Leitlinienprogramm OnkologieMammakarzinom

3. Allgemeines – Mammakarzinom

Version 5.1 · Juni 2026 · AWMF 032-045OL
Leitlinienprogramm Onkologie · Deutsche Krebsgesellschaft · Deutsche Krebshilfe · AWMF

3.1 Informations- und Gesundheitskompetenz

Gesundheitskompetenz bezeichnet die Fähigkeit, sich über Fragen zur Gesundheit zu informieren und gesundheitsförderliche Entscheidungen treffen zu können.

Dem Modell zur Gesundheitskompetenz nach Sörensen [1] folgend, stellen die folgenden Kompetenzen die Grundlage für ein erfolgreiches Patienten-Arzt-Verhältnis dar:

Zugang: Gesundheitsinformationen suchen, finden, erhalten

Verstehen: erhaltene Gesundheitsinformationen begreifen

Bewerten: Gesundheitsinformationen interpretieren, auswählen, beurteilen, überprüfen

Anwenden: Gesundheitsinformation für eine Entscheidung nutzen, die die Gesundheit unterstützt und verbessert.

3.1.1 Patientenzentrierte Kommunikation

Für die moderne patientenzentrierte Onkologie ist die begleitende Beratung, deren Basis die Kommunikation zwischen Ärztin/Arzt und Patientin/Patient darstellt, ein Qualitätsmerkmal neben der spezifischen Diagnostik, Therapie und Nachsorge (Leitlinienprogramm Onkologie: Psychoonkologische Diagnostik, Beratung und Behandlung von erwachsenen Krebspatient*innen. Langversion 2.0, 2023; https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/psychoonkologie).

3.1 · Konsensbasierte Empfehlung · geprüft 2025

Der Wunsch von Patientinnen und Patienten, das Gespräch oder auch weitere Gespräche gemeinsam mit einer Vertrauensperson (Partner oder Partnerin, Angehörige, Patientenvertreter und -vertreterinnen, sogenannte Caregiver) zu führen, sollte erfragt werden.

Konsens
Starker Konsens (98,3%)
3.2 · Konsensbasierte Empfehlung · geprüft 2025

Die medizinische Aufklärung von Patientinnen und Patienten ist primär Aufgabe des Arztes/der Ärztin, sie sollte jedoch bei spezifischen Themen durch andere Berufsgruppen wie Pflege, Psychoonkologen etc. unterstützt werden. 

Konsens
Starker Konsens (98,3%)

Hintergrund

Damit ist die patientenzentrierte Kommunikation durch einen bestimmten Regeln folgenden Gesprächsablauf und einem auf die Bedürfnisse von Patientinnen und Patienten ausgerichteten Informationsaustausch gekennzeichnet und mündet in einer von beiden Gesprächspartnern vorangetriebenen und getragenen Entscheidung hinsichtlich der Durchführung von medizinischen Maßnahmen  („shared decision making“) [2][3][4].

3.1.2 Information und Aufklärung

Der Aufklärung von Patientinnen und Patienten zu Diagnose, Prognose und Behandlung kommt eine immer wichtigere Rolle zu. Voraussetzung ist, dass die Aufklärung umfassend, wahrheitsgemäß, vollständig hinsichtlich Art der Maßnahme, Zweck, Nutzen, Risiken, weiterem Vorgehen und insbesondere verständlich erfolgt.

Ärztinnen und Ärzte, die vor einem Eingriff aufklären, müssen wissen, worüber sie ihre Patientin/Patienten aufzuklären haben und wie das Aufklärungsgespräch ablaufen soll. Ihnen sollte vertraut sein, wer wann mit wem das Aufklärungsgespräch führen muss.
Im Patientenrechtegesetz heißt es zum Umfang der Aufklärung in § 630e Abs. 1 Bürgerliches Gesetzbuch (BGB): „Der Behandelnde ist verpflichtet, den Patienten über sämtliche für die Einwilligung wesentlichen Umstände aufzuklären. Dazu gehören insbesondere Art, Umfang, Durchführung, zu erwartende Folgen und Risiken der Maßnahme sowie ihre Notwendigkeit, Dringlichkeit, Eignung und Erfolgsaussichten im Hinblick auf die Diagnose oder die Therapie“.

Die Bedeutung einer gelungenen Aufklärung für den Krankheitsverlauf und die Erreichung des Therapiezieles ist durch zahlreiche Studien belegt [5][6][7]. Eine ergebnisoffene Patientenaufklärung in Kombination mit einer gemeinsamen (partizipativen) Entscheidungsfindung ermöglicht in vielen Fällen zielorientiertes ärztliches Handeln. Zu den Einflussfaktoren der gemeinsamen Entscheidungsfindung, den Präferenzen von Brustkrebspatientinnen bei der chirurgischen Entscheidungskontrolle und der gemeinsamen Entscheidungsfindung liegt eine umfangeiche Meta-Analyse von Zheg H et al vor [8]. Grundlage der Analyse waren 14 Studien zum „shared decision making“ zur operativen Therapie bei Brustkrebspatientinnen. Die gepoolte Gesamthäufigkeit der bevorzugten gemeinsamen Entscheidungsfindung: 48,1% (95%CI 33,5%, 62,6%). Die tatsächliche gemeinsame Entscheidungsfindung lag bei 38,1% (95%CI 33,9%, 42,2%), die gepoolte Häufigkeit der Übereinstimmung zwischen dem bevorzugten und dem tatsächlichen  Entscheidungsstil betrug 61,7 % (95 %CI 54,6 %, 68,8 %).

Zwei ethische Prinzipien wirken bei diesen Interaktionen: die Selbstbestimmung (Autonomie) und die ärztliche Fürsorge [2]. Eine Patientenentscheidung ist immer freiwillig und bindet ärztliches Handeln. Damit Patientinnen und Patienten eine informierte Entscheidung im Sinne einer wirksamen Einwilligung („informed consent“) treffen können, sind bestehende Informationsdefizite aktiv und wiederholt zu erfragen und auszugleichen. Dem persönlichen Gespräch kommt als Grundlage für eine vertrauensvolle und respektvolle Verständigung eine entscheidende Bedeutung zu.

Die individuelle somatische, psychische und soziale Situation sowie Komorbiditäten sind zu erfragen und zu berücksichtigen. Ängste, Sorgen, Belastbarkeit, Informationsbedarf, Behandlungserwartungen und -präferenzen sind vor allem bei Diagnosestellung, Beginn und im Verlauf der Therapie, nach Ende der Therapie, bei Rezidiv sowie im Fall der fortschreitenden Erkrankung gezielt zu erfassen [9][10][11][12][13]. Hierzu zählt auch, über „normale und unauffällige“ Untersuchungsergebnisse und den Behandlungsverlauf umfassend zu informieren (Rückversicherung) und prognostische Informationen zu geben (Lebensplanung) [14][15].

Angesichts der komplexen klinisch diagnostischen und therapeutischen Situationen bei Brustkrebs durch molekulare Diagnostik und komplexe Systemtherapien (personalisierte Onkologie) besteht häufig ein hohes Informationsbedürfnis bei zeitgleich begrenztem Verständnis der Patientinnen und Patienten. Die Darstellung immer komplexerer Zusammenhänge nicht nur in vereinfachter deutscher Sprache, sondern auch vor dem Hintergrund immer weiter zunehmender Sprachvariation macht patientenzentrierte Kommunikation, u.a. durch Nutzung und Integration von E-Health immer wichtiger.

Detaillierte Ausführungen zur patientenzentrierter Kommunikation sind dem Kapitel 11 der S3-Querschnittleitlinie Psychoonkologie zu entnehmen.

3.3 · Konsensbasierte Empfehlung · neu 2025

Aus S3-Querschnittleitlinie Psychoonkologie (Langversion 2.1 August 2023):

Eine patientenzentrierte Kommunikation soll sich an den nachfolgenden Grundprinzipien orientieren: 

  • Herstellen einer angemessenen, ungestörten Gesprächsatmosphäre
  • Ausreichend Zeit 
  • Aufbau einer tragfähigen, förderlichen Beziehung zu den Patienten und den Angehörigen 
  • Gesprächsführung auf der Basis des aktiven Zuhörens 
  • Exploration des subjektiven Informationsstands der Patienten 
  • Direktes und einfühlsames Ansprechen emotional belastender Themen 
  • Vermittlung von bedeutsamen Informationen in einer verständlichen, möglichst einfachen Sprache
  • Ehrliche Vermittlung von Risiko und Prognose, die Raum für realistische Hoffnung lässt 
  • Einsatz von Strategien, um das patientenseitige Verständnis und das Behalten von Informationen sicherzustellen
  • Ermutigung, Fragen zu stellen 
  • Ermutigung, Gefühle auszudrücken
  • Ausdruck emotionaler Unterstützung
  • Rückversichern, ob die Patienten die relevanten Informationen in der intendierten Weise verstanden hat
  • Einbeziehen von Angehörigen oder Bezugspersonen in Abhängigkeit vom Wunsch der Patienten
  • Anbieten weiterführender psychologischer und sozialer Angebote
Konsens
Starker Konsens (100%)

Hintergrund

Brustkrebs ist in der Regel kein Notfall. Zu jedem Zeitpunkt besteht ausreichend Zeit für patientenzentrierte Entscheidungsprozesse. Patientinnen und Patienten können eine Maßnahme oder Behandlung ablehnen oder eine bereits erteilte Einwilligung in die Teilnahme an einem Heilversuch oder einer klinischen Studie zurücknehmen.

Jede Behandlung erfordert die Mitwirkung der Patientinnen und Patienten. Aspekte, die im Bereich der Eigenverantwortung liegen, sind anzusprechen. Evidenzbasierte Gesundheitsinformationen haben zum Ziel, informierte Entscheidungen zu ermöglichen bzw. zu verbessern (Leitlinie Gesundheitsinformation http://www.leitlinie-gesundheitsinformation.de Zugriff 27.12.2023). Empirisch bewährte Hilfsmittel, wie z.B. Fragelisten, Informationsbroschüren, Faktenboxen oder Entscheidungshilfen, können zur Verbesserung der patientenzentrierten Kommunikation eingesetzt werden [16][17][18]
[19].

Die Patientenrechte umfassen das Recht auf Einsichtnahme in die klinische Dokumentation und Anspruch auf Kopien von Untersuchungsunterlagen, z. B. Arztbriefen. Grundsätzlich haben Patientinnen und Patienten das Recht, Arzt/Ärztin und Krankenhaus frei zu wählen und zu wechseln sowie eine zweite Meinung einzuholen (Patientenrechtegesetz https://www.bundesgesundheitsministerium.de/themen/praevention/patientenrechte/patientenrechte).

Behandlungsformen, die im Rahmen einer Teilnahme an einer klinischen Studie infrage kommen, sind zu erklären. Im Gespräch sind Auswirkungen insbesondere unter Langzeittherapien auf die Lebensführung der Patientinnen und Patienten und ihre Lebensqualität zu erörtern.

Bei in der Leitlinie genannten medikamentösen Therapien und Regimen mit Anwendung außerhalb der arzneimittelrechtlichen Zulassung sind die Patientinnen über den „off-label-use" aufzuklären.

3.4 · Evidenzbasierte Empfehlung · geprüft 2025

Informations- und Aufklärungsbedürfnisse bei Langzeitüberlebenden sollten exploriert werden und entsprechende Unterstützungsangebote sowie gesundheitsfördernden Maßnahmen bei Folgestörungen wie neurokognitive Einschränkungen, Fatigue, Angst, Depression, Polyneuropathie, Übergewicht, etc. vermittelt werden. 

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
3
Konsens
Starker Konsens (96,6%)
Literatur
[20] [21]
3.5 · Konsensbasierte Empfehlung · geprüft 2025

Frauen und Männer mit Brustkrebs sind in ihrem Recht auf Selbstbestimmung zu bestärken und durch praktische Hilfestellungen zu unterstützen. 

Es liegt im Ermessen der Betroffenen, ob Selbsthilfevertreter in medizinische Beratungen und Aufklärungsgespräche einbezogen werden. 

Über Kontaktmöglichkeiten zu Selbsthilfeanbietern sollte informiert werden. Informationsmaterialien sollten von den Leistungsanbietern vorgehalten werden. 

Konsens
Starker Konsens (98,3%)

Hintergrund

Patentinnen und Patienten benötigen während und nach der Behandlung wiederholt Informationen über Maßnahmen zur Linderung tumortherapieassoziierter Nebenwirkungen und/oder Folgestörungen, u. a. Fatigue, Vermeidung eines Lymphödems, und Kenntnisse über die Notwendigkeit der onkologischen Nachsorge, über Rehabilitation, soziale, finanzielle und psychoonkologische Unterstützungsangebote. Diese Informationsbedarfe sind wiederholt zu erfragen und ggf. weiterführende fachliche Beratungen zu empfehlen und in die Wege zu leiten.

3.1.3 E-Health und digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA)

3.6 · Evidenzbasiertes Statement · neu 2025

Der Einsatz von E-Health kann zur verbesserten Versorgung von Patientinnen und Patienten beitragen.

Evidenzlevel
3
Konsens
Starker Konsens (98%)
Literatur
[22] [23]
Evidenztabellen (2)Kapitel 3.1.3 (Singleton et al. 2022); Kapitel 3.1.3 (Wanchai et al. 2023)

Hintergrund

Unter E-Health werden Anwendungen zusammengefasst, die zur Unterstützung der Behandlung und Betreuung von Patientinnen und Patienten die Möglichkeiten nutzen, die moderne, digitale Informations- und Kommunikationstechnologien (IKT) bieten.

E-Health kann die einrichtungs- und sektorenübergreifende Kommunikation und Verfügbarkeit medizinischer Daten unterstützen, welche für eine effiziente, qualitativ hochwertige gesundheitliche Versorgung essenziell sind (https://www.bundesgesundheitsministerium.de/service/begriffe-von-a-z/e/e-health).

Im Rahmen von E-Health angebotene digitale Gesundheitsanwendungen (DiGA) eröffnen vielfältige Möglichkeiten, um bei der Erkennung und Behandlung von Krankheiten sowie auf dem Weg zu einer selbstbestimmten gesundheitsförderlichen Lebensführung zu unterstützen. DiGA sind damit „digitale Helfer“ in der Hand der Patientinnen und Patienten (BfArM - Wissenswertes zu DiGA). Eine DiGA ist ein CE-gekennzeichnetes Medizinprodukt. Die vom Bundesinstitut für Arzneimittel und Medizinprodukte (BfArM) auf evidenzbasierte positive Versorgungseffekte geprüften Apps und browserbasierten Anwendungen können zu zahlreichen, darunter auch brustkrebsspezifischen Anwendungsgebieten, eingesetzt werden (DiGA-Leitfaden (Stand: 28.12.2023, Version 3.5, https://www.bfarm.de/SharedDocs/Downloads/DE/Medizinprodukte/diga_leitfaden.html).

Aktuelle Anwendungen finden sich insbesondere zur Verbesserung der Lebensqualität während und nach einer Brustkrebstherapie [22][23][24]. Die vorliegenden systematischen Reviews lassen aufgrund der Heterogenität der zugrundeliegenden Studien eine Effektivitätsbeurteilung nur eingeschränkt zu. Es besteht weiterer Forschungsbedarf [25].

3.2 Brustkrebsfrüherkennung

3.7 · Konsensbasiertes Statement · geprüft 2025

Der wichtigste populationsbezogene Risikofaktor für eine Brustkrebsentstehung ist bei Frauen und Männern das fortgeschrittene Alter.

Evidenzlevel
2a
Konsens
Starker Konsens (96,3%)
3.8 · Konsensbasiertes Statement · geprüft 2025

Das Mammakarzinom des Mannes ist eine seltene Erkrankung. Asymptomatischen Männern sollen keine speziellen bildgebenden Brustkrebs-Früherkennungsmaßnahmen empfohlen werden. Die Diagnostik erfolgt bei klinischer Symptomatik mit Mammographie und Ultraschall. Die Abklärungsdiagnostik soll entsprechend den Empfehlungen für Frauen erfolgen.

Konsens
Starker Konsens (98,2%)

Hintergrund

Die Brustkrebserkrankung tritt bei beiden Geschlechtern auf. Das Erkrankungs- und Sterberisiko ist jedoch deutlich unterschiedlich. Männer haben über alle Altersgruppen berechnet in Deutschland ein Lebenszeitrisiko von 0,1%, absolut 1 von 790, Frauen ein Lebenszeitrisiko von 12,8% absolut 1 von 8 [26]. Für Männer werden keine speziellen Früherkennungsmaßnahmen empfohlen. Ausführungen zum Brustkrebs bei Männern sind dem Kapitel 9 zu entnehmen.

3.9 · Konsensbasiertes Statement · neu 2025

Die qualitätsgesicherte bildgebende Früherkennung von Brustkrebs (Sekundärprävention) ist neben der weiteren Verbesserung der Therapie die aussichtsreichste Möglichkeit, Diagnose und Behandlung von Brustkrebserkrankungen zu optimieren und die Brustkrebssterblichkeit zu senken.

Früherkennung und Therapie wirken unabhängig voneinander, ergänzen sich aber auch.

Evidenzlevel
2
Konsens
Starker Konsens (98,1%)

Hintergrund

Die Früherkennung von Brustkrebs bei Frauen (Sekundärprävention) ist neben der weiteren Verbesserung der Therapie die aussichtsreichste Möglichkeit, Diagnose und Behandlung von Brustkrebserkrankungen zu optimieren, infolge die Brustkrebssterblichkeit zu senken und die Lebensqualität von Frauen zu verbessern. Ziel ist es, die Anzahl der in höheren Stadien (ab UICC-Stadium II) entdeckten Karzinome zu verringern und damit die Brustkrebssterblichkeit effektiv zu senken. Hiermit verbunden ist eine erhöhte Entdeckung von Karzinomen, die auf die Brustdrüse beschränkt sind (Stadium UICC 0 – I) [27][28][29][30][31][32][33][34][35].

Die mit der sekundären Prävention mögliche Verbesserung der Heilungschancen ist im frühen Tumorstadium durch weniger radikale und damit weniger belastende Therapieansätze bei früheren Stadien zu erzielen [36][37][38][39]. 

Alle Untersuchungen zur Brustkrebsfrüherkennung sind nicht ausschließlich mit einem Nutzen, sondern auch mit Risiken verbunden. Dies ist umso mehr zu beachten, als es sich bei Frauen, die Früherkennungsuntersuchungen wahrnehmen um primär gesunde Personen handelt, unter denen nach der Prävalenzrunde jährlich nur 0,3 % Neuerkrankungsfälle auftreten. Aufgrund dieser geringen Zahl an Neuerkrankungen pro Jahr, die sich bezogen auf das Leben zu einer Erkrankungsrate > 12% addieren, müssen das Ausmaß und die Belastung durch das Screening und die Abklärungsuntersuchungen angemessen sein.

Als falsch positiv werden im Screening Befunde bezeichnet, aufgrund derer eine Frau nochmals wegen eines schlussendlich gutartigen Befundes zu zusätzlichen Untersuchungen eingeladen wird. Die zusätzlichen Untersuchungen bestehen in der Regel aus bildgebenden Verfahren oder histologischen Abklärungen (meist Stanz- oder Vakuumbiopsien). Wiedereinbestellungen für ergänzende Bildgebung bei schlussendlich gutartigem Befund betreffen im deutschen Mammographie-Screeningprogramm stabil seit vielen Jahren ca. 2,4% der gescreenten Frauen pro Folge-Runde. Histologische Klärungen (i. d. R. bildgebungsgesteuerte minimalinvasive Biopsien) mit gutartigem Ergebnis kommen bei bis zu 0,6% der gescreenten Frauen vor [40]. Kumuliert über 20 Jahre Screening entspricht dies einer durchschnittlichen einmaligen Einbestellung wegen gutartigem Ergebnis von ca. 24% der Teilnehmerinnen in 20 Jahren und durchschnittlich einer Einbestellung für eine Biopsie wegen schlussendlich gutartigem Befund bei ca. 6% der Teilnehmerinnen. Falsch positive Befunde sind als belastende Komponenten zu werten und möglichst gering zu halten.

Jede effektive Früherkennung führt auch zu sog. Überdiagnosen. Es handelt sich hierbei um tatsächliche Brustkrebserkrankungen, deren Diagnosen um Monate bis viele Jahre vorgezogen werden. Wenn bei einer Frau (wegen langsamen Wachstums oder aufgrund vorzeitigen Versterbens wegen anderer Todesursachen) der Brustkrebs ohne Screening nicht entdeckt und der Brustkrebs auch nicht tödlich gewesen wäre, spricht man von sogenannten Überdiagnosen. Diese Mehrentdeckung führt auch zu zusätzlichen Behandlungen, sogenannten Übertherapien, die der Frau retrospektiv gesehen nicht genutzt haben.

Eine exakte Berechnung von Überdiagnosen ist prinzipiell nicht möglich. Abschätzungen zum Ausmaß von Überdiagnosen können gravierende Fehler aufweisen, wenn length time bias sowie andere störende Einflüsse nicht ausreichend berücksichtigt wurden. So ergaben mehrere Publikationen zu hohe Überdiagnoseraten, weil eine unzureichende Nachbeobachtungszeit vorlag. In diesem Fall werden vorgezogene Diagnosen mit dem Potential der Lebensrettung fälschlich als Überdiagnosen klassifiziert [41].

Die Rate an Überdiagnosen im Mammographie-Screening nach 25 Jahren Follow-up wird von der WHO mit 6,5% (1%–10%) der Brustkrebsdiagnosen angegeben. Das bedeutet, dass unter 1000 regelmäßig über 20 Jahre gescreenten Frauen 71 statt 67 Frauen die zwar korrekte Diagnose eines Brustkrebses bzw. DCIS erhalten. 4 dieser Frauen haben aber keinen Benefit von der Diagnose, da sie ohne Screening den Brustkrebs nicht zu Lebzeiten entdeckt hätten und auch nicht daran verstorben wären. Die United States Preventive Services Task Force (USPSTF) gibt ca. 14 Überdiagnosen bei 1000 Frauen an, die im Alter zwischen 45 und 75 regelmäßig gescreent werden. Dies entspricht ca. 15-20% aller Karzinomfälle [35]. Die WHO geht von 6,5% Überdiagnosen aus bei Berücksichtigung von Leadtime und Langzeit-Trends in der Bevölkerung [42]. Intervallkarzinome sind definiert als Karzinome, die binnen 24 Monaten nach einer unauffälligen Screeninguntersuchung auftreten. Nur ein kleiner Anteil hiervon entspricht einem falsch negativen Befund in der vorangegangenen Screeningmammographie (Befundungsfehler). Die Zahl an Intervallkarzinomen hängt von verschiedenen Faktoren ab, u.a. der Länge des Screening-Intervalls oder der Sensitivität des Screeningtests [43]. 

Um Mortalitätsreduktion und Vorteile einer frühen Entdeckung und Therapie zu ermöglichen und die Belastung der gesunden Frauen zu minimieren, sind höchstmögliche Qualitätssicherung, genaues Monitoring, umfassende Evaluierbarkeit sicherzustellen [44][32][45].

Frauen mit einer positiven Familien- oder Eigen-Anamnese für ein Mamma- oder ein Ovarialkarzinom können sich bezüglich ihres Mammakarzinom-Risikos beraten lassen.

Ergibt die Beratung eine Hochrisiko-Konstellation soll diesen Frauen eine genauere Einschätzung ihres Risikos und bei Bestätigung eines Hochrisikos eine intensivierte Früherkennung beim Deutschen Konsortium familiärer Brust- und Eierstockkrebs angeboten werden (siehe Kapitel 3.3).

Frauen mit moderater Risikoerhöhung (Lebensrisiko > 15% und < 30%), die ein im Vergleich zur Normalbevölkerung höheres Brustkrebsrisiko haben, die aber die Kriterien für Hochrisiko des Konsortiums nicht erfüllen, sollen als Früherkennungsmaßnahme ebenfalls die Mammographie im Screening erhalten [46][47].

Entsprechend geltender Gesetzgebung [46][47] haben asymptomatische Frauen im anspruchsberechtigten Alter Anspruch

  • auf Leistungen zur Früherkennung von Brustkrebs nur, wenn sie innerhalb des Früherkennungsprogramms nach diesem Abschnitt (B III) erbracht werden.
  • Dieser Anspruch besteht zudem nur ab 12 Monaten nach einer (kurativen) Mammographie oder ab 22 Monaten nach einer vorangegangenen Screeningmammographie

Frauen, die sich aufgrund einer Brustkrebserkrankung in ärztlicher Behandlung oder Nachbehandlung befinden oder bei denen aufgrund von vorliegenden typischen Symptomen ein begründeter Verdacht auf eine Brustkrebserkrankung besteht, haben Anspruch auf die notwendige ärztliche Betreuung und Behandlung innerhalb der kurativen Versorgung.

Der qualitätsgesicherten Früherkennung soll nach ergänzender qualitätsgesicherter  präoperativer Diagnostik die qualitätsgesicherte Behandlung an zertifizierten Brustzentren folgen, da der Nutzen nur bei Sicherung der gesamten diagnostischen und therapeutischen Kette gesichert ist.

3.10 · Konsensbasierte Empfehlung · geprüft 2025

Zur Sicherung einer bestmöglichen Behandlung soll die weiterführende Therapie von Mammakarzinom in zertifizierten Brustkrebszentren erfolgen. Die kontinuierliche Qualitätssicherung soll durch Kommunikation und Datenerfassung zwischen Screeningzentrum und zertifiziertem Brustkrebszentrum gesichert werden.

Konsens
Starker Konsens (100%)

3.2.1 Maßnahmen zur Brustkrebsfrüherkennung

3.11 · Konsensbasierte Empfehlung · geprüft 2025

Im Rahmen der gesetzlichen Krebsfrüherkennung soll den Frauen ein Anamnese- und Aufklärungsgespräch über mögliche Risikofaktoren angeboten werden.

Konsens
Starker Konsens (100%)
3.12 · Evidenzbasiertes Statement · geprüft 2025

Die Brustselbstuntersuchung ist, selbst bei regelmäßiger Anwendung und Training, nicht in der Lage, als alleinige Methode die Brustkrebssterblichkeit zu senken.

Evidenzlevel
2
Konsens
Starker Konsens (100%)
Literatur
[48] [49]
3.13 · Konsensbasierte Empfehlung · modifiziert 2025

Im Rahmen der Erstvorstellung bei der Frauenärztin/ beim Frauenarzt soll das Brustkrebs-Risiko der Frau erfasst und bewertet werden. Risiko-angepasste Früherkennungsuntersuchungen entsprechend organisierter Krebsfrüherkennungsprogramme (KFE-RL) sollen empfohlen werden. Die Aufklärung soll ergebnisoffen erfolgen unter Darstellung der Vor- und Nachteile sowie prognostischer Unsicherheiten.

Konsens
Starker Konsens (100%)
ÄnderungshinweisDie klinische Brustuntersuchung, das heißt Inspektion, Palpation der Brust und Beurteilung des Lymphabflusses, sollte im Rahmen der gesetzlichen Früherkennungsuntersuchungen Frauen ab dem Alter von 30 Jahren angeboten werden. Als alleinige Methode zur Brustkrebsfrüherkennung soll die klinische Untersuchung der Brust und Axilla nicht empfohlen werden.  Dieses soll den Frauen entsprechend kommuniziert werden.
3.14 · Konsensbasierte Empfehlung · modifiziert 2025

Die klinische Brustuntersuchung, das heißt Inspektion, Palpation der Brust und Beurteilung des Lymphabflusses, sollte im Rahmen der gesetzlichen Früherkennungsuntersuchungen Frauen angeboten werden.

