7. Diagnostik und Therapie des rezidivierten oder metastasierten Prostatakarzinoms – Prostatakarzinom
7.1 Definition und Diagnostik des Tumorrezidivs
Bei asymptomatischen Patienten nach kurativ intendierter Therapie soll die Bestimmung des Serum-PSA zur Nachsorge eingesetzt werden.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- 4
- Konsens
- Starker Konsens (97%)
- Literatur
- [774]
Evidenztabellen (1)
7.1 EvT 7.1Nach radikaler Prostatektomie kennzeichnet ein in mindestens zwei Messungen bestätigter PSA-Wert auf >0,2 ng/ml ein biochemisches Rezidiv.
Evidenztabellen (1)
7.1 EvT 7.2Nach alleiniger Strahlentherapie kennzeichnet ein in mindestens zwei Messungen bestätigter PSA-Anstieg von >2 ng/ml über den postinterventionellen PSA-Nadir ein biochemisches Rezidiv.
Evidenztabellen (1)
7.1 EvT 7.3Eine bioptische Sicherung eines biochemischen Rezidivs nach RPE ist nicht erforderlich.
Evidenztabellen (1)
7.1 EvT 7.4Eine bioptische Sicherung eines biochemischen Rezidivs sollte bei Patienten nach Strahlentherapie mit der Option einer lokalen Rezidivtherapie angestrebt werden.
- Empfehlungsgrad
- B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
- Evidenzlevel
- 4
- Konsens
- Starker Konsens (98,2%)
- Literatur
- [779] [782] [783] [784]
Evidenztabellen (1)
7.1 EvT 7.5Für Patienten mit biochemischem Rezidiv (nach RP ab PSA ≥ 0,2 ng/ml oder nach RT Nadir +2 ng/ml) nach primär kurativer Therapie, (s. Empfehlung [7.2] und [7.3]) soll primär eine PSMA-PET Hybrid-Bildgebung zur Beurteilung der Tumorausbreitung erfolgen, falls sich aus dem Befund eine therapeutische Konsequenz ergibt.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- 2+
3 - Konsens
- Starker Konsens (98%)
- Literatur
- [785] [786] [787] [788] [789] [790] [791] [792]
Änderungshinweis
a. Im Rahmen einer Rezidivdiagnostik (nach primär kurativer Therapie, s. Empfehlung 7.2 und 7.3) kann primär eine PET Hybrid-Bildgebung mit radioaktiv markierten PSMA-Liganden zur Beurteilung der Tumorausdehnung erfolgen, falls sich aus dem Befund eine therapeutische Konsequenz ergibt. (Empfehlungsgrad: 0) b. Ein negatives PSMA-PET soll eine frühe Salvage-Therapie nicht verzögern. (Empfehlungsgrad: A) (geprüft 2018); Hinweis: geteilte Empfehlung im Vergleich zu 2018; Für Patienten mit biochemischem Rezidiv nach primär kurativer Therapie, (s. Empfehlung 7.2 und 7.3) soll primär eine PSMA-PET Hybrid-Bildgebung zur Beurteilung der Tumorausdehnung erfolgen, falls sich aus dem Befund eine therapeutische Konsequenz ergibt. stützende Quellen: [Emmett, L et al. 2020], [Meijer, D et al. 2022] (modifiziert 2024); redaktionelle AnpassungBei Patienten mit biochemischem Rezidiv nach primärer kurativ intendierter Therapie und lokaler Rezidivtherapieoption soll eine Differenzierung zwischen lokalem und systemischem Rezidiv angestrebt werden.
Zu diesem Zweck sollen
- die PSA-Verdopplungszeit;
- die Latenzzeit zur primären kurativ intendierten Therapie und
- der Gleason-Score
herangezogen werden.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- 4
- Konsens
- Starker Konsens (98%)
- Literatur
- [793]
Bei asymptomatischen Patienten mit biochemischem Rezidiv sollte bei einem PSA-Wert <10 ng/ml keine Knochenszintigraphie durchgeführt werden.
- Empfehlungsgrad
- B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
- Evidenzlevel
- 4
- Konsens
- Starker Konsens (97%)
Hintergrundinformationen
Zu [7.1]
Die Diagnose eines Rezidivs erfolgt primär durch den Nachweis eines PSA-Anstiegs, d. h. biochemisch. Ein PSA-Anstieg nach radikaler Prostatektomie oder kurativ intendierter Radiotherapie kann entweder durch ein Lokalrezidiv oder durch Metastasen bedingt sein. Die Lokalisation des Rezidivs ist nur dann von entscheidender Bedeutung, wenn eine lokale Rezidivtherapie für den Patienten in Frage kommt. Scheidet diese wegen eines hohen Komplikationsrisikos, gravierender Begleiterkrankungen oder der Ablehnung des Patienten zu dieser Maßnahme aus, ist wegen der fehlenden Konsequenz keine Diagnostik notwendig. Im weiteren Krankheitsverlauf sollten Untersuchungen symptomorientiert erfolgen.
Zu [7.2]
Mehrere Studien haben sich mit der Frage beschäftigt, ab welchem PSA-Wert nach radikaler Prostatektomie eindeutig ein Rezidiv vorliegt. Untersucht wurde, ab welchem PSA-Wert ein weiteres Ansteigen im Verlauf, das Auftreten eines Lokalrezidivs oder von Metastasen wahrscheinlich ist. Da PSA-Werte im Bereich der Nachweisgrenze nicht zwingend weiter ansteigen müssen (z. B. bei noch verbliebenen benignen Drüsen) und Messungenauigkeiten im Niedrig-PSA-Bereich auftreten können, wurde als geeignete Definition des relevanten PSA-Rezidivs ein in mindestens zwei Messungen bestätigter ansteigender PSA-Wert von >0,2 ng/ml, gemessen im Abstand von mindestens zwei Wochen, herausgearbeitet. Diese Empfehlung ist identisch zur aktuellen Version der Leitlinien der Europäischen Gesellschaft für Urologie. Allerdings können auch zwei ansteigende Werte <0,2 ng/ml ein biochemisches Rezidiv bedeuten [775], [Stephenson, A.J. et al. 2006], [Freedland, S.J. et al. 2003].
Bei der Interpretation der PSA-Befunde ist neben der biologischen, präanalytischen und analytischen Variabilität vor allem die methodenabhängige Variabilität zu berücksichtigen. Verschiedene zertifizierte Labormethoden können sich um bis zu 30 % unterscheiden. Zusätzlich werden bei Ringversuchen Abweichungen innerhalb einer Methode von ± 25 % akzeptiert [90]. Für Verlaufsuntersuchungen ist grundsätzlich dieselbe Methode (Hersteller, Analyseplattform) zu verwenden. Nicht zertifizierte, semiquantitative und Point-of-Care-Testing-Methoden (z. B. Lateralflow-Tests) sind für Verlaufsuntersuchungen nicht geeignet.
Zu [7.3]
Die frühere ASTRO-Definition eines PSA-Rezidivs nach Radiotherapie - drei konsekutive Anstiege - wurde vielfach kritisiert: Weder war sie von ausreichender Prädiktion hinsichtlich weiterer klinischer Progression oder für das Gesamtüberleben, noch war sie bei Patienten unter/nach hormonablativer Therapie von verlässlicher Aussagekraft. Überdies bestand die Möglichkeit einer Verfälschung von nach Kaplan-Meier berechneten krankheitsfreien Überlebensraten durch die Rückdatierung des Zeitpunktes einer PSA-Progression [Roach, M., III et al. 2006]. Unter den alternativ untersuchten Modellen, die retrospektiv in großen Kollektiven evaluiert wurden, zeigte sich die nunmehrige ASTRO-Definition: Nadir plus 2 ng/ml („Phoenix-Definition“) als sensitiver und spezifischer in der Erfassung eines PSA-Rezidivs nach primärer Radiotherapie [794]. Die Datierung des Rezidivs wird dabei „at call“, d. h. zum dokumentierten Zeitpunkt des Überschreitens des Grenzwertes festgelegt. (Die zweite Messung ist im Abstand von ca. drei Monaten vorzunehmen). Diese Definition ist nach Tele- und Brachytherapie anwendbar und erwies sich auch als valide im Falle einer zusätzlichen (neo-)adjuvanten kurzfristigen hormonablativen Therapie und/oder kürzerer Nachbeobachtungszeiten [795], [796]. Gegenüber der vorherigen Definition ist die „Phönix-Definition“ deutlich weniger empfindlich bezüglich falsch positiver Befunde, die beispielsweise durch den sogenannten „PSA-Bounce“ (= reversibler PSA-Anstieg nach Strahlentherapie) hervorgerufen werden können [797].
Zu [7.4]
Mehrere Studien haben gezeigt, dass eine Biopsie der vesico-urethralen Anastomose eine ungenaue Methode zum Nachweis eines Lokalrezidivs darstellt [Foster, L.S. et al. 1993], [Fowler, J.E., Jr. et al. 1995]. Da dies insbesondere für den niedrigen PSA-Bereich (Therapie des PSA-Rezidivs).
Zu [7.5]
Vor lokaler Therapie sollte die Diagnose eines Lokalrezidivs mittels transrektaler oder transperinealer Stanzbiopsie gesichert werden. Das histologische Präparat sollte von einem Pathologen befundet werden, der mit den pathomorphologischen Veränderungen nach Strahlentherapie vertraut ist, um falsch positive Befunde zu vermeiden [Nguyen, P.L. et al. 2007]. Die Biopsie sollte nach Ausschluss des PSA-Bounce-Phänomens (= reversibler PSA-Anstieg nach Strahlentherapie) [798], [799], d. h. nur bei Vorliegen eines gesicherten PSA-Rezidivs (siehe Kapitel 7.1 Definition und Diagnostik des Tumorrezidivs) erfolgen.
Zu [7.6]
Die PSMA-PET Bildgebung ist aufgrund ihrer Sensitivität der Standard für die Rezidivdiagnostik [800] und die Nachbeobachtungszeit [801], [791], [792], [802], [803]. Positive PSMA-PET-Ergebnisse korrelieren mit dem PSA-Wert [804].
Gemäß der EAU-Leitlinie können Patienten mit einem biochemischen Rezidiv nach kurativ intendierter Primärtherapie in die Risikogruppen low vs. high risk unterteilt werden. Im Niedrigrisiko-Setting ist keine sofortige Therapie notwendig (siehe Salvagetherapie, insb. Strahlentherapie, Kapitel 7.2) [805], sodass auch mangels klinischer Konsequenz auf eine PET-Bildgebung verzichtet werden kann. Im Hochrisiko-Setting nach radikaler Prostatektomie wiederum ist es nicht sinnvoll, mit einer Salvagebestrahlung zu warten, bis ein PSA-Cut-off erreicht wird, ab dem die PSMA-PET/CT-Rezidive mit höherer Wahrscheinlichkeit detektieren kann. Gemäß [7.8] ist die Salvage-Radiotherapie möglichst frühzeitig zu beginnen. Deshalb sprechen sich die Autoren dafür aus, bei negativer PSMA-PET und gleichzeitiger Indikation zur kurativ intendierten Salvagetherapie diese unverzüglich durchzuführen und nicht abzuwarten, bis eine wiederholte PET-Bildgebung positiv wird.
Die PET-Bildgebung beeinflusst die nachfolgende Salvagetherapie. Eine der Primärstudien [787] berichtet, dass bei 63 % der Patienten der Therapieplan nach der PET-Diagnostik geändert wurde, bei 54 % ausschließlich aufgrund der PSMA-Ergebnisse. Es wurde in dieser Studie nicht analysiert, ob aus dem geänderten therapeutischen Vorgehen auch ein nachweisbarer überlebensrelevanter Nutzen für die betroffenen Patienten folgte. Zwischenzeitlich gesammelte Endpunktdaten zeigen jedoch einen positiven Trend, der die Hypothese, dass eine genauere Bildgebung prognostische Vorteile bietet, unterstützt [791], [792].
Tabelle 19: Korrelation PSA-Werte und 68Ga-PMSA PET Positivität (nach EAU 2024, eigene Übersetzung)
| PSA (ng/ml) | 68Ga-PSMA PET-Positivität |
| < 0,2 | 33 % (KI 16-51) |
| 0,2-0,49 | 45 % (KI 39-52) |
| 0,5-0,99 | 59 % (KI 50-68) |
| 1,0-1,99 | 75 % (KI 66-84) |
| 2,0 + | 95 % (KI 92-97) |
| PSA = Prostata-Spezifisches Antigen, 68Ga-PMSA PET= Gallium-68 Prostataspezifisches Membran Antigen Positronen Emissions-Tomographie, KI = Konfidenzintervall Quelle: [805] |
|
Tabelle 20: Risikoeinteilung eines biochemischen Rezidivs (nach EAU 2024, eigene Übersetzung)
| EAU niedriges Risiko Biochemisches Rezidiv | EAU hohes Risiko Biochemisches Rezidiv | |
| Nach radikaler Prostatektomie | PSA-Verdopplungszeit >1 Jahr UND pathologischer ISUP-Grad < 4 |
PSA-Verdopplungszeit ≤1 Jahr ODER pathologischer ISUP-Grad 4-5 |
| Nach Strahlentherapie | Zeit bis zum biochemischen Rezidiv >18 Monate UND Biopsie ISUP-Grad <4 |
Zeit bis zum biochemischen Rezidiv ≤18 Monate ODER Biopsie ISUP-Grad 4-5 |
| Quelle: [805] | ||
Zu [7.7]
Wenn mittels PSMA-PET/CT kein Rezidiv lokalisiert werden kann, sind die wichtigsten Faktoren zur Differenzierung eines Lokalrezidivs von einem systemischen Rezidiv die PSA-Verdopplungszeit, der Gleason-Grad des Prostatektomiepräparates und das Zeitintervall zwischen Operation und Rezidivnachweis. Auf eine systemische Progression weist eine kurze PSA-Verdopplungszeit (z. B. 7 macht im Rezidivfall eine systemische Progression wahrscheinlich. Je kürzer das Zeitintervall zwischen PSA-Rezidiv und nachweisbarem PSA-Wert, desto wahrscheinlicher liegt eine systemische Progression vor [Pound, C.R. et al. 1999], [806].
Zu [7.8]
Die Wahrscheinlichkeit einer Metastasierung in Relation zum PSA-Wert bei Rezidiven nach primär kurativ intendierter lokaler Therapie ist nicht genau bekannt. Bei Zustand nach primärer Strahlentherapie und/oder Brachytherapie und nachgewiesenem Rezidiv sollte vor möglicher Salvageoperation deshalb eine Metastasierung mit den bestehenden Möglichkeiten als unwahrscheinlich ausgeschlossen werden. Mangels klarer Daten zu dieser Frage wird ein PSA-Grenzwert von 10 ng/ml für die Durchführung einer Knochenszintigraphie angesehen.
Bei Zustand nach radikaler Prostatektomie und intendierter Salvageradiotherapie wird diese ohnehin bei niedrigen PSA-Werten indiziert werden. Die vorliegenden Daten zeigen, dass eine ossäre Metastasierung bei PSA <7 ng/ml praktisch nicht vorkommt, bei PSA <10 ng/ml sehr selten ist und erst bei einem PSA-Wert von 20 ng/ml oder mehr die nuklearmedizinische Untersuchung mit hinreichender Wahrscheinlichkeit positive Befunde ergibt. Die Empfehlung eines Grenzwertes von 10 ng/ml ist deshalb ein realistischer Kompromiss, der vor allem unnötige Untersuchungen vermeiden soll [807].
7.2 Therapie des PSA-Rezidivs
7.2.1 Systemische Therapie bei PSA-Rezidiv oder PSA-Progression
Die hormonablative Therapie ist beim PSA-Rezidiv oder bei PSA-Progression keine Standardtherapie.
- Evidenzlevel
- 4
- Konsens
- Starker Konsens (97%)
- Literatur
- [779]
Patienten mit high-risk biochemischem Rezidiv nach EMBARK sollte Enzalutamid als Monotherapie oder in Kombination mit einer Androgendeprivationstherapie (ADT) angeboten werden.
- Empfehlungsgrad
- B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
- Evidenzlevel
- 1+
- Konsens
- Konsens (76%)
- Literatur
- [810]
Vor Therapieeinleitung sollen die Patienten über Vor- und Nachteile einer Mono- bzw. Kombinationstherapie aufgeklärt werden.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- 1+
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
- Literatur
- [810]
Zuvor soll mit Patienten, die noch keine Strahlentherapie erhalten haben, eine potentiell kurative Strahlentherapie diskutiert werden (siehe Kapitel 7.2.2).
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- 1+
- Konsens
- Konsens (92%)
- Literatur
- [810]
Hintergrundinformationen
Zu [7.9]
Der natürliche Verlauf bei PSA-Progression nach radikaler Prostatektomie (RP) kann auch ohne jede Therapieintervention langfristig sein, ohne dass Patienten klinisch relevante Symptome entwickeln. In einer großen retrospektiven Serie wurden ca. 2.000 Patienten nach RP im Median 5,3 Jahre (0,5-15 Jahre) nachbeobachtet [793]. 15 % der Patienten (n=315) entwickelten ein PSA-Rezidiv [793]. Von diesen traten bei 103 (34 %) während der Studienperiode Fernmetastasen auf [793]. Der zeitliche Median zwischen PSA-Rezidiv und der Diagnose von Fernmetastasen betrug 8 Jahre. Bei den Patienten mit Fernmetastasen führten diese median nach 5 Jahren zum Tod [793]. Anhand der erhobenen Daten wurde die voraussichtliche Rate an Patienten mit metastasenfreiem Verlauf nach 15 Jahren mit 82 % berechnet [793]. Insgesamt handelt es sich hierbei jedoch um ein günstiges Patientenkollektiv mit einem relativ geringen Anteil von Patienten mit hohem Progressionsrisiko [793]. Nur 6 % hatten einen Lymphknotenbefall, 5 % eine Samenblaseninfiltration und 93 % der Patienten hatten einen Gleason-Score von max. 7 [793]. Es ist daher davon auszugehen, dass in Kollektiven mit fortgeschritteneren Tumoren deutlich höhere Raten an PSA-Progressionen auftreten.
Die Salvage-Strahlentherapie ist eine Therapieoption mit kurativem Potenzial. Sie ist jedoch als invasive Maßnahme auch mit möglichen unerwünschten Nebenwirkungen verbunden. Hierbei ist zu bedenken, dass die Rate an schweren Spätfolgen > RTOG 2 (Radiation Morbidity Scoring Criteria) mit moderner RT-Technik (intensitätsmodulierte Strahlentherapie – IMRT) vergleichsweise niedrig ist [736], [811]. In der beschriebenen Serie [793] wiesen Patienten mit günstigen Prognosekriterien (PSA-Verdopplungszeit >10 Monate, Auftreten des PSA-Rezidivs später als 2 Jahre nach RP, primärer Gleason-Score <8) signifikant weniger PSA-Progressionen auf als diejenigen mit ungünstigen Prognosekriterien.
Zu [7.10]
Zur hormonablativen Therapie bei PSA-Rezidiv bzw. PSA-Progression wurden drei Primärstudien identifiziert. Die einzige randomisierte kontrollierte Studie zum Thema (endokrine Therapie bei PSA-Rezidiv nach Prostatektomie, [812]) untersuchte Surrogatparameter und hat zudem für die Fragestellung eine geringe Fallzahl (Interventionsgruppe n=47). Des Weiteren liegen zwei retrospektive Fallserien vor. Moul et al. 2004 [813] zeigten einen Effekt in Bezug auf das metastasenfreie Überleben bei PSA-Rezidiv nach Prostatektomie (T1-T2) nur für Patienten mit Tumoren des Hoch-Risiko-Profils (Gleason-Score >7 oder PSA-Verdopplungszeit 7 Monate) versus später hormonablativer Therapie bei PSA-Progress nach perkutaner Strahlentherapie. Die Gruppe mit früher Therapie zeigte eine statistisch signifikante Verbesserung sowohl für das Gesamtüberleben als auch für das krankheitsspezifische Überleben und die hormonelle Kontrolle.
Für die obenstehende Empfehlung wurde aufgrund der dünnen Studienlage auf die NICE-Leitlinie [National Collaborating Centre for Cancer et al. 2008] rekurriert, die für diese Indikationsstellung die indirekte Evidenz aufgrund eines systematischen Reviews von Wilt et al. 2001 [Wilt, T.J. et al. 2001] zur frühen versus späten Hormonbehandlung bei lokal fortgeschrittenem Prostatakarzinom angibt.
In der Phase-III-EMBARK-Studie [810] wurden Patienten mit biochemischem Hochrisiko-Rezidiv eines Prostatakarzinoms (PSA ≥1 ng/ml nach radikaler Prostatektomie, PSA ≥2 ng/ml über dem Nadir nach Strahlentherapie, PSA-Verdopplungszeit ≤9 Monate, Testosteron ≥150 ng/dL) in die folgenden Gruppen randomisiert (1:1:1): Enzalutamid + Leuprolid (n=355); Placebo + Leuprolid (n=358); Enzalutamid-Monotherapie (n=355). Primärer Endpunkt war das metastasenfreie Überleben (MFS) für Enzalutamid + Leuprolid vs. Placebo + Leuprolid. Ein wichtiger sekundärer Endpunkt war das MFS in der Enzalutamid Monotherapiegruppe im Vergleich zu Placebo + Leuprolid. Weitere sekundäre Endpunkte waren die von den Patientinnen-berichteten Ergebnisse (patient-reported outcomes) und die Sicherheit.
Die mediane Beobachtungszeit lag bei 60,7 Monaten. Nach 5 Jahren betrug das MFS 87,3 % (95 % KI, 83,0-90,6) für Enzalutamid+Leuprolid, 71,4 % (95 % KI 65,7 bis 76,3) für Placebo + Leuprolid und 80,0 % (95 % KI 75,0 bis 84,1) für Enzalutamid als Monotherapie. Enzalutamid + Leuprolid war bzgl. des MFS gegenüber Placebo + Leuprolid überlegen (HR für Metastasierung oder Tod: 0,42 [95 % KI 0,30-0,61; p<0,001]). Gleiches galt für Enzalutamid als Monotherapie vs. Placebo+Leuprolid (HR 0,63 [95 % KI 0,46-0,87; p=0,005]). Es wurden keine neuen Sicherheitsaspekte beobachtet und es gab keine wesentlichen Unterschiede zwischen den Gruppen hinsichtlich der Lebensqualität. EMBARK führte zur Zulassung von Enzalutamid mit oder ohne Androgendeprivation bei Patienten mit Hochrisiko-biochemisch rezidivierendem (BCR), nicht-metastasiertem, hormonsensitivem Prostatakarzinom (nmHSPC), die für eine Salvage-Radiotherapie ungeeignet sind.
7.2.2 Salvage-Strahlentherapie des PSA-Rezidivs und der PSA-Persistenz nach radikaler Prostatektomie
Die perkutane Salvage-Strahlentherapie (SRT) (mind. 66 Gy) soll als Therapieoption nach radikaler Prostatektomie bei PSA-Anstieg aus dem Nullbereich in der Kategorie pN0/NX angeboten werden.
Patienten mit hohem Progressionsrisiko (PSA vor SRT >0,7 ng/ml) soll zusätzlich zur perkutanen Salvage-Strahlentherapie (SRT) eine Androgendeprivationstherapie (ADT) oder Bicalutamid angeboten werden.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- 1-
- Konsens
- Starker Konsens (94%)
- Literatur
- [816]
Die perkutane Salvage-Strahlentherapie (SRT) (mind. 66 Gy) soll in Kombination mit einer Androgendeprivationstherapie (ADT) als Therapieoption nach radikaler Prostatektomie bei PSA-Anstieg aus dem Nullbereich und ungünstigen prognostischen Kriterien (PSA Verdopplungszeit <12 Monate, Gleason 8-10 (ISUP 4-5)) in der Kategorie pN0/NX angeboten werden.
Bei einer zusätzlichen Androgendeprivationstherapie (ADT) zur perkutanen Strahlentherapie (SRT) kann sich die Dauer der ADT an dem Progressionsrisiko orientieren (hohes Progressionsrisiko: 24 Monaten bzw. erhöhtes Progressionsrisiko: 6 Monate).
b. Bei initialem Stadium pN0 und frühzeitigem Bestrahlungsbeginn sollten die Lymphabflusswege nicht mitbestrahlt werden.
Die Behandlung des persistierenden PSA-Werts (oberhalb des definierten Nullbereichs) nach radikaler Prostatektomie sollte nach den oben genannten Prinzipien der Behandlung des PSA-Rezidivs erfolgen.
Hintergrundinformationen
Einleitend sei zudem auf das Kapitel 7.1 Definition und Diagnostik des Tumorrezidivs, insbesondere auf die Empfehlung [7.6] zur Rezidivdiagnostik für den Einsatz des PSMA-PET-CT in der Diagnostik der PSA-Progression hingewiesen
Zu [7.14]
Es liegt ein kürzlich publizierter systematischer Review vor [809]. Randomisierte Studien zur Strahlentherapie bei Progression nach radikaler Prostatektomie (sogenannten Salvage-Strahlentherapie, SRT) inkl. des Vergleichs mit einer Kontrollgruppe existieren nicht. Für die SRT liegt eine kontrollierte Studie vor [828], hierbei wurde retrospektiv die SRT mit einer „wait and see“-Strategie verglichen. Es zeigte sich ein karzinomspezifischer Überlebensvorteil für die SRT, jedoch kein Überlebensvorteil [828]. Methodische Mängel mindern jedoch den Wert dieser Untersuchung. Darüber hinaus liegen zwei randomisierte Studien vor, in denen eine alleinige SRT verglichen wurde mit einer SRT + Kurzzeit-Hormonentzugstherapie (GETUG-AFU 16) [811] sowie einer SRT verglichen mit einer SRT + Langzeittherapie mit Bicalutamid 150 mg/d (RTOG 96-02) [816]. In diesen beiden randomisierten Studien wurden in der RTOG-Studie ein signifikanter Überlebensvorteil (primärer Endpunkt) für die Kombinationstherapie gezeigt, sowie bei der GETUG-Studie mit der Kurzzeit-ADT über 6 Monate eine Verbesserung des metastasenfreien Überlebens [816], [811]. Somit kann der Wert der SRT als kurative Therapie als gesichert angesehen werden.
In dem zitierten systematischen Review zur Salvage-Strahlentherapie [809] hatten Patienten mit einer PSA-Verdopplungszeit von <12 Monaten und einem Gleason-Score >8 ein signifikant schlechteres Gesamtüberleben bei biochemischer Progression ohne Therapie als solche mit einer Verdopplungszeit von >12 Monaten und einem Gleason-Score <8 [809]. Dementsprechend wurden zwei Risikogruppen (European Association of Urology biochemical recurrence risk groups) definiert. Diese Klassifizierung wurde an einer retrospektiven Untersuchung von 1.125 Patienten aus der Martini-Klinik in Hamburg extern validiert, die zwischen 1992 und 2006 behandelt wurden [808]. Hierbei zeigte sich, dass sowohl das karzinomspezifische Überleben als auch das metastasenfreie Überleben unabhängige Prädiktoren für den weiteren Verlauf darstellten [808]. Dieser systematische Review und die externe Validierung bilden die Grundlage der Empfehlungen des EAU-Prostate Cancer Guidelines Panel für die Salvage-Strahlentherapie [829].
Diese Arbeiten bilden den Hintergrund des formulierten Statements. Wichtig ist hierbei, dass in diese Entscheidung viele zusätzliche Punkte einbezogen werden müssen wie z. B. das Patientenalter, die Höhe des PSA-Wertes vor einer möglichen Salvage-Strahlentherapie sowie die Begleiterkrankungen und die Lebenserwartung des Patienten. Es muss immer bedacht werden, dass ab einem PSA-Wert von >0,5 ng/ml vor Einleitung einer SRT das kurative Potenzial deutlich geringer ist bzw. verloren geht.
Die Empfehlung zur perkutanen Salvage-Strahlentherapie (SRT) beruht auf einer Vielzahl zumeist retrospektiver Untersuchungen, teilweise Vergleichsuntersuchungen mit einem abwartenden Verhalten sowie zwei randomisierten Phase-III-Studien, in denen allerdings die SRT als Standard verglichen wurde mit einer zusätzlichen antihormonellen Therapie zur SRT [811], [816], [814], [815], [817]. In der RTOG 96-02-Studie wurde ein verbessertes Überleben durch die kombinierte Hormon- und Strahlentherapie im Vergleich zur alleinigen Salvage-Therapie nachgewiesen [816]; insofern wird auch von einer Überlegenheit der alleinigen SRT gegenüber einer „wait and see“-Strategie ausgegangen. Die Salvage-Strahlentherapie entweder mit oder ohne antihormonelle Therapie ist in dieser Situation die einzige kurative Therapieoption.
Die optimale Dosierung der SRT ist nicht geklärt. Die Mindestempfehlung von 66 Gy reflektiert die vorhandenen sowohl retrospektiven Studien [814], [815], [817] als auch die Dosierung der prospektiv randomisierten Phase-III-Studien der RTOG- und der GETUG-Gruppe [811], [816]. Dabei ist zu bedenken, dass mit 64,8 Gy die Dosis der RTOG-Studie geringgradig niedriger lag, jedoch anders spezifiziert wurde [816]. Aus diesen Gründen wurde in der Empfehlung die SRT mit einem Empfehlungsgrad A definiert, verbunden mit einer minimalen Gesamtdosis von 66 Gy. In einer Metaanalyse aller größeren Fallserien zur SRT (inkl. Patienten mit persistierendem PSA-Wert) wurde gezeigt, dass bei einer Erhöhung der Gesamtdosis um 1 Gy rechnerisch ein Vorteil der biochemischen Progressionsfreiheit von 2 % zu erwarten ist [822]. Auch ein früher Beginn der SRT (jeweils pro 0,1 ng/ml des PSA-Wertes) ließ eine verbesserte biochemische Progressionsfreiheit von ca. 2 % erwarten [822]. Diese Ergebnisse stützen die Minimaldosisanforderung. Die Fragestellung wird in einer aktuellen Phase-III-Studie geprüft, deren Rekrutierung abgeschlossen ist und in der 64 Gy gegenüber 70 Gy randomisiert getestet werden [818], [830]. Die abschließenden Ergebnisse stehen noch aus.
Zu [7.15]
Die Empfehlung zu einer Kombinationstherapie der SRT mit einer Androgendeprivation beruht auf zwei bereits zuvor beschriebenen randomisierten Studien [816], [811]. In der RTOG 96-02-Studie wurden Patienten nach RP mit PSA-Persistenz oder PSA-Anstieg aus dem Nullbereich randomisiert in eine alleinige SRT (GD 64,8 Gy) sowie einen experimentellen Arm, bei dem zusätzlich zur SRT bei gleicher Gesamtdosis eine antihormonelle Therapie mit Bicalutamid 150 mg/d über 2 Jahre appliziert wurde [816]. Es handelte sich insgesamt um 771 Patienten im primären Tumorstadium pT3N0 oder pT2R+. Der mediane PSA-Wert vor SRT betrug 0,6 ng/ml, war also hoch. Die mediane Nachbeobachtungszeit in der Publikation im Jahre 2017 betrug 13 Jahre. In der Bicalutamid-Gruppe fand sich nach 12 Jahren gegenüber der Vergleichsgruppe eine Halbierung der karzinomspezifischen Sterblichkeit (5,4 % vs. 13,4 %; Hazard Ratio (HR) 0,49, (95 % Konfidenzintervall (KI) 0,32-0,74); p<0,001). Das Gesamtüberleben (OS) nach 12 Jahren war in der Bicalutamid-Gruppe im Vergleich zur Placebo-Gruppe höher (OS: 76,3 % vs. 71,3 %; HR 0,77 (95 % KI 0,59-0,99; p=0,04)) [816]. In der präspezifizierten Subgruppenanalyse zeigte sich, dass Patienten mit einem prä-SRT-PSA-Wert >0,7 ng/ml einen signifikanten Überlebensvorteil des 12-Jahres-Überlebens gegenüber PSA-Werten <0,7 ng/ml aufwiesen [816]. In einer ungeplanten Re-Analyse dieser Studie wurde das Gesamtüberleben der Patienten nochmals untersucht [827]. Sekundäre Endpunkte der Untersuchung waren kardiovaskuläre und neurologische Spätfolgen RTOG-Grad 3-4. In der Subgruppe mit einem prae-SRT-PSA-Wert von <0,6 ng/ml (n=389) zeigte sich kein Überlebensvorteil durch die zweijährige Gabe von Bicalutamid 150 mg/d über 2 Jahre. Darüber hinaus ergaben sich signifikante Hinweise auf eine gesteigerte Mortalität in dieser Gruppe (HR: 1,94) durch die höhergradigen neurologischen und kardiovaskulären Spätfolgen. Auch bei eingeschränkter Beurteilbarkeit durch das Design dieser Studie gibt sie doch klare Hinweise, die zusätzliche antihormonelle Therapie nur unter strenger Indikationsstellung einzusetzen. Diese potenziellen schweren Nebenwirkungen der antihormonellen Therapie sind in der Therapie des Prostatakarzinoms gut dokumentiert [736].
In der französischen randomisierten Phase-III-Studie GETUG-AFU-16 mit insgesamt 742 Patienten war das Risikoprofil gegenüber der RTOG-Studie wesentlich günstiger: Der mediane prä-SRT-PSA lag bei 0,3 ng/ml [811]. Nur 27 % der Patienten hatten eine PSA-Verdopplungszeit kürzer als 6 Monate, nur 11 % einen Gleason-Score >8. Hier zeigte sich nach einer medianen Nachbeobachtungszeit von knapp 10 Jahren kein signifikanter Unterschied im Gesamtüberleben, jedoch ein (geringer) signifikanter Unterschied im metastasenfreien Überleben von 75 % in der Gruppe SRT + 6 Monate LHRH-Analogon vs. 69 % in der Gruppe mit SRT allein (p= 0,034, HR 0,73) [811]. In der Gesamtbewertung der vorliegenden randomisierten Studien stützen die Ergebnisse der RTOG 96-02-Studie und geringer der GETUG-16-Studie auf Level 1-Niveau den Einsatz einer antihormonellen Therapie bei Patienten mit einem hohen Progressionsrisiko nach RP, in der RTOG-Studie definiert mit einem PSA-Wert >0,7 ng/ml [811].
Zu [7.16]
Diese Empfehlung ist in Ergänzung zur voranstehenden Empfehlung zu sehen. In der randomisierten RTOG-Studie 96-02 war ein prä-SRT-PSA-Wert von >0,7 ng/ml verbunden mit einem verbesserten Überleben der Patienten bei einer kombinierten Hormon- und Strahlentherapie [816]. Die Voraussetzung für eine optimale Salvage-Therapie nach RP besteht also in der Identifizierung der sogenannten Hochrisikopatienten, deren PSA-Wert aus dem Nullbereich ansteigt oder oberhalb des PSA-Nullbereichs persistiert. In einem systematischen Review [809] wurden zwei Risikogruppen klassifiziert (European Association of Urology biochemical recurrence risk groups) von denen die zweite Gruppe ein signifikant höheres Risiko bei einer PSA-Verdopplungszeit von <12 Monaten und einem Gleason-Score ≥8 hatte, früher zu versterben. Diese Patienten bedürfen einer intensivierten Therapie. Es handelt sich hier um eine Empfehlung für die Patientengruppe, die in dem benannten systematischen Review, der extern validiert wurde, dargestellt ist [809]. Deshalb erfolgt die zitierte Empfehlung mit einem Empfehlungsgrad A. Sie ist jedoch aus randomisierten Studien bisher nicht belegt, sodass der Evidenzlevel bei 2++ liegt. Entsprechend hat dieser Score Eingang in die EAU-Leitlinie gefunden [829]. Unabhängig von dieser Empfehlung besteht eine erhebliche Diskussion, welche antihormonelle Therapie (LH-RH Analogon, LH-RH Antagonist oder einem Androgenrezeptorinhibitor) einzusetzen ist, als auch in Bezug auf die Dauer der ADT [811], [816], [820].
Zu [7.17]
Von den beiden zitierten randomisierten Phase-III-Studien [816], [811] legt die RTOG 96-02-Studie die Wirksamkeit einer 24 Monate andauernden antihormonellen Therapie mit dem Androgenrezeptorinhibitor Bicalutamid an einem ungünstigen Patientenkollektiv (medianer PSA-Wert prä-SRT von 0,6 ng/ml) nahe. Bei der zweiten Studie (GETUG-16) handelte es sich um eine Patientenkohorte mit einem deutlich günstigeren Risikoprofil (prä-SRT-PSA im median 0,3 ng/ml, lediglich 11 % der Patienten hatten einen Gleason-Score ≥8 und ebenfalls nur 11 % der Patienten eine Samenblaseninfiltration) [811]. Es bestand hier eine Patientengruppe mit einem zwar erhöhten Progressionsrisiko (gemessen an dem Risikoscore der EAU [809] jedoch mit einem niedrigeren Progressionsrisiko als die Patienten der RTOG-96-02-Studie) [816]. Diese Patienten wurden mit 6 Monaten einer LH-RH-Analogon Therapie, also einer Kurzzeit-ADT therapiert [811]. Das Ergebnis ergab keine Überlebensverbesserung, sondern eine (moderate) Verbesserung des metastasenfreien Überlebens [811]. Um die Schwierigkeit der Frage des optimalen Einsatzes der ADT zu überwinden, liegen zwei systematische Reviews [819], [820] vor, in denen versucht wurde, evidenzbasierte Lösungsansätze durch die Analyse auch nicht randomisierter Studien zu erarbeiten.
In der Summe resultiert aus dem Review von Spratt et al. der Vorschlag, in Abhängigkeit vom Schnittrand (negativ vs. positiv), vom Gleason-Score/ISUP-Grad (ISUP 1 vs. ISUP 2,3 vs. ISUP 4,5) sowie vom prä-SRT-PSA (0,1-0,5 vs. 0,6-1,0 vs. >1,0) drei therapeutische Optionen zu empfehlen. Diese erfassen die alleinige SRT ohne eine zusätzliche antihormonelle Therapie, die SRT in Verbindung mit einer Kurzzeit-ADT sowie die SRT in Verbindung mit einer Langzeit-ADT. Aus Sicht der Autoren ist eine alleinige SRT in einem PSA-Bereich von 0,1 ng/ml bis 0,6 ng/ml jeweils in Abhängigkeit der Risikofaktoren möglich, bei PSA-Werten >1,0 ng/ml wird die SRT grundsätzlich in Verbindung mit einer Langzeit ADT empfohlen. Einschränkend ist zu bemerken, dass bei diesem systematischen Review die Langzeitergebnisse der GETUG 16-Studie noch nicht inkludiert werden konnten [820]. Analog zu diesen Daten wurde die vorliegende evidenzbasierte Empfehlung formuliert, (erhöhtes Progressionsrisiko: Kurzzeit ADT – 4 bis 6 Monate sowie hohes Progressionsrisiko: 24 Monate). Aufgrund der dargestellten Evidenzlage wurde eine „kann“ Empfehlung ausgesprochen. Von besonderer Bedeutung ist, dass die individuellen Patientencharakteristika wie das Alter und der Allgemeinzustand sowie das Progressionsrisiko idealerweise in einem interdisziplinären Tumorboard mit einer gemeinschaftlichen Empfehlung festgelegt werden.
Zu [7.18]
Zu der Frage des zeitlichen Beginns der SRT liegt eine Vielzahl retrospektiver Kohortenstudien vor [814], [815]. In diesen wird berichtet, dass durch eine frühe SRT (Beginn bei einem PSA-Wert <0,5 ng/ml) ohne zusätzlichen Einsatz einer antihormonellen Therapie die biochemische Progressionsfreiheit nach 5 und 10 Jahren signifikant verbessert wird. Dieser Effekt ist mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht auf den zeitlich früheren Beginn gegenüber dem späteren hervorgerufen („lead time bias“), sondern ein Effekt der früheren Tumorvernichtung [821]. Dieser Effekt betrifft auch (allerdings retrospektiv) das metastasenfreie Überleben und das Gesamtüberleben [814], [815]. In einer großen Studie mit 2.460 Patienten [814] und einer medianen Nachbeobachtungszeit von 60 Monaten zeigte sich dieser Effekt auch bei Patienten, die mit einem PSA-Wert vor SRT <0,2 ng/ml (n=441) bestrahlt wurden, gegenüber einem Wert von 0,2-0,5 ng/ml (n=822). Die 5-jährige biochemische Progressionsfreiheit betrug hier 75 % versus 65 % (p<0,05) [814]. Daher geht der Trend weiter zu einem möglichst frühen Beginn der SRT, idealerweise, wenn der PSA-Wert aus dem Nullbereich heraus ansteigt und durch zwei Kontrollen bestätigt wurde [736].
Aus den oben zitierten Studien [736], [815], [821] wird die Empfehlung abgeleitet, dass die alleinige SRT der Prostataloge bei initialem pN0-Stadium ohne den pelvinen Lymphabfluss erfolgen sollte und der Behandlungsbeginn frühzeitig bei einem prä-SRT PSA-Wert <0,5 ng/ml) sein soll. Aus den publizierten Daten lässt sich kein signifikanter Vorteil für die Mitbestrahlung der pelvinen Lymphabflussgebiete belegen. Randomisierte Studien zu dieser Fragestellung sind nicht publiziert.
Zu [7.19]
Prostoperativ nach radikaler Prostatektomie sind zwei klinische Situationen zu unterscheiden: Ein persistierender PSA-Wert nach RP, das bedeutet der PSA-Wert erreicht nach der Operation nicht den definierten Nullbereich (in der Regel bei einem PSA-Wert >0,1 ng/ml) [736] oder der PSA-Wert erreicht den definierten Nullbereich und steigt später aus dem Nullbereich konsekutiv als Zeichen einer Progression der Grunderkrankung wieder an. Ein persistierender PSA-Wert ist in der Regel verbunden mit einem fortgeschritteneren Tumorstadium, einem höheren Gleason-Grad, einem höheren präoperativen PSA-Wert und/oder positiven Schnitträndern, damit verbunden ist eine ungünstigere Prognose [825]. Grundsätzlich konnte durch eine retrospektive monozentrische Auswertung des Hamburger Kollektivs gezeigt werden, dass Patienten mit einem persistierenden PSA-Wert per se eine schlechtere Prognose aufwiesen. Dies betraf sowohl das metastasenfreie Überleben, das karzinomspezifische Überleben und das Gesamtüberleben [823]. Es handelt sich um eine retrospektive Kohortenanalyse von insgesamt 11.604 Männern, von denen 1.025 einen persistierenden PSA-Wert nach RP aufwiesen [823]. Von den Patienten mit persistierendem PSA-Wert erhielten 570 (55,6 %) eine Salvage-Strahlentherapie. Diese Salvage-Strahlentherapie erwies sich als signifikanter Einflussfaktor einer Verbesserung des Gesamtüberlebens [823]. Weitere retrospektive Kohortenstudien zeigten, dass eine analoge Behandlung von Patienten mit persistierendem PSA-Wert und ansteigendem PSA-Wert aus dem Nullbereich vergleichbare biochemische Progressionsraten nach SRT aufweisen, insbesondere im niedrigen prä-SRT-PSA-Bereich (<0,5 ng/ml) [826]. Die Leitliniengruppe geht aufgrund der vorliegenden Datenlage davon aus, dass die Salvage-Strahlentherapie sowohl mit als auch ohne zusätzliche ADT eine valide Behandlungsoption bei Patienten mit persistierendem PSA-Wert nach RP darstellt. Die fehlenden randomisierten Studien erlauben jedoch keine Empfehlung, die über einen Empfehlungsgrad B hinausgeht.
7.2.3 Salvage-Therapie der PSA-Progression nach Strahlentherapie
Die Salvageprostatektomie ist eine Therapieoption beim PSA-Rezidiv nach primärer perkutaner Strahlentherapie oder Brachytherapie, wenn die PSA-Progression mit hoher Wahrscheinlichkeit nicht durch eine Metastasierung bedingt ist.
Die funktionellen Ergebnisse in Bezug auf Potenz und Kontinenz sind deutlich schlechter als bei primärer Operation.
Evidenztabellen (1)
7.2.2 EvT 7.12Vor einer Salvageprostatektomie sollte eine bioptische Sicherung angestrebt werden.
- Empfehlungsgrad
- B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
- Evidenzlevel
- 3
- Konsens
- Starker Konsens (97%)
- Literatur
- [783]
Evidenztabellen (1)
7.2.2 EvT 7.13Die Salvageprostatektomie ist nur von erfahrenen Operateuren durchzuführen.
- Evidenzlevel
- 4
- Konsens
- Starker Konsens (97%)
a) Die HIFU-Therapie kann zur Therapie des histologisch gesicherten isolierten Lokal-rezidivs nach perkutaner Strahlentherapie eingesetzt werden.
b) Der Patient soll über den experimentellen Charakter dieses Verfahrens als Salvage-Therapie und über die Therapiealternativen informiert werden.
- Empfehlungsgrad
- 0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
- Evidenzlevel
- 3
Empfehlung a
4Empfehlung b (Expertenkonsens)
- Konsens
- Konsens (92%)
- Literatur
- [832] [833] [834]
Evidenztabellen (1)
7.2.2 EvT 7.15Hintergrundinformationen
Zu [7.20]
Für die Behandlung des PSA-Rezidivs nach primärer Strahlentherapie gibt es derzeit keine Standardstrategie. Die Therapieplanung ist wesentlich von der Einschätzung abhängig, ob das vorliegende Rezidiv lokal begrenzt ist (vgl. Kapitel 7.1, insbesondere Empfehlung [7.6]).
Folgende Faktoren sind in der Literatur positiv mit einem Therapieansprechen auf lokale Interventionen assoziiert, d. h. sprechen für das Vorliegen eines Lokalrezidivs [783], [831]:
- initial „Low-Risk“-Tumor: klinische T1c- oder T2a-Kategorie, Gleason-Score
- Intervall bis zum PSA-Rezidiv >3 J;
- PSA-Verdopplungszeit nach Primärtherapie >12 Mo;
- PSA-Anstieg <2,0 ng/ml/J;
- Anzahl pos. Biopsien <50 %;
- Art der vorangegangenen Strahlentherapie (vorangegangene Seeds-Implantation) [817].
Bei Einschätzung des Rezidivs als lokal begrenzt, ist die Salvageprostatektomie die Therapieoption, die international bereits am längsten praktiziert wird (erste Berichte liegen aus den 1960er Jahren vor). 1990-2009 wurden zu diesem Verfahren 15 Fallserien mit insgesamt 563 Patienten publiziert [783], [835].
Für die Salvageprostatektomie werden Inkontinenzraten von im Mittel 41 % angegeben (17-67 %), rektale Verletzungen zwischen 0 und 10 % (im Mittel 4,7 %) und Blasenhalsstrikturen zwischen 0 und 41 % (im Mittel 24 %). Diese Komplikationsraten sind weit höher als die Nebenwirkungen, die nach radikaler Prostatektomie als Primärtherapie auftreten. Dabei kann aus den Studien eine Verringerung vorwiegend der rektalen Komplikationsraten über die Zeit beobachtet werden [783]. Aktuelle Serien zeigen eine durchschnittliche OP-Zeit von ca. zwei Stunden und einen Blutverlust von etwa 360-500 ml im Mittel [831], [835].
Neben der Salvageprostatektomie gibt es seit den späten 1990er Jahren Fallserien zum Einsatz der Kryotherapie (neun Studien mit insgesamt 540 Patienten). Der Einsatz der Kryotherapie wird in dieser Leitlinie grundsätzlich nicht empfohlen (siehe Empfehlung [6.89] im Kapitel 6.7.4 Einzelne Verfahren der fokalen Therapie).
Für die Salvagebrachytherapie wies der systematische Review – seit 2003 – kleine Fallserien (fünf Studien mit 124 Patienten) aus, ebenso für die Salvage-HIFU-Therapie (drei Studien mit n=71). Eine weitere Studien zu Salvage-HIFU mit n=167 Patienten wurde 2008 publiziert [836].
Die EAU-Leitlinie von 2011 nennt die Kryotherapie und die Brachytherapie als mögliche Verfahren zur Salvagetherapie, wenn eine Salvageprostatektomie nicht zur Anwendung kommen kann [837]. Laut EAU-Leitlinie kann HIFU ebenfalls als Option angesehen werden, wobei die Patienten auf den experimentellen Charakter dieses Verfahrens hingewiesen werden sollen.
Zu [7.21]
Vor Salvageprostatektomie als lokaler Therapie sollte die Diagnose eines Lokalrezidivs mittels transrektaler Stanzbiopsie gesichert werden. Das histologische Präparat sollte von einem Pathologen befundet werden, der mit den pathomorphologischen Veränderungen nach Strahlentherapie vertraut ist, um falsch positive Befunde zu vermeiden [783]. Die Biopsie sollte nach Ausschluss des PSA-Bounce-Phänomens (reversibler PSA-Anstieg nach Strahlentherapie) [798], [799], d. h. nur bei Vorliegen eines gesicherten PSA-Rezidivs (siehe Kapitel 7.1) erfolgen. Die Biopsie sollte nach Diagnose des PSA-Rezidivs so früh wie möglich erfolgen, da die Heilungschancen durch eine Salvageprostatektomie eng mit dem PSA-Wert zum Zeitpunkt der Operation korrelieren [782], [838]. Die Komplikationsrate der transrektalen Stanzbiopsie nach Strahlen- oder Brachytherapie ist nicht höher als bei der herkömmlichen Biopsie [839].
Eine bildgebende Technik (Cholin-PET/CT) kann aufgrund der fehlenden Datenlage noch nicht als Alternative zur Biopsie empfohlen werden.
Ist die Biopsie negativ, deuten jedoch der PSA-Verlauf und die klinischen Charakteristika auf ein lokales Rezidiv hin, ist das therapeutische Vorgehen (Abwarten versus radikale Prostatektomie) mit dem Patienten individuell zu besprechen.
Zu [7.22]
Aufgrund der schwierigeren operativen Bedingungen bei vorbestrahltem Gewebe sollte die Salvageprostatektomie nur von erfahrenen Operateuren vorgenommen werden. Dies entspricht einem auch in anderen Ländern getroffenen Expertenkonsens: in der niederländischen Leitlinie wird eine Zentralisation dieses Operationsverfahrens gefordert. Die publizierten Serien stammen bisher ausschließlich aus Zentren [783], [831],[835].
Zu [7.23]
Zur HIFU in der Salvage-Situation wurden eine systematische Übersichtsarbeit [832] sowie zwei ergänzende Primärstudien [833], [834] identifiziert. In allen Kohorten wurden Patienten mit Rezidiv nach Strahlentherapie behandelt.
Die Übersichtsarbeit beinhaltet überwiegend kleine Patientenkollektive mit kurzem follow-up und keine gesamt- oder Krebs-spezifischen Überlebensraten. Für beide Endpunkte berichtet die größere der Primärstudien (n=418) Werte nach 7 Jahren von 72 % bzw. 82 %. Eine weitere Salvage-Behandlung war in dieser Studie bei 63 % aller Patienten notwendig, mit Abstufungen zwischen den Risikogruppen (geringes Risiko: 46 %, hohes Risiko: 77 %). Wenngleich die Wirksamkeit der HIFU-Behandlung in der Salvage-Situation verglichen mit den vorliegenden Daten in der Primärtherapie deutlich schlechter ist, kann das Verfahren nach Abwägung der verfügbaren Therapiealternativen durchgeführt werden. Bis auf weiteres bleibt sein Charakter experimentell.
7.3 Therapie des hormonsensitiven, metastasierten Prostatakarzinoms (mHSPC)
Bei Patienten mit metastasiertem, hormonsensitivem Prostatakarzinom soll zeitnah nach Diagnosestellung eine Androgendeprivation zur Reduktion des Risikos typischer Komplikationen (z. B. pathologische Frakturen, Rückenmarkskompression, Harnleiterobstruktion) und ggf. zur palliativen tumorspezifischen Therapie eventueller tumor- bzw. metastasenbedingter Symptome (z. B. Knochenschmerzen) eingeleitet werden.
- Konsens
- Starker Konsens (98%)
Bei Patienten mit ausgeprägten tumor- bzw. metastasenbedingten Schmerzen oder drohenden Komplikationen (z. B. Rückenmarkskompression) sollte die Androgendeprivation mit einem Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH)-Antagonisten und/oder mit einem Androgenrezeptor-Signalweg-Inhibitor (ARPI: Apalutamid, Enzalutamid, Darolutamid) eingeleitet werden.
- Konsens
- Starker Konsens (96%)
Eine Monotherapie mit einem nicht-steroidalen Androgenrezeptor-Antagonisten der ersten Generation (z. B. Bicalutamid, Flutamid) soll bei Patienten mit metastasiertem, hormonsensitivem Prostatakarzinom nicht durchgeführt werden.
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
Bei Patienten mit metastasiertem, hormonsensitivem Prostatakarzinom (mHSPC) soll eine Einteilung nach high- und low-volume, high- und low-risk, sowie de novo und metachron metastasiert erfolgen.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- 1+
1- - Konsens
- Starker Konsens (95%)
- Literatur
- [841] [842] [843]
Änderungshinweis
Bei Patienten mit metastasiertem, hormonsensitiven Prostatakarzinom (mHSPC) soll eine Einteilung nach high- und low-volume sowie high- und low-risk erfolgen.Patienten mit metastasiertem hormonsensitivem Prostatakarzinom sollen mit Einleitung der Androgendeprivation, spätestens innerhalb von 3 Monaten danach, über eine Kombinationstherapie (gemäß [7.30]) aufgeklärt werden, sowie über:
- Die zu erwartende Überlebenszeit trotz des nicht-kurativen Charakters der Therapie;
- Die unerwünschten Wirkungen;
- Den Einfluss auf die Lebensqualität.
Änderungshinweis
Bestandteil der Patientenaufklärung über eine alleinige Androgendeprivation oder eine Kombinationstherapie sollen insbesondere folgende Punkte sein: •der palliative Charakter der Therapie; •Einfluss auf die Lebensqualität; •die unerwünschten Wirkungen.Evidenztabellen (1)
7.3 EvT 7.18b. Patienten in gutem Allgemeinzustand (ECOG 0-1) mit metastasiertem (M1), hormonsensitivem Prostatakarzinom (mHSPC) sollte zusätzlich zur Androgendeprivation eine Hormontherapie mit Darolutamid angeboten werden.
(Empfehlungsgrad: B)
c. Patienten in gutem Allgemeinzustand (ECOG 0-1) mit neu diagnostiziertem (de novo), metastasiertem (M1), hormonsensitivem, high-risk Prostatakarzinom (mHSPC) soll zusätzlich zur Androgendeprivation eine Hormontherapie mit Abirateron (plus Prednison / Prednisolon) angeboten werden.
(Empfehlungsgrad: A)
d. Patienten in gutem Allgemeinzustand (ECOG 0-1) mit metastasiertem (M1), hormonsensitivem Prostatakarzinom, die für eine Docetaxel-Chemotherapie geeignet sind, soll zusätzlich zur Androgendeprivation eine Hormontherapie mit Darolutamid in Kombination mit 6 Zyklen Docetaxel angeboten werden.
(Empfehlungsgrad: A)
e. Patienten in gutem Allgemeinzustand (ECOG 0-1) mit neu-diagnostiziertem (de novo), metastasiertem (M1), hormonsensitivem Prostatakarzinom und hohem Tumorvolumen („high volume disease“), die für eine Docetaxel-Chemotherapie geeignet sind, kann zusätzlich zur Androgendeprivation eine Hormontherapie mit Abirateron (plus Prednison/Prednisolon) in Kombination mit 6 Zyklen Docetaxel angeboten werden.
(Empfehlungsgrad: 0)
- Empfehlungsgrad
- A/B/0: Empfehlung enthält die Empfehlungsgrade A, B und 0
- Evidenzlevel
- 1+
Empfehlung a, c & d
1-Empfehlung b
2+Empfehlung e
- Konsens
- Starker Konsens (a 100 %, b 97%, c 98 %, d 100 %, e 100)
- Literatur
- [847] [848] [849] [841] [842] [850] [851] [852] [853] [854]
Änderungshinweis
a. Patienten in gutem Allgemeinzustand (ECOG 0-1) mit metastasiertem (M1), hormonsensitiven, Prostatakarzinom (mHSPC) soll zusätzlich zur Androgendeprivation eine Hormontherapie mit Apalutamid angeboten werden. b. Patienten in gutem Allgemeinzustand (ECOG 0-1) mit metastasiertem (M1), hormonsensitiven Prostatakarzinom (mHSPC) soll zusätzlich zur Androgendeprivation eine Hormontherapie mit Enzalutamid angeboten werden. c.) Patienten in gutem Allgemeinzustand (ECOG 0-1) mit neu-diagnostiziertem (de novo), metastasierten (M1), hormonsensitiven, high-risk Prostatakarzinom (mHSPC) soll zusätzlich zur Androgendeprivation eine Hormontherapie mit Abirateron (plus Prednison / Prednisolon) angeboten werden. d. Patienten in gutem Allgemeinzustand (ECOG 0-1) mit metastasiertem (M1), hormonsensitiven, high-volume Prostatakarzinom (mHSPC) soll unter Aufklärung über die im Vergleich zu neuen Hormonsubstanzen höhere Toxizität zusätzlich zur Androgendeprivation eine Chemotherapie mit Docetaxel angeboten werden. e. Patienten in gutem Allgemeinzustand (ECOG 0-1) mit metastasiertem (M1), hormonsensitiven, low-volume Prostatakarzinom (mHSPC) kann zusätzlich zur Androgendeprivation eine Chemotherapie mit Docetaxel angeboten werden.b. Bei Entscheidung für eine kombinierte Behandlung aus Androgendeprivation und Enzalutamid, soll die Enzalutamid-Gabe innerhalb von 3 Monaten nach Beginn der Androgendeprivation beginnen. Die Therapie soll in einer Dosierung von 160 mg/Tag gegeben werden.
c. Bei Entscheidung für eine kombinierte Behandlung aus Androgendeprivation und Darolutamid, soll die Darolutamid-Gabe innerhalb von 3 Monaten nach Beginn der Androgendeprivation beginnen. Die Therapie soll in einer Dosierung von 600 mg zweimal täglich gegeben werden.
e. Bei Entscheidung für eine kombinierte Behandlung aus Darolutamid, Docetaxel-Chemotherapie und Androgendeprivation, soll die Darolutamid-Gabe in einer Dosierung von 2 x 600 mg/Tag innerhalb von 3 Monaten nach Einleitung der Androgendeprivation beginnen. Die Chemotherapie soll innerhalb von 6 Wochen nach erster Darolutamid-Gabe beginnen; Docetaxel soll über 6 Zyklen alle 3 Wochen in einer Dosierung von 75 mg/m2 Körperoberfläche verabreicht werden.
f. Bei Entscheidung für eine kombinierte Behandlung aus Abirateron, Docetaxel-Chemotherapie und Androgendeprivation, soll die Abirateron-Gabe in einer Dosierung von 1000 mg/Tag (plus Prednison/Prednisolon) innerhalb von 6 Wochen nach Einleitung der Androgendeprivation beginnen. Die Chemotherapie soll ab 6 Wochen nach Einleitung der Androgendeprivation beginnen; Docetaxel soll über 6 Zyklen alle 3 Wochen in einer Dosierung von 75 mg/m2 Körperoberfläche verabreicht werden.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- 1+
Empfehlung a, b, d & e
1-Empfehlung c
2+Empfehlung f
- Konsens
- Starker Konsens (97 %, c 100)
- Literatur
- [848] [849] [841] [842] [850] [851] [852] [854]
Änderungshinweis
a-c geprüft, d. Bei Entscheidung für eine kombinierte Behandlung aus Chemotherapie und Androgendeprivation, soll die Docetaxelgabe innerhalb von 4 Monaten nach Beginn der Androgendeprivation beginnen. Es sollen 6 Zyklen alle drei Wochen in einer Dosierung von 75mg/m2 gegeben werden.Bei Entscheidung für eine kombinierte Behandlung aus Chemotherapie und Androgendeprivation, soll die Docetaxelgabe innerhalb von 4 Monaten nach Beginn der Androgendeprivation beginnen. Es sollen 6 Zyklen alle drei Wochen in einer Dosierung von 75mg/m2 gegeben werden. e. neue EmpfehlungGründe für einen Therapieabbruch sollen sein: Patientenwunsch, Progress oder intolerable Nebenwirkungen. Wird die Behandlung mit einem Medikament aus der Kombination wegen intolerabler Nebenwirkungen abgebrochen, dann soll die übrige Therapie wie vorgesehen weitergeführt werden.
- Konsens
- Starker Konsens (98%)
Änderungshinweis
Gründe für einen Therapieabbruch sollen sein: Patientenwunsch, Progress oder intolerable Nebenwirkungen.Patienten, die nicht für eine Kombinationsbehandlung in Frage kommen, soll eine Androgendeprivation angeboten werden.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- 1++
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
- Literatur
- [855] [856]
Änderungshinweis
a. Patienten, die nicht für eine Kombinationsbehandlung in Frage kommen, soll eine Androgendeprivation empfohlen werden.Evidenztabellen (1)
7.3 EvT 7.22Hintergrundinformationen
Die Therapie des metastasierten (M1), hormonsensitiven Prostatakarzinoms hat sich in den vergangenen Jahren grundlegend geändert. Nachdem die CHAARTED-Studie einen Vorteil für die frühe Chemohormontherapie gezeigt hat [843], konnte dies später auch für Kombinationstherapien aus Androgendeprivationstherapie (ADT) mit Hormonpräparaten der neuen Generation (Abirateron und Androgenrezeptor-Signalweg-Inhibitoren, ARPI: Enzalutamid, Apalutamid) gezeigt werden [847][841][857][849][848]. Die ARASENS-Studie zeigt darüber hinaus Vorteile für die Dreifach-Kombination aus Darolutamid, Docetaxel und ADT gegenüber Docetaxel plus ADT [850].
Entsprechend der Situation bei der einfachen ADT legen einzelne Studien, bei denen auch lokal fortgeschrittene Hochrisikotumoren eingeschlossen wurden (z. B. STAMPEDE [858]), nahe, dass Patienten bereits in früheren Tumorstadien in ähnlicher Weise von den Kombinationstherapien profitieren könnten.
Grundsätzlich können unter der Entität hormonsensitives metastasiertes Prostatakarzinom (mHSPC) alle Erkrankungen mit bildgebend oder histopathologisch nachgewiesenen Absiedlungen zusammengefasst werden, unabhängig von deren Lokalisation.
In den Zulassungsstudien der zur Behandlung des mHSPC in Frage kommenden Medikamente wurden unterschiedliche Ein- bzw. Ausschlusskriterien genutzt, die neben der Lokalisation von Metastasen auch die zum Nachweis angewendete Bildgebungsmodalität berücksichtigen und bestimmte Metastasierungsmuster ausschließen ([859], [860], [861], [862]). Untenstehende Tabelle 14 gibt einen Überblick. Diese sind in den jeweiligen Protokollen sowie in den Fachinformationen ausgewiesen. Auch wenn grundsätzlich eine Wirksamkeit der jeweiligen Kombinationen in der zugelassenen Indikation angenommen werden kann, ist die Evidenz nur für die in den Studien behandelten Patientengruppen gegeben. Eine Einteilung der Patienten erfolgt nach Empfehlung [7.28].
Tabelle 21: Auszug aus den Ein- und Ausschlusskriterien der Zulassungsstudien der Androgenrezeptor-Signalweg-Inhibitor (ARPI) sowie Abirateron
|
Präparat |
Ein-/Ausschlusskriterien der Zulassungsstudien |
|
Abirateron (LATITUDE) [857], [861] |
1. Gleason-Score von ≥8; 2. Vorliegen von ≥3 Läsionen in der Knochenszintigraphie; 3. Vorliegen von messbaren viszeralen Metastasen
|
|
Apalutamid (TITAN) [848], [859]
|
|
|
Darolutamid (ARANOTE) [854] Darolutamid (ARASENS) in Kombination mit Docetaxel: |
|
|
Enzalutamid (ARCHES) |
|
Zu [7.24]
Der frühzeitige Start einer ADT vor dem Auftreten von Symptomen wird bei der Mehrheit der Patienten mit mHSPC empfohlen, obwohl es in diesem speziellen Setting keine randomisierten Phase-III-Daten gibt, insbesondere nicht mit den Kombinationstherapien, die heute Standard sind.
Eine Cochrane-Analyse aus dem Jahr 2019 zu diesem Thema kam zu dem Schluss, dass eine frühe ADT wahrscheinlich das Gesamtüberleben sowie die Zeit bis zum Tod durch das Prostatakarzinom verlängert [840]. Alle Studien, in denen Kombinationstherapien beim mHSPC untersucht wurden, schlossen auch asymptomatische Patienten ein.
Die einzigen Kandidaten mit metastasierter Erkrankung, die für eine aufgeschobene ADT in Frage kommen, sind asymptomatische Patienten, die den starken Wunsch haben, behandlungsbedingte Nebenwirkungen zu vermeiden [845], [863].
Patienten mit aufgeschobener Behandlung bei fortgeschrittenem Prostatakarzinom müssen für eine engmaschige Nachsorge geeignet sein. Eine weitere potenzielle Ausnahme sind Patienten mit rezidivierender, oligometastatischer Erkrankung, die den Beginn der ADT unbedingt aufschieben möchten (siehe Abschnitt 7.5).
Zu [7.25]
Die Empfehlung zitiert die Substanzen, die in randomisierten, kontrollierten Studien wirksam zur ADT eingesetzt wurden. Der systematische Review von Kunath et al. (2019) [840] beinhaltet Studien zu Orchiektomie und Gonadotropin-Releasing-Hormon (GnRH)-Agonisten. Zusätzlich sind in den „historischen“ Studien der VACURG [864] noch Östrogene bzw. Diethylstilbestrol (DES) eingesetzt worden. In der Studie von Studer et al. (2006) [768] wurden GnRH-Agonisten oder eine Orchiektomie eingesetzt. Der Einsatz von GnRH-Antagonisten wird im Wesentlichen aus der ebenso guten Absenkung des Testosteronspiegels wie durch GnRH-Agonisten abgeleitet. Von den GnRH-Antagonisten sind die Substanzen Abarelix seit 2005 und Degarelix seit Februar 2007 für die Indikation der hormonablativen Therapie des fortgeschrittenen Prostatakarzinoms zugelassen [865]. Der orale GnRH-Antagonist Relugolix ist seit 2022 zugelassen.
Zu [7.26]
Es gibt keine hochwertige Evidenz hinsichtlich der onkologischen Ergebnisse zugunsten einer bestimmten Art von ADT, weder für die Orchiektomie noch für einen GnRH-Agonisten oder -Antagonisten. Der Testosteronspiegel wird bei der Orchiektomie und bei GnRH-Antagonisten jedoch sehr schnell gesenkt, während es bei GnRH-Agonisten erst zu einem Anstieg des Testosteronwerte kommt; letzterer macht bei den Agonisten eine effektive Androgenrezeptorblockade von Beginn an erforderlich. Daher sollte bei Patienten mit drohender Rückenmarkskompression oder anderen drohenden Komplikationen durch den Tumor entweder der Testosteronentzug mit einem GnRH-Antagonisten oder einer bilateralen Orchiektomie schnell erfolgen oder durch einen ARPI die Testosteron-Wirkung blockiert werden.
Zu [7.27]
Auf der Grundlage eines Cochrane Reviews, in dem eine Monotherapie mit einem nicht-steroidalen Androgenrezeptor-Antagonisten der ersten Generation (z. B. Bicalutamid, Flutamid) mit einer (medikamentösen oder chirurgischen) ADT verglichen wurde, wurden erstere als weniger wirksam in Bezug auf das Überleben, die klinische Progression, das Versagen der Behandlung und den Abbruch der Behandlung aufgrund von Nebenwirkungen eingestuft [866]. Generell kann die Monotherapie mit einem nicht-steroidalen Androgenrezeptor-Antagonisten der ersten Generation vor allem deshalb nicht mehr empfohlen werden, weil ADT-basierte Kombinationstherapien zum Standard of Care geworden sind.
Zu [7.28]
In den randomisierten Phase-III-Studien, die [7.30] zugrunde liegen, wurden die Patienten in verschiedene Risikogruppen eingeteilt. Subgruppenanalysen aus diesen Studien sowie der CHAARTED Studie legen nahe, dass sich die Prognose von mHSPC Patienten nach den in [7.28] aufgeführten Parametern einteilen bzw. abschätzen lässt.
In den Studien, die einen Vorteil für eine kombinierte Hormontherapie mit Docetaxel oder Abirateron (plus Prednison/Prednisolon) beim hormonsensitiven, metastasierten Prostatakarzinom nachweisen konnten, wurden die Studienpopulationen anhand des Metastasierungsmusters bzw. des Gleason-Scores auf unterschiedliche Art definiert. Bei der kombinierten Chemohormontherapie (ADT + Docetaxel) wurden die Patienten in high und low volume eingeteilt (CHAARTED) [843]. High volume umfasst diejenigen Patienten, bei denen
- mindestens vier Knochenmetastasen, davon mindestens eine außerhalb des Achsenskeletts bzw. Beckens
- und/oder viszerale Metastasen
vorlagen.
In die zulassungsrelevante Studie von Abirateron wurden nur Patienten eingeschlossen, die de novo metastasiert waren und folgende high-risk-Kriterien erfüllten (LATITUDE) [857], [841]:
mindestens zwei der drei Parameter
- Gleason 8 – 10
- mindestens drei Knochenmetastasen
- viszerale Metastasen.
Untersuchungen, in denen Patienten sowohl nach high und low volume sowie high und low risk eingeteilt wurden, zeigen eine etwas mehr als 80%ige Übereinstimmung zwischen high volume und high risk.
Zu [7.29]
Die Empfehlung zur Patientenaufklärung steht vor dem Hintergrund der informierten Entscheidung, wie sie guter klinischer Praxis sowie den Anforderungen des Patientenrechte-Gesetzes entspricht. Patienten sollen gemeinsam mit dem aufklärenden Arzt die schwierige Frage der Risikoabwägung entscheiden. Mit den modernen, in [7.30] empfohlenen Kombinationstherapien werden deutlich längere Überlebenszeiten gegenüber der ADT allein erzielt. Trotz des nicht-kurativen Charakters der Therapie leben Patienten mit mHSPC im Median zwischen 53,3 und 79 Monaten [841], [858]. In einigen Studien ist das mediane Überleben noch nicht erreicht. Demgegenüber stehen die unerwünschten Wirkungen der Kombinationstherapien im Vergleich zur ADT allein. Die in 18, 19, 20, 21, 22 sowie 23 (siehe Kapitel 7.7) aufgeführten typischen und häufigen Nebenwirkungen von Androgendeprivation und ggf. kombinierter neuer Hormontherapie ± Chemotherapie sowie deren potenzielle Auswirkungen auf die Lebensqualität soll Bestandteil des Aufklärungsgesprächs sein.
Der nachfolgende Absatz fasst die Datenlage für die Kombinationen aus ADT und den Inhibitoren des Androgenrezeptor-Signalwegs (Apalutamid, Enzalutamid und Darolutamid) oder Abirateron bzw. die Dreifach-Kombination ADT, den ARPI Darolutamid oder Abirateron, und Docetaxel (Tripeltherapie) beim mHSPC zusammen. Eine Übersicht in Form eines Flussdiagramms findet sich in der Abbildung. Die Empfehlungen beruhen auf den jeweiligen Zulassungsstudien und den daraus resultierenden Zulassungstexten (außer ADT, Abirateron und Docetaxel sowie ADT und Darolutamid, da in Europa nicht zugelassen); diese berücksichtigen die eingeschlossenen Patientenpopulationen, die sich in den Studien teils unterschieden und deshalb nachfolgend jeweils detailliert dargestellt werden. Zusätzlich zur medikamentösen Therapie können beim oligometastasierten Prostatakarzinom lokale Therapiemaßnahmen, insbesondere eine lokale Strahlenbehandlung der Prostata sinnvoll sein; diesbezüglich wird auf Kapitel 7.5 der Leitlinie verwiesen.
Obwohl z. B. die Daten der STAMPEDE-Studie [858] nahelegen, dass Abirateron und ADT über die Patientengruppe mit high-risk-Kriterien hinaus wirksam ist, wurde von den Leitlinienexperten angesichts der zahlreichen Therapiealternativen keine Notwendigkeit gesehen, eine über die Zulassung hinausgehende Empfehlung auszusprechen. Entsprechend berücksichtigen die [7.30] und [7.31] die Indikationsstellung und Therapiekonstellation der Zulassungsstudien, für die dementsprechend Daten aus RCTs vorliegen.
Die Empfehlung [7.31] a (Apalutamid), [7.31] b (Enzalutamid) und [7.31] c (Darolutamid) berücksichtigen jeweils eine Zeitdauer von 3 Monaten zwischen Beginn der ADT und der Einleitung der Apalutamid-, Darolutamid- bzw. Enzalutamid-Therapie. In den Studien zu Apalutamid und Enzalutamid [848], [849] war aber ein Zeitraum für die ADT von 6 Monaten erlaubt, sofern die Patienten vor Studientherapiebeginn noch eine Docetaxel-Chemotherapie (bis zu 6 Zyklen) erhielten. Der Anteil der Patienten mit vorheriger Docetaxel-Chemotherapie betrug 11 % [848] und 18 % [849], sodass die Subgruppenanalysen keine Aussage erlauben, ob eine zusätzliche Chemotherapie vor Beginn des ARPI sinnvoll ist.
Die Therapiedauer ist für alle Hormon-Kombinationstherapien langfristig angesetzt, jedoch gemäß guter klinischer Praxis bei Krankheitsprogress oder dem Auftreten intolerabler Nebenwirkungen abzubrechen oder zu modifizieren.
Die Empfehlungen richten sich entsprechend der Einschlusskriterien der zulassungsrelevanten Studien an Patienten mit ECOG 0-1 (Einschlusskriterium bzw. sehr wenige Patienten mit ECOG 2 eingeschlossen, z. B. LATITUDE [841] : 40/1199 (3,3 %), ARANOTE [854]: 20/669 (3%) Patienten). Die Zulassung der Therapien ist jedoch nicht auf diese Patienten beschränkt. Es obliegt der Entscheidung des Arztes nach Abwägung von Nutzen und Risiken, auch Patienten mit ECOG 2 bzw. 3 zu behandeln. Dabei sollte berücksichtigt werden, dass Patienten mit unkontrollierter Hypertonie oder klinisch signifikanten, kardialen Erkrankungen (z. B. Myokardinfarkt, schwere oder instabile Angina pectoris Herzinsuffizienz, ventrikuläre Arrhythmien) ausgeschlossen waren (s. Fachinformation für die jeweiligen Ausschlusskriterien).
Yanagisawa et al. führten einen systematischen Review mit Netzwerk-Metaanalyse über 18 randomisierte kontrollierte Studien zur Bewertung der Wirksamkeit systemischer Kombinationstherapien bei Patienten mit Prostatakrebs (nicht-metastasierender Hochrisiko-Prostatakrebs, mHSPC, nicht-metastasiertes, kastrationsresistentes Prostatakarzinom (nmCRPC)/metastasiertes kastrationsresistentes Prostatakarzinom (mCRPC)) durch. Auch diejenigen Studien waren inkludiert, die zur Zulassung der unter Empfehlung [7.30] aufgeführten Kombinationen geführt haben. Die Autoren legen nahe, dass neuartige systemische Therapien das Gesamtüberleben von Patienten mit Prostatakrebs unabhängig vom Leistungsstatus verbessern (innerhalb der Einschlusskriterien der Studien). Ein schlechter Performance-Status sollte nach Ansicht der Autoren daher nicht von einer Intensivierung der Behandlung in allen Krankheitsstadien abhalten [867]. In einem weiteren systematischen Review mit Netzwerk-Metaanalyse wurde für Patienten mit mHSPC und Docetaxel + ADT oder ARPI-/Abirateron-basierten Kombinationen berichtet, dass diese unabhängig vom Alter von den genannten Therapien profitieren. Die Wirksamkeit war zwar bei jüngeren Patienten stärker ausgeprägt, das chronologische Alter allein scheint jedoch kein Auswahlkriterium für die Verabreichung von Kombinationstherapien in diesem Setting zu sein [868].
Vergleichende Studien zwischen den empfohlenen Kombinationen liegen nicht vor. Die Dreifach-Kombinationen kommen nur bei Eignung für eine Docetaxel-Chemotherapie in Betracht. Die Kombination aus ADT + Abirateron + Docetaxel ist in Europa nicht zugelassen. Zum Stellenwert der lokalen Strahlenbehandlung beim oligometastasierten Prostatakarzinom vgl. Kapitel 7.5.
Zu [7.30] a und [7.31] a (ADT + Apalutamid)
Die Kombination aus Apalutamid in Ergänzung zu einer ADT wurde in TITAN, einer randomisierten, doppelt-verblindeten, placebokontrollierten Phase-III-Studie mit insgesamt 1.052 Patienten untersucht [848]. Eingeschlossen wurden Patienten mit dokumentiertem mHSPC mit einem ECOG Performance-Status von 0 oder 1, die eine vorherige ADT von bis zu 3 Monaten oder bis zu sechs Zyklen Docetaxel mit ADT von bis zu 6 Monaten erhalten haben [848]. In die Studie wurden auch Patienten mit Metastasierung nach kurativ intendierter lokaler Therapie (z. B. Prostatektomie, lokale Strahlenbehandlung) eingeschlossen, sofern diese mindestens ein Jahr vor der Randomisierung abgeschlossen war [848].
Patienten der Interventionsgruppe erhielten Apalutamid ergänzend zur ADT, Patienten der Kontrollgruppe Placebo ergänzend zur ADT [848]. Primärere Endpunkte waren radiographisches progressionsfreies Überleben (rPFS) sowie Gesamtüberleben (OS); als sekundäre Endpunkte wurden die Zeit bis zu einer Chemotherapie, die Zeit bis zu einer Verschlechterung von Schmerz, die Zeit bis zur Langzeitanwendung von Opioiden sowie die Zeit bis zu skelettassoziierten Ereignissen benannt [848]
Insgesamt zeigt sich ein signifikanter Vorteil für die Kombination aus Apalutamid + ADT in den primären Studienendpunkten rPFS und OS. Die Gesamtzahl der unerwünschten Ereignisse (AEs) sowie die Grad 3-5 AEs unterschieden sich nur gering mit insgesamt höheren Raten in der Interventions- gegenüber der Kontrollgruppe. Hautausschläge wurden mit Apalutamid deutlich häufiger beobachtet. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse einschließlich Nebenwirkungen findet sich in der Tabelle [848], [847], [869].
