6. Diagnostik – Zervixkarzinom
Wesentliche Neuerungen im Kapitel Diagnostik
Das Kapitel Diagnostik wurde in einigen Teilen deutlich verändert. Grundlage zur Diagnostik ist weiterhin die bestehende TNM-Klassifikation in der aktuellen Version von 2025. In der aktuellen FIGO-Klassifikation von 2018 wurde die Stadieneinteilung mittels bimanueller Untersuchung durch den Gynäkologen verlassen und die radiologische Schnittbildgebung mitberücksichtigt. Die FIGO sieht darin einen Vorteil in der Kommunikation im multidisziplinären Team und der Verbesserung der Betreuung der Patientin mit Zervixkarzinom. Obwohl die Stadieneinteilung des Zervixkarzinoms nach wie vor eine klinische ist, dürfen die Ergebnisse der radiologischen Bildgebung und die Ergebnisse der Biopsie in die Festlegung sämtlicher Stadien einbezogen werden. Die PET-CT wird in der Diagnostik des primären Zervixkarzinoms weiterhin nicht empfohlen, kann aber in der Rezidivsituation zum Ausschluss von größeren Lymphknoten- und Fernmetastasen vor geplanten lokalen Verfahren durchgeführt werden.
M. Beer, F.A. Stübs, G. Manegold-Braun, B. Zimmer, F. Riedel
6.1 Stadiendefinition – Begrifflichkeiten
Für die Tumortypisierung ist die WHO-Klassifikation von 2014 [86] verbindlich. Für die Stadieneinteilung des histologischen Präparats gilt die TNM-Klassifikation von 2025 9th Edition of the UICC und fakultativ zusätzlich die FIGO-Klassifikation von 2018 (siehe Tabelle "Übersicht der TNM-Kategorien/ FIGO-Stadien"). Neben diesen klar definierten Tumorstadien werden in der Literatur eine Reihe von Wortschöpfungen und unklar definierten Begrifflichkeiten gefunden. Diese werden hier zusammengestellt und versucht in die derzeit bindende TNM/UICC-Klassifikation von 2025 zu übersetzen. Die Leitliniengruppe übernimmt hier die Unterscheidung in mikro- und makroinvasive Karzinome, allerdings wird hier deutlich dargestellt, dass zudem die Nennung der histologischen Risikofaktoren zur klaren Stadien-, Risiko- und Prognosedefinition und somit letztlich zur Therapieindikation erfolgen muss (siehe Kapitel 9.6 Stadienabhängige Therapie). Auch die Unterscheidung in regionäre und Fernmetastasen sieht die Leitliniengruppe als durch die TNM/UICC-Klassifikation 2025 ausreichend definiert an. Ansonsten kam die Leitliniengruppe überein für die Tumorstadien, wo dies möglich war, die genauen TNM und/oder FIGO-Stadien anzugeben und auf Begriffe wie fortgeschrittenes, lokal (weit) fortgeschritten und frühes Zervixkarzinom möglichst zu verzichten oder zumindest die gemeinten Stadien mitanzuführen. Die Leitliniengruppe präferiert im Gegensatz zur oben genannten klassischen Definition die Einschätzung, dass als fortgeschrittenes Zervixkarzinom eine Erkrankung gilt, die nicht unimodal behandelt werden kann, sondern aufgrund des histologischen Tumorstadiums einer multimodalen Therapie bedarf. Dies geht aufgrund der somit vorliegenden Tumorbiologie/-ausdehnung mit einer schlechteren Prognose für die Patientin (Mortalität) bzw. mit höheren Therapienebenwirkungen (Morbidität) einher.
Althergebrachte Definitionen wie persistierend, metastasiert und rezidiviert werden ebenfalls weiterverwendet. Hier soll aber genau zwischen isoliert/disseminiert metastasiert (pM1) und Lokalrezidiv inklusive regionärer Metastasen (pM0) unterschieden werden und die Begriffe nicht vermischt werden. Ziel ist eine möglichst genaue Beschreibung der Tumormerkmale und –Ausdehnung um eine optimale an das Erkrankungsstadium angepasste Therapie zu ermöglichen. Die Unterscheidung in lokal fortgeschritten und lokal weit fortgeschritten lehnt die Leitliniengruppe ab.
