Leitlinienprogramm OnkologiePalliativmedizin

13. Übelkeit und Erbrechen (nicht Tumortherapie-induziert) – Palliativmedizin

Version 3.0 · Juli 2026 · AWMF 128-001OL
Leitlinienprogramm Onkologie · Deutsche Krebsgesellschaft · Deutsche Krebshilfe · AWMF

AG-Leiter: Gesine Benze, Bernd Oliver Maier

13.1 Einleitung

Übelkeit und Erbrechen sind zwei eigenständige Symptome, die aber häufig miteinander einhergehen. 

In dieser Leitlinie verwenden wir Übelkeit synonym für das Gefühl, erbrechen zu müssen, und Erbrechen für den Prozess selbst, durch den es zu einem Auswurf von Magen- oder Darminhalt über den Mund kommt. Vor allem bei Erbrechen können Inappetenz, Malnutrition, Dehydratation, Elektrolytstörungen und Schleimhautschädigung somatische Folgen sein. Außerdem resultiert eine verminderte oder fehlende Möglichkeit, Medikamente oral aufzunehmen. Für Patient:innen haben Übelkeit und Erbrechen bedeutende Auswirkungen auf die Lebensqualität [1233], [1234].

In dieser Leitlinie werden nicht-tumortherapieinduzierte Übelkeit und Erbrechen bei Palliativpatient:innen mit einer onkologischen Erkrankung beschrieben.

Übelkeit und Erbrechen können desweiteren durch tumorspezifische Therapien, wie z. B. Chemotherapie, Immuntherapie und Strahlentherapie, hervorgerufen werden. Die Datenlage zu diesem in der Literatur als CINV (Chemotherapy induced nausea and vomiting) bezeichneten Symptomenkomplex ist gut, ebenso sind evidenzbasierte Leitlinien implementiert. Insbesondere verweisen wir hier auf die S3-Leitlinie Supportive Therapie [1235], in der tumortherapieinduzierte Übelkeit und Erbrechen spezifisch adressiert werden. Es ist in der Praxis zu berücksichtigen, dass eine klare Abgrenzung tumortherapieinduziert/nicht-tumortherapieinduziert oft nicht möglich ist. Parallel zu den therapie-assoziierten Auslösern werden z.T. krankheitsspezifische Auslöser gefunden. Manche Therapieansätze können in beiden Situationen zur Anwendung kommen und positive Effekte haben.

Die maligne intestinale Obstruktion als Sonderform der Funktionseinschränkung des Gastrointestinaltraktes geht meist auch mit Übelkeit und Erbrechen einher. Aufgrund der spezifischen Aspekte und der ätiologisch klar definierten Zuordnung gastrointestinaler Symptome zur malignen intestinalen Obstruktion wird deren Therapie in einem eigenständigen Kapitel dieser Leitlinie behandelt (siehe Kapitel Maligne intestinale Obstruktion). 

Ziel dieses Kapitels ist es, Empfehlungen auf Basis der Evidenzlage bezüglich der antiemetischen Therapie bei Patient:innen mit nicht-heilbaren Krebserkrankungen mit palliativmedizinischem Versorgungsbedarf vorzustellen, die sich an der komplexen Situation des schwerkranken Menschen orientieren. Hierbei geht es um Linderung von Übelkeit und die Reduktion der Frequenz des Erbrechens durch nicht-pharmakologische und pharmakologische Interventionen. 

Epidemiologie und Pathogenese

Viele der Untersuchungen zu Übelkeit und Erbrechen erfassen die beiden Symptome gemeinsam, ohne präzise Differenzierung einzelner Prävalenzzahlen für Übelkeit oder Erbrechen. Werte von ca. 10–70 % für Übelkeit bei Krebspatient:innen in einem weit fortgeschrittenen Stadium und ca. 10–40 % für Erbrechen [4],[1236], [1237], [1238], [1239], [1240], [1241], [1242], [1243] zeigen die Bedeutung des Symptomenkomplexes.

Ursachen für die Entstehung des Symptomkomplex Übelkeit und Erbrechen sind vielfältig: toxische Substanzen, metabolische, gastrointestinale und zentrale Störungen, sowie eine psychische Genese sind plausibel belegt. Die multifaktorielle Ätiologie ist eher Regel als Ausnahme und eine eindeutige Zuordnung oft nicht möglich. 

In ca. 50 % der Fälle liegen als Ursache organische und funktionelle Veränderun-gen des Gastrointestinaltrakts vor [1244], [1245]. 

Häufig sind auch Medikamente oder Interaktionen von Medikamenten Ursache von Übelkeit und Erbrechen. So leiden beispielsweise zu Beginn einer Opioidmedikation bis zu 40 % der zuvor opioidnaiven Krebspatient:innen unter der Nebenwirkung Übelkeit und Erbrechen [1246]. Bezüglich der Behandlung von opioidbedingter Übelkeit und Erbrechen verweisen wir auch auf das Kapitel Tumorschmerz.

Pathophysiologie

Verschiedene anatomische Strukturen spielen bei der Entstehung von Übelkeit und Erbrechen eine Rolle. Im zentralen Nervensystem sind es die Chemorezeptortriggerzone in der Area postrema am Boden des IV. Ventrikels, das Brechzentrum im Hirnstamm, der cerebrale Cortex und der Vestibularapparat, peripher vagale Afferenzen und der Gastrointestinaltrakt [1240], [1247], [1248]. Die Impulsübermittlung erfolgt über eine Vielzahl von Neurotransmittern und Rezeptoren wie muskarinische Acetycholinrezeptoren (mACh), Histamin- (H1-), Dopamin- (D2-), sowie die Serotonin-Rezeptoren (5HT2-, 5HT3-, 5HT4-Rezeptor) und Neurokinin (NK1)-Rezeptoren [1240]. 

Bewertung und Auswirkung der Symptome sowie Therapieansätze

Häufig unterscheiden sich die subjektive Wahrnehmung der Belastung durch die erkrankte Person und der Einschätzung des Umfeldes. Ein möglicher Grund dafür wird in der Unsichtbarkeit des Gefühls Übelkeit im Vergleich zur visuellen und olfaktorischen Präsenz des Erbrechens gesehen. In der Konsequenz wird Erbrechen in seiner Auswirkung auf den Erkrankten vom Umfeld eher über– und Übelkeit eher unterschätzt. Übelkeit kann durchaus einen stärkeren negativen Einfluss auf die Lebensqualität haben als Erbrechen [1249]. Erbrechen bzw. Erbrochenes lösen beim Umfeld aversive Reaktionen wie Ekel hervor. Das kann wiederum eine Distanzierung von den Patient:innen zur Folge haben. Nicht selten kommt es im sozialen Umfeld zu Gefühlen wie Hilflosigkeit oder Frustration. Diese soziale Dimension und deren Auswirkungen für die Versorgungsplanung und die emotionale Verbundenheit der Betroffenen muss bei der Therapiezielfindung berücksichtigt werden.

Verschiedene nicht-medikamentöse und medikamentöse Maßnahmen stehen zur Verfügung. Aufgrund der oft multifaktoriellen Ätiologie und der teilweise unterschiedlichen Bewertung der Symptome durch Patient:in, Angehörige und Therapeut:in kann es eine Herausforderung sein, im ersten Schritt ein realistisches Therapieziel zu konsentieren und eine dafür effektive Therapie anzusetzen. 

Die Literatur zur Therapie der beiden immer wieder miteinander assoziierten Symptome in der Palliativsituation unterscheidet nicht durchgängig zwischen der Erfassung des einen oder des anderen Symptoms. Somit ist eine spezifische Differenzierung in der Effektivität der Therapie der Einzelsymptome unter Berücksichtigung der Evidenzlage nur punktuell möglich.

13.2 Erfassung

13.1 · Konsensbasierte Empfehlung · geprüft 2026

Patient:innen mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung sollen im Rahmen systematischer Symptomerfassung bei jedem Symptomassessment nach dem Vorliegen von Übelkeit und Erbrechen gefragt werden.

Konsens
Starker Konsens
13.2 · Evidenzbasierte Empfehlung · geprüft 2026

Die subjektive Belastung durch Übelkeit und Erbrechen bei Patient:innen mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung sollte zur schnellen und häufigen Erfassung mit eindimensionalen Erfassungsinstrumenten (VAS/NRS) oder im Rahmen einer mehrere Symptome erfassenden Erhebung, z. B. MIDOS oder IPOS, ermittelt werden.

Empfehlungsgrad
0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
Evidenzlevel
4
Konsens
Starker Konsens

Hintergrund

Eine systematische Recherche wurde zur Identifizierung von Studien durchgeführt, die die Validität bzw. Reliabilität von spezifischen (d.h. nicht mehrere Symptome umfassen) Instrumenten zu Screening, Erfassung und/oder Diagnose von Übelkeit und Erbrechen bei Patient:innen mit einer (nicht-heilbaren) Krebserkrankung untersuchen (s.u.). Die Empfehlungen zu weiteren Themen basieren auf der Expert:innenmeinung der Leitliniengruppe.

Anamnese

Die vollständige Erfassung der Relevanz der Symptome Übelkeit und Erbrechen basiert auf Erfassung der objektivierbaren Merkmale und klinischen Zeichen und auf der Erhebung der individuell empfundenen Belastung durch die Symptome.

Vor der Erfassung der objektiven klinischen Zeichen der Symptome Übelkeit und Erbrechen steht die Anamnese zu auslösenden und modulierenden Faktoren, Häufigkeit, Intensität und Dauer von Übelkeit und Erbrechen sowie Aussehen (verdaute oder unverdaute Nahrung, Blut, Hämatin, Schleim etc.), Volumen und Geruch (sauer, gallig, fäkulent, faulig, geruchslos) des Erbrochenen. Hierdurch kann die Ätiologie häufig eingegrenzt und ggf. schon spezifische therapeutische Maßnahmen ergriffen werden (siehe auch Abbildung Algorithmus zur Therapie von Übelkeit und Erbrechen). Die Medikamentenanamnese und das gezielte Erfragen von Ernährungsgewohnheiten im Rahmen einer Ernährungsanamnese können weitere wichtige Informationen liefern, da bestimmte Medikamente und Ernährungsgewohnheiten ursächlich für Übelkeit und Erbrechen sein können. Der zeitliche Zusammenhang mit der Nahrungs- und Medikamentenaufnahme ist zu erfragen. Beispielsweise könnte ein Erbrechen direkt nach Nahrungsaufnahme darauf schließen lassen, dass eine Störung im oberen Gastrointestinaltrakt vorliegt. Ein schwallartiges Erbrechen von Mageninhalt mit direkter und eine gewisse Zeit anhaltender Symptomverbesserung kann für einen Retentionsmagen sprechen. Übelkeit nach Medikamenteneinnahme und entsprechender Zeitspanne zur Resorption wäre ein Hinweis auf eine medikamenteninduzierte Ursache. Gezielt sollte nach abdominellen, kardialen und neurologischen Erkrankungen sowie Stoffwechselerkrankungen gefragt werden. Begleitsymptome, wie Fieber, abdominelle Schmerzen, Diarrhoe, Schwindel, Kopfschmerzen, Bewusstseinsstörungen, fokale neurologische Ausfälle und Gewichtsabnahme können weitere wichtige Hinweise für die Ätiologie liefern. Des Weiteren ist die subjektive Belastung, die durch diese Symptome auftritt, präzise zu erfragen, und den erfassten objektiven Merkmalen eine entsprechende klinische Relevanz aus Sicht der Betroffenen zuzuordnen. Zudem sind ergänzend psychosoziale Belastungen wie z. B. Angst (gerichtet oder ungerichtet) oder Sorgen (die Sorge, anderen zur Last zu fallen, eventuelle finanzielle Sorgen etc.) zu erfragen, sowie die Belastung der Angehörigen. 

Auch die Fremdanamnese bringt wichtige Informationen, gerade bei kognitiv eingeschränkten Patient:innen.

Die Erfassung von Übelkeit beinhaltet folgende Fragen [1250]:

  • Beginn: Seit wann haben Sie Übelkeit? 
  • Intensität: Wie stark ist die Übelkeit? Für die Abstufung können unterschiedliche Skalen genutzt werden (z. B. Numerische Rating Skala (NRS), Visuelle Analogskala (VAS), Edmonton Symptom Assessment Scale (ESAS), Minimales Dokumentationssystem (MIDOS), Integrierte Palliative Outcome Scale (IPOS))
  • Dauer: Haben Sie gleichbleibende Übelkeit oder Schwankungen in der Intensität?
  • Grad der Belastung: Wie sehr sind Sie von der Übelkeit beeinträchtigt? Welche Bedeutung messen Sie der Übelkeit bei?
  • Lindernde Einflussfaktoren: Was lindert Ihre Übelkeit?
  • Verstärkende Einflussfaktoren: Gibt es auslösende oder verstärkende Faktoren? (Medikamente? Mahlzeiten? Gerüche? Situationen? Angst? Sorgen? Anspannung?) In welchem Zusammenhang tritt die Übelkeit auf? 
  • Simultane Symptome: Gibt es andere Symptome, die mit der Übelkeit einhergehen?

Das Assessment von Erbrechen beinhaltet folgende Fragen [1250]:

  • Häufigkeit: Wie häufig müssen Sie am Tag erbrechen?
  • Qualität: Wie ist das Erbrechen (z. B. schwallartig, würgend, etc.)?
  • Menge: Erbrechen Sie eine große oder kleine Menge?
  • Übelkeit: Ist vor dem Erbrechen Übelkeit aufgetreten? Ist die Übelkeit im Anschluss gelindert?
  • Zeitliches Auftreten: In welchen Intervallen tritt es auf? Ist es bewegungsabhängig?
  • Beimengungen: Erbrechen Sie unverdaute Nahrung/ Schleim/ Blut/ Stuhlgang?
  • Effekt: Empfinden Sie nach dem Erbrechen eine Erleichterung bezüglich der Übelkeit, die länger (Stunden) anhält oder nicht?

Die Frage nach einer eventuellen Linderung von Übelkeit nach erfolgtem Erbrechen ist eine der wichtigsten Fragen, um zwischen gastrointestinaler Stase und anderen Ursachen zu unterscheiden.

Körperliche Untersuchung 

Die Untersuchung richtet sich nach den benötigten Informationen für eine adäquate Therapie und nach dem Zustand bzw. der Lebensphase oder Krankheitsphase der Patient:in. Neben der Beurteilung von Haut- und Schleimhautveränderungen hat insbesondere die die abdominelle Untersuchung in der aktuellen Situation und in der Verlaufsbeurteilung eine wichtige Bedeutung. Die Untersuchung des Abdomens besteht aus Inspektion, Auskultation und Palpation. Hierdurch werden Störungen im Gastrointestinaltrakt erfaßt. Ergänzend kann die neurologische Untersuchung zur ZNS-Beurteilung indiziert sein.

Im Rahmen der Krankenbeobachtung können vegetative Symptome, wie z. B. verminderte Darmgeräusche, Blässe, verminderter Hauttur-gor, Kaltschweißigkeit, Tachykardie etc. auf Übelkeit hinweisen [1251].