Als alleinige Methode zur Brustkrebsfrüherkennung soll die klinische Untersuchung der Brust und Axilla nicht empfohlen werden.
Dieses soll den Frauen entsprechend kommuniziert werden.

Konsens
Starker Konsens (100%)
ÄnderungshinweisDie klinische Brustuntersuchung, das heißt Inspektion, Palpation der Brust und Beurteilung des Lymphabflusses, sollte im Rahmen der gesetzlichen Früherkennungsuntersuchungen Frauen ab dem Alter von 30 Jahren angeboten werden. Als alleinige Methode zur Brustkrebsfrüherkennung soll die klinische Untersuchung der Brust und Axilla nicht empfohlen werden.  Dieses soll den Frauen entsprechend kommuniziert werden.

3.2.2 Mammographiescreening

3.15 · Evidenzbasiertes Statement · geprüft 2025

Die Mammographie ist die einzige Früherkennungs-Methode mit gesicherter Reduktion der Brustkrebsmortalität.

Evidenzlevel
1
Konsens
Starker Konsens (98,1%)
Literatur
[49] [50] [29] [51] [52] [32] [42] [53] [35]

Hintergrund

Für das Mammographie-Screening ist für die Gruppe von eingeladenen im Vergleich zu nicht eingeladenen Frauen die Mortalitätsreduktion in Bezug auf das Mammakarzinom als gesichert anzusehen. Die Bewertungen der ca. 40 Jahre alten randomisierter Studien weisen hierfür eine Mortalitätssenkung von 20% für alle Altersgruppen aus [33][43][30][54].

Von 1000 heute „brust“-gesunden 50-jährigen Frauen erkranken 90 bis 100 Frauen im Alter zwischen 50 und 75 an Brustkrebs. Davon würden ohne Screeningmammographie ca. 24 an Brustkrebs versterben. Entsprechend der vom IQWIG für den Gemeinsamen Bundesausschuss verfassten Entscheidungshilfe zum Mammographiescreening wird den Frauen mitgeteilt, dass in Deutschland durch regelmäßige Teilnahme am Mammographie-Screening von 1000 heute „brust“-gesunden Frauen zwischen 50 und 75 Jahren 3 bis 8 (der ansonsten 24 Todesfälle) vermieden werden können [55]. Diese Schätzung der verhinderten Brustkrebstodesfälle muss als konservativ und untere Grenze des erwarteten Bereichs angesehen werden [56][57]. Die hierfür zugrundeliegenden Studien sind 40 Jahre alt und können so die rasanten Entwicklungen in der Mammographie nicht berücksichtigen. Aktuelle Beobachtungsstudien und Simulationen lassen einen Mortalitätsreduktion in der Größenordnung von 40% realistischer erscheinen, was etwa einer Vermeidung von etwa 10 Brustkrebstodesfällen pro 1000 Frauen entsprechen würde.

Die Empfehlungen vieler internationaler interdisziplinärer Gremien berücksichtigen inzwischen neben RCTs auch gut kontrollierte Beobachtungsstudien moderner Screeningprogramme sowie zum Teil auch Modellierungen neben den erheblichen Fortschritten von Diagnostik (mammographische Technik, Qualitätssicherung der Screeningkette) und Therapie [58][35][59] [32][30].

Entsprechend internationaler Einschätzung müssen die Risiken von Früherkennungsuntersuchungen durch falsch positive Befunde und Überdiagnosen mit den erwarteten Vorteilen der früheren Entdeckung in einem vertretbaren Verhältnis stehen. Dieses ist im Rahmen von qualitätsgesicherten Screeningprogrammen gerechtfertigt [30][32].

Für die Altersgruppe zwischen 50-69 liegen für das deutsche MSP bereits erste umfassende Daten auf Populationsebene vor, die seine Effektivität bezüglich einer populations-bezogenen Senkung hoher Stadien um 37,7% belegen. Populationsbezogen konnte zudem bereits bei der nur ca. 50%igen Teilnahmerate eine Mortalitätsreduktion belegt werden. Diese begann um 5 Jahre versetzt zum Screening-Start, also 2010 und erreichte bis 2018 bereits 25,8 % bei Frauen im Alter von 50-59 und betrug ca. 21,2% bei Frauen zwischen 60 und 69 Jahren [60] [61].

Der zeitliche Zusammenhang und die Tatsache, dass sich die Mortalitätsreduktion auf die eingeladenen Altersgruppen beschränkt, kann als starker Hinweis für einen Screeningeffekt gelten. Das Ausmaß dieses Effekts überzeugt, zumal die Teilnahmerate in Deutschland durchschnittlich nur bei ca. 50% liegt.

3.16 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2025

Frauen im anspruchsberechtigten Alter, aktuell im Alter von 50 bis einschließlich 75 soll die Teilnahme am Nationalen Mammographie Screening Programm (MSP) angeboten werden.

Empfehlungsgrad
A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
Evidenzlevel
1
Konsens
Konsens (83%)
Literatur
[52] [32] [62] [63] [58]
ÄnderungshinweisFür Frauen zwischen dem 50. und 69. Lebensjahr soll die Teilnahme am Nationalen Mammographie Screening Programm empfohlen werden.
3.17 · Konsensbasierte Empfehlung · neu 2025

Im Rahmen der gynäkologischen Früherkennungsuntersuchung ist die Frau über den nachgewiesenen Vorteil bezüglich des brustkrebsspezifischen Überlebens durch Teilnahme am Mammographie Screening Programm (MSP) zu informieren. Dies soll dokumentiert werden.

Konsens
Konsens (91%)

Hintergrund

Für die seit 01.07.2024 neu hinzugekommene Altersgruppe der 70 bis einschließlich. 75-jährigen liegen umfassende Evidenzanalysen durch das IQWIG und das BfS vor [62][63]. Die positive Bewertung der Screeningempfehlung für diese Altersgruppe wird auch durch eine neuartige Modellierung zu inkrementellen Änderungen von Tumor-abhängigen und-unabhängigen Einflüssen auf Brustkrebsmortalität und konkurrierende Todesursachen an umfassenden Alterskohorten gestützt [64]. 

Bei 70 bis 75-jährigen liegt der erwartete Nutzen durch eine Mortalitätssenkung über dem evtl. Risiko der Strahlenexposition. Tendenziell wird bei geringerer Brustdichte mit weniger falsch positiven und falsch negativen Befunden gerechnet.

Aufgrund zunehmender konkurrierender Todesursachen jenseits des 70. Lebensjahres nimmt das Risiko für Überdiagnosen zu. Dieses wird relativiert durch die mit zunehmendem Alter steigende Brustkrebsinzidenz und eine mittlere Lebenserwartung einer 70-Jährigen Frau von inzwischen über 14 Jahren. Das geschätzte Risiko für Überdiagnosen wird international für vertretbar gehalten [62][65][35][32][30]. Bei Frauen mit potentiell lebensverkürzenden Begleiterkrankungen sind Empfehlungen zu Früherkennungs-untersuchungen zu hinterfragen.

3.18 · Evidenzbasiertes Statement · modifiziert 2025

Die Reduktion der Brustkrebssterblichkeit durch das Mammografiescreening ist auch für Frauen im Alter zwischen 45 und 49 Jahren belegt und überwiegt die sich aus der Strahlenexposition ergebenden Risiken.

Evidenzlevel
1
Konsens
Starker Konsens (98,1%)
Literatur
[49] [51] [66] [63] [67]
ÄnderungshinweisDie Reduktion der Brustkrebssterblichkeit ist auch für Frauen im Alter zwischen 40 und 49 Jahren belegt und überwiegt die sich aus der Strahlenexposition ergebenden Risiken. Sie ist jedoch geringer als in der Altersgruppe der Frauen zwischen 50 und 69 Jahren und ergibt relativ mehr falsch positive und falsch negative Befunde. Daher sollte die Entscheidung auf der Basis einer individuellen Risikoanalyse, einer Nutzen-Risiko-Abwägung und unter Berücksichtigung der Präferenzen und der Einwände der Frau erfolgen.

Hintergrund

Die aktuellen Evidenzbewertungen [63][67] der alten Studien, die die jüngere Altersgruppe einschloss, ergaben anhand der alten RCTs für die jüngere Altersgruppe der 40-49-jährigen Frauen eine signifikante Mortalitätsreduktion von 18%. Unter Einschluss ausschließlich der Studien mit geringem Verzerrungsrisiko ergab sich sogar eine Mortalitätsreduktion von 25%. Das Nutzen Risiko-Verhältnis ist aber aufgrund der deutlich geringeren Karzinominzidenz (bei Frauen ohne bekannte Risikofaktoren) bei den zu erwartenden höheren Raten an falsch positiven und falsch negativen Befunden (bei dichterem Drüsengewebe) sowie der höheren Strahlensensibilität im jüngeren Alter, weniger günstig als in den höheren Altersgruppen. Dennoch werden aufgrund des jüngeren Alters mehr Lebensjahre gewonnen. Unter Abwägung der o.a. Einflüsse wurde durch BfS und IQWIG lediglich eine Empfehlung für die Erweiterung des MSP auf Frauen im Alter von 45-49 ausgesprochen. Die Umsetzung durch den G-BA steht noch aus.

Während die US-Preventive Task Force [58][35] -auch unter Berücksichtigung der höheren Karzinominzidenz bei schwarzen Frauen- ein Screening bereits ab dem 40. Lebensjahr empfiehlt, entspricht die aktuelle Empfehlung der deutschen Evidenzberichte, der der ECIBC und der meisten national organisierten Screeningprogramme [32][68].

3.19 · Konsensbasierte Empfehlung · modifiziert 2025

Für Frauen mit moderatem Risiko außerhalb des Screeningalters soll ab dem Alter von 40 Jahren die bildgebende Früherkennung mittels Mammografie angeboten werden.

Bei Frauen mit Hochrisiko sollte die Früherkennung entsprechend dem Programm für familiären Brustkrebs erfolgen. 

Bei brustgesunden asymptomatischen Frauen vor dem Alter von 40 Jahren mit niedrigem bis moderatem Brustkrebsrisiko soll keine mammographische Früherkennung erfolgen.

Konsens
Konsens (94%)
ÄnderungshinweisDie Reduktion der Brustkrebssterblichkeit ist auch für Frauen im Alter zwischen 40 und 49 Jahren belegt und überwiegt die sich aus der Strahlenexposition ergebenden Risiken. Sie ist jedoch geringer als in der Altersgruppe der Frauen zwischen 50 und 69 Jahren und ergibt relativ mehr falsch positive und falsch negative Befunde. Daher sollte die Entscheidung auf der Basis einer individuellen Risikoanalyse, einer Nutzen-Risiko-Abwägung und unter Berücksichtigung der Präferenzen und der Einwände der Frau erfolgen

Hintergrund

Mit jüngerem Alter nimmt das mit der Strahlung verbundene Risiko zu und liegt im Alter von 40 Jahren ungefähr doppelt so hoch wie im Alter von 50 Jahren. Bei Frauen mit Normalrisiko liegt die Inzidenz des Mammakarzinoms nur bei 35-50% der Inzidenz bei 50-jährigen Frauen.

Insgesamt liegt auch für Frauen ab 40 der Nutzen über dem Strahlungsrisiko. Allerdings treten im jüngeren Alter mehr falsch negative und falsch positive Befunde auf. Damit wird das Verhältnis des Nutzens zu den verschiedenen möglichen Risiken ungünstiger als bei Frauen ab 45 oder 50.

Unter Abwägung von Vor- und Nachteilen wird daher bei Normalrisiko kein systematisches Screening vor dem 45. Lebensjahr empfohlen [67][69]. 

Ist allerdings mit einer höheren Inzidenz (aufgrund Familienanamnese oder anderer relevanter Risikofaktoren zu rechnen), ist von einem der 50-jährigen Frau vergleichbaren Risiko auszugehen. Daher sollte bei relevant positiver Familienanamnese (Erkrankung eines Familien-Mitglieds 1. Grades oder 2 Familienmitglieder 2. Grades) ab dem 40. Lebensjahr der Frau eine Mammographie angeboten werden (ZITAT: Empfehlungen der Strahlenschutzkommission: Indikationsliste). Bei Verdacht auf Hochrisiko sollte der Frau eine genetische Beratung angeboten werden.

Indikationsbezogene Früherkennung außerhalb des Screening-Programms  

Definition: Moderates Risiko entspricht einem Lebenszeitrisiko von 17-29% [70]. Die Risikoabschätzung beruht auf dem BOADICEA-Modell, welches neben einer monogenen Mutation, anamnestische Faktoren, die Brustdichte und ggf. den PRS-Score berücksichtigt, wobei jeder zusätzliche Faktor die Genauigkeit der Abschätzung erhöhen kann [71]. 

Bei unklarer Abgrenzung zwischen moderatem und hohem Risiko können sich Frauen, z.B. in einem FBREK zertifiziertem Brustzentrum, genetisch beraten lassen. Die Kriterien, ab wann eine genetische Beratung zu empfehlen ist, finden sich in Kap. 3.3.

Des Weiteren kann ein moderat erhöhtes Risiko vorliegen bei Z.n. Mammakarzinom bzw. DCIS und bei Z.n. histologisch gesicherter sog. B3-Läsion, v.a. atypsich duktale Hyperplasie oder Papillom mit Atypien (vgl. Kap. 4.3.3).

Bei asymptomatischen Frauen mit moderat erhöhtem Risiko oder bei Zustand nach Mammakarzinom soll Früherkennung ab dem 40. Lebensjahr bzw. ab dem Diagnosedatum bis zum Erreichen des Screening-Alters empfohlen werden.  Diese Untersuchungen können dann im kurativen Bereich durchgeführt werden.

Im Screeningalter können in Abhängigkeit vom Risiko und der mammographischen Beurteilbarkeit des Drüsengewebes auch ergänzende Methoden (Sonographie, MRT) oder kürzere Intervalle sinnvoll sein.

Frauen mit V.a. Hochrisiko soll die Vorstellung in einem Zentrum für familiären Brustkrebs /FBREK) empfohlen werden. Daraus leitet sich die weitere Empfehlung zur Früherkennung risikobezogen ab.

Allein das Vorliegen erhöhter Dichte (ACR4 bzw. D) begründet nicht die Einordnung als moderates Risiko, siehe dazu Unterkapitel „Dichte“

Bei asymptomatischen Frauen ist unabhängig vom individuellen Risiko die Anwendung nuklearmediznischer oder anderer Verfahren mit Röntgenstrahlung zur Früherkennung statt Screeningmammographie (z.B. Brust-CT; PET oder Szintigraphie der Brust) entsprechend Strahlengesetzgebung nicht zulässig [47].

Tomosynthese der Brust

Die digitale Brust-Tomosynthese (DBT)) mit synthetischem 2D-Bild ist eine technologische Weiterentwicklung der digitalen Mammographie.

3.20 · Evidenzbasiertes Statement · modifiziert 2025

Die digitale Tomosynthese (3D-Mammographie oder digitale Brust-Tomosynthese) mit synthetischem 2D-Bild ist bezüglich Sensitivität und Spezifität der digitalen Mammographie (DM) überlegen.

Evidenzlevel
2
Konsens
Starker Konsens (97,9%)
Literatur
[72] [73] [32] [74] [75] [76]
ÄnderungshinweisDie Tomosynthese kann die Sensitivität erhöhen. Ihre Erprobung in einem qualitätsgesicherten Programm sollte erwogen werden.
Evidenztabellen (2)Kapitel 3.2 DBT plus s2D vs DM alone (Heywang-Köbrunner et al. 2022); Kapitel 3.2 Brustkrebsfrüherkennung (Lin et al. 2024)
3.21 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2025
  • In dichtem Gewebe ist die Tomosynthese in Sensitivität und Spezifität der digitalen Mammographie (DM) klar überlegen.
  • Der Einsatz der Tomosynthese im hohen Dichtebereich sollte wegen der wesentlich besseren Sensitivität bei mindestens gleicher Spezifität der Tomosynthese  möglichst zeitnah (beginnend mit Dichtetyp D und schrittweise C) im Rahmen des Mammographie-Screening-programms unter strenger Qualitätssicherung und Ergebnis-Evaluation ermöglicht werden.
Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
2
Konsens
Starker Konsens (97,8%)
Literatur
[32] [77] [78] [79] [80]
ÄnderungshinweisDie Tomosynthese kann die Sensitivität erhöhen. Ihr Einsatz im Rahmen des MSP sollte dort ermöglicht werden, wo die Sensitivität der alleinigen DM deutlich abfällt.
Evidenztabellen (2)Kapitel 3.2 dense breast, younger women (Heywang-Köbrunner et al. 2022); Kapitel 3.2 Brustkrebsfrüherkennung (Li et al. 2022)

Hintergrund

Die Tomosynthese ist ein mammographisches Schichtbildverfahren, welches die Darstellung der Brust in den üblichen Ebenen mit >=1 mm-Schichtdicke erlaubt. Durch die hierdurch mögliche Reduktion von Überlagerungen kann die mammographische Sensitivität erhöht werden. Das ergänzend aus dem (unter verschiedenen Angulierungen gewonnenen) Datensatz errechnete synthetische Bild („s2D“-Bild) erlaubt einen ergänzenden Überblick und verbessert die Vergleichbarkeit mit 2D oder 3D-Voraufnahmen. Es wird ohne zusätzliche Strahlenexposition errechnet und ist essentieller Bestandteil der modernen DBT-Bildgebung und verbessert den Vergleich mit Voraufnahmen.

Der Dosisbedarf einer Tomosynthese-Ebene liegt je nach Hersteller beim mittleren Dosisbedarf der entsprechende Ebene der digitalen Mammographie (Mittel über verschiedene Hersteller) oder leicht höher [81][82]. Diese Strahlendosis entspricht den Strahlenschutz-Vorgaben für Mammographie.

Zum Einsatz der DBT in der Früherkennung liegen prospektiv kontrollierte und auch randomisierte Studien an über ca. 2 Mio. Frauen, seit 2022 auch mit moderner DBT-technologie sowie Meta-Analysen zu diesen Studien vor [72][74][75][32][73][76] [83].

Diese sehr umfangreichen Daten belegen eine Zunahme der Detektionsrate im Vergleich zur DM um 2-2,5/1000 (ca. plus 30- 35%) bei gleicher oder geringerer Recallrate (0 bis -20%) und höherem PPV. Die Zunahme der Detektion betrifft nur invasive Karzinome bei unveränderter DCIS-Detektion.

Studien zur Tomosynthese, die in organisierten Screeningprogrammen mit 2-jährlichem Intervall durchgeführt waren, zeigten eine deutliche Zunahme der Detektionsrate bei gleicher oder sogar geringfügig abnehmender Recall-Rate im Vergleich zur digitalen Vollfeld-Mammographie (DM) [32] [73]. 

Die deutliche Zunahme der Detektion durch Tomosynthese wurde auch bei der im MSP durchgeführten bislang größten randomisiert kontrollierten Studie, der TOSYMA-Studie, beobachtet. Dort wurde bei gleichbleibender Recall-Rate die Detektionsrate invasiver Karzinome durch DBT im Mittel (über alle Brustdichten) mit + 2,3/1000 berichtet. Die Mehrdetektion in der höchsten Dichtegruppe (Dichtetyp D) lag sogar bei + 5,8/1000 [75][77].

Die international verfügbaren Daten bezüglich der Auswirkungen von DBT auf Intervallkarzinomraten und auf Folgerundenkarzinome sind noch begrenzt. Bislang wurden im Mittel keine bis geringe Auswirkungen auf Intervallkarzinomraten gefunden. Erste Ergebnisse zu Folgerundenkarzinomen zeigen günstige Auswirkungen. Weitere Daten vor allem aus randomisiert kontrollierten Studien bleiben für eine sichere Einschätzung erforderlich [84][32].

Bis nach ausreichender Prüfung eine strahlenrechtliche Genehmigung vorliegt kann die Tomosynthese noch nicht im organisierten Screeningprogramm in Deutschland eingesetzt werden.

Eine Empfehlung für Screening mit Tomosynthese, vor allem auch im dichten Gewebe liegt von der ECIBC [32] vor. Bislang gibt aber es noch kein bevölkerungs-bezogenes Screening-programm nach EU-Leitlinien, welches Tomosynthese systematisch einsetzt. Im US-amerikanischen grauen Screening hingegen wird Tomosynthese inzwischen systematisch eingesetzt. Auch die amerikanische USPSTF-Leitlinie [58] impliziert Screening mit Tomosynthese. Neueste US-amerikanische Modellierungen belegen einen positiven Effekt der Tomosynthese auf den Outcome von Screening-Untersuchungen [35][59].

Daten zu einer evtl. Brustkrebs-spezifischen Mortalitätsreduktion (durch den substitutiven Einsatz der Tomosynthese) fehlen noch, ebenso wie Abschätzungen zu evtl. Überdiagnosen.

3.2.3 Sonographie und Kontrastmittel-MRT

3.22 · Konsensbasierte Empfehlung · geprüft 2025

Als alleinige Methode zur Brustkrebsfrüherkennung soll der systematische Einsatz von Sonographie nicht empfohlen werden.

Konsens
Starker Konsens (98,1%)

Hintergrund

Zum alleinigen Einsatz von Sonographie anstatt Mammographie zur Brustkrebsfrüherkennung liegt keine ausreichende Evidenz zum populationsbezogenen Outcome bezüglich Mortalitätsreduktion vor. Die Sonographie wird von führenden interdisziplinären internationalen Gremien nicht für ein systematisches Screening empfohlen [32][58].

Für den zur Mammographie ergänzenden Ultraschall liegt ein großer RCT mit je >36.000 Frauen in Studien- und Kontrollgruppe aus Japan vor [85][86]. Untersucht wurde der ergänzende Einsatz von Sonographie versus alleinige Mammographie bei japanischen Frauen, die jährliche Screeninguntersuchungen zwischen 40-49 Jahren erhalten.

In der Studiengruppe wurden deutlich mehr Karzinome (n=184) als in der Kontrollgruppe (n=117) gefunden. Im Vergleich zur Kontrollgruppe mit 35 Intervallkarzinomen traten bei der Studiengruppe nur 18 Intervallkarzinome auf, was bei jährlichem Screening einer Reduktion um 48,6% entspricht.75,7% der Teilnehmerinnen waren prämenopausal. Die Brustdichte wurde nicht angegeben, wobei die Brustdichte bei Japanerinnen generell hoch ist [86].

Unsicher bleibt, ob diese Daten auf die westliche Bevölkerung (mit durchschnittlich größerem Brustvolumen) und auf 2-jährliche Screeningintervalle übertragbar sind.

Zudem sind mehrere Meta-Analysen zu prospektiven und retrospektiven Studien verfügbar [87][88][89][90][91][92]. Alle Studien belegen, dass im dichten Drüsengewebe durch komplementär eingesetzte Sonographie 2-4 zusätzliche Karzinome bei 1000 ergänzenden Ultraschall-Untersuchungen gefunden werden können. Daten zum Outcome bezüglich der Brustkrebs-spezifischen Mortalitäts-reduktion und Überdiagnosen durch den ergänzenden Einsatz von Sonographie liegen weiterhin nicht vor. Die Metaanalysen belegen aber eine deutliche Erhöhung der Biopsierate auf das 3-4-fache im Vergleich zum Mammographie-Screening. Der berichtete PPV liegt vor allem bei niedrigem Risiko deutlich unter 10%; bei intermediärem Risiko verbessert sich der PPV von Biopsieempfehlungen auf ca. 15% [87][93]. Auch kurzfristige Kontrollempfehlungen steigen bei Einsatz von supplementärem Ultraschall deutlich an, werden aber nur selten berichtet. Bezogen auf 10 Screeningrunden kann eine Erhöhung der Biopsierate auf 3-4% pro Runde dazu führen, dass nach 20 Jahren 2-jährlichem Screening 30-40% der Bevölkerung mindestens eine Biopsie erfahren haben.

Technologische Erweiterungen durch den Einsatz der automatisierten 3D-Sonographie (ABUS/AVUS) im Vergleich zur ärztlichen 2D-Sonographie (HH-US) konnten bislang keine relevanten Vorteile bezüglich Sensitivität und Spezifität belegen [94].

Eine aktuelle Multicenterstudie an > 6000 Frauen über mehrere Runden, wo Sonographie ergänzend zu Tomosynthese eingesetzt wurde, belegt für die Sonographie eine leichte Mehrdetektion von 1,1 Karzinomen bei 1000 Frauen bei allerdings einer Steigerung der Biopsierate von 2,8% (in den USA) auf 6,5%. Daten zum Outcome (Intervallkarzinome, Stadienverteilung) fehlen noch [95].

Unter Berücksichtigung der Belastungen durch erhöhte Raten an Biopsien und Kontrolluntersuchungen bei noch fehlendem Nachweis eines Effekts auf die Brustkrebs-spezifische Mortalitätsreduktion oder auch Überdiagnoseraten geben internationale interdisziplinäre Gremien, deren Entscheidungen auf Basis der Evidenz getroffen werden, bislang keine Empfehlung für den ergänzenden Einsatz von Sonographie im dichten Drüsengewebe bei asymptomatischen Frauen mit niedrigem Risiko [30][32][58].

3.23 · Konsensbasierte Empfehlung · neu 2025

Eine Kontrastmittel-MRT soll zur Früherkennung bei asymptomatischen Frauen außerhalb des Hochrisikokollektivs nicht erfolgen. 

Konsens
Konsens (87%)

Hintergrund

Die vorliegende Evidenz berücksichtigt die Ergebnisse des bisher einzigen RCT, der Mammographie mit Kontrastmittel-MRT im Vergleich zur alleinigen Mammographie untersucht hat [96]. In der Erst-Runde wurde eine sehr hohe Anzahl von Karzinomen zusätzlich entdeckt (pro 1000 Frauen mit sehr dichtem Drüsengewebe (plus 16,5/1000). In der Folgerunde nimmt die Mehrdetektion erwartungsgemäß ab (plus 5,8/1000). Auch Raten an Biopsie- (2,7%) und Kontrollempfehlungen (2,3%) waren geringer als in der Prävalenzrunde. Sie liegen dennoch deutlich über den Raten des nationalen Screeningprogramms. Beeindruckend war ein deutlicher Rückgang der Intervallkarzinom-Rate um 50% bezogen auf eingeladene Frauen und um 80% bezogen auf teilnehmende Frauen [97]. Die Ergebnisse des o.g. bislang einzigen RCT werden bezüglich Sensitivität und Spezifität auch durch eine Multicenter-Studie aus den USA [98] unterstützt, wo Tomosynthese und MRT intraindividuell verglichen wurden. Insgesamt liegen für MRT der dichten Brust bei niedrigem oder intermediärem Risiko keine Daten zur Brustkrebs-spezifischen Mortalitätsreduktion oder zu erwartender Überdiagnosen vor.

Basierend auf den verfügbaren Daten haben zwei radiologische Gremien sowie das US-amerikanische NCCN in einem Expertenkonsensus ein ergänzendes Screening bei dichter Brust mit MRT empfohlen [99][100][101]. In den USA wird MRT im Rahmen des grauen Screenings eingesetzt und von NCCN auch empfohlen. Die dort im grauen Screening erhobenen Daten zu Screening mit versus ohne MRT bestätigen die höhere Detektionsrate insbesondere auch kleiner Karzinome mit MRT, lassen allerdings bislang keinen Effekt bezüglich Reduktion hoher Stadien oder einer Reduktion von Intervallkarzinomen erkennen  [102] International wird MRT bislang nicht im Rahmen von populationsbezogenen Screening-Programmen eingesetzt. Neben Fragen der Untersuchungskapazität und Ressourcen im Gesundheitswesen bestehen offene Fragen zur Verfügbarkeit von Abklärungsmöglichkeiten von nur MRT-sichtbaren Befunden und bezüglich einer regelmäßigen Kontrastmittel-Applikation bei einem relevanten Teil der asymptomatischen Bevölkerung ohne erhöhtes Risiko.