6.2 Diagnostik als Grundlage der Therapiewahl
2018 wurde die aktuelle FIGO-Klassifikation nach eingehender Beratung vorgestellt. Bisher war die FIGO-Klassifikation des Zervixkarzinoms eine rein klinische Stadieneinteilung und beruhte auf der bimanuellen Untersuchung der Patientin durch den Gynäkologen. Dies war dem Umstand geschuldet, dass die große Mehrheit von Zervixkarzinomen in Nichtindustrieländern vorkommt und damit diese Frauen nur eingeschränkten Zugang zur radiologischen Schnittbildgebung bzw. histologischen Sicherung haben. Diese Herangehensweise ist in der aktuellen FIGO-Klassifikation verlassen worden. Neben der Verbesserung von Ressourcen in den Nichtindustrieländern, sieht die FIGO einen Vorteil in der Kommunikation im multidisziplinären Team und der Verbesserung der Betreuung der Patientin mit Zervixkarzinom. Obwohl die Stadieneinteilung des Zervixkarzinoms nach wie vor eine klinische ist, dürfen die Ergebnisse der radiologischen Bildgebung und die Ergebnisse der Biopsie in die Festlegung sämtlicher Stadien einbezogen werden. Es wird aber leider weiterhin auf eine Empfehlung der zu verwendenden Methoden zur Diagnostik und Stadieneinteilung verzichtet [87]. Dies erschwert natürlich die Möglichkeit von Registervergleichen. In einigen Studien konnte der Benefit ergänzender bildgebender Verfahren (z.B. MRT) gezeigt werden [88], [89]. Narkoseuntersuchung, Zystoskopie, Rekto-sigmoidoskopie, Röntgen-Thorax, i.v-Pyelogramm oder Kontrastmittelkoloskopie sind speziellen Fragestellungen vorbehalten. Insbesondere das i.v.-Pyelogramm und die Kontrastmittelkoloskopie werden in Deutschland zur diagnostischen Abklärung bei gesichertem Zervixkarzinom nicht mehr durchgeführt. Auch der Röntgenthorax ist weitgehend durch das Staging CT Thorax/Abdomen abgelöst worden, das Patientinnen ab einem lokal begrenzten Tumor > 4cm (FIGO IB2) nach Leitlinie erhalten.
Die Änderungen in der aktuellen FIGO-Klassifikation (2018) haben teilweise grundlegende Auswirkungen auf die Stadieneinteilung und auch die stadienbasierte Therapie. In der 9. Auflage der TNM sind die Stadien zwischen TNM und FIGO (2018) deckungsgleich. Allerdings liegen zur neuen TNM-Klassifikation keine und zur FIGO (2018) Klassifikation nur sehr wenige Daten vor.
Dies macht die Grundlagen zur Therapiewahl umso schwieriger, da die entsprechenden prospektiv randomisierten Studien, die in dieser Leitlinie zitiert werden, größtenteils auf das ungenaue digitale (Palpation!) FIGO-Klassifikations-System von 2009 zurückgreifen und die aktuelle Wahl der Therapiemethoden zumeist nicht auf den operativen oder bildgebenden Verfahren basiert. Diese Unklarheit in der FIGO-Klassifikation wird darüber hinaus noch durch die Definition der „makroskopisch sichtbaren“ Läsionen, insbesondere der oberflächlichen Invasion verstärkt. Die als „mikroskopisch“ klassifizierte Läsion der Zervix verändert explizit nicht die Klassifikation im Hinblick auf die Erhöhung in das Stadium Ib, sondern bleibt selbst bei kolposkopisch sichtbarer Läsion beim Stadium IA. Nur bei pathologischem T-Stadium nach Exzision, bzw. Konisation wird das Stadium bei einer Stromainvasion von größer als 5 mm und einem oberflächlichen Ausmaß von größer als 7 mm als Ib klassifiziert. Bei Bezug auf Studiendaten und Literatur muss genau darauf geachtet werden, welche FIGO-Klassifikation in der Literatur verwendet wurde.
Neben den tumorbedingten Kriterien müssen auch weitere patientinnenspezifische Aspekte bedacht werden:
(1) So ist bei junger Patientin mit Erstdiagnose Zervixkarzinom immer ein potentieller Kinderwunsch oder eine vorliegende Schwangerschaft schwangerschaftswochenabhängig in die Diagnostik- und Therapiewahl mit einzubeziehen.
(2) Des Weiteren ist der Menopausenstatus (Prä/Peri/Post) unter dem Aspekt des Ovarerhalts zum Erhalt der intrinsischen Hormonfunktion von Bedeutung für das Wohlbefinden und die Lebenserwartung der Patientin mit Zervixkarzinom.
Aufgrund der beschriebenen Versorgungsstrukturen unterliegt die Diagnose eines Zervixkarzinoms in Deutschland anderen diagnostischen Algorithmen als den von der FIGO vorgeschlagenen.
6.2.1 Konsentierte Abbildungen der Leitliniengruppe zur Diagnosestellung und Stadiendefinition als Grundlage der Therapieentscheidung
Basierend auf Expertenkonsens, Konsens Diagnosestellung und Stadiendefinition als Grundlage der Therapieentscheidung ≤ FIGO-Stadium IIB
6.2.1.1 Diagnosestellung und Stadiendefinition als Grundlage der Therapieentscheidung > FIGO-Stadium IIB
6.2.2 Empfehlungen zur Diagnostik
Zur Festlegung der lokalen Tumorausbreitung soll neben der gynäkologischen Tastuntersuchung, bildgebend der transvaginale Ultraschall sowie zum Ausschluss einer Harntransportstörung der Nierenultraschall durchgeführt werden.
- Konsens
- Starker Konsens
Änderungshinweis
Zur Festlegung der lokalen Tumorausbreitung soll klinisch bildgebend der vaginale Ultraschall und zum Ausschluss einer Harntransportstörung der Nierenultraschall durchgeführt werden.Patientinnen mit histologisch gesichertem Zervixkarzinom ab mindestens FIGO-Stadium IA2 (2009) sollten ein MRT-Becken zur Beurteilung der lokoregionären Tumorausbreitung erhalten.