Apalutamid in der Indikation mHSPC wurde auch einer Nutzenbewertung nach §35a SGB V durch das IQWIG unterzogen. In diesem Verfahren wurde vom G-BA als zweckmäßige Vergleichstherapie (zVT) die Chemohormontherapie mit Docetaxel oder für Patienten mit high-risk-Kriterien Abirateron festgelegt. Da eine direkte vergleichende Studie zwischen zVT und Apalutamid nicht vorliegt, erfolgte ein adjustierter indirekter Vergleich (ADT als „Brückenkomparator“), um Apalutamid mit den Docetaxel-Daten aus der STAMPEDE-Studie zu vergleichen. Insgesamt fand sich kein statistisch signifikanter Unterschied im Gesamtüberleben, aber es konnte ein positiver Effekt für Apalutamid in Bezug auf die Nebenwirkungen gezeigt werden. Das IQWIG sah insgesamt daher einen Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen [870] [871]. Der G-BA sah dagegen einen Zusatznutzen als nicht belegt an, da lediglich für den Endpunkt schwerwiegende unerwünschte Ereignisse ein Vorteil für Apalutamid im indirekten Vergleich gesehen wurde und dies nicht mit hinreichender Sicherheit erlaube, einen Zusatznutzen abzuleiten [872].
Tabelle 22: Ergebnisse der RCT TITAN zur Kombinationstherapie mit Apalutamid
|
Patientenzahl: n=1.052 |
ADT + Apalutamid |
ADT + Placebo |
Hazard Ratio (HR) (Konfidenzintervall), Signifikanz |
|
|
Nutzen: |
Medianes rPFS (Monate) (95 % KI) |
68,2 |
47,5 |
HR 0,48 (0,39-0,60), p<0,001 |
|
Medianes Gesamtüberleben1 (Monate) (95 % KI) |
NE |
52,2 |
HR 0,65 (0,53-0,79), p<0,0001 |
|
|
Schaden: |
Nebenwirkungen2 |
49,4 % |
41,7 % |
Grad 3-4 Ereignisse |
|
20,2 % |
4,4 % |
Hautausschlag |
||
|
23,1 % |
16,5 % |
Hitzewallungen |
||
|
20,4 % |
16,9 % |
Fatigue |
||
|
19,5 % |
15,9 % |
Hypertonie |
||
|
20,6 % |
21,1 % |
Rückenschmerz |
||
|
19,7 % |
15,6 % |
Arthralgie |
||
|
10,5 % |
17,5 % |
Gewichtszunahme |
||
|
13,4 % |
12,7 % |
Schmerzen in Extremitäten |
||
|
7,4 % |
10,2 % |
Knochenschmerz |
||
|
11,1 % |
4,7 % |
Juckreiz |
||
|
11,3 % |
11,0 % |
Obstipation |
||
|
10,7 % |
6,6 % |
Diarrhoe |
||
|
13,2 % |
13,7 % |
Anämie |
||
|
Todesfälle (unerwünschte Ereignisse Grad 5) |
20 (3,8 %) |
17 (3,2 %) |
|
|
|
Mediane Beobachtungszeit 22,7 Monate (rPFS) [848], [847] bzw. 44,0 Monate (OS, Nebenwirkungen, Todesfälle) [869] NE: nicht ermittelbar 1 39,5 % Crossover nach Entblindung der Studie; 2 unerwünschte Ereignisse in der „Safety“ Population in ≥10 % der Patienten eines der Behandlungsarme |
||||
Zu [7.30] a und [7.31] b (ADT + Enzalutamid)
Die Kombination aus Enzalutamid in Ergänzung zu einer ADT gegenüber einer alleinigen ADT wurde in ARCHES, einer randomisierten, doppelt-verblindeten, placebokontrollierten Phase-III-Studie mit insgesamt 1.150 Patienten mit pathologisch bestätigtem mHSPC untersucht [849]. Eingeschlossen wurden erwachsene Patienten mit einem ECOG-Performance-Status von 0 oder 1, die eine vorherige ADT von bis zu 3 Monaten oder bis zu sechs Zyklen Docetaxel mit ADT von bis zu 6 Monaten in der Vorbehandlung erhalten haben [849]. Ebenso wie in der TITAN-Studie (Apalutamid) war Patienten mit Metastasierung nach kurativ intendierter lokaler Therapie (z. B. Prostatektomie, lokale Strahlenbehandlung) eine Studienteilnahme möglich. Als primärer Endpunkt wurde das rPFS untersucht [849]. Sekundäre Endpunkte waren die Zeit bis zur PSA-Progression, die Zeit bis zur Aufnahme einer neuen antineoplastischen Therapie, die PSA-Rate unter der Nachweisgrenze, die objektive Ansprechrate, die Zeit bis zur Verschlechterung von Symptomen bezogen auf den Harntrakt, OS, die Zeit bis zu skelettbezogenen Symptomen, die Zeit bis zur Kastrationsresistenz, die Zeit bis zur Verschlechterung der Lebensqualität sowie die Zeit bis zur Verschlechterung einer Schmerzsymptomatik [849].
Nach einer medianen Beobachtungszeit von 14,4 Monaten zeigte sich ein signifikanter Vorteil für die Kombination aus Enzalutamid+ADT für den primären Studienendpunkt rPFS [849], welcher bei einer medianen Nachbeobachtungszeit von 44,6 Monaten bestehen blieb (HR 0,63, 95 % KI 0,52-0,76). Auch ein Vorteil im OS konnte in diesem späteren Datenschnitt gezeigt werden (HR 0,66, 95 % KI 0,53-0,81; p<0,001) [873]. Die Gesamtzahl der unerwünschten Ereignisse (AEs) sowie die Grad 3-5 AEs unterschieden sich nur gering, mit insgesamt höheren Raten in der Interventions- gegenüber der Kontrollgruppe. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse einschließlich weiterer Nebenwirkungen findet sich in Tabelle 16.
Für die Zeit bis zur Verschlechterung der Lebensqualität, einem der sekundären Endpunkte, werden median 11,3 Monate für die Interventionsgruppe sowie median 11,1 Monate für die Kontrollgruppe berichtet (HR 0,96, 95 % KI 0,81-1,14; p=0,6548) [849].
Enzalutamid in der Indikation mHSPC wurde auch einer Nutzenbewertung nach §35a SGB V durch das IQWIG unterzogen. Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom G-BA die konventionelle ADT jeweils in Kombination mit Apalutamid (nur für Patienten mit ECOG 0-1) oder in Kombination mit Docetaxel mit oder ohne Predniso(lo)n (nur für Patienten mit Fernmetastasen und ECOG 0-1) oder in Kombination mit Abirateronacetat und Predniso(lo)n (nur für Patienten mit de novo Hochrisiko-mHSPC) bestimmt. Da eine direkte vergleichende Studie zwischen zVT und Enzalutamid nicht vorliegt, erfolgte ein adjustierter indirekter Vergleich (ADT als „Brückenkomparator“), um Enzalutamid mit den Docetaxel-Daten aus der STAMPEDE-Studie zu vergleichen. Insgesamt fand sich kein statistisch signifikanter Unterschied im Gesamtüberleben, aber es konnte ein positiver Effekt für Enzalutamid in Bezug auf die Nebenwirkungen gezeigt werden. Das IQWIG sah insgesamt daher einen Anhaltspunkt für einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen [874]. Der G-BA sah dagegen einen Zusatznutzen als nicht belegt an [875], da lediglich für den Endpunkt schwerwiegende unerwünschte Ereignisse ein Vorteil für Enzalutamid und dies auch nur für die ersten 6-7 Monate nach Therapiebeginn mit einer hinreichend sicher interpretierbaren Effektschätzung im indirekten Vergleich gesehen wurde und dies nicht mit hinreichender Sicherheit erlaube, einen Zusatznutzen abzuleiten [872].
Tabelle 23: Ergebnisse der RCT ARCHES zur Kombinationstherapie mit Enzalutamid
|
Patientenzahl: n=1.150 |
ADT + Enzalutamid |
ADT + Placebo |
HR (Konfidenzintervall), Signifikanz |
|
|
Nutzen: |
Medianes rPFS (Monate) (95 % KI)1 |
49,8 (47,3 – NE) |
38,9 (28,2 - 46,2) |
HR 0,63 (0,52-0,76) |
|
Medianes Gesamtüberleben1,2 (Monate) (95 % KI) |
NE (NE – NE) |
NE (49,7 – NE) |
HR 0,66 (0,53-0,81), p<0,001 |
|
|
Schaden: |
Nebenwirkungen3 |
39,2 % 29,9 % 25,0 % 18,2 % 13,3 % 13,1 % 10,1 % |
27,9 % 22,8 % 16,0 % 11,3 % 12,0% 6,1 % 3,3 % |
Grad 3-4 Ereignisse Hitzewallungen Fatigue Arthralgie Rückenschmerz Bluthochdruck Stürze |
|
Todesfälle (unerwünschte Ereignisse Grad 5) |
30 (5,2 %) |
12 (2,1 %) |
|
|
|
Mediane Beobachtungszeit 44,6 Monate [873] NE: nicht ermittelbar 1 31,3 % Crossover nach Entblindung der Studie (nach im Median 21,5 Monaten) 2 Sekundärer Studienendpunkt 3 unerwünschte Ereignisse in der „Safety“ Population in ≥10 % der Patienten eines der Behandlungsarme |
||||
Zu [7.30] b und [7.31] c (ADT + Darolutamid)
Die Kombination aus Darolutamid in Ergänzung zu einer ADT gegenüber einer alleinigen ADT wurde in ARANOTE, einer randomisierten, doppelt-verblindeten, placebokontrollierten Phase-III-Studie mit insgesamt 669 Patienten mit pathologisch bestätigtem mHSPC untersucht. Die Randomisierung erfolgte 2:1 in den Darolutamid- (n=446) bzw. den Placebo-Arm (n=223) [854]. Eingeschlossen wurden erwachsene Patienten mit einem ECOG-Performance-Status von 0 bis 2, die eine vorherige ADT von bis zu 3 Monaten erhalten hatten. Als primärer Endpunkt wurde das rPFS untersucht. Sekundäre Endpunkte waren OS, die Zeit bis zur Aufnahme einer neuen antineoplastischen Therapie, bis zum mCRPC, bis zur PSA-Progression, bis zur Schmerzprogression und die Rate an Patienten mit einem PSA-Wert von <0,2 ng/ml bei einem Baseline-PSA-Wert von ≥0,2 ng/ml.
Nach einer medianen Beobachtungszeit von 25,3 Monaten im Darolutamid-Arm und 25,0 Monaten im Placebo-Arm zeigte sich ein signifikanter Vorteil für die Kombination aus Darolutamid + ADT für den primären Studienendpunkt rPFS. Für das Gesamtüberleben konnte in diesem Datenabschnitt kein Vorteil im OS gezeigt werden (HR 0,81, 95 % KI 0,59-1,12). Alle anderen sekundären Endpunkte zeigten einen Vorteil für Darolutamid. Die unerwünschten Ereignisse waren in beiden Gruppen ähnlich. Ein geringerer Anteil der Patienten im Darolutamid- als im Placebo-Arm brach die Behandlung aufgrund von unerwünschten Ereignissen ab (6,1 % vs. 9,0 %) [854]. Eine Zusammenfassung der Ergebnisse einschließlich spezifischer Nebenwirkungen findet sich in Tabelle 19.
Eine Nutzenbewertung von Darolutamid + ADT nach §35a SGB V liegt aktuell noch nicht vor.
Tabelle 24: Ergebnisse der RCT ARANOTE zur Kombinationstherapie mit Darolutamid
|
Patientenzahl: n=669 |
ADT + Darolutamid |
ADT + Placebo |
HR (Konfidenzintervall), Signifikanz |
|
|
Nutzen: |
Medianes rPFS (Monate) (95 % KI) |
NE |
25,0 |
HR 0,54 (0,41-0,71), p<0,0001 |
|
Medianes Gesamtüberleben1 (Monate) |
NE |
NE |
HR 0,81 (0,59-1,12) |
|
|
Schaden: |
Nebenwirkungen2 |
30,8 % |
30,3 % |
Grad 3-4 Ereignisse |
|
20,4 % |
17,6 % |
Anämie |
||
|
12,4 % |
11,3 % |
Arthralgie |
||
|
11,7 % |
7,7 % |
Harnwegsinfektion |
||
|
9,7 % |
10,4 % |
Rückenschmerz |
||
|
7,4 % |
12,2 % |
Knochenschmerz |
||
|
Todesfälle (unerwünschte Ereignisse Grad 5) |
21 (4,7 %) |
12 (5,4 %) |
|
|
|
Mediane Beobachtungszeit 25,3 Monate (Darolutamid-Arm) und 25,0 Monate (Placebo-Arm) [854] NE: nicht ermittelbar 1 Sekundärer Studienendpunkt 2 unerwünschte Ereignisse in der „Safety“ Population in ≥10 % der Patienten eines der Behandlungsarme |
||||
Zu [7.30] c und [7.31] d (ADT + Abirateron + Prednison/Prednisolon)
Zur Kombinationstherapie von Abirateron und ADT liegen Daten aus zwei randomisierten klinischen Studien, STAMPEDE und LATITUDE, vor [857], [876].
In die STAMPEDE-Studie wurden nur Patienten in gutem Allgemeinzustand (ECOG 0-1) eingeschlossen (dagegen in LATITUDE auch ECOG 2). Ähnlich wie im Docetaxel-Arm von STAMPEDE [876] so wurde auch im Abirateron-Arm kein Unterschied bezüglich der Metastasenlast in der Gruppe der metastasierten Patienten gemacht. Im OS zeigte sich ein statistisch signifikanter Vorteil für die Kombinationstherapie mit einer HR von 0,63 (95 % KI 0,52-0,76) in der initialen Analyse (Population: M0 und M1, any risk) [876] bzw. 0,60 (95 % KI 0,50-0,71) bei einer medianen Nachbeobachtungszeit von 73 Monaten (Population: M1, any risk) [858]. Auch bezüglich des progressionsfreien Überlebens fand sich ein deutlicher Vorteil zwischen der Therapie- und Placebo-Gruppe (HR 0,58; p<0,0001) [858] (siehe Tabelle).
In die zulassungsrelevante LATITUDE-Studie wurden Patienten mit neu diagnostiziertem, pathologisch bestätigtem mHSPC (high risk) und ECOG 0-2 eingeschlossen, die mindestens zwei von drei benannten Risikofaktoren aufwiesen (Gleason-Score von 8-10, mindestens drei Knochenläsionen, messbare viszerale Metastasen) [857], [841].
Ausgeschlossen wurden Patienten, die zuvor eine Chemotherapie, eine Strahlentherapie oder einen operativen Eingriff zur Behandlung eines metastasierten Prostatakarzinoms erhielten, mit Ausnahme einer ADT mit GnRH-Analoga von weniger als 3 Monaten, einer Orchiektomie oder palliativer Strahlentherapie beziehungsweise palliativen operativen Eingriffen zur symptomatischen Behandlung [857], [841].
Als primärer Endpunkt wurden das OS sowie radiographisches, progressionsfreies Überleben (rPFS) betrachtet [857], [841]. Die Auswertung erfolgte im Rahmen einer ersten Interimsanalyse im Oktober 2016, aus deren Ergebnissen eine Entblindung sowie eine Protokollanpassung zu einer offenen Verlängerungsphase der Studie mit der Möglichkeit eines Wechsels der Behandlungsgruppe im Februar 2017 resultierte [857], [841] Bei der Endauswertung ist der Wechsel von Patienten der Kontrollgruppe in die Interventionsgruppe nach der Entblindung (cross-over, n=72) zu berücksichtigen [857].
Die Endauswertung erfolgte zum 15. August 2018 mit einer medianen Beobachtungszeit von 51,8 Monaten [857]. Es bestätigte sich der Vorteil bezüglich des Gesamtüberlebens (HR 0,66, s. Tabelle 17). Die Auswertung des rPFS erfolgte nur zur ersten Interimsanalyse mit einem deutlichen Vorteil für die Kombinationstherapie von 33,0 vs. 14,8 Monaten, HR 0,47 [857], [841].
Die Nebenwirkungen in der Tabelle stammen exemplarisch aus der LATITUDE-Studie.
Dem Behandlungsschema der Studien [857], [876] entsprechend wird Abirateron in der Dosierung von 1000 mg/Tag plus Prednison oder Prednisolon 5 mg/Tag beginnend innerhalb von 3 Monaten nach Einleitung der Androgendeprivation empfohlen.
Abirateron in der Indikation mHSPC wurde auch einer Nutzenbewertung nach §35a SGB V durch das IQWIG unterzogen. Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom G-BA die konventionelle ADT, gegebenenfalls in Kombination mit einem nicht-steroidalen Antiandrogen (Flutamid oder Bicalutamid) oder die konventionelle ADT in Kombination mit Docetaxel und Predniso(lo)n bestimmt. In die Nutzenbewertung wurden die Patienten der LATITUDE-Studie sowie die M1-Patientenpopulation der STAMPEDE-Studie eingeschlossen. Grundsätzlich wurden die Ergebnisse der LATITUDE- und STAMPEDE-Studien gemeinsam betrachtet. Bei maßgeblicher Heterogenität der Ergebnisse wurde jedoch primär die LATITUDE-Studie für Nutzenaussagen herangezogen, da die Patientenpopulation der LATITUDE-Studie der Zielpopulation ähnlicher war. Es fand sich ein statistisch signifikanter Unterschied im Gesamtüberleben zugunsten von Abirateron+Predniso(lo)n+ADT vs. ADT. Außerdem fand sich ein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen hinsichtlich skelettbezogener Ergebnisse, hinsichtlich des stärksten Schmerzes (BPI-SF Item 3) sowie der gesundheitsbezogenen Lebensqualität (FACT-P). Allerdings fanden sich auch Anhaltspunkte für negative Effekte in der Endpunktkategorie Nebenwirkungen, Das IQWIG sah insgesamt für Patienten mit neu diagnostiziertem Hochrisiko-mHSPC einen Beleg für einen beträchtlichen Zusatznutzen [877]. Dieser Bewertung schloss sich auch der G-BA an [878].
Tabelle 25: Ergebnisse der RCT zur Kombinationstherapie mit Abirateron:
|
STAMPEDE: Patientenzahl: n=1.003 LATITUDE: Patientenzahl: n=1.199 |
ADT + Abirateron |
ADT (Studie) |
HR (Konfidenzintervall); Signifikanz |
|
|
Nutzen: |
STAMPEDE |
|||
|
Gesamtüberleben nach 5 Jahren (M1, any risk) |
60 % (55–64) |
41 % (37-45) |
0,60 (0,50-0,71); p<0,0001 |
|
|
Gesamtüberleben nach 5 Jahren (M1, high-risk) |
49 % (43-55) |
28 % (22-34) |
0,54 (0,43-0,69); p<0,0001 |
|
|
Progressionsfreies Überleben nach 5 Jahren (95% KI) (M1, any risk) |
54 % (50-59) |
37 % (33–42) |
0,58; p<0,0001 |
|
|
Progressionsfreies Überleben nach 5 Jahren (95% KI) (M1, high-risk) |
39 % (33-46) |
25 % (19-31) |
0,56 (0,46-0,72); p<0,0001 |
|
|
LATITUDE |
||||
|
Medianes Überleben final, Monate (95 % KI) |
53,3 (48,8–NE) |
36,5 (33,5-40,0) |
0,66 (0,56-0,78), p<0,0001 |
|
|
Progressionsfreies Überleben, Monate (Interimsanalyse) |
33,0 |
14,8 1 |
0,47 (0,39 – 0,55); p<0,001 |
|
|
Schaden: |
Nebenwirkungen (exemplarisch aus LATITUDE-Studie)2 |
62 % |
47 % |
Grad 3-4 Ereignisse |
|
21 % |
21 % |
Rückenschmerzen |
||
|
38 % |
22 % |
Hypertonie |
||
|
15 % |
13 % |
Hitzewallungen |
||
|
16 % |
14 % |
Arthralgie |
||
|
23 % |
4 % |
Hypokaliämie |
||
|
14 % |
15 % |
Fatigue |
||
|
17 % |
13 % |
ALAT erhöht |
||
|
11 % |
11 % |
Obstipation |
||
|
12 % |
12 % |
Schmerzen in Extremitäten |
||
|
15 % |
11 % |
ASAT erhöht |
||
|
10 % |
9 % |
Periphere Ödeme |
||
|
14 % |
15 % |
Knochenschmerzen |
||
|
14 % |
12 % |
Hyperglykämie |
||
|
10 % |
15 % |
Anämie |
||
|
Todesfälle (unerwünschte Ereignisse Grad 5) |
9 (1 %) |
|
||
|
38 (6 %) |
25 (4 %) (LATITUDE) |
|
||
|
STAMPEDE (mediane Beobachtungszeit 40 Monate (Todesfälle [876]) bzw. 73 Monate (OS, PFS [858])) und LATITUDE (mediane Beobachtungszeit 30,4 Monate (PFS [857]) bzw. 51,8 Monate (OS, Nebenwirkungen, Todesfälle [841])) NE: nicht ermittelbar |
||||
Zu [7.30] d und [7.31] e (ADT + Darolutamid + Docetaxel)
Die vormals bestehende Empfehlung, Patienten mit high-volume-mHSPC unter Aufklärung über die im Vergleich zu ARPI höhere Toxizität zusätzlich zur ADT eine Chemotherapie mit Docetaxel anzubieten, basierte auf den Studien GETUG AFU-15, CHAARTED und STAMPEDE [843], [879],[880], [881], [855]. Auch für Patienten mit low-volume-Erkrankung wurde eine entsprechende Empfehlung ausgesprochen, allerdings mit Empfehlungsgrad 0 („kann“). Auf der Grundlage der Daten aus ARASENS und PEACE-1 konnten beide Empfehlungen jedoch nicht weiter aufrechterhalten werden. Die Dreierkombination aus ADT, Docetaxel und einem ARPI (Abirateron oder Darolutamid) ist eine neue Behandlungsoption für das mHSPC. Derzeit ist unklar, ob alle mHSPC-Patienten davon profitieren, wenn Docetaxel zu einer ADT- und ARPI-Kombination hinzugefügt wird. Bislang ist Darolutamid das einzige Medikament, das von der EMA in Kombination mit Docetaxel und ADT zugelassen ist.
In der randomisierten, doppelblinden, placebokontrollierten Phase-III-Studie ARASENS [850] wurde die Dreierkombination aus ADT, Docetaxel und Darolutamid mit ADT, Docetaxel und Placebo verglichen. Insgesamt wurden 1.306 erwachsene Patienten mit bestätigtem mHSPC und ECGO-Performance-Status von 0 oder 1 randomisiert. Ausgeschlossen wurden Patienten mit ausschließlich regionärem Lymphknotenbefall (N1, unterhalb der iliakalen Bifurkation). Primärer Endpunkt war das Gesamtüberleben, sekundäre Endpunkte waren die Zeit bis zum Auftreten eines mCRPC, die Zeit bis zum Schmerzprogress, das symptomatische skelettale ereignisfreie Überleben, die Zeit bis zum ersten symptomatischen skelettalen Ereignis, die Zeit bis zum Beginn einer nachfolgenden systemischen antineoplastischen Therapie, die Zeit bis zur Verschlechterung krankheitsbedingter körperlicher Symptome, die Zeit bis zum Beginn einer Opioidbehandlung an sieben oder mehr aufeinanderfolgenden Tagen, sowie die Nebenwirkungen.
Alle Patienten erhielten innerhalb von 12 Wochen vor der Randomisierung eine ADT (GnRH-Agonisten oder -Antagonisten) oder unterzogen sich einer Orchiektomie und erhielten sechs Zyklen Docetaxel (75 mg/m² Körperoberfläche an Tag 1 in einem Drei-Wochen-Zyklus), wobei Prednison oder Prednisolon nach Ermessen des Prüfarztes verabreicht und innerhalb von 6 Wochen nach der Randomisierung begonnen wurde. Die empfohlene Prämedikation zur Vorbeugung von Docetaxel-bedingten Überempfindlichkeitsreaktionen und Flüssigkeitsretention war orales Dexamethason (8 mg 12 Stunden, 3 Stunden und 1 Stunde vor der Infusion).
Der primäre Endpunkt Gesamtüberleben wurde erreicht (Nachbeobachtungszeit für OS: 43,7 Monate [Darolutamid-Gruppe] vs. 42,4 Monate [Placebo-Gruppe]), wobei das Sterberisiko signifikant um 32,5 % gesenkt wurde (HR 0,68, 95 % KI 0,57-0,80; p<0,001). Die zusätzliche Gabe von Darolutamid war auch mit Vorteilen in sekundären Endpunkten und in vordefinierten Untergruppen verbunden (siehe Tabelle). Die Häufigkeit der unerwünschten Wirkungen war in beiden Gruppen ähnlich. Die Häufigkeit von unerwünschten Ereignissen des Grades 3 oder 4 lag in der Darolutamid-Gruppe bei 66,1 %, und Neutropenie war das häufigste unerwünschte Ereignis des Grades 3 oder 4 (33,7 %) [850], [851].
Darolutamid in Kombination mit einer ADT und Docetaxel in der Indikation mHSPC wurde auch einer Nutzenbewertung nach §35a SGB V durch das IQWIG unterzogen. Als zVT wurde vom G-BA die konventionelle Androgendeprivation in Kombination mit Apalutamid, Enzalutamid, Abirateronacetat und Prednison/Prednisolon (nur für Patienten mit neu diagnostiziertem Hochrisiko-Prostatakarzinom) oder Docetaxel mit oder ohne Prednison/Prednisolon bestimmt. Es fand sich ein statistisch signifikanter Unterschied im Gesamtüberleben zum erheblichen Vorteil von Darolutamid+Docetaxel+ADT im Vergleich zu Docetaxel+ADT. Bei den schwer(wiegend)en Nebenwirkungen zeigten sich sowohl positive als auch negative Effekte. Es ist hierbei fraglich, ob der positive Effekt für den Endpunkt schwere Knochenschmerzen nicht eher die Symptome der Erkrankung abbildet. Vorteile in den Gesamtraten der schwer(wiegend)en Nebenwirkungen zeigten sich lediglich bei Patienten mit viszeralen Metastasen mit oder ohne Lymphknotenmetastasen oder mit oder ohne Knochenmetastasen. Bei den Vorteilen hinsichtlich der schwer(wiegend)en Nebenwirkungen ist zu berücksichtigen, dass diese ggf. auf einer Mischung aus Nebenwirkungen und Symptomen bzw. Folgekomplikationen der Erkrankung beruhen. Demgegenüber stehen zwei Anhaltspunkte für negative Effekte bzgl. schwerer Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes (beträchtliches Ausmaß) bzw. bzgl. schwerer Hypertonien (geringes Ausmaß). Zusammenfassend konstatiert das IQWIG für Patienten mit mHSPC einen Hinweis auf einen erheblichen Zusatznutzen von Darolutamid+Docetaxel+ADT gegenüber Docetaxel+ADT [882]. Der G-BA sah einen Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen von Darolutamid+Docetaxel+ADT gegenüber Docetaxel+ADT [883].
Tabelle 26: Ergebnisse der RCT ARASENS zur Dreifachtherapie aus ADT, Docetaxel und Darolutamid
|
Patientenzahl: n=1.305 |
ADT + Docetaxel + Darolutamid |
ADT + Docetaxel + Placebo |
HR (Konfidenzintervall), Signifikanz |
|
|
Nutzen: |
Medianes Gesamtüberleben (OS) [Monate] |
NE |
48,9 |
0,68 |
|
Medianes OS, High Volume Erkrankung [Monate] |
NE |
42,4 |
0,69 |
|
|
Medianes OS, Low Volume Erkrankung [Monate] |
NE |
NE |
0,68 |
|
|
Medianes OS, High Risk Erkrankung [Monate] |
NE |
43,2 |
0,71 |
|
|
Medianes OS, Low Risk Erkrankung [Monate] |
NE |
NE |
0,62 |
|
|
Mediane Zeit bis zum Auftreten eines mCRPC [Monate] |
NE |
19,1 |
0,36 |
|
|
Mediane Zeit bis zum Schmerz-progress [Monate] |
NE (30,5-NE) |
27,5 |
0,79 |
|
|
Schaden: |
Nebenwirkungen1 |
66 % |
64 % |
Grad 3-4 Ereignisse |
|
40 % |
41 % |
Alopezie |
||
|
39 % |
39 % |
Neutropenie |
||
|
33 % |
33 % |
Fatigue |
||
|
28 % |
25 % |
Anämie |
||
|
27 % |
27 % |
Arthralgie |
||
|
27 % |
26 % |
Periphere Ödeme |
||
|
26 % |
24 % |
Diarrhoe |
||
|
23 % |
20 % |
Obstipation |
||
|
19 % |
19 % |
Hitzewallungen |
||
|
19 % |
19 % |
Rückenschmerz |
||
|
19 % |
13 % |
Reduzierter Appetit |
||
|
18 % |
16 % |
Gewichtszunahme |
||
|
18 % |
20 % |
Übelkeit |
||
|
16 % |
13 % |
ALAT erhöht |
||
|
15 %
|
12 %
|
Schmerz in Extremitäten |
||
|
14 % |
10 % |
ASAT erhöht |
||
|
13 % |
14 % |
Pyrexie |
||
|
13 % |
9 % |
Hypertonie |
||
|
13 % |
11 % |
Husten |
||
|
12 % |
13 % |
Knochenschmerz |
||
|
12 % |
10 % |
Periphere Neuropathie |
||
|
11 % |
12 % |
Schlaflosigkeit |
||
|
11 % |
9 % |
Hyperglykämie |
||
|
11 % |
10 % |
Muskelschmerz |
||
|
11 % |
12 % |
Geschmacksstörung |
||
|
10 % |
10 % |
Asthenie |
||
|
10 % |
9 % |
Stomatitis |
||
|
10 % |
10 % |
Periphere sensorische Neuropathie |
||
|
9 % |
10 % |
Harnwegsinfektion |
||
|
9 % |
11 % |
Dyspnoe |
||
|
9 % |
10 % |
Malaise |
||
|
Todesfälle (unerwünschte Ereignisse Grad 5) |
27 (4,1 %) |
26 (4,0 %) |
|
|
|
NE: nicht ermittelbar 1 unerwünschte Ereignisse in der „Safety“ Population in ≥10 % der Patienten eines der Behandlungsarme |
||||
Zu [7.30] e und [7.31] f (ADT + Abirateron + Prednison/Prednisolon + Docetaxel)
Eine weitere Dreierkombination, bestehend aus ADT+Abirateron+Docetaxel wurde in der offenen, randomisierten, kontrollierten Phase-III-Studien PEACE-1 [852] untersucht. Die Kombination ist in den USA durch die FDA zugelassen, eine Zulassung in Europa liegt nicht vor.
PEACE-1 hatte ein 2 x 2 faktorielles Design. Eingeschlossen wurden Patienten mit bestätigtem, de novo metastasierten Adenokarzinom der Prostata und einem ECOG-Status von 0-1 (oder 2 aufgrund von Knochenschmerz). Co-primäre Endpunkte waren rPFS und OS, sekundäre Endpunkte beinhalteten u.a. die Zeit bis zum Auftreten eines mCRPC, das Prostatakarzinom-spezifische Überleben, die Zeit bis zu einem skelettbezogenen Ereignis, die Zeit bis zum Schmerzprogress und die Toxizität. Patienten mit de novo mHSPC wurden 1:1:1:1 randomisiert und erhielten entweder Standard of Care (SOC: ADT±Docetaxel), SOC + Bestrahlung, SOC+Abirateron oder SOC+Bestrahlung+Abirateron. Docetaxel wurde wie folgt verabreicht: 75 mg/m² Körperoberfläche (max. 150 mg) i. v., in einem Drei-Wochen-Zyklus. G-CSF-Injektionen wurden empfohlen. Abirateron wurde wie folgt eingenommen: 1000 mg oral als tägliche Einzeldosis plus täglich zwei orale Dosen Prednison 5 mg, beginnend innerhalb von 6 Wochen nach Start der ADT. Während der Rekrutierungszeit änderte sich der Standard of Care in Bezug auf die Docetaxel-Indikation: Die Studie begann in 2013 mit ADT als SOC, von Oktober 2015 an war Docetaxel zusätzlich zur ADT erlaubt und ab August 2017 obligat Teil der Standardtherapie [852].
PEACE-1 hat gezeigt, dass die Dreierkombination aus ADT, Docetaxel und Abirateron das OS und das rPFS verbessert (siehe Tabelle), während die Toxizität, vor allem Bluthochdruck, leicht zunimmt. In der Gesamtpopulation hatten Patienten, die Abirateron erhielten (n=583), ein längeres rPFS (HR 0,54, 99,9 % KI 0,41-0,71; p<0,0001) und OS (HR 0,82, 95 % KI 0,69-0,98; p=0,030) als Patienten, die kein Abirateron erhielten (n=589). In der Population mit ADT und Docetaxel (n=355 in den Gruppen mit und ohne Abirateron) waren die HRs konsistent (rPFS 0,50, 99,9 % KI 0,34-0,71; p<0,0001; OS 0,75, 95,1 % KI 0,59-0,95; p=0,017) [852]. Subgruppenanalysen legen nahe, dass vor allem Patienten mit high-volume-Erkrankung profitieren (PFS: HR 0,47 [99,9 % KI 0,30-0,72], p<0,0001; OS: HR 0,72 [95,1 % KI 0,55-0,95], p=0,019), während sich für low volume zwar ein (wenn auch geringerer) Vorteil im PFS, nicht jedoch im OS ergab (PFS: HR 0,58 [99,9 % KI 0,29-1,15], p=0,0061; OS: HR 0,83 [95,1 % KI 0,50-1,39], p=0,66). Jüngste Daten deuten darauf hin, dass Männer ≥70 Jahre von der Zugabe von Abirateron zur SOC (mit oder ohne Docetaxel) möglicherweise weniger profitieren als Männer <70 Jahre. Dieser Trend war bei älteren Patienten, die fit genug waren, um Docetaxel als Teil des SOC zu erhalten, weniger ausgeprägt. Die Autoren vermuten, dass Komorbiditäten und Toxizität die Schlüsselelemente zur Erklärung dieser Daten sind [853].
Aufgrund der fehlenden Zulassung in Europa, des wechselnden SOC in Bezug auf Docetaxel im Studienverlauf und der zugelassenen Dreifach-Kombination aus Darolutamid, Docetaxel und ADT wird Abirateron in Kombination mit einer Chemohormontherapie als mögliche („kann“) Option beim de novo metastasierten high volume mHSPC angesehen.
Tabelle 27: Ergebnisse der RCT PEACE-1 zur Dreifachtherapie aus ADT, Docetaxel und Abirateron
|
|
ADT + Docetaxel + Abirateron ± Bestrahlung |
ADT + Docetaxel ± Bestrahlung |
HR (Konfidenzintervall), Signifikanz |
|
|
Nutzen: |
Radiografisches progressionsfreies Überleben [Jahre] |
4,5 |
2,0 |
0,50 |
|
Medianes Gesamtüberleben (OS) [Jahre] |
NE |
4,4 |
0,75 |
|
|
Medianes OS, Low Volume Erkrankung [Jahre] |
NE |
NE |
0,83 |
|
|
Medianes OS, High Volume Erkrankung [Jahre] |
5,1 |
3,5 |
0,72 (95,1 % KI 0,55-0,95), p=0,019 |
|
|
Schaden: |
Nebenwirkungen1 |
63 % |
52 % |
≥ Grad 3 Ereignisse |
|
70 % |
73 % |
Fatigue |
||
|
40 % |
36 % |
Periphere Neuropathie |
||
|
22 % |
13 % |
Hypertonie² |
||
|
10 % |
9 % |
Neutropenie² |
||
|
6 % |
1 % |
Hepatotoxizität² |
||
|
5 % |
5 % |
Febrile Neutropenie² |
||
|
5 % |
4 % |
gGT erhöht² |
||
|
2 % |
1 % |
erektile Dysfunktion² |
||
|
4 % |
3 % |
alkalische Phosphatase (im Blut) erhöht² |
||
|
Todesfälle (unerwünschte Ereignisse Grad 5) |
7 (2 %) |
3 (1 %) |
|
|
|
NE: nicht ermittelbar 1 häufige unerwünschte Ereignisse in der „Safety“ Population ² häufige schwere unerwünschte Ereignisse ≥ Grad 3 in ≥5 % der Patienten eines der Behandlungsarme |
||||
Mittlerweile gibt es zahlreiche Kombinationstherapien beim mHSPC, für die eine Überlegenheit gegenüber der reinen ADT nachgewiesen worden ist. Die verschiedenen Therapien unterscheiden sich u. a. bezüglich Zulassungsstatus bzw. Indikation sowie Nebenwirkungsspektrum. Zu den Vorteilen der einen oder der anderen Variante der Kombinationstherapie für spezifische Patientengruppen kann keine Aussage getroffen werden, da es keine direkt vergleichenden Studien gibt. Lediglich in der mehrarmigen STAMPEDE-Studie gab es einen Docetaxel- und einen Abirateron-Arm [858], und es wurde ein stärkerer Effekt hinsichtlich der Zeit bis zum Therapieversagen unter Abirateron als unter Docetaxel berichtet, ebenfalls jedoch nicht im direkten Vergleich. Ein Unterschied im Gesamtüberleben oder tumorspezifischen Überleben bestand dagegen nicht. Auch für Apalutamid gibt es einen indirekten Vergleich zum Docetaxel-Arm der STAMPEDE-Studie (s. o.); in einer IQWIG-Bewertung dieses Vergleichs wurde ein Anhaltspunkt für einen nicht-quantifizierbaren Zusatznutzen für Apalutamid aufgrund von Vorteilen in der Kategorie Nebenwirkungen gesehen. Insgesamt scheint bei den Hormonpräparaten der neuen Generation also ein günstigeres Nebenwirkungsprofil zu bestehen, andererseits ist die Therapiedauer länger und für Risikopatienten ist bei Abirateron, die ebenfalls langfristige Gabe von Glucocorticoiden zu bedenken.
Aufgrund der Daten der ARASENS-Studie [850], die einen Überlebensvorteil für die Dreifach-Kombination Darolutamid, Docetaxel plus ADT gegenüber Docetaxel plus ADT gezeigt hat, wird die alleinige Chemohormontherapie nicht mehr als SOC angesehen. Da keine vergleichende Studie zwischen Darolutamid, Docetaxel plus ADT und einem ARPI plus ADT vorliegt, ist unklar, ob bzw. welche Patienten von der Addition von Docetaxel profitieren. Andererseits bleibt Docetaxel eine Therapieoption beim mCRPC mit nachgewiesenem OS-Vorteil. Insofern stellt sich die Frage, ob die Docetaxel-Chemotherapie Teil einer frühen Therapieintensivierung beim mHSPC oder erst später beim Progress zum mCRPC gegeben werden soll. Die aktuell verfügbaren Daten erlauben diesbezüglich keine Empfehlung, sodass die Therapieentscheidung individuell getroffen werden muss. Insgesamt sind daher bei der Wahl der Therapie bei entsprechender Indikation die Patientenpräferenzen, mögliche Nebenwirkungen sowie das bestehende Komorbiditätsprofil nach partizipativer Entscheidungsfindung zu berücksichtigen. Obwohl auch mit einer „einfachen“ ADT relativ lange Überlebenszeiten erreicht werden können, sodass z. B. bei mutmaßlich eingeschränkter Lebenserwartung nicht zwingend eine Kombinationsbehandlung verabreicht werden muss, stellen die in [7.30] empfohlenen Kombinationen heute den SOC dar. Ob Patienten mit initial bereits schlechtem Performance-Status und fehlender Verbesserung unter einer initialen Hormontherapie innerhalb von 3 Monaten tatsächlich von einer frühen Kombinationsbehandlung profitieren, ist unklar, sodass eine Einschränkung der Empfehlungen auf Patienten mit gutem Performance-Status (ECOG 0-1) erfolgte. Dennoch ist ein ECOG-Score von 2 oder 3 nicht zuletzt auch indikationsgemäß nicht als Ausschlusskriterium für die beschriebenen Therapien zu verstehen.
Zu [7.32]
In allen Zulassungsstudien wurde die Therapie bei Progress oder intolerablen Nebenwirkungen abgebrochen. Unabhängig davon wurde die ADT in der Regel weitergeführt. Muss z. B. Docetaxel als Teil einer Dreifach-Kombination aufgrund einer Chemotherapie-bedingten Toxizität abgebrochen werden, dann soll die übrige Therapie unabhängig davon weitergeführt werden. Andersherum soll bei intolerablen Nebenwirkungen, die z. B. auf Darolutamid zurückzuführen sind, die Docetaxel-Chemotherapie möglichst wie geplant durchgeführt werden. Schließlich kann bei typischen Nebenwirkungen eines bestimmten ARPI auch der Versuch sinnvoll sein, eine Kombinationsbehandlung mit einem anderen ARPI fortzusetzen.
Zu [7.33]
Eine sofortige hormonablative Therapie ist mit einer Verlängerung des progressionsfreien Überlebens verbunden [856]. Wie im Kapitel 6.7 „Primäre hormonablative Therapie und Watchful Waiting“ beim nicht-metastasierten Prostatakarzinom ausgeführt, sind die Ergebnisse jedoch im nicht-metastasierten und ebenso im metastasierten Stadium für das Gesamtüberleben nicht eindeutig. Aufgrund der guten Ansprechraten und der Verlängerung des progressionsfreien Überlebens im symptomatischen metastasierten Stadium wird jedoch eine starke Empfehlung zur sofortigen hormonablativen Therapie ausgesprochen. Die kausale Therapie ist einer symptomatischen Behandlung eindeutig vorzuziehen. Neben einer Verlängerung des progressionsfreien Überlebens gibt es Hinweise darauf, dass eine frühzeitig eingeleitete Androgendeprivation Komplikationen infolge einer Progression der Grunderkrankung (z. B. durch eine pathologische Fraktur) reduziert [884].
7.4 Therapie des androgenunabhängigen oder kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (CRPC)
Zur Definition eines kastrationsresistenten Prostatakarzinoms unter Androgensuppression sollen folgende Voraussetzungen erfüllt sein:
- Testosteronspiegel <50 ng/dl und gleichzeitig
- Biochemischer Progress mit drei konsekutiven Anstiegen des PSA-Wertes im mindestens wöchentlichen Abstand, Anstieg des PSA-Wertes um mindestens 50 % gegenüber dem Nadir und PSA-Wert >2 ng/ml;
und/oder - Progress in der Bildgebung.
- Konsens
- Starker Konsens (98%)
Patienten mit kastrationsresistentem Prostatakarzinom sollen über folgende Inhalte aufgeklärt werden:
- Eine Heilung kann nicht erreicht werden.
- Für die weitere Behandlung stehen verschiedene Optionen zur Verfügung.
- Konsens
- Starker Konsens (96%)
Bei Patienten mit progredienter Erkrankung unter medikamentöser Kastration sollten die therapeutischen Optionen und das therapeutische Vorgehen interdisziplinär im Tumorboard beraten und festgelegt werden.
- Konsens
- Starker Konsens (98%)
Änderungshinweis
Bei Patienten mit progredienter Erkrankung unter chirurgischer oder medikamentöser Kastrationstherapie soll der Serumtestosteronspiegel kontrolliert werden.Die folgenden, für eine Therapieentscheidung ausschlaggebenden Faktoren sollen berücksichtigt werden:
- Symptomatik
- Prädiktive histologische, bildgebende und genetische Diagnostik (Darstellung der Parameter im Hintergrundtext)
- Vortherapien und Therapieansprechen
- Progressionsdynamik
- Lokalisation von Metastasen und Tumorlast
- Komorbidität, Lebenserwartung und Lebensqualität
- Nebenwirkungen der Therapieoptionen
- Patientenpräferenz
- Konsens
- Starker Konsens (98%)
Änderungshinweis
Folgende für eine Therapieentscheidung ausschlaggebende Faktoren sollen bedacht werden: • Symptomatik • Nebenwirkungen der Therapieoptionen • Patientenpräferenz • Komorbidität, Lebenserwartung und Lebensqualität • Progressionsdynamik • Lokalisation von Metastasen und generelle Tumorlast.Bei geriatrischen Patienten (über 70 Jahre und multimorbid, oder über 80 Jahre) sollte zur Entscheidungsfindung vor Einleitung einer tumorspezifischen Therapie ein geriatrisches Assessment (z. B. ISAR, G8) durchgeführt werden.
- Konsens
- Konsens (89%)
Änderungshinweis
Behandlungsfähigkeit für Chemotherapie ist keine eindeutig definierte Variable. Es fehlen daher Grenzwerte, ab denen Behandlungsfähigkeit gegeben bzw. nicht gegeben ist.Bei Patienten mit kastrationsresistentem Prostatakarzinom soll die Androgendeprivationstherapie fortgesetzt werden.
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
Hintergrundinformationen
Zu [7.34]
Nur bei adäquater kastrationsäquivalenter Testosteronsuppression kann von einer androgenunabhängigen bzw. kastrationsresistenten Erkrankung ausgegangen werden. Der Begriff des kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (CRPC) wurde im Jahr 2008 von der Prostate Cancer Working Group 2 geprägt. Er beschreibt den klinischen und/oder biochemischen Progress eines Prostatakarzinoms bei sehr niedriger Serumtestosteronkonzentration. Entsprechend dem Vorgehen in klinischen Studien zur Wirksamkeit neuer Arzneimittel beim metastasierten CRPC (mCRPC) und den Kriterien der Zulassungsbehörden folgend, wurde in den vorgehenden Versionen der S3-Leitlinie und in der aktuellen EAU Guideline [529] der tradierte Grenzwert für die Suppression des Testosteronspiegels bei <50 ng/dl (<1,7 nmol/L) übernommen. Dieser Wert wurde vor mehr als 40 Jahren festgelegt, als die Testosteronmessung weniger empfindlich war [885]. Der Mittelwert nach chirurgischer Kastration liegt bei 15 ng/dL liegt [886]. Möglicherweise sollte längerfristig ein angemessenerer Wert bei <20 ng/dL (<0,7 nmol/L) definiert werden, da niedrigere Spiegel mit einer besseren Prognose assoziiert sind [887], [888], [889].
Der klinische Progress wird durch radiologische und/oder nuklearmedizinische Bildgebung dokumentiert. In der EAU-Guideline wird ein Progress in der Bildgebung als das Auftreten neuer Metastasen wie folgt definiert: mind. zwei neue Knochenmetastasen im Knochenscan oder Weichteilläsionen nach Response Evaluation Criteria in Solid Tumors (RECIST)-Kriterien [890]. Bei Verfügbarkeit vergleichender Aufnahmen sind auch Methoden wie die Positronenemissionstomographie (PET) für die Definition eines bildgebenden Progresses geeignet. Symptomatischer Progress ist für die Definition eines CRPC nicht ausreichend.
Zu [7.35]
Die Behandlung des CRPC erfolgt nicht in kurativer Intention. Basis der Betreuung ist die optimale palliativmedizinische und supportive Therapie, siehe die AWMF S3-Leitlinien „Palliativmedizin für Patienten mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung“ [891] und „Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen – interdisziplinäre Querschnittsleitlinie“ [892], siehe auch Empfehlung 7.37 Neue Arzneimittel und Arzneimittelkombinationen haben in den letzten Jahren zu einer signifikanten Verlängerung der medianen Überlebenszeit von Patienten mit CRPC geführt, siehe Empfehlungen 7.35 ff.
Zu [7.36]
Die therapeutischen Optionen betreffen verschiedene Fachdisziplinen. Zu einer interdisziplinären Tumorkonferenz beim CRPC gehören Urologie, internistische Onkologie, Strahlentherapie, Radiologie und Pathologie, in Abhängigkeit von Symptomatik und zu diskutierender Therapieoption auch Nuklearmedizin, Orthopädie, Neurochirurgie, Palliativmedizin oder andere Fachdisziplinen. Interdisziplinäre Tumorkonferenzen ermöglichen die Abwägung der Komplexität von Therapieoptionen und die rasche Integration neuer Diagnostik- und Therapieverfahren.
Ziele der Therapie sind die Verlängerung der Überlebenszeit, die Linderung von Symptomen, die Verbesserung oder der Erhalt der Lebensqualität, sowie die Vermeidung von Komplikationen. Therapieassoziierte Nebenwirkungen sind kritisch gegen die Resultate der Therapie abzuwägen. Die Entscheidungsfindung bedarf einer umfassenden Aufklärung des Patienten. Die Aufklärung soll alle für eine Therapieentscheidung abzuwägenden Aspekte enthalten.
Die individuelle Lebensdauer ist von vielen Faktoren abhängig. Von besonderer Bedeutung sind Alter und Komorbidität. Empfohlen für Patienten im Alter über 80 Jahre und für Patienten über 70 Jahre mit Multimorbidität wird ein formales, geriatrisches Screening. Geeignet sind die leicht handhabbaren, validierten Fragebögen ISAR „Identification of Seniors at Risk“ und G8 [893]. Zur umfassenden Darstellung des geriatrischen Assessment verweisen wir auf die Living Guideline der AWMF „Geriatrisches Assessment der Stufe 2“ [894].
Zu [7.39]
Das CRPC ist biologisch heterogen. Neben kastrationsresistenten Tumorzellen können hormonsensitive Tumorzellen persistieren. In den Zulassungsstudien zur Untersuchung der Wirksamkeit, Sicherheit und des klinischen Nutzens neuer Arzneimittel wurde die Androgendeprivationstherapie fortgeführt. Diese umfasst GnRH-Agonisten, GnRH-Antagonisten oder einen Zustand nach bilateraler Orchiektomie.
7.4.1 Therapie des nicht-metastasierten, kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (nmCPRC)
Patienten mit einem in der konventionellen Bildgebung nicht-metastasierten, kastrationsresistenten Prostatakarzinom (nmCRPC) und einem hohen Risiko für Metastasierung (PSA-Verdopplungszeit von <10 Monaten) soll zusätzlich zur Androgendeprivationstherapie (ADT) die Therapie mit einem Androgenrezeptor-Signalweg-Inhibitor (ARPI) (alphabetische Reihenfolge: Apalutamid, Darolutamid oder Enzalutamid) angeboten werden.
Hintergrundinformationen
Zu [7.40]
Prostatakarzinompatienten mit Anstieg des PSA unter suffizienter Androgendeprivation bilden eine heterogene Gruppe. Das klinische Bild reicht von initialer klinischer Symptomatik (z. B. Schmerzen) mit synchronem Nachweis bildgebender Metastasen über einen verzögerten Nachweis bildgebender Metastasen bis zu lang protrahierten Verläufen mit ausschließlicher „PSA-Krankheit“. Ungünstige prognostische Faktoren sind [793], [904]:
- kurzes Intervall zwischen radikaler Prostatektomie und biochemischem Progress
- Gleason-Score >8
- Basis PSA-Wert >2 ng/ml
- PSA-Verdopplungszeit <10 Monate.
Für die systemische Therapie des nicht-metastasierten, kastrationsresistenten Prostatakarzinom (nmCRPC) bei Patienten mit einer PSA-Verdopplungszeit von <10 Monaten sind drei Androgenrezeptor-Pathway-Inhibitoren (ARPI) zugelassen. Wir verwenden in diesem Kapitel explizit den Begriff ARPI für diese Substanzklasse und vermeiden Überbegriffe wie „New Hormonal Agents“. Letzterer würde auch Abirateron umfassen (s. u.), einen selektiven CYP17A1-Inhibitor.
Basis der Zulassungsstudien für die ARPI in der Therapie des nmCRPC war die konventionelle Bildgebung. Hierbei waren vergrößerte pelvine Lymphknoten <2 cm kein Ausschlusskriterium. Die Ergebnisse der drei Substanzen sind vergleichbar. Die Ergebnisse werden in alphabetischer Reihenfolge der zugelassenen Arzneimittel diskutiert:
Apalutamid wurde im Januar 2019 für die Europäische Union (EU) zugelassen. Grundlage war SPARTAN, eine internationale, multizentrische, randomisierte, placebokontrollierte Phase-III-Studie mit 1.207 Patienten [895], [903], [896], [897], [905]; [906]. Die Randomisierung erfolgte 2:1 zugunsten des Verum-Arms. Das mediane Alter lag bei 74 Jahren. Nach Erreichen des primären Studienendpunktes wurde die Studie im Juli 2017 entblindet und ein Cross-over ermöglicht. 76 Patienten (19 %) wechselten vom Kontroll- in den Interventionsarm. Apalutamid+Androgendeprivation (ADT) führte zu einer signifikanten Verlängerung der Gesamtüberlebenszeit (Median 14 Monate; HR 0,78; p=0,016). Durch Cross-over von 19 % der Patienten in den Apalutamid-Arm wird der Einfluss von Apalutamid auf die Überlebenszeit möglicherweise unterschätzt. Das radiologisch erfasste, metastasenfreie Überleben war primärer Endpunkt der Zulassungsstudie. Bildgebung wurde alle 16 Wochen durchgeführt. Apalutamid führte zu einer deutlichen Verzögerung des Auftretens bildgebend nachweisbarer Metastasen mit einer medianen metastasenfreien Überlebenszeit von 40,5 vs. 16,2 Monaten, HR 0,28. Die Zeit bis zur symptomatischen Progression war im Apalutamid-Arm signifikant mit einer H R von 0,45 verlängert, ebenso die mediane Zeit bis zur PSA-Progression, HR 0,06. Die Rate schwerer Nebenwirkungen im Common Terminology Criteria for Adverse Events (CTCAE) Grad 3/4 lag im ADT/Apalutamid-Arm bei 45,1 %, im ADT/Placebo-Arm bei 34,2 %. Häufiger unter Apalutamid wurden Hypertonie (14,3 %), Hautausschlag (Rash, 5,2 %), Gewichtsverlust (1,1 %), Fallneigung (1,7 %) und Frakturen (2,7 %) beobachtet. Die Abbruchrate aufgrund von Nebenwirkungen lag im Apalutamid-Arm bei 10,6 % versus 7,0 % im Placebo-Arm.
Darolutamid wurde im März 2020 für die EU zugelassen. Grundlage der Zulassung war ARAMIS, eine internationale, multizentrische, randomisierte, placebokontrollierte Phase-III-Studie mit 1.509 Patienten [898], [899], [907], [908]. Die Randomisierung erfolgte 2:1 zugunsten des Verum-Arms. Das mediane Alter lag bei 73,6 Jahren. Nach Abschluss der Behandlungsphase konnte die Behandlung entblindet werden. Patienten im Placebo-Arm wurde ein Wechsel in den Verum-Arm ermöglicht (Cross-over, Switching). Die Gesamtüberlebenszeit wurde durch Darolutamid signifikant verlängert, HR 0,69 (p=0,003). Der Median der Überlebenszeit war zum letzten Datenschnitt in beiden Studienarmen nicht erreicht. Durch Cross-over von 170 Patienten (30,6 %) vom Kontroll- in den Interventions-Arm wird der Einfluss von Darolutamid auf die Überlebenszeit möglicherweise unterschätzt. Das radiologisch erfasste, metastasenfreie Überleben war primärer Endpunkt der Zulassungsstudie. Bildgebung wurde alle 16 Wochen durchgeführt. Darolutamid führte zu einer deutlichen Verzögerung des Auftretens bildgebend nachweisbarer Metastasen mit einer medianen metastasenfreien Überlebenszeit von 40,4 vs. 18,4 Monaten, HR 0,41. Die mediane Zeit bis zur PSA-Progression wurde durch Darolutamid von 7,3 auf 33,2 Monate verlängert, HR 0,13. Die Zeit bis zur Schmerzprogression war im Darolutamid-Arm signifikant mit einer HR von 0,65 verlängert, ebenso die Zeit bis zur zytotoxischen Therapie (HR 0,43) und die Zeit bis zum symptomatischen ossären Ereignis (HR 0,43). Die Rate schwerer Nebenwirkungen war in den beiden Studienarmen vergleichbar. Die Rate unerwünschter Ereignisse im CTCAE Grad 3/4 lag im ADT/Darolutamid-Arm bei 24,7 %, im ADT/Placebo-Arm bei 19,5 %. Häufiger unter Darolutamid wurden arterielle Hypertonie, koronare Herzkrankheit und Rhythmusstörungen beobachtet. Die Abbruchrate aufgrund von Nebenwirkungen lag im Darolutamid-Arm bei 8,9 % vs. 8,7 % im Placebo-Arm.
Enzalutamid war bereits im Oktober 2018 in dieser Indikation zugelassen worden. Grundlage war PROSPER, eine internationale, multizentrische, randomisierte, placebokontrollierte Phase-III-Studie [900], [901], [902], [909], [910]. Die Patienten wurden 2:1 zugunsten des Verum-Arms randomisiert. Das mediane Alter lag bei 74 Jahren. Nach Erreichen des primären Studienendpunktes wurde die Studie für alle Patienten entblindet und ging in eine Open-Label-Periode über. Innerhalb dieser Periode erhielten alle geeigneten Patienten Enzalutamid nach Ermessen des Prüfarztes. Zum Zeitpunkt des dritten Datenschnitts waren 87 Patienten aus dem Kontroll- in den Enzalutamid-Arm gewechselt. Enzalutamid führte gegenüber Placebo zu einer Verlängerung der medianen Gesamtüberlebenszeit um 10,7 Monate (67,0 vs. 56,3 Monate; HR 0,73; p=0,001). Das radiologisch erfasste, metastasenfreie Überleben war primärer Endpunkt der Zulassungsstudie. Bildgebung wurde alle 16 Wochen durchgeführt. Enzalutamid führte zu einer deutlichen Verzögerung des Auftretens bildgebend nachweisbarer Metastasen mit einer medianen metastasenfreien Überlebenszeit von 36,6 vs. 14,7 Monaten, HR 0,29. Die PSA-Ansprechrate (Abnahme >50 %) lag im Enzalutamid-Arm bei 76,3 % versus 2,4 % im Placebo-Arm, p<0,0001. Bei Lebensqualität und Patient-Reported-Outcome zeigten sich wenige Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen. Die Rate schwerer Nebenwirkungen im CTCAE-Grad 3/4 lag im ADT/Enzalutamid-Arm bei 48 %, im ADT/Placebo-Arm bei 27 %. Bei Korrektur auf die Expositionszeit waren die Unterschiede nicht signifikant (17 % versus 20 %). Häufiger unter Enzalutamid als im Kontrollarm traten auf (alle Schweregrade): Fatigue (46 %), muskuloskelettale Ereignisse (34 %), Hypertonie (18 %), Stürze (18 %), Beeinträchtigung von Kognition und Gedächtnis (8 %), kardiovaskuläre Ereignisse (6 %), ischämische Herzerkrankung (6 %) und Zweitneoplasien (5 %). Die Abbruchrate aufgrund von Nebenwirkungen lag im Enzalutamid-Arm bei 17 % versus 9 % im Placebo-Arm.
Da es keine Daten aus direkten Vergleichen der drei zugelassenen Androgenrezeptor-Pathway-Inhibitoren gibt, wird auf die Empfehlung für ein spezifisches Präparat verzichtet.
7.4.2 Therapie des metastasierten, kastrationsresistenten Prostatakarzinoms (mCPRC)
Die systemische Therapie soll bei Bedarf in Kombination mit symptomatischen und supportiven Maßnahmen durchgeführt werden.
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
Falls keine positiven Ergebnisse einer früher durchgeführten Keimbahntestung vorliegen, soll vor Einleitung einer systemischen Therapie des metastasierten, kastrationsresistenten Prostatakarzinom die Sequenzierung (Keimbahn, somatisch) von Genen, die in der Reparatur der homologen DNS-Rekombination (homologen Rekombinationsreparatur (HRR)) eine Rolle spielen, durchgeführt werden.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- 1-
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
- Literatur
- [374]
Zu [7.42]
Das mCRPC ist biologisch heterogen. Bei bis zu einem Drittel der Patienten werden in den Tumorzellen genetische Aberrationen gefunden, die den physiologischen Mechanismus der DNS-Reparatur beeinflussen [165]. Hierzu gehören vor allem (in alphabetischer Reihenfolge): ATM, BRCA1, BRCA2, BRIP1, CDK12, CHEK2, FANCA, HDAC2 und PALB2 [911], [912], [374]. BRCA1/2-Mutationen machen etwa ein Drittel der Aberrationen aus. Sie können sowohl hereditär bei Trägern von Keimbahnmutationen sein als auch einen somatischen Ursprung mit einer erworbenen, auf das Tumorgewebe beschränkten Alteration haben. Relevant ist die Testung auf HRR-Defekte durch die Verfügbarkeit von Inhibitoren der Poly(ADP-ribose) Polymerasen (PARP-Inhibitoren, PARPI) geworden.
Zur Testung empfohlen wird Tumorgewebe aus einer Metastase. Alternativ kann (weniger invasiv) auch das Material des Primärtumors untersucht werden. Letzteres birgt allerdings die Gefahr, dass molekulare Veränderungen, die erst während der metastatischen Tumorprogression auftreten, verpasst werden.
7.4.2.1 Therapie des mCRPC bei Nachweis einer BRCA1/2-Mutation
Bei Nachweis einer BRCA1/2-Mutation und Progress nach Vortherapie mit einem Androgenrezeptor-Signalweg-Inhibitor (ARPI) oder Abirateron soll eine Monotherapie mit Olaparib angeboten werden.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- 1-
- Konsens
- Starker Konsens (96%)
- Literatur
- [374] [373]
Änderungshinweis
Bei Nachweis einer BRCA1/2 Mutation soll eine Therapie mit Olaparib angeboten werden.Bei Nachweis einer BRCA1/2-Mutation soll, falls eine Chemotherapie klinisch nicht indiziert ist, eine der folgenden Kombinationstherapien angeboten werden (alphabetische Reihenfolge):
- Niraparib + Abirateron (in Kombination mit Prednison/Prednisolon)
- Olaparib + Abirateron (in Kombination mit Prednison/Prednisolon)
- Talazoparib + Enzalutamid
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- 1++
Olaparib + Abirateron (in Kombination mit Prednison/Prednisolon)
1+Niraparib + Abirateron (in Kombination mit Prednison/Prednisolon) & Talazoparib + Enzalutamid
- Konsens
- Konsens
- Literatur
- [913] [914] [915]
Da keine Ergebnisse direkt vergleichender Studien vorliegen, sollen bei der Therapieentscheidung insbesondere die Charakteristika der jeweiligen Zulassungsstudien berücksichtigt werden.
- Konsens
- Konsens (94%)
Hintergrundinformationen
Zu [7.43]
Olaparib ist ein PARP-Inhibitor. Es wurde im November 2020 in der EU als Monotherapie für Patienten mit einem metastasierten kastrationsresistenten Prostatakarzinom und BRCA1/2-Mutation (in der Keimbahn und/oder somatisch) zugelassen, deren Erkrankung nach vorheriger Behandlung, die eine neue hormonelle Substanz (new hormonal agent) umfasste, progredient ist. Olaparib wird oral eingenommen.
Basis der Zulassung war die PROfound-Studie. In PROfound wurden 387 Patienten mit metastasiertem Prostatakarzinom, nach Progress unter Abirateron oder Enzalutamid, und mit Nachweis von Mutationen in BRCA1, BRCA2 oder ATM (Kohorte A) oder in 12 selteneren HRR-Mutationen (Kohorte B) eingeschlossen [374], [373]. Dabei hatten ca. 60 % der Patienten bei Studieneinschluss bereits eine Taxan-haltige Chemotherapie erhalten, ca. 20 % der Patienten waren mit beiden Androgenzezeptor-gerichteten Medikamenten vorbehandelt. Randomisiert wurde zwischen Olaparib oder Abirateron/Enzalutamid im Verhältnis 2:1 zugunsten des Olaparib-Arms. Olaparib führte gegenüber Abirateron/Enzalutamid in der Kohorte A (BRCA1/2; ATM) zur Steigerung der Ansprechrate (33 vs. 2 %, Odds Ratio (OR) 20,86; p<0,001)), zur signifikanten Verlängerung des progressionsfreien Überlebens (7,4 vs. 3,6 Monate; HR 0,34; p<0,001) und zur Verlängerung der medianen Gesamtüberlebenszeit (19,1 vs. 14,7 Monate; HR 0,69; p=0,02). Der Effekt von Olaparib auf die Überlebenszeit wird möglicherweise unterschätzt, weil Cross-over im Studiendesign vorgesehen war. 69 % der Patienten im Kontrollarm wechselten bei Progress aus dem Kontrollarm zu Olaparib. Ebenfalls verlängert wurde die Zeit bis zum Progress von Schmerzen (HR 0,44; p=0,02). Eine Subgruppenanalyse zu den einzelnen Genalterationen zeigte einen Vorteil von Olaparib v. a. für Patienten mit BRCA1/2-Mutationen. Entsprechend wurde die Zulassung von Olaparib auf diese Gruppe beschränkt. Nebenwirkungen im Schweregrad CTCAE 3/4 traten unter Olaparib bei 51 vs. 38 % im Kontrollarm auf [374], [373]. Häufigste Nebenwirkungen aller Schweregrade mit stärkerer Ausprägung als im Kontrollarm waren Anämie (46 %), Übelkeit (41 %), Fatigue (41 %), Appetitverlust (30 %), Diarrhoe (21 %), Erbrechen (18 %), Obstipation (18 %), Husten (11 %) und Dyspnoe (10 %) [374], [373]. Bei 22 % der Patienten wurde die Dosierung von Olaparib aufgrund von Nebenwirkungen reduziert, bei 18 % der Patienten wurde die Therapie abgebrochen.
Für Patienten mit mCRPC und Nachweis einer BRCA1/2-Mutation sind Kombinationen von PARPI mit Abirateron oder Enzalutamid zugelassen, falls eine Chemotherapie klinisch nicht indiziert ist. Die von der Europäischen Arzneimittel-Agentur (EMA) festgelegte Zulassungsbedingung „Chemotherapie nicht indiziert“ war in den Zulassungsstudien nicht oder nicht einheitlich definiert. Das führt zu einer Unschärfe bei Übertragung der Studienergebnisse auf die Versorgung. Aufgrund dieser Zulassungsbestimmung wird bei der Verordnung eine Dokumentation in der Patientenakte dahingehend empfohlen, warum aus ärztlicher Sicht die Therapie mit Cabazitaxel oder Docetaxel nicht indiziert ist. Klinisch ist eine Differenzierung zwischen „Chemotherapie nicht indiziert aufgrund der Grundkrankheit“ und „Chemotherapie nicht indiziert aufgrund von Kontraindikationen“ sinnvoll.
Die Daten zu den drei zugelassenen Kombinationstherapien zeigen durchgehend einen positiven Einfluss der PARPI auf das radiologische progressionsfreie Überleben. Die Daten zum Einfluss auf die Gesamtüberlebenszeit sind teilweise noch unreif. Die Ergebnisse zu Kombinationstherapien mit PARPI werden nachfolgend detailliert dargestellt:
Olaparib ist in Kombination mit Abirateron (und Prednison/Prednisolon) zur Behandlung von Patienten mit mCRPC, bei denen eine Chemotherapie nicht indiziert ist, zugelassen. Basis der Zulassung war PROpel, eine internationale, multizentrische, randomisierte, placebokontrollierte Phase-III-Studie mit 796 Patienten zum Vergleich von Abirateron + Olaparib gegenüber Abirateron + Placebo. Darüber hinaus stehen Daten aus der vorhergehenden, randomisierten, ebenfalls placebokontrollierten Phase-II-Studie „Studie 8“ zur Verfügung (n=142); hier wurden Patienten nach Docetaxel-Vortherapie im Stadium des mHSPC eingeschlossen [916], [917], [918], [913], [919], [920]. In PROpel waren Patienten nicht vorselektiert im Hinblick auf homologe Rekombinationsdefizienz (HRD). In der Gesamtpopulation von PROpel führte Abirateron + Olaparib gegenüber Abirateron + Placebo zur statistisch signifikanten Verlängerung des radiologischen progressionsfreien Überlebens mit 25,0 vs. 16,4 Monaten (HR 0,67; p<0,0001) und zur Tendenz einer Verlängerung der Gesamtüberlebenszeit mit 42,1 vs. 34,7 Monaten (HR 0,81; p=0,054). Die starke Empfehlung zum Einsatz von Olaparib in Kombination mit Abirateron bei Patienten mit BRCA1/2-Mutation basiert auf der Analyse einer Subpopulation von 85 Patienten. Hier führte Olaparib + Abirateron gegenüber Abirateron zu einer sehr deutlichen Verlängerung der Gesamtüberlebenszeit mit einer HR von 0,29 (KI 0,14-0,56). Bei separater Analyse der Subpopulation von Patienten ohne BRCA-Mutation lag die HR bei 0,91 (KI 0,73-1,13). Das radiologische progressionsfreie Überleben wird sowohl bei Patienten mit HRR-Mutation (HR 0,50; KI 0,34-0,73) als auch ohne nachgewiesene HRR-Mutation (HR 0,76; KI 0,60-0,97) verlängert. In PROpel wurden Lebensqualität und Patient-Reported-Outcome mittels der validierten Instrumente FACT-P, BPI-SF und EQ-5D VAS erhoben. In allen drei Instrumenten zeigten sich keine statistisch signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Studienarmen. In der Gesamtstudie PROpel lag die Rate schwerer unerwünschter Ereignisse im CTCAE-Grad 3/4 bei 47,2 % im Olaparib- und bei 38,4 % im Placebo-Arm. Häufigste schwere Nebenwirkungen, die häufiger unter Olaparib auftraten, waren Anämie (15,1 %), Herzinsuffizienz (1 %) und venöse Thrombembolien (7,3 %). Die Rate von Therapieabbrüchen aufgrund von Nebenwirkungen lag bei 13,8 % im Olaparib- versus 7,8 % im Placebo-Arm.
Talazoparib wurde in Kombination mit Enzalutamid getestet. Es ist zugelassen zur Behandlung von Patienten mit mCRPC, bei denen eine Chemotherapie nicht indiziert ist. Basis der Zulassung war die multizentrische, internationale, randomisierte Phase-III-Studie TALAPRO-2 zum Vergleich von Talazoparib + Enzalutamid vs. Placebo + Enzalutamid [915], [921], [905] [922]. In der ersten Analyse der Gesamtstudie mit 805 Patienten zeigte sich für Talazoparib eine signifikante Verlängerung des radiologischen progressionsfreien Überlebens mit einem noch nicht erreichten Median vs. 21,9 Monate im Placebo-Arm (HR 0,63; p<0,0001). Die Analyse der präspezifizierten Kohorte von 399 Patienten mit Defekten der homologen Rekombinationsreparatur einschließlich BRCA1/2-Mutationen zeigte ebenfalls eine signifikante Verlängerung des radiologischen progressionsfreien Überlebens mit einem noch nicht erreichten Median vs. 13,8 Monaten im Placebo-Arm (HR 0,45; p<0,0001). Bei Analyse der Subgruppe von Patienten mit einer BRCA1/2-Mutation war der Unterschied deutlicher mit einem nicht erreichten Median vs. 11,0 Monate (HR 0,20; p<0,0001). In der Analyse der Gesamtüberlebenszeit für die Gesamtpopulation zeigte sich kein Unterschied zwischen den Behandlungsarmen (HR 0,89; 95 % KI 0,69-1,14). In der HRR-defizienten Kohorte war das mediane Gesamtüberleben im Talazoparib-Arm nicht erreicht vs. 33,7 Monaten im Placebo-Arm (HR 0,69; p=0,07). Die HR für Patienten mit BRCA1/2-Mutationen lag bei 0,61 (p=0,16), für HRR-defiziente Patienten ohne BRCA1/BRCA2-Mutationen bei 0,66 (p=0,11). Schwere unerwünschte Ereignisse im CTCAE-Grad 3/4 traten in TALAPRO-2 in der Gesamtpopulation bei 75,0 % der Patienten im Talazoparib- und bei 45 % im Placebo-Arm auf. Die häufigsten Nebenwirkungen betrafen Anämie, Fatigue, Neutropenie, Thrombozytopenie und Appetitlosigkeit. Die häufigste schwere Nebenwirkung war eine Anämie (46 %). 39,2 % der Patienten erhielten >1 Erythrozytenkonzentrat [923]. Die Zeit bis zur klinisch bedeutsamen Verschlechterung des Gesundheitszustandes wurde durch Talazoparib im Median um 5,8 Monate verlängert (HR 0,78; p=0,0384), bei anderen Parametern des Patient-Reported-Outcome zeigten sich keine signifikanten Unterschiede zwischen den Studienarmen. Daten zum Einfluss von Talazoparib auf die Gesamtüberlebenszeit sind noch unreif.
Niraparib wird in einer Fixkombination mit Abirateron angeboten. Niraparib + Abirateron (und Prednison/Prednisolon) ist zugelassen zur Behandlung von Patienten mit mCRPC und BRCA1/2-Mutationen, bei denen eine Chemotherapie nicht indiziert ist. Basis der Zulassung war MAGNITUDE, eine internationale, multizentrische, randomisierte placebokontrollierte Phase-III-Studie mit 765 Patienten in drei Kohorten [914], [924], [925], [926]. Kohorte I umfasste Patienten mit mCRPC und Mutationen in HRR-Genen, Kohorte II Patienten ohne Nachweis von Mutationen in HRR-Genen, Kohorte III Patienten zur Behandlung mit der Fixkombination. Die folgenden Ausführungen betreffen Patienten mit BRCA1/2-Mutation. Niraparib + Abirateron führte gegenüber Abirateron zur signifikanten Verlängerung des radiologischen, progressionsfreien Überlebens von 19,5 vs. 10,9 Monate (HR 0,55; p=0,0007). Die Zeit bis zum symptomatischen Progress wurde ebenfalls signifikant verlängert (HR 0,54; p=0,0071). Die Gesamtüberlebenszeit wurde durch Niraparib mit 29,3 vs. 28,6 Monaten nicht signifikant verlängert (HR 0,88; n. s.). Die mediane Zeit bis zum PSA-Progress war im Niraparib-Arm länger als in der Kontrolle mit 18,4 vs. 9,2 Monaten. Bei Analyse von Parametern der Lebensqualität und Patienten-relevanten Endpunkten ergab sich unter Niraparib eine Tendenz zur Verlängerung in der Zeit bis zur stärksten Schmerzintensität (HR 0,70; p=0,1338). Schwere unerwünschte Ereignisse im CTCAE-Grad 3/4 traten in MAGNITUDE bei 72,2 % der Patienten im Niraparib- und bei 49,3 % im Placebo-Arm auf. Die häufigsten schweren Nebenwirkungen betrafen Anämie (30,2 %), Hypertonie (15,6 %) und Thrombozytopenie (7,5 %) und Neutropenie (6,6 %).
Der vierte in der EU zugelassene PARPI ist Rucaparib. Die Zulassung gilt für das fortgeschrittene Ovarialkarzinom. In der internationalen, multizentrischen, randomisierten Phase-III-Studie TRITON-3 wurden 405 Patienten mit mCRPC und Nachweis einer BRCA1/2-Mutation im Verhältnis 2:1 für Rucaparib vs. Therapie nach ärztlicher Maßgabe (Docetaxel, Abirateron oder Enzalutamid) randomisiert. Rucaparib führte zur Verlängerung des radiologischen progressionsfreien Überlebens mit 11,2 vs. 6,4 Monaten (HR 0,50; p<0,001) [927]. In einer weiteren Subgruppenanalyse fand sich kein signifikanter Unterschied bei Patienten mit ATM-Mutationen. Rucaparib ist von der Food and Drug Administration (FDA) zugelassen, nicht für die EU.
Auch der Einsatz von Cabazitaxel ist in dieser Indikation möglich und vom Zulassungstext abgedeckt, z. B. bei Patienten nach Chemohormontherapie im Stadium des mHSPC. Da diese Patientengruppe bisher klein ist, wurde Cabazitaxel nicht explizit in die Empfehlung aufgenommen.
7.4.2.2 Therapie des mCRPC bei Nachweis eines HRR-Defektes (außer BRCA1/2)
Patienten mit Nachweis eines Defektes der homologen Rekombinationsreparatur (HRR) außer BRCA1/2, die in der Vortherapie keinen Androgenrezeptor-Signalweg-Inhibitor (ARPI) oder Abirateron erhalten haben, soll die Therapie mit einer dieser Optionen angeboten werden (alphabetische Reihenfolge):
- Abirateron (in Kombination mit Prednison/Prednisolon)
- Abirateron (in Kombination mit Prednison/Prednisolon) + Olaparib (falls eine Chemotherapie klinisch nicht indiziert ist)
- Docetaxel
- Enzalutamid
- Enzalutamid + Talazoparib (falls eine Chemotherapie klinisch nicht indiziert ist)
- Konsens
- Konsens (92%)
Bei Entscheidung für eine Kombinationstherapie soll insbesondere die zugrundeliegende homologen Rekombinationsreparatur (HRR)-Alteration berücksichtigt werden.
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
Hintergrundinformationen
Aufgrund des Wirkmechanismus der PARPI und aufgrund vorhergehender Erfahrungen bei anderen Krebserkrankungen waren Zulassungsstudien nicht allein für Patienten mit BRCA1/2-Mutationen, sondern übergreifend für Patienten mit HRR-Defekten konzipiert. Details der Studien und Ergebnisse sind im Hintergrundtext zu [7.44] dargestellt. Nach aktuellem Wissensstand wird dieses Vorgehen der Vielfalt der zugrundeliegenden, genetischen Aberrationen nicht gerecht. Metaanalysen werden zeigen, ob und welche weiteren Genmutationen prädiktiv für die Wirksamkeit und den Einsatz von PARPI sind. Deshalb beschränkt sich die Empfehlung allgemein auf den Einsatz zugelassener Therapien, ohne eine spezifische Empfehlung für ein spezifisches Arzneimittel oder eine spezifische, genetisch definierte Subgruppe.
