieDr. Stephan Baumeler
Dr. Christine Maurus
Österreichische Arbeitsgemeinschaft für ColoproktologieDr. Irmgard Kronberger

An der Erarbeitung dieser S3-Leitlinie waren zu einzelnen Aspekten mit sozialmedizinischer Relevanz Ärztinnen und Ärzte des Kompetenz Centrums Onkologie des GKV-Spitzenverbandes und der MDK-Gemeinschaft beratend beteiligt. Sie haben an den Abstimmungen zu den einzelnen Empfehlungen nicht teilgenommen und sind für den Inhalt dieser Leitlinie nicht verantwortlich. 

Die von der AG Konferenz Onkologischer Kranken- und Kinderkrankenpflege mandatierte Person beteiligte sich nicht an der Leitlinienentwicklung. Außerdem wurden die Deutsche Gesellschaft für Allgemeinmedizin (DEGAM) und das Robert Koch-Institut (RKI) für den Leitlinienprozess angeschrieben, die jedoch keine Vertreter*innen benannt haben.

1.10.3 Arbeitsgruppen

Gliederung und Autor*innen der Hintergrundtexte

Während der Kick-off-Konferenz und im Nachgang wurden Arbeitsgruppen entsprechend der thematischen Abschnitte der Leitlinie gebildet. Für die Bildung von Arbeitsgruppen wurden die individuelle Expertise, individuelle Präferenzen und Interessenkonflikte berücksichtigt. Die Arbeitsgruppen erhielten von der methodischen Leitlinienkoordination themenrelevante Studien, systematische Reviews und Leitlinien, die während der orientierenden systematischen Recherche zu Beginn der Leitlinienentwicklung identifiziert wurden, zugesandt.

Die folgende Tabelle gibt einen Überblick über die Einteilung der Arbeitsgruppen:

Tabelle 2: Arbeitsgruppen

Arbeitsgruppe

Mitglieder der Arbeitsgruppe (AG-Leiter fett markiert)

Klinische Einleitung

Felix Aigner, Ulrike Wieland, Robert Siegel, Ricardo N. Werner

Definitionen und Terminologie

Gerhard Weyandt, Gerald Niedobitek, Felix Aigner, Robert Siegel, Ricardo N. Werner

Prävention und Screening

Ulrike Wieland, Stefan Esser, Gerhard Weyandt, Stephan Baumeler

Primäre Diagnostik bei Verdacht auf Analkarzinom

Volker Kahlke, Petra Lugger, Gerald Niedobitek

Diagnostik und Staging bei gesichertem Analkarzinom

Stefan Dresel, Johannes Weßling, Mark Oette, Robert Siegel

Prä- und peritherapeutische Maßnahmen (Prätherapeutische Diagnostik und Maßnahmen (allgemein))

Rolf Mahlberg, Ricardo N. Werner,

Prä- und peritherapeutische Maßnahmen (Immunkompromittierte Patient*innen)

Ricardo N. Werner, Claudia Bösmüller

Prä- und peritherapeutische Maßnahmen (HPV-Vakzinierung)

Ulrike Wieland, Ricardo N. Werner

Prä- und peritherapeutische Maßnahmen (Stoma-Anlage)

Christine Maurus, Robert Siegel, Ricardo N. Werner

Therapie des Analkarzinoms

Felix Aigner, Ricardo N. Werner, Stephan Koswig, Volker Budach, Franz Mosthaf, Hans-Rudolf Raab, Claus Rödel, Robert Siegel, Matthew Gaskins

Response-Beurteilung nach primärer Radiochemotherapie

Robert Siegel, Alois Fürst, Ricardo N. Werner, Stefan Dresel, Franz Mosthaf, Mark Oette, Johannes Weßling

Nachsorge

Irmgard Kronberger, Adal Saeed, Franz-Josef Prott

Palliativversorgung, supportive Maßnahmen und psychoonkologische Betreuung

Steffen Simon, Mark Oette, Rolf Mahlberg, Bianca Senf, Robert Siegel

Rehabilitation

Gerhard Faber, Jan Schmielau, Erich Grohmann, Petra Lugger

1.10.4 Weitere Beteiligte (ohne Stimmrecht)

In der Arbeitsgruppe „prätherapeutische Maßnahmen“ wurde Frau PD Dr. Claudia Bösmüller (Universitätsklinik für Visceral-, Transplantations- und Thoraxchirurgie, Universität Innsbruck, Innsbruck, Österreich) als externe Expertin gewonnen, die an der Entwicklung des konsensbasierten Abschnitts zum Management von iatro-gen immunsupprimierten Patient*innen mit Analkarzinom beteiligt war.

