4. Diagnostik, Prognosemarker und -scores – Adulte Weichgewebesarkome
4.1 Diagnostik
Der leitliniengerechten Diagnostik kommt bei Sarkomen eine besondere Bedeutung zu. Dies gilt insbesondere für die histologische Diagnosesicherung, deren korrekte Vorgehensweise in erheblichem Maße die weitere Prognose des Patienten und seine Heilungschancen beeinflusst. Aufgrund ihrer Seltenheit bereiten Weichgewebetumoren nicht selten auch dem Pathologen diagnostische Schwierigkeiten, sodass eine referenzpathologische Zweitbegutachtung häufiger als bei anderen Tumorentitäten stattfinden wird und sollte. Die Einbindung verschiedener Fachdisziplinen mit besonderer Sarkomexpertise in Sarkomzentren wird daher zunehmend als Notwendigkeit erkannt, um Sarkompatienten von Beginn an optimal versorgen zu können. Ein Konsensus über die Unterschiede von typischen (<6/100.000) zu ultra-seltenen (<2/100.000) Sarkomen wurde von einer Expertengruppe verabschiedet [80].
Die Diagnostik und Therapie eines Weichgewebesarkoms soll durch bzw. in Abstimmung mit einem zertifizierten Sarkomzentrum oder assoziierten Kooperationspartner erfolgen.
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- Starker Konsens
Die Planung der Therapie von Sarkomen soll prätherapeutisch im interdisziplinären Tumorboard erfolgen. Es sollen mindestens eine chirurgische Fachdisziplin mit Behandlungsschwerpunkt Weichgewebesarkome, sowie Hämatologie/ Onkologie, Pathologie, Radiologie und Radioonkologie vertreten sein. Lokalisationsspezifische Expertise soll fallabhängig hinzugezogen werden.
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4.1.1 Bildgebung
4.1.1.1 Primäre Bildgebung bei Erstdiagnose
Für die primäre Bildgebung eines oberflächlichen Tumors oder eines Tumors an den Extremitäten ist die Sonographie eine Methode der Wahl. Mit der Sonographie können erfahrene Untersucher auffällige Tastbefunde primär entweder in nicht tumorsuspekte Läsionen wie Lipome, Zysten, Abszesse oder Hämatome oder in tumorsuspekte Befunde einordnen. Die Lokalisation und Begrenzung des Tumors durch den Ultraschall kann auch für eine gezielte Stanzbiopsie genutzt werden.
Bei Verdacht auf einen malignen Weichgewebetumor ist die kontrastmittelverstärkte Magnetresonanztomographie die primäre Bildgebungsmethode der Wahl.
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- Starker Konsens
Wird eine bildgeführte Biopsie durchgeführt, sollten die Region(en) mit dem nach radiologischen Kriterien geringstem Differenzierungsgrad ausgewählt werden.
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- Starker Konsens
Hintergrund
Bei Verdacht auf einen malignen Weichgewebetumor ist die kontrastmittelverstärkte Magnetresonanztomographie (MRT) als primäre Bildgebungsmethode zu favorisieren, da hiermit die beste Darstellung der Tumorgrenzen und eine Differenzierung fetthaltiger Tumoren aber auch zystischer sowie nekrotischer und nicht nekrotischer Tumoranteile gelingt.
Weichgewebetumoren sind oft heterogen aufgebaut, wobei der aggressivste Tumoranteil zumeist am niedrigsten differenziert ist (also das höchste Grading aufweist) und daher das biologische Verhalten des Tumors bestimmt. Häufig sind dies Regionen mit der höchsten Tumorzelldichte, der stärksten Vaskularisation und daher der höchsten Glukoseaufnahme. Die Bildgebung vor Biopsie sollte primär mittels MRT mit i.v. Kontrastmittel und Diffusionswichtung durchgeführt werden, um die Tumorgrenzen bestmöglich einschätzen zu können. Bei Kontraindikationen gegenüber einer i.v. kontrastangehobenen MRT sollte alternativ eine i.v. (und ggf. enteral) kontrastangehobene CT oder PET-CT mit i.v. Kontrastmittel durchgeführt werden.
Die wichtigste Schnittebene zur Bestimmung der Tumorgrenze ist in der MRT die axiale Schnittrichtung. Das Untersuchungsprotokoll der MRT sollte mindestens eine T1w Sequenz (SE oder TSE) in einer Langachse (coronar oder sagittal), zwei T2w Sequenzen in axialer Schichtrichtung und einer Langachse und zwei T1w Sequenzen nach i.v. Kontrastmittel in axialer Schichtrichtung und einer Langachse beinhalten. Dabei sollte eine T1w Sequenz ohne Fettsättigung vor und nach Kontrastmittelgabe mit identischen Aufnahmeparametern gemessen werden, um die „echte“ Kontrastmittelaufnahme erkennen zu können. Die Ortsauflösung sollte in Schichtrichtung etwa 0,5 x 0,5 mm betragen, die Schichtdicke 3 bis 5 mm. Eine axiale T2-Sequenz ohne Fettsättigung ist obligat Teil des Untersuchungsprotokolls. Eine DIXON-Sequenz ist bei entsprechender Ortsauflösung als Alternative akzeptabel.
Ergänzend zu den oben genannten Sequenzen sollte eine diffusionsgewichtete Sequenz durchgeführt werden. Dies ist hilfreich zur Bestimmung der Dignität, der höchsten Zelldichte vor einer Biopsie und zur Abgrenzung von einem Hämatom.
Zur Detektion von Kalkanteilen im Tumor, einer knöchernen Beteiligung des Tumors oder zur Abschätzung einer Frakturgefährdung sollte ein konventionelles Röntgenbild oder eine CT in Nativtechnik durchgeführt werden. Der Kalkanteil eines Weichgewebetumors kann mittels MR-Diagnostik unterschätzt oder nicht erkennbar sein.
Bei retroperitonealen Tumoren kann die CT mit i.v. KM der MRT bezüglich des lokalen Stagings ebenbürtig sein und kann hier alternativ eingesetzt werden. Die CT scheint relativ gut zwischen gut- und gering differenzierten Sarkomen unterscheiden zu können [81]. Für die Abgrenzung von Sarkomen zu neurovaskulären Bündeln und bei der Frage nach einer Infiltration der Knochen bietet sich hingegen eher die MRT an [82], [83], [84].
4.1.1.2 Sonstige Bildgebung vor histologischer Diagnosesicherung
Vor der Therapie eines Weichgewebesarkoms soll ein Staging erfolgen.
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Hintergrund
Das frühzeitige Staging bei malignitätsverdächtigen Weichgewebetumoren kann in einigen Fällen die interdisziplinäre Diagnosefindung und Dignitätsbeurteilung erleichtern, wenn eine bereits metastasierte Erkrankung festgestellt wird. Dies erlaubt eine zeitnahe weitere Therapieplanung und die Einleitung weiterer diagnostischer, insbesondere auch molekularpathologischer Untersuchungsmethoden (z. B. Mutationsanalyse bei metastasiertem gastrointestinalem Stromatumor).