7.4.2.3 Therapie des mCRPC ohne Nachweis eines HRR-Defektes
Patienten ohne Nachweis einer BRCA1/2-Mutation oder eines anderen Defektes der homologen Rekombinationsreparatur (HRR), die in der Vortherapie keinen Androgenrezeptor-Signalweg-Inhibitor (ARPI) oder Abirateron erhalten haben, soll die Therapie mit einer dieser Optionen angeboten werden (alphabetische Reihenfolge):
- Abirateron (in Kombination mit Prednison/Prednisolon)
- Docetaxel
- Enzalutamid
Hintergrundinformationen
Zu [7.48]
Die Empfehlungen werden in alphabetischer Reihenfolge diskutiert:
Der CYP-17-Hemmer Abirateron bewirkt eine extragonadale Hormonsuppression. Die COU-AA-302 Studie (n=1.088) zeigte einen Überlebensvorteil für Abirateron in Kombination mit Prednison im Vergleich zu Placebo mit Prednison (medianes Gesamtüberleben: 34,7 vs. 30,3 Monate, HR 0,81, 95 % KI 0,70-0,93; p=0,0033) [928], [931], [932]. Das vordefinierte Signifikanzniveau (0,001) wurde in dieser Studie nicht erreicht. Da bei Progredienz der Erkrankung ein Cross-over vom Placebo- zum Abirateron-Arm erlaubt war, ist die Aussagefähigkeit des Endpunktes Überlebenszeit eingeschränkt. Darüber hinaus war die weiterführende Therapie bei Progredienz nach Abirateron nicht definiert. In der Zulassungsstudie wird zum Zeitpunkt der zweiten Interimsanalyse eine Verlängerung der progressionsfreien Überlebenszeit von etwa 8 Monaten berichtet. Im Vergleich zu Placebo zeigte Abirateron (in Kombination mit Prednison/Prednisolon) in der Interimsanalyse einen signifikanten Effekt auf verschiedene Endpunkte (progressionsfreies Überleben, biochemische und bildgebende Remission, Symptomatik und Lebensqualität). In der finalen Analyse werden dagegen keine Angaben zum progressionsfreien Überleben und den weiteren o. g. Endpunkten gemacht. Eingeschlossen wurden nur Patienten mit gutem Allgemeinzustand (ECOG 0-1). Patienten mit viszeralen Metastasen wurden nicht in die Studie eingeschlossen. In der Zulassungsstudie hatten 33 % (n=178) der Patienten mit Abirateron plus Prednison und 26 % (n=142) der Patienten mit Placebo plus Prednison mindestens eine schwerwiegende Nebenwirkung. Häufigste schwerwiegende Nebenwirkungen waren Herzerkrankungen (8 vs. 4 %), erhöhte ALT-Werte (6 vs. <1 %) und Bluthochdruck (5 vs. 3 %). Sehr häufige Nebenwirkungen (>10 %) unter Abirateron sind Harnwegsinfektionen, Hypokaliämie, Hypertonie und periphere Ödeme; Herzerkrankungen, Hepatotoxizität und Frakturen sind weitere wichtige Nebenwirkungen.
Docetaxel gehört zu den Taxanen. Docetaxel wurde zuerst in Kombination mit Prednison/Prednisolon zur Behandlung des metastasierten, kastrationsresistenten Prostatakarzinoms zugelassen, wird jetzt aber auch bei Hochrisikopatienten bereits in einem früheren Krankheitsstadium eingesetzt. Die Empfehlung zur Therapie beim mCRPC basiert auf der TAX-327-Studie mit 1.006 Patienten [930]. Hier zeigte sich ein Überlebensvorteil im Median von 2,9 Monaten bei dreiwöchentlicher Gabe von Docetaxel im Vergleich zu den beiden anderen Armen (wöchentlich Docetaxel niedriger dosiert, dreiwöchentlich Mitoxantron; Randomisierung 1:1:1) für die Gesamtgruppe. 45 % der Patienten waren zu Beginn der Studie symptomatisch (Schmerzen definiert als ein Wert ≥ 2 auf der Present Pain Intensity (PPI)-Skala oder ein Wert ≥10 auf dem Analgesic-Score). 13 % der Patienten hatten einen Karnofsky Performance-Status ≤70 %. Schwere Nebenwirkungen (Grad 3/4), die bei mehr als 20 % der Patienten in den Zulassungsstudien auftraten, waren Alopezie (65 %), Fatigue (53 %), Übelkeit/Erbrechen (42 %), Neutropenie (32 %), Diarrhoe (32 %), sensorische Neuropathie (30 %), Onychodystrophie (30 %). Der Anteil therapieassoziierter Todesfälle lag bei 0,3 %. Signifikant mehr Patienten, die Docetaxel erhalten haben, berichteten von einer Verbesserung der Lebensqualität im Vergleich zu Mitoxantron, die medianen Veränderungen waren aber gering. In der TAX-327-Studie war neben der dreiwöchigen Gabe auch die wöchentliche Gabe mit einer medianen Verlängerung des Gesamtüberlebens (0,9 Monate; n. s.) im Vergleich zu Mitoxantron verbunden. Neben den Zulassungsstudien berichten „Real-World"-Daten über eine Docetaxel-„Rechallenge“. Diese Daten legen nahe, dass eine „Rechallenge" nach initialem Ansprechen mit einem PFS von mindestens 6 Monaten effektiv sein kann [933].
Enzalutamid inhibiert den Androgenrezeptor-Signalweg auf unterschiedlichen Ebenen. Neben der Hemmung des Androgenrezeptors verhindert Enzalutamid dessen Translokation in den Zellkern, die DNA-Bindung sowie die Aktivierung von Kofaktoren. In der Zulassungsstudie zur Erstlinientherapie [929], [934], [935] zeigte sich ein Überlebensvorteil für Enzalutamid gegenüber Placebo (Ergebnisse der geplanten Interimsanalyse – medianes Gesamtüberleben: 32,4 vs. 30,2 Monate, HR 0,71, 95 % KI 0,60-0,84; p<0,001). Das als koprimärer Endpunkt definierte radiologisch progressionsfreie Überleben wurde nicht in die Nutzenbewertung für die Zulassung einbezogen. Unter den sekundären Endpunkten wurden patientenrelevante signifikante Unterschiede zwischen Enzalutamid- und Placebo-Arm gefunden (Zeit bis zum ersten skelettassoziierten Ereignis (SRE), Dauer bis zu einer Verschlechterung der Lebensqualität oder Beginn einer Opiat-Therapie als Surrogat-Parameter für Schmerz). Es wurden nur Patienten mit gutem Allgemeinzustand (ECOG 0-1) eingeschlossen. Im Gegensatz zur COU-AA302-Studie mit Abirateron war der Einschluss von Patienten mit einer viszeralen Metastasierung in der PREVAIL-Studie erlaubt. Bei Studienbeginn wiesen 11,2 % der Patienten im Enzalutamid- und 12,5 % der Patienten im Placebo-Arm eine viszerale Metastasierung mit pulmonalen und/oder hepatischen Metastasen auf. Sehr häufige Nebenwirkungen unter Enzalutamid sind Hitzewallungen (HR 2,29) und Kopfschmerzen. Zu den häufigen Nebenwirkungen zählen Neutropenie, visuelle Halluzinationen, Angst, kognitive Störung, Gedächtnisstörung, Hypertonie, trockene Haut, Juckreiz, Frakturen und Stürze. In der Arzneimittelinformation wird außerdem auf Interaktionen mit CYP2C8- und CYP3A4-Inhibitoren und -Induktoren hingewiesen. Ein möglicher Einfluss von Enzalutamid auf andere Arzneimittel wird für 14 Arzneimittelgruppen gelistet. Enzalutamid ist zugelassen zur Behandlung erwachsener Männer mit metastasiertem kastrationsresistentem Prostatakarzinom mit asymptomatischem oder mild symptomatischem Verlauf nach Versagen der Androgenentzugstherapie, bei denen eine Chemotherapie klinisch noch nicht indiziert ist.
Auch der Einsatz von Cabazitaxel ist in dieser Indikation möglich und vom Zulassungstext abgedeckt, z. B. bei Patienten nach Chemohormontherapie im Stadium des mHSPC. Da diese Patientengruppe bisher klein ist, wurde Cabazitaxel nicht explizit in die Empfehlung aufgenommen.
Unsicherheit herrscht derzeit zur Sequenztherapie, da keine Daten aus randomisierten Studien mit kombiniert vorbehandelten Patienten vorliegen.
7.4.2.4 Therapie des mCRPC in Abhängigkeit von Vortherapien
Patienten, die in der Vortherapie kein Taxan erhalten haben und für die eine Chemotherapie geeignet ist, soll die Therapie mit Docetaxel in zwei- oder dreiwöchigen Dosierungsschemata angeboten werden.
Patienten ohne Nachweis einer BRCA1/2-Mutation oder eines anderen Defektes der homologen Rekombinationsreparatur (HRR), die in der Vortherapie keinen Androgenrezeptor-Signalweg-Inhibitor (ARPI) oder Abirateron erhalten haben, kann, falls eine Chemotherapie klinisch nicht indiziert ist, eine Kombinationstherapie mit einer dieser Optionen angeboten werden (alphabetische Reihenfolge):
- Abirateron (in Kombination mit Prednison/Prednisolon) + Olaparib
- Enzalutamid + Talazoparib
Patienten mit metastasierter, kastrationsresistenter, progredienter Erkrankung nach Therapie mit Abirateron oder einem Androgenrezeptor-Signalweg-Inhibitor (Apalutamid, Darolutamid, Enzalutamid), die keine Chemotherapie bekommen können, kann Lutetium (177Lu) Vipivotidtetraxetan angeboten werden.
- Empfehlungsgrad
- 0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
- Evidenzlevel
- 1-
- Konsens
- Starker Konsens (97%)
- Literatur
- [937]
Patienten mit metastasierter, kastrationsresistenter, progredienter Erkrankung und gutem Allgemeinzustand nach Chemotherapie mit Docetaxel sowie Abirateron oder einem Androgenrezeptor-Signalweg-Inhibitor (Apalutamid, Darolutamid, Enzalutamid) soll eine der folgenden Therapieoptionen angeboten werden (alphabetische Reihenfolge):
- Cabazitaxel
- Lutetium (177Lu) Vipivotidtetraxetan (Kriterien für die Bildgebung im Hintergrundtext)
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- 1+
1- - Konsens
- Starker Konsens (97%)
- Literatur
- [938] [939] [940] [941]
Änderungshinweis
Für Patienten mit kastrationsresistenter, progredienter Erkrankung in gutem Allgemeinzustand kann nach Ausschöpfen der empfohlenen Therapieoptionen (siehe Empfehlung 7.46) ein Therapieversuch mit Lutetium-177-PSMA auf Basis der Empfehlung einer interdisziplinären Tumorkonferenz angeboten werden.Statt eines Wechsels des Therapieprinzips (siehe Empfehlungen 8.44-8.48) kann Patienten mit metastasiertem, kastrationsresistenten Prostatakarzinom, progredienter Erkrankung, gutem Allgemeinzustand nach Chemotherapie mit Docetaxel sowie Abirateron oder einem Androgenrezeptor-Signalweg-Inhibitor (ARPI) (Apalutamid, Darolutamid, Enzalutamid) eine der folgenden Therapieoptionen angeboten werden:
- Nach Vortherapie mit ARPI (Apalutamid, Darolutamid, Enzalutamid): Abirateron (in Kombination mit Prednison/Prednisolon)
- Nach Vortherapie mit Abirateron: Enzalutamid
- Nach Vortherapie mit Abirateron, ARPI oder Docetaxel und längerem Therapieintervall: Retherapie mit Abirateron (in Kombination mit Prednison/Prednisolon), Enzalutamid oder Docetaxel.
- Konsens
- Konsens (90%)
Änderungshinweis
Patienten mit kastrationsresistenter, progredienter Erkrankung und gutem Allgemeinzustand nach Chemotherapie mit Docetaxel soll eine der folgenden Therapieoptionen, bei Bedarf in Kombination mit symptombezogener und supportiver Therapie, angeboten werden: (alphabetische Reihenfolge) • Abirateron (in Kombination mit Prednison / Prednisolon) • Cabazitaxel • Enzalutamid Zur Differenzialtherapie siehe Empfehlungen 7.47 - 7.49.Patienten mit metastasiertem, kastrationsresistenten Prostatakarzinom, progredienter Erkrankung, gutem Allgemeinzustand und symptomatischen ossären Metastasen und gleichzeitig ohne bekannte viszerale Metastasen, kann Radium-223 angeboten werden, wenn keine andere verfügbare systemische Therapie für das metastasierte, kastrationsresistente Prostatakarzinom geeignet ist.
- Empfehlungsgrad
- 0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
- Evidenzlevel
- 1+
- Konsens
- Konsens (95%)
- Literatur
- [942]
Änderungshinweis
Radium-223 kann Patienten angeboten werden, die ein kastrationsresistentes, progredientes Prostatakarzinom mit symptomatischen ossären Metastasen (ohne bekannte viszerale Metastasen) sowie einen guten Allgemeinzustand aufweisen und die mindestens zwei vorausgehende systemische Therapieoptionen in dieser Indikation erhielten oder für die keine andere verfügbare systemische mCRPC-Therapie geeignet ist.Radium-223 soll nicht in Kombination mit Abirateron und Prednison/Prednisolon angewandt werden.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- 1+
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
- Literatur
- [943]
Hintergrundinformationen
Zu [7.49]
Eine weitere randomisierte Studie zeigte einen Überlebensvorteil einer zweiwöchigen im Vergleich zu einer dreiwöchigen Gabe von Docetaxel und eine niedrigere Rate schwerwiegender Nebenwirkungen, insbesondere von Neutropenien bei Chemotherapie-naiven Patienten [936]. Da die Studie im Vergleich zu anderen Studien mit Docetaxel eine relativ kurze Überlebenszeit für die dreiwöchentliche Gabe von Docetaxel gezeigt hat und zudem methodische Schwächen hat (z. B. Per-Protokoll-Analyse), werden zweiwöchige und dreiwöchige Gaben beim mCRPC gleichermaßen empfohlen.
Zu [7.50]
Die Zulassungsbestimmungen für Olaparib in Kombination mit Abirateron und für Talazoparib in Kombination mit Enzalutamid umfassen auch Patienten ohne Nachweis einer BRCA1/2-Mutation oder eines anderen Defektes der homologen Rekombinationsreparatur (HRR), wenn sie in der Vortherapie keinen Androgenrezeptor-Signalweg-Inhibitor (ARPI) oder Abirateron erhalten haben und falls eine Chemotherapie klinisch nicht indiziert ist [913] [915]. Allerdings ist bisher für diese Patientenpopulation kein positiver Einfluss auf die Gesamtüberlebenszeit oder auf progressionsfreies Überleben in der Kombination mit Linderung von Symptomen und Verbesserung von weiteren Parametern der Lebensqualität durch die Kombinationstherapie mit PARPI belegt.
Zu [7.51]
In der multizentrischen Phase-III-PSMAfore-Studie wurde Lutetium (177Lu) Vipivotidtetraxetan gegenüber einem Wechsel des Androgenrezeptor-Signalweg-Inhibitors oder Abirateron bei Patienten, die noch keine taxanhaltige Chemotherapie hatten, untersucht [937]. In dieser Studie mit 468 Patienten führte Lutetium (177Lu) Vipivotidtetraxetan im Vergleich zum Kontrollarm zur signifikanten Verlängerung des radiologischen progressionsfreien Überlebens (rPFS) als primärer Endpunkt. Der Unterschied im medianen rPFS betrug 6,01 Monate mit einer HR von 0,49. Das Gesamtüberleben als sekundärer Endpunkt war in beiden Gruppen vergleichbar (23,7 vs. 23,6 Monate, HR 0,98), wobei Patienten im Placebo-Arm beim Progress in den Lutetium (177Lu) Vipivotidtetraxetan-Arm wechseln konnten (Cross-over). Patienten mit Lutetium (177Lu) Vipivotidtetraxetan zeigten eine höhere radiologische Ansprechrate (50 % vs. 15 %). Die Rate schwerer Nebenwirkungen im CTCAE-Grad 3-5 lag bei 36 % im Lutetium (177Lu) Vipivotidtetraxetan- und 48 % im Kontrollarm. Lutetium (177Lu) Vipivotidtetraxetan ist aktuell in dieser Indikation nicht zugelassen. Die Zulassung beschränkt sich auf die Behandlung von Patienten mit mCRPC, die zuvor mittels Inhibition des AR-Signalwegs und taxanbasierter Chemotherapie behandelt wurden (siehe Empfehlung [7.52]).
Tabelle 28: Ergebnisse der RCT PSMAfore zu Lutetium (177Lu) Vipivotidtetraxetan
|
Patientenzahl: n=468 |
Lutetium (177Lu) Vipivotid-tetraxetan |
ARPI-Wechsel oder Abirateron |
HR (Konfidenzintervall), Signifikanz |
|
|
Nutzen: |
Medianes rPFS (Monate) (95 % KI)1 |
11,60 (9,30-14,19) |
5,59 (4,21-5,95) |
HR 0,49 (0,39-0,61) |
|
Medianes Gesamtüberleben1,2 (Monate) (95 % KI) |
23,66 (19,75 – NE) |
23,85 (20,60 – 26,55) |
HR 0,98 (0,75-1,28), p=0,44 |
|
|
Schaden: |
Nebenwirkungen2,3 |
36 % |
48 % |
Grad ≥3 Ereignisse |
|
58 % |
3 % |
Trockener Mund |
||
|
33 % |
29 % |
Asthenie |
||
|
32 % |
12 % |
Übelkeit |
||
|
27 % |
19 % |
Anämie |
||
|
23 % % |
25 % |
Fatigue |
||
|
22 |
14 % |
Obstipation |
||
|
22 % |
19 % |
Verminderter Appetit |
||
|
20 % |
23 % |
Arthralgie |
||
|
17 % |
9 % |
Diarrhoe |
||
|
16 % |
12 % |
Covid-19 |
||
|
14 % |
20 % |
Rückenschmerz |
||
|
11 % |
5 % |
Erbrechen |
||
|
8 % |
12 % |
Periphere Ödeme |
||
|
7 % |
11 % |
Schmerz in Extremitäten |
||
|
7 % |
14 % |
Gewichtsverlust |
||
|
Todesfälle (unerwünschte Ereignisse Grad 5) |
4 (2 %) |
5 (2 %) |
|
|
|
Mediane Beobachtungszeit 7,26 Monate (8,77 Monate in Lutetium (177Lu) Vipivotidtetraxetan-Arm, 4,27 Monate im „ARPI-Change“-Arm). Quelle: [937] |
||||
Zu [7.52]
Cabazitaxel gehört ebenfalls zu den Taxanen. Zum Einsatz von Cabazitaxel liegen Daten von drei randomisierten Studien vor. Grundlage der Zulassung war TROPIC, eine randomisierte, kontrollierte Studie zum Vergleich von Cabazitaxel vs. Mitoxantron [938], [944], [945]. Eingeschlossen wurden 755 Patienten mit ausgeprägter Metastasierung in einer 1:1-Randomisierung. Das mittlere Alter der Patienten lag bei 67,5 Jahren, und es wurden überwiegend (ca. 92 %) Patienten mit ECOG 0-1 aufgenommen. Im Vergleich zu Mitoxantron als Chemotherapeutikum wurde unter Cabazitaxel eine mittlere Lebenszeitverlängerung um 2,4 Monate (15,1 Monate vs. 12,7 Monate, HR 0,70; 95 % KI 0,59-0,83; p<0,0001) und eine Verlängerung des progressionsfreien Überlebens um 1,4 Monate (2,8 Monate vs. 1,4 Monate, HR 0,74, 95 % KI 0,64-0,86; p<0,0001) erreicht. Signifikante Effekte auf weitere Endpunkte (Tumor-Response und PSA-Response) konnten gezeigt werden, wohingegen die Unterschiede in der Symptomatik nicht signifikant waren. Daten zur Lebensqualität liegen nicht vor. Häufigste schwere Nebenwirkung ist eine Neutropenie im Grad 3/4, mit dem Risiko von Fieber in Neutropenie und erhöhter Mortalität. In der deutschen Behandlungsrealität ist die therapieassoziierte Mortalität niedriger als in der Zulassungsstudie [946]. In der PROSELICA-Studie mit 1.200 Patienten wurde eine niedrigere Dosierung von 20 mg/m2 mit der bislang empfohlenen Cabazitaxel-Dosierung von 25 mg/m2 randomisiert verglichen [947]. Die Studie erreichte ihren primären Endpunkt und konnte zeigen, dass die niedrigere Dosierung weder bezüglich des Gesamtüberlebens noch bezüglich des progressionsfreien Überlebens unterlegen ist. Gleichzeitig wies die reduzierte Dosierung von 20 mg/m2 ein deutlich günstigeres Nebenwirkungsprofil als die bislang eingesetzte Standarddosierung auf. So konnte insbesondere die Rate febriler Neutropenien deutlich gesenkt werden (2,1 % vs. 9,2 %). Ebenso wurden deutlich weniger Hämaturie, Diarrhoe und Fatigue beobachtet.
In der CARD-Studie wurden insgesamt 255 Patienten randomisiert mit Cabazitaxel 25 mg/m2 alle 3 Wochen oder Abirateron (+ Prednion/Prednisolon) bzw. Enzalutamid behandelt [948]. Voraussetzung für den Einschluss in die Studie war eine Vortherapie mit Docetaxel und dem jeweils anderen AR-gerichteten Medikament mit einer Ansprechdauer von weniger als 12 Monaten. Die Cabazitaxel-Therapie führte zu einer Verlängerung der medianen Gesamtüberlebenszeit mit 13,6 Monaten versus 11 Monaten unter dem zweiten Androgenrezeptor (AR)-gerichteten Medikament (HR 0,64; p=0,008). Auch die mediane Zeit bis zum radiologischen Progress (8,8 vs. 4,4 Monate, HR 0,54; p<0,001) und das progressionsfreie Überleben (4,4 vs. 2,7 Monate, HR 0,52; p<0,001) wurde durch Cabazitaxel signifikant verlängert. In einer zusätzlich durchgeführten post-hoc-Analyse wurde der Einfluss des jeweils eingesetzten AR-Medikaments auf die Studienergebnisse untersucht. Der Vorteil von Cabazitaxel blieb jedoch unabhängig davon bestehen, ob die Patienten als zweites orales Therapeutikum Abirateron (HR 0,44) oder Enzalutamid (HR 0,57) erhielten.
177Lu-PSMA-617 ist ein niedrigmolekularer Ligand des Prostata-spezifischen Membranantigens (PSMA), welcher mit dem therapeutischen Isotop 177Lu gekoppelt ist. PSMA ist ein transmembranöses Protein, das konstitutiv in verschiedenen Geweben exprimiert wird: Prostataepithel, Dünndarm, den Nierenkanälchen, den Tränen- und Speicheldrüsen sowie im zentralen Nervensystem. Der Ligand PSMA-617 bindet über das PSMA-spezifische Glu-Urea-Lys-Bindemotiv an die katalytische Domäne des PSMA-Moleküls. Über einen Linker ist PSMA-617 mit dem Chelator DOTA verbunden, der die stabile Komplexbildung mit Radionukliden wie 68Ga oder 177Lu ermöglicht. 177Lu emittiert niedrig-energetische β-Partikel. Es hat eine Halbwertszeit von 6,7 Tagen. 177Lu-PSMA-617 wird intravenös injiziert. Die Therapie in der Zulassungsstudie bestand aus vier Infusionen mit einer Standardaktivität von 7,4 GBq im Abstand von 6 Wochen. Zwei zusätzliche Infusionen waren möglich.
Lutetium (177Lu) Vipivotidtetraxetan ist zugelassen zur Behandlung von Patienten mit mCRPC, die zuvor mittels Inhibition des AR-Signalwegs und taxanbasierter Chemotherapie behandelt wurden. Die Therapie mit Lutetium (177Lu) Vipivotidtetraxetan wird in Kombination mit ADT, mit oder ohne Inhibition des AR-Signalwegs durchgeführt. Basis der Zulassung war VISION, eine internationale, multizentrische, randomisierte, offene Phase-III-Studie mit 831 Patienten zum Vergleich von Lutetium (177Lu) Vipivotidtetraxetan gegenüber Standard of Care [939]. Ebenfalls stehen Daten aus TheraP, einer in Australien durchgeführten, offenen, randomisierten Phase-II-Studie zum Vergleich von 177Lu-PSMA-617 gegenüber Cabazitaxel zur Verfügung [940], [949]. Voraussetzung für den Einsatz von Lutetium (177Lu) Vipivotidtetraxetan ist die qualitätsgesicherte PSMA-PET [950], [281], [951]. Die Einhaltung der Qualitätskriterien ist kritisch für die Indikation zum Einsatz von Lutetium (177Lu) Vipivotidtetraxetan [941].
In VISION führte Lutetium (177Lu) Vipivotidtetraxetan gegenüber der Standardtherapie zur signifikanten Verlängerung des radiologischen progressionsfreien Überlebens (rPFS) mit einem Unterschied im rPFS von 5,3 Monaten und einem HR von 0,40. Die radiologische Ansprechrate lag bei 51 %. Zum Datenschnitt der Zulassung fand sich in VISION eine statistisch signifikante Verlängerung der Gesamtüberlebenszeit zwischen den beiden Studienarmen zugunsten von Lutetium (177Lu) Vipivotidtetraxetan mit einem Median von 4,0 Monaten und einem HR von 0,62 [939]. In TheraP lag die radiologische Ansprechrate unter 177Lu-PSMA-617 bei 49 % vs. 24 % im Cabazitaxel-Arm. Das rPFS wurde signifikant verlängert, mit einem Median von 2,1 Monaten und einer HR von 0,62 [939], [929]. Die Gesamtüberlebenszeit wurde durch 177Lu-PSMA-617 gegenüber Cabazitaxel nicht verlängert. Parameter der Lebensqualität waren durch 177Lu-PSMA-617 gegenüber Cabazitaxel verbessert.
In VISION und TheraP haben Patienten mit einer hohen Standard Uptake Value (SUV) in der PSMA-PET/CT ein besseres Ansprechen. Dabei versteht man unter SUV ein semiquantitatives Maß für die Tracer-Aufnahme in einer Region von Interesse (ROI) [941]. Zur Patientenselektion vor der Therapie mittels PET empfehlen sich die Kriterien aus der Zulassungsstudie für Lutetium(177Lu) Vipivotidtetraxetan (VISION) bei Einsatz von 68Ga-PSMA-11 [950] bzw. die Kriterien der Prostate Cancer Molecular Imaging Standardized Evaluation (PROMISE) Version 2 bei Einsatz von diagnostischen mit F18-markierten PSMA-Liganden [281]. Wenn eine PSMA-PET nicht verfügbar ist, kommt eine PSMA-Bildgebung mittels Tc-99m PSMA-SPECT/CT in Betracht. Hierbei ist der Mindeststandard die Durchführung einer SPECT/CT (Kopf bis proximaler Oberschenkel).
In VISION lag die Rate schwerer Nebenwirkungen im CTCAE-Grad 3/4 bei 52,7 % im Lutetium(177Lu) Vipivotidtetraxetan- und 38,0 % im Kontrollarm. Häufigste Nebenwirkungen von Lutetium(177Lu) Vipivotidtetraxetan im CTCAE-Grad 3/4 waren Anämie (12,9 %), Thrombozytopenie (7,9 %), Lymphozytopenie (7,8 %) und Fatigue (5,9 %). Die Rate von Therapieabbrüchen aufgrund von Nebenwirkungen lag bei 11,9 % im Lutetium(177Lu) Vipivotidtetraxetan-Arm. In TheraP lag die Rate schwerer unerwünschter Ereignisse im CTCAE-Grad 3/4 bei 33 % und signifikant niedriger als im Cabazitaxel-Arm (53 %). In VISION trat Nephrotoxizität der CTCAE-Grade 3/4 unter Lutetium (177Lu) Vipivotidtetraxetan häufiger auf als im Kontrollarm. Zu beachten sind auch seltene Nebenwirkungen wie Niereninsuffizienz auf dem Boden einer strahleninduzierten Nephropathie nach einer hohen Anzahl an Zyklen einer 177Lu-PSMA Radioligandentherapie [952].
Hintergrundinformationen
Zu [7.53]
Durch die Einführung neuer Arzneimittel in frühen Therapiephasen hat sich das Krankheitsbild des mCRPC in den letzten Jahren rasch gewandelt, siehe auch die nachfolgenden Empfehlungen zum neuroendokrinen Prostatakarzinom (NEPC). Das Patientenkollektiv ist sehr heterogen geworden.Eines der präferierten Konzepte in der Sequenztherapie von mCRPC-Patienten ist der Wechsel des „Mode of Action", siehe 7.44 – 7.47. Der sequenzielle Einsatz von ARPI und Abirateron ist ebenfalls eine Option und ist durch die Zulassungen abgedeckt. Er wurde vor allem in retrospektiven Kohortenstudien und in Datenbanken zur Real-World-Evidenz mit Daten aus der Erstlinientherapie untersucht [529]. Bei Patienten mit kurzzeitigem Ansprechen ist ein Wechsel auf die jeweils andere Substanzklasse aufgrund von Kreuzresistenzen wenig erfolgversprechend. Daten zur Überlegenheit einer Kombinationstherapie mit PARPI in diesem Patientenkollektiv liegen bisher nicht vor.
Grundlage der Betreuung von mCRPC-Patienten in allen, oben beschriebenen, palliativen Behandlungssituationen ist die optimale supportive Therapie [953].
Die erste Zulassung beruhte auf der Studie ALSYMPCA [942], [954]. Eingeschlossen wurden 921 Patienten mit mCRPC (mit zwei oder mehr Metastasen im Knochen, aber keinen bekannten viszeralen Metastasen) , 614 Patienten in die Interventionsgruppe sowie 307 Patienten in die Kontrollgruppe. Das mediane Alter lag bei 71 Jahren. 526 Patienten (57 %) wurden zuvor bereits mit Docetaxel behandelt. Für Patienten der Interventionsgruppe waren sechs Injektionen von Radium-223 im Abstand von 4 Wochen zusätzlich zum BSC geplant. Patienten der Kontrollgruppe erhielten den besten verfügbaren Therapiestandard (Placebo-Gruppe). Die Therapie mit Radium-223 führte zu einer signifikanten Verlängerung der Gesamtüberlebenszeit mit einem Median von 14,9 vs. 11,3 Monaten (HR 0,69; p<0,001). Die Rate unerwünschter Ereignisse im CTCAE-Grad 3/4 lag bei 58 % vs. 65 % im Kontrollarm. Nur Thrombozytopenien traten mit 7 % häufiger unter Radium-223 auf. Bei einem Patienten wurde eine aplastische Anämie diagnostiziert. Sekundäre AML oder MDS wurden im Beobachtungszeitraum nicht dokumentiert. Relevant für Zulassungsbeschränkung durch die EMA war die Studie ERA-223 [943], [955]. In dieser internationalen, multizentrischen, randomisierten, placebokontrollierten Studie wurde die Kombination Abirateron + Radium-223 versus Abirateron bei Patienten mit kastrationsresistentem Prostatakarzinom getestet. Eingeschlossen wurden asymptomatische oder gering symptomatische Patienten, die vorher keine Chemotherapie erhalten hatten. Alle Patienten erhielten zusätzlich Prednison oder Prednisolon. Die Studie wurde vorzeitig entblindet nach Hinweisen auf eine erhöhte Todesfall- und Frakturrate im Radium-223-Arm. In der publizierten Auswertung war das mediane symptomatische, skelettale, ereignisfreie Überleben etwas kürzer im Radium-223- als im Placebo-Arm (22,6 vs. 26,0 Monate, p=0,2636). Die Frakturrate war mit 29 % im Radium-223-Arm mehr als doppelt so hoch als im Placebo-Arm mit 11 %. Allerdings zeigt die differenzierte Auswertung auch, dass die Frakturrate zwar höher lag, die typischen Komplikationen eines ossär metastasierten CRPC (spinale Kompression, pathologische Fraktur) deutlich seltener waren. Osteoprotektive Substanzen waren nicht eingesetzt worden. Kombinationen von Radium-223 mit ARPI sind Gegenstand aktuell noch nicht abgeschlossener, randomisierter Studien wie PEACE III. Zwischenergebnisse zeigen eine signifikante Reduktion der Frakturrate bei Einsatz osteoprotektiver Substanzen [956].
7.4.2.5 Therapie des mCRPC bei reduziertem Allgemeinzustand
Patienten mit kastrationsresistenter, symptomatischer, progredienter Erkrankung und reduziertem Allgemeinzustand (ECOG ≥2, Karnofsky-Index <70) soll eine symptombezogene Therapie angeboten werden.
- Konsens
- Starker Konsens (96%)
Patienten mit kastrationsresistenter, progredienter Erkrankung und reduziertem Allgemeinzustand (ECOG ≥2, Karnofsky-Index <70) kann zusätzlich eine der in Empfehlung [7.39] bis [7.55] aufgeführten Therapieoptionen angeboten werden, wenn der reduzierte Allgemeinzustand vor allem auf das metastasierte Prostatakarzinom zurückzuführen ist und keine Therapie-begrenzenden Komorbiditäten vorliegen.
- Konsens
- Starker Konsens (96%)
Änderungshinweis
Patienten mit kastrationsresistenter, progredienter Erkrankung nach Chemotherapie mit Docetaxel und reduziertem Allgemeinzustand (ECOG ≥ 2, Karnofsky < 70) kann zusätzlich zur symptombezogenen Therapie eine der folgenden Therapieoptionen angeboten werden: (alphabetische Reihenfolge) • Abirateron (in Kombination mit Prednison / Prednisolon) • Chemotherapie, wenn der reduzierte Allgemeinzustand vor allem auf das metastasierte Prostatakarzinom zurückzuführen ist • Enzalutamid • Steroide (Dexamethason, Prednisolon, Prednison)Hintergrundinformationen
Patienten mit schlechtem Allgemeinzustand (ECOG ≥2, Karnofsky-Index <70 %) und Patienten mit Einschränkungen im Geriatrischen Assessment weisen eine eingeschränkte Behandlungsfähigkeit auf. Die Einschlusskriterien der Standard-definierenden Studien zum mCRPC schließen Patienten im WHO/ECOG-Performance-Status >2 aus. Daher wird für diese Patienten eine symptombezogene Therapie empfohlen. Des Weiteren können zusätzlich verschiedene Therapieoptionen angeboten werden. Hinweise bzw. Einschränkungen bei den Therapieoptionen werden in den Hintergrundtexten zu den Empfehlungen 7.35-7.50.
Wenn der reduzierte Allgemeinzustand vor allem auf das metastasierte Prostatakarzinom zurückzuführen ist, kann eine Therapie wie bei Patienten in gutem Allgemeinzustand angeboten werden.
7.4.3 Therapie des neuroendokrinen Prostatakarzinoms (NEPC)
Bei Patienten mit mindestens einem der folgenden Kriterien sollte eine histologische Abklärung für ein neuroendokrines Prostatakarzinom angeboten werden:
- Neu aufgetretenen Lebermetastasen
- Multiple oder neu aufgetretenen lytische Knochenmetastasen mit und ohne Weichteilkomponente
- Niedriger PSA-Wert bei Erstvorstellung oder bei Progression im Vergleich zur Tumorlast
- Verlust oder Fehlen der PSMA-Expression zum Zeitpunkt der Krankheitsprogression oder FDG-positive, PSMA-negative Läsionen in der PSMA-PET/CT.
- Erhöhung von NSE oder Chromogranin A im Serum
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
Bei Nachweis eines de novo oder transdifferenzierten neuroendokrinen Prostatakarzinoms sollte eine Platin-basierte Chemotherapie in Kombination mit Etoposid durchgeführt werden. Eine Behandlung innerhalb einer klinischen Studie ist zu präferieren.
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
Obwohl die Inzidenz des NEPC auf bis zu 17 % der metastasierten, kastrationsresistenten Prostatakarzinome (mCRPC) geschätzt wird [959], berücksichtigt die National Comprehensive Cancer Network (NCCN) Leitlinie als bislang einzige Leitlinie mit internationaler Wahrnehmung das NEPC im Rahmen der Therapieempfehlungen [960]. Die 5. Edition der World Health Organisation (WHO) zu Tumoren der Harnwege und des männlichen Genitals hat 2022 neben den prostatischen neuroendokrinen Tumoren erstmalig das transdifferenzierte NEPC (tNEPC) im Rahmen der epithelialen Tumoren der Prostata aufgenommen.
Ursächlich für die fehlende Berücksichtigung in den übrigen Leitlinien dürfte eine Uneinheitlichkeit der klinischen Nomenklatur der NEPC, die hohe Heterogenität der Erkrankung sowie die geringe Zahl prospektiver Daten mit meist kleinen Fallzahlen sein. Aufgrund der zunehmenden klinischen Bedeutung des NEPC mit einer wachsenden, altersadaptierten Inzidenz [961] sowie der Änderung der Behandlungsstrategie bei Diagnosestellung hat die deutsche S3-Leitlinie das neuroendokrine Prostatakarzinom unter Berücksichtigung der angesprochenen Defizite als Expertenmeinung aufgenommen. Eine wachsende Zahl prospektiver Studien wird künftig die Evidenzlage verbessern.
NEPC können als de novo-Erkrankung bereits bei Diagnosestellung vorliegen. Sie machen weniger als 1 % der neu diagnostizierten Prostatakarzinome aus [961]. Die meisten NEPC sind jedoch Ergebnis einer Resistenzentwicklung gegen aktuell zum Einsatz kommende Standardtherapien. Ihre Inzidenz wird auf 10-17 % der mCRPC geschätzt [959], [957]. Diese tNEPC entstehen aus Adenokarzinomen, die im Rahmen des Therapieverlaufs einen De- oder Transdifferenzierungsprozess durchlaufen [962]. Zugrunde liegen komplexe zelluläre Veränderungen, deren Zusammenspiel und zeitliche Abfolge noch nicht vollständig verstanden ist. Ergebnis ist ein AR-unabhängiges Tumorwachstum. Charakteristische Genalterationen umfassen inaktivierende Veränderungen des Retinoblastoma Gens 1 (RB1) und des Tumorsuppressorproteins p53 (TP53). Ein Vorliegen von Defekten in beiden Genen begünstigt die Ausbildung eines neuroendokrinen Phänotyps [957], [962]. Einen wichtigen Einfluss auf die Ausbildung des NEPC haben zudem epigenetische Veränderungen (z. B. EZH2-Überexpression, DNA-Methylierung) sowie eine Dysregulation sog. Pionierfaktoren oder die lineäre Plastizität beeinflussender Transkriptionsfaktoren (z. B. SOX2, ASCL1, BRN2) [957], [962].
Die Prognose des NEPC ist schlecht. Dabei zeigt sich ein deutlich reduziertes medianes Gesamtüberleben der NEPC-Patienten im Vergleich zu Patienten mit Adenokarzinomen mit einem medianen Gesamtüberleben von 9-17 Monaten [958], [959], [963]. Patienten mit einem rein neuroendokrinen Prostatakarzinom scheinen dabei eine schlechtere Prognose als Patienten mit Mischtumoren zu haben [963].
Zu [7.58]
De novo-NEPCs weisen einen AR-negativen Phänotyp mit niedrigen PSA-Serumwerten auf. Häufig besteht eine viszerale Metastasierung. Der überwiegende Teil der de novo metastasierten NEPC ist kleinzellig (64,5 %) [961]. Das Bild der tNEPC ist heterogener. Auch sie weisen ein häufig aggressives, AR-unabhängiges Tumorwachstum auf, mit einer erhöhten Inzidenz viszeraler Metastasen [958]. In der Literatur wird insbesondere das tNEPC teils synonym mit der aggressiven Variante eines Prostatakarzinoms (AVPC) (früher anaplastisches Prostatakarzinom) verwandt. Allerdings werden mit den ursprünglich definierten Kriterien für ein AVPC (siehe Tabelle) histologisch, neben NEPC, auch sog. doppelnegative Prostatakarzinome (DNPC), ohne Adenokarzinom- oder neuroendokrine Marker-Expression, sowie doppelpositive Prostatakarzinome mit einer Koexpression beider Markerkonstellationen erfasst [962]. Zur Vereinheitlichung sollten nur Prostatakarzinome als NEPC bezeichnet werden, die histologisch die entsprechenden Kriterien erfüllen.
Tabelle 29: Kriterien für die Diagnose eines AVPC (früher anaplatisches Prostatakarzinom) nach A. Aparicio et al. 2013
|
C1 |
Histologischer Nachweis eines kleinzelligen Prostatakarzinoms (rein oder gemischt). |
|
C2 |
Ausschließlich viszerale Metastasen. |
|
C3 |
Radiologisch vorherrschende lytische Knochenmetastasen durch Röntgenbild oder CT-Scan. |
|
C4 |
Großflächige (≥5 cm) Lymphadenopathie ODER ausgedehnte Tumormasse (≥5 cm) mit einem Gleason ≥8 in Prostata/Becken. |
|
C5 |
Niedriger PSA-Wert (≤10 ng/ml) bei Erstvorstellung (vor einer ADT oder bei symptomatischer Progression im kastrierten Setting) PLUS hochvolumige (≥20) Knochenmetastasen. |
|
C6 |
Vorhandensein von neuroendokrinen Markern in der HISTOLOGIE (positive Färbung von Chromogranin A oder Synaptophysin) ODER im SERUM (abnorm hohe Serumspiegel für Chromogranin A oder GRP) bei der Erstdiagnose oder bei Fortschreiten der Erkrankung PLUS einer der folgenden Punkte, wenn keine anderen Ursachen vorliegen: A. Erhöhte LDH-Werte im Serum (≥2 × IULN), B. Maligne Hyperkalzämie, C. Erhöhte CEA-Werte im Serum (≥2 × IULN). |
|
C7 |
Kurzes Intervall (≤6 Monate) bis zur androgenunabhängigen Progression nach Beginn einer Hormontherapie mit oder ohne Vorhandensein von neuroendokrinen Markern. |
|
Quelle: [964] |
|
Basierend auf den AVPC-Kriterien wurden, unter Berücksichtigung weiterer Forschungsergebnisse zum NEPC sowie einer zunehmenden Implementierung des PSMA-PET-CTs im Therapiealltag klinische Kriterien definiert, die für das Vorliegen/die Entstehung eines NEPCs sprechen könnten. Aufgrund der therapeutischen Konsequenz (s. u.) sollte Patienten, die mindestens eines der genannten Kriterien erfüllen, eine histologische Abklärung bezüglich eines NEPCs angeboten werden.
Wichtige klinische Hinweise für ein mögliches NEPC sind Art und Lokalisation der Metastasierung. Während die Inzidenz von Lebermetastasen bei Prostatakarzinompatienten insgesamt selten ist (10-25 %), weisen Patienten mit neuroendokrinem Prostatakarzinom häufig eine hepatische Metastasierung auf (65 bis 83 %) [963], [965]. Zudem wurden bei Prostatakarzinompatienten mit hepatischer Metastasierung gehäuft neuroendokrine Merkmale nachgewiesen [966].
Ebenso werden osteolytische Knochenmetastasen nur bei einer Minderheit der Prostatakarzinompatienten diagnostiziert [967], [968]. Ein Zusammenhang mit einer neuroendorkinen Differenzierung oder aggressiven Verlaufsformen des Prostatakarzinoms wird, basierend auf kleinen Fallserien, vermutet [969], [970]. Systematische Analysen liegen nicht vor.
NEPC weisen ein häufig AR-unabhängiges Wachstum und damit einen niedrigen PSA-Wert auf. In einer retrospektiven Analyse von 87 NEPC-Patienten lag der durchschnittliche PSA-Wert trotz Metastasierung bei 1,20 ng/ml (0,14 ng/mL bei kleinzellig neuroendokrinen und 1,55 ng/mL bei gemischter Histologie). Ein niedriger PSA-Anstieg ≤0,7 ng/ml/Monat vor Diagnosestellung des NEPC war mit einem schlechteren Überleben assoziiert [963]. In einer Untersuchung von 183 mCRPC wiesen Männer mit einem niedrigen PSA-Wert unter 5 ng/ml in der molekularpathologischen Analyse eine stärkere tNEPC- und „RB1-loss“-Signatur auf, bei gleichzeitig verminderter AR-Transkriptionssignatur als Patienten mit einem hohen PSA-Wert. Zudem war eine Deletion/Inaktivierung von RB1 und/oder TP53 bei Männern mit niedrigem PSA-Wert häufiger (80 % vs. 41 %). Das OS war bei Männern mit PSA <5 ng/ml kürzer (medianes OS 26,7 vs. 46,0 Monate, HR 2,465, 95 % KI 0,982-6,183) [971]. Bei Patienten mit einem lokalisierten Tumorgeschehen (clinicalT1 (cT1)-4N0M0) und hohem Gleason-Score (≥ 8) wurde in der Surveillance, Epidemiology, and End Results (SEER)-Datenbank ein Zusammenhang zwischen einem niedrigen PSA-Wert (≤4 ng/dl) und einem erhöhten Risiko für krebsspezifische Todesfälle nachgewiesen. Dies wurde als Zeichen für aggressive und schlecht differenzierte bzw. anaplastische, PSA-arme Tumoren gewertet [972]. Darüber hinaus zeigte sich für Patienten mit Gleason-Score ≥8 und einem pathologischen Stadium von ≥T3a und einem niedrigen iPSA-Werten (<5,0 ng/ml) ein kürzeres radiologisch progressionsfreies Überleben (Log-Rank-Test, p=0,001) und ein höheres Risiko für ein Fortschreiten der Krankheit (HR 12,2, 95 % KI 1,18-1260,99; p=0,036).
NEPC verlieren häufig, zusammen mit der AR-Expression, die PSMA-Expression [973] und können sich daher in der Bildgebung als PSMA-arme oder negative Läsionen zeigen. Dabei weisen Lebermetastasen eine häufig niedrigere PSMA-Expression auf als lymphonododuläre oder ossäre Metastasen. Dies trifft auch auf Patienten mit AR-negativen CRPC oder NEPC zu [973]. Ein Verlust oder Fehlen der PSMA-Expression zum Zeitpunkt der Krankheitsprogression oder FDG-positive, PSMA-negative Läsionen in der PSMA-PET/CT können daher ein Anhalt für eine neuroendokrine Transdifferenzierung sein.
Chromogranin A (CgA) ist ein Hauptbestandteil der sekretorischen Granula neuroendokriner Zellen [974]. Die neuronenspezifische Enolase (NSE) ist ein zytoplasmatisches Enzym, das bei Nervenschäden und bei Tumoren neuroendokrinen Ursprungs erhöht ist [975].
Zur Einordnung der Bedeutung erhöhter CgA-Werte beim metastasierten Prostatakarzinom stehen zwei systematische Übersichtsartikel zur Verfügung. In der ersten Metaanalyse wurden acht Studien mit insgesamt 686 mCRPC-Patienten identifiziert. Dabei waren ein erhöhter CgA-Spiegel mit einem kürzeren progressionsfreien Überleben (PFS) und Gesamtüberleben assoziiert (PFS: HR 2,47, 95 % KI 1,47-4,14; p=0,0006; OS: HR 1,47, 95 % KI 1,15-1,87; p=0,002). Der Einfluss auf das OS war in der Zweitlinientherapie noch ausgeprägter als in der Erstlinienbehandlung (HR (Zweitlinie) 2,33, 95 % KI 1,40-3,89; p=0,001; HR (Erstlinie) 1,26, 95 % KI 1,09-1,45, p=0,001) [976]. In einer zweiten Metaanalyse wurden insgesamt 234 Teilnehmer aus sechs Studien berücksichtigt. Erhöhte CgA-Werte zu Studienbeginn waren mit einem ungünstigen OS assoziiert (univariate Analyse: HR 3,775, 95 % KI 1,469-9,698; p=0,006; multivariate Analyse: HR 3,838, 95 % KI 1,774-8,304; p=0,001). Die Kombination mit erhöhten NSE-Werten verbesserte die Einschätzung des Behandlungsergebnisses zusätzlich [977]. Darüber hinaus zeigen Studien zum Einsatz AR-gerichteter Medikamente im mCRPC, dass erhöhte CgA-Ausgangswerte über das Dreifache der oberen Norm mit einem frühen Krankheitsprogress innerhalb der ersten 3 Monate der Abirateron-Behandlung einhergehen [978]. Fan et al. untersuchten die CgA- und NSE-Werte bei 40 Männern mit mCRPC; ein Anstieg der CgA- und/oder NSE-Werte in den ersten 3 Monaten einer Abirateron-Behandlung war ein unabhängiger Prädiktor für ein schlechtes Überleben [979]. In einer Untersuchung mit 395 Patienten waren hohe CgA-Ausgangswerte in den Subgruppen mit Docetaxel-oder Abirateron/Enzalutamid-Behandlung ebenfalls mit einem schlechten OS assoziiert. Patienten mit hohen CgA-Ausgangswerten, die während der AR-gerichteten Therapie einen weiteren CgA-Anstieg erfuhren, hatten die schlechteste Prognose [980]. Insgesamt deuten steigende CgA-Werte, insbesondere bei Männern mit hohen CgA-Werten zu Beginn der Behandlung, auf eine Behandlungsresistenz und wahrscheinlich eine neuroendokrine Differenzierung hin [981].
Ein systematischer Review zur Bedeutung der NSE beim mCRPC untersuchte 1.772 Patienten aus 19 Publikationen. Eine erhöhte Serum-NSE korrelierte mit einer schlechteren Prognose der fortgeschrittenen Prostatakarzinome, insbesondere bei Progress in der Kastrationsresistenz [982]. Bei Patienten mit metastasiertem Prostatakarzinom und AR-gerichteter Behandlung ging ein hoher Serum-NSE-Spiegel zu Behandlungsbeginn mit einem verminderten krebsspezifischen Überleben einher [983]. In einer retrospektiven Analyse von Patienten mit zweifacher PET-Bildgebung innerhalb von 4 Wochen ([68Ga]Ga-PSMA-11 und [18F]FDG PET/CT), die entweder für eine PSMA-Radioligandentherapie vorgesehen waren oder diese erhalten hatten, zeigte sich ein Mismatch (FDG+ PSMA-Läsionen) bei 62 % der Patienten. Patienten mit FDG+/PSMA-Läsionen wiesen eine signifikant höhere absolute Serumkonzentration und einen höheren relativen Anstieg der NSE auf. NSE wurde daher als potenzieller Biomarker für einen PSMA-FGD-Mismatch vorgeschlagen [984]. In einer multinationalen prospektiven Studie zur Charakterisierung von t-NEPC (n=202 davon 17 % NEPC) waren NSE und LDH zwar im Vergleich zu den Adenokrazinom-mCRPC-Patienten deutlich erhöht, der positive Vorhersagewert der neuroendokrinen Marker NSE und CgA war allerdings gering [959].
Zu [7.59]
Derzeit existiert keine allgemein anerkannte Standardtherapie zur Behandlung des NEPC. In einer Analyse der SEER-Datenbank war die Chemotherapie die effektivste Behandlungsoption und erhöhte das Überleben von Patienten von 5 auf 9 Monate [961].
Die NCCN-Leitlinien empfehlen eine Platin-basierte Chemotherapie (Cisplatin oder Carboplatin) in Kombination mit Etoposid oder alternativ mit Docetaxel bzw. Cabazitaxel. Im Übrigen wird auf die Leitlinien zum kleinzelligen Bronchialkarzinom verwiesen.
Die Empfehlungen der NCCN-Leitlinie basieren auf mehreren, kleinen, meist einarmigen Studien mit teils uneinheitlicher Patientenpopulation. So wurden sowohl NEPC als auch mCRPC mit Anzeichen einer neuroendokrinen Differenzierung oder erhöhten neuroendokrinen Markern eingeschlossen. Nach heutigen Kriterien werden die letzten beiden Gruppen a. e. als sog. „Doppel-Expremierer“ und nicht als NEPC im engeren Sinne klassifiziert (s. o.). Die Behandlungsschemata zeigen häufig ein anfängliches Therapieansprechen. Die Dauer des Ansprechens ist allerdings meist kurz, mit einem medianen Gesamtüberleben von 7-19 Monaten (Tabelle) [985], [986], [987], [964], [988], [989]. In einer größeren Phase-I/II, randomisierten Studie mit mCRPC-Patienten, die für AVPC angereichert war, führte die Zugabe von Carboplatin zu Cabazitaxel zu einer höheren objektiven Ansprechrate (57,1 % vs. 22,7 %) und verbesserte das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) von 4,5 auf 7,3 Monate. Eine gesonderte Analyse für NEPC-Patienten erfolgte nicht [990].
Bei rein oder überwiegend neuroendokriner Differenzierung sollte in Analogie zum kleinzelligen Bronchialkarzinom und basierend auf der aktuellen Datenlage die Therapie mit Carboplatin oder Cisplatin in Kombination mit Etoposid bevorzugt werden. Alternativ kann v.a. auch bei Vorliegen von Mischtumoren die Kombination mit einem Taxan erfolgen. Die Rolle der Immuntherapie mit Checkpoint-Inhibitoren als Monotherapie oder in Kombination mit einer Chemotherapie ist aktuell noch unklar und wird in Studien überprüft. Eine Monotherapie mit Avelumab erzielte eine Ansprechrate von nur 6,7 %, das radiologisch progressionsfreie Überleben lag bei 1,8 Monaten. Die Studie wurde aufgrund einer langsamen Rekrutierung und geringer Effektivität frühzeitig abgebrochen [991]. Weitere zielgerichtete Therapieoptionen beispielsweise mit bispezifischen T-Zellengagern (BiTEs) und zytotoxischen Antikörperkonjugaten befinden sich in der frühen klinischen Prüfung. Ein erstes positives Signal konnte mit dem trispezifischen DLL3-T-Zellengager HPN328 mit einer Krankheitskontrollrate von über 80 % im Rahmen einer Phase-I/II-Studie erzielt werden [992]. Aufgrund der immer noch spärlichen Datenlage ist eine Therapie der NEPC-Patienten im Rahmen klinischer Studien dringend zu empfehlen.
Tabelle 30: Klinische Studien zum neuroendokrinen Prostatakarzinom (NEPC) und zu aggressiven Varianten eines Prostatakarzinoms (AVPC)
|
Autor/Jahr |
Studiendesign |
Patientenzahl (n) |
Patientenpopulation (Tumorsubtypen) |
Regime |
Therapieergebnis |
|
Papandreou et al. 2002 |
prospektiv |
36 |
67 % NEPC 33 % gemischte Histologie |
Cisplatin/Etoposid/Doxorubicin |
RR 61 %; TTP 5,8 m; OS 10,5 m |
|
Steineck et al. 2002 |
retrospektiv |
30 |
30 % NEPC, 43 % anaplastisch, 13 % gemischte Histologie |
Cisplatin oder Carboplatin/Etoposid |
RR 50 %; OS 8-941 d |
|
Culine et al. 2007 |
prospektiv einarmig |
41 |
CRPC und serologische, neuroendokrine Marker |
Cisplatin/Docetaxel |
RR 41 %; OS 12 m |
|
Flechon et al. 2011 |
prospektiv einarmig |
55 |
CRPC + M (visz) Und/oder Nachweis serologischer, neuroendokriner Marker |
Carboplatin/Etoposid |
RR 8,9 %; PFS 2,9 m, OS 9,6 m |
|
Aparicio et al. 2013 |
prospektiv einarmig |
113; 74 |
mCRPC, stratifiziert für AVPC |
Erstlinie: Carboplatin/Docetaxel Zweitlinie: Cisplatin/Etoposid |
TTP1: 5,1 m, TTP2: 3,0 m; OS 16 m |
|
Corn et al. 2019 [990] |
prospektiv randomisiert |
160 |
CRPC, stratifiziert für AVPC |
Carboplatin/Cabazitaxel vs. Cabazitaxel |
AVPC: PFS: 6,0 m vs. 2,2 m; OS: 17,4 m vs. 9,9 m |
|
Apostolidis et al. 2019 |
retrospektiv |
46 |
45,7 % NEPC 43,5 % gemischte Histologie |
Carboplatin/Cisplatin + Etopsid |
RR 48,1 %; OS 15,5 m |
7.5 Lokale Therapie bei metastasiertem Prostatakarzinom
7.5.1 Präambel
Hintergrundinformationen
Zu [7.60]
Die Definition der oligometastasierten Erkrankung ist in der Literatur nicht einheitlich. Zumeist wurde dabei eine konventionelle Bildgebung genutzt. Klassifikationen, die in neuerer Zeit unter Einsatz der multiparametrischen MRT oder der PSMA-PET-Hybridbildgebung erhoben werden, sind daher mit den älteren Klassifikationen nicht direkt vergleichbar. Die Zahl bis einschließlich 4 ossären Metastasen als Grenze zur Definition des oligometastasierten Prostatakarzinoms in dieser Empfehlung wurde aus pragmatischen Gründen festgelegt in Anlehnung an die Auswertung von Burdett et al. [994].
Die Effektivitätsgrenzen lagen in den verschiedenen Studien bei bis zu 2- (LATITUDE-Studie) [996], bis zu 3 (CHAARTED- und STAMPEDE-Studie) [995] oder bis zu 4 Knochenmetastasen (HORRAD-Studie) [997], daneben wurden weitere heterogene Kriterien zur Definition genutzt [997][996][995]. Unter extraossären viszeralen Metastasen werden im Kontext dieser Empfehlung hämatogene Metastasen in Leber, Lunge, Hirn und anderen Organen verstanden, nicht jedoch lymphogene Fernmetastasen, die eine bessere Prognose haben. Ob letztere in eine mögliche lokal ablative Therapie von Oligometastasen mit einbezogen werden, ist individuell zu entscheiden.
7.5.2 Perkutane Strahlentherapie und radikale Prostatektomie
Patienten mit einem neu diagnostizierten, oligometastasierten Prostatakarzinom („low volume“ nach CHAARTED-Kriterien mit konventionellem Staging) kann zusätzlich zur systemischen Therapie (Androgendeprivation -ADT/ARPI- simultan, Docetaxel sequentiell) eine perkutane Strahlentherapie der Prostata angeboten werden.
- Empfehlungsgrad
- 0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
- Evidenzlevel
- 1-
- Konsens
- Konsens (94,83%)
- Literatur
- [994] [995] [998] [999]
Änderungshinweis
Patienten mit einem neu diagnostizierten, oligometastasierten Prostatakarzinom sollten zusätzlich zur systemischen Therapie eine perkutane Strahlentherapie der Prostata erhalten. (7.56a, neu 2021)Patienten mit einem neu diagnostiziertem, hormonnaiven metastasierten Prostatakarzinom (mit konventionellem Staging) und hohem lokalen Progressionsrisiko kann zusätzlich zur systemischen Therapie eine perkutane Strahlentherapie der Prostata angeboten werden.
- Empfehlungsgrad
- 0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
- Evidenzlevel
- 1-
- Konsens
- Konsens (94,64%)
- Literatur
- [999]
Die externe Strahlentherapie (EBRT) sollte hypofraktioniert verabreicht werden, die Strahlendosis sollte eine Äquivalenzdosis von 74 Gy in 2 Gy-Standardfraktionierung nicht überschreiten.
- Empfehlungsgrad
- B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
- Evidenzlevel
- 1-
- Konsens
- Starker Konsens (98,21%)
- Literatur
- [994] [995] [998] [999]
Änderungshinweis
Die externe Strahlentherapie (EBRT) sollte hypofraktioniert verabreicht werden, die Strahlendosis sollte eine Äquivalenzdosis von 72 Gy in 2 Gy-Standardfraktionierung nicht überschreiten. (7.56b, neu 2021)Die radikale Prostatektomie ist als Therapieoption beim oligometastasierten Prostatakarzinom nicht hinreichend durch Evidenz belegt.
- Evidenzlevel
- 2++
- Konsens
- Starker Konsens
Evidenztabellen (1)
Slaoui_WorldJUrol_2019Die radikale Prostatektomie kann beim oligometastasierten Prostatakarzinom nach Diskussion in einer interdisziplinären Tumorkonferenz im Rahmen einer multimodalen Therapie angeboten werden.
- Empfehlungsgrad
- 0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
- Evidenzlevel
- 2++
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [1000]
Die metastasengerichtete lokal ablative Therapie beim oligometastasierten Prostatakarzinom ist nicht hinreichend durch Evidenz belegt, insbesondere in Bezug auf onkologische Endpunkte.
Die metastasengerichtete lokal ablative Therapie beim oligometastasierten Prostatakarzinom kann zur Verzögerung einer Androgendeprivation und/oder Tumorprogression eingesetzt werden.
Eine externe Strahlentherapie (EBRT) als ablative Behandlung sollte hypofraktioniert erfolgen, vorzugsweise als stereotaktische Bestrahlung (SBRT).
Hintergrundinformationen
In die randomisierte STAMEPE-Studie wurden 2.061 Männer mit mHSPC randomisiert, 1.029 in die Kontrollgruppe mit Behandlungsstandard (engl. standard of care) (SOC) und 1.032 Männer in die Gruppe mit einer zusätzlichen RT der Prostata [995]. In der Gesamtgruppe zeigte sich kein Überlebensvorteil, in der präspezifizierten Subgruppe mit „low metastatic burden" (n=819) allerdings war ein signifikanter Überlebensvorteil durch die zusätzliche RT der Prostata nachweisbar (p=0,0098; HR 0,68). Dieser initial bereits vorhandene Überlebensvorteil vergrößerte sich in der Langzeitanalyse dieser Studie (n=819 Patienten mit „low metastatic burden") (SOC+RT der Prostata versus SOC) mit einer medianen Nachbeobachtung von 61,3 Monaten auf ein medianes Überleben von 85,5 Monate vs. 63,6 Monate. Das entsprechende 5-Jahres-Überleben betrug 65 % vs. 53 % (p=0,00004; HR 0,64) [1003]. Allerdings war in dieser Studie der SOC definiert als ADT+/-Docetaxel, also ohne die erweiterte Systemtherapie mit ARPI, wie sie dem modernen Standard im Jahr 2024 entspricht.
In einem systematischen Review (der randomisierten Studien STAMPEDE und HORRAD) zeigte sich in der Gesamtgruppe der Patienten mit hormonsensitiven oligometastasierten Prostatakarzinom wie auch in der STAMPEDE Studie kein Überlebensvorteil der zusätzlichen lokalen RT der Prostata (HR 0,92, 95 % KI 0,81–1,04, p=0,195). Im Gegensatz dazu fand sich ein signifikanter Überlebensvorteil von absolut 7 % in der Gruppe der Patienten mit bis zu 4 Knochenmetastasen und lokaler RT der Prostata (p<0,05) [994]. Ein vergleichbarer Effekt zeigte sich in einer, allerdings ungeplanten Re-Analyse der STAMPEDE-Studie [1004]. Die Autoren zeigten einen mit der Zunahme der Zahl an Knochenmetastasen abnehmenden Überlebensvorteil. In den Subgruppenanlysen konnte dieser Vorteil in der M1a-Situation mit nicht-pelvinen Lymphknotenmetastasen sowie bei bis zu 3 Knochenmetastasen nachgewiesen werden (HR 0,62 für Überleben, 95 % KI 0,46-0,83). In der vierarmigen prospektiv randomisierten PEACE-1-Studie (SOC, SOC + Abirateron, SOC + RT sowie SOC + Abirateron + RT) [999] mit 1.172 randomisierten Patienten zeigte sich durch die zusätzliche Bestrahlung der Prostata (Gesamtdosis 74 Gy, 37 Fraktionen) eine signifikante Verbesserung des radiologischen progressionsfreien Überlebens (co-primärer Endpunkt der Studie neben dem Gesamtüberleben) von 4,4 (99,9 % KI 2,5-7,3 – 74/126) auf 7,5 Jahre (99,9 % KI 4,0-nicht erreicht – 55/126) in der mit ARPI behandelten low-volume-metastasierten Gruppe (p=0,019, HR 0,65, 99,9 % KI 0,36-1,19). Zusätzlich verbesserte sich das Eintreten der Kastrationsresistenz von median 2,5 Jahre (95 % KI 2,1-2,9) auf median 3,4 Jahre (2,8-4,5, p=0,0069; HR 0,74, 95 % KI 0,6-0,92). Eine Verbesserung des Gesamtüberlebens zeigte sich, möglicherweise wegen der insgesamt kleinen Gruppengrößen bei komplexem Studiendesign, nicht.
In einer Netzwerk-Metaanalyse untersuchten Roy et al. [998] anhand einer Re-Evaluation die publizierten Daten aller randomisierten Studien, bei denen SOC + ARPI, SOC + RT der Prostata sowie SOC + ARPI + RT gegenüber SOC behandelt worden waren. Insgesamt wurden die Patienten von zehn RCTs untersucht. In der SOC-Gruppe fanden sich 2.043 Patienten, in der SOC + ARPI-Gruppe 1.629 Patienten, in der SOC + RT-Gruppe 625 Patienten und in der SOC + ARPI + RT-Gruppe 126 Patienten. Die mediane Nachbeobachtungszeit dieser RCTs betrug zwischen 42,4 und 73 Monaten. In der statistischen Analyse (paarweise Vergleiche der Behandlungsgruppen der randomisierten Studien) sowie anschließend ohne den Einsatz von Docetaxel zeigte sich eine 23 %ige Reduktion der HR für den Todesfall (HR 0,77) für den Einsatz der SOC + ARPI + RT. Diese war statistisch nicht signifikant, insofern ist dieses Ergebnis nicht als sicher zu betrachten. In der Summe schätzen die Autoren das Ergebnis so ein, dass die Daten der Metaanalyse bei SOC + ARPI + RT als beste der vier untersuchten Strategien einen Überlebensvorteil bei Patienten mit low volume de novo mHSPC gezeigt haben. Diese Ergebnisse müssten durch eine individuelle Analyse der Patientendaten der zehn RCTs überprüft werden.
Neben der in der Regel prognosedeterminierenden Fernmetastasierung sind auch lokale Komplikationen durch den Primärtumor ein alltagsrelevantes Problem von Patienten mit mHSPC. Die Strahlentherapie ist hier – unabhängig von der Metastasenlast (also bei low- und high volume-Erkrankung) - eine sinnvolle Intervention. In der prospektiv randomisierten PEACE-1-Studie [999] war die Vermeidung ernsthafter urogenitaler Komplikationen (z. B. Obstruktion, Blutung, Schmerz, Erfordernis eines Doppel-J-Katheters, TUR-P etc.) ein präspezifizierter sekundärer Endpunkt, der in dieser prospektiven Kohorte allerdings retrospektiv ausgewertet wurde. Die Ergebnisse sind deshalb hypothesengenerierend. Die zusätzliche Bestrahlung der Prostata führte bei Patienten mit low-volume-Erkrankung zu einer signifikanten Reduktion schwerer urogenitaler Komplikationen durch lokale Tumorprogression um 58 % (26 % versus 11,1 %), bei dem Gesamtkollektiv von high- und low volume-metastasierten Patienten betrug die Reduktion 46 % (22,3 % versus 12,2 %) (p<0,0002 bzw. p<0,0001). Dieser Effekt war bei high-volume metastasierten Patienten vergleichbar. Analog zeigte auch die sekundäre Auswertung von 1.705 Patienten der STAMPEDE-Studie (Vergleich der Arme A und H) durch die zusätzliche Radiotherapie der Prostata (bei in der Regel hypofraktionierter Bestrahlung) eine signifikante Reduktion der Rate ernster urogenitaler Komplikationen um 43 % (p=0,017, HR 0,57) bei low volume und high volume metastasierten Patienten [1005]. In beiden Studien zeigte sich durch die zusätzliche Bestrahlung der Prostata keine signifikant erhöhte Toxizität schwerer (≥Grad 3) Nebenwirkungen [1005].
Die zusätzliche Radiotherapie der Prostata kann bei Karzinomen eingesetzt werden, die ein erhöhtes lokales Progressionsrisiko wie z.B. ISUP 4-5 oder cT3/T4 haben. Dieses erhöhte Progressionsrisiko ist bei lokal begrenzten high risk – oder lokal fortgeschrittenen Karzinomen u.a. durch ungeplante Subgruppenanalysen randomisierter Studien [1006][1007][1008] belegt.
In einer Subgruppenanalyse von 120/875 Patienten der SPCG-7 Studie mit high-risk-Karzinomen wurden Probebiopsien im Median 45 Monate nach Radiotherapie entnommen. Die Patienten erhielten entweder eine alleinige endokrine Therapie oder zusätzlich eine perkutane Bestrahlung der Prostata. Ein Tumorrezidiv wurde in 66% (N= 63) der nur endokrin behandelten Patienten versus in 22% (N=57) der kombiniert behandelten Patienten gefunden (p<0,0001, HR 7,49 – 3,18-17,7)), die große Mehrzahl der Rezidive entsprach einem ISUP 4 oder 5 [1006]. Vergleichbare Ergebnisse wurden in der UK RR-07-Phase-3-Studie bei lokal fortgeschrittenem PCa erzielt. 1205 Patienten wurden randomisiert (1057 mit T3/4 Tumoren) in eine RT der Prostata (N=603) oder eine RT + eine lebenslange ADT (N=602). Die mediane Nachbeobachtung betrug 6 Jahre. Es zeigte sich ein signifikanter Überlebensvorteil für die kombinierte Gruppe (ÜL 7 Jahre 74% versus 66%, p<0,05. HR 0,77). 111 Patienten zeigten eine lokale Tumorprogression als ersten Progressionsort, 97 (87,4%) in der ADT Gruppe und 14 (12,6%) in der kombinierten Gruppe (p<0,05, keine nähere Angabe) [1007].
Darüber hinaus war das Lokalrezidivrisiko bei high-risk Karzinomen abhängig von der Gesamtdosis der Radiotherapie. In der LEVIATHAN-Studie (Metaanalyse von 18 Phase-3-Studien mit u.a. 6288 high risk Karzinomen) betrug das Lokalrezidivrisiko bei einer Gesamtdosis von >74 Gy 8% versus 12% bei einer Gesamtdosis <74 Gy (p<0.0007) [1008].
In der Gesamtbewertung unter Berücksichtigung eines möglichen Überlebensvorteils sowie der signifikanten Senkung des Risikos schwerer tumorbedingter Komplikationen entspricht die Evidenz daher einer „kann“-Empfehlung für eine lokale RT der Prostata bei oligometastasiertem Prostatakarzinom („low volume“ nach CHAARTED-Kriterien mit konventionellem Staging). Der Effekt der signifikanten Senkung des Risikos schwerer tumorbedingter Komplikationen betraf in vergleichbarem Ausmaß auch die Patienten mit „high volume“ Metastasen nach CHAARTED-Kriterien. Die Evidenz entspricht auch für diese Patienten einer „kann“-Empfehlung. Die lokale RT kann bei diesen Patienten mit hohem lokalen Progressionsrisiko (z.B. T3/4-Tumore, ISUP 4-5) eingesetzt werden.
Zum Einsatz der radikalen Prostatektomie beim oligometastasierten Prostatakarzinom gibt es bisher keine abgeschlossenen randomisierten Studien [1009]. Retrospektive Vergleiche sind hier aufgrund des hohen Verzerrungsrisikos nur beschränkt aussagefähig. Es kann daher nicht sicher abgeschätzt werden, ob beim oligometastasierten Prostatakarzinom die radikale Prostatektomie hinsichtlich der Mortalitätsreduktion ähnlich wirksam ist wie die perkutane Strahlentherapie. Dennoch wurde durch die Leitliniengruppe eine offene Empfehlung für die radikale Prostatektomie ausgesprochen, diese aber unter den Vorbehalt einer Beratung in einem interdisziplinären Tumorboard gestellt. Zusätzlich wird der multimodale Charakter (Kombination mit Androgendeprivation, Strahlentherapie, erweiterter Systemtherapie) dieser Therapiestrategie betont. Nicht für eine radikale Prostatektomie beim oligometastasierten Prostatakarzinom geeignet sind Patienten, bei denen eine ausgedehnte lokale Tumorinfiltration dies nicht sinnvoll erscheinen lässt oder Patienten, welche die mit der Operation möglicherweise verbundene Morbidität (z. B. Inkontinenz bei Kombination mit adjuvanter Strahlentherapie) nicht zu tolerieren bereit sind. Die radikale Prostatektomie beim oligometastasierten Prostatakarzinom wird erwogen, um lokalenprogressionsbedingten Komplikationen im Bereich des unteren Harntraktes vorzubeugen [1009], [1000].
Zu [7.65] und [7.67] und [7.68]
Die onkologische Wirksamkeit der metastasengerichteten Therapie beim oligometastasierten Prostatakarzinom ist bisher nicht hinreichend belegt. Dies gilt insbesondere für die Überlebensendpunkte. Eine Verzögerung der Androgendeprivation oder der Tumorprogression ist durch eine metastasengerichtete Therapie möglich [1000], [1002]. Weitere, insbesondere randomisierte Studien sind erforderlich, um zu prüfen, ob diese Effekte den Verlauf der Erkrankung günstig beeinflussen oder das Überleben verlängern [1002]. In der ORIOLE Studie wurde in einem randomisiert prospektiven Phase II Setting der Einfluss einer metastasengerichteten ablativen Bestrahlung bei Patienten mit (metachron) oligometastasiertem hormonsensitiven PCA untersucht. Die Eingangsdiagnostik verlangte dabei noch keine PSMA-Bildgebung, sodass protokollgemäß Läsionen, die nur in fakultativ durchgeführten PSMA-PETs darstellbar waren, nicht zwingend mitbehandelt wurden. Durch die metastasengerichtete Therapie wurde in der gesamten Interventionsgruppe der PSA Progress signifikant verlängert, höhergradige Nebenwirkungen (≥G3) wurden nicht beobachtet. In einer Subgruppenanalyse einer Kohorte, in der alle PSMA positiven Läsionen einer ablativen Bestrahlung zugeführt wurden, zeigte sich darüber hinaus auch ein längeres metastasenfreies Überleben [1001].
Im Falle einer metastasengerichteten Therapie bei oligometastasierter Erkrankung erscheint es aber sinnvoll, die Patienten zusätzlich über die Möglichkeit einer intensivierten systemischen Therapie aufgeklärt werden. Bis zum Beweis des Gegenteils ist davon auszugehen, dass die metastasengerichtete Therapie beim oligometastasierten Prostatakarzinom eine intensivierte systemische Therapie (d. h. mit Abirateron, Apalutamid, Docetaxel oder Enzalutamid) nicht dauerhaft ersetzen kann.
7.6 Therapie von Knochenmetastasen
Die Therapie symptomatischer ossärer Metastasen ist Bestandteil des onkologischen Gesamtkonzeptes (siehe [7.54], [7.55], [7.71]). Patienten mit ossären Metastasen soll zusätzlich eine oder mehrere der folgenden Therapieoptionen angeboten werden:
- medikamentöse Schmerztherapie
- lokale Bestrahlung, siehe Empfehlung [7.70]
- operative Intervention (in der Regel in Kombination mit Bestrahlung).
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- -
Level of Evidence: siehe die jeweiligen Empfehlungen
- Konsens
- Mehrheitliche Zustimmung (86%)
- Literatur
- [942] [1010] [1011]
Evidenztabellen (1)
7.5 EvT 7.47Die lokale perkutane Bestrahlung soll bei Knochenmetastasen in folgenden Situationen eingesetzt werden:
- Persistierende lokalisierte Knochenschmerzen
- drohende spinale Kompression (ggf. nach operativer Intervention)
- nach operativer Stabilisierung
- erhöhtes Frakturrisiko
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- 1++
- Konsens
- Starker Konsens (97%)
- Literatur
- [1010]
Evidenztabellen (1)
7.5 EvT 7.48- Empfehlungsgrad
- 0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
- Evidenzlevel
- 1+
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
- Literatur
- [1011]
Evidenztabellen (1)
Bauman_RadiotherOncol_2005Zur Prävention von Komplikationen bei Knochenmetastasen im Hormon-naiven Stadium sollten Bisphosphonate nicht eingesetzt werden.
(Empfehlungsgrad: B)
Die Wirkung von Denosumab in diesem Stadium kann derzeit nicht beurteilt werden.
(Statement)
- Empfehlungsgrad
- B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
- Evidenzlevel
- 1+
Zoledronsäure
4andere Bisphosphonate, Denosumab
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
- Literatur
- [879] [1012] [1013] [1014] [1015] [1016] [1017]
Evidenztabellen (1)
7.5 EvT 7.50Zur Prävention von Komplikationen bei Knochenmetastasen im kastrationsresistenten Stadium soll der monoklonale Antikörper Denosumab oder als Bisphosphonat Zoledronsäure unter Aufklärung von Nutzen und Schaden angeboten werden.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- 1+
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
- Literatur
- [1012] [1014]
Evidenztabellen (1)
7.5 EvT 7.51Zur Prävention von Kieferosteonekrosen soll vor der Gabe von Bisphosphonaten oder Denosumab
- eine zahnärztliche Untersuchung und ggf. erforderliche zahnärztliche Sanierung sowie
- eine Unterweisung und Motivation des Patienten zu überdurchschnittlicher Mundhygiene stattfinden.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- 3
- Konsens
- Starker Konsens (98%)
- Literatur
- [1012] [1018]
Evidenztabellen (1)
7.5 EvT 7.52Hintergrundinformationen
Zu [7.69]
Bei über 80 % der Patienten mit metastasiertem Prostatakarzinom liegen Knochenmetastasen vor [1019], [1020]. Typische Prädilektionsstellen sind die Wirbelsäule, das Becken und der Brustkorb [1021]. Beim Prostatakarzinom treten überwiegend osteoblastische Metastasen auf. Die mediane Überlebenszeit bei bekannten Knochenmetastasen beträgt ca. drei Jahre [1022]. Symptomatische Komplikationen sind vorwiegend Schmerzen, Hyperkalzämie, pathologische Frakturen und Rückenmarkskompression bei Wirbelkörperfrakturen.
Für die genannten Behandlungsverfahren (perkutane Bestrahlung, systemische Applikation von Radionukliden) liegen randomisierte kontrollierte Studien zur Prävention skelettaler Ereignisse bei Knochenmetastasen vor [Yuen, K.K. et al. 2006], [Falkmer, U. et al. 2003], [Bauman, G. et al. 2005]. Die Indikationsstellungen werden in den folgenden Empfehlungen ausgeführt. Nebenwirkungen und Kontraindikationen sind zu beachten. Aufgrund der vorliegenden Daten muss derzeit geschlossen werden, dass eine Lebensverlängerung bei der spezifischen Therapie von Knochenmetastasen auch bei Therapie singulärer Metastasen in der Regel nicht erreicht wird. Einzelnen Studien zum Nutzen der perkutanen Bestrahlung oder zur Gabe von Radionukliden, in denen positive Überlebenszeiteffekte erzielt wurden, stehen andere Studien gegenüber, in denen solche Effekte nicht nachweisbar waren [Bauman, G. et al. 2005].
Standard der medikamentösen Schmerztherapie von Tumorpatienten ist das WHO-Stufenschema. Zusammengefasst sieht dieses Schema in Stufe I ein Nicht-Opioid-Analgetikum und/oder Adjuvantien, in Stufe II ein schwach wirkendes Opioid (nicht unter BtMVV) kombiniert mit einem Nicht-Opioid-Analgetikum, Koanalgetika und/oder Adjuvantien und in Stufe III ein stark wirkendes Opioid (BtMVV) kombiniert mit einem Nicht-Opioid-Analgetikum, Koanalgetika und/oder Adjuvantien vor [1023].
Zu [7.70]
Die lokale perkutane Bestrahlung von schmerzhaften singulären Knochenmetastasen ist eine palliative Maßnahme. Die vorliegenden randomisierten kontrollierten Studien zeigen eine partielle oder komplette Schmerzlinderung nach ca. drei bis acht Tagen bei mehr als 80 % der Patienten. Bei mindestens 50 % der Patienten hält diese Schmerzlinderung sechs Monate oder länger an. Eine Einmal-Applikation von mind. 6 Gy (in der Regel 8 Gy) vorausgesetzt, korrelieren der Grad und die Dauer der Schmerzlinderung in den Studien nicht signifikant mit dem eingesetzten Bestrahlungsschema (Einzeldosis versus fraktionierte Gabe) [Falkmer, U. et al. 2003], [1024], [1025]. Die Daten zeigen jedoch nach Einmal-Bestrahlung eine signifikant erhöhte Rate an späterer erneuter Behandlung im Vergleich zu einem fraktionierten Schema [Falkmer, U. et al. 2003], [1026].