Weitere Diagnostik

Laboruntersuchungen detektieren metabolische Störungen, Elektrolytverschie-bungen, Organinsuffizienzen, Infekte und Medikamentenspiegel, die im kausalen Zusammenhang mit Übelkeit und Erbrechen stehen können.

Unter anderem können folgende Laborwerte diagnostisch hilfreich sein, um die Ätiologie von Übelkeit und Erbrechen zu eruieren: kleines Blutbild, GOT, Blutzucker, Kalzium, Kalium, Natrium, Chlorid, CRP, Kreatinin. Im Einzelfall können bei entsprechender Anamnese bzw. klinischen Verdacht und therapeutischer Konsequenz eine Blutgasanalyse, Lipase, Troponin, LDH, GPT, yGT, Bilirubin, Laktat, TSH, FT3, FT4, Cortisol, ein Schwangerschaftstest, Serologien, Urin-, Stuhl- oder Liquordiagnostik sowie toxikologische Untersuchungen und bei entsprechender medikamentöser Therapie Medikamentenspiegel, wie z. B. Digoxin- oder Digitoxinspiegel, sinnvoll sein.

Als apparative Diagnostik stehen u. a. Sonographie, Endoskopie (z. B. Oesophago-gastroduodenoskopie), EKG und radiologische Verfahren (z. B. natives Röntgen oder CT/MRT- Abdomen, kraniales oder abdominelles CT/MRT) zu Verfügung. Die Sonographie ist die grundlegende apparative Untersuchungsmethode des Abdomens zur Diagnostik von Ileus, Obstipation, Aszites und Pathologien parenchymatöser Organe (z. B. Lebermetastasen, Cholestase). Bei weitergehendem Informationsbedarf und zur Therapieplanung ist ggf. radiologische bildgebende Diagnostik notwendig. Die Endoskopie hat den Vorteil, falls angemessen, dass im Rahmen der Untersuchung Material zur weiteren Diagnostik gewonnen werden kann (Sekret oder Gewebe) und dass (direkt) eine Intervention möglich ist (Entfernung einer Bolusobstruktion im Oesophagus, Blutstillung, Drainage/-Stentanlage etc.). Wird eine Hirndrucksymptomatik bzw. cerebrale Metastasierung als Ursache von Übelkeit und Erbrechen vermutet, hat die cerebrale Bildgebung in Form von CT oder MRT vor allem dann ihren Stellenwert, wenn durch den Erkenntnisgewinn eine entsprechende Konsequenz (Umstellung der medikamentösen Therapie, Hirnbestrahlung, Shuntanlage etc.) resultiert.

Das Ausmaß der Diagnostik sollte sich nach medizinischer Indikation, Therapieziel, Patient:innenwille, untersuchungsassoziierter Belastung und Lebensphase bzw. Krankheitsphase richten.

Erfassungsinstrumente

Multidimensionale Instrumente, wie der Index of Nausea, Vomiting and Retching (INV-R) [1252] sind umfassend, indem sie Daten über Häufigkeit, Menge, Dauer und die Belastung erheben, die durch ein Symptom hervorgerufen werden. Allerdings sind solche Instrumente für eine häufige und möglichst wenig belastende Erfassung im palliativen Setting aufgrund des Umfangs nur begrenzt geeignet.

In der klinischen Praxis werden zur häufigen Erfassung oft mehrere Symptome umfassende Instrumente eingesetzt, die für Palliativpatient:innen entwickelt und validiert wurden. Hierzu gehören u. a. die Edmonton Symptom Assessment Scale (E-SAS) [1253], das Minimale Dokumentationssystem (MIDOS) [1254] und die Integrierte Palliative Outcome Scale (IPOS) [1255]. Eindimensionale Instrumente, wie die Visuelle Analogskala (VAS), Numerische Ratingskala (NRS) und Verbale Kategorische Skala (VKS) sind prinzipiell von Vorteil, wenn nach erfolgtem Screening der allgemeinen Symptomlast ein einzelnes Symptom, wie Übelkeit oder Erbrechen, in der Folge mehrfach, z. B. täglich, in der Intensität erfasst werden soll und die Ergebnisse die Anpassung der symptomatischen Therapie bedingen. Die Belastung für die Patient:innen ist durch eine einzelne Frage niedriger als bei multidimensionalen Erfassungsinstrumenten (siehe auch [1256], [1257]). Deshalb werden im Rahmen dieser Leitlinie eindimensionale oder mehrere Symptome umfassende Erfassungsinstrumente auf Basis des Expert:innenkonsenses empfohlen (SIGN LoE 4).

Differentialdiagnosen

Aus Anamnese und Diagnostik ergibt sich eine klinisch relevante Arbeitshypothese als Grundlage der therapeutischen Entscheidungen. Hierbei ist zu eruieren, ob es sich um eine reversible oder um eine nicht reversible Ursache handelt, und in welcher Lebensphase sich die Patient:in befindet. Metabolische, gastrointestinale, zentrale, psychogene oder sonstige Prozesse (Tabelle Gründe für Übelkeit und Erbrechen (differentialdiagnostische Kategorien) können Auswirkungen auf mehrere Bereich des Körpers haben. So können Nahrungsmittel Unverträglichkeitsreaktionen auslösen, das Immunsystem als Allergen stimulieren oder auch über Toxine zu Übelkeit und Erbrechen führen. 

Tabelle 33: Gründe für Übelkeit und Erbrechen (differentialdiagnostische Kategorien)

Differentialdiagnostische Kategorien

Häufige Beispiele

Medikamenteninduziert

Polypharmazie

__________________

 Opioide

Antibiotika

Antiarrhythmika

Antidiabetika

Antirheumatika

Antikonvulsiva

Levodopa

Zytostatika

...

Metabolisch

Urämie

Hyperkalzämie

Leberversagen

Ketoazidose

Hypoglykämie

...

Gastrointestinal

Gastroparese

gastrooesophagealer Reflux

Magenausgangsstenose

Ulcera

Darmobstruktion

Darmparalyse

Obstipation

gastrointestinale Infektionen

Gallenkolik

 ...

Zentral

primäre Hirntumoren

Hirnmetastasen

Hirnblutung

Hirninfarkt

Hydrocephalus

Hirnabszeß

Meningoencephalitis

Commotio cerebri

Migräne

M. Menière

Kinetose

...

Psychogen und psychosozial

antizipatorisch

Stress

Angst

Ekel

Depression

...

Weitere Ursachen

hypertensive Krise

Myokardinfarkt

Herzinsuffizienz

Infektionen

Strahlentherapie

hypotone De-/ Hyperhydratation

paraneoplastisch

Nahrungsmittel

Alkohol

postoperativ  (PONV)

Schwangerschaft

Nierenkolik

Glaukom

13.3 Therapiegrundsätze

Hintergrund

Auch bei der Therapie von Übelkeit und Erbrechen gelten für die Therapieziele die Grundsätze der Palliativversorgung. Eine gute Aufklärung von Patient:innen und Angehörigen über die Erkrankung an sich und die Ursachen von Übelkeit und Erbrechen sind ebenso essenziell wie Beratung zur Prävention und Behandlung dieser Symptome. Zu den Allgemeinmaßnahmen gehören das Schaffen einer angenehmen Atmosphäre, das bewusste Gestalten von Mahlzeiten und die Vermeidung von unangenehmen Einflüssen (strenge Gerüche, unangenehmer Geschmack, belastende visuelle Eindrücke, Stress, Anstrengung) [1258], [1259]. Frischluft sowie manche Raumdüfte (Zitrone, Orange, Grapefruit, Minze) können individuell als angenehm empfunden werden [1260]. Angehörige sollten im Vermeiden von aggravierenden Einflüssen und der Förderung positiver Einflüsse einbezogen werden. Bestimmte pflegerische Maßnahmen, Entspannungstechniken, Verhaltenstherapeutische Methoden (z. B. systematische Desensibilisierung, kognitive Ablenkungstechniken), Hypnotherapie, Akupunktur, Akupressur etc. können neben der medikamentösen Therapie Übelkeit und Erbrechen lindern. Jedes pharmakolgische Therapiekonzept wird durch nicht-medikamentöse Therapien ergänzt. Oft ist die Kombination aus verschiedenen Maßnahmen sinnvoll.

Grundlegend ist, dass die Wirksamkeit der eingesetzten Maßnahmen mittels einer geeigneten Symptomerfassung evaluiert wird (siehe nachfolgende Abbildung Generierung und Reevaluation eines Behandlungsplans unter Berücksichtigung der Angemessenheit). 

Generierung und Reevaluation eines Behandlungsplans unter Berücksichtigung der Angemessenheit
Generierung und Reevaluation eines Behandlungsplans unter Berücksichtigung der Angemessenheit

Allgemeine, nicht-medikamentöse und medikamentöse Maßnahmen zur Behandlung von Übelkeit und Erbrechen werden in den kommenden Kapiteln behandelt und sind im folgenden Flussdiagramm dargestellt (siehe Abbildung Algorithmus zur Therapie von Übelkeit und Erbrechen):

Algorithmus zur Therapie von Übelkeit und Erbrechen
Algorithmus zur Therapie von Übelkeit und Erbrechen

13.4 Nicht-medikamentöse Verfahren

13.3 · Konsensbasierte Empfehlung · modifiziert 2026

Der Einsatz nicht-medikamentöser Verfahren soll in jedes Therapiekonzept von Übelkeit und Erbrechen integriert werden.

Konsens
Starker Konsens
ÄnderungshinweisEmpf. 1: Nach jedem Erbrechen soll dem Patienten Mundpflege angeboten und diese ermöglicht werden. Empf. 2: Nahrung sollte dem Patienten mit Übelkeit und Erbrechen und einer nicht-heilbaren Krebserkrankung in kleinen, appetitlichen Portionen offeriert werden. Empf. 3: Bei Patienten mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung und deutlich reduzierter oraler Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme mit drohender oder vorliegender Exsikkose sowie Nährstoffmangel aufgrund von Übelkeit und Erbrechen soll abhängig vom Therapieziel geprüft werden, ob eine parenterale Substitution indiziert ist. Empf. 4: Entspannungstechniken sollten Patienten mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung zur Linderung von Übelkeit und Erbechen unabhängig vom Auslöser zur Linderung von Übelkeit und Erbrechen angeboten werden. Empf. 5: Verhaltenstherapeutische Methoden (z. B. systematische Desensibilisierung) und hypnotherapeutische Methoden sollten Patienten mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung bei Nachweis von psychischen Ursachen angeboten werden. Empf. 6: Bei anhaltendem, nicht durch andere Methoden beherrschbarem Erbrechen sollte dem Patienten mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung eine nasogastrale Ablaufsonde angeboten werden.
13.4 · Konsensbasierte Empfehlung · modifiziert 2026

Geeignete Maßnahmen sollten dabei sein:

  • Angebot einer Mundpflege nach jedem Erbrechen
  • Präsentation von Speisen als kleine, appetitliche Portion
  • Ausgleich einer evtl. vorliegenden Exsikkose und Nährstoffmangel
  • Einsatz von Entspannungstechniken und verhaltenstherapeutischen Methoden (systematische Desensibilisierung)
  • Ggf. Anlage einer Ablaufsonde (nasogastral oder perkutan)
Konsens
Starker Konsens
ÄnderungshinweisEmpf. 1: Nach jedem Erbrechen soll dem Patienten Mundpflege angeboten und diese ermöglicht werden. Empf. 2: Nahrung sollte dem Patienten mit Übelkeit und Erbrechen und einer nicht-heilbaren Krebserkrankung in kleinen, appetitlichen Portionen offeriert werden. Empf. 3: Bei Patienten mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung und deutlich reduzierter oraler Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme mit drohender oder vorliegender Exsikkose sowie Nährstoffmangel aufgrund von Übelkeit und Erbrechen soll abhängig vom Therapieziel geprüft werden, ob eine parenterale Substitution indiziert ist. Empf. 4: Entspannungstechniken sollten Patienten mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung zur Linderung von Übelkeit und Erbechen unabhängig vom Auslöser zur Linderung von Übelkeit und Erbrechen angeboten werden. Empf. 5: Verhaltenstherapeutische Methoden (z. B. systematische Desensibilisierung) und hypnotherapeutische Methoden sollten Patienten mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung bei Nachweis von psychischen Ursachen angeboten werden. Empf. 6: Bei anhaltendem, nicht durch andere Methoden beherrschbarem Erbrechen sollte dem Patienten mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung eine nasogastrale Ablaufsonde angeboten werden.

Hintergrund

Für das Wohlbefinden der Patient:innen gibt es verschiedene Maßnahmen, wie konsequente Mundpflege bzw. Mundspülung insbesondere nach Erbrechen, Erbrochenes schnell entsorgen, bequeme Lagerung mit erhöhtem Oberkörper zur Vermeidung von Aspiration (bei vigilanzgeminderten Patient:innen mit Erbrechen stabile Seitenlage), Wäsche wechseln, Gesicht und Hals kalt abwaschen, Schalen/Beutel/Tücher außer Sichtweise bereitstellen, eventuell Magenablaufsonde bei häufigem Erbrechen anbieten und vieles mehr [1]. Das Wahren der Intimsphäre hat ebenfalls einen hohen Stellenwert [1250]. 

Für die Effektivität nicht-medikamentöser Maßnahmen in der Behandlung von Übelkeit und Erbrechen bei Palliativpatient:innen ohne aktive onkologische Therapie gibt es wenig Evidenz. 

Bezüglich diätetischer Maßnahmen zeigt die Erfahrung, dass Wunschkost, fünf bis sechs kleine Mahlzeiten und appetitliche Portionen, kalte oder lauwarme und geruchsarme Speisen, trinken in kleinen Schlucken, langsames Essen und gutes Kauen, trockene und leichte Kost (z. B. Zwieback, Kartoffeln, Salzstangen), das Lutschen von Bonbons (z. B. Zitrone oder Pfefferminz) oder Eiswürfeln sowie Ingwerprodukte (z. B. Ingwertee) zur Beschwerdelinderung führen können [1] . Bei anhaltendem Erbrechen oder Verdacht auf eine maligne intestinale Obstruktion ist eine Nahrungskarenz teilweise sinnvoll. Risiko und Nutzen bezüglich chirurgischer Maßnahmen bei einer malignen intestinalen Obstruktion sollten individuell abgewogen werden. Genauere Erläuterungen hierzu finden sich im Kapitel zur malignen intestinalen Obstruktion (siehe Kapitel Maligne intestinale Obstruktion).

Bei deutlich reduzierter oraler Flüssigkeits- und Nahrungsaufnahme mit drohender oder vorliegender Exsikkose sowie Nährstoffmangel ist abhängig von der Lebensphase zu prüfen, ob eine parenterale Substitution erfolgen soll. Hierbei sind die Wünsche der Patient:innen sowie die medizinische Indikation (Therapieziel) zu berücksichtigen. Eine Volumensubstitution kann jedoch auch eine Erhöhung der gastrointestinalen Sekretion zur Folge haben, und somit gerade bei Stase im Gastrointestinaltrakt Übelkeit und Erbrechen verstärken.