4.1.2 Biopsie
Die Technik der histologischen Diagnosesicherung spielt bei Weichgewebetumoren eine zentrale Rolle. Bei klinischem Verdacht auf ein Sarkom sollte bereits die erste Gewebsentnahme in einem spezialisierten Zentrum erfolgen. Der Standard der Biopsie ist entweder die offene Biopsie oder die Stanzbiopsie (möglichst ≥16G) mit Entnahme mehrerer Stanzzylinder [85], [86], [87]. Sofern dies nicht möglich ist, oder kein Ergebnis bringt, kann eine offene Exzisionsbiopsie erfolgen. Bei oberflächlichen Läsionen [Dangoor, A. et al. 2016]. Der Entnahmeort der Biopsie sollte im multidisziplinären Team festgelegt werden und im nach bildgebenden Kriterien am geringsten differenzierten, nicht nekrotischen Tumoranteil erfolgen. Der Zugangsweg ist so zu wählen, dass die komplette Mitentfernung des Biopsiekanals bzw. der Entnahmestelle/Narbe bei der sich anschließenden Resektion sicher gewährleistet ist.
4.1.2.1 Bioptische Histologiegewinnung mittels Feinnadelbiopsie
Eine Feinnadelbiopsie zur Erstdiagnose eines Weichgewebesarkoms soll nicht durchgeführt werden.
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Hintergrund
Aufgrund der steigenden Anforderungen an die Zahl und Qualität der an einer Biopsie durchzuführenden diagnostischen Methoden wird vom regulären Einsatz einer Feinnadelbiopsie zur Sicherung der Erstdiagnose abgeraten, da hier quantitative und qualitative Einschränkungen bestehen. Auch wird durch diese Maßnahme das Einholen einer referenzpathologischen Zweitmeinung durch das limitierte Material erschwert. Eine verlässliche Graduierung von Sarkomen ist an einer Feinnadelbiopsie zumeist nicht möglich, insbesondere bei hoch differenzierten Läsionen oder spindelzelligen Sarkomen mit geringer Proliferationsaktivität [88]. Bei der Diagnose von high-grade Sarkomen ist diese Technik besser geeignet, erreicht aber auch nur eine „accuracy“ von 91 % [89]. Bei geplanter neoadjuvanter Therapie wird von einer ausschließlich feinnadelbioptischen Diagnosesicherung generell abgeraten. Durch den Einsatz kaliberstärkerer Stanzbiopsienadeln, idealerweise in „Full Core“ Technik, kann deutlich mehr diagnostisches Material gewonnen werden, das dann auch für immunhistochemische und molekularpathologische Untersuchungen zur Verfügung steht.
Auch wenn die Feinnadelaspirationsbiopsie erhebliche Limitationen in der definitiven histologischen Zuordnung haben kann, ist sie mit hoher Sensitivität und Spezifität in der Lage, maligne von benignen Läsionen zu trennen [90]. Eine Feinnadelaspirationsbiopsie kann somit zur histologischen Sicherung eines Lokalrezidivs oder von Metastasen bereits zuvor histologisch gesicherter Weichgewebesarkome erwogen werden.
4.1.2.2 Bioptische Histologiegewinnung mittels Stanzzylinderbiopsie
Zur histologischen Sicherung eines Weichgewebesarkoms soll eine Stanzbiopsie oder eine Inzisionsbiopsie erfolgen. Entscheidend für die Wahl des Verfahrens ist die Erfahrung bei der Durchführung sowie der Verarbeitung und Untersuchung des gewonnenen Gewebes.
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Wenn eine bildgeführte Stanzbiopsie zur Diagnosesicherung eines Weichgewebetumors durchgeführt wird, sollte diese in Koaxialtechnik mit ≥16G Stanzen erfolgen. Es sollten mehrere Stanzzylinder gewonnen werden.
- Konsens
- Starker Konsens
Der Biopsiezugang sollte so gewählt werden, dass er bei der definitiven Resektion ohne Erweiterung des Resektionszuganges mit entfernt werden kann. Bei einer Inzisionsbiopsie soll der Biopsiezugang immer mit dem Resektat en bloc entfernt werden.
- Konsens
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Hintergrund
Der Zugangsweg sollte in einer interdisziplinären Besprechung vor der Biopsie festgelegt werden.
Die Stanzbiopsie ist heutzutage ein vielfach in Leitlinien empfohlenes Verfahren zur Probengewinnung bei Weichgewebetumoren. In Studien konnte gezeigt werden, dass diese Technik hinsichtlich der diagnostischen Genauigkeit in erfahrenen Händen der offenen Biopsie vergleichbar [91] oder allenfalls geringgradig unterlegen ist [92]. Perkutane Biopsien benötigen einen kleineren Zugangsweg als offene Biopsien, was die Resektion des Punktionstraktes im Rahmen der späteren definitiven Operation erleichtert [93], [94], [95]. Die Stanzbiopsie erfolgt, auch wenn mehrere Gewebeasservierungen vorgenommen werden, typischerweise über einen Zugang. Dies ist bedeutsam, da sowohl bei der offenen Biopsie als auch bei der perkutanen Biopsie Tumorzellabsiedlungen im Punktionstrakt gefunden werden können. Es konnte gezeigt werden, dass nach offener Biopsie signifikant häufiger Zellabsiedlungen im Biopsietrakt vorliegen als nach perkutaner Biopsie [96]. Die Summe dieser Faktoren haben dazu geführt, dass die Stanzbiopsie in Kombination mit optimaler Bildgebung als geeignet angesehen werden kann, das weitere therapeutische Vorgehen zu steuern [97], [98]. Ein systematischer Review mit Metaanalyse belegte, dass die Stanzbiopsie eine hohe diagnostische Genauigkeit hinsichtlich der Dignität eines Weichgewebetumors aber auch hinsichtlich der Subtypisierung eines Weichgewebesarkoms hat. Auch aufgrund der geringeren Komplikationsrate kann die Stanzbiopsie als Methode der ersten Wahl angesehen werden [99].
Für eine adäquate histologische Diagnostik sind besondere Anforderungen an die Biopsie zu stellen. In der Regel stellen kleinere Läsionen eine Herausforderung an die Biopsie dar; sowohl was die technische Erreichbarkeit der Läsion als auch was die Gewinnung der Probe angeht. Für Weichgewebesarkome konnte die technische Machbarkeit auch bei kleinen Läsionen gezeigt werden, jedoch bestehen auch hier Einschränkungen. Die Stanzbiopsie ist bei Läsionen ab etwa 1 cm Durchmesser einsetzbar, jedoch sinkt bei Läsionen < 2 cm die diagnostische Genauigkeit dieses Verfahrens [100]. Ein weiterer wichtiger Einflussfaktor auf die histologische Untersuchbarkeit ist die Länge und insbesondere die Anzahl der Proben. Es konnte gezeigt werden, dass bei einer Anzahl ab 4 Proben bei Weichgewebetumoren ein Plateau in der diagnostischen Genauigkeit erreicht wird [101]. Entsprechend existierender Empfehlungen sollten Nadeln von zumindest 16G Durchmesser eingesetzt werden [85].
