17. Lokalrezidiv – Zervixkarzinom
Wesentliche Neuerungen im Kapitel Lokalrezidiv
Das Kapitel „Lokalrezidiv“ wurde stark geändert.
In diesem Kapitel wird das potenziell kurativ therapierbare Lokalrezidiv behandelt, Im Gegensatz zur früheren Version wird für nicht-kurative Therapieansätze auf Kapitel 18 verwiesen.
M. Heubner, T. Kröncke, P. Wiggermann, F.A. Stübs, S. Marnitz-Schulze, M.W. Beckmann
17.1 Epidemiologie des Lokalrezidivs und von Metastasen
Das Zervixkarzinom liegt in knapp 50 % der Fälle bei der Erstdiagnose als eine auf die Zervix beschränkte Erkrankung vor. In gut einem Drittel bestehen regionäre Lymphknotenmetastasen (pelvin und paraaortal) und in 12 % ist die Erkrankung primär metastasiert (Organmetastasen) ) [683]. Ein Fortschreiten der Tumorerkrankung nach der Primärtherapie des invasiven Zervixkarzinoms kann einerseits lokalisiert sein und von einer Tumorpersistenz oder von einem Rezidiv im kleinen Becken nach kompletter Remission des Primärtumors ausgehen. Andererseits kann es zum Auftreten von lymphogenen Metastasen pelvin (bei primär nicht oder nicht vollständig durchgeführter Lymphknotenexstirpation) (= lokoregionäres Rezidiv), und/oder paraaortal, sowie zu Organmetastasen kommen. Beim pelvinen Lokalrezidiv wird das zentrale Rezidiv vom Beckenwand-Rezidiv unterschieden.
Die Rezidivrate beim Zerixkarzinom über alle Tumorstadien und alle Therapieformen beträgt zwischen 22 und 31 % [684], [685]. Als Risikofaktoren für ein lokales/lokoregionäres Rezidiv konnten das FIGO-Stadium (Tumordurchmesser, parametrale Tumorinvasion, metastatischer Befall pelviner Lymphknoten), jüngeres Alter (< 45), der histologische Subtyp, sowie Lymphgefäßinvasion L1 nachgewiesen werden [685], [686], [687], [688], [689]. Nach Primärtherapie mittels Radiotherapie berichten Perez et al. 1991 über eine Lokalrezidiv-Rate nach einem Follow-Up von mindestens 3 Jahren bei 1211 Patientinnen von 10 % im Stadium Ib, 19 % im Stadium IIa, 23 % im Stadium IIb, 41 % im Stadium III und 75 % im Stadium IVa [689]. Die Aufschlüsselung der Rezidivrate nach dem histologischen Subtyp ergab 20.6 % Rezidive beim Plattenepithelkarzinom, 28.6 % beim adenosquamösen Karzinom, 33.6 % beim Adenokarzinom und 42.8 % beim undifferenzierten Karzinom [685], [687].
Bei 526 Patientinnen mit Zervixkarzinom (alle Stadien) kam es in 20 % der Fälle zu einem Tumorrezidiv innerhalb von 6 Monaten bis 12 Jahren nach Therapie, wobei 58 % der Rezidive innerhalb des 1. Jahres und 76 bis 82 % innerhalb der ersten 2 Jahre nach der Primärtherapie (Operation oder Bestrahlung) auftraten [684], [686]. Lediglich 6% der Patientinnen mit einem Rezidiv überlebten 3 oder mehr Jahre [684].
Der Lymphknotenbefall anlässlich der Primärdiagnose und das Vorliegen eines Adenokarzinoms oder adenosquamösen Karzinoms erwiesen sich dabei als ungünstige prognostische Faktoren. Hong et al, 2004 bestätigte die schlechte Prognose der Patientinnen mit Lokalrezidiv oder Fernmetastasierung (10 resp. 11 % 5-Jahresüberleben), konnte aber Subgruppen von Patientinnen definieren, die eine deutlich bessere Prognose und sogar eine Heilungschance hatten. Es handelte sich dabei um Patientinnen mit zentralem Lokalrezidiv nach Radiotherapie eines Plattenepithelkarzinoms der Zervix uteri das operativ exstirpiert werden konnte (5-Jahresüberleben: 29 %). Die Ausdehnung des Lokalrezidivs war für die Prognose von erheblicher Bedeutung: 5-Jahresüberleben bei auf die Zervix beschränktem Lokalrezidiv 22 %, bei Ausbreitung des Tumors auf Parametrien, Uteruskorpus und/oder Vagina 9 % und wenn die Beckenwand erreicht wurde 4 %. Die Subgruppenanalyse der Patientinnen mit Fernmetastasierung ergab ein 5-Jahresüberleben bei Metastasen in den paraaortalen Lymphknoten von 27 % eine deutlich bessere Prognose als Patientinnen mit extraabdominalem LK-Befall. Ein kurzes Therapiefreies Intervall (<2 Jahre) ist mit einer schlechteren Prognose assoziiert [686].
Die Symptomentrias Gewichtsverlust, Beinödeme und pelvine Schmerzen ist, besonders, wenn noch wässrig-blutiger vaginaler Fluor hinzukommt, hoch verdächtig auf das Vorliegen eines Lokalrezidivs und sollte umgehend entsprechende diagnostische Maßnahmen zur Folge haben. Das Auftreten einer Ureterobstruktion im Rahmen der Tumornachsorge ist selten eine Folge einer postradiogenen Fibrose, sondern meist durch ein Tumorrezidiv bedingt. Ein wiederholt positiver HPV-Test (im zytologischen Abstrich) im Rahmen der Nachsorge nach Radiotherapie eines Zervixkarzinoms ist mit einem erhöhten Risiko eines Lokalrezidivs verbunden [690].
17.2 Diagnostik des Lokalrezidivs
Im Falle des Verdachts auf ein Tumorrezidiv oder auf eine Tumorpersistenz im kleinen Becken nach der Primärtherapie eines Zervixkarzinoms ist neben der histologischen Sicherung die erweiterte Diagnostik zu Ausdehnung, Umfang, sowie Lokalisation einer eventuell vorliegenden Metastasierung relevant für die weitere Therapieplanung. Die Wahrscheinlichkeit von Fernmetastasen im Falle eines Lokalrezidivs ist, je nach FIGO-Stadium des Primärtumors, um den Faktor 4-17 erhöht [691].
