Leitlinienprogramm OnkologieOro- und Hypopharynxkarzinom

1. Informationen zu dieser Leitlinie – Oro- und Hypopharynxkarzinom

Version 1.0 · März 2024 · AWMF 017-082OL
Leitlinienprogramm Onkologie · Deutsche Krebsgesellschaft · Deutsche Krebshilfe · AWMF

1.1 Herausgeber

Leitlinienprogramm Onkologie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V. (AWMF), Deutschen Krebsgesellschaft e. V. (DKG) und der Stiftung Deutsche Krebshilfe (DKH).

1.2 Federführende Fachgesellschaft(en)

Deutsche Gesellschaft für Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Kopf- und Hals-Chirurgie (DGHNO-KHC)

Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO)

1.3 Finanzierung der Leitlinie

Diese Leitlinie wurde von der Deutschen Krebshilfe im Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie gefördert.

1.4 Kontakt

Office Leitlinienprogramm Onkologie
c/o Deutsche Krebsgesellschaft e. V.
Kuno-Fischer-Straße 80
14057 Berlin

leitlinienprogramm@krebsgesellschaft.de
www.leitlinienprogramm-onkologie.de

 

1.5 Zitierweise

Leitlinienprogramm-Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie, Prävention und Nachsorge des Oro- und Hypopharynxkarzinoms, Langversion 1.0, 2024, AWMF-Registernummer 017-082OL, https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/oro-und-hypopharynxkarzinom

1.6 Besonderer Hinweis

Die Medizin unterliegt einem fortwährenden Entwicklungsprozess, sodass alle Angaben, insbesondere zu diagnostischen und therapeutischen Verfahren, immer nur dem Wissensstand zur Zeit der Drucklegung der Leitlinie entsprechen können. Hinsichtlich der angegebenen Empfehlungen zur Therapie und der Auswahl sowie Dosierung von Medikamenten wurde die größtmögliche Sorgfalt beachtet. Gleichwohl werden die Benutzer aufgefordert, die Beipackzettel und Fachinformationen der Hersteller zur Kontrolle heranzuziehen und im Zweifelsfall einen Spezialisten zu konsultieren. Fragliche Unstimmigkeiten sollen bitte im allgemeinen Interesse der OL-Redaktion mitgeteilt werden.

Der Benutzer selbst bleibt verantwortlich für jede diagnostische und therapeutische Applikation, Medikation und Dosierung.

In dieser Leitlinie sind eingetragene Warenzeichen (geschützte Warennamen) nicht besonders kenntlich gemacht. Es kann also aus dem Fehlen eines entsprechenden Hinweises nicht geschlossen werden, dass es sich um einen freien Warennamen handelt.

Das Werk ist in allen seinen Teilen urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der Bestimmung des Urhebergesetzes ist ohne schriftliche Zustimmung der OL-Redaktion unzulässig und strafbar. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form ohne schriftliche Genehmigung der OL-Redaktion reproduziert werden. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung, Nutzung und Verwertung in elektronischen Systemen, Intranets und dem Internet.

Redaktioneller Hinweis

In dieser Leitlinie verwenden wir zur besseren Lesbarkeit und Verständlichkeit geschlechtsspezifische Begriffe. Wo immer möglich streben wir eine geschlechtsneutrale Formulierung an. Bitte beachten Sie, dass alle Bezeichnungen geschlechtsneutral zu verstehen sind und alle Geschlechter gleichermaßen einschließen.

1.7 Ziele des Leitlinienprogramms Onkologie

Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V., die Deutsche Krebsgesellschaft e. V. und die Deutsche Krebshilfe haben sich mit dem Leitlinienprogramm Onkologie (OL) das Ziel gesetzt, gemeinsam die Entwicklung und Fortschreibung und den Einsatz wissenschaftlich begründeter und praktikabler Leitlinien in der Onkologie zu fördern und zu unterstützen. Die Basis dieses Programms beruht auf den medizinisch-wissenschaftlichen Erkenntnissen der Fachgesellschaften und der DKG, dem Konsens der medizinischen Fachexperten, Anwender und Patienten sowie auf dem Regelwerk für die Leitlinienerstellung der AWMF und der fachlichen Unterstützung und Finanzierung durch die Deutsche Krebshilfe. Um den aktuellen Stand des medizinischen Wissens abzubilden und den medizinischen Fortschritt zu berücksichtigen, müssen Leitlinien regelmäßig überprüft und fortgeschrieben werden. Die Anwendung des AWMF-Regelwerks soll hierbei Grundlage zur Entwicklung qualitativ hochwertiger onkologischer Leitlinien sein. Da Leitlinien ein wichtiges Instrument der Qualitätssicherung und des Qualitätsmanagements in der Onkologie darstellen, sollten sie gezielt und nachhaltig in den Versorgungsalltag eingebracht werden. So sind aktive Implementierungsmaßnahmen und auch Evaluationsprogramme ein wichtiger Bestandteil der Förderung des Leitlinienprogramms Onkologie. Ziel des Programms ist es, in Deutschland professionelle und mittelfristig finanziell gesicherte Voraussetzungen für die Entwicklung und Bereitstellung hochwertiger Leitlinien zu schaffen. Denn diese hochwertigen Leitlinien dienen nicht nur dem strukturierten Wissenstransfer, sondern können auch in der Gestaltung der Strukturen des Gesundheitssystems ihren Platz finden. Zu erwähnen sind hier evidenzbasierte Leitlinien als Grundlage zum Erstellen und Aktualisieren von Disease-Management-Programmen oder die Verwendung von aus Leitlinien extrahierten Qualitätsindikatoren im Rahmen der Zertifizierung von Organtumorzentren.

1.8 Weitere Dokumente zu dieser Leitlinie

  • Kurzversion der Leitlinie
  • Laienversion (Patientenleitlinie)
  • Leitlinienreport zum Erstellungsprozess der Leitlinie
  • Evidenzbericht 

Diese Leitlinie und alle Zusatzdokumente sind über die folgenden Seiten zugänglich.

1.9 Zusammensetzung der Leitliniengruppe

1.9.1 Koordination und Redaktion

Koordinatoren der Leitlinie
Prof. Dr. Andreas Dietz (Universitätsklinikum Leipzig)
Prof. Dr. Wilfried Budach (Universitätsmedizin Düsseldorf)

1.9.2 Beteiligte Fachgesellschaften und Organisationen

Tabelle 1: Beteiligte Fachgesellschaften und Organisationen

Beteiligte Fachgesellschaften und OrganisationenMandatsträger
Abteilung Experimentelle Krebsforschung in der DKG (AEK)Prof. Sigrun Smola
Arbeitsgemeinschaft Bildgebung in der Onkologie der DKG (ABO)Prof. Dr. Michael Lell
Arbeitsgemeinschaft für Psychoonkologie in der DKG (PSO)Prof. Dr. Imad Maatouk
Prof. Dr. Susanne Singer
Arbeitsgemeinschaft Hals-Nasen-Ohren-Heilkunde, Mund-Kiefer-Gesichtschirurgische Onkologie in der DKG (AHMO)Prof. Dr. Jens Peter Klußmann
Arbeitsgemeinschaft Palliativmedizin in der DKG (APM)Prof. Dr. Jens Büntzel
Arbeitsgemeinschaft Prävention und integrative Medizin in der Onkologie in der DKG (PRiO)Prof. Dr. Jens Büntzel
Arbeitsgemeinschaft Radiologische Onkologie in der DKG (ARO)Prof. Dr. Panagiotis Balermpas
Arbeitsgemeinschaft Soziale Arbeit in der Onkologie (ASO) in DKGKerstin Schmidt
Arbeitsgemeinschaft Supportive Maßnahmen in der Onkologie in der DKG (AGSMO)Dr. Maria Steingräber
Arbeitsgemeinschaft Tumorklassifikation in der Onkologie der DKG (ATO)Prof. Dr. Stefan Mönig
Berufsverband der Ärzte für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (BVMKG)Prof. Dr. Dr. André Eckardt
Berufsverband Deutscher Strahlentherapeuten (BVDST)PD Dr. Gunther Klautke
Bundesverband der Kehlkopfoperierten (Patientenvertretung)Herbert Hellmund
Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO)Prof. Dr. Peter Brossart
Prof. Dr. Georg Maschmeyer
Deutsche Gesellschaft für Medizinische Psychologie (DGMP)Prof. Dr. Imad Maatouk
Deutsche Gesellschaft für Mund-, Kiefer- und Gesichtschirurgie (DGMKG)Prof. Dr. Dr. Jan Raguse
Prof. Dr. Bernd Lethaus
Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin (DGN)Prof. Dr. Klaus Zöphel
Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP)Prof. Dr. Jens Büntzel
Deutsche Gesellschaft für Pathologie (DGP)Prof. Dr. Wilko Weichert
Deutsche Gesellschaft für Pflegewissenschaft (DGP)Kristina Lippach
Fritz Sterr
Deutsche Gesellschaft für Phoniatrie und Pädaudiologie (DGPP)Prof. Dr. Michael Fuchs
Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO)Prof. Dr. Hans Christiansen
Prof. Dr. Wilfried Budach
Deutsche Gesellschaft für Rehabilitationswissenschaften (DGRW)Dr. Christian Duncker
Prof. Dr. Annerose Keilmann
Deutsche Gesellschaft für Virologie (GfV)Dr. Tim Waterboer
Deutsche Röntgengesellschaft (DRG)Prof. Dr. Michael Lell
Deutsche Vereinigung für Soziale Arbeit im Gesundheitswesen (DVSG)Havva Cici
Jutta Yzer
Deutscher Berufsverband der Hals-Nasen-OhrenärzteDr. Alessandro Relic
Deutsches Krebsforschungszentrum (DKFZ), Abteilung „Infektionen und Krebs-Epidemiologie (F020)“Dr. Tim Waterboer
Eingeladenen Fachexperten ohne MandatProf. Dr. Jochen Heß
Prof. Dr. Susanne Wiegand
Prof. Dr. Orlando Guntinas-Lichius
Interdisziplinäre Arbeitsgruppe Kopf-Hals-Tumoren (IAG-KHT)Prof. Dr. Andreas Dietz
Prof. Dr. Wilfried Budach
Konferenz Onkologischer Kranken- und Kinderkrankenpflege in der DKG (KOK)Kerstin Paradies
Neuroonkologische Arbeitsgemeinschaft in der DKG (NOA)Prof. Dr. Stephanie E. Combs
Selbsthilfe-Netzwerk Kopf-Hals-M.U.N.D-KrebsGunthard Kissinger

.*Herrn Prof. Dr. Wilko Weichert, Direktor des Instituts für Pathologie der TU München, ist am 10.07.2023 nach schwerer Krankheit im Alter von 52 Jahren viel zu früh von uns gegangen. Die gesamten Beiträge der Pathologie in dieser Leitlinie wurden maßgeblich von ihm geschrieben und mit ihm abgestimmt.

Der Deutsche Bundesverband für Logopädie e.V. (dbl) wurde ebenfalls zu Beteiligung an der Leitlinie eingeladen, hat aber auf eine Beteiligung verzichtet.

An der Erarbeitung dieser S3-Leitlinie waren zu einzelnen Aspekten mit sozialmedizinischer Relevanz Ärzte des Kompetenz-Centrums Onkologie der
Medizinischen Dienste beratend beteiligt. Sie haben an den Abstimmungen zu den einzelnen Empfehlungen nicht teilgenommen und sind für den Inhalt dieser Leitlinie nicht verantwortlich.

1.9.3 Arbeitsgruppen

Im Rahmen der Planung und Koordination hat sich für die Leitlinie als vorteilhaft erwiesen, ein engeres Redaktionsteam zu bilden, das gemeinsam alle Themen schreibt, abstimmt und für die Konsensuskonferenzen vorbereitet. Weitere Arbeitsgruppen wurden nicht gebildet.

Tabelle 2: Arbeitsgruppen

Arbeitsgruppe

Mitglieder der Arbeitsgruppe (AG-Leiter fett markiert)

Engeres Redaktionsteam

Andreas Dietz, Wilfried Budach, Jochen Heß, Jens Peter Klußmann, Stephan Lang, Susanne Singer, Susanne Wiegand, Orlando Guntinas-Lichius, Thomas Hoffmann, Wilko Weichert, Katherine Taylor, Oliver Bayer, Georg Maschmeyer

1.9.4 Patientenbeteiligung

Die Leitlinie wurde unter direkter Beteiligung von 2 Patientenvertreter-Organisationen erstellt.

Die Herr Herbert Helmund und Gunthard Kissinger waren als Mandatsträger von Beginn an in die Erstellung der Leitlinie eingebunden und nahmen mit eigenem Stimmrecht an den Konsensuskonferenzen teil.

1.9.5 Methodische Begleitung

Durch das Leitlinienprogramm Onkologie:

  • Herrn Dr. Markus Follmann, MPH MSc (DKG, OL-Office)
  • Herrn Dipl.-Soz.Wiss. Thomas Langer (DKG, OL-Office)
  • Frau Dr. rer. medic. Susanne Blödt, MScPH (AWMF-IMWi)
  • Frau Dr. Monika Nothacker, MPH (AWMF-IMWi)

Durch die wissenschaftlichen Mitarbeiter der Abteilung Epidemiologie und Versorgungsforschung, Universitätsmedizin Mainz:

  • Frau Prof. Dr. Susanne Singer
  • Frau Katherine J. Taylor, MSc
  • Herr Oliver Bayer, MSc

1.10 Abkürzungsverzeichnis

Tabelle 3: Abkürzungen

AbkürzungenErläuterungen
5-FU

5-Fluorouracil

AHB

Anschlussheilbehandlung

AJCC

American Joint Committee on Cancer

AMNOG

Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz

AOK

Allgemeine Ortskrankenkasse

ASCO

American Society of Clinical Oncology

AWMF

Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V.

BGB

Bürgerliches Gesetzbuch

CI

Confidence interval

CIN

Cervical intraepithelial neoplasia

CPS

kombinierter positiver Score

CT

Computertomographie

ddPCR

Droplet digital polymerase chain reaction

DFS

Krankheitsfreies Überleben (engl. disease-free survival)

DFS

Disease-free survival

DKG

Deutsche Krebsgesellschaft e.V.

DNA

Deoxyribonucleic acid

ECE

extrakapsulären Tumorwachstum an den Lymphknoten

ECOG

Eastern Cooperative Oncology Group

EG

Empfehlungsgrad

EGFR

Epidermaler Wachstumsfaktor (engl. Epidermal Growth Factor Receptor)

EHNS

European Head and Neck Society

EK

Expertenkonsens (siehe zur Erläuterung Kapitel "Expertenkonsens" unter "Grundlagen der Methodik")

EORTC

European Organisation for Research and Treatment of Cancer

ESMO

Europäische Gesellschaft für Medizinische Onkologie / European Society of Medical Oncology

EXTREME

Studientitel: The Erbitux in First-Line Treatment of Recurrent or Metastatic Head and Neck Cancer 

FEES

fiberendoskopische Schluckuntersuchung (Fiberoptic Endoscopic Evaluation of Swallowing)

FFPE

Formalin-fixiertes Paraffin-eingebettetes Material

G-BA

Gemeinsamer Bundesausschuss

GoR

Grade of recommendation

HPV

Humanes Papillomavirus

HPV16

Humanes Papillomavirus Subtyp 16

HR

Hazard ratio

ICD

Internationale Klassifikation der Krankheiten

IMRT

intensitätsmodulierte Radiotherapie

IQWiG

Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen

KK

Konsensuskonferenz

LK

Lymphknoten

LoE

Level of Evidence

MR(T)

Magnetresonanz(tomographie)

mRNA

Messenger-RNA, Boten-RNA

MRT

Magnetic resonance imaging

NCCN

National Comprehensive Cancer Network

NCDB

National Cancer Database (USA)

ND

Neck dissection

NGS

Next generation sequencing

NIH

National Institutes of Health

OL

Leitlinienprogramm Onkologie

OP

Operation

OPSCC

Oropharyngeal head and neck squamous cell carcinoma

PCR

Polymerase-Kettenreaktion

PD

Progressive disease

PD1

Programmed cell death protein 1

PEG

Perkutane Endoskopische Gastrostomie

PET

Positron emission tomography

PflBG

Pflegeberufegesetz

PFS

progressionsfreies Überleben (engl.: progression-free survival)

PICO

Population, Intervention, Comparison, Outcome

PPV

positiver prädiktiver Wert / positive predictive value

RKI

Robert Koch-Institut

RNA

Ribonukleinsäure

RND

Radical neck dissection

RR

Risk ratio / relative risk

RTOG

Radiation Therapy Oncology Group

SEER

Surveillance, Epidemiology, and End Results (USA)

SIN

squamöse intraepitheliale Neoplasie

SNB

Sentinel node biopsy

STIKO

ständige Impfkommission des Robert-Koch-Institut

TLM

transoraler Lasermikrochirurgie

TNM

System zur Klassifikation der anatomischen Ausbreitung maligner Tumoren mit Primärtumor (T), regionären Lymphknoten (N) und Fernmetastasen (M)

TORS

Transoral robotic surgery

TOS

Transoral surgery

TPS

Tumor proportion score

UICC

Union Internationale Contre le Cancer (eng.: Union for International Cancer Control)

WHO

World Health Organization / Welt-Gesundheitsorganisation