4.1.2.3 Bioptische Histologiegewinnung mittels Inzisions- oder Exzisionsbiopsie
Die Entnahme einer Biopsie sollte an einem spezialisierten Zentrum, durch oder in Absprache mit dem späteren Operateur, erfolgen.
- Konsens
- Konsens
Eine zugangsnahe Drainage soll zusammen mit einem Kompressionsverband angelegt werden, um eine Hämatombildung zu vermeiden.
- Konsens
- Konsens
Eine Exisionsbiopsie kann bei oberflächigen Tumoren kleiner 3 cm erwogen werden, sofern eine sichere Entfernung des Tumors im Gesunden gewährleistet ist.
- Konsens
- Konsens
Hintergrund
Die Inzisionsbiopsie erbringt üblicherweise die größte diagnostisch verwertbare Gewebemenge und damit die höchste diagnostische Sicherheit. Die Schnittführung soll so gewählt werden, dass keine gesunden Strukturen, besonders Nerven und Gefäße, kontaminiert werden. Der Zugang muss bei der später erfolgenden Tumorresektion komplett mit entfernt werden. Die Inzision sollte möglichst longitudinal erfolgen. Eine Drainage durch die Inzision oder ausgeleitet direkt in Verlängerung der Inzision soll zusammen mit einem Verband eine Hämatombildung vermeiden.
Eine Exzisionsbiopsie als erste diagnostische Maßnahme kann bei oberflächlichen, scharf begrenzten Läsionen unter 3 cm Durchmesser erwogen werden, sofern eine sichere Entfernung des Tumors im Gesunden gewährleistet ist [86]. Britische Chirurgen analysierten die Daten von 3018 Patienten mit primären benignen (52 %) und malignen Weichgewebtumoren in einer hierarchischen Analyse, die Trennschwelle zwischen benigne/maligne in der Größenregion zwischen 3 und 5cm zu finden. Eine Analyse nach dem Bayesain Modell zeigte die praktisch relevante Tumorgröße an, ab der mit einer hohen Wahscheinlichkeit von einem Malignom ausgagnegen werden konnte [102]. Konsequenterweise wurde an alle britischen Chirurgen ein Golfball versendet mit dem Begeleittext „If your lump is bigger than a golf ball and growing, think Sarcoma“.
4.1.2.4 Relevanz der Schnellschnittuntersuchung
Die Schnellschnittuntersuchung soll nicht zur Dignitätsbewertung und Subtypisierung von Weichgewebetumoren eingesetzt werden.
- Konsens
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Hintergrund
Schnellschnittuntersuchungen sind bei Weichgewebetumoren weder zur Dignitätsbeurteilung noch zur Subtypisierung oder Graduierung geeignet und werden daher nicht empfohlen. In Einzelfällen kann die Schnellschnittuntersuchung bei der Beurteilung knapper Resektionsränder am Tumorresektat helfen. Dies gilt explizit nicht für differenzierte lipomatöse Tumoren.
4.1.2.5 Biopsieversand an die Pathologie
Bioptisches Material soll in gepuffertem, 4%igem Formalin an die Pathologie übersandt werden.
- Konsens
- Starker Konsens
Hintergrund
Stanzbiopsate sollten nach Möglichkeit vor der weiteren pathologischen Aufarbeitung mindestens 6 Stunden in ausreichend 4%igem gepufferten Formalin fixiert werden. Eine native Übersendung kann nicht empfohlen werden, da gerade Stanzmaterial sehr schnell austrocknet. Von einer Versendung in NaCl wird dringend abgeraten, da sich dies sehr ungünstig auf die Morphologie auswirkt. Der Ersatz von Formalin durch Alkohol ist ebenfalls nicht angezeigt, da das Gewebe hierdurch unnötig aushärtet und die weitere Prozessierung erheblich erschwert wird. Von Spezialfixantien wie z. B. Bouin’scher Lösung wird dringend abgeraten, da dies eine DNA-Extraktion für eventuell nötige molekularpathologische Zusatzuntersuchungen behindert. Die Elektronenmikroskopie spielt in der Sarkomdiagnostik nur noch eine sehr untergeordnete Rolle, sodass eine Asservierung von Tumorgewebe in entsprechendem Spezialfixans im Allgemeinen nicht vorgesehen ist. Eine Spezialasservierung von Tumorgewebe für eine spätere RNA-Extraktion (z.B. RNA-later) erfolgt zumeist nur in Studien.
4.1.3 Versand des Tumorresektats an die Pathologie
Das operativ entnommene Resektat soll als Mindestanforderung durch den Operateur so mit Fadenmarkierungen versehen werden, dass eine dreidimensionale Orientierung für den Pathologen möglich ist. Gegebenenfalls ist eine Schemazeichnung zur Entnahmelokalisation beizufügen.
- Konsens
- Starker Konsens
Im Fall einer makroskopisch knappen Resektion sollen - wenn intraoperativ nachgewiesen oder vermutet - die Absetzungsränder in situ und am Resektat markiert werden.
- Konsens
- Starker Konsens
Die Bereitstellung von radiologischen Bildern bzw. von Körperschemata (elektronisch/digital oder Ausdruck/Röntgenbild) sollte mit dem Pathologen besprochen werden.
- Konsens
- Starker Konsens
Das Tumorresektat sollte - sofern logistisch möglich - nativ in unfixiertem Zustand auf direktem Wege in die Pathologie verbracht werden, um dort eine sofortige optimale Weiterverarbeitung zu ermöglichen.
Anderenfalls soll das Präparat in einer ausreichenden Menge 4%igen gepufferten Formalins schnellstmöglich in die Pathologie überstellt werden.
- Konsens
- Konsens
Hintergrund
Vor dem Versand von Tumorresektaten an die Pathologie sind relevante anatomische Strukturen oder Schnittränder durch den Operateur so zu markieren, dass eine eindeutige dreidimensionale Orientierung möglich ist. Besonders wichtige Resektionsstrukturen (z.B. Faszien, Periost, Gefäße) sind z.B. mit Fadenmarkierungen besonders zu kennzeichnen. Ideal ist es, die Lage des Präparates in einem entsprechenden Körperschema einzuzeichnen und ggf. Bildgebung zur Verfügung zu stellen. Ein Einschneiden des Resektats durch den Operateur ist unbedingt zu vermeiden, da dies die Beurteilung der Resektionsgrenzen erheblich behindern kann.
Die native Übersendung des Resektats unter Schnellschnittbedingungen ist zu begrüßen, da dies die Entnahme von Nativmaterial (Abklatschpräparate, Gewebeproben für eine Biobank) ermöglicht. Nach Möglichkeit sollte auch zusätzlich zum Präparat eine Blutprobe an die Pathologie versandt werden, sofern dort die technischen Voraussetzungen für deren weitere Verarbeitung und Lagerung vorhanden sind. Durch die immer häufiger notwendigen molekularen Zusatzuntersuchungen ist das Vorhandensein von Normal-DNA/RNA zum Abgleich mit der Tumorprobe sehr hilfreich. In diesem Kontext muss die generelle Einholung einer entsprechenden Patienteneinwilligung erfolgen.
