Leitlinienprogramm OnkologieSupportive Therapie

5. Tumortherapie-induzierte Nausea und Emesis – Supportive Therapie

Version 2.1 · Mai 2026 · AWMF 032-054OL
Leitlinienprogramm Onkologie · Deutsche Krebsgesellschaft · Deutsche Krebshilfe · AWMF

Autor*innen: Prof. Dr. Petra Feyer, Dr. Annette Freidank, Dr. Wilfried Grothe, Prof. Dr. Karin Jordan, Dr. Petra Klose, Prof. Dr. Thomas Lehrnbecher, Prof. Dr. Hanno Riess, Prof. Dr. Roman Rolke, Kerstin Paradies, PD Dr. Konrad Bochennek, PD Dr. Gudrun Kreye



Nausea und Emesis (Übelkeit und Erbrechen) gehören zu den am stärksten belastenden Nebenwirkungen medikamentöser Tumortherapie. Intensität und Dauer der Symptomatik sind abhängig von der Art der eingesetzten antineoplastischen Substanz bzw. Strahlentherapie, der Dosis, der Kombination mit anderen Medikamenten und patient*innenindividuellen Risikofaktoren. Durch eine optimale antiemetische Prophylaxe kann das Erbrechen nach einer hoch emetogenen Tumortherapie bei ca. 70 - 80 % der Patient*innen verhindert werden. Die Kontrolle der Übelkeit bleibt weiterhin eine Herausforderung.

 

5.1 Klinisches Erscheinungsbild

Zum Symptomkomplex gehören Übelkeit, Würgereiz und Erbrechen. Die Intensität von Übelkeit und Erbrechen wird international nach den Common Terminology Criteria for Adverse Events (CTCAE) in vier Schweregraden klassifiziert (siehe Tabelle Common Terminology Criteria for Adverse Events (CTCAE, Version 5)). In antiemetischen Therapiestudien wird allerdings fast ausschließlich als Kriterium des Ansprechens die Complete Response (CR) also „kein Erbrechen und kein Gebrauch antiemetischer Notfallmedikation („Rescue-Medikation“)“ verwendet.

Tabelle 13: Common Terminology Criteria for Adverse Events (CTCAE, Version 5)

Kriterium

Grad 0

Grad 1

Grad 2

Grad 3

Grad 4

 

 

mild

mäßig

schwerwiegend

lebensbedrohlich

Übelkeit

keine Übelkeit

etwas, Nahrungsaufnahme nicht eingeschränkt

mäßig, Nahrungsaufnahme eingeschränkt

stark, keine Nahrungsaufnahme

-

Erbrechen

kein Erbrechen

1 - 2 x /Tag

3 - 5 x /Tag

≥ 6 x /Tag

lebensbedrohlich

 

5.1.1 Definition von Nausea und Emesis nach Tumortherapie

5.1 · Konsensbasiertes Statement · geprüft 2025

Tumortherapie-induzierte Übelkeit und Erbrechen werden nach dem Zeitpunkt des Auftretens der Symptomatik in drei Formen eingeteilt: 

akut: Auftreten innerhalb von 24 Stunden nach Beginn der Tumortherapie 

verzögert: Auftreten später als 24 Stunden nach Beginn der Tumortherapie und Dauer bis zu fünf Tage

antizipatorisch: Folge einer klassischen Konditionierung ausgelöst durch externe Faktoren wie Geruch, Geschmack und visuelle Eindrücke, durch psychische Faktoren wie Angst und Anspannung, oder geprägt durch Übelkeit und Erbrechen bei einer vorherigen Tumortherapie.

 

Konsens
Starker Konsens

5.2 Diagnostik

5.2.1 Anamnese

Die Intensität von Übelkeit und Erbrechen wird anamnestisch vor und nach jedem Therapiezyklus, vor Beginn eines neuen Therapiezyklus und bei Dauertherapie in regelmäßigen Abständen erhoben.

5.2.2 Differenzialdiagnostik

Zahlreiche Ursachen können bei Tumorpatient*innen zu Übelkeit und Erbrechen führen, vor allem bei Patient*innen mit fortgeschrittener Erkrankung. Andere Ursachen als die Tumortherapie sind insbesondere dann zu bedenken, wenn kein klarer zeitlicher Zusammenhang zwischen Tumortherapie und dem Auftreten von Übelkeit und Erbrechen besteht, oder wenn bei länger dauernder Tumortherapie Übelkeit und Erbrechen als neue Symptome auftreten. In Tabelle Differenzialdiagnosen der Ursachen von Übelkeit und Erbrechen werden mögliche Differenzialdiagnosen zusammengefasst.

Tabelle 14: Differenzialdiagnosen der Ursachen von Übelkeit und Erbrechen

endokrine Ursachen

gastrointestinale Störungen

Infektion/Toxine (Beispiele)

Hypoglykämie

Diabetische Ketoazidose

Erkrankungen der Schilddrüse

Erkrankungen der Nebenschilddrüse

Morbus Addison

gastroösophagealer Reflux

funktionelle Dyspepsie

Ulkus

gastrointestinale Obstruktion

Gastroparese

intestinale Pseudoobstruktion

Dumping-Syndrom

Reizdarmsyndrom

LebensmittelunverträgIichkeiten

Cholezystitis/Gallenkolik

Hepatitis

Pankreatitis

A. Mesenterica-superior -Syndrom

Appendizitis

Fehlbesiedlung des Dünndarms

Dysbiose

gastrointestinale Graft-versus Host-Reaktion

Rotaviren,

Noroviren,

Salmonellen,

Campylobacter, Staphylokokken,

E. coli

AIkoholabusus

Nikotin

kardiale Ursachen

Labyrintherkrankungen

metabolische Störungen

hypertensive Krise

Myokardinfarkt

Kardiomyopathie

Affektion der Labyrinthfunktion

Malignom

Elektrolytstörungen

Hyperkalzämie

Porphyrie

Refeeding-Syndrom

Urämie

Pharmaka (Beispiele)

psychiatrische Erkrankungen

zentralnervöse Störungen

Acetylsalicylsäure

Antibiotika

Antiarrhythmika

Antihypertensiva

Digitalis

Eisenpräparate

Hypervitaminose

Levodopa

nicht-steroidale Antirheumatika

Opiate

orale Antidiabetika

orale Kontrazeptiva

Urikostatika/Urikosurika

Anorexia/Bulimia nervosa

Depression

Hirndruck

Malignom

Infektion/ Abszess

Blutung

Hydrozephalus

Migräne

Schwangerschaft

starker Schmerz

postoperatives Erbrechen (PONV)

 

 

 

zyklisches Erbrechen

 

 

Quelle: [253] 

5.3 Inzidenz

Übelkeit und Erbrechen sind häufige Nebenwirkungen der medikamentösen Tumortherapie. Trotz leitliniengerechter Therapie tritt bei ca. 20 % der Patient*innen nach wie vor Erbrechen während der Chemotherapie auf. Die Inzidenz von Übelkeit ist mit ca. 40 - 50 % nach wie vor ungleich höher [254]. 

5.4 Risikofaktoren

Dominierender Risikofaktor für das Auftreten von Übelkeit und Erbrechen ist die Tumortherapie selbst. Zusätzlich wird durch patient*innenspezifische Risikofaktoren das Emesis-Risiko erhöht [255] [256]. 

5.4.1 Tumortherapiespezifische Risikofaktoren

Die Intensität von Nausea und Emesis durch Tumortherapeutika wird von mehreren Faktoren beeinflusst, die in Tabelle Faktoren des emetogenen Risikos medikamentöser Tumortherapie zusammengefasst werden.

