10. Behandlung des Lungenkarzinoms mit Interventionellen Verfahren – Lungenkarzinom
10.1 Maligner Pleuraerguss
Bei Patienten mit Lungenkarzinom und rezidivierendem, symptomatischem, malignen Pleuraerguss* und ausdehnungsfähiger Lunge kann eine thorakoskopische Poudrage mit Talkum (5 – 10g, Partikelgröße > 10 µm) bzw. eine Talkumgabe über eine Drainage (Slurry) angeboten werden.
* Ein Pleuraerguss wird dann als maligne bezeichnet, wenn darin bösartige Zellen oder Gewebe nachgewiesen werden.
- Empfehlungsgrad
- B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
- Evidenzlevel
- 1
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
- Literatur
- [1637]
Änderungshinweis
Durch entsprechende Untersuchungen (Bronchoskopie / CT-Thorax) sollte sichergestellt sein, dass die Ausdehnungsfähigkeit der Lungen nicht durch eine bronchiale Obstruktion verhindert wird (Evidenzgrad 4). Durch Pleurapunktion oder eine dünnlumige Drainage sollte geprüft werden, ob sich die Lunge entfalten kann (Evidenzgrad 4).Evidenztabellen (1)
Behandlung maliger PleuraergussBei Patienten mit Lungenkarzinom und rezidivierendem, symptomatischem, malignen Pleuraerguss* und fehlender Ausdehnungsfähigkeit der Lunge (trapped-lung) sollte die Implantation eines dauerhaften, getunnelten Pleurakatheters erfolgen.
* Ein Pleuraerguss wird dann als maligne bezeichnet, wenn darin bösartige Zellen oder Gewebe nachgewiesen werden.
- Empfehlungsgrad
- B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
- Evidenzlevel
- 1
- Konsens
- Starker Konsens (98%)
- Literatur
- [1637]
Änderungshinweis
Das optimale Verfahren bei Patienten mit Lungenkarzinom und rezidivierendem, symptomatischem, malignen Pleuraerguss* stellt die thorakoskopische Poudrage mit Talkum (5 – 10g) dar (Evidenzgrad 1a). * Ein Pleuraerguss wird dann als maligne bezeichnet, wenn darin bösartige Zellen oder Gewebe nachgewiesen werden.Evidenztabellen (1)
Behandlung maliger PleuraergussBei Patienten mit Lungenkarzinom und rezidivierendem, symptomatischem, malignen Pleuraerguss* und der Indikation zur zeitnahen Systemtherapie sollte unabhängig von der Ausdehnungsfähigkeit der Lunge die Implantation eines dauerhaften, getunnelten Pleurakatheters erwogen werden.
* Ein Pleuraerguss wird dann als maligne bezeichnet, wenn darin bösartige Zellen oder Gewebe nachgewiesen werden.
Die Ergebnisse der Talkumpleurodese sind für die Applikation als thorakoskopische Poudrage bzw. als Slurry über eine Drainage als gleichwertig effektiv einzuschätzen; beide sind deutlich effektiver als eine Pleurodese mit anderen Sklerosierungsmitteln wie Bleomyin oder Tetrazyklin oder andere Chemikalien [1637], [1640], [1643], [1644].
Die respiratorische Komplikationsrate nach Poudrage (13,5 %) ist höher als nach Gabe des Talkums über eine Thoraxdrainage (5,6 %) [1639]. Die Rate an respiratorischen Komplikationen ist bei der Verwendung von Talkum mit einer Partikelgröße über 10 µm geringer [1645], [1646]. Die Poudrage kann in Allgemeinnarkose oder Lokalanaesthesie durchgeführt werden [1647], [1648], [1649], [1650], [1651].
Hintergrund 10.2
Die Implantation dauerhafter, getunnelter Pleurakatheter (indwelling pleural catheters (IPC)) empfiehlt sich insbesondere bei fehlender Ausdehnungsfähigkeit der Lunge (10.2). Ein IPC ermöglicht die wiederholte, selbständige Drainage eines rezidivierenden, malignen Pleuraergusses. Eine Systemtherapie stellt keine Kontraindikation für den IPC dar. Dauerdrainagen oder pleuroperitoneale Shunts sind bei gefangener Lunge einsetzbar, die Komplikationsrate ist jedoch bedingt durch Verlegung der Drainage oder Infektionen (15-21 %) hoch [1652], [1653], [1654].
Eine sekundäre bzw. Spontanpleurodese ist möglich. Die Ergebnisse können durch tägliche Drainage oder Talkumgabe über die Drainage verbessert werden. Die multizentrische ASAP-Studie zeigte, dass durch die tägliche Drainage signifikant häufiger eine Spontanpleurodese zu erreichen war als durch zweitägliche Drainageintervalle (47% vs. 24%) [1655]. Ähnliche Ergebnisse lieferte die AMPLE-2-Studie: bei täglicher gegenüber Symptom-orientierter Drainage entwickelte sich häufiger eine Spontanpleurodese (37,2% vs. 11,4% nach 60 Tagen) und die Lebensqualität war höher. Die Dauer der Hospitalisierung, Letalität und Komplikationsrate unterschieden sich nicht signifikant [1656]. Der IPC hat ein geringeres Risiko für die Notwendigkeit weiterer invasiver pleuraler Maßnahmen als die Talkumpleurodesen [1637]. Talkumpleurodesen und IPCs können die Symptome in gleicher Weise reduzieren [1637]. IPCs sind jedoch mit einer kürzeren Hospitalisierung verbunden als die Talkumpleurodesen. Die TIME2-Studie erbrachte keinen signifikanten Unterschied hinsichtlich Beschwerdelinderung, Lebensqualität oder Überlebensrate zwischen IPC und Talkumpleurodese. Patienten mit IPC hatten auf der einen Seite eine kürzere Hospitalisierung (-3,5 Tage) und benötigten weniger Zweit-Interventionen (6% vs. 22%), auf der anderen Seite wiesen sie jedoch eine höhere Komplikationsrate (40% vs. 13%) und häufiger Wiedervorstellungen (23% vs. 17%) auf [1657]. Die AMPLE-Studie erbrachte keinen Unterschied bzgl. Beschwerdelinderung oder Lebensqualität, jedoch eine signifikant kürzere Hospitalisierung bei IPC-Implantation und erneut eine höhere Re-Interventionsrate nach Talkumsuspension [1658]. Zwei Metaanalysen bestätigten, dass Patienten mit IPC einen kürzeren Krankenhausaufenthalt und weniger Zweitinterventionen hatten, jedoch ein höheres Infektionsrisiko, während Überlebenszeit und Lebensqualität vergleichbar waren [1659].
Hintergrund 10.3
In Anbetracht der vielversprechenden Ergebnisse zur Systemtherapie beim Lungenkarzinom im Stadium IV, sollte die Anwendung der Systemtherapie bei der Auswahl des Verfahrens zur lokalen Ergusskontrolle ebenfalls berücksichtigt werden. Daher wird als Expertenkonferenz empfohlen, die Implantation eines IPC zu präferieren, falls die Indikation bzw. Möglichkeit zur zeitnahen Anwendung einer Systemtherapie (Chemo-/ Immuntherapie) besteht und um potentielle Nebenwirkungen bzw. Verzögerungen durch eine Talkumpleurodese zu vermeiden.
10.2 Hämoptysen
Hämoptysen sind eine häufige Komplikation des Lungenkarzinoms (20 %), besonders bei zentralen Lungenkarzinomen. Etwa 3 % der Patienten versterben am Blutsturz. Die potentielle Lebensbedrohlichkeit resultiert aus der Verlegung der zentralen Atemwege durch Blut und/oder Koagula, nicht aus der hämodynamischen Konsequenz der Blutung [1660], [1661], [1662].
Blutungsquelle sind zumeist Bronchial- oder Interkostalarterien. Blutungsursache sind fragile Gefäße der Neovaskularisation des Tumors, welche durch Nekrose, Traumatisierung durch Husten oder nach iatrogener Irritation beschädigt wurden.