1.10.5 Patientenbeteiligung

Die Berücksichtigung der Patientenperspektive im Rahmen der Leitlinienentwicklung erfolgte über verschiedene Ansätze. Eine offizielle Organisation dezidiert von und für Patient*innen mit Analkarzinom existiert in Deutschland nicht. Daher wurde die Deutsche ILCO e.V. als Selbsthilfevereinigung, die die Interessen von Patient*innen mit Stoma und Darmkrebs vertritt, gebeten, die Patientenperspektive im Rahmen der Leitlinienentwicklung zu vertreten und hierfür eine*n Mandatsträger*in zu nominieren. In diesem Zuge wurde Herr Erich Grohmann nominiert (siehe Tabelle 2). 

Über den Ansatz der direkten Beteiligung eines Patientenvertreters hinaus wurde im Kontext der Bewertung der Relevanz von Endpunkten eine Umfrage unter Patient*innen mit Analkarzinom sowie unter den Mitgliedern der Leitlinienkommission durchgeführt. Die Methodik und Ergebnisse dieser Umfrage finden sich im Evidenzbericht dargestellt. Die Ergebnisse dieser Bewertung der Relevanz von Endpunkten wurden im Rahmen des GRADE-Verfahrens zur Erstellung von Empfehlungen entsprechend berücksichtigt.

1.10.6 Methodische Begleitung

Durch die Division of Evidence-Based Medicine (dEBM), Klinik für Dermatologie, Venerologie und Allergologie, Charité – Universitätsmedizin Berlin. 

Person

Funktion

Dr. med. Ricardo N. Werner

 

Klinische und methodische Koordination im LL-Sekretariat, Erstellung der Leitliniendokumente, Unterstützung der AG-Leiter*innen bei der Erstellung von Entwürfen für Empfehlungen und Hintergrundtexte, sowie Erstellung des Evidenzberichts: u.a. systematische Recherche, Auswahl und Bewertung der Literatur, Erstellung von Evidenztabellen, narrative Zusammenfassungen.

Matthew Gaskins, MPH

u.a. Zweitbewertung im Rahmen der systematischen Recherche, Auswahl und Bewertung der Literatur, Erstellung von Evidenztabellen, narrative Zusammenfassungen.

Gabriela L. Avila Valle, M.Sc.

u.a. Zweitbewertung im Rahmen der systematischen Recherche, Auswahl und Bewertung der Literatur, Erstellung von Evidenztabellen, narrative Zusammenfassungen.

Martin Dittmann

Organisatorische Vorbereitung von Kick-Off-Meeting und Konsensuskonferenzen, technischer Support, Kommunikation, administrative Unterstützung.

 

Darüber hinaus erfolgte eine methodische Begleitung durch das Leitlinienprogramm Onkologie:

  • Dr. med. Markus Follmann, MPH, MSc., Bereichsleitung des Leitlinienprogramms Onkologie der AWMF, Deutschen Krebsgesellschaft und Deutschen Krebshilfe, Berlin
  • Dipl.-Soz. Wiss. Thomas Langer, stellv. Bereichsleitung des Leitlinienprogramms Onkologie der AWMF, Deutschen Krebsgesellschaft und Deutschen Krebshilfe, Berlin
  • Dr. rer. medic. Susanne Blödt, MScPH, Arbeitsgemeinschaft der wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaften (AWMF)
  • Dr. med. Monika Nothacker, MPH, Arbeitsgemeinschaft der wissenschaftlichen medizinischen Fachgesellschaften (AWMF)

1.11 Abkürzungsverzeichnis

Tabelle 3: Abkürzungen

AbkürzungenErläuterungen
5-FU

5-Fluorouracil

95%-KI

95% Konfidenzintervall

AIN

Anale intraepitheliale Neoplasie

AJCC

American Joint Committee on Cancer

APR

Abdominoperineale Rektumexstirpation

ART

Antiretrovirale Therapie

AWMF

Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V.