Tabelle 15: Faktoren des emetogenen Risikos medikamentöser Tumortherapie

Faktor

Risiko von Übelkeit und Erbrechen

Art der Therapie

höher bei Zytostatika als bei antihormoneller Therapie und zielgerichteten Therapien (z.B. Antikörpern oder Kinaseinhibitoren)

Dosierung

höher bei steigenden Dosierungen

Therapieschema

höher bei dosisdichten Therapieregimen

Kombination

höher bei Kombination mit anderen emetogenen Arzneimitteln und bei Kombination mit Strahlentherapie.

CAVE: Auch alleinige Strahlentherapie ist mit einem emetogenen Potential verbunden (siehe Kapitel Supportive Maßnahmen in der Radioonkologie).

 

Für die Klassifikation des intrinsischen Risikos von Einzelmedikamenten bzw. Kombinationstherapien wurde eine Kategorisierung in Risikogruppen festgelegt. Diese Emetogenitätsgrade beschreiben die Wahrscheinlichkeit des Auftretens von Erbrechen ohne antiemetische Prophylaxe [257][258].

5.2 · Evidenzbasiertes Statement · modifiziert 2025

intravenöse Tumortherapie:

Der Grad der Emetogenität bestimmt das Ausmaß der antiemetischen Prophylaxe.

Einteilung in folgende Risikogruppen (Emesis-Risiko ohne antiemetische Prophylaxe):

hoch: ≥ 90 %

moderat: > 30 - 90 %

gering: 10 - 30 %

minimal: ≤ 10 %

Evidenzlevel
3
Konsens
Starker Konsens
Literatur
[258] [259]
ÄnderungshinweisDie antiemetische Prophylaxe richtet sich nach dem Grad der Emetogenität der Tumortherapie; Emesisrisiko ohne antiemetische Prophylaxe: Hoch: > 90% Moderat: > 30-90% Gering: 10-30% Minial: < 10%
5.3 · Evidenzbasiertes Statement · neu 2025

orale Tumortherapie:

Der Grad der Emetogenität bestimmt das Ausmaß der antiemetischen Prophylaxe. Emesis-Risiko ohne antiemetische Prophylaxe:

hoch/moderat: ≥ 30 %

gering/minimal: < 30 %

Evidenzlevel
3
Konsens
Starker Konsens
Literatur
[258] [259]
Anhand dieser Risikostratifizierung werden parenterale Tumortherapien den vier Risikoklassen „minimal“, „gering“, „moderat“ und „hoch“ zugeordnet werden (Tabelle Emetogenes Potential medikamentöser Tumortherapie). Seit 2020 beschränkt sich das Leitlinien-Panel der American Society for Clinical Oncology (ASCO) bei der Klassifizierung der oralen Tumortherapeutika auf zwei Risikoklassen: hoch/moderat und minimal/gering [258]. Eine Vereinfachung, die im Hinblick auf in Phase-III-Studien häufig fehlende Angaben zu Nausea/Emesis, fehlende Differenzierung der Schweregrade dieses Symptomkomplexes oder Unklarheiten bezüglich bestehender oder nicht bestehender antiemetischer Prophylaxe in den Studiendaten nachvollziehbar ist. Das emetogene Potential der oralen Substanzen ist für jeweils einen kompletten Therapiezyklus angegeben.

Bei Kombinationstherapien ist für die Festlegung der Emesisprophylaxe das Zytostatikum mit dem höchsten emetogenen Potential maßgebend. Bei der Kombination zweier Substanzen mit demselben emetogenen Potential wird das Emesis-Risiko nicht potenziert. Eine Ausnahme bildet die Anthrazyklin /Cyclophosphamid-basierte Chemotherapie bei Patient*innen mit Mammakarzinom [258].

Tabelle 16: Emetogenes Potential parenteraler Tumortherapie

emetogenes Potential

parenterale Tumortherapeutika

hoch (≥ 90 %)

Anthrazyklin/Cyclophosphamid (Mammakarzinom)

Carmustin (BCNU)

Cisplatin (unabhängig von der Dosis)

Cyclophosphamid ≥ 1.500 mg/m2

Dacarbazin

Mechlorethamin

Streptozotocin

Zolbetuximab

moderat (> 30 - 90 %)

Alemtuzumab

Arsentrioxid

Azacitidin

Bendamustin

Busulfan

Carboplatin*

Clofarabin

Cyclophosphamid < 1.500 mg/m2

Cytarabin > 1000 mg/m²

Dactinomycin

Daunorubicin

Daunorubicin liposomal / Cytarabin

Dinutuximab beta

Doxorubicin

Epirubicin

Idarubicin

Ifosfamid

Interferon alpha, > 10 Mio. IE/m2

Irinotecan

Irinotecan, peg-liposomal

Lurbinectedin

Naxitamab

Oxaliplatin

Romidepsin

Sacituzumab-Govitecan**

Temozolomid

Thiotepa

Trabectedin

Trastuzumab-Deruxtecan**

Treosulfan

gering (10 - 30 %)

Aflibercept

Amivantamab

Asparaginsäure

Asparaginsäure, pegyliert

Axicabtagen-Ciloleucel

Belinostat

Blinatumomab

Bortezomib

Brentuximab-Vedotin

Cabazitaxel

Carfilzomib

Catumaxomab

Cetuximab

Copanlisib

Cytarabine≤1000 mg/m2

Cytosin Arabinosid, liposomal

Decitabin

Docetaxel

Doxorubicin, liposomal pegyliert

Elotuzumab

Enfortumab Vedotin

Eribulin

Etoposid

5-Fluorouracil

Gemcitabin

Gemtuzumab-Ozogamicin

Ibritumomab-Tiuxetan

Inotuzumab-Ozogamicin

Isatuximab

Interferon alpha, > 1,5 < 10 Mio IE/m2

Ixabepilon

Loncastuximab-Tesirin

Margetuximab

Melphalanflufenamide

Methotrexat,

Mitomycin

Mitoxantron

Moxetumomab-Pasudotox

Necitumumab

Nelarabin

Nivolumab/ Ipilimumab

Paclitaxel

Paclitaxel, albumingebunden

Panitumumab

Pemetrexed

Pentostatin

Pertuzumab

Radium-223

Tafasitamab

Tagraxofusp

Teclistamab

Temsirolimus

Tisagenlecleucel

Tisotumab-Vedotin

Topotecan

Trastuzumab-Emtansin

Vinflunin

Yttrium-90

minimal (≤ 10 %)

Asparaginase

Atezolizumab

Avelumab

Belantamab-Mafodotin

Bevacizumab

Bleomycin

Buserelin

Cemiplimab

Cladribin (2-Chlor-2'-dexoxyadenosin)

Daratumumab

Dostarlimab

Durvalumab

Emapalumab

Fludarabin

Fulvestrant

Goserelin

Interferon alpha, <1,5 Mio IE/m2

Ipilimumab

Leuprorelin

Luspatercept

Mosunetuzumab

Nivolumab

Obinutuzumab

Ofatumumab

Pembrolizumab

Pixantron

Polatuzumab-Vedotin

Pralatrexat

Ramucirumab

Rituximab

Siltuximab

Trastuzumab

Triptorelin

Tremelimumab

Vinblastin

Vincristin

Vinorelbin

* Das emetische Potenzial liegt am oberen Ende der moderaten Kategorie.

**Das emetogene Potenzial liegt am oberen Ende der moderaten Kategorie und ähnelt am ehesten dem von Carboplatin.

 

Die Risikostratifizierung wurde bis Januar 2023 erfasst; ergänzt wurde nachträglich Zolbetuximab als eine neuzugelassene Substanz mit hohem Emetogenität-Potential und hohem Risiko für Patient*innen.