Eine massive Hämoptoe mit Expektoration von mindestens 200 ml Blut in 24 Stunden ist mit einer hohen Letalität von ca. 40 % behaftet [1662]. Leichte Hämoptysen erfordern häufig keine Interventionen, Patienten mit stärkeren Hämoptysen sollten jedoch einer blutstillenden Therapie mit palliativer oder kurativer Zielsetzung zugeführt werden.
10.2.1 Diagnostik
Bei einem Lungentumor mit Hämoptysen sollte eine kontrastverstärkte CT des Thorax zur Identifikation der Ursache und der Lokalisation der Blutungsquelle durchgeführt werden.
- Empfehlungsgrad
- B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
- Evidenzlevel
- 3
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
- Literatur
- [1663]
Die kurative Therapie mittels Resektion des blutenden Lungenareals ist wegen der Inoperabilität des Tumors zumeist nicht möglich. Folglich stehen im Falle einer Hämoptoe zunächst die Offenhaltung der zentralen Atemwege und die Oxygenierung im Vordergrund. Die Intubation und Blockung eines kontralateralen Hauptbronchus ist effektiv, um die nicht blutende Lunge zu schützen. Dabei erleichtern großlumige Tuben die Bronchialtoilette und die bronchoskopische Intervention.
Die wichtigste diagnostische Maßnahme ist die CT. Die Sensitivität und die Genauigkeit der CT für die Detektion des Tumors bei Hämoptoe ist signifikant höher (p <0.001) als für die Bronchoskopie 0.99 (95% CI: 0.97–1.00) and 0.84 (95% CI: 0.78–0.88). Die Bronchoskopie bietet keinen signifikanten Mehrwert bei Patienten mit Lungenkarzinom und Hämoptoe, wenn das CT negativ ist [1663].
Zur Blutungslokalisation kann die Kontrastverstärkte CT des Thorax vor Durchführung der therapeutischen Bronchoskopie einen wichtigen Beitrag leisten [1664]. Dazu gehören auch Hinweise ob die Blutungsquelle pulmonal, bronchial oder interkostal anzunehmen ist. Diese CT liefert zusätzlich ein aktuelles Staging des Lungenkarzinoms.
10.2.2 Therapie
Bei Hämoptysen sollte eine Bronchoskopie zur Identifikation der Blutungsquelle und Blutstillung mittels lokaler Maßnahmen durchgeführt werden.
- Empfehlungsgrad
- B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
- Evidenzlevel
- 3
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
- Literatur
- [1665]
Änderungshinweis
Bei Hämoptysen ist eine Bronchoskopie zur Identifikation der Blutungsquelle und Blutstillung mittels lokaler Maßnahmen indiziert (Evidenzgrad 2a).Die Bronchialarterienembolisation sollte als eine effektive und sichere Methode zur Therapie massiver oder mäßiger, rezidivierender Hämoptysen angeboten werden. Bei Rezidivblutung sollte sie wiederholt werden.
- Empfehlungsgrad
- B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
- Evidenzlevel
- 3
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
- Literatur
- [1666] [1667] [1668] [1669] [1670]
Änderungshinweis
Die Bronchialarterienembolisation ist eine effektive und sichere Methode zur Therapie massiver oder mäßiger, rezidivierender Hämoptysen. Bei Rezidivblutung sollte sie wiederholt werden (Evidenzgrad 2a).Bei diffusen Sickerblutungen kann eine perkutane Bestrahlung zur Blutstillung durchgeführt werden. Die Bestrahlungsdosis sollte sich am onkologischen Kontext orientieren und kann palliativ oder kurativ sein. Eine Re-Bestrahlung sollte bei Rezidivblutungen sorgfältig erwogen werden.
- Konsens
- Starker Konsens (98%)
Die Bronchoskopie dient diagnostisch der Identifikation der Blutungsquelle und therapeutisch der Entfernung von Blut und/oder Koagula. Bei der bronchoskopischen Blutstillung kommen mit der Intention der Vasokonstriktion Eiswasser und /oder vasoaktive Substanzen (z.B. 1 ml Adrenalin 1:10 000 auf 10ml isotonische NaCl-Lösung) zum Einsatz. Bei Hämoptoe kann bronchoskopisch der entsprechende Lappenbronchus mittels Ballonkatheter tamponiert werden, der nachfolgend für 24-48 Stunden belassen wird [1665].
Bei Fortbestand einer aktiven, frisch blutenden Hämoptoe nach lokalen Maßnahmen ist die Bronchialarteriographie und nachfolgender Bronchialarterienembolisation (BAE) klinische Praxis. Die Studienlage ist allerdings limitiert. Es liegen 12 Studien vor: Im Ergebnis dessen wird, ungeachtet des Embolisationsmaterials, eine primären Blutstillungsrate in 77-100 % der Fälle mit der BAE erreicht [1666] [1669], [1667], [1670], [1668] (Evidenzgrad 2b). Als Embolisate dienten vornehmlich Platin-Coils, Gelantine- und Polyvenylalkohol-Partikel, bzw. Kombinationen [1669] [1668]. Ernsthafte Komplikationen, z.B. Aortendissektion, Perforation oder neurologische Defizite treten selten (2-4 %) ein [1667], [1666].
Bei diffusen Sickerblutungen aus kleinen, irregulären, intratumoralen Kapillargefäßen ist eine palliative Bestrahlung zur Blutstillung indiziert. Im Gegensatz zu akuten arteriellen Blutungen, die interventionell angegangen werden sollten, ist die palliative Bestrahlung für diffuse Blutungen ideal, da sie zur Thrombosierung kleiner Gefäße und damit zur Blutstillung führt. Gleichzeitig behandelt die palliative Bestrahlung den zugrundeliegenden Tumor und Ursache der Blutung und trägt zur lokalen Kontrolle eines Tumors an einer meist zentralen, perihilären oder mediastinalen, lebenswichtigen Lokalisation bei. Die Bestrahlungsdosis sollte in Abhängigkeit vom onkologischen Kontext entschieden werden. Rein palliative Bestrahlungsdosen von 20-45 Gy in 5-15 Fraktionen (z.B. 4 Gy x5 Fraktionen, 3 Gy x10-15 Fraktionen) werden häufig angewandt. Bei einem lokoregionär begrenzten Tumor können höhere, bis zu kurative Bestrahlungsdosen angewandt werden (z.B. 2 Gy x 30-33 Fraktionen). Konformale Bestrahlungstechniken sollten zur optimalen Normalgewebsschonung benutzt werden.
Rezidive treten bei 9 % innerhalb des ersten Monates [1670] (Evidenzgrad 4) und bis zu 53 % innerhalb des ersten Jahres auf [1666], [1668] (Evidenzgrad 3a). Bei Rezidiven kann die BAE mit unveränderter Erfolgswahrscheinlichkeit wiederholt werden [1667], [1668], [1671] (Evidenzgrad 2b). Die Patienten profitieren hinsichtlich Palliation und Lebensdauer. Nach BAE wurde im Vergleich zu einer konservativ behandelten historischen Kontrollgruppe eine signifikante Verbesserung der medianen Überlebenszeit (138 Tage vs. 69 Tage) nachgewiesen. Letale Blutungen wurden vor allem bei Blutungs-rezidiven ohne BAE beobachtet [1668].
Blutungen zentral gelegener Tumorläsionen sind vorzugsweise einer Laserkoagulation (Nd-YAG-Laser), Elekrokoagulation oder Argon-Plasma-Coagulation (APC) zugänglich. Damit wird in ca. 60 % der Fälle eine Blutstillung erreicht [1672]. APC erzielte im Verlauf von drei Monaten eine rezidivfreie Blutstillung [1673].