Sollte die native Übersendung nicht in einem vertretbaren Zeitrahmen möglich sein, so muss das Präparat in einer ausreichenden Menge (Gewebe:Formalin 1:4) 4%igen gepufferten Formalins fixiert werden. Das derart fixierte Präparat kann bei Raumtemperatur gelagert und transportiert werden. Eine Kühlung ist nicht erforderlich.
4.1.4 Aufarbeitung des Tumorresektats
4.1.4.1 Makroskopische Aufarbeitung
Nativ übersandtes Material eines Tumorresektats soll unmittelbar nach seinem Eintreffen in der Pathologie von einem hierfür qualifizierten Pathologen angesehen werden.
Bei fixierten Präparaten soll der Pathologe die ausreichende Menge des beigefügten Formalins überprüfen und das Resektat ggf. zur besseren Fixation mehrfach einschneiden.
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- Starker Konsens
Die makroskopische Beschreibung von Weichgeweberesektaten soll Tumorheterogenität, Umfang der Nekrosen und vorausgegangene Gewebsentnahmen umfassen.
- Konsens
- Starker Konsens
Die Mindestabstände zu relevanten Resektionsrändern und kritischen Strukturen sollen im histopathologischen Befund angegeben werden. Als R0-Status gilt „no tumor on ink“.
- Konsens
- Starker Konsens
Hintergrund
Das in der Pathologie eingegangene Präparat sollte - falls nativ übersandt - unverzüglich oder - falls fixiert - zeitnah von einem qualifizierten Pathologen in Augenschein genommen und fotografisch dokumentiert werden. Vor der Entnahme von Nativproben soll die Probe vermessen und gewogen werden. Die Entnahmestelle von Nativproben soll entsprechend markiert werden, um die spätere Beurteilung der Resektionsränder nicht zu gefährden. Bei größeren Proben sollen diese vor der weiteren detaillierten Aufarbeitung mehrfach eingeschnitten werden, um ein adäquates Eindringen des Formalins in das Gewebe zu gewährleisten. Nach ausreichender Fixierung (zumeist über Nacht) ist eine makroskopische Aufarbeitung nach den Empfehlungen der EORTC [103] vorzunehmen.
Hierzu gehört nach entsprechender Farbmarkierung der verschiedenen Resektionsränder die Auflamellierung in etwa 1 cm breite Scheiben und die Fotodokumentation dieser Lamellen. Auf den entsprechenden Fotos kann eingezeichnet werden, wo Proben entnommen wurden. Als Faustregel gilt die Entnahme von einem Paraffinblock pro cm Tumordurchmesser plus die gesonderte Entnahme von Tumorproben mit Beziehung zu den Resektionsrändern. Das Ausmaß von Nekrosen und Infarktzonen sollte makroskopisch beschrieben und näherungsweise in % quantifiziert werden. Besonderes Augenmerk gilt den Mindestabständen zu relevanten Resektionsrändern und kritischen anatomischen sowie klinischerseits gesondert gekennzeichneten Strukturen. Die tumornahen Resektionsränder werden angefärbt, um eine Beurteilung der Tumorinfiltration zu erleichtern. Als R0 Resektion gilt: keine Tumormanifestation am gefärbten Resektionsrand („no tumor on ink“) [104], [105]. Sofern eine neoadjuvante Therapie vorausgegangen ist, sollte die Aufarbeitung entsprechend der Vorschläge der EORTC-STBSG [103] erfolgen.
4.1.4.2 Mikroskopische Aufarbeitung des Gewebes
Sämtliche entnommenen Proben werden entsprechend der Standardprotokolle nach ausreichender Fixation in 4%igem gepufferten Formalin automatisiert (zumeist über Nacht) entwässert, in Paraffin eingebettet und gegossen. Von den Paraffinblöcken werden anschließend 2 bis 4 µm dicke Schnitte angefertigt. Diese werden mit einer Hämatoxylin-Eosin-Färbung (H&E) gefärbt. Generelle Empfehlungen für weitere histochemische Färbungen existieren nicht.
Bei der Diagnose von Weichgewebesarkomen sollten kontext-abhängig immunhistochemische Antikörperpanels verwendet werden.
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- Starker Konsens
Die verwendeten immunhistochemischen Antikörper sollen durch interne Qualitätskontrollen bezüglich ihrer Eignung validiert werden. Dabei wird eine on-slide Kontrolle für jeden verwendeten Antikörper empfohlen.
- Konsens
- Starker Konsens
Die regelmäßige Teilnahme an externen zertifizierten Ringversuchen als externe Qualitätskontrolle soll erfolgen.
- Konsens
- Starker Konsens
Hintergrund
Die Klassifikation von Weichgewebesarkomen basiert auf der Erkennung spezifischer Wuchsmuster (z.B. spindelzellig, klein-blau-rundzellig, biphasisch), dem Gefäßmuster sowie ggf. dem inflammatorischen Begleitinfiltrat und auf dem Nachweis einer linienspezifischen Differenzierung (z.B. lipomatös, muskulär, neuronal, etc.), oder dem Nachweis eines spezifischen Genotyps, sodass immunhistochemische und ggf. molekulare Untersuchungen bei der Diagnostik von Weichgewebesarkomen eine Schlüsselstellung einnehmen [106]. Außerdem müssen Sarkome von anderen Tumoren mit ähnlicher Morphologie wie z.B. sarkomatoiden Karzinomen, malignen Melanomen, Mesotheliomen, Keimzelltumoren oder auch hämatologischen Neoplasien abgegrenzt werden. Viele der verwendeten Antikörper (z.B. CD34, S100) sind nicht entitätsspezifisch und müssen je nach Kontext unterschiedlich interpretiert und für die Diagnose gewichtet werden. Aus diesen Gründen sind häufig bei der Primärdiagnostik umfangreiche immunhistochemische Analysen (sog. Antikörper-Panels) notwendig, die heute bevorzugt in automatisierten Systemen eingesetzt werden.
Für die Basisdiagnostik von Weichgewebetumoren haben sich u.a. folgende Antikörper bewährt: Breitspektrumkeratine, EMA, Ki67, S100, CD45/PanLeu, CD21, CD23, SOX10, MelanA, HMB45, ER/PR, CD10, smooth muscle Actin, Desmin, Caldesmon oder Calponin, Myogenin, WT1, Calretinin, BAP1, Podoplanin/D2-40, CD34, ERG, CD117, DOG1, NSE, Synaptophysin, Chromogranin, CD56, CD99.