Tabelle 17: Emetogenes Potential oraler Tumortherapie

emetogenes Potential

orale Tumortherapeutika

hoch/moderat

(≥ 30 %)

Abemaciclib

Adagrasib

Avapritinib

Binimetinib

Bosutinib

Cabozantinib

Ceritinib

Crizotinib

Cyclophosphamid

Enasidenib

Fedratinib

Imatinib

Lomustin

Midostaurin

Mobocertinib

Niraparib

Olaparib

Procarbazin

Ribociclib

Rucaparib

Selinexor

Temozolomid

Vinorelbin

gering/minimal

(< 30 %)

Abarelix

Abirateron

Acalabrutinib

Afatinib

Alectinib

Alltransretinolsäure

Alpesilib

Anagrelid

Anastrozol

Apalutamid

Asciminib

Axitinib

Bexarotene

Bicalutamid

Brigatinib

Busulfa

Capecitabin

Capmatinib

Chlorambucil

Cobimetinib

Dabrafenib

Dacomitinib

Darolutamid

Dasatinib

Degarelix

Duvelisib

Encorafenib

Entrectinib

Enzalutamid

Erdafitinib

Erlotinib

Estramustin

Etoposid

Everolimus

Exemestan

Fludarabin

Futibatinib

Flutamid

Gefitinib

Gilteritinib

Glasdegib

Hydroxyurea

Ibrutinib

Idelasilib

Infigratinib

Ivosidenib

Ixazomib

Lapatinib

Larotrectinib

Lenalidomid

Lenvatinib

Letrozol

Lorlatinib

Melphalan

Mercaptopurin

Methotrexat

Neratinib

Nilotinib

Nindetanib

Olutasidenib

Osimertinib

Palbociclib

Panobinostat

Pazopanib

Pemigatinib

Pomalidomid

Ponatinib

Pralsetinib

Regorafenib

Relugolix

Ripretinib

Ruxolitinib

Selpercatinib

Sonidegib

Sorafenib

Sotorasib

Sunitinib

Talazoparib

Tamoxifen

Tazemetostat

Tegafur / Uracil

Tepotinib

Thalidomid

Thioguanin / 6-Thioguanin

Tivozanib

Topotecan

Trametinib

Treosulfan

Trifluridine/Tipiracil

Tucatinib

Umbralisib

Vandetanib

Vemurafenib

Venetoclax

Vismodegib

Vorinostat

Zanubrutinib

 

5.4.2 Patient*innenindividuelle Risikofaktoren

In zahlreichen, in der Mehrzahl retrospektiven Studien wurde der Einfluss patient*innenindividueller Faktoren auf das Risiko für das Auftreten von Übelkeit und Erbrechen untersucht (Tabelle Patient*innenindividuelle Risikofaktoren). Bislang spielen diese patient*innenindividuellen Risikofaktoren nur eine untergeordnete Rolle in der Planung der antiemetischen Prophylaxemaßnahmen. Bei der Entscheidung für oder gegen eine antiemetische Prophylaxe z.B. bei den oralen Mehrtagestherapien mit geringem Emesispotential können die patient*innenindividuellen Faktoren eine Entscheidungshilfe sein.

Tabelle 18: Patient*innenindividuelle Risikofaktoren

Faktor

Risiko von Übelkeit und Erbrechen

Geschlecht

höher bei Frauen

Alter

höher bei jüngeren Patient*innen

Reisekrankheit, Schwangerschaftserbrechen

höher bei Patient*innen mit dieser Vorbelastung

Vorgeschichte von Übelkeit und Erbrechen

höher bei Patient*innen mit Vorbelastung in einer vorherigen Chemotherapie

Alkoholkonsum

niedriger bei Patient*innen mit chronischem starken Alkoholkonsum

Ängstlichkeit

höher bei ängstlichen Patient*innen

 

5.5 Prophylaxe der medikamentösen Tumortherapie-induzierten Nausea und Emesis

Die Strategie der Antiemese für die akute und verzögerte Phase von Übelkeit und Erbrechen ist vor Beginn der Tumortherapie klar zu definieren und umzusetzen, da eine spätere erst im Verlauf der Therapie einsetzende symptomorientierte Behandlung kaum noch wirksam ist. Standard ist die Prophylaxe, basierend auf der Wahrscheinlichkeit für das Auftreten von Übelkeit und Erbrechen der geplanten medikamentösen Tumortherapie. Vor jedem neuen Therapiezyklus muss die Wirksamkeit der bisherigen Prophylaxe evaluiert und ggf. angepasst werden. Die wesentlichen zur Verfügung stehenden Antiemetika werden in Kapitel 5.7 kurz diskutiert.

Übersicht antiemetische Prophylaxe bei parenteraler medikamentöser Tumortherapie
Übersicht antiemetische Prophylaxe bei parenteraler medikamentöser Tumortherapie

[1] Aapro, M. et al. 2014 [260]

[2] Hesketh, P. J. et al. 2003 [261]

[3] Poli-Bigelli, S. et al. 2003 [262]

[4] Schmoll, H. J. et al. 2006 [263]

[5] Warr, D. G. et al. 2005 [264]

[6] Grunberg, S. et al. 2011 [265]

[7] Hata, A. et al. 2022 [266]

[8] Matsuura, K. et al. 2022 [267]

[9] Abe, M. et al. 2016 [268]

[10] Navari, RM. et al. 2016 [269]

[11] Zhou, JG et al. 2020 [270]

[12] Wang, DY. et al. 2021 [271]

[13] Chow, R et al. 2022 [272]

[14] Jantunen, I. T. et al. 1997 [273]

[15] Hesketh, P. J. et al. 2012 [274]

[16] Jordan, K. et al. 2018 [275]

[17] Piechotta, V. et al. 2021 [276]

[18] Gralla, R. et al. 2010 [277]

[19] Hesketh, P. J. et al. 2015 [278]

[20] Ito, Y. et al. 2014 [279]

[21] Tanioka, M. et al. 2013 [280]

[22] Yahata, H. et al. 2015 [281]

[23] Weinstein, C. et al. 2016 [282]

 

 

Übersicht oraler Mehrtagestumortherapie
Übersicht oraler Mehrtagestumortherapie

5.5.1 Hoch emetogene medikamentöse Tumortherapie

5.4 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2025

hoch emetogen – akute Phase:

Bei einer eintägigen medikamentösen Tumortherapie mit einem Emesis-Risiko ≥ 90 % soll vor der medikamentösen Tumortherapie eine Prophylaxe mit einem 5-HT3-Rezeptorantagonisten, einem NK1-Rezeptorantagonisten* und Dexamethason erfolgen.

Empfehlungsgrad
A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
Evidenzlevel
1
Konsens
Starker Konsens
Literatur
[260] [261] [262] [263] [264] [265] [266] [267]
ÄnderungshinweisAkute Phase: Bei einer eintägigen medikamentösen Tumortherapie mit einem Emesisrisiko > 90% soll vor der medikamentösen Tumortherapie eine Prophylaxe mit einem 5-HT3-RA, einem NK1- RA und Dexamethason erfolgen. Verzögerte Phase: Bei einer eintägigen medikamentösen Tumortherapie mit einem Emesis Risiko > 90% soll für weitere 2-4 Tage nach Ende der hoch emetogenen Therapie eine Prophylaxe mit Dexamethason erfolgen. War der NK1- RA Aprepitant Bestandteil der Primärprophylaxe, ist dieser für 2 weitere Tage mit 80 mg täglich zu applizieren. Die Gabe von Fosaprepitant oder Netupitant/Palonosetron erfolgt nur am Tag 1 der medikamentösen Tumortherapie.
Evidenztabellen (5)Aapro 2014; Hesketh 2003; Poli-Bigelli 2003; Schmoll 2006; Warr 2005

*Ist der orale NK1-Rezeptorantagonist Aprepitant Bestandteil der Primärprophylaxe, ist dieser für zwei weitere Tage mit 80 mg p.o. täglich zu applizieren. Die Gabe von Fosaprepitant oder (Fos)Netupitant/Palonosetron erfolgt nur am Tag 1 der medikamentösen Tumortherapie.