Akute unerwünschte Wirkungen der Bestrahlung sind Übelkeit und Erbrechen in ca. einem Viertel der Fälle [Bauman, G. et al. 2005]. Die Häufigkeit des Auftretens von Kompressionen des Rückenmarks oder pathologischen Frakturen im Bereich des Zielvolumens sind im weiteren Verlauf niedrig. Die Inzidenz liegt in randomisierten kontrollierten Studien bei 1-2 % für Spinalkanalstenosen und bei 1-4 % für pathologische Frakturen [Falkmer, U. et al. 2003]. Für die Einmal-Bestrahlung wird eine zwei- bis dreifach erhöhte Inzidenz von pathologischen Frakturen im Vergleich zu einer fraktionierten Bestrahlung bei Auswertung der Studien bis 2001 berichtet [1026]. Eine neuere Metaanalyse mit sieben zusätzlichen Studien bis Juli 2006 fand keine signifikanten Unterschiede im Hinblick auf pathologische Frakturen [1027]. Die Remineralisierung nach sechs Monaten ist bei fraktioniert bestrahlten Patienten signifikant besser im Vergleich zu Patienten mit Einmal-Bestrahlung (Daten aus einer Studie, [1028]).
Zum Effekt einer Bestrahlung bei tumorbedingter Spinalkanalstenose bzw. bei Rückenmarkskompression liegen Daten aus einer retrospektiven und vier prospektiven Fallserien (mit insgesamt 545 Patienten) vor [Falkmer, U. et al. 2003]. Wegweisend für einen möglichen Erfolg der Therapie sind die frühe Diagnose und die Strahlensensibilität des Tumors. Die Studien zeigen eine Besserung der vorliegenden neurologischen Symptomatik bei etwa 25-64 % der Patienten ([Falkmer, U. et al. 2003], die Definitionen hierfür sind jedoch heterogen.
Zum Vergleich einer primären kombinierten Therapie mit operativer Dekompression und perkutaner Strahlentherapie (10 x 3 Gy) vs. alleiniger Strahlentherapie liegt ein RCT von 2005 vor [1029]. Ein Cochrane Review zum Thema identifizierte bis 2008 keine weiteren Studien zur operativen Dekompression kombiniert mit Strahlentherapie vs. Strahlentherapie allein [1030]. Auch die Recherche bis 3/2011 erbrachte keinen neuen RCT zum Thema. Der RCT zeigte bei Patienten (n = 103) mit einer nachgewiesenen Spinalkanalkompression und neurologischen Symptomen <48 Stunden signifikant bessere Ergebnisse in Bezug auf die Erhaltung oder Wiedererlangung der Gehfähigkeit bei kombinierter Therapie (84 % vs. 57 % und 62 % vs. 19 %). Die Interventionen wurden jeweils innerhalb von 24 h durchgeführt. Eingeschlossen wurden Patienten, deren Symptomatik durch eine unilokuläre komprimierende Metastase eines primär nicht hochstrahlensensiblen Tumors bedingt war. Der chirurgische Eingriff nach erfolgloser Strahlentherapie zeigte in diesem RCT weit schlechtere Ergebnisse als die primäre kombinierte Behandlung. Aufgrund des signifikanten Ergebnisses zugunsten der Kombinationstherapie wurde der RCT nach der Zwischenauswertung nicht weitergeführt. Unter den eingeschlossenen Patienten waren 19 Patienten mit Prostatakarzinom. Es wird nicht differenziert, ob dieses hormonnaiv oder kastrationsresistent war.
Bei hormonnaiven Patienten mit Symptomen einer spinalen Kompression ohne pathologische Fraktur besteht auch die Möglichkeit einer (notfallmäßigen) Hormonentzugstherapie.
Die Entscheidung zu einer operativen Intervention soll individuell getroffen werden. Eine operative Stabilisierung ist in der Regel bei drohender Frakturgefährdung oder nach pathologischer Fraktur, je nach Lokalisation, in Betracht zu ziehen. Die Indikation ist interdisziplinär unter Einbeziehung eines Facharztes für radiologische Diagnostik, eines Strahlentherapeuten und eines Vertreters eines operativen Fachs (Neurochirurg, Orthopäde oder Unfallchirurg) festzulegen. Häufig handelt es sich um eine Notfallsituation, die zumeist eine sofortige Steroidmedikation erfordert.
Eine postoperative lokale Strahlentherapie (10 x 3 Gy) verringert die Rate von Reoperationen aufgrund von Prothesenlockerungen signifikant [Bauman, G. et al. 2005].
Zu [7.71]
Radionuklide haben sich in randomisierten kontrollierten Studien als wirksam zur Schmerzreduktion bei multiplen diffusen Knochenmetastasen im hormonrefraktären Stadium erwiesen.
Für die Indikation zugelassene Radionuklide sind die genannten Substanzen Strontium-89 (St-89), Samarium-153 (Sm-153) und Rhenium-186 (Re-186). Die Radionuklide Sr-89 in einer Dosierung von 150-200 MBq und Sm-153 in einer Dosierung von 1,0 mCi/kg sind für die Intervention am besten untersucht (jeweils Vorliegen mehrerer Phase-III-RCTs). Bei der Applikation von Sr-89 setzt die Schmerzentlastung mit zwei bis drei Wochen nach Therapiebeginn etwas später ein als bei der Applikation von Sm-153 [Falkmer, U. et al. 2003] mit ein bis zwei Wochen. Für Sr-89 ist das Auftreten weniger neuer Schmerzherde im Vergleich zu Sm-153 beschrieben. Für die Wirksamkeit der Substanz Re-186 liegt ein Phase-III-RCT vor.
Für die Radionuklide Re-188 und Sn-117 liegen bisher nur Phase-II-Studien, jedoch keine Phase-III-Studien vor.
Die in 60-80 % erzielte Schmerzlinderung hält bei dem überwiegenden Teil der Patienten im Median zwei bis vier Monate an. Darüber hinaus werden im Vergleich zu Placebo weniger neue schmerzhafte Herde angegeben [Falkmer, U. et al. 2003], [Bauman, G. et al. 2005]. Bei der Indikationsstellung sind die zu erwartenden Nebenwirkungen zu beachten. Übelkeit und/oder Erbrechen tritt nur bei wenigen Patienten (bis zu 10 %) auf [Bauman, G. et al. 2005]. Die Behandlung führt jedoch regelhaft zu einer milden bis moderaten Myleosuppression [Falkmer, U. et al. 2003], [Bauman, G. et al. 2005]. Eine Erholung der Leukozytenzahl auf Ausgangswerte wird bei Sm-153 nach ca. acht Wochen beobachtet [1031]. Dieser Zeitraum ist auch bei Applikation von Re-186 zu erwarten, während die Leukozyten nach Applikation von Sr-89 erst nach ca. zwölf Wochen wieder den Ausgangswert erreichen. Die Patienten sind darüber hinaus über eine möglicherweise auftretende vorübergehende Zunahme der Beschwerden (Flare-Phänomen) vor definitiver Schmerzlinderung aufzuklären (GCP).
Die Datenlage zu Radium-223 wird bei der Empfehlung 7.49 diskutiert [942].
Die Leitliniengruppe entschloss sich im Hinblick auf die Behandlung von Knochenmetastasen zur Verhinderung bzw. Verzögerung symptomatischer skelettaler Ereignisse, sowohl den RANKL Antikörper Denosumab als auch das Bisphosphonat Zoledronsäure zu empfehlen. Diese Empfehlung bezieht sich nur auf Patienten im kastrationsresistenten Stadium. Bei Hormon-naiven Patienten mit Knochenmetastasen wird dagegen von der Gabe osteoprotektiver Substanzen abgeraten: Die identifizierten Studien zeigen mehrheitlich keinen Vorteil des Einsatzes von Zoledronsäure bei hormonnaiven Patienten hinsichtlich der Zeit bis zum Auftreten skelettaler Ereignisse (SRE) und Überleben, zu anderen Bisphosphonaten und Denosumab konnten keine Studien für diese Patientengruppe identifiziert werden. Bei unsicherem bzw. nicht belegtem Nutzen gehen die Wirkstoffe mit potenziellen Risiken einher: Nierenfunktionsstörungen (Zoledronsäure [1032] bzw. Kieferosteonekrosen und Hypokalzämie (Denosumab [1033], [1034] (siehe auch Empfehlung 7.65)), Auf dieser Grundlage raten die Autoren der Leitlinie vom Einsatz osteoprotektiver Substanzen bei Hormon-naiven Patienten mit Knochenmetastasen ab. Sofern eine Behandlung aufgrund von Osteoporose indiziert ist, bleibt diese von der negativ-Empfehlung ausgeschlossen. Wie in der S3-Leitlinie zur supportiven Therapie (http://leitlinienprogramm-onkologie.de/Supportive-Therapie.95.0.html) [953] generell empfohlen, sollen zu beiden Wirkstoffen tgl. oral mind. 500 mg Calcium und 400 I.E. Vitamin D gegeben werden. Die Evidenz für die Bisphophonate bzw. für den RANKL Antikörper bei Knochenmetastasen-Komplikationen ist im Folgenden dargestellt. Zu einem „Switch“ einer laufenden Therapie mit Zoledronsäure auf eine Therapie mit Denosumab liegen keine Daten vor.
Evidenz zu Bisphosphonaten
Die vorliegenden Studien zeigen in der gemeinsamen Auswertung einen grenzwertig signifikanten Effekt bei Einsatz verschiedener Bisphophonate im Hinblick auf das Auftreten von skeletalen Ereignissen bei Knochenmetastasen kastrationsrefraktärer Prostatakarzinome (Odds-Ratio: 0,79; 95 % KI: 0,62-1,0; p=0,05). In den vorhandenen Studien zur Auswertung für diese Fragestellung wurden die Substanzen Clodronat, Pamidronat und Zoledronat eingesetzt [Yuen, K.K. et al. 2006]. Die meisten Bisphosphonate wirken nur bei Knochenmetastasen mit osteolytischen Anteilen, dies erklärt die teilweise fehlende Wirksamkeit beim osteoblastisch metastasierenden Prostatakarzinom. Zu den Risiken siehe Empfehlung 7.65 zu Kieferosteonekrosen.
In der Einzelanalyse zeigte Zoledronsäure in der Kombination mit Vitamin D und Kalzium als einzige untersuchte Substanz für das Auftreten skelettaler Ereignisse eine signifikante Senkung im Vergleich zu einer Placebogabe (+ Vitamin D und Calcium), insbesondere für pathologische Frakturen [Saad, F. et al. 2002], [1022], [1035]. Daher wurde die Empfehlung zu Zoledronsäure als Bisphosphonat in der zweiten Leitlinien-Aktualisierung 2014 in eine starke Empfehlung geändert. Dabei ist zu beachten, dass der Nachweis des Effekts von Zoledronsäure auf einer einzigen Studie beruht (n=634). Der absolute Unterschied im Vergleich zu Placebo für das Auftreten von skelettalen Ereignissen beträgt 11 % (44,2 % in der Placebogruppe, 33,2 % in der Gruppe mit Zoledronsäure). Der Zeitraum bis zum Auftreten der skelettalen Ereignisse war mehrere Monate länger, dies war statistisch signifikant (Placebo im Median 321 Tage, Zoledronsäure nach 15 Monaten Median noch nicht erreicht; p=0,01). Eine update-Recherche zur dritten Aktualisierung identifizierte vier weitere RCT (drei open label, eine verblindete Studie) [James, N.D. et al. 2016], [James, N.D. et al. 2016], [Kamba, T. et al. 2016], [Smith, M.R. et al. 2014]. Drei Studien finden keine signifikanten Effekte im Vergleich zu Placebo in Bezug auf das Zeitintervall bis zum Auftreten skelettaler Ereignisse (SRE). Die kleinste Studie (n=188) [James, N.D. et al. 2016] berichtet eine signifikante Verlängerung des SRE-freien Intervalls um 2,4 Monate (von 11,2 auf 13,6 Monate, die eingeschlossenen Patienten in dieser Studie waren jedoch bereits kastrationsresistent. Weitere Endpunkte einschließlich progressionsfreies und Gesamtüberleben unterschieden sich auch hier nicht zwischen Zoledronsäure- und Placebo-Gruppen. Bisphosphonate einschließlich Zoledronsäure sind für die Indikation der Schmerztherapie nicht zugelassen, die Anwendung stellt einen Off-Label-Use dar.
Evidenz zu Denosumab
Der humane monoklonale Antikörper Denosumab richtet sich gegen RANKL und hemmt dadurch die osteoklastenvermittelte Knochendestruktion.
Fizazi et al. publizierten im Frühjahr 2011 [Fizazi, K. et al. 2011] die Ergebnisse eines multizentrischen Nicht-Unterlegenheits RCT (n=1.904). Primärer Endpunkt dieser Studie war der Vergleich von Denosumab mit Zoledronsäure hinsichtlich der Dauer bis zum Auftreten des ersten skelettalen Ereignisses (definiert als pathologische Fraktur, perkutane ossäre Strahlentherapie, chirurgische ossäre Intervention oder Rückenmarkskompression) bei Patienten mit kastrationsresistentem Prostatakarzinom. Patienten mit einer Kreatininclearance von <0,5mL/s wurden nicht eingeschlossen, da Zoledronsäure dann nicht appliziert werden kann. Denosumab wird im Unterschied zu Zoledronsäure (i. v.) subkutan appliziert und kann auch bei eingeschränkter Nierenfunktion angewendet werden. Unter Denosumab trat das erste skelettale Ereignis im Median 3,6 Monate später auf als unter Zoledronsäure (20,7 Monate versus 17,1 Monate) bei einer Gesamtüberlebenszeit beider Gruppen von im Mittel 22 Monaten. Die Auswertung erfolgte nach Intention to treat. Der Unterschied war in Bezug auf die Hazard Ratio statistisch signifikant zugunsten von Denosumab – im Sinne der Nichtunterlegenheit, aber auch bei Prüfung auf Überlegenheit. Allerdings überlappen die Konfidenzintervalle der absoluten Ergebnisse in Monaten. Bei Denosumab (Median 17,1 Monate) liegt die untere Grenze des 95 % Konfidenzintervalle bei 18,8 Monaten (obere Grenze 24,9 Monate), bei Zoledronsäure liegt die obere Grenze des 95 % Konfidenzintervalls bei 19,4 Monaten (untere Grenze 15 Monate). Das bedeutet, dass anhand der in den Konfidenzinter-vallen angegebenen Unter- und Obergrenzen für den „wahren Wert“ eine Unsicherheit hinsichtlich einer Überlegenheit von Denosumab besteht. Aus diesem Grund wird das Ergebnis so eingeschätzt, dass aus den Studienergebnissen die Gleichwertigkeit von Denosumab mit Zoledronsäure hinsichtlich der Zeitdauer bis zum Auftreten skelettaler Ereignisse sicher abgeleitet werden kann, nicht jedoch die Überlegenheit.
Der Unterschied der absoluten Ereignisse im gesamten Beobachtungszeitraum liegt bei 5 % (36 % Denosumab, 41 % Zoledronsäure). Die mit der update-Recherche identifizierte weitere Studie [Smith, M.R. et al. 2015] mit gleichem Studiendesign berichtet ebenfalls eine absolute Risikoreduktion für skeletale Ereignisse von 4,7 % (35,9 % Denosumab, 40,6 % Zoledronsäure). Bei dieser Studie ist zu beachten, dass sie erhebliche methodische Mängel hat (Patientencharakteristika nicht angegeben, Statistik intransparent) und vom Hersteller des monoklonalen Antikörpers bei der Manuskript-Erstellung „unterstützt“ wurde.
Im Hinblick auf einzelne unerwünschte Wirkungen zeigten sich unter Denosumab statistisch signifikant mehr Hypokalzämien (13 % Denosumab, 6 % Zoledronsäure). Signifikant höher sind v. a. dadurch Grad 3+4 adverse Ereignisse insgesamt (72 % vs. 66 %) bei Verwendung der Einteilung nach CTCAE (Common Terminology Criteria for Adverse Events Version 3.0). In einem Rote-Hand-Brief der Herstellerfirma [1023] wurde bei Patienten, die mit Denosumab behandelt wurden, über schwere symptomatische Hypokalzämien, einschließlich Fällen mit tödlichem Ausgang, berichtet. Zur Minimierung des Risikos wurde von der Herstellerfirma bei Patienten mit einer schweren Nierenfunktionsstörung (Kreatinin-Clearance <30 ml/min) oder bei dialysepflichtigen Patienten eine Überwachung der Kalziumspiegel empfohlen. Die S3-Leitlinie zur supportiven Therapie (https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/supportive-therapie) [953] empfiehlt präventiv die gleichzeitige Gabe von tgl. oral mind. 500 mg Calcium und 400 I.E. Vitamin D.
Unter Denosumab traten 2 % und unter Zoledronsäure 1 % Kieferosteonekrosen und jeweils genau so häufig sekundäre Malignome auf. Die Unterschiede sind nicht statistisch signifikant. Zu bedenken ist die relative kurze Nachbeobachtungszeit. Das Risiko für Kieferosteronekrosen steigt bei längerer Behandlungs- bzw. Nachbeobachtungsdauer (siehe Empfehlung 7.51). Zur Prävention von Kieferosteonekrosen wird auf die entsprechende S3-Leitlinie (http://www.awmf.org/leitlinien/detail/ll/007-091.html) verwiesen.
7.7 Bildgebung für das Therapiemonitoring beim mHSPC und mCRPC
Bei Patienten mit einem metastasierten, hormonsensitiven Prostatakarzinom sollte vor Therapiebeginn und zum Zeitpunkt des PSA-Nadirs eine konventionelle Bildgebung mittels Computertomographie (Abdomen/Thorax/Becken) und Knochenszintigraphie erfolgen.
- Konsens
- Konsens (94%)
Änderungshinweis
Bei Patienten mit einem metastasierten hormonsensitiven und kastrationsresistenten Prostatakarzinom sollte alle 6 Monate eine konventionelle Bildgebung mittels Computertomographie (Abdomen/Thorax) und Knochenszintigraphie erfolgen. Unabhängig davon sollte eine Bildgebung erfolgen - Bei klinischem Progress - Bei Prostata-spezifisches Antigen-Progress gemäß PCWG-3 Kriterien (neu Nov 2024)Bei stabilem Krankheitsverlauf sollte alle 6-12 Monate eine erneute Bildgebung erfolgen.
Unabhängig davon sollte eine Bildgebung erfolgen
- Bei Verdacht auf klinischen Progress
- Bei PSA-Progress (Kriterien siehe Hintergrundtext)
- Konsens
- Konsens (78%)
Bei Patienten mit einem metastasierten, kastrationsresistenten Prostatakarzinom sollte alle 3-6 Monate eine konventionelle Bildgebung mittels Computertomographie (Abdomen/Thorax/Becken) und Knochenszintigraphie erfolgen.
Unabhängig davon sollte eine Bildgebung erfolgen
- Bei Verdacht auf klinischen Progress
- Bei PSA-Progress (Kriterien siehe Hintergrundtext)
- Konsens
- Konsens (90%)
Alternativ zur konventionellen Bildgebung kann eine PSMA-PET/CT durchgeführt werden.
- Empfehlungsgrad
- 0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
- Evidenzlevel
- 2++
2+ - Konsens
- Starker Konsens (100%)
- Literatur
- [1036] [1037]
Änderungshinweis
Alternativ zur konventionellen Bildgebung kann ein PSMA-PET (Computertomographie oder Magnetresonanztherapie) durchgeführt werden. (neu November 2024)Hintergrundinformationen
Für die Empfehlungen zur Bildgebungsmodalität und Frequenz beim metastasierten Prostatakarzinom wurde eine systematische Literaturrecherche durchgeführt. Die Literatursuche brachte keine systematische Übersichtsarbeit hervor, die sowohl mit der Fragestellung, den Vergleichsgruppen und den definierten Endpunkten übereinstimmte. Daher wurden als indirekte Evidenz vier systematische Reviews eingeschlossen [1038] [1037] [1036] [Fankhauser, CD et al. 2019], von denen eines [1036] eine Metaanalyse zum Vergleich PSMA-PET, PET/CT oder PET/MRI vs. PSA durchführte. Eine ergänzende Suche nach RCTs wurde nicht vorgenommen, da sich während der Aufbereitung der Übersichtsarbeiten herausstellte, dass zum jetzigen Zeitpunkt die Fragestellung bisher nicht mithilfe von RCTs untersucht wurde. Allerdings erfolgte eine Sichtung und Übernahme von Empfehlungen aus vorhandenen Leitlinien (ASCO, ESMO, EAU) sowie der Einschluss indirekter Evidenz aus RCTs und systematischen Reviews zu medikamentösen Therapien beim mHSPC und mCRPC.
Zu [7.77]
In einer aktuellen Metaanalyse der Zulassungsstudien beim mHSPC zeigte sich, dass die mediane Zeit bis zur radiographischen Progression über alle Studien bei 2,4 Jahren liegt [1039]. Dabei wurde bei knapp 25 % der Patienten der radiographische Progress bereits innerhalb des ersten Jahres detektiert. Dabei ist zu berücksichtigen, dass bei einem relevanten Teil der Patienten beim mHSPC ein radiographischer Progress bereits vor einem definierten PSA-Progress gemäß PCWG-Kriterien auftreten kann. In der TITAN-Studie mit Apalutamid war dies bei 52 % der Patienten mit einem radiografischen Progress der Fall [1040], in der ARCHES-Studie mit Enzalutamid bei 67 % der Patienten mit einem radiografischen Progress [873].
Es existieren keine Daten aus RCTs, in denen der Einfluss der Bildgebungsmodalität und deren Frequenz auf onkologische Endpunkte hin untersucht wurde. Eine Leitlinienadaptation ist darüber hinaus nur bedingt möglich. Die Leitlinien der AUA und der ESMO geben keine expliziten Empfehlungen zur Bildgebungsmodalität und/oder Frequenz der Bildgebung beim metastasierten Prostatakarzinom. Die ASCO-Leitlinie empfiehlt ein regelmäßiges konventionelles Staging, ohne das Intervall näher zu spezifizieren. Dabei bezieht sich die Leitlinie auf die Empfehlungen der APCCC 2017, in der 51 % des Panels für das mHSPC eine Bildgebung zur Baseline, beim PSA-Nadir und zum Zeitpunkt der Progression empfiehlt (PSA-Progression und/oder klinischer Progress). Eine regelmäßige Bildgebung alle 3-6 Monate wurde von 31 % des Panels favorisiert. Beim mCRPC wurde von der Mehrheit des Panels (54 %) für eine regelmäßige Bildgebung alle 3-6 Monate gestimmt [1041].
Die EAU-Leitlinie empfiehlt beim mCRPC eine Bildgebung zumindest alle 6 Monate und bezieht sich dabei auf eine Abstimmung bei der APCCC-Konferenz 2015 [1042]. Unabhängig von der regelmäßig durchgeführten Bildgebung hat bei Verdacht auf einen Progress der Erkrankung (klinischer Progress oder PSA-Progress) eine Bildgebung zu erfolgen.
Der PSA-Progress wird in den einzelnen Studien teilweise unterschiedlich definiert, beruht im Grundsatz aber auf den Empfehlungen der Prostate Cancer Working Group 3 [274]. Ein PSA-Progress nach initialem PSA-Abfall unter Therapie wird dabei als Anstieg ≥ 25 % und ≥ 2 ng/mL über den Nadir mit einer Wiederholung der PSA-Messung mindestens 3 Wochen später definiert. In Fällen ohne initialen PSA-Abfall reicht ein Anstieg ≥ 25 % und ≥ 2 ng/mL nach 12 Wochen unter Therapie über den Baseline-PSA aus, um einen PSA-Progress zu definieren.
Zu [7.78]
Neben dem Standard der konventionellen Bildgebung kann auch eine Next-Generation-Bildgebung mittels PSMA-PET/CT durchgeführt werden. Die Evidenz aus der systematischen Literaturrecherche erbrachte, dass das PSMA-PET sensitiver als die konventionelle Bildgebung beim metastasierten Prostatakarzinom ist [1038] [1037] [1036] [Fankhauser, CD et al. 2019]. Dabei zeigte sich, dass in ca. 25 % der Fälle eine Diskordanz zwischen dem PSA-Ansprechen und dem Ansprechen in der PSMA-PET besteht [1036]. Ein Ansprechen in der PSMA-PET korreliert jedoch mit einer verlängerten Zeit bis zum radiographischen Progress und Gesamtüberleben [1037] [1036].
7.8 Supportivtherapie
Mit den heute verfügbaren medikamentösen und zytostatischen Systemtherapien sind erhebliche Lebensverlängerungen beim PSA-Rezidiv nach kurativ intendierter Lokaltherapie wie auch in metastasierten Stadien des Prostatakarzinoms möglich. Auch wenn in metastasierten Stadien keine Heilung mehr möglich ist, können beträchtliche Lebenszeitverlängerungen erreicht werden. Diese Therapien gehen oft mit unerwünschten Wirkungen einher, sodass eine supportive Therapie oft notwendig ist, um Einschränkungen der Lebensqualität abzumildern oder zu minimieren.
7.8.1 Definition
Unter Supportivtherapie werden unterstützende Maßnahmen verstanden, die die Sicherheit und Verträglichkeit systemischer Therapien, operativer Eingriffe, strahlentherapeutischer Behandlungen und/oder einer Radionuklidbehandlung beim Prostatakarzinom verbessern.
Supportive Maßnahmen gehören unverzichtbar zum onkologischen Behandlungskonzept mit dem Ziel der Prävention und Behandlung von unerwünschten Wirkungen der Krebstherapie. Wesentliches Ziel der Supportivtherapie ist es, die Lebensqualität der Patienten zu erhalten oder zu verbessern und auch moderne Therapiestrategien möglichst ohne Abbruch, Dosisreduktion oder Intervallverlängerung durchführen zu können.
Supportive Maßnahmen können sich auf das Management von physischen und/oder psychischen Symptomen oder auf die Behandlung von Nebenwirkungen über den gesamten Behandlungsprozess und Krankheitsverlauf beziehen, beginnend mit der Diagnose über die Tumortherapie bis hin zur Nachsorge.
Dieses Kapitel mit den Empfehlungen und Hintergrundtexten orientiert sich an der S3-Leitlinie ”Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen”, fokussiert aber auf relevante Inhalte für die Betreuung von Patienten mit Prostatakarzinom. Für weiterführende Informationen zu Hintergründen und Datenlage wird auf diese S3-Leitlinie verwiesen. Dort sind vor allem ergänzend zu den hier gemachten Empfehlungen die nachfolgend genannten Themen mit den Hintergrundtexten für die Betreuung von Patienten mit Prostatakarzinom relevant:
- Medikamentös induzierte Übelkeit und Erbrechen
- Strahlentherapie - induzierte Übelkeit und Erbrechen
- Neutropenie, febrile Neutropenie, Infektionen
- Anämie
- Neurotoxizität.
7.8.2 Allgemeine supportive Maßnahmen
Die Patienten sollen auf die Notwendigkeit körperlicher Aktivität während der onkologischen Therapie hingewiesen werden, da diese sich positiv auf die körperliche Fitness, die Verträglichkeit der Therapie und die Ausführung täglicher Aktivitäten (activities of daily living -ADL) auswirkt.
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
Patienten mit Prostatakrebs sollte eine ausgewogene Ernährung mit einem hohen Anteil pflanzlicher Lebensmittel empfohlen werden. Darüber hinaus gibt es keine ausreichende Evidenz für spezifische Empfehlungen zur Ernährung beim Prostatakarzinom – weder für die Prävention noch zur Beeinflussung des Erkrankungsverlaufes.
- Konsens
- Starker Konsens (98%)
Es gibt keine ausreichende Evidenz zum Einsatz von Nahrungsergänzungsmitteln beim Prostatakarzinom – weder für die Prävention noch zur Beeinflussung des Erkrankungsverlaufes.
- Konsens
- Starker Konsens (98,3%)
Es gibt keine ausreichende Evidenz zum Einsatz komplementärer medizinischer Methoden für die Prävention oder die Beeinflussung des Erkrankungsverlaufes.
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
Hintergrundinformationen
Zu [7.79]
Der präventive Einfluss von regelmäßiger körperlicher Aktivität zur Vorbeugung von diversen Tumorerkrankungen konnte bereits in einer Vielzahl epidemiologischer Studien klar aufgezeigt werden [1043].
Besonders gut belegt ist die tumorpräventive Wirkung von Bewegung und Sport bei Kolon-, Mamma-, Prostata-, Lungen- und Endometriumkarzinomen. Metaanalysen zufolge lässt sich das Risiko für die Entstehung einer dieser Tumorentitäten durch einen körperlich aktiven Lebensstil um etwa 20–40 % verringern [1044], [1045], [1046], [1047], [1048]. Aber auch für andere Krebsarten gibt es eine zunehmende Zahl an Untersuchungen, die auf einen vorbeugenden Effekt durch ausreichende Bewegung hindeuten [1049]. Die meisten Studien weisen auf eine Dosis-Wirkungs-Beziehung zwischen körperlicher Aktivität und dem Erkrankungsrisiko hin und verdeutlichen eine starke inverse Beziehung zwischen dem Bewegungsumfang und der Risikoreduktion für diese malignen Erkrankungen [1047], [1050], [1051].
Von hoher prognostischer Bedeutung ist die kardiorespiratorische Fitness, die ein objektiver und reproduzierbarer Marker für den Aktivitätsstatus ist. Der Grad der kardiorespiratorischen Fitness ist von der Leistungsfähigkeit der respiratorischen, kardiovaskulären und muskulären Systeme abhängig und wird durch die Bestimmung der maximalen Sauerstoffaufnahme (VO2max) bei spiroergometrischen Untersuchungen quantifiziert.
So zeigte sich beispielsweise in einer großen prospektiven Kohortenstudie, dass Personen, die anhand ihrer kardiorespiratorischen Fitness in das unterste Quartil des beobachteten Kollektivs kategorisiert wurden, ein fast 50% höheres Risiko aufwiesen, an einer Krebserkrankung zu sterben, als Personen aus dem höchsten Quartil [1052].
Eine Metaanalyse von Bourke et al. (2016) über 16 RCTs erfasste Fatigue, Lebensqualität und mögliche Nebenwirkungen von physischer Aktivität bei Patienten mit einem Prostatakarzinom [1053]. Darin wurden signifikante positive Wirkungen von körperlicher Aktivität festgestellt.
Zu [7.80]
Auch beim Prostatakarzinom spielt die Ernährung eine Rolle bei der Prävention und dem Verlauf der Erkrankung. Epidemiologische Studien legen nahe, dass eine mediterrane Ernährung, die reich an Obst, Gemüse, Vollkornprodukten, Fisch und gesunden Fetten wie Olivenöl ist, mit einem niedrigeren Risiko für die Entwicklung von Prostatakrebs verbunden ist [1054].
Lycopin, ein in Tomaten enthaltenes Antioxidans, das entzündungshemmende Eigenschaften hat, hemmt möglicherweise das Tumorwachstum beim Prostatakarzinom [1055]. Ebenso könnte eine ausreichende Versorgung mit Vitamin D und Omega-3-Fettsäuren vorteilhaft sein, da diese die Zellgesundheit fördern und entzündungshemmend wirken [1056].
Eine hohe Aufnahme von rotem Fleisch und gesättigten Fettsäuren ist dagegen mit einem erhöhten Risiko assoziiert [1057]. Auch ein übermäßiger Konsum von Milchprodukten und Calcium wurde in einigen Studien mit einem erhöhten Risiko für die Entwicklung aggressiver Formen von Prostatakrebs verbunden [1058].
Insgesamt wird empfohlen, eine ausgewogene Ernährung mit einem hohen Anteil pflanzlicher Lebensmittel zu bevorzugen und stark verarbeitete sowie fett- und zuckerreiche Lebensmittel zu vermeiden. Allerdings gibt es derzeit auch weiterhin keine Evidenz für eine prostataspezifische Diät – weder zur Prävention, noch zur Beeinflussung des Krankheitsverlaufes.
Zu [7.81]
Für die Einnahme von Nahrungsergänzungsmitteln im Zusammenhang mit Prostatakrebs gibt es keine wissenschaftliche Grundlage. Die SELECT-Studie (Selenium and Vitamin E Cancer Prevention Trial) zeigte, dass die Einnahme von Vitamin E das Risiko, ein Prostatakarzinom zu entwickeln sogar erhöhen kann, und dass die Einnahme von Selen keine präventive Wirkung hatte [1059].
Omega-3-Fettsäuren, die als entzündungshemmend gelten, haben keine präventive Wirkung; Studien deuten darauf hin, dass ein hoher Spiegel an Omega-3-Fettsäuren sogar mit einem gering erhöhten Risiko für die Entwicklung aggressiver Prostatakrebsformen assoziiert sein könnte [1060].
Vitamin D und Lycopin (aus Tomatenprodukten) haben möglicherweise positive Effekte auf die Prostatagesundheit, jedoch ist die Datenlage für eindeutige Empfehlungen nicht ausreichend [1061]. In einer Fall-Kontroll-Studie von van Gils et al. (2002) war eine geringe Lycopineinnahme nur in Kombination mit einer Schwäche der DNA-Basenexzisionsreparatur (BER) mit einem erhöhten Risiko für Prostatakrebs assoziiert [1062].
Als generelle Empfehlung gilt, die benötigten Nährstoffe und Spurenelemente über eine ausgewogene Ernährung aufzunehmen, da hohe Dosen von Nahrungsergänzungsmittel auch Risiken bergen können.
Zu [7.82]
Unter dem Begriff Komplementärmedizin, auch als Alternativmedizin oder Paramedizin bezeichnet, versteht man eine Vielzahl von Behandlungsmethoden und diagnostischen Konzepten, die sich als Alternative oder Ergänzung zur wissenschaftlich begründeten Medizin („Schulmedizin“) verstehen.
Zu den alternativmedizinischen Behandlungsmethoden gehören Naturheilverfahren, Körpertherapieverfahren, manche Entspannungsverfahren, Homöopathie, Osteopathie, Eigenbluttherapie, anthroposophische Medizin und traditionelle chinesische Medizin. Für die alternativmedizinischen Therapien kann weder ein wissenschaftlich plausibler Wirkmechanismus nachgewiesen werden, noch eine Wirkung, die über einen Placeboeffekt hinausgeht. Einige Verfahren der Alternativmedizin lassen sich auch den Pseudowissenschaften zuordnen.
Viele Patienten haben den Wunsch, durch eigene Maßnahmen zur Bewältigung ihrer Erkrankung beizutragen. Fast die Hälfte aller Krebspatienten nimmt Methoden der Alternativmedizin in Anspruch, besonders in den letzten Krankheitsphasen [1063]. Eine Erklärung für die Attraktivität der alternativen Medizin liegt auch in der häufig negativen Bewertung der medikamentösen Tumortherapien. Im Gegensatz dazu werden nicht-evidenzbasierte Alternativmethoden oft als ‚sanft, natürlich und frei von Nebenwirkungen‘ empfunden.
Gefährlich wird die Zuwendung zur Komplementärmedizin, wenn gleichzeitig erforderliche wirksame Behandlungen verweigert werden, was nicht selten bei Bestrahlungen und Chemotherapien der Fall ist [1064].
Aufgrund der hohen Nachfrage nach Komplementärmedizin durch Krebspatienten besteht deshalb Forschungsbedarf, um den Nutzen solcher Methoden besser zu bewerten. Dies geschieht zum Beispiel durch das KOKON (interdisziplinäres Kompetenznetz Komplementärmedizin in der Onkologie), gefördert von der Deutschen Krebshilfe.
Bislang ist die evidenzbasierte Datenlage zum Einsatz komplementärer Methoden beim Prostatakarzinom sehr begrenzt. Dennoch gibt es einige randomisierte Studien, die den Einsatz einiger Methoden im Zusammenhang mit der Behandlung eines Prostatakarzinoms untersucht haben:
Elektroakupunktur zur Reduktion postoperativer Schmerzen
Ntritsou et al. (2014) randomisierten 70 Patienten vor radikaler Prostatektomie in zwei Gruppen, welche zusätzlich zur standardisierten postoperativen Schmerztherapie präoperativ entweder mit Elektroakupunktur oder mit Sham-Akupunktur behandelt wurden. Bestimmt wurden im postoperativen Verlauf Schmerz und Analgetikaverbrauch sowie Angst. Bis 24 Stunden nach OP zeigten sich in Bezug auf die Angst keine Gruppenunterschiede, allerdings eine signifikante Reduktion der Schmerzintensität in der Verum-Gruppe [1065].
Reiki (Anwendung von ‚Energiefeldern‘) bei externer Strahlentherapie
In einer Studie zur externen Radiotherapie wurden 54 Patienten über 12 Wochen nachbeobachtet. Die Gruppe war dreiarmig randomisiert: ein Arm mit Reiki, ein Vergleichsarm mit Relaxation Response Therapy /Kognitiver Restrukturierung und ein Kontrollarm ohne weitere Intervention. In Bezug auf Angst und Depressivität zeigten sich zwischen den Behandlungsarmen keine signifikanten Unterschiede [1066].
Für weitere Informationen zum Einsatz komplementärer Methoden wird auf die S3- Leitlinie Komplementärmedizin in der Behandlung von onkologischen PatientInnen, Version 2.0 – Mai 2024, AWMF-Registernummer: 032-055OL, verwiesen.
7.8.3 Spezifische supportive Behandlung häufiger unerwünschter therapiebedingter Wirkungen
7.8.3.1 Lokale Therapie – Radikale Prostatektomie
Die häufigsten unerwünschten Folgen nach radikaler Prostatektomie sollen wie folgt behandelt werden:
- erektile Dysfunktion: siehe Empfehlungen im Kapitel Rehabilitation
- Inkontinenz: siehe Empfehlungen im Kapitel Rehabilitation
- Anastomosenstriktur (siehe Hintergrundtext): konservative oder operative Behandlung möglich
- Lymphozelen: siehe [7.84] bis [7.86]
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
Änderungshinweis
Die häufigsten unerwünschten Folgen nach radikaler Prostatektomie sollen wie folgt behandelt werden: • erektile Dysfunktion: siehe Empfehlungen im Kapitel 8 „Rehabilitation“; • Inkontinenz: siehe Empfehlungen im Kapitel 8 „Rehabilitation“; • Urethrastriktur: konservative oder operative Behandlung möglich. (A/4)Lymphozelen
Nach Lymphadenektomie sollte eine Ultraschalluntersuchung - ggf. mit Dopplerflowmessung - postoperativ zur Diagnostik von Lymphozelen erfolgen.
- Konsens
- Starker Konsens (96%)
Änderungshinweis
a. Nach Lymphadenektomie soll eine Ultraschalluntersuchung - ggf. plus Doppleflowmessung - zur Diagnostik von Lymphozelen erfolgen. b. Lymphozelen nach Lymphadenektomie sollen behandelt werden, wenn sie symptomatisch oder gefäßkomprimierend sind. (geprüft 2018)Lymphozelen nach Lymphadenektomie sollen behandelt werden, wenn sie symptomatisch und/oder gefäßkomprimierend sind.
- Konsens
- Starker Konsens (98,2%)
Änderungshinweis
a. Nach Lymphadenektomie soll eine Ultraschalluntersuchung - ggf. plus Doppleflowmessung - zur Diagnostik von Lymphozelen erfolgen. b. Lymphozelen nach Lymphadenektomie sollen behandelt werden, wenn sie symptomatisch oder gefäßkomprimierend sind. (geprüft 2018)Asymptomatische und nicht gefäßkomprimierende Lymphozelen sollen ohne Intervention weiter kontrolliert werden.
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
Hintergrundinformationen
Zu [7.83]
Die häufigsten unerwünschten Folgen nach radikaler Prostatektomie sind die erektile Dysfunktion, eine Inkontinenz unterschiedlichen Ausmaßes und Anastomosenstrikturen. Zur Behandlung der erektilen Dysfunktion und einer Inkontinenz wird auf Kapitel 8 dieser Leitlinie verwiesen.
Anastomosenstriktur
Die Häufigkeit von Anastomosenstrikturen nach radikaler Prostatektomie wird in der Literatur mit 0,5 bis 9% angegeben [774], [1067], für Deutschland wird die Häufigkeit zwischen 2-5% angegeben [1068]. Therapieoptionen sind Bougierung der Urethra, auch wiederholt, oder verschiedene operative Verfahren (Anastomosenschlitzungen, plastische Rekonstruktion).
Weitere seltene unerwünschte Wirkungen nach radikaler Prostatektomie können als passager erhöhte Stuhlfrequenz oder Stuhlinkontinenz auftreten. Hierbei soll eine symptomatische Behandlung erfolgen.
Für die Bewertung des Schweregrades von unerwünschten Wirkungen nach radikaler Prostatektomie kann die Clavien-Dindo-Klassifikation genutzt werden [1069].
Lymphozelen
Lymphozelen nach Lymphadenektomie treten in klinischen Serien mit einer Häufigkeit von ca. 10-18 % auf. Bei systematischer sonographischer Suche liegt die Häufigkeit bei über 30% [1070]. Die Häufigkeit korreliert mit dem Ausmaß der Lymphadenektomie [1071], [1072]. Auch ist das Auftreten operateurabhängig [1071]. Lymphozelen können die großen Venen im Becken komprimieren und damit den venösen Fluss in den Beckengefäßen beeinträchtigen; sie können damit thromboembolische Ereignisse auslösen (OR 2,8; [1070]. Postoperativ sollte deshalb sonographisch auf das mögliche Vorliegen von Lymphozelen untersucht werden und im Nachweisfall mittels Duplexsonographie der venöse Fluss in den Beckengefäßen geprüft werden. Da Lymphozelen postoperativ auch zeitverzögert auftreten oder sich vergrößern können sind mehr als eine Untersuchung sinnvoll. Auch können Lymphozelen sich infizieren und zu Entzündungssymptomen führen.
Bei hämodynamischer Relevanz oder Auftreten anderer Symptome soll eine Lymphozele entlastet werden, in der Regel durch sonografisch gestützte Drainage [1070].
7.8.3.2 Lokale Therapie - Strahlentherapie
Im Rahmen der lokalen Strahlentherapie der Prostata kann es zu typischen unerwünschten Wirkungen kommen, die im Folgenden separat behandelt werden.
Akute Dermatitis:
Die akute Radiodermatitis entsteht durch die Schädigung von Hautzellen und Kapillaren und reicht von leichter Rötung bis hin zu ausgeprägten Entzündungen und Ulzerationen. Die empfohlenen Behandlungen basieren überwiegend auf Erfahrungswerten. Topische Kortikosteroide, wie Hydrocortison oder Mometason, lindern Entzündung und Juckreiz [1073]. Auch feuchtigkeitsspendende Cremes mit Inhaltsstoffen wie Aloe vera pflegen die Haut und fördern die Regeneration [1074].
Zusätzlich können nicht-adhäsive Wundverbände bei stärkeren Läsionen eingesetzt werden, um Infektionen vorzubeugen. Bei ausgeprägten Schmerzen können systemische Analgetika oder entzündungshemmende Medikamente notwendig sein [1075].
Es wird empfohlen, irritierende Stoffe wie parfümierte Pflegeprodukte zu vermeiden und die bestrahlte Haut vor mechanischer Belastung sowie Sonnenlicht zu schützen. Neuere Ansätze wie die Anwendung von Honig-basierten Präparaten oder Silikonverbänden zeigen in ersten Studien Ergebnisse [1076].
Für die Prophylaxe einer Radiodermatitis gilt: eine prophylaktische topische Anwendung von Trolamin, Aloe vera oder Sucralfat oder die orale Gabe von Sucralfat oder Acetylsalicylsäure zur Verhinderung einer Radiodermatitis wird allgemein nicht empfohlen. Bei Risikopatienten (Hautdosis > 50 Gy, Hautfalten, Adipositas, Raucher) sollten zur Vermeidung einer Radiodermatitis Grad 2-3 topische Glukokortikoide eingesetzt werden. Hyaluronsäurehaltige Cremes sollten weder zur Prophylaxe noch zur Therapie einer Radiodermatitis angewendet werden [953].
Akute Proktitis
Die Symptomatik der strahlenbedingten Proktitis ist vielfältig: erhöhte Stuhlfrequenz, Gefühl inkompletter Stuhlentleerung, verstärkte Flatulenz, fehlende Wahrnehmung von soliden und gasförmigen Stuhlinhalten, frustranes Pressen, unwillkürliche Zuckungen oder Krämpfe beim Stuhlgang, anorektale oder linksseitige Bauchschmerzen, rektale Blutungen oder Schleimabgang.
Für die Behandlung der akuten strahlenbedingten Proktitis mit topischem Sucralfat, Butyrat oder Hydrocortison wurde die Wirksamkeit in zwei randomisierten Studien mit allerdings kleinen Patientenzahlen von 20 [1077] bzw. 134 Patienten [1078] nachgewiesen. Für die rektale Anwendung von Butyrat liegt keine ausreichende Evidenz vor.
Das Risiko einer strahlenbedingten Diarrhoe hängt von der Größe des Zielvolumens ab. Klinisch steht die Behandlung der Folgen einer strahlenbedingten Enteropathie mit Ausgleich von Elektrolyten und Flüssigkeit im Vordergrund. Zur weiteren Behandlung der akuten strahlenbedingten Diarrhoe liegen RCTs vor, die eine klinische Wirksamkeit mehrerer Substanzen zeigen [779]. Die akute strahlenbedingte Diarrhoe kann demnach sowohl mit Loperamid [1079] als auch mit Octreotid [1080] behandelt werden.
In einem placebokontrollierten RCT wurde die prophylaktische Wirksamkeit von topischem Beclometason Diproprionat (BDP) auf strahleninduzierte Rektumsymptome geprüft [1081]. Topisches Topisches Beclometason Diproprionat halbierte dabei die Rate an rektalen Blutungen, reduzierte den endoskopisch bestimmten Mucositisgrad (Vienna Rectoscopy Score) und verbesserte die darmspezifische Symptomatik und Lebensqualität (Simple Clinical Colitis Activity Index, Inflammatory Bowel Disease Quality of Life Index). Die Gesamtheit der rektalen unerwünschten Wirkungen war jedoch unverändert.
Bei fehlendem Ansprechen auf Tinctura opii oder Loperamid kann eine Therapie mit Octreotid erfolgen; dies ist off-label.
In einem ähnlichen RCT zur topischen Sucralfattherapie ergab sich kein Unterschied in der Häufigkeit, der Zeit bis zum Auftreten oder der Dauer einer strahleninduzierten Proktitis sowie der subjektiven Symptomatik. Bei einer Nachbeobachtungszeit von fünf Jahren bestand auch in der Häufigkeit der chronischen Strahlenproktitis kein Unterschied [1082].
Da sich die Bestrahlungstechniken und Dosisvorgaben kontinuierlich verbessert haben, ist eine präzise Angabe der Inzidenzraten für die aktuellen Therapiekonzepte hinsichtlich akuter wie chronischer Proktitis schwierig. Marras et al. gaben die Inzidenz der akuten Proktitis mit 35%, die der chronischen Proktitis mit 12%. an [1083], wobei vor allem die Inzidenz der chronischen Proktitis durch den Einsatz modernerer Strahlentechniken, wie der intensitätsmodulierten Strahlentherapie (IMRT) nach Pan et al. auf etwa 5% gesenkt werden kann [1084].
Aus einem weiteren systematischen Review [1085] geht hervor, dass es wenig Evidenz gibt, um spezielle Ernährungskonzepte bei strahleninduzierten chronischen gastrointestinalen Symptomen zu empfehlen. Dies gilt auch für die akute strahlenbedingte Toxizität. Die Behandlung der späten strahlenbedingten Proktopathie ist deshalb individuell symptomorientiert vorzunehmen.
Übelkeit
Auch bei der Strahlentherapie kann es in Abhängigkeit von der bestrahlten Region (Bestrahlung ossärer Metastasen, zerebraler Metastasen oder Weichteilmetastasen) zu Übelkeit kommen, der durch prophylaktische Maßnahmen begegnet werden kann. Auch hier kommen 5-HT3-Rezeptorantagonisten und Dexamethason zum Einsatz.
Die antiemetische Therapie muss sich am emetogenen Risiko der jeweiligen Strahlentherapie orientieren; dies ist umso größer, je größer die der Strahlung ausgesetzte Körperregion ist.
Tabelle 31: Zusammenfassung der antiemetischen Prophylaxe
| Emesis-Risiko | Bestrahlte Körperregion | Antiemetische Prophylaxe |
| Moderat |
Oberes Abdomen, Brustwirbelsäule/ Lendenwirbelsäule, Neuroachse in Abhängigkeit von der Technik |
5-HT3-RA und Dexamethason |
| Gering |
Becken, Hirnschädel, Hals-Nasen-Ohren-Bereich |
5-HT3-RA oder Rescue-Therapie |
| Minimal | Extremitäten, Brust | Keine Routineprophylaxe |
Müdigkeit und Abgeschlagenheit:
Auch während und nach einer Strahlentherapie kommt es oft zu Fatigue-Beschwerden [1086], [1087]. Meist beginnt diese in den ersten Wochen nach Beginn der Bestrahlung, bleibt dann stabil und geht nach dem Ende der Behandlung zurück. Eine persistierende Fatiguesymptomatik kann jedoch in bis zu 18% der Fälle auftreten [1088]. Zur Behandlung von Müdigkeit und Abgeschlagenheit nach Strahlentherapie kann aus der Studienlage keine Standardtherapie abgeleitet werden.
Anämie:
Je nach Lokalisation und Zielvolumen einer Strahlentherapie kann diese eine Anämie verursachen oder verstärken. Dies ist für das Prostatakarzinom in bis zu 32% der Fälle beschrieben [1089]. Daher sollten die entsprechenden Laborparameter vor, während und nach einer Strahlentherapie kontrolliert werden.
Chronische Strahlenproktitis:
Zur Behandlung der chronischen Strahlenproktitis kann aus der Studienlage keine Standardtherapie abgeleitet werden.
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
Hintergrundinformationen
Zu [7.87]
Das Risiko einer radiogenen Spätreaktion am Rektum nimmt mit dem Volumen des Rektums, das eine bestimmte Dosis erhält, zu. Das Risiko einer chronischen Strahlenproktitis steigt mit dem Expositionsvolumen des Rektums und hängt von Fraktionierung und Bestrahlungstechnik ab [1090].
Genaue Angaben zur aktuellen Häufigkeit der akuten wie chronischen Strahlenproktitis sind schwierig, da Bestrahlungstechniken häufig geändert und verbessert werden. Eine behandlungsbedürftige akute Proktitis tritt in 18% der Fälle bei dosiseskalierten oder multimodalen Therapieverfahren auf, rektale Blutungen in ca.25% der Fälle und eine chronische Proktitis verschiedener Ausprägungen in bis zu 50 % [1091]; [1092].
Für diese Form der Proktopathie gibt es nach Studienlage keine Standardtherapie. In einem Cochrane Review wurden sechs RCTs aufgeführt, die aber nicht Placebo-kontrolliert waren. Untersucht wurden topisches Sucralfat, Metronidazol, Hydrocortison, Betamethason, Leichtketten-Fettsäuren sowie lokale Wärmetherapie, jedoch ohne ausgeprägte Wirksamkeit [1091]. Die Behandlung muss deshalb individuell und symptomorientiert erfolgen. Aufgrund empirischer Erfahrungen werden topisches Beclomethason Dipropionat und Sucralfat angewendet.
Nach Ausschluss anderer Ursachen ist die Therapie der nicht blutenden chronischen Strahlenproktitis unspezifisch und besteht in Abhängigkeit von der Symptomatik aus einer Kombination von diätetischen, physikalischen oder medikamentösen Maßnahmen [1093]. Eine Beurteilung der Wirksamkeit der topischen Therapie muss individuell erfolgen. Die Behandlungsdauer muss mindestens 8 Wochen betragen, um die Wirksamkeit sicher beurteilen zu können.
Diätetische Maßnahmen beeinflussen die akuten und chronischen strahlenbedingten gastrointestinalen Auswirkungen nicht [1085].
Eine rektale Biopsie kann zu chronischer Ulkus- und Fistelbildung führen und sollte nicht durchgeführt werden.
7.8.4 Unerwünschte Wirkungen der Hormonentzugstherapie
Patienten sollen über die typischen und häufigen unerwünschten Wirkungen der hormon-ablativen Therapie sowie deren Behandlungsmöglichkeiten aufgeklärt werden.
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
Änderungshinweis
Patienten sollen über Behandlungsmöglichkeiten typischer und häufiger Nebenwirkungen der hormonablativen Therapie aufgeklärt werden.Hintergrundinformationen
Zu [7.88]
Die hormonelle Therapie erfolgt im Wesentlichen durch Kastration (operativ oder medikamentös) oder über die Gabe von Antiandrogenen. Gegebenenfalls erfolgt auch die Kombination beider Konzepte im Sinne einer kompletten oder maximalen Androgenblockade (siehe 6.6 und 7.3). Die unerwünschten Wirkungen und ihre Behandlungsmöglichkeiten sind in der nachfolgenden Tabelle 29 zusammengefasst und werden im Folgenden erläutert.
Hitzewallungen
Hitzewallungen sind die häufigste Nebenwirkung der Kastration, können den Patienten z. T. extrem belasten und die Lebensqualität entsprechend mindern. Zur Behandlung von Hitzewallungen gibt es mehrere Optionen: Cyproteronacetat in einer Dosierung von 50 mg 2 x 1 Tbl. pro Tag oder 300 mg i.m. alle zwei Wochen. Weitere hormonelle Therapieoptionen sind die Gabe von Östrogenen und Progesteron. Darüber hinaus können Clonidin oder Antidepressiva eingesetzt werden. Bei der Indikationsstellung sind jeweils die vom Hersteller angegebenen Nebenwirkungen bzw. Kontraindikationen zu beachten [1094], [1095].
Osteoporose
Bereits bei „hormon-naiven“ Patienten mit Prostatakarzinom kann die Knochendichte erniedrigt sein [1096]. Insbesondere bei Langzeitanwendung von LHRH-Analoga besteht ein hohes Risiko, eine Osteoporose zu entwickeln. Das Frakturrisiko (Ermüdungsbruch, Low-Trauma-Fracture) steigt nach mehr als einjähriger Behandlung deutlich an [1096], [1097], [1098]. Bei der Diskussion einer medikamentösen Behandlung sollten Risiken und mögliche Vorteile für den Patienten abgewogen werden. Bei der Auswahl der Medikamente ist die Zulassung zur Behandlung zu berücksichtigen [1099], [1100].
Die Diagnostik, Prophylaxe und Therapie der Osteoporose ist ausführlich in der S3-Leitlinie „Supportive Therapie“ beschrieben (www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/supportive-therapie/).
Gewichtszunahme, metabolische Veränderungen, kardiovaskuläre Erkrankungen
Über den durch Kastration verursachten Hypogonadismus kommt es zu Veränderungen des Metabolismus, einer Reduktion der Muskelmasse, Gewichtszunahme, Lipidstoffwechselstörungen, Insulinresistenz, Hyperglykämie und auf dieser Grundlage möglicherweise zu einer erhöhten Inzidenz kardiovaskulärer Erkrankungen [1101], [1102], [1103], [1104]). Die Auswirkungen dieser Veränderungen auf die Lebensqualität oder Lebenserwartung sind bislang nicht ausreichend untersucht. Die Androgendeprivationstherapie stellt einen Risikofaktor für kardiovaskuläre Krankheiten und Typ-2 Diabetes dar.
Anämie
Eine Anämie führt zu Leistungsverlust und Schwächezuständen (Fatigue-Syndrom). Sie belastet damit die Lebensqualität des Patienten erheblich. Die Anämie als eine Nebenwirkung der androgenablativen Behandlung korreliert mit der Dauer der Behandlung sowie mit der Lebenserwartung der Patienten [1105]. Die Behandlung besteht symptomabhängig in der Transfusion von Erythrozytenkonzentraten und der Gabe von Erythropoietinen. Erythropoietine haben in prospektiv randomisierten Studien einen Effekt auf die Anämie gezeigt [1106], [1107]. In jüngerer Zeit haben Studien Hinweise auf eine Stimulation des Tumorwachstums durch Erythropoietine gezeigt. Obwohl sich für das Prostatakarzinom kein Hinweis auf den Zusammenhang zwischen Erythropoietin-Gabe und Tumorprogression ergeben hat [1108], sollte die Indikation zur Gabe von Erythropoietinen mit Zurückhaltung erfolgen.
Weiterführend sind Diagnostik und Therapie der Tumortherapie induzierten Anämie in der S3-Leitlinie „Supportive Therapie“ beschrieben (www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/supportive-therapie/).
Gynäkomastie/Gynäkodynie
Gynäkodynie und/oder Gynäkomastie treten ohne Prophylaxe bei etwa jedem zweiten Patienten unter Antiandrogentherapie (z. B. Bicalutamid) auf [1109]. Sie führen bei einem Teil der Patienten zum Therapieabbruch. Dementsprechend sollten supportive Maßnahmen ergriffen werden. Die prophylaktische Bestrahlung vor Einleitung einer antiandrogenen Therapie gilt als wirksame Therapie [1110], [1111].
In einem prospektiv randomisierten Vergleich war die Behandlung mit Tamoxifen der Strahlentherapie überlegen [1112]. Tamoxifen ist jedoch für diese Indikation nicht zugelassen.
Tabelle 32: Typische und häufige Nebenwirkungen einer hormon-ablativen Therapie und Möglichkeiten der Prophylaxe und Behandlung
| Unerwünschte Wirkungen (Nebenwirkungen) | Prophylaxe/Behandlung |
| Kastration | |
| Libidoverlust | keine |
| Erektile Dysfunktion | Phosphodiesterasehemmer (PDE5-Hemmer), intrakavernöse Injektionen (ICI, SKAT), MUSE Vakuumpumpen, Penisimplantate |
| Hitzewallungen (55-80 % aller Patienten während der hormonablativen Therapie) | Cyproteronacetat, Antidepressiva (Venlafaxin), Clonidin |
| Gynäkomastie und Brustschmerz: 50 % bei kompletter Androgenblockade (CAB), 10-20 % nach Kastration) | Prophylaktische Bestrahlung, Mastektomie, Tamoxifen (die Verordnung von Tamoxifen entspricht einem off-label-use) |
| Zunahme des Körperfetts | körperliche Aktivität/Sport, Ernährungsberatung |
| Muskelabbau | körperliche Aktivität/Sport |
| Anämie (schwere Form in 13 % der CAB-Patienten) | Transfusion bei symptomatischer Anämie, Erythropoese-stimulierende Substanzen (Erythropoietin u. a.) unter sorgfältiger Abwägung der Risiken |
| Reduktion der Knochendichte | körperliche Aktivität/Sport, Kalzium + Vitamin D, Bisphosphonate / RANK-Ligand Antikörper bei Osteoporosenachweis |
| Abnahme der kognitiven Fähigkeiten | Gehirntraining |
| Östrogene | |
| Erhöhung des Risikos für kardiovaskuläre Ereignisse (akuter Myokardinfarkt, chronische Herzinsuffizienz, zerebrovaskuläre Ereignisse, Tiefe Venenthrombose, Lungenembolie) | parenterale Gabe, ggf. Antikoagulation |
| Steroidale Antiandrogene | |
| Hauptnebenwirkungen der Wirkstoffgruppe: Libidoverlust, erektile Dysfunktion, selten Gynäkomastie | Erektile Dysfunktion s.o. |
| Nichtsteroidale Antiandrogene | |
| Hauptnebenwirkungen der Wirkstoffgruppe: Gynäkomastie (49-66 %), Brustschmerz (40-72 %), Hitzewallungen (9-13 %) |
Prophylaktische Bestrahlung der Brustdrüse, Tamoxifen bzw. Aromatase-Inhibitoren (die Verordnung von Tamoxifen entspricht einem off-label-use) |
| Quelle: [405] | |
7.8.5 Unerwünschte Wirkungen der Androgenrezeptor-Signalweg Inhibitoren (ARPI) bzw. Abirateron
Patienten sollen über Behandlungsmöglichkeiten typischer und häufiger unerwünschter Wirkungen der kombinierten Behandlung mit einer Androgendeprivationstherapie und einem Androgenrezeptor-Signalweg Inhibitor bzw. Abirateron aufgeklärt werden.
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
Hintergrundinformationen
Zu [7.89]
Androgenrezeptor-Signalweg Inhibitoren (ARPIs) bzw. Abirateron werden heute vielfach in Kombinationen mit anderen systemischen Therapien angewendet, da verschiedene Zulassungsstudien eine bessere Wirksamkeit von Kombinationstherapien gezeigt haben (duale Therapie, Tripeltherapie).
So können die ARPIs Enzalutamid, Apalutamid, Darolutamid) sowie Abirateron/Prednis(ol)on bei verschiedenen Stadien des Prostatakarzinoms als Monotherapie bzw. in Kombination mit einer Androgendeprivationstherapie (ADT) eingesetzt werden.
Des Weiteren kommen sie in Kombinationen mit Inhibitoren der Poly(ADP-ribose)-Polymerasen (PARPIs) zur Anwendung: Olaparib (mit Abirateron), Niraparib (mit Enzalutamid), Talazoparib (mit Abirateron). Der ARPI Darolutamid kann auch in Kombination mit ADT und Docetaxel angewendet werden (siehe Kapitel 7).
Die unerwünschten Wirkungen dualer Therapie und der Tripeltherapien sind in der Regel stärker ausgeprägt und häufiger als bei Monotherapien [1113]. Die Auswahl der jeweiligen Kombinationstherapien hängt dabei auch vom Nebenwirkungsprofil sowie den individuellen Komorbiditäten, möglichen Arzneimittel-Interaktionen sowie den Präferenzen von Arzt und Patient ab. Einige der häufigen unerwünschten Wirkungen von ARPIs sind Veränderungen der Leberwerte, Hypertonie und bei Abirateron Mineralokorikoidüberproduktion mit Hypokaliämie und Ödembildung sowie Steroid-induzierter Diabetes. Andere Nebenwirkungen können kardialer Art sein und werden im Punkt ‚Kardiotoxizität‘ behandelt.
Bei Behandlung mit ARPIs/Abirateron (und ADT) wurden Fatigue/Erschöpfungszustände, Stürze, Frakturen, kognitive Einschränkungen und vereinzelt auch Krampfanfälle beschrieben [859][860][861][862]. Für unerwünschte Reaktionen der Haut, siehe entsprechender Abschnitt. Fälle von Hypothyreose wurden bei der Behandlung mit Apalutamid dokumentiert.
Im Allgemeinen ist die Lebensqualität unter diesen Kombinationstherapien jedoch gut [1114], [847], [1115], [1113].
Nebenwirkungen, die unter Therapie mit den jeweiligen Medikamenten in den zulassungsrelevanten Studien auftraten, sind in den entsprechenden Kapiteln einzeln aufgeführt (7.3, 7.4).
Ossäre Komplikationen
Bei ARPI-Therapie sind Stürze und Frakturen ein häufiges unerwünschtes Ereignis. Vor Einführung von ARPIs bzw. Abirateron verblieben Patienten für ein relativ kurzes Zeitintervall im mHSPC-Stadium, bevor sie einen Progress zum mCRPC erfuhren. Die Patienten erhalten nun im mHSPC Stadium bereits eine länger andauernde Therapie mit ADT und ARPIs, sodass sich bereits in diesem Stadium eine Osteoporose entwickeln kann. Experten gehen daher davon aus, dass eine Osteoporoseprophylaxe auch bereits in mHSPC-Stadium sinnvoll sein kann [1116]. Daher sind eine präventive Gabe von Inhibitoren des RANK-Liganden (Denosumab) oder Bisphosphonaten (u.a. Zolendronsäure) oder alternativ jährliche Knochendichtemessungen mit dann ggf. nachfolgender Therapie entsprechend der Leitlinien zu diskutieren. Calcium und Vitamin D3 sind zusätzliche mögliche supportive Maßnahmen.
Weitere Hinweise zur Behandlung liefert außerdem die S3-Leitlinie „Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen“ (www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/supportive-therapie).
Für Empfehlungen zur Osteoprotektion im Zusammenhang mit der Therapie von Knochenmetastasen (bei vorheriger Androgendeprivationstherapie) siehe [6.74] und [6.75]).
Kardiotoxizität
Hypertonie ist sowohl für die Therapie mit Apalutamid, Enzalutamid und Abirateron sehr häufig beschrieben (≥10%), während dieses Risiko bei Darolutamid geringer zu sein scheint. Unter Apalutamid und Abirateron traten außerdem sehr häufig Hyperglykämien durch Insulinresistenz auf. Des Weiteren ist eine Verlängerung der QT-Zeit als Nebenwirkung der ADT beschrieben [1117], [859][860][861][862].
Patienten mit einer klinisch relevanten kardiovaskulären Erkrankung in den vorausgegangenen sechs Monaten waren von den klinischen Zulassungsstudien der ARPIs und Abirateron ausgeschlossen worden. Daher ist die Sicherheit dieser Therapien bei diesen Patienten nicht erwiesen. Eine Aufklärung der Patienten hinsichtlich relevanter Risikofaktoren wie Hypercholesterinämie, Hypertriglyzeridämie oder anderen relevanten metabolischen Störungen ist deshalb anzuraten [1118].
Deshalb ist bei Patienten mit kardialen Komorbiditäten Vorsicht geboten. Zur Diagnostik vor Beginn einer möglicherweise mit kardialen Risiken behafteten Therapie werden deshalb neben Anamnese und klinischer Untersuchung ein 12-Kanal EKG sowie die Überprüfung von Nierenfunktion, HbA1C und Lipidprofil empfohlen (nicht bei Patienten <40 Jahren und ohne Risikoprofil) [siehe Leitlinie Supportivtherapie]. Für ein zusätzlich empfohlenes kardiovaskuläres Monitoring unter Therapie, die Behandlung einer kardialen Dysfunktion sowie eine kardiologische Nachsorge finden sich detaillierte Empfehlungen in der S3-Leitlinie „Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen“.
Unerwünschte Reaktionen der Haut
Für Apalutamid wurden sehr häufig Ausschläge (>10%) berichtet, für Abirateron und Darolutamid immerhin häufig (>1%). Für Enzalutamid ist die Häufigkeit von Hautausschlägen nicht genau bekannt: in den Studien wurden keine Hautausschläge berichtet, es gab jedoch nach Markteinführung entsprechende Meldungen.
Für Apalutamid wurden weitere schwerwiegende unerwünschte Reaktionen der Haut berichtet: mit Eosinophilie und systemischen Symptomen verbundene Ausschläge (Drug reaction with eosinophilia and systemic symptoms, DRESS) sowie Fälle von Stevens-Johnson Syndrom (toxische epidermale Nekrolyse), die tödlich verlaufen können [1119]; [1120]. Auch für Enzalutamid wurden weitere schwere Hautreaktionen inklusive von Stevens-Johnson Syndrom berichtet. Die Patienten sollten deshalb auf Anzeichen und Symptome von DRESS oder Stevens-Johnson Syndrom hingewiesen werden. Wenn diese Symptome beobachtet werden, muss die Therapie sofort abgesetzt und ein Arzt aufgesucht werden. Bei Bestätigung der Komplikationen darf die Therapie nicht wiederaufgenommen werden.
Grundsätzlich besteht die Behandlung bei Hauttoxizität in der Unterbrechung der Therapie, der Anwendung topischer und/oder systemischer Glukokortikoide und intensiver schonender Hautpflege.
Für Prophylaxe, Diagnostik und Therapie der Tumortherapie-induzierten Hauttoxizität siehe auch S3-Leitlinie „Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen“ (www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/supportive-therapie).
Hepatotoxizität
Für Darolutamid wurden Fälle von arzneimittelinduzierten Leberschäden (drug-induced liver injuries) berichtet. Bei Auftreten von erhöhten Leberwerten, die auf eine idiosynkratische arzneimittelinduzierte Leberschädigung hinweisen, soll die Behandlung mit Darolutamid beendet werden.
Auch unter Abirateron kann es zu Störungen der Leberfunktion kommen. Falls eine solche mit Erhöhung der Transaminasen auftritt (Anstieg über das 5-Fache der oberen Grenze des Normbereichs), soll die Behandlung ebenfalls beendet werden. Nach Rückgang der Leberwerte auf die Ausgangswerte kann eine die Behandlung mit reduzierter Dosis (500 mg statt 1000 mg einmal täglich) wieder aufgenommen werden. Dann ist eine regelmäßige Kontrolle der Transaminasen erforderlich (drei Monate alle zwei Wochen, anschließend einmal monatlich). Tritt die Störung der Leberfunktion unter reduzierter Dosis erneut auf, soll die Behandlung beendet werden. Auch wenn bei der ersten Reaktion sehr ausgeprägte Funktionsstörungen auftreten (Anstieg der Transaminasen auf das ≥20-fache der oberen Grenzwerte), muss die Behandlung dauerhaft beendet werden.
Dosisanpassung
Wenn eine Toxizität ≥Grad 3 oder eine nicht tolerierbare unerwünschte Wirkung auftritt, sollte die von Einnahme von APRIs bzw. Abirateron zunächst unterbrochen werden. Sind die Symptome auf ≤Grad 1 oder den ursprünglichen Schweregrad abgeklungen, kann zum üblichen Einnahmeplan zurückgekehrtt werden, ggfs. mit einer verringerten Dosierung [1121], [1122].
Tabelle 33: Standarddosierungen und mögliche Dosisreduktionen bei Auftreten unerwünschter Wirkungen
| Standarddosierung | Reduzierte Dosierungen | ||
| Apalutamid | 240mg 1x täglich | 180mg 1x täglich | 120mg 1x täglich |
| Darolutamid | 600mg 2x täglich | 300mg 2x täglich | |
| Enzalutamid | 160mg 1x täglich | 120mg 1x täglich | 80mg 1x täglich |
| Abirateron + Prednis(ol)on | 1000mg 1x täglich + 5mg täglich (mHSPC) bzw. 10mg täglich (mCRPC) |
500mg 1x täglich + 5mg täglich (mHSPC) bzw. 10mg täglich (mCRPC) |
7.8.6 Spezifische unerwünschte Wirkungen der Chemotherapie mit Taxanen
Bei der systemischen Therapie des Prostatakarzinoms kommen die Taxane Docetaxel und Cabazitaxel in unterschiedlichen Behandlungssituationen und Kombinationen zum Einsatz. Die häufigsten unerwünschten Wirkungen werden im Folgenden separat abgehandelt. Die Therapien der häufigsten Taxan-induzierten unerwünschten Wirkungen werden gemeinsam abgehandelt.
Das Potential, unerwünschte Wirkungen zu induzieren, ist jedoch unterschiedlich. Docetaxel führt insgesamt seltener zu unerwünschten Wirkungen. Dies mag aber auch daran liegen, dass Docetaxel als Erstlinienchemotherapie beim Prostatakarzinom angewandt wird, während Cabazitaxel erst bei Progress nach Docetaxel eingesetzt wird.
Zur supportiven Behandlung unerwünschter Wirkungen der Chemotherapie mit Taxanen wird auch auf die S3-Leitlinie „Supportive Therapie“ verwiesen (www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/supportive-therapie/).
Patienten sollen über Behandlungsmöglichkeiten typischer und häufiger unerwünschter Wirkungen der Behandlung mit Docetaxel aufgeklärt werden.
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
Patienten sollen über Behandlungsmöglichkeiten typischer und häufiger unerwünschter Wirkungen der Behandlung mit Cabazitaxel aufgeklärt werden.
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
Bei systemischer Therapie mit Taxanen sollen regelmäßige Blutbildkontrollen vor und nach der Behandlung erfolgen.
- Konsens
- Starker Konsens (98,3%)
Bei systemischer Therapie mit Cabazitaxel kann G-CSF prophylaktisch gegeben werden, um das Risiko einer symptomatischen Neutropenie zu verringern.
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
Eine Untersuchung des neurologischen Status soll vor Einleitung einer potentiell neurotoxischen Tumortherapie zur Erhebung des Ausgangsbefundes und Identifizierung von Risikopatienten erfolgen.
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
Hintergrundinformationen
Zu [7.90]
Chemotherapie mit Docetaxel
Die Erstlinien-Chemotherapie mit Docetaxel wird vor allem entweder in Kombination mit ADT aufgrund der CHAARTED-Studie [843] oder als Triple-Therapie aufgrund der ARASENS- und der PEACE-1-Studien) [851], [852] im metastasierten hormonsensitiven Stadium eingesetzt oder in weiter fortgeschrittenen Stadien nach Progression einer Kombinationstherapie von ADT/ARPI oder ADT/Abirateron.
Bei der Therapie des mCRPC mit Docetaxel ist bei gleichzeitiger Gabe von Prednison oder Prednisolon das empfohlene Regime für die Prämedikation mit Dexamethason 8 mg oral, jeweils 12 Stunden, 3 Stunden und 1 Stunde vor der Infusion von Docetaxel.
Bei der Therapie des mHSPC wie auch des mCRPC wird unabhängig von einer gleichzeitigen Gabe von Prednison/Prednisolon eine Prämedikation mit Dexamethason empfohlen (Dexamethason 8 mg p.o. 12, 3 und eine Stunde vor der Infusion von Docetaxel).
Die häufigsten Nebenwirkungen von Docetaxel sind Neutropenie, Anämie, Alopezie, Übelkeit, Übelkeit, Erbrechen, Stomatitis, Diarrhoe, Asthenie und Veränderungen der Fingernägel.
Onychodystrophie/Onycholyse
Eine spezifische und häufige Nebenwirkung der Therapie mit Docetaxel sind Onychodystrophie und Onycholyse [1123]. Diese Nebenwirkung an den Nägeln von Händen und Füßen tritt häufiger bei der wöchentlichen als bei der dreiwöchentlichen Gabe auf. In zwei kontrollierten Studien konnte gezeigt werden, dass durch lokale Kälteapplikation (ggfs. mit speziellen Handschuhen) sowohl die Häufigkeit als auch das Ausmaß dieser Nebenwirkung reduziert werden kann [1124], [1125].
Zu [7.91]
Chemotherapie mit Cabazitaxel
Eine Chemotherapie mit Cabazitaxel wird im mCRPC-Stadium der Erkrankung nach einer vorangegangenen Therapie mit Docetaxel eingesetzt [938]. Die Sicherheit von Cabazitaxel in Kombination mit Prednison oder Prednisolon wurde in drei randomisierten, offenen, kontrollierten Studien (TROPIC, PROSELICA und CARD) bei insgesamt 1.092 Patienten mit mCRPC geprüft, die mit 25 mg/m² Cabazitaxel einmal alle 3 Wochen behandelt wurden [938], [947], [948]. Die Patienten erhielten im Median 6 bis 7 Zyklen Cabazitaxel. Die Häufigkeiten der Nebenwirkungen aller Schweregrade aus der gepoolten Analyse dieser drei Studien waren: Anämie (99,0 %), Leukopenie (93,0 %), Neutropenie (87,9 %), Thrombozytopenie (41,1 %), Diarrhö (42,1 %), Fatigue (25,0 %) und Asthenie (15,4 %). Die häufigsten Nebenwirkungen ≥ Grad 3, die bei mindestens 5 % der Patienten auftraten, waren Neutropenie (73,1 %), Leukopenie (59,5 %), Anämie (12,0 %), febrile Neutropenie (8,0 %) und Diarrhö (4,7 %).
Ein Abbruch der Behandlung aufgrund von Nebenwirkungen erfolgte in allen drei Cabazitaxel-Studien relativ häufig, in knapp 20% der Fälle (18,3 % in TROPIC, 19,5 % in PROSELICA und 19,8 % in CARD) [938], [947], [948]. Die häufigsten Nebenwirkungen (> 1,0 %), die zum Abbruch der Behandlung mit Cabazitaxel führten, waren Hämaturie, Fatigue und Neutropenie.
Zu [7.92]
Anämie
Anämie ist bei Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom häufig und kann durch die Erkrankung sowie infolge der verschiedenen Therapien auftreten. Blutbildkontrollen sind deshalb notwendig und ggf. eine Behandlung der Anämie, da diese die Leistungsfähigkeit und Lebensqualität deutlich reduziert. Bei ausgeprägter Anämie (Hb < 8 g/dL) sind Bluttransfusionen zur raschen Verbesserung der Sauerstoffversorgung indiziert.
Zu [7.93]
Neutropenie
In der Zulassungsstudie zu Cabazitaxel beim CRPC trat eine Neutropenie Grad 3/4 nach CTCAE bei 82 % der Patienten auf [938]. Nach der Therapie sind regelmäßige Blutbildkontrollen erforderlich. Beim Auftreten von Infektzeichen müssen unverzüglich Diagnostik und eine antibiotische Therapie eingeleitet werden. Die prophylaktische Gabe von Antibiotika oder von hämatopoetischen Wachstumsfaktoren ist im ersten Chemotherapiezyklus nicht zwingend erforderlich [1126], [1127].
In der CABASTY-Studie, die die Verträglichkeit und Wirksamkeit von zwei Cabazitaxel-Dosierungsschemata bei älteren Patienten (≥65 Jahre) mit mCRPC nach vorangegangener Docetaxel-Therapie untersuchte, wurden die Patienten in zwei Behandlungsarme randomisiert: Cabazitaxel 25 mg/m² alle 3 Wochen (q3w) plus Prednison und G-CSF versus Cabazitaxel 16 mg/m² alle 2 Wochen (q2w) plus Prednison und G-CSF. Die Studie konnte zeigen, dass die Rate von Neutropenien Grad ≥3 und/oder neutropenischen Komplikationen im q3w-Arm signifikant höher als im q2w-Arm (62,9% vs. 5,1%; p<0,001) auftraten. Auch andere schwere unerwünschte Ereignisse (Grad ≥3) traten im q3w-Arm häufiger auf (72,9% vs. 58,2 %). Es gab keine signifikanten Unterschiede zwischen den beiden Behandlungsarmen hinsichtlich des medianen Gesamtüberlebens (OS), des medianen radiologischen progressionsfreien Überlebens (rPFS), des PSA-Ansprechens (≥50 %) und des objektiven Tumoransprechens.
Aus diesem Grunde könnte das zweiwöchentliche Cabazitaxel-Schema (16 mg/m² q2w) in Kombination mit G-CSF wegen der deutlich geringeren Rate an schweren Neutropenien und neutropenischen Komplikationen bei vergleichbarer Wirksamkeit im Vergleich zum dreiwöchentlichen Schema (25 mg/m² q3w) eine vorteilhafte Therapieoption für ältere mCRPC-Patienten darstellen.