- Empfehlungsgrad
- B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
- Evidenzlevel
- 3
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [90] [91] [92]
Änderungshinweis
Patientinnen mit histologisch gesichertem Zervixkarzinom ab mindestens FIGO-Stadium IB2 (2009) und bis einschließlich III sollten ein MRT-Becken zur Beurteilung der lokoregionären Tumorausbreitung erhalten.Evidenztabellen (1)
Woo et al 2020Hintergrund 6.1 bis 6.2
Die FIGO-Klassifikation von 2018 integriert bildgebende Verfahren explizit in die Stadieneinteilung des Zervixkarzinoms [93].
Die Magnetresonanztomographie ist in diesem Kontext das bevorzugte Verfahren zur präzisen Bestimmung der Tumorgröße, der lokalen Ausdehnung (insbesondere Parametrien, Vaginal- und Beckenwandinfiltration) sowie zur Beurteilung der pelvinen Lymphknoten. Dies ist entscheidend für die korrekte Stadieneinteilung und die Therapieplanung. In einer prospektiven Studie mit 100 Patientinnen zeigte das MRT eine Übereinstimmungsrate von 86% (95% KI, 76,3%-90,9%) im Vergleich zum Hysterektomiepräparat (28644161, 38823948). In einer weiteren In einer weiteren Meta-Analyse, die 78 Studien mit Bezug zum MRT eingeschlossen hat, zeigte das MRT eine gepoolte Sensitivität von 71-88% und eine Spezifität von 86%-95% für die Bestimmung der lokalen Tumorgröße. Das MRT zeigte ein Sensitivität von 71% (95% KI, 62%-79%) sowie eine Spezifität von 91% (95% KI, 98%-93%) für die Parametrieninfiltration, 71% Sensitivität (95% KI, 54%-84%) und 86% Spezifität(95% KI, 81%-89%) für die Infiltration der Vagina und 84% Sensitivität (95% CI, 57%-95%) und 95% Spezifität (95% CI, 87%-98%) für eine Blaseninfiltration [92][91].
Auch Daten aus einem systematischen Review von 2013 bestätigen diese Daten und zeigen, dass die MRT (gepoolte Sensitiviät 84 %; 95 % KI 76-90 %) v.a. bei der Detektion von Parametrieninfiltration und Zervixkarzinomen > Stadium IIB (somit potentiell inoperabel) der klinischen Untersuchung (gepoolte Sensitivität 40 %; 95 % KI 25-58 %) überlegen ist [94].
Internationale Empfehlungen sehen einen höheren Stellenwert des MRT zur Primärdiagnostik auch bei mikroinvasiven Tumorstadien (FIGO IA1 und IA2). So empfiehlt die aktuelle ESGO/ESTRO/ESP Leitlinie mit Update 2023 bei allen Stadien grundsätzlich die Durchführung eines MRT, wobei das MRT in den FIGO IA-Stadien im Zustand nach Konisation mit freien Resektionsrändern als optional deklariert wird. Hier wird als Alternative die TVUS durch einen erfahrenen Untersucher genannt. Patientinnen, bei denen aus technischen Gründen eine MRT-Becken nicht durchgeführt werden kann, sollte das lokoregionäre bildgebende Staging des Beckens im Rahmen der Staging CT Thorax/Abdomen/Becken-Untersuchung erfolgen [90].
Auch die NCCN Guidelines empfehlen einen großzügigen Einsatz des MRT im Stadium I, insbesondere wenn als definitives operatives Konzept eine Konisation oder Trachelektomie erfolgen soll. Gleichsam soll das MRT präferentiell bei den Stadien IB1 bis IB3 durchgeführt werden, um die lokale Ausbreitung sicherzustellen.
Die American College of Radiology (ACR) empfiehlt entsprechend für das lokale Staging des Zervixkarzinoms primär die Magnetresonanztomographie (MRT) ab dem Stadium IB1 (FIGO 2018), da sie eine überlegene Weichteildarstellung und eine höhere Genauigkeit bei der Beurteilung von Tumorausdehnung und Infiltration bietet. Die Hinzunahme von Diffusionsgewichtung (DWI) verbessert die diagnostische Leistung weiter [91].
Für das Stadium IVA empfiehlt die Leitliniengruppe aufgrund der potentiellen Möglichkeit zur Exenteration ebenfalls eine MRT-Becken zur Einschätzung des Primärtumors. Kontraindikationen für die MRT (z.B. nicht-MRT-taugliche Implantate, schwere Niereninsuffizienz bei Kontrastmittelgabe) müssen individuell berücksichtigt werden. In solchen Fällen kann alternativ eine transvaginale Sonographie oder CT eingesetzt werden, wobei die diagnostische Genauigkeit für die lokale Ausdehnung geringer ist.
Bei Patientinnen im Stadium FIGO (2009) IVA, bei denen aus technischen Gründen eine MRT-Becken nicht durchgeführt werden kann, sollte das lokoregionäre bildgebende Staging des Beckens im Rahmen der Staging CT Thorax/Abdomen/Becken-Untersuchung erfolgen
- Konsens
- Starker Konsens
Patientinnen mit histologisch gesichertem Zervixkarzinom ab mindestens FIGO-Stadium (2009) IB2 sollten ein CT-Thorax/Abdomen/Becken zur Beurteilung der Tumorausbreitung erhalten.