5.5 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2025

hoch emetogen – akute Phase:

Die zusätzliche Gabe von Olanzapin 5 mg zu der Kombination aus einem 5-HT3-Rezeptorantagonisten, einem NK1-Rezeptorantagonisten und Dexamethason kann erfolgen. (OFF-LABEL)

Empfehlungsgrad
0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
Evidenzlevel
1
Konsens
Starker Konsens
Literatur
[268] [269] [270] [271] [272]
ÄnderungshinweisAkute Phase: Bei einer eintägigen medikamentösen Tumortherapie mit einem Emesisrisiko > 90% soll vor der medikamentösen Tumortherapie eine Prophylaxe mit einem 5-HT3-RA, einem NK1- RA und Dexamethason erfolgen. Verzögerte Phase: Bei einer eintägigen medikamentösen Tumortherapie mit einem Emesis Risiko > 90% soll für weitere 2-4 Tage nach Ende der hoch emetogenen Therapie eine Prophylaxe mit Dexamethason erfolgen. War der NK1- RA Aprepitant Bestandteil der Primärprophylaxe, ist dieser für 2 weitere Tage mit 80 mg täglich zu applizieren. Die Gabe von Fosaprepitant oder Netupitant/Palonosetron erfolgt nur am Tag 1 der medikamentösen Tumortherapie.
Evidenztabellen (3)Zhou_2020; Chow_2022; Navari_2016
5.6 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2025
hoch emetogen – verzögerte Phase:

Bei einer eintägigen medikamentösen Tumortherapie mit einem Emesis-Risiko ≥ 90 % soll an den Tagen 2 - 4 nach Ende der hoch emetogenen Therapie eine Prophylaxe mit Dexamethason erfolgen.

Empfehlungsgrad
A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
Evidenzlevel
1
Konsens
Starker Konsens
Literatur
[260] [261] [262] [263] [264] [265] [266] [267]
ÄnderungshinweisAkute Phase: Bei einer eintägigen medikamentösen Tumortherapie mit einem Emesisrisiko > 90% soll vor der medikamentösen Tumortherapie eine Prophylaxe mit einem 5-HT3-RA, einem NK1- RA und Dexamethason erfolgen. Verzögerte Phase: Bei einer eintägigen medikamentösen Tumortherapie mit einem Emesis Risiko > 90% soll für weitere 2-4 Tage nach Ende der hoch emetogenen Therapie eine Prophylaxe mit Dexamethason erfolgen. War der NK1- RA Aprepitant Bestandteil der Primärprophylaxe, ist dieser für 2 weitere Tage mit 80 mg täglich zu applizieren. Die Gabe von Fosaprepitant oder Netupitant/Palonosetron erfolgt nur am Tag 1 der medikamentösen Tumortherapie.
Evidenztabellen (5)Aapro 2014; Hesketh 2003; Poli-Bigelli 2003; Schmoll 2006; Warr 2005
5.7 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2025
hoch emetogen – verzögerte Phase:

Die zusätzliche Gabe von Olanzapin 5 mg zu Dexamethason an den Tagen 2 - 4 kann erfolgen. (OFF-LABEL)
Empfehlungsgrad
0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
Evidenzlevel
1
Konsens
Starker Konsens
Literatur
[268] [269] [270] [271] [272]
ÄnderungshinweisAkute Phase: Bei einer eintägigen medikamentösen Tumortherapie mit einem Emesisrisiko > 90% soll vor der medikamentösen Tumortherapie eine Prophylaxe mit einem 5-HT3-RA, einem NK1- RA und Dexamethason erfolgen. Verzögerte Phase: Bei einer eintägigen medikamentösen Tumortherapie mit einem Emesis Risiko > 90% soll für weitere 2-4 Tage nach Ende der hoch emetogenen Therapie eine Prophylaxe mit Dexamethason erfolgen. War der NK1- RA Aprepitant Bestandteil der Primärprophylaxe, ist dieser für 2 weitere Tage mit 80 mg täglich zu applizieren. Die Gabe von Fosaprepitant oder Netupitant/Palonosetron erfolgt nur am Tag 1 der medikamentösen Tumortherapie.
Evidenztabellen (3)Zhou_2020; Chow_2022; Navari_2016
Die Kombination eines 5-HT3-Rezeptorantagonisten mit einem NK1-Rezeptorantagonisten und Dexamethason verhindert bei 70 - 80 % der Patient*innen das Auftreten von akutem Erbrechen unter hoch emetogener Tumortherapie. Grundlage für die Empfehlung von Olanzapin für insgesamt vier Tage ist die Navari-Studie 2016 [269][258].
Cisplatinhaltige-Therapie (1-Tages-Therapie)
In den zwei wesentlichen multizentrischen, randomisierten Phase-III-Zulassungsstudien Studie 052 [261] und Studie 054 [262] wurden Wirksamkeit und Verträglichkeit von Aprepitant, dem ersten NK1-RA, versus Placebo in der Phase des akuten und verzögerten Erbrechens bei Patient*innen, die erstmals eine hoch emetogene Chemotherapie mit Cisplatin (≥ 70 mg/m² KO) erhielten, geprüft. In der Begleitmedikation war an den Tagen 1 - 4 ein Glukokortikoid enthalten, am Tag 1 zusätzlich ein 5-HT3-RA. Primärer Endpunkt war die Complete Response, definiert als kein Erbrechen und kein Bedarf an zusätzlicher antiemetischer Therapie bis zu fünf Tagen nach der Cisplatin-Gabe („overall Phase“). Zusammenfassend konnte durch die zusätzliche Gabe von Aprepitant bei cisplatinhaltigen Chemotherapien eine um durchschnittlich 20 % bessere „Complete Response“ an den Tagen 1 - 5 („overall Phase“) und an den Tagen 2 - 5 (verzögerte Phase) erzielt werden.
Die Frage, ob die zusätzliche Gabe eines 5-HT3-RA (hier Ondansetron) an den Tagen 1 - 4 zu Dexamethason die Aprepitant-Gabe möglicherweise verzichtbar macht, wurde in einer multizentrischen internationalen Phase-III-Studie (HEC II Studie) geprüft [263]. Patient*innen im Kontrollarm erhielten Ondansetron und Dexamethason an den Tagen 1 - 4. Patient*innen im experimentellen Arm erhielten an Tag 1 Aprepitant, Ondansetron und Dexamethason gefolgt von Aprepitant (Tag 2 - 3) und Dexamethason (Tag 2 - 4). Primärer Endpunkt war die Complete Response an den Tagen 1 - 5. Die Complete Response an den Tagen 1 - 5 betrug im Kontrollarm 61 % versus 72 % im Aprepitant-Arm (p = 0,003).