Bis zum Vorliegen ausreichender Evidenz wird der systematische Einsatz von MRT bei Frauen mit niedrigem Risiko auch bei Eingrenzung auf sehr hohe Dichte auf Basis der verfügbaren Evidenz [32][35][59] in Europa kritisch gesehen.

Bei intermediärem Risiko und erschwerter Beurteilbarkeit erscheinen bis zum Vorliegen weiterer Daten Einzelfallentscheidungen sinnvoll.

Einsatz von Künstlicher Intelligenz (KI)

3.24 · Konsensbasiertes Statement · neu 2025

Als Ergänzung zur menschlichen Befundung kann Künstliche Intelligenz (KI) die Sensitivität und die Spezifität verbessern. Substitutiv eingesetzt hat der KI-Einsatz das Potential, die Arbeitslast der fachärztlichen Doppelbefundung bei mindestens gleichwertigem Ergebnis zu reduzieren.

Konsens
Starker Konsens (100%)

Hintergrund

Retrospektive Studien haben bereits vielversprechende Ergebnisse für den Einsatz von KI bei der Befundung von Mammogrammen gezeigt. [103][104][105][106][107].

Die Zwischenauswertung eines ersten prospektiven RCT (MASAI) mit 80.000 Frauen, die Hälfte mit üblicher Doppelbefundung, die andere mit menschlicher und KI Doppel- bzw. Drittbefundung, zeigt eine vergleichbare (sogar bessere) Sensitivität bei vergleichbarer Spezifität und Recall-Rate [108]. Die Studie wurde in einer schwedischen Screeningregion durchgeführt, wo eine nicht geblindete Doppelbefundung eingesetzt wird. In der Studie wird aktuell untersucht, ob sich die Intervallkarzinomraten unterscheiden; die Ergebnisse stehen noch aus. Die grundlegenden Ergebnisse werden bestätigt durch 2 weitere prospektiv kontrollierte Studien, bei denen KI ergänzend zu 2 Befundern eingesetzt wurde [109][110]. Beide Studien bestätigen, dass bei ergänzendem Einsatz die Sensitivität im Vergleich zur rein menschlichen Befundung erhöht werden kann, bei gleicher oder verbesserter Spezifität.

Wenngleich es sich um erste Ergebnisse beim prospektiven Einsatz von KI handelt und das Vorgehen der verschiedene Studienansätze sich z.T. grundlegend unterscheidet, erscheinen bereits diese Ergebnisse ausreichend belastbar, um einen substitutive Einsatz von KI im Mammographie-Screening (z.B. der Ersatz der Doppelbefundung durch KI) zeitnah im deutschen System zu erproben und zu evaluieren. Prinzipiell sind verschiedene Szenarien für den Einsatz von KI im Mammographie-Screening denkbar [111], die sich in Sensitivität, Spezifität und einzusparender Arbeitszeit unterscheiden. Welcher Ansatz für das deutsche Screening am geeignetsten ist, ist zu diskutieren.

Um optimale Ergebnisse mit KI im Screening erzielen zu können, sind die Anwendung und der Einsatz der KI im Zusammenspiel mit dem Befundungsteam exakt zu definieren und im gegebenen Setting vor Umsetzung zu testen.

3.2.4 Mammographische Dichte

3.25 · Evidenzbasiertes Statement · modifiziert 2025

Erhöhte mammographische Dichte ist ein unabhängiger, moderater Risikofaktor für das Auftreten von Brustkrebs.

Mammographische Dichte und Sensitivität korrelieren negativ miteinander.

Auch bei hoher mammographischer Dichte bleibt die Indikation zur Früherkennung durch Mammographie-Screening bestehen, denn der Effekt der Mortalitätsreduktion ist für alle Frauen belegt. Ein bedeutender Anteil an Mammakarzinomen und Vorstadien ist nur mammographisch sichtbar.

Evidenzlevel
2
Konsens
Starker Konsens (100%)
Literatur
[112] [113] [114]
ÄnderungshinweisErhöhte mammographische Dichte ist ein unabhängiger, moderater Risikofaktor für das Auftreten von Brustkrebs. Mammographische Dichte und Sensitivität korrelieren negativ miteinander.
3.26 · Evidenzbasiertes Statement · modifiziert 2025

Die Evidenz bezüglich des Einsatzes substitutiver oder ergänzender bildgebender Methoden bei Frauen mit Normalrisiko ist begrenzt. Bei moderatem Risiko und dichtem Drüsengewebe erscheint derzeit die Sonographie als ergänzende Methode geeignet.

Tomosynthese, Sonographie und MRT können die dichteabhängige Sensitivität erhöhen. In der Früherkennung sind Sonographie und MRT mit einer höheren Rate an Biopsien als das Nationale Mammographie Screening-Programm verbunden.

Evidenzlevel
3
Konsens
Starker Konsens (98%)
Literatur
[48] [51] [52] [115] [116] [117] [118] [32] [58] [35]
ÄnderungshinweisDie Evidenz bezüglich des Einsatzes ergänzender bildgebender Methoden ist begrenzt. Außerhalb der Hochrisiko-Situation erscheint derzeit die Sonographie als die für die Ergänzung der Mammographie geeignete Methode. Die Sonographie kann die dichteabhängige Sensitivität erhöhen, eine Mortalitätsreduktion hierdurch ist nicht belegt. In der Früherkennung ist sie mit einer höheren Rate an Biopsien als das Nationale Mammographie Screening Programm verbunden.

Hintergrund

Zunehmende mammographische Dichte ist ein unabhängiger moderater Risikofaktor für das Auftreten von Mammakarzinomen.

In früheren Publikationen wurde das Brustkrebsrisiko von hoher Dichte mit einem Faktor von 4 oder höher benannt. Diese Assoziation ist irreführend, da der Bezugspunkt (Risiko =1) das Brustkrebsrisiko der 40-jährigen Frau mit fettreichem Drüsengewebe ist, einem in der Bevölkerung seltenen Ereignis. Bei diesem Bezugspunkt wird bereits der Normalpopulation (die zu >85% eine Brustdichte von B oder C hat) eine Risiko-„erhöhung“ um den Faktor 2,2 bis 3,2 zugeordnet [119].

Bezieht man das Risiko der dichten Brust auf die Normalbevölkerung, so ergibt sich für sehr hohe Dichte (ACR4 oder D) eine Risikoerhöhung um den Faktor 1,3 bis 1,5 [120]. 

Allein das Vorliegen erhöhter Dichte (ACR4 bzw. D) begründet nicht die Einordnung als moderates Risiko, da im Vergleich zur Normalbevölkerung (85% aller Frauen haben eine Drüsengewebsdichte 2-3 oder B-C) , ein relevanter Anteil von Frauen mit im oberen Bereich der Dichte C ebenso wie bei Dichte D ein Lebenszeitrisiko < 15% haben [121][119][122].

Hohe mammographische Dichte korreliert aber auch mit einer Abnahme von Sensitivität und Spezifität, da dichtes Drüsengewebe Karzinome ohne relevante Architekturstörung und ohne Mikrokalkbildung verdecken kann (sog. Masking-Faktor). Hieraus resultiert, vor allem bei sehr hoher Dichte, eine relevante Risikoerhöhung für das Auftreten von Intervallkarzinomen [123][123].

Bei neueren Arbeiten [124][114][125] fällt im Vergleich zu früheren Arbeiten eine Verringerung dieses Sensitivitätsverlustes durch Masking und eine zunehmende Eingrenzung auf den höchsten Dichtebereich (oberste Dichtebereiche ca. obere 5% bis ca. 15% der Dichtebereiche in der Screening- Population) auf.  Diese Entwicklung lässt sich in qualitätsgesicherten Screening-Programmen parallel zur Etablierung der voll-digitalen Mammographie beobachten.

Da auch im höchsten Dichtebereich ein relevanter Teil an invasiven Karzinomen und rasch wachsenden DCIS nur durch Mammographie gefunden wird, ist auch im sehr dichten Drüsengewebe zwar eine Verringerung, aber keine Aufhebung des mortalitätssenkenden Effekts der Mammographie zu erwarten. Daher soll auch im sehr dichten Drüsengewebe nicht auf die Mammographie verzichtet werden. Da Mortalitätsreduktion nur für Mammographie im Rahmen qualitätsgesicherter Programme nachgewiesen ist, soll die Screeningmammographie auch Frauen mit dichtem Drüsengewebe empfohlen werden [58][32][46].

Ob eine Dichtestratifizierung und ergänzende Bildgebung für Früherkennung bei Frauen mit Normalrisiko möglich oder sinnvoll sind, ist derzeit Gegenstand der wissenschaftlichen Diskussion. Bislang wurde eine Stratifizierung in keinem zentralisierten Screening-programm umgesetzt.
Eine visuelle Dichteklassifikation erweist sich für eine Stratifizierung der Screening-methode wegen der sehr hohen Interobserver-Varianz von durchschnittlich 30% und einer Intraobserver-Varianz bei 20% als ungeeignet [87]. Sie bietet den untersuchten Frauen keine Objektivität und kein verlässliches Ergebnis und Befundern keine Rechtssicherheit.

Von automatisierter Dichtemessungen, die die Dichte aus dem digitalen Mammogram ermitteln können, werden bessere Ergebnisse erwartet [126][127].

Die Vergleichbarkeit von verschiedenen Dichtemessprogrammen sowie die Vergleichbarkeit von Dichtemessungen an unterschiedlichen Mammographiegeräten, ist noch Gegenstand der Forschung.

Methoden, deren Einsatz im dichten Drüsengewebe diskutiert wird, sind Tomosynthese (substitutiv) oder (ergänzend) Sonographie, bzw. MRT (siehe oben).

Dass der Einsatz zusätzlicher Bildgebung (Sonographie, KM-MRT, Tomosynthese) bei hoher Parenchym-Dichte zur Entdeckung zusätzlicher (meist invasiver) Karzinome führt, ist inzwischen erwiesen. Bei Ultraschall und MRT ist er aber verbunden mit einer im Vergleich zum Mammographie-Screening höheren falsch positiv-Rate, vor allem aber einer wesentlich höheren Rate an Kontrolluntersuchungs- und Biopsie-Empfehlungen (Faktor 2 bis mehr als 5). Bezüglich der o.g. supplementär oder substitutiv eingesetzter Methoden fehlen weiterhin Langzeitdaten zum Effekt auf Überleben und Überdiagnose [35][102][32], wenngleich insgesamt eine leicht verbesserte Datenlage Sonographie und MRT durch die genannten RCTs vorliegt [85][86][96][97].

Damit besteht weltweit weiterhin eine noch unzureichende Evidenz bezüglich der Eignung evtl. supplementär einsetzbarer Methoden.
Wegen der im Vergleich zur Mammographie deutlich höheren Raten an Biopsie-Empfehlungen und psychisch belastenden kurzfristigen Kontrollen geben international führende interdisziplinäre Gremien keine Empfehlung für einen systematischen supplementären Einsatz von Sonographie oder MRT im organisierten oder grauen Screening (durch Sonographie oder MRT) [32][58]. Der substitutive Einsatz von Tomosynthese (statt Mammographie) wird bei gleicher bis geringerer Abklärungsrate als die Screening-Mammographie diskutiert, wenngleich Daten zum Effekt der Mehrentdeckung durch Tomosynthese auf die Zahl und Stadienverteilung von Intervall- und Folgerundenkarzinomen noch abzuwarten sind.

3.3 Familiäres Mammakarzinom

(ICD-10-GM-2025 Z 80.-Bösartige Neubildung in der Familienanamnese, Z85.-Bösartige Neubildung in der Eigenanamnese)

Rund 30% aller Frauen mit einem Mammakarzinom in Deutschland weisen eine familiäre Belastung für Brustkrebs auf und erfüllen die Einschlusskriterien für eine genetische Untersuchung, die vom Deutschen Konsortium Familiärer Brust- und Eierstockkrebs (DK) etabliert und validiert wurden (siehe Empfehlung 3.1) [128][129]. Diese basieren auf einer Mutationsnachweisrate von mindestens 10% [70].

3.27 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2025

Eine genetische Untersuchung zum Nachweis einer erblichen Belastung sollte angeboten werden, wenn eine familiäre bzw. individuelle Belastung vorliegt, die mit einer mindestens 10 %-igen Nachweiswahrscheinlichkeit für eine wahrscheinlich pathogene / pathogene konstitutionelle Variante (PV) einhergeht.
Dies trifft zu, wenn in einer Linie der Familie

  • mindestens 3 Frauen an Brustkrebs erkrankt sind, unabhängig vom Alter
  • mindestens 2 Frauen an Brustkrebs erkrankt sind, davon 1 vor dem 50. Geburtstag
  • mindestens 1 Frau an Brustkrebs und 1 weitere Frau an Eierstockkrebs erkrankt sind
  • mindestens 2 Frauen an Eierstockkrebs erkrankt sind
  • mindestens 1 Frau an Brust- und Eierstockkrebs erkrankt ist
  • mindestens 1 Frau vor dem 36. Geburtstag an Brustkrebs erkrankt ist
  • mindestens 1 Frau vor dem 50. Geburtstag an bilateralem Brustkrebs erkrankt ist
  • mindestens 1 Mann an Brustkrebs und eine Frau an Brust- oder Eierstockkrebs erkrankt sind

Es ist eine angemessene Bedenkzeit vor Durchführung der Diagnostik zu beachten.

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
2

für Nachweiswahrscheinlichkeit einer wahrscheinlich pathogenen / pathogenen konstitutionellen Variante (PV)

Konsens
Starker Konsens (100%)
Literatur
[130] [129]
ÄnderungshinweisEine genetische Untersuchung zum Nachweis einer erblichen Belastung sollte angeboten werden, wenn eine familiäre bzw. individuelle Belastung vorliegt, die mit einer mindestens 10 %-igen Nachweiswahrscheinlichkeit für eine wahrscheinlich pathogene / pathogene konstitutionelle Variante (PV) einhergeht. Dies trifft zu, wenn in einer Linie der Familie mindestens 3 Frauen an Brustkrebs erkrankt sind mindestens 2 Frauen an Brustkrebs erkrankt sind, davon 1 vor dem 51. Lebensjahr mindestens 1 Frau an Brustkrebs und 1 Frau an Eierstockkrebs erkrankt sind mindestens 2 Frauen an Eierstockkrebs erkrankt sind mindestens 1 Frau an Brust- und Eierstockkrebs erkrankt ist mindestens 1 Frau mit 35 Jahren oder jünger an Brustkrebs erkrankt ist mindestens 1 Frau mit 50 Jahren oder jünger an bilateralem Brustkrebs erkrankt ist mindestens 1 Mann an Brustkrebs und eine Frau an Brust- oder Eierstockkrebs erkrankt sind Es ist eine angemessene Bedenkzeit vor Durchführung der Diagnostik zu beachten.
Evidenztabellen (1)Kapitel 3.3 Familiäres Risio (Nelson et al. 2019)

Hintergrund

Bei rund 25 % dieser Frauen kann eine pathogene / wahrscheinlich pathogene konstitutionelle Variante (Keimbahnvariante) (PV) in einem der bekannten prädisponierenden Hochrisikogene BRCA1 oder BRCA2 nachgewiesen werden [129]. Außerdem sollen Personen, bei denen in der Familie bereits eine PV identifiziert wurde, das Angebot erhalten, sich auf die spezifische PV testen zu lassen.

Frauen mit einer PV im BRCA1- oder BRCA2-Gen erkranken rund 20 Jahre früher als Frauen ohne familiäres Risiko und haben ein lebenslanges Risiko von durchschnittlich 70 % an einem Mammakarzinom und < 20% (BRCA2) bis 45% (BRCA1) an einem Ovarialkarzinom zu erkranken. Die Erkrankungsraten an einem kontralateralen Mammakarzinom sind abhängig vom Alter bei Ersterkrankung. Sie betragen durchschnittlich 25% (BRCA2) bis 40 % (BRCA1) in 20 Jahren nach der Erstdiagnose eines Mammakarzinoms [131][132].

3.28 · Konsensbasierte Empfehlung · neu 2025

Für weitere Indikationen einer genetischen Untersuchung zum Nachweis einer erblichen Belastung

  • mindestens 1 Frau ist an triple-negativem Brustkrebs vor dem 70. Geburtstag erkrankt
  • mindestens 1 Frau ist an Eierstockkrebs vor dem 80. Geburtstag erkrankt
  • mindestens 1 Mann ist an Brustkrebs erkrankt

ist eine Signifikanz für eine mindestens 10%ige Nachweiswahrscheinlichkeit von wahrscheinlich pathogenen / pathogenen konstitutionellen Varianten (PV) noch nicht abschließend gesichert. Deshalb sollten sie weiter systematisch validiert werden.

Konsens
Starker Konsens (100%)
ÄnderungshinweisFür weitere Indikationen einer genetischen Untersuchung zum Nachweis einer erblichen Belastung mindestens 1 Frau ist an triple-negativem Brustkrebs vor dem 60. Geburtstag erkrankt mindestens 1 Frau ist an Eierstockkrebs vor dem 80. Geburtstag erkrankt mindestens 1 Mann ist an Brustkrebs erkrankt ist eine Signifikanz für eine mindestens 10%ige Nachweiswahrscheinlichkeit von wahrscheinlich pathogenen / pathogenen konstitutionellen Varianten (PV) noch nicht abschließend gesichert. Deshalb müssen sie weiter systematisch validiert werden.

Hintergrund

Untersuchungen von Frauen jünger als 70 Jahre bei Erstdiagnose eines triple-negativen Mammakarzinoms (TNBC) ohne weitere familiäre Belastung zeigten eine Prävalenzrate von 10 % für PV in den Genen BRCA1 und BRCA2  [133][134]. Eine mindestens 10 %-ige Prävalenz konnte auch in anderen Untersuchungen für Frauen mit der Diagnose eines Ovarialkarzinoms vor dem 80. Geburtstag und für Männer mit Mammakarzinom beobachtet werden [134][135].

Diese Kriterien sind nicht von den Indikationskriterien der „Qualitätsvereinbarung Molekulargenetik“ der vertragsärztlichen Versorgung erfasst. Aufgrund einer fehlenden Signifikanz für die Absicherungen einer mindestens 10 %-igen Nachweisrate, bedingt durch die niedrige Anzahl von analysierten Personen in den zugrundeliegenden Untersuchungen, ist eine weitere systematische Validierung dieser Erkrankungskonstellationen an größeren Kollektiven notwendig.

Es konnten mittlerweile auch weitere Risikogene für das Mammakarzinom identifiziert werden, z.B. ATM, BARD1, CHEK2, PALB2, RAD51C und RAD51D. Während PV in ATM, BARD1, CHEK2, RAD51C und RAD51D mit einem moderaten Brustkrebsrisiko von ca. 20 bis 30 % assoziiert sind [136], scheint der Nachweis einer PV im PALB2 Gen mit einem ähnlich hohen Risiko für das Mammakarzinom wie PV im BRCA2 Gen einherzugehen [137].

Neben dem Mammakarzinomrisiko ist für PV in RAD51C und RAD51D zusätzlich ein etwa 10 %-iges lebenslanges Ovarialkarzinomrisiko beschrieben [138]. Für PALB2 ist ein lebenslanges Ovarialkarzinomrisiko von ca. 5% (95% KI 2 bis 10%) beschrieben [139][140]. Am Beispiel des Risikogens PALB2 kann der Einfluss der familiären Belastung auf das individuelle Erkrankungsrisiko gezeigt werden: so liegt das lebenslange Risiko für eine PV-Trägerin, deren Mutter und Schwester an einem Ovarialkarzinom mit 50 Jahren erkrankt sind, bei rund 16% (95% KI 8 bis 28%) [90].

3.29 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2025

Die Beratung soll eine partizipative Entscheidungsfindung ermöglichen. Diese setzt eine umfassende und verständliche Information der Ratsuchenden und die Einbeziehung ihrer Präferenzen in den Entscheidungsprozess voraus.

Für die verständliche Informationsvermittlung sollten angemessene Materialien für Ratsuchende genutzt werden.

Evidenzbasierte Entscheidungshilfen können helfen, eine informierte, wertekongruente Entscheidung zu treffen. Sie führen zu einem großen Zuwachs an Wissen, einer genauen Risikowahrnehmung und einer aktiven Rolle bei der Entscheidungsfindung.

Entscheidungscoaching kann das Wissen der Teilnehmer verbessern, wenn es mit evidenzbasierten Informationen eingesetzt wird. Im Rahmen der Beratung sollte die Indikation zu einer Unterstützung durch die Psychoonkologie geprüft werden.

Empfehlungsgrad
A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
Evidenzlevel
2
Konsens
Starker Konsens (100%)
Literatur
[141] [142] [143] [144] [16]
ÄnderungshinweisDie Beratung soll eine partizipative Entscheidungsfindung ermöglichen. Diese setzt eine umfassende und verständliche Information der Ratsuchenden und die Einbeziehung ihrer Präferenzen in den Entscheidungsprozess voraus. Für die verständliche Informationsvermittlung sollten angemessene Materialien für Ratsuchende genutzt werden. Evidenzbasierte Entscheidungshilfen können helfen, eine informierte, wertekongruente Entscheidung zu treffen. Sie führen zu einem großen Zuwachs an Wissen, einer genauen Risikowahrnehmung und einer aktiven Rolle bei der Entscheidungsfindung. Entscheidungscoaching kann das Wissen der Teilnehmer verbessern, wenn es mit evidenzbasierten Informationen eingesetzt wird. Im Rahmen der Beratung sollte die Indikation zu einer Unterstützung durch die Psychoonkologie geprüft werden.

Hintergrund

Der Wunsch von ratsuchenden Personen nach ausführlichen Informationen und einer gemeinsamen Entscheidung über Präventions- und Behandlungsoptionen ist mehrfach einschlägig belegt [142]. Diese Feststellungen gelten, zumindest in Deutschland, weitgehend unabhängig von Bildungsschicht, Alter oder Gesundheitszustand [145][146]. Solche sogenannten evidenzbasierten Gesundheitsinformationen sind Voraussetzung für Partizipation und informierte Entscheidungen. Es konnte auch gezeigt werden, dass evidenzbasierte Gesundheitsinformationen die Entscheidungen verbessern können [147][143][144]. Betreuende Ärztinnen und Ärzte sollten dazu angemessene Materialien für Ratsuchende nutzen (z.B. https://www.krebsinformationsdienst.de/service/iblatt/erblicher-brustkrebs-eierstockkrebs-leichte-sprache.pdf) und Angebote zur speziellen Wissensvermittlung in Anspruch nehmen [148].

In einer randomisierten kontrollierten Studie wurden Entscheidungshilfen für PV Trägerinnen in den Genen BRCA1 und BRCA2 im Hinblick auf ihren Nutzen im individuellen Entscheidungsprozess untersucht (https://www.konsortium-familiaerer-brustkrebs.de/informationen/aktuelles/detailansicht/online-entscheidungshilfe-fuer-frauen-mit-erblicher-brca-mutation/). Frauen, die die Entscheidungshilfe genutzt haben, zeigten weniger Entscheidungskonflikte, höheres Wissen, eine größere Akzeptanz und bessere Vorbereitung auf die Entscheidung [16]. In einer weiteren randomisierten kontrollierten Studie (EDCP) wurden diese Entscheidungshilfen zusammen mit einem Entscheidungscoaching gegenüber der regulären Betreuung von Trägerinnen von PV im Entscheidungsprozess bzgl. präventiver Optionen getestet. Frauen, die das Entscheidungscoaching erhalten hatten, spielten eine aktivere Rolle im Entscheidungsprozess, waren zufriedener mit dem Entscheidungsprozess, hatten weniger Entscheidungskonflikt, mehr Wissen über Genbefund und Risiken und fällten schneller eine präventive Entscheidung [149].

Im Rahmen des Beratungsgespräches sollte mit den Ratsuchenden die Indikation zur psychoonkologischen Unterstützung geprüft werden [150].

3.30 · Konsensbasierte Empfehlung · modifiziert 2025

Der Kontakt zur Krebsselbsthilfe sollte gesunden sowie erkrankten Frauen und Männern mit erhöhten Risiken angeboten werden, um ihrem Wunsch nach weiteren Informationen nachzukommen und sie in ihrem Recht auf Selbstbestimmung zu bestärken.

Konsens
Starker Konsens (100%)
ÄnderungshinweisDer Kontakt zur Krebsselbsthilfe sollte gesunden sowie erkrankten Frauen und Männern mit erhöhten Risiken angeboten werden, um ihrem Wunsch nach weiteren Informationen nachzukommen und sie in ihrem Recht auf Selbstbestimmung zu bestärken.

Hintergrund

Im Kontext von Genuntersuchungen und darauf aufbauenden Präventionsoptionen sowie im Nebenwirkungsmanagement nach risikoreduzierenden Maßnahmen bei familiärem Brust- und Eierstockkrebs, zeigt sich besonderer Unterstützungsbedarf der disponierten Familien im Entscheidungsfindungsprozess. Das gelebte Erfahrungswissen der Krebs-Selbsthilfe (z.B. www.brca-netzwerk.de) ergänzt daher Gesundheitsinformationen und die ärztliche Beratung. 

3.31 · Konsensbasierte Empfehlung · neu 2025

Genetische Varianten sollen in einem 5-Klassen-System eingeordnet werden (ACMG).

Grundlage für klinische Maßnahmen sind nur Varianten der Klassen 4 (wahrscheinlich pathogen) und 5 (pathogen).

Von Varianten unklarer Signifikanz (VUS, Klasse 3) sollen keine klinischen Maßnahmen abgeleitet werden und sie sollten in begleitenden wissenschaftlichen Projekten weiter abgeklärt werden.

Konsens
Starker Konsens (100%)
ÄnderungshinweisGenetische Varianten sollen in einem 5-Klassen-System eingeordnet werden (ACMG). Grundlage für klinische Maßnahmen sind nur Varianten der Klassen 4 und 5. Von Varianten unklarer Signifikanz (VUS, Klasse 3) sollen keine klinischen Maßnahmen abgeleitet werden und sie sollten in begleitenden wissenschaftlichen Projekten weiter abgeklärt werden.

Hintergrund

Die Einteilung von Sequenzvarianten für monogene Erkrankungen erfolgt anhand eines 5-stufigen Klassifizierungssystems (s. Tabelle: 5-stufiges Klassifizierungssystem genetischer Sequenzvarianten für monogenetische Erkrankungen (nach ACMG / AMP-Richtlinien).

Tabelle 7: 5-stufiges Klassifizierungssystem genetischer Sequenzvarianten für monogene Erkrankungen (nach ACMG / AMP-Richtlinien)

Klasse Kategorie Probabilistische Grenze
5 pathogen PP > 0.99
4 wahrscheinlich pathogen 0.99 ≥ PP > 0.90
3 unklar (Variante unklarer Signifikanz, VUS) 0.10 ≤ PP ≤ 0.90
2 wahrscheinlich benigne 0.001 ≤ PP < 0.10
1 benigne PP < 0.001

In den ACMG/AMP-Richtlinien (ACMG, American College for Medical Genetics and Genomics; AMP, Association for Molecular Pathology) zur Variantenklassifizierung werden die Schwellenwerte für die Variantenklassifizierung durch probabilistische Grenzen definiert, die im Konsens festgelegt wurden [151][152][153][154].