Komplementäre Maßnahmen werden spezifisch in der „S3-Leitlinie Komplementärmedizin in der Behandlung von onkologischen PatientInnen“ adressiert [1261]. Die Empfehlungen spezifisch zu Übelkeit und Erbrechen finden sich hier im Kapitel „Übelkeit und Erbrechen“ (Kap. 3.2.32), wobei die meisten benannten Verfahren hinsichtlich ihrer Wirksamkeit auf tumortherapieinduzierte Übelkeit untersucht wurden.

Komplementäre Maßnahmen, wie Wickel und Auflagen mit Kamille, Melisse, Pfefferminz oder Schafgarbe sind weitere Möglichkeiten zur Symptomlinderung [1262]. Fuß- oder Baucheinreibungen mit Pfefferminz-, Zitronen- oder Kümmelöl können zur Linderung von Übelkeit und Antiemese beitragen. Individuelle Vorlieben und Aversionen der Patient:innen sind hierbei zu beachten. Entspannungstechniken und Verhaltenstherapie (v. a. systematische Desensibilisierung und Ablenkungsstrategien) können möglicherweise in Einzelfällen Linderung bewirken [1263]. Darüber hinaus haben sich in Einzelfallberichten auch hypnotherapeutische Interventionen ergänzend zu anderen Interventionen als hilfreich erwiesen [1264], [1265].  

Die Stimulation des Punktes Neiguan P6 durch Akupressur oder Akupunktur kann unter Umständen Übelkeit und Erbrechen verringern. Diese Therapie ist allerdings nicht unumstritten. Akupressur bietet sich primär an, da sie atraumatisch ist und auch von Patient:innen selbst oder von Angehörigen durchgeführt werden kann.

Kann Erbrechen nicht anderweitig durch nicht-medikamentöse oder medikamentöse Verfahren beherrscht werden (siehe auch Abschnitt Medikamentöse Therapien), so bieten eine nasogastrale Ablaufsonde kurzfristig oder längerfristig eine perkutane Gastrostomie (z. B. endoskopisch angelegt) gerade im Falle einer (malignen) intestinalen Obstruktion eine Entlastung [1266], [1267], [1268], [1269], [1270]. Bei einer malignen intestinalen Obstruktion kann auch eine Stentanlage, eine endoskopische Gastroenterostomie oder eine Operation (z. B. Exzision oder Umgehung einer Stenose, Anus praeter) ein sinnvoller Eingriff sein. Genauer wird im Kapitel zur malignen intestinalen Obstruktion auf das Thema endoskopische und chirurgische Interventionen eingegangen (siehe Kapitel Maligne intestinale Obstruktion).

Sollte bei Patient:innen in Folge der Symptomatik in subjektiv belastender Weise Ekel vor sich selbst und damit einhergehend Verlust des Selbstwertgefühls einstellen, bedarf dies psychologischer Unterstützung zur Krankheitsverarbeitung und Stärkung des Selbstwertgefühls und Stärkung der Würde [1271] (siehe dazu auch „ABCD der Würde“, Abschnitt Haltungen und allgemeine nicht-medikamentöse Maßnahmen im Kapitel Angst).

Angehörige sind im Umgang mit Übelkeit und Erbrechen anzuleiten [1250]:

  • Angehörige empfinden oft Ekel und Hilflosigkeit. Es ist wichtig, Angehörigen die Möglichkeit zu geben, ihre eigenen Gefühle, Ängste und Sorgen zu kommunizieren sowie ihre eigenen Grenzen aufzuzeigen. 
  • Angehörige können, nach Möglichkeit, bei der Mundhygiene unterstützen.
  • Es ist wichtig, den Angehörigen zu vermitteln, dass sie dem Ruhebedürfnis der Patient:innen nachkommen.
  • Mit Routine und Ritualen können Angehörige von der Übelkeit ablenken, sie sollten dazu angehalten werden, diese beizubehalten und durchzuführen.
  • Angehörige sind darin zu begleiten und zu stärken, nicht änderbare Zustände zu akzeptieren und mit auszuhalten.
  • Zum Umgang mit Angehörigen wird auf das entsprechende Kapitel dieser Leitlinie verwiesen (siehe Kapitel Angehörige)

13.5 Medikamentöse Therapien

13.5 · Konsensbasierte Empfehlung · geprüft 2026

Das Antiemetikum sollte bei Patient:innen mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung und Übelkeit und Erbrechen ätiologiebasiert ausgewählt werden.

Konsens
Konsens
13.6 · Evidenzbasierte Empfehlung · geprüft 2026

Bei Patient:innen mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung und opioidbedingter anhaltender Übelkeit oder Erbrechen trotz entsprechender antiemetischer Therapie und bei ansonsten adäquater Opioiddosis kann ein Wechsel des Opioids vorgenommen werden. 

Empfehlungsgrad
0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
Evidenzlevel
1-
Konsens
Starker Konsens
Literatur
[874] [1272]
13.7 · Evidenzbasierte Empfehlung · geprüft 2026

Siehe Empfehlung [10.23] aus Kapitel Tumorschmerz:

Bei Patient:innen mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung und opioidbedingter Übelkeit und Erbrechen sollten Medikamente mit antidopaminergen (z. B. Haloperidol*) bzw. antidopaminergen und weiteren Wirkungsmechanismen (z. B. Metoclopramid) verwendet werden.

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
1-
Konsens
Starker Konsens
Literatur
[874]
13.8 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2026

Antipsychotika mit einem breiten Wirkspektrum, wie z. B. Olanzapin* oder Levomepromazin*, können bei unzureichendem Ansprechen auf andere Antiemetika als Therapie zur Linderung von Übelkeit und Erbrechen bei Patient:innen mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung eingesetzt werden.

*Off-Label-Use

Empfehlungsgrad
0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
Evidenzlevel
3
Konsens
Starker Konsens
Literatur
[1273] [1274] [1275]
ÄnderungshinweisAntipsychotika mit einem breiten Wirkspektrum, wie z. B. Levomepromazin*, sollten bei unzureichendem Ansprechen auf andere Antiemetika als Therapie zur Linderung von Übelkeit und Erbrechen bei Patienten mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung eingesetzt werden. *Off-Label-Use
Evidenztabellen (1)Übelkeit und Erbrechen
13.9 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2026

Antihistaminika, wie z. B. Dimenhydrinat, können als Antiemetika bei Patient:innen mit Übelkeit und Erbrechen und einer nicht-heilbaren Krebserkrankung eingesetzt werden.

Empfehlungsgrad
0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
Evidenzlevel
4
Konsens
Starker Konsens
Literatur
[1276]
ÄnderungshinweisAntihistaminika, wie z. B. Dimenhydrinat, können als Antiemetika bei Patienten mit Übelkeit und Erbrechen und einer nicht-heilbaren Krebserkrankung eingesetzt werden, insbesondere wenn eine vestibuläre oder zerebrale Ursache wahrscheinlich ist.
13.10 · Evidenzbasierte Empfehlung · geprüft 2026

Dexamethason* sollte zur Linderung von Übelkeit und Erbrechen bei Patient:innen mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung und erhöhtem Hirndruck durch Hirnmetastasen eingesetzt werden.

*Off-Label-Use

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
1-
Konsens
Starker Konsens
Literatur
[1277]
13.11 · Evidenzbasierte Empfehlung · geprüft 2026

5HT3-Rezeptor-Antagonisten (Setrone*) können zur Linderung von Übelkeit und Erbrechen bei Patient:innen mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung auch außerhalb der tumortherapieinduzierten Genese ergänzend eingesetzt werden, wenn Dopaminantagonisten, wie z. B. Metoclopramid und Haloperidol kontraindiziert sind oder nicht ausreichend wirken.

*Off-Label-Use

Empfehlungsgrad
0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
Evidenzlevel
1-
Konsens
Starker Konsens
Literatur
[1278] [1279] [1276]
13.12 · Evidenzbasierte Empfehlung · geprüft 2026

Bei unzureichendem Ansprechen von Einzelsubstanzen zur Linderung von Übelkeit und Erbrechen bei Patient:innen mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung sollte eine Kombination von Antiemetika mit unterschiedlicher Rezeptoraffinität eingesetzt werden.

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
4
Konsens
Starker Konsens

Hintergrund

Für dieses Kapitel wurde eine systematische Recherche zur Identifizierung von Studien in der medikamentösen Therapie von Übelkeit und Erbrechen bei Patient:innen mit einer (nicht-heilbaren) Krebserkrankung durchgeführt. Eine Aktualisierung der Recherchen mit Suche nach RCTs/CCTs wurde 2025 für Olanzapin sowie für die Substanzklassen Cannabinoide, 5-HT3-Antagonisten und NK1-Rezeptor-Antagonisten durchgeführt aufgrund von möglichen neuen Forschungsergebnissen hierzu.

Falls medizinisch möglich und der Lebensphase sowie den Wünschen der Patient:innen angemessen, sollte die zugrundeliegende Ursache von Übelkeit und Erbrechen behandelt werden. Die Auswahl des pharmakologischen Antiemetikums erfolgt ätiologiebasiert [1280]. Begleitend sowie bei fehlender Möglichkeit und/oder Angemessenheit einer kausalen Therapie ist eine symptomatische Therapie wichtig. Medikamente, die Übelkeit und Erbrechen auslösen (z. B. Opioide, Antibiotika, Antiarrhythmika, Antidiabetika, Antirheumatika, Antikonvulsiva, Levodopa und Zytostatika), sind nach Möglichkeit abzusetzen, auszutauschen oder zu reduzieren. Auf Opioide und deren Modifikation in Dosis, Applikationsroute und Substanz wird an anderer Stelle eingegangen. Bei den anderen genannten Substanzen und Stoffklassen ist kritisch zu prüfen, ob deren Gabe an sich, die Dosis oder die Applikationsart angesichts von dadurch ausgelöster Übelkeit und/ oder Erbrechen in Abwägung von Nutzen und Nebenwirkung weiterhin zielführend ist.

Für die medikamentöse Therapie stehen Prokinetika, Antipsychotika, Antihistaminika, Anticholinergika, 5HT3-Antagonisten, Kortikosteroide, Somatostatinanaloga, Cannabinoide, NK1-Rezeptor-Antagonisten und Phytotherapeutika zur Verfügung.

Die genannten Medikamente wirken an unterschiedlichen Rezeptoren, so dass es sinnvoll ist, sich bei der Auswahl der Medikation die Ätiologie und die wahrscheinlich involvierten Rezeptoren vor Augen zu führen. Die zugrundeliegende Ursache (Ätiologie) für Übelkeit und Erbrechen (z. B. medikamentös induziert, metabolisch, gastrointestinal, zentral, psychogen und psychosozial) erlaubt Rückschlüsse auf wahrscheinlich in diesen Fällen wirksame Medikamente (siehe auch Algorithmus zur Therapie von Übelkeit und Erbrechen). Bezüglich der Rezeptoraffinität unterscheiden sich die Antiemetika (siehe nachfolgende Tabelle Rezeptoraffinität von Antiemetika).

Bei unzureichendem Ansprechen einer Monotherapie von Übelkeit und Erbrechen ist möglicherweise ein multimodaler Ansatz notwendig, um die Symptome zu lindern. Dabei können Antiemetika mit unterschiedlicher Rezeptoraffinität miteinander kombiniert werden, um eine ausreichende Wirkung zu erzielen.

Tabelle 34: Rezeptoraffinität von Antiemetika

(siehe: [1281] )

 

D2-Rezeptor-Antagonist

H1-Rezeptor-Antagonist

Antimuscarinikum 

5HT2-Rezeptor-Antagonist 

5HT3-Rezeptor-Antagonist 

NK1-Antagonist 

5HT4-Rezeptor-Agonist 

CB1-Agonist 

GABA-Mimetikum

Aprepitant

- - - - - +++ - - -

Dimenhydrinat

- ++ ++ - - - - - -

Diphenhydramin

- ++ ++ - - - - - -

Domperidona

++ - - - - - - - -

Haloperidol

+++ - - - +/- -

Levomepromazin

++ +++ ++ +++ - -

Lorazepam

- - - - - - - - +++

Metoclopramid

++ - - - +  - ++ - -

Nabilon

- - - - - - - +++ -

Olanzapin

++ + ++ ++ + -

Ondansetron, Granisetron

- - - - +++ - - - -

Promethazin

+/++ ++ ++ - - - - - -

Scopolamin-hydrobromidb

- - +++ - -

-

Affinität: +++hoch, ++ mäßig, + gering, – geringfügig oder nicht vorhanden.

a Domperidon überwindet normalerweise die Blut-Hirn-Schranke nicht und hat daher ein vernachlässigbares Risiko für extrapyramidalmotorische Effekte.

b Butylscopolamin und Glycopyrroniumbromid wirken ebenfalls an Muskarinrezeptoren in der Peripherie (antisekretorische Effekte z.B. im GI-Trakt); da sie die Blut-Hirn-Schrank nicht durchqueren können, haben sie jedoch keine Wirkung auf das Vestibularorgan.

Bei unzureichender Einnahme der oralen Medikation bei massiver Übelkeit, häufigem Erbrechen oder auch bei Schluckstörungen kann ein Wechsel der Applikationsform sinnvoll sein. Hier stehen prinzipiell die mukosale (oral und rektal), subkutane und intravenöse Gabe sowie transdermale Systeme zur Verfügung. Allerdings gibt es für diese alternativen Applikationsformen nur eine begrenzte Medikamentenauswahl. Bei der mukosalen Form ist zu bedenken, dass eventuell erhöhter Speichelfluss oder trockene Mundschleimhäute die Applikation erschweren bzw. die Resorption zu unsicher ist. Auch wird eventuell die mukosale Form nicht von allen Patient:innen toleriert. 

Da sowohl Obstipation als auch eine maligne intestinale Obstruktion mit Übelkeit und Erbrechen einhergehen können, wird diesbezüglich auf die entsprechenden Kapitel der S3-Leitlinie verwiesen (siehe Kapitel Obstipation und Maligne intestinale Obstruktion). 

Opioidbedingte/s Übelkeit und Erbrechen

Besteht der Verdacht, dass Übelkeit und Erbrechen opioidbedingt sind, ist zunächst eine Therapie mit Antiemetika, wie Metoclopramid oder Haloperidol sinnvoll, wenn die Opioiddosis an sich für die Kontrolle von Schmerzen oder Luftnot passend erscheint [687]. 

Falls hierdurch keine Linderung von Übelkeit und Erbrechen erreicht werden kann, sind auch eine Opioidrotation oder eine Dosisreduktion in Erwägung zu ziehen. Dazu wurde im Rahmen der systematischen Recherchen ein Systematic Review von Sande et al. identifiziert, das einen Opioidwechsel zur Reduktion von Übelkeit und Erbrechen auf der Grundlage von schwacher Evidenz empfiehlt [1272] (Update des Reviews von Laugsand et al. [874]). Diese besteht aus acht RCTs (n=20 bis 289) mit einem hohen Risiko für Bias (SIGN body of evidence 1-), die Übelkeit und/oder Erbrechen als sekundäres Outcomes untersuchten. Vier RCTs zeigten eine signifikante Besserung von Übelkeit und Erbrechen beim Wechsel von Morphin zu Oxycodon, von Tramadol zu Codein oder Hydromorphon und von Morphin/Oxycodon zu Methadon (SIGN body of evidence 1-). Auch die Frage der Änderung der Applikationsform wurde im Hinblick auf die Linderung von Übelkeit und Erbrechen untersucht, wobei die Autoren keine Empfehlung aufgrund der schwachen Evidenz formulieren. Im älteren Systematic Review von Laugsand et al. (durch das o. g. Update von Sande et al. ersetzt) empfahlen die Autor:innen den Wechsel von oralem zu subkutanem Morphin auf der Grundlage von Beobachtungsstudien [874]. Zudem gibt es keinen Hinweis dafür, dass transdermal applizierte Opioide wie Fentanyl und Buprenorphin weniger emetogene Eigenschaften haben als orale Opioide ([1282] in [874]). 