10.3 Vena-cava-superior-Syndrom
- Empfehlungsgrad
- B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
- Evidenzlevel
- 3
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
- Literatur
- [1674] [1675]
Änderungshinweis
Die Methode der Wahl zur Palliation des Vena- cava-superior-Syndroms ist die perkutane intravasale Stentimplantation, die eine rasche und sichere Palliation ermöglicht. Beim therapienaiven kleinzelligen Lungenkarzinom ist primär eine Chemo- und/oder Radiotherapie angezeigt, die Stentimplantation ist Patienten mit therapierefraktärem oder rezidivierendem Vena-cava-superior-Syndrom vorbehalten. (Evidenzgrad 2a)Zur Behandlung eines Vena- cava-superior-Syndroms kann eine Radiatio oder Radiochemotherapie eingesetzt werden. Diese sollte, insbesondere wenn eine Stentimplantation nicht möglich ist, zeitnah nach Diagnosestellung beginnen. Dosis und Fraktionierung sollte sich an den Empfehlungen zur Lokaltherapie in vorherigen Kapiteln orientieren. Bei nicht-metastasierten Tumoren sollte eine lokal-kurative Therapie geprüft werden.
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
Bis zu 40 % der Vena-cava-superior-Syndrome (VCSS) werden durch ein SCLC verursacht [1676]. Die Diagnose gründet sich auf die Symptomatik mit Zunahme des Hals- und/oder Armumfanges, Kopfschmerzen, Dyspnoe, Heiserkeit, Schluckstörungen und das Computertomogramm.
Die klinische Dramatik mit Asphyxiegefahr bei Glottisödem erfordert eine rasche, effektive Behandlung [1677], [1676]. Zur Wirksamkeit und Sicherheit unterschiedlicher Therapieoptionen liegen 5 Studien mit 103 Patienten vor, davon 93 Lungenkarzinome und zwei systematische Reviews, eine historische und eine Cochrane-Review von 2005.
Die effektivste Akutmethode ist die perkutane, endovasale Implantation eines selbstexpandierenden Wallstents in die Vena cava superior, zumeist nach Ballonangioplastie der V. cava bzw. brachiocephalica. Das Verfahren ist seit den 90er Jahren Therapiestandard und führt in 86 -100 % der Fälle innerhalb von 24-48 Stunden zu deutlicher Regredienz der Symptome [1675], [1678], [1679]. Die überwiegende Zahl der Patienten (83-93 %) bleibt während des weiteren Krankheitsverlaufs rezidivfrei [1675], [1680]. Die Methode ist sicher und gut tolerabel [1675]. Komplikationen sind sehr selten, im Schrifttum finden sich Einzelfallbeschreibungen einer Stentmigration, einer retroperitonealen Blutung und einer Thrombose der V. cava bei nicht antikoaguliertem Patienten [1678]. Die Stentimplantation in die V. cava kann zu jedem Zeitpunkt im Rahmen eines multimodalen Therapiekonzeptes erfolgreich eingesetzt werden [1679]. Eine Antikoagulation ist nicht erforderlich. Bei Nachweis von Thromben wurde unter Therapie mit niedermolekularen Heparinen keine Stentthrombosierung beobachtet.
Nach Chemotherapie oder Radiatio bzw. der Kombination beider wird eine Symptomregredienz bei 60 – 77 % der Behandelten erreicht [1674]. Ob eine palliative Strahlendosis, z.B. 20-40 Gy in 2-4 Gy pro Fraktion, oder eine definitiv-kurative Strahlendosis, z.B. 45-70 Gy in 1,5 bis 2 Gy pro Fraktion, einmal oder 2x täglich, verwendet wird, hängt vom TNM Stadium ab (Stadium I-III, vormals limited stage: definitiv-kurative Strahlendosis; Stadium IV, vormals extensive stage: palliative Strahlendosis). Beim lokal-fortgeschrittenen kleinzelligen Karzinom sollte eine konkomitante Radiochemotherapie durchgeführt werden. Für das kleinzellige Karzinom wurde eine effektive Palliation des Vena-cava-superior-Syndrom in 76.9 % der Fälle, bei kombinierter Radiochemotherapie in 83 % der Fälle erreicht. Die Besserung tritt im Unterschied zur Stentimplantation erst nach durchschnittlich 7 bis 14 Tagen ein, aber resultiert in einer dauerhaften lokalen Tumorkontrolle von ca. 50%.
Beim nicht-kleinzelligen Lungenkarzinom liegen die Erfolgsraten beträchtlich niedriger, eine Symptomlinderung wurde mittels Chemotherapie bei 59 % der Patienten, mittels Bestrahlung bei 63 % erzielt [1674].
Grundsätzlich sollten moderne, hochkonformale Bestrahlungstechniken eingesetzt werden. Diese bestehen aus 3D-konformaler Bestrahlung, intensitätsmodulierter Bestrahlung (IMRT) oder Protonen-/Partikeltherapie. Ziel dieser konformalen Bestrahlungstechniken ist, die umliegenden Organe, z.B. Ösophagus, Lunge, Herz, Rückenmark, maximal zu schonen und dadurch Nebenwirkungen zu minimieren.
Der Effekt der medikamentösen Therapie mit Diuretika und Kortison ist nicht belegt [1677], [1681]. Die Antikoagulation kann symptomlindernd wirken [1682], [1677].
10.4 Tracheobronchiale Tumorobstruktion
Tumorpatienten mit tracheobronchialer Tumorobstruktion sollten die palliativen, endoskopischen Methoden zur Behandlung angeboten werden, auch wenn die primär behandlungsführende Abteilung diese nicht im eigenen Haus vorhält leisten kann. Es stehen verschiedene Verfahren der Desobliteration und der lokalen Tumorbehandlung zur Verfügung.
- Empfehlungsgrad
- B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
- Evidenzlevel
- 3
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
- Literatur
- [1683] [1684]
Änderungshinweis
Die palliativen, endoskopischen Methoden zur Behandlung der tracheobronchialen Tumorobstruktion sollten jedem Tumorpatienten zugänglich sein, auch wenn die primär behandlungsführende Abteilung diese nicht im eigenen Haus vorhält (Evidenzgrad 5). Es stehen verschiedene Verfahren der Desobliteration und der lokalen Tumorbehandlung zur Verfügung.Evidenztabellen (1)
Behandlung der tracheobronchialen TumorobstruktionBei symptomatischen Stenosen der zentralen Atemwege können endoskopische Maßnahmen zur sofortigen Linderung der Beschwerden (Luftnot, Husten, Sekretverhalt) und zur Auflösung einer poststenotischen Pneumonie führen [1685].
Primärziel ist die Verbesserung der Lebensqualität, eine Lebenszeitverlängerung kann durch eine Verbesserung der klinischen Gesamtsituation und die Symptomkontrolle erzielt werden.
Messbare Funktionsverbesserungen können nur erzielt werden, falls funktionsfähiges, perfundiertes Parenchym durch die Tumordesobliteration rekrutiert werden kann.
Kleine, frühe Tumore konnten bei funktionell inoperablen Patienten eradiziert werden, in Einzelfällen konnte technische Operabilität erzielt werden.