Abgegrenzt werden kann in diesem Kontext die Tumorpersistenz nach abgeschlossener Radiochemotherapie gegen und das spät auftretende Tumorrezidiv. Das NCCN definiert die Persistenz anhand eines Intervalls von <6 Monaten nach abgeschlossener Therapie NCCN Guideline. In einer Arbeit von Marnitz et al. konnten im Rahmen einer Kürettage nach Abschluss einer Radiochemotherapie noch in 15% der Fälle residueller Tumor nachgewiesen werden [467]. Der biologische Stellenwert ist unklar. Es ist nicht abschließend geklärt, welche Diagnostik nach abgeschlossener Radiochemotherapie am besten geeignet ist, um den Therapieerfolg zu beurteilen. Die Diagnostik mittels PET/CT scheint gegenüber der MRT keinen klaren Vorteil zu haben [692].
Die Diagnostik des später auftretenden Lokalrezidivs kann in Abhängigkeit von der Lokalisation mit vaginalem Ultraschall, CT oder MRT erfolgen [94], [693]. Einige Studien zeigen eine bessere Sensitivität und Spezifität für die PET/CT im Vergleich zur CT und MRT, sodass dieses gerade auch zur Detektion möglicher Fernmetastasen vor rezidivchirurgischen Massnahmen eingesetzt werden sollte.
Bei Auftreten eines Lokalrezidivs soll zur Therapieplanung eine bildgebende Diagnostik (CT, MRT, bei unklaren Befunden ein PET/CT) zum Ausschluss von Fernmetastasen erfolgen.
- Empfehlungsgrad
- A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
- Evidenzlevel
- 4
- Konsens
- Starker Konsens
- Literatur
- [694] [92] [695] [109] [696] [697]
Änderungshinweis
Bei Auftreten eines Lokalrezidivs soll zur Therapieplanung eine entsprechende bildgebende Diagnostik zum Ausschluss von Fernmetastasen erfolgen.Evidenztabellen (1)
Woo 202017.3 Therapie des Lokalrezidivs
Therapieentscheidungen beim lokalen Tumorrezidiv sollten sich an folgenden Punkten orientieren:
- Allgemeinzustand (Komorbiditäten) der Patientin,
- Lokalisation und Ausdehnung des Lokalrezidivs,
- Vorhandensein von Fernmetastasen,
- Ausmaß der Metastasierung,
- Art der Primärtherapie/Vortherapien,
- Wunsch der Patientin.
- Konsens
- Starker Konsens
Definition
Ein Lokalrezidiv kann als potenziell kurativ klassifiziert werden, wenn
- keine Fernmetastasen vorhanden sind,
- das Rezidiv örtlich begrenzt ist und dies entweder einer vollständigen Resektion (R0) oder einer kurativen Strahlendosis zugänglich erscheint,
- keine lokoregionären Lymphknotenmetastasen vorhanden sind oder diese einer kurativen Strahlendosis zugänglich sind.
- Konsens
- Starker Konsens
Die Studienlage für die Lokalrezidivsituation ist sehr eingeschränkt. Dieses Kapitel ist daher ein konsensbasiertes Kapitel, dem keine systematische Recherche und Bewertung von Studien zugrunde liegt.
17.3.1 Behandlung des zentralen Rezidivs nach operativer Primärbehandlung des Zervixkarzinoms
Beim zentralen Rezidiv der nicht vorbestrahlten Patientin sind die operative In-Sano- Resektion oder die Radiochemotherapie möglich.
- Konsens
- Starker Konsens
Änderungshinweis
Beim zentralen Rezidiv der nicht vorbestrahlten Patientin sind die Exenteration oder die Radiochemotherapie möglich.Hintergrund
30 bis 45 % aller Zervixkarzinom-Rezidive nach radikaler Hysterektomie sind am Vaginalstumpf, zentral im kleinen Becken lokalisiert [698]. Die Therapie der ersten Wahl ist die Radiochemotherapie [699] in Anlehnung an die Studien für die Primärbehandlung des Zervixkarzioms [700], [701], [702], [703] mit Ansprechraten bis 74 % [704], wobei neben einer perkutanen Radiotherapie ± Brachytherapie sowohl Monochemotherapien als auch kombinierte Chemotherapieschemata zum Einsatz kamen. Randomisiert kontrollierte Studien, die die Radiochemotherapie mit der alleinigen Radiotherapie in dieser Situation verglichen hätten, fehlen [698]. Retrospektive Untersuchungen sprachen für einen Therapievorteil der Kombinationsbehandlung in Bezug auf Tumorregression, progressionsfreies Überleben und Gesamtüberleben [698], [704]. Die Radiotherapie hatte im Vergleich zur Exenteration eine geringere Morbidität, weswegen sie üblicherweise als Therapieoption bevorzugt wurde. Der Therapieerfolg hing einerseits von der Größe des Rezidivs ab. Ito et al. 1997 berichteten von einem 10-Jahres-Gesamtüberleben bei nicht-palpablen Tumoren von 72 %, bei einem Tumordurchmesser < 3 cm von 48 % und bei einem Tumordurchmesser > 3 cm von 0 % [705]. Andererseits wurde der Therapieerfolg durch die Lokalisation des Rezidivs beeinflusst. Jain et al. 2007 zeigten bei alleinigem Befall des Vaginalstumpfes ein 5-Jahres-Gesamtüberleben von 55 %. Bei pelvinem Lymphknotenbefall reduzierte sich das 5-Jahres-Gesamtüberleben auf 12.5 % [706]. Erreichte das Tumorrezidiv die Beckenwand, verminderte sich in der Studie von Ijaz et al. 1998, das 5-Jahres-Gesamtüberleben von 69 % auf 18 %. Im untersuchten Kollektiv zeigte sich zudem, dass auch die Histologie des Rezidivs das 5-Jahresüberleben signifikant beeinflusste: 51 % beim Plattenepithelkarzinom, 14 % beim Adenokarzinom [707]. Neue Radiotherapie-Techniken (intensity modulated radiotherapy = IMRT, Dreidimensionale RT) versprachen im Vergleich zur konventionellen Radiotherapie bei der Behandlung des lokoregionären Tumorrezidivs in einer retrospektiven Studie ein besseres 5-Jahresüberleben (35 % vs. 21 %) und in einer Meta-Analyse weniger Nebenwirkungen (gastrointestinal, urogenital) [378].