Die Erfahrung aus der Praxis zeigt, dass sowohl Haloperidol in Einzeldosen von 0,3-1 mg oral und Metoclopramid in einer Einzeldosis von 10 mg p. o./i. v./s. c./rektal Linderung bringen. Da es Hinweise dafür gibt, dass phenolische Opioide, wie Morphin und Hydromorphon, spezifische Interaktionen mit 5HT3-Rezeptoren haben [1283], wäre der Einsatz von 5HT3-Antagonisten zur Linderung von opioidinduzierter Übelkeit und Erbrechen denkbar, wenn Metoclopramid und Haloperidol nicht wirksam sind.

Pharmakologische Substanzen

Prokinetika

Metoclopramid (MCP) hat einen direkten Effekt auf die Motilität des oberen Gastrointestinaltrakts [1240]. Die antiemetische Aktivität beruht auf dem peripheren und in hohen Dosen auch auf dem zentralen D2-Rezeptor-Antagonismus sowie dem peripheren 5HT4-Rezeptor-Agonismus [1284]. In hohen Dosen, die allerdings nicht mehr zugelassenen sind, kann Metoclopramid auch 5HT3-Rezeptoren blockieren. 

Die Studienlage zeigt eine moderate Evidenz für MCP bei Patient:innen mit einer Krebserkrankung in der Palliativsituation (SIGN LoE 1-). Das Systematic Review von Benze et al. fand 13 Publikationen, die die Wirksamkeit bzw. den Effekt von Metoclopramid (MCP) bei Palliativpatient:innen (die meisten davon mit einer Krebserkrankung) untersuchten, darunter zwei systematische Reviews, sieben RCTs (SIGN LoE 1-), zwei retrospektive Studien und zwei Fallserien [1274]. U.a. zeigte ein RCT eine signifikante Reduktion von Übelkeit (p=0.04). Vier weitere RCTs zeigten einen nicht-signifikanten Trend zur Symptomverbesserung, u. a. ein RCT bei Patient:innen mit opioidinduzierter Übelkeit und Erbrechen (MCP vs. Ondansetron vs. Placebo). Auch die unkontrollierten Studien resümierten einen positiven Effekt von MCP bei der Reduktion von Übelkeit und Erbrechen (SIGN LoE 3).  

Aufgrund einer neuen Risikobewertung sind Konzentrationen von mehr als 1 mg/ml bei Tropfen und mehr als 5 mg/ml bei parenteralen Zubereitungen seit 2014 in Deutschland nicht mehr auf dem Markt und die Anwendungsbestimmungen sind strenger geworden [1285]. Die Tageshöchstdosis beträgt 30 mg bei einer maximalen Einzeldosis von 10 mg. Die Therapiedauer sollte nach den neuen Bestimmungen fünf Tage nicht überschreiten. MCP ist beispielsweise nicht mehr zugelassen bei gastrointestinalen Motilitätsstörungen. Die klinische Praxis zeigt, dass MCP in der Palliativmedizin weiterhin bei gastrointestinal bedingter Übelkeit und Erbrechen eingesetzt wird und das z.T. auch über fünf Tage hinaus. Insofern kann MCP nach Nutzen-Risiko-Abwägung weiter im Sinne eines Off-Label-Use auch in dieser Indikation und ggf. auch länger als fünf Tage verwendet werden. Als Nebenwirkungen können u. a. extrapyramidalmotorische Nebenwirkungen auftreten. 

Domperidon ist ein Prokinetikum, das an den peripheren Dopaminrezeptoren wirkt und die Blut-Hirn-Schranke nicht überwindet. Daher hat es bei intakter Blut-Hirn-Schranke keine zentralnervösen Nebenwirkungen, sonst aber eine ähnliche Wirkung wie Metoclopramid. Es ist daher auch für den Einsatz als Antiemetikum und Prokinetikum bei Patient:innen mit M. Parkinson geeignet. Allerdings ist nur die orale (und nicht die parenterale) Applikationsform verfügbar. Es gibt zudem Bedenken hinsichtlich der Wirkung auf die QT-Zeit. Die Studienlage erlaubt aktuell keine evidenzbasierte Empfehlung zur Anwendung bei Krebspatient:innen außerhalb einer antitumorösen Therapie.

Prokinetika sollten bei kompletter intestinaler Obstruktion bzw. kolikartigen Schmerzen bei Darmobstruktion nicht angewendet werden, da sie zu einer Verschlechterung der Symptomatik führen können (siehe Kapitel Maligne intestinale Obstruktion, Medikamentöse Therapie).

Antipsychotika 

Haloperidol wird als D2-Rezeptor-Blocker in der Palliativmedizin häufig gegen Übelkeit und Erbrechen metabolischer oder toxischer Ätiologie sowie bei Darmobstruktion genutzt. Substanzspezifische beschriebene Nebenwirkungen sind extrapyramidal-motorische Störungen, das maligne neuroleptische Syndrom und eine Verlängerung des QT-Intervalls, weshalb die i. v.-Gabe nur unter EKG-Monitoring zugelassen ist. Die Beobachtung dieser Nebenwirkungen bezieht sich aber in der Regel auf den Einsatz im psychiatrischen Behandlungskontext, in dem deutlich höhere Dosierungen angewendet werden. Der Einfluss vom Applikationsweg und damit von einem unterschiedlich schnellem Anfluten ist nicht vollständig geklärt; neuere Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die Gabe geringer Haloperidol-Dosierungen i. v. keinen Effekt auf die QT-Zeit hat [1286], [1287]. Spezifische Untersuchungen zum Nebenwirkungsspektrum, wenn als Antiemetikum im Niedrigdosisbereich eingesetzt, liegen nicht vor. Randomisierte kontrollierte Studien, die die klinische Praxis in der Palliativmedizin untermauern, gibt es nicht [1288]. Fallserien und Fallberichte, die vom Systematic Review von Benze et al. identifiziert wurden, lassen darauf schließen, dass Haloperidol bei Patient:innen mit einer Krebserkrankung und mit Übelkeit und Erbrechen außerhalb antitumoröser Therapie effektiv sein kann [1234], [1240], [1274], [1289], [1290], [1291]. Allerdings lässt die Qualität dieser Studien keine auf guter Evidenz basierte Empfehlung zu (SIGN LoE 3). Eine orale Einzeldosis von 0,3-1 mg wird in der Praxis angewendet.

Droperidol, auch Dehydrobenzperidol (DHB) genannt, hat eine starke Affinität zum D2-Rezeptor in der Area postrema sowie geringere Affinität zu 5HT2-Rezeptoren. Da es die Blut-Hirn-Schranke nicht passiert, macht es keine zentralnervösen Nebenwirkungen. Es wird zur Prophylaxe und Therapie von Übelkeit und Erbrechen perioperativ eingesetzt. Storrar et al. führten 2014 ein Cochrane Review durch, um nach Evidenz für die Effektivität dieses Medikamentes bei Palliativpatient:innen zu suchen [1292]. Sie konnten keine randomisierte kontrollierte Studie hierzu finden.

Levosulpirid inhibiert selektiv D2-Rezeptoren in der CTZ und im Gastrointestinaltrakt. Die Datenlage bezüglich Palliativpatient:innen ist unzureichend. In einer doppelblinden randomisierten Crossover-Studie mit 30 Patient:innen zeigte Levosulpirid eine signifikante Überlegenheit gegenüber Metoclopramid (beide intramuskulär) (SIGN LoE 1-; [1293] in [1274]). Angesichts der unzureichenden Evidenz - eine einzelne Studie mit geringer Patient:innenzahl und einer kurzen Therapiedauer (insgesamt 14 Tage, cross-over nach 7 Tagen) -lässt sich keine Empfehlung ableiten. Zudem ist die dreimal tägliche intramuskuläre Gabe bei Palliativpatient:innen (im fortgeschrittenen Krankheitsstadium) nicht zuzumuten.

Olanzapin blockiert multiple Rezeptoren (D1–D4, 5HT2A, 5HT2C, 5HT3, 5HT6, α1, AChm, H1). Wegen 5-fach höherer Affinität zu 5HT2- als zu D2-Rezeptoren hat es weniger extrapyramidale Nebenwirkungen als andere Antipsychotika, allerdings besteht eine sedierende Wirkung, die nicht zu unterschätzen ist. 

Im Jahr 2025 wurde eine systematische Literaturrecherche nach randomisiert-kontrollierten Studien und kontrollierten klinischen Studien zur Wirksamkeit von Olanzapin bei Übelkeit, die nicht durch Chemo- oder Radiotherapie bedingt war, durchgeführt. Dabei konnte eine randomisierte kontrollierte Studie identifiziert werden.

In dieser doppelblinden, placebokontrollierten Pilotstudie [1275] wurde der Einsatz von Olanzapin (5 mg/Tag p.o.) zur Behandlung chronischer Übelkeit bei ambulanten Patient:innen mit fortgeschrittener, unheilbarer Krebserkrankung untersucht. Eingeschlossen wurden 30 Patient:innen (Alter im Mittelwert 63 Jahre), die innerhalb der letzten 14 Tage keine Chemo- oder Radiotherapie erhalten hatten und über mindestens eine Woche unter persistierender Übelkeit (NRS > 3) litten.

Die Behandlung mit Olanzapin über 7 Tage führte im Vergleich zur Placebogruppe zu einer signifikanten Reduktion der Übelkeit (mediane Veränderungen  –8  Punkte auf der NRS-Skala im Gegensatz zur Placebogruppe; p < .001). Auch die Zahl der täglichen Erbrechensepisoden war in der Olanzapin-Gruppe deutlich geringer (–2 vs. –1 Episoden; p = .001), ebenso wie der Bedarf an zusätzlichen Antiemetika. Darüber hinaus zeigten sich signifikante Verbesserungen in Bezug auf Appetit (+5 Punkte; p < .001), Fatigue (–3 Punkte; p = .004) und subjektives Wohlbefinden (+4 Punkte; p < .001). Es wurden keine relevanten Nebenwirkungen beobachtet, insbesondere kam es nicht zu einer übermäßigen Sedierung.

Nach Entblindung erhielten alle Patient:innen der Placebogruppe auf Wunsch ebenfalls Olanzapin. Auch bei diesen zeigte sich eine anhaltende Wirksamkeit über einen Zeitraum von 3 bis 12 Wochen ohne relevante unerwünschte Ereignisse. Die Studienergebnisse legen nahe, dass Olanzapin bei Patient:innen mit fortgeschrittener Krebserkrankung eine wirksame und gut verträgliche Option zur Behandlung von chronischer Übelkeit darstellt – auch unabhängig von Chemo- oder Radiotherapie. Da es sich um eine Pilotstudie handelt und die Anzahl der in die Untersuchung eingeschlossenen Proband:innen begrenzt ist, wird das Evidenzniveau entsprechend als Stufe 3 klassifiziert (Oxford 2011: 3).

Bei chemotherapieinduzierter Übelkeit oder Erbrechen empfiehlt die S3-Leitlinie Supportive Therapie Olanzapin als Reservemittel in Kombination mit anderen Antiemetika [1294]. Mit Blick auf das Interaktionspotential der Polypharmazie, die potenzielle QT-Zeitverlängerung durch Olanzapin und das Off-Label-Use wurde hierzu eine offene Empfehlung formuliert („kann“). Zudem fand ein Cochrane-Review auf der Grundlage von 14 RCTs eine moderate Evidenzqualität, wonach Olanzapine als zusätzliche Gabe zu Standardtherapie zu einer Besserung von chemotherapieinduzierter Übelkeit oder Erbrechen führt [1295].

Levomepromazin, ein Phenothiazin, ist als H1-, 5HT2-, D2- und α1-Rezeptor-Antagonist mit zusätzlicher muskarinerg-anticholinerger Wirkung ein Antiemetikum mit breitem Spektrum. Cox et al. fanden in ihrem Cochrane Review keine randomisierten kontrollierten Studien zur Therapie von Übelkeit und Erbrechen bei Palliativpatient:innen [1296]. Dietz et al. sowie Benze et al. machten bezüglich des Studiendesigns bei ihren Systematic Reviews keine Einschränkungen [1273],[1274]. Sie fanden keinen signifikanten Zusammenhang zwischen der Levomepromazin-Dosis und dem Behandlungserfolg, aber Tendenzen für den Effekt des Medikamentes. Expert:innen räumen diesem Reservemedikament oral oder subkutan appliziert durchaus einen Stellenwert ein [1297],[1298]. Diese Sicht basiert nicht nur auf Erfahrungswissen, sondern auch auf den prospektiven, nicht kontrollierten Beobachtungsstudien, die in den oben genannten Reviews eingeschlossen wurden (Oxford 2011: 3) [1299], [1300], [1301], [1302], [1303]. Die in der Literatur genannten Dosierungen haben eine sehr hohe Spannbreite. Aus der klinischen Praxis heraus scheint eine Einzeldosis von 1 bis 5 mg oral oder 1 bis 2,5 mg parenteral sinnvoll zu sein. Ggf. kann die Einzeldosis erhöht werden. Bei einer relativ langen Halbwertszeit von 15-30 Stunden ist eine Einmalgabe häufig ausreichend. Zentralnervöse (Vigilanzminderung, malignes neuroleptisches Syndrom, Parkinsonoid, Senken der Krampfschwelle etc.) und kardio-vaskuläre Nebenwirkungen sowie weitere unerwünschte Effekte sind jedoch möglich.

Promethazin, ein Phenothiazin, bindet an H1-, 5HT2-, D2- und α1-Rezeptoren sowie an den muskarinischen Acetylcholinrezeptor. Es gibt keine Studien mit Palliativpatient:innen, die eine evidenzbasierte Empfehlung ermöglichen [1274].

Mirtazapin blockiert 5HT2-, 5HT3-Rezeptoren und α2-Rezeptoren, außerdem stimuliert es 5HT1-Rezeptoren [1304]. Mangels Studien mit Palliativpatient:innen kann keine evidenzbasierte Empfehlung erfolgen.