Tabelle 40: neu, Verfahren Tumordesobstruktion
|
Verfahren |
Wirkprinzip / Methode | Indikation | Vorteile | Einschränkungen / Nachteile |
|
Mechanische Verfahren |
Physikalische Entfernung von Tumorgewebe (z. B. Zangen, Ballons) | Zentrale Tumorobstruktionen | Sofortige Öffnung der Atemwege | Keine Tumorzerstörung, nur Debulking |
| Lasertherapie | Thermische Zerstörung durch Laserenergie | Zentrale Tumorobstruktionen | Präzise, schnelle Wirkung | Risiko von Gewebeschäden |
| Elektroverfahren | Elektrokauter, Argon-Plasma-Koagulation (APC) | Zentrale Tumorobstruktionen, Blutstillung | Effektiv bei Blutungen und Tumorzerstörung | Thermisch bedingte Schäden |
| Kryotherapie / Kryoablation | Gewebszerstörung durch Gefrieren | Zentrale Tumorobstruktionen | Schonend, gute Gewebserhaltung | Langsamere Wirkung |
| Photodynamische Therapie (PDT) | Lichtaktivierte Zytotoxizität durch Photosensibilisator | Oberflächliche, zentrale Tumor | Selektive Tumorzellzerstörung, wiederholbar | Begrenzte Eindringtiefe, Lichtschutz erforderlich |
| Endobronchiale Brachytherapie | Lokale Strahlenapplikation (z. B. Iridium-192) | Oberflächliche, zentrale Tumor | Hohe lokale Dosis | Vorbestrahlung |
| Perkutane Strahlentherapie | Präzise Strahlenaplikation von extern | Zentrale Tumorobstruktionen, Blutstillung | Keine bronchiale Intervention erforderlich | Vorbestrahlung/ subakuter Effekt |
10.4.1 Mechanische Verfahren, Abtragung
Exophytische Tumoranteile können mit der Kante des starren Bronchoskops, mit Zangen oder mit thermischen Verfahren abgetragen werden. Lebensqualitätsverbesserungen sind beschrieben [1686], [1687], [1688]. Arbeiten mit dem flexiblen Bronchoskop und Ballons ist möglich, Unterstützung der Atmung durch Jet-Ventilation erleichtert die Prozedur [1689].
10.4.2 Lasertherapie
Arbeiten mit dem starren Bronchoskop kann angeboten werden, besonders bei großen Tumoren in der Trachea.
- Empfehlungsgrad
- 0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
- Evidenzlevel
- 3
Laser
4Bronchoksop
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
- Literatur
- [1684]
Änderungshinweis
Bei zentralem Tumorbefall, besonders bei Befall der Trachea und der Hauptbronchien mit exophytischem Fremdgewebe führt die Anwendung des Lasers zur sofortigen Symptomlinderung (Evidenzgrad 3b). Arbeiten mit dem starren Bronchoskop wird empfohlen, besonders bei großen Tumoren in der Trachea (Evidenzgrad 4).Evidenztabellen (1)
Behandlung der tracheobronchialen TumorobstruktionIn Einzelfällen können kleine Schleimhauttumore eradiziert werden, sofern sie auf die intraluminale Oberfläche beschränkt sind. Dies sollte nur bei inoperablen Patienten erwogen werden.
- Empfehlungsgrad
- 0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
- Evidenzlevel
- 4
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
Ein thermisches Verfahren zur Abtragung von intraluminalem Fremdgewebe ist die Laserkoagulation [1690], [1691]. Infrarotes Licht aus Dioden oder Nd-YAG-Lasern wird über Fasern durch den Arbeitskanal auf das Tumorgewebe geleitet. Abhängig von der Energie wird koaguliert oder vaporisiert. Die Eindringtiefe liegt bei ca. 5- 8 mm. Bei Trachealbefall kann eine Symptomverbesserung (Lebensqualität) in über 80 % der Fälle erzielt werden [1691], [1692]. Der Effekt tritt sofort ein. Bei Befall von Lappenbronchien liegt der klinische Erfolg bei ca. 40 %. Ohne lokale Differenzierung bessert sich die Lungenfunktion bei 70 – 80 % der Patienten, der Peakflow steigt um 25 %, Perfusion und Sauerstoffsättigung bessern sich in 30 % der Fälle [1693], [1694].
Das Verfahren ist sicher, die Komplikationsraten (Blutung, Perforation, Asphyxie, Brand, Pneumothorax) liegen unter 2 % [1685], [1695] [1696] (Evidenzgrad 4). Der Laserschmauch kann zu relevanten Atemwegsreizungen führen [1697]. Arbeiten mit dem flexiblen Bronchoskop ist möglich [1698], [1699], die starre Bronchoskopie wird bevorzugt und als sicherer angesehen, ohne dass dies durch Studien belegt ist [1690], [1700], [1691], [1701], [1685].
In Einzelfällen konnten bei inoperablen Patienten kleine Frühtumore eradiziert werden (Fallberichte, z.B. [1691].
Lebenszeitverlängerungen bis zu 4 Monaten sind bei palliativer Anwendung zu erwarten, falls eine komplette Rekanalisation der zuvor verschlossenen Bronchien gelingt. Diese ist größer als bei alleiniger Notfallstrahlentherapie [1699], [1702], [1692].
Der Laser kann sinnvoll mit anderen Verfahren wie Stenteinlage, Brachytherapie und perkutaner Strahlentherapie kombiniert werden [1685], [1691], [1692].
10.4.3 Elektroverfahren
Endobronchiale Elektroverfahren wie der Argon-Plasma-Koagulator, Elektrokauther und Kryosonden können als Alternativen zum ND-YAG-Laser zur Desobliteration bei Befall der zentralen Atemwege eingesetzt werden. Die Lebensqualität wird verbessert.
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
In Einzelfällen können kleine Tumore der Schleimhaut eradiziert werden. Dies sollte nur bei inoperablen Patienten erwogen werden.
- Empfehlungsgrad
- 0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
- Evidenzlevel
- 4
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
Verschiedene Methoden zur endobronchialen Desobliteration stehen zur Verfügung, die je nach Expertise des behandelnden Arztes eingesetzt werden können [1685] [1703][1704][1705][1706][1707][1708][1709][1688].
Mit allen Hochfrequenzstrom-Geräten ist ebenso wie bei der Laseranwendung eine sofortige Desobliteration bei zentralem Tumorbefall zu erzielen. Die Eindringtiefe des APC ist mit ca. 2 – 3 mm geringer als die des Lasers. Die zunehmende Verbreitung spricht dafür, dass die Verfahren nicht nur preiswerter sondern auch bezüglich der klinischen Anwendbarkeit dem Laser ebenbürtig sind [1710], [1704] (Evidenzgrad 4). Es gibt noch keine verwertbare Vergleichsstudie.
Neben der Schneidwirkung nutzt man besonders die Koagulationsfähigkeiten des APC. Zur Blutstillung aus zentralem Tumorgewebe ist der Argon-Plasma-Koagulator allen anderen Verfahren überlegen [1705], [1673] (Evidenzgrad 3b).
Zur Abtragung kombiniert man die Elektroverfahren sinnvoll mit einer mechanischen Abtragung. Besonders effizient ist dies in starrer Technik mit größeren Zangen. Verbesserungen von Funktion und Lebensqualität hängen wie bei der Anwendung des Lasers davon ab, wie viel rekanalisiert werden kann. Bei Trachealbefall profitieren 80 % der Patienten [1705] (Evidenzgrad 4).
In Einzelfällen können Frühtumore eradiziert werden [1710], [1711] (Evidenzgrad 3b).
Der Argon-Plasma-Koagulator ist für den Nichtkontakt-Modus konzipiert. Hinweisen muss man auf die Möglichkeit, dass sich Argon-Gasembolien mit kardialen und zerebralen Folgen bilden können, falls die APC-Sonde versehentlich mit hohem Gasfluss im Inneren von Tumoren aktiviert wird [1712].
Neuere Untersuchungen weisen darauf hin, dass durch endobrochiale Interventionsverfahren die Lebensqualität von Patienten und möglicherweise auch die Lebenszeit verbessert wird.
Verschiedene Methoden zur endobronchialen Desobliteration stehen zur Verfügung, die je nach Expertise des behandelnden Arztes eingesetzt werden können.
10.4.4 Kryotherapie
Zur Kuration kleiner Schleimhauttumore kann die Kryotherapie versucht werden.