In der EASE-Studie konnte die Äquivalenz von Fosaprepitant 150 mg an Tag 1 gegenüber dem oralen Aprepitant 125 mg oral an Tag 1 gefolgt von Aprepitant 80 mg oral Tag 2 und 3 gezeigt werden [265].
Seit 2015 ist NEPA als fixe orale Dosiskombination bestehend aus dem neuen NK1-RA (Netupitant) in Kombination mit dem 5-HT3-RA (Palonosetron) zugelassen. Netupitant (300 mg)/ Palonosetron (0,5 mg) in Kombination mit Dexamethason hat sich in der entsprechenden Zulassungsstudie bei cisplatinhaltiger Chemotherapie als signifikant wirksamer gezeigt als die Gabe von Palonosetron und Dexamethason im Kontrollarm (CR overall Phase: 89,6 % versus 76,5 %) [283] und ist vergleichbar wirksam in Hinblick auf den Observationsarm mit Aprepitant, Ondansetron und Dexamethason (CR overall Phase: 89,6 % (NEPA) versus 86,6 % APR/OND). Mittlerweile ist auch Fosnetupitant verfügbar und die Nichtunterlegenheit zu Fosaprepitant jeweils in Kombination mit Palonosetron und Dexamethason bei hoch und AC-basierter Chemotherapie gezeigt [266] [267].
Anthrazyklin/Cyclophosphamid (AC)-basierte Chemotherapie bei Patient*innen mit Mammakarzinom
In allen internationalen Leitlinien ist die AC-basierte Chemotherapie mittlerweile als hoch emetogen klassifiziert [284] [285][258]. In Analogie zu den Zulassungsstudien hoch emetogener Chemotherapie wurde in der sog. Warr-Studie bei AC-basierter Chemotherapie Aprepitant über drei Tage appliziert, wobei die Kombination mit Ondansetron und Dexamethason allerdings nur am Tag 1 gegeben wurde. Patientinnen im Kontrollarm erhielten Ondansetron und Dexamethason an Tag 1 und Ondansetron für zwei weitere Tage. Primärer Endpunkt war ebenfalls die Complete Response. In dieser Studie konnte bei AC-basierter Chemotherapie durch die zusätzliche Gabe von Aprepitant in der overall Phase eine um 9 % höhere CR erzielt werden (p = 0,015) [264]. Im Gegensatz zur hoch emetogenen Chemotherapie konnte allerdings kein signifikanter Effekt von Aprepitant in der verzögerten Phase (Tag 2 - 5) des Erbrechens erzielt werden. Erwähnenswert ist, dass die Responserate in der verzögerten Phase mit 55 % (Kontrollarm 49 %) deutlich geringer war als in Phase-III-Studien bei cisplatinhaltigen Chemotherapien (Complete Response 75 - 76 %), sodass eine Reklassifizierung von AC-basierter Chemotherapie als hoch emetogene Chemotherapie nur folgerichtig ist.
In einer weiteren großen Phase-III-Studie (n = 1.449) bei AC-haltiger Chemotherapie wurde die Effektivität von NEPA (Netupitant/Palonosetron) und Dexamethason Tag 1 versus Palonosetron und Dexamethason Tag 1 geprüft [260]. Über den Tag 1 hinaus erfolgte keine weitere antiemetische Prophylaxe. Die Complete Response betrug an den Tagen 1 - 5 66,6 % im Kontrollarm und 74,3 % im experimentellen Arm (p = 0,001).
Stellenwert von Olanzapin
In der Studie von Navari et al. [269] wurde Olanzapin (n = 192) vs. Placebo (n = 188) bei cisplatinhaltiger und AC-basierter Chemotherapie verglichen. Die Rate des kompletten Ansprechens war mit Olanzapin im akuten, im verzögerten und im gesamten Zeitraum signifikant erhöht: 86 % versus 65 % (p < 0,001), 67 % versus 52 % (p = 0,007) bzw. 64 % versus 41 % (p < 0,001). Extrapyramidale Nebenwirkungen werden bei Olanzapin aufgrund seiner Zugehörigkeit zu den „Atypika“ nur selten beobachtet, allerdings besteht eine sedierende Wirkung. In einer Phase-III-Studie konnte gezeigt werden, dass 5 mg Olanzapin bei gleichwertiger antiemetischer Wirksamkeit ein günstigeres Sicherheitsprofil in Bezug auf Somnolenz aufweisen als 10 mg Olanzapin [286][272].
Dennoch ist der Einsatz von vier supportiven Medikamenten zur Prophylaxe eines Symptomkomplexes kritisch zu diskutieren. Mit Blick auf das Interaktionspotential der Polypharmazie, die potentielle QT-Zeitverlängerung durch Olanzapin und die Tatsache, dass das Medikament bislang nur für die Therapie der Schizophrenie und manischer Episoden zugelassen ist, die Verwendung als Antiemetikum damit im Off-Label-Use erfolgt, sprach sich die Leitliniengruppe für eine „kann“- Empfehlung für die zusätzliche Verwendung von Olanzapin bei der Antiemese hoch emetogener Chemotherapien aus.
Weitere Informationen zum Olanzapin sind unter Kapitel 5.7 Antiemetika zu finden.

5.5.2 Moderat emetogene medikamentöse Tumortherapie

5.8 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2025
moderat emetogen - akute Phase:

Bei einer medikamentösen Tumortherapie mit einem Emesis-Risiko > 30 - 90 % (Carboplatin, siehe [5.11]) soll vor der Chemotherapie eine Prophylaxe mit einem 5-HT3-Rezeptorantagonisten und Dexamethason erfolgen.

Empfehlungsgrad
A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
Evidenzlevel
1
Konsens
Starker Konsens
Literatur
[273] [274] [275] [276]
ÄnderungshinweisAktute Phase: Empfehlungsgrad A Bei einer medikamentösen Tumortherapie mit einem Emesisrisiko > 30-90 % (Ausnahme Carboplatin, s. nächste Empfehlung) soll vor der Chemotherapie eine Prophylaxe mit einem 5-HT3- RA und Dexamethason erfolgen. Verzögerte Phase: Empfehlungsgrad B Bei einer medikamentösen Tumortherapie mit bekanntem emetogenen Potential in der verzögerten Phase (Oxaliplatin, Doxorubicin, Cyclophosphamid und Bendamustin) sollte die Gabe von Dexamethason an den Tagen 2 bis 3 erfolgen.  Empfehlungsgrad 0 Bei anderen medikamentösen Tumortherapien mit einem moderaten Emesisrisiko kann auf eine antiemetische Prophylaxe an den Tagen 2-3 verzichtet werden. Expertenkonsens  für Bendamustin
Evidenztabellen (3)Hesketh 2012; Jordan_2018; Piechotta 2021
5.9 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2025
moderat emetogen - verzögerte Phase:

Bei einer medikamentösen Tumortherapie mit bekanntem emetogenen Potential in der verzögerten Phase (Oxaliplatin, Doxorubicin, Cyclophosphamid und Bendamustin) sollte die Gabe von Dexamethason an den Tagen 2 bis 3 erfolgen.

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
1

Expert*innenkonsens für Bendamustin

Konsens
Starker Konsens
Literatur
[274] [275] [276]
ÄnderungshinweisAktute Phase: Empfehlungsgrad A Bei einer medikamentösen Tumortherapie mit einem Emesisrisiko > 30-90 % (Ausnahme Carboplatin, s. nächste Empfehlung) soll vor der Chemotherapie eine Prophylaxe mit einem 5-HT3- RA und Dexamethason erfolgen. Verzögerte Phase: Empfehlungsgrad B Bei einer medikamentösen Tumortherapie mit bekanntem emetogenen Potential in der verzögerten Phase (Oxaliplatin, Doxorubicin, Cyclophosphamid und Bendamustin) sollte die Gabe von Dexamethason an den Tagen 2 bis 3 erfolgen.  Empfehlungsgrad 0 Bei anderen medikamentösen Tumortherapien mit einem moderaten Emesisrisiko kann auf eine antiemetische Prophylaxe an den Tagen 2-3 verzichtet werden. Expertenkonsens  für Bendamustin
Evidenztabellen (3)Hesketh 2012; Jordan_2018; Piechotta 2021
5.10 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2025
moderat emetogen - verzögerte Phase:

Wenn bei Patient*innen unter moderat emetogener Chemotherapie (außer Oxaliplatin, Doxorubicin, Cyclophosphamid und Bendamustin) keine Übelkeit/Erbrechen in der akuten Phase aufgetreten ist, sollte keine antiemetische Prophylaxe mit Dexamethason an den Tagen 2 und 3 gegeben werden.