Durch das Angebot von Genpanelanalysen, mit denen alle bekannten Risikogene untersucht werden können, werden neben den PV-Trägerinnen in den Genen BRCA1 und BRCA2 ca. 6 % Trägerinnen von PV in anderen Risikogenen identifiziert [155]. Durch die Hinzunahme neuer und weniger gut charakterisierter Risikogene als BRCA1 und BRCA2 in Genpanelanalysen steigt die Rate von Varianten unklarer Signifikanz (VUS) auf rund 20 % . Bei VUS handelt es sich um Sequenzvarianten, deren klinische Relevanz zum Bewertungszeitpunkt nicht klar ist und die im Rahmen eines Fünf-Klassen-Systems zur Interpretation von genetischen Varianten [151][152][153][154] als Klasse 3 Varianten bezeichnet werden.

3.32 · Konsensbasierte Empfehlung · modifiziert 2025

In der Beratung vor genetischer Untersuchung sollten insbesondere folgende Inhalte berücksichtigt werden:

  • Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen einer pathogenen / wahrscheinlich pathogenen konstitutionellen Variante (PV)
  • Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen einer Variante unklarer Signifikanz (VUS)
  • Erkrankungsrisiken bei auffälligem (PV) und nicht-informativem Genbefund
  • Chancen und Risiken präventiver und therapeutischer Optionen, einschließlich der Option, nichts zu tun
  • Bedeutung der genetischen Untersuchung für die Familienangehörigen

Nach Erhalt des Genbefundes sollten in der Beratung und in der Abwägung über den Einsatz von präventiven Maßnahmen insbesondere folgende Inhalte vertieft angesprochen werden:

  • Erkrankungsrisiko in Abhängigkeit von genetischen und nicht-genetischen Faktoren, Alter und Begleiterkrankungen (natürlicher Verlauf)
  • Wahrscheinlichkeit für falsch positive und falsch negative Untersuchungsergebnisse der intensivierten Brustkrebs-Früherkennung
  • Nutzen der präventiven Optionen (intensivierte Früherkennung, risikoreduzierende Operationen, medikamentöse Therapien) hinsichtlich Mortalitätsreduktion, Morbiditätsreduktion und Lebensqualität
  • Risiken der präventiven Optionen einschließlich Langzeitfolgen
  • Konkurrierende Risiken, Prognose und Therapierbarkeit im Falle eines Krankheitseintrittes unter Berücksichtigung des spezifischen Erscheinungsbildes des genetisch definierten Tumorsubtyps
  • Ggf. Risiken für assoziierte Tumoren
Konsens
Starker Konsens (100%)
Literatur
[156] [129] [155] [157] [131] [136]
ÄnderungshinweisBei der Risikoberatung vor genetischer Testung sollten insbesondere folgende Inhalte berücksichtigt werden: Wahrscheinlichkeit für das Vorliegen einer Mutation Erkrankungsrisiken bei positivem Befund Nutzen und Schaden präventiver und therapeutischer Optionen, einschließlich der Option, nichts zu tun Wahrscheinlichkeit falsch-negativer Befunde Bedeutung der genetischen Testung für die Familienangehörigen Nach Erhalt des Genbefundes sollten bei der Risikoberatung vor dem Angebot präventiver Maßnahmen insbesondere folgende Inhalte vertieft werden: Erkrankungsrisiko in Abhängigkeit vom genetischen Befund, Alter und Begleiterkrankungen (natürlicher Verlauf) Wahrscheinlichkeit für falsch positive und falsch negative Testergebnisse der intensivierten Früherkennung Nutzen der präventiven Optionen (intensivierte Früherkennung, prophylaktische Operationen, medikamentöse Therapien) hinsichtlich Mortalitätsreduktion, Morbiditätsreduktion und Lebensqualität Risiken der präventiven Optionen einschließlich Langzeitfolgen Konkurrierende Risiken, Prognose und Therapierbarkeit im Falle eines Krankheitseintrittes ohne präventive Maßnahmen unter Berücksichtigung des spezifischen Erscheinungsbildes des genetisch definierten Tumorsubtyps Ggf. Risiken für assoziierte Tumoren, Psychoonkologische Beratungsangebote

Hintergrund

Die Beratung vor der genetischen Untersuchung und nach Erhalt des Ergebnisses der genetischen Untersuchung sollte nicht-direktiv, umfassend und verständlich sein. Sie sollte die Informationen (Empfehlung 3.32) enthalten, die für präferenzsensitive Entscheidung der Beratenen notwendig sind [129][155][157][131][136].

3.33 · Evidenzbasiertes Statement · geprüft 2025

BRCA1-assoziierte Mammakarzinome weisen häufig einen charakteristischen histopathologischen und immunhistochemischen Phänotyp auf:

  • invasives Karzinom mit medullären Eigenschaften
  • G3-Morphologie
  • Östrogenrezeptor-, Progesteronrezeptor- und HER2-Negativität (triple-negativ)
Evidenzlevel
2

für histo-pathologische Charakteristika

Konsens
Starker Konsens (100%)
Literatur
[158] [159]
ÄnderungshinweisBRCA1-assoziierte Mammakarzinome weisen häufig einen charakteristischen histopathologischen und immunhistochemischen Phänotyp auf: invasives Karzinom mit medullären Eigenschaften G3-Morphologie Östrogenrezeptor-, Progesteronrezeptor- und HER2-Negativität (triple-negativ)
3.34 · Konsensbasierte Empfehlung · geprüft 2025

Bei Vorliegen dieser Charakteristika sollte vom Pathologen auf die Möglichkeit eines erblichen Hintergrunds hingewiesen werden.

Konsens
Konsens (92%)

Hintergrund

Mammakarzinome, die auf der Basis einer genetischen Disposition entstehen, können ein distinktes Treibergenprofil aufweisen, welches sich in phänotypischen Besonderheiten manifestieren kann. Dies konnte für BRCA1-assoziierte Mammakarzinome nachgewiesen werden. Während BRCA2-assoziierte Mammakarzinome wie sporadische Karzinome imponieren, weisen BRCA1-assoziierte Karzinome gehäuft einen besonderen Phänotyp auf, der Eigenschaften eines medullären Karzinoms zeigt, ohne jedoch das Vollbild des klassischen medullären Typs des Mammakarzinoms auszubilden [71][160]. Zu diesen besonderen Eigenschaften gehören makroskopisch relativ glatte äußere Begrenzung mit eher verdrängendem als infiltrativem Wachstum und ein markiger, weniger derber Aspekt. Charakteristisch sind außerdem eine G3-Morphologie mit hochgradiger Kernpleomorphie, hoher mitotischer Aktivität und fehlender Tubulusbildung bei oftmals synzytialem Wachstum sowie eine fehlende Expression von Steroidhormonrezeptoren und HER2 (triple-negativ). Der Ki67-Proliferationsindex liegt in der Regel über 30% und die Tumorzellen zeigen oftmals eine Expression basaler Zytokeratine (CK5/6, CK14). Das Tumorstroma weist vermehrt eine ausgeprägte lymphoplasmazelluläre Infiltration auf und im benachbarten tumorfreien Brustgewebe fällt häufiger eine sogenannte lymphozytäre Lobulitis auf, die aber ein schwächeres Hinweiskriterium darstellt. Das Vorhandensein dieser Merkmale sollte Anlass sein, eine genetische Disposition in Betracht zu ziehen und eine familienanamnestische Befragung anzuregen.

Für weitere Risikogene liegen ebenfalls Daten zu Assoziationen zum vorherrschenden Tumorphänotyp vor. So sind Erkrankungen bei Nachweis von PV in den Genen BARD1, PALB2, RAD51C und RAD51D häufiger mit dem Tumorphänotyp des triple-negativen Mammakarzinoms verbunden als Erkrankungen bei Frauen ohne ebensolche PV-Nachweise [161]. Erkrankungen mit PV-Nachweis in den Genen ATM und CHEK2 sind häufiger mit Hormonrezeptor (HR)-positiven Mammakarzinomen assoziiert. Trägerinnen einer PV im TP53 erkranken in mehr als 40% der Fälle an einem HER2/neu-positiven Mammakarzinom.

3.35 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2025

Bei Patientinnen mit einer konstitutionellen wahrscheinlich pathogenen / pathogenen Variante (PV) im BRCA1- oder BRCA2-Gen sollte und bei Patientinnen mit PV in anderen Risikogenen für das Mammakarzinom kann eine intensivierte Brustkrebs-Früherkennung unter Hinzunahme des MRT und der Sonographie nur im Rahmen einer wissengenerierenden Versorgung und entsprechender Ergebnisevaluation erfolgen.

Unter diesen Voraussetzungen kann diese Früherkennung nicht informativ getesteter Frauen zwischen 30 und 50 Jahren mit einem Mammakarzinomrisiko von 5 % in 10 Jahren erfolgen.
Eine zusätzliche, alle zwei Jahre erfolgende Mammographie ab dem 40. Lebensjahr sollte ebenso im Rahmen einer wissengenerierenden Versorgung und entsprechender Ergebnisevaluation erfolgen.

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
2
Konsens
Konsens (93,8%)
Literatur
[162] [163] [164] [165] [166] [70] [157]
ÄnderungshinweisBei Patientinnen mit einer konstitutionellen wahrscheinlich pathogenen / pathogenen Variante (PV) im BRCA1 oder BRCA2 Gen  (Klasse 4/5) sollte und bei Patientinnen mit PV in anderen Risikogenen für das Mammakarzinom sowie bei nicht-informativ getesteten Frauen zwischen 30 und 50 Jahren mit einem Mammakarzinomrisiko von 5 % in 10 Jahren  kann eine intensivierte Brustkrebs-Früherkennung unter Hinzunahme des MRT und der Sonographie nur im Rahmen einer systematisch erhobenen, transparenten Qualitätssicherung und entsprechenden Evaluation erfolgen. Die zusätzliche, alle zwei Jahre erfolgende Mammographie ab dem 40. Lebensjahr sollte ebenso im Rahmen einer systematisch erhobenen, transparenten Qualitätssicherung und entsprechenden Evaluation erfolgen.
Evidenztabellen (1)Kapitel 3.3 Familiäres Mammakarzinom (Bick et al. 2019)

Hintergrund

Frauen mit einem genetischen Risiko für das Mammakarzinom erkranken im Durchschnitt früher als Frauen aus der Allgemeinbevölkerung. Daher sind die üblichen Früherkennungsmaßnahmen nicht ausreichend. Das deutsche Mammographie-Screening-Programm (MSP) nach § 25 Abs. 2 und 3 SGB V zur Früherkennung von Brustkrebs in der allgemeinen weiblichen Bevölkerung richtet sich an asymptomatische Frauen im Alter von 50 Jahren bis 75 Jahre (und ab 45 Jahren unter Begutachtung). Besonderheiten von Frauen aus familiären/hereditären Hochrisikokollektiven (u. a. höhere Lebenszeitrisiken für das Mammakarzinom mit zumeist jüngerem Alter bei Ersterkrankung) sind nicht gesondert im MSP berücksichtigt. International werden unterschiedliche Empfehlungen zu Maßnahmen der intensivierten Früherkennung (iFE) gegeben (u. a. die Altersgrenzen, die Einschlusskriterien und/oder den Umfang der Maßnahmen betreffend), wobei die Mamma-MRT einbezogen wird (z. B. [70][165][167]). Der Stellenwert der iFE hinsichtlich patientenrelevanter Endpunkte ist jedoch nicht abschließend geklärt.

Auswertungen zur diagnostischen Güte der Verfahren als iFE-Maßnahme (z.B. zur Mammographie bzw. MRT, u. a. bezogen auf Alter und/oder Mutationsstatus) sind publiziert [164].

In den systematischen Recherchen nach klinischen Studien zum Stellenwert der iFE-Maßnahmen bezogen auf Outcomeparameter (Mortalitäts-, Inzidenzraten, Tumorstadien, Lebensqualität), die im Rahmen der S3-Leitlinienaktualisierung durchgeführt wurden, konnten eine prospektive und zwei retrospektive Kohortenstudie/n (LoE 2a-3c) mit eingeschränkter Aussagekraft ihrer Ergebnisse zu Hochrisikokollektiven bzw. Trägerinnen von PV in den Genen BRCA1 oder BRCA2 identifiziert werden [168][169][170]. Sie erlauben Eindrücke z. B. zu Detektions- bzw. Inzidenzraten. Zur Bewertung des Nutzens der intensivierten Früherkennungsmaßnahmen in Hochrisikokollektiven bzw. bei BRCA-Mutationsträgerinnen liegen keine direkten Belege einer Mortalitätsreduktion durch intensivierte Früherkennung vor. Durch iFE können Mammakarzinome jedoch in frühen Stadien entdeckt werden [170][157]. Die intensivierte Überwachung ist allerdings auch mit einem Anstieg der Abklärungen aufgrund falsch positiver Befunde verbunden.

Hinzu kommt, dass bisher nur ein Teil des familiär bedingten Risikos aufgeklärt ist. Basierend auf neuen und kostengünstigen Hochdurchsatzverfahren zur Genanalyse wurden in jüngerer Zeit neue Risikogene identifiziert, mit weiteren ist zu rechnen. Für diese neuen Gene ist das klinische Erscheinungsbild, z.B. die altersabhängigen Erkrankungsrisiken und das eventuelle Auftreten spezieller genetisch definierter histologischer Tumortypen mit möglichen Auswirkungen auf den natürlichen Krankheitsverlauf und die Effektivität der bildgebenden Verfahren, noch weitestgehend unbekannt. Vor diesem Hintergrund sind besondere Anforderungen an die Sicherung von Struktur-, Prozess- und Ergebnisqualität zu stellen.

Daher wurden strukturierte Maßnahmen der intensivierten Früherkennung (iFE) (unter Einschluss der MRT) im Rahmen von Verträgen nach § 140a SGB V an den bundesweiten Zentren des Deutschen Konsortiums Familiärer Brust- und Eierstockkrebs implementiert. Diese adressieren Frauen mit nachgewiesener wahrscheinlich pathogener /pathogener konstitutioneller Varianten (Klasse 4 und 5) in den Genen BRCA1 und BRCA2 und weiteren Brustkrebsrisikogenen (ATM, BARD1, BRIP1, CDH1, CHEK2, PALB2, PTEN, RAD51C, RAD51D, STK11, TP53) sowie Frauen zwischen 30 und 50 Jahren aus nicht-informativ getesteten Familien mit einem Mammakarzinomrisiko von > 5% in 10 Jahren. Essentieller Bestandteil dieser Versorgung ist die Erfassung der Ergebnisqualität des iFE auf der Basis einer begleitenden, pseudonymisierten Dokumentation (HerediCaRe Register). Eine mortalitätsbezogene Auswertung ist nur durch eine Anbindung an die Krebsregister möglich und unbedingt anzustreben.

Zur Sicherstellung von Struktur- und Prozessqualität in der Mammadiagnostik sind umfangreiche Maßnahmen etabliert, so z. B. im Rahmen des Mammographie-Screening-Programms oder der diagnostischen Mammauntersuchungen. Empfehlungen und Qualifizierungsmaßnahmen von Fachgesellschaften unterstützen den Prozess zur Stärkung der Qualität in der Anwendung der Mammadiagnostik. Eine engere Vernetzung und Kooperation bereits etablierter Versorgungsstrukturen mit extern auditierten Brust- und Screeningzentren, sollte vorangetrieben und konsolidiert werden.

3.36 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2025

Die operative Therapie des BRCA1- bzw. BRCA2-assoziierten Mammakarzinoms richtet sich nach den Leitlinienempfehlungen für das sporadische Mammakarzinom.

Die Mastektomie hat keinen Überlebensvorteil im Vergleich zur brusterhaltenden Therapie.

Die medikamentöse Therapie des BRCA-assoziierten Mammakarzinoms richtet sich nach den Leitlinienempfehlungen für das sporadische Mammakarzinom.

Ausnahme ist die zielgerichtete Therapie des frühen bzw. fortgeschrittenen/metastasierten Her2-negativen Mammakarzinoms und Nachweis einer wahrscheinlich pathogenen / pathogenen konstitutionellen Variante (PV) in den Genen BRCA1 und BRCA2 mit PARP-Inhibitoren (s. Kapitel medikamentöse Therapie).

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
2
Konsens
Starker Konsens (97%)
Literatur
[171] [172] [173] [174] [175] [176] [177] [178] [179] [180]
ÄnderungshinweisDie operative Therapie des BRCA1- bzw. BRCA2-assoziierten Mammakarzinoms richtet sich nach den Leitlinienempfehlungen für das sporadische Mammakarzinom. Die Mastektomie hat keinen Überlebensvorteil im Vergleich zur brusterhaltenden Therapie. Die medikamentöse Therapie des BRCA-assoziierten Mammakarzinoms richtet sich nach den Leitlinienempfehlungen für das sporadische Mammakarzinom. Als zielgerichtet Therapie für die Behandlung des frühen bzw. fortgeschrittenen/metastasierten Her2-negativen Mammakarzinoms und Nachweis einer wahrscheinlich pathogenen / pathogenen konstitutionellen Variante (PV) in den Genen BRCA1 und BRCA2 sind PARP-Inhibitoren geprüft.
Evidenztabellen (1)Kapitel 3.3 Familiäres Mammakarzinom (Carbine et al. 2018)

Hintergrund

Entwickelt eine Frau mit einer PV in den Genen BRCA1 oder BRCA2 ein Mammakarzinom, so richtet sich die Behandlung derzeit weitestgehend nach den Empfehlungen für das sporadische Mammakarzinom. Dies gilt auch für Mammakarzinome, die mit Mutationen in anderen Brustkrebsrisikogenen assoziiert sind.

Mehrere präklinische und retrospektive Studien deuten jedoch auf eine verminderte Sensitivität BRCA-inkompetenter Zellen auf Spindelgifte wie Vinca-Alkaloide und Taxane [181][182] und eine erhöhte Sensitivität auf DNA-interkalierende Substanzen wie Platinderivate hin [173]. Eine retrospektiv durchgeführte Mutationsanalyse von Studienpatientinnen des TNBC-Arms der Geparsixto Studie hat jedoch keinen Benefit für die BRCA1/2-Mutationsträgerinnen durch den Zusatz von Platin ergeben [183]. Ein systematischer Review und eine Meta-Analyse von sieben Studien mit insgesamt 808 TNBC-Patientinnen, von denen 159 PV in den BRCA1/BRCA2-Genen getragen haben, hat den Effekt einer neoadjuvanten Platin-basierten Chemotherapie untersucht [184]. Von den TNBC-Patientinnen mit PV in den Genen BRCA1 und BRCA2 erreichten 93 (93/159; 58,4%) eine pCR, während 410 Wildtyp-Patienten (410/808; 50,7%) eine pCR (OR 1,459 CI 95% [0,953-2,34] p = 0,082) erreichten. Diese Metaanalyse weist für die Zugabe von Platin zu Chemotherapien in der neoadjuvanten Phase zwar Unterschiede, aber keine statistische Signifikanz bezüglich der Verbesserung der pCR-Rate bei Patientinnen mit PV in den BRCA-Genen im Vergleich zu Wildtyp-TNBC-Patienten nach.

Der direkte Vergleich zwischen Platin und Taxan wurde in der TNT-Studie in der metastasierten Situation geprüft. In dieser Studie wurde bei Patientinnen mit PV in den Genen BRCA1 und BRCA2 eine objektive Ansprechrate (ORR objective response rate) von 68% auf Carboplatin verglichen mit 33% auf Docetaxel gezeigt (p=0,01) [185].

Für die Behandlung von Mammakarzinomen bei Trägerinnen von PV in den BRCA1-/BRCA2-Genen liegen Ergebnisse zum Einsatz von PARP-Inhibitoren vor:

In der randomisierten, doppelblinden OlympiA-Studie wurde der orale Poly(adenosindiphosphat-Ribose)-Polymerase-Inhibitor Olaparib als adjuvante Therapie für Patientinnen (n=1836) mit PV in den Genen BRCA1 oder BRCA2 und frühem, Her2-negativem Brustkrebs und hohem Risiko ein Jahr lang mit einem entsprechenden Placebo verglichen [177]. Bei einer medianen Nachbeobachtungszeit von 3,5 Jahren zeigte sich für das Gesamtüberleben (OS) eine signifikante Verbesserung in der Olaparib-Gruppe im Vergleich zur Placebo-Gruppe [Hazard Ratio 0,68; 98,5% Konfidenzintervall (CI) 0,47-0,97; P = 0,009] ohne neue Sicherheitssignale.

In der Phase-III-Studie OlympiAD verlängerte Olaparib signifikant das progressionsfreie Überleben im Vergleich zu einer Chemotherapie nach ärztlicher Wahl (TPC) bei Patientinnen mit PV in den BRCA-Genen und Her2-negativem metastasiertem Brustkrebs (mBC). In der Gesamtpopulation (302 Patienten) betrug das mediane OS 19,3 Monate für Olaparib und 17,1 Monate für TPC (Hazard Ratio 0,89, 95% Konfidenzintervall 0,67-1,18). Die mediane Nachbeobachtungszeit betrug 18,9 bzw. 15,5 Monate. Die Dreijahresüberlebensrate betrug 27,9 % für Olaparib gegenüber 21,2 % für TPC. Es wurden keine neuen schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse und Nebenwirkungen im Zusammenhang mit Olaparib beobachtet [178].

In der Phase-III-Studie Embraca wurden Patientinnen n=431) mit PV in den BRCA1/2-Genen und fortgeschrittenem, HER2-negativem Mammakarzinom 2:1 randomisiert zu Talazoparib 1mg/d oder einer Chemotherapie nach Wahl des Arztes. In der medianen Nachbeobachtungszeit von 44,9 bzw. 36,8 betrug die HR für die Überlebenszeit unter Talazoparib im Vergleich zur Chemotherapie betrug 0,848 (95% CI 0,670-1,073; P = 0,17); Median (95% CI) 19,3 Monate (16,6-22,5 Monate) versus 19,5 Monate (17,4-22,4 Monate). Insgesamt verbesserte Talazoparib die Überlebenszeit im Vergleich zur Chemotherapie nicht signifikant, wobei nachfolgende Behandlungen die Ergebnisse beeinflusst haben könnten [179].

Es gibt erste Daten zum Ansprechen von PARPi beim HER2-negativen metastasierten Mammakarzinom aus der Phase II IIT TBCRC 048. Die Daten an einer kleinen Anzahl von Patientinnen zeigen, dass die PARP-Inhibition eine wirksame Behandlung für Patientinnen mit PV im PALB2 Gen oder wahrscheinlich pathogenen / pathogenen Varianten in BRCA1/BRCA2 im Tumorgewebe sein kann [186]. 

3.37 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2025

Risiko-reduzierende Operation bei gesunden Trägerinnen wahrscheinlich pathogener / pathogener konstitutioneller Varianten (PV) in den Genen BRCA1 oder BRCA2 (Klasse 4/5): prophylaktische bilaterale Mastektomie.

Gesunde Frauen mit einer PV in den Genen BRCA1 oder BRCA2 haben ein lebenszeitlich erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines Mammakarzinoms.

Bei gesunden Frauen mit einer PV in den Genen BRCA1- oder BRCA2 führt die beidseitige prophylaktische Mastektomie zu einer Reduktion der Brustkrebsinzidenz. Eine Reduktion der Brustkrebs-spezifischen Mortalität bzw. der Gesamtmortalität durch die beidseitige prophylaktische Mastektomie ist nicht ausreichend gesichert.

Daher setzt eine Einzelfallentscheidung für oder gegen eine bilaterale risiko-reduzierend Mastektomie stets fallbezogen eine umfassende Aufklärung und ausführliche multidisziplinäre Beratung über potentielle Vor- und Nachteile eines solchen Eingriffs mit Berücksichtigung der möglichen Alternativen voraus.

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
2
Konsens
Starker Konsens (97%)
Literatur
[187] [188] [189] [190] [191] [192] [193] [194] [195] [180] [70] [196]
ÄnderungshinweisRisiko-reduzierende Operation bei gesunden Trägerinnen wahrscheinlich pathogener / pathogener konstitutioneller Varianten  (PV) in den Genen BRCA1 oder BRCA2  (Klasse 4/5): prophylaktische bilaterale Mastektomie Gesunde Frauen mit einer PV in den Genen BRCA1 oder BRCA2 haben ein lebenszeitlich erhöhtes Risiko für die Entwicklung eines Mammakarzinoms. Bei gesunden Frauen mit einer pathogenen BRCA1- oder BRCA2-PV führt die beidseitige prophylaktische Mastektomie zu einer Reduktion der Brustkrebsinzidenz. Eine Reduktion der Brustkrebs-spezifischen Mortalität bzw. der Gesamtmortalität durch die beidseitige prophylaktische Mastektomie ist nicht ausreichend gesichert. Daher setzt eine Einzelfallentscheidung für oder gegen eine bilaterale prophylaktische Mastektomie stets fallbezogen eine umfassende Aufklärung und ausführliche multidisziplinäre Beratung über potentielle Vor- und Nachteile eines solchen Eingriffs mit Berücksichtigung der möglichen Alternativen voraus.
Evidenztabellen (2)Kapitel 3.3 Familiäres Mammakarzinom (Carbine et al. 2018); Kapitel 3.3 Familiäres Mammakarzinom (Heemskerk-Gerritsen et al. 2019)

Hintergrund

Als risikoreduzierende Operationsverfahren bei gesunden Mutationsträgerinnen stehen die beidseitige risikoreduzierende Mastektomie (BRRM) und die beidseitige risikoreduzierende Salpingo-Oophorektomie (BRRSO) zur Verfügung. Die BRRM senkt das Risiko für eine Brustkrebserkrankung um über 95%. Ein Effekt der BRRM auf die Reduktion der brustkrebsspezifischen Mortalität ist nicht abschließend gesichert. Ob die BRRM einen Einfluss auf das Gesamtüberleben hat, ist bisher nicht ausreichend belegt [187][188][189][192][193][194][195][180].

Eine erste prospektive multizentrische Kohortenstudie untersuchte die Brustkrebs-spezifische Mortalität und Gesamtmortalität [196]. Während einer mittleren Nachbeobachtungszeit von 10,3 Jahren unterzogen sich 722 von 1712 BRCA1- (42 %) und 406 von 1145 BRCA2-PV Trägerinnen (35 %) einer BRRM. Bei den BRCA1-PV Trägerinnen wurden 52 Todesfälle (20 durch BC) in der Überwachungsgruppe und 10 Todesfälle (einer durch Mammakarzinom) nach BRRM beobachtet. Die Hazard Ratios betrugen 0,40 (95% CI 0,20-0,90) für die Gesamtsterblichkeit und 0,06 (95% CI 0,01-0,46) für die Brustkrebs-spezifische Sterblichkeit. Die Brustkrebs-spezifische Überlebensrate im Alter von 65 Jahren betrug 93 % für die Früherkennung und 99,7 % für die BRRM. Bei BRCA2-PV Trägerinnen wurden 29 Todesfälle (7 durch Brustkrebs) in der Überwachungsgruppe und 4 Todesfälle (kein Brustkrebs) nach BRRM. Die Hazard Ratio für die Gesamtmortalität betrug 0,45 (95% CI 0,15-1,36). Die Brustkrebs-spezifische Überlebensrate im Alter von 65 Jahren betrug 98 % bei der Früherkennung und 100 % bei der BRRM. Für BRCA1-PV Trägerinnen war die BRRM mit einer geringen Brustkrebsspezifischen Mortalität verbunden als die Früherkennung, was für BRCA2 PV Trägerinnen nicht zutraf.

Die Rate der metachronen ipsilateralen Zweitkarzinome (neu entstandenes Karzinom selbe Seite) scheint bei bereits erkrankten Patientinnen mit nachgewiesener BRCA1/2-PV nach derzeitigem Wissensstand nicht wesentlich erhöht zu sein, sodass eine brusterhaltende Therapie mit nachfolgender Radiatio adäquat ist [197][198].