Für eine erweiterte immunhistochemische Diagnostik existieren eine Reihe relativ spezifischer Marker, die teilweise auch zum Screening auf zugrundeliegende genetische Veränderungen verwendet werden können. Zu dieser sich ständig erweiternden Gruppe zählen u.a. beta-Catenin (z.B. Desmoid-Fibromatose), MDM2/CDK4 (hochdifferenziertes/de-differenziertes Liposarkom), BRAF V600E (malignes Melanom), TLE1 (Synovialsarkom), STAT6 (solitärer fibröser Tumor, SFT) [104], MUC4 (low grade fibromyxoides Sarkom, sklerosierendes epitheloides Fibrosarkom) [107], TFE3 (alveoläres Weichgewebesarkom), SDHB (SDH-mutierte gastrointestinale Stromatumoren, GIST), HHV8 (Kaposi-Sarkom), c-MYC (strahleninduzierte Sarkome, insbesondere Angiosarkome), CAMTA1 (epitheloide Hämangioendotheliome), FOSB (pseudomyogenes Hämangioendotheliom, epitheloides Hämangiom), INI-1 (maligner Rhabdoidtumor, epitheloides Sarkom, epitheloider maligner Nervenscheidentumor), H3K27me (maligner peripherer Nervenscheidentumor) [108], Brachyury (Chordom), ALK (inflammatorischer myofibroblastärer Tumor), NKX2.2 (Ewing Sarkom), WT1/ETV4 (CIC-rearrangierte kleinzellige Sarkome), BCOR (BCOR-rearrangierte kleinzellige Sarkome) [107], [109]. Sofern eine neoadjuvante Therapie vorausgegangen ist, sollte die Aufarbeitung entsprechend der Vorschläge der EORTC-STBSG [103] erfolgen.
4.1.4.3 Histopathologische Subtypisierung und Graduierung von Weichgewebetumoren
Die histopathologische Subtypisierung soll anhand der jeweils aktuell gültigen WHO-Klassifikation erfolgen.
Der Tumor soll in die Dignitätsgruppen benigne, intermediär (lokal aggressiv), intermediär (selten metastasierend) oder maligne eingeordnet werden.
Als Zusatzinformation sollte die ICD-O-Codierung (sofern vorhanden) angefügt werden.
- Konsens
- Starker Konsens
Die jeweils aktuelle TNM-Klassifikation sollte angewendet werden.
- Konsens
- Starker Konsens
Die Graduierung von Sarkomen sollte entitätenabhängig mittels des europäisch bevorzugten FNCLCC-Systems (Fédération Nationale des Centres de Lutte Contre le Cancer) oder nach dem NCI-System (National Cancer Institute) erfolgen. Die hierfür maßgeblichen drei Parameter Differenzierungsgrad, Mitosezahl pro 10 HPFs und Ausmaß der Nekrosen sollten dem Befund zu entnehmen sein.
- Konsens
- Starker Konsens
Hintergrund
Die Tumorgraduierung hat bei einigen Tumorentitäten (u.a. Angiosarkome, dedifferenzierte und myxoid-rundzellige Liposarkome, Rhabdomyosarkome, Ewing-Sarkome, alveoläre Weichgewebesarkome, epitheloide Sarkome, Klarzell-Sarkome) eine geringere prognostische Aussagekraft als der histopathologische Subtyp und sollte bei Tumoren der intermediären Dignitätsgruppe (z.B. Dermatofibrosarcoma protuberans, solitärer fibröser Tumor, inflammatorischer myofibroblastärer Tumor u.a.) nicht angewendet werden [110], [111], [112]. Bei den Dignitätsgruppen „intermediär – lokal aggressiv“ und „intermediär – selten metastasierend“ sollten diese Begriffe in der Beurteilung stattdessen im Hinblick auf ihre biologische Bedeutung erläutert werden. Falls ein Grading aus guten Gründen also nicht erfolgt, sollte dies im Befund erwähnt werden, um etwaige Nachfragen zu vermeiden. Auch auf eine TNM-Klassifikation wird bei den intermediären Dignitätsgruppen im Allgemeinen verzichtet (Ausnahme gastrointestinale Stromatumoren).
Tabelle 5: FNCLCC Grading System: Definition of Parameters*
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Tumor differentiation (siehe nächste Tabelle) |
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Score 1 |
Sarcomas closely resembling normal adult mesenchymal tissue (eg, well-differentiated liposarcoma |
|
|
Score 2 |
Sarcomas for which histologic typing is certain (eg, myxoid liposarcoma) |
|
|
Score 3 |
Embryonal und undifferentiated sarcomas, sarcomas of doubtful type, synovial sarcomas, osteosarcomas, PNET |
|
|
Mitotic count |
||
|
Score 1 |
0-9 mitoses per 10 HPF** |
|
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Score 2 |
10-19 mitoses per 10 HPF |
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Score 3 |
≥20 mitoses per 10 HPF |
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Tumor necrosis |
||
|
Score 0 |
No necrosis |
|
|
Score 1 |
<50% tumor necrosis |
|
|
Score 2 |
≥50% tumor necrosis |
|
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Histologic grade |
||
|
Grade 1 |
Total score 2, 3 |
|
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Grade 2 |
Total score 4, 5 |
|
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Grade 3 |
Total score 6, 7, 8 |
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* Modified from Trojani et al. [113]. FNCLCC indicates Fédération Nationale des Centres de Lutte Contre le Cancer; PNET, primitive neuroectodermal tumor ** A high-power field (HPF) measures 0.1734 mm2. |
||
Tabelle 6: FNCLCC Grading System: Tumor Differentiation Score According to Histologic Type*
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Histologic Type |
Tumor Differentiation Score |
|
Atypical lipomatous tumour/Well-differentiated liposarcoma |
1 |
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Well-differentiated leiomyosarcoma |
1 |
|
Myxoid liposarcoma |
2 |
|
Conventional leiomyosarcoma |
2 |
|
Myxofibrosarcoma |
2 |
|
High-grade myxoid (round cell) liposarcoma |
3 |
|
Pleomorphic liposarcoma |
3 |
|
Dedifferentiated liposarcoma |
3 |
|
Poorly-differentiated fibrosarcoma |
3 |
|
Pleomorphic rhabdomyosarcoma |
3 |
|
Poorly-differentiated/pleomorphic leiomyosarcoma |
3 |
|
Biphasic/monophasic/poorly differentiated Synovial sarcoma |
3 |
|
Mesenchymal chondrosarcoma |
3 |
|
Extraskelatal osteosarcoma |
3 |
|
Extraskeletal Ewing sarcoma |
3 |
|
Malignant rhabdoid tumour |
3 |
|
Undifferentiated pleomorphic sarcoma |
3 |
|
Undifferentiated sarcoma, not otherwise specified |
3 |
|
* Modified from Guillou et al. [114]. FNCLCC indicates Fédération Nationale des Centres de Lutte Contre le Cancer |
|
Bei manchen Tumorentitäten existieren stattdessen alternative Einteilungen zur Risikobewertung, wie z. B. die AFIP-Klassifikation nach Miettinen et al. 2006 [115] oder die Nomogramme von Joensuu et al. [116] (siehe Abbildung 3) bei gastrointestinalen Stromatumoren (s. Kapitel 10.1). Für PECome wurden Prognosefaktoren von Folpe et al. und von Doyle et al. vorgeschlagen, die unter anderem Parameter wie Mitosezahl, Nekrosen, infiltratives Tumorwachstum und Tumorgröße beinhalten [117], [118].