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
1
Konsens
Starker Konsens
Literatur
[275] [276]
ÄnderungshinweisAktute Phase: Empfehlungsgrad A Bei einer medikamentösen Tumortherapie mit einem Emesisrisiko > 30-90 % (Ausnahme Carboplatin, s. nächste Empfehlung) soll vor der Chemotherapie eine Prophylaxe mit einem 5-HT3- RA und Dexamethason erfolgen. Verzögerte Phase: Empfehlungsgrad B Bei einer medikamentösen Tumortherapie mit bekanntem emetogenen Potential in der verzögerten Phase (Oxaliplatin, Doxorubicin, Cyclophosphamid und Bendamustin) sollte die Gabe von Dexamethason an den Tagen 2 bis 3 erfolgen.  Empfehlungsgrad 0 Bei anderen medikamentösen Tumortherapien mit einem moderaten Emesisrisiko kann auf eine antiemetische Prophylaxe an den Tagen 2-3 verzichtet werden. Expertenkonsens  für Bendamustin
Evidenztabellen (2)Jordan_2018; Piechotta 2021
5.11 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2025

Carboplatin - akute Phase:

Zusätzlich zu einer Prophylaxe mit einem 5-HT3-Rezeptorantagonist und Dexamethason sollte bei Carboplatin die Gabe eines NK1-Rezeptorantagonisten* erfolgen.

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
1
Konsens
Starker Konsens
Literatur
[277] [278] [279] [280] [281] [275] [276] [282]
ÄnderungshinweisAkute Phase: Empfehlungsgrad A Bei einer carboplatinhaltigen Chemotherapie (ab AUC ≥ 4) soll vor deren Applikation eine Prophylaxe mit einem 5-HT3-Rezeptorantagonist und Dexamethason erfolgen. Empfehlungsgrad 0 Zusätzlich kann die Gabe eines NK1-RA erfolgen. Verzögerte Phase: Empfehlungsgrad B Bei einer carboplatinhaltigen Chemotherapie (ab AUC ≥ 4) sollte eine antiemetische Prophylaxe mit Dexamethason an den Tagen 2-3 erfolgen. Empfehlungsgrad A Falls der NK1- RA Aprepitant Bestandteil der Primärprophylaxe war, soll dieser für 2 weitere Tage mit 80 mg täglich appliziert werden. Die Gabe von Fosaprepitant oder Netupitant/Palonosetron erfolgt nur am Tag 1 der Carboplatintherapie.
Evidenztabellen (2)Jordan_2018; Piechotta 2021

*Falls der orale NK1-Rezeptorantagonist Aprepitant Bestandteil der Primärprophylaxe war, soll dieser für zwei weitere Tage mit 80 mg p.o. täglich appliziert werden. Die Gabe von Fosaprepitant oder (Fos)Netupitant/Palonosetron erfolgt nur am Tag 1 der Carboplatintherapie.

5.12 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2025
Carboplatin - verzögerte Phase:

Bei einer carboplatinhaltigen Chemotherapie (ab AUC ≥ 4) sollte eine antiemetische Prophylaxe mit Dexamethason an den Tagen 2 - 3 erfolgen.

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
1
Konsens
Starker Konsens
Literatur
[277] [278] [279] [280] [281] [275] [276] [282]
ÄnderungshinweisAkute Phase: Empfehlungsgrad A Bei einer carboplatinhaltigen Chemotherapie (ab AUC ≥ 4) soll vor deren Applikation eine Prophylaxe mit einem 5-HT3-Rezeptorantagonist und Dexamethason erfolgen. Empfehlungsgrad 0 Zusätzlich kann die Gabe eines NK1-RA erfolgen. Verzögerte Phase: Empfehlungsgrad B Bei einer carboplatinhaltigen Chemotherapie (ab AUC ≥ 4) sollte eine antiemetische Prophylaxe mit Dexamethason an den Tagen 2-3 erfolgen. Empfehlungsgrad A Falls der NK1- RA Aprepitant Bestandteil der Primärprophylaxe war, soll dieser für 2 weitere Tage mit 80 mg täglich appliziert werden. Die Gabe von Fosaprepitant oder Netupitant/Palonosetron erfolgt nur am Tag 1 der Carboplatintherapie.
Evidenztabellen (2)Jordan_2018; Piechotta 2021
Moderat emetogene Chemotherapie
Das Risiko ohne Antiemese zu erbrechen liegt in dieser Risikokategorie zwischen 30 - 90 % und hat damit die weiteste Spannbreite aller emetischen Risikoklassen. Demzufolge ist es nicht trivial, eine generelle Empfehlung für die gesamte Risikokategorie auszusprechen, da davon auszugehen ist, dass es sowohl zu einer Über- als auch Untertherapie kommen kann. Zentral ist hier die Frage nach dem Stellenwert des NK1-RA. Die erste Phase-III-Studie, die ausschließlich Patient*innen (n = 1.000) mit moderat emetogener Chemotherapie (AC-basierte Chemotherapie ausgeschlossen) einschloss, wurde 2016 vollpubliziert [282]. Verglichen wurde die 3-fach Kombination Fosaprepitant, Ondansetron, Dexamethason versus Ondansetron und Dexamethason. Der primäre Endpunkt Complete Response in der verzögerten Phase wurde erreicht (78,9 % versus 68,5 %, p < 0,001). Anzumerken ist, dass in dieser Studie > 50 % der Patient*innen eine carboplatinhaltige Chemotherapie erhielten, sodass die Ergebnisse auch vor diesem Hintergrund interpretiert werden müssen. In der Rapoport Phase-III-Studie von 2010 [287] erfolgte eine Post-hoc-Analyse zu den rein moderat emetogenen Chemotherapien (circa 50 % der Patient*innen erhielten eine AC-basierte Chemotherapie). Von diesen 429 Patient*innen erzielten 73,9 % eine CR mit der 3-fach Kombination (Aprepitant + Ondansetron + Dexamethason) im Vergleich zu 65,5 % im Kontrollarm (carboplatinhaltige Chemotherapie eingeschlossen).
Carboplatinhaltige Chemotherapie
Carboplatin zählt zu den stärksten emetogenen Substanzen der moderat emetogenen Risikogruppe. Es ist davon auszugehen, dass die emetogene Potenz von Carboplatin eher unterschätzt wird, zumal zwei Zulassungsstudien zu Carboplatin sehr hohe “nausea and vomiting“-Raten berichtet haben: Kombinationsdaten mit Cylophosphamid: 93 % und 94 % vs. 98 % und 96 % für Cisplatin [288][289]. Die Emesisraten lagen bei 84 % für Carboplatin/Cyclophosphamid vs. 97 % für Cisplatin/Cyclophosphamid (p < 0,001) in einer Studie und bei 82 % vs. 91 % (p = 0,007) in der anderen Studie (damalige antiemetische Prophylaxe: Metoclopramid, Diphenhydramin, Prochlorperazin und Dexamethason).
Erste Daten zur Wirksamkeit der 3-fach Antiemese kamen von einer Subgruppenanalyse der Rapoport-Studie [277] [287]. Hier betrug die „no emesis“-Rate 84 % in der Aprepitant-Gruppe vs. 70 % in der 5-HT3-RA/Dexamethason-Kontrollgruppe. Nachfolgende randomisierte Phase-II- und Phase-III-Studien haben diesen Benefit mit absoluten Differenzraten zwischen 10 - 15 % in Hinblick auf die Complete Response an den Tagen 1 - 5 bestätigt (Tabelle Studienergebnisse NK1-RA bei moderat emetogener Chemotherapie) [280][279][290]. Die Subgruppenanalyse der Phase-III-Sicherheitsstudie zum NK1-RA NEPA erbrachte vergleichbare Ansprechraten bei carboplatinhaltiger Chemotherapie [277]. Anzumerken ist, dass in den aufgeführten Studien eine Carboplatindosis AUC ≥ 4 verwendet wurde. Aufgrund dieser konsistenten Datenlage sprechen sich die MASCC/ESMO-Leitlinien und die ASCO-Leitlinie für die Prophylaxe mit einem zusätzlichen NK1-RA bei carboplatinhaltiger Chemotherapie aus [291][258].
Eine Zusammenfassung der Studienergebnisse findet sich in Tabelle Studienergebnisse NK1-RA bei moderat emetogener Chemotherapie. Für die Bewertung des potentiellen klinischen Benefits eines NK1-RA stellt die Tabelle die absoluten Risikodifferenzen für die einzelnen moderat emetogenen Settings dar, die aus dieser Metanalyse stammen.
Sacituzumab govitecan, ein humanisierter monoklonaler Antikörper, seit 2021 von der EMA zugelassen, sei als Beispiel der Herausforderungen bei der Klassifizierung neuer intravenöser Substanzen aufgeführt. In Studien wird eine Nausea-Rate von ca. 60 % und eine Emesisrate von 30 % genannt, allerdings ist die Verwendung einer antiemetischen Prophylaxe erlaubt, in den Ergebnisse aber nicht differenziert, inwieweit eine und wenn, welche, antiemetische Prophylaxe erfolgte [292][293]. Sacituzumab wurde damit dem moderaten Risiko zugeordnet, die Daten deuten auf eine Platzierung der Substanz am „oberen Ende“ des moderaten Bereichs hin. Damit wäre auch hier eine dreifach antiemetische Prophylaxe ähnlich dem Carboplatin zu überlegen. Gleiches gilt auch für das Antikörper-Wikstoff-Konjugat Trastuzumab deruxtecan. 
Oxaliplatinhaltige Chemotherapie
Bei der oxaliplatinhaltigen Chemotherapie sind die Studienergebnisse nach wie vor widersprüchlich [294][295]. Zu erwähnen ist, dass die Ergebnisse von Hesketh aus einer Studie (n = 710) mit dem nicht zugelassenen NK1-RA Casopitant stammen, der aufgrund von Sicherheitsaspekten und nicht aufgrund fehlender Wirksamkeit nicht zugelassen wurde. Die Complete Response an den Tagen 1 - 5 im Casopitant Arm war mit 86 % nahezu identisch mit 85 % des Kontrollarms. Die Ergebnisse der Nishumara-Studie stellen sich anders dar. Von den 413 eingeschlossenen Patient*innen betrug die „no emesis“-Rate im Aprepitant Arm 95,7 % und im Kontrollarm 83,6 % an den Tagen 1 - 5. Analog zur ASCO-Leitlinie erfolgt bei oxaliplatinhaltiger Chemotherapie keine Empfehlung zur Primärprophylaxe mit einem NK1-RA [258]. Auch die MASCC von 2023 empfiehlt keine routinemäßige Gabe des NK1-RA unter Oxaliplatin, lediglich bei der Population von Frauen ≤ 50 Jahre wird eine optionale Hinzunahme des NK1-RA genannt [291].