Tabelle 34: Empfohlene Dosisänderungen im Falle von Nebenwirkungen bei mit Cabazitaxel behandelten Patienten
|
Nebenwirkungen |
Dosisänderung |
|
Länger anhaltende Neutropenie ≥ Grad 3 (länger als 1 Woche) trotz entsprechender Behandlung einschließlich G-CSF |
Behandlung bis zum Erreichen einer Neutrophilenzahl von > 1.500 Zellen/mm³ aussetzen, dann Cabazitaxel-Dosis von 25 mg/m² auf 20 mg/m² reduzieren |
|
Febrile Neutropenie oder neutropenische Infektion |
Behandlung bis zum Erreichen einer Verbesserung oder einer Normalisierung und einer Neutrophilenzahl von > 1.500 Zellen/mm³ aussetzen, dann Cabazitaxel-Dosis von 25 mg/m² auf 20 mg/m² reduzieren |
Diarrhoe
Neben der Behandlung durch Flüssigkeits- und Elektrolytsubstitution sollte bei Diarrhö ≥ Grad 3 oder anhaltender Diarrhö trotz entsprechender Maßnahmen die Behandlung bis zur Normalisierung ausgesetzt werden und eine erneute Aufnahme der Therapie dann mit reduzierter Dosis von 20 mg/m² wieder begonnen werden.
Übelkeit und Erbrechen
Docetaxel und Cabazitaxel gehören in die Gruppe der Chemotherapeutika mit niedrigem emetogenem Potential (Auftreten von Übelkeit und/oder Erbrechen ohne Prophylaxe in 10-30% der Fälle). Internationale Leitlinien [1128], [1129], [1130] empfehlen für diese Chemotherapeutika übereinstimmend die prophylaktische Gabe von Dexamethason (8 mg/24 h) zur Vermeidung sofort auftretender Übelkeit. Alternativ oder bei Kontraindikationen gegen Dexamethason ist die Gabe von Metoclopramid indiziert [1128]. Bei Therapieversagen von Dexamethason ist bei der nächstfolgenden Chemotherapie die prophylaktische Gabe von 5HT3-Rezeptor-Antagonisten indiziert, bei weiterem Therapieversagen die Kombination mit NK1- Rezeptorantagonisten. Eine Prophylaxe von verzögerter Übelkeit bzw. Erbrechen (Auftreten >24h nach Applikation der Chemotherapie) wird in den drei Leitlinien übereinstimmend als nicht erforderlich erachtet [1131].
Tabelle 35: 5-HT3-Rezeptor-Antagonisten (5-HT3-RA)
| 5-HT3-RA | Empfohlene Dosis intravenös | Empfohlene Dosis oral |
| Granisetron* | 1 mg | 2 mg |
| Ondansetron | 8 mg | 16 mg |
| Palonosetron | 0,25 mg | 0,5 mg |
| Tropisetron | 5 mg | 5 mg |
| *auch als transdermales Pflaster mit 3,1 mg/24 h im Handel. | ||
Bei Anwendung der 5-HT3-RA sind folgende Grundsätze zu beachten (www.mascc.org):
- die geringste wirksame Dosis ist ausreichend,
- die tägliche Einmalgabe ist ausreichend,
- eine orale Gabe ist der intravenösen Gabe unter Berücksichtigung der Bioverfügbarkeit gleichwertig.
Neurokinin1-Rezeptorantagonisten (NK1-RA)
NK1-Rezeptorantagonisten sind besonders wirksam in der Prophylaxe von verzögerter Übelkeit und Erbrechen unter medikamentöser Tumortherapie [1132]. Die empfohlenen Dosierungen der drei in Europa zugelassenen NK1-Rezeptorantagonisten sind der Tabelle zu NK1-Rezeptor-Antagonisten aufgeführt.
Tabelle 36: NK1-Rezeptor-Antagonisten
| NK1-RA | Applikation | Empfohlene Dosis | Tag |
| Aprepitant | oral | 125 mg | 1 |
| 80 mg | 2-3 | ||
| Fosaprepitant | intravenös | 150 mg | 1 |
| 1 Netupitant + Palonosetron (NEPA) | oral | 300 mg + 0,5 mg | 1 |
| 1 in fixer Kombination mit Palonosetron 0,5 mg | |||
Zu [7.94]
Vor der Einleitung einer potentiell neurotoxischen Tumortherapie mit Taxanen soll die Untersuchung des neurologischen Status erfolgen. Zur Erfassung einer peripheren Neuropathie stehen verschiedene klinische Messmethoden zur Verfügung, die eine Beurteilung der sensorischen, motorischen und autonomen Funktionen ermöglichen. Gegebenenfalls ist eine fachärztliche neurologische Untersuchung anzuraten.
Orientierend können klinische Untersuchungen und neurologische Scores eingesetzt werden. Zur klinischen Untersuchung geeignet sind sensorische Tests zur Beurteilung des Empfindens für Berührung, Schmerz, Temperatur und Vibration (Monofilament-Test, Semmes-Weinstein) zur Erkennung eines verminderten Berührungsempfindens, besonders bei diabetischer Neuropathie, Stimmgabeltest (128 Hz) für die Vibrationswahrnehmung zur Beurteilung von distalen Neuropathien sowie motorische Tests (Überprüfung der Muskelkraft, der Muskeleigenreflexe und der Koordination). Als klinische Scores eignen sich der Neuropathy Disability Score oder das Michigan Neuropathy Screening Instrument zur semiquantitativen Erfassung klinischer Zeichen und Symptome sowie der Total Neuropathy Score, der kombiniert klinische, sensorische und elektrische Parameter erfasst.
Prophylaxe
Zur Prophylaxe der Chemotherapie-induzierten Polyneuropathie gibt es weder medikamentöse noch sonstige wirksame Verfahren [1133]. Somit hat eine frühe Diagnose besonderes Gewicht [1134]. Die Anwendung von Kryotherapie oder Kompressionstherapie kann erfolgen, eine positive Evidenzlage ist nicht vorhanden. Zur Vermeidung eines Funktionsverlustes infolge einer Taxan-induzierten Polyneuropathie kann prophylaktisch ein regelmäßiges Funktionstraining erfolgen.
Therapie der Chemotherapie-induzierten peripheren Polyneuropathie (CIPN)
Die Neurotoxizität im Zusammenhang mit der Therapie der Patienten mit einem Prostatakarzinom ist meist die Chemotherapie-induzierte periphere Neuropathie (CIPN).
Hierbei handelt es sich um eine periphere Neuropathie, welche sowohl motorisch als auch sensorisch ausgeprägt sein kann. Die Symptome sind vielfältig. Häufig ist es auf leichte Parästhesien, Hypästhesie und Hyperästhesie beschränkt, betrifft meist Hände und Füße, z. T. kann ein oberflächlicher, brennender oder stechender neuropathischer Schmerz auftreten. Eine Beeinträchtigung des Vibrationsempfindens und des Lagesinns (Tiefensensibilität) können hinzukommen. Des Weiteren kann der neuropathische Schmerz die Lebensqualität des Patienten deutlich beeinträchtigen. Selten zeigt sich eine motorische Neuropathie der proximalen Muskelgruppen.
Zu den Risikofaktoren für das Auftreten einer Chemotherapie-induzierten Polyneuropathie gehören u.a. eine bereits bestehende Neuropathie z.B. bei Diabetes, Niereninsuffizienz oder Alkolholabusus sowie ein erhöhtes Alter [1135].
Nach Abschluss der Chemotherapie bilden sich die Symptome meist innerhalb einiger Monate zurück. Die Therapie einer schmerzhaften Polyneuropathie kann mit Duloxetin erfolgen, die Wirksamkeit ist aber begrenzt [1133].
Tritt unter der Therapie eine periphere Neuropathie ≥ Grad 2 auf, muss die Chemotherapie bis zur Verbesserung ausgesetzt werden, anschließend kann bei weiter bestehender Therapienotwendigkeit die Cabazitaxel-Dosis von 25 mg/m² auf 20 mg/m² reduziert werden.
Darüber hinaus sei auf die Empfehlungen der jeweils gültigen S3-Leitlinie „Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen” verwiesen.
Mukositis
Die allgemeinen Empfehlungen zur Chemotherapie-induzierten Mukositis betonen den prophylaktischen Wert einer sorgfältigen Mundhygiene [1136]. Beim Auftreten einer schweren Mukositis ist die Gabe von Analgetika einschließlich Morphinen indiziert. Eine spezifische, evidenzbasierte Prophylaxe der Docetaxel-induzierten Mukositis gibt es nicht. Analog zur Behandlung der 5FU-induzierten Mukositis kann das Lutschen von Eiswürfeln empfohlen werden.
7.8.7 Spezifische unerwünschte Wirkungen der systemischen Therapie mit Inhibitoren der Poly-(ADP-ribose)-Polymerasen (PARPi)
Patienten sollen über die typischen und häufigen unerwünschten Wirkungen der Behandlung mit einem Poly-(ADP-Ribose)-Polymerase (PARP)-Inhibitor sowie deren Behandlungsmöglichkeiten aufgeklärt werden.
- Konsens
- Starker Konsens (98,3%)
Hintergrundinformationen
Zu [7.95]
Drei Inhibitoren der Poly(ADP-ribose)-Polymerasen (PARPi) sind beim mCRPC in Kombination mit einer Androgendeprivation (ADT) zugelassen (Olaparib, Niraparib und Talazoparib), mehrheitlich in Kombination zusätzlich mit einem ARPI (siehe Kapitel 7.4):
Olaparib: bei Vorliegen von BRCA1/2-Mutationen und nach Progress nach ARPI bzw. Abirateron oder in Kombination mit Abirateron/Prednisolon, wenn eine Chemotherapie nicht indiziert ist,
Niraparib + Abirateron/Prednis(ol)on: bei Vorliegen von BRCA1/2-Mutationen, wenn eine Chemotherapie nicht indiziert ist,
Talazoparib + Enzalutamid: wenn eine Chemotherapie nicht indiziert ist.
Die Nebenwirkungen, die unter Therapie mit den PARP-Inhibitoren in den Zulassungsstudien auftraten, sind in Kapitel 7.4 ausgewiesen.
Hämatologische Toxizität
Das Nebenwirkungsspektrum der PARPI ist von hämatologischer Toxizität geprägt (Anämie, Neutropenie und Thrombozytopenie). Diese treten auch häufig in den Schweregraden ≥3 gemäß CTCAE-Klassifikation auf.
Zur Behandlung der Anämie kommen Erythrozytentransfusionen und Erythropoietine zur Anwendung. Bei febrilen Neutropenien wird Granulozyten-Kolonie-stimulierender Faktor (G-CSF) eingesetzt. Eine primäre Prophylaxe mit G-CSF wird nicht empfohlen, dafür aber regelmäßige Blutbildkontrollen.
Dosisanpassung
Informationen zu möglichen Dosisreduktionen zum Management von Nebenwirkungen sind den jeweiligen Fachinformationen zu entnehmen. Einen Überblick gibt Tabelle 29.
Tabelle 37: Standarddosierungen und mögliche Dosisreduktionen zum Management von Nebenwirkungen bei Therapie mit PARP-Inhibitoren
| Dosierung | PARPI | ARPI | |
| Olaparib Monotherapie | Standard | 300mg 2x täglich | - |
| Reduziert 1 | 250mg 2x täglich | - | |
| Reduziert 2 | 200mg 2x täglich | - | |
| Olaparib + Abirateron | Standard | 300mg 2x täglich | 1000mg 1x täglich1) |
| Reduziert 1 | 250mg 2x täglich2) | 500mg 1x täglich1),2) | |
| Reduziert 2 | 200mg 2x täglich2) | - | |
| Niraparib + Abirateron | Standard | 200mg 1x täglich | 1000mg 1x täglich3) |
| Reduziert 1 | 100mg 1x täglich4) | 1000mg 1x täglich 3),4) | |
| Talazoparib + Enzalutamid | Standard | 0,5mg 1x täglich | 160 mg 1x täglich |
| Reduziert 1 | 0,35mg 1x täglich2) | 120 mg 1x täglich2) | |
| Reduziert 2 | 0,25mg 1x täglich2) | 80 mg 1x täglich2) | |
| Reduziert 3 | 0,1mg 1x täglich2) | - | |
| 1) In Kombination mit Abirateron 5mg 2x täglich 2) Die Dosisreduktionen der beiden Medikamente können unabhängig voneinander vorgenommen werden. Die entsprechenden Fachinformationen sind zu beachten. 3) In Kombination mit Prednis(ol)on 10mg täglich 4) Für das zugelassene Kombinationspräparat aus Niraparib und Abirateron stehen Tabletten niedrigerer Stärke zur Verfügung, welche eine verringerte Dosis von Niraparib, jedoch nicht von Abirateron enthalten. Eine Reduktion der Dosis von Abirateron ist entsprechend nicht vorgesehen. |
|||
7.8.8 Unerwünschte Wirkungen der Radioligandentherapie
Bei der Therapie mit Radioliganden kann es zu typischen unerwünschten Wirkungen kommen, die gezielt therapiert werden können.
Patienten sollen über die typischen und häufigen unerwünschten Wirkungen der Behandlung mit einem PSMA-Radioliganden sowie deren Behandlungsmöglichkeiten aufgeklärt werden.
- Konsens
- Starker Konsens (98,3%)
Patienten sollten vor Beginn einer PSMA-Ligandentherapie eine medikamentöse Antiemese mit 5-HT₃-Antagonisten mit oder ohne Dexamethason erhalten.
- Konsens
- Starker Konsens (98%)
Die Behandlung von Mundtrockenheit (Xerostomie) soll symptomorientiert mit topischen Maßnahmen erfolgen. Eine systemische Therapie kann erforderlich sein.
- Konsens
- Starker Konsens (98,3%)
Die Behandlung hämatotoxischer unerwünschter Wirkungen soll symptomorientiert erfolgen.
- Konsens
- Starker Konsens (96,6%)
Hintergrundinformationen
Zu [7.97]
Übelkeit
Die prophylaktische Gabe von 5-HT₃-Antagonisten (z. B. Ondansetron, Granisetron) wird zur Prophylaxe von Übelkeit und Erbrechen als häufiger unerwünschter Wirkung der PSMA-Radioligandentherapie empfohlen. 5-HT₃-Antagonisten blockieren selektiv Serotoninrezeptoren im zentralen und peripheren Nervensystem. Dadurch verhindern sie die Aktivierung des zentralen Brechzentrums durch im Gastrointestinaltrakt unter der Therapie freigesetztes Serotonin. Zur Prophylaxe wird üblicherweise eine Einzeldosis eines 5-HT₃-Antagonisten etwa 30–60 Minuten vor der Verabreichung der Radioligandentherapie gegeben. Bei unzureichender Wirkung kann zusätzlich Dexamethason gegeben werden.
Studien zeigen, dass 5-HT₃-Antagonisten eine hohe Wirksamkeit bei der Prävention akuter Übelkeit haben und gut verträglich sind. Nebenwirkungen wie Kopfschmerzen oder Verstopfung sind in der Regel mild und treten selten auf.
Zu [7.98]
Mundtrockenheit
Mundtrockenheit (Xerostomie) ist eine häufige Nebenwirkung der PSMA-Radioligandentherapie, insbesondere bei Behandlungen mit [177Lu]-PSMA, da Speicheldrüsen eine relative hohe PSMA-Expression haben und somit Strahlung absorbieren. Die Behandlung der Mundtrockenheit zielt auf die Symptomlinderung und den Erhalt der Speicheldrüsenfunktion ab. Die Behandlung sollte individuell symptomorientiert angepasst werden.
Zur topischen Behandlung kommen Speichelersatzmittel (Gele oder Sprays auf Glycerin- oder Hyaluronsäurebasis) zur Anwendung. Zur Stimulation des Speichelflusses können zuckerfreie Kaugummis oder Lutschtabletten eingesetzt werden (z. B. mit Xylitol). Zur systemischen Behandlung kann das Anticholinergikum Pilocarpin, das die Speichelproduktion anregt, in ausgeprägten Fällen angewendet werden. Nebenwirkungen von Pilocarpin wie Schwitzen oder Herzrasen sind möglich.
Unter der PSMA-Radioligandentherapie kann ein Strahlenschutz für die Speicheldrüsen mit Aminosäureninfusionen durchgeführt werden. In Studien wurde gezeigt, dass die Infusion von Aminosäuren während der Therapie die Strahlenbelastung der Speicheldrüsen reduziert. Zusätzlich kann eine Kühlung der Speicheldrüsen mit Eisbeuteln die Strahlenaufnahme reduzieren. Eine ausreichende Hydratation ist ebenfalls wichtig.
Langfristig ist eine gute orale Pflege durch regelmäßige Zahnreinigung mit fluoridhaltiger Zahnpasta hilfreich, um das Kariesrisiko durch Mundtrockenheit zu minimieren. Auch die Einbeziehung des behandelnden Zahnarztes kann hilfreich sein. Eine Diätanpassung mit Vermeidung von irritierenden Substanzen wie Alkohol und scharfen Gewürzen wird empfohlen.
Hintergrundinformationen
Zu [7.99]
Hämatotoxische unerwünschte Wirkungen
Anämie, Leukopenie oder Thrombozytopenie sind häufige unerwünschte Wirkungen der Radioligandentherapie (RLT), insbesondere beim Einsatz von [177Lu]-PSMA oder [177Lu]-Dotatate. Die Effekte basieren auf der Strahlenexposition des Knochenmarks. Die Therapie umfasst präventive und supportive Maßnahmen sowie die Überwachung und ggfs. Anpassung der Behandlung:
Bei ausgeprägter Anämie (Hb < 8 g/dL) wird zur Verbesserung der Sauerstoffversorgung die Transfusion von Erythrozytenkonzentraten empfohlen. Erythropoetin kann in ausgewählten Fällen bei Anämie eingesetzt werden. Bei ausgeprägter Thrombozytopenie (< 20.000/μL) wird die Gabe von Thromboyztenkonzentraten empfohlen. G-CSF (Granulozyten-Kolonie-stimulierender Faktor) fördert die Granulozytenproduktion bei Neutropenie, um Infektionsrisiken zu reduzieren. Regelmäßige Blutbildkontrollen vor, während und nach der Therapie sind notwendig. Eine Reduktion oder Anpassung der Radioligandendosis bei wiederholten hämatologischen Nebenwirkungen kann erforderlich sein. Vitamin B12 und Folsäure können unterstützend bei megaloblastärer Anämie gegeben werden. Bei febriler Neutropenie soll die sofortige Gabe von Antibiotika und Antimykotika erfolgen, um lebensbedrohliche Infektionen zu verhindern.
Prognose und Risikoabschätzung
Die Ausprägung hämatologischer Nebenwirkungen hängt von Faktoren wie der kumulativen Radioligandendosis, dem Allgemeinzustand des Patienten und einer möglichen Vortherapie (z. B. Chemotherapie) ab. Patienten mit eingeschränkter Knochenmarkreserve sind besonders gefährdet und benötigen eine engmaschige Überwachung.
7.9 Versorgung in der nicht-kurativen Therapiesituation
Dieses Kapitel mit den jeweils gekennzeichneten Statements und Hintergrundtexten orientiert sich an der S3-Leitlinie Palliativmedizin (www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/palliativmedizi). Es grenzt sich jedoch von den Empfehlungen zur allgemeinen palliativmedizinischen Versorgung bei onkologischen Patienten mit anderen Tumorentitäten ab, da im Rahmen der palliativmedizinischen Versorgung von Patienten mit einem Prostatakarzinom und ihren Angehörigen aufgrund der längeren Lebenserwartung beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom mit heutigen systemischen Therapien andere Konzepte zur Betreuung und Versorgung bedeutsam sind.
Die beiden folgenden Auszüge aus der S3-Leitlinie Palliativmedizin geben hierzu den Rahmen:
„Das Grundanliegen der Palliativversorgung ist die Verbesserung bzw. Erhaltung der Lebensqualität von Patienten und Angehörigen durch Linderung und Prävention von Leiden, trotz nicht-heilbarer Erkrankung. Damit verbunden ist […] eine Grundhaltung aller an der Behandlung Beteiligten, die durch die ganzheitliche Wahrnehmung der Patienten und ihrer Angehörigen [...] sowie (dem) Annehmen des Sterbens und des Todes als Teil des Lebens gekennzeichnet ist. Die Lebenswelt der Betroffenen wird ganzheitlich in den vier Dimensionen – physisch, psychisch, sozial und spirituell – wahrgenommen.“
„Die Wertewelten und Ziele der Patienten und ihrer Angehörigen sind Grundlage jeglichen Palliativversorgungsangebotes, unabhängig von der Differenzierung in allgemeine und spezialisierte Palliativversorgung. Dieses Angebot entspricht einer an (den) Patientenbedürfnissen orientierten allgemeinen Versorgung. Palliativversorgung und krankheitsmodifizierende Maßnahmen können gleichzeitig indiziert sein. Im Verlauf eines progredienten Krankheitsprozesses verlagert sich der Behandlungsansatz jedoch zunehmend in Richtung der Palliativversorgung [1137].“
Die Qualitäts- und Zertifizierungsanforderungen an teilnehmende Verbünde, Kliniken oder Zentren, wie sie beispielsweise durch die Deutsche Krebsgesellschaft (DKG) festgelegt sind, fordern die Anbindung an eine Palliativmedizinische Versorgung als Teil der interdisziplinären Behandlung von Patienten mit fortgeschrittener systemischer Tumorerkrankung.
Diese Form der Versorgung ist allerdings nicht Gegenstand dieses Kapitels. Die in diesem Kapitel zugrunde gelegten Behandlungs- und Versorgungskonzepte können und sollen die palliativmedizinische Versorgung, wie sie durch die Palliativmedizin geleistet wird, nicht ersetzen. Aus diesem Grunde ist die folgende Definition der Versorgung in der nicht-kurativen Therapiesituation zur Klarstellung und Abgrenzung erforderlich:
7.9.1 Definition
Im Zentrum der uro-onkologischen Versorgung in der nicht-kurativen Therapiesituation steht die Verbesserung der Lebensqualität durch effektive Behandlung von typischen belastenden Symptomen bei Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom als Teil der interdisziplinären Versorgung zu der auch die palliativmedizinische Versorgung gehören kann.
- Konsens
- Starker Konsens (96%)
7.9.2 Zielsetzung
Ziel der Behandlung in der nicht-kurativen Therapiesituation ist es, eine effektive Behandlung häufiger Symptome bei Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom zur Verbesserung der Lebensqualität durchzuführen.
- Konsens
- Starker Konsens (98%)
Änderungshinweis
Das Ziel von Palliativversorgung ist die Verbesserung der Lebensqualität durch effektive Behandlung von belastenden Symptomen, psychosoziale Begleitung und Unterstützung bei spirituellen Fragen. Häufige Symptome bei Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom sind Schmerzen, Fatigue, Gewichtsverlust, Angst, Depression und organbezogene Symptome (z. B. Lähmungserscheinungen und Harnverhalt). (geprüft 2018)7.9.3 Diagnostik
Körperliche und psychische Beschwerden wie Angst, Unruhe, Depression, Dyspnoe, Schwäche und Fatigue sollen regelmäßig erhoben werden und angemessen betreut und behandelt werden.
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
Hintergrundinformationen
Zu [7.102]
Die fortschreitende Tumorerkrankung bringt körperliche und ggf. psychische Schwäche sowie möglicherweise auch ein Erschöpfungssyndrom (Fatigue) mit sich. Zum Umgang mit diesen Einschränkungen sollen Gespräche mit den Patienten und deren Angehörigen geführt werden, die die Möglichkeiten und Grenzen therapeutischer Interventionen aufzeigen und auf die angemessene Alltagsgestaltung fokussieren. Reversible Ursachen körperlicher oder psychischer Beschwerden sollen diagnostiziert und angemessen behandelt werden.
7.9.4 Allgemeine Maßnahmen
Die Möglichkeiten der palliativmedizinischen Versorgung sollen mit dem Patienten und seinen Angehörigen umfassend besprochen werden und es sollten im Sinne einer „Early integration of palliative care“ frühzeitig im Krankheitsverlauf Unterstützungsoptionen angeboten werden.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- 1-
2- - Konsens
- Starker Konsens (100%)
- Literatur
- [1138] [1139]
Änderungshinweis
Die Möglichkeiten von Palliativversorgung sollen mit dem Patienten und seinen Angehörigen umfassend und frühzeitig besprochen werden. Hierzu gehören: a. Informationen über alle verfügbaren Betreuungsangebote (Selbsthilfegruppen, ambulante Pflege, stationäre Pflege, ambulante Hospizdienste, stationäre Hospize, spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV), Palliativdienste im Krankenhaus, Palliativstationen). b. Informationen über alle Behandlungsmethoden. c. Erstellung eines umfassenden Behandlungsplans unter Berücksichtigung der persönlichen Präferenzen des Patienten. (geprüft 2018)Der Zeitpunkt der Ergänzung der Regelversorgung durch eine Palliativversorgung hängt in erster Linie vom Bedürfnis des Patienten und dem individuellen Krankheitsverlauf ab.
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
Die Festlegung der medizinischen Behandlungsstrategie soll interdisziplinär und multiprofessionell erfolgen.
- Konsens
- Starker Konsens (98,3%)
Änderungshinweis
a Die Festlegung der medizinischen Behandlungsstrategie soll interdisziplinär und multiprofessionell erfolgen. (Empfehlungsgrad: A) b Dem Patienten sollte ein interdisziplinäres Behandlungsteam zur Verfügung stehen (einschließlich psychosozial bzw. psychoonkologisch sowie palliativmedizinisch geschultem Fachpersonal). (Empfehlungsgrad: B) (geprüft 2018)Dem Patienten sollte Zugang zu einem interdisziplinären Behandlungsteam angeboten werden (einschließlich psychosozial bzw. psychoonkologisch sowie palliativmedizinisch geschultem Fachpersonal).
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
Änderungshinweis
a Die Festlegung der medizinischen Behandlungsstrategie soll interdisziplinär und multiprofessionell erfolgen. (Empfehlungsgrad: A) b Dem Patienten sollte ein interdisziplinäres Behandlungsteam zur Verfügung stehen (einschließlich psychosozial bzw. psychoonkologisch sowie palliativmedizinisch geschultem Fachpersonal). (Empfehlungsgrad: B) (geprüft 2018)Hintergrundinformationen
In einer retrospektiven Studie zur Palliativversorgung bei Patienten mit fortgeschrittener Tumorerkrankung konnte gezeigt werden, dass eine frühzeitige palliative Betreuung die Lebensqualität verbessert, psychische Belastungen reduziert und die Schmerztherapie verbessert [1139]. Zudem führte die Integration zu einer Verringerung nicht notwendiger medizinischer Interventionen in der letzten Lebensphase. Die Ergebnisse unterstreichen die Bedeutung einer engen Zusammenarbeit zwischen Onkologie- und Palliativteams. In einer kontrollierten, randomisierten Studie wurde ebenfalls die Wirksamkeit einer frühen Palliativversorgung bei metastasierter Tumorerkrankung untersucht. Die Ergebnisse zeigten, dass eine integrative palliative Betreuung die Lebensqualität signifikant verbessert, ohne die Überlebenszeit negativ zu beeinflussen [1138]. Eine weitere Untersuchung analysierte den Einfluss von regelmäßiger Bewegung und psychosozialer Unterstützung und konnte zeigen, dass Bewegung und psychologische Begleitung Stress und depressive Symptome reduzieren können und so die Resilienz und das allgemeine Wohlbefinden gestärkt werden [1140].
Weitere Symptome der fortschreitenden Tumorerkrankung können ebenfalls körperlicher oder psychischer Natur sein. Art und Umfang der Beschwerden sind regelmäßig zu untersuchen und zu erfragen. Für die jeweils angemessene Therapie wird auf die hausärztliche Leitlinie zur Palliativversorgung verwiesen.
7.9.5 Spezifische Maßnahmen
Im Folgenden werden die häufigen spezifischen Tumorsymptome beim fortgeschrittenen Prostatakarzinom dargestellt. Für weitere detaillierte Informationen zu Hintergründen und Datenlage wird auf die S3-Leitlinie ”Palliativmedizin” verwiesen. Dort sind vor allem ergänzend die folgenden Abschnitte und Themen mit den jeweiligen Hintergrundtexten für die Betreuung von Patienten mit Prostatakarzinom relevant:
- Tumorschmerz,
- Fatigue,
- Gewichtsverlust/Ernährungsstörungen,
- Sexualität,
- Depression,
- Angst,
- Organbezogene Symptome – Harnverhalt und Harnstauung,
- Therapiebegrenzung und Versorgungsstrukturen.
Tumorschmerzen
Die medikamentöse Tumorschmerztherapie soll nach den Empfehlungen der europäischen EAPC/Caraceni-Leitlinie sowie im Einzelnen nach den Empfehlungen der jeweils gültigen S3-Leitlinie „Palliativmedizin für Patienten mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung“ erfolgen.
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
Änderungshinweis
a. Die medikamentöse Behandlung von Tumorschmerzen soll auf der Basis des Stufenschemas der WHO erfolgen. b. Im Rahmen der palliativen Schmerztherapie sollen auch nichtmedikamentöse physikalische (u. a. Lagerung, Lymphdrainage, aktivierende Pflege) und psychosoziale (psychologischer, ggf. seelsorgerischer Beistand) Maßnahmen erwogen werden. (2018)Im Rahmen der Schmerztherapie sollen nichtmedikamentöse physikalische (u. a. Lagerung, Lymphdrainage, aktivierende Pflege) und psychosoziale (psychologischer, ggf. seelsorgerischer Beistand) Maßnahmen erwogen werden.
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
Änderungshinweis
a. Die medikamentöse Behandlung von Tumorschmerzen soll auf der Basis des Stufenschemas der WHO erfolgen. b. Im Rahmen der palliativen Schmerztherapie sollen auch nichtmedikamentöse physikalische (u. a. Lagerung, Lymphdrainage, aktivierende Pflege) und psychosoziale (psychologischer, ggf. seelsorgerischer Beistand) Maßnahmen erwogen werden. (2018)Tumorspezifische Maßnahmen (z. B. Strahlentherapie, operative Verfahren, medikamentöse Tumortherapien) haben ebenfalls einen Stellenwert in der Tumorschmerztherapie.
- Konsens
- Starker Konsens (98,3%)
Bei Patienten mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung und Fatigue soll differentialdiagnostisch überprüft werden, ob die Symptomatik durch eine behandelbare Ursache (z.B. Anämie, Depression oder Medikamenten-nebenwirkungen) verursacht wird.
- Konsens
- Starker Konsens (98,3%)
Patienten mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung und Fatigue sollte eine patientenzentrierte angemessene Bewegungs- und Trainingstherapie empfohlen werden.
- Konsens
- Starker Konsens (98,3%)
Zur besseren Erfassung, Objektivierung und Vergleichbarkeit körperlicher und psychischer Beschwerden sollten standardisierte Fragebögen eingesetzt werden.
Bei Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom kann es durch die Krankheit und/oder Therapiebedingt zu Gewichtsverlust und Ernährungsstörungen kommen.
Ein multidisziplinärer Ansatz, einschließlich medizinischer, ernährungs-physiologischer und psychosozialer Interventionen kann notwendig werden, um durch frühzeitige Diagnose und Intervention Lebensqualität und Therapieerfolg zu verbessern.
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
Ein Gesprächsangebot über Fragen der Sexualität sollte im Rahmen der Betreuung von Patienten mit Prostatakarzinom erfolgen.
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
Bei Patienten mit einem nicht-heilbaren Prostatakarzinom sollte die Erfassung und Behandlung einer Depression Teil der Betreuung sein.
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
Angst ist bei Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom weit verbreitet und erfordert eine frühzeitige Erkennung und gezielte Interventionen. Ein multidisziplinärer Ansatz aus medizinischer, psychologischer und sozialer Betreuung kann helfen, die Angst zu reduzieren und die Lebensqualität zu verbessern.
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
Hintergrundinformationen
Die WHO hat für die pharmakologische und radiotherapeutische Behandlung von Tumorschmerz bei Heranwachsenden und Erwachsenen evidenzbasierte Leitlinien entwickelt und anlässlich des World Cancer Day im Februar 2019 veröffentlicht (www.who.int/ncds/management/palliative-care/cancer-pain-guidelines/en/).
Im Vergleich zu den älteren Versionen der WHO-Richtlinien zur Tumorschmerzbehandlung sind die neuen Richtlinien anders formuliert. So ist das WHO-Stufenschema nur noch im Anhang zu finden und in den Leitlinien wird nicht mehr unterschieden zwischen WHO-Stufe-II und WHO-Stufe-III Opioiden. Neben Morphin werden Hydromorphon und Oxycodon empfohlen. Für die Einstellung der Opioidtherapie können nach den Empfehlungen nicht-retardierte oder retardierte Applikationsformen gewählt werden, auf jeden Fall aber sollte die Dauermedikation durch eine schnellwirkende Bedarfsmedikation ergänzt werden. Die Empfehlungen entsprechen denen dieser Leitlinie.
Darüber hinaus finden sich auch in der „DSG-Praxisleitlinie Tumorschmerz“ der Deutschen Gesellschaft für Schmerzmedizin e.V. relevante Empfehlungen zur Schmerztherapie (https://dgs-praxisleitlinien.de/wp-content/uploads/2022/12/PLL_Tumorschmerz_V3.pdf).
Eine Metaanalyse von 16 randomisierten klinischen Studien erfasste Fatigue, Lebensqualität und mögliche Nebenwirkungen von physischer Aktivität bei Patienten mit einem Prostatakarzinom. Die Ergebnisse stützen die Hypothese, dass körperlich aktivierende Interventionen die krebsspezifische Lebensqualität, Fatigue und Fitness verbessern [1053]. In einem systematischen Review wurde Janjua et al. die Wirksamkeit von körperlicher Aktivität bei der Bewältigung von krebsbedingter Fatigue bestätigt [1143]. Die Leitlinien des American College of Physicians adressieren allgemeine Aspekte der Behandlung von Fatigue bei Erwachsenen und betonen einen multidisziplinären Ansatz. Darüber hinaus werden Vorschläge für Intensität und Dauer des Trainings bei Fatigue basierend auf der aktuellen Datenlage formuliert: positive Effekte zeigen sich bei einem Trainingsprogramm von mindestens 12 Wochen für moderates Aerobic-Training (3-mal pro Woche), moderates Widerstandstraining (2-mal pro Woche) und einer Kombination aus beiden Trainingsformen (2-3-mal pro Woche) [1144].
Besonders hervorgehoben werden patientenzentrierte Strategien zur Identifizierung und Behandlung zugrundeliegender Ursachen sowie nicht-medikamentöse Maßnahmen. Fatigue sollte deshalb immer differenzialdiagnostisch abgeklärt werden, um somatische Ursachen wie Anämie, Schilddrüsenerkrankungen, Schlafstörungen, Depression oder andere chronische Krankheiten auszuschließen. Dabei sollen psychosoziale Faktoren und Lebensstilkomponenten (z. B. Ernährung, Bewegung, Stress) berücksichtigt werden. Moderate Bewegung wie Yoga, Walking oder Physiotherapie zeigte eine signifikante Verbesserung von Fatigue-Symptomen, insbesondere bei chronischen Erkrankungen und Krebs und sollen empfohlen werden. Effektiv bei durch psychische Belastungen verursachter Fatigue sind kognitive Verhaltenstherapien, Schlafhygiene und Stressmanagement. Diese müssen individuell angepasst werden. Medikamentöse Stimulanzien (z. B. Modafinil) werden nur in ausgewählten Fällen empfohlen, z.B. bei Patienten mit Fatigue aufgrund von Multipler Sklerose oder sehr ausgeprägtem chronischem Fatigue-Syndrom. Die Integration von körperlicher Aktivität und psychologischer Unterstützung ist elementar.
Zu [7.112]
Die Erfassung von Beschwerden in der Betreuung onkologischen Patienten ist - auch bei Patienten mit Prostatakarzinom - zentraler Bestandteil der Patientenversorgung und wird häufig durch validierte Fragebögen unterstützt. Beispielhaft sei hier auf einige gängige Instrumente verwiesen:
Fatigue
Eine Reihe von Fragebögen wurde zur Erfassung von Fatigue entwickelt. Einige dieser Fragebögen sind sehr ausführlich, wie zum Beispiel der Functional Assessment of Cancer Therapy – Fatigue (FACT-F: www.facit.org/FACITOrg/Questionnaires) mit 47 Items, allerdings können hier auch die 13 Items der Fatigue-Unterskala als einzelner Fragebogen eingesetzt werden [1145]). Das Piper Fatigue Inventory umfasst 22 Items [1146], das Multidimensional Fatigue Inventory 20 Items [1147].
Einige Instrumente wie zum Beispiel die Fatigue-Unterskala des FACT differenzieren nicht zwischen den verschiedenen Dimensionen von Fatigue. Das Brief Fatigue Inventory (BFI) von Mendoza et al. wurde nach der gleichen Methodik wie das Brief Pain Inventory (BFI) von Cleeland et al. entwickelt [1142], [1148]. Das BFI erfasst Intensität und Beeinträchtigung durch Fatigue mit nur neun Fragen nach der Intensität. Der EORTC QLQ-C30 beinhaltet eine Unterskala mit drei Items zu Fatigue [1141]. EORTC-QLQ-C30, FACT-F und Brief Fatigue Inventory sind in vielen Sprachen übersetzt und liegen auch als validierte Versionen in deutscher Sprache vor.
Schmerz
Die Erfassung der Beeinträchtigung durch Schmerzen in der Betreuung von Patienten mit Prostatakarzinom ist wichtiger Bestandteil der Patientenversorgung und kann durch validierte Fragebögen unterstützt werden. Beispielhaft sei hier auf einige gängige Instrumente verwiesen. Diese Fragebögen ermöglichen eine systematische und valide Schmerzerfassung, die sowohl für die klinische Praxis als auch für die Forschung geeignet ist.
Brief Pain Inventory (BPI)
Der Brief Fatigue Inventory erfasst sowohl die Intensität als auch die Beeinträchtigung durch Schmerzen im Alltag. Besonders nützlich bei onkologischen Patienten [1148]. Die erfassten Dimensionen sind Schmerzstärke, Schmerzlokalisation und Einfluss des Schmerzes auf Lebensbereiche (z. B. Arbeit, Schlaf, Stimmung).
Numerical Rating Scale (NRS) & Visual Analog Scale (VAS)
Die Numerical Rating Scale und die Visual Analog Scale sind besonders im klinischen Alltag gut einsetzbare und einfach zu handhabende Instrumente zur schnellen Erfassung der Schmerzintensität [1149]. Die Numerical Rating Scale hat eine Skala von 0 (kein Schmerz) bis 10 (stärkster vorstellbarer Schmerz). In der Visual Analog Scale wird auf einer Linie vom Patienten der Schmerz an einer Stelle zwischen „kein Schmerz“ und „stärkster Schmerz“ markiert.
McGill Pain Questionnaire (MPQ)
Hierbei handelt es sich um einen umfassenden Fragebogen zur qualitativen und quantitativen Beurteilung von Schmerzen [1150]. Das McGill Pain Questionnaire verwendet Deskriptoren, die den Charakter des Schmerzes erfassen mit den Dimensionen sensorische, affektive und evaluative Schmerzdimensionen.
Pain Disability Index (PDI)
Der Pain Disability Index bewertet die durch Schmerzen verursachte Beeinträchtigung in verschiedenen Lebensbereichen, wie z. B. Haushalt, Beruf, Erholung und soziale Aktivitäten [1151].
PainDETECT Questionnaire
Dieser Fragebogen wurde speziell für die Differenzierung neuropathischer und nicht-neuropathischer Schmerzen entwickelt. Oft wird er bei Patienten mit Tumor-bedingten Nervenschmerzen verwendet [1152].
EORTC QLQ-C30 (Schmerzskala)
Die Schmerzskala des EORTC QLQ-C30 ist Teil eines größeren Fragebogens zur Lebensqualität bei Krebspatienten [1141]. Die Schmerzskala erfasst sowohl Schmerzintensität als auch Schmerzinterferenzen.
Zu [7.113]
Gewichtsverlust/Ernährungsstörungen
Gewichtsverlust und Ernährungsstörungen bis hin zur Tumorkachexie sind häufige Probleme bei Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom. Diese Zustände können durch die Erkrankung selbst, Nebenwirkungen der Therapie und psychologische Faktoren wie Depression hervorgerufen werden.
So führt die Androgendeprivationstherapie (ADT) zu metabolischen Veränderungen, die mit dem Verlust von Muskelmasse und Gewichtszunahme aufgrund von Zunahme der Fettmasse einhergehen können [1153]. Aber auch die unerwünschten Wirkungen der Chemotherapie und/oder der Radiotherapie mit Übelkeit, Erbrechen, Geschmacksveränderungen und Fatigue können die Nahrungsaufnahme und/oder –verwertung beeinträchtigen [1154]. Dies kann zu reduzierter Lebensqualität führen, da Müdigkeit, Schwäche und funktionelle Einschränkungen verstärkt werden können. Darüber hinaus sprechen Patienten mit Kachexie oft schlechter auf die Therapien an [1155].
Zu den diagnostischen Werkzeugen, zählen neben der Berechnung des Body-Mass-Index und dem Erfassen des Körpergewichts auch Instrumente wie der Subjektive Globaler Assessment-Score. Darüber hinaus können Laborparameter wie Albumin, C-reaktives Protein und Leukozyten hilfreich sein, um Veränderungen frühzeitig zu erfassen [1156].
Als Ernährungsinterventionen kommen hochkalorische und eiweißreiche Ernährung und der Einsatz von enteraler oder parenteraler Ernährung bei schwerer Kachexie in Frage [1157]. Darüber hinaus kann die Ergänzung von Megestrolacetat zur Appetitanregung oder die Substitution von Omega-3-Fettsäuren zur Modulation entzündlicher Prozesse hilfreich sein [1158].
Allgemein hat auch die Förderung von körperlicher Aktivität zur Erhaltung der Muskelmasse einen relevanten Stellenwert [1159].
Eine psychoonkologische Begleitung bei möglicherweise begleitender Depression und Ängsten kann hilfreich sein, um das Ernährungsverhalten positiv zu beeinflussen [1160].
Zu [7.114]
Sexualität
Fragen zur Sexualität und zur sexuellen Gesundheit sind grundsätzlich auch für Patienten, die eine onkologische Therapie erhalten, wichtig. Über diese Fragen herrscht bei Patienten und deren Partnern oft Verunsicherung.
Taylor et al. untersuchten Erfahrungen von Patienten mit terminalen Erkrankungen in Bezug auf Sexualität und Intimität und konnten zeigen, dass Sexualität trotz Krankheit ein bedeutender Teil der Lebensqualität bleibt [1161]. Emotionale Nähe und körperliche Intimität werden dabei von den Patienten als zentral empfunden, sind jedoch häufig durch körperliche Einschränkungen oder gesellschaftliche Tabus beeinträchtigt. In einer narrativen Übersicht zur Sexualität von Krebspatienten in der Palliativversorgung berichteten Wang et al., dass sexuelle Probleme häufig sind, jedoch selten adressiert werden [1162]. Die Empfehlungen daraus waren die Integration sexueller Gesundheit in die palliative Betreuung sowie Schulungen für medizinisches Personal, um das Thema sensibel anzusprechen.
In der Arbeit von Williams & Addis steht die oft fehlende Ansprache sexueller Themen in der Palliativpflege im Fokus [1163]. Auch dort wird die Notwendigkeit von Schulungen für das Pflegepersonal betont. Analysen der Kommunikation zwischen Patienten und Ärzten zu Sexualität nach Krebsdiagnosen zeigten die Diskrepanzen zwischen den Erwartungen von Patienten und den kommunikativen Fähigkeiten von Fachpersonal [1164]. Dies wird durch weitere Arbeiten bestätigt [1165], [1166]. Damiot macht deutlich, dass Sexualgesundheit bei Tumorpatienten auch in der nicht-kurativen Phase der Erkrankung ein wichtiges Thema bleibt. Diese Arbeiten betonen nachdrücklich, dass Barrieren in der Kommunikation und fehlende Schulungen häufig eine adäquate Ansprache des Themas verhindern. Aus diesem Grunde besteht ein dringender Bedarf an Aufklärung, Schulung des Gesundheitspersonals und der Integration dieses Themas in die Betreuung.
Zu [7.115]
Depression
Depression ist eine häufige, aber oft unterdiagnostizierte Komorbidität bei Patienten mit Prostatakarzinom. Ein frühzeitiges Erkennen und ein multidisziplinärer Behandlungsansatz sind entscheidend, um das psychische Wohlbefinden und die Lebensqualität dieser Patienten zu verbessern.
Depressionen sind bei Patienten mit Prostatakarzinom häufig und beeinflussen sowohl die Lebensqualität als auch den Therapieerfolg. Studien zeigen, dass psychische Belastungen wie Angst und Depression insbesondere nach der Diagnose und während der Therapie auftreten. So leiden etwa 15–30 % der Patienten mit Prostatakarzinom an klinisch relevanten Depressionen, wobei das Risiko im metastasierten Stadium der Erkrankung und unter Androgendeprivationstherapie höher ist [1167]. Die Reduktion von Testosteron durch ADT und die damit verbundenen kognitiven und emotionalen Veränderungen erhöhen das Risiko einer Depression [1168].
Zu den Risikofaktoren zählen sowohl krankheitsbezogene Belastungen, wie das Fortschreiten der Erkrankung oder die unerwünschten Wirkungen der Therapie als auch soziale Faktoren wie Einsamkeit und fehlende soziale Unterstützung [1169], [1170].
Eine unerkannte und unbehandelte Depression kann zu einem schlechteren Therapieerfolg, geringerer Adhärenz und verstärkter Fatigue sowie sozialer Isolation und geringerer körperlicher Aktivität führen [1171].
Zu den Behandlungsmöglichkeiten zählen neben der psychosozialen Unterstützung durch psychoonkologische Beratung/Betreuung und/oder Gruppeninterventionen auch der Einsatz von Antidepressiva bei ausgeprägter Depression sowie verhaltensbasierte Interventionen wie etwa achtsamkeitsbasierte Therapie.
Zu [7.116]
Angst
Angst ist eine häufige psychische Belastung für Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom und tritt oft in Kombination mit Depressionen auf. Sie beeinflusst die Lebensqualität, die Therapieadhärenz und das subjektive Wohlbefinden erheblich. Etwa 20–40 % der Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom berichten über moderate bis ausgeprägte Angst. Zu den Ursachen zählen Unsicherheit über den Krankheitsverlauf und das Überleben, unerwünschte Wirkungen der Therapie sowie Schmerzen und körperliche Einschränkungen [1169].
Zu den klinischen Auswirkungen von Angstzuständen zählen die psychosoziale Belastung, die häufig zu sozialem Rückzug und vermindertem emotionalem Wohlbefinden führt, sowie die mangelnde Therapieadhärenz, da Patienten mit Angstzuständen Therapien häufiger abbrechen oder zusätzliche unterstützende Maßnahmen eher meiden [1172].
Aufklärung über Krankheitsverlauf und Therapieoptionen kann Angst reduzieren. Darüber hinaus bieten psychotherapeutische Ansätze wie die kognitive Verhaltenstherapie oder die achtsamkeitsbasierte Stressreduktion wirksame Strategien, um Ängste zu mindern [1173]. Auch kann der kurzfristige Einsatz von Anxiolytika bei ausgeprägter Angst notwendig werden [1174].
Behandlung der tumorbedingten Harnstauung
Eine akute symptomatische Harnstauung kann zu Fieber, Sepsis, Niereninsuffizienz bis zum Nierenversagen führen. Die Prognose ist dann schlechter als bei Patienten ohne Harntransportstörung (mittleres Überleben 42 vs. 59 Monate) [1175]. Eine Harnableitung ist aus ethischen Gründen nicht vergleichend mit einer abwartenden Strategie geprüft worden. Eine instrumentelle Harnableitung hat das Ziel, die Obstruktion zu beseitigen, um das Leben bei guter Lebensqualität zu verlängern. Die Art der Harnableitung wird in der Literatur kontrovers diskutiert. Bei einem Vergleich zwischen innerer und äußerer Harnableitung zeigten sich bezüglich entzündlicher Komplikationen keine statistisch signifikanten Unterschiede [1176]. Es existieren spezifische Kriterien für die Indikation zur perkutanen Nephrostomie bzw. zur Stenteinlage [1177]. Ursachen für eine schlechte Stentfunktion sind ein reduzierter Harnfluss, die Ureterperistaltik und Inkrustationen [1178]. Zeichen der Fehlfunktion des Stents sind Harnstauung, Flankenschmerzen, Pyelonephritis und Kreatininerhöhung [1179]. Die perkutane Nephrostomie wird als sichere und effektive Methode der Harnableitung für die Mehrzahl der Patienten mit bestehender Harnleiterobstruktion bei Prostatakarzinom genannt [1180], [1179].
Im Hinblick auf die palliative Situation der Patienten und bei der hohen Versagerquote einer retrograden Sondierung, wegen der häufigen vom unteren Harntrakt ausgehenden Irritationen, wegen der nicht optimalen Drainage und der Migrationsgefahr des Stents wurde im Expertenkonsens empfohlen, vorzugsweise eine perkutane Drainage durchzuführen. Die zu erwartende Belästigung durch die äußere Harndrainage soll jedoch vorher jedem Patienten verdeutlicht werden [1181]. Wie bei jeder therapeutischen Maßnahme und insbesondere bei invasiven Eingriffen ist für die eine oder andere Therapieoption bzw. ein abwartendes oder allein supportives Vorgehen nach Aufklärung eine Entscheidung gemeinsam mit dem Patienten zu treffen [1182].
Im Falle eines kastrationsresistenten Tumors müssen sich die Beteiligten darüber im Klaren sein, dass es sich um eine terminale Situation handelt. Deshalb sollte zumindest bei bilateraler Obstruktion die Indikation zur Harnableitung nur dann gestellt werden, wenn sich der Patient in gutem Allgemeinzustand befindet und der Überlebenszeit eine höhere Bedeutung zumisst als der Lebensqualität [1183].
7.9.6 Therapiebegrenzung
Bei Patienten mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung ist die Erfassung zu Vorstellungen und Wünschen im Hinblick auf die Therapieziele und eine Therapiebegrenzung wesentlicher Teil der Behandlung.
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
Alle erforderlichen Maßnahmen sollen sich an den individuellen Therapie- und Lebenszielen des Patienten orientieren.
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
Eine Therapiebegrenzung bei fortgeschrittenem Prostatakarzinom zielt darauf ab, unnötige Belastungen zu vermeiden und den Fokus auf die Lebensqualität des Patienten zu legen. Sie erfordert einen multidisziplinären Ansatz, der medizinische, ethische und psychosoziale Aspekte berücksichtigt.
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
Hintergrundinformationen
Eine Therapiebegrenzung bei Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom umfasst Entscheidungen, bestimmte medizinische Maßnahmen nicht weiterzuführen oder nicht einzuleiten, wenn der Nutzen begrenzt und die Belastung für den Patienten hoch ist. Solche Entscheidungen sind essenziell in der palliativen Versorgung, um die Lebensqualität zu maximieren und Übertherapie zu vermeiden.
Zu den Gründen einer Therapiebegrenzung zählen das Krankheitsstadium und die Prognose selbst, sowie im fortgeschrittenen Stadium palliative Behandlungsziele. Darüber hinaus können Therapien auch erhebliche unerwünschte Wirkungen verursachen, die den potenziellen Nutzen überwiegen. Zudem messen Patienten selbst oft der Lebensqualität einen höheren Stellenwert bei als einer Lebensverlängerung [1184].
Zu den wichtigen Aspekten bei der Entscheidungsfindung zählen die umfassende Aufklärung und Beratung des Patienten und seiner Angehörigen sowie die gemeinsame Entscheidungsfindung (Shared Decision-Making) mit dem konkreten Ziel, im Rahmen eines transparenten Dialogs zwischen Ärzten, Patienten und Angehörigen, Wünsche und Werte des Patienten zu berücksichtigen und die Begrenzung der Therapie zu planen. Dieses Advance Care Planning (ACP) schließt Patientenverfügungen und vorausschauende Planung ein und kann helfen, medizinische Entscheidungen im Einklang mit den Patientenpräferenzen zu treffen [1185]. Hierbei werden dann aggressive systemische Therapien in den späten Stadien der Erkrankung reduziert oder abgesetzt und intensivmedizinische Maßnahmen wie Reanimation, Beatmung oder Dialyse vor dem Hintergrund der individuellen Prognose und der Patientenpräferenz diskutiert [1186]. Herausfordernd ist dabei sowohl die Kommunikation, da schwierige Gespräche über Therapieziele und Prognose Sensibilität und Erfahrung erfordern, als auch die Abwägung zwischen ärztlicher Fürsorgepflicht und Patientenautonomie [1187].
7.9.7 Versorgungsstrukturen
Sind zusätzliche Unterstützungsangebote oder eine Ergänzung der Regelversorgung durch eine Palliativversorgung geboten, soll der Patient umfassend über Betreuungsangebote informiert werden.
- Konsens
- Starker Konsens (98,3%)
Hintergrundinformationen
Zu [7.120]
Die fachärztliche urologische Versorgung steht bei der Betreuung von Patienten mit Prostatakarzinom in allen Stadien der Erkrankung im Zentrum. Über zusätzliche Unterstützungsangebote oder eine Ergänzung der Regelversorgung durch eine Palliativversorgung sollen der Patient und seine Angehörigen frühzeitig im Krankheitsverlauf informiert werden.
Zu den Betreuungsangeboten, die zur zusätzlichen Unterstützung angeboten werden können, zählen die folgenden Informationsquellen und Versorgungseinrichtungen: Selbsthilfegruppen, ambulante und stationäre Pflege, ambulante und stationäre Hospize, allgemeine ambulante Palliativversorgung (AAPV), spezialisierte ambulante Palliativversorgung (SAPV), Palliativdienste im Krankenhaus und Palliativstationen. Diese Versorgungsstrukturen sind darauf ausgerichtet, die Betreuung von Patienten mit Prostatakarzinom umfassend und multidisziplinär zu gestalten.
Selbsthilfegruppen
Selbsthilfegruppen bieten Männern mit Prostatakarzinom eine wichtige Plattform für den Austausch von Erfahrungen und bieten emotionale Unterstützung [1188]. Sie helfen Patienten, die Diagnose und Behandlung besser zu bewältigen, indem sie Informationen bereitstellen und Isolation verringern. In diesen Gruppen können auch Angehörige Unterstützung finden. Vorteile der Teilnahme an Selbsthilfegruppen sind Förderung von Eigeninitiative und Empowerment, eine Verbesserung der psychischen Gesundheit und Lebensqualität sowie die Unterstützung bei Entscheidungsfindung und Krankheitsbewältigung. Die Bundesarbeitsgemeinschaft Prostatakrebs-Selbsthilfe e.V. (BPS) mit ihren regionalen Untergruppen bietet Informationsmaterial, Veranstaltungen und Netzwerke für Betroffene. Selbsthilfegruppen ergänzen die medizinische Versorgung, fördern psychosoziales Wohlbefinden und bieten eine wertvolle Ressource für Männer mit Prostatakarzinom und ihre Angehörigen.
Palliativversorgung
Die Palliativversorgung ist essenziell für Patienten mit metastasiertem oder fortgeschrittenem Prostatakarzinom [1189] (S3-Leitlinie Palliativmedizin). Ziel ist die Linderung von Symptomen wie Schmerzen, Knochenschäden und psychischen Belastungen. Sowohl ambulante als auch stationäre Palliativangebote stehen zur Verfügung und werden häufig durch Hospizdienste ergänzt.
Rehabilitative Versorgung
Rehabilitation nach Therapie ist wichtig, um körperliche, psychische und soziale Funktionen zu verbessern [1190]. Schwerpunkte sind die Behandlung von Inkontinenz, Fatigue und erektiler Dysfunktion und die Wiedereingliederung in den Alltag. Spezialisierte Rehakliniken bieten Programme an, die individuell auf Prostatakarzinom-Patienten abgestimmt sind (siehe Deutsche Rentenversicherung).
Psychoonkologische Betreuung
Psychoonkologische Betreuung unterstützt Patienten und Angehörige bei der Bewältigung von emotionalen Belastungen wie Angst, Depression oder sozialer Isolation, da diese häufige Symptome darstellen [1191]. Diese Versorgung wird durch spezialisierte Psychologen, Sozialarbeiter oder Beratungsstellen angeboten und ist integraler Bestandteil der ganzheitlichen Krebsversorgung (S3-Leitlinie Psychoonkologie).
Allgemeine Ambulante Palliativversorgung (AAPV)
Die Allgemeine Ambulante Palliativversorgung (AAPV) ist ein grundlegendes Angebot für die Betreuung onkologischer Patienten, darunter auch Patienten mit fortgeschrittenem Prostatakarzinom. Sie richtet sich an Patienten mit stabilen Symptomen, die keine spezialisierte Betreuung benötigen. Ziel der AAPV ist es, die Lebensqualität durch symptomorientierte Versorgung, psychosoziale Unterstützung und Koordination der Versorgung zu verbessern. Zu den Leistungen zählen Schmerzmanagement und die Linderung belastender Symptome (z. B. Fatigue, Dyspnoe) sowie die Unterstützung bei psychosozialen und spirituellen Bedürfnissen [1192], (S3-Leitlinie Palliativmedizin). Die AAPV stellt sicher, dass onkologische Patienten umfassend und individuell in ihrem häuslichen Umfeld versorgt werden und legt dabei besonderen Wert auf Würde und Autonomie.
Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV)
Die Spezialisierte Ambulante Palliativversorgung (SAPV) ist ein Angebot für Patienten mit schwersten Symptomen und einem hohen Versorgungsbedarf im terminalen Stadium. Ziel der SAPV ist es, ein würdiges Leben bis zum Lebensende im häuslichen Umfeld zu ermöglichen [1192]. Zu den Leistungen zählen neben einem umfassenden Symptommanagement bei Schmerzen, Dyspnoe, Übelkeit und anderen belastenden Beschwerden auch die psychosoziale und spirituelle Unterstützung für Patienten und Angehörige. Eine ständige Erreichbarkeit eines multidisziplinären Teams aus Palliativärzten, Pflegekräften und weiteren Fachkräften ist dabei gewährleistet.
Der Zugang zur SAPV geschieht durch ärztliche Verordnung und richtet sich an Patienten im Terminalstadium und/oder komplexen Symptomen und hohem/komplexem Pflegebedarf. Die SAPV ermöglicht es, Krankenhausaufenthalte zu vermeiden und Patienten in ihrem gewohnten Umfeld gut zu versorgen. Sie ergänzt die Allgemeine Ambulante Palliativversorgung (AAPV) und fördert ein ganzheitliches Betreuungskonzept. Damit ist die SAPV ein zentrales Element der Palliativversorgung und gewährleistet eine hochwertige Betreuung bei komplexen palliativen Bedürfnissen (S3-Leitlinie Palliativmedizin).