Die Exenteration ist die Methode der 2. Wahl beim zentralen Tumorrezidiv nach radikaler Hysterektomie. Wegen der mit einer Exenteration verbundenen Morbidität sollte dieser Eingriff mit kurativer Zielsetzung erfolgen. Ausnahmen von dieser Regel können bestehende oder unmittelbar drohende Fistelbildungen (z. B. bei Tumorbefall der Blase oder des Darms) sein, bei welchen eine Exenteration auch mit palliativer Zielsetzung durchgeführt werden kann. Der Umfang der Exenteration muss sich nach der Ausdehnung des Rezidivtumors richten, da tumorfreie Resektatränder erreicht werden müssen. Eine R1-Resektion ist mit einer deutlichen Verschlechterung der Prognose verbunden. Berek et al. 2005 berichteten bei im Gesunden exzidierten Lokalrezidiv, über ein Gesamtüberleben nach 5 Jahren von 61 %. Bei Tumorbefall der Resektatränder lebte nach 3 Jahren keine Patientin mehr [708]. Es werden die vordere, hintere oder totale Exenteration, wie auch die supralevatorische, infralevatorische und die Exenteration mit Vulvektomie unterschieden [709]. Ist bereits im Vorfeld einer geplanten Exenterations-Operation zu befürchten, dass eine Tumorentfernung in sano möglicherweise nicht zu erreichen ist, sollte die Indikation für diesen belastenden Eingriff hinterfragt werden. Bei zentralem oder rein vaginalem Sitz des Rezidivs ist eine radikale Kolpektomie mit oder ohne Anlage einer Neovagina (z. B. Sigma) eine Option [710]. Eine prätherapeutische (neoadjuvante) Chemotherapie [711], eine intraoperative Radiotherapie [494] respektive die Erweiterung der Operation im Sinne einer „laterally extended endopelvic resection“ (LEER) kann erwogen werden, wenn das Tumorrezidiv gegen die Beckenwand vorwächst [712].
17.3.2 Behandlung des zentralen Tumorrezidivs nach primärer oder adjuvanter Radio-/Radiochemotherapie respektive Radio(chemo)therapie
Die Häufigkeit von Tumorrezidiven oder einer Tumorpersistenz nach primärer Radiotherapie oder Radiochemotherapie eines Plattenepithelkarzinoms der Zervix uteri wird mit 32 % angegeben [713]. 43 % der Rezidive sind im kleinen Becken und die übrigen 57 % entweder in den paraaortalen und supraklavikulären Lymphknoten oder aber als Fernmetastasen vornämlich in der Lunge, im Knochen und in der Leber lokalisiert. Als Risikofaktoren für ein Lokalrezidiv wurden jüngeres Alter (< 45) und das Tumorstadium anlässlich primären Tumordiagnose beschrieben [713].
Die Therapie der 1. Wahl beim zentralen Tumorrezidiv nach primärer oder adjuvanter Radiotherapie bzw. Radiochemotherapie ist die Exenteration. Gemäß der Übersichtsarbeit von Peiretti et al, 2012 mit nahezu 3.000, in den Jahren 1957 bis 2010 behandelten Patientinnen, betrug das 5-Jahres-Gesamtüberleben 33,8 % [698]. Höhere Heilungsraten von 56 % bis 61 % 5-Jahresgesamtüberleben waren in einer selektionierten Population (Alter unter 70 Jahren, histologisch kein Befall der Resektatränder, kein Befall der Beckenwand oder des Rektums) möglich [714], [715]. Der Selektionsprozess muss wegen der hohen Morbidität einer Exenteration nach vorausgegangener Radiotherapie bzw. Radiochemotherapie restriktiv sein aufgrund der Gesamtkomplikationsrate von 44 %. Im Vordergrund stehen als Frühkomplikationen Wundinfekte und als Spätkomplikationen Fisteln [714], [715]. Eine Fernmetastasierung sollte präoperativ ausgeschlossen werden. Das Zeitintervall zwischen der Primärtherapie und der Diagnose des Rezidivs korrelierte signifikant mit dem Überleben nach Exenteration. So fanden Marnitz et al. 2006, ein 5-Jahres-Gesamtüberleben von nur 17 % bei Auftreten des Rezidivs innerhalb der ersten beiden Jahre nach Erstdiagnose. Betrug das Zeitintervall 2 bis 5 Jahre, oder mehr als 5 Jahre, erhöhte sich das 5-Jahres-Gesamtüberleben auf 28 % bzw. 83 % [716]. Lymphogene Metastasen paraaortal und möglicherweise auch pelvin (diesbezüglich sind die Angaben in der Literatur kontrovers) [717], [718], verschlechterten die Prognose nach Exenteration. Fanden sich intraoperativ, trotz diesbezüglich negativer Diagnostik präoperativ, eine peritoneale Tumoraussaat, metastatisch befallene paraaortale Lymphknoten, oder ein Tumorbefall der Beckenwand (gemäß Estape et al. 1999, etwa in einem Drittel der Fälle), war die Durchführung einer Exenteration nicht sinnvoll [719]. Alternative therapeutische Maßnahmen in dieser Situation könnten LEER und IORT sein [699], [720], wobei beide Optionen als experimentell anzusehen sind.
Ein auf die Zervix uteri beschränktes, kleines Tumorrezidiv bzw. eine Tumorpersistenz nach primärer Radiotherapie/Radiochemotherapie kann mit einer erweiterten Hysterektomie anstelle einer Exenteration behandelt werden [721]. Allerdings war die postoperative Komplikationsrate mit 42 % hoch (vorwiegend vesikovaginale und rektovaginale Fisteln, Ureterverletzungen, postoperative Blasendysfunktion). Das 5-Jahres-Gesamtüberleben betrug in diesem Kollektiv 72 %.