- Konsens
- Starker Konsens
Änderungshinweis
Patientinnen mit histologisch gesichertem Zervixkarzinom ab FIGO-Stadium IB2 sollten ein CT-Thorax/Abdomen zur Beurteilung der extrapelvinen Tumorausbreitung erhalten.Hintergrund 6.4 und 6.5
Die American College of Radiology empfiehlt für die systemische Staging-Diagnostik bei Zervixkarzinom ab FIGO IB2 (2018) explizit eine kontrastmittelverstärkte CT des Thorax, Abdomens und Beckens, da die Rate okkulter Metastasen in dieser Patientengruppe bis zu 38 % betragen kann und die CT gegenüber der konventionellen Röntgendiagnostik eine überlegene Detektion von Lungenmetastasen und abdominopelvinen Läsionen bietet [91].
Bezogen auf den zu bevorzugenden Einsatz des CT Thorax/Abdomen zum Staging und ein Verlassen der Lebersonographie und des Röntgen-Thorax-Untersuchung sind die Empfehlungen der aktuellen Leitlinie mit der SIGN-Leitlinie von 2008 übereinstimmend [95]. Auch die Leitliniengruppe folgt diesen Empfehlungen. Dennoch wird im Gegensatz zur SIGN-Leitlinie von 2008 das Operative Staging deutlich in den Vordergrund der Diagnostik zur Therapiewahl gesetzt. Dies v.a. deswegen, da der Leitliniengruppe die genaue Einschätzung des Lymphknotenstatus (pelvin und paraaortal) zur Therapieplanung gerade im Setting der Versorgung in Deutschland besonders wichtig erscheint (siehe auch Kapitel 9.7).
Bei makroskopisch nicht sicher beurteilbarem Tumor der Portio soll eine Differentialkolposkopie und Biopsien erfolgen. Die Repräsentativität der Biopsien soll sichergestellt werden.
- Konsens
- Starker Konsens
Änderungshinweis
Bei makroskopisch nicht sicher beurteilbarem Tumor der Portio soll eine Differentialkolposkopie und gezielte Biopsie erfolgen.Grundlage der interdisziplinären Therapieentscheidung in der Tumorkonferenz sollte das durch Histologie, klinische Untersuchung und Bildgebung gesicherte Tumorstadium sein.
- Konsens
- Starker Konsens
Änderungshinweis
Grundlage der interdisziplinären Therapieentscheidung in der Tumorkonferenz sollte das histologisch gesicherte Tumorstadium sein.Hintergrund 6.6 und 6.7
Im Rahmen der gesetzlichen Krebsfrüherkennungs-Richtlinien ist die gynäkologische Untersuchung und Zytologie und ab dem 35. Lebensjahr die HPV-Testung erster Bestandteil der Diagnostik. Bei höhergradigen zytologischen Auffälligkeiten sollte eine Differentialkolposkopie mit gezielter Gewebeprobe oder bei kolposkopisch gut lokalisierbarer Läsion eine diagnostisch/ therapeutische Konisation oder Exzision erfolgen.
Diese Maßnahmen führen zur histologischen Diagnose, die mit der Definition des FIGO-Stadiums nach der digitalen Untersuchung richtungsweisend für den Algorithmus der weiterführenden Diagnostik beziehungsweise Therapie ist. Die von der FIGO angeführten diagnostischen Maßnahmen sind, wenn überhaupt, den Karzinomen ≥ FIGO-Stadium IIB oder bei Verdacht auf Fernmetastasierung (z.B. inguinale, paraaortale Lymphknotenmetastasen, Skalenus-Lymphknotenmetastasen) vorbehalten. Daten zum routinemäßigen Einsatz der bildgebenden Verfahren wie CT-Abdomen oder MRT-Abdomen zur Klassifikation und damit Grundlage der Therapieentscheidung sind heterogen. Während das CT die bessere Aussagefähigkeit im Bereich der lateralen Grenzen (ossäre Strukturen) zur Beckenwand hin hat, so zeigt das MRT eine bessere Differenzierung der Primärtumorgröße und der Infiltration im Hinblick auf die Parametrien und die Weichteilorgane Harnblase und Darm sowie bei den Lymphknoten [95], [88], [96], [97]. Unter Verwendung einer MRT mit mindestens 1,5 Tesla Feldstärke, Anwendung der Diffusionsbildgebung in Kombination zur hochaufgelösten T2-Wichtung und Gabe von Buscopan oder Glukagon zur medikamentösen Darmatonie wird die Detektion einer parametranen Infiltration signifikant verbessert [89]. Untersuchungen zum Einsatz des vaginalen Ultraschalls im Verlgeich zum MRT haben gezeigt, dass dieser, insbesondere was die Beurteilung der Tumorgröße im Zervikalbereich anbelangt, eine gute Validität hat (Kappa = 0,81; 95% KI 0,73 – 0,90) [98]. Bezüglich der parametranen Infiltrationstiefe unterschätzt die Untersuchung mittels Sonographie den Befund in bis zu 1/3 der Patienten [98], [99], 95]. Untersuchungen mit Beurteilung der Wertigkeit des PET beziehungsweise des PET/CT sind weiterhin sehr heterogen. Insgesamt hat die PET/CT nach Auffassung der Leitliniengruppe bis dato weiterhin keinen Stellenwert in der Routinediagnostik aufgrund einer mangelnden Differenzierung zwischen Superinfektion und infiltrierendem Tumor im Zervikalbereich und fehlende Sensitivität und Spezifität bei Mikrometastasen und Kleinmetastasen im Bereich der Lymphknoten [100], [101], [102]. Aufgrund der neueren Studiendaten kann eine prätherapeutische PET/CT aber in Einzelfällen befürwortet werden, z. B. wenn eine histologische Klärung der paraaortalen Lymphknoten nicht möglich ist oder um Patientinnen für eine histologische Klärung der paraaortalen Lymphknoten auszuwählen [103], [104]. Bezüglich der Lymphknotendetektion ergab eine Metaanalyse, dass die MRT mit Diffusionsbildgebung die beste Sensitivität mit 88% aufwies, die PET bzw. PET/CT die beste Spezifität mit 94 % und die AUC von DWI und PET/CT bei jeweils mehr als 90 % lag im Vergleich zum histopathologischen Ergebnis [105].