ÄZQ

Ärztliches Zentrum für Qualität in der Medizin

BT

Brachytherapie

CCB

Capecitabin

EFS

Event-free survival

EG

Empfehlungsgrad, A=starke Empfehlung, B=Empfehlung, C= offene Empfehlung

FDG-PET

Fluorodeoxyglukosepositronenemissionstomographie

FOLFCIS

Chemotherapie-Regimen mit Folinsäure, 5-Fluorouracil und Cisplatin

FOLFOX

Chemotherapie-Regimen mit Folinsäure, 5-Fluorouracil und Oxaliplatin

Gy

Gray

HG-AIN

High Grade anale intraepitheliale Neoplasie (AIN II, AIN III)

HPV

Humanes Papillomavirus

HR

Hazard ratio

HR-HPV

Hochrisiko-Genotypen des Humanen Papilloma-Virus

HRA

High resolution anoscopy (hochauflösende Anoskopie)

HT

Hyperthermie

IMRT

intensitätsmodulierte Radiotherapie

KI

Konfidenzintervall

KKP

Klinischer Konsenspunkt

KM

Kaplan-Meier

LC

Local control (lokale Kontrolle)

LF

Local failure (lokales Versagen)

LL

Leitlinie

LoE

Level of Evidence

LR-HPV

Low risk humane Papillomaviren (z.B. HPV-6, HPV-11)

LRC

Locoregional control (lokoregionale Kontrolle)

LRF

Locoregional failure (Lokoregionales Versagen)

M.

M = Ausmaß der Fernmetastasierung im Rahmen der TNM-Klassifikation;

Definitionen für das Analkarzinom nach AJCC 2017 [1]:

  • M0: Keine Fernmetastasen
  • M1: Fernmetastasen vorliegend
Mdn

Median

MMC

Mitomycin-C

MRT

Magnetresonanztomographie

MSM

Männer, die Sex mit Männern haben

MW

Arithmetisches Mittel

N.

N = Befall regionaler Lymphknoten im Rahmen der TNM-Klassifikation;

Definitionen für das Analkarzinom nach AJCC 2017 [1]:

  • NX: Regional Lymphknoten nicht beurteilt / nicht beurteilbar
  • N0: Keine regionalen Lymphknotenmetastasen
  • N1: Metastasen in den inguinalen, mesorektalen oder iliakalen Lymphknoten
    • N1a: inguinale, mesorektale oder interne iliakale Lymphknoten betroffen
    • N1b: externe iliakalen Lymphknoten betroffen
    • N1c: externe iliakalen sowie jegliche N1a Lymphknoten betroffen
NCCN

National Comprehensive Cancer Network

NGC

National Guideline Clearinghouse (USA)

NICE

National Institute for Health and Care Excellence

OL

Leitlinienprogramm Onkologie

OP

Operation

OR

Chancenverhältnis (engl. Odds-Ratio)

OS

Gesamtüberleben / overall survival

Pat.

Patient*innen

PET

Positronen-Emissions-Tomographie

PFS

progressionsfreies Überleben (engl.: progression-free survival)

PPV

positiver prädiktiver Wert / positive predictive value

PR

Partial remission, partielle Remission

QoL

Lebensqualität / Quality of Life

RCT

Randomized Controlled Trial

RCTx

Radiochemotherapie

RFS

Rezidive-free Survival, rezidivfreies Überleben

RoB II

Cochrane-Risk of Bias tool II

ROBINS-I

Risk of Bias in non-randomised Studies of Interventions

RR

Relatives Risiko

RTX

Radiotherapie

SIGN

Scottish Intercollegiate Guidelines Network

SISCCA

Superficially invasive squamous cell carcinoma of the anus (superfiziell invasives Palltenepithelkarzinom des Anus)

ST

Statement

T.

T = Ausmaß des Primärtumors im Rahmen der TNM-Klassifikation; 

Definitionen für das Analkarzinom nach AJCC 2017 [1]:

  • Tx: Primärtumor nicht beurteilt / nicht beurteilbar
  • T0: Kein Anhalt für Primärtumor
  • Tis: Hochgradige intraepitheliale Neoplasie (zuvor bezeichnet als Carcinoma in situ, Morbus Bowen, anale intraepitheliale Neoplasie (AIN) II-III)
  • T1: Tumor ≤2 cm
  • T2: Tumor >2 cm aber ≤5 cm
  • T3: Tumor >5 cm
  • T4: Tumor jeder Größe mit Invasion benachbarter Organe, z.B. Vagina, Urethra, Blase
Tln.

Teilnehmer*innen

TNM

TNM-Klassifikation