17.3.3 Behandlung des Beckenwandrezidivs nach operativer Primärbehandlung
Die Radiotherapie oder Radiochemotherapie kann nicht nur beim zentralen, sondern auch beim Beckenwandrezidiv mit kurativer Zielsetzung angewandt werden. Der Therapieerfolg ist aber geringer (5-Jahres-Gesamtüberleben beim zentralen Rezidiv 55 bis 69 %, beim Beckenwandrezidiv 13 bis 28 % [706], [707], [722]. Im Vorfeld einer Salvage-Radio-/Radiochemotherapie sollte zur Abschätzung der Prognose die Ermittlung der relevanten Faktoren (Zeitintervall zwischen Primärtherapie und Auftreten des Rezidivs, Ausdehnung und Lokalisation des Rezidivs) und insbesondere der Ausschluss von Organmetastasen erfolgen. Studien zur Optimierung der Radio-/Radiochemotherapie in der Rezidivsituation durch Anwendung alternativer Bestrahlungstechniken (IORT, 3D radiation therapy, intensity modulated whole pelvis radiation therapy, stereotactic body RT, image guided interstitial brachytherapy, 3D conformal brachytherapy, interstitial brachytherapy) [723], [724], [725], [726], sowie betreffend die Kombination mit systemischen Therapien und/oder lokoregionärer Hyperthermie sind publiziert [508], [704], [727], [728], [729]. Beachtenswert sind Spätkomplikationen in 15 % der Fälle in Form von rektovaginalen Fisteln, Strikturen (Rektum, Ureter) und chronischen Schmerzen [730], [726]. Eine Behandlungsalternative beim Beckenwandrezidiv besteht in einer „laterally extended endopelvic resection“ (LEER) allenfalls nach einer neoadjuvanten Chemotherapie und in Kombination mit einer IORT. Die Indikation für eine IORT wird durch die Annahme begründet, dass im Fall knapper oder befallener Resektatränder die lokale Kontrolle durch eine IORT verbessert werden könnte. Praktische Erfahrungen mit diesen Methoden sind allerdings sehr limitiert. Prospektive randomisierte Studien fehlen bislang [731], [720], [732], [733].
17.3.4 Behandlung des Beckenwandrezidivs nach primärer Radio-/Radio(chemo)therapie
Im vorbestrahlten Volumen sollte keine erneute Radiotherapie mit kurativer Dosis verabreicht werden.
- Konsens
- Starker Konsens
Änderungshinweis
Im vorbestrahlten Volumen soll keine erneute Radiotherapie mit kurativer Dosis verabreicht werden.Jurado M et al, 2010 berichtete in einem Review-Artikel betreffend die radikale Operation (Exenteration) bei Patientinnen mit Beckenwandrezidiv nach primärer RT, dass in 29 % der Fälle eine Resektion im Gesunden (R0) möglich war. Im Gegensatz dazu gelang eine R0-Resektion beim zentralen Rezidiv bei 65 % der Patientinnen [734]. Das tumorspezifische Überleben war signifikant assoziiert mit tumorfreien Resektaträndern sowie mit der lokalen Tumorkontrolle und betrug nach einer medianen Beobachtungszeit von 115 Monaten 14.9 % für Patientinnen mit Beckenwandrezidiv, respektive 27 % mit zentralem Rezidiv. Die therapiebedingte Morbidität der radikalen Eingriffe an der Beckenwand war mit 73 % außerordentlich hoch [734]. Auch in der Rezidivsituation nach Radiotherapie gibt es monozentrische Daten für das von Höckel et al. beschriebene experimentelle Konzept der LEER. Es handelt sich jedoch um ein sehr aufwändiges Operationsverfahren mit einer hohen Morbidität. Die Datenlage zu operativen Verfahren in dieser Situation ist insgesamt sehr eingeschränkt [735].
17.3.5 Behandlung paraaortaler Lymphknotenmetastasen
Die Inzidenz eines isolierten, paraaortalen Lymphknotenrezidivs nach Primärtherapie (Operation oder Radiochemotherapie) eines Zervixkarzinoms wird mit 2 bis 12 % angegeben [684], [686], [736]. Die Prognose wird als sehr ungünstig beurteilt, da sich häufig simultan Fernmetastasen finden. Von prognostischer Bedeutung ist beim paraaortalen Lymphknotenrezidiv das Zeitintervall zwischen Primärtherapie und Auftreten des Rezidivs. Die Daten von Chou et al. 2001 zeigten, dass bei Anwendung der Radiochemotherapie (sofern das Rezidiv nicht im ursprünglichen Strahlenfeld einer primären Radio-/Radiochemotherapie liegt) ein 5-Jahres-Gesamtüberleben von 51 % erreicht werden konnte [737]. Waren die paraaortalen Lymphknotenmetastasen klinisch symptomatisch (Beinödem, ischialgiforme Schmerzen, Hydronephrose) zeigte sich bei Singh et al. 2005 nach Radiochemotherapie (keine Patientin erhielt die volle Dosis) eine schlechte Prognose (alle 7 Patientinnen verstarben innerhalb von 1,5 Jahren), während asymptomatische Patientinnen nach erfolgter kompletter Salvage-Radiochemotherapie (45 bis 50 Gy, Cisplatin 40 mg/m², q7d) gute Heilungsaussichten hatten (5-Jahres-Gesamtüberleben bei ebenfalls 7 Patientinnen 100 %) [738]. Im Rahmen einer retrospektiven Studie an 50 Patientinnen mit isoliertem Lymphknoten-Rezidiv wurde für das Gesamtkollektiv ein 3-Jahres-Gesamtüberleben von 47 % und ein 5-Jahres-Gesamtüberleben von 36.2 % ermittelt [739]. Das 3-Jahres-Gesamtüberleben war dabei stark abhängig vor der verabreichten Therapie: Nach Radiochemotherapie 85.7 %; nach Operation 66.7 %; nach Chemotherapie 48.8 %; nach Radiotherapie 41.3 %; nach „best supportive care“ 0 %. Als prognostisch bedeutungsvolle Faktoren für ein Therapieversagen wurde das Alter der Patientinnen (> 57), eine Erhöhung des Tumormarkers SCC-Ag anlässlich der Rezidiv-Diagnose und eine Anzahl von > 3 Lymphknotenmetastasen gefunden. Obwohl die Aussagen der zitierten Studien betreffend die Therapieerfolge konkordant sind, sind Vorbehalte wegen der geringen Fallzahlen angebracht.