Es wird darauf hingewiesen, dass ein angegebenes Grading an stanzbioptischem Material ggf. nicht repräsentativ ist und zu niedrig ausfällt, da Nekrosen und höhergradige Tumorareale ggf. nicht erfasst sind. Dies gilt insbesondere bei Entitäten mit häufiger Heterogenität wie z.B. lipomatösen Tumoren und Myxofibrosarkomen. Es sind zumeist nicht genügend Gesichtsfelder für eine repräsentative Auszählung der Mitosen vorhanden. Das Ausmaß der Nekrosen kann nicht adäquat abgeschätzt werden. Die in diesem Kontext sicherlich hilfreiche Bildgebung liegt dem Pathologen zumeist nicht vor (auch wenn dies dringend angestrebt werden sollte). Inwieweit zukünftig die Berücksichtigung der Ergebnisse der radiologischen Bildgebung das Grading beeinflussen und verbessern kann, ist bislang nicht an größeren prospektiven Fallserien untersucht worden.
4.1.5 Molekularpathologie von Weichgewebetumoren
4.1.5.1 Molekularpathologische Aufarbeitung von Weichgewebetumoren
Bei Entitäten mit rekurrenter genetischer Aberration sollte eine Bestätigung der Diagnose durch den molekularpathologischen Nachweis der jeweiligen Veränderung erfolgen.
- Konsens
- Starker Konsens
Der Nachweis einer diagnostisch relevanten Translokation kann mittels einer geeigneten FISH-Sonde erbracht werden, die einen Bruch für einen der beiden an der Translokation beteiligten Genloci zeigt.
- Konsens
- Starker Konsens
Der Nachweis prädiktiver Genfusionen soll mittels eines geeigneten Next-Generation Sequencing-Panels (NGS-Panels) erfolgen, bei dem die genaue Genfusionsvariante ermittelt wird.
- Konsens
- Starker Konsens
Bei Fällen mit nicht eindeutiger Zuordnung zu einer bekannten Entität mittels Morphologie und Immunhistochemie soll eine Untersuchung mit einem NGS-Panel angestrebt werden, welches die bekannten häufigen Genfusionen und Treiberveränderungen von Weichgewebesarkomen abdeckt.
- Konsens
- Starker Konsens
Hintergrund
Die Zahl der identifizierten molekularpathologischen Aberrationen nimmt in Weichgewebetumoren stetig zu [119], [120], [121], [122], [123]. Dabei handelt es sich um chromosomale Translokationen, Amplifikationen oder spezifische Mutationen. Durch die Technologie des Next-Generation Sequencing (NGS) konnten für zahlreiche Entitäten in den letzten Jahren rekurrierende Genfusionen oder andere genetische Alterationen identifiziert werden. Der Nachweis einer rekurrenten genetischen Veränderung kann diagnostisch genutzt werden, und hat teilweise auch eine prädiktive Bedeutung [122], [123], [124]. Bei den Tumoren mit reziproker chromosomaler Translokation bzw. Genfusion liegt in der überwiegenden Mehrzahl der Entitäten nur eine spezifische Genfusion vor, die für diese Entität charakteristisch ist. Selten können die gleichen Genfusionen auch in verschiedenen Tumorentitäten nachweisbar sein, häufiger ist die Beteiligung eines Gens (z. B. EWSR1) an unterschiedlichen Genfusionen in verschiedenen Entitäten. Eine Übersicht über Genfusionen findet sich in der Mitelman Datenbank (https://mitelmandatabase.isb-cgc.org/) [125] und in der COSMIC Datenbank (https://cancer.sanger.ac.uk/cosmic/fusion) [126]. Die häufigsten Translokationstypen und genetischen Aberrationen bei Weichgewebetumoren sind in Tabelle „Ausgewählte diagnostisch relevante rekurrente Genfusionen und Treiberveränderungen“ aufgeführt [119]. Für jede genetische Aberration sind verschiedene Nachweis-Möglichkeiten angegeben (z.B. Immunhistochemie, RT-PCR, FISH, NGS).
Bei den nicht pleomorphen Sarkomen gibt es gehäuft Translokationen deren Nachweis therapeutische Konsequenzen haben kann (z.B. NTRK). NTRK-Genfusionen kommen bei manchen Tumorsubtypen z.B. beim Inflammatorischen myofibroblastären Tumor (IMT) in max. 1 % vor. Nach dieser sehr gut therapeutisch zu nutzenden Alteration sollte zielgerichtet nach definierten Algorithmen gesucht werden [127], [128].
Wenn der diagnostische Nachweis für NTRK-Fusionen gesichert ist, stehen für Patienten im metastasierten/nicht operablem Stadium mit Larotrectinib und Entrectinib zugelassene Substanzen zur Verfügung.
Bei den nicht pleomorphen Sarkomen gibt es gehäuft Translokationen deren Nachweis therapeutische Konsequenzen haben kann (NTRK). NTRK-Genfusionen kommen bei manchen Tumorsubtypen z.B. beim Inflammatorischen myofibroblastären Tumor (IMT) in max. 1 % vor.
Tabelle 7: Ausgewählte diagnostisch relevante rekurrente Genfusionen und Treiberveränderungen
|
Tumorentität |
Rekurrente Genveränderung |
Nachweismethoden |
|
Atypischer lipomatöser Tumor (ALT) / hochdifferenziertes Liposarkom |
MDM2/ CDK4 Amplifikation |
MDM2/ CDK4 Immunhistochemie, MDM2/ CDK4 FISH, MDM2/ CDK4 CISH |
|
Dedifferenziertes Liposarkom |
MDM2/ CDK4 Amplifikation |
MDM2/ CDK4 Immunhistochemie, MDM2/ CDK4 FISH, MDM2/ CDK4 CISH |
|
Myxoides Liposarkom |
FUS-DDIT3/ EWSR1-DDIT3 Genfusion |
DDIT3 FISH, NGS |
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Dermatofibrosarcoma Protuberans (DFSP) |
COL1A1-PDGFB Genfusion |
COL1A1-PDGFB FISH, NGS |
|
Solitärer fibröser Tumor (SFT) |
NAB2-STAT6 Genfusion |
STAT6 Immunhistochemie, NGS |
|
Infantiles Fibrosarkom |
ETV6-NTRK3 Genfusion |
ETV6 FISH, panTRK Immunhistochemie |
|
Low-grade Fibromyxoid-Sarkom (LGFMS) |
FUS-CREB3L2 Genfusion, seltener EWSR1-CREB3L1 Genfusion |
MUC4 Immunhistochemie, NGS |
|
Sklerosierendes epitheloides Fibrosarkom (SEF) |
EWSR1-CREB3L1 Genfusion, EWSR1-CREB3L2 Genfusion |
MUC4 Immunhistochemie, EWSR1-FISH, NGS |
|
Inflammatorischer myofibroblastärer Tumor (IMT) |
ALK Genfusion, seltener ROS1 Genfusion |
ALK Immunhistochemie, ALK FISH, ROS1 FISH, NGS |
|
Alveoläres Rhabdomyosarkom (ARMS) |
PAX3-FOXO1 Genfusion, PAX7-FOXO1 Genfusion |
PAX3 FISH, PAX7 FISH, FOXO1 FISH, NGS |