5HT3-Rezeptorantagonisten

5HT3-Rezeptorantagonisten blockieren 5HT3-Rezeptoren vagaler Nervenfasern, im Gastrointestinaltrakt, in der Chemorezeptortriggerzone und in der Medulla oblongata. Chemische oder mechanische Stimulation des Darmes ruft eine vermehrte Ausschüttung von Serotonin aus den enterochromaffinen Zellen hervor [1305], [1306], [1307] und Opioide interagieren teilweise mit dem Serotoninsystem über Serotoninrezeptoren und über eine Hemmung des Serotonintransporters [1283]. Von daher ist eine Linderung von Übelkeit und Erbrechen bei Krebspatient:innen auch außerhalb von Chemotherapie und Radiatio bekannt, insbesondere bei einer malignen intestinalen Obstruktion. Es gibt mittlerweile zahlreiche 5HT3-Rezeptorantagonisten, die sich hinsichtlich Wirkdauer und Rezeptoraffinität unterscheiden. In drei Systematic Reviews ergab sich ein heterogenes Bild bezüglich der Wirksamkeit von 5HT3-Rezeptorantagonisten außerhalb von Tumortherapie ([1278],[1279] in [1276]). Bei opioidbedingter Übelkeit und Erbrechen gab es in den eingeschlossenen Studien keinen signifikanten Unterschied zu Metoclopramid (SIGN LoE 1-). Bei Übelkeit und Erbrechen anderer, nicht Tumortherapiebedingter Genese, weisen die Studienergebnisse darauf hin, dass der Einsatz von 5HT3-Antagonisten dann sinnvoll sein kann, wenn Patienten auf Dopaminantagonisten nicht ausreichend ansprechen bzw. bei Kontraindikation dieser Pharmaka. In den Studien wurde Ondansetron in Dosierungen von 8 bis 24 mg pro Tag oral oder intravenös verwendet. Aufgrund des dosisabhängig steigenden Risikos einer QT-Verlängerung darf eine Einzeldosis bei Menschen unter 75 Jahren 16 mg und bei Menschen von 75 Jahren oder älter 8 mg nicht überschreiten [1308]. Als Nebenwirkung von 5HT3-Antagonisten sollte u. a. eine mögliche Obstipation beachtet werden  [1309], [1310]. 

Die akualisierte Recherche in 2025 hat keine weiteren Ergebnisse für aktuelle RCT/CCT Studien zu 5HT3 und nicht Tumortherapie-induzierte Übelkeiten bei Patient:innen mit einer Krebserkrankung ergeben. Es wurde lediglich eine RCT identifiziert, die allerdings Palonosetron nur in Kombination mit Netupitant untersuchte (siehe Beschreibung der Studie weiter unten, [1311]).

Kortikosteroide

Steroide finden in der Palliativmedizin unspezifisch bei Inappetenz, Übelkeit, Schmerz und Antriebslosigkeit ihren Einsatz. Der genaue Wirkmechanismus von Steroiden bei Übelkeit und Erbrechen ist nicht bekannt. Es wird vermutet, dass die antiinflammatorische Aktivität ein peritumoröses Ödem reduziert und so z. B. dazu führt, dass bei Hirnmetastasen, metastasenbedingter Leberkapselspannung und bei maligner intestinaler Obstruktion eine Symptomverbesserung erreicht wird. Darüber hinaus wirken sie antisekretorisch, indem sie die Wasser- und Salzsekretion in das Darmlumen vermindern. Möglicherweise reduzieren sie die Permeabilität der Area postrema und der Blut-Hirn-Schranke für emetogene Substanzen, den neuronalen Gehalt an γ-Amino-Buttersäure im Hirnstamm, die Leu-Enkephalin-Ausschüttung aus dem Hirnstamm sowie die Synthese und Ausschüttung von Prostaglandin und Serotonin [1240], [1284], [1312].

In einem aktuellen Cochrane-Review erfüllten drei RCTs (n=451) mit hohem Risiko für Bias die Einschlusskriterien [1277]. Zwei der Studien verglichen Dexamethason mit Placebo [743], [1313], die dritte verglich verschiedene Medikamente (Dexamethason, Metoclopramid, Chlorpromazin, Tropisetron) in unterschiedlichen Kombinationen [1314]. In allen Studien wurden keine signifikanten Ergebnisse zugunsten von Dexamethason berichtet. Eine Metaanalyse der zwei RCTs (n=127), die Dexamethason und Placebo verglichen, konnte nur einen nicht signifikanten Trend zur Reduktion der Intensität von Übelkeit zeigen (mittlere Differenz: -0.48; 95 % CI: -1.53 bis 0.57) (SIGN LoE 1-; [1277]).

In einem anderen Review wird die Rolle von Steroiden bei Hirnmetastasen untersucht [1315]. Auch wenn die Evidenz gering ist und keine direkten Ergebnisse zu Übelkeit und/oder Erbrechen vorliegen, kommen die Autor:innen zu der Empfehlung, Kortikosteroide bei symptomatischen Hirnmetastasen, die einen erhöhten intrakraniellen Druck hervorrufen bzw. zur umgebenden Ödembildung führen, einzusetzen. Bei milden Symptomen wird eine Startdosis von 2-4 mg pro Tag, bei mittleren bis schweren Symptomen eine Startdosis von 8 mg empfohlen. Dexamethason ist wegen der geringeren mineralokortikoiden Nebenwirkungen das Kortikoid der ersten Wahl. 

Generell sind bei der Anwendung von Kortikoiden die Nebenwirkungen, wie z. B. höhere Infektanfälligkeit, Wundheilungsstörungen, Hyperglykämie, Myopathie und andere zu bedenken. Das Risiko für Infektanfälligkeit, Wundheilungsstörungen und Myopathie nimmt abhängig von der Therapiedauer und der Dosis zu.

Antihistaminika

Antihistaminika blockieren H1-Rezeptoren und sind als Antiemetika insbesondere sinnvoll, wenn eine vestibuläre oder eine zerebrale Komponente der Übelkeit vorhanden ist. Es liegt keine ausreichende Datenlage für eine evidenzbasierte Empfehlung vor (Fallbericht, n= 2) [1276].

Dimenhydrinat ist zur Prophylaxe und symptomatischen Therapie von Reisekrankheit, Schwindel, Übelkeit und Erbrechen zugelassen. Es wirkt über den H1-Rezeptor und zudem anticholinerg. Als häufigste Nebenwirkungen tritt Müdigkeit auf.

Für Patient:innen mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung existieren keine evidenzbasierten Daten, weder für Patient:innen mit, noch für solche ohne tumorspezifische Therapie.

Anticholinergika

Anticholinergika, wie Butylscopolamin reduzieren die Motilität der Darmmuskulatur durch kompetitive Hemmung von muskarinergen Rezeptoren auf Ebene der Muskelzellen und der ganglionären neuralen Transmission in der Darmwand. Außerdem reduzieren sie die intestinale Sekretion. Butylscopolamin ist nicht antiemetisch wirksam, da es aufgrund der Butylstruktur die Blut-Hirn-Schranke nicht passiert und daher nicht zentral wirksam ist. Die Studien, die Anticholinergika zur Linderung von Übelkeit und Erbrechen bei Patient:innen in der Palliativversorgung untersuchen, schließen Patient:innen mit maligner gastrointestinaler Obstruktion ein. Deshalb verweisen wir hierzu auf das Kapitel Maligne intestinale Obstruktion. 

Cannabinoide

Delta-9-Tetrahydrocannabinol (THC) bewirkt eine G-Proteingekoppelte Aktivierung von Cannabinoid (CB)-Rezeptoren im Gehirn und in peripheren Geweben. Über zentrale CB1-Rezeptoren werden Antiemese, Appetitsteigerung, Verlust der Merkfähigkeit sowie Analgesie hervorgerufen. Für die Palliativbehandlung stehen derzeit als Rezepturarzneimittel das Tetrahydrocannabinol (Dronabinol) und das synthetische THC-Analogon Nabilon zur Verfügung. Beide sind als Reserveantiemetika anzusehen. Die Studienlage zeigt einen Effekt von Cannabinoiden zur Kontrolle von chemoinduzierter Übelkeit und Erbrechen [1316], erlaubt aber keine evidenz-basierte Empfehlung für Palliativpatient:innen außerhalb antitumoraler Therapien. In einer systematischen Literaturübersicht von RCTs konnten nur drei Studien mit moderatem Risiko für Bias eingeschlossen werden, die die antiemetische Wirkung von Cannabinoiden bei Patient:innen mit fortgeschrittener Krebserkrankung überprüften [1014]. Es zeigte sich keine signifikante Überlegenheit gegenüber Placebo (SIGN LoE 1+). Die Studienlage ist unzureichend, um die Nutzung von Cannabis bzw. Cannabinoiden bei Palliativpatient:innen mit einer fortgeschrittenen Krebserkrankung zu empfehlen. Nicht zu unterschätzen sind die zentralnervösen Nebenwirkungen, wie Vigilanzminderung, kognitive Einschränkungen, Schwindel, Dysphorie, Halluzinationen und Paranoia sowie Blutdruckabfälle [1316]. Aufgrund dieser potenziellen Nebenwirkungen ist Vorsicht bei der gleichzeitigen Behandlung mit anderen zentral wirksamen Substanzen geboten. Bei opioidbedingter Übelkeit sind Cannabinoide daher nicht Mittel der Wahl.

NK1-Rezeptorantagonisten

Die Neurokinin (NK1)-Rezeptoren befinden sich im Hirnstamm. Die NK1-Rezeptorantagonisten, wie z. B. Aprepitant, sind nur zur Prophylaxe chemotherapieinduzierter Übelkeit zugelassen. 

In einer randomisiert Placebo-kontrollierten Studie von Hui et al. mit 53 Patient:innen mit chronischer Übelkeit kam es durch den Einsatz von NEPA (Netupitant/Palonosetron) zu einer signifikanten Verbesserung der Sympotmatik in 38% in der Verumgruppe gegenüber beachtlichen 20% in der Placebogruppe [1311]. In dieser kleinen Pilotstudie zeigte sich eine gute Verträglichkeit der NEPA-Medikation, so dass der Einsatz des Medikamentes erwogen werden kann. Weitere Studien, die ausschließlich NK1-Rezeptorantagonisten (d.h. nicht in Kombination mit anderen Präparaten) untersuchen könnten nicht identifiziert werden.

Ausreichend Evidenz für die Behandlung außerhalb von Chemotherapie und Strahlentherapie gibt es nicht. 

Sonstige

Benzodiazepine sind keine Antiemetika, werden aber bei antizipatorischer Übelkeit eingesetzt. Antizipatorische Übelkeit ist im Sinne einer Konditionierung bedingt durch eine erlernte Aversion gegen einen spezifischen Stimulus (z. B. Infusionsflasche mit Chemotherapie), der zuvor die unangenehmen Symptome Übelkeit und Erbrechen hervorgerufen hat [1317]. Es existieren keine evidenzbasierten Daten für Palliativpatient:innen. Es gibt Daten, dass Benzodiazepine antizipatorische Übelkeit und Erbrechen im Rahmen von Chemotherapie reduzieren können [1318].

Erythromycin ist ein Antibiotikum und wird wegen seines propulsiven Nebeneffektes zur raschen Entleerung des Magens z. B. vor Notfallgastroskopien genutzt [1319]. Es existieren keine evidenzbasierten Empfehlungen für Palliativpatient:innen außerhalb dieser Indikation. Bei Gastroparese ist ein Therapieversuch möglich, falls andere Propulsiva wie Metoclopramid nicht effektiv sind.

Tabelle 35: Medikamente und Dosierungen

(adaptiert nach [1320] )

Medikament

Oral 

Subkutan für 24 h 

Andere Applikation 

PROKINETIKA

Metoclopramid

10 mg/8 h 

30 mg*

10 mg/8 h rektal, 10-30 mg/ 24 h i. v.

Domperidon

10–20 mg/6–8 h1

-

-

ANTIHISTAMINIKA

Dimenhydrinat

50–100 mg/6–8 h*

62–372 mg*

150 mg/6–8 h*rektal, 31-62 mg/ 4 h i.v. (max. 372 mg/ 24 h i.v.)

ANTIPSYCHOTIKA

Haloperidol*

0,5-1 mg zur Nacht und bis zu 2-stündlich bei Bedarf 

s.c.* 2,5-5 mg/24h und 1 mg bis zu 1-stündlich bei Bedarf; übliche maximal Dosierung s.c.* 5 mg/24h

(i. v.-Gabe2)

Levomepromazin* 

1–5 mg abends

1–5 mg/12 h

1-2,5 mg3

-

Olanzapin* 

1,25–2,5 mg z.N., ggf. bis 5 mg/d

   

ANTICHOLINERGIKA

Scopolamin* 

-

-

1,54 mg/72 h transdermal

5HT3-ANTAGONISTEN

Ondansetron* 

8 mg/8–12 h

-

8 mg/8–12 h i. v.

Granisetron* 

2 mg p. o./d

1 mg 1×/d*

1 mg i. v.

STEROIDE   

Dexamethason* 

2-4 mg/d (bis zu 8 mg)

2-4 mg* (bis zu 8 mg)

2-4 mg/24h i. v. (bis zu 8 mg)

CANNABINOIDE

 Dronabinol (z. B. Dronabinol-Tr.)

2,5–40 mg/6–12 h

-

-

BENZODIAZEPINE

Lorazepam* 

0,5–1,0 mg/8 h

-

-

* Off-Label-Use (bezieht sich auf das Präparat des Erstanbieters; Zulassungsstatus für Generika wird in der Regel nicht berücksichtigt) [1321]. Subkutangaben sind nicht zugelassen für Metoclopramid, Dimenhydrinat, Haloperidol, Levomepromazin, Granisetron und Dexamethason. Zugelassene Tageshöchstdosen sind geringer bei Dimenhydrinat (400 mg/ p.o, 450 mg/d rektal) 

1 Domperidon: Zugelassen sind 10 mg bis zu 3-mal tägl. Die Indikation für die rektale Gabe bezieht sich nur auf bestimmte Formen von Übelkeit und Erbrechen.

2 Haloperidol (i. v.-Gabe analog der s. c.-Anwendung): Die Zulassung für die i. v.-Gabe wurde wegen des erhöhten kardialen Nebenwirkungsrisikos zurückgenommen. Im palliativmedizinischen Kontext findet die i. v. Gabe weiterhin Anwendung, hat jedoch nur nach strenger Nutzen-Risiko-Abwägung zu erfolgen. Neuere Erkenntnisse deuten darauf hin, dass die i. v.-Gabe niedrigerer Haloperidol-Dosierungen keinen Effekt auf die QT-Zeit haben (siehe auch Hintergrundtext).

3 Levomepromazin: In der Fachinformation von Neurocil® wird von der subkutanen Anwendung wegen des Risikos von Gewebeschädigungen explizit abgeraten. Da das Präparat auch in Tropfenform verfügbar ist, kann dies eine Alternative zur s. c.-Gabe sein.

 

Evidenztabellen

Übelkeit und Erbrechen
12. Übelkeit und Erbrechen (unabhängig von einer Chemotherapie)

12.1                      Erfassung

12.1.1                  Systematic Reviews

Es wurden keine Systematic Reviews identifiziert.

12.1.2                  Primärstudien

Reference

Type of study/ Design

Number of included patients (I/C);

Dropouts

 

Patients characteristics

1. Tested assessment tool

2. reference assessment tool(s)

3. test procedure

Psychometric properties

 

Results

 

Comments

LoE

SIGN

Rhodes,

Oncol Nurs Forum,

1999 [Rhodes, V. A. et al. 1999]

Validation study

n = 159

Dropouts: 0

Convenience sample of 40 obstetrical, 60 oncological and 59 medical/surgical patients between 18 - 89 years

1.      Index of Nausea, Vomiting, and Retching (INVR):

-   Frequencies of vomiting, nausea and retching

-   Severity of distress from nausea, vomiting and retching

-   Duration of nausea

-   Amount of vomitus each time

2.      Index of Nausea and Vomiting Form 2 (INV-2)

3.      INVR and INV-2 were administered approximately 30-60 minutes apart. One-half of the subjects completed the INVR first, the other half the INV-2 first.