Evidenztabellen
Woo 2020
Evidenztabelle zum systematischen Review von Woo 2020
| Woo S, Atun R, Ward ZJ, Scott AM, Hricak H, Vargas HA. Diagnostic performance of conventional and advanced imaging modalities for assessing newly diagnosed cervical cancer: systematic review and meta-analysis. Eur Radiol. 2020;30(10):5560-5577 | |||||
|---|---|---|---|---|---|
| Eingeschlossene Publikationen | Prospektive Studien: Amiras 2011, Balleyguier 2007, Balleyguier 2011, Bipat 2006, Bipat 2003, Brandt 2015, Chou 2009, Chou 2010, Chung 2004, Chura 2009, Ebina 2004, Epstein 2004, Forstner 1997, Grigsby 2001, Hricak 2005, Hricak 2007, Inoue 2000, Kim 2001, Kitajima 2009, Kitajima 2010, Klerkx 2010, Koc 2003, Koyama 2007, Kuhl 1999, Liu 2011, Liu 2014, Manfredi 2001, Manfredi 2002, Mittra 2009, Mitchell 2006, Mitchell 2010, Nakamura 2010, Nam 2010, Nishio 2010, Nowakowski 2011, Ohgiya 2009, Ozsarlak 2003, Rockall 2005, Sakaguchi 2011, Scheidler 1997, Sironi 2006, Singh 2010, Yang 2011 Retrospektive Studie: Barbera 2001, Bipat 2004, Chung 2005, Chura 2007, Chura 2008, Dabi 2018, Downey 2004, Epstein 2006, Forstner 2003, Fujii 2013, Gourtsoyianni 2008, Gungor 2012, Hamada 2011, Hardesty 2006, Hasdemir 2015, Herreros-Villanueva 2012, Horowitz 2004, Hricak 1996, Inoue 2001, Itami 2001, Jhingran 2011, Kato 2003, Kitajima 2008, Klerkx 2009, Koh 2003, Koyama 2005, Kuang 2009, Kuang 2013, Lai 2011, Lee 2009, Lee 2012, Liu 2013, Liu 2015, Lu 2010, Ma 2011, Ma 2012, Manfredi 2005, Manfredi 2006, Metcalfe 2007, Mitchell 2003, Mitchell 2005, Morimura 2013, Nakamura 2011, Namimoto 2009, Nishie 2010, Nishio 2011, Nomori 2002, Norioka 2011, Nougaret 2012, Nougaret 2013, Nougaret 2015, Ohgiya 2010, Okamoto 2008, Okamoto 2010, Okamoto 2012, Omatsu 2008, Onal 2008, Ozsarlak 2002, Park 2008, Park 2011, Park 2012, Park 2013, Rockall 2007, Scheidler 2001, Shen 2008, Song 2012, Takeuchi 2009, Takeuchi 2010, Togashi 2000, Togashi 2003, Yamashita 2005, Zhang 2010 |
||||
| Endpunkt1,2 | Effektmaß | PET/PET- CT | MRT | CT | Ultraschall [US] |
| Lymphknotenmetastasen | Sensitivität | 0,72 [0,65; 0,78] I²=71.9% | 0,56 [0,47; 0,65] 83.1% | 0,50 [0,42; 0,59] I²=63.1% | N/R |
| Spezifität | 0,96 [0,94; 0,97] I²=87.5% | 0,91 [0,87; 0,94] I²=86.1% | 0,92 [0,89; 0,95] I²=70.1% | ||
| AUC | 0,93 | 0,80 | 0,78 | ||
| DOR | 49,3 [26,4; 92,0] | 12,6 [7,4; 21,3] | 10,6 [6,3; 17,9] | ||
| ParametrieninvasionI] | Sensitivität | N/R | 0,75 [0,66; 0,82] | N/R | 0,67 [0,54; 0,78] |
| Spezifität | N/R | 0,92 [0,87; 0,95] | N/R | ||
| AUC | N/R | 0,89 | N/R | ||
| DOR | N/R | 36,7 [17,2; 78,2] | N/R | ||
| Vaginale Infiltration | Sensitivität | N/R | 0,77 [0,66; 0,86] | N/R | N/R |
| Spezifität | N/R | 0,93 [0,88; 0,96] | N/R | ||
| AUC | N/R | 0,91 | N/R | ||
| DOR | N/R | 49,2 [18,9; 127,6] | N/R | ||
| Blaseninfiltration | Sensitivität | N/R | 0,86 [0,67; 0,95] | 0,67 [0,46; 0,83] | N/R |
| Spezifität | N/R | 0,98 [0,96; 0,99] | 0,98 [0,95; 0,99] | ||
| AUC | N/R | 0,96 | 0,89 | ||
| DOR | N/R | 241,4 [62,4; 933,5] | 71,3 [19,1; 266,6] | ||
| Rektuminfiltration | Sensitivität | N/R | 0,79 [0,58; 0,91] | N/R | N/R |
| Spezifität | N/R | 0,98 [0,95; 0,99] | N/R | ||
| AUC | N/R | 0,94 | N/R | ||
| DOR | N/R | 151,4 [38,2; 600,4] | N/R | ||
| Primärtumorausdehnung | AUC | N/R | 0,93 [8 Studien] | N/R | N/R |
| 1: Random effects model 2: Nicht vergleichend; getrennte Auswertung pro Modalität gegenüber Referenzstandard | |||||
| AUC: Fläche unter der ROC-Kurve; CT: Computertomographie; DOR: Diagnostisches Odds Ratio; MRT: Magnetresonanztomographie; PET: Positronen-Emissions-Tomographie | |||||
Literaturhinweise
[683] Howlader N, Noone AM, Krapcho M, Miller D, Brest A, Yu M, Ruhl J, Tatalovich Z, Mariotto A, Lewis DR, Chen HS, Feuer EJ, Cronin KA (eds)., SEER Cancer Statistics Review 1975-2016, 2019., https://seer.cancer.gov/archive/csr/1975_2016/index.html
[684] van Nagell, J. R., Jr., Rayburn, W., Donaldson, E. S., Hanson, M., Gay, E. C., Yoneda, J., et.al. Therapeutic implications of patterns of recurrence in cancer of the uterine cervix, Cancer, 1979. 44: p. 2354-61., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/116764
[685] Guskova, Ekaterina, Kit, Oleg Ivanovich, Nerodo, Galina Andreevna, Guskova, Nailya, Chernikova, Natalia V., Poryvaev, Yuriy A., et.al. Prognostic factors of cervical cancer recurrence, Journal of Clinical Oncology, 2016. 34(15_suppl): p. e17025-e17025., https://ascopubs.org/doi/abs/10.1200/JCO.2016.34.15_suppl.e17025
[686] Hong, J. H., Tsai, C. S., Lai, C. H., Chang, T. C., Wang, C. C., Chou, H. H., et.al. Recurrent squamous cell carcinoma of cervix after definitive radiotherapy, Int J Radiat Oncol Biol Phys, 2004. 60: p. 249-57., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15337563
[687] Kamura, T., Tsukamoto, N., Tsuruchi, N., Saito, T., Matsuyama, T., Akazawa, K., et.al. Multivariate analysis of the histopathologic prognostic factors of cervical cancer in patients undergoing radical hysterectomy, Cancer, 1992. 69(1): p. 181-6., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1727662
[688] Noh, J. M., Park, W., Kim, Y. S., Kim, J. Y., Kim, H. J., Kim, J., et.al. Comparison of clinical outcomes of adenocarcinoma and adenosquamous carcinoma in uterine cervical cancer patients receiving surgical resection followed by radiotherapy: a multicenter retrospective study (KROG 13-10), Gynecol Oncol, 2014. 132(3): p. 618-23., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24486605
[689] Perez, C. A., Fox, S., Lockett, M. A., Grigsby, P. W., Camel, H. M., Galakatos, A., et.al. Impact of dose in outcome of irradiation alone in carcinoma of the uterine cervix: analysis of two different methods, Int J Radiat Oncol Biol Phys, 1991. 21: p. 885-98., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1917616