|
Synovialsarkom (SS) |
SS18-SSX1/ SS18-SSX2/ SS18-SSX4 Genfusion |
SS18 FISH, NGS |
|
Alveoläres Weichteilsarkom |
ASPSCR1-TFE3 Genfusion |
TFE3 FISH, TFE3 Immunhistochemie, NGS |
|
Klarzellsarkom |
EWSR1-CREB1/ EWSR1-ATF1 Genfusion |
EWSR1 FISH, NGS |
|
Extraskelettales myxoides Chondrosarkom |
EWSR1-NR4A3/ TAF15-NR4A3 Genfusion |
NR4A3 FISH, EWSR1 FISH, NGS |
|
Desmoplastischer klein-blau-rundzelliger Tumor |
EWSR1-WT1 Genfusion |
WT1 FISH, WT1 (c-Terminus)-Immunhistochemie, NGS |
|
Ewing-Sarkom |
WSR1-ERG/ EWSR1-ETV1/ EWSR1-ETV4/ EWSR1-FEV/ EWSR1-FLI1 Genfusion |
EWSR1 FISH, NGS |
|
Undifferenziertes/unklassifiziertes Sarkom mit BCOR-CCNB3 Genfusion |
BCOR-CCNB3 Genfusion |
CCNB3 Immunhistochemie, BCOR Immunhistochemie, NGS |
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Epitheloides Hämangioendotheliom |
WWTR1-CAMTA1 Genfusion, YAP1-TFE3 Genfusion |
CAMTA1-Immunhistochemie, TFE3-Immunhistochemie, NGS |
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Pseudomyogenes Hämangioendotheliom |
SERPINE1-FOSB Genfusion |
FOSB-Immunhistochemie, NGS |
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Undifferenziertes/unklassifiziertes Sarkom mit CIC-DUX4 Genfusion |
CIC-DUX4 Genfusion |
WT1 Immunhistochemie, ETV4 Immunhistochemie, NGS (nicht alle Assays geeignet) |
4.1.5.2 Molekularpathologische Methoden
Das für den Nachweis einer Genfusion oder einer anderen genetischen Treiberveränderung verwendete Nachweisverfahren muss eine für den beabsichtigten Zweck ausreichende Sensitivität und Spezifität aufweisen und soll durch interne und wenn möglich externe Qualitätskontrollen bezüglich der Eignung validiert werden.
- Konsens
- Starker Konsens
Hintergrund
Es gibt verschiedene Methoden, um spezifische Genfusionen und Treiberveränderungen nachzuweisen, die unterschiedliche Sensitivität und Spezifität aufweisen [129], [130].
Hybridisierungs-basierter Nachweis (Fluoreszenz in-Situ Hybridisierung, FISH):
Bei der FISH erfolgt der Nachweis einer Translokation oder Genamplifikation durch Verwendung Gen-spezifischer Sonden auf DNA-Ebene. Je nach verwendeter Sondenkombination können ein oder beide an einer Translokation beteiligten Gene durch Split-Signale (z.B. EWSR1 break-apart Sonde) oder Fusionssignale (z.B. COL1A1-PDGFB Fusions Sonde) nachgewiesen werden. Eine fokale Amplifikation eines Genlokus (z.B. MDM2) wird durch Verwendung einer Genlokus-spezifischen Sonde in Kombination mit einer Centromer-Kontroll-Sonde nachgewiesen.
Vorteile der FISH-Untersuchung sind die einfache Durchführung, geringe Kosten, hohe Sensitivität und Spezifität für das entsprechende Bruchereignis und eine kurze Zeit bis zum Ergebnis (ca. 2 Arbeitstage). Nachteilig ist, dass in der Regel nur ein Translokationspartner untersucht wird (z.B. EWSR1), was durch die Beteiligung dieses Translokationspartners an unterschiedlichen, Entitäten-spezifischen Translokationen zu Fehlinterpretationen führen kann, sowie die mangelnde Breite des Verfahrens. Unbekannte oder nicht erwartete Translokationen werden nicht angezeigt. Auch falsch-positive Ergebnisse, bedingt durch koexistente genetische Defekte (wie z.B. falsch-positiver EWSR1-FISH bei INI1–Deletionen, etc.), können auftreten.
Sequenzierungs-basierter Nachweis (RT-PCR, NGS):
Bei den Sequenzierungs-basierten Nachweisen von Translokationsereignissen kann der Nachweis grundsätzlich auf DNA- oder RNA-Ebene erfolgen, wobei aufgrund der teilweise sehr großen intronischen Sequenzen, in denen die Translokationsereignisse auftreten, in der Regel der RNA-basierte Nachweis verwendet wird, da hier die Untersuchung exonischer Bereiche ausreicht. Die Anreicherung der zu untersuchenden Genfusionsabschnitte kann entweder PCR-basiert (RT-PCR, Amplifikations-basiertes NGS Verfahren) oder über Sequenz-spezifische Anreicherung (Hybrid-Capture basiertes NGS Verfahren) erfolgen. Bei den erstgenannten können nur bereits bekannte Genfusionen nachgewiesen werden, da beide Translokationspartner und die genauen Bruchpunkte bekannt und durch entsprechende Primer abgedeckt sein müssen. Bei dem letztgenannten Verfahren können über die Verwendung von genspezifischen Anreicherungsverfahren prinzipiell auch bisher unbekannte Genfusionen nachgewiesen werden, wenn zumindest eines der beiden beteiligten Gene in dem Anreicherungsansatz entsprechend abgedeckt ist.
Vorteil der RT-PCR ist die hohe Spezifität und Sensitivität für das jeweilige Fusionsereignis und die niedrigen Kosten. Der große Nachteil liegt darin, dass zum einen bei bisher unbekanntem und nicht abgedecktem Partnergen die Untersuchung negativ ausfällt, und dass zum anderen wie bei der FISH-Untersuchung nur bekannte und erwartete Fusionen getestet werden können. Der erstgenannte Nachteil trifft auch für Amplifikations-basierte NGS Verfahren zu. Vorteil der Hybrid-Capture basierten NGS-Methodik ist, dass auch bisher unbekannte Genfusionen nachgewiesen werden können, wenn zumindest eines der Partnergene im Assay enthalten ist, sowie die Möglichkeit – bei entsprechender Panelgröße - auch bisher in der Differenzialdiagnose nicht vermutete Fusionsereignisse/Entitäten nachweisen zu können. Nachteil der NGS-Verfahren sind die höheren Kosten, die längere Bearbeitungszeit und die teilweise sehr aufwändige Validierung.
4.1.6 Referenzpathologische Zweitmeinung bei Weichgewebetumoren
Bei Tumoren mit definierten genetischen Veränderungen sollte die Diagnose durch molekularbiologischen Nachweis der jeweiligen Veränderung gesichert werden. In Fällen, in denen dies in der Einrichtung nicht möglich ist oder keine ausreichende Erfahrung mit der Methode besteht, sollte eine Referenzbeurteilung in einem spezialisierten Labor erfolgen.