Aufgrund der Problematik der klinischen FIGO-Klassifikation bestehen Unklarheiten in der Wahl der Therapieoptionen, sowohl hinsichtlich der operativen Therapie als auch der Radio(chemo)therapie. Somit ist insbesondere bei unklarer Bildgebung zum Beispiel im Bereich der paraaortalen Lymphknoten oder bei unklarer Tumorgrößenausdehnung im Rahmen der digitalen Untersuchung, die Gewinnung von histologischen Informationen aus diesen Bereichen die Option der Wahl zur Festlegung des histologischen Tumorstadiums. Das Operative Staging ermöglicht eine Beurteilung der Lymphknoten, des Peritoneums oder der lokalen Tumorausbreitung. Dies führt zu einem exakteren Staging. Es erlaubt eine exaktere Therapieplanung und Diskriminierung der Therapieoptionen mit dem Ziel, möglichst die Auswirkungen der Erkrankung und der Behandlung auf Morbidität und Mortalität zu reduzieren. Aufgrund dessen hat das Operative Staging in den letzten Jahren an Bedeutung gewonnen. Durch das Operative Staging sollte eine exakte Klassifikation möglich sein. Bei bilateralen negativen Sentinel-Lymphknoten bräuchte keine weiterführende komplettierende Lymphonodektomie durchgeführt werden. Bei positiven Lymphknoten paraaortal beziehungsweise pelvin ist die Durchführung einer radikalen Hysterektomie als Therapiemaßnahme mit anschließender Radio(chemo)therapie kritisch zu diskutieren, die Erweiterung des Strahlenfeldes aber in jedem Fall notwendig. Bei im Schnellschnitt negativen Lymphknoten ist die radikale Hysterektomie bei niedrigen Tumorstadien gerechtfertigt. Ziel des Operativen Stagings ist es deshalb, eine exakte Definition des Tumorstadiums zu erreichen und damit insbesondere in der Primärsituation die Grundlage für die entsprechende stadienangepasste Therapie zu legen. Zum Erhalt der Hormonproduktion ist bei prämenopausalen Frauen die simultane Verlagerung der Eierstöcke durchzuführen.
In der Rezidivsituation, bei Symptomatik oder bei Verdacht auf Metastasen kommen bildgebende Verfahren zum Einsatz: zur Beurteilung der lokalen Situation insbesondere der vaginale Ultraschall und die MRT-Becken, bei V.a. Metastasen die CT-Thorax/Abdomen/Becken. Bei Unklarheit von Befunden bietet die PET/CT Vorteile zur eindeutigen Identifizierung von Lymphknoten- und Fernmetastasen, was insbesondere bei geplanter Exenteration oder Radio(chemo)therapie von Relevanz ist. Operative Maßnahmen per minimal-invasiven Techniken können auch die Therapiewahl beeinflussen, insbesondere bei Nachweis der peritonealen Metastasierung oder Organüberschreitender Tumorausbreitung.
Das PET/CT sollte nicht zur Therapieplanung des primären (frühen) Zervixkarzinoms routinemäßig eingesetzt werden.
- Empfehlungsgrad
- B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
- Evidenzlevel
- 2+
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [106] [107] [95] [100] [101]
Änderungshinweis
Das PET-CT sollte zur Therapieplanung des primären Zervixkarzinoms nicht eingesetzt werden.Evidenztabellen (1)
Gouy 2013Bei Erwägung eines lokalen Verfahrens (RCHT, Exenteration) zur Therapie eines Rezidivs sollte zum Ausschluss von Lymphknoten- und Fernmetastasen eine PET/CT durchgeführt werden.