- Empfehlungsgrad
- 0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
- Evidenzlevel
- 3
- Literatur
- [1683]
Ebenso wie Hochfrequenzablationssonden können flexible Kältesonden durch den Arbeitskanal starrer oder flexibler Bronchoskope an Tumore herangeführt werden [1713], [1714]. Bei Anwendung der Kryotherapie tritt der Effekt mit zeitlicher Verzögerung von bis zu sechs Tagen ein. Da Knorpelgewebe eine hohe Kältetoleranz besitzt, wird das Verfahren bei vergleichbarer Effizienz als etwas sicherer angesehen als die Elektro- und Lasertherapie [1713]. Symptomverbesserungen treten in 70 – 80 % der Fälle ein [1715], [1716], [1683]. Eine Kombination mit Radiofrequenzablation ist möglich und kann sowohl vor als auch nach Strahlentherapie durchgeführt werden [1717] (Evidenzgrad 3b). Wie bei dem Laser verbessert eine vorherige, vollständige Tumorabtragung mit der Kryosonde das Outcome der Strahlentherapie [1718] (Evidenzgrad 4). Eine mögliche Strahlensensibilisierung und eine Sensibilisierung gegen Chemotherapeutika wird nach experimentellen Studien postuliert [1718], [1719], klinische Daten, die dies bestätigen würden, gibt es nicht.
Bei Frühtumoren unter 2 cm Längsausdehnung, die auf die Schleimhaut beschränkt sind, wurden Kurationsraten von 80 % beschrieben. Innerhalb von 4 Jahren gab es aber 28 % Lokalrezidive [1720].
10.4.5 Photodynamische Therapie
Die photodynamische Therapie (PDT) ist zur Symptomkontrolle in der Palliation dem konventionellen Laser nur gering überlegen. Die Lebensqualität wird wegen der Hautsensibilisierung unverhältnismäßig beeinträchtigt. Mit den derzeit zur Verfügung stehenden Sensitizern kann eine PDT zur Palliation kaum empfohlen werden, dies kann sich ändern, falls neue Sensitizer zugelassen werden.
Die PDT sollte zur Eradikation von Frühtumoren unter 1 cm Durchmesser, die auf die Schleimhaut beschränkt sind, angeboten werden. Eine vorherige Untersuchung mit dem endobronchialen Ultraschall sollte erfolgen, um eine tiefere Invasion auszuschließen.
- Empfehlungsgrad
- B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
- Evidenzlevel
- 3
- Konsens
- Konsens (94%)
- Literatur
- [1721] [1722] [1714] [1723]
Änderungshinweis
Zur Eradikation von Frühtumoren unter 1 cm Durchmesser, die auf die Schleimhaut beschränkt sind, ist die PDT das wirksamste Verfahren. Eine vorherige Untersuchung mit dem endobronchialen Ultraschall sollte erfolgen, um eine tiefere Invasion auszuschließen (Evidenzgrad 3b).Bei der photodynamischen Therapie (PDT) wird ein Sensitizer Stunden bis Tage vor dem endoskopischen Eingriff (meistens intravenös) appliziert. Die Selektivität von Tumorgewebe beruht auf fehlender kompetitiver Hemmung eines Endproduktes, einer aktiven Stoffwechselleistung oder einer herabgesetzten Clearance des Sensitizers aus den Krebszellen. Bei Bestrahlung mit rotem Licht aus einer Laserquelle entstehen zytotoxische Produkte, die zum direkten Tumorzerfall oder zum Tumorinfarkt durch Ver-schluss seiner Gefäße führen. Es gibt sehr viele Publikationen mit kleinen Fallzahlen, besonders aus Japan. Das Design der Studien ist zumeist von begrenzter Qualität. Viele Reviews und Metaanalysen mit Daten von mehr als 1200 Patienten betonen die Bedeutung der Methode [1722], [1714].
Es gibt noch immer technische Probleme, die Tumorregion vollständig und gleichmäßig auszuleuchten. Überschreitet ein invasiverer Tumor die Wand, ist wegen der Lichtabschwächung eine Tumorvernichtung nicht zu erreichen. Durch Computertomographie sollte eine tiefere Invasion ausgeschlossen werden [1712], [1724], [1721]. Der endobronchiale Ultraschall ist dem hochauflösenden CT überlegen und kann die notwendigen Informationen über den Invasionsgrad liefern [1723].
Bezüglich Symptomkontrolle und Lebenszeitverlängerung gibt es Hinweise auf eine Überlegenheit der PDT gegenüber dem YAG-Laser, aber die Studien weisen methodische Probleme auf [1725], [1724].
Hauptnebenwirkung der jetzt zur Verfügung stehenden Sensitizer ist die allgemeine Lichtempfindlichkeit (Sonnenbrand bei normalem Tageslicht). In der palliativen Situation ist die Methode deshalb weitgehend verlassen worden. Klinisch überzeugende Beweise, dass die noch nicht zugelassenen Sensitizer überlegen sind, gibt es derzeit nicht.
Zur Eradikation kleiner, auf die Schleimhaut begrenzter Tumore liegen gute Daten vor. Bei Tumoren < 1 cm Durchmesser wurden Kurationsraten von 92 % erzielt. Bei Tumordurchmessern > 2 cm sinkt die Kurationsrate unter 50 % [1721], [1726], [1726]. Kombiniert man PDT und Brachytherapie, steigt die Erfolgsrate wieder über 80 % [1727].
10.4.6 Bronchiale und tracheale Stents
Die Implantation bronchialer, trachealer und tracheobronchialer Stents kann zur palliativen Behandlung symptomatischer zentraler Atemwegsstenosen angeboten werden. Der Therapieeffekt tritt sofort ein. Sie kann mit anderen Methoden (z.B. Lasertherapie, Brachytherapie) kombiniert und nicht prinzipiell als letzte verfügbare Methode eingesetzt werden. Bei Tumorregredienz können Stents grundsätzlich wieder entfernt werden. Die Stentimplantation sollte bei gegebener Indikation im Rahmen der interventionellen Versorgung jedem Patienten angeboten werden bzw. zugänglich sein.
- Empfehlungsgrad
- 0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
- Evidenzlevel
- 3
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
- Literatur
- [1728] [1729]
Änderungshinweis
Die Implantation bronchialer, trachealer und tracheobronchialer Stents ist zur palliativen Behandlung symptomatischer zentraler Atemwegsstenosen geeignet. Der Therapieeffekt tritt sofort ein. Sie kann und sollte mit anderen Methoden (z.B. Lasertherapie, Brachytherapie) kombiniert und nicht prinzipiell als letzte verfügbare Methode eingesetzt werden. Bei Tumorregredienz können Stents grundsätzlich wieder entfernt werden. Die Stentimplantation sollte bei gegebener Indikation im Rahmen der interventionellen Versorgung jedem Patienten angeboten werden bzw. zugänglich sein (Evidenzgrad 4).Stents werden bei endobronchialen und endotrachealen Stenosen zur lokalen palliativen Behandlung von Dyspnoe und Retentionssymptomen eingesetzt. Zur Verfügung stehen Silikon- und selbstexpandierende Metallstents, welche in die Trachea und in zentrale Bronchien eingebracht werden. Indikationen sind im Allgemeinen symptomatisches endoluminales Tumorwachstum und/oder eine extrinsische Kompression.
Es wurden 33 Studien selektiert, die sich aus Fallberichten bzw. retrospektiven/ prospektiven Fallserien mit 1-162 Patienten zusammensetzen. Alle Studien entsprachen Evidenzgrad 4 [1730], [1731],[476], [1732], [1733], [1734], [1735], [1736], [1737], [1738], [1739], [1740], [1741], [1742], [1743], [1744], [1745], [1746], [1747], [1748], [1749], [1750], [1751], [1752], [1753], [1754], [1755], [1756], [1757], [1758], [1759]. Randomisierte Untersuchungen existieren nicht. Die Indikation bestand immer in einer symptomatischen tumorbedingten hochgradigen zentralen Atemwegsstenose.
Durch die Stentimplantation kommt es zu einer unmittelbaren und deutlichen Verbesserung des Stenosegrades und der Dyspnoe sowie von Lungenfunktionsparametern. Vereinzelt handelte es sich um Notfall-Eingriffe mit lebensrettendem Charakter. Der größte Effekt wird bei Interventionen im Bereich der Trachea erzielt. Die Erfolgsrate lag insgesamt bei über 80 %. Die lokale Kontrolle konnte in vielen Fällen über eine lange Zeit, teils bis zum Lebensende aufrecht erhalten werden. Eine Lebensverlängerung ist zu folgern, ist aber in Ermangelung randomisierter Vergleiche nicht nachweisbar. Typische Komplikationen sind das Einwachsen von Tumorgewebe in den Stent, die Stentmigration und die Sekretverlegung mit einer Häufigkeit von jeweils 10-30 % [1728], [1760].