Reliability

 

1.O: 79 – 98% agreement between the INVR and the INV-2 (Spearmen Correlation 0.714 – 0,954)

 

 

3

Fu,

Cancer Nurs,

2002 [Fu, MR et al. 2002]

Integrative translation method; validation study

n = 177

Dropouts: 0

Convenience sample of 177 Chinese-speaking participants was accrued from a large teaching cancer institute and a teaching obstetric hospital

75 male, 102 female, average age 38 (range 24 – 76)

1.      INVR

2.      INV-2

3.      test-retest, parallel forms, and crossover design: The INVR and the INV-2 were administered approximately 30-60 minutes apart in the  morning and in the evening of the same day

Reliability

Validity

1. O:66 – 94% agreement; for the Chinese version of INV-2, the Cronbach’s [alpha] for the morning report: 0.951, for the evening report: 0.929

For the Chinese version of INVR, the Cronbach’s [alpha] for the morning report was 0.952 and 0.941 for the evening report. Wilcoxon signed rank test was performed by comparing the morning and evening reports regarding both INV-2 and INVR. No recall bias was revealed in Chinese version of INV-2 (P = .0031) and INVR (P = .0123).

2.O: In this study, the established equivalence of the Chinese versions of the INV-2 and INVR represents their validity.

 

3

12.2                      Medikamentöse Therapie

12.2.1                  Systematic Reviews von verschiedenen Wirkstoffklassen

Reference

Type of study

(SR=Sys Review; MA=Meta-analysis); aim

Databases;

Inclusion criteria (study design, population)

Interventions evaluated; outcomes

Results

Comments

LoE

SIGN

Benze,

Schmerz,

2012a [Benze, G. et al. 2012]

SR;
to determine the level of evidence for the treatment of nausea and vomiting with prokinetics and neuroleptics in palliative care patients

-  Design: No exclusion because of study type

-  Databases: PubMed and EmBase, published 1966–2011 completed by manual searching

-  Population: Palliative care patients ≥ 18 years suffering from far advanced cancer and no longer being treated with chemotherapy or radiation therapy

Interventions:

-  Prokinetics (metoclopramide (MCP)

-  Neuroleptics (haloperidol, olanzapine, levosulpiride, levomepromazine, chlorpromazine, prochlorperazine mirtazapine, risperidone)

Outcomes: symptom reduction of nausea (duration, intensity) and vomiting (duration, frequency)

 

Study Number: 22 studies + 8 SR

Prokinetics (13 studies): 2 SR, 7 RCT, 2 retrospective + 2 case series  on the effectiveness of metoclopramide (MCP); patient numbers from 7 to 280 (mean=77);

Outcomes (nausea):

-   SR: MCP is effective (applied separately or in combination)

-   RCTs: 1 study showed significant nausea reduction (p=0.04), 1 RCT showed significant superiority of retarded MCP compared to MCP (p=0.033), 1 RCT showed levosulpirid significant more effective than MCP in  nausea duration (p=0.002) and complete control (p=0.0004), frequency (p=0.002) and complete control (p=0.041) of vomiting; 4 RCTs showed symptom improvement without significance

-   Uncontrolled studies: positive effect of MCP in nausea and vomiting reduction

Neuroleptics (9 studies): 

Haloperidol: 3 SR found no relevant studies. 3 case series + 1 case study described effectiveness of haloperidol, 1 in combination with ondansetron, small study sizes and additional high drop-out rate in 1 case series weaken study relevance

Olanzapine: 2 studies found a significant reduction of nausea (p < 0.04 for 2.5 mg; p < 0.002 for 5.0 mg; p < 0.0001 for 10 mg)  with low patient numbers (5/16), lack of control patients and heterogeneous patient groups

Levosulpiride: 1 double-blind randomized cross-over-study with 30 patients showed significant superiority compared to MCP (nausea duration p = 0.002; nausea intensity = 0,0004; complete control of nausea = 0.0034; frequency of vomiting = 0.002; complete control of vomiting = 0.041); of treated (3/day, 25 mg) patients (n=30) 48% without nausea, 81% without vomiting

Levomepromazine (Methotrimeprazin): 1 case report, 3 case series, 1 narrative review: good impact on nausea resistant to other antiemetics

Chlorpromazine: 2 RCTs: in combination with dexamethasone superior compared to metoclopramide with regard to vomiting, but not regarding nausea (after 15 days, total control of emesis was obtained in 23.6% (9 of 38) of MET + DEX patients (dose: 10 mg*4 + 2 mg*1, orally) and 33.3 (13 of 39) of CHL + DEX patients (dose: 25 mg*2 + 2 mg*1, orally). Total control of nausea was achieved in 18.4% (7 of 38) of MET + DEX patients, 17.9% (7 of 39) of CHL + DEX patients)

Prochlorperazine: 1 RCT: complete response concerning nausea in 48.9 % compared to 26.7 % with ondansetron (p = 0.0504); vomiting aggravation with ondansetron (p = 0.0513); 1 case series showed good impact

Mirtazapine: No studies on palliative patients

Risperidone: 1 retrospective study with 20 patients (dose: 1mg/day); In 50% (10/20) nausea disappeared, in 64% (7/11) vomiting; study design does not allow general recommendations

Author reports partly only marginally undercut significance level

Partly interventions with combination of drugs included

Partly comparison of different drugs

1+ (Body of evidence: 1-)

Benze,

Schmerz,

2012b [Benze, G. et al. 2012]

SR;
to analyze the current evidence for antiemetic treatment in palliative care patients

Design: no exclusion because of study type

Databases: PubMed and EmBase were systematically searched for studies (published 1966–2011) dealing with antiemetic therapy in palliative care and electronic retrieval was completed by manual searching.

Palliative care patients ≥18 years with far advanced cancer not receiving chemotherapy or radiotherapy, suffering from nausea and vomiting

Interventions:

5HT3 receptor antagonists, steroids, antihistamines, anticholinergics, somatostatin analogs, benzodiazepines and cannabinoids

Outcomes: Effect on nausea (duration, intensity) and vomiting (duration, frequency)

 

Study number: 36 studies + 6 SR

5HT3 receptor antagonists: 9 studies on cancer patients (2 case studies, 2 case series, 1 retrospective cohort study, 4 RCTs with 92 – 280 patients); medication: granisetron (2), ondansetron (4), tropisetron (3): contradictory results; larger studies showed positive effect and better efficacy, as compared to metoclopramide, dexamethasone and neuroleptics. One case series (n=24 patients) with significant reduction of nausea intensity (p<0.001) and frequency of vomiting (p<0.001); RCTs: no significant test results

Steroids: 9 studies on cancer patients (5 RCTs, 4 case series) + 1 SR: Heterogeneous results, positive trend but no significant differences in the RCTs.

Antihistamines: Insufficient data

Anticholinergics: 4 Studies (3 RCTs, 1 case report) on malignant gastrointestinal obstruction, which was covered in another section of the guideline and therefore excluded for this search

Benzodiazepines: No studies identified.

Cannabinoids: (2 case studies, 1 observational study):  Relieve of nausea and vomiting but with notable side effects. Comparison of cannabinoids to less recent antiemetic drugs but not, for example to 5HT3 receptor antagonists.

The author stated that regarding symptom control of nausea and vomiting in patients with COPD, progressive heart failure and ALS no studies were undertaken in patients receiving palliative care. Recommendations in the literature are mainly based on studies in patients with cancer. The overall strength of evidence is described as low.

 

1+ (Body of evidence: 1-)

12.2.2                  Cannabinoide

12.2.2.1                  Systematic Review

Reference

Type of study

(SR=Sys Review; MA=Meta-analysis); aim

Databases;

Inclusion criteria (study design, population)

Interventions evaluated; outcomes

Results

Comments

LoE

SIGN

Mücke,

J Cachexia Sarcopenia Muscle,

2018 [Mucke, M. et al. 2018]

SR/MA;
to assess the efficacy, tolerability, and safety of cannabinoids in palliative medicine

Databases: Cochrane Central Register of Controlled Trials (CENTRAL), MEDLINE, PsycINFO, PubMed, Scopus and Clinicaltrials.gov until March 2017

Design: parallel or cross-over RCTs with a duration of ≥ 2 weeks and ≥ 10 participants per study arm

Patients of any age, suffering from advanced or end stage diseases (palliative)

Interventions:

Cannabis/cannabinoids vs. placebo or active control

Outcomes:

Efficacy: 1.O: responder (pain reduction ≥30%), body weight, appetite, caloric intake, and nausea/vomiting

2.O: sleeping dysfunction, fatigue, mood disorders, and health-related quality of life at the end of each medication phase.

Tolerability: nb. of patients who discontinued the study because of adverse events; dizziness, mental health symptoms, and cognitive dysfunction.

Safety: AE, death during medication

Study number: 9 RCTs;

Meta-analysis: 8 RCTs, n=1,561

Population: advanced cancer (5 RCTs, n=758), HIV (3 RCTs, n=251), Alzheimer (1 RCT, n=15); 90.8% male;

Median study duration by cancer patients = 8 weeks (16 days–11 weeks)

Quality of evidence: 3 RCTs of moderate quality; 6 of low quality

Outcomes:

Cancer patients:

-   Nausea/vomiting (2 RCTs, n=420, moderate to low quality of evidence): n.s. (SMD: 0.21; 95 % CI: − 0.10 to 0.52; p = 0.19)

-   >30% decrease in pain, appetite, caloric intake, sleep problems: n.s.

-   Tolerability, side effects, safety: n.s.

HIV patients:

-   Weight gain, appetite: sign. increased

-   Nausea/vomiting: n.s.

-   Tolerability, safety: n.s.

-   Side effects: sign. increase in mental health symptoms

Too little data to recommend a favored use of cannabis or cannabinoids

-   Few retrieved publications from the database search suggesting low sensitivity of the search strategy

-   Nausea and vomiting always assessed together with other symptoms like pain

1+ (Body of evidence: 1+)

12.2.3                  Neuroleptika/Antipsychotika

12.2.3.1                  Systematic Reviews

Reference

Type of study

(SR=Sys Review; MA=Meta-analysis); aim

Databases;

Inclusion criteria (study design, population)

Interventions evaluated; outcomes

Results

Comments

LoE

SIGN

Cox,

Cochrane,

2015 [Cox, L. et al. 2015]

SR;
to evaluate the efficacy of, and adverse events associated with levomepromazine for the treatment of nausea and vomiting in palliative care patients.

Design: RCTs

Databases: Cochrane Central Register of Controlled Trials (CENTRAL), MEDLINE and EMBASE, up to 2/2015. Clinical trial registers on 7/10/2015 for ongoing trials

Patients: Adults receiving palliative care

Interventions:

Levomepromazine

Primary outcomes:

1. Patient-reported nausea severity

2. Patient-reported vomiting severity

3. Patient-reported relief of symptoms of nausea and vomiting

No study included

 

Twelve studies

were excluded because of study design (1 case report, 1 case series, 2 trials without randomization, 4 reviews, 4 on chemo-induced nausea and vomiting)

1++ (Body of evidence: not statable)

Dietz,

BMC Palliative Care

2013 [Dietz, I. et al. 2013]

SR;
to determine the level of evidence for the use of levomeproma-zine in palliative symptom control, and to discover gaps in evidence

Design: SR, RCTs, prospective trials, cohort studies, case series or case reports

Search: Medline, Embase, Cochrane, PsychInfo and Ovid Nursing, up  to 4/2012 together with hand-searching and cross-referencing

Adult patients treated in the palliative care setting

Interventions:

Levomepromazine

Dose range: 3.12 – 30mg/ 24h

Outcomes:

Treatment of symptoms

Included studies on nausea and vomiting: 2 SR, 3 prospective studies, 2 open-label prospective studies, 1 case report

Outcomes:

-   Open-label prospective study: 60 (86%) responders of 70 patients with digestive cancer treated  with levomepromazine for nausea and vomiting, Pearson test: no association between levomepromazine dose and response to treatment

-   1 quasi-experimental prospective study (n= 65 patients):

o   day 2: 33/53 (62%) of patients evaluable for response showed some improvement in nausea or vomiting

o   day 5: improvement in 20/34 (58%)

-> levomepromazine as efficient first line antiemetic in indeterminate patho-physiological causes of nausea and vomiting, and second line for all other causes

Further regarded outcomes: Sedation, delirium, agitation, pain

In total included studies: 33; 9 SR, 6 case reports, 2 survey studies, 9 retrospective studies, 7 prospective studies;

Most papers (n = 22) were categorized as level 3 (non-randomized, non-consecutive or cohort studies), only 2 studies on nausea reached level 2 according to the Oxford Centre for

Evidence-Based Medicine LoE

2+ (Body of evidence: 2-)

Murray-Brown,

Cochrane,

2015 [Murray-Brown, F. et al. 2015]

SR;
to evaluate the efficacy and adverse events associated with the use of haloperidol for the treatment of nausea and vomiting in palliative care patients.

Design: RCTs

Search: Updated searches of CENTRAL, EMBASE and MEDLINE in 11/2013 and 11/2014, con-trolled trials registers in March 2015 No language restrictions. For the original review, database searching was performed in 8/2007, including CENTRAL, MEDLINE, EMBASE, CINAHL and AMED. Manual searches complemented the electronic searches.

Adults patients receiving palliative care or suffering from an incurable progressive medical condition.

Exclusion criteria: Nausea or/ and vomiting thought to be secondary to pregnancy or surgery.

Intervention:

Haloperidol

Primary outcome: Patient-reported nausea severity/vomiting severity;

Secondary outcomes: Quality of life measurement, acceptability of treatment, need for rescue antiemetic medication, adverse events, withdrawal from study because of side effects.

Included studies: 1 RCT of moderate quality:

ABH gel (including haloperidol, diphenhydramine + lorazepam) vs. placebo (n=22): n.s superior (Mean change in nausea score (baseline to 60 minutes after treatment): ABH gel group = 1.7 ± 2.05;  placebo group = 0.9 ±2.45 (not statistically different). Noninferiority test through a paired t-test significant (p = 0.0115).

One ongoing trial of haloperidol for the management of nausea and vomiting in patients with cancer, with initial results published in a conference abstract suggesting that haloperidol is effective for 65% of patients.

27 studies from the 2007 search were excluded, as well as further 37 studies from the 2013/2014 update search.

Intervention with combination of drugs included

1++

(Body of evidence:1-)

Storrar,

Cochrane,

2014 [Storrar, Jemma et al. 2014]

SR;
to evaluate the efficacy and adverse events (both minor and serious) associated with the use of droperidol for the treatment of nausea and vomiting

Design: RCTs

Search: CENTRAL,MEDLINE, EMBASE, CINAHL and AMED, trial registers, and the WHO International Clinical Trials Registry Platform up to 11/2013

Adults patients  receiving palliative care or suffering from an incurable progressive medical condition

Intervention:

Droperidol

Outcomes:

Nausea and vomiting

No study included

-   In the 2010 search 23 studies were excluded on the full text level,in the 2013 search 18 studies

-   No registered trials of droperidol for the management of nausea or vomiting in palliative care was found.

1++ (Body of evidence: not stat-able)

12.2.4                  Glucocorticoide

12.2.4.1                  Systematic Review

Reference

Type of study

(SR=Sys Review; MA=Meta-analysis); aim

Databases;

Inclusion criteria (study design, population)

Interventions evaluated; outcomes

Results

Comments

LoE

SIGN

Vayne-Bossert,

Cochrane,

2017 [Vayne-Bossert, P. et al. 2017]

SR/MA;
to assess the effects of corticosteroids on nausea and vomiting not related to chemotherapy, radiotherapy, or surgery in adult cancer patients

Design: RCTs (extension to prospective controlled studies, if no RCTs found)

Databases: Cochrane Central Register of Controlled Trials (CENTRAL), MEDLINE Ovid, EMBASE, CINAHL, Science Citation Index Web of Science, Conference Proceedings Citation Index - ScienceWeb of Science, LILACS, up to 8/2016.

Patients: Adult participants with cancer suffering from nausea, vomiting or both not related to chemotherapy, radiotherapy, or surgery

Interventions:

-   any corticosteroid

-   Comparison: placebo, other antiemetics, no intervention, usual treatment, alternative treatment for nausea/vomiting

Primary outcomes:

Patient-reported nausea intensity and relief using validated scales (visual analogue scales (VAS), numerical rating scales (NRS), verbal rating scales (VRS), or a combination), and the number of vomiting episodes in a predefined time interval.

Secondary outcomes:

-   AE

-   QoL

-   Patient satisfaction

Study number/design: 3 RCTs

Population: n=451

Drugs: dexamethasone PO (4 or 20 mg/d) vs. placebo; or combination of oral drugs (dexamethasone, chlorpromazine, metoclopramide, tropisetron)

Meta-analysis (n=127; 2 studies, dexamethasone vs. placebo or metoclopramide; data at day 8 of therapy):

-   Nausea intensity (scale 0-10): n.s. trend to reduction of nausea at day 8 (MD -0.48, 95% CI -1.53 to 0.57; p =0.37)

-   Nausea relief: no data

Narrative analysis:

-   Number of vomiting episodes (1 RCT): n.s.difference between dexamethasone and placebo; improvement in both groups

-   AE (3 RCTs): n.s. difference between groups

-   Total score of QoL (2 RCTs): inconsistent results (sign. improvement in 1 RCT; n.s. in other RCT).

Method:

Well conducted SysRev

Content:

Low LoE (high risk of bias);

There is insufficient evidence to support or refute the suggestion that corticosteroids have any efficacy in nausea and vomiting. This is particularly relevant when considering the toxicity of corticosteroids, especially following prolonged use.

 

 

1++

(Body of evidence: 1-)

12.2.5                  Opioidwechsel

12.2.4.1                  Systematic Reviews

Reference

Type of study

(SR=Sys Review; MA=Meta-analysis); aim

Databases;

Inclusion criteria (study design, population)

Interventions evaluated; outcomes

Results

Comments

LoE

SIGN

Laugsand,

Pall Med

2011 [Laugsand, E. A. et al. 2011]

SR;
to review the existing literature on management of opioid-induced nausea and vomiting in cancer patients and summarize the findings into evidence-based

Design: no limitation

Databases:  MEDLINE, EMBASE, and the Cochrane Central Register of Controlled Trials

Patients: Adult patients with cancer pain receiving opiods for cancer pain addressing nausea and vomiting either as a primary or secondary outcome

Interventions:

-   use of analgetics for opiod sparing

-   change of opiod

-   change of route

-   other

Primary outcomes:

Nausea and vomiting (opiod-induced emesis)

Study number: 55 studies; 17 studies to opioid switch

Population: n=3,379

Switch:

-   7 studies (4 RCTs) showed no difference in prevalence or intensity of nausea/vomiting

-   2 studies (1 RCT) did not provide sufficient clinical evidence to form recommendations

-   2 case reports

-   6 studies (2 RCTs, 4 prospective OS) showed difference in intensity or prevalence of nausea/vomiting.

Based on this evidence, a weak recommendation for changing the opiod could be formulated: switching from morphine to an opoid such as oxycodone or hydromorphone; or from fentanyl to methadone.

Method:

Well conducted SysRev

Content:

Low LoE (high risk of bias)

 

 

 

1++

(Body of evidence: 1-)

Sande,

J Palliat Med

2018 [Sande, T. A. et al. 2019]

 

(Update of Laugsand et al. 2011)

SR; to evaluate the evidence for the management of opioid-induced nausea and vomiting

Study design: RCTs

Databases:  MEDLINE (1966–2017) and EMBASE (1980–2017)

Patients: Adult patients with cancer pain on opiods for cancer pain and with nausea and vomiting assessed either as a primary or secondary outcome (tumor therapy or MBO related nausea excluded)

Interventions:

-   switching from one

-   opioid to another; studies on antiemetics

-   studies on change of administration route for the opioid(s)

Outcomes:

Nausea and vomiting (opioid-induced)

Study number: 15 RCTs (n=1524)

Opioid switching (8 RCTs; low quality of evidence):

-   1 RCT (n=20): oxycodone (vs. morphine): sign. less nausea

-   1 RCT (n=177): codeine or hydrocodone (vs. tramadol): vomiting sign. less

-   1 RCT (n=52): buprenorphine + tramadol (vs. morphine + tramadol): sign. less nausea

-   1 RCT (n=62): controlled-release morphine and oxycodone vs. transdermal buprenorphine and fentanyl: n.s. difference in nausea (but trend for a greater severity of nausea in morphine group)

-   1 RCT (n=42): stop-and-go vs. 3-day switch from morphine/oxycodone to methadone: n.s. difference in nausea

-   3 RCTs did not report clear conclusions on nausea/vomiting

Author’s recommendations:

-   A weak recommendation is given for switching from morphine to oxycodone in cancer patients with nausea.

-   A weak recommendation is given for switching from tramadol to either codeine or hydrocodone for pain in cancer patients with nausea.

-   A weak recommendation is given for switching from morphine/oxycodone to methadone using the three-day switch method in patients with increasing pain considered untreatable with further opioid titration and/or with opioid-related side effects

Method:

-   a quality appraisal of the included studies is mentioned, but no results are reported for the single trials, only an overall conclusion of a low quality of evidence

Content:

Low LoE (high risk of bias)

1-

(Body of evidence: 1-)

Literaturhinweise

[1233] Portenoy, R. K., Thaler, H. T., Kornblith, A. B., Lepore, J. M., Friedlander-Klar, H., Coyle, N., et.al. Symptom prevalence, characteristics and distress in a cancer population, Qual Life Res, 1994. 3(3): p. 183-9., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7920492

[1234] Davis, M. P., Walsh, D., Treatment of nausea and vomiting in advanced cancer, Support Care Cancer, 2000. 8(6): p. 444-52., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11094988

[1235] Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft - Deutsche Krebshilfe - AWMF), Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen - Langversion 1.1, 2017, AWMF Registernummer: 032/054OL, 2017., http://leitlinienprogramm-onkologie.de/Supportive-Therapie.95.0.html

[4] Teunissen, S. C., Wesker, W., Kruitwagen, C., de Haes, H. C., Voest, E. E., de Graeff, A., Symptom prevalence in patients with incurable cancer: a systematic review, J Pain Symptom Manage, 2007. 34(1): p. 94-104.

[1236] Dunlop, G. M., A study of the relative frequency and importance of gastrointestinal symptoms, and weakness in patients with far advanced cancer, Palliat Med, 1989. p. 37-43.

[1237] Fainsinger, R., Miller, M. J., Bruera, E., Hanson, J., Maceachern, T., Symptom control during the last week of life on a palliative care unit, J Palliat Care, 1991. 7(1): p. 5-11., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2045996

[1238] Grond, S., Zech, D., Diefenbach, C., Bischoff, A., Prevalence and pattern of symptoms in patients with cancer pain: a prospective evaluation of 1635 cancer patients referred to a pain clinic, J Pain Symptom Manage, 1994. 9(6): p. 372-82., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7963790

[1239] Kirkova, J., Rybicki, L., Walsh, D., Aktas, A., Symptom prevalence in advanced cancer: age, gender, and performance status interactions, Am J Hosp Palliat Care, 2012. 29(2): p. 139-45., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21697140

[1240] Mannix, K. A., Palliation of nausea and vomiting, in Oxford textbook of palliative medicine, Doyle, D.Hanks, GCherny, N. and Calman, K., Editors. 2004, Oxford University Press: Oxford. p. 459-68.

[1241] Morita, T., Tsunoda, J., Inoue, S., Chihara, S., Contributing factors to physical symptoms in terminally-ill cancer patients, J Pain Symptom Manage, 1999. 18(5): p. 338-46., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10584457

[1242] Solano, J. P., Gomes, B., Higginson, I. J., A comparison of symptom prevalence in far advanced cancer, AIDS, heart disease, chronic obstructive pulmonary disease and renal disease, J Pain Symptom Manage, 2006. 31(1): p. 58-69.

[1243] Vainio, A., Auvinen, A., Prevalence of symptoms among patients with advanced cancer: an international collaborative study. Symptom Prevalence Group, J Pain Symptom Manage, 1996. 12(1): p. 3-10., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8718910

[1244] Lichter, I., Results of antiemetic management in terminal illess, J Palliat Care, 1993. 9(2): p. 19-21.

[1245] Twycross, R., Anorexia, cachexia, nausea and vomiting, Medicine, 2004. 32(4): p. 9-13.

[1246] Campora, E., Merlini, L., Pace, M., Bruzzone, M., Luzzani, M., Gottlieb, A., et.al. The incidence of narcotic-induced emesis, J Pain Symptom Manage, 1991. 6(7): p. 428-30., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1940487

[1247] Lee, M., Feldmann, M., Nausea and vomiting, in Gastrointestinal Disease, Sleisinger, M. H. and Fordtran, J. S, Editors. 1993, Asunders: Philadelphia. p. 509-23.

[1248] Miller, A. D., Nonaka, S., Jakus, J., Brain areas essential or non-essential for emesis, Brain Res, 1994. 647(2): p. 255-64., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7922502

[1249] Bloechl-Daum, B., Deuson, R. R., Mavros, P., Hansen, M., Herrstedt, J., Delayed nausea and vomiting continue to reduce patients' quality of life after highly and moderately emetogenic chemotherapy despite antiemetic treatment, J Clin Oncol, 2006. 24(27): p. 4472-8., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16983116

[1250] Doll, A., Übelkeit und Erbrechen, in Onkologische Pflege, Bäumer, R.Ambrosy, U.Maiwald, A.Baldus, S. E. and Bamberg, M., Editors. 2008, Thieme: Stuttgart. p. 161-70.

[1251] Honneger, H. P., Fichmann, B., Übelkeit und Erbrechen, in Onkologische Krankenpflege, Margulies, A.Kroner, T.Gaisser, A. and Bachmann-Mettler, I., Editors. 2011, Springer: Heidelberg. p. 394-415.

[1252] Rhodes, V. A., McDaniel, R. W., The Index of Nausea, Vomiting, and Retching: a new format of the lndex of Nausea and Vomiting, Oncol Nurs Forum, 1999. 26(5): p. 889-94., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10382187

[1253] Bruera, E., Kuehn, N., Miller, M. J., Selmser, P., Macmillan, K., The Edmonton Symptom Assessment System (ESAS): a simple method for the assessment of palliative care patients, J Palliat Care, 1991. 7(2): p. 6-9.

[1254] Stiel, S., Matthes, M. E., Bertram, L., Ostgathe, C., Elsner, F., Radbruch, L., [Validation of the new version of the minimal documentation system (MIDOS) for patients in palliative care : the German version of the edmonton symptom assessment scale (ESAS)], Schmerz, 2010. 24(6): p. 596-604.

[1255] Schildmann, E. K., Groeneveld, E. I., Denzel, J., Brown, A., Bernhardt, F., Bailey, K., et.al. Discovering the hidden benefits of cognitive interviewing in two languages: The first phase of a validation study of the Integrated Palliative care Outcome Scale, Palliat Med, 2016. 30(6): p. 599-610., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26415736

[1256] Saxby, C., Ackroyd, R., Callin, S., Mayland, C., Kite, S., How should we measure emesis in palliative care?, Palliat Med, 2007. 21(5): p. 369-83., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17901096

[1257] Wood, J. M., Chapman, K., Eilers, J., Tools for assessing nausea, vomiting, and retching, Cancer Nurs, 2011. 34(1): p. E14-24., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21188798

[1258] Augustyn, B., Kern, M., Symptomorientierte Pflege bei Übelkeit und Erbrechen, in Lehrbuch der Palliativmedizin, Nauck, F. and Radbruch, L., Editors. 2007, Schattauer: Stuttgart. p. 976-977.

[1259] Rhodes, V. A., McDaniel, R. W., Nausea, vomiting, and retching: complex problems in palliative care, CA Cancer J Clin, 2001. 51(4): p. 232-48; quiz 249-52., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11577489

[1260] Schmid, U., Gastrointestinale Symptome, in Palliative Care, Kraenzle, S.Schmid, U. and Seeger, C., Editors. 2014, Springer: Heidelberg. p. 277-86.

[1] Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP), Leitlinien der DGP, Sektion Pflege: Übelkeit und Erbrechen, 2014., https://www.dgpalliativmedizin.de/images/stories/pdf/Leitlinie_Übelkeit_Erbrechen_end.pdf

[1261] Leitlinienprogramm Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF), S3-Leitlinie Komplementärmedizin in der Behandlung von onkologischen PatientInnen, Langversion 2.0, 2024, AWMF-Registernummer: 032-055OL, 2024., https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/komplementaermedizin

[1262] Huber, G., Casagrande, C., Komplementäre SterbebegleitungHaug, 2011.

[1263] Carey, M. P., Burish, T. G., Etiology and treatment of the psychological side effects associated with cancer chemotherapy: a critical review and discussion, Psychol Bull, 1988. 104(3): p. 307-25., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/3062654

[1264] Schulze, W., Hypnose in der Palliativmedizin, Hypnose-ZHH, 2010. 5((1+2)): p. 145-162.

[1265] Schulze, W., Hypnotherapie in der Palliativmedizin, in Kommunikation in der Psychoonkologie. Der Hypnosystemische Ansatz, Muffler, E. , Editor. 2015, Carl Auer Verlag: Heidelberg. p. 157-169.

[1266] Cannizzaro, R., Bortoluzzi, F., Valentini, M., Scarabelli, C., Campagnutta, E., Sozzi, M., et.al. Percutaneous endoscopic gastronomy as a decompressive technique in bowel obstruction due to a abdominal carcinomatosis, Endoscopy, 1995. 27(4): p. 317-20.

[1267] Shaw, C., Bassett, R. L., Fox, P. S., Schmeler, K. M., Overman, M. J., Wallace, M. J., et.al. Palliative venting gastrostomy in patients with malignant bowel obstruction and ascites, Ann Surg Oncol, 2013. 20(2): p. 497-505., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22965572

[1268] Malone, J. M., Jr., Koonce, T., Larson, D. M., Freedman, R. S., Carrasco, C. H., Saul, P. B., Palliation of small bowel obstruction by percutaneous gastrostomy in patients with progressive ovarian carcinoma, Obstet Gynecol, 1986. 68(3): p. 431-3., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2426641

[1269] Picus, D., Marx, M. V., Weyman, P. J., Chronic intestinal obstruction: value of percutaneous gastrostomy tube placement, AJR Am J Roentgenol, 1988. 150(2): p. 295-7., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2447767

[1270] Gemlo, B., Rayner, A. A., Lewis, B., Wong, A., Viele, C. S., Ungaretti, J. R., et.al. Home support of patients with end-stage malignant bowel obstruction using hydration and venting gastrostomy, Am J Surg, 1986. 152(1): p. 100-4.

[1271] Ninnemann, B., Somatopsychische Symptome, in Psychologie und Palliative Care, Fegg, M.Gramm, J. and Pestinger, M., Editors. 2012, Kohlhammer: Stuttgart.

[874] Laugsand, E. A., Kaasa, S., Klepstad, P., Management of opioid-induced nausea and vomiting in cancer patients: systematic review and evidence-based recommendations, Palliat Med, 2011. 25(5): p. 442-53.

[1272] Sande, T. A., Laird, B. J. A., Fallon, M. T., The Management of Opioid-Induced Nausea and Vomiting in Patients with Cancer: A Systematic Review, J Palliat Med, 2019. 22(1): p. 90-97., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30239277

[1273] Dietz, I., Schmitz, A., Lampey, I., Schulz, C., Evidence for the use of Levomepromazine for symptom control in the palliative care setting: a systematic review, BMC Palliat Care, 2013. 12: p. 2.

[1274] Benze, G., Alt-Epping, B., Geyer, A., Nauck, F., [Treatment of nausea and vomiting with prokinetics and neuroleptics in palliative care patients : a review], Schmerz, 2012. 26(5): p. 500-14., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22968365

[1275] Navari, RM, Pywell, CM, Le-Rademacher, JG, White, P, Dodge, AB, Albany, C, et.al. Olanzapine for the Treatment of Advanced Cancer-Related Chronic Nausea and/or Vomiting: A Randomized Pilot Trial., JAMA Oncol, 2020. 6 (6)(6): p. 895-899., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32379269/

[1276] Benze, G., Geyer, A., Alt-Epping, B., Nauck, F., [Treatment of nausea and vomiting with 5HT3 receptor antagonists, steroids, antihistamines, anticholinergics, somatostatinantagonists, benzodiazepines and cannabinoids in palliative care patients : a systematic review], Schmerz, 2012. 26(5): p. 481-99., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22983450

[1277] Vayne-Bossert, P., Haywood, A., Good, P., Khan, S., Rickett, K., Hardy, J. R., Corticosteroids for adult patients with advanced cancer who have nausea and vomiting (not related to chemotherapy, radiotherapy, or surgery), Cochrane Database Syst Rev, 2017. 7: p. CD012002., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28671265

[1278] Glare, P., Pereira, G., Kristjanson, L. J., Stockler, M., Tattersall, M., Systematic review of the efficacy of antiemetics in the treatment of nausea in patients with far-advanced cancer, Support Care Cancer, 2004. 12(6): p. 432-40., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15108099

[1279] Davis, M. P., Hallerberg, G., Palliative Medicine Study Group of the Multinational Association of Supportive Care in, Cancer, A systematic review of the treatment of nausea and/or vomiting in cancer unrelated to chemotherapy or radiation, J Pain Symptom Manage, 2010. 39(4): p. 756-67., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/20413062

[1280] Berner-Sharma, Jennifer, Bausewein, Claudia, Remi, Constanze, Entwicklung eines Behandlungspfads für die Therapie von Übelkeit und Erbrechen in der Palliativversorgung, 2025/07/17.

[1281] Remi, C., Bausewein, C., Twycross, R., Wilcock, A., Howard, P., Arzneimitteltherapie in der PalliativmedizinUrban&Fischer, 2018.

[687] Caraceni, A., Hanks, G., Kaasa, S., Bennett, M. I., Brunelli, C., Cherny, N., et.al. Use of opioid analgesics in the treatment of cancer pain: evidence-based recommendations from the EAPC, Lancet Oncol, 2012. 13(2): p. e58-68.

[1282] Wirz, S., Wittmann, M., Schenk, M., Schroeck, A., Schaefer, N., Mueller, M., et.al. Gastrointestinal symptoms under opioid therapy: a prospective comparison of oral sustained-release hydromorphone, transdermal fentanyl, and transdermal buprenorphine, Eur J Pain, 2009. 13(7): p. 737-43., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18977159

[1283] Wittmann, M., Schaaf, T., Peters, I., Wirz, S., Urban, B. W., Barann, M., The effects of fentanyl-like opioids and hydromorphone on human 5-HT3A receptors, Anesth Analg, 2008. 107(1): p. 107-12., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18635474

[1284] Malagelada, J. R., Malagelada, C., Nausea and vomiting, in Sleisenger & Fortran’s gastrointestinal and liver diesease, Feldmann, M.Friedman, L. S. and Brandt, L. J., Editors. 2006, Saunders: Philadelphia. p. 143-58.

[1285] European Medicines Agency (EMA), European Medicines Agency recommends changes to the use of metoclopramide. EMA/13239/2014 Corr. 1., 2013., http://www.ema.europa.eu/docs/en_GB/document_library/Referrals_document/Metoclopramide_31/WC500146610.pdf

[1286] Blom, MT., In-hospital haloperidol use and perioperative changes in QTc-duration, Journal of Nutrition Health and Aging, 2015. 19: p. 583–589.

[1287] Duprey, M. S., Al-Qadheeb, N., Roberts, R., Skrobik, Y., Schumaker, G., Devlin, J. W., The use of low-dose IV haloperidol is not associated with QTc prolongation: post hoc analysis of a randomized, placebo-controlled trial, Intensive Care Med, 2016. 42(11): p. 1818-1819., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27637718

[1288] Murray-Brown, F., Dorman, S., Haloperidol for the treatment of nausea and vomiting in palliative care patients, Cochrane Database Syst Rev, 2015. p. CD006271., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26524474

[1289] Critchley, P., Plach, N., Grantham, M., Marshall, D., Taniguchi, A., Latimer, E., et.al. Efficacy of haloperidol in the treatment of nausea and vomiting in the palliative patient: a systematic review, J Pain Symptom Manage, 2001. 22(2): p. 631-4., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11503632

[1290] Watson, M., Lucas, C. F., Hoy, A. M., Back, I. N., Oxford handbook of palliative careOxford University Press, 2005.

[1291] Woodruff, R., Palliative medicineOxford University Press, 2004.

[1292] Storrar, Jemma, Hitchens, Morwenna, Platt, Tracey, Dorman, Saskie, Droperidol for treatment of nausea and vomiting in palliative care patientsJohn Wiley & Sons, Ltd, Cochrane Database of Systematic Reviews, 2014., http://onlinelibrary.wiley.com/doi/10.1002/14651858.CD006938.pub3/abstract

[1293] Corli, O., Cozzolino, A., Battaiotto, L., Effectiveness of levosulpiride versus metoclopramide for nausea and vomiting in advanced cancer patients: a double-blind, randomized, crossover study, J Pain Symptom Manage, 1995. 10(7): p. 521-6., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8537694

[1294] Supportive Therapie bei onkologischen PatientInnen, Langversion 2.0, AWMF-Registernummer: 032-054OL, 2025., https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/fileadmin/user_upload/Downloads/Leitlinien/Supportivtherapie/Version_2/LL_Supportive_Therapie_Langversion_2.0.pdf

[1295] Sutherland, A, Naessens, K, Plugge, E, Ware, L, Head, K, Burton, MJ, et.al. Olanzapine for the prevention and treatment of cancer-related nausea and vomiting in adults., Cochrane Database Syst Rev, 2018. 9 (9)(9): p. CD012555., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30246876/

[1296] Cox, L., Darvill, E., Dorman, S., Levomepromazine for nausea and vomiting in palliative care, Cochrane Database Syst Rev, 2015. p. CD009420., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26524693

[1297] Skinner, J., Skinner, A., Levomepromazine for nausea and vomiting in advanced cancer, Hosp Med, 1999. 60(8): p. 568-70., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10621811

[1298] Twycross, R., Palliative Care FormularyRadcliffe Press, Oxon, 2014.

[1299] Amesbury, B., Alloway, L., Hickmore, E., Dewhurst, G., High-dose levomepromazine (methotrimeprazine) to control nausea in carcinoid syndrome, J Palliat Care, 2004. 20(2): p. 117-8., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15332477

[1300] Baines, M., Oliver, D. J., Carter, R. L., Medical management of intestinal obstruction in patients with advanced malignant disease. A clinical and pathological study, Lancet, 1985. 2(8462): p. 990-3., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/2414614

[1301] Eisenchlas, J. H., Garrigue, N., Junin, M., De Simone, G. G., Low-dose levomepromazine in refractory emesis in advanced cancer patients: an open-label study, Palliat Med, 2005. 19(1): p. 71-5., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15690871

[1302] Kennett, A., Hardy, J., Shah, S., A'Hern, R., An open study of methotrimeprazine in the management of nausea and vomiting in patients with advanced cancer, Support Care Cancer, 2005. 13(9): p. 715-21., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15700129

[1303] Stephenson, J., Davies, A., An assessment of aetiology-based guidelines for the management of nausea and vomiting in patients with advanced cancer, Support Care Cancer, 2006. 14(4): p. 348-53., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16228185

[1304] Nutt, D., Mirtazapin: pharmacology in relation to adverse effects, Acta Psychiatr Scand, 1997. 391: p. 31-37.

[1305] Goyal, R. K., Hirano, I., The enteric nervous system, N Engl J Med, 1996. 334(17): p. 1106-15., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8598871

[1306] Hutchinson, S. M. W., Increased serotonin excretion in patients with ovarian carcinoma and intestinal obstruction, Palliat Med, 1995. 9: p. 67-68.

[1307] Jimenez-Garcia, A., Balongo-Garcia, R., Alconero, F. F., Araji, O. A., Martinez, G. J., Haba, M. G., et.al. Intestinal wall damage in simple ileus in rabbits: immune-modulator role of somatostatin, Hepatogastroenterology, 2004. 51(58): p. 1030-6., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15239240

[1308] Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM), Wichtige Informationen für Fachkreise zu Ondansetron (ZOFRAN® und Generika) zur dosisabhängigen Verlängerung des QTc-Intervalls - neue Informationen für die intravenöse Anwendung, 2013., https://www.bfarm.de/SharedDocs/Risikoinformationen/Pharmakovigilanz/DE/RHB/2012/info-zofran.pdf?__blob=publicationFile&v=7

[1309] Andresen, V., Montori, V. M., Keller, J., West, C. P., Layer, P., Camilleri, M., Effects of 5-hydroxytryptamine (serotonin) type 3 antagonists on symptom relief and constipation in nonconstipated irritable bowel syndrome: a systematic review and meta-analysis of randomized controlled trials, Clin Gastroenterol Hepatol, 2008. 6(5): p. 545-55., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18242143

[1310] Camilleri, M., Ford, M. J., Review article: colonic sensorimotor physiology in health, and its alteration in constipation and diarrhoeal disorders, Aliment Pharmacol Ther, 1998. 12(4): p. 287-302., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9690718

[1311] Hui, D, Puac, V, Shelal, Z, Liu, D, Maddi, R, Kaseb, A, et.al. Fixed-Dose Netupitant and Palonosetron for Chronic Nausea in Cancer Patients: A Double-Blind, Placebo Run-in Pilot Randomized Clinical Trial., J Pain Symptom Manage, 2021. 62 (2)(2): p. 223-232.e1., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33388382/

[1312] Doyle, D., Hanks, G. W. C., MacDonald, N., Oxford textbook of palliative medicineOxford University Press, 2004.

[743] Yennurajalingam, S., Frisbee-Hume, S., Palmer, J. L., Delgado-Guay, M. O., Bull, J., Phan, A. T., et.al. Reduction of cancer-related fatigue with dexamethasone: a double-blind, randomized, placebo-controlled trial in patients with advanced cancer, J Clin Oncol, 2013. 31(25): p. 3076-82.

[1313] Bruera, E., Moyano, J. R., Sala, R., Rico, M. A., Bosnjak, S., Bertolino, M., et.al. Dexamethasone in addition to metoclopramide for chronic nausea in patients with advanced cancer: a randomized controlled trial, J Pain Symptom Manage, 2004. 28(4): p. 381-8., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15471656

[1314] Mystakidou, K., Befon, S., Liossi, C., Vlachos, L., Comparison of the efficacy and safety of tropisetron, metoclopramide, and chlorpromazine in the treatment of emesis associated with far advanced cancer, Cancer, 1998. 83(6): p. 1214-23., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9740088

[1315] Ryken, T. C., McDermott, M., Robinson, P. D., Ammirati, M., Andrews, D. W., Asher, A. L., et.al. The role of steroids in the management of brain metastases: a systematic review and evidence-based clinical practice guideline, J Neurooncol, 2010. 96(1): p. 103-14., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19957014

[1316] Whiting, P. F., Wolff, R. F., Deshpande, S., Di Nisio, M., Duffy, S., Hernandez, A. V., et.al. Cannabinoids for Medical Use: A Systematic Review and Meta-analysis, JAMA, 2015. 313(24): p. 2456-73., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26103030

[1014] Mucke, M., Carter, C., Cuhls, H., Pruss, M., Radbruch, L., Hauser, W., [Cannabinoids in palliative care: Systematic review and meta-analysis of efficacy, tolerability and safety], Schmerz, 2016. 30(1): p. 25-36., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26809975

[1317] Morrow, G. R., Rosenthal, S. N., Models, mechanisms and management of anticipatory nausea and emesis, Oncology, 1996. 53 Suppl 1: p. 4-7., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/8692550

[1318] Walsh, D., Davis, M., Ripamonti, C., Bruera, E., Davies, A., Molassiotis, A., 2016 Updated MASCC/ESMO consensus recommendations: Management of nausea and vomiting in advanced cancer, Support Care Cancer, 2017. 25(1): p. 333-340., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27534961

[1319] Gralnek, I. M., Dumonceau, J. M., Kuipers, E. J., Lanas, A., Sanders, D. S., Kurien, M., et.al. Diagnosis and management of nonvariceal upper gastrointestinal hemorrhage: European Society of Gastrointestinal Endoscopy (ESGE) Guideline, Endoscopy, 2015. 47(10): p. a1-46., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/26417980

[1320] Bausewein, C., Roller, S., Voltz, R., Leitfaden Palliative CareUrban&Fischer, 2018.

[1321] Remi, Constanze, Bausewein, Claudia, Zum Umgang mit Off-Label-Use in der PalliativmedizinDeutsche Gesellschaft für Palliativmedizin, 2016.