Vor jeder risikoreduzierenden Operation ist eine umfassende Aufklärung mit individueller Risikokalkulation erforderlich, die das betroffene Gen, die familiären Krebserkrankungen, nicht-genetische Risikofaktoren und falls zutreffend das Alter bei Ersterkrankung, die Prognose nach Ersterkrankung sowie weitere konkurrierende Risiken berücksichtigt [199][200]. Die Präferenz der Patientinnen und Patienten ist bei Planung des operativen Vorgehens zu berücksichtigen.

Die genannten Faktoren können für eine individuelle Risikobewertung mittels Risikoalgorithmen (z.B. CanRisk) eingesetzt werden und modifizieren die individuelle Erkrankungswahrscheinlichkeit sowohl für Trägerinnen von PV in Risikogenen als auch für nicht-informativ getestete Ratsuchende. Solche Programme ermöglichen außerdem eine detaillierte Risikobewertung mit geschätzten 5-Jahres-, 10-Jahres- und Lebenszeitrisiken, was Basis für eine Beratung und gemeinsame Entscheidungsfindung hinsichtlich präventiver Maßnahmen darstellen kann.

Zur Identifizierung risikomodifizierender genetischer Faktoren i.S.e. Polygenen Risiko Scores wurden genomweite Assoziationsstudien (engl: genome-wide association studies, GWAS) durchgeführt. Bei diesen Studien wurden zahlreiche und in der Allgemeinbevölkerung häufige genetische Varianten (meist sog. single nucleotide variants, SNVs) identifiziert, die das Mamma- bzw. das Ovarialkarzinomrisiko jeweils geringfügig modifizieren und daher als „Niedrigrisikovarianten“ bezeichnet werden. Das Zusammenspiel aller Niedrigrisikovarianten für die personalisierte Risikoberechnung wird derzeit geprüft, indem der multiplikative Effekt aller Niedrigrisikovarianten zu einem individuellen ‚Polygenen Risiko Score‘ (PRS) zusammengefasst wird. Für das Mammakarzinom wurden PRSs entwickelt, die z.B. 77, 88 , 313 oder 3.820 Niedrigrisikovarianten umfassen [201][202]. Es wird davon ausgegangen, dass etwa 18% des familiären Mammakarzinomrisikos ‚polygen‘ sind und durch das Zusammenspiel von Niedrigrisikovarianten erklärt werden können [203]. Der Einsatz von PRSs soll im Rahmen strukturierter Prozesse vor Einsatz in der klinischen Routine validiert werden.

Bei der präoperativen Beratung sollten auch die Möglichkeiten zur Sofortrekonstruktion umfassend diskutiert werden.

Eine mögliche Risikoreduktion durch die risiko-reduzierend Gabe von Tamoxifen ist nicht eindeutig nachgewiesen. Während in einer Studie eine signifikante Reduktion des kontralateralen Zweitkarzinoms um 70% beschrieben wurde [204], ergab eine weitere Studie in der multivariaten Analyse keine Signifikanz [205].

3.38 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2025

Risikoreduzierende Operation bei gesunden Trägerinnen wahrscheinlich pathogener / pathogener konstitutioneller Varianten in den Genen BRCA1 oder BRCA2  (Klasse 4/5): prophylaktische bilaterale Adnexektomie.

Frauen mit einer PV in den Genen BRCA1 oder BRCA2 haben ein lebenszeitlich erhöhtes Risiko für ein Ovarialkarzinom, Tubenkarzinom und/oder ein primäres Peritonealkarzinom.

Bei gesunden Frauen mit einer PV in den Genen BRCA1- oder BRCA2 führt die prophylaktische Adnexektomie zu einer Reduktion der Ovarialkarzinominzidenz und der Gesamtmortalität.

Daher soll die prophylaktische beidseitige Salpingo-Oophorektomie fallbezogen im Rahmen einer umfassenden, multidisziplinären Beratung über potentielle Vor- und Nachteile eines solchen Eingriffs und unter Berücksichtigung fehlender effektiver Früherkennungsmöglichkeiten diskutiert und empfohlen werden.

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
2
Konsens
Starker Konsens (100%)
Literatur
[168] [187] [189] [191] [206] [207] [208] [209] [210] [211]
ÄnderungshinweisRisiko-reduzierende Operation bei gesunden BRCA1/2- Mutationsträgerinnen (IARC class 4/5): prophylaktische Adnexektomie Frauen mit einer pathogenen BRCA1 oder BRCA2-Mutation haben ein lebenszeitlich erhöhtes Risiko für ein Ovarialkarzinom, Tubenkarzinom und/oder ein primäres Peritonealkarzinom. Bei gesunden Frauen mit einer pathogenen BRCA1- oder BRCA2-Genmutation führt die prophylaktische Adnexektomie zu einer Reduktion der Ovarialkarzinominzidenz und der Gesamtmortalität. Daher soll die prophylaktische beidseitige Salpingo-Oophorektomie fallbezogen im Rahmen einer umfassenden, multidisziplinären Beratung über potentielle Vor- und Nachteile eines solchen Eingriffs und unter Berücksichtigung fehlender effektiver Früherkennungsmöglichkeiten diskutiert und empfohlen werden.
Evidenztabellen (3)Kapitel 3.3 Familiäres Mammakarzinom (Eleje et al. 2018); Kapitel 3.3 Familiäres Mammakarzinom (Xiao et al. 2019); Kapitel 3.3 Familiäres Mammakarzinom (Gaba et al. 2023)

Hintergrund

Die BRRSO reduziert das Ovarialkarzinomrisiko um 97%. Darüber hinaus konnte für BRRSO eine 75 %-ige Reduktion der Gesamtmortalität gezeigt werden [212][213]. In einer Meta-Analyse wurden 2018 10 Kohortenstudien mit 8087 Teilnehmende eingeschlossen (2936 (36 %) BRRSO und 5151 (64 %) Kontrollen, die jeweils BRCA1- oder BRCA2-PV Trägerinnen waren), die den Effekt des Eingriffs auf das Brust- und Eierstockkrebsrisiko untersuchten [210]. In allen Studien wurde die BRRSO mit oder ohne BRRM mit keiner BRRSO verglichen. Die Sicherheit nach der GRADE-Bewertung war aufgrund des hohen Risikos von Verzerrungen sehr gering. Neun Studien mit 7927 Frauen wurden in die Meta-Analysen einbezogen. Die mediane Nachbeobachtungszeit reichte von 0,5 bis 27,4 Jahren. Es gab Hinweise mit sehr geringer Sicherheit, dass BRRSO die Gesamtüberlebenszeit verlängern und die Sterblichkeit an HGSC (high grade seröses Ovarialkarzinom) bei BRCA1- und BRCA2-PV Trägerinnen senken kann. Es gab Hinweise mit sehr geringer Sicherheit, dass BRRSO das Risiko des Versterbens durch HGSC bei Frauen mit ein PV im BRCA1-Gen verringert. Die Beweise für die Wirkung von BRRSO auf HGSC bei BRCA2-PV Trägerinnen waren aufgrund der geringen Anzahl sehr unsicher.

Ob durch die BRRSO das Brustkrebsrisiko reduziert wird, ist derzeit nicht eindeutig geklärt. Erste retrospektive Untersuchungen beschrieben eine Risikoreduktion für das Erstkarzinom um 50%, 30–50% für das kontralaterale Zweitkarzinom [214][215][213]. Neuere prospektive Untersuchungen deuten auf einen deutlich geringeren Effekt hin bzw. konnten diesen gar nicht nachweisen [216][217]. In der aktuellsten multizentrischen prospektiven Kohortenstudie wurden 2272 BRCA1- und 1605 BRCA2-PV Trägerinnen über einen Zeitraum von durchschnittlich 5,4 bzw. 4,9 Jahren beobachtet; bei 426 Frauen trat Brustkrebs auf [198].

Es gab keinen Zusammenhang zwischen BRRSO und Brustkrebs für BRCA1- (HR = 1,23; 95% CI 0,94-1,61) oder BRCA2-PV Trägerinnen (HR = 0,88; 95% CI 0,62-1,24). Bei BRCA2-Mutationsträgern lag die HR bei 0,68 (95% CI 0,40-1,15) und 1,07 (95% CI 0,69-1,64) für eine BRRSO, die vor oder nach dem Alter von 45 Jahren durchgeführt wurde. Die HR für BRCA2-Mutationsträgerinnen nahm mit zunehmender Zeit seit der BRRSO ab (HR = 0,51; 95% CI 0,26-0,99 für 5 Jahre oder länger nach der BRRSO). Insgesamt fanden sich in der Studie keine Hinweise darauf, dass die BRRSO das Brustkrebsrisiko für BRCA1-PV Trägerinnen verringert. Für BRCA2-PV Trägerinnen wurde ein potenziell positiver Effekt 5 Jahre nach der BRRSO beobachtet. Alle drei Studien unterliegen jedoch auch möglichen Verzerrungen, sodass die Frage derzeit nicht letztendlich geklärt ist.

In der eingangs erwähnten Meta-Analyse von Eleje et al. [210], gab es Hinweise mit sehr geringer Sicherheit, dass die BRRSO die Gesamtüberlebenszeit verlängern und die Brustkrebs-spezifische Mortalität bei BRCA1- und BRCA2- PV Trägerinnen senken kann. Es gab Hinweise mit sehr geringer Sicherheit, dass die BRRSO die Brustkrebsspezifische Mortalität bei Frauen mit BRCA1-Mutationen verringert. Die Beweise für die Wirkung der BRRSO auf Brustkrebs bei BRCA2-Trägerinnen waren aufgrund der geringen Anzahl sehr unsicher. 

In einer weiteren Meta-Analyse [211] wurde der Einfluss der BRRSO auf das Brustkrebsrisiko und die Brustkrebs-spezifische Mortalität untersucht. Subgruppenanalysen zeigten, dass die BRRSO nicht mit einer Verringerung des primären Brustkrebsrisikos (RR = 0,89, 95%CI: 0,68-1,17) bei BRCA1-PV Trägerinnen, sondern mit einer Verringerung des primären Brustkrebsrisikos bei BRCA2-PV Trägerinnen (RR = 0,63, 95%CI: 0,41-0,97) einhergeht.

Nach abgeschlossener Familienplanung wird die risikoreduzierende beidseitige Salpingo-Oophorektomie als Option bei Trägerinnen von PV im BRCA1-Gen ab 35 Jahren angeboten, empfohlen wird der Eingriff mit 40 Jahren. Bei Trägerinnen von PV im BRCA2-Gen stellt die BRRSO mit 40 eine Option dar und mit 45 Jahren wird sie empfohlen. Der Eingriff sollte, wenn möglich, minimal-invasiv erfolgen. Eine kombinierte, niedrig-dosierte kombinierte Hormonersatztherapie ist bei Uteruserhalt bis zum Alter von ca. 50 Jahren indiziert.

3.39 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2025

Risikoreduzierende Operation bei bereits unilateral an Brustkrebs erkrankten Trägerinnen wahrscheinlich pathogener / pathogener konstitutioneller Varianten (PV) in den Genen BRCA1 oder BRCA2 (Klasse 4/5): kontralaterale prophylaktische Mastektomie und prophylaktische bilaterale Adnexektomie

Bereits an Brustkrebs erkrankte Frauen mit einer PV in den Genen BRCA1 oder BRCA2 haben ein erhöhtes Risiko für die Entstehung eines kontralateralen Mammakarzinoms. Dieses Risiko hängt u. a. ab vom betroffenen Gen und dem Ersterkrankungsalter und ist bei der Beratung zu berücksichtigen.

Bei Frauen mit einer PV in den Genen BRCA1 oder BRCA2 führt die kontralaterale, prophylaktische Mastektomie zu einer Reduktion des kontralateralen Karzinomrisikos. Bei der Indikationsstellung zur kontralateralen prophylaktischen Mastektomie soll die Prognose des Erstkarzinoms berücksichtigt werden.

Bei Patientinnen mit einer PV in den Genen BRCA1 oder BRCA2 führt die prophylaktische Adnexektomie zu einer Reduktion der Brustkrebs-spezifischen Mortalität und zu einer Verbesserung des Gesamtüberlebens.

Empfehlungsgrad
A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
Evidenzlevel
2
Konsens
Konsens (91,9%)
Literatur
[218] [205] [199] [200] [219] [220] [221] [222] [223] [209] [211] [180] [224]
ÄnderungshinweisRisiko-reduzierende Operation bei bereits unilateral an Brustkrebserkrankten BRCA1/2-Mutationsträgerinnen (IARC class 4/5): kontralaterale Mastektomie und prophylaktische Adnexektomie Bereits an Brustkrebs erkrankte Frauen mit einer pathogenen BRCA1 oder BRCA2-Genmutation haben ein erhöhtes Risiko für die Entstehung eines kontralateralen Mammakarzinoms. Dieses Risiko hängt u. a. ab vom betroffenen Gen und dem Ersterkrankungsalter und ist bei der Beratung zu berücksichtigen. Bei Frauen mit einer pathogenen BRCA1- oder BRCA2-Genmutation führt die kontralaterale, sekundär prophylaktische Mastektomie zu einer Reduktion des kontralateralen Karzinomrisikos. Bei der Indikationsstellung zur kontralateralen sekundär prophylaktischen Mastektomie soll die Prognose des Erstkarzinoms berücksichtigt werden. Bei Patientinnen mit einer pathogenen BRCA1- oder BRCA2-Genmutation führt die prophylaktische Adnexektomie zu einer Reduktion der Brustkrebsspezifischen Mortalität und zu einer Erhöhung des Gesamtüberlebens.
Evidenztabellen (4)Kapitel 3.3 Familiäres Mammakarzinom (Xiao et al. 2019); Kapitel 3.3 Familiäres Mammakarzinom (Carbine et al. 2018); Kapitel 3.3 Familiäres Mammakarzinom (Gaba et al. 2023); Kapitel 3.3 Familiäres Mammakarzinom (Akdeniz et al. 2019)

Hintergrund

Bereits einseitig an Brustkrebs erkrankte Trägerinnen einer BRCA1/2 PV haben ein erhöhtes Risiko für ein kontralaterales Mammakarzinom von rund 25–45% in 15 Jahren [225][226][227][228]. Das Risiko hängt wesentlich vom betroffenen Gen und dem Alter bei Ersterkrankung ab. Die bilaterale oder kontralaterale Mastektomie reduziert die Inzidenz für ein Zweitkarzinom der Brust. Studien weisen auch auf eine Verbesserung des Gesamtüberlebens durch die kontralaterale Mastektomie hin, wobei deren Stellenwert noch nicht abschließend bewertet wurde. Es muss dabei auch die Prognose des Erstkarzinoms beachtet werden [212][229][230][231].

Subgruppenanalysen der Meta-Analyse von Gaba et al. [211] zum Einfluss der BBRSO auf das kontralaterale Brustkrebsrisiko zeigten, dass die BRRSO weder mit einer Verringerung des kontralateralen Brustkrebsrisikos (RR = 0,85, 95%CI: 0,59-1,24) bei BRCA1-PV Trägerinnen noch mit einer Verringerung des kontralateralen Brustkrebsrisikos bei BRCA2-PV Trägerinnen (RR = 0. 35, 95%CI: 0,07-1,74) einhergeht. Sie ist aber mit einer Verringerung der Brustkrebs-spezifischen Mortalität bei an Brustkrebs erkrankten BRCA1-PV Trägerinnen (RR = 0,46, 95%CI: 0,30-0,70) verbunden.

Der Zeitpunkt des Einsatzes einer risikoreduzierenden kontralateralen Mastektomie – sofern indiziert – ist sorgfältig abzuwägen. Daten, die belegen, dass aus onkologischer Sicht der Einsatz dieser Operation im Rahmen der Primärtherapie bei Ersterkrankung zu bevorzugen wäre, sind nicht abschließend vorhanden. Unabdingbar ist, dass eine umfassende Beratung über den Stellenwert einer kontralateralen risikoreduzierenden Operation hinsichtlich Nutzen und Schaden und unter Berücksichtigung möglicher Alternativen stattfindet. Der Patientin sollte eine  ausführliche Bedenkzeit zur Verfügung stehen.

3.40 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2025

Risiko-reduzierende Operation bei Risikopersonen ohne nachgewiesene wahrscheinlich pathogene / pathogene Variante (PV) (Klasse 4/5) in den Genen BRCA1 oder BRCA2

Bei Frauen ohne nachgewiesene einer PV in den Genen BRCA1 oder BRCA2  ist der Nutzen einer risiko-reduzierend bilateralen Mastektomie oder einer risiko-reduzierend kontralateralen Mastektomie nicht nachgewiesen.

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
2
Konsens
Starker Konsens (97,2%)
Literatur
[200] [232] [233] [180]
ÄnderungshinweisRisiko-reduzierende Operation bei Risikopersonen ohne nachgewiesene pathogene (IARC class 4/5) BRCA1/2-Mutation Bei Frauen ohne nachgewiesene BRCA1- oder BRCA2-Genmutation ist der Nutzen einer prophylaktischen oder sekundär prophylaktischen kontralateralen Mastektomie nicht nachgewiesen.
Evidenztabellen (1)Kapitel 3.3 Familiäres Mammakarzinom (Carbine et al. 2018)

Hintergrund

Für gesunde Frauen oder bereits an einem Mammakarzinom erkrankte Frauen aus BRCA1/2 negativ getesteten Risikofamilien ist der Nutzen risikoreduzierender  Operationen nicht belegt [229][180]. Die Indikationen sollten daher sehr streng gestellt werden. Dies gilt ebenfalls für Frauen mit Nachweis einer PV in einem nicht-BRCA1/2-Risikogen.

3.4 Versorgungsstrukturen: Strukturmerkmale einer guten Versorgung

3.41 · Konsensbasiertes Statement · modifiziert 2025

Wesentliche Strukturmerkmale für eine qualitätsgesicherte, fach- und sektorenübergreifende Betreuung der Patientinnen und Patienten mit Brustkrebs sind

  • die flächendeckende Durchführung und Weiterentwicklung von Früherkennungsmaßnahmen (wie Mammographie-Screening, Erfassung des genetischen Risikos) mit evidenzbasierter und qualitätsgesicherter Aufklärung,
  • die Behandlung in zertifizierten Brustkrebszentren, u.a. nach DKG e.V. und DGS e.V. mit
    • Umsetzung der S3-Leitlinie „Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms“,
    • Verbesserung der Kommunikation in der Versorgungskette zur sektorenübergreifenden Nachsorge von Patientinnen und Patienten,
    • und Integration von z.B. Sozialdienst, Psychoonkologie, Rehabilitation, Physiotherapie, spezialisierter Palliativmedizin, Ernährungsberatung, onkologischer Fachpflege, weiterer Gesundheitsfachberufe und der Selbsthilfe in die Betreuungskonzepte.
Konsens
Starker Konsens (97,2%)
Literatur
[234] [235] [236]
ÄnderungshinweisWesentliche Strukturmerkmale für eine qualitätsgesicherte, fach- und sektorenübergreifende Versorgung der Patientinnen mit Brustkrebs sind die flächendeckende Durchführung und Weiterentwicklung von Früherkennungsmaßnahmen (wie Mammographiescreening, Erfassung des genetischen Risikos) mit evidenzbasierter und qualitätsgesicherter Aufklärung, die Zertifizierung von interdisziplinären Brustkrebszentren nach DKG e.V. und DGS e.V., die Umsetzung der S3-Leitlinie „Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms“, die Verbesserung der Kommunikation in der Versorgungskette zur sektorenübergreifenden Nachsorge von Patientinnen, die Integration von Sozialdienst, Psychoonkologie, Rehabilitation, Physiotherapie, Palliativmedizin und der Selbsthilfe in die Betreuungskonzepte.
3.42 · Konsensbasierte Empfehlung · neu 2025

Bei Patientinnen und Patienten mit DCIS u/o invasivem Mammakarzinom soll die Checkliste zur Erfassung einer möglichen erblichen Belastung für Brust- und/oder Eierstockkrebs angewendet werden.

Konsens
Starker Konsens (97.96%)
3.43 · Konsensbasierte Empfehlung · neu 2025

Patientinnen und Patienten mit DCIS u/o invasivem Mammakarzinom sollen in einer prätherapeutischen und in einer postoperativen interdisziplinären Tumorkonferenz vorgestellt werden.

Konsens
Starker Konsens (95.83%)

Hintergrund

In Deutschland sind nachhaltige und flächendeckende Strukturen für die Früherkennung und Betreuung der Patientinnen und Patienten mit Brustkrebs implementiert.

Das Mammographie-Screening war das erste Früherkennungsprogramm in Deutschland, das im Sinne eines organisierten Programms entsprechend §25 SGB V initiiert wurde. Die Ergebnisse des Screening-Programms werden in jährlichen Qualitätsberichten evaluiert. Dabei erfüllen, mit Ausnahme der Teilnahmerate, alle Parameter die Mindestanforderungen der EU-Leitlinien [237].

Die Behandlung der Patientinnen und Patienten mit Brustkrebs erfolgt vor allem in den zertifizierten Brustkrebszentren der Deutschen Krebsgesellschaft e.V. und der Deutschen Gesellschaft für Senologie e.V.. Im Behandlungsjahr 2021 wurden 85,6% der inzidenten Fälle in Brustkrebszentren betreut [238].

In den zertifizierten Zentren behandelt ein interdisziplinäres und berufsgruppenübergreifendes Team die Patientinnen und Patienten entlang der gesamten Versorgungskette. Neben der obligaten Erfassung des genetischen Risikos mittels „Checkliste zur Erfassung einer möglichen erblichen Belastung für Brust- und/oder Eierstockkrebs“ [239], erfolgt die Diagnostik, Therapie, Nachsorge und Palliation der Betroffenen entsprechend den Empfehlungen der Leitlinie und in enger Zusammenarbeit und Abstimmung mit der hausärztlichen Versorgungsebene und weiteren Fachdisziplinen der Grundversorgung. In den regelmäßigen Zertifizierungsaudits wird die leitliniengerechte Betreuung unter anderem mit Hilfe der Qualitätsindikatoren der Leitlinie überprüft.

Die Wirksamkeit des Konzepts der Zertifizierung von Zentren wurde mit der Wizen-Studie (Wirksamkeit der Versorgung in onkologischen Zentren) bestätigt [240]. In der Studie konnte auf Basis der AOK-Versichertendaten aus den Jahren 2009-2017 für alle 11 untersuchten Tumorentitäten ein Vorteil im Gesamtüberleben gezeigt werden, wenn die Betroffenen in zertifizierten Kliniken erstbehandelt wurden. Für die 143.720 Patientinnen und Patienten mit Mammakarzinom betrug die Hazard Ratio (HR) 0,77 [0,74: 0,81]. Dabei wurde der Effekt wurde umso größer, je länger ein Zertifikat vorhanden war: Bei einer Dauer < 1 Jahr lag die HR bei 0,89 [0,77;1,03] und nach 5 Jahren Zertifizierung bei 0,74 [0,71; 0,78]. In einer Subanalyse konnten die Studienverantwortlichen zeigen, dass bezogen auf die Gesamtbevölkerung 2017 im Beobachtungszeitraum 5,456 Lebensjahre/Jahr verloren wurden (years of life lost, YLL) und 5 Jahre nach Diagnose 859 Todesfälle/Jahr hätten vermieden werden können, wenn die Betroffenen in einem zertifizierten Brustkrebszentrum erstbehandelt worden wären [241]. Ausgehend von diesen Ergebnissen hat die „Regierungskommission für eine moderne und gerechte Krankenhausversorgung“ in ihrer fünften Stellungnahme, in der sie eine Qualitätspotenzialanalyse für Krebserkrankungen durchführte, gezeigt, dass bereits 2021 die mediane Erreichbarkeit eines zertifizierten Brustkrebszentrums 17,5 Minuten betrug und lediglich 10% der Bevölkerung eine Anfahrtszeit von >40 Minuten benötigen würde [241].

Die Untersuchungen zeigen, wie wirkungsvoll das auf der S3-Leitlinie beruhende Versorgungskonzept der multidisziplinären, transsektoralen und berufsgruppenübergreifenden Brustkrebszentren ist. Folgerichtig sollte die Diagnostik und Behandlung der Betroffenen ausschließlich in diesen qualitätsgesicherten Netzwerken erfolgen.

Die geplante Weiterentwicklung der Strukturen im Gesundheitssystem, u.a. im Kontext der Krankenhausreform und der Ambulantisierung der operativen Medizin, muss ist in diesem Sinne sicherstellen, dass unabhängig von dem Ort der Leistungserbringung, also stationär oder ambulant, die gleichen Qualitätskriterien für alle Partner der zertifizierten Netzwerke gelten und die gleichen Ergebnisse erreicht werden.

Evidenztabellen

Kapitel 3.1.3 (Singleton et al. 2022)

Source: AC, Singleton, Raeside R, Hyun KK, Partridge SR, Di Tanna GL, Hafiz N, Tu Q, et al. "Electronic Health Interventions for Patients with Breast Cancer: Systematic Review and Meta-Analyses." [In eng]. Journal of clinical oncology : official journal of the American Society of Clinical Oncology 40, no. 20 (2022-7-10 2022): 2257-70. https://doi.org/doi:10.1200/JCO.21.01171. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35500200/.

 

Aim

Design and participants

Intervention

Outcomes

Results

Quality and comment

Aim: Effectiveness of eHealth interventions to improve Patient-reported outcomes (PROs: Quality of Live [QoL], self-efficacy, and mental [anxiety, depression, and distress] and physical [physical activity, nutrition, and fatigue] health) during and after breast cancer treatment and patient-reported experience measures (acceptability and engagement)

 

 

Design: Systematic review and Meta-Analyses

 

Search date: until October 21, 2019, and updated on June 27, 2021

 

Searches databases:

PreMEDLINE, MEDLINE via OvidSP, Cochrane Central Registry of Controlled Trials, Embase via OvidSP, PsycINFO via OvidSP, Allied and Complementary Medicine, Scopus, Web of Science, and Cumulative Index to Nursing and Allied Health Literature via EBSCO

 

Included study designs: RCTs

 

Number of included studies: 32

 

Number of included patients: 4790

 

Mean/median age: pooled mean age [pooled SD] 51.7 [8.9] years

 

Inclusion criteria:

Population: Adults (≥18 years, female or male) with a breast cancer diagnosis who are undergoing or completed active breast cancer treatment (surgery and/or chemotherapy and/or radiotherapy

 

Exclusion: NR

 

Intervention

Patient-directed eHealth interventions

(including but not limited to e-mail, videoconference, videos, activity trackers, website, podcast, chatroom, mobile applications, or text messages/SMS)

 

Control

Standard care or control intervention (ie, internet access)

 

Primary Outcomes

1. Health-related QOL

 

2. Self-efficacy

 

3. Mental  health

 

4. Physical health outcomes

 

Secondary outcomes:

1. Patients reported acceptability

 

2. Patients engagement (logins, completed modules and usage tracking)

 

Primary Outcome:

1. Health-related QOL:

SMD 0.20, 95% CI 0.03 to 0.36

 

Patient type was a significant moderator for QOL, where studies that only included patients were more likely to result in higher QOL than studies including patients/ survivors or only survivors; age, intervention period, and post intervention follow-up were not significant moderators

 

2. Self-efficacy:

SMD 0.45, 95% CI 0.24 to 0.65

 

3. Mental  health:

3.1. Anxiety:

SMD -0.09, 95% CI -0.22 to 0.04

 

3.2. Depressive symptoms:

SMD -0.11, 95% CI -0.41 to 0.20

 

3.3. Psychologic distress:

SMD -0.41, 95% CI -0.63 to -0.20

 

4. Physical health

4.1. Fatigue:

SMD -0.37, 95%CI -0.61 to -0.13

 

4.2. Physical activity:*

web-based exercise program and website plus smartwatch and mobile app found significant improvements in physical activity, but the interactive website with smartwatch and text message reminders did not

 

 4.3.BMI and nutritional:

no difference between groups at follow-up (only 1 study)

 

Secondary Outcomes:

 1. Patients reported acceptability:

9 studies, most participants found psychoeducational websites acceptable (satisfaction: 71%-100%), useful (71%-95%), easy to use (73%-92%), and easy to understand (98%-100%). One study reported that participants found written and video content more useful than psychoeducational activities (76%, 69%, and 49%, respectively), and participants of a web-based exercise program found videos valuable (mean rating: 3.8/4; 95%)

 

 

2. Patients engagement:

Participants’ engagement was broad, completing 0%-100% modules;

most participants (61%- 100%) engaged with the intervention at least 1 time (login and opened module)

9 studies reported engagement dropping over time;

5 out of 9 studies had repeated contact;

Websites: participants engaged most with content about living with side effects, coping strategies healthy living, advice, blogs, and discussion boards;

1 study found participant engagement with e-mails was consistently high; 35/37 participants (94.6%) engaged from baseline to 3 months;

an avatar-based app game found quests, level-ups, and rewards most engaging

 

AMSTAR II critical appraisal tool

Overall confidence in the results of the review: critically low; 2 critical flaws (items: 4, 7)

 

Quality of the included studies:

Evaluated with Cochrane Risk of Bias (RoB) tool:

10 out of 32 studies had high RoB, 

19 studies unclear RoB,

3 studies low RoB

 

Additional concerns about quality / limitations:

all studies conducted in high-income countries, with younger, highly educated women, and this may mean those with lower eHealth literacy were not included; all participants were female - most studies excluded men; RoB: most studies did not clearly report blinding procedures or protocols;

but: studies with high RoB were excluded from metaanalyses, to improve precision of treatment effect and reliability of pooled effects

 

Sources of funding: No specific funding

Abbreviations and comment:

SMD: Standard mean difference

*due to low number of study meta-analysis didn’t conducted for this outcome

 

 

Kapitel 3.1.3 (Wanchai et al. 2023)

Source: A, Wanchai, Anderson EA, and Armer JM. "A Systematic Review of M-Health Apps on Managing Side Effects of Breast Cancer Treatment." [In eng]. Supportive care in cancer : official journal of the Multinational Association of Supportive Care in Cancer 31, no. 1 (2022-12-27 2022): 86. https://doi.org/doi:10.1007/s00520-022-07464-x. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36574048/.