10.4.7 Endobronchiale Brachytherapie und perkutane Bestrahlung
Bei Patienten mit zentral stenosierendem Tumor kann eine externe Strahlentherapie mit palliativem oder, je nach onkologischer Gesamtsituation, auch kurativer, Zielsetzung angeboten werden. Hierbei sollte die perkutane Strahlentherapie einer Brachytherapie vorgezogen werden. Stark hypofraktionierte Behandlungsregimes sollten vermieden werden.
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
Änderungshinweis
Bei Patienten ohne strahlentherapeutische Vorbelastung ist der Einsatz der Brachytherapie in palliativer Intention im Einzelfall bei zentral stenosierendem Tumor geeignet. Wenn keine strahlentherapeutische Vorbelastung vorliegt, sollte die Brachytherapie mit einer perkutanen Strahlentherapie kombiniert werden.Bei einem Tumor mit Stenose der zentralen Luftwege, insbesondere bei strahlentherapeutischer Vorbelastung, kann die endoluminale Brachytherapie im Einzelfall zur lokalen Palliation angeboten werden.
- Konsens
- Starker Konsens (100%)
Änderungshinweis
Bei einem Tumor mit Stenose der zentralen Luftwege und strahlentherapeutischer Vorbelastung kann die endoluminale Brachytherapie im Einzelfall geeignet sein.Bei der endoluminalen Brachytherapie wird ein radioaktiver Strahler über einen Ausfahrkatheter, der bronchoskopisch gelegt und kontrolliert werden kann, temporär endobronchial in den Lungentumor eingebracht. Dabei wird der tumorbefallene Bereich des Bronchus zuzüglich eines kleinen Sicherheitssaumes behandelt. Die Aufenthaltszeiten an den verschiedenen Haltpunkten des Strahlers, der heute ferngesteuert ohne Belastung des Personals aus- und eingefahren wird, werden vor der Therapie entsprechend der verordneten Dosis berechnet.
Randomisierte Studien zum Einsatz der Brachytherapie in der palliativen Therapie des stenosierend wachsenden Lungenkarzinoms haben deren Effektivität nachgewiesen. Nach Laserdebulking zentral stenosierender Lungentumore wird durch die endoluminale Brachytherapie die rezidivfreie Zeit im Vergleich zur alleinigen Laserintervention verlängert [1761]. Jedoch war die Brachytherapie nach der Studie von [1762] der perkutanen Strahlentherapie bei Patienten mit endoluminal wachsendem Lungenkarzinom ohne strahlentherapeutische Vorbehandlung unterlegen, für die bei weit fortgeschrittener Erkrankung eine lokal kurative Therapie nicht in Frage kam. Die perkutane Strahlentherapie führte zu einer höheren Rate an Symptomverbesserungen 8 Wochen nach Therapie und die so behandelten Patienten bedurften seltener einer erneuten lokalen Behandlung. Die endoluminale Brachytherapie kann als Boost im Anschluß an eine perkutanen Strahlentherapie zu einer verbesserten Wiederbelüftungsrate und einer längeren Dauer der Symptomreduktion bei stenosierenden, zentralen Lungentumoren führen [1763], [1764], jedoch kann auch durch eine höherdosierte perkutane Strahlentherapie eine ähnliche Steigerung des palliativen Effektes erzielt werden.
Ung et al. fanden in einer systematischen Review über die randomisierten und nicht-randomisierten, prospektiven Studien zur Palliation von Symptomen mit der Brachytherapie Ansprechraten bezüglich Dyspnoe von 24-88 %, Hämoptoe von 69-100 % und Schmerzen von 43-88 % [1765].
Auch nach strahlentherapeutischer Vorbehandlung können mit der endobronchialen Brachytherapie längerandauernde Tumorrückbildungen erzielt werden [1766]. Risiken der Brachytherapie sind die Ausbildung von Fisteln und Blutungen.
Dosierung der endobronchialen Brachytherapie: Der makroskopisch sichtbare Tumoranteil sollte in Bronchuslängsrichtung sicher erfasst werden. Der Afterloadingkatheter sollte in Bronchusmitte zentriert werden. Übliche Dosen pro Fraktion reichen von 5-10 Gy, appliziert mit hoher Dosisleistung (HDR). Die Dosierung erfolgt in der Regel berechnet auf 10 mm Achsabstand. Zusätzlich zu einer perkutanen Strahlentherapie wird die Brachytherapie in einer Dosierung von 2 x 4,8 bis 2 x 7,5 Gy mit einem Zeitabstand von mindestens einer Woche eingesetzt [1763]. Als alleinige Maßnahme wurden von der American Endocurietherapy Society eine Dosierung von 4 x 5 Gy empfohlen, aber es wurden auch Einmalbestrahlungen von 1 x 10 Gy eingesetzt [1767].
Im Einzelfall kann die Brachytherapie bei bronchoskopisch nachgewiesenen, frühen, invasiven oder in situ Karzinomen in kurativer Intention zum Einsatz kommen, wenn eine chirurgische Resektion hier nicht bevorzugt wird [1714].
Als Alternative zur endoluminalen Brachytherapie stehen die Methoden der perkutanen Präzisionsstrahlentherapie zur Verfügung. Deren Vorteil ist, dass keine bronchiale Intervention erforderlich ist und die mit dem Linearbeschleuniger präzise applizierte Dosis homogen auch tiefere Gewebsschichten erreichen kann. Der Effekt ist subakut, tritt also innerhalb von Tagen oder Wochen ein und besteht sowohl der einer Volumenreduktion des obstruierenden Tumors, als auch in der Behandlung von Blutungen, insbesondere bei Sickerblutungen als kleineren Tumorgefäßen (siehe auch 10.2.1.2.). Mehrere kleinere randomisierte Studien, die zuletzt 2012 in einer Cochrane Metaanalyse [1768] zusammengefasst wurden, haben gezeigt, dass zumindest beim NSCLC die perkutane Bestrahlung für die Palliation thorakaler Symptome effektiver ist als die Brachytherapie. Prinzipiell kann die perkutane Bestrahlung sowohl mit palliativer Intention als auch, bei nicht metastasierten Tumoren, mit kurativer Intention analog der oben aufgeführten Prinzipien für die Behandlung von NSCLC und SCLC durchgeführt werden. Mit rein palliativer Intention können thorakale Symptome effektiv verbessert werden. Dabei zeigte eine weitere Cochrane Metaanalyse von [1118], die 14 randomisierte Studien einschloss, dass hypofraktionierte Therapieregimes im Vergleich zu eher normofraktionierten Regimes bezüglich Palliation und Survival zwar isoeffektiv, aber möglicherweise toxischer sind.