[690] Song, Y. J., Kim, J. Y., Lee, S. K., Lim, H. S., Lim, M. C., Seo, S. S., et.al. Persistent human papillomavirus DNA is associated with local recurrence after radiotherapy of uterine cervical cancer, Int J Cancer, 2011. 129: p. 896-902., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21064095
[691] Paunier, J. P., Delclos, L., Fletcher, G. H., Causes, time of death, and sites of failure in squamous-cell carcinoma of the uterine cervix on intact uterus, Radiology, 1967. 88: p. 555-62., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/6019520
[467] Marnitz, S., Abt, E. C., Martus, P., Tsunoda, A., Kohler, C., Is Routine Curettage a Useful Tool to Evaluate Persistent Tumor in Patients Who Underwent Primary Chemoradiation for Locally Advanced and/or Lymph Node Positive Cervical Cancer?, Int J Gynecol Cancer, 2017. 27(6): p. 1216-1221., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/25950125
[692] van Kol, K, Ebisch, R, Beugeling, M, Cnossen, J, Nederend, J, van Hamont, D, et.al. Comparing Methods to Determine Complete Response to Chemoradiation in Patients with Locally Advanced Cervical Cancer., Cancers (Basel), 2023. 16 (1)(1):, https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38201625/
[94] Thomeer, M. G., Gerestein, C., Spronk, S., van Doorn, H. C., van der Ham, E., Hunink, M. G., Clinical examination versus magnetic resonance imaging in the pretreatment staging of cervical carcinoma: systematic review and meta-analysis, Eur Radiol, 2013. 23(7): p. 2005-18., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23455762
[693] James, R. M., Cruickshank, M. E., Siddiqui, N., Guideline Development, Group, Management of cervical cancer: summary of SIGN guidelines, BMJ, 2008. 336(7634): p. 41-3., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18174599
[694] Olthof, EP, Bergink-Voorthuis, BJ, Wenzel, HHB, Mongula, J, van der Velden, J, Spijkerboer, AM, et.al. Diagnostic accuracy of MRI, CT, and [, Insights Imaging, 2024. 15 (1)(1): p. 36., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/38332397/
[92] Woo, S, Atun, R, Ward, ZJ, Scott, AM, Hricak, H, Vargas, HA, Diagnostic performance of conventional and advanced imaging modalities for assessing newly diagnosed cervical cancer: systematic review and meta-analysis., Eur Radiol, 2020. 30 (10)(10): p. 5560-5577., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32415584/
[695] Sawicki, LM, Kirchner, J, Grueneisen, J, Ruhlmann, V, Aktas, B, Schaarschmidt, BM, et.al. Comparison of , Eur J Nucl Med Mol Imaging, 2018. 45 (4)(4): p. 622-629., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/29164299/
[109] Ding, X. P., Feng, L., Ma, L., Diagnosis of recurrent uterine cervical cancer: PET versus PET/CT: a systematic review and meta-analysis, Arch Gynecol Obstet, 2014. 290(4): p. 741-7., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24798933
[696] Stojiljkovic, M, Sobic Saranovic, D, Odalovic, S, Popovic, M, Petrovic, J, Rankovic, N, et.al. FDG PET-CT as an important diagnostic tool and prognostic marker in suspected recurrent cervical carcinoma after radiotherapy: comparison with MRI., Radiol Oncol, 2022. 56 (4)(4): p. 453-460., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/36317553/
[697] Chu, Y, Zheng, A, Wang, F, Lin, W, Yang, X, Han, L, et.al. Diagnostic value of 18F-FDG-PET or PET-CT in recurrent cervical cancer: a systematic review and meta-analysis., Nucl Med Commun, 2014. 35 (2)(2): p. 144-50., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/24177043/
[698] Peiretti, M., Zapardiel, I., Zanagnolo, V., Landoni, F., Morrow, C. P., Maggioni, A., Management of recurrent cervical cancer: a review of the literature, Surg Oncol, 2012. 21: p. e59-66., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22244884
[699] Cibula, D., Potter, R., Planchamp, F., Avall-Lundqvist, E., Fischerova, D., Haie Meder, C., et.al. The European Society of Gynaecological Oncology/European Society for Radiotherapy and Oncology/European Society of Pathology Guidelines for the Management of Patients With Cervical Cancer, Int J Gynecol Cancer, 2018. 28(4): p. 641-655., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/29688967
[700] Keys, H. M., Bundy, B. N., Stehman, F. B., Muderspach, L. I., Chafe, W. E., Suggs, C. L., 3rd, et.al. Cisplatin, radiation, and adjuvant hysterectomy compared with radiation and adjuvant hysterectomy for bulky stage IB cervical carcinoma, N Engl J Med, 1999. 340: p. 1154-61., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10202166
[701] Rose, P. G., Bundy, B. N., Watkins, E. B., Thigpen, J. T., Deppe, G., Maiman, M. A., et.al. Concurrent cisplatin-based radiotherapy and chemotherapy for locally advanced cervical cancer, N Engl J Med, 1999. 340: p. 1144-53., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10202165
[702] Whitney, C. W., Sause, W., Bundy, B. N., Malfetano, J. H., Hannigan, E. V., Fowler, W. C., Jr., et.al. Randomized comparison of fluorouracil plus cisplatin versus hydroxyurea as an adjunct to radiation therapy in stage IIB-IVA carcinoma of the cervix with negative para-aortic lymph nodes: a Gynecologic Oncology Group and Southwest Oncology Group study, J Clin Oncol, 1999. 17: p. 1339-48., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10334517
[703] Morris, M., Eifel, P. J., Lu, J. D., Grigsby, P. W., Levenback, C., Stevens, R. E., et.al. Pelvic radiation with concurrent chemotherapy compared with pelvic and para-aortic radiation for high-risk cervical cancer, New England Journal of Medicine, 1999. 340: p. 1137-1143., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10202164