Tabelle 19: Studienergebnisse NK1-RA bei moderat emetogener Chemotherapie

Referenz/ Studiendesign

Patient*innen/ Tumorart/ CTx-Dosis

N

experimenteller Arm

N

Kontrollarm

primärer Endpunkt

Ergebnis primärer Endpunkt

CR overall

no emesis overall

no nausea overall

Kommentar

rein moderat emetogene Chemotherapie

Weinstein et al., 2016 [282]

Phase-III

1.000/ versch. Tumorerkrankungen/ k.A.

502

Tag 1:

OND 16 mg p.o., DEX 12 mg p.o., FAPR 150 mg i.v.

Tag 2 - 3:

Placebo

498

Tag 1:

OND 16 mg p.o., DEX 20 mg p.o., Placebo

Tag 2 - 3:

OND 8 mg p.o.

CR verzögerte Phase

78,9 %

vs.

68,5 %

77,1 % vs.

66,9 %

82,7 %

vs.

72,9 %

65,3 %

vs.

61,6 %

inkl. Carboplatin (> 50 %), keine separate Auswertung

Hesketh et al., 2015 (MEC-Subgruppe) [278]

228/

versch. Tumorerkrankungen/ k.A.

130

Tag 1:

GRN 2 mg p.o., DEX 20 mg p.o., ROL 180 mg p.o.

Tag 2 - 3:

GRN 2 mg p.o.

98

Tag 1:

GRN 2 mg p.o., DEX 20 mg p.o., Placebo

Tag 2 - 3:

GRN 2 mg p.o.

CR in verzögerter Phase

66,9 % vs. 60,2 %

 

66,9 % vs.

54,1 %

80,8 %

vs.

66,3 %

48,5 %

vs.

43,9 %

MEC ohne Carboplatin

Rapoport et al., 2010 [287]

429/
versch. Tumorerkrankungen/ k.A.

226

Tag 1:

OND 16 mg p.o., DEX 12 mg p.o., APR 125 mg p.o.

Tag 2-3:

APR 80 mg p.o.

203

Tag 1:

OND 16 mg p.o., DEX 20 mg p.o., Placebo;

Tag 2-3:

OND 16 mg p.o.

 

 

kein Erbrechen in der Gesamtphase

83,2 % vs. 71,3 %

73,9 % vs.
65,5 %

83,2 %

vs.

71,3 %

k.A.

AC-haltiger Arm nicht dargestellt

rein carboplatinhaltige Chemotherapie

*Gralla et al., 2010 (Subgruppe aus Rapoport, 2010) [277]

192/ versch. Tumorerkrankungen/k.A.

102

Tag 1:

OND 16 mg p.o.,  

DEX 12 mg p.o.,     APR 125 mg p.o.

Tag 2 - 3:

 APR 80 mg p.o.

90

Tag 1:

 

OND 16 mg p.o., DEX 20 mg p.o.;

Placebo


Tag 2 - 4:

 

OND 16 mg p.o.

kein Erbrechen über 5 Tage

84,3 % vs. 70 %

k.A.

84,3 % vs. 70 %

k.A.

keine Angaben zu CR oder no nausea

**Hesketh et al., 2015 (Carbo-Subgruppe)[278]

401/ versch. Tumorerkrankungen/k.A.

192

Tag 1:

 

GRN 2 mg p.o., DEX 20 mg p.o., ROL 180 mg p.o.

 

Tag 2-3:

GRN 2 mg p.o.

209

Tag 1:

GRN 2 mg p.o., DEX 20 mg p.o., Placebo

Tag 2-3:

GRN 2 mg p.o.

CR verzögerter Phase

82,3 % vs. 65,6 %

 

80,2 % vs. 64,6 %

87,5 % vs. 73,7 %

62,5 % vs. 51,2 %

 

Yahata et al., 2015 [281]

297/ gynäkologische Tumoren/ AUC 5 - 6 + Paclitaxel

151

Tag 1:

5-HT3-RA (no Palo),

DEX 20 mg,      APR 125 mg;

Tag 2 - 3:

APR 80 mg

146

Tag 1:

5-HT3-RA (no PALO)             DEX 20 mg;

Tag 2-3:

Placebo

HSR#

 

61,6 % vs. 47,3 %

78,2 % vs. 54,8 %

39,7 % vs. 33,6 %

 

Tanioka et al., 2013 [280]

91/ gynäkologische Tumoren/AUC 5 - 6

45

Tag 1:

GRN 1 mg i.v., DEX 12mg i.v.,  APR 125 mg p.o.

Tag 2 - 3:

DEX 4 mg i.v.,   APR 80 mg p.o.