Evidenztabellen
Behandlung maliger Pleuraerguss
Schlüsselfrage:
P: Alle Patienten mit Lungenkarzinom und rezidivierender symptomatischen maligner (Nachweis von bösartigen Zellen oder Gewebe Pleuraerguss )
I: thorakoskopische Poudrage mit Talkum (5 –10g)
C: •Thoraxdrainage mit Talkumsuspension oder einem Tetrazyklinderivat
•Pleurodese mit lokalen Zytostatika
O: Mortalität , Morbidität, Lebensqualität
SR oder mETA
Inhalt: 1 Literaturstellen
| Literaturstelle | Evidenzlevel | Studientyp |
|---|---|---|
| Dipper, A. 2021 | 1 | Systematic review and meta-analysis |
OXFORD (2011) - AMSTAR 2: Systematic Reviews: 1 Bewertung(en)
| Dipper, A. et al. Interventions for the management of malignant pleural effusions: an updated network meta-analysis. Eur Respir Rev. 30. . 2021 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Evidence level/Study Types | P - I - C | Outcomes/Results | Literature References | |
| Evidence level: 1 Overall confidence in the results of the review: Oxford Centre for Evidence-Based Medicine 2011 Levels of Evidence (Treatment benefits): 1 (Systematic review of randomized trials) AMSTAR II critical appraisal tool for systematic reviews: Overall quality of evidence: HIGH Study type: Systematic review and meta-analysis Databases: previous version (2015) to June 2019. Search period: Cochrane Central Register of Controlled Trials (CENTRAL) (the Cochrane Library) 2019, Issue 5; • MEDLINE (Ovid) 1948 to 24 June 2019; • Embase (Ovid) 1974 to week 25 2019; • CINAHL (EBSCO) 1980 to June 2019; • Web of Science Science Citation Index Expanded (SCI- EXPANDED) and Social Sciences Citation Index (SSCI) searched to 2015. (Due to a change in library provision we did not have access beyond 2015.) Inclusion Criteria: • Adults over the age of 16 years. • Symptomatic pleural effusion resulting from an underlying malignant process (of any type and stage). Exclusion Criteria: • Studies recruiting both malignant and non-malignant participants with no clear distinction between the two groups in the results section. • Studies evaluating the effect of a drug administered via any method other than the intrapleural route. • Studies including participants with effusions within a variety of body cavities (e.g. pleural, peritoneal, pericardial), where the effect of the treatments in the subgroup of participants with pleural effusions could not be distinguished in the results section. |
Population: Adults with malignant pleural effusion (MPE). Intervention: Intrapleural interventions Comparison: each other |
Primary: Efficacy of pleurodesis was our primary outcome measure. Secondary: • Adverse effects and complications due to interventions, specifically the presence or absence of pain and fever after the intervention. • Patient-reported control of breathlessness, as measured by a valid and reliable scale (e.g. visual analogue scale (VAS), numerical rating scale or dyspnoea/breathlessness-specific multidimensional scale). • Participants' quality of life and symptom control (including pain), measured by a valid and reliable scale. • Relative costs of the comparative techniques as reported by the individual trials. For ease of comparison, data reported in other currencies were converted to USD. • Overall mortality (we used the data for the reported outcomes closest to three months). • Median survival. • Duration of inpatient stay in days (both total length of stay and from time of intervention until discharge). • Patient acceptability of the interventions as judged by a valid scale (e.g. VAS or numerical rating scale). Within this, we included the need for repeat invasive pleural intervention. Results: Only interventions and outcomes according to PICO extracted in this section Outcome Mortality: Talc slurry vs talc poudrage (3 studies, n = 116/355 and 110/370) OR 1.1[0.69,1.75], I2=39.83% Talc slurry vs bleomycin (2 studies, n = 38/59 and 34/57) OR 1.12[0.36,3.46], I2=0% Talc slurry vs iodine (2 studies, n = 1/39 and 0/36) OR 2.71[0.1,70.65] Talc slurry vs IPC – not daily drainage (3 studies, n = 90/173 and 76/171) OR 1.43[0.91,2.23] Talc slurry vs mepacrine (1 study, n = 15/48 and 8/41) OR 1.88[0.7,5.02] Talc slurry vs TMP (1 study, n = 4/42 and 0/45) OR 10.64[0.55,203.85] Talc slurry vs autologous blood (1 study, n = 4/58 and 3/59) OR 1.38[0.3,6.47] Talc slurry vs IPC – daily drainage (1 study, n = 8/29 and 11/28) OR 0.59[0.19,1.79] Talc poudrage vs talc slurry (3 studies, n = 110/370 and 116/355) OR 0.91[0.57,1.46], I2=39.83% Talc poudrage vs bleomycin (1 study, n = 6/15 and 6/17) OR 1.22[0.29,5.13] Talc poudrage vs tetracycline (1 study, n = 6/18 and 2/23) OR 5.25[0.91,30.22] Talc poudrage vs iodine (1 study, n = 7/22 and 3/20) OR 2.64[0.58,12.09] Talc poudrage vs mustine (1 study, n = 3/23 and 6/23) OR 0.43[0.09,1.96] Talc via indwelling pleural catheter (IPC) (1 study, n = 7/78 and 14/76) OR 0.44[0.17,1.15] Author's Conclusion: "Based on the available evidence, talc poudrage and talc slurry are effective methods for achieving a pleurodesis, with lower failure rates than a number of other commonly used interventions. IPCs provide an alternative approach; whilst associated with inferior definitive pleurodesis rates, comparable control of breathlessness can probably be achieved, with a lower risk of requiring repeat invasive pleural intervention. Local availability, global experience of agents and adverse events (which may not be identified in randomised trials) and patient preference must be considered when selecting an intervention. Further research is required to delineate the roles of different treatments according to patient characteristics, such as presence of trapped lung. Greater attention to patient-centred outcomes, including breathlessness, quality of life and patient preference is essential to inform clinical decision-making. Careful consideration to minimise the risk of bias and standardise outcome measures is essential for future trial design." |
55 RCTs in the quantitative analysis, 80 in the qualitative analysis. See article for full list. |
|
Behandlung von Hämoptysen bei Patienten mit einem Lungenkarzinom a) initial und b) bei fortbestehenden Blutungen
Schlüsselfrage:
P: Alle Patienten mit Lungenkarzinom und Hämoptysen
a)initial
b) Rezidiv-blutungen
I: Bronchialarterienembolisation
C: Bronchoskopie u.a.
O: Mortalität , Morbidität, Lebensqualität, Rezidiv-blutungen
SR und META
Inhalt: 1 Literaturstellen
| Literaturstelle | Evidenzlevel | Studientyp |
|---|---|---|
| O'Mahony, A. C. 2022 | 3 | Systematic review and meta-analysis |
OXFORD (2011) - AMSTAR 2: Systematic Reviews: 1 Bewertung(en)
| O'Mahony, A. C. et al. Meta-Analysis on Utility of Bronchoscopy in Addition to Computed Tomography Thorax in the Investigation of Lung Cancer in Patients with Haemoptysis. Respiration. 101. 1139-1147. 2022 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Evidence level/Study Types | P - I - C | Outcomes/Results | Literature References | |
| Evidence level: 3 Overall confidence in the results of the review: AMSTAR II critical appraisal tool for systematic reviews: 3 critical flaws (items 2, 7, 15), 3 non-critical flaws (items 8, 10, 12) Overall quality of evidence: CRITICALLY LOW Oxford Centre for Evidence-Based Medicine 2011 Levels of Evidence (Diagnosis): 2 (Systematic review of Non-consecutive studies, or studies without consistently applied reference standards**) Downgraded one level due to methodological weakness (AMSTAR II Critically Low) Caveat: Only 8.7% of patients were lung cancer patients. Outcome Diagnostic accuracy not PICO. In summary the article can be considered as indirect evidence. Study type: Systematic review and meta-analysis Databases: EBSCO (Med- line), PubMed, Academic Search Complete, CINAHL, Cochrane Library, and Embase Search period: Inception - January 2021 Inclusion Criteria: (a) retrospective or prospective studies with more than one participant; (b) studies which evalu- ated presentation and cause of haemoptysis and (c) studies in which patients presenting with haemoptysis were investigated for lung cancer using CT scan and bronchoscopy. All three criteria had to be present for a study to be considered eligible for inclusion in this review. Exclusion Criteria: (a) studies in which haemoptysis was not a primary focus; (b) only bronchos-copy or CT scan was used; (c) articles not available in English and (d) not available in full text. |
Population: Patients with hemoptysis Intervention: CT scan and bronchoscopy Comparison: - |
Primary: Diagnostic accuracy Secondary: - Results: A total of 14 studies (2,960 patients) were included. Sensitivities for detection of lung cancer using CT scan and bronchoscopy were 0.99 (95% CI: 0.97–1.00) and 0.84 (95% CI: 0.78–0.88). The sensitivity of CT was higher than that of bronchoscopy (p < 0.001). specificity for CT scan and bronchos- copy were 0.99 (95% CI: 0.99–1.00) and 1.00 (95% CI: 0.99– 1.00), respectively. Of 2,960 patients, 257 had lung cancer (8.7%) at initial investigation. 254 of these had a CT thorax, and the CT scan was false negative in 4/255 (1.6%), with bronchoscopy only identifying one cancer with a normal CT (0.4%). Author's Conclusion: CT scan showed a higher diagnostic ac- curacy than bronchoscopy. This study indicated that bron- choscopy offers an insignificant additional value in the in- vestigation of lung cancer in patients with haemoptysis and a negative CT scan. |
14 observational studies included in the quantitative analysis: Arooj et al. 2018, Bonlokke et al. 2015, Davoodi et al 2015, Hameed et al 2017, Lee et al 2012, McGuinness et al 1994, Naidich et al. 1990, Nielsen et al 2016, Petersen et al 2019, Revel et al. 2002, Set et al 1993, Tak et al. 1999, Thirumaran et al. 2009, Unsal et al. 2006 |
|
Behandlung der tracheobronchialen Tumorobstruktion
Schlüsselfrage:
P: Patienten mit einem Lungenkarzinom und Vena-cava-superior-Syndrom
I: • Abtragung exophytischer Tumoranteile mit der Kante des starren Bronchoskops, mit Zangen oder Ballons perkutane intravasale Stentimplantation
• Lasertherapie
• Elektroverfahren
• Kryotherapie
• Photodynamische Therapie
• Bronchiale und tracheale Stents
• Endobronchiale Brachytherapie
O: Mortalität , Morbidität, Lebensqualität, Funktions-verbesserung, Symptomatk??