[704] Maneo, A., Landoni, F., Cormio, G., Colombo, A., Placa, F., Pellegrino, A., et.al. Concurrent carboplatin/5-fluorouracil and radiotherapy for recurrent cervical carcinoma, Ann Oncol, 1999. 10(7): p. 803-7., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10470427
[705] Ito, H., Shigematsu, N., Kawada, T., Kubo, A., Isobe, K., Hara, R., et.al. Radiotherapy for centrally recurrent cervical cancer of the vaginal stump following hysterectomy, Gynecol Oncol, 1997. 67: p. 154-61., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9367699
[706] Jain, P., Hunter, R. D., Livsey, J. E., Coyle, C., Swindell, R., Davidson, S. E., Salvaging locoregional recurrence with radiotherapy after surgery in early cervical cancer, Clin Oncol (R Coll Radiol), 2007. 19: p. 763-8., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/17931845
[707] Ijaz, T., Eifel, P. J., Burke, T., Oswald, M. J., Radiation therapy of pelvic recurrence after radical hysterectomy for cervical carcinoma, Gynecol Oncol, 1998. 70: p. 241-6., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/9740698
[378] Lin, Y., Chen, K., Lu, Z., Zhao, L., Tao, Y., Ouyang, Y., et.al. Intensity-modulated radiation therapy for definitive treatment of cervical cancer: a meta-analysis, Radiat Oncol, 2018. 13(1): p. 177., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/30217165
[708] Berek, J. S., Howe, C., Lagasse, L. D., Hacker, N. F., Pelvic exenteration for recurrent gynecologic malignancy: survival and morbidity analysis of the 45-year experience at UCLA, Gynecol Oncol, 2005. 99: p. 153-9., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/16054678/
[709] Magrina, J. F., Stanhope, C. R., Weaver, A. L., Pelvic exenterations: supralevator, infralevator, and with vulvectomy, Gynecol Oncol, 1997. 64: p. 130-5., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/8995561/
[710] Possover, M., Drahonowski, J., Plaul, K., Schneider, A., Laparoscopic-assisted formation of a colon neovagina, Surg Endosc, 2001. 15: p. 623., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11591954
[711] Lopez-Graniel, C., Dolores, R., Cetina, L., Gonzalez, A., Cantu, D., Chanona, J., et.al. Pre-exenterative chemotherapy, a novel therapeutic approach for patients with persistent or recurrent cervical cancer, BMC Cancer, 2005. 5: p. 118., https://pmc.ncbi.nlm.nih.gov/articles/PMC1260014/
[494] Gemignani, M. L., Alektiar, K. M., Leitao, M., Mychalczak, B., Chi, D., Venkatraman, E., et.al. Radical surgical resection and high-dose intraoperative radiation therapy (HDR-IORT) in patients with recurrent gynecologic cancers, Int J Radiat Oncol Biol Phys, 2001. 50: p. 687-94., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/11395237/
[712] Hockel, M., Laterally extended endopelvic resection (LEER)-principles and practice, Gynecol Oncol, 2008. 111: p. S13-7., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/18723213/
[713] Hong, J. H., Tsai, C. S., Lai, C. H., Chang, T. C., Wang, C. C., Chou, H. H., et.al. Recurrent squamous cell carcinoma of cervix after definitive radiotherapy, Int J Radiat Oncol Biol Phys, 2004. 60: p. 249-57., https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/15337563/
[714] Berek, J. S., Howe, C., Lagasse, L. D., Hacker, N. F., Pelvic exenteration for recurrent gynecologic malignancy: survival and morbidity analysis of the 45-year experience at UCLA, Gynecol Oncol, 2005. 99: p. 153-9., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16054678
[715] Yoo, H. J., Lim, M. C., Seo, S. S., Kang, S., Yoo, C. W., Kim, J. Y., et.al. Pelvic exenteration for recurrent cervical cancer: ten-year experience at National Cancer Center in Korea, J Gynecol Oncol, 2012. 23: p. 242-50., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/23094127
[716] Marnitz, S., Kohler, C., Muller, M., Behrens, K., Hasenbein, K., Schneider, A., Indications for primary and secondary exenterations in patients with cervical cancer, Gynecol Oncol, 2006. 103: p. 1023-30., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16890276
[717] Forner, D. M., Lampe, B., Exenteration as a primary treatment for locally advanced cervical cancer: long-term results and prognostic factors, Am J Obstet Gynecol, 2011. 205: p. 148 e1-6., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/21640963
[718] Schmidt, A. M., Imesch, P., Fink, D., Egger, H., Indications and long-term clinical outcomes in 282 patients with pelvic exenteration for advanced or recurrent cervical cancer, Gynecol Oncol, 2012. 125: p. 604-9., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22406639
[719] Estape, R., Angioli, R., Surgical management of advanced and recurrent cervical cancer, Semin Surg Oncol, 1999. 16: p. 236-41., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/10225302
[720] Hockel, M., Laterally extended endopelvic resection (LEER)-principles and practice, Gynecol Oncol, 2008. 111: p. S13-7., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18723213
[721] Coleman, R. L., Keeney, E. D., Freedman, R. S., Burke, T. W., Eifel, P. J., Rutledge, F. N., Radical hysterectomy for recurrent carcinoma of the uterine cervix after radiotherapy, Gynecol Oncol, 1994. 55: p. 29-35., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7959262
[722] Haasbeek, C. J., Uitterhoeve, A. L., van der Velden, J., Gonzalez, D. G., Stalpers, L. J., Long-term results of salvage radiotherapy for the treatment of recurrent cervical carcinoma after prior surgery, Radiother Oncol, 2008. 89: p. 197-204., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/18237803