Evidenztabellen
7.1 EvT 7.1
|
Quelle |
Fazit/Empfehlung |
Empfehlungsgrad |
|
Dutch Urological Association 2007 |
How is PSA recurrence diagnosed after radical prostatectomy with curative intent? To diagnose PSA recurrence after radical prostatectomy requires two PSA tests of > 0.2 ng/mL with an interval of 2-3 months. If the PSA doubling time is less than 10 months, it is likely that metastases or micrometastases are present. Additional tests for PSA recurrence after radical prostatectomy Biopsy of the prostate bed, ultrasound of the prostatic region, and DRE are not required to diagnose local recurrence after radical prostatectomy if the PSA level is low (< 2.0 ng/mL). Given its low sensitivity for detecting local recurrence in patients with PSA recurrence after radical prostatectomy, CT scan of the lower abdomen is not recommended. MRI is not recommended for detecting local recurrence. |
- |
7.1 EvT 7.2
|
Quelle |
Fazit/Empfehlung |
Empfehlungsgrad |
|
Dutch Urological Association 2007 |
How is PSA recurrence diagnosed after radical prostatectomy with curative intent? To diagnose PSA recurrence after radical prostatectomy requires two PSA tests of > 0.2 ng/mL with an interval of 2-3 months. If the PSA doubling time is less than 10 months, it is likely that metastases or micrometastases are present. Additional tests for PSA recurrence after radical prostatectomy Biopsy of the prostate bed, ultrasound of the prostatic region, and DRE are not required to diagnose local recurrence after radical prostatectomy if the PSA level is low (< 2.0 ng/mL). Given its low sensitivity for detecting local recurrence in patients with PSA recurrence after radical prostatectomy, CT scan of the lower abdomen is not recommended. MRI is not recommended for detecting local recurrence. |
- |
7.1 EvT 7.3
|
Quelle |
Fazit/Empfehlung |
Empfehlungsgrad |
|
EAU 2007 |
Definition of recurrence
Definition of local and systemic failure
Diagnostic procedures in patients with PSA relapse 1. Following radical prostatectomy, CT scans of the pelvis and abdomen are of low sensitivity and specificity in patients with PSA levels < 20 ng/mL or a PSA velocity of < 20 ng/mL/year. 2. Endorectal MRI or PET scans may help to detect local recurrences if PSA is > 1 - 2.0 ng/mL but is not yet part of routine clinical use. 3. If available, the capromab pendetide scan shows a diagnostic yield of 60% to 80% independent of the PSA serum level. 4. Following radiation therapy, local recurrence is documented by a positive biopsy > 18 months after the procedure. |
|
7.1 EvT 7.4
|
Quelle |
Fazit/Empfehlung |
Empfehlungsgrad |
|
NICE 2008 |
Analyse serial prostate specific antigen (PSA) levels after radical treatment using the same assay technique. Biopsy of the prostatic bed should not be performed in men with prostate cancer who have had a radical prostatectomy. Biopsy of the prostate after radiotherapy should only be performed in men with prostate cancer who are being considered for local salvage therapy in the context of a clinical trial. For men with evidence of biochemical relapse following radical treatment and who are considering radical salvage therapy: – Routine MRI scanning should not be performed prior to salvage radiotherapy in men with prostate cancer – Perform an isotope bone scan if symptoms or PSA trends are suggestive of metastases. Biochemical relapse (a rising PSA) alone should not necessarily prompt an immediate change in treatment. Biochemical relapse should trigger an estimate of PSA doubling time, based on a minimum of 3 measurements over at least a 6 month period. |
|
7.1 EvT 7.5
|
Quelle |
Fazit/Empfehlung |
Empfehlungsgrad |
|
NICE 2008 |
Analyse serial prostate specific antigen (PSA) levels after radical treatment using the same assay technique. Biopsy of the prostatic bed should not be performed in men with prostate cancer who have had a radical prostatectomy. Biopsy of the prostate after radiotherapy should only be performed in men with prostate cancer who are being considered for local salvage therapy in the context of a clinical trial. For men with evidence of biochemical relapse following radical treatment and who are considering radical salvage therapy: – Routine MRI scanning should not be performed prior to salvage radiotherapy in men with prostate cancer – Perform an isotope bone scan if symptoms or PSA trends are suggestive of metastases. Biochemical relapse (a rising PSA) alone should not necessarily prompt an immediate change in treatment. Biochemical relapse should trigger an estimate of PSA doubling time, based on a minimum of 3 measurements over at least a 6 month period. |
|
|
Studien-typ |
Autoren, Jahr |
Untersuchte Studien/Materialien |
Welche Behandlungen wurden geprüft |
Befunde in Bezug auf Therapie-Wirkungen und Überleben |
LoE |
Literaturbelege |
|
syst. Review |
Nguyen, 2007 |
syst. Recherche in Pubmed 1990-2005 (+Handsuche in Referenzlisten) Suchbegriffe: salvage therapy, radiation failure, radiation recurrence, prostate cancer, salvage brachytherapy, salvage prostatectomy, salvage cryotherapy, reirradiation
|
Diagnostik, Therapie, Nachsorge, Komplikationen bei lokaler Rezidivtherapie bei PSA-Rezidiv nach RT |
RPE: - insgesamt 14 Studien seit 1990 (n=531) - 5J-Raten für RFS (biochemical) nach RPE zwischen 50% und 60% - bei PSA<10ng/ml z.Zt. der RPE signifikant geringere PSA-Rezidive als bei PSA≥10ng/ml |
k.A. |
1. Bianco FJ Jr, et al. Int J Radiat Oncol Biol Phys. 2005 2. Ward JF, et al. J Urol 2005 3. Cheng L, et al. Cancer 1998 |
|
Zystoprostatektomie (CP): - 5J-Raten für RFS (biochemical) schlechter im Vergleich zu RPE - (lokal ausgedehnte Karzinome) cave: systematischer Fehler durch Patientenauswahl nicht auszuschließen! -Schlussfolgerung der Autoren: stellen CP als Monotherapie in Frage |
k.A. |
- siehe 2. 4. Gheiler EL, et al. Urology 1998 |
||||
|
neoadjuvante Androgendeprivation: - nur retrospektive Daten verfügbar: SM+-Raten nicht geringer, auch keine weiteren positiven Resultate - geringster Anteil SM+ = 21% (n=24), gleichzeitig - 5J-Raten für RFS (biochemical) = 80% -Schlussfolgerung der Autoren: insgesamt keine Empfehlung für Routineanwendung neoadjuvanter ADT vor Rezidiv-OP |
k.A. |
- siehe 1. und 2. 5. van der Poel HG, et al. Eur Urol 2007 6. Garzotto M, Wajsman Z. J Urol 1998 7. Sanderson KM, et al. J Urol 2006 |
||||
|
Komplikationen bei operativer Therapie: - Risiko durch Veränderungen nach RT insgesamt größer als bei Primärtherapie - wichtigste unerwünschte Folgen (Mittelwerte): Inkontinenz (41%), rektale Verletzungen (4,7%), BlasenhalSRTrikturen (24%), Tod (1 Ereignis)) - im Laufe der Jahre weniger rektale Verletzungen (bis 1992 15% nach 1992 2%) - Reduktion der Nebenwirkungen (Grad 2 bis 4) insgesamt von 33% auf 13% vor bzw. nach 1993 - keine Veringerungen bei Inkontinenz und BlasenhalSRTrikturen |
k.A: |
- Gunderson LL, Tepper JE. Clinical Radiation Oncology. 2. ed. Philadelphia: Elsevier-Churchill Livingstone; 2007 - siehe 1. und 2./4. bis 7. - Dall’Oglio MF, et al. Int Braz J Urol 2006 - Darras J, et al. Eur J Surg Oncol 2006 - Link P, Freiha FS. Urology 1991 - Moul JW, Paulson DF. Cancer 1991 - Pisters LL, et al. J Urol 2000 - Stein A, et al. Urology 1992 - Vaidya A, Soloway MS. J Urol 2000 - Vallancien G, et al. J Urol 2003 - Stephenson AJ, et al. J Urol 2004 |
||||
|
Kryotherapie (KT): - insgesamt 8 Studien seit 1990 (n=510) - Vergleich erschwert durch verschiedene Definitionen von PSA-Rezidiv und verschieden langes Followup - Prediktoren für sign. Abnahme der PSA-Werte: PSA-Niveau >10ng/ml vor Kryotherapie, klinisch T3 o. T4 (vor KT bzw. nach RT) und GS >8 (vor RT bzw. ≥8 vor KT) - PSA-DT <16Mon. mit schlechteren PSA-Werten nach Therapie verbunden - im Allgemeinen RFS (biochemical) nach KT etwas geringer als nach RP - mögliche Erklärung: unvollständige Entfernung der Prostata - aber weniger unerwünschte Folgen Komplikationen bei KT: - Inkontinenz bei 36% (besonders bei vorangegangener TURP+RT) - fehlender urethraler Wärmenkatheter anderer wichtiger Risikofaktor für Incontinenz - Schleimhautablösungen bei 11% - BlasenhalSRTrikturen oder Harnverhalt bei 17% - perianale Schmerzen bei 36% (zum Teil so stark, dass Alltagsleben beeinträchtigt) - auch hier Zusammenhang mit fehlendem Wärmenkatheter wahrscheinlich - Fisteln bei 2,6% (besonders bei T3/T4) - Tod sehr selten |
k.A: |
- Izawa JI, et al. J Clin Oncol 2002 - Chin JL, et al. J Urol 2001 - Spiess PE, et al. Cancer 2006 - Bahn DK, et al. Clin Prostate Cancer 2003 - Bales GT, et al. Urology 1995 - Donnelly BJ, et al. Prostate Cancer Prostatic Dis 2005 - Ghafar MA, et al. J Urol 2001 - Han KR, et al. J Urol 2003 - Miller RJ Jr, et al. Cancer 1996 . Izawa JIet al. J Urol 2000 - Long JP, et al. J Urol 1998 - Perrotte P, et al. J Urol 1999 - Pisters LL, et al. J Urol 1997 |
||||
|
Brachytherapie (BT): - insgesamt 10 Studien seit 1990 - Vergleich erschwert durch verschiedene Definitionen von PSA-Rezidiv und verschieden langes Followup - keine stat. signifikanten Prediktoren für die Verbesserung der PSA-Werte berichtet - die Senkung der PSA-Werte durch BT scheint vergleichbar mit Effekt von RPE - etwas besser als durch KT Komplikationen bei BT: - kontraindiziert bei Pat. mit proctopathy oder Blasenentzündungen nach vorangegangener RT (hohes Risiko für rektale oder Blasenverletzungen) - Inkontinenz bei 6% - Nebenwirkungen (Grad 3 o. 4) bei 5,6% - Nebenwirkungen des Urogenitaltraktes (Grad 3 o. 4) bei 17% - besonders Fisteln (Prostata-Rektum) bei 3,4% - Risiko der Nebenwirkungen (Grad 3 o. 4) steigt mit kürzerem Abstand zwischen der primären RT und der Rezidiv-RT (<4,5J Abstand = Vorteil) - Anzahl der Rektalverletzungen nach BT ähnlich KT und OP - Anzahl der Inkontinenzfolgen geringer als bei KT und OP - Häufigkeit von Fisteln gering, aber mit bedeutendem Einfluss auf die LQ |
k.A: |
- Grado GL, et al. Urology 1999 - Koutrouvelis P, et al. Technol Cancer Res Treat 2003 - Lee B, et al. Int J Radiat Oncol Biol Phys 2007 - Lo K, et al. Int J Radiat Oncol Biol Phys 2005 - Nguyen PL, et al. Cancer 2007 - Wong WW, et al. J Urol 2006 - Beyer DC. Urology 1999 - Wallner KE, et al. J Urol 1990 - LoEning SA, Turner JW. Prostate 1993 - Dattoli M, et al. Proc Am Soc Clin Oncol 1997 |
||||
|
Hochintensiv focussierter Ultraschall (HIFU): - nach primärer RT - 30Mon.-Rate für RFS bei 38% (n=71) - Nebenwirkungen: Inkontinenz (Grad 3) bei 7%, BlasenhalSRTrikturen bei 17%, Rektalfisteln bei 6% (Followup 14,8Mon.) weitere experimentelle Therapieansätze: - ferromagnetische Thermoablation (ferromagnetic thermal ablation) - interstitielle Hyperthermie (interstitial microwave thermal therapy) - werden zurzeit in Studien überprüft |
k.A: |
- Gelet A, et al. Urology 2004 - Kadoch C, et al. Oncologist 2005 - Master VA, et al. J Urol 2004 - McCann C, et al. Phys Med Biol 2003 |
7.2.2 EvT 7.12
|
Studien-typ |
Autoren, Jahr |
Untersuchte Studien/Materialien |
Welche Behandlungen wurden geprüft |
Befunde in Bezug auf Therapie-Wirkungen und Überleben |
LoE |
Literaturbelege |
|
syst. Review |
Nguyen, 2007 |
syst. Recherche in Pubmed 1990-2005 (+Handsuche in Referenzlisten) Suchbegriffe: salvage therapy, radiation failure, radiation recurrence, prostate cancer, salvage brachytherapy, salvage prostatectomy, salvage cryotherapy, reirradiation
|
Diagnostik, Therapie, Nachsorge, Komplikationen bei lokaler Rezidivtherapie bei PSA-Rezidiv nach RT |
RPE: - insgesamt 14 Studien seit 1990 (n=531) - 5J-Raten für RFS (biochemical) nach RPE zwischen 50% und 60% - bei PSA<10ng/ml z.Zt. der RPE signifikant geringere PSA-Rezidive als bei PSA≥10ng/ml |
k.A. |
1. Bianco FJ Jr, et al. Int J Radiat Oncol Biol Phys. 2005 2. Ward JF, et al. J Urol 2005 3. Cheng L, et al. Cancer 1998 |
|
Zystoprostatektomie (CP): - 5J-Raten für RFS (biochemical) schlechter im Vergleich zu RPE - (lokal ausgedehnte Karzinome) cave: systematischer Fehler durch Patientenauswahl nicht auszuschließen! -Schlussfolgerung der Autoren: stellen CP als Monotherapie in Frage |
k.A. |
- siehe 2. 4. Gheiler EL, et al. Urology 1998 |
||||
|
neoadjuvante Androgendeprivation: - nur retrospektive Daten verfügbar: SM+-Raten nicht geringer, auch keine weiteren positiven Resultate - geringster Anteil SM+ = 21% (n=24), gleichzeitig - 5J-Raten für RFS (biochemical) = 80% -Schlussfolgerung der Autoren: insgesamt keine Empfehlung für Routineanwendung neoadjuvanter ADT vor Rezidiv-OP |
k.A. |
- siehe 1. und 2. 5. van der Poel HG, et al. Eur Urol 2007 6. Garzotto M, Wajsman Z. J Urol 1998 7. Sanderson KM, et al. J Urol 2006 |
||||
|
Komplikationen bei operativer Therapie: - Risiko durch Veränderungen nach RT insgesamt größer als bei Primärtherapie - wichtigste unerwünschte Folgen (Mittelwerte): Inkontinenz (41%), rektale Verletzungen (4,7%), BlasenhalSRTrikturen (24%), Tod (1 Ereignis)) - im Laufe der Jahre weniger rektale Verletzungen (bis 1992 15% nach 1992 2%) - Reduktion der Nebenwirkungen (Grad 2 bis 4) insgesamt von 33% auf 13% vor bzw. nach 1993 - keine Veringerungen bei Inkontinenz und BlasenhalSRTrikturen |
k.A: |
- Gunderson LL, Tepper JE. Clinical Radiation Oncology. 2. ed. Philadelphia: Elsevier-Churchill Livingstone; 2007 - siehe 1. und 2./4. bis 7. - Dall’Oglio MF, et al. Int Braz J Urol 2006 - Darras J, et al. Eur J Surg Oncol 2006 - Link P, Freiha FS. Urology 1991 - Moul JW, Paulson DF. Cancer 1991 - Pisters LL, et al. J Urol 2000 - Stein A, et al. Urology 1992 - Vaidya A, Soloway MS. J Urol 2000 - Vallancien G, et al. J Urol 2003 - Stephenson AJ, et al. J Urol 2004 |
||||
|
Kryotherapie (KT): - insgesamt 8 Studien seit 1990 (n=510) - Vergleich erschwert durch verschiedene Definitionen von PSA-Rezidiv und verschieden langes Followup - Prediktoren für sign. Abnahme der PSA-Werte: PSA-Niveau >10ng/ml vor Kryotherapie, klinisch T3 o. T4 (vor KT bzw. nach RT) und GS >8 (vor RT bzw. ≥8 vor KT) - PSA-DT <16Mon. mit schlechteren PSA-Werten nach Therapie verbunden - im Allgemeinen RFS (biochemical) nach KT etwas geringer als nach RP - mögliche Erklärung: unvollständige Entfernung der Prostata - aber weniger unerwünschte Folgen Komplikationen bei KT: - Inkontinenz bei 36% (besonders bei vorangegangener TURP+RT) - fehlender urethraler Wärmenkatheter anderer wichtiger Risikofaktor für Incontinenz - Schleimhautablösungen bei 11% - BlasenhalSRTrikturen oder Harnverhalt bei 17% - perianale Schmerzen bei 36% (zum Teil so stark, dass Alltagsleben beeinträchtigt) - auch hier Zusammenhang mit fehlendem Wärmenkatheter wahrscheinlich - Fisteln bei 2,6% (besonders bei T3/T4) - Tod sehr selten |
k.A: |
- Izawa JI, et al. J Clin Oncol 2002 - Chin JL, et al. J Urol 2001 - Spiess PE, et al. Cancer 2006 - Bahn DK, et al. Clin Prostate Cancer 2003 - Bales GT, et al. Urology 1995 - Donnelly BJ, et al. Prostate Cancer Prostatic Dis 2005 - Ghafar MA, et al. J Urol 2001 - Han KR, et al. J Urol 2003 - Miller RJ Jr, et al. Cancer 1996 . Izawa JIet al. J Urol 2000 - Long JP, et al. J Urol 1998 - Perrotte P, et al. J Urol 1999 - Pisters LL, et al. J Urol 1997 |
||||
|
Brachytherapie (BT): - insgesamt 10 Studien seit 1990 - Vergleich erschwert durch verschiedene Definitionen von PSA-Rezidiv und verschieden langes Followup - keine stat. signifikanten Prediktoren für die Verbesserung der PSA-Werte berichtet - die Senkung der PSA-Werte durch BT scheint vergleichbar mit Effekt von RPE - etwas besser als durch KT Komplikationen bei BT: - kontraindiziert bei Pat. mit proctopathy oder Blasenentzündungen nach vorangegangener RT (hohes Risiko für rektale oder Blasenverletzungen) - Inkontinenz bei 6% - Nebenwirkungen (Grad 3 o. 4) bei 5,6% - Nebenwirkungen des Urogenitaltraktes (Grad 3 o. 4) bei 17% - besonders Fisteln (Prostata-Rektum) bei 3,4% - Risiko der Nebenwirkungen (Grad 3 o. 4) steigt mit kürzerem Abstand zwischen der primären RT und der Rezidiv-RT (<4,5J Abstand = Vorteil) - Anzahl der Rektalverletzungen nach BT ähnlich KT und OP - Anzahl der Inkontinenzfolgen geringer als bei KT und OP - Häufigkeit von Fisteln gering, aber mit bedeutendem Einfluss auf die LQ |
k.A: |
- Grado GL, et al. Urology 1999 - Koutrouvelis P, et al. Technol Cancer Res Treat 2003 - Lee B, et al. Int J Radiat Oncol Biol Phys 2007 - Lo K, et al. Int J Radiat Oncol Biol Phys 2005 - Nguyen PL, et al. Cancer 2007 - Wong WW, et al. J Urol 2006 - Beyer DC. Urology 1999 - Wallner KE, et al. J Urol 1990 - LoEning SA, Turner JW. Prostate 1993 - Dattoli M, et al. Proc Am Soc Clin Oncol 1997 |
||||
|
Hochintensiv focussierter Ultraschall (HIFU): - nach primärer RT - 30Mon.-Rate für RFS bei 38% (n=71) - Nebenwirkungen: Inkontinenz (Grad 3) bei 7%, BlasenhalSRTrikturen bei 17%, Rektalfisteln bei 6% (Followup 14,8Mon.) weitere experimentelle Therapieansätze: - ferromagnetische Thermoablation (ferromagnetic thermal ablation) - interstitielle Hyperthermie (interstitial microwave thermal therapy) - werden zurzeit in Studien überprüft |
k.A: |
- Gelet A, et al. Urology 2004 - Kadoch C, et al. Oncologist 2005 - Master VA, et al. J Urol 2004 - McCann C, et al. Phys Med Biol 2003 |
|
Artikel (Autor, Jahrl) |
Studientyp |
Anzahl der Patienten |
Patientenmerkmale |
Intervention |
Vergleichs-Intervention |
Nachverfolgung |
Outcomes |
Ergebnisse |
Bemerkungen |
Evidenz-Niveau (SIGN) |
|
Heidenreich, 2010 |
retrospektive Fallserie |
n=55 |
Pat mit durch Biopsie bestätigtem Rezidiv eines PCa nach EBRT oder Brachytherapie |
Salvage Prostatektomie (SRP), +ePNLD |
keine Vergleichsintervention, Stratifizierung nach prognostischen Faktoren für ein Lokalrezidiv |
23 MO nach SRP
68 MO nach RT |
Rezidiv organbegrenzt LK-Status Schnittrand multivariate Analyse von Prädiktoren eines in sano zu operierenden Rezidivs
OP-Daten |
n=40 (72.7%): organbegrenztes PCa n=15 (27.3%) local fortgeschr. PCa n=11 (20%) LK+ n=7 (12.7%) R1 (pos. Schnittrand) Multivariate Analyse : signifikante Prädiktoren eines organbeschränkten Rezidivs mit negativen Schnitträndern: 1. Gleason Score aus der Biopsie vor SRP ( p=0.02), 2. <50% positive Stanzen (p=0.001), 3. PSA-Verdopplungszeit >12 mo ( p=0.001), 4. Z.n. LDR ( p=0.001) Med. OP-Zeit: 120 Min Mde. Intraop. Blutverlust: 360ml |
|
3 |
7.2.2 EvT 7.13
|
Studientyp |
Autoren, Jahr |
Untersuchte Studien/Materialien |
Welche Behandlungen wurden geprüft |
Befunde in Bezug auf Therapie-Wirkungen und Überleben |
LoE |
Literaturbelege |
|
syst. Review |
Nguyen, 2007 |
syst. Recherche in Pubmed 1990-2005 (+Handsuche in Referenzlisten) Suchbegriffe: salvage therapy, radiation failure, radiation recurrence, prostate cancer, salvage brachytherapy, salvage prostatectomy, salvage cryotherapy, reirradiation
|
Diagnostik, Therapie, Nachsorge, Komplikationen bei lokaler Rezidivtherapie bei PSA-Rezidiv nach RT |
RPE: - insgesamt 14 Studien seit 1990 (n=531) - 5J-Raten für RFS (biochemical) nach RPE zwischen 50% und 60% - bei PSA<10ng/ml z.Zt. der RPE signifikant geringere PSA-Rezidive als bei PSA≥10ng/ml |
k.A. |
1. Bianco FJ Jr, et al. Int J Radiat Oncol Biol Phys. 2005 2. Ward JF, et al. J Urol 2005 3. Cheng L, et al. Cancer 1998 |
|
Zystoprostatektomie (CP): - 5J-Raten für RFS (biochemical) schlechter im Vergleich zu RPE - (lokal ausgedehnte Karzinome) cave: systematischer Fehler durch Patientenauswahl nicht auszuschließen! -Schlussfolgerung der Autoren: stellen CP als Monotherapie in Frage |
k.A. |
- siehe 2. 4. Gheiler EL, et al. Urology 1998 |
||||
|
neoadjuvante Androgendeprivation: - nur retrospektive Daten verfügbar: SM+-Raten nicht geringer, auch keine weiteren positiven Resultate - geringster Anteil SM+ = 21% (n=24), gleichzeitig - 5J-Raten für RFS (biochemical) = 80% -Schlussfolgerung der Autoren: insgesamt keine Empfehlung für Routineanwendung neoadjuvanter ADT vor Rezidiv-OP |
k.A. |
- siehe 1. und 2. 5. van der Poel HG, et al. Eur Urol 2007 6. Garzotto M, Wajsman Z. J Urol 1998 7. Sanderson KM, et al. J Urol 2006 |
||||
|
Komplikationen bei operativer Therapie: - Risiko durch Veränderungen nach RT insgesamt größer als bei Primärtherapie - wichtigste unerwünschte Folgen (Mittelwerte): Inkontinenz (41%), rektale Verletzungen (4,7%), BlasenhalSRTrikturen (24%), Tod (1 Ereignis)) - im Laufe der Jahre weniger rektale Verletzungen (bis 1992 15% nach 1992 2%) - Reduktion der Nebenwirkungen (Grad 2 bis 4) insgesamt von 33% auf 13% vor bzw. nach 1993 - keine Veringerungen bei Inkontinenz und BlasenhalSRTrikturen |
k.A: |
- Gunderson LL, Tepper JE. Clinical Radiation Oncology. 2. ed. Philadelphia: Elsevier-Churchill Livingstone; 2007 - siehe 1. und 2./4. bis 7. - Dall’Oglio MF, et al. Int Braz J Urol 2006 - Darras J, et al. Eur J Surg Oncol 2006 - Link P, Freiha FS. Urology 1991 - Moul JW, Paulson DF. Cancer 1991 - Pisters LL, et al. J Urol 2000 - Stein A, et al. Urology 1992 - Vaidya A, Soloway MS. J Urol 2000 - Vallancien G, et al. J Urol 2003 - Stephenson AJ, et al. J Urol 2004 |
||||
|
Kryotherapie (KT): - insgesamt 8 Studien seit 1990 (n=510) - Vergleich erschwert durch verschiedene Definitionen von PSA-Rezidiv und verschieden langes Followup - Prediktoren für sign. Abnahme der PSA-Werte: PSA-Niveau >10ng/ml vor Kryotherapie, klinisch T3 o. T4 (vor KT bzw. nach RT) und GS >8 (vor RT bzw. ≥8 vor KT) - PSA-DT <16Mon. mit schlechteren PSA-Werten nach Therapie verbunden - im Allgemeinen RFS (biochemical) nach KT etwas geringer als nach RP - mögliche Erklärung: unvollständige Entfernung der Prostata - aber weniger unerwünschte Folgen Komplikationen bei KT: - Inkontinenz bei 36% (besonders bei vorangegangener TURP+RT) - fehlender urethraler Wärmenkatheter anderer wichtiger Risikofaktor für Incontinenz - Schleimhautablösungen bei 11% - BlasenhalSRTrikturen oder Harnverhalt bei 17% - perianale Schmerzen bei 36% (zum Teil so stark, dass Alltagsleben beeinträchtigt) - auch hier Zusammenhang mit fehlendem Wärmenkatheter wahrscheinlich - Fisteln bei 2,6% (besonders bei T3/T4) - Tod sehr selten |
k.A: |
- Izawa JI, et al. J Clin Oncol 2002 - Chin JL, et al. J Urol 2001 - Spiess PE, et al. Cancer 2006 - Bahn DK, et al. Clin Prostate Cancer 2003 - Bales GT, et al. Urology 1995 - Donnelly BJ, et al. Prostate Cancer Prostatic Dis 2005 - Ghafar MA, et al. J Urol 2001 - Han KR, et al. J Urol 2003 - Miller RJ Jr, et al. Cancer 1996 . Izawa JIet al. J Urol 2000 - Long JP, et al. J Urol 1998 - Perrotte P, et al. J Urol 1999 - Pisters LL, et al. J Urol 1997 |
||||
|
Brachytherapie (BT): - insgesamt 10 Studien seit 1990 - Vergleich erschwert durch verschiedene Definitionen von PSA-Rezidiv und verschieden langes Followup - keine stat. signifikanten Prediktoren für die Verbesserung der PSA-Werte berichtet - die Senkung der PSA-Werte durch BT scheint vergleichbar mit Effekt von RPE - etwas besser als durch KT Komplikationen bei BT: - kontraindiziert bei Pat. mit proctopathy oder Blasenentzündungen nach vorangegangener RT (hohes Risiko für rektale oder Blasenverletzungen) - Inkontinenz bei 6% - Nebenwirkungen (Grad 3 o. 4) bei 5,6% - Nebenwirkungen des Urogenitaltraktes (Grad 3 o. 4) bei 17% - besonders Fisteln (Prostata-Rektum) bei 3,4% - Risiko der Nebenwirkungen (Grad 3 o. 4) steigt mit kürzerem Abstand zwischen der primären RT und der Rezidiv-RT (<4,5J Abstand = Vorteil) - Anzahl der Rektalverletzungen nach BT ähnlich KT und OP - Anzahl der Inkontinenzfolgen geringer als bei KT und OP - Häufigkeit von Fisteln gering, aber mit bedeutendem Einfluss auf die LQ |
k.A: |
- Grado GL, et al. Urology 1999 - Koutrouvelis P, et al. Technol Cancer Res Treat 2003 - Lee B, et al. Int J Radiat Oncol Biol Phys 2007 - Lo K, et al. Int J Radiat Oncol Biol Phys 2005 - Nguyen PL, et al. Cancer 2007 - Wong WW, et al. J Urol 2006 - Beyer DC. Urology 1999 - Wallner KE, et al. J Urol 1990 - LoEning SA, Turner JW. Prostate 1993 - Dattoli M, et al. Proc Am Soc Clin Oncol 1997 |
||||
|
Hochintensiv focussierter Ultraschall (HIFU): - nach primärer RT - 30Mon.-Rate für RFS bei 38% (n=71) - Nebenwirkungen: Inkontinenz (Grad 3) bei 7%, BlasenhalSRTrikturen bei 17%, Rektalfisteln bei 6% (Followup 14,8Mon.) weitere experimentelle Therapieansätze: - ferromagnetische Thermoablation (ferromagnetic thermal ablation) - interstitielle Hyperthermie (interstitial microwave thermal therapy) - werden zurzeit in Studien überprüft |
k.A: |
- Gelet A, et al. Urology 2004 - Kadoch C, et al. Oncologist 2005 - Master VA, et al. J Urol 2004 - McCann C, et al. Phys Med Biol 2003 |
7.2.2 EvT 7.15
|
Zitat |
Population |
Intervention |
Suchstrategie |
eingeschlossene Studien |
Ergebnisse |
Methodische Validität |
LoE |
|
Parekh A. |
pat.s with PCa recurrence |
HIFU as salvage treatment post-RT for PCa |
Pubmed search, reference lists |
studies reporting either cancer control and/or toxicity outcomes |
survival outcomes (individual studies): |
1. a priori Design - nein |
3 |
|
Zitat |
Population |
Intervention |
Studiendesign |
Ergebnisse |
Methodische Qualität |
LoE |
|
Crouzet S. |
n = 418 pat.s with recurrent PCa after EBRT |
total-gland salvage HIFU (Ablatherm) |
retrospective cohort analysis |
oncological outcomes |
Studientyp - retrospective case series |
3 |
|
Kanthabalan A. |
n = 150 pat.s with recurrent PCa after EBRT |
focal salvage HIFU (Sonablate) |
retrospective cohort analysis |
oncological outcomes |
Studientyp - retrospective case series |
3 |
Sweeney_NEJM_2015
|
Zitat |
Studiencharakteristika |
Studienergebnisse |
Methodische Bewertung |
LoE |
|
Sweeney CJ. Chemohormonal Therapy in Metastatic Hormone-Sensitive Prostate Cancer. N Engl J Med 2015;373(8):737-46. |
• multicenter RCT |
• Baseline characteristics balanced between groups: age median 64, 85% white; 69% ECOG 0; high volume 66% (intervention) vs. 63% (control); 61% Gleason 8-10; PSA median 51 ng/ml; 78% no local therapy |
• Randomisierung |
1 (+/-) |
Fizazi_NEJM_2017_Fizazi_LancetOncol_2019
|
Fizazi K, Tran NP, Fein L et al. Abiraterone plus Prednisone in Metastatic, Castration-Sensitive Prostate Cancer. N Engl J Med. 2017 Jul 27;377(4):352-360. doi: 10.1056/NEJMoa1704174. Fizazi K, Tran NP, Fein L et al. Abiraterone acetate plus prednisone in patients with newly diagnosed high-risk metastatic castration-sensitive prostate cancer (LATITUDE): final overall survival analysis of a randomised, double-blind, phase 3 trial. Lancet Oncol. 2019 May;20(5):686-700. doi: 10.1016/S1470-2045(19)30082-8. |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Link |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Assessment (Risk of bias Tool) |
Selection bias randomization: low concealment and unpredictability: low Performance bias blinding of participants and staff: low Detection bias blinding of evaluation: low Attrition bias lost to follow-up: low ITT-analysis: low Reporting bias selective result presentation: low Other bias conflict of interest/ sponsoring: high comment: the trial was designed by the senior academic authors and employees of the sponsor, data analyses were performed by statisticians employed by the sponsor |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Design |
randomized, double-blind placebo-controlled, phase 3 trial LATITUDE, NCT01715285 - Cut-off: October 31, 2016 (1. interim analysis), August 15, 2018 (final analysis) |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Population |
newly diagnosed, metastatic, castration-sensitive prostate cancer 235 sites in 34 countries (Europe, Asia-Pacific region, Latin America, Canada) February 12, 2013 – December, 11, 2014 |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Inclusion criteria: - to be at least 18 years of age - Eastern Cooperative Oncology Group (ECOG) performance-status score of 0 to 2 (on a 5-point scale, with higher numbers indicating greater disability) - newly diagnosed (≤3 months before randomization) - pathologically confirmed prostate cancer without neuroendocrine differentiation or small-cell histologic features - high-risk, metastatic, castration-sensitive prostate cancer (mHSCP) as documented by a positive bone scan or metastatic lesions at the time of diagnosis on computed tomography (CT) or magnetic resonance imaging (MRI) (Response Evaluation Criteria in Solid Tumors (RECIST), version 1.1) - have at least two of the three following high-risk factors (poor prognosis): - a Gleason score of 8 or more (on a scale of 2 to 10, with higher scores indicating more aggressive disease), - at least three bone lesions, and - the presence of measurable visceral metastasis Exclusion criteria: - received previous chemotherapy, radiation therapy, or surgery for metastatic prostate cancer, with the exception of 3 months or less of androgen-deprivation therapy with luteinizing hormone–releasing hormone analogues or orchiectomy with or without concurrent first-generation androgen-receptor antagonists before baseline or one course of palliative radiation or surgical therapy to treat symptoms associated with metastatic disease |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Intervention |
androgen-deprivation therapy + abiraterone and prednisone |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Control |
androgen-deprivation therapy and dual placebos |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Outcome(s) |
primary: overall survival (OS), radiographic progression-free survival (rPFS) secondary: - time to the next “skeletal-related event” (described here as a “symptomatic skeletal event,” which was defined as a clinical or pathological fracture, spinal-cord compression, palliative radiation to bone, or surgery involving bone), - time to progression with respect to prostate-specific antigen (PSA) level on the basis of Prostate Cancer Working Group 2 criteria, - time to the next therapy for prostate cancer, - time to initiation of chemotherapy, - time to pain progression |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Results |
ITT n=1199 (n(I)=597 vs. n(C)=602); at the final analysis, 72 patients had crossed over mean age (standard deviation) (I) 67.3 (8.5) vs. (C) 66.8 (8.7) Gleason score at initial diagnosis ≥8: (I) n=584 (98%) vs. (C) n=586 (97%) bone metastasis at screening ≥3: (I) n= 586 (98%) vs. (C) n=585 (97%) - the interim analysis resulted in a recommendation on January 12, 2017, that the trial be unblinded to allow crossover among the patients in the placebo group to receive abiraterone - protocol amendment (Feb 15, 2017) – open-label extension phase of the study (up to 18 months), patients who crossed over from placebo had not had cancer progression and consented to receive active treatment after unmasking |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
AE=adverse event, CI=confidence interval, cr-ov=cross-over, HR: hazard ratio (95% CI), IQR=interquartile range), NR=not reached, OS=overall survival, progress.=progression, PSA=prostate-specific antigen, rPFS=radiographic progression-free survival *most common: hypertension (219 (37) vs. 133 (22)), hypokalaemia (122(20) vs. 22(4)), back pain (110 (18) vs. 123 (20), bone pain (74 (12) vs. 88 (15)) (see also Table 2 within the publication) **most common: hypertension (I) 125 (21) vs. (C) 60 (10), cr-ov 3 (4), back pain (I) 123 (21) vs. (C) 128 (21), cr-ov 5 (7), hypokalaemia (I) 70 (12) vs. (C) 10 (2), cr-ov 2 (3) |
||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Comments |
- patients were stratified according to the presence or absence of measurable visceral disease and ECOG performance-status score (0 or 1 vs. 2) - potential bias favoring the abiraterone group in the assessment of radiographic progression by investigators was audited with the use of the method of the Pharmaceutical Research and Manufacturers Association in a sample of 202 randomly selected patients with blinded central review - patients with life-extending subsequent therapy for PCa (ITT): (I) n=176 (30%) vs. (C) n=345 (57%), most common: docetaxel (see Table 2 of Fizazi et al. 2019) - the analysis was confounded by patients in the control group crossing over |
|||||||||||||||||||||||||||||||||||||||||
7.3 EvT 7.18
|
Artikel (Autor, Jahr, Journal) |
Studientyp |
Anzahl der Patienten |
Patientenmerkmale |
Intervention |
Vergleichs-Intervention |
Nachverfolgung |
Outcomes |
Ergebnisse |
Bemerkungen |
Evidenz-Niveau (SIGN) |
|
Iversen 2006 |
RCT |
1.218 |
cT1-4 Nx M0; 59,5% T1/2, 40,4% T3/4; „standard care“: 12,7% RPE, 6,4% RT/Brachy, 80,1% WW |
Standard care + HT (Bicalutamide) (607 Pat) |
Standard care ohne HT (611 Pat) |
Median 7,1 J |
HR für Progression (PFS) und Tod (OS), NW |
HR für PFS HT vs keine HT: T1-4: 0,65 (signifikant) T1-2: 0,85 (n.s.) T3-4: 0,47 (signifikant) HR für OS HT vs. keine HT: T1-4: 0,91 (n.s.) T1-2: 1,23 (n.s.) T3-4: 0,65 (signifikant) HR für OS HT vs. keine HT in WW-Subgruppe: T1-2: 1,18 (n.s.) T3-4: 0,67 (signifikant) NW Bicalutamide: Brustschmerz (63,6%), Gynäkomastie (58,5%), Impotenz (17,4%), Libidoverminderung (3,8%)
|
für viele Patienten wurde HT „open label“ unverblindet eingesetzt |
1(+) |
|
Studer 2006 |
RCT |
985 |
cT0-4 N0-2 M0, lokale Therapie abgelehnt oder technisch nicht möglich |
Sofortige AD (Buserelin oder Orchiektomie) n=493 |
verzögerte AD (Buserelin oder Orchiektomie) n=492 |
7,8 J |
OS, prostate-cancer mortality, symptom-free survival |
OS significant höher für sofortige HT, wobei PCa-Mortalität und symptomfreies Überleben nicht unterschiedlich waren; OS-Vorteil durch weniger nicht-PCa-assoziierte Todesfälle in der sofort therapierten Gruppe |
Methodisch gute Studie; Ergebnisse in Meta-analyse von Boustead enthalten |
1++ |
|
MRC 1997 |
RCT |
938 |
cT2-4 „too advanced for curative treatment“ 500 M0 (54%), 173 Mx (19%), 261 M1 (28%) |
Sofortige HT (Orchiektomie oder LHRHa) (n=469); M0 n=256) |
Verzögerte HT (n=465); M0 n=244 |
? |
TTDDP, TTD overall, TTD from prostate cancer |
für M0-Patienten: signifikanter Unterschied in TTDDP: höher für sofortige HT signifikanter Unterschied in TTD overall und TTD prostate cancer: höher für sofortige HT für alle Patienten (M0+M1): signifikanter Unterschied TTD overall und TTD prostate cancer: höher für sofortige HT wenn Mx- und M1-Patienten separat analysiert werden, ergibt sich kein signifikanter Unterschied |
Spärliche Randomisationsangaben, TURP und Bestrahlung ebenfalls eingeschlossen, Vermischung cT2 und cT3/4; medianes Follow-up nicht angegeben; Ergebnisse in Metaanalyse von Boustead enthalten |
1(-) |
|
Autoren, Jahr |
Studientyp |
Untersuchte Studien/ |
Welche Behandlungen wurden geprüft |
Welche Outcomes? |
Befunde in Bezug auf Therapie-Wirkungen und Überleben |
Bemerkungen |
LoE |
Literaturbelege |
||
|
Boustead 2007 |
Syst. Review/ Meta-analyse |
7 RCTs aus systematischer Suche in CENTRAL, BIOS, DARE, EMBASE, MEDLINE bis Juli 2006 |
Sofortige vs verzögerte HT bei „Standard treatment“ (RPE, RT, WW) bei lokal fortgeschrittenem nichtmetastasiertem PCa |
Sterblichkeit (overall mortality), PCSM, OP, LP, DP |
Subgruppen-Analyse für WW-Patienten: RR für Sterblichkeit geringer bei sofortiger vs. verzögerter HT: 0,88 (95%CI 0,81-0,96) Keine Subgruppen-Analysen für übrige Outcome-Parameter |
Subgruppen-Analyse nicht graphisch dargestellt; MRC- und Studer-Studie (s.u.) mit eingeschlossen |
1+ |
23-30 |
||
|
Wilt 2001 |
Syst. Review/ Meta-analyse |
4 RCTs (2.167 Pat) aus systemat. Suche in MEDLINE, EMBASE, CancerLit, Cochrane u.a. von 1966 bis August 2001 |
Frühe vs. verzögerte AS bei lokal fortgeschrittenen und metastasierten PCas |
OS, PCSS, PFS |
10-Jahres-OS signifikant besser für frühe Therapie, 1-, 2-, 5-Jahres OS etwas besser für frühe Therapie, aber nicht signifikant PCSS etwas besser für frühe Therapie, aber nicht signifikant PFS in allen Studien besser für frühe Therapie, aber kein Daten-Pooling möglich auf Grund variierender Definitionen von PFS |
Sowohl Patienten mit lokal fortgeschrittenem als auch metastasiertem PCa, keine Subgruppen-Analysen |
1++ |
Messing 1999, MRC 1997, Jordan 1977, Byar 1973 |
||
Agarwal_LancetOncol_2019_Chi_NEJM_2019
|
Chi KN, Agarwal N, Bjartell A. Apalutamide for Metastatic, Castration-Sensitive Prostate Cancer. N Engl J Med. 2019 Jul 4;381(1):13-24. doi: 10.1056/NEJMoa1903307. Agarwal N, McQuarrie K, Bjartell A. Health-related quality of life after apalutamide treatment in patients with metastatic castration-sensitive prostate cancer (TITAN): a randomised, placebo-controlled, phase 3 study. Lancet Oncol. 2019 Nov;20(11):1518-1530. doi: 10.1016/S1470-2045(19)30620-5. |
||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Link |
||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Assessment (Risk of bias Tool) |
Selection bias randomization: low concealment and unpredictability: low Performance bias blinding of participants and staff: low Detection bias blinding of evaluation: low Attrition bias lost to follow-up: low ITT-analysis: unclear Reporting bias selective result presentation: low Other bias conflict of interest/ sponsoring: high comment: the Trial was designed by the sponsor one patient of the intervention group (I) did not receive study drug; 45 patients across the two groups withdrew consent for the trial intervention (patients were followed for survival and secondary end points, data were not missing); 39 patients were either lost to follow-up or withdrew from all further data collection (not shown in the figure S1) |
|||||||||||||||||||||||||||||||
|
Design |
randomized, double-blind placebo-controlled, phase 3 trial TITAN, NCT02489318 - Cut-off: November 23, 2018 (1. interim analysis) |
|||||||||||||||||||||||||||||||
|
Population |
metastatic, castrationsensitive prostate cancer (mHSPC) 260 sites in 23 countries randomization between December, 15 2015 – July 25, 2017 |
|||||||||||||||||||||||||||||||
|
Inclusion criteria: - documented adenocarcinoma of the prostate - distant metastatic disease (at least one lesion on bone scanning), with or without visceral or lymph-node involvement - Eastern Cooperative Oncology Group performance-status score of 0 or 1 (on a scale of 0 to 5, with higher scores reflecting greater disability) - castration sensitive (i.e., not receiving ADT at the time of disease progression) - previous treatment for prostate cancer was limited to previous - docetaxel use (for a maximum of six cycles, with no evidence of progression during treatment or before randomization), - ADT for no more than 6 months for metastatic, castration-sensitive prostate cancer or no more than 3 years for localized prostate cancer, - one course of radiation or surgical therapy for symptoms associated with metastatic disease, and - other localized treatments (e.g., radiation therapy or prostatectomy) completed at least 1 year before randomization - patients receiving a gonadotropin-releasing hormone agonist within 28 days before randomization were required to take a first-generation antiandrogen (i.e., bicalutamide, flutamide, or nilutamide) for 14 or more days before randomization - antiandrogen therapy must have been discontinued before randomization Exclusion criteria: - severe angina, myocardial infarction, congestive heart failure, arterial or venous thromboembolic events, - a history of or predisposition to seizure, - recent ventricular arrhythmias |
||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Intervention |
androgen-deprivation therapy (ADT) + apalutamide |
|||||||||||||||||||||||||||||||
|
Control |
ADT + placebo |
|||||||||||||||||||||||||||||||
|
Outcome(s) |
primary: radiographic progression-free survival (rPFS)#, overall survival (OS) secondary: - time to cytotoxic chemotherapy, - time to pain progression (BPI-SF; worst pain [item 3]; scores range from 0 to 10), - time to chronic opioid use, - time to skeletal-related event # defined as the time from randomization to first imaging based documentation of progressive disease or death, whichever occurred first patient related outcomes: - Brief Pain Inventory-Short Form (BPI-SF), - Brief Fatigue Inventory (BFI), - Functional Assessment of Cancer Therapy-Prostate (FACT-P) and the EQ-5D-5L (will be collected throughout the study as well as during the Follow-up Phase (up to 12 months after treatment discontinuation) |
|||||||||||||||||||||||||||||||
|
Results |
n=1052, n(I)=525 vs. n(C)=527 median age (I) 69 (range 45-94) vs. (C) 68 (range 43-90) Gleason score at initial diagnosis >7: n(I)=351 (66.9%) vs. n(C)=358 (67.9%) 1. Interim analysis: (cut-off 23.11.2018): 66.2% of the patients in the intervention group and 46.1% in the placebo group were receiving the trial intervention - 45 patients across the two groups withdrew consent for the trial intervention (followed for survival and secondary end points) - 39 patients were either lost to follow-up or withdrew from all further data collection |
|||||||||||||||||||||||||||||||
CI=confidence interval, HR=Hazard ratio (95 % CI), IQR=interquartile range, NE could not be estimated, NR=not reached, OS=overall survival, rPFS=radiographic progression-free survival * most common I vs. C (n (%)): rash (142 (27.1) vs. 45 (8.5)), hot flush (119 (22.7) vs. 86 (16.3)), fatigue (103 (19.7) vs. 88 (16.7)), hypertension (93 (17.7) vs. 82 (15.6), back pain (91 (17.4) vs. 102 (19.4)), arthralgia (91 (17.4) vs. 78 (14.8)) |
||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Comments |
-patients were stratified according to Gleason score at diagnosis (≤7 vs. >7, on a scale of 2 to 10, with higher scores indicating higher-grade cancer that may be more aggressive), geographic region (North America and European Union vs. all other countries), and previous treatment with docetaxel (yes vs. no) |
|||||||||||||||||||||||||||||||
Armstrong_JClinOncol_2019
|
Armstrong AJ, Szmulewitz RZ, Petrylak DP. ARCHES: A Randomized, Phase III Study of Androgen Deprivation Therapy With Enzalutamide or Placebo in Men With Metastatic Hormone-Sensitive Prostate Cancer. J Clin Oncol. 2019 Nov 10;37(32):2974-2986. doi: 10.1200/JCO.19.00799. |
||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Link |
||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Assessment (Risk of bias Tool) |
Selection bias randomization: low concealment and unpredictability: low Performance bias blinding of participants and staff: low Detection bias blinding of evaluation: low Attrition bias lost to follow-up: low ITT-analysis: low Reporting bias selective result presentation: low Other bias conflict of interest/ sponsoring: high comment: the trial was designed by the sponsor and the analyses were performed by the study sponsor |
|||||||||||||||||||||||||||||||
|
Design |
randomized, double-blind placebo-controlled, phase 3 trial ARCHES, NCT02677896 Cut-off: October 14, 2018 (1. interim analysis) |
|||||||||||||||||||||||||||||||
|
Population |
patients with metastatic hormone-sensitive prostate cancer (mHSPC) 202 centers in North and Latin America, Europe, and Asia randomization between March 21, 2016 an January 12, 2018 |
|||||||||||||||||||||||||||||||
|
Inclusion criteria: - adult (defined according to local regulation) - males with pathologically confirmed prostate adenocarcinoma - without neuroendocrine differentiation, signet-cell, or small-cell features - Eastern Cooperative Oncology Group performance status score of 0 or 1 - hormone-sensitive metastatic disease - de novo or after recurrence after prior local therapy - prior ADT and up to six cycles of prior docetaxel chemotherapy were permitted Exclusion criteria: - disease progression prior to randomization while receiving ADT and/or docetaxel - previous pharmacotherapy, radiation therapy, or surgery for metastatic prostate cancer, with the exception of: - ≤ 3 months, or ≤ 6 months (docetaxel), of ADT with LHRH analogs or orchiectomy, with or without concurrent antiandrogens, with no radiographic evidence of disease progression or rising PSA levels - one course of palliative radiation or surgical therapy to treat symptoms - 6 cycles of docetaxel therapy completed within 2 months of day 1 and no evidence of disease progression during or after completion - prior ADT given for < 39 months in duration and > 9 months before randomization as neoadjuvant/adjuvant therapy |
||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Intervention |
enzalutamide plus ADT |
|||||||||||||||||||||||||||||||
|
Control |
placebo plus ADT |
|||||||||||||||||||||||||||||||
|
Outcome(s) |
primary: radiographic progression-free survival (rPFS)# secondary: - time to PSA progression - time to initiation of new antineoplastic therapy (including cytotoxic and hormone therapies) - PSA undetectable rate - objective response rate - time to deterioration in urinary symptoms - overall survival (OS) - time to first symptomatic skeletal event - time to castration resistance - patient-reported outcomes (PROs) - time to deterioration of quality of life (QoL) - ime to pain progression # defined as the time from randomization to the first objective evidence of radiographic disease progression, as assessed by independent central review or death (defined as death from any cause within 24 weeks from study drug discontinuation), whichever occurred first |
|||||||||||||||||||||||||||||||
|
Results |
n=1150 (n(I)=574 vs. n(C)=576) median age (I) 70.0 (range 46-92) vs. 70.0 (range 42-92) Gleason score ≥8 n(I)=386 (67.2%) vs. n(C)=373 (64.8%) - n(I)=25 (4.4%) vs. n(C)=30 (5.2%) patients withdrawal |
|||||||||||||||||||||||||||||||
CI=confidence interval, HR=Hazard ratio (95 % CI), IQR=interquartile rande, NE could not be estimated, NR=not reached, OS=overall survival, rPFS=radiographic progression-free survival * most common I vs. C (n (%)): hot flash 155 (27.1) vs. 128 (22.3), fatigue 112 (19.6) vs. 88 (15.3), Arthralgia 70 (12.2) vs. 61 (10.6), back pain 43 (7.5) vs. 62 (10.8) also relevant: hypertension 49 (8.6) vs. 36 (6.3), cognitive impairment 26 (4.5) vs. 12 (2.1), fractures 37 (6.5) vs. 24 (4.2), musculoskeletal events 151 (26.4) vs. 159 (27.7) |
||||||||||||||||||||||||||||||||
|
Comments |
- randomization was stratified (disease volume, prior docetaxel use) |
|||||||||||||||||||||||||||||||
Gravis_LancetOncol_2013
|
Zitat |
Studiencharakteristika |
Studienergebnisse |
Methodische Bewertung |
LoE |
|
Gravis G. Androgen-deprivation therapy alone or with docetaxel in non-castrate metastatic prostate cancer (GETUG-AFU 15): a randomised, open-label, phase 3 trial. Lancet Oncol 2013;14(2):149-58. |
• Studientyp: RCT, multicenter open label, |
• Baseline-Pat.charakteristika ausgewogen Age 63,5 Y; ≥ 95% ECOG 0; |
• Randomisierung |
1+ |
James_Lancet_2016
|
Zitat |
Studiencharakteristika |
Studienergebnisse |
Methodische Bewertung |
LoE |
|
James ND. Addition of docetaxel, zoledronic acid, or both to first-line long-term hormone therapy in prostate cancer (STAMPEDE): survival results from an adaptive, multiarm, multistage, platform randomised controlled trial. Lancet 2016;387(10024):1163-77. |
• RCT, vierarmig, multizentrisch |
• Baseline-Patientencharakteristika ausgewogen zwischen den Armen:; 62% N+M+; age median 65; 75% WHO performance status 0 |
• Randomisierung |
1+ |
7.3 EvT 7.21
|
Quelle |
Fazit/Empfehlung |
Empfehlungsgrad |
Evidenzgraduierung |
Literaturbelege |
|
ASCO 2004 und 2007 |
What are the standard initial treatment options? Bilateral orchiectomy or medical castration with luteinizing hormone–releasing hormone (LHRH) agonists are the recom.mended initial treatments for metastatic prostate cancer. A full discussion between practitioner and patient should occur to determine which is best for the patient. Diethylstibestrol should not be considered as a standard first-line treatment option and currently is no longer commercially available in North America. |
|
|
Robinson 1995, Byar 1973, Byar 1988, VACURG 1967 |
|
ASCO 2004 und 2007 |
Are Antiandrogens As Effective As Other Castration Therapies? Nonsteroidal antiandrogen (NSAA) monotherapy may be discussed as an alternative, but steroidal antiandrogen (AA) monotherapy should not be offered. |
|
|
Seidenfeld 2000 |
|
ASCO 2004 und 2007 |
Is Combined Androgen Blockade Better Than Castration Alone? Combined androgen blockade (CAB) should be considered.
|
|
|
Akaza 2004, Klotz 2004, Samson 2002, Schmitt 2001, PCTCG 2000, Eisenberger 1998, Bayoumi 2000 |
|
ASCO 2004 und 2007 |
Does Early ADT Improve Outcomes Over Deferred Therapy? For patients with metastatic or progressive prostate cancer, there is a moderate decrease (17%) in relative risk (RR) for prostate cancer–specific mortality, a moderate increase (15%) in RRfor non–prostate cancer–specific mortality, and no overall survival advantage for immediate institution ofADTversus waiting until symptom onset for patients. Therefore, the Panel cannot make a strong recommendation for the early use of ADT. PSA kinetics and other metrics allow the identification of populations at high risk for prostate cancer–specific and overall mortality. Further studies must be completed to assess whether patients with adverse prognostic factors gain a survival advantage from immediate ADT. If a patient decides to wait until symptoms for ADT, he should have regular visits for monitoring. For patients with recurrent disease, clinical trials should be considered if available. |
|
|
Wilt 2003, McLeod 2005, Schroder 2004, Studer 2004, Kirk 2004, Studer 2006, Messing 1999, Byar 1988, Bayoumi 2000, Byar 1973, Wirth 2001, Borkowski 2003, Jordan 1977, MRC 2000 |
|
ASCO 2004 und 2007 |
What Is the Role of Intermittent Androgen Blockade? 2007 recommendation. Currently, data are insufficient to support the use of intermittent androgen blockade outside of clinical trials. |
|
|
de Leval 2002 |
|
Artikel (Autor, Jahr, Journal) |
Studientyp |
Anzahl der Patienten |
Patientenmerkmale |
Intervention |
Vergleichs-Intervention |
Nachverfolgung |
Outcomes |
Ergebnisse |
Bemerkungen |
Evidenz-Niveau (SIGN) |
|
Iversen 2006 |
RCT |
1.218 |
cT1-4 Nx M0; 59,5% T1/2, 40,4% T3/4; „standard care“: 12,7% RPE, 6,4% RT/Brachy, 80,1% WW |
Standard care + HT (Bicalutamide) (607 Pat) |
Standard care ohne HT (611 Pat) |
Median 7,1 J |
HR für Progression (PFS) und Tod (OS), NW |
HR für PFS HT vs keine HT: T1-4: 0,65 (signifikant) T1-2: 0,85 (n.s.) T3-4: 0,47 (signifikant) HR für OS HT vs. keine HT: T1-4: 0,91 (n.s.) T1-2: 1,23 (n.s.) T3-4: 0,65 (signifikant) HR für OS HT vs. keine HT in WW-Subgruppe: T1-2: 1,18 (n.s.) T3-4: 0,67 (signifikant) NW Bicalutamide: Brustschmerz (63,6%), Gynäkomastie (58,5%), Impotenz (17,4%), Libidoverminderung (3,8%)
|
für viele Patienten wurde HT „open label“ unverblindet eingesetzt |
1(+) |
|
Studer 2006 |
RCT |
985 |
cT0-4 N0-2 M0, lokale Therapie abgelehnt oder technisch nicht möglich |
Sofortige AD (Buserelin oder Orchiektomie) n=493 |
verzögerte AD (Buserelin oder Orchiektomie) n=492 |
7,8 J |
OS, prostate-cancer mortality, symptom-free survival |
OS significant höher für sofortige HT, wobei PCa-Mortalität und symptomfreies Überleben nicht unterschiedlich waren; OS-Vorteil durch weniger nicht-PCa-assoziierte Todesfälle in der sofort therapierten Gruppe |
Methodisch gute Studie; Ergebnisse in Meta-analyse von Boustead enthalten |
1++ |
|
Autoren, Jahr |
Studientyp |
untersuchte Studien/ Materialien |
Welche Behandlungen wurden geprüft? |
Welche Outcomes? |
Ergebnisse
|
Bemerkungen |
LoE |
Literaturbelege |
|
Wilt 2001 |
Syst. Review/ Meta-analyse |
4 RCTs (2.167 Pat) aus systemat. Suche in MEDLINE, EMBASE, CancerLit, Cochrane u.a. von 1966 bis August 2001 |
Frühe vs. verzögerte AS bei lokal fortgeschrittenen und metastasierten PCas |
OS, PCSS, PFS |
10-Jahres-OS signifikant besser für frühe Therapie, 1-, 2-, 5-Jahres OS etwas besser für frühe Therapie, aber nicht signifikant PCSS etwas besser für frühe Therapie, aber nicht signifikant PFS in allen Studien besser für frühe Therapie, aber kein Daten-Pooling möglich auf Grund variierender Definitionen von PFS |
Sowohl Patienten mit lokal fortgeschrittenem als auch metastasiertem PCa, keine Subgruppen-Analysen |
1++ |
Messing 1999, MRC 1997, Jordan 1977, Byar 1973 |
7.3 EvT 7.22
|
Quelle |
Fazit/Empfehlung |
Empfehlungsgrad |
Evidenzgraduierung |
Literaturbelege |
|||||
|
ASCO 2004 und 2007 |
What are the standard initial treatment options? Bilateral orchiectomy or medical castration with luteinizing hormone–releasing hormone (LHRH) agonists are the recom.mended initial treatments for metastatic prostate cancer. A full discussion between practitioner and patient should occur to determine which is best for the patient. Diethylstibestrol should not be considered as a standard first-line treatment option and currently is no longer commercially available in North America. |
|
|
Robinson 1995, Byar 1973, Byar 1988, VACURG 1967 |
|||||
|
ASCO 2004 und 2007 |
Are Antiandrogens As Effective As Other Castration Therapies? Nonsteroidal antiandrogen (NSAA) monotherapy may be discussed as an alternative, but steroidal antiandrogen (AA) monotherapy should not be offered. |
|
|
Seidenfeld 2000 |
|||||
|
ASCO 2004 und 2007 |
Is Combined Androgen Blockade Better Than Castration Alone? Combined androgen blockade (CAB) should be considered.
|
|
|
Akaza 2004, Klotz 2004, Samson 2002, Schmitt 2001, PCTCG 2000, Eisenberger 1998, Bayoumi 2000 |
|||||
|
ASCO 2004 und 2007 |
Does Early ADT Improve Outcomes Over Deferred Therapy? For patients with metastatic or progressive prostate cancer, there is a moderate decrease (17%) in relative risk (RR) for prostate cancer–specific mortality, a moderate increase (15%) in RRfor non–prostate cancer–specific mortality, and no overall survival advantage for immediate institution ofADTversus waiting until symptom onset for patients. Therefore, the Panel cannot make a strong recommendation for the early use of ADT. PSA kinetics and other metrics allow the identification of populations at high risk for prostate cancer–specific and overall mortality. Further studies must be completed to assess whether patients with adverse prognostic factors gain a survival advantage from immediate ADT. If a patient decides to wait until symptoms for ADT, he should have regular visits for monitoring. For patients with recurrent disease, clinical trials should be considered if available. |
|
|
Wilt 2003, McLeod 2005, Schroder 2004, Studer 2004, Kirk 2004, Studer 2006, Messing 1999, Byar 1988, Bayoumi 2000, Byar 1973, Wirth 2001, Borkowski 2003, Jordan 1977, MRC 2000 |
|||||
|
ASCO 2004 und 2007 |
What Is the Role of Intermittent Androgen Blockade? 2007 recommendation. Currently, data are insufficient to support the use of intermittent androgen blockade outside of clinical trials. |
|
|
de Leval 2002 |
|||||
|
EAU 2007 |
1. In advanced CaP, ADT delays progression, prevents potentially catastrophic complications and effectively palliates symptoms, but does not prolong survival (level of evidence: 1b) 2. In advanced CaP, all forms of castration as monotherapy (orchiectomy, LHRH and DES) have equivalent therapeutic efficacy (level of evidence: 1b) 3. Non-steroidal antiandrogen monotherapy (e.g. bicalutamide) is an effective alternative to castration in patients with locally advanced disease (level of evidence: 1b) 4. In advanced CaP, the addition of a non-steroidal antiandrogen to castration (CAB) results in a small advantage in OS over castration alone but is associated with increased adverse events, reduced QoL and high costs (level of evidence: 1a) 5. Intermittent and ‘minimal’ ADT should still be regarded as experimental therapies (level of evidence: 3) 6. In advanced CaP, immediate (given at diagnosis) androgen suppression significantly reduces disease progression and complication rate due to progression itself compared to deferred (delivered at symptomatic progression) androgen deprivation (level of evidence: 1b) 7. Bilateral orchiectomy may be the most cost-effective form of ADT, especially if initiated after occurrence of symptoms from metastatic disease (level of evidence: 3). |
|
- |
|
|||||
|
NICE 2008 |
Healthcare professionals should offer bilateral orchidectomy to all men with metastatic prostate cancer as an alternative to continuous LHRHa therapy. Combined androgen blockade is not recommended as a first-line treatment for men with metastatic prostate cancer. For men with metastatic prostate cancer who are willing to accept the adverse impact on overall survival and gynaecomastia in the hope of retaining sexual function, antiandrogen monotherapy with bicalutamide (150 mg)1 is appropriate.Healthcare professionals should begin androgen withdrawal and stop bicalutamide treatment in men with metastatic prostate cancer who are taking bicalutamide monotherapy and who do not maintain satisfactory sexual function.
Intermittent androgen withdrawal may be offered to men with metastatic prostate cancer providing they are informed that there is no long-term evidence of its effectiveness. |
|
- |
- |
|||||
|
Dutch Urological Association 2007 |
Hormone therapy Hormone therapy is the treatment of choice for patients with metastatic prostate cancer. The preferred methods are bilateral orchiectomy, LHRH analogue, or parenteral oestrogen. Maximal androgen blockade is not recommended as first-line therapy. Optimal timing of hormone therapy The time to start hormone therapy is determined on an individual basis. Optimal schedule of hormone therapy: Intermittent hormone therapy for patients with metastatic prostate cancer is an experimental approach that is preferably given in the context of a clinical trial only. |
|
- |
|
|
Artikel (Autor, Jahr, Journal) |
Studientyp |
Anzahl der Patienten |
Patientenmerkmale |
Intervention |
Vergleichs-Intervention |
Nachverfolgung |
Outcomes |
Ergebnisse |
Bemerkungen |
Evidenz-Niveau (SIGN) |
|
Iversen 2006 |
RCT |
1.218 |
cT1-4 Nx M0; 59,5% T1/2, 40,4% T3/4; „standard care“: 12,7% RPE, 6,4% RT/Brachy, 80,1% WW |
Standard care + HT (Bicalutamide) (607 Pat) |
Standard care ohne HT (611 Pat) |
Median 7,1 J |
HR für Progression (PFS) und Tod (OS), NW |
HR für PFS HT vs keine HT: T1-4: 0,65 (signifikant) T1-2: 0,85 (n.s.) T3-4: 0,47 (signifikant) HR für OS HT vs. keine HT: T1-4: 0,91 (n.s.) T1-2: 1,23 (n.s.) T3-4: 0,65 (signifikant) HR für OS HT vs. keine HT in WW-Subgruppe: T1-2: 1,18 (n.s.) T3-4: 0,67 (signifikant) NW Bicalutamide: Brustschmerz (63,6%), Gynäkomastie (58,5%), Impotenz (17,4%), Libidoverminderung (3,8%)
|
für viele Patienten wurde HT „open label“ unverblindet eingesetzt |
1(+) |
|
Studer 2006 |
RCT |
985 |
cT0-4 N0-2 M0, lokale Therapie abgelehnt oder technisch nicht möglich |
Sofortige AD (Buserelin oder Orchiektomie) n=493 |
verzögerte AD (Buserelin oder Orchiektomie) n=492 |
7,8 J |
OS, prostate-cancer mortality, symptom-free survival |
OS significant höher für sofortige HT, wobei PCa-Mortalität und symptomfreies Überleben nicht unterschiedlich waren; OS-Vorteil durch weniger nicht-PCa-assoziierte Todesfälle in der sofort therapierten Gruppe |
Methodisch gute Studie; Ergebnisse in Meta-analyse von Boustead enthalten |
1++ |
|
MRC 1997 |
RCT |
938 |
cT2-4 „too advanced for curative treatment“ 500 M0 (54%), 173 Mx (19%), 261 M1 (28%) |
Sofortige HT (Orchiektomie oder LHRHa) (n=469); M0 n=256) |
Verzögerte HT (n=465); M0 n=244 |
? |
TTDDP, TTD overall, TTD from prostate cancer |
für M0-Patienten: signifikanter Unterschied in TTDDP: höher für sofortige HT signifikanter Unterschied in TTD overall und TTD prostate cancer: höher für sofortige HT für alle Patienten (M0+M1): signifikanter Unterschied TTD overall und TTD prostate cancer: höher für sofortige HT wenn Mx- und M1-Patienten separat analysiert werden, ergibt sich kein signifikanter Unterschied |
Spärliche Randomisationsangaben, TURP und Bestrahlung ebenfalls eingeschlossen, Vermischung cT2 und cT3/4; medianes Follow-up nicht angegeben; Ergebnisse in Metaanalyse von Boustead enthalten |
1(-) |
|
Autoren, Jahr |
Studientyp |
untersuchte Studien/ Materialien |
Welche Behandlungen wurden geprüft? |
Welche Outcomes? |
Ergebnisse
|
Bemerkungen |
LoE |
Literaturbelege |
|
Wilt 2001 |
Syst. Review/ Meta-analyse |
4 RCTs (2.167 Pat) aus systemat. Suche in MEDLINE, EMBASE, CancerLit, Cochrane u.a. von 1966 bis August 2001 |
Frühe vs. verzögerte AS bei lokal fortgeschrittenen und metastasierten PCas |
OS, PCSS, PFS |
10-Jahres-OS signifikant besser für frühe Therapie, 1-, 2-, 5-Jahres OS etwas besser für frühe Therapie, aber nicht signifikant PCSS etwas besser für frühe Therapie, aber nicht signifikant PFS in allen Studien besser für frühe Therapie, aber kein Daten-Pooling möglich auf Grund variierender Definitionen von PFS |
Sowohl Patienten mit lokal fortgeschrittenem als auch metastasiertem PCa, keine Subgruppen-Analysen |
1++ |
Messing 1999, MRC 1997, Jordan 1977, Byar 1973 |
|
Autoren, Jahr |
Studientyp |
Untersuchte Studien/ |
Welche Behandlungen wurden geprüft |
Welche Outcomes? |
Befunde in Bezug auf Therapie-Wirkungen und Überleben |
Bemerkungen |
LoE |
Literaturbelege |
||
|
Boustead 2007 |
Syst. Review/ Meta-analyse |
7 RCTs aus systematischer Suche in CENTRAL, BIOS, DARE, EMBASE, MEDLINE bis Juli 2006 |
Sofortige vs verzögerte HT bei „Standard treatment“ (RPE, RT, WW) bei lokal fortgeschrittenem nichtmetastasiertem PCa |
Sterblichkeit (overall mortality), PCSM, OP, LP, DP |
Subgruppen-Analyse für WW-Patienten: RR für Sterblichkeit geringer bei sofortiger vs. verzögerter HT: 0,88 (95%CI 0,81-0,96) Keine Subgruppen-Analysen für übrige Outcome-Parameter |
Subgruppen-Analyse nicht graphisch dargestellt; MRC- und Studer-Studie (s.u.) mit eingeschlossen |
1+ |
23-30 |
||
|
PCTCG 2000 |
Syst. Review/ Meta-analyse |
27 RCTs aus systematischer Suche, 8.275 Patienten |
MAB vs AS bei Pat. mit M1 (88%) und T3/4 M0 („locally advanced“) |
Sterblichkeit (all cause mortality) |
alle Patientengruppen: Unterschied im 5-J-Überleben von 25,4% (MAB) vs. 23,6% (AS) (n.s.) Trend für höhere Tox in MAB- vs AS-Gruppe (n.s.) Subgruppen Nilutamide+Flutamide zusammen analysiert: Unterschied im 5-J-Überleben von 27,6% (MAB) vs 24,7% (AS) (p=0,005) Subgruppen Cyproteron allein analysiert: Unterschied im 5-J-Überleben von 15,4% (MAB) vs 18,1% (AS) (p=0,04) Subgruppen-Analyse Orchiektomie vs. medikamentöse Blockade: kein Unterschied Subgruppen-Analyse für alle M0-Patienten: ebenfalls kein signifikanter Unterschied in Sterblichkeit |
Suchstrategie sehr spärlich |
1+ |
10-35 |
||
|
Quelle |
Population |
Populationen - detailliert |
Intervention |
Suchstrategie, Ein- und Ausschlusskriterien |
eingeschlossene Studien |
Ergebnisse |
Methodische Bewertung AMSTAR |
LoE |
|
Magnan S. Intermittent vs Continuous Androgen Deprivation Therapy for Prostate Cancer: A Systematic Review and Meta-analysis. JAMA Oncol 2015;1(9):1261-9. |
patients with prostate cancer (any stage) |
2x locally advanced, metastatic, or BCR; |
intermittent vs continuous androgen deprivation therapy ADT (any regimen) (detailed in Table 1) |
search of Cochrane CENTRAL, Medline, Embase, and Web of Science; abstracts and conference proceedings in BiosisPreviews; ongoing trials at clinicaltrials.gov and controlled-trials.com; gray-literature sources: National Technical Information Service (NTIS),OpenSIGLE, and Google Scholar; references from published guidelines, narrative and systematic reviews identified in the systematic search |
22 articles from 15 RCTs (6856 pat.s) |
overall survival: no significant difference between intermittent and continuous therapy |
1 Protokoll/Suchstrategie/ Fragestellung vorhanden - ja |
1(+) |
|
Niraula S. Treatment of prostate cancer with intermittent versus continuous androgen deprivation: a systematic review of randomized trials. J Clin Oncol 2013;31(16):2029-36. |
patients with rising PSA after radical treatment for localized disease, |
1x locally advanced, metastatic, or BCR after RP; |
intermittent vs continuous androgen deprivation therapy ADT |
search of Medline, Embase, Cochrane library; references provided in review articles and proceedings of major oncology / genitourinary conferences |
Nine RCTs (5508 patients) |
overall survival: not significantly different between IAD and CAD. HR 1.02 (95% CI 0.93-1.11, I2 10%) |
1 Protokoll/Suchstrategie/ Fragestellung vorhanden - ? |
1(+) |
Slaoui_WorldJUrol_2019
|
Slaoui A, Albisinni S, Aoun F et al. A systematic review of contemporary management of oligometastatic prostate cancer: fighting a challenge or tilting at windmills? World J Urol. 2019 Nov;37(11):2343-2353. doi: 10.1007/s00345-019-02652-7. |
||
|
Link |
||
|
AMSTAR 2 rating |
critically low |
|
|
Design |
systematic review |
|
|
Sources |
PubMed, EMBASE, Cochrane Library, CINHAL, Google Scholar, Ovid, conference abstracts (up to Nov, 1 2018) |
|
|
Selection criteria |
Inclusion criteria: - published in English - oligometastatic prostate cancer - local and metastasis-directed therapy - comparator: standard of care (ADT with taxane chemotherapy or abiraterone) - translational science studies, cohort studies, case-control studies, prospective studies Exclusion criteria: - case reports, editorials, letters |
|
|
Outcome(s) |
oncologic outcomes (metastasis-free survival, cancer specific survival, overall survival) progression of local symptoms, need for surgery due to local symptoms |
|
|
Quality of evidence |
- |
|
|
Results |
n=36 articles |
|
|
- the authors described narrative: - the definition of oligometastatic disease - the rationale for local and metastatic directed therapy - the role of cytoreductive prostatectomy (feasibility, retrospective studies, explorative studies) - the role of radiation (retrospective analysis; HORRAD randomized controlled trial, phase II n=432, bone-metastatic PCa; STAMPEDE randomized controlled trial phase 3, n=1032 (overall survival: hazard ratio (HR) 0.92 (95% confidence interval (CI) 0.80-1.06) P=0.2266, survival without failure: HR 0.76 (95% CI 0.68-0.84) P<0.0001)) - the role of metastasis-directed therapy (MDT, retrospective studies, prospective studies (STOMP, ORIOLE) phase II) - ongoing trials |
||
|
Comments |
- authors documented that the term oligometastatic disease was described first in 1995 (defined as a limited number of clinically detectable metastases, and its prognostic and therapeutic value was considered to be in-between localized and metastatic diseases) - authors documented that the limitation of imaging techniques limited the detection - authors added that currently, no test is available to differentiate between the two clinical scenarios, and no consensus on the definition of oligometastatic disease - they concluded that literature suggested to report five variables in the description of oligometastatic disease: - the distinction between synchronous and metachronous metastases - the number and site of lesions - castrate-resistant status - the imaging modality used to define oligometastatic disease - they added three categories of oligometastatic PCa: - de novo oligometastases (synchronous) - recurrent oligometastases (metachronous) - progressive oligometastases (induced) |
|
Connor_EurUrolOncol_2020
|
Connor MJ, Smith A, Miah S et al. Targeting Oligometastasis with Stereotactic Ablative Radiation Therapy or Surgery in Metastatic Hormone-sensitive Prostate Cancer: A Systematic Review of Prospective Clinical Trials. Eur Urol Oncol. 2020 Oct;3(5):582-593. doi: 10.1016/j.euo.2020.07.004. |
||
|
Link |
||
|
AMSTAR 2 rating |
critically low |
|
|
Design |
systematic review |
|
|
Sources |
Medline, Embase, Cochrane Review Database, and clinical trial databases (up to March, 28 2020) |
|
|
Selection criteria |
Inclusion criteria: - reporting on oncological outcomes (progression-free survival [PFS], OS, and ADT-free survival [ADT-FS]), complications of surgical metastasectomy, and toxicity of SABR (Stereotactic Ablative Radiation) or surgery - men with metastatic (M1a-c) prostate cancer (recurrent or oligometastatic) - treatment of primary prostate gland had occurred - burden of up to 10 metastases Comment: surgical metastasectomy was defined as any surgical excision of M1 (a-c) disease; radiotherapy was considered SABR if radiotherapy delivery fell within American Association of Physicists in Medicine (AAPM) Task Group 101 and UK SABR Consortium (version 6.1) guidelines Exclusion criteria: - review articles, cost-analysis studies, letters, bulletins, comments, and conference abstracts - nonclinical trials - exclusively castrate-resistant disease, - the primary tumour was not treated (absence of radical prostatectomy, prostate radiotherapy, or brachytherapy) - no separate analysis of outcomes in mixed primary studies - involved non-SABR radiotherapy |
|
|
Outcome(s) |
oncological outcomes and safety |
|
|
Quality of evidence |
risk of bias: Cochrane 2.0 or ROBINS-I tool - authors rated that the included RCT had some concerns in two of four domains, with no concerns in the remaining domains GRADE: - authors graded: PFS, very low; LC, low; ADT-FS, low; SABR toxicity, low; and surgical complications, very low |
|
|
Results |
n=4 studies, n=169 patients - n=2 randomised (phase II, ORIOLE, STOMP) and n=2 nonrandomised single arm clinical trials (POPSTAR, MSKCC) - no randomised controlled clinical trial, phase 3 was identified - hormone-sensitive recurrent (metachronous) disease (one reporting on de novo (synchronous) disease) - SABR (n = 2) or surgical metastasectomy with or without SABR (n = 2) - median age: range 43 to 75 years |
|
|
- median follow-up: range 18.8 months to 40 months - progression free survival (PFS): - median PFS: (I) not reached vs (C) 31 months table, 5.8 months text (?) (1 study, ORIOLE, n=54) - at 6 months: (I) 19% (95% CI 9.6–35.4) vs. 61% (95% CI 38.5–79.6) - Hazard ration (HR) 0.30 (95% confidence interval (CI) 0.11–0.81) p = 0.02 - ADT free survival: - median: (I) 21 months vs. 13 months (1 study, STOMP, n=62) - HR 0.60 (95% CI 0.40–0.90) p = 0.11 - comment: feasibility was the primary outcome - complications for SABR: - grade I: 80.5% (n=29 of n= 36) (1 study, ORIOLE) - grade I: 19,4% (n=6 of n=31) (1 study, STOMP) - grade II: 8.3% (n=3 of n=36) (1 study, ORIOLE) - grade II: 0% n=0 of n=31) (1 study, STOMP) - grade III: 0% (2 studies, ORIOLE and STOMP) |
||
|
Comments |
- the study was prospectively registered on PROSPERO (CRD42019127071) - authors documented that the definitions of each outcome were heterogeneous - small cohorts - lacked comparative primary end points - significant heterogeneity in the dose/fractionation and surgical approaches - lack of standardised definitions of treatment failure - MDT in de novo synchronous disease is experimental and, findings presented are based on a single nonrandomised pilot study Articles included in this study: [20] Siva S, Bressel M, Murphy DG, et al. Stereotactic ablative body radiotherapy (SABR) for oligometastatic prostate cancer: a prospective clinical trial. Eur Urol 2018;74:455–62. [21] Ost P, Reynders D, Decaestecker K, et al. Surveillance or metastasisdirected therapy for oligometastatic prostate cancer recurrence: a prospective, randomized, multicenter phase II trial. J Clin Oncol 2017;36:446–53. [22] O'Shaughnessy MJ, McBride SM, Vargas HA, et al. A pilot study of a multimodal treatment paradigm to accelerate drug evaluations in early-stage metastatic prostate cancer. Urology 2017;102:164–72. [23] Phillips R, Shi WY, Deek M, et al. Outcomes of observation vs stereotactic ablative radiation for oligometastatic prostate cancer. The ORIOLE phase 2 randomized clinical trial. JAMA Oncol 2020;6:650–9. |
|
7.5 EvT 7.47
|
Quelle/ |
Population |
(verglichene) Interventionen/ |
Outcomes |
Ergebnisse |
Bemerkungen |
Evidenzniveau (SIGN) |
|
Parker 2013
|
N = 921 (2:1 ratio, Intervention n=614, Control n=307) Enrollment from 06/2008-02/2011 Inclusion criteria (selection) Progressive castration-resistant PCa (defined as a serum testosterone level of 50 ng per deciliter or lower (≤1.7 nmol per liter) after bilateral orchiectomy or during maintenance treatment two or more bone metastases detected on skeletal scintigraphy no known visceral metastases; had received docetaxel, were not healthy enough or declined to receive it, or it was not available. symptomatic disease with regular use of analgesic medication or treatment with external-beam radiation therapy required for cancer related bone pain within the previous 12 weeks. ECOG performance: 0-2 Baseline PSA≥5 ng/mL with two consecutive increases of PSA values over the previous reference value Life expectancy ≥ 6 months Exclusion criteria (selection): History of presence of visceral metastases Chemotherapy within the previous 4 weeks |
6 injections of radium-223 (at a dose of 50 kBq per kilogram of body weight intravenously) vs. matching placebo; One injection was administered every 4 weeks. Additionally patients in both groups received “best standard of care” defined as routine care provided at each centre (e.g. local external-beam radiation therapy, treatment with glucoccorticoids, antiandrogens, ketoconazole, estrogens, estramustine)
|
Primary endpoint: 1. overall survival (defined as time to death) Secondary endpoints (pre-specified): 2. Time to increase in PSA level 3. Time to first symptomatic skeletal event (clinically defined) 4. QoL (FACT-P): increase of score of ≥ 10 (during period of study-drug administration)
|
1) Overall Survival 1a) interim analyses (n=809): 14.0 months (95% CI not reported in publication) vs. 11.2 months (95% CI not reported in publication) HR, 0.70 (95% CI, 0.55-0.88, p=0.002) Death: 35% (191/541) vs. 64% (123/268) 1b) updated analyses (n=921) 14.9 months (95% CI not reported in publication) vs. 11.3 months (95% CI not reported in publication) HR, 0.70 (95% CI, 0.58-0.83, p<0.001) Death: 54% (333/614) vs. 64% (195/307) 2) Time to increase in PSA level (Updated analyses, n=921) 3.6 months (95% CI not reported in publication) vs. 3.4 months (95% CI not reported in publication) HR, 0.64 (95% CI, 0.54-0.77), p<0.001 3) Time to first symptomatic skeletal event (Updated analyses, n=921) 15.6 months (95% CI not reported in publication) vs. 9.8 months (95% CI not reported in publication) HR, 0.66 (95% CI, 0.52-0.83, p<0.001) 4) QoL (FACT-P increase of score of ≥ 10) 25% vs. 12% (p=0.02) (no numbers of pts available)
|
Study stopped after interim analyses for efficacy as recommended by Data Monitoring Committee (DMC) Interim analyses conducted in n=809 patients (n=541 in the radium-223 group, n=268 in the placebo group) ITT, Double-blinded, randomized 136 centers in 19 countries (no specification regarding sites or countries in publication) Stratification according to previous use or nonuse of docetaxel, baseline alkaline phosphatase level, current use or nonuse of bisphosphonate 57% with prior docetaxel therapy, 43% without prior docetaxel therapy Numbers, reasons and distribution of patients between groups without prior docetaxel therapy not described In the exploratory subgroup analyses: no significant benefit for radium for patients with ECOG ≥ 2 (n=118 patients), for patients with <6 metastases (n=138) and for patients with ALP<220 U/liter (n=517) Adverse events: more patients in the radium group had thrombocytopenia (12% vs. 6%), neutropenia (5% vs. 1%) and diarrhea (25% vs. 15%) Sponsor: Algeta and Bayer Health Care |
1+ |
|
Autoren Jahr |
Literaturtyp |
untersuchte Studien/ |
Welche Behandlungen wurden geprüft |
Befunde in Bezug auf Therapie-Wirkungen und Überleben |
Methodische Besonder |
LoE |
Literaturbelege |
|
Falkmer, 2003 |
Systematischer Review |
8 RCTs, 10 prospektive Studien,3 retrospektive Studien und 3 Reviews und andere Artikel aus systematischer Recherche in Medline und Cochrane library (01.01.94- 01.10.2001) |
Effekt von EBRT auf Schmerzen durch Knochenmetastasen bei versch. Primärtumorarten |
lokale RT bei Knochenschmerzen (8 RCTs, 5 prospektive Studien): - niedrigste Einzeldosis 4Gy, höchste Einzeldosis 10Gy - Mehrfachbstrahlungen von 1,8 bis 5Gy in 4 bis 23 Sitzungen - gut dokumentierte Effekte bei Knochenschmerzen - Ergebnisse zur kompletten Schmerzremission aufgrund unterschiedlicher Erhebung der Schmerzen und der Effekte schwer evaluierbar - Gesamtschmerzentlastung bei 59 bis 90% berichtet - Effekt bei Einzeldosis mit 4Gy signifikant geringer als bei anderen Fraktionierungsrhythmen - niedrigste wirkungsvolle Einzeldosis 6Gy - Gesamtschmerzentlastung und Schmerzrezidiv scheinbar unabhängig von Fraktionierungsrhythmen - im Mittel 5-6Mon. Schmerzlinderung nach RT, Anstieg auf Schmerzskala nach 1J bei 40% der Pat. - Bedarf erneuter RT in Gruppen mit Einzelbestrahlungen signifikant höher als bei Mehrfachbestrahlungen - Gründe für die Unterschiede nicht eindeutig - Nebenwirkungen insgsamt leicht - Spinalkanalstenosen in 4 Studien berichtet (nicht eindeutig, ob im Bestrahlungsfeld aufgetreten) - Inzidenz 1-2% in großen RCTs und 8-9% in kleineren Studien - jeweils keine signifikanten Unterschiede zwischen Einzel- oder Mehrfachbestrahlungen - pathologische Frakturen in 6 Studien berichtet - Inzidenz 1-10% (in großen RCTs 1-4%) - bei Einzelbestrahlungen 2-3mal höhere Inzidenz als bei Mehrfachbstrahlungen - keine QoL-Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen - Sensitivität von Schmerztagebüchern zu gering um Effekte zu messen - Remineralisierung nach 6Mon. bei Mehrfachbstrahlten signifikant besser als bei Einfachbestrahlten (Koswig et al.) |
|
1++ |
- Gaze MN, et al. Radiother Oncol 1997 - Jeremic B, et al. Int J Radiat Oncol Biol Phys 1998 - Koswig S, et al. Strahlenther Onkol 1999 - Nielson OS, et al. Radiother Oncol 1998 - Niewald M, et al. Int J Radiat Oncol Biol Phys 1996 - Rasmusson B, et al. Radiat Oncol 1995 - Steenland E, et al. Radiother Oncol 1999 - The Bone Pain Trail working Party. Radiother Oncol 1999 - Arcangeli G, et al. Int J Radiat Oncol Biol Phys 1998 - Bremer M, et al. Strahlenther Onkol 1999 - Huguenin PI, et al. Int J Radiat Oncol Biol Phys 1998 - Tomboloini V, et al. Tumouri 1994 - Uppelschoten JM, et al. Radiother Oncol 1995 |
|
Bauman, 2005 |
syst. Review |
RCTs und Metaanalysen, randomisierte Phase I und II-Trials, evidenzbasierte clinical practice-Guidelines Syst. Recherche in Medline (1966-2004), Embase (1980-2004), Cancerlit (1975-2002), Cochrane Library (2003) Einschluss Outcomes: -Schmerzevaluation -Analgetikaeinnahme -QoL -OS -Nebenwirkungen Ausschlusskriterien: -n<20 -nicht englisch-sprachig publiziert |
Radionuklide (Sr-89, Sm-153, Re-186 o. -188, Sn-117, P-32) bei schmerzhaften Knochenmetastasen, die nicht auf Analgetika ansprechen |
Sr-89 Porter 1993: -40% mit Sr-89 vs. 23% mit Placebo nach 3 Monaten schmerzfrei -17% vs. 2% ohne weitere Schmerzmedikation, p<0,05 -weniger neue schmerzende Stellen: 0,59 neue vs. 1,21 neue Stellen, p<0,002 Oosterhof 2003: -n=203, Sr-89 vs. lokale R -Schmerzfreiheit und time to progression in beiden Gruppen gleich -Verbesserung des Überlebens mit RT, 11 vs. 7,2 Monate, p=0,0457, Ein-Jahres- Überleben: 45% vs.34% -keine Unterschiede bei Nebenwirkungen -Sr-89- Therapie 25% teurer Quilty 1994: Lokale/ Halbseiten-RT vs. Sr-89 -Schmerzlinderung und Analgetikareduktion in allen Gruppen gleich -signifikant mehr Pat. mit Sr-89 vs. lokale/Halbseiten-RT frei von neuen schmerzenden Stellen, 64% vs. 42%, p<0,05; 73% vs.51%, p<0,05 Buchali 1988 -n=41, Sr-89 vs. Placebo -kein sign. Unterschied bei Schmerzlinderung nach 1-3J -sign. besseres 2-J-Überleben mit Sr-89 vs. Placebo, 46% vs. 4%, p<0,05 (CAVE: 10Pat. starben in ersten 3Monaten, wurden aus Analyse ausgeschlossen) Sciuto 2001: Brustkrebs-Pat. Tu 2001 (Phase II Trial) -n=72 mit PCa, Doxorubicin+Sr-89 vs. Doxorubicin -time-to-progression 13,9 vs. 7,0 Monate, p<0,0001 -OS: HR 2,76, [95% CI 1,44-5,29], p=0,0014 Brundage 1998 (Practice guideline) -Empfehlung für Sr-89 bei kastrationsresistentem PCa, das für RT nicht geeignet ist -keine Empfehlung als adjuvante Therapie zu RT Sm-153 Olea 2000 -73% mit Schmerzfreiheit, dosisunabhängig Serafini 1998 -2 Dosen Sm-153 vs. Placebo -besseres Ansprechen bei höherer Dosis vs. Placebo (31% vs. 14%, p<0,016) Sartor 1997 -Schmerzlinderung in Sm-153-Gruppe, keine Werte angegeben Tian 1999 und Resche 1997 -versch. Primärtumoren, keine Unterschiede Re-186 o. -188 Han 2002 79 v. 111 auswertbar (72%) -Re-186 vs. Placebo -Schmerzintensität: Zunahme in der Placebogruppe vs. Abnahme in der 186-Re-Gruppe, p=0,039 -tägliche Aktivitäten: Abnahme in der Placebogruppe vs. gleichbleibend/ Zunahme in 186-Re-Gruppe, p=0,019 - Tage mit Schmerzlinderung in 186-Re-Gruppe größer, 23/84 Tagen, 27%, [95% CI 16,6-37,1] vs. 11/84 Tagen, 13%, [95% CI 5,8-20,0], p<0,05 Responder: n=28/43 (65%) vs. 13/36 (36%), p=0,01 - Palmedo 2003 (Phase II Trial) -n=64 mit hormonresist. PCa, 1 o. 2 Re-188-Injektionen -sign. Schmerzlinderung, besseres OS und DFS nach 2 Injektionen -CAVE: nicht genug power Sciuto 2001 Brustkrebs Sn-117 Srivastava 1998 (Phase I Trial) -n=30 mit metastasiertem PCa, Sn-117 2,64-10,58MBq/kg -75% Responder, Schmerzfreiheit nach 5+-3 Tagen bei Dosen≥462MBQ vs. Schmerzfreiheit nach 19+-15 Tagen bei Dosen≤370MBq, p<0,05 P-32 Shah Syed 1999 (Phase II Trial) -n=20 mit metastasiertem PCa mit P-32 (185MBq) behandelt -Analgetika-Score-Abnahme von 4,2+-1,4 (baseline) auf 1,8+-1,5 (8 Wochen nach Behandlung) Nebenwirkungen -Thrombozytopenie bei 30-50% der Pat. mit Radionuklidtherapie (Grad 2 o. weniger) -seltener: Neutropenie (häufigeres Auftreten bei Kombination mit Chemotherapie) -weniger Übelkeit und Erbrechen im Vergleich zu RT |
Schlussfolge-rung der Autoren: Radionuklide (Sr-89 und Sm-153) können bei Pat. mit PCa und multiplen schmerzhaften Knochenmetasta-sen, bei denen eine Analgetika-therapie nicht erfolgreich und eine externe RT nicht indiziert ist, in Betracht gezo-gen werden. Die Knochenmarks-funktion, der ge-sundheitliche Sta-tus, andere Kno-chenmarks supprimierende Therapien (ChT, RT), die Lebens-erwartung und Eignung des Pat. für eine palliative Therapie müssen berücksichtigt werden. |
1+ |
Sciuto 2002, Porter 1993, Smeland 2003, Oosterhof 2003, Quilty 1994, Buchali 1988, Sciuto 2001, Tu 2001, Lewington 1991 Olea 2000, Serafini 1998, Sartor 1997, Tian 1999, Resche 1997, Brundage 1998, Han 2002, Srivastava 1998, Shah Syed 1999 |
7.5 EvT 7.48
|
Autoren Jahr |
Literaturtyp |
untersuchte Studien/ |
Welche Behandlungen wurden geprüft |
Befunde in Bezug auf Therapie-Wirkungen und Überleben |
Methodische Besonder |
LoE |
Literaturbelege |
|
Falkmer, 2003 |
Systematischer Review |
8 RCTs, 10 prospektive Studien,3 retrospektive Studien und 3 Reviews und andere Artikel aus systematischer Recherche in Medline und Cochrane library (01.01.94- 01.10.2001) |
Effekt von EBRT auf Schmerzen durch Knochenmetastasen bei versch. Primärtumorarten |
lokale RT bei Knochenschmerzen (8 RCTs, 5 prospektive Studien): - niedrigste Einzeldosis 4Gy, höchste Einzeldosis 10Gy - Mehrfachbstrahlungen von 1,8 bis 5Gy in 4 bis 23 Sitzungen - gut dokumentierte Effekte bei Knochenschmerzen - Ergebnisse zur kompletten Schmerzremission aufgrund unterschiedlicher Erhebung der Schmerzen und der Effekte schwer evaluierbar - Gesamtschmerzentlastung bei 59 bis 90% berichtet - Effekt bei Einzeldosis mit 4Gy signifikant geringer als bei anderen Fraktionierungsrhythmen - niedrigste wirkungsvolle Einzeldosis 6Gy - Gesamtschmerzentlastung und Schmerzrezidiv scheinbar unabhängig von Fraktionierungsrhythmen - im Mittel 5-6Mon. Schmerzlinderung nach RT, Anstieg auf Schmerzskala nach 1J bei 40% der Pat. - Bedarf erneuter RT in Gruppen mit Einzelbestrahlungen signifikant höher als bei Mehrfachbestrahlungen - Gründe für die Unterschiede nicht eindeutig - Nebenwirkungen insgsamt leicht - Spinalkanalstenosen in 4 Studien berichtet (nicht eindeutig, ob im Bestrahlungsfeld aufgetreten) - Inzidenz 1-2% in großen RCTs und 8-9% in kleineren Studien - jeweils keine signifikanten Unterschiede zwischen Einzel- oder Mehrfachbestrahlungen - pathologische Frakturen in 6 Studien berichtet - Inzidenz 1-10% (in großen RCTs 1-4%) - bei Einzelbestrahlungen 2-3mal höhere Inzidenz als bei Mehrfachbstrahlungen - keine QoL-Unterschiede zwischen den Behandlungsgruppen - Sensitivität von Schmerztagebüchern zu gering um Effekte zu messen - Remineralisierung nach 6Mon. bei Mehrfachbstrahlten signifikant besser als bei Einfachbestrahlten (Koswig et al.) |
|
1++ |
- Gaze MN, et al. Radiother Oncol 1997 - Jeremic B, et al. Int J Radiat Oncol Biol Phys 1998 - Koswig S, et al. Strahlenther Onkol 1999 - Nielson OS, et al. Radiother Oncol 1998 - Niewald M, et al. Int J Radiat Oncol Biol Phys 1996 - Rasmusson B, et al. Radiat Oncol 1995 - Steenland E, et al. Radiother Oncol 1999 - The Bone Pain Trail working Party. Radiother Oncol 1999 - Arcangeli G, et al. Int J Radiat Oncol Biol Phys 1998 - Bremer M, et al. Strahlenther Onkol 1999 - Huguenin PI, et al. Int J Radiat Oncol Biol Phys 1998 - Tomboloini V, et al. Tumouri 1994 - Uppelschoten JM, et al. Radiother Oncol 1995 |
Bauman_RadiotherOncol_2005
|
Autoren Jahr |
Literaturtyp |
untersuchte Studien/ |
Welche Behandlungen wurden geprüft |
Befunde in Bezug auf Therapie-Wirkungen und Überleben |
Methodische Besonder |
LoE |
Literaturbelege |
|
Bauman, 2005 |
syst. Review |
RCTs und Metaanalysen, randomisierte Phase I und II-Trials, evidenzbasierte clinical practice-Guidelines Syst. Recherche in Medline (1966-2004), Embase (1980-2004), Cancerlit (1975-2002), Cochrane Library (2003) Einschluss Outcomes: -Schmerzevaluation -Analgetikaeinnahme -QoL -OS -Nebenwirkungen Ausschlusskriterien: -n<20 -nicht englisch-sprachig publiziert |
Radionuklide (Sr-89, Sm-153, Re-186 o. -188, Sn-117, P-32) bei schmerzhaften Knochenmetastasen, die nicht auf Analgetika ansprechen |
Sr-89 Porter 1993: -40% mit Sr-89 vs. 23% mit Placebo nach 3 Monaten schmerzfrei -17% vs. 2% ohne weitere Schmerzmedikation, p<0,05 -weniger neue schmerzende Stellen: 0,59 neue vs. 1,21 neue Stellen, p<0,002 Oosterhof 2003: -n=203, Sr-89 vs. lokale R -Schmerzfreiheit und time to progression in beiden Gruppen gleich -Verbesserung des Überlebens mit RT, 11 vs. 7,2 Monate, p=0,0457, Ein-Jahres- Überleben: 45% vs.34% -keine Unterschiede bei Nebenwirkungen -Sr-89- Therapie 25% teurer Quilty 1994: Lokale/ Halbseiten-RT vs. Sr-89 -Schmerzlinderung und Analgetikareduktion in allen Gruppen gleich -signifikant mehr Pat. mit Sr-89 vs. lokale/Halbseiten-RT frei von neuen schmerzenden Stellen, 64% vs. 42%, p<0,05; 73% vs.51%, p<0,05 Buchali 1988 -n=41, Sr-89 vs. Placebo -kein sign. Unterschied bei Schmerzlinderung nach 1-3J -sign. besseres 2-J-Überleben mit Sr-89 vs. Placebo, 46% vs. 4%, p<0,05 (CAVE: 10Pat. starben in ersten 3Monaten, wurden aus Analyse ausgeschlossen) Sciuto 2001: Brustkrebs-Pat. Tu 2001 (Phase II Trial) -n=72 mit PCa, Doxorubicin+Sr-89 vs. Doxorubicin -time-to-progression 13,9 vs. 7,0 Monate, p<0,0001 -OS: HR 2,76, [95% CI 1,44-5,29], p=0,0014 Brundage 1998 (Practice guideline) -Empfehlung für Sr-89 bei kastrationsresistentem PCa, das für RT nicht geeignet ist -keine Empfehlung als adjuvante Therapie zu RT Sm-153 Olea 2000 -73% mit Schmerzfreiheit, dosisunabhängig Serafini 1998 -2 Dosen Sm-153 vs. Placebo -besseres Ansprechen bei höherer Dosis vs. Placebo (31% vs. 14%, p<0,016) Sartor 1997 -Schmerzlinderung in Sm-153-Gruppe, keine Werte angegeben Tian 1999 und Resche 1997 -versch. Primärtumoren, keine Unterschiede Re-186 o. -188 Han 2002 79 v. 111 auswertbar (72%) -Re-186 vs. Placebo -Schmerzintensität: Zunahme in der Placebogruppe vs. Abnahme in der 186-Re-Gruppe, p=0,039 -tägliche Aktivitäten: Abnahme in der Placebogruppe vs. gleichbleibend/ Zunahme in 186-Re-Gruppe, p=0,019 - Tage mit Schmerzlinderung in 186-Re-Gruppe größer, 23/84 Tagen, 27%, [95% CI 16,6-37,1] vs. 11/84 Tagen, 13%, [95% CI 5,8-20,0], p<0,05 Responder: n=28/43 (65%) vs. 13/36 (36%), p=0,01 - Palmedo 2003 (Phase II Trial) -n=64 mit hormonresist. PCa, 1 o. 2 Re-188-Injektionen -sign. Schmerzlinderung, besseres OS und DFS nach 2 Injektionen -CAVE: nicht genug power Sciuto 2001 Brustkrebs Sn-117 Srivastava 1998 (Phase I Trial) -n=30 mit metastasiertem PCa, Sn-117 2,64-10,58MBq/kg -75% Responder, Schmerzfreiheit nach 5+-3 Tagen bei Dosen≥462MBQ vs. Schmerzfreiheit nach 19+-15 Tagen bei Dosen≤370MBq, p<0,05 P-32 Shah Syed 1999 (Phase II Trial) -n=20 mit metastasiertem PCa mit P-32 (185MBq) behandelt -Analgetika-Score-Abnahme von 4,2+-1,4 (baseline) auf 1,8+-1,5 (8 Wochen nach Behandlung) Nebenwirkungen -Thrombozytopenie bei 30-50% der Pat. mit Radionuklidtherapie (Grad 2 o. weniger) -seltener: Neutropenie (häufigeres Auftreten bei Kombination mit Chemotherapie) -weniger Übelkeit und Erbrechen im Vergleich zu RT |
Schlussfolge-rung der Autoren: Radionuklide (Sr-89 und Sm-153) können bei Pat. mit PCa und multiplen schmerzhaften Knochenmetasta-sen, bei denen eine Analgetika-therapie nicht erfolgreich und eine externe RT nicht indiziert ist, in Betracht gezo-gen werden. Die Knochenmarks-funktion, der ge-sundheitliche Sta-tus, andere Kno-chenmarks supprimierende Therapien (ChT, RT), die Lebens-erwartung und Eignung des Pat. für eine palliative Therapie müssen berücksichtigt werden. |
1+ |
Sciuto 2002, Porter 1993, Smeland 2003, Oosterhof 2003, Quilty 1994, Buchali 1988, Sciuto 2001, Tu 2001, Lewington 1991 Olea 2000, Serafini 1998, Sartor 1997, Tian 1999, Resche 1997, Brundage 1998, Han 2002, Srivastava 1998, Shah Syed 1999 |
7.5 EvT 7.50
|
Zitat |
Studiencharakteristika |
Studienergebnisse |
Methodische Bewertung |
LoE |
|
James ND. Addition of docetaxel, zoledronic acid, or both to first-line long-term hormone therapy in prostate cancer (STAMPEDE): survival results from an adaptive, multiarm, multistage, platform randomised controlled trial. Lancet 2016;387(10024):1163-77. |
• RCT, vierarmig, multizentrisch |
• Baseline-Patientencharakteristika ausgewogen zwischen den Armen:; 62% N+M+; age median 65; 75% WHO performance status 0 |
• Randomisierung |
1+ |
|
Autor, Jahr/ |
Anzahl der Patienten/ |
Intervention/ |
Vergleichs-intervention |
Outcomes |
Ergebnisse |
Bemerkungen |
Evidenz-niveau |
|
Fizazi K. et al, 2011 RCT Multizentrisch |
N=1904 Pat. mit kastrationsresistenem PCa und Knochenmetastasen ohne vorausgegangene Bisphosphonattherapie |
950 Pat mit Denosumab 120mg s.c. +i.v. Placebo Med. Follow up : 12,2Mo |
951 Pat. mit Zoledronsäure i.v.4mg + s.c. Placebo Med. Follow up : 11,2 Mo
|
Zeit bis zum Auftreten des 1. Skeletal Related Events (SRE) Rate an Progression Gesamtüberleben Nebenwirkungen Lebensqualität |
Anteil Patienten mit SRE Denosumab: 36% (n=341) Zoledronsäure: 41% (n=386) 1. Zeit bis zum Auftreten des 1. skeletal Related Events (Monate) Denosumab-Gruppe: 20,7 [95%KI 18,8-24,9%] Zoledronsäure-Gruppe: 17,1 [95%KI 15-19,4] Cave: bei Betrachtung des absoluten Unterschieds überlappen die Konfidenzintervalle! Nichtunterlegenheit Denosumab: HR 0,82 [95%KI 0,71-0,92] p=0,0002 Überlegenheit Denosumab: s.o. p=0,008 2. Rate an Progression Denosumab + Zoledronsäure im Median 8,4 Mo n.s. 3. Gesamtüberleben Zoledronsäure im Median 19,8 Mo n.s. 4. Nebenwirkungen Viele NW n.s., hier nur aufgeführt die mit Unterschieden a. Grade 3 o. 4 adverse events nach CTCAE (Common Terminology Criteria for Adverse Events ) Denosumab Gruppe: 72% Zoledronsäure Gruppe 66% p< 0,01 b. Hypokalzämie Denosumab Gruppe: 13% Zoledronsäure Gruppe: 6% p< 0,0001 c. Kiefernekrose Denosumab Gruppe: 2% (n=22) Zoledronsäure Gruppe: 1% (n=8) p = 0,09 d. Auftreten eines weiteren Malignoms Denosumab Gruppe: 2% (n=18) Zoledronsäure Gruppe: 1% (n=10) p = 0,13 5. Lebensqualität: nicht erfasst. |
Randomisierung ok. in Gruppe mit Zoledronsäure: 4% mehr Patienten>65J , 3,7Mo länger von ED bis Randomisierung., 2,5 Mo länger von ED Knochenmet. bis Randomisierung. Studie ist von AMGEN gesponsert. (AMGEN sammelte die Daten und machte die Auswertung) Studie als Non-inferioeritätsstudie angelegt, sekundär auch Auswertung auf Superiorität |
1+ |
|
Autoren Jahr |
Literaturtyp |
untersuchte Studien/ |
Welche Behandlungen wurden geprüft |
Befunde in Bezug auf Therapie-Wirkungen und Überleben |
Methodische Besonder |
LoE |
Literaturbelege |
|
Yuen 2006 |
Syst. Review/ Meta-analyse |
10 RCTs aus syst. Suche in Medline, Embase, DARE, AMED, CENTRAL, LILACS bis April 2005 |
Bisphosphonate vs. Placebo o. keine Therapie bei Knochen-Metastasen durch PCa |
Signifikante Ergebnisse: bessere Schmerzreduktion in Bisphosphonat-Gruppe (OR 1,54, 95%CI 0,97-2,44, p=0,07 bzw. nach Re-Analyse OR 1,64, 95%CI 1,02-2,61, p=0,04) weniger „skeletal events“ (path. Fraktur, Hyperkalzämie, Indikation zur Radiotherapie, Rückenmarkkompression, Indikation zur Chirurgie) in Bisphosphonat-Gruppe (OR 0,79, 95%CI 0,62-1,0, p=0,05) mehr Übelkeit in Bisphosphonat-Gruppe (OR 1,35, 95%CI 1,02-1,77, p=0,03) nicht signifikant: mittlerer Schmerz-Score, Analgetika-Verbrauch, Frakturen, Rückenmarkkompression, Knochenbestrahlung, Knochenchirurgie, OS, DP, radiologisches Ansprechen, QoL, Erbrechen, Anämie, Knochenschmerz, Nierentoxizität |
untersch. Bisphosphonate, wenige signifikante Ergebnisse, unterschiedl. Definitionen der Studien, signifikante Schmerzreduktion signifikant in Abhängigkeit von Analyse-Technik |
1+ |
Adami 1989, Dearnaley 2003, Elomma 1992, Ernst 2003, Kylmala 1993, Kylmala 1997, Saad 2002, Small 2003, Smith 1989, Strang 1997 |
|
Zitat |
Population |
Intervention |
Studiendesign |
Ergebnisse |
Methodische Qualität |
LoE |
|
N. D. James. Clinical Outcomes and Survival Following Treatment of Metastatic Castrate-Refractory Prostate Cancer With Docetaxel Alone or With Strontium-89, Zoledronic Acid, or Both: The TRAPEZE Randomized Clinical Trial. JAMA Oncol 2 (4):493-499, 2016. |
pat.s with progressive |
docetaxel alone or with ZA, Sr89, or both |
randomized, open-label, phase 3 trial |
Clinical Progression-Free Survival: |
Randomisierung? - ja |
1+ |
|
T. Kamba. A phase III multicenter, randomized, controlled study of combined androgen blockade with versus without zoledronic acid in prostate cancer patients with metastatic bone disease: results of the ZAPCA trial. Int J Clin Oncol, 2016. |
n = 227 men with treatment-naive |
ZA w/ combined |
randomized, open-label, phase 3 trial |
median TTTF: |
Randomisierung? - ja |
1(+) |
|
M. R. Smith. Randomized controlled trial of early zoledronic acid in men with castration-sensitive prostate cancer and bone metastases: results of CALGB 90202 (alliance). J Clin Oncol 32 (11):1143-1150, 2014. |
n = 645 patients |
ZA or placebo every 4w |
randomized, blinded, phase 3 trial |
time to first SRE: |
Randomisierung? - ja |
1+ |
|
M. R. Smith. Denosumab for the prevention of skeletal complications in metastatic castration-resistant prostate cancer: comparison of skeletal-related events and symptomatic skeletal events. Ann Oncol 26 (2):368-374, 2015. |
pat.s with bone metastasis, ECOG status ≤2 |
s.c. denosumab |
randomized, blinded, phase 3 trial |
first on-study SSE: fewer pat.s in denosumab arm (n = 241) vs. ZA arm (n = 289); similar results for first on-study SRE |
Randomisierung? - ja |
1- |
7.5 EvT 7.51
|
Autor, Jahr/ |
Anzahl der Patienten/ |
Intervention/ |
Vergleichs-intervention |
Outcomes |
Ergebnisse |
Bemerkungen |
Evidenz-niveau |
|
Fizazi K. et al, 2011 RCT Multizentrisch |
N=1904 Pat. mit kastrationsresistenem PCa und Knochenmetastasen ohne vorausgegangene Bisphosphonattherapie |
950 Pat mit Denosumab 120mg s.c. +i.v. Placebo Med. Follow up : 12,2Mo |
951 Pat. mit Zoledronsäure i.v.4mg + s.c. Placebo Med. Follow up : 11,2 Mo
|
Zeit bis zum Auftreten des 1. Skeletal Related Events (SRE) Rate an Progression Gesamtüberleben Nebenwirkungen Lebensqualität |
Anteil Patienten mit SRE Denosumab: 36% (n=341) Zoledronsäure: 41% (n=386) 1. Zeit bis zum Auftreten des 1. skeletal Related Events (Monate) Denosumab-Gruppe: 20,7 [95%KI 18,8-24,9%] Zoledronsäure-Gruppe: 17,1 [95%KI 15-19,4] Cave: bei Betrachtung des absoluten Unterschieds überlappen die Konfidenzintervalle! Nichtunterlegenheit Denosumab: HR 0,82 [95%KI 0,71-0,92] p=0,0002 Überlegenheit Denosumab: s.o. p=0,008 2. Rate an Progression Denosumab + Zoledronsäure im Median 8,4 Mo n.s. 3. Gesamtüberleben Zoledronsäure im Median 19,8 Mo n.s. 4. Nebenwirkungen Viele NW n.s., hier nur aufgeführt die mit Unterschieden a. Grade 3 o. 4 adverse events nach CTCAE (Common Terminology Criteria for Adverse Events ) Denosumab Gruppe: 72% Zoledronsäure Gruppe 66% p< 0,01 b. Hypokalzämie Denosumab Gruppe: 13% Zoledronsäure Gruppe: 6% p< 0,0001 c. Kiefernekrose Denosumab Gruppe: 2% (n=22) Zoledronsäure Gruppe: 1% (n=8) p = 0,09 d. Auftreten eines weiteren Malignoms Denosumab Gruppe: 2% (n=18) Zoledronsäure Gruppe: 1% (n=10) p = 0,13 5. Lebensqualität: nicht erfasst. |
Randomisierung ok. in Gruppe mit Zoledronsäure: 4% mehr Patienten>65J , 3,7Mo länger von ED bis Randomisierung., 2,5 Mo länger von ED Knochenmet. bis Randomisierung. Studie ist von AMGEN gesponsert. (AMGEN sammelte die Daten und machte die Auswertung) Studie als Non-inferioeritätsstudie angelegt, sekundär auch Auswertung auf Superiorität |
1+ |
|
Autoren Jahr |
Literaturtyp |
untersuchte Studien/ |
Welche Behandlungen wurden geprüft |
Befunde in Bezug auf Therapie-Wirkungen und Überleben |
Methodische Besonder |
LoE |
Literaturbelege |
|
Yuen 2006 |
Syst. Review/ Meta-analyse |
10 RCTs aus syst. Suche in Medline, Embase, DARE, AMED, CENTRAL, LILACS bis April 2005 |
Bisphosphonate vs. Placebo o. keine Therapie bei Knochen-Metastasen durch PCa |
Signifikante Ergebnisse: bessere Schmerzreduktion in Bisphosphonat-Gruppe (OR 1,54, 95%CI 0,97-2,44, p=0,07 bzw. nach Re-Analyse OR 1,64, 95%CI 1,02-2,61, p=0,04) weniger „skeletal events“ (path. Fraktur, Hyperkalzämie, Indikation zur Radiotherapie, Rückenmarkkompression, Indikation zur Chirurgie) in Bisphosphonat-Gruppe (OR 0,79, 95%CI 0,62-1,0, p=0,05) mehr Übelkeit in Bisphosphonat-Gruppe (OR 1,35, 95%CI 1,02-1,77, p=0,03) nicht signifikant: mittlerer Schmerz-Score, Analgetika-Verbrauch, Frakturen, Rückenmarkkompression, Knochenbestrahlung, Knochenchirurgie, OS, DP, radiologisches Ansprechen, QoL, Erbrechen, Anämie, Knochenschmerz, Nierentoxizität |
untersch. Bisphosphonate, wenige signifikante Ergebnisse, unterschiedl. Definitionen der Studien, signifikante Schmerzreduktion signifikant in Abhängigkeit von Analyse-Technik |
1+ |
Adami 1989, Dearnaley 2003, Elomma 1992, Ernst 2003, Kylmala 1993, Kylmala 1997, Saad 2002, Small 2003, Smith 1989, Strang 1997 |
7.5 EvT 7.52
|
Autor, Jahr/ |
Anzahl der Patienten/ |
Intervention/ |
Vergleichs-intervention |
Outcomes |
Ergebnisse |
Bemerkungen |
Evidenz-niveau |
|
Fizazi K. et al, 2011 RCT Multizentrisch |
N=1904 Pat. mit kastrationsresistenem PCa und Knochenmetastasen ohne vorausgegangene Bisphosphonattherapie |
950 Pat mit Denosumab 120mg s.c. +i.v. Placebo Med. Follow up : 12,2Mo |
951 Pat. mit Zoledronsäure i.v.4mg + s.c. Placebo Med. Follow up : 11,2 Mo
|
Zeit bis zum Auftreten des 1. Skeletal Related Events (SRE) Rate an Progression Gesamtüberleben Nebenwirkungen Lebensqualität |
Anteil Patienten mit SRE Denosumab: 36% (n=341) Zoledronsäure: 41% (n=386) 1. Zeit bis zum Auftreten des 1. skeletal Related Events (Monate) Denosumab-Gruppe: 20,7 [95%KI 18,8-24,9%] Zoledronsäure-Gruppe: 17,1 [95%KI 15-19,4] Cave: bei Betrachtung des absoluten Unterschieds überlappen die Konfidenzintervalle! Nichtunterlegenheit Denosumab: HR 0,82 [95%KI 0,71-0,92] p=0,0002 Überlegenheit Denosumab: s.o. p=0,008 2. Rate an Progression Denosumab + Zoledronsäure im Median 8,4 Mo n.s. 3. Gesamtüberleben Zoledronsäure im Median 19,8 Mo n.s. 4. Nebenwirkungen Viele NW n.s., hier nur aufgeführt die mit Unterschieden a. Grade 3 o. 4 adverse events nach CTCAE (Common Terminology Criteria for Adverse Events ) Denosumab Gruppe: 72% Zoledronsäure Gruppe 66% p< 0,01 b. Hypokalzämie Denosumab Gruppe: 13% Zoledronsäure Gruppe: 6% p< 0,0001 c. Kiefernekrose Denosumab Gruppe: 2% (n=22) Zoledronsäure Gruppe: 1% (n=8) p = 0,09 d. Auftreten eines weiteren Malignoms Denosumab Gruppe: 2% (n=18) Zoledronsäure Gruppe: 1% (n=10) p = 0,13 5. Lebensqualität: nicht erfasst. |
Randomisierung ok. in Gruppe mit Zoledronsäure: 4% mehr Patienten>65J , 3,7Mo länger von ED bis Randomisierung., 2,5 Mo länger von ED Knochenmet. bis Randomisierung. Studie ist von AMGEN gesponsert. (AMGEN sammelte die Daten und machte die Auswertung) Studie als Non-inferioeritätsstudie angelegt, sekundär auch Auswertung auf Superiorität |
1+ |
Mit welcher Bildgebungsmodalität und in welchem Intervall sollte das Therapiemonitoring des mHSPC und mCRPC erfolgen?