- Konsens
- Starker Konsens
Bei Weichgewebetumoren mit unsicherer diagnostischer Zuordnung zu einer definierten Entität oder mit unerwarteten genetischen Befunden soll eine histopathologische Zweitmeinung in einem spezialisierten Referenzzentrum eingeholt werden.
- Konsens
- Starker Konsens
Hintergrund
Die Klassifikation von Weichgewebesarkomen ist komplex und muss epidemiologische, klinische, anatomische und histopathologische Aspekte einschließlich immunhistochemischer und molekularpathologischer Befunde berücksichtigen. Für die Bewertung und Gewichtung dieser unterschiedlichen Aspekte ist eine ausreichende spezifische Erfahrung im Umgang mit den eingesetzten Methoden erforderlich.
In den vergangenen Jahren konnten mehrere europäische Sarkomgruppen zeigen, dass die Anzahl der Fehldiagnosen bzw. der Diagnoseabweichungen zwischen lokaler und zentralisierter Pathologie bei bis zu 30 % lag [131], [132]. In einem Teil der Fälle war dabei nicht nur der Subtyp, sondern auch die Dignitätsbestimmung different. Es konnte gezeigt werden, dass sich das Outcome der Patienten durch Einholen einer histopathologischen Zweitbefundung und die Behandlung in einem spezialisierten Zentrum verbessert [133].
4.2 Prognosescores für Sarkome und GIST
Eine molekulare Abschätzung des individuellen Rezidivrisikos bei Sarkomen soll nicht standardmäßig durchgeführt werden.
- Konsens
- Starker Konsens
Hintergrund
Die Prognose von Weichgewebesarkomen ist vorwiegend durch die Tumorgröße, die Lokalisation (Extremität vs. Stamm und epifaszial vs. subfaszial), den histologischen Tumortyp und vor allem das Grading (siehe Empfehlung 4.27. und Tabelle 7) bestimmt. Die Kumulation dieser Faktoren mit dem Resektionsstatus (R0 vs. R1 und R2) kann eine besonders ungünstige Prognose anzeigen [134], [135]. Im Gegensatz zu anderen Tumorentitäten wie z.B. Lungenkarzinomen [136] sind die TNM-Kategorien (nach UICC und AJCC) für Sarkome kaum in der Lage, Überlebenszeitunterschiede durch Stadienklassifikationen abzugrenzen [134, 135]. Die beruht vor allem auf dem unterschiedlichen Einfluss der vielen verschieden Sarkomsubtypen.
Klinisch wichtig ist die Definition von ‚Hochrisiko‘-Sarkom für den Einschluss in Therapiestudien. Hierfür werden üblicherweise Tumorgröße (>5cm, in manchen Arbeiten auch >8cm), subfaszial gelegener Tumor und ein Grading 2 oder 3 nach FNCLCC herangezogen. Diese Faktoren definieren die Hochrisiko-Patientengruppe nicht hinreichend, da vor allem Patienten nach marginaler R0- oder R1-Resektion z.B. am meisten von der adjuvanten Chemotherapie profitieren [137].
Es wurden deshalb Nomogramme entwickelt, die in der Arbeit von Kattan 2002 auf der Datenbasis des MSKCC das Gesamtüberleben nach 12 Jahren prognostizieren [138]. Dieses Nomogramm wurde an zwei weiteren Sarkomzentren und der NCDB [139] validiert. Problematisch an diesem Nomogramm ist vor allem die Verwendung heute nicht mehr existenter histologischer Subtypen. In den Folgejahren wurden Histologie-typische Nomogramme, z.B. für Synovialsarkome [140] im Hinblick auf systemische Chemotherapie und retroperitoneale Sarkome [141] publiziert.
Für erwachsene Patienten nach Resektion von Extremitätensarkomen kann das Gesamtüberleben sowie das Risiko für das Auftreten von Fernmetastasen nach R0-Resektion mit Hilfe des als App verwendbaren ‚Sarculator‘-Nomogramms kalkuliert werden [142]. Das Prognosewerkzeug wurde auf der Datenbasis von 7926 Patienten entwickelt und an über 4600 Patienten (Primärtumor-OP 1994-2013) und vier Zentren (Mailand, Paris, Toronto, London) validiert [143]. Für die beiden Nomogramme werden Alter, maximale Tumorgröße, Grading nach FNCLCC, und 9 verschiedene histologische Subtypen bewertet. Die Tumorgröße wurde im Nomogramm dichotomisch ≤5cm vs. >5cm bewertet und dieses Vorgehen gibt Anlass zur Kritik. Wichtig für die Einschätzung ist, dass die Daten eigentlich nur für die Therapie in Sarkomzentren gelten [142].
Molekulare Charakteristika, die über die hinausgehen, die für die korrekte Diagnsestellung notwendig sind spielen somit bisher keine Rolle in der Einschätzung der Prognose von Patienten mit Sarkomen. Insofern sind auch kommerziell angebotene (und nicht validierte) ‚Molekulare Tests‘ nicht geeignet, eine sinnvolle Hilfestellung für die Prognosebeurteilung zu geben.
Für die Beurteilung des individuellen Rezidivrisikos soll eine Risiko-Klassifikation verwendet werden, die neben der Primärlokalisation, der absoluten Mitosezahl/5mm² und der Tumorgröße auch die Tumorruptur einbezieht. Hierbei haben sich die modifizierten Konsensuskriterien und die Konturkarten am meisten bewährt. Die TNM-Klassifikation für GIST hat keinen klinischen Mehrwert.
- Konsens
- Starker Konsens
Am Resektat des primären, lokalisierten GIST ohne Hinweis für Fernmetastasen (cM0) soll eine Beurteilung des individuellen Rezidivrisikos durchgeführt werden, um die Indikation zur adjuvanten Imatinib-Therapie prüfen zu können.
- Konsens
- Starker Konsens
Bei jedem GIST mit intermediärem/hohem Risiko sowie bei jedem metastasierten GIST soll eine Mutationsanalyse zumindest der Gene KIT (Exon 9, 11) und PDGFRA (Exon 18) durchgeführt werden.
Wenn in diesen drei Loci keine Mutation zu detektieren ist, sollen weitere hot spot-Regionen molekularpathologisch untersucht oder der Fall an ein Referenz-Labor übersandt werden.
- Konsens
- Starker Konsens
Hintergrund
zu Empfehlung 4.36.:
Für detailliertere Informationen siehe auch Kapitel 10.1.1.1 “ Minimalanforderungen Berichte“ im Kapitel der pathologischen Diagnostik von GIST.
zu Empfehlung 4.37.:
Für ausführliche Informationen siehe Kapitel 10.1.1.3 „Risiko-Klassifikation lokalisierter Tumoren“ im Kapitel der pathologischen Diagnostik von GIST und Kapitel 10.1.3 „Adjuvante medikamentöse Therapie des lokalisierten, R0 resezierten GIST“.
zu Empfehlung 4.38.:
Für den kompletten Hintergrundtext siehe Kapitel 10.1.1.2 „Molekulare Diagnostik“ im Kapitel der pathologischen Diagnostik von GIST.
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