SR oder META
Inhalt: 2 Literaturstellen
| Literaturstelle | Evidenzlevel | Studientyp |
|---|---|---|
| Hosna, Asma 2023 | 3 | Systematic Review |
| Umar, Zaryab 2023 | 3 | Systematic Review |
OXFORD (2011) - AMSTAR 2: Systematic Reviews: 2 Bewertung(en)
| Hosna, Asma. Cryotherapy for the Treatment of Tracheal Stenosis: A Systematic Review. Cureus. 15. . 2023 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Evidence level/Study Types | P - I - C | Outcomes/Results | Literature References | |
| Evidence level: 3 Overall confidence in the results of the review: Article was submitted by expert guideline members. AMSTAR II critical appraisal tool for systematic reviews: 5 critical flaws (items 2, 7, 9, 13, 15), 4 non-critical flaws (items 6, 8, 10, 12) Overall quality of evidence: CRITICALLY LOW Oxford Centre for Evidence-Based Medicine 2011 Levels of Evidence (Therapy): 2 (Non-randomized controlled cohort/follow-up study**) Downgraded one level due to methodological weakness (AMSTAR II Critically Low) Caveat: Not all patients were lung cancer patients (malignant airway obstruction patients). The comparison was not directly related to PICO. In summary the article can be considered as indirect evidence. Study type: Systematic Review Databases: Pubmed, Cochrane Library and EMBASE Search period: Inception - December 4, 2022 Inclusion Criteria: primary studies, case reports or case series, review articles, systemic reviews, meta-analysis, confirmed cases of post-intubation tracheal stenosis, and articles written in English. Exclusion Criteria: Studies that were performed in the pediatric population, non-English articles, non-peer-reviewed articles, and guidelines. |
Population: Patients with airway obstruction Intervention: Cryotherapy Comparison: - |
Primary: Effectiveness of the treatment. Secondary: - Results: Twenty-nine patients were treated with cryotherapy only, while the other 38 patients had cryotherapy followed by balloon dilation. After the intervention, 48 patients experienced improvement, 13 patients became asymptomatic, and five experienced no change in the symptoms. Author's Conclusion: Although, there is no clear treatment protocol for patients with inoperable tracheal stenosis. Our review demonstrates that cryotherapy for inoperable tracheal stenosis can be an acceptable alternative treatment with significant clinical improvement. Additionally, cryotherapy has fewer adverse effects compared to other treatment options. |
5 observational studies: Fernando 2011, Liu 2015, Jung 2016, Krimsky 2010, Bhora 2016. |
|
| Umar, Zaryab. Malignant Airway Obstruction and the Use of Nd:YAG Laser: A Systematic Review on Its Efficacy and Safety. Cureus. 15. . 2023 | ||||
|---|---|---|---|---|
| Evidence level/Study Types | P - I - C | Outcomes/Results | Literature References | |
| Evidence level: 3 Overall confidence in the results of the review: AMSTAR II critical appraisal tool for systematic reviews: 3 critical flaws (items 2, 7, 9), 2 non-critical flaws (items 5, 10) Overall quality of evidence: CRITICALLY LOW Oxford Centre for Evidence-Based Medicine 2011 Levels of Evidence (Therapy): 2 (Non-randomized controlled cohort/follow-up study**) Downgraded one level due to methodological weakness (AMSTAR II Critically Low) Caveat: Not all patients were lung cancer patients (malignant airway obstruction patients). The comparison was not directly related to PICO In summary the article can be considered as indirect evidence. Study type: Systematic Review Databases: PubMed, Embase, and Cochrane Search period: From 11/20/2022 to 11/24/2022 Inclusion Criteria: All original studies (cohort, cross-sectional, and case-control studies) describing the characteristics of patients with airway obstruction in the setting of malignancy, pre-treatment evaluation (including pulmonary function testing, scoring systems deployed to assess the severity of dyspnea, arterial blood gas parameters, imaging and degree of obstruction, etc.), outcomes and complications associated with the use of Nd:YAG laser, and commentaries and case series with more than or equal to eight patients. With respect to case series, emphasis was laid on including studies that provided sufficient data on the outcomes and variables pertinent to our study design. Exclusion Criteria: non-original reports, which were either reviews, letters to editors, or commentaries that did not include patient data; case reports or case series involving fewer than 10 patients; unextractable or irrelevant data; articles not published in English; duplicate records; animal studies; overlapping data; and full texts that were not available, unextractable, or irrelevant data. |
Population: Patients with airway obstruction in the setting of malignancy. Intervention: Nd:YAG laser. Comparison: - |
Primary: post-procedure stenosis, evaluation of pulmonary function testing, and blood gas parameters after the procedure. Secondary: Improvement in clinical status after laser treatment, and improvement in dyspnea grade/additional scoring systems and scales post-procedure. Results: Mortality:postoperative mortality was 1.8% of all treatments (3.6% of all patients), one study Morbidity: overall morbidity was 6.6% of all treatments (12.7% of all patients), one study Functional improvement: Patients were found to have an improvement in dyspnea, cough, and hemoptysis status post-treatment; 55% of the patients were rendered asymptomatic, one study. Author's Conclusion: Our study shows that Nd:YAG laser treatment is an effective form of palliative treatment to provide subjective and objective improvement in patients with advanced and inoperable endobronchial malignancies. Due to the heterogeneous study populations in the studies reviewed and the presence of many limitations, more studies are still warranted to reach a definitive conclusion. |
11 studies included. (all observational studies) Han, Perin, George, Diaz-Jimenez, Fufukawa, Moghissi, Gelb, George, Toty, Gelb, Mordhissi |
|
Literaturhinweise
[1637] Dipper, A, Jones, HE, Bhatnagar, R, Preston, NJ, Maskell, N, Clive, A, Interventions for the management of malignant pleural effusions: an updated network meta-analysis., Eur Respir Rev, 2021. 30 (160)(160):, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33952602/
[406] Antunes, G., Neville, E., Duffy, J., Ali, N., BTS guidelines for the management of malignant pleural effusions, Thorax, 2003. 58 Suppl 2: p. ii29-ii38., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12728148
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[1641] Shaw, P., Agarwal, R., Pleurodesis for malignant pleural effusion, Cochrane-database-of-systematic-reviews, 2009. (1)(CD002916):, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/14973997/
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