- Empfehlungsgrad
- B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
- Evidenzlevel
- 2+
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [108] [95] [109] [110]
Änderungshinweis
Das PET-CT sollte speziellen Fragestellungen in der Rezidivsituation vorbehalten sein.Evidenztabellen (1)
Ding et al. 2014Hintergrund 6.8
Die SIGN Leitlinie von 2008 empfiehlt die PET/CT in der Primärsituation (Empfehlungsgrad C) nur als Möglichkeit für Patientinnen, die nicht operiert werden und aufgrund ihres höheren Tumorstadiums eine statistisch hohe Wahrscheinlichkeit für Lymphknotenmetastasen haben. Der negative Vorhersagewert in kleineren Tumorstadien ist nicht ausreichend und Mikrometastasen werden häufig nicht detektiert [95]. Eine Meta-Analyse von 2010 zeigte, dass die PET/PET-CT eine höhere diagnostische Performance hatte als die CT oder die MRT allerdings bei sehr heterogener Datenlage. Zudem wurde nicht zwischen den verschiedenen CT und MRT Entwicklungsstufen unterschieden [106]. Eine weitere Meta-Analyse von 2010 untersuchte die diagnostische Güte der PET/CT bei der Diagnostik paraaortaler Lymphknotenmetastasen bei Patientinnen mit Zervixkarzinom. Die Autoren kamen zu dem Schluss, dass die PET/CT paraaortale Lymphknotenmetastasen nur in Patientinnenpopulationen mit hoher Wahrscheinlichkeit für Metastasen ausreichend sicher detektiert [107]. Eine weitere Studie mit 237 Patientinnen (Stadium IB2 bis IVa) verglich das laparoskopische Staging der paraaortalen Lymphknoten mit den Ergebnissen der PET/CT Bildgebung. Es zeigte sich, dass das Überleben der Patientinnen mit paraaortalen Lymphknotenmetastasen > 5 mm deutlich schlechter war und diese nicht mittels PET/CT detektiert werden konnten [111].
In neueren Studien aus 2015 und 2018 befürworten einige Arbeitsgruppen im primärtherapeutischen Setting die Verwendung der PET, wenn im CT suspekte pelvine Lymphknoten sichtbar sind, um die Wahrscheinlichkeit für auftretende Nebenwirkungen aufgrund einer ausgedehnten kombinierten Radiochemotherapie zu reduzieren [112], [113], [114]. Andere kommen zu dem Ergebnis, dass die PET/CT zur Steigerung der diagnostischen Genauigkeit zwar empfehlenswert ist, aber aufgrund einer geringen Sensitivität in der LK-Detektion im Abdomen bei lokal fortgeschrittenem Karzinom nicht gerechtfertigt sei [115]. Andere Studien haben volumenbasierte FDG-PET/CT Parameter als prognostische Faktoren für das ereignis-freie Überleben und das Gesamtüberleben definiert [116] und empfehlen die Durchführung einer PET/CT prätherapeutisch vor geplanter Radio(chemo)therapie und 3 Wochen nach Therapiebeginn zur Kontrolle und ggf. Therapieanpassung, da dies das Gesamtüberleben verbessert [117]. Insgesamt hat die PET/CT nach Auffassung der Leitliniengruppe bis dato aber weiterhin keinen Stellenwert in der Routinediagnostik, auch aufgrund der bekanntermaßen mangelnden Differenzierung zwischen Superinfektion und infiltrierendem Tumor im Zervikalbereich und fehlender Sensitivität und Spezifität bei Mikrometastasen und Kleinmetastasen im Bereich der Lymphknoten [100], [101], [102]. Daten aus einer Metaanalyse zeigen, dass die MRT mit Diffusionsbildgebung die beste Sensitivität zur Lymphknotendetektion mit 88 % aufwies, die PET bzw. PET/CT die beste Spezifität mit 94 % und die AUC von DWI und PET/CT bei jeweils mehr als 90 % lag [105]. Martinez A et al. berichten über 4/78 (5,1 %) Patientinnen mit paraaortalen Lymphknotenmetastasen bei FDG-negativen pelvinen Lymphknotenstationen [104]. De Cuypere M et al. berichten über eine hohe Spezifität der FDG-PET/CT von 93,3 % bei niedriger Sensitivität von 23,5 % [103]. Dabei lagen 7/9 falsch positiven Befunden in der iliaca communis Region. Letztlich sind die Ergebnisse der FDG-PET/CT in der Primärsituation für die Leitliniengruppe noch zu inkonsistent, um eine allgemeine Empfehlung für die PET/CT-Diagnostik in der Primärsituation zu rechtfertigen.
Auch die aktuellen Empfehlungen der European Association of Nuclear Medicine, der Society of Nuclear Medicine and Molecular Imaging und der European Society of Radiotherapy and Oncology betonen, dass die anatomische Bildgebung, vorzugsweise die MRT, die Basis für die Therapieplanung des primären Zervixkarzinoms darstellen sollte. PET/CT ist für spezielle Indikationen wie fortgeschrittene Erkrankung oder Verdacht auf nodale/distance Metastasierung reserviert[118]
6.3 Transvaginale Sonographie in der Diagnostik des Zervixkarzinoms
Stellenwert der Ultraschalldiagnostik beim Zervixkarzinom
Die Ultraschalldiagnostik stellt ein zentrales bildgebendes Verfahren in der Diagnostik, Stadieneinteilung des Zervixkarzinoms dar. Insbesondere der transvaginale Ultraschall ermöglicht eine hochauflösende, dynamische und breit verfügbare Beurteilung des Primärtumors sowie angrenzender Strukturen. Bei entsprechender Expertise des Untersuchers kann die sonographische Diagnostik eine mit der Magnetresonanztomographie (MRT) vergleichbare diagnostische Aussagekraft erreichen und stellt insbesondere in der Primärdiagnostik und im Follow-up eine wichtige Ergänzung oder Alternative dar.