 

Aim

Design and participants

Intervention

Outcomes

Results

Quality and comment

Aim: Effectiveness of mobile and web apps in helping breast cancer survivors manage the side effects of breast cancer treatments

 

 

Design: Systematic Review

 

Search date: January 2011 to December 2021

 

Searches databases: CINAHL, ScienceDirect, Scopus, PubMed, Cochrane library

 

Included study designs: RCTs or non-RCT

 

Number of included studies: 11 (8 RCT, 3 non-RCT)

 

Number of included patients: 1063 (sample size range: 48 to 149)

 

Participants age range: 34 to 77 years

 

Inclusion criteria:

(1) participants were women or men with breast cancer;

(2) mobile or web application as the intervention;

(3) at least two comparative groups;

(4) the primary outcomes were physical or psychological effects from breast cancer treatments; (5) randomized controlled trials (RCTs) or non-RCT.

 

Exclusion: qualitative, cross-sectional, longitudinal, or case studies

 

 

Intervention:

 

1. Mobile application

2. Web application 

3. Combination (Mobile + Web)

 

Control

the study was required to have a control group or at least two comparative group;

heterogeneous controls: e.g. usual care;

conventional education / information (brochure);

received app later on;

received same information but via a self-guided kit;

care from healthcare team when needed;

access to app but without reminder

 

 

 

Primary Outcome:

 

side effects of breast cancer treatment including

Physical or

psychological side effects

 

Secondary Outcome: n.a.

Primary Outcome:

 

1) Psychological effects of mobile apps: mobile apps  helped patients experience more self-efficacy and symptom interference and enhanced their quality of life and upper limb functionality, decreased anxiety scores and reduce distress

 

2) Physical effects of mobile apps: mobile apps motivate breast cancer survivors to improve physical activity and dietary patterns, resulting in controlling their body weight. Apps could help improve drug adherence, reduce chemotherapy-related side effects rates, and improve these patients’ quality of life

 

3. health effect of combination of mobile apps and web apps :

 It is likely that using the web and mobile apps in combination could be more beneficial for breast cancer survivors in managing their physical symptoms from the side effects of cancer treatments; Patients in the interactive web and mobile apps: lower levels of nausea and vomiting, appetite loss, and constipation, than the control group;

reported lower distress and higher emotional functioning than the control group;

web and mobile apps could help breast cancer survivors manage chronic pain, soreness, general bodily pain, arm/hand swelling, heaviness, and impaired limb mobility

 

 4. Web apps alone: only one paper reporting that if the patients received a web app plus a reminder, they would adhere more to the medications. It cannot be concluded whether applying a web app alone or a web app with a reminder from the health care team might yield better outcomes

 

Secondary Outcome: n.a.

 

 

AMSTAR II critical appraisal tool

Overall confidence in the results of the review: critically low; 4 critical flaws (items 2, 4, 7, 13)

 

Overall quality of evidence: critically low

 

Additional concerns about quality: only studies published in the English language were included; only available published materials were used to assess the risk of bias, no contact with authors; different outcomes in the included studies (meta-analysis not possible)

 

Quality of the included studies

Assessed with Cochrane risk of bias tool

8 RCTs: 7 studies had low and 1 study high risk of bias

Non-RCTs did not evaluate using an appropriate tool (were evaluated using the same tool applied for RCTs)

 

Sources of funding: Boromarajonani College of Nursing Buddhachinaraj, Faculty of Nursing, Praboromarajchanok Institute, Ministry of Public Health, Thailand

Abbreviations:

RCT = Randomised Controlled Trial 

n.a. = not Available, not Applicable

 

Kapitel 3.2 DBT plus s2D vs DM alone (Heywang-Köbrunner et al. 2022)

Source: SH, Heywang-Köbrunner, Jänsch A, Hacker A, Weinand S, and Vogelmann T. "Digital Breast Tomosynthesis (Dbt) Plus Synthesised Two-Dimensional Mammography (S2d) in Breast Cancer Screening Is Associated with Higher Cancer Detection and Lower Recalls Compared to Digital Mammography (Dm) Alone: Results of a Systematic Review and Meta-Analysis." European radiology 32, no. 4 (2022-4 2022): 2301-12. https://dx.doi.org/doi:.

Aim

Design and participants

Intervention

Outcomes

Results

Quality and comment

Aim: screening performance outcomes in women screened with Digital breast tomosynthesis (DBT) plus synthesized two-dimensional mammography (s2D) compared to digital mammography (DM) alone

 

 

Design: Systematic Review and Meta-Analysis

 

Search date: January 1, 2010 – September 2, 2020

 

Searched databases: PubMed

 

Included study designs:

Prospective and retrospective studies with a comparative

design

 

Number of included studies: Twelve studies representing

the results of 10 populations

 

Number of included patients: 414,281 women

 

Mean/median age: n.a.

 

Inclusion criteria:

asymptomatic women with an average risk of breast cancer presenting for screening were considered, including

women with symptoms at a regular screening

 

Exclusion:

Studies without human subjects, studies evaluating solely women with symptoms, findings suspicious of breast cancer, or screened for diagnostic work-up only

 

Index test

DBT plus s2D  

 

Comparator

DM alone

Cancer detection rate (CDR),

 

Recall rates,

 

Interval cancer rate (ICR),

 

Biopsy rates,

 

Positive predictive value  (PPV) for:

Recalls (PPV-1)

biopsies recommended (PPV-2)

biopsies performed (PPV-3)

 

 

Cancer detection rate (CDR)

Favor DBT plus s2D

RR 1.35, 95% CI 1.20-1.52; p<0.01; I²=58%

(10 studies)

 

Recall rates

Favor DBT plus s2D

RR 0.79, 95% CI 0.64-0.98; p=0.03; I²=97%

(8 studies)

 

Interval cancer rate (ICR)

Favor DM alone

RR 1.03, 95% CI 0.66-1.63; p=0.88, I²=70%

(2 studies)

 

Biopsy rates

Favor DBT plus s2D

RR 0.87, 95% CI 0.70-1.09; p=0.22; I²=91%

(5 studies)

 

Positive predictive value

(PPV) for:

recalls (PPV-1)

Favor DBT plus s2D

RR 1.69, 95% CI 1.45-1.96; p<0.01; I²=73%

(8 studies)

 

biopsies recommended (PPV-2)

Favor DBT plus s2D

RR 1.57, 95% CI 1.08-2.28; p=0.02; I²=82%

(2 studies)

 

biopsies performed (PPV-3)

Favor DBT plus s2D

RR 1.36, 95% CI 1.17-1.58; p<0.01; I²=67%

(5 studies) 

ROBIS

Risk of bias in the review: low

 

Domain

Concerns regarding specification of study eligibility criteria: low risk

 

Concerns regarding methods used to identify and/or select studies: high risk

 

Concerns regarding methods used to collect data and appraise studies: low risk

 

Concerns regarding the synthesis and findings: low risk

 

Additional concerns about quality: only English paper, only PubMed

Limitations by authors:

 

9 of 10 trials: women were not randomly assigned to screening modalities; heterogeneity among studies


Quality of included studies:

Risk of bias assesd using the QUADAS-2 tool

All studies: High risk of bias in domain: flow and timing (not every woman received the same reference test after screening);

1 study (Aujero 2017) high risk of bias in domain patient selection

All other domains in all studies: low risk of bias

 

Level of evidence:

Oxford 2011:

Level 3 (downgrade due to included study designs)

Sources of funding: Hologic

 

Abbreviations:

DBT = Digital Breast Tomosynthesis

s2D = Synthesized Two-Dimensional Mammography

DM = Digital Mammography

CDR = Cancer Detection Rate 

ICR = Interval Cancer Rates

PPV = Positive Predictive Value

PPV-1 = Positive Predictive Values for Recalls 

PPV-2 = Positive Predictive Values for Biopsies Recommended

PPV-3 = Positive Predictive Values for Biopsies Performed

RR = Risk Ratio or Relative Risk

95% CI = 95 Confidence Interval

n.a. = not Available, not Applicable

 

Kapitel 3.2 Brustkrebsfrüherkennung (Lin et al. 2024)

 

Source Lin H, Zhang Y, Wu L, Li C. Diagnostic accuracy of digital breast tomosynthesis and digital mammography in women with dense or non-dense breast tissue: A systematic review and meta-analysis. Adv Clin Exp Med. 2025 Mar;34(3):315-326. doi: 10.17219/acem/185522. PMID: 39087824

Aim

Design and participants

Intervention

Outcomes

Results

Quality and comment

To systematically evaluate and meta-analyze selected studies comparing the diagnostic accuracy and reliability of DBT and DM for BC screening in women with dense or non-dense breast tissue.

 

Design: Systematic review and meta-analysis

 

Search date: 2015 until March 2023

 

Searched databases: PubMed, Embase, Web of Science, Scopus, Cochrane Library

 

Included study designs:

Prospective and retrospective

 

Number of included studies: 11

 

Number of included patients: 2,124,018 (range: 98 to 452,320)

 

Inclusion criteria:

Women with dense or non-dense breast tissue; screening of BC using DBT or DM;

>18 years; English language

 

Exclusion: n.a.

Intervention

Digital Breast Tomosynthesis (DBT)

 

 

Control

Digital Mammography (DM)

 

Primary Outcome:

Cancer Detection Rate (CDR)

Overall Recall Rate

 

 

Secondary Outcome:

Sensitivity

Specificity

 

Primary Outcome:

DBT resulted in a greater cancer detection rate

(OR = 2.29, 95% CI: 1.49–3.51; I²=69%)

 

DBT group higher accuracy in detecting cancer:

(RR = 1.27, 95% CI: 1.14-1.41, I²=95%)  

 

DM group greater recall rate than DBT group:

(RR = 0.88, 95% CI: 0.78-0.99; I²=85%)

 

Secondary outomes:

DBT had higher sensitivity

(pooled sensitivity of 0.91 (95% CI: 0.59-0.99)) and

specificity

(pooled specificity of 0.90 (95% CI: 0.42-1.0)) than DM

(pooled sensitivity of 0.86 (95% CI: 0.52-1.0) and pooled specificity of 0.81 (95% CI: 0.12-1.0))

 

Secondary Outcome:

 

Subgroup analysis:

ROBIS

Low risk of bias

 

Additional concerns about quality:

Moderate to high levels of heterogeneity; number of patients varied substantially among studies; significant portion of the data presented pertains to the screening of prevalent cases of DBT at the first stage; studies included in the analysis solely focused on the assessment of initial detection measures – no long-term health outcomes


Quality of included studies:

Cochrane Risk of Bias Assessment Tool; Included studies had low to moderate risk of bias

 

Level of evidence:

Oxford 2011:

 

Sources of funding:

No funding

 

 

Abbreviations and comment:

DBT: Digital Breast Tomosynthesis

DM: Digital Mammography

RR: Risk Ratio

DBT is a more effective screening and diagnostic assessment tool for women with dense or non-dense breasts than DM.

 

 

 

Kapitel 3.2 dense breast, younger women (Heywang-Köbrunner et al. 2022)

Source: Heywang-Köbrunner et al. 2022: Tomosynthesis with synthesized two-dimensional mammography yields higher cancer detection compared to digital mammography alone, also in dense breasts and in younger women: A systematic review and meta-analysis, https://doi.org/10.1016/j.ejrad.2022.110324

Aim

Design and participants

Intervention

Outcomes

Results

Quality and comment

Aim: Comparison of digital breast tomosynthesis (DBT) plus synthesised two-dimensional digital mammography (s2D) to digital mammography (DM) alone in screening for the outcomes CDR,

recall rates, interval cancer rates (ICR), and positive predictive values

for recalls (PPV-1), for biopsies recommended (PPV-2), and for biopsies

performed (PPV-3)

 

 

Design: Systematic Review and Meta-Analysis

 

Search date: 01/01/2010-01/07/2021

 

Searched databases: PubMed, Cochrane library

 

Included study designs:

Prospective and retrospective studies

 

Number of included studies: 13 (10 study populations)

 

Number of included patients: 414.281

 

Mean/median age: n.a.

 

Inclusion criteria:

Prospective and retrospective studies considering asymptomatic

women presenting for regular breast cancer screening, in which DBT

plus s2D was compared to DM alone with at least data of

CDR, recall rates, ICR, biopsy rates or

PPV-1, PPV-2, or PPV-3 were included

 

Exclusion: n.a.

 

 

Intervention

digital breast tomosynthesis plus synthesised two-dimensional digital mammography  

 

 

Control

digital mammography alone

Cancer detection rate (CDR)

 

recall rates

 

interval cancer rates (ICR)

 

positive predictive values for recalls (PPV-1)

 

for biopsies recommended (PPV-2)

 

and for biopsies

performed (PPV-3)

 

 

Cancer detection rate (CDR)

3 studies

DBT plus s2D to DM alone

Women with high breast density

 

REM (Random-Effect Model)

RR=1.70, 95% CI 0.98-2.96, p=0.06, I²= 65%

 

DBT plus s2D to DM alone

Women with low breast density

REM

RR=1.32, 95% CI 1.08-1.61, p<0.01; I²=0%

 

Total

REM

RR=1.39, 95% CI 1.07-1.81, p=0.01, I²=58%

 

Age Groups

2 studies

Women <60 years

DBT plus s2D to DM alone

REM

RR=1.64, 95% CI 1.18-2.29, p<0.01, I²=0%

 

2 studies

Women >=60

DBT plus s2D to DM alone

REM

RR=1.51, 95% CI 0.87-2.60,

P=0.14, I²=75%

 

Total

REM

RR=1.58, 95% CI 1.28-1.95, p<0.01, I²=0%

 

 

Recall rates

2 studies

 

Favours DBT plus s2D

Women with high breast density

REM (Random-Effect Model)

RR=0.86, 95% CI 0.72-1.03, p=0.10)

 

Women with low breast density

Favours DBT plus s2D

REM

RR 0.65, 95% CI 0.57-0.75, <0.01, I²=44%

 

Total

 

REM

RR=0.72, 95% CI 0.62-0.83, p<0.01, I²=75%

Positive predictive values for recalls (PPV-1)

DBT plus s2D to DM alone

Stratified per reading procedure (double reading vs. non-double reading)

REM

RR=1.69, 95% CI 1.45-1.96, p<0.01, I²=73%

 

For biopsies

performed (PPV-3)

DBT plus s2D to DM alone

Stratified per reading procedure (double reading vs. non-double reading)

REM

RR=1.36, 95% CI 1.17-1.58, p<0.01; I²=80%

ROBIS

Risk of bias in the review: unclear

 

Domain

Concerns regarding specification of study eligibility criteria: unclear risk

 

Concerns regarding methods used to identify and/or select studies: high risk

 

Concerns regarding methods used to collect data and appraise studies: unclear risk

 

Concerns regarding the synthesis and findings: low risk

 

Additional concerns about quality:

Search terms not provided

 

Limitations by authors

Data for DBT plus s2D compared to DM are limited

 

No a priori power analyses conducted

 

No identified reported interval

cancer rates (ICR), biopsy rates or PPV-2 in women screened with

DBT plus s2D compared to DM alone separately given for breast density and age à lack of data, therefor not involved in meta-analyses calculation

 

Outcomes influenced by reading procedure and other factors


Quality of included studies:

QUADAS-2

Risk of Bias

Patient selection: 1 high/12 low

Index Test: 13 low

Reference Standard: 13 low

Flow and Timing: 13 high

Applicability

Patient Selection: 13 low

Index Test: 13 low

Reference standard: 13 low

 

Level of evidence:

Oxford 2011:

Level 3 (downgrade due to included study designs)

Sources of funding: n.a.

 

 

Abbreviations:

DBT = Digital Breast Tomosynthesis

s2D = Synthesised Two-Dimensional Digital Mammography

DM = Digital Mammography 

CDR = Cancer Detection Rate 

ICR = Interval Cancer Rates

PPV-1 = Positive Predictive Values for Recalls 

PPV-2 = Positive Predictive Values for Biopsies Recommended

PPV-3 = Positive Predictive Values for Biopsies Performed

RR = Risk Ratio

95% CI = 95% Confidence Interval 

REM = Random Effect Model 

n.a. = not Available, not Applicable

 

 

Kapitel 3.2 Brustkrebsfrüherkennung (Li et al. 2022)

 

Source: Li T, Houssami N, Noguchi N, Zeng A, Marinovich ML. Differential detection by breast density for digital breast tomosynthesis versus digital mammography population screening: a systematic review and meta-analysis. Br J Cancer. 2022 Jul;127(1):116-125. doi: 10.1038/s41416-022-01790-x. Epub 2022 Mar 28. PMID: 35352019; PMCID: PMC9276736.

Aim

Design and participants

Intervention

Outcomes

Results

Quality and comment

To examine whether digital breast tomosynthesis (DBT) detects differentially in high or low-density screens.

Design: Systematic review and meta-analysis

 

Search date:

 

Searched databases:

 

Included study designs:

Prospective and retrospective

 

Number of included studies: 13

 

Number of included patients: 1,238,735

participants/examinations (522,846 with DBT and 715,889 with DM)

 

Median age:

DBT: 57 (range: 54 - 59)

DM: 57.6 (range: 53.8 – 58.6)

 

Inclusion criteria:

Asymptomatic women attending population-based breast cancer screening programs; English language

Exclusion:

 

 

Intervention

Digital Breast Tomosynthesis (DBT)

 

Control

Digital Mammography (DM)

Primary Outcome:

Cancer Detection Rate (CDR)

Recall Rate

 

 

 

Primary Outcome:

 

Pooled within-study difference in incremental CDR for high- versus low-density was

1.0/1000 screens (95% CI: 0.3 - 1.6; p=0.003)

 

CDR:

European studies: the pooled incremental CDR

low density was 1.6 per 1000 screens (95% CI: 0.8, 2.5; p < 0.001; I2 = 71%) and the pooled incremental CDR

high density was 3.5 per 1000 screens (95% CI: 1.9, 5.1; p < 0.001;

I2 = 53%).

 

Recall rate:

European studies: the pooled incremental

recall rate was 0.2% (95% CI: −0.6%, 1.1%; p=0.60; I2 =93%) in low

density and 1.0% (95% CI: −0.1%, 2.1%; p=0.07; I2 =84%) in high density

 

DBT has differential incremental cancer detection and recall by breast density

ROBIS

 

Additional concerns about quality:

No long-term health outcomes; most of the data reported on prevalent (initial) DBT screening, even though repeat breast screening represents the majority of screens in screening

programmes


Quality of included studies:

QUADAS-2 criteria adapted -

5 of the 13 studies were rated as low risk of bias and low concerns of applicability

 

Level of evidence:

Oxford 2011:

 

Sources of funding:

Open Access funding enabled and organized by CAUL and its Member Institutions.

 

Abbreviations and comment:

DBT: Digital Breast Tomosynthesis

DM: Digital Mammography

 

Kapitel 3.3 Familiäres Risio (Nelson et al. 2019)

 

Source: Nelson HD, Pappas M, Cantor A, Haney E, Holmes R. Risk Assessment, Genetic Counseling, and Genetic Testing for BRCA-Related Cancer in Women: Updated Evidence Report and Systematic Review for the US Preventive Services Task Force. JAMA. 2019 Aug 20;322(7):666-685. doi: 10.1001/jama.2019.8430. PMID: 31429902.

Aim

Design and participants

Intervention

Outcomes

Results

Quality and comment

To update the 2013 US Preventive Services Task Force review on benefits and harms of risk assessment, genetic counseling, and genetic testing for BRCA1/2-related cancer in women.

 

Design: Systematic review

Search date: January 1, 2013, to March 6,

2019, for updates; January 1, 1994, to March 6, 2019

 

Searched databases:

Cochrane Central Register of Controlled Trials and Database of Systematic Reviews, Ovid EMBASE, and MEDLINE

 

Included study designs:

accuracy studies, RCTs, and observational studies

 

Number of included studies: 103

 

Number of included patients: 92,712

 

Mean/median age:

 

Inclusion criteria:

Women without recently diagnosed BRCA1/2-related cancer; English language articles

 

Exclusion:

women with a history of breast or ovarian cancer, unless the cancer was diagnosed at least 5 years before enrollment and treatment was completed

 

 

Intervention

Risk assessment, genetic counseling, and genetic testing for BRCA1/2-related cancer

 

Control

No intervention or standard care (depending on the study)

Cancer incidence and mortality; Discriminatory accuracy of risk assessment tools for BRCA1/2 mutations Benefits and harms of risk assessment, genetic counseling, genetic testing, and risk-reducing interventions

 

No studies evaluated the effectiveness of risk assessment, genetic counseling, and genetic testing in reducing incidence and mortality of BRCA1/2-related cancer.

14 studies of risk assessment tools showed moderate to high accuracy (AUC = 0.68-0.96);

28 studies indicated that genetic counseling was associated with reduced breast cancer worry, anxiety, and depression; increased understanding of risk; and decreased intention for testing;

20 studies showed that breast cancer worry and anxiety were higher after testing for women with positive results and lower for others; understanding of risk was higher after testing In 8 RCTs, tamoxifen, raloxifene, and aromatase inhibitors were associated with lower risks of invasive breast cancer compared with placebo; results were not specific to mutation carriers;  Mastectomy was associated with 90% to 100% reduction in breast cancer incidence and 81% to 100% reduction in breast cancer mortality;   Oophorectomy was associated with 69% to 100% reduction in ovarian cancer; complications were common with mastectomy

ROBIS

 

Low risk of bias

 

Additional concerns about quality:

number, quality, and applicability of studies evaluated varied widely; most studies

included highly selected samples of women, some with preexisting

breast or ovarian cancer or from high-risk groups that were defined in

various ways, or from previously identified cancer kindreds


Quality of included studies:

 

Level of evidence:

Oxford 2011:

 

Sources of funding: funded under

contract HHSA290201500009I, Task Order 7, from

the Agency for Healthcare Research and Quality

(AHRQ), US Department of Health and Human

Services, under a contract to support the US

Preventive Services Task Force (USPSTF)

 

 

 

Abbreviations and comment: Benefits and harms of risk assessment, genetic counseling, and genetic testing to reduce cancer incidence and mortality have not been directly evaluated by current research

 

 

Kapitel 3.3 Familiäres Mammakarzinom (Bick et al. 2019)

Source: Bick U, Engel C, Krug B, et al. High-risk breast cancer surveillance with MRI: 10-year experience from the German consortium for hereditary breast and ovarian cancer. Breast Cancer Res Treat. 2019;175(1):217-228. doi:10.1007/s10549-019-05152-9

Aim and Country

Design and participants

Comparison groups & surveillance program

Outcomes

Results

Quality and comment

Country: Germany

 

Aim: 10 years of high-risk service screening with annual MRI in the German Consortium for Hereditary Breast and Ovarian Cancer (GC-HBOC) –> report on the outcome of the program 10 years of operation

 

Design: registry-based, prospective cohort study

 

Setting: 12 University Centers across Germany

 

Enrollment: 2006-2015

 

Number of included patients: 4,573

BRCA1 carriers: 954 (20.9%)

BRCA2 carriers: 598 (13.1%)

BRCA1/2 non-carriers with high risk: 3,021 (66.1%)

 

Mean age:

Mean (SD):

Total: 38.8 (8.7)

BRCA1: 37.4 (9.8)

BRCA2: 39.4 (9.8)

BRCA1/2 non-carriers with high risk: 39.2 (8.0)

 

Inclusion criteria:

No history of BC and/or another malignancy; 3 risk groups: carrying a pathogenic (1) BRCA 1 or (2) BRCA 2 mutation or (3) high-risk women from BRCA1/2-negative families;

at least one documented screening round with MRI in one of the 12 participating centers between 01/01/2006 and 31/12/2015

 

Exclusion: women with prior risk reducing mastectomy

 

 

3 risk groups

BRCA1 carriers

BRCA2 carriers

BRCA1/2 non-carriers with high risk

 

Surveillance program

Annual MRI supplemented by clinical exam and ultrasound every 6 months

 

 

Primary breast cancer (PBC)

 

Screening performance

 

PBC during active surveillance:

221 PBC (185 invasive cancers and 36 DCIS)

38.5% (85/221) detected at first screening round

51.1% (113/221) at a subsequent screening round

10.4% (23/221) during the 12-month interval following a negative annual screening round with MRI

 

Stage distribution:

84.5% (174/206) of all PBC stage 0 or I

 

Interval cancers: more frequently observed in BRCA1 carriers (14.5%, 12/83) than in BRCA2 carriers (11.3%, 6/53) and other high-risk patients (5.9%, 5/85)

 

Overall program sensitivity for all 14,142 regular screening rounds with MRI was 89.6% (95% CI 84.9-93.0)

(no significant differences in sensitivity between the 3 risk groups or by age)

 

Detection performance of individual imaging modalities

Overall: 82% (183/221) of all cancers were positive on MRI

53.3% (98/184) for mammography (performed in addition to MRI) and

50.9% (111/218) for ultrasound

 

 

Cancer detection rates per 1000 screening rounds varied strongly with type of screening round, risk group and patient age:

 

Detection performance

 

BRCA1

First rounds

Detection rate: 19.9‰

PPV: 12.9%

Subsequent rounds

Detection rate: 28.4‰

PPV: 27.4%

30-39 years

Detection rate: 43.2‰

PPV: 29.4%

40-49 years

Detection rate: 21.8‰

PPV: 25.5%

≥50 years

Detection rate: 30.5‰

PPV: 33.3%

 

BRCA 2

First rounds

Detection rate: 43.5‰

PPV: 23.4%

Subsequent rounds

Detection rate: 19.5‰

PPV: 22.0%

30-39 years

Detection rate: 22.7‰

PPV: 23.3%

40-49 years

Detection rate: 24.3‰

PPV: 27.5%

≥50 years

Detection rate: 16.3‰

PPV: 23.5%

 

BRCA1/2 non-carriers with high risk

First rounds

Detection rate: 13.6‰

PPV: 7.9%

Subsequent rounds

Detection rate: 5.9‰

PPV: 5.9%

30-39 years

Detection rate: 2.9‰

PPV: 2.8%

40-49 years

Detection rate: 7.4‰

PPV: 6.8%

≥50 years

Detection rate: 10.9‰

PPV: 13.8%

 

Patient follow-up

5 deaths (of 4,573 patients) recorded up to Dec. 31, 2016 only 1 related to BC à BRCA2-pos. patient, detected in first screening round

2 BRCA1 pos. patients died of ovarian cancer

1 BRCA2 pos. patient died of pancreatic cancer

1 BRCA1/2 neg. patient died unrelated to an oncologic diagnosis

 

Conclusion:

BRCA1 carriers: surveillance with MRI is less effective in preventing advanced stage BC;

CDRs and with this PPVs for subsequent screening rounds in

young premenopausal high-risk women without a BRCA1/2

mutation were lower than expected, shifting the balance

towards negative side effects

Quality of study

Assessed with SIGN checklist for cohort studies:

Overall assessment: acceptable

 

Limitations by authors:

Stratification by risk group based on BRCA1/2 testing only as broader multi-gene panel testing – introduced in the GC-HBOC only towards end of recruitment period; interpreting physician had access to all imaging studies performed during a particular screening round to maximize screening performance à overestimation of detection performance of individual surveillance modalities possible

 

Additional concerns about quality:

 

No information about blinding of imaging interpreting physician to risk group of patient

 

No information about the number of patients asked to participate (only number provided of participating patients)

 

No information about patients lost to follow-up

Sources of funding:

Grant (110837) from the German Cancer Aid (Deutsche Krebshilfe)

 

 

 

 

 

Abbreviations:

GC-HBOC = German Consortium for Hereditary Breast and Ovarian Cancer

PBC = Primary Breast Cancer

MRI = Magnetic Resonance Imaging

PPV = Positive Predictive Value

 

Kapitel 3.3 Familiäres Mammakarzinom (Carbine et al. 2018)

Source: NE, Carbine, Lostumbo L, Wallace J, and Ko H. "Risk-Reducing Mastectomy for the Prevention of Primary Breast Cancer." [In eng]. The Cochrane database of systematic reviews 4, no. 4 (2018-4-5 2018): CD002748. https://doi.org/doi:. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29620792/.

Aim

Design and participants

Intervention

Outcomes

Results

Quality and comment

Aim: (i)To determine whether risk-reducing mastectomy reduces death rates from any cause in women who have never had breast cancer and in women who have a history of breast cancer in one breast, and

(ii) to examine the effect of risk-reducing mastectomy on other endpoints, including breast cancer incidence, breast cancer mortality, disease-free survival, physical morbidity, and psychosocial outcomes.

 

Design: Systematic review

 

Search date:

9 July 2016

 

Searched databases:

Cochrane Breast Cancer Specialized Register, Cochrane Central Register of Controlled Trials, MEDLINE, Embase and the WHO International Clinical

Trials Registry Platform

 

Included study designs:

Observational studies

 

Number of included studies: 61

 

Number of included patients: 15077

 

Mean/median age:

n.a.

Inclusion criteria:

women with a positive family history of breast cancer,

BRCA1/2 mutation carriers, previous cancer in one breast,

previous multiple breast biopsies, and previous diagnosis of

lobular carcinoma in situ, atypical hyperplasia, or proliferating

breast disease.

 

Exclusion: non-English studies

 

 

Intervention

Risk-reducing mastectomy (including

subcutaneous mastectomy, total or simple mastectomy, modified

radical mastectomy, and radical mastectomy)

 

 

Control

No risk-reducing mastectomy

Primary Outcome:

All-cause mortality

 

 

Secondary Outcome:

1. Beast cancer mortality

2. Disease-free survival (e.g. disease-specific (breast cancer), any

disease-free, all-cause survival, overall survival)

3. Breast cancer incidence

4. Physical morbidity (e.g. postoperative complications, surgical

complications, infections, necrosis, hematoma)

5. Quality of life (including satisfaction with the decision to have

RRM, satisfaction with cosmetic outcome, satisfaction with the

medical process, psychological well-being, impact on body

image, and impact on primary relationships and sexuality)

[not covered in evidence table]

BILATERAL RISK-REDUCING MASTECTOMY

Primary Outcome:

All-cause mortality

(2 of 21 studies)

Heemskerk-Gerritsen 2013 (FU BRRM group: 8.5 y and 4.1 y control group)

for bilateral risk-reducing mastectomy (BRRM) group

HR 0.20 (95% confidence interval (CI) 0.02 to 1.68).

Ten-year overall survival for the BRRM participants was 99%, while that for the controls was 96%.

 

Klijn 2004 (FU RRM group: 4.8 y and 3.5 y surveillance group)

no deaths among the 113 BRRM

women, but two of the 173 women in the surveillance group had died

 

Secondary Outcome:

1. Breast cancer (disease-specific) mortality

(5 studies)

BRCA1 and BRCA2 mutations

(2 studies)

 

Heemskerk-Gerritsen 2013

212 women underwent BRRM [1 death] and 358 controls surveillance only [6 deaths]

 

Meijers-Heijboer 2001

3y FU: 76 women underwent BRRM [no deaths] 63 women surveillance [1 death]

 

Ingham 2013 (retrospective)

N=58 BRCA1/2 carriers with BRRM: no improved survival

HR 0.25, 95% CI 0.03 to 1.81, p=0.14

10-y survival: 98.1% (95% CI 87.1% to 99.7%)

 

Ingham 2013 (retrospective)

N=68 BRCA1/2 carriers with BRRM and BRRSO

Survival advantage:

HR 0.14, 95% CI 0.02 to 1.02, p=0.02

Analysis matched: each individual with BRRM matched by date of birth, gene and undergone BRRSO – to individuals without BRRM:

HR 0.28, 95% CI 0.06 to 1.35

Women undergoing just BRRM compared with no risk-reducing surgery:

HR 0.12, 95% CI 0.02 to 1.01

Only BRRSO (n=108) was significantly associated with improved survival:

HR 0.22, 95% CI 0.08 to 0.61, p=0.002

 

High risk (strong family history, but not necessarily BRCA1/2 mutation carriers)

 

Hartmann 1999a

N=639 women (at high and moderate risk) of developing BC; median FU-length: 14y

214 patients (high risk) 2 developed and died of BC; compared to 90 deaths in control group (participants`sisters)

81%-94% risk reduction dying from BC following BRRM (depending on statistical model)

 

Moderate risk

Hartmann 1999a

No deaths in moderate risk group (n=425 participants), compared to an expected 10.4 deaths using the Gail model (risk reduction of 100%)

 

Geiger 2005

10y of FU

276 women who had BRRM (of those 65% multiple BC risk factors): no deaths

Matched controls (12% multiple BC risk factors): 0.2% death rate (1600/666,800)

 

Heemskerk-Gerritsen 2013

BRRR: 1 death of 212

Control: 6 death of 358

HR for BRRM group=0.29, 95% CI: 0.03 to 2.61

 

2. Disease-free survival

Heemskerk-Gerritsen 2013

BRCA1/2 women; 10y BC-free-survival

BRRM group: 100% (212 participants)

Control group: 74% (358 participants)

 

3. Breast cancer incidence

16 studies: effects of BRRM on incidence of BC (of those: 7 studies BRCA1/2 mutations, 6 high risk women, 3 risk unknown)

BRCA1 / BRCA2 mutations

Arver 2011 (retrospective case series)

BRRM: 0 of 223 in high risk women vs expected 12 cases after a mean FU of 6.6y

Hartmann 2001

BRRM: 0 of 26 vs expected incidence of 6 to 9 cancers in 26 women with BRCA1/2 mutations

 

Heemskerk-Gerritsen 2013 (prospective case series)

BRRM (n=212); surveillance only (n=358)

BRRM: Incidence rate per 1000 women was zero

Surveillance: Incidence rate per 1000 women was 28

 

Kass 2010 (retrospective series)

 147 asymptomatic BRCA1/2 mutation carriers who had BRRM

BC incidence: 0 out of 147 (median FU time 6.1y for BRCA1 and 3.7y in BRCA 2 carriers)

Confounding factor: 54% had BRRSO

 

Meijers-Heijboer 2001 (prospective cohort)

BRCA1/2 with BRRM vs surveillance

Significant risk reduction in BRRM group:

0 of 76 vs 8 of 63, p=0.003 (3y FU)

 

Klijn 2004

1 of 73 with BRRM developed distant metastasis

24 of 173 in surveillance group developed BC

Significant difference (p=0.01) in 5-y incidence rate

 

Rebbeck 2004 (retrospective)

5y FU: significant difference (p<0.0001)

BRRM (2/102); without BRRM (184/378)

Women with BRRSO excluded:

2/59 vs 149/305, p<0.001

 

Skytte 2011 (prospective cohort)

Annual incidence BC rate:

BRRM: 0.8% (3/96)

Non-BRRM: 1.7% (16/211)

Protective effect, but not statistically significant

 

High risk (strong family history, but not necessarily BRCA1/2 mutation carriers)

Contant 2002

BRRM: no incidence of BC within 2.8y FU

(79 women who were BRCA1/2 mutations carriers or had a 50% risk for BC)

 

Hartmann 1999 (retrospective cohort)

High risk group (strong family history of BC; BRCA1/2 not excluded) vs sisters as control group

90-94% reduction in incidence for surgery group

 

Moderate risk

Geiger 2005

BRRM compared to control group

HR 0.005, 95% CI 0.001 to 0.044

 

Hartmann 1999a (case series)

Significantly reduced incidence of BC following BRRM

 

CONTRALATERAL RISK-REDUCING MASTECTOMY (CRRM)

26 studies involved only participants with a previous diagnosis of BC in one breast who chose to undergo CCRM;

4 studies included both: BRRM & CRRM

 

Primary Outcome:

All-cause mortality

15 studies reported all-cause mortality

Boughey 2010

10-year overall survival:

CRRM (128 of 385 died non-CRRM

group (162 of 385 died) with a HR of 0.68 (95% CI 0.54 to 0.86, P= 0.001) resulted in a 10-year survival after a multivariate analysis of HR 0.77 (95% CI 0.60 to 0.98, P = 0.03)

 

Goldflam 2004

All-cause mortality following CRRM: 5.8 (14/239); mean FU: 7.8y

Herrington 2005:

Improved survival:

CRRM vs no CRRM group: HR 0.60, 95% CI 0.50 to 0.72 (women with BC in one breast)

 

Zeichner 2014

237 participants <40 years with breast cancer, 42 having CRRM and 195 with No CRRM.

Overall survival at 10 years for the CRRM versus no CRRM was HR 2.35, 95% CI 1.02 to 5.41, P = 0.046, with five deaths (11.9%) in the CRRM group versus 51 (26.2%) in the no-CRRM group (P = 0.05)

 

Brewster 2012

CRRM: n=532; no CRRM: 335

Adjusted model favored CRRM (overall survival)

HR 0.74, 95% 0.56 to 0.99

Matched model (497 CRRM vs 497 no CRRM)

HR 0.77, 95% CI 0.53 to 1.13

Hormone receptor positive

adjusted and matched models were not statistically significant; the hormone receptor-negative adjusted model favored

CRRM, with HR 0.58, 95% CI 0.36 to 0.96

 

Chung 2012

CRRM: no significant predictor for overall survival

 

Kiely 2010

1018 women with a family history of breast

Cancer, median follow-up of 11.1 years (8 years for 154

in the CRRM group and 11.7 years for the non-CRRM group). At last follow-up, there was no apparent difference in survival as 144 of 154 women in the CRRM group (93.5%) and 800 of 864 women (92.6%)in the non-CRRM group were alive

 

Jatoi 2014

CRRM was associated with lower all-cause mortality (HR 0.83, 95% CI 0.80, 0.88)

(retrospective case-control study)

 

Kruper 2014

comparing CRRM to no CRRM, there was greater overall survival (HR 0.76, 95% CI 0.71 to 0.81) for CRRM women

CRRM decreased the risk of overall death by 24%; 3-, 5-, and 10-year overall survival was greater for CRRM women versus no CRRM.

(SEER database)

 

Peralta 2000

246 participants with at least one first- or second-degree relative with BC; overall survival at 15y:

CRRM was 64% (41 of 64) versus 48% (87 of 182) for those in the comparison group after controlling for multiple prognostic factors (P = 0.26)

 

Pesce 2014

10,289 women who had unilateral treatment mastectomy (UM) and 4338 who had CRRM

CRRM: better survival than UM without adjustments (P < 0.001);

the unadjusted Kaplan-Meier survival curve showed CRRM was statistically significantly better than UM (P = 0.0002) overall survival (adjusted for various factors): HR 0.93, 95% CI 0.79 to 1.09, P = 0.38

(USA National Cancer Database)

 

BRCA1 and BRCA2 mutations

Evans 2013

105 women had CRRM, 473 had No CRRM, and 120 BRRSO only

All deaths were: CRRM = 9/105, controls = 180/473 (median follow-up of 9.7 y) in the CRRM group and 8.6 in the non-CRRM group with a HR 0.37 (95% CI 0.17 to 0.80, P = 0.008.)

10-year survival figures were: CRRM and BRRSO = 92% (HR 0.16, 95% CI 0.06 to 0.44); CRRM no BRRSO = 83% (HR 0.48, 95% CI 0.19 to 1.14); BRRSO no CRRM = 81% (HR 0.46, 95% CI 0.27 to 0.78); no

CRRM = 65% (no HR). In the adjusted analysis, after adjusting for potential confounders, only CRRM (HR 0.28, 95% CI 0.14 to 0.55) and BRRSO (HR 0.34, 95% CI 0.21 to 0.55) were independently predictive of improved survival.

 

Heemskerk-Gerritsen 2015

all-cause mortality was lower in the CRRM group (242 women) than the control (surveillance; 341 women) group, with 19 in CRRM versus 65 in controls, 21.6 versus 9.6 per person-years of observation

10-year survival, fewer women died in the CRRM group (8% versus 19%, P < 0.001); the 15-year survival was also better in the CRRM group (86%) than in the control group (74%).

Survival curves (Kaplan-Meier), death by all causes favoredCRRM (P logrank < 0.119) but was not statistically significant

 

Metcalfe 2014

390 women with stage 1 or 2 BC; BRCA 1/2 carrier or untested with family history of BC and/or BRCA 1/2 mutations

Overall survival of BRCA1/2 or high-risk women at 20y FU

CRRM: 88% (95% CI 83% to 93%) and

No CRRM: 66% (95% CI 59 to 73%)

propensity score adjusted analysis of

79 matched pairs (CRRM versus no CRRM), the association was not significant (0.60, 0.34 to 1.06, P = 0.08). The adjusted HR for CRRM compared with no CRRM was 0.58 (95% CI 0.34 to 0.97, P = 0.04) for

the entire study period and 0.36 (95% CI 0.13 to 0.96, P = 0.04) for

the second period of 10 to 20 years of follow-up

 

Van Sprundel 2005

Improved survival for CRRM participants (94% vs 77%, p=0.03)

After adjusting for BRRSO, the CRRM effect of all-cause mortality was not significant

 

Secondary Outcome:

1. Breast cancer (disease-specific) mortality

9 studies: data on BC mortality (inconsistent results)

Bedrosian 2010

CRRM: associated with improved disease-specific survival in specific patient populations:

Women with stages I-III BC:

HR of death 0.63, 95% CI 0.57 to 0.69, p<0.001

Adjusted analysis:

Women under 50 years:

HR 0.84, 95% CI, 0.72 to 0.97, p=0.02

Women >60 years:

HR 0.88, 95% CI 0.75 to 1.03, p=0.13

Women <50y with stage I/II ER neg BC

HR 0.68, 95% CI 0.53 to 0.88, p=0.004

Women with stage I/II ER pos BC and CRRM:

HR 0.88, 95% CI 0.66 to 1.17, p=0.38

 

Goldflam 2004

BC mortality rate 2.5% (8/239) in women with stage 0 to II BC (mean FU 7.8y)

 

Herrington 2005

CRRM vs no-CRRM (after approx. 5y)

BC mortality: HR 0.57, 95% CI 0.45 to 0.72

 

Jatoi 2014

CRRM vs no-CRRM

BC specific mortality:

HR 0.84, 95% CI 0.79 to 0.89

Non-cancer mortality:

HR 0.71, 95% 0.64 to 0.80 (5y hazard of death)

 

King 2011a

Alive without disease:

Multivariate Cox regression (adjusting for age and treatment factors): no difference in BC event rates p=0.23

 

Lee 1995

Significant survival advantage for those  who had CRRM or biopsy in the contralateral breast at 15y FU

 

Peralta 2000

Disease specific survival:

Subgroup with initial diagnoses of stage 0, I or II BC

71% (95% CI 52% to 84%) vs 53% (95% CI 42% to 62%)

 

BRCA1 and BRCA2 mutations

Evans 2013

CRRM group (105 participants) of BRCA1/2 mutation carriers, all deaths = 9 of 105

participants, deaths from breast cancer = 8/105;

deaths from other cause = 1

The 10-year survival was 89%. In the control group (473 participants), all deaths = 26, deaths from breast cancer = 24, and

other deaths = 2. The 10-year survival was 71%.

 

Metcalfe 2014

BRCA1/2 mutations or high risk:

CRRM vs no-CRRM

HR 0.52, 95% 0.29-0.93

10y FU: no significant differences

20y FU: BC-specific mortality for no CRRM: 31%

CRRM: 48% reduction in risk of mortality (vs no CRRM)

 

2. Disease-free survival

11 studies (varying results on data for disease-free survival)

Brewster 2012

All-patients adjusted model favored CRRM:

HR 0.75, 95% CI 0.59 to 0.97

All-patients matched model:

HR 0.77, 95% CI 0.53 to 1.13

Hormone-receptor negative adjusted model:

HR 0.60, 95% CI 0.38 to 0.95

Matched model:

HR 0.48, 95% CI 0.22 to 1.01

 

Boughey 2010

CRRM vs no-CRRM

HR 0.66, 95% CI 0.53 to 0.82

Multivariate analysis:

HR 0.67, 95% CI 0.54 to 0.84

 

Chung 2012

177 women with CRRM and 178 controls; median FU 61 months;

Both the local recurrence free

survival curve difference (P = 0.225) and the distant metastasis free

survival curve difference (P = 0.417) were not statistically significant between the groups

 

Kiely 2010

systemic recurrence rate of 6.2 per 1000

women-years for CRRM women and 10.4 per 1000 women-years for

non-CRRM women (P = 0.04)

confounding factor:

CRRM group, 86 of 154 women (59%) had also had BRRSO and only 240 of 864 women in the non-CRRM (24%) had also

had BRRSO

 

King 2011a

at last follow-up for women with CRRM, 91% were alive without disease as opposed to those without CRRM (84% alive, P = 0.02)

 

Kruper 2014

CRRM associated with improved disease-specific survival

HR 0.86, 95% CI 0.79 to 0.93

 

Peralta 2000

At 15y: disease-free-survival

CRRM: 55%, 95% CI 38% to 69%

Control: 28%, 95% CI 19% to 36% (p=0.01)

 

Zeichner 2014

CRRM: 42 participants

Overall 5y-survival: 81.3%

Overall 10y survival: 73.3%

Compared to the no CRRM: 195 participants, the CRRM participants had significantly smaller tumors

 

BRCA1 and BRCA2 mutations

Van Sprundel 2005

No improved survival in CRRM group without BRSSO

CRRM + BRRSO: significantly better disease-free survival:

HR 0.16, 95% CI 0.04 to 0.61 (than those who did not have BRRSO

 

Heemskerk-Gerritsen 2015

242 women with CRRM and 341 without (controls), with a median follow-up for CRRM of 11.4 years and for controls of

11.3 years. Time to onset of breast cancer statistically significantly favored CRRM (P logrank < 0.001). Cox analysis adjusted for BRRSO for mortality yielded a HR 0.49 (95% CI 0.29 to 0.82) which favors CRRM.

 

3. Breast cancer incidence

17 studies reported data for contralateral BC incidence after CRRM, with 11 having controls showing significantly lower breast cancer incidence in those who had CRRM

Bedrosian 2010 (SEER data)

Early-stage ER-neg cancer and CRRM

Cumulative incidence of CBC was 0.16%;

No-CRRM 0.90% (p=0.05)

Early stage ER+ and CRRM: 0.13%

No-CRRM 0.46% (p=0.07)

 

Boughey 2010

Incidence of CBC:

CRRM 2/385

No-CRRM 31/385

HR 0.05, 95%CI 0.01 to 0.22, p=0.0001

Multivar. Analysis:

HR 0.05, 95% CI 0.01 to 0.19, p=0.0001

 

Brewster 2012

CRRM: 1/532

Control: 67/335

 

Chung 2012

Development of CBC:

CRRM: 0/177

Control: 3/178

 

Herrinton 2005 and Metcalfe 2014

HR 0.03 in CRRM treatment groups

 

Kiely 2010

CRRM: 1 chest wall event in 154 participants

No-CRRM: 177/864 invasive or in situ event (p<0.0001)

 

King 2011

CRRM: 0/407 incidence of CBC

No-CRRM: 14/2572 (p=0.02)

Adjusted analysis for age, treatment (chemotherapy, radiotherapy, MRI): p=0.23

 

Kruper 2014

CBC in 1.6% of cohort

 

McDonnell 2001 (case series of 745 women (388 premenopausal, 357 postmenopausal) who underwent CRRM; median FU 10 y

8 CBC (6/8 premenopausal)

2/357 postmenopausal women developed CBC following CRRM

 

Metcalfe 2004

BRRSO: HR 0.41, 95% CI 0.18 to 0.90

 

Peralta 2000

CRRM: 0/64

Control: 36/182 (19.8%)

P=0.02

 

Zeichner 2014

CRRM: 6/42 (14.3%)

No-CRRM: 60/195 (30.8%)

 

COMBINED BILATERAL AND COLATERAL RISK-REDUCING MASTECTOMY

12 studies included participants receiving BRRM as well as participants receiving CRRM.

4 studies separated BRRM and CRRM participants when reporting data and those results are reported above. Collectively,

the other 10 studies involved 2157 participants; 1809 of them (83.7%) received BRRM, 348 (16.3%) received CRRM, and 36 were unclear.

 

Primary Outcome:

All-cause mortality

1 study

Pennisi 1989

70% of 1500 participants who were followed for 9 years, 0.3% died of "other causes".

These are the only data provided concerning mortality from causes

other than breast cancer; no data for all-cause mortality

 

2. Breast cancer (disease specific survival)

Mutter 2015

13 of 1065 women with BRRM and 12

of 1643 with CRRM developed breast cancer in the risk-reducing mastectomy breast with a median follow-up of 22 years

Kaplan-Meier curve for disease-free-survival (5y): 69% overall (95% CI 52% to 94%)

 

3. Breast cancer incidence

 

5 studies reported data on BC incidence – all 5 reported fewer cases following risk-reducing surgery

 

Evans 1999

178 participants: 141 received BRRM and 37 received CRRM

No BC in participants with risk-reducing mastectomy; FU < 5y

 

Horton 1978

104 women: 93 received BRRM and 11 received CRRM

No BC developed in any participants

 

Mutter 2015

BRRM: 13/1065

Median time to develop BC: 6y

CRRM: 12/1643

Median time to develop BC: 8y

 

Pennisi 1989

1500 participants:

BRRM: 1361

CRRM: 139

6/1500 (0.4%) developed BC

30% were lost-to FU

 

BRCA1 and BRCA2 mutations

Koskenuvo 2014 (retrospective cohort)

136 BRCA1/2 mutation carriers; median FU 52 months (range 1-133 months)

52 had RRM; 33/52 also had RRSO

45 months postsurgery: 1/52 metastatic axillary lymph nodes 

ROBIS

Risk of bias in the review: low

Domain

Concerns regarding specification of study eligibility criteria: unclear risk

 

Concerns regarding methods used to identify and/or select studies: low risk

 

Concerns regarding methods used to collect data and appraise studies: low risk

 

Concerns regarding the synthesis and findings: low risk 

Concerns:

Additional concerns about quality: only English language papers included

 

Risk of Bias in included studies: varied among studies;

Most common source of potential bias: selection bias (30/61 studies); unclear performance bias because of data sources or age of collected data;

Detection bias varied among 61 studies

Sources of funding: n.a.

 

Abbreviations:

BRRM = Bilateral Risk-Reducing Mastectomy

RRM = Risk-Reducing Mastectomy

BC = Breast Cancer

CRRM = Contralateral Risk-Reducing Mastectomy

CBC = Contralateral Breast Cancer

BRRSO = Bilateral Risk-Reducing Salpingo-Oophorectomy 

n.a. = not Available, not Applicable

FU = Follow-Up

HR = Hazard Ratio

95% CI = 95% Confidence Interval

y = Years

Grey Text: Further Outcomes not related to recommendation 

 

Kapitel 3.3 Familiäres Mammakarzinom (Heemskerk-Gerritsen et al. 2019)

Source: Bernadette A. M. Heemskerk‑Gerritsen, Agnes Jager: Survival after bilateral risk‑reducing mastectomy in healthy BRCA1and BRCA2 mutation carriers. Breast Cancer Research and Treatment (2019) 177:723–733, https://doi.org/10.1007/s10549-019-05345-2

Aim

Design and participants

Surveillance program;

groups

Outcomes

Results

Quality and comment

Does bilateral risk-reducing mastectomy lead to survival benefit?

 

Design: Prospective nationwide cohort study (surveillance)

 

Setting: Hereditary Breast and Ovarian Cancer Netherlands (HEBON) study members of breast and/ or ovarian cancer families were identified through the departments of Clinical Genetics/Family Cancer Clinics at 8 Dutch academic centers and the Netherlands Cancer Institute

 

Enrollment: started Jan 1999

 

Number of included patients: 2,857 healthy BRCA1/2 mutation carriers (1,712 BRCA1 and 1,145 BRCA2); had both breasts and both ovaries in situ at the date of DNA test result

 

Mean age: n.r.

 

Inclusion criteria:

Women without history of cancer

 

Exclusion: n.r.

 

BC surveillance for BRCA1/2 mutation carriers:

Annual imaging by MRI between 25 and 60 years (since 1998)

 

Annual imaging by mammography from 30-60y

 

Biennial (annual since 2012) mammography from age 60 - 75

 

Annual clinical breast examination from 25y onward

BRRM groups vs non-BRRM group (surveillance group)

Breast cancer occurrence,

Overall mortality,

Breast cancer specific mortality

1,712 BRCA1 mutation carriers:

722 opted for BRRM;

1,145 BRCA2 mutation carriers:

406 opted for BRRM

 

Women opting for BRRM underwent DNA testing at a younger age (than women that stayed under surveillance until end of FU)

 

Women in the BRRM group opted more often for risk-reducing salpingo-oophorectomy at a younger age

 

Mean follow-up: 10.3y

 

Observation period, median y (IQR)

BRCA1 mutation carriers:

BRRM: 10.6 (7.9-15.4)

Surveillance: 9.3 (6.7-13.3)

 

BRCA2 mutation carriers:

BRRM: 9.9 (7.1-12.5)

Surveillance: 8.6 (6.5-11.7)

Observation period after BRRM, median years (IQR)

BRCA1: 8.5 (5.5-12.9)

BRCA2: 7.2 (4.8-10.8)

 

Breast cancer occurrence

Lower in the BRRM group than in the surveillance group

BRCA1: 1% [n=8] vs 27% [n=268]

BRCA 2: 0% [n=0] vs 19% [n=144]

BRCA2-associated BCs were diagnosed with more favorable characteristics than BRCA2 mutation carriers

Consequently, BRCA2 less often treated with chemotherapy and more often with endocrine therapy

 

Overall mortality

Lower for women opting for BRRM than women under surveillance:

BRCA1: HR 0.40, 95% CI 0.20-0.80 (multivar. Cox model)

Unadjusted survival curves:

Probability of being alive at 65y:

BRRM: 93%

Surveillance group: 83%

 

BRCA2: HR 0.45, 95% CI 0.15-1.36 (multivar. Cox model)

Probability of being alive at 65y:

BRRM: 93%

Surveillance group: 90%

 

Breast cancer-specific mortality

Lower for women opting for BRRM than women under surveillance:

BRRM: 1 BRCA1 and no BRCA2 mutation carrier died due to BC

Surveillance group: 20 BRCA1 (2.0%) and 7 BRCA2 (0.9%) mutation carriers died due to BC

 

BRCA1: HR 0.06, 95% CI 0.01-0.46 (in favor for BRRM)

Probability not having died due to BC at 65y:

BRRM: 99.7%

Surveillance group: 93%

 

BRCA2: no HR could be estimated (no BRCA2 mutation carrier died due to BC)

Quality of study

Assessed with SIGN checklist for cohort studies: Acceptable

 

Limitations by authors:

Self-reported data regarding BC screening modality and frequency (unknown in ~50% in surveillance group; family history not available for all participants; possible bias toward BRRM being offered more often to healthier women (in BRCA2 mutation carriers women in surveillance group showed more other cancers – but not in BRCA1 group); median age at diagnosis of cancer other than BC/ovarian cancer was higher in the surveillance group; no data about health-related issues available (weight, smoking)

Sources of funding:

Grant from the Dutch Pink Ribbon foundation (Grant No. 2016-209)

 

 

 

 

 

 

 

 

Abbreviations:

HEBON = Hereditary Breast and Ovarian Cancer Netherlands 

BRRM = Bilateral Risk-Reducing Mastectomy 

BC = Breast Cancer

FU = Follow-Up

y = years

IQR = Interquartile Range 

HR = Hazard Ratio

95 % CI = 95% Confidence Interval

n.r. = not reported

 

Kapitel 3.3 Familiäres Mammakarzinom (Eleje et al. 2018)

Source: GU, Eleje, Eke AC, Ezebialu IU, Ikechebelu JI, Ugwu EO, and Okonkwo OO. "Risk-Reducing Bilateral Salpingo-Oophorectomy in Women with Brca1 or Brca2 Mutations." [In eng]. The Cochrane database of systematic reviews 8, no. 8 (2018-8-24 2018): CD012464. https://doi.org/doi:. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30141832/.

Aim

Design and participants

Intervention

Outcomes

Results

Quality and comment

Aim: To assess the benefits and harms of RRSO in women with BRCA1 or BRCA2 mutations.

 

Design: Systematic Review and Meta-Analysis

 

Search date: up to July 2017

 

Searched databases:

Cochrane Central Register of Controlled Trials, MEDLINE Ovid, Embase Ovid

+ Trial registers for ongoing trials

+ Handsearch

 

Included study designs:

Non-randomised studies (NRS), prospective and retrospective

cohort studies, and case series (all with concurrent comparison

groups)

Number of included studies: 10 studies in narrative synthesis; 9 studies in meta-analysis

 

Number of included patients: 8087 (10 cohort studies)

7927 (9 studies in meta-analysis)

 

Mean/median age:

 

Inclusion criteria:

women without a previous or coexisting breast,

ovarian or fallopian tube malignancy, and women with or

without concomitant hysterectomy

 

Exclusion:

women with a previous or coexisting

breast malignancy and women with unilateral oophorectomy or

salpingectomy or salpingo-oophorectomy (both). In addition, we

excluded women with prophylactic salpingectomy with delayed

oophorectomy or ovarian conservation

 

Intervention

Risk-reducing bilateral salpingo-ooporectomy (RRSO)

 

 

Control

No RRSO

Primary Outcome:

Overall survival, HGSC (fallopian tube, ovarian and primary peritoneal cancer) mortality, breast cancer mortality

 

Secondary Outcome:

High-grade serous cancer incidence

BC incidence

Bone fracture incidence

DSF

Morbidity

Recovery and readmission

Quality of life

Severe adverse events

1. Risk-reducing salpingo-oophorectomy (RRSO) versus no

RRSO in BRCA1 or BRCA2 mutation carriers

 

Primary Outcomes:

Overall survival: survival until death from all causes

BRCA1 or BRCA2 mutation carriers who had RRSO compared

to women with no RRSO (after adjustment for important prognostic

factors including age and BRCA mutation status):

HR 0.32, 95% CI:

0.19 to 0.54; P < 0.001; I2 0%

(3 studies, 2548 patients)

 

High-grade serous cancer mortality

Favour of RRSO versus no RRSO in HGSC (fallopian tube, ovarian

and primary peritoneal cancer) mortality, after adjustment for

important prognostic factors including age and BRCA mutation

status (HR 0.06, 95% CI 0.02 to 0.17; P < 0.0001; I2 69%

(3 studies, 2534 participants)

 

Breast cancer mortality

favour of RRSO versus no RRSO in breast cancer mortality, aJer adjustment

for important prognostic factors including age and BRCA mutation

status (HR 0.58, 95% CI 0.39 to 0.88; P = 0.009; I2 65%)

(7 studies, 7198 participants)

 

Secondary Outcome:

High-grade serous cancer incidence

total of 14/1269 (1%) participants with RRSO versus 194/2059 (9%)

participants with no RRSO developed HGSC

(RR 0.17, 95% CI 0.04 to 0.75; P = 0.02; I2 84%)

(4 studies, 1269 participants RRSO groups and 2059 participants control group)

 

Breast cancer incidence

A total of 230/2285

(10%) participants who had had RRSO versus 429/3310 (13%)

participants with no RRSO developed breast cancer.

(RR 0.64, 95% CI 0.43 to 0.96; P = 0.03; I2 75%)

(7 studies, 2285 participants RRSO groups and 3310 participants control group)

 

Bone fracture incidence

None of the studies reported this outcome

 

Disease-free survival

None of the studies reported this outcome

 

Morbidity: direct surgical morbidity and surgically related systemic

morbidity

None of the studies reported this outcome

 

Recovery and readmission

None of the studies reported this outcome

 

2. Risk-reducing salpingo-oophorectomy (RRSO) versus no

RRSO according to BRCA mutation status: subgroup analyses

 

Primary outcomes

 

Overall survival: survival until death from all causes

lower risk of death among women with BRCA1 mutations who had had RRSO than in women who had not had RRSO (HR 0.30, 95% CI 0.17 to 0.52; P < 0001; I2 23%

(3 studies)

 

lower risk of death among women who were BRCA2 mutation carriers who received RRSO than in women with no RRSO (HR 0.44, 95% CI 0.23 to 0.85; P = 0.01; I2 0%

(2 studies)

 

subgroup differences showed no significant difference in effect between studies assessing RRSO versus no RRSO on overall survival according to the mutation status: BRCA1 and BRCA2 (P = 0.38)

 

High-grade serous cancer mortality

difference in favour of RRSO than no RRSO for HGSC deaths among women who were BRCA1 mutation carriers (HR 0.10, 95% CI 0.02 to 0.41; P = 0.001; I2 54%

(2 studies)

 

Breast cancer mortality

difference in favour of RRSO compared with no RRSO

for breast cancer mortality among women who were BRCA1 only mutation carriers (HR 0.45, 95% CI 0.30 to 0.67; P < 0.0001; I2 0%

(4 studies)

 

no difference in favour of RRSO compared with no RRSO for breast cancer mortality among women who were BRCA2 mutation carriers (HR 0.88, 95% CI 0.42 to 1.87; P = 0.75; I2 63%

(3 studies)

 

no difference in eHect between studies assessing RRSO versus no RRSO on breast cancer mortality according to the mutation status: BRCA1 and BRCA2 (P = 0.12)

 

3. BRCA1 or BRCA2 mutation carriers according to type of risk-reducing surgery: subgroup analyses

 

Primary Outcomes

Overall survival: survival until death from all causes

RRSO alone versus RRSO and risk-reducing mastectomy (RRM)

None of the studies reported overall survival among participants who were BRCA1 or BRCA2 mutation carriers who received RRSO alone versus RRSO and RRM.

 

RRSO and RRM versus no RRSO

increase in overall survival among women who were BRCA1 or BRCA2 mutation carriers who received RRSO and RRM compared to women with no

RRSO (HR 0.14, 95% CI 0.02 to 0.98; P = 0.0001) (1 study)

 

Breast cancer mortality

No difference between bilateral salpingo-oophorectomy plus bilateral mastectomy and no RRSO for breast cancer mortality among women who received bilateral salpingo-oophorectomy plus bilateral mastectomy (HR 0.78, 95% CI 0.51 to 1.19; P = 0.25) (1 study)

 

No data for secondary outcomes

 

4. Risk-reducing salpingo-oophorectomy (RRSO) versus no

RRSO for BRCA1 mutation carriers according to age at time of RRSO: subgroup analyses

 

Primary outcomes

Breast cancer mortality

No difference between RRSO and no RRSO for breast cancer mortality among women who were BRCA1 mutation carriers who received RRSO at 50 years of age or less (HR 0.78, 95% CI 0.55 to 1.09; P = 0.15 I2 42%)

(3 studies)

 

no difference between RRSO and no RRSO for breast cancer

mortality among women who were BRCA1 mutation carriers who received RRSO at more than 50 years of age (HR 1.27, 95% CI 0.67 to 2.38; P = 0.46; I2 0%

(3 studies)

 

no difference in studies that

reported breast cancer mortality according to age at surgery: 50

years of age or less and more than 50 years of age (P = 0.18; I2 = 43.8%)

 

No data for secondary outcomes

 

5. Risk-reducing salpingo-oophorectomy (RRSO) versus no

RRSO for BRCA2 mutation carriers according to age at time of RRSO: subgroup analyses

 

Primary outcomes

Overall survival: survival until death from all causes

 

Breast cancer mortality

no difference between RRSO

and no RRSO for breast cancer mortality among women who were BRCA2 mutation carriers who received RRSO at 50 years of age or less (HR 0.49, 95% CI 0.08 to 2.90; P = 0.43; I2 85%

(2 studies)

 

no difference between RRSO and no RRSO for breast cancer

mortality among women who were BRCA2 mutation carriers who received RRSO at more than 50 years of age (HR 1.36, 95% CI 0.68 to 2.75; P = 0.39; I2 0%

(2 studies)

 

no difference in studies that reported breast cancer mortality among participants who were BRCA2 mutation carriers according to age at surgery: 50 years of age or less and more than 50 years of age (P = 0.29; I2 = 8.9%).

 

No data for secondary outcomes

 

ROBIS

Risk of bias in the review: low 

Domain

Concerns regarding specification of study eligibility criteria: low risk

 

Concerns regarding methods used to identify and/or select studies: low risk

 

Concerns regarding methods used to collect data and appraise studies: low risk

 

Concerns regarding the synthesis and findings: low risk

Additional concerns about quality: none

 

Certainty of Evidence (GRADE): very low for all outcomes

 

Sources of funding:  

National Institute for Health Research, via Cochrane Infrastructure funding to the Cochrane Gynaecological, Neuro-oncology and Orphan Cancer Group, UK.

 

Abbreviations:

RRSO = Risk-reducing bilateral salpingo-ooporectomy

NRS = Non-randomised studies

HGSC = High-grade serous cancer

BC = Breast Cancer

DSF = Disease-Free Survival

RR = Risk Ratio

HR = Hazard Ratio

95% CI = 95% Confidence Interval

UK = United Kingdom

 

Kapitel 3.3 Familiäres Mammakarzinom (Xiao et al. 2019)

Source: YL, Xiao, Wang K, Liu Q, Li J, Zhang X, and Li HY. "Risk Reduction and Survival Benefit of Risk-Reducing Salpingo-Oophorectomy in Hereditary Breast Cancer: Meta-Analysis and Systematic Review." [In eng]. Clinical breast cancer 19, no. 1 (2019-2 2019): e48-e65. https://doi.org/doi:. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30470623/.

Aim

Design and participants

Intervention

Outcomes

Results

Quality and comment

Aim: explore the relationships between a history of BC and type of mutation with, respectively, the incidence and mortality of BC

 

Design: Systematic review and meta-analysis

 

Search date: until 26.11.2017

 

Searched databases:

Medline, Embase

 

Included study designs:

Prospective cohort studies (9), retrospective studies (9), case-control study (1)

 

Number of included studies: 19

 

Number of included patients: n.a.

Sample size ranged from 36 to 3722

 

Mean/median age:

n.a.

Inclusion criteria:

(1) Both the case and control subjects were

women who had BRCA1 or BRCA2 mutations, regardless of history

of BC before surgery. (2) The case subjects were treated with

prophylactic surgeries, including oophorectomy and salpingooophorectomy.

(3) The control subjects were women who did

not undergo these surgeries. (4) BC risk or mortality due to prophylactic

surgeries for women with and without a history of BC,

and hazard ratio (HR) values were provided. (5) Study type was a

cohort study or a case-control study.

 

Exclusion:

 

Intervention

RRSO

 

 

Control

No RRSO

Primary Outcome:

Breast cancer risk; all-cause mortality

 

 

 

Breast cancer risk

No history of BC

HR=0.58; 95% CI: 0.37-0.78; I² 69.2%

(8 studies)

 

Subgroup-Analysis

Breast cancer risk in patients with previous BC before RRSO

BRCA1/2

HR=0.50; 95% CI: 0.31-0.69; I² 4.4%

(5 studies, 2200 patients)

 

BRCA1

HR=0.51; 95% CI: 0.20-0.83; I² 44.8%

(4 studies, 1215 patients)

 

BRCA2

HR=0.24; 95% CI -0.05-0.52; I² 0.0%

(4 studies, 808 patients)

 

All-Cause mortality in patients with previous BC

BRCA1/2

HR 0.33; 95% CI: 0.28-0.38; I² 0.0%

(6 studies, 5481 patients)

 

BRCA1

HR 0.31; 95% CI: 0.24-0.38; I² 0%

(3 studies, n.a. patients)

 

BRCA2

HR 0.36; 95% CI: 0.22-0.50; I² 0%

(3 studies, n.a. patients)

 

 

 

 

 

 

ROBIS

Risk of bias in the review: unclear

Domain

Concerns regarding specification of study eligibility criteria: unclear risk

 

Concerns regarding methods used to identify and/or select studies: low risk

 

Concerns regarding methods used to collect data and appraise studies: low risk

 

Concerns regarding the synthesis and findings: unclear risk

Additional concerns about quality: no protocol for conducting the systematic review, search restricted to English, no information about assessment of risk of bias

Sources of funding: n.a.

 

 

 

 

Abbreviations:

BC = Breast Cancer

RRSO = Risk-reducing bilateral salpingo-ooporectomy 

n.a. = not Available, not Applicable

HR = Hazard Ratio

 

Kapitel 3.3 Familiäres Mammakarzinom (Gaba et al. 2023)

Source: Gaba F, Blyuss O, Tan A, et al. Breast Cancer Risk and Breast-Cancer-Specific Mortality following Risk-Reducing Salpingo-Oophorectomy in BRCA Carriers: A Systematic Review and Meta-Analysis. Cancers (Basel). 2023;15(5):1625. Published 2023 Mar 6. doi:10.3390/cancers15051625 

Aim

Design and participants

Intervention

Outcomes

Results

Quality and comment

Breast cancer risk and mortality in BRCA1/2 carriers after Risk-Reducing Salpingo-Oophorectomy (RRSO)

 

Design: Systematic Review and Meta-Analysis

 

Search date:

time of inception of database to 14 June 2022

Searched databases:

Pubmed, Medline, Embase, CINAHL, PsycINFO,

PROSEPRO and Cochrane

 

Included study designs:

Observational studies (23 cohort, 5 case control, 1 cross-sectional)

 

Number of included studies: 29

 

Number of included patients: n.a.

Size of studies varied from 98 to 8977 participants

 

Mean/median age: n.a.

 

Inclusion criteria:

female BRCA1 and BRCA2 mutation carriers undergoing

RRSO

 

Exclusion:

participants who

had a personal history of ovarian cancer (OC) or had undergone prophylactic Risk-Reducing Mastectomy (RRM) prior to RRSO

 

Intervention

Risk-Reducing Salpingo-Oophorectomy

 

Control

No Risk-Reducing Salpingo-Oophorectomy

Outcomes

 (1) primary breast cancer (PBC), defined

as the risk of invasive BC occurring in a previously unaffected individual;

(2) contralateral

breast cancer (CBC), defined as the risk of a second case of primary invasive BC occurring

in a previously unaffected contralateral breast; and

(3) BC-specific mortality (BCSM), defined

as cause of death due to BC

 

 

 

Primary breast cancer

N=16 studies

RRSO was not associated with a significant reduction in the overall PBC risk in the analyses incorporating both BRCA1 and BRCA2 carriers combined

RRSO was associated with a significant reduction in PBC risk in BRCA2 carriers alone, although there did not appear to be a reduction in PBC risk in BRCA1 carriers alone

Details: Relative Risks and 95% CI

PBC risk in BRCA1 and BRCA2 combined

N=4 studies

RR 0.84, 95% CI 0.59 to 1.21, I²=86%

(4 studies)

 

PBC risk in BRCA1 carriers

RR 0.89, 95% CI 0.68 to 1.17, I²=61%

(5 studies)

 

PBC risk in BRCA2 carriers

RR 0.63, 95% CI 0.41 to 0.97, I²=55%

(4 studies)

 

Min NNT: 57.05, 95% CI 35.88 to 607.28

Mean NNT: 20.55, 95% CI 12.93 to 218.75

Max NNT: 11.47, 95% CI 7.22 to 122.1

 

 

PBC risk in pre-menopausal BRCA1 and BRCA2 carriers combined

RR 0.84, 95% CI 0.62 to 1.12, I²=0%

(2 studies)

PBC risk in post-menopausal BRCA1 and BRCA2 carriers combined

RR 0.65, 95% CI 0.18 to 2.42, I²=79%

(2 studies)

 

Contralateral breast cancer

N=6 studies

RRSO was not associated with a significant reduction in CBC risk in the analyses incorporating both BRCA1 and BRCA2 carriers combined, nor is CBC risk

significantly reduced when analysed separately by the type of BRCA mutation

Details:

 

CBC risk in BRCA1 and BRCA2

carriers combined

RR 0.95, 95% CI 0.65 to 1.39, I²=77%

(4 studies)

 

CBC risk in BRCA1 carriers

RR 0.85, 95% CI 0.59 to 1.24, I²=0%

(2 studies)

 

CBC risk in BRCA2 carriers

RR 0.35, 95% CI 0.07 to 1.74, I²=69%

(2 studies)

 

Breast cancer specific mortality

N=7 studies

Mortality in BC-affected BRCA1

and BRCA2 carriers combined

RR 0.26, 95% CI 0.18 to 0.39, I²=41%

(3 studies)

 

Min NNT: 11.79, 95% CI 10.58 to 14.18

Mean NNT: 5.58, 95% CI 5 to 6.71

Max NNT: 4.2, 95% CI 3.77 to 5.05

 

Mortality in BC affected

BRCA1 carriers

RR 0.46, 95% CI 0.30 to 0.70, I²=4%

(2 studies)

 

Min NNT: 30.29, 95% CI 23.44 to 54.81

Mean NNT: 14.51, 95% CI 11.23 to 26.26

Max NNT: 9.54, 95% CI 7.38 to 17.27

ROBIS

Risk of bias in the review: low

Domain

Concerns regarding specification of study eligibility criteria: low risk

 

Concerns regarding methods used to identify and/or select studies: low risk

 

Concerns regarding methods used to collect data and appraise studies: low risk

 

Concerns regarding the synthesis and findings: unclear risk

 

Additional concerns about quality:

Deviations between study protocol (PROSPERO CRD42018077613) and publication regarding outcomes assessed; no sensitivity analysis performed

 

Quality of included studies: Assessed by review authors with Newcastle-Ottawa-Scale

 

Certainty of Evidence:

GRADE

Outcomes:

Primary BC: Low

Contralateral BC: Low

BC-specific mortality: moderate

Sources of funding:

Rosetrees Trust, grant number CF1n100001, and Barts Charity, grant number ECMG1C3R

Abbreviations:

RRSO = Risk-Reducing Salpingo-Oophorectomy 

OC = Ovarian Cancer 

RRM = Risk-Reducing Mastectomy 

BC = Breast Cancer

PBC = Primary Breast Cancer

CBC = Contralateral Breast Cancer

BCSM = Breast Cancer Specific Mortality 

RR  = Relative Risk

95% CI = 95% Confidence Interval

NNT = Number Needed to Treat

 

Kapitel 3.3 Familiäres Mammakarzinom (Akdeniz et al. 2019)

Source: D, Akdeniz, Schmidt MK, Seynaeve CM, McCool D, Giardiello D, van den Broek AJ, Hauptmann M, Steyerberg EW, and Hooning MJ. "Risk Factors for Metachronous Contralateral Breast Cancer: A Systematic Review and Meta-Analysis." [In eng]. Breast (Edinburgh, Scotland) 44 (2019-4 2019): 1-14. https://doi.org/doi:. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30580169/.

Aim

Design and participants

Exposure / Comparator

Outcomes

Results

Quality and comment

Aim: quantify the association of various patient, pathological, and treatment-related characteristics with 

metachronous contralateral breast cancer (CBC) risk

 

Design: Systematic Review & Meta-Analysis

 

Search date: between 01/1990 and 04/07/2016

 

Searched databases: PubMed

 

Included study designs:

cohort studies, case-control studies, RCT

 

Number of included studies: 68

 

Number of included patients: n.a.

Between 247 and 205316 primary BC patients (PBC) and 21 and 6924 second BCs per study

 

Mean/median age: n.a.

 

Inclusion criteria:

experimental and observational studies published in English, CBC risk in women with no history of other invasive malignancies

 

Exclusion:

Number of second BC events < 20; not providing HR, RR, or OR for CBC risk; only consults for BRCA1 and BRCA2 mutation carriers

 

 

Exposure / Comparator

 

patient, pathological and treatement-related characteristics and their influence on CBC risk

 

Primary Outcome:

Risk factors for CBC

 

 

 

Secondary Outcome: n.a.

Primary Outcome:

Results cohort studies

Patient characteristics:

30 papers included

Positive family history of BC

RR= 1.72; 95% CI: 1.15-2.57; I2 93.1%

 

Additional analysis without outlier study Hemminki 2007:

RR=1.43; 95% CI: 1.22-1.68; I241.6%

 

Risk in first degree relatives

RR=1.54; 95% CI: 1.25-1.90; I2 60.1%

 

Second degree relatives

RR=1.17; 95% CI: 0.90-1.52; I2 0%

 

Age at PBC diagnosis

7% decrease in CBC risk per decade

RR=0.93; 95% CI: 0.88-0.98,  I2 86.9%

 

BMI ≥ 25kg/m2 compared to normal weight (BMI <25kg/m2)

RR=1.26; 95% CI: 1.10-1.44; I2 44.4%

 

BMI ≥ 30kg/m2 compared to normal weight (BMI <25kg/m2)

RR=1.54; 95% CI: 1.26-1.87; I2 0%

 

No association for:

Mammographic breast density and menopausal status

 

Pathological characteristics

15 papers included

 

PBC tumor size >2cm vs ≤ 2cm

RR=1.17; 95% CI: 1.03-1.34; I2 21.6%

 

Negative ER hormone receptor status

RR=1.53; 95% CI: 1.04-2.26; I2 67.3%

Additional analysis excluding Filleron 2012

RR=1.32; 95% CI: 0.99-1.76; I2 38.5%

 

PR hormone receptor status

RR: 1.23; 95% CI: 1.02-1.48; I2 0%

 

Lobular morphology vs. ductal/non-lobular morphology

RR=1.43; 95% CI: 1.13-1.82; I2 42.5%

 

 

No association for: nodal status, tumor grade

 

Treatment-related characteristics

Adjuvant chemotherapy

9 papers included

RR=0.70; 95% CI: 0.62-0.79; I2 21.3%

 

Adjuvant endocrine therapy

15 papers included

RR=0.61; 95% CI: 0.53-0.72 (I2 73.6%)

Analysis only patients with ER+

RR=0.57; 95% CI: 0.49-0.66; I2 19.4%

 

Radiotherapy (vs non radiotherapy)

8 papers included

Diagnosed at least 5 years after PBC

RR=1.10; 95% CI: 1.05-1.15; I2 0%

 

Patients aged below 40 years at PBC diagnosis

CBCs occurring any time after PBC

RR=1.37; 95% CI: 1.13-1.66; I2 0%

CBC occurring >5 years after PBC

RR=1.34; 95% CI: 1.07-1.67; I2 0%

 

Mutation carriers vs. patients from mutation-negative BC families

Analysed in 5 papers

Carriership of a BRCA1, BRCA2 or CHEK2c.1100delC mutation vs. non-carriership

BRCA1:

RR=3.68; 95% CI: 2.76-4.89; I2 12.4%

BRCA2

RR=2.75; 95% CI: 1.77-4.27; I2 20.8%

CHEK2c.1100delC

RR=2.68, 95% CI: 1.96-3.65; I2 0%

 

Risk-reducing salpingo-oophorectomy in BRCA1 mutation carriers

2 studies

Crude RR=0.56; 95% CI: 0.32-0.99; I2 46.8%

ROBIS

Risk of bias in the review: unclear

Domain

Concerns regarding specification of study eligibility criteria: unclear risk

 

Concerns regarding methods used to identify and/or select studies: high risk

 

Concerns regarding methods used to collect data and appraise studies: low risk

 

Concerns regarding the synthesis and findings: low risk

 

Concerns: limited number of searched databases (only PubMed)

 

Additional concerns about quality:

No information about screening process of included studies

 

Quality of included studies:

46 out of 68 papers high quality (used for sensitivity analysis)

Sources of funding:

Dutch Cancer Society/Alpe d’HuZes [A6C/6253]

 

 

Abbreviations:

BC = Breast Cancer

CBC = Contralateral Breast Cancer

PCB = Primary Breast Cancer

RCT = Randomised Controlled Trial

HR = Hazard Ratio

RR = Relative Risk

OR = Odds Ratio

n.a. = not Available, not Applicable

 

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[240] Bierbaum, V, Schmitt, J, Klinkhammer-Schalke, M, Schoffer, O, Assessment of the Potential of Concentrating Cancer Care in Hospitals With Certification Through Survival Analysis., Gesundheitswesen, 2023. 85 (S 03)(S 03): p. S197-S204., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/37751756/

[241] Regierungskommission für eine moderne und bedarfsgerechte Krankenhausversorgung, Fünfte Stellungnahme. Verbesserung von Qualität und Sicherheit der Gesundheitsversorgung, Potenzialanalyse anhand exemplarischer Erkrankungen., 2023., https://www.bundesgesundheitsministerium.de/fileadmin/Dateien/3_Downloads/K/Krankenhausreform/5_Stellungnahme_Potenzialanalyse_bf_Version_1.1.pdf