P: Patienten mit mHSPC und mCRPC
I: CT+Knochenszintigraphie
C: PET-CT, MRT
O: rPFS (klinischer Progress, bildgebender Progress, biochemischer Progress), Zeit bis zur nächsten Tumortherapie/Kastrationsresistenz/ skelettale Ereignisse)
|
Referenz |
Studien-charakteris-tika/LoE |
Studienziel |
Patienten- merkmale |
Inter-vention |
Kontrolle |
Ergebnisse |
Schluss-folgerungen des Autors |
Methodische Bemerkungen |
|
indirekte Evidenz |
||||||||
|
Systematische Reviews |
||||||||
|
|
Systematic Review with meta-analysis n=36 studies case report/ animal experiment (n=1) retrospective study (n=29) prospective study (n=6) search period: January 2010-July 2022 LoE: 2- |
To review current data in the literature regarding the impact of antiandrogen therapy on PSMA expression of metastatic sites and the role of serial (baseline and at least 1 follow-up scan) PSMA PET to assess treatment response in patients with metastatic prostate cancer. |
patients with advanced prostate cancer |
PSMA PET/CT |
Role of serial PSMA PET/CT in assessing treatment responses in metastatic prostate cancer Growing evidence favors PSMA PET imaging in assessing treatment responses after 177Lu-PSMA radioligand therapy Preliminary evidence indicates the value of PSMA PET for assessment of the treatment response in patients receiving systemic treatment for metastastic prostate cancer heterogeneity of the PSMA PET parameters used to evaluate treatment responses indicates a need for reliable and reproducible standardized PSMA PET response criteria |
PSMA flare following antiandrogen therapy seems to be an early event and thus PET scans should be performed no earlier than 3 mo after the start of treatment. If further studies validate the use of treatment assessment criteria, PSMA PET could be included in the next Prostate Cancer Working Group recommendations for assessing treatment responses and integrated into routine clinical practice. |
AMSTAR 2 no a priori protocol, search only in one database, no exclusion list of studies, no RoB discussion of included studies RoB of included studies not determined Conflict of Interest: reported in detail in the article Funding: none |
|
|
|
Systematic Review n=40 prognostic studies Australia, Belgium, China, Germany, India, Italy, Netherlands, Spain, Turkey, USA Search date: January 2010 – October 2021 LoE: 2+ |
The aim of this systematic review was to evaluate the role of PSMA- and choline-PET for response assessment in PCa, and their potential role as biomarkers for local radiotherapy and systemic treatment evaluations. |
n=1994 patients with PCa |
PSMA-PET or choline-PET |
Radiotherapy and PET Imaging with PSMA or Choline (n=23 studies) PSMA PET was an independent factor, and when negative (no pathological PSMA uptake), it predicted a high response and PFS after a median follow-up of one year from fossa salvage radiotherapy (n=1 study) post-treatment choline PET/CT was able to identify most patients with a complete or partial metabolic response Chemotherapy and PET Imaging with PSMA or Choline (n=7 studies) post-docetaxel scan was performed in different ranges of time criteria of response to therapy varied from EORTC to change in SUVs or PERCIST criteria no correlation among [11C]Choline PET metrics, RECIST, and clinical criteria for the evaluation of response to the first-line docetaxel in patients with mCRPC (n=1 study) [11C]Choline PET/CT may be useful for monitoring the effects of neoadjuvant chemotherapy in locally advanced and high-risk patients (n=1 study, 11 patients) patients with mCRPC undergoing first-line docetaxel, [11C]Choline PET/CT was able to identify those with a decrease in PSA during therapy, despite radiological progression.Based on the radiological data, the clinical effect would be a misclassification of patients with an unfavorable prognosis, although a biochemical response to therapy (n=1) utility of [18F]Choline PET/CT in patients undergoing first-line docetaxel, mainly reporting the utility of PET parameters in the prediction of PFS and OS (n=1 study) [68Ga]PSMA-11 for the monitoring of response to docetaxel, with the initial results suggesting that [68Ga]PSMA-11 PET/CT might be superior to conventional imaging in the evaluation of response to chemotherapy, either in mHSPC or mCRPC (n=2 studies) total baseline PSMA-derived tumor volume (TV-PSMA) may be predictive of response to first-line docetaxel, thus delineating the opportunity to use it as a reliable tool for survival assessment in mCRPC (n=2 studies) Enzalutamide/ Abiraterone and PET Imaging with PSMA or Choline (n=4 studies) period from the ongoing therapy or the end of therapy and PET scan was completely different across all the selected studies baseline SUVmax and the reduction in metabolic tumor volume (MTV) on the second [18F]Choline PET scan might predict the efficacy of the therapy (n=2 studies) potential utility of the combination between decreases in PSA and [18F]Choline SUVmax for the prediction of PFS in mCRPC (n=1 study) [18F]Choline PET/CT in monitoring the response to abiraterone in mCRPC, showing its promising role for the prediction of clinical outcomes beyond PSA response Data about radiolabeled PSMA in this setting are sparse and heterogeneous (n=3 studies) Radium223 and PET Imaging with PSMA or Choline (n=3 studies) assessment of disease extension was made by using the combination of PSMA PET and bone scan, radionuclide therapy with [223Ra]dichloride was more effective, mainly regarding the changes in PSA levels during treatment, strategy of the combination of molecular imaging seems promising for the assessment of disease extension, and thus in predicting the response to alpha-therapy with [223Ra]dichloride (n=1 study, 63 mCRPC patients) |
Only a few papers about the utility of [68Ga]PSMA-11 and [18F] Choline PET/CT for the assessment of response to radiotherapy are available. Data are scarce in this setting, and it would be interesting to assess whether the metabolic response assessed by molecular imaging has an impact on the local and distant control of the disease. A visual or qualitative score would be more reproducible for the evaluation of response to systemic or local therapy in patients with recurrent PCa. The role of molecular imaging for the definition of response to chemotherapy or new hormonal agents, either as neoadjuvant or palliative–curative treatment, is still uncertain. PSMA expression’s reduction on PET/CT were strong predictors of response to enzalutamide and abiraterone and it was associated with time to progression and OS. Therefore, the loss of expression of PSMA in patients with mCRPC would be monitored if a therapy with 177-Lu PSMA is started. |
AMSTAR 2 no a priori protocol, no exclusion list of studies, no RoB discussion of included studies RoB of included studies Majority of papers were at low risk of bias and applicability. Only the analysis of the potential bias was unclear in many reports. Conflict of Interest: none Funding: no external funding |
|
|
|
Systematic Review with meta-analysis n=10 retrospective cohort studies Austria, Germany, India, Turkey Search date: until August 2020 LoE: 2++ |
Assessing the concordance between response evaluation using PSMA PET and serum PSA level after systemic treatment and the association between PSMA PET and OS in mCRPC patients. |
n= 247 patients with mCRPC Treatment 177Lu-PSMA radionuclide therapy (n=5 studies) taxane-based chemotherapy (n=3 studies) 223Ra radionuclide therapy (n=1 study) Mixed: 223Ra/cabazitaxel/docetaxel/abiraterone/enzalutamide (n=1 study) |
PSMA PET, PET/CT or PET/MRI |
PSA |
PET Timing After last cycle/after completion or termination (n=3 studies) After ≥3 cycles (n=3 studies) after 6 cycle abiraterone or enzalutamide: at 3 mo (n=1 study) after radionuclide therapy (n=1 study) after 3-4 cycles (n=1) after 2 cycles (n=1) Concordance Rate between PSA and PSMA Response (n=10 studies) 0.73 (95% CI 0.67–0.79), I²=11% Subgroup analysis stratified to therapeutic agents 177Lu-PSMA (n=5): 0.78 (95% CI 0.71-0.85), I²=0% Chemotherapy (n=3): 0.78 (95% CI 0.71-0.85), I²=0% Directionality of Discordant Responses between PSA and PSMA (n=10 studies) PSA response and PSMA non-response 0.13 (95% CI 0.08–0.20), I²=36% PSMA response and PSA non-response 0.12 (95% CI 0.08–0.17), I²=0% Correlation between PSMA Response and Clinical Outcome OS (n=4 studies) decrease in PSMA-TV or TL-PSMA was associated with better OS, while a decrease in SUVpeak, SUVmax, or serum PSA level was not in patients undergoing 177Lu radionuclide therapy (n=1 study) significantly longer OS in responders based on both PSMA-TV or serum PSA level, whereas summed SUVmean and RECIST evaluation were not associated with OS in patients using 177Lu radionuclide therapy (n=1 study) patients were treated with mixed therapeutic agents, neither PET (using PSMA-TV, summed SUVmax, summed SUVmean, summed SUVpeak), RECIST, nor PSA evaluation were associated with OS (n=1 study) decline in SUVpeak > 30% to 177Lu radionuclide therapy was not associated with OS (n=1 study) no study assessing the correlation between rPFS and PSMA response |
PSA and PSMA PET response assessments are discordant in nearly a fourth of patients with mCRPC undergoing systemic treatments. Results were consistent across different therapeutic agents and PET response criteria. |
PROSPERO study protocol: CRD42020206349 AMSTAR 2 no hand search (e. g. reference lists of included studies), no exclusion list of studies RoB of included studies The overall quality of studies was considered good. Unclear domains: consecutive patient inclusion (n=3 studies) PET response criterion was unclear (n=1) interval between PSA and PSMA PET response evaluation was nor reported (n=2) Conflict of Interest: none Funding: This research was funded in part through the NIH/NCI Cancer Center Support Grant |
|
|
Systematic review n=11 cohort studies Search date: February 19th 2018 LoE: 2- |
To review the current literature and discuss potential future roles of the novel PET tracers targeting the PSMA in patients with CRPC. |
n=289 patients with CRPC |
PSMA-PET |
PSMA-PET detected more metastatic lesions compared to conventional bone scan PSMA‑PET for response assessment (n=3 retrospective cohort studies, 79 patients) no clear consensus exists regarding treatment response assessment in PSMA-PET scans for mCRPC patients undergoing treatment Seitz et al. (2017) (n=16 men with CRPC) results of PSMA-PET–CT scans before and after 3 cycles of docetaxel: PSA vs. PSMA PET: concordant (n=9/16, 56%) PSA vs. CT: concordant (n=4/12, 33%) Ahmadzadefar et al. (2017) (n=32) PSMA-PET–CT could represent a better tool then PSA to assess treatment response after Ra-223-dichloride Bieth et al. (2017) (n=31 men with CRPC) PSMA-PET–CT images were used to calculate two new indices incorporating the percentage of bone volume and average SUV |
Compared to bone scan, PSMA-PET is more sensitive and specific to detect metastases but the therapeutic consequences of PSMA-PET results in the setting of CRPC remain unclear. Until future studies define the role of PSMA-PET in patients with CRPC, the current standard for imaging remains bone scan and computerized tomography. |
AMSTAR 2 no a priori protocol, search only in one database, reference lists and one clinical trial register, no exclusion list of studies, no RoB discussion of included studies RoB of included studies not determined Conflict of Interest: none Funding: not reported |
|
Literaturhinweise
[774] Dutch Urological Association, Prostate Cancer. Nation-wide guideline. Version 1.0Dutch Urological Association, 2007.
[775] Amling, C.L., Bergstralh, E.J., Blute, M.L., Slezak, J.M., Zincke, H., Defining prostate specific antigen progression after radical prostatectomy: what is the most appropriate cut point?, J Urol, 2001. 165(4): p. 1146-1151., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11257657
[776] Stephenson, A.J., Kattan, M.W., Eastham, J.A., Dotan, Z.A., Bianco, F.J., Jr., Lilja, H., et.al. Defining biochemical recurrence of prostate cancer after radical prostatectomy: a proposal for a standardized definition, J. Clin. Oncol, 2006. 24(24): p. 3973-3978., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16921049
[777] Freedland, S.J., Sutter, M.E., Dorey, F., Aronson, W.J., Defining the ideal cutpoint for determining PSA recurrence after radical prostatectomy. Prostate-specific antigen, Urology, 2003. 61(2): p. 365-369., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12597949
[405] Heidenreich, A., Aus, G., Abbou, C.C., Bolla, M., Joniau, S., Matveev, V., et.al. EAU guidelines on prostate cancerEAU, 2007.
[778] Roach, M., III, Hanks, G., Thames, H., Jr., Schellhammer, P., Shipley, W.U., Sokol, G.H., et.al. Defining biochemical failure following radiotherapy with or without hormonal therapy in men with clinically localized prostate cancer: recommendations of the RTOG-ASTRO Phoenix Consensus Conference, Int. J. Radiat. Oncol. Biol. Phys, 2006. 65(4): p. 965-974., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16798415
[779] National Collaborating Centre for Cancer, National Institute for Health and Clinical Excellence (NICE), Prostate Cancer: diagnosis and treatment, 2008., http://www.nice.org.uk/Guidance/CG58
[780] Foster, L.S., Jajodia, P., Fournier, G., Jr., Shinohara, K., Carroll, P., Narayan, P., The value of prostate specific antigen and transrectal ultrasound guided biopsy in detecting prostatic fossa recurrences following radical prostatectomy, J Urol, 1993. 149(5): p. 1024-1028., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7683341
[781] Fowler, J.E., Jr., Brooks, J., Pandey, P., Seaver, L.E., Variable histology of anastomotic biopsies with detectable prostate specific antigen after radical prostatectomy, J Urol, 1995. 153(3 Pt 2): p. 1011-1014., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7531783
[782] Heidenreich, A., Bolla, M., Joniau, S., van der Kwast, T.H., Matveev, V., Mason, M.D., et.al. EAU guidelines on prostate cancerEAU, 2009.
[783] Nguyen, P.L., D'Amico, A.V., Lee, A.K., Suh, W.W., Patient selection, cancer control, and complications after salvage local therapy for postradiation prostate-specific antigen failure: a systematic review of the literature, Cancer, 2007. 110(7): p. 1417-1428., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17694553
[784] Adler, G., Seufferlein, T., [Hope and disappointment in cancer medicine], Z Arztl Fortbild Qualitatssich, 2007. 101: p. 287-92., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17711253
[785] Pfister, D., Porres, D., Heidenreich, A., Heidegger, I., Knuechel, R., Steib, F., et.al. Detection of recurrent prostate cancer lesions before salvage lymphadenectomy is more accurate with Ga-PSMA-HBED-CC than with F-Fluoroethylcholine PET/CT, Eur J Nucl Med Mol Imaging, 2016., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26993315
[786] Sterzing, F., Kratochwil, C., Fiedler, H., Katayama, S., Habl, G., Kopka, K., et.al. (68)Ga-PSMA-11 PET/CT: a new technique with high potential for the radiotherapeutic management of prostate cancer patients, Eur J Nucl Med Mol Imaging, 2016. 43(1): p. 34-41., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26404016
[787] Morigi, J.J., Stricker, P.D., van Leeuwen, P.J., Tang, R., Ho, B., Nguyen, Q., et.al. Prospective Comparison of 18F-Fluoromethylcholine Versus 68Ga-PSMA PET/CT in Prostate Cancer Patients Who Have Rising PSA After Curative Treatment and Are Being Considered for Targeted Therapy, J Nucl Med, 2015. 56(8): p. 1185-1190., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26112024
[788] Afshar-Oromieh, A., Zechmann, C.M., Malcher, A., Eder, M., Eisenhut, M., Linhart, H.G., et.al. Comparison of PET imaging with a (68)Ga-labelled PSMA ligand and (18)F-choline-based PET/CT for the diagnosis of recurrent prostate cancer, Eur J Nucl Med Mol Imaging, 2014. 41(1): p. 11-20., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24072344
[789] van Leeuwen, P.J., Stricker, P., Hruby, G., Kneebone, A., Ting, F., Thompson, B., et.al. (68) Ga-PSMA has a high detection rate of prostate cancer recurrence outside the prostatic fossa in patients being considered for salvage radiation treatment, BJU Int, 2016. 117(5): p. 732-739., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26683282
[790] Shakespeare, T.P., Effect of prostate-specific membrane antigen positron emission tomography on the decision-making of radiation oncologists, Radiat Oncol, 2015. 10: p. 233., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26582424
[791] Emmett, L, Tang, R, Nandurkar, R, Hruby, G, Roach, P, Watts, JA, et.al. 3-Year Freedom from Progression After , J Nucl Med, 2020. 61 (6)(6): p. 866-872., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31676727/
[792] Meijer, D, Eppinga, WSC, Mohede, RM, Vanneste, BGL, Meijnen, P, Meijer, OWM, et.al. Prostate-specific Membrane Antigen Positron Emission Tomography/Computed Tomography Is Associated with Improved Oncological Outcome in Men Treated with Salvage Radiation Therapy for Biochemically Recurrent Prostate Cancer., Eur Urol Oncol, 2022. 5 (2)(2): p. 146-152., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35074282/
[793] Pound, C.R., Partin, A.W., Eisenberger, M.A., Chan, D.W., Pearson, J.D., Walsh, P.C., Natural history of progression after PSA elevation following radical prostatectomy, JAMA, 1999. 281(17): p. 1591-1597., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10235151
[90] BEKANNTGABEN DER HERAUSGEBER: Bundesärztekammer Aktualisierung der Richtlinie der Bundesärztekammer zur Qualitätssicherung laboratoriumsmedizinischer Untersuchungen – Rili-BÄK Dtsch Arztebl 2023; 120(21-22): A-994 / B-858, 2023., DOI:, 10.3238/arztebl.2023.rili_baek_QS_Labor
[794] Horwitz, E.M., Thames, H.D., Kuban, D.A., Levy, L.B., Kupelian, P.A., Martinez, A.A., et.al. Definitions of biochemical failure that best predict clinical failure in patients with prostate cancer treated with external beam radiation alone: a multi-institutional pooled analysis, J Urol, 2005. 173(3): p. 797-802., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15711272
[795] Fitch, D.L., McGrath, S., Martinez, A.A., Vicini, F.A., Kestin, L.L., Unification of a common biochemical failure definition for prostate cancer treated with brachytherapy or external beam radiotherapy with or without androgen deprivation, Int J Radiat Oncol Biol Phys, 2006. 66(5): p. 1430-1439., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16765527
[796] Buyyounouski, M.K., Hanlon, A.L., Eisenberg, D.F., Horwitz, E.M., Feigenberg, S.J., Uzzo, R.G., et.al. Defining biochemical failure after radiotherapy with and without androgen deprivation for prostate cancer, Int J Radiat Oncol Biol Phys, 2005. 63(5): p. 1455-1462., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16169682
[797] Denham, J.W., Kumar, M., Gleeson, P.S., Lamb, D.S., Joseph, D., Atkinson, C., et.al. Recognizing false biochemical failure calls after radiation with or without neo-adjuvant androgen deprivation for prostate cancer, Int J Radiat Oncol Biol Phys, 2009. 74(2): p. 404-411., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19176272
[798] Crook, J., Malone, S., Perry, G., Bahadur, Y., Robertson, S., Abdolell, M., Postradiotherapy prostate biopsies: what do they really mean? Results for 498 patients, Int J Radiat Oncol Biol Phys, 2000. 48(2): p. 355-367., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10974448
[799] Scardino, P.T., The prognostic significance of biopsies after radiotherapy for prostatic cancer, Semin. Urol, 1983. 1(4): p. 243-252., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/6399610
[800] Fendler, WP, Calais, J, Eiber, M, Flavell, RR, Mishoe, A, Feng, FY, et.al. Assessment of 68Ga-PSMA-11 PET Accuracy in Localizing Recurrent Prostate Cancer: A Prospective Single-Arm Clinical Trial., JAMA Oncol, 2019. 5 (6)(6): p. 856-863., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30920593/
[801] Fendler, WP, Ferdinandus, J, Czernin, J, Eiber, M, Flavell, RR, Behr, SC, et.al. Impact of , J Nucl Med, 2020. 61 (12)(12): p. 1793-1799., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32358094/
[802] Morris, MJ, Rowe, SP, Gorin, MA, Saperstein, L, Pouliot, F, Josephson, D, et.al. Diagnostic Performance of , Clin Cancer Res, 2021. 27 (13)(13): p. 3674-3682., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33622706/
[803] Fleming, MT, Hermsen, R, Purysko, AS, Chau, A, Davis, P, Chapin, BF, et.al. True-Positive , J Nucl Med, 2024. 65 (7)(7): p. 1080-1086., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38782456/
[804] Perera, M., Papa, N., Christidis, D., Wetherell, D., Hofman, M.S., Murphy, D.G., et.al. Sensitivity, Specificity, and Predictors of Positive 68Ga-Prostate-specific Membrane Antigen Positron Emission Tomography in Advanced Prostate Cancer: A Systematic Review and Meta-analysis, Eur Urol, 2016., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27363387
[805] EAU - EANM - ESTRO - ESUR - ISUP – SIOG, Prostate Cancer, 2024.
[806] Scattoni, V., Picchio, M., Suardi, N., Messa, C., Freschi, M., Roscigno, M., et.al. Detection of lymph-node metastases with integrated [11C]choline PET/CT in patients with PSA failure after radical retropubic prostatectomy: results confirmed by open pelvic-retroperitoneal lymphadenectomy, Eur. Urol, 2007. 52(2): p. 423-429., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17397992
[807] Gomez, P., Manoharan, M., Kim, S.S., Soloway, M.S., Radionuclide bone scintigraphy in patients with biochemical recurrence after radical prostatectomy: when is it indicated?, BJU Int, 2004. 94(3): p. 299-302., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15291855
[808] Tilki, D., Preisser, F., Graefen, M., Huland, H., Pompe, R.S., External Validation of the European Association of Urology Biochemical Recurrence Risk Groups to Predict Metastasis and Mortality After Radical Prostatectomy in a European Cohort, Eur Urol, 2019. 75(6): p. 896-900., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30955970/
[809] van den Broeck, T., van den Bergh, R.C.N., Arfi, N., Gross, T., Moris, L., Briers, E., et.al. Prognostic Value of Biochemical Recurrence Following Treatment with Curative Intent for Prostate Cancer, Eur Urol, 2019. 75(6): p. 967-987., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30342843/
[810] Freedland, SJ, de Almeida Luz, M, De Giorgi, U, Gleave, M, Gotto, GT, Pieczonka, CM, et.al. Improved Outcomes with Enzalutamide in Biochemically Recurrent Prostate Cancer., N Engl J Med, 2023. 389 (16)(16): p. 1453-1465., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37851874/
[736] Cornford, P., van den Bergh, R. C. N., Briers, E., Van den Broeck, T., Cumberbatch, M. G., De Santis, M., et.al. EAU-EANM-ESTRO-ESUR-SIOG Guidelines on Prostate Cancer. Part II-2020 Update: Treatment of Relapsing and Metastatic Prostate Cancer, Eur Urol, 2021. 79(2): p. 263-282., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/33039206
[811] Carrie, C., Magné, N., Burban-Provost, P., Sargos, P., Latorzeff, I., Lagrange, J. L., et.al. Short-term androgen deprivation therapy combined with radiotherapy as salvage treatment after radical prostatectomy for prostate cancer (GETUG-AFU 16), The Lancet. Oncology, 2019. 20(12): p. 1740-1749., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31629656/
[812] Goluboff, E.T., Prager, D., Rukstalis, D., Giantonio, B., Madorsky, M., Barken, I., et.al. Safety and efficacy of exisulind for treatment of recurrent prostate cancer after radical prostatectomy, J Urol, 2001. 166(3): p. 882-886., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11490238
[813] Moul, J.W., Wu, H., Sun, L., McLeod, D.G., Amling, C., Donahue, T., et.al. Early versus delayed hormonal therapy for prostate specific antigen only recurrence of prostate cancer after radical prostatectomy, J. Urol, 2004. 171(3): p. 1141-1147., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/14767288
[814] Tendulkar, R.D., Agrawal, S., Gao, T., Efstathiou, J.A., Pisansky, T.M., Michalski, J.M., et.al. Contemporary Update of a Multi-Institutional Predictive Nomogram for Salvage Radiotherapy After Radical Prostatectomy, Journal of clinical oncology, 2016. 34(30): p. 3648-3654., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27528718/
[815] Bottke, D., Bartkowiak, D., Siegmann, A., Thamm, R., Böhmer, D., Budach, V., et.al. Effect of early salvage radiotherapy at PSA < 0.5 ng/ml and impact of post-SRT PSA nadir in post-prostatectomy recurrent prostate cancer, Prostate cancer and prostatic diseases, 2019. 22(2): p. 344-349., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30487644/
[816] Shipley, W.U., Seiferheld, W., Lukka, H.R., Major, P.P., Heney, N.M., Grignon, D.J., et.al. Radiation with or without Antiandrogen Therapy in Recurrent Prostate Cancer, The New England journal of medicine, 2017. 376(5): p. 417-428., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28146658/
[817] Wiegel, T., Lohm, G., Bottke, D., Hocht, S., Miller, K., Siegmann, A., et.al. Achieving an undetectable PSA after radiotherapy for biochemical progression after radical prostatectomy is an independent predictor of biochemical outcome--results of a retrospective study, Int. J Radiat. Oncol. Biol. Phys, 2009. 73(4): p. 1009-1016., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18963539
[818] Ghadjar, P., Aebersold, D. M., Albrecht, C., Böhmer, D., Flentje, M., Ganswindt, U., et.al. Use of androgen deprivation and salvage radiation therapy for patients with prostate cancer and biochemical recurrence after prostatectomy, Strahlenther Onkol, 2018. 194(7): p. 619-626., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29383406/
[819] Kishan, A. U., Tendulkar, R.l D., Tran, P. T., Parker, C. C., Nguyen, P. L., Stephenson, A. J., et.al. Optimizing the Timing of Salvage Postprostatectomy Radiotherapy and the Use of Concurrent Hormonal Therapy for Prostate Cancer, European urology oncology, 2018. 1(1): p. 3-18., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31100226/
[820] Spratt, D.E., Dess, R.T., Zumsteg, Z.S., Lin, D.W., Tran, P.T., Morgan, T.M., et.al. A Systematic Review and Framework for the Use of Hormone Therapy with Salvage Radiation Therapy for Recurrent Prostate Cancer, European urology, 2018. 73(2): p. 156-165., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28716370/
[821] Bartkowiak, D., Thamm, R., Siegmann, A., Böhmer, D., Budach, V., Wiegel, T., Lead-time bias does not falsify the efficacy of early salvage radiotherapy for recurrent prostate cancer, Radiotherapy and oncology : journal of the European Society for Therapeutic Radiology and Oncology, 2020. 154: p. 255-259., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32920006/
[822] King, C. R., The dose-response of salvage radiotherapy following radical prostatectomy, Radiotherapy and oncology : journal of the European Society for Therapeutic Radiology and Oncology, 2016. 121(2): p. 199-203., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27863963/
[823] Preisser, F., Chun, F. K. H., Pompe, R. S., Heinze, A., Salomon, G., Graefen, M., et.al. Persistent Prostate-Specific Antigen After Radical Prostatectomy and Its Impact on Oncologic Outcomes, European urology, 2019. 76(1): p. 106-114., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30772034/
[824] Ploussard, G., Fossati, N., Wiegel, T., D'Amico, A., Hofman, M. S., Gillessen, S., et.al. Management of Persistently Elevated Prostate-specific Antigen After Radical Prostatectomy, European urology oncology, 2021. p. [Epub ahead of print]., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33574012/
[825] Wiegel, T., Bartkowiak, D., Bottke, D., Thamm, R., Hinke, A., Stöckle, M., et.al. Prostate-specific antigen persistence after radical prostatectomy as a predictive factor of clinical relapse-free survival and overall survival, International journal of radiation oncology, biology, physics, 2015. 91(2): p. 288-294., www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25445556
[826] Bartkowiak, D., Siegmann, A., Böhmer, D., Budach, V., Wiegel, T., The impact of prostate-specific antigen persistence after radical prostatectomy on the efficacy of salvage radiotherapy in patients with primary N0 prostate cancer, BJU international, 2019. 124(5): p. 785-791., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31220400/
[827] Dess, R. T., Sun, Y., Jackson, W. C., Jairath, N. K., Kishan, A. U., Wallington, D. G., et.al. Association of Presalvage Radiotherapy PSA Levels After Prostatectomy With Outcomes of Long-term Antiandrogen Therapy in Men With Prostate Cancer, JAMA oncology, 2020. 6(5): p. 735-743., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32215583/
[828] Trock, B.J., Han, M., Freedland, S.J., Humphreys, E.B., DeWeese, T.L., Partin, A.W., et.al. Prostate cancer-specific survival following salvage radiotherapy vs observation in men with biochemical recurrence after radical prostatectomy, JAMA, 2008. 299(23): p. 2760-2769., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18560003
[829] van den Broeck, T., van den Bergh, R.C.N., Briers, E., Cornford, P., Cumberbatch, M., Tilki, D., et.al. Biochemical Recurrence in Prostate Cancer, European urology focus, 2020. 6(2): p. 231-234., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31248850/
[830] Ghadjar, P., Hayoz, S., Bernhard, J., Zwahlen, D. R., Hölscher, T., Gut, P., et.al. Acute Toxicity and Quality of Life After Dose-Intensified Salvage Radiation Therapy for Biochemically Recurrent Prostate Cancer After Prostatectomy, Journal of clinical oncology, 2015. 33(35): p. 4158-4166., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26527774/
[831] Heidenreich, A., Richter, S., Thuer, D., Pfister, D., Prognostic parameters, complications, and oncologic and functional outcome of salvage radical prostatectomy for locally recurrent prostate cancer after 21st-century radiotherapy, Eur Urol, 2010. 57(3): p. 437-443., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19303197
[832] Parekh, A., Graham, P.L., Nguyen, P.L., Cancer control and complications of salvage local therapy after failure of radiotherapy for prostate cancer: a systematic review, Semin Radiat Oncol, 2013. 23(3): p. 222-234., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23763889
[833] Crouzet, S., Blana, A., Murat, F.J., Pasticier, G., Brown, S.C., Conti, G.N., et.al. Salvage high-intensity focused ultrasound (HIFU) for locally recurrent prostate cancer after failed radiation therapy: Multi-institutional analysis of 418 patients, BJU Int, 2017. 119(6): p. 896-904., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28063191
[834] Kanthabalan, A., Peters, M., van Vulpen, M., McCartan, N., Hindley, R.G., Emara, A., et.al. Focal salvage high-intensity focused ultrasound in radiorecurrent prostate cancer, BJU Int, 2017. 120(2): p. 246-256., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28258616
[835] Leonardo, C., Simone, G., Papalia, R., Franco, G., Guaglianone, S., Gallucci, M., Salvage radical prostatectomy for recurrent prostate cancer after radiation therapy, Int J Urol, 2009. 16(6): p. 584-586., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19453762
[836] Murat, F.J., Poissonnier, L., Rabilloud, M., Belot, A., Bouvier, R., Rouviere, O., et.al. Mid-term results demonstrate salvage high-intensity focused ultrasound (HIFU) as an effective and acceptably morbid salvage treatment option for locally radiorecurrent prostate cancer, Eur Urol, 2009. 55(3): p. 640-647., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18508188
[837] Heidenreich, A., Bolla, M., Joniau, S., Mason, M.D., Matveev, V., Mottet, N., et.al. EAU guidelines on prostate cancerEAU, 2011.
[838] Bianco, F.J., Jr., Scardino, P.T., Stephenson, A.J., Diblasio, C.J., Fearn, P.A., Eastham, J.A., Long-term oncologic results of salvage radical prostatectomy for locally recurrent prostate cancer after radiotherapy, Int J Radiat Oncol Biol Phys, 2005. 62(2): p. 448-453., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15890586
[839] Heidenreich, A., Semrau, R., Thuer, D., Pfister, D., Die radikale Salvageprostatektomie: Therapie der lokalen Prostatarezidivs nach Strahlentherapie, Urologe A, 2008. 47(11): p. 1441-1446., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18806991
[768] Studer, U.E., Whelan, P., Albrecht, W., Casselman, J., de, Reijke T., Hauri, D., et.al. Immediate or deferred androgen deprivation for patients with prostate cancer not suitable for local treatment with curative intent: European Organisation for Research and Treatment of Cancer (EORTC) Trial 30891, J. Clin. Oncol, 2006. 24(12): p. 1868-1876., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16622261
[840] Kunath, F., Jensen, K., Pinart, M., Kahlmeyer, A., Schmidt, S., Price, C. L., et.al. Early versus deferred standard androgen suppression therapy for advanced hormone-sensitive prostate cancer, The Cochrane database of systematic reviews, 2019. 6: p. CD003506., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31194882/
[841] Fizazi, K., Tran, N.P., Fein, L., Matsubara, N., Rodriguez-Antolin, A., Alekseev, B. Y., et.al. Abiraterone acetate plus prednisone in patients with newly diagnosed high-risk metastatic castration-sensitive prostate cancer (LATITUDE), Lancet Oncol, 2019. 20(5): p. 686-700., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30987939/
[842] Fizazi, K., Tran, N. P., Fein, L., Matsubara, N., Rodriguez-Antolin, A., Alekseev, B. Y., et.al. Abiraterone plus Prednisone in Metastatic, Castration-Sensitive Prostate Cancer, The New England journal of medicine, 2017. 377(4): p. 352-360., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28578607/
[843] Sweeney, C.J., Chen, Y.H., Carducci, M., Liu, G., Jarrard, D.F., Eisenberger, M., et.al. Chemohormonal Therapy in Metastatic Hormone-Sensitive Prostate Cancer, N Engl J Med, 2015. 373(8): p. 737-746., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26244877
[844] Iversen, P., Johansson, J.E., Lodding, P., Kylmala, T., Lundmo, P., Klarskov, P., et.al. Bicalutamide 150 mg in addition to standard care for patients with early non-metastatic prostate cancer: updated results from the Scandinavian Prostate Cancer Period Group-6 Study after a median follow-up period of 7.1 years, Scand J Urol Nephrol, 2006. 40(6): p. 441-452., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17130095
[845] The Medical Research Council Prostate Cancer Working Party Investigators Group, Immediate versus deferred treatment for advanced prostatic cancer: initial results of the Medical Research Council Trial., Br. J. Urol, 1997. 79(2): p. 235-246., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9052476
[846] Boustead, G., Edwards, S.J., Systematic review of early vs deferred hormonal treatment of locally advanced prostate cancer: a meta-analysis of randomized controlled trials, BJU Int, 2007. 99(6): p. 1383-1389., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17346269
[847] Agarwal, N., McQuarrie, K., Bjartell, A., Chowdhury, S., Pereira de Santana Gomes, A.J., Chung, B.H., et.al. Health-related quality of life after apalutamide treatment in patients with metastatic castration-sensitive prostate cancer (TITAN), Lancet Oncol, 2019. 20(11): p. 1518-1530., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31578173/
[848] Chi, K. N., Agarwal, N., Bjartell, A., Chung, B. H., Pereira de Santana Gomes, A. J., Given, R., et.al. Apalutamide for Metastatic, Castration-Sensitive Prostate Cancer, N Engl J Med, 2019. 381(1): p. 13-24., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31150574/
[849] Armstrong, A.J., Szmulewitz, R.Z., Petrylak, D.P., Holzbeierlein, J., Villers, A., Azad, A., et.al. ARCHES: A Randomized, Phase III Study of Androgen Deprivation Therapy With Enzalutamide or Placebo in Men With Metastatic Hormone-Sensitive Prostate Cancer, J Clin Oncol, 2019. 37(32): p. 2974-2986., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31329516/
[850] Smith, MR, Hussain, M, Saad, F, Fizazi, K, Sternberg, CN, Crawford, ED, et.al. Darolutamide and Survival in Metastatic, Hormone-Sensitive Prostate Cancer., N Engl J Med, 2022. 386 (12)(12): p. 1132-1142., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35179323/
[851] Hussain, M, Tombal, B, Saad, F, Fizazi, K, Sternberg, CN, Crawford, ED, et.al. Darolutamide Plus Androgen-Deprivation Therapy and Docetaxel in Metastatic Hormone-Sensitive Prostate Cancer by Disease Volume and Risk Subgroups in the Phase III ARASENS Trial., J Clin Oncol, 2023. 41 (20)(20): p. 3595-3607., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36795843/
[852] Fizazi, K, Foulon, S, Carles, J, Roubaud, G, McDermott, R, Fléchon, A, et.al. Abiraterone plus prednisone added to androgen deprivation therapy and docetaxel in de novo metastatic castration-sensitive prostate cancer (PEACE-1): a multicentre, open-label, randomised, phase 3 study with a 2 × 2 factorial design., Lancet, 2022. 399 (10336)(10336): p. 1695-1707., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35405085/
[853] Mourey, L., Boyle, H.J., Roubaud, G., McDermott, R. S., Supiot, S., Tombal, B. F., et.al. Efficacy and safety of abiraterone acetate plus prednisone and androgen deprivation therapy +/- docetaxel in older patients (‡70 years), with de novo metastatic-castration sensitive prostate cancer, compared to younger patients (<70 years): The PEACE-1 trial, ASCO GU, 2023.
[854] Saad, F, Vjaters, E, Shore, N, Olmos, D, Xing, N, Pereira de Santana Gomes, AJ, et.al. Darolutamide in Combination With Androgen-Deprivation Therapy in Patients With Metastatic Hormone-Sensitive Prostate Cancer From the Phase III ARANOTE Trial., J Clin Oncol, 2024. (): p. JCO2401798., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39279580/
[855] Clarke, N. W., Ali, A., Ingleby, F. C., Hoyle, A., Amos, C. L., Attard, G., et.al. Addition of docetaxel to hormonal therapy in low- and high-burden metastatic hormone sensitive prostate cancer, Annals of oncology : official journal of the European Society for Medical Oncology, 2019. 30(12): p. 1992-2003., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31560068/
[856] Wilt, T.J., air, B., MacDonald, R., Rutks, I., Early versus deferred androgen suppression in the treatment of advanced prostatic cancer, Cochrane. Database. Syst. Rev, 2001. p. CD003506., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11869665
[857] Fizazi, K., Tran, N., Fein, L., Matsubara, N., Rodriguez-Antolin, A., Alekseev, B.Y., et.al. Abiraterone plus Prednisone in Metastatic, Castration-Sensitive Prostate Cancer, N Engl J Med, 2017. 377(4): p. 352-360., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28578607
[858] James, ND, Clarke, NW, Cook, A, Ali, A, Hoyle, AP, Attard, G, et.al. Abiraterone acetate plus prednisolone for metastatic patients starting hormone therapy: 5-year follow-up results from the STAMPEDE randomised trial (NCT00268476)., Int J Cancer, 2022. 151 (3)(3): p. 422-434., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35411939/
[859] European Medicines Agency, Erleada: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels, 2024., https://www.ema.europa.eu/de/documents/product-information/erleada-epar-product-information_de.pdf
[860] European Medicines Agency, Xtandi: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels, 2024., www.ema.europa.eu/de/documents/product-information/xtandi-epar-product-information_de.pdf
[861] European Medicines Agency, Zytiga: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels, 2024., https://www.ema.europa.eu/de/documents/product-information/zytiga-epar-product-information_de.pdf
[862] European Medicines Agency, Nubeqa: Zusammenfassung der Merkmale des Arzneimittels, 2024., http://www.ema.europa.eu/de/documents/product-information/nubeqa-epar-product-information_de.pdf
[863] Walsh, PC, Immediate versus deferred treatment for advanced prostatic cancer: initial results of the Medical Research Council trial. The Medical Research Council Prostate Cancer Working Party Investigators Group., J Urol, 1997. 158 (4)(4): p. 1623-4., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/9302187/
[864] Byar, D.P., Corle, D.K., Hormone therapy for prostate cancer: results of the Veterans Administration Cooperative Urological Research Group studies, NCI. Monogr, 1988. p. 165-170., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/3050535
[865] Zengerling, F, Jakob, JJ, Schmidt, S, Meerpohl, JJ, Blümle, A, Schmucker, C, et.al. Degarelix for treating advanced hormone-sensitive prostate cancer., Cochrane Database Syst Rev, 2021. 8 (8)(8): p. CD012548., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34350976/
[866] Kunath, F, Grobe, HR, Rücker, G, Motschall, E, Antes, G, Dahm, P, et.al. Non-steroidal antiandrogen monotherapy compared with luteinising hormone-releasing hormone agonists or surgical castration monotherapy for advanced prostate cancer., Cochrane Database Syst Rev, 2014. (6)(6): p. CD009266., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24979481/
[867] Yanagisawa, T, Kawada, T, Mori, K, Shim, SR, Mostafaei, H, Sari Motlagh, R, et.al. Impact of performance status on efficacy of systemic therapy for prostate cancer: a meta-analysis., BJU Int, 2023. 132 (4)(4): p. 365-379., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37395151/
[868] Rajwa, P, Yanagisawa, T, Heidegger, I, Zattoni, F, Marra, G, Soeterik, TFW, et.al. Association between age and efficacy of combination systemic therapies in patients with metastatic hormone-sensitive prostate cancer: a systematic review and meta-analysis., Prostate Cancer Prostatic Dis, 2023. 26 (1)(1): p. 170-179., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36284192/
[869] Chi, KN, Chowdhury, S, Bjartell, A, Chung, BH, Pereira de Santana Gomes, AJ, Given, R, et.al. Apalutamide in Patients With Metastatic Castration-Sensitive Prostate Cancer: Final Survival Analysis of the Randomized, Double-Blind, Phase III TITAN Study., J Clin Oncol, 2021. 39 (20)(20): p. 2294-2303., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33914595/
[870] Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im, Gesundheitswesen, Apalutamid (Prostatakarzinom). Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V, IQWiG-Berichte, 2020., https://www.iqwig.de/download/a20-20_apalutamid_nutzenbewertung-35a-sgb-v_v1-0.pdf
[871] Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen, Apalutamid (Prostatakarzinom). Addendum zum Auftrag A20-20. Version: 1.0, IQWiG-Berichte, 2020., https://www.iqwig.de/download/a20-62_apalutamid_addendum-zum-auftrag-a20-20_v1-0.pdf
[872] Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA), Tragende Gründe zum Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses über eine Änderung der Arzneimittel Richtlinie: Anlage XII – Nutzenbewertung von Arzneimitteln mit neuen Wirkstoffen nach § 35a SGB V Apalutamid (neues Anwendungsgebiet: metastasiertes, hormonsensitives Prostata-karzinom (mHSPC)), 2020., https://www.g-ba.de/downloads/40-268-6793/2020-08-20_AM-RL-XII_Apalutamid_D-532_TrG.pdf
[873] Armstrong, AJ, Azad, AA, Iguchi, T, Szmulewitz, RZ, Petrylak, DP, Holzbeierlein, J, et.al. Improved Survival With Enzalutamide in Patients With Metastatic Hormone-Sensitive Prostate Cancer., J Clin Oncol, 2022. 40 (15)(15): p. 1616-1622., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35420921/
[874] Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Dossierbewertung A21-77: Enzalutamid (Prostatakarzinom), Kurzfassung der Nutzenbewertung, 2021. 1.0:, https://www.iqwig.de/download/a21-77_enzalutamid_kurzfassung_nutzenbewertung-35a-sgb-v_v1-0.pdf
[875] Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA), Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses über eine Änderung der Arzneimittel-Richtlinie: Anlage XII – Nutzenbewertung von Arzneimitteln mit neuen Wirkstoffen nach § 35a SGB V: Enzalutamid (Neues Anwendungsgebiet: Prostatakarzinom, metastasiert, hormonsensitiv, Kombination mit Androgenentzugstherapie), 2021., https://www.g-ba.de/downloads/39-261-5129/2021-11-19_AM-RL-XII_Enzalutamid_D-691_BAnz.pdf
[876] James, N.D., de Bono, J.S., Spears, M.R., Clarke, N.W., Mason, M.D., Dearnaley, D.P., et.al. Abiraterone for Prostate Cancer Not Previously Treated with Hormone Therapy, N Engl J Med, 2017. 377(4): p. 338-351., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28578639
[877] Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Abirateronacetat (Prostatakarzinom) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V, IQWiG-Berichte – Nr. 605, 2018. 1.0:, https://www.g-ba.de/downloads/92-975-2220/2017-12-15_Nutzenbewertung-IQWiG_Abirateronacetat-D-337.pdf
[878] Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA), Tragende Gründe zum Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses über eine Änderung der Arzneimittel Richtlinie: Anlage XII – Beschlüsse über die Nutzenbewer-tung von Arzneimitteln mit neuen Wirkstoffen nach § 35a SGB V – Abirateronacetat (neues Anwendungsgebiet: metastasiertes hormonsensitives Prostatakarzinom (mHSPC)), 2018., https://www.g-ba.de/downloads/40-268-5049/2018-06-07_AM-RL-XII_Abirateronacetat-nAWG_D-337_TrG.pdf
[879] James, N.D., Sydes, M.R., Clarke, N.W., Mason, M.D., Dearnaley, D.P., Spears, M.R., et.al. Addition of docetaxel, zoledronic acid, or both to first-line long-term hormone therapy in prostate cancer (STAMPEDE): survival results from an adaptive, multiarm, multistage, platform randomised controlled trial, Lancet, 2016. 387(10024): p. 1163-1177., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26719232
[880] Gravis, G., Fizazi, K., Joly, F., Oudard, S., Priou, F., Esterni, B., et.al. Androgen-deprivation therapy alone or with docetaxel in non-castrate metastatic prostate cancer (GETUG-AFU 15): a randomised, open-label, phase 3 trial, Lancet Oncol, 2013. 14(2): p. 149-158., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23306100
[881] Gravis, G., Boher, J. M., Chen, Y. H., Liu, G., Fizazi, K., Carducci, M. A., et.al. Burden of Metastatic Castrate Naive Prostate Cancer Patients, to Identify Men More Likely to Benefit from Early Docetaxel, European urology, 2018. 73(6): p. 847-855., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29475737/
[882] Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen (IQWiG), Darolutamid (Prostatakarzinom) – Nutzenbewertung gemäß § 35a SGB V, IQWiG-Berichte – Nr. 1584, 2023. 1.0:, https://www.g-ba.de/downloads/92-975-6523/2023-04-01_Nutzenbewertung-IQWIG_Darolutamid-D-928.pdf
[883] Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA), Tragende Gründe zum Beschluss des Gemeinsamen Bundesausschusses über eine Änderung der Arzneimittel Richtlinie: Anlage XII – Nutzenbewertung von Arzneimitteln mit neuen Wirkstoffen nach § 35a des Fünften Buches Sozialgesetzbuch (SGB V) Darolutamid (neues Anwendungsgebiet: Prostatakarzinom, metastasiert, hormonsensitiv,, 2023., https://www.g-ba.de/downloads/40-268-9782/2023-09-21_AM-RL-XII_Darolutamid_D-928_TrG.pdf
[884] Loblaw, D.A., Mendelson, D.S., Talcott, J.A., Virgo, K.S., Somerfield, M.R., Ben-Josef, E., et.al. American Society of Clinical Oncology recommendations for the initial hormonal management of androgen-sensitive metastatic, recurrent, or progressive prostate cancer, J. Clin. Oncol, 2004. 22(14): p. 2927-2941., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15184404
[529] Mottet, N., Cornford, P., van den Bergh, R. C. N., Briers, E., UOMO), Expert Patient Advocate (European Prostate Cancer Coalition/Europa, Eberli, D., et.al. EAU - EANM - ESTRO - ESUR - ISUP - SIOG Guidelines on Prostate CancerEAU Guideline, 2023.
[885] Morote, J, Aguilar, A, Planas, J, Trilla, E, Definition of Castrate Resistant Prostate Cancer: New Insights., Biomedicines, 2022. 10 (3)(3):, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35327491/
[886] Oefelein, MG, Feng, A, Scolieri, MJ, Ricchiutti, D, Resnick, MI, Reassessment of the definition of castrate levels of testosterone: implications for clinical decision making., Urology, 2000. 56 (6)(6): p. 1021-4., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/11113751/
[887] Morote, J, Planas, J, Salvador, C, Raventós, CX, Catalán, R, Reventós, J, Individual variations of serum testosterone in patients with prostate cancer receiving androgen deprivation therapy., BJU Int, 2009. 103 (3)(3): p. 332-5; discussion 335., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19007366/
[888] Pickles, T, Hamm, J, Morris, WJ, Schreiber, WE, Tyldesley, S, Incomplete testosterone suppression with luteinizing hormone-releasing hormone agonists: does it happen and does it matter?, BJU Int, 2012. 110 (11 Pt B)(11 Pt B): p. E500-7., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22564197/
[889] Klotz, Laurence, O'Callaghan, Chris, Higano, Tia, Goldenberg, Larry, Ding, Keyue, Crook, Juanita, MP74-01 NADIR TESTOSTERONE ON ADT PREDICTS FOR TIME TO CASTRATE RESISTANT PROGRESSION: A SECONDARY ANALYSIS OF THE PR-7 INTERMITTENT VS CONTINUOUS ADT TRIAL, Journal of Urology, 2014. 191(4S): p. e855-e856., https://www.auajournals.org/doi/abs/10.1016/j.juro.2014.02.2334
[890] Eisenhauer, EA, Therasse, P, Bogaerts, J, Schwartz, LH, Sargent, D, Ford, R, et.al. New response evaluation criteria in solid tumours: revised RECIST guideline (version 1.1)., Eur J Cancer, 2009. 45 (2)(2): p. 228-47., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19097774/
[891] AMWF online, S3-Leitlinie Palliativmedizin für Patienten mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung, https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/128-001OL
[892] AMWF online, S3-Leitlinie Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen - interdisziplinäre Querschnittsleitlinie, https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/032-054OL
[893] Boyle, HJ, Alibhai, S, Decoster, L, Efstathiou, E, Fizazi, K, Mottet, N, et.al. Updated recommendations of the International Society of Geriatric Oncology on prostate cancer management in older patients., Eur J Cancer, 2019. 116 (): p. 116-136., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31195356/
[894] AMWF online, S1-Leitlinie Geriatrisches Assessment der Stufe 2 - Living Guideline, https://register.awmf.org/de/leitlinien/detail/084-002LG
[895] Smith, M.R., Saad, F., Chowdhury, S., Oudard, S., Hadaschik, B.A., Graff, J.N., et.al. Apalutamide Treatment and Metastasis-free Survival in Prostate Cancer, N Engl J Med, 2018. 378(15): p. 1408-1418., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29420164/
[896] Small, E.J., Saad, F., Chowdhury, S., Oudard, S., Hadaschik, B.A., Graff, J.N., et.al. Apalutamide and overall survival in non-metastatic castration-resistant prostate cancer, Ann Oncol, 2019. 30(11): p. 1813-1820., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31560066/
[897] Smith, M.R., Saad, F., Chowdhury, S., Oudard, S., Hadaschik, B.A., Graff, J.N., et.al. Apalutamide and Overall Survival in Prostate Cancer, Eur Urol, 2020. 79(1): p. 150-158., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32907777/
[898] Fizazi, K., Shore, N., Tammela, T. L., Ulys, A., Vjaters, E., Polyakov, S., et.al. Darolutamide in Nonmetastatic, Castration-Resistant Prostate Cancer, N Engl J Med, 2019. 380(13): p. 1235-1246., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30763142/
[899] Fizazi, K., Shore, N., Tammela, T. L., Ulys, A., Vjaters, E., Polyakov, S., et.al. Nonmetastatic, Castration-Resistant Prostate Cancer and Survival with Darolutamide, N Engl J Med, 2020. 383(11): p. 1040-1049., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32905676/
[900] Sternberg, C.N., Fizazi, K., Saad, F., Shore, N.D., Giorgi, U., Penson, D.F., et.al. Enzalutamide and Survival in Nonmetastatic, Castration-Resistant Prostate Cancer, N Engl J Med, 2020. 382(23): p. 2197-2206., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32469184/
[901] Hussain, M., Fizazi, K., Saad, F., Rathenborg, P., Shore, N., Ferreira, U., et.al. Enzalutamide in Men with Nonmetastatic, Castration-Resistant Prostate Cancer, N Engl J Med, 2018. 378(26): p. 2465-2474., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29949494/
[902] Tombal, B., Saad, F., Penson, D., Hussain, M., Sternberg, C.N., Morlock, R., et.al. Patient-reported outcomes following enzalutamide or placebo in men with non-metastatic, castration-resistant prostate cancer (PROSPER), Lancet Oncol, 2019. 20(4): p. 556-569., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30770294/
[903] Saad, F., Cella, D., Basch, E., Hadaschik, B.A., Mainwaring, P.N., Oudard, S., et.al. Effect of apalutamide on health-related quality of life in patients with non-metastatic castration-resistant prostate cancer, Lancet Oncol, 2018. 19(10): p. 1404-1416., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30213449/
[904] Smith, M.R., Kabbinavar, F., Saad, F., Hussain, A., Gittelman, M.C., Bilhartz, D.L., et.al. Natural history of rising serum prostate-specific antigen in men with castrate nonmetastatic prostate cancer, Journal of clinical oncology, 2005. 23(13): p. 2918-2925., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15860850/
[905] ESMO, Talazoparib, https://www.esmo.org/guidelines/esmo-mcbs/esmo-mcbs-for-solid-tumours/esmo-mcbs-scorecards/scorecard-383-1
[906] Gemeinsamer, Bundesausschuss, Nutzenbewertungsverfahren zum Wirkstoff Apalutamid (Neubewertung nach Fristablauf: Prostatakarzinom, nicht metastasiert, hohes Metastasenrisiko), 2020., https://www.g-ba.de/bewertungsverfahren/nutzenbewertung/542/
[907] Fizazi, K, Shore, ND, Smith, M, Ramos, R, Jones, R, Niegisch, G, et.al. Efficacy and safety outcomes of darolutamide in patients with non-metastatic castration-resistant prostate cancer with comorbidities and concomitant medications from the randomised phase 3 ARAMIS trial., Eur J Cancer, 2023. 192 (): p. 113258., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37660438/
[908] Gemeinsamer, Bundesausschuss, Nutzenbewertungsverfahren zum Wirkstoff Darolutamid (Prostatakarzinom, nicht metastasiert, hohes Metastasenrisiko), 2020., https://www.g-ba.de/bewertungsverfahren/nutzenbewertung/548/
[909] ESMO, Enzalutamide: PROSPER, https://www.esmo.org/guidelines/esmo-mcbs/esmo-mcbs-for-solid-tumours/esmo-mcbs-scorecards/scorecard-179-1
[910] Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA), Nutzenbewertung nach § 35a SGB V: Nutzenbewertungsverfahren zum Wirkstoff Enzalutamid (Neubewertung nach Fristablauf: Prostatakarzinom, nicht metastasiert, Hochrisiko), 2020., https://www.g-ba.de/bewertungsverfahren/nutzenbewertung/551/
[374] Bono, J., Mateo, J., Fizazi, K., Saad, F., Shore, N., Sandhu, S., et.al. Olaparib for Metastatic Castration-Resistant Prostate Cancer, N Engl J Med, 2020. 382(22): p. 2091-2102., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32343890/
[165] Pritchard, C.C., Mateo, J., Walsh, M.F., Sarkar, N., Abida, W., Beltran, H., et.al. Inherited DNA-Repair Gene Mutations in Men with Metastatic Prostate Cancer, The New England journal of medicine, 2016. 375(5): p. 443-453., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27433846/
[911] Sokolova, AO, Cheng, HH, Genetic Testing in Prostate Cancer., Curr Oncol Rep, 2020. 22 (1)(1): p. 5., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31974718/
[912] Olmos, David, Lorente, David, Alameda, Daniel, Cattrini, Carlo, Romero-Laorden, Nuria, Lozano, Rebeca, et.al. Presence of somatic/germline homologous recombination repair (HRR) mutations and outcomes in metastatic castration-resistant prostate cancer (mCRPC) patients (pts) receiving first-line (1L) treatment stratified by BRCA status, Journal of Clinical Oncology, 2023. 41(16_suppl): p. 5003-5003., https://ascopubs.org/doi/abs/10.1200/JCO.2023.41.16_suppl.5003
[373] Hussain, M., Mateo, J., Fizazi, K., Saad, F., Shore, N., Sandhu, S., et.al. Survival with Olaparib in Metastatic Castration-Resistant Prostate Cancer, N Engl J Med, 2020. 383(24): p. 2345-2357., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32955174/
[913] Saad, F, Clarke, NW, Oya, M, Shore, N, Procopio, G, Guedes, JD, et.al. Olaparib plus abiraterone versus placebo plus abiraterone in metastatic castration-resistant prostate cancer (PROpel): final prespecified overall survival results of a randomised, double-blind, phase 3 trial., Lancet Oncol, 2023. 24 (10)(10): p. 1094-1108., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37714168/
[914] Chi, KN, Rathkopf, D, Smith, MR, Efstathiou, E, Attard, G, Olmos, D, et.al. Niraparib and Abiraterone Acetate for Metastatic Castration-Resistant Prostate Cancer., J Clin Oncol, 2023. 41 (18)(18): p. 3339-3351., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36952634/
[915] Agarwal, N, Azad, AA, Carles, J, Fay, AP, Matsubara, N, Heinrich, D, et.al. Talazoparib plus enzalutamide in men with first-line metastatic castration-resistant prostate cancer (TALAPRO-2): a randomised, placebo-controlled, phase 3 trial., Lancet, 2023. 402 (10398)(10398): p. 291-303., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37285865/
[916] Clarke, N, Wiechno, P, Alekseev, B, Sala, N, Jones, R, Kocak, I, et.al. Olaparib combined with abiraterone in patients with metastatic castration-resistant prostate cancer: a randomised, double-blind, placebo-controlled, phase 2 trial., Lancet Oncol, 2018. 19 (7)(7): p. 975-986., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29880291/
[917] Saad, F, Thiery-Vuillemin, A, Wiechno, P, Alekseev, B, Sala, N, Jones, R, et.al. Patient-reported outcomes with olaparib plus abiraterone versus placebo plus abiraterone for metastatic castration-resistant prostate cancer: a randomised, double-blind, phase 2 trial., Lancet Oncol, 2022. 23 (10)(10): p. 1297-1307., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36063830/
[918] Clarke, NW, Armstrong, AJ, Thiery-Vuillemin, A, Oya, M, Shore, N, Loredo, E, et.al. Abiraterone and Olaparib for Metastatic Castration-Resistant Prostate Cancer., NEJM Evid, 2022. 1 (9)(9): p. EVIDoa2200043., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38319800/
[919] Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA), Nutzenbewertung nach § 35a SGB V: Nutzenbewertungsverfahren zum Wirkstoff Olaparib (Neues Anwendungsgebiet: Prostatakarzinom, metastasiert, kastrationsresistent,Chemotherapie nicht klinisch indiziert, Kombination mit Abirateron und/oder Prednison), 2023., https://www.g-ba.de/bewertungsverfahren/nutzenbewertung/917/
[920] ESMO, Olaparib, https://www.esmo.org/guidelines/esmo-mcbs/esmo-mcbs-for-solid-tumours/esmo-mcbs-scorecards/scorecard-365-1
[921] Fizazi, K, Azad, AA, Matsubara, N, Carles, J, Fay, AP, De Giorgi, U, et.al. First-line talazoparib with enzalutamide in HRR-deficient metastatic castration-resistant prostate cancer: the phase 3 TALAPRO-2 trial., Nat Med, 2024. 30 (1)(1): p. 257-264., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38049622/
[922] Fizazi, K, Azad, AA, Matsubara, N, Carles, J, Fay, AP, De Giorgi, U, et.al. Publisher Correction: First-line talazoparib with enzalutamide in HRR-deficient metastatic castration-resistant prostate cancer: the phase 3 TALAPRO-2 trial., Nat Med, 2024. ():, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38297094/
[923] Azad, Arun, Fizazi, Karim, Matsubara, Nobuaki, Saad, Fred, De Giorgi, Ugo, Joung, Jae Young, et.al. Talazoparib (TALA) plus enzalutamide (ENZA) in metastatic castration-resistant prostate cancer (mCRPC): Safety analyses from the randomized, placebo (PBO)-controlled, phase 3 TALAPRO-2 study.Wolters Kluwer, Journal of Clinical Oncology, 2023. 41(16_suppl): p. 5053 - 5053., https://doi.org/10.1200/JCO.2023.41.16_suppl.5053
[924] Chi, KN, Sandhu, S, Smith, MR, Attard, G, Saad, M, Olmos, D, et.al. Niraparib plus abiraterone acetate with prednisone in patients with metastatic castration-resistant prostate cancer and homologous recombination repair gene alterations: second interim analysis of the randomized phase III MAGNITUDE trial., Ann Oncol, 2023. 34 (9)(9): p. 772-782., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37399894/
[925] Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA), Nutzenbewertung nach § 35a SGB V: Nutzenbewertungsverfahren zum Wirkstoff Niraparib/Abirateronacetat (Prostatakarzinom, metastasiert, kastrationsresistent, BRCA1/2-Mutationen, Chemotherapie nicht klinisch indiziert, Kombination mit Prednis(ol)on), 2024., https://www.g-ba.de/bewertungsverfahren/nutzenbewertung/1013/
[926] ESMO, Niraparib/abiraterone acetate, https://www.esmo.org/guidelines/esmo-mcbs/esmo-mcbs-for-solid-tumours/esmo-mcbs-scorecards/scorecard-395-1
[927] Fizazi, K, Piulats, JM, Reaume, MN, Ostler, P, McDermott, R, Gingerich, JR, et.al. Rucaparib or Physician's Choice in Metastatic Prostate Cancer., N Engl J Med, 2023. 388 (8)(8): p. 719-732., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36795891/
[928] Ryan, C.J., Smith, M.R., de Bono, J.S., Molina, A., Logothetis, C.J., de, Souza P., et.al. Abiraterone in metastatic prostate cancer without previous chemotherapy, N Engl J Med, 2013. 368(2): p. 138-148., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23228172
[929] Beer, T.M., Armstrong, A.J., Rathkopf, D.E., Loriot, Y., Sternberg, C.N., Higano, C.S., et.al. Enzalutamide in metastatic prostate cancer before chemotherapy, N Engl J Med, 2014. 371(5): p. 424-433., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24881730
[930] Tannock, I.F., de, Wit R., Berry, W.R., Horti, J., Pluzanska, A., Chi, K.N., et.al. Docetaxel plus prednisone or mitoxantrone plus prednisone for advanced prostate cancer, N. Engl. J. Med, 2004. 351(15): p. 1502-1512., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15470213
[931] Ryan, C.J., Smith, M.R., Fizazi, K., Saad, F., Mulders, P.F., Sternberg, C.N., et.al. Abiraterone acetate plus prednisone versus placebo plus prednisone in chemotherapy-naive men with metastatic castration-resistant prostate cancer (COU-AA-302): final overall survival analysis of a randomised, double-blind, placebo-controlled phase 3 study, Lancet Oncol, 2015. 16(2): p. 152-160., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25601341
[932] Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA), Nutzenbewertung nach § 35a SGB V: Nutzenbewertungsverfahren zum Wirkstoff Abirateronacetat (Prostatakarzinom, Progredienz während oder nach Docetaxel-haltiger Chemotherapie, Kombination mit Prednison oder Prednisolon), 2011., https://www.g-ba.de/bewertungsverfahren/nutzenbewertung/19/
[933] Assi, T, Rassy, E, Farhat, F, Kattan, C, Kattan, J, Docetaxel Rechallenge in Patients with Metastatic Prostate Cancer: A Comprehensive Review., Oncol Res Treat, 2020. 43 (6)(6): p. 299-306., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32380503/
[934] Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA), Nutzenbewertung nach § 35a SGB V: Nutzenbewertungsverfahren zum Wirkstoff Enzalutamid (Prostatakarzinom, Progredienz während oder nach Docetaxel-haltiger Chemotherapie), 2020., https://www.g-ba.de/bewertungsverfahren/nutzenbewertung/76/
[935] ESMO, Enzalutamide: ENZAMET, https://www.esmo.org/guidelines/esmo-mcbs/esmo-mcbs-for-solid-tumours/esmo-mcbs-scorecards/scorecard-178-1
[936] Kellokumpu-Lehtinen, P.L., Harmenberg, U., Joensuu, T., McDermott, R., Hervonen, P., Ginman, C., et.al. 2-Weekly versus 3-weekly docetaxel to treat castration-resistant advanced prostate cancer: a randomised, phase 3 trial, Lancet Oncol, 2013. 14(2): p. 117-124., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23294853
[937] Morris, MJ, Castellano, D, Herrmann, K, de Bono, JS, Shore, ND, Chi, KN, et.al. None, Lancet, 2024. 404 (10459)(10459): p. 1227-1239., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39293462/
[938] de Bono, J.S., Oudard, S., Ozguroglu, M., Hansen, S., Machiels, J.P., Kocak, I., et.al. Prednisone plus cabazitaxel or mitoxantrone for metastatic castration-resistant prostate cancer progressing after docetaxel treatment: a randomised open-label trial, Lancet, 2010. 376(9747): p. 1147-1154., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20888992
[939] Sartor, O, de Bono, J, Chi, KN, Fizazi, K, Herrmann, K, Rahbar, K, et.al. Lutetium-177-PSMA-617 for Metastatic Castration-Resistant Prostate Cancer., N Engl J Med, 2021. 385 (12)(12): p. 1091-1103., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34161051/
[940] Hofman, MS, Emmett, L, Sandhu, S, Iravani, A, Joshua, AM, Goh, JC, et.al. [, Lancet, 2021. 397 (10276)(10276): p. 797-804., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33581798/
[941] Buteau, JP, Martin, AJ, Emmett, L, Iravani, A, Sandhu, S, Joshua, AM, et.al. PSMA and FDG-PET as predictive and prognostic biomarkers in patients given [, Lancet Oncol, 2022. 23 (11)(11): p. 1389-1397., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36261050/
[942] Parker, C., Nilsson, S., Heinrich, D., Helle, S.I., O'Sullivan, J.M., Fossa, S.D., et.al. Alpha emitter radium-223 and survival in metastatic prostate cancer, N Engl J Med, 2013. 369(3): p. 213-223., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23863050
[943] Smith, M., Parker, C., Saad, F., Miller, K., Tombal, B., Ng, Q.S., et.al. Addition of radium-223 to abiraterone acetate and prednisone or prednisolone in patients with castration-resistant prostate cancer and bone metastases (ERA 223), Lancet Oncol, 2019. 20(3): p. 408-419., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30738780/
[944] Gemeinsamer Bundesausschuss (G-BA), Nutzenbewertung nach § 35a SGB V: Nutzenbewertungsverfahren zum Wirkstoff Cabazitaxel (Prostatakarzinom, Docetaxel-Vorbehandlung, Kombination mit Prednison oder Prednisolon), 2011., https://www.g-ba.de/bewertungsverfahren/nutzenbewertung/10/
[945] ESMO, Cabazitaxel, https://www.esmo.org/guidelines/esmo-mcbs/esmo-mcbs-for-solid-tumours/esmo-mcbs-scorecards/scorecard-102-1
[946] Heidenreich, A., Scholz, H.J., Rogenhofer, S., Arsov, C., Retz, M., Muller, S.C., et.al. Cabazitaxel plus prednisone for metastatic castration-resistant prostate cancer progressing after docetaxel: results from the German compassionate-use programme, Eur Urol, 2013. 63(6): p. 977-982., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23116658
[947] Eisenberger, M, Hardy-Bessard, AC, Kim, CS, Géczi, L, Ford, D, Mourey, L, et.al. Phase III Study Comparing a Reduced Dose of Cabazitaxel (20 mg/m, J Clin Oncol, 2017. 35 (28)(28): p. 3198-3206., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28809610/
[948] Wit, R., Bono, J., Sternberg, C.N., Fizazi, K., Tombal, B., Wülfing, C., et.al. Cabazitaxel versus Abiraterone or Enzalutamide in Metastatic Prostate Cancer, N Engl J Med, 2019. 381(26): p. 2506-2518., www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/31566937
[949] Hofman, Michael, Emmett, Louise, Sandhu, Shahneen, Iravani, Amir, Joshua, Anthony, Goh, Jeffrey, et.al. TheraP: 177 Lu-PSMA-617 (LuPSMA) versus cabazitaxel in metastatic castration-resistant prostate cancer (mCRPC) progressing after docetaxel—Overall survival after median follow-up of 3 years (ANZUP 1603), Journal of Clinical Oncology, 2022. 40: p. 5000-5000.