Untersuchungsmethode
Als primäres sonographisches Verfahren wird die transvaginale 2D-Sonographie in Kombination mit der Dopplersonographie eingesetzt. Ergänzend sollte bei fortgeschrittenen Tumoren oder zur besseren Beurteilung der Parametrien und der Beckenwand ein transrektaler Ultraschall durchgeführt werden. Eine transabdominale Sonographie ist zur Beurteilung des oberen Abdomens, insbesondere zur Detektion einer möglichen Harnstauung, sinnvoll.
Plattenepithelkarzinome der Zervix stellen sich sonographisch typischerweise hypoechogen dar, während Adenokarzinome häufig als hyper- oder isoechogene Raumforderungen imponieren. Charakteristisch ist in der Regel eine mäßige bis starke Tumorperfusion (Color Score 3–4)[119].
Die präoperative sonographische Untersuchung zur Erfassung der Tumorausdehnung und prognostischer Faktoren sollte standardisiert erfolgen und folgende Aspekte beinhalten:
- Identifikation und Größenbestimmung des Tumors (maximale Ausdehnung in drei Ebenen)
- Ausdehnung zu den Parametrien (ventral, lateral rechts/links, dorsal) inklusive minimaler tumorfreier Distanz
- Tiefe der Stromainvasion (< 50 %, 50–75 %, > 75 %)
- Kraniale tumorfreie Distanz zum inneren Muttermund
- Beurteilung der Tumorbegrenzung gegenüber Parametrien, Vagina, Corpus uteri, Harnblase und Rektum
- Beurteilung der pelvinen und paraaortalen Lymphknoten
Das sonographische Tumorstaging sollte durch erfahrene Untersucher mit spezieller Expertise in der gynäkologisch-onkologischen Ultraschalldiagnostik erfolgen.
Diagnostische Aussagekraft
Die diagnostische Wertigkeit der transvaginalen Sonographie beim Zervixkarzinom wurde in mehreren Studien untersucht. Zentrale Endpunkte waren die Prädiktion der Parametrieninfiltration, der tiefen Stromainvasion sowie die Detektion von Lymphknotenmetastasen.
In zwei Metaanalysen mit über 600 bzw. über 13.000 Patientinnen zeigte sich eine vergleichbare diagnostische Aussagekraft von Ultraschall und MRT hinsichtlich der Detektion einer Parametrieninfiltration. Für den Ultraschall lagen die Sensitivitäten bei 67–78 % und die Spezifitäten bei 94–96 %, während für die MRT-Sensitivitäten von 68–71 % und Spezifitäten von etwa 91 % berichtet werden [120].
In einer weiteren Metaanalyse mit 760 Patientinnen zeigten sich geringere Sensitivitäten des Ultraschalls für die Detektion der Parametrieninfiltration (62 %), der tiefen Stromainvasion (84 %) und der Lymphknotenmetastasierung (52 %) bei gleichzeitig hohen Spezifitäten von 91 %, 80 % bzw. 95 % [121].
In einer prospektiven multizentrischen Studie mit 104 Patientinnen wurden 2D-Sonographie, Doppler, 3D-Sonographie sowie die subjektive Beurteilung durch erfahrene Untersucher evaluiert. Für die Prädiktion einer tiefen Stromainvasion wurden Sensitivitäten und Spezifitäten von bis zu 91 % bzw. 97 % erreicht. Die Detektion von Lymphknotenmetastasen zeigte – vergleichbar mit CT und MRT – eine niedrige Sensitivität (43 %) bei hoher Spezifität (96 %) [122].
Aktuell wird in der prospektiven CANNES-Studie ein Vergleich zwischen Experten-Ultraschall, MRT und PET/CT durchgeführt. Darüber hinaus wurden in der prospektiven multizentrischen SENTIX-Studie, die primär das Überleben nach Sentinel-Lymphknotenbiopsie bei Frühstadien untersuchte, auch bildgebende Daten analysiert. Von 690 eingeschlossenen Patientinnen erhielten 47 % eine MRT, 43 % einen Ultraschall und 10 % beide Untersuchungen. Die Prädiktion von Tumorgröße, Parametrieninfiltration und makrometastatischer Lymphknotenmetastasierung war für beide Methoden vergleichbar (Kocian 2023).
In den aktuellen ESGO/ESTRO/ESP-Leitlinien (2023) wird die MRT als bevorzugtes Verfahren für die initiale lokale Stadieneinteilung empfohlen. Die transvaginale bzw. transrektale Sonographie wird als optionale Methode empfohlen, sofern sie durch erfahrene Untersucher durchgeführt wird [90].
Als neuere sonographische Methode ist die Elastographie zu nennen. Eine aktuelle Metaanalyse weist darauf hin, dass die Elastographie zur Unterscheidung zwischen benignen und malignen Zervixläsionen beitragen kann. Der Stellenwert dieser Methode im klinischen Staging des Zervixkarzinoms muss jedoch in größeren prospektiven und vergleichenden Studien weiter evaluiert werden[123].
Evidenztabellen
Woo et al 2020
Design des systematischen Reviews von Woo 2020
| Studien (N) | Population | Intervention | Komparator | Endpunkte | AMSTAR-2 | LoE2 |
|---|---|---|---|---|---|---|
| Woo S, Atun R, Ward ZJ, Scott AM, Hricak H, Vargas HA. Diagnostic performance of conventional and advanced imaging modalities for assessing newly diagnosed cervical cancer: systematic review and meta-analysis. Eur Radiol. 2020;30(10):5560-5577 | ||||||
| 115 Studien: 44 prospektive, 71 retrospektive Systematische Suche am 18.04. 2021 Bias-Bewertung mittels QUADAS-2 (mindestens moderat) |
Erwachsene Frauen mit neu diagnostiziertem Zervixkarzinom (FIGO 2018 Stadien IA – IVA) | Bildgebung mittels US, CT, MRT oder PET zur Beurteilung des lokalen Tumorausmaßes und/oder Lymphknotenbefalls | Sensitivität Spezifität Positive Likelihood-Ratio Negative Likelihood-Ratio Diagnostische Odds Ratio AUC |
N/A | 4 | |
| Unterschiede ggü-. der PICO-Frage der Leitliniengruppe | ||||||
| Woo 2020 | keine Einschränkung auf lokal fortgeschrittene Stadien | Keine | kein operatives Staging als Komparator, sondern rein diagnostische Genauigkeit | Fehlende Endpunkte: Gesamtüberleben (OS) Progressions-freies Überleben (PFS) Detektionsrate Falsch negativ Rate Krankheits-freies Überleben (DFS) Komplikationen |
N/A | 4 |
le>
Gouy 2013
Evidenztabelle zum systematischen Review von Thelissen 2022
| Thelissen AAB, Jürgenliemk-Schulz IM, van der Leij F, et al. Upstaging by para-aortic lymph node dissection in patients with locally advanced cervical cancer: A systematic review and meta-analysis. Gynecol Oncol. 2022;164(3):667-674 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Eingeschlossene Publikationen | prospektive, nicht-randomisierte Studien: Hertel 2002, Yildirim 2007, Ramirez 2011, Gil-Moreno 2011, Perez-Medina 2019, Gouy 2013 Retrospektive Kohortenstudien: Wright 2005, Mortier 2008, Leblanc 2011, Uzan 2011, Fastrez 2013, Margulies 2013, Vázquez-Vicente 2018, Mezquita 2019, De Cuypere 2020, Gouy 2021 |
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| Endpunkt1 | PALN-Dissektion nach negativer PET oder PET-CT | PALN-Dissektion nach negativer MRI oder CT | PALN-Dissektion bei pos. pelvinen LK und neg. PALN in PET-CT | |
| Upstaging-Rate | 0.12 [0.10–0.15] | 0.11 [0.08–0.16] | 0.21 [0.17–0.26] | |
| Sensitivität | 20–38% | 19–38% | nicht berichtet | |
| Spezifität | 88–100% | 78–94% | nicht berichtet | |
| PPV | 24–71% | 24–60% | nicht berichtet | |
| NPV | 83–92% | 84–95% | 91% (min) | |
| Komplikationsrate | 0–16% | 0–16% | 0–16% | |
| 1: Alle diagnostischen Parameter wurden studienweise berichtet; eine Metaanalyse erfolgte nur für die Upstaging-Raten. | ||||
| CT: Computed Tomography; MRI: Magnetic Resonance Imaging; PET-CT: Positron Emission Tomography – Computed Tomography | ||||
Ding et al. 2014
|
Ding XP, Feng L, Ma L. Diagnosis of recurrent uterine cervical cancer: PET versus PET/CT: a systematic review and meta-analysis. Arch Gynecol Obstet. 2014;290(4):741-7. |
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Studiendesign |
Population |
Interventionen |
Endpunkte |
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Systemtaischer Review / Meta-Analyse |
Patienten mit Zervixkarzinom Keine Einschränkungen bzgl. Krankheitsstadium
18 Publikationen eingeschlossen: 10 PET alleine, 7 PET-CT, 1 PET und PET-CT Insgesamt 1.624 Patienten |
Positronenemissionstomografie alleine vs. Positronenemissionstomografie / Computertomografie jeweils zur Detektion des Rezidivs |
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Evidenzgrad |
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1- |
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Vertrauen in Effekte |
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|
moderat bis gering |
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Ergebniszusammenfassung
Anmerkungen zum Vertrauen in die Effektschätzer
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|
CT: Computertomografie; PET: Positronenemissionstomografie |
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N [Studien] |
N [Tests] |
Sensitivität [95% KI] |
Spezifität [95% KI] |
Anmerkungen |
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|
PET |
11 |
1.461 |
91% [87; 94]; p=0,22, I2=23,2% |
p>0,05 1 |
92% [91; 94]; p<0,001; I2=92,4% |
p>0,05 1 |
Geringe bis hohe Heterogenität |
|
PET-CT |
8 |
236 |
94% [89; 97]; p=0,54; I2=0% |
84% [74; 91]; p=0,15; I2=34,4% |
Keine bis geringe Heterogenität |
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|
1: Vergleich der Area under the Curve KI: Konfidenzintervall; PET: Positronenemmisionstomografie; CT: Computertomografie |
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Literaturhinweise
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