46

Tag1:

GRN 1 mg i.v., DEX 20 mg i.v., Placebo

Tag 2 - 3:          DEX 8 mg i.v., Placebo

CR in der Gesamtphase

62 % vs. 52 %

62 % vs. 52%

83 % vs. 78 %

53 % vs. 39 %

 

Ito et al., 2013 [279]

133/Lungenkarzinom/ AUC 6 + Paclitaxel oder Pemetrexed

66

Tag 1:

1. Generation 5-HT3-RA,         DEX 8 mg,       APR 125 mg

Tag 2 - 3:          DEX 8 mg

APR 80 mg

 

 

67

Tag 1:

5-HT3-RA,         DEX 8 mg

Tag 2 - 3:

DEX 8 mg

CR in der Gesamtphase

79,9 % vs. 71,9 %

79,9 % vs. 71,9 %

k.A.

46,7 % vs. 58,3 %

 

rein oxaliplatinhaltige Chemotherapie

Hesketh et al., 2012 [294]

Kolorektales Karzinom/ (85 -130 mg/m²)

355

Tag 1:

OND 16 mg p.o., DEX 8 mg i.v.,   CAS 90 mg i.v.

Tag 2-3:         OND 8 mg p.o.

352

Tag 1:

OND 16 mg p.o., DEX 8 mg i.v., Placebo 

Tag 2-3:         OND 8 mg p.o.

CR in der Gesamtphase

86 % vs. 85 %

86 % vs. 85 %

90 % vs. 89 %

55 % vs. 63 %

 

Nishimura et al., 2015 [295]

370/
Kolorektales Karzinom/
>85 mg/m²

187

Tag 1:

5-HT3-RA i.v.,    DEX 6,6 mg und APR 125 mg p.o. oder

FAPR 150 mg i.v.

Tag 2 - 3:

APR:DEX 4 mg p.o.

Tag 2 - 3, APR 80mg Tag 2-3

oder

FAPR:

DEX 4 mg p.o. an Tag 2, DEX 8mg p.o. an Tag 3

183

Tag 1:

5-HT3-RA i.v.,    DEX 9,9 mg

Tag 2 - 3:

DEX 8 mg p.o.

kein Erbrechen in der Gesamtphase

95,7 % vs. 83,6 %

85 % vs. 74,3 %

95,7 % vs. 83,6 %

65,2 % vs. 59,6 %

 

Abkürzungen: 5-HT3-RA: 5-Hydroxytriptamin-3-Rezeptorantagonist, APR: Aprepitant, AUC: Area under the curve, Carbo: Carboplatin, CAS: Casopitant, CR: Complete Response, DEX: Dexamethason, FAPR: Fosaprepitant, GRN: Granisetron, IV: intravenös, k.A.: keine Angabe, MEC: moderat emetogene Chemotherapeutika, OND: Ondansetron, p.o.: per os, ROL: Rolapitant, *Gralla 2010 (Poster) , ** Hesketh 2015 (Poster)

5.5.3 Gering emetogene medikamentöse Tumortherapie

5.13 · Evidenzbasierte Empfehlung · geprüft 2025

gering emetogene - akute Phase:

Bei einer medikamentösen Tumortherapie mit einem Emesis-Risiko von 10 - 30 % kann die antiemetische Prophylaxe entfallen oder mit Dexamethason, 5-HT3-Rezeptorantagonist oder Metoclopramid erfolgen.

 

 

Empfehlungsgrad
0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
Evidenzlevel
5
Konsens
Starker Konsens
ÄnderungshinweisEmpfehlung getrennt
5.14 · Evidenzbasierte Empfehlung · geprüft 2025
gering emetogene - verzögerte Phase:

Bei einer Tumortherapie mit einem Emesis-Risiko von 10 - 30 % soll keine primäre antiemetische Prophylaxe an den Tagen 2 - 3 erfolgen.

 

Empfehlungsgrad
A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
Evidenzlevel
5
Konsens
Starker Konsens
ÄnderungshinweisEmpfehlung getrennt

Zur Prophylaxe von Übelkeit und Erbrechen bei gering emetogener Tumortherapie liegen keine Daten aussagekräftiger randomisierter Studien vor. Beobachtungsstudien legen nahe, dass es bei gering emetogener Chemotherapie häufig zur Übertherapie kommt. In einer italienischen Beobachtungsstudie wurden Patient*innen, die 5-Fluorouracil plus Folinsäure erhielten, hälftig jeweils mit einem 5-HT3-RA bzw. Placebo behandelt [296]. Die emetische Kontrolle war in beiden Patient*innengruppen vergleichbar. Die Empfehlungen sind analog den MASCC/ESMO- und den ASCO-Leitlinien [297] [258].

 

5.5.4 Minimal emetogene medikamentöse Tumortherapie

5.15 · Evidenzbasierte Empfehlung · geprüft 2025

minimal emetogene - akute Phase:

Bei einer medikamentösen Tumortherapie mit einem Emesis-Risiko < 10 % soll keine antiemetische Primär-Prophylaxe erfolgen.

Empfehlungsgrad
A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
Evidenzlevel
5
Konsens
Starker Konsens
ÄnderungshinweisEmpfehlung getrennt
5.16 · Evidenzbasierte Empfehlung · geprüft 2025
minimal emetogene - verzögerte Phase:

Bei einer medikamentösen Tumortherapie mit einem Emesis-Risiko < 10 % soll keine antiemetische Primär-Prophylaxe an den Tagen 2 - 3 erfolgen.

Empfehlungsgrad
A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
Evidenzlevel
5
Konsens
Starker Konsens
ÄnderungshinweisEmpfehlung getrennt

Bei minimalem Risiko wird in Analogie zu den MASCC/ESMO- und ASCO-Leitlinien in der Erstlinientherapie keine Prophylaxe empfohlen [297] [258]. Randomisierte Studien existieren in diesem Setting nicht. Beim Auftreten von Übelkeit und Erbrechen ist eine Prophylaxe ab dem nächsten Therapiekurs indiziert.

 

5.5.5 Mehrtageschemotherapie

5.17 · Evidenzbasierte Empfehlung · geprüft 2025

Bei einer Mehrtages-Chemotherapie mit PEB (Cisplatin, Etoposid und Bleomycin) sollte an den Tagen der Chemotherapie eine Prophylaxe mit einem 5-HT3-Rezeptorantagonist, einem NK1-Rezeptorantagonist und Dexamethason erfolgen.

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
1
Konsens
Starker Konsens
Literatur
[298] [299] [300]
Evidenztabellen (2)Albany 2012; Jordan_2009
5.18 · Evidenzbasierte Empfehlung · neu 2025

Bei einer Mehrtages-Chemotherapie sollte die tägliche antiemetische Prophylaxe jeweils an das emetische Risiko der medikamentösen Tumortherapie angepasst werden. Die antiemetische Prophylaxe sollte bis zwei Tage nach Beendigung der Chemotherapie fortgeführt werden.

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
1
Konsens
Starker Konsens
Literatur
[299] [298] [300]
Evidenztabellen (2)Albany 2012; Jordan_2009

Bei der Mehrtages-Chemotherapie liegen fast ausschließlich randomisierte Studiendaten zur Chemotherapie mit PEB (Cisplatin, Etoposid, Bleomycin) vor. Über optimale Dauer und Regime der antiemetischen Prophylaxe ist keine belastbare Aussage möglich, allerdings erscheint eine Fortführung der antiemetischen Prophylaxe bis zwei Tage nach der Chemotherapie sinnvoll. Bei mehrtägiger Cisplatintherapie empfehlen die MASCC/ESMO-Leitlinien bei Verwendung von Palonosetron, dieses nur an den Tagen 1, 3 und 5 zu geben, wie in der Einhorn-Studie erfolgt [301][258][302].

Maßgeblich für die Aufnahme des NK1-RA in die internationalen Leitlinien war die randomisierte Cross-over-Studie von Albany [298]. Patient*innen, die Aprepitant zusammen mit