[950] Kuo, PH, Benson, T, Messmann, R, Groaning, M, Why We Did What We Did: PSMA PET/CT Selection Criteria for the VISION Trial., J Nucl Med, 2022. 63 (6)(6): p. 816-818., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35086895/
[281] Seifert, R, Emmett, L, Rowe, SP, Herrmann, K, Hadaschik, B, Calais, J, et.al. Second Version of the Prostate Cancer Molecular Imaging Standardized Evaluation Framework Including Response Evaluation for Clinical Trials (PROMISE V2)., Eur Urol, 2023. 83 (5)(5): p. 405-412., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36935345/
[951] Kratochwil, C, Fendler, WP, Eiber, M, Hofman, MS, Emmett, L, Calais, J, et.al. Joint EANM/SNMMI procedure guideline for the use of , Eur J Nucl Med Mol Imaging, 2023. 50 (9)(9): p. 2830-2845., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37246997/
[952] Schäfer, H, Mayr, S, Büttner-Herold, M, Knorr, K, Steinhelfer, L, Böger, CA, et.al. Extensive , Eur Urol, 2023. 83 (5)(5): p. 385-390., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35688660/
[953] Leitlinienprogramm Onkologie (OL), Deutsche Krebsgesellschaft (DKG), Deutsche Krebshilfe, Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften (AWMF), S3-Leitlinie Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen. AWMF-Register-Nummer (032/054OL). Langversion 1.1, 2017., https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/supportive-therapie
[954] ESMO, Radium-223, https://www.esmo.org/guidelines/esmo-mcbs/esmo-mcbs-for-solid-tumours/esmo-mcbs-scorecards/scorecard-97-1
[955] Gemeinsamer, Bundesausschuss, Nutzenbewertungsverfahren zum Wirkstoff Radium-223-dichlorid (Erneute Nutzenbewertung § 13: Prostatakarzinom), 2020., https://www.g-ba.de/bewertungsverfahren/nutzenbewertung/455/
[956] Gillessen, Silke, Choudhury, Ananya, Rodriguez-Vida, Alejo, Nole, Franco, Gallardo Diaz, Enrique, Roumeguere, Thierry Andre, et.al. Decreased fracture rate by mandating bone protecting agents in the EORTC 1333/PEACEIII trial combining Ra223 with enzalutamide versus enzalutamide alone: An updated safety analysis.Wolters Kluwer, Journal of Clinical Oncology, 2021. 39(15_suppl): p. 5002 - 5002., https://doi.org/10.1200/JCO.2021.39.15_suppl.5002
[957] Yamada, Y, Beltran, H, Clinical and Biological Features of Neuroendocrine Prostate Cancer., Curr Oncol Rep, 2021. 23 (2)(2): p. 15., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33433737/
[958] Zhou, J, Ding, J, Qi, J, Comparison of Typical Prostate Adenocarcinoma and Rare Histological Variant Prostate Cancer Showed Different Characteristics and Prognosis: A Surveillance, Epidemiology, and End Results Database Analysis., Eur Urol, 2022. 82 (2)(2): p. 152-155., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35221166/
[959] Aggarwal, R, Huang, J, Alumkal, JJ, Zhang, L, Feng, FY, Thomas, GV, et.al. Clinical and Genomic Characterization of Treatment-Emergent Small-Cell Neuroendocrine Prostate Cancer: A Multi-institutional Prospective Study., J Clin Oncol, 2018. 36 (24)(24): p. 2492-2503., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29985747/
[960] Schaeffer, EM, Srinivas, S, Adra, N, An, Y, Barocas, D, Bitting, R, et.al. Prostate Cancer, Version 4.2023, NCCN Clinical Practice Guidelines in Oncology., J Natl Compr Canc Netw, 2023. 21 (10)(10): p. 1067-1096., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37856213/
[961] Zhu, J, Liang, X, Wu, D, Chen, S, Yang, B, Mao, W, et.al. Clinicopathological characteristics and survival outcomes in neuroendocrine prostate cancer: A population-based study., Medicine (Baltimore), 2021. 100 (15)(15): p. e25237., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33847621/
[962] Merkens, L, Sailer, V, Lessel, D, Janzen, E, Greimeier, S, Kirfel, J, et.al. Aggressive variants of prostate cancer: underlying mechanisms of neuroendocrine transdifferentiation., J Exp Clin Cancer Res, 2022. 41 (1)(1): p. 46., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35109899/
[963] Conteduca, V, Oromendia, C, Eng, KW, Bareja, R, Sigouros, M, Molina, A, et.al. Clinical features of neuroendocrine prostate cancer., Eur J Cancer, 2019. 121 (): p. 7-18., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31525487/
[964] Aparicio, AM, Harzstark, AL, Corn, PG, Wen, S, Araujo, JC, Tu, SM, et.al. Platinum-based chemotherapy for variant castrate-resistant prostate cancer., Clin Cancer Res, 2013. 19 (13)(13): p. 3621-30., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23649003/
[965] Kránitz, N, Szepesváry, Z, Kocsis, K, Kullmann, T, Neuroendocrine Cancer of the Prostate., Pathol Oncol Res, 2020. 26 (3)(3): p. 1447-1450., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31414399/
[966] Pouessel, D, Gallet, B, Bibeau, F, Avancès, C, Iborra, F, Sénesse, P, et.al. Liver metastases in prostate carcinoma: clinical characteristics and outcome., BJU Int, 2007. 99 (4)(4): p. 807-11., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17155968/
[967] Rummel, K, Benson, J, Roller, L, Prostate adenocarcinoma with osteolytic metastases: Case report and review of the literature., Radiol Case Rep, 2021. 16 (11)(11): p. 3565-3568., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34567333/
[968] Cheville, JC, Tindall, D, Boelter, C, Jenkins, R, Lohse, CM, Pankratz, VS, et.al. Metastatic prostate carcinoma to bone: clinical and pathologic features associated with cancer-specific survival., Cancer, 2002. 95 (5)(5): p. 1028-36., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12209687/
[969] Okamura, S, Fujiwara, Y, Nagata, K, Multiple osteolytic bone and lung metastases from prostate cancer including small cell carcinoma with marked increases in CEA and Pro-GRP., Urol Case Rep, 2019. 24 (): p. 100883., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31211092/
[970] Sella, A, Konichezky, M, Flex, D, Sulkes, A, Baniel, J, Low PSA metastatic androgen- independent prostate cancer., Eur Urol, 2000. 38 (3)(3): p. 250-4., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/10940696/
[971] Aggarwal, R, Romero, GR, Friedl, V, Weinstein, A, Foye, A, Huang, J, et.al. Clinical and genomic characterization of Low PSA Secretors: a unique subset of metastatic castration resistant prostate cancer., Prostate Cancer Prostatic Dis, 2021. 24 (1)(1): p. 81-87., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32286548/
[972] Mahal, BA, Aizer, AA, Efstathiou, JA, Nguyen, PL, Association of very low prostate-specific antigen levels with increased cancer-specific death in men with high-grade prostate cancer., Cancer, 2016. 122 (1)(1): p. 78-83., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26371600/
[973] Bakht, MK, Yamada, Y, Ku, SY, Venkadakrishnan, VB, Korsen, JA, Kalidindi, TM, et.al. Landscape of prostate-specific membrane antigen heterogeneity and regulation in AR-positive and AR-negative metastatic prostate cancer., Nat Cancer, 2023. 4 (5)(5): p. 699-715., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37038004/
[974] Laguerre, F, Anouar, Y, Montero-Hadjadje, M, Chromogranin A in the early steps of the neurosecretory pathway., IUBMB Life, 2020. 72 (4)(4): p. 524-532., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31891241/
[975] Isgrò, MA, Bottoni, P, Scatena, R, Neuron-Specific Enolase as a Biomarker: Biochemical and Clinical Aspects., Adv Exp Med Biol, 2015. 867 (): p. 125-43., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26530364/
[976] Hong, P, Guo, RQ, Song, G, Yang, KW, Zhang, L, Li, XS, et.al. Prognostic role of chromogranin A in castration-resistant prostate cancer: A meta-analysis., Asian J Androl, 2018. 20 (6)(6): p. 561-566., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30084431/
[977] Liu, Y, Zhao, S, Wang, J, Zhu, Z, Luo, L, Li, E, et.al. Serum Neuroendocrine Markers Predict Therapy Outcome of Patients with Metastatic Castration-Resistant Prostate Cancer: A Meta-Analysis., Urol Int, 2019. 102 (4)(4): p. 373-384., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30517936/
[978] Burgio, SL, Conteduca, V, Menna, C, Carretta, E, Rossi, L, Bianchi, E, et.al. Chromogranin A predicts outcome in prostate cancer patients treated with abiraterone., Endocr Relat Cancer, 2014. 21 (3)(3): p. 487-93., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24741024/
[979] Fan, L, Wang, Y, Chi, C, Pan, J, Xun, S, Xin, Z, et.al. Chromogranin A and neurone-specific enolase variations during the first 3 months of abiraterone therapy predict outcomes in patients with metastatic castration-resistant prostate cancer., BJU Int, 2017. 120 (2)(2): p. 226-232., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28107595/
[980] Szarvas, T, Csizmarik, A, Fazekas, T, Hüttl, A, Nyirády, P, Hadaschik, B, et.al. Comprehensive analysis of serum chromogranin A and neuron-specific enolase levels in localized and castration-resistant prostate cancer., BJU Int, 2021. 127 (1)(1): p. 44-55., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32314509/
[981] Ploussard, G, Rozet, F, Roubaud, G, Stanbury, T, Sargos, P, Roupret, M, Chromogranin A: a useful biomarker in castration-resistant prostate cancer., World J Urol, 2023. 41 (2)(2): p. 361-369., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36527470/
[982] Muoio, B, Pascale, M, Roggero, E, The role of serum neuron-specific enolase in patients with prostate cancer: a systematic review of the recent literature., Int J Biol Markers, 2018. 33 (1)(1): p. 10-21., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28885659/
[983] Kamiya, N, Akakura, K, Suzuki, H, Isshiki, S, Komiya, A, Ueda, T, et.al. Pretreatment serum level of neuron specific enolase (NSE) as a prognostic factor in metastatic prostate cancer patients treated with endocrine therapy., Eur Urol, 2003. 44 (3)(3): p. 309-14; discussion 314., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12932928/
[984] Rosar, F, Ribbat, K, Ries, M, Linxweiler, J, Bartholomä, M, Maus, S, et.al. Neuron-specific enolase has potential value as a biomarker for [, EJNMMI Res, 2020. 10 (1)(1): p. 52., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32449086/
[985] Culine, S, El Demery, M, Lamy, PJ, Iborra, F, Avancès, C, Pinguet, F, Docetaxel and cisplatin in patients with metastatic androgen independent prostate cancer and circulating neuroendocrine markers., J Urol, 2007. 178 (3 Pt 1)(3 Pt 1): p. 844-8; discussion 848., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17631339/
[986] Loriot, Y, Massard, C, Gross-Goupil, M, Di Palma, M, Escudier, B, Bossi, A, et.al. Combining carboplatin and etoposide in docetaxel-pretreated patients with castration-resistant prostate cancer: a prospective study evaluating also neuroendocrine features., Ann Oncol, 2009. 20 (4)(4): p. 703-8., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19179557/
[987] Fléchon, A, Pouessel, D, Ferlay, C, Perol, D, Beuzeboc, P, Gravis, G, et.al. Phase II study of carboplatin and etoposide in patients with anaplastic progressive metastatic castration-resistant prostate cancer (mCRPC) with or without neuroendocrine differentiation: results of the French Genito-Urinary Tumor Group (GETUG) P01 trial., Ann Oncol, 2011. 22 (11)(11): p. 2476-2481., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21436186/
[988] Steineck, G, Reuter, V, Kelly, WK, Frank, R, Schwartz, L, Scher, HI, Cytotoxic treatment of aggressive prostate tumors with or without neuroendocrine elements., Acta Oncol, 2002. 41 (7-8)(7-8): p. 668-74., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/14651212/
[989] Apostolidis, L, Nientiedt, C, Winkler, EC, Berger, AK, Kratochwil, C, Kaiser, A, et.al. Clinical characteristics, treatment outcomes and potential novel therapeutic options for patients with neuroendocrine carcinoma of the prostate., Oncotarget, 2019. 10 (1)(1): p. 17-29., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30713600/
[990] Corn, PG, Heath, EI, Zurita, A, Ramesh, N, Xiao, L, Sei, E, et.al. Cabazitaxel plus carboplatin for the treatment of men with metastatic castration-resistant prostate cancers: a randomised, open-label, phase 1-2 trial., Lancet Oncol, 2019. 20 (10)(10): p. 1432-1443., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31515154/
[991] Brown, LC, Halabi, S, Somarelli, JA, Humeniuk, M, Wu, Y, Oyekunle, T, et.al. A phase 2 trial of avelumab in men with aggressive-variant or neuroendocrine prostate cancer., Prostate Cancer Prostatic Dis, 2022. 25 (4)(4): p. 762-769., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35292724/
[992] Beltran, Himisha, Dowlati, Afshin, Jain, Prantesh, Johnson, Melissa Lynne, Sanborn, Rachel E., Thompson, Jonathan Robert, et.al. Interim results from a phase 1/2 study of HPN328, a tri-specific, half-life (T1/2) extended DLL3-targeting T-cell engager, in patients (pts) with neuroendocrine prostate cancer (NEPC) and other neuroendocrine neoplasms (NEN), Journal of Clinical Oncology, 2024. 42(4_suppl): p. 121-121., https://ascopubs.org/doi/abs/10.1200/JCO.2024.42.4_suppl.121
[993] Papandreou, CN, Daliani, DD, Thall, PF, Tu, SM, Wang, X, Reyes, A, et.al. Results of a phase II study with doxorubicin, etoposide, and cisplatin in patients with fully characterized small-cell carcinoma of the prostate., J Clin Oncol, 2002. 20 (14)(14): p. 3072-80., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12118020/
[994] Burdett, S., Boevé, L. M., Ingleby, F. C., Fisher, D. J., Rydzewska, L. H., Vale, C. L., et.al. Prostate Radiotherapy for Metastatic Hormone-sensitive Prostate Cancer, Eur Urol, 2019. 76(1): p. 115-124., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30826218/
[995] Parker, C. C., James, N. D., Brawley, C. D., Clarke, N. W., Hoyle, A. P., Ali, A., et.al. Radiotherapy to the primary tumour for newly diagnosed, metastatic prostate cancer (STAMPEDE), Lancet, 2018. 392(10162): p. 2353-2366., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30355464/
[996] Buelens, S., Poelaert, F., Dhondt, B., Fonteyne, V., Visschere, P., Ost, P., et.al. Metastatic burden in newly diagnosed hormone-naive metastatic prostate cancer, Urologic oncology, 2018. 36(4): p. 158.e13-158.e20., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29336978/
[997] Boevé, L. M. S., Hulshof, M. C. C. M., Vis, A. N., Zwinderman, A. H., Twisk, J. W. R., Witjes, W. P. J., et.al. Effect on Survival of Androgen Deprivation Therapy Alone Compared to Androgen Deprivation Therapy Combined with Concurrent Radiation Therapy to the Prostate in Patients with Primary Bone Metastatic Prostate Cancer in a Prospective Randomised Clinical Trial, Eur Urol, 2019. 75(3): p. 410-418., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30266309/
[998] Roy, S, Fervaha, G, Spratt, DE, Sun, Y, Kishan, AU, Loblaw, A, et.al. Prostate Radiotherapy in Low-volume Metastatic Hormone-sensitive Prostate Cancer: A Network Meta-analysis., Eur Urol, 2024. 86 (1)(1): p. 10-17., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38570246/
[999] Bossi, A, Foulon, S, Maldonado, X, Sargos, P, MacDermott, R, Kelly, P, et.al. Efficacy and safety of prostate radiotherapy in de novo metastatic castration-sensitive prostate cancer (PEACE-1): a multicentre, open-label, randomised, phase 3 study with a 2 × 2 factorial design., Lancet, 2024. 404 (10467)(10467): p. 2065-2076., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39580202/
[1000] Slaoui, A., Albisinni, S., Aoun, F., Assenmacher, G., Al Hajj Obeid, W., Diamand, R., et.al. A systematic review of contemporary management of oligometastatic prostate cancer, World J Urol, 2019. 37(11): p. 2343-2353., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30706122/
[1001] Phillips, R., Shi, W. Y., Deek, M., Radwan, N., Lim, S. J., Antonarakis, E. S., et.al. Outcomes of Observation vs Stereotactic Ablative Radiation for Oligometastatic Prostate Cancer, JAMA Oncol, 2020. 6(5): p. 650-659., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32215577/
[1002] Connor, M. J., Smith, A., Miah, S., Shah, T. T., Winkler, M., Khoo, V., et.al. Targeting Oligometastasis with Stereotactic Ablative Radiation Therapy or Surgery in Metastatic Hormone-sensitive Prostate Cancer, Eur Urol Oncol, 2020. 3(5): p. 582-593., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32891600/
[1003] Parker, CC, James, ND, Brawley, CD, Clarke, NW, Ali, A, Amos, CL, et.al. Radiotherapy to the prostate for men with metastatic prostate cancer in the UK and Switzerland: Long-term results from the STAMPEDE randomised controlled trial., PLoS Med, 2022. 19 (6)(6): p. e1003998., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35671327/
[1004] Ali, A, Hoyle, A, Haran, ÁM, Brawley, CD, Cook, A, Amos, C, et.al. Association of Bone Metastatic Burden With Survival Benefit From Prostate Radiotherapy in Patients With Newly Diagnosed Metastatic Prostate Cancer: A Secondary Analysis of a Randomized Clinical Trial., JAMA Oncol, 2021. 7 (4)(4): p. 555-563., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33599706/
[1005] Jones, C., 1782P Prostate radiotherapy reduces long-term risk of obstructive uropathy in metastatic hormone sensitive prostate cancer (mHSPC): Results from the STAMPEDE M1|RT comparison, 2023. Volume 34, Supplement 2S963October 2023:
[1006] Solberg, A, Haugen, OA, Viset, T, Bergh, A, Tasdemir, I, Ahlgren, G, et.al. Residual prostate cancer in patients treated with endocrine therapy with or without radical radiotherapy: a side study of the SPCG-7 randomized trial., Int J Radiat Oncol Biol Phys, 2011. 80 (1)(1): p. 55-61., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20598453/
[1007] Warde, P, Mason, M, Ding, K, Kirkbride, P, Brundage, M, Cowan, R, et.al. Combined androgen deprivation therapy and radiation therapy for locally advanced prostate cancer: a randomised, phase 3 trial., Lancet, 2011. 378 (9809)(9809): p. 2104-11., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22056152/
[1008] Ma, TM, Chu, FI, Sandler, H, Feng, FY, Efstathiou, JA, Jones, CU, et.al. Local Failure Events in Prostate Cancer Treated with Radiotherapy: A Pooled Analysis of 18 Randomized Trials from the Meta-analysis of Randomized Trials in Cancer of the Prostate Consortium (LEVIATHAN)., Eur Urol, 2022. 82 (5)(5): p. 487-498., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35934601/
[1009] Xiao, M., Cong, R., Zhang, Q., Xiang, W., Xiao, H., Might definitive local therapy of the primary tumor improve the survival benefits of metastatic prostate cancer?-evidence from a meta-analysis, Ann Palliat Med, 2020. 9(3): p. 648-660., www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/32312070
[1010] Falkmer, U., Jarhult, J., Wersall, P., Cavallin-Stahl, E., A systematic overview of radiation therapy effects in skeletal metastases, Acta Oncol, 2003. 42(5-6): p. 620-633., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/14596519
[1011] Bauman, G., Charette, M., Reid, R., Sathya, J., Radiopharmaceuticals for the palliation of painful bone metastasis-a systemic review, Radiother Oncol, 2005. 75(3): p. 258-270., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16299924
[1012] Fizazi, K., Carducci, M., Smith, M., Damiao, R., Brown, J., Karsh, L., et.al. Denosumab versus zoledronic acid for treatment of bone metastases in men with castration-resistant prostate cancer: a randomised, double-blind study, Lancet, 2011. 377(9768): p. 813-822., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21353695
[1013] Smith, M.R., Coleman, R.E., Klotz, L., Pittman, K., Milecki, P., Ng, S., et.al. Denosumab for the prevention of skeletal complications in metastatic castration-resistant prostate cancer: comparison of skeletal-related events and symptomatic skeletal events, Ann Oncol, 2015. 26(2): p. 368-374., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25425475
[1014] Yuen, K.K., Shelley, M., Sze, W.M., Wilt, T., Mason, M.D., Bisphosphonates for advanced prostate cancer, Cochrane Database Syst Rev, 2006. p. CD006250., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17054286
[1015] James, N.D., Pirrie, S.J., Pope, A.M., Barton, D., Andronis, L., Goranitis, I., et.al. Clinical Outcomes and Survival Following Treatment of Metastatic Castrate-Refractory Prostate Cancer With Docetaxel Alone or With Strontium-89, Zoledronic Acid, or Both: The TRAPEZE Randomized Clinical Trial, JAMA Oncol, 2016. 2(4): p. 493-499., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26794729
[1016] Kamba, T., Kamoto, T., Maruo, S., Kikuchi, T., Shimizu, Y., Namiki, S., et.al. A phase III multicenter, randomized, controlled study of combined androgen blockade with versus without zoledronic acid in prostate cancer patients with metastatic bone disease: results of the ZAPCA trial, Int J Clin Oncol, 2016. p. 1-8., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27614621
[1017] Smith, M.R., Halabi, S., Ryan, C.J., Hussain, A., Vogelzang, N., Stadler, W., et.al. Randomized controlled trial of early zoledronic acid in men with castration-sensitive prostate cancer and bone metastases: results of CALGB 90202 (alliance), J Clin Oncol, 2014. 32(11): p. 1143-1150., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24590644
[1018] Saad, F., Clinical benefit of zoledronic acid for the prevention of skeletal complications in advanced prostate cancer, Clin Prostate Cancer, 2005. 4(1): p. 31-37., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15992459
[1019] Bubendorf, L., Schopfer, A., Wagner, U., Sauter, G., Moch, H., Willi, N., et.al. Metastatic patterns of prostate cancer: an autopsy study of 1,589 patients, Hum Pathol, 2000. 31(5): p. 578-583., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10836297
[1020] Carlin, B.I., Andriole, G.L., The natural history, skeletal complications, and management of bone metastases in patients with prostate carcinoma, Cancer, 2000. 88(12 Suppl): p. 2989-2994., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10898342
[1021] Eaton, C.L., Coleman, R.E., Pathophysiology of bone metastases from prostate cancer and the role of bisphosphonates in treatment, Cancer Treat Rev, 2003. 29(3): p. 189-198., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12787713
[1022] Saad, F., Gleason, D.M., Murray, R., Tchekmedyian, S., Venner, P., Lacombe, L., et.al. Long-term efficacy of zoledronic acid for the prevention of skeletal complications in patients with metastatic hormone-refractory prostate cancer, J. Natl. Cancer Inst, 2004. 96(11): p. 879-882., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15173273
[1023] Arzneimittelkommission der deutschen Ärzteschaft (AkdÄ), Empfehlungen zur Therapie von TumorschmerzenAkdÄ, Arzneiverordnung in der Praxis; 34, 2007.
[1024] Hartsell, W.F., Scott, C.B., Bruner, D.W., Scarantino, C.W., Ivker, R.A., Roach, M., III, et.al. Randomized trial of short- versus long-course radiotherapy for palliation of painful bone metastases, J Natl Cancer Inst, 2005. 97(11): p. 798-804., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15928300
[1025] Roos, D.E., Turner, S.L., O'Brien, P.C., Smith, J.G., Spry, N.A., Burmeister, B.H., et.al. Randomized trial of 8 Gy in 1 versus 20 Gy in 5 fractions of radiotherapy for neuropathic pain due to bone metastases (Trans-Tasman Radiation Oncology Group, TROG 96.05), Radiother. Oncol, 2005. 75(1): p. 54-63., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15878101
[1026] Sze, W.M., Shelley, M., Held, I., Mason, M., Palliation of metastatic bone pain: single fraction versus multifraction radiotherapy - a systematic review of the randomised trials, Cochrane Database Syst Rev, 2011. p. CD004721.
[1027] Chow, E., Harris, K., Fan, G., Tsao, M., Sze, W.M., Palliative radiotherapy trials for bone metastases: a systematic review, J. Clin. Oncol, 2007. 25(11): p. 1423-1436., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17416863
[1028] Koswig, S., Budach, V., Remineralisation und Schmerzlinderung von Knochenmetastasen nach unterschiedlich fraktionierter Strahlentherapie (10 mal 3 Gy vs. 1 mal 8 Gy). Eine prospektive Studie, Strahlenther Onkol, 1999. 175(10): p. 500-508., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10554645
[1029] Patchell, R.A., Tibbs, P.A., Regine, W.F., Payne, R., Saris, S., Kryscio, R.J., et.al. Direct decompressive surgical resection in the treatment of spinal cord compression caused by metastatic cancer: a randomised trial, Lancet, 2005. 366(9486): p. 643-648., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16112300
[1030] George, R., Jeba, J., Ramkumar, G., Chacko, A.G., Leng, M., Tharyan, P., Interventions for the treatment of metastatic extradural spinal cord compression in adults, Cochrane. Database. Syst. Rev, 2008. p. CD006716., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18843728
[1031] Sartor, O., Reid, R.H., Hoskin, P.J., Quick, D.P., Ell, P.J., Coleman, R.E., et.al. Samarium-153-Lexidronam complex for treatment of painful bone metastases in hormone-refractory prostate cancer, Urology, 2004. 63(5): p. 940-945., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15134985
[1032] Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Rote-Hand-Brief zu Aclasta® (Wirkstoff: Zoledronsäure): Berichte über Nierenfunktionsstörungen und Nierenversagen, 2010., http://www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/Pharmakovigilanz/DE/RHB/2010/rhb-aclasta.pdf
[1033] Paul-Ehrlich-Institut (PEI), Rote-Hand-Brief: Prolia® (Denosumab), 2014., https://www.pei.de/DE/newsroom/veroffentlichungen-arzneimittel/sicherheitsinformationen-human/2014/ablage2014/2014-09-04-rhb-prolia-denosumab.html
[1034] Paul-Ehrlich-Institut (PEI), Rote-Hand-Brief: Xgeva® (Denosumab), 2015., https://www.pei.de/DE/newsroom/veroffentlichungen-arzneimittel/sicherheitsinformationen-human/2015/ablage2015/2015-07-30-rhb-xgeva-denosumab.html
[1035] Saad, F., Chen, Y.M., Gleason, D.M., Chin, J., Continuing benefit of zoledronic acid in preventing skeletal complications in patients with bone metastases, Clin Genitourin Cancer, 2007. 5(6): p. 390-396., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17956712
[1036] Han, S, Woo, S, Kim, YI, Lee, JL, Wibmer, AG, Schoder, H, et.al. Concordance between Response Assessment Using Prostate-Specific Membrane Antigen PET and Serum Prostate-Specific Antigen Levels after Systemic Treatment in Patients with Metastatic Castration Resistant Prostate Cancer: A Systematic Review and Meta-Analysis., Diagnostics (Basel), 2021. 11 (4)(4):, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33917006/
[1037] Alongi, P, Laudicella, R, Lanzafame, H, Farolfi, A, Mapelli, P, Picchio, M, et.al. PSMA and Choline PET for the Assessment of Response to Therapy and Survival Outcomes in Prostate Cancer Patients: A Systematic Review from the Literature., Cancers (Basel), 2022. 14 (7)(7):, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35406542/
[1038] Esen, B, Herrmann, K, Bavbek, S, Kordan, Y, Tilki, D, Esen, T, Prostate-specific Membrane Antigen Positron Emission Tomography as a Biomarker to Assess Treatment Response in Patients with Advanced Prostate Cancer., Eur Urol Focus, 2023. 9 (4)(4): p. 596-605., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36842919/
[1039] Halabi, S, Roy, A, Rydzewska, L, Guo, S, Godolphin, P, Hussain, M, et.al. Radiographic Progression-Free Survival and Clinical Progression-Free Survival as Potential Surrogates for Overall Survival in Men With Metastatic Hormone-Sensitive Prostate Cancer., J Clin Oncol, 2024. 42 (9)(9): p. 1044-1054., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38181323/
[1040] Fukuokaya, W, Yanagisawa, T, Mori, K, Urabe, F, Rajwa, P, Briganti, A, et.al. Radiographic Progression Without Corresponding Prostate-specific Antigen Progression in Patients with Metastatic Castration-sensitive Prostate Cancer Receiving Apalutamide: Secondary Analysis of the TITAN Trial., Eur Urol Oncol, 2024. ():, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38688767/
[1041] Gillessen, S, Attard, G, Beer, TM, Beltran, H, Bossi, A, Bristow, R, et.al. Management of Patients with Advanced Prostate Cancer: The Report of the Advanced Prostate Cancer Consensus Conference APCCC 2017., Eur Urol, 2018. 73 (2)(2): p. 178-211., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28655541/
[1042] Gillessen, S, Omlin, A, Attard, G, de Bono, JS, Efstathiou, E, Fizazi, K, et.al. Management of patients with advanced prostate cancer: recommendations of the St Gallen Advanced Prostate Cancer Consensus Conference (APCCC) 2015., Ann Oncol, 2015. 26 (8)(8): p. 1589-604., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26041764/
[274] Scher, HI, Morris, MJ, Stadler, WM, Higano, C, Basch, E, Fizazi, K, et.al. Trial Design and Objectives for Castration-Resistant Prostate Cancer: Updated Recommendations From the Prostate Cancer Clinical Trials Working Group 3., J Clin Oncol, 2016. 34 (12)(12): p. 1402-18., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26903579/
[1043] Brown, JC, Winters-Stone, K, Lee, A, Schmitz, KH, Cancer, physical activity, and exercise., Compr Physiol, 2012. 2 (4)(4): p. 2775-809., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23720265/
[1044] Brenner, DR, Yannitsos, DH, Farris, MS, Johansson, M, Friedenreich, CM, Leisure-time physical activity and lung cancer risk: A systematic review and meta-analysis., Lung Cancer, 2016. 95 (): p. 17-27., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27040847/
[1045] Friedenreich, CM, Neilson, HK, Lynch, BM, State of the epidemiological evidence on physical activity and cancer prevention., Eur J Cancer, 2010. 46 (14)(14): p. 2593-604., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20843488/
[1046] Schmid, D, Behrens, G, Keimling, M, Jochem, C, Ricci, C, Leitzmann, M, A systematic review and meta-analysis of physical activity and endometrial cancer risk., Eur J Epidemiol, 2015. 30 (5)(5): p. 397-412., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25800123/
[1047] Wolin, KY, Yan, Y, Colditz, GA, Lee, IM, Physical activity and colon cancer prevention: a meta-analysis., Br J Cancer, 2009. 100 (4)(4): p. 611-6., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19209175/
[1048] Wu, Y, Zhang, D, Kang, S, Physical activity and risk of breast cancer: a meta-analysis of prospective studies., Breast Cancer Res Treat, 2013. 137 (3)(3): p. 869-82., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23274845/
[1049] Moore, SC, Lee, IM, Weiderpass, E, Campbell, PT, Sampson, JN, Kitahara, CM, et.al. Association of Leisure-Time Physical Activity With Risk of 26 Types of Cancer in 1.44 Million Adults., JAMA Intern Med, 2016. 176 (6)(6): p. 816-25., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27183032/
[1050] Li, T, Wei, S, Shi, Y, Pang, S, Qin, Q, Yin, J, et.al. The dose-response effect of physical activity on cancer mortality: findings from 71 prospective cohort studies., Br J Sports Med, 2016. 50 (6)(6): p. 339-45., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26385207/
[1051] Sanchis-Gomar, F, Lucia, A, Yvert, T, Ruiz-Casado, A, Pareja-Galeano, H, Santos-Lozano, A, et.al. Physical inactivity and low fitness deserve more attention to alter cancer risk and prognosis., Cancer Prev Res (Phila), 2015. 8 (2)(2): p. 105-10., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25416409/
[1052] Vainshelboim, B, Müller, J, Lima, RM, Nead, KT, Chester, C, Chan, K, et.al. Cardiorespiratory fitness, physical activity and cancer mortality in men., Prev Med, 2017. 100 (): p. 89-94., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28412186/
[1053] Bourke, L, Smith, D, Steed, L, Hooper, R, Carter, A, Catto, J, et.al. Exercise for Men with Prostate Cancer: A Systematic Review and Meta-analysis., Eur Urol, 2016. 69 (4)(4): p. 693-703., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26632144/
[1054] Schwingshackl, L, Schwedhelm, C, Galbete, C, Hoffmann, G, Adherence to Mediterranean Diet and Risk of Cancer: An Updated Systematic Review and Meta-Analysis., Nutrients, 2017. 9 (10)(10):, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28954418/
[1055] Chen, P, Zhang, W, Wang, X, Zhao, K, Negi, DS, Zhuo, L, et.al. Lycopene and Risk of Prostate Cancer: A Systematic Review and Meta-Analysis., Medicine (Baltimore), 2015. 94 (33)(33): p. e1260., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/26287411/
[1056] Markozannes, G, Tzoulaki, I, Karli, D, Evangelou, E, Ntzani, E, Gunter, MJ, et.al. Diet, body size, physical activity and risk of prostate cancer: An umbrella review of the evidence., Eur J Cancer, 2016. 69 (): p. 61-69., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27816833/
[1057] Richman, EL, Kenfield, SA, Chavarro, JE, Stampfer, MJ, Giovannucci, EL, Willett, WC, et.al. Fat intake after diagnosis and risk of lethal prostate cancer and all-cause mortality., JAMA Intern Med, 2013. 173 (14)(14): p. 1318-26., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23752662/
[1058] World Cancer Research Fund/American Institute for Cancer Research. Diet, Nutrition, Physical Activity and Cancer: a Global Perspective. Continuous Update Project Expert Report 2018. Available at dietandcancerreport.org. ISBN 978-1-912259-47-2, 2018.
[1059] Klein, EA, Thompson, IM, Tangen, CM, Crowley, JJ, Lucia, MS, Goodman, PJ, et.al. Vitamin E and the risk of prostate cancer: the Selenium and Vitamin E Cancer Prevention Trial (SELECT)., JAMA, 2011. 306 (14)(14): p. 1549-56., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21990298/
[1060] Brasky, TM, Darke, AK, Song, X, Tangen, CM, Goodman, PJ, Thompson, IM, et.al. Plasma phospholipid fatty acids and prostate cancer risk in the SELECT trial., J Natl Cancer Inst, 2013. 105 (15)(15): p. 1132-41., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23843441/
[1061] Wagner, D., Trudel, D., Van der Kwast, T., et al. (2013). Dietary intake of lycopene is associated with reduced risk of prostate cancer: Evidence from a meta-analysis. PLOS ONE, 8(6), e65976., 2013.
[1062] van Gils, CH, Bostick, RM, Stern, MC, Taylor, JA, Differences in base excision repair capacity may modulate the effect of dietary antioxidant intake on prostate cancer risk: an example of polymorphisms in the XRCC1 gene., Cancer Epidemiol Biomarkers Prev, 2002. 11 (11)(11): p. 1279-84., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12433703/
[1063] Horneber, M, Bueschel, G, Dennert, G, Less, D, Ritter, E, Zwahlen, M, How many cancer patients use complementary and alternative medicine: a systematic review and metaanalysis., Integr Cancer Ther, 2012. 11 (3)(3): p. 187-203., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22019489/
[1064] Johnson, SB, Park, HS, Gross, CP, Yu, JB, Complementary Medicine, Refusal of Conventional Cancer Therapy, and Survival Among Patients With Curable Cancers., JAMA Oncol, 2018. 4 (10)(10): p. 1375-1381., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30027204/
[1065] Ntritsou, V, Mavrommatis, C, Kostoglou, C, Dimitriadis, G, Tziris, N, Zagka, P, et.al. Effect of perioperative electroacupuncture as an adjunctive therapy on postoperative analgesia with tramadol and ketamine in prostatectomy: a randomised sham-controlled single-blind trial., Acupunct Med, 2014. 32 (3)(3): p. 215-22., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24480836/
[1066] Beard, C, Stason, WB, Wang, Q, Manola, J, Dean-Clower, E, Dusek, JA, et.al. Effects of complementary therapies on clinical outcomes in patients being treated with radiation therapy for prostate cancer., Cancer, 2011. 117 (1)(1): p. 96-102., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20803609/
[1067] Elliott, SP, Meng, MV, Elkin, EP, McAninch, JW, Duchane, J, Carroll, PR, Incidence of urethral stricture after primary treatment for prostate cancer: data From CaPSURE., J Urol, 2007. 178 (2)(2): p. 529-34; discussion 534., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17570425/
[1068] Albers et al. (2005) Qualitätssicherung der radikalen Prostatektomie. Dtsch Arztebl 2005; 102:A 3582-6, 2005.
[1069] Dindo, D., Demartines, N., Clavien, P.A., Classification of surgical complications: a new proposal with evaluation in a cohort of 6336 patients and results of a survey, Ann Surg, 2004. 240(2): p. 205-213., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15273542/
[1070] Beyer, J., Wessela, S., Hakenberg, O.W., Kuhlisch, E., Halbritter, K., Froehner, M., et.al. Incidence, risk profile and morphological pattern of venous thromboembolism after prostate cancer surgery, J Thromb Haemost, 2009. 7(4): p. 597-604., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19143928
[1071] Musch, M., Klevecka, V., Roggenbuck, U., Kroepfl, D., Complications of pelvic lymphadenectomy in 1,380 patients undergoing radical retropubic prostatectomy between 1993 and 2006, J. Urol, 2008. 179(3): p. 923-928., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18207170
[1072] Briganti, A., Chun, F.K., Salonia, A., Suardi, N., Gallina, A., Da Pozzo, L.F., et.al. Complications and other surgical outcomes associated with extended pelvic lymphadenectomy in men with localized prostate cancer, Eur Urol, 2006. 50(5): p. 1006-1013., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16959399
[1073] Bolderston, A, Lloyd, NS, Wong, RK, Holden, L, Robb-Blenderman, L, The prevention and management of acute skin reactions related to radiation therapy: a systematic review and practice guideline., Support Care Cancer, 2006. 14 (8)(8): p. 802-17., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/16758176/
[1074] Hegarty, S. E., Dunne, M. T., Clarke-Moloney, M., et al. (2019). Topical agents and dressings for the management of radiation-induced skin reactions: A systematic review. Journal of Medical Radiation Sciences, 66(2), 139–146, 2019.
[1075] Chan, RJ, Webster, J, Chung, B, Marquart, L, Ahmed, M, Garantziotis, S, Prevention and treatment of acute radiation-induced skin reactions: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials., BMC Cancer, 2014. 14 (): p. 53., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24484999/
[1076] Skóra, M., Bulik, M., Adamczyk, A., et al. (2020). Honey-based products in radiotherapy-induced skin toxicity management: A review. Wound Repair and Regeneration, 28(5), 617–626, 2020.
[1077] Vernia, P., Fracasso, P.L., Casale, V., Villotti, G., Marcheggiano, A., Stigliano, V., et.al. Topical butyrate for acute radiation proctitis: randomised, crossover trial, Lancet, 2000. 356(9237): p. 1232-1235., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11072942
[1078] Sanguineti, G., Franzone, P., Marcenaro, M., Foppiano, F., Vitale, V., Sucralfate versus mesalazine versus hydrocortisone in the prevention of acute radiation proctitis during conformal radiotherapy for prostate carcinoma. A randomized study, Strahlenther. Onkol, 2003. 179(7): p. 464-470., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12835883
[1079] Sherman, D.M., Mangini, L., Poirier, P., Kadish, S.P., Double-blind comparison of loperamide and placebo in the treatment of radiation-induced diarrhea, Adv Ther, 1989. 6: p. 103-111.
[1080] Yavuz, M.N., Yavuz, A.A., Aydin, F., Can, G., Kavgaci, H., The efficacy of octreotide in the therapy of acute radiation-induced diarrhea: a randomized controlled study, Int. J Radiat. Oncol. Biol. Phys, 2002. 54(1): p. 195-202., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12182992
[1081] Fuccio, L, Guido, A, Laterza, L, Eusebi, LH, Busutti, L, Bunkheila, F, et.al. Randomised clinical trial: preventive treatment with topical rectal beclomethasone dipropionate reduces post-radiation risk of bleeding in patients irradiated for prostate cancer., Aliment Pharmacol Ther, 2011. 34 (6)(6): p. 628-37., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21790680/
[1082] O'Brien, PC, Franklin, CI, Poulsen, MG, Joseph, DJ, Spry, NS, Denham, JW, Acute symptoms, not rectally administered sucralfate, predict for late radiation proctitis: longer term follow-up of a phase III trial--Trans-Tasman Radiation Oncology Group., Int J Radiat Oncol Biol Phys, 2002. 54 (2)(2): p. 442-9., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/12243820/
[1083] Marras F, et al. "Radiation-induced proctitis in prostate cancer patients: Incidence and management." J Radiat Oncol. 2020;9(3):215-223., 2020.
[1084] Pan H, et al. "Incidence and risk factors of chronic radiation proctitis after radiotherapy for prostate cancer." Radiat Oncol. 2015;10:30. DOI: 10.1186/s13014-015-0331-8., 2015.
[1085] McGough, C., Baldwin, C., Frost, G., Andreyev, H.J., Role of nutritional intervention in patients treated with radiotherapy for pelvic malignancy, Br. J. Cancer, 2004. 90(12): p. 2278-2287., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15162154
[1086] Lilleby, W, Fosså, SD, Waehre, HR, Olsen, DR, Long-term morbidity and quality of life in patients with localized prostate cancer undergoing definitive radiotherapy or radical prostatectomy., Int J Radiat Oncol Biol Phys, 1999. 43 (4)(4): p. 735-43., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/10098428/
[1087] Xiao, J, Zhang, M, Wu, D, Side effects of prostate cancer therapies and potential management., J Biol Methods, 2024. 11 (3)(3): p. e99010018., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39544189/
[1088] Spampinato, S, Rancati, T, Waskiewicz, JM, Avuzzi, B, Garibaldi, E, Faiella, A, et.al. Patient-reported persistent symptoms after radiotherapy and association with quality of life for prostate cancer survivors., Acta Oncol, 2023. 62 (11)(11): p. 1440-1450., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37801288/
[1089] Knight, K, Wade, S, Balducci, L, Prevalence and outcomes of anemia in cancer: a systematic review of the literature., Am J Med, 2004. 116 Suppl 7A (): p. 11S-26S., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15050883/
[1090] Marks, LB, Yorke, ED, Jackson, A, Ten Haken, RK, Constine, LS, Eisbruch, A, et.al. Use of normal tissue complication probability models in the clinic., Int J Radiat Oncol Biol Phys, 2010. 76 (3 Suppl)(3 Suppl): p. S10-9., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20171502/
[1091] Denton, A., Forbes, A., Andreyev, J., Maher, E.J., Non surgical interventions for late radiation proctitis in patients who have received radical radiotherapy to the pelvis, Cochrane Database Syst Rev, 2002. p. CD003455., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11869662
[1092] Heumann, P, Aguado-Barrera, ME, Avuzzi, B, Azria, D, Briers, E, Bultijnck, R, et.al. Comparing symptom reporting by prostate cancer patients and healthcare professionals in the international multicentre REQUITE study., Radiother Oncol, 2023. 178 (): p. 109426., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36442608/
[1093] Andreyev, HJ, Muls, AC, Norton, C, Ralph, C, Watson, L, Shaw, C, et.al. Guidance: The practical management of the gastrointestinal symptoms of pelvic radiation disease., Frontline Gastroenterol, 2015. 6 (1)(1): p. 53-72., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25580207/
[1094] Spetz, A.C., Zetterlund, E.L., Varenhorst, E., Hammar, M., Incidence and management of hot flashes in prostate cancer, J. Support. Oncol, 2003. 1(4): p. 263-70, 272., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15334868
[1095] Cervenakov, I., Kopecny, M., Jancar, M., Chovan, D., Mal'a, M., 'Hot flush', an unpleasant symptom accompanying antiandrogen therapy of prostatic cancer and its treatment by cyproterone acetate, Int Urol Nephrol, 2000. 32(1): p. 77-79., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11057778
[1096] Morote, J., Orsola, A., Planas, J., Trilla, E., Raventos, C.X., Cecchini, L., et.al. Redefining clinically significant castration levels in patients with prostate cancer receiving continuous androgen deprivation therapy, J. Urol, 2007. 178(4 Pt 1): p. 1290-1295., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17698136
[1097] Abrahamsen, B., Nielsen, M.F., Eskildsen, P., Andersen, J.T., Walter, S., Brixen, K., Fracture risk in Danish men with prostate cancer: a nationwide register study, BJU Int, 2007. 100(4): p. 749-754., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17822455
[1098] Malcolm, J.B., Derweesh, I.H., Kincade, M.C., Diblasio, C.J., Lamar, K.D., Wake, R.W., et.al. Osteoporosis and fractures after androgen deprivation initiation for prostate cancer, Can. J. Urol, 2007. 14(3): p. 3551-3559., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17594745
[1099] Qaseem, A., Snow, V., Shekelle, P., Casey, D.E., Jr., Cross, J.T., Jr., Owens, D.K., et.al. Evidence-based interventions to improve the palliative care of pain, dyspnea, and depression at the end of life: a clinical practice guideline from the American College of Physicians, Ann. Intern. Med, 2008. 148(2): p. 141-146., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18195338
[1100] Weissbach, L., Diagnostik von Knochenmetastasen urologischer Tumoren und deren Behandlung mit Bisphosphonaten. Interdisziplinäre Konsensuskonferenz Frankfurt 2006, Urologe A, 2006. 45(12): p. 1527-1531., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17091278
[1101] Hakimian, P., Blute, M., Jr., Kashanian, J., Chan, S., Silver, D., Shabsigh, R., Metabolic and cardiovascular effects of androgen deprivation therapy, BJU Int, 2008. 102(11): p. 1509-1514., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18727614
[1102] Saylor, P.J., Smith, M.R., Metabolic complications of androgen deprivation therapy for prostate cancer, J. Urol, 2009. 181(5): p. 1998-2006., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19286225
[1103] Efstathiou, J.A., Bae, K., Shipley, W.U., Hanks, G.E., Pilepich, M.V., Sandler, H.M., et.al. Cardiovascular mortality and duration of androgen deprivation for locally advanced prostate cancer: analysis of RTOG 92-02, Eur Urol, 2008. 54(4): p. 816-823., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18243498
[1104] Efstathiou, J.A., Bae, K., Shipley, W.U., Hanks, G.E., Pilepich, M.V., Sandler, H.M., et.al. Cardiovascular mortality after androgen deprivation therapy for locally advanced prostate cancer: RTOG 85-31, J Clin Oncol, 2009. 27(1): p. 92-99., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19047297
[1105] Beer, T.M., Myrthue, A., Calcitriol in the treatment of prostate cancer, Anticancer Res, 2006. 26(4A): p. 2647-2651., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16886675
[1106] Johansson, J.E., Wersall, P., Brandberg, Y., Andersson, S.O., Nordstrom, L., Efficacy of epoetin beta on hemoglobin, quality of life, and transfusion needs in patients with anemia due to hormone-refractory prostate cancer--a randomized study, Scand J Urol Nephrol, 2001. 35(4): p. 288-294., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11676354
[1107] Bogdanos, J., Karamanolakis, D., Milathianakis, K., Repousis, P., Chloraki-Bobota, A., Majed, H., et.al. Epoetin beta (NeoRecormon) corrects anaemia in patients with hormone-refractory prostate cancer and bone metastases, Anticancer Res, 2004. 24(3b): p. 1957-1961., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15274384
[1108] Winquist, E., Julian, J.A., Moore, M.J., Nabid, A., Sathya, J., Wood, L., et.al. Randomized, double-blind, placebo-controlled trial of epoetin alfa in men with castration-resistant prostate cancer and anemia, J Clin Oncol, 2009. 27(4): p. 644-646., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19103725
[1109] Iversen, P., Tammela, T.L., Vaage, S., Lukkarinen, O., Lodding, P., Bull-Njaa, T., et.al. A randomised comparison of bicalutamide ('Casodex') 150 mg versus placebo as immediate therapy either alone or as adjuvant to standard care for early non-metastatic prostate cancer. First report from the Scandinavian Prostatic Cancer Group Study No. 6, Eur Urol, 2002. 42(3): p. 204-211., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12234503
[1110] Widmark, A., New principles in the treatment of prostate cancer--the oncologist's view, Scand. J Urol. Nephrol. Suppl, 2003. p. 23-27., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12841324
[1111] Tyrrell, C., Immediate Treatment with Bicalutamide, 150 mg/d, Following Radiotherapy in Localized or Locally Advanced Prostate Cancer, Rev. Urol, 2004. 6 Suppl 2: p. S29-S36., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16985858
[1112] Perdona, S., Autorino, R., De, Placido S., D'Armiento, M., Gallo, A., Damiano, R., et.al. Efficacy of tamoxifen and radiotherapy for prevention and treatment of gynaecomastia and breast pain caused by bicalutamide in prostate cancer: a randomised controlled trial, Lancet Oncol, 2005. 6(5): p. 295-300., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15863377
[1113] Sternberg, CN, Freedland, SJ, George, DJ, Morgans, AK, Treatment Intensification With Novel Hormonal Therapy in Castration-Sensitive Prostate Cancer: Patient Identification and Clinical Rationale., Clin Genitourin Cancer, 2024. 22 (6)(6): p. 102171., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39241313/
[1114] Chi, KN, Protheroe, A, Rodríguez-Antolín, A, Facchini, G, Suttman, H, Matsubara, N, et.al. Patient-reported outcomes following abiraterone acetate plus prednisone added to androgen deprivation therapy in patients with newly diagnosed metastatic castration-naive prostate cancer (LATITUDE): an international, randomised phase 3 trial., Lancet Oncol, 2018. 19 (2)(2): p. 194-206., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29326030/
[1115] N Agarwal, S Chowdhury, A Bjartell, et al. Health-related quality of life (HRQoL) and patient-reported outcomes at final analysis of the TITAN study of apalutamide (APA) versus placebo (PBO) in patients (pts) with metastatic castration-sensitive prostate cancer (mCSPC) receiving androgen deprivation therapy (ADT). J Clin Oncol, 39 (2021), p. 5068, 2021.
[1116] Sachdeva et al. Bone Resorptive Agents and Their Appropriate Use and Timing. 2024 ASCO Annual Meeting., 2024.
[1117] Conde-Estévez, D, Henríquez, I, Muñoz-Rodríguez, J, Rodriguez-Vida, A, Treatment of non-metastatic castration-resistant prostate cancer: facing age-related comorbidities and drug-drug interactions., Expert Opin Drug Metab Toxicol, 2022. 18 (9)(9): p. 601-613., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36111393/
[1118] Hussain, A, Jiang, S, Varghese, D, Appukkuttan, S, Kebede, N, Gnanasakthy, K, et.al. Real-world burden of adverse events for apalutamide- or enzalutamide-treated non-metastatic castration-resistant prostate cancer patients in the United States., BMC Cancer, 2022. 22 (1)(1): p. 304., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35317768/
[1119] Pan, A, Reingold, RE, Zhao, JL, Moy, A, Kraehenbuehl, L, Dranitsaris, G, et.al. Dermatological Adverse Events in Prostate Cancer Patients Treated with the Androgen Receptor Inhibitor Apalutamide., J Urol, 2022. 207 (5)(5): p. 1010-1019., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35020444/
[1120] Birtle, AJ, Formisano, L, Descamps, V, Weisenseel, P, Vilaseca, A, Early Identification and Management of Patients with Rash on Apalutamide., Oncol Ther, 2024. 12 (3)(3): p. 609-620., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39088147/
[1121] Podgoršek, E, Mehra, N, van Oort, IM, Somford, DM, Boerrigter, E, van Erp, NP, Clinical Pharmacokinetics and Pharmacodynamics of the Next Generation Androgen Receptor Inhibitor-Darolutamide., Clin Pharmacokinet, 2023. 62 (8)(8): p. 1049-1061., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37458966/
[1122] Oishi, T, Hatakeyama, S, Tabata, R, Fujimori, D, Kawashima, Y, Tanaka, R, et.al. Effects of apalutamide dose reduction on skin-related adverse events in patients with advanced prostate cancer: A multicenter retrospective study., Prostate, 2023. 83 (2)(2): p. 198-203., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36314250/
[1123] Gilbar, P., Hain, A., Peereboom, V.M., Nail toxicity induced by cancer chemotherapy, J Oncol Pharm Pract, 2009. 15(3): p. 143-155., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19171552
[1124] Scotte, F., Tourani, J.M., Banu, E., Peyromaure, M., Levy, E., Marsan, S., et.al. Multicenter study of a frozen glove to prevent docetaxel-induced onycholysis and cutaneous toxicity of the hand, J. Clin. Oncol, 2005. 23(19): p. 4424-4429., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15994152
[1125] Scotte, F., Banu, E., Medioni, J., Levy, E., Ebenezer, C., Marsan, S., et.al. Matched case-control phase 2 study to evaluate the use of a frozen sock to prevent docetaxel-induced onycholysis and cutaneous toxicity of the foot, Cancer, 2008. 112(7): p. 1625-1631., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18286527
[1126] Kimura, S, Shigeta, K, Tamura, S, Uchino, K, Kimura, T, Ozaki, Y, et.al. Effectiveness and safety of primary prophylaxis of G-CSF during chemotherapy for prostate cancer, Japanese clinical guideline for appropriate use of G-CSF: clinical practice guidelines for the use of G-CSF 2022., Int J Clin Oncol, 2024. 29 (5)(5): p. 559-563., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38538963/
[1127] Watanabe, K, Kosaka, T, Hongo, H, Oya, M, Utility of prophylactic antibiotics for preventing febrile neutropenia during cabazitaxel therapy for castration-resistant prostate cancer., Sci Rep, 2021. 11 (1)(1): p. 8367., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33863964/
[1128] Levy, M.H., Back, A., Benedetti, C., Billings, J.A., Block, S., Boston, B., et.al. NCCN clinical practice guidelines in oncology: palliative care, J Natl Compr. Canc. Netw, 2009. 7(4): p. 436-473., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/19406043/
[1129] Roila, F., Hesketh, P.J., Herrstedt, J., Prevention of chemotherapy- and radiotherapy-induced emesis: results of the 2004 Perugia International Antiemetic Consensus Conference, Ann. Oncol, 2006. 17(1): p. 20-28., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16314401
[1130] Kris, M.G., Hesketh, P.J., Somerfield, M.R., Feyer, P., Clark-Snow, R., Koeller, J.M., et.al. American Society of Clinical Oncology guideline for antiemetics in oncology: update 2006, J Clin Oncol, 2006. 24(18): p. 2932-2947., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16717289
[1131] Jordan, K., Sippel, C., Schmoll, H.J., Guidelines for antiemetic treatment of chemotherapy-induced nausea and vomiting: past, present, and future recommendations, Oncologist, 2007. 12(9): p. 1143-1150., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17914084
[1132] Scotté F, Schwartzberg L, Iihara H, Aapro M, Gralla R, Hesketh PJ, Jordan K, Chow R, Herrstedt J. 2023 updated MASCC/ESMO Consensus recommendations: Prevention of nausea and vomiting following moderately emetic risk antineoplastic agents. Support Care Cancer. 2023 Dec 20;32(1):45., 2023.
[1133] Loprinzi, CL, Lacchetti, C, Bleeker, J, Cavaletti, G, Chauhan, C, Hertz, DL, et.al. Prevention and Management of Chemotherapy-Induced Peripheral Neuropathy in Survivors of Adult Cancers: ASCO Guideline Update., J Clin Oncol, 2020. 38 (28)(28): p. 3325-3348., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32663120/
[1134] Hershman, DL, Lacchetti, C, Dworkin, RH, Lavoie Smith, EM, Bleeker, J, Cavaletti, G, et.al. Prevention and management of chemotherapy-induced peripheral neuropathy in survivors of adult cancers: American Society of Clinical Oncology clinical practice guideline., J Clin Oncol, 2014. 32 (18)(18): p. 1941-67., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24733808/
[1135] Grisold, W, Cavaletti, G, Windebank, AJ, Peripheral neuropathies from chemotherapeutics and targeted agents: diagnosis, treatment, and prevention., Neuro Oncol, 2012. 14 Suppl 4 (Suppl 4)(Suppl 4): p. iv45-54., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23095830/
[1136] Peterson, D.E., Bensadoun, R.J., Roila, F., Management of oral and gastrointestinal mucositis: ESMO clinical recommendations, Ann. Oncol, 2008. 19 Suppl 2: p. ii122-ii125., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18456749
[1137] Hutton, N, Palliative care, time, and core values., Patient Educ Couns, 2005. 56 (3)(3): p. 255-6., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15721966/
[1138] Vanbutsele, G, Pardon, K, Van Belle, S, Surmont, V, De Laat, M, Colman, R, et.al. Effect of early and systematic integration of palliative care in patients with advanced cancer: a randomised controlled trial., Lancet Oncol, 2018. 19 (3)(3): p. 394-404., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29402701/
[1139] Ghabashi, EH, Sharaf, BM, Kalaktawi, WA, Calacattawi, R, Calacattawi, AW, The Magnitude and Effects of Early Integration of Palliative Care Into Oncology Service Among Adult Advanced Cancer Patients at a Tertiary Care Hospital., Cureus, 2021. 13 (5)(5): p. e15313., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34211813/
[1140] Haun, MW, Estel, S, Rücker, G, Friederich, HC, Villalobos, M, Thomas, M, et.al. Early palliative care for adults with advanced cancer., Cochrane Database Syst Rev, 2017. 6 (6)(6): p. CD011129., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28603881/
[1141] Aaronson, NK, Ahmedzai, S, Bergman, B, Bullinger, M, Cull, A, Duez, NJ, et.al. The European Organization for Research and Treatment of Cancer QLQ-C30: a quality-of-life instrument for use in international clinical trials in oncology., J Natl Cancer Inst, 1993. 85 (5)(5): p. 365-76., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/8433390/
[1142] Mendoza, TR, Wang, XS, Cleeland, CS, Morrissey, M, Johnson, BA, Wendt, JK, et.al. The rapid assessment of fatigue severity in cancer patients: use of the Brief Fatigue Inventory., Cancer, 1999. 85 (5)(5): p. 1186-96., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/10091805/
[1143] Janjua S, Brown M, Parker R, Prue G, Closier P, Cramp F. Physical activity for the management of cancer‐related fatigue in adults. Cochrane Database Syst Rev. 2022 Dec 1;2022(12):CD015348., 2022.
[1144] American College of Physicians. (2021). Guidelines for chronic fatigue syndrome and fatigue-related disorders. Available at: acponline.org., 2021.
[1145] Yellen, SB, Cella, DF, Webster, K, Blendowski, C, Kaplan, E, Measuring fatigue and other anemia-related symptoms with the Functional Assessment of Cancer Therapy (FACT) measurement system., J Pain Symptom Manage, 1997. 13 (2)(2): p. 63-74., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/9095563/
[1146] Piper, BF, Dibble, SL, Dodd, MJ, Weiss, MC, Slaughter, RE, Paul, SM, The revised Piper Fatigue Scale: psychometric evaluation in women with breast cancer., Oncol Nurs Forum, 1998. 25 (4)(4): p. 677-84., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/9599351/
[1147] Smets, EM, Garssen, B, Bonke, B, De Haes, JC, The Multidimensional Fatigue Inventory (MFI) psychometric qualities of an instrument to assess fatigue., J Psychosom Res, 1995. 39 (3)(3): p. 315-25., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/7636775/
[1148] Cleeland, CS, Ryan, KM, Pain assessment: global use of the Brief Pain Inventory., Ann Acad Med Singap, 1994. 23 (2)(2): p. 129-38., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/8080219/
[1149] Breivik, H, Borchgrevink, PC, Allen, SM, Rosseland, LA, Romundstad, L, Hals, EK, et.al. Assessment of pain., Br J Anaesth, 2008. 101 (1)(1): p. 17-24., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18487245/
[1150] Melzack, R, The McGill Pain Questionnaire: major properties and scoring methods., Pain, 1975. 1 (3)(3): p. 277-299., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/1235985/
[1151] Tait, RC, Chibnall, JT, Krause, S, The Pain Disability Index: psychometric properties., Pain, 1990. 40 (2)(2): p. 171-182., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/2308763/
[1152] Freynhagen, R, Baron, R, Gockel, U, Tölle, TR, painDETECT: a new screening questionnaire to identify neuropathic components in patients with back pain., Curr Med Res Opin, 2006. 22 (10)(10): p. 1911-20., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17022849/
[1153] Smith, MR, Lee, H, Nathan, DM, Insulin sensitivity during combined androgen blockade for prostate cancer., J Clin Endocrinol Metab, 2006. 91 (4)(4): p. 1305-8., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/16434464/
[1154] Baracos, VE, Martin, L, Korc, M, Guttridge, DC, Fearon, KCH, Cancer-associated cachexia., Nat Rev Dis Primers, 2018. 4 (): p. 17105., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29345251/
[1155] Fearon, K, Strasser, F, Anker, SD, Bosaeus, I, Bruera, E, Fainsinger, RL, et.al. Definition and classification of cancer cachexia: an international consensus., Lancet Oncol, 2011. 12 (5)(5): p. 489-95., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21296615/
[1156] Ottery, FD, Definition of standardized nutritional assessment and interventional pathways in oncology., Nutrition, 1996. 12 (1 Suppl)(1 Suppl): p. S15-9., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/8850213/
[1157] Prado, CM, Lieffers, JR, McCargar, LJ, Reiman, T, Sawyer, MB, Martin, L, et.al. Prevalence and clinical implications of sarcopenic obesity in patients with solid tumours of the respiratory and gastrointestinal tracts: a population-based study., Lancet Oncol, 2008. 9 (7)(7): p. 629-35., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18539529/
[1158] Madeddu, C, Dessì, M, Panzone, F, Serpe, R, Antoni, G, Cau, MC, et.al. Randomized phase III clinical trial of a combined treatment with carnitine + celecoxib ± megestrol acetate for patients with cancer-related anorexia/cachexia syndrome., Clin Nutr, 2012. 31 (2)(2): p. 176-82., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/22047681/
[1159] Stene, GB, Helbostad, JL, Balstad, TR, Riphagen, II, Kaasa, S, Oldervoll, LM, Effect of physical exercise on muscle mass and strength in cancer patients during treatment--a systematic review., Crit Rev Oncol Hematol, 2013. 88 (3)(3): p. 573-93., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/23932804/
[1160] McClement, SE, Harlos, M, When advanced cancer patients won't eat: family responses., Int J Palliat Nurs, 2008. 14 (4)(4): p. 182-8., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18681346/
[1161] Taylor, B, Experiences of sexuality and intimacy in terminal illness: a phenomenological study., Palliat Med, 2014. 28 (5)(5): p. 438-47., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24449801/
[1162] Wang, K, Ariello, K, Choi, M, Turner, A, Wan, BA, Yee, C, et.al. Sexual healthcare for cancer patients receiving palliative care: a narrative review., Ann Palliat Med, 2018. 7 (2)(2): p. 256-264., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29156921/
[1163] Williams, M, Addis, G, Addressing patient sexuality issues in cancer and palliative care., Br J Nurs, 2021. 30 (10)(10): p. S24-S28., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34037445/
[1164] Hordern, AJ, Street, AF, Communicating about patient sexuality and intimacy after cancer: mismatched expectations and unmet needs., Med J Aust, 2007. 186 (5)(5): p. 224-7., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/17391082/
[1165] Gilbert, E, Perz, J, Ussher, JM, Talking about sex with health professionals: the experience of people with cancer and their partners., Eur J Cancer Care (Engl), 2016. 25 (2)(2): p. 280-93., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/25040442/
[1166] Schmalz, C, Oberguggenberger, AS, Nagele, E, Bliem, B, Lanceley, A, Nordin, A, et.al. Sexual health-a topic for cancer patients receiving oncological treatment with palliative intent., BMC Palliat Care, 2024. 23 (1)(1): p. 189., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/39075384/
[1167] Chambers, S. K., Ng, S. K., Baade, P., et al. (2012). Psychological distress and quality of life in men with prostate cancer. Journal of Clinical Oncology, 30(23), 2713-2719., 2012.
[1168] Dinh, KT, Reznor, G, Muralidhar, V, Mahal, BA, Nezolosky, MD, Choueiri, TK, et.al. Association of Androgen Deprivation Therapy With Depression in Localized Prostate Cancer., J Clin Oncol, 2016. 34 (16)(16): p. 1905-12., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/27069075/
[1169] Watts, S, Leydon, G, Birch, B, Prescott, P, Lai, L, Eardley, S, et.al. Depression and anxiety in prostate cancer: a systematic review and meta-analysis of prevalence rates., BMJ Open, 2014. 4 (3)(3): p. e003901., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24625637/
[1170] Sharpley, CF, Bitsika, V, Christie, DR, Understanding the causes of depression among prostate cancer patients: development of the Effects of Prostate Cancer on Lifestyle Questionnaire., Psychooncology, 2009. 18 (2)(2): p. 162-8., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18613289/
[1171] Couper, JW, Love, AW, Duchesne, GM, Bloch, S, Macvean, M, Dunai, JV, et.al. Predictors of psychosocial distress 12 months after diagnosis with early and advanced prostate cancer., Med J Aust, 2010. 193 (S5)(S5): p. S58-61., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/21542448/
[1172] Sharp, L., & O’Leary, E. (2019). Cancer-related anxiety in men with prostate cancer: prevalence and correlates. Psycho-Oncology, 28(5), 1085-1091., 2019.
[1173] Chambers, S. K., et al. (2015). A randomised controlled trial of mindfulness interventions for men with advanced prostate cancer. Journal of Clinical Oncology, 33(5), 565-571., 2015.
[1174] Pitman, A, Suleman, S, Hyde, N, Hodgkiss, A, Depression and anxiety in patients with cancer., BMJ, 2018. 361 (): p. k1415., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29695476/
[1175] Oefelein, M.G., Prognostic significance of obstructive uropathy in advanced prostate cancer, Urology, 2004. 63(6): p. 1117-1121., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15183963
[1176] Ku, J.H., Lee, S.W., Jeon, H.G., Kim, H.H., Oh, S.J., Percutaneous nephrostomy versus indwelling ureteral stents in the management of extrinsic ureteral obstruction in advanced malignancies: are there differences?, Urology, 2004. 64(5): p. 895-899., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15533473
[1177] Chung, S.Y., Stein, R.J., Landsittel, D., Davies, B.J., Cuellar, D.C., Hrebinko, R.L., et.al. 15-year experience with the management of extrinsic ureteral obstruction with indwelling ureteral stents, J Urol, 2004. 172(2): p. 592-595., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15247739
[1178] Docimo, S.G., Dewolf, W.C., High failure rate of indwelling ureteral stents in patients with extrinsic obstruction: experience at 2 institutions, J Urol, 1989. 142(2 Pt 1): p. 277-279., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2746744
[1179] Yossepowitch, O., Lifshitz, D.A., Dekel, Y., Gross, M., Keidar, D.M., Neuman, M., et.al. Predicting the success of retrograde stenting for managing ureteral obstruction, J Urol, 2001. 166(5): p. 1746-1749., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11586215
[1180] Feng, M.I., Bellman, G.C., Shapiro, C.E., Management of ureteral obstruction secondary to pelvic malignancies, J Endourol, 1999. 13(7): p. 521-524., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10569528
[1181] Anast, J.W., Andriole, G.L., Grubb, R.L., Managing the local complications of locally advanced prostate cancer, Curr Urol Rep, 2007. 8(3): p. 211-216., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17459270
[1182] Ganatra, A.M., Loughlin, K.R., The management of malignant ureteral obstruction treated with ureteral stents, J Urol, 2005. 174(6): p. 2125-2128., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16280741
[1183] Dowling, R.A., Carrasco, C.H., Babaian, R.J., Percutaneous urinary diversion in patients with hormone-refractory prostate cancer, Urology, 1991. 37(2): p. 89-91., http://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1992595
[1184] Wright, AA, Zhang, B, Ray, A, Mack, JW, Trice, E, Balboni, T, et.al. Associations between end-of-life discussions, patient mental health, medical care near death, and caregiver bereavement adjustment., JAMA, 2008. 300 (14)(14): p. 1665-73., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18840840/
[1185] Sudore, RL, Fried, TR, Redefining the "planning" in advance care planning: preparing for end-of-life decision making., Ann Intern Med, 2010. 153 (4)(4): p. 256-61., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/20713793/
[1186] Merino, S., & Wilmott, M. (2020). Withdrawing anticancer treatment: A systematic review of factors influencing physicians' decision-making. Palliative Medicine, 34(5), 625-639., 2018.
[1187] Laryionava, K., et al. (2018). Cancer patients' preferences for palliative care and their perception of symptoms and burden: A cross-sectional study. Journal of Pain and Symptom Management, 56(5), 731-738., 2020.
[1188] Weber, B. A, Roberts, B. L., Mills, T. L., Physical and emotional predictors of coping and adjustment in men treated for prostate cancer, Journal of Clinical Psychology in Medical Settings, 2004. 11(1): p. 1-9.
[1189] Ferrell, BR, Temel, JS, Temin, S, Smith, TJ, Integration of Palliative Care Into Standard Oncology Care: ASCO Clinical Practice Guideline Update Summary., J Oncol Pract, 2017. 13 (2)(2): p. 119-121., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28972832/
[1190] Skolarus, TA, Wolf, AM, Erb, NL, Brooks, DD, Rivers, BM, Underwood, W, et.al. American Cancer Society prostate cancer survivorship care guidelines., CA Cancer J Clin, 2014. 64 (4)(4): p. 225-49., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24916760/
[1191] Mehnert, A, Hartung, TJ, Friedrich, M, Vehling, S, Brähler, E, Härter, M, et.al. One in two cancer patients is significantly distressed: Prevalence and indicators of distress., Psychooncology, 2018. 27 (1)(1): p. 75-82., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/28568377/
[1192] Radbruch, L., & Payne, S. (2009). Standards und Richtlinien für die Palliativversorgung in Europa: Eine Empfehlung des Europäischen Palliativpflegeverbands (EAPC). European Journal of Palliative Care, 16(6), 278-289., 2009.