[723] Mundt, A. J., Roeske, J. C., Lujan, A. E., Yamada, S. D., Waggoner, S. E., Fleming, G., et.al. Initial clinical experience with intensity-modulated whole-pelvis radiation therapy in women with gynecologic malignancies, Gynecol Oncol, 2001. 82(3): p. 456-63., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11520140
[724] Liu, S. P., Huang, X., Ke, G. H., Huang, X. W., 3D radiation therapy or intensity-modulated radiotherapy for recurrent and metastatic cervical cancer: the Shanghai Cancer Hospital experience, PLoS One, 2012. 7(6): p. e40299., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22768273
[725] Fokdal, L., Sturdza, A., Mazeron, R., Haie-Meder, C., Tan, L. T., Gillham, C., et.al. Image guided adaptive brachytherapy with combined intracavitary and interstitial technique improves the therapeutic ratio in locally advanced cervical cancer: Analysis from the retroEMBRACE study, Radiother Oncol, 2016. 120(3): p. 434-440., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/27113795
[726] Seo, Y., Kim, M. S., Yoo, H. J., Jang, W. I., Rhu, S. Y., Choi, S. C., et.al. Salvage stereotactic body radiotherapy for locally recurrent uterine cervix cancer at the pelvic sidewall: Feasibility and complication, Asia Pac J Clin Oncol, 2016. 12(2): p. e280-8., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/24889550
[508] Ohguri, T., Harima, Y., Imada, H., Sakurai, H., Ohno, T., Hiraki, Y., et.al. Relationships between thermal dose parameters and the efficacy of definitive chemoradiotherapy plus regional hyperthermia in the treatment of locally advanced cervical cancer: data from a multicentre randomised clinical trial, Int J Hyperthermia, 2018. 34(4): p. 461-468., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28679349
[727] Grigsby, P. W., Prospective phase I/II study of irradiation and concurrent chemotherapy for recurrent cervical cancer after radical hysterectomy, Int J Gynecol Cancer, 2004. 14: p. 860-4., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15361195
[728] Westermann, A., Mella, O., Van Der Zee, J., Jones, E. L., Van Der Steen-Banasik, E., Koper, P., et.al. Long-term survival data of triple modality treatment of stage IIB-III-IVA cervical cancer with the combination of radiotherapy, chemotherapy and hyperthermia - an update, Int J Hyperthermia, 2012. 28: p. 549-53., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22788973
[729] Windschall, A., Ott, O. J., Sauer, R., Strnad, V., Radiation therapy and simultaneous chemotherapy for recurrent cervical carcinoma, Strahlenther Onkol, 2005. 181: p. 545-50., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16044224
[730] Mahe, M. A., Gerard, J. P., Dubois, J. B., Roussel, A., Bussieres, E., Delannes, M., et.al. Intraoperative radiation therapy in recurrent carcinoma of the uterine cervix: report of the French intraoperative group on 70 patients, Int J Radiat Oncol Biol Phys, 1996. 34: p. 21-6., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/12118553
[731] Lopez-Graniel, C., Dolores, R., Cetina, L., Gonzalez, A., Cantu, D., Chanona, J., et.al. Pre-exenterative chemotherapy, a novel therapeutic approach for patients with persistent or recurrent cervical cancer, BMC Cancer, 2005. 5: p. 118., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/16171526
[732] Krengli, M., Pisani, C., Deantonio, L., Surico, D., Volpe, A., Surico, N., et.al. Intraoperative radiotherapy in gynaecological and genito-urinary malignancies: focus on endometrial, cervical, renal, bladder and prostate cancers, Radiat Oncol, 2017. 12(1): p. 18., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/28100242
[733] Stelzer, K. J., Koh, W. J., Greer, B. E., Cain, J. M., Tamimi, H. K., Figge, D. C., et.al. The use of intraoperative radiation therapy in radical salvage for recurrent cervical cancer: outcome and toxicity, Am J Obstet Gynecol, 1995. 172(6): p. 1881-6; discussion 1886-8., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/7778648
[734] Jurado, M., Alcazar, J. L., Martinez-Monge, R., Resectability rates of previously irradiated recurrent cervical cancer (PIRCC) treated with pelvic exenteration: is still the clinical involvement of the pelvis wall a real contraindication? a twenty-year experience, Gynecol Oncol, 2010. 116: p. 38-43., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/19878978
[735] Hockel, M., Horn, L. C., Einenkel, J., (Laterally) extended endopelvic resection: surgical treatment of locally advanced and recurrent cancer of the uterine cervix and vagina based on ontogenetic anatomy, Gynecol Oncol, 2012. 127: p. 297-302., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/22864112
[736] Fagundes, H., Perez, C. A., Grigsby, P. W., Lockett, M. A., Distant metastases after irradiation alone in carcinoma of the uterine cervix, Int J Radiat Oncol Biol Phys, 1992. 24: p. 197-204., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/1526855
[737] Chou, H. H., Wang, C. C., Lai, C. H., Hong, J. H., Ng, K. K., Chang, T. C., et.al. Isolated paraaortic lymph node recurrence after definitive irradiation for cervical carcinoma, Int J Radiat Oncol Biol Phys, 2001. 51: p. 442-8., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/11567819
[738] Singh, A. K., Grigsby, P. W., Rader, J. S., Mutch, D. G., Powell, M. A., Cervix carcinoma, concurrent chemoradiotherapy, and salvage of isolated paraaortic lymph node recurrence, Int J Radiat Oncol Biol Phys, 2005. 61: p. 450-5., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/15667966
[739] Kubota, H., Tsujino, K., Sulaiman, N. S., Sekii, S., Matsumoto, Y., Ota, Y., et.al. Comparison of salvage therapies for isolated para-aortic lymph node recurrence in patients with uterine cervical cancer after definitive treatment, Radiat Oncol, 2019. 14(1): p. 236., https://www.ncbi.nlm.nih.gov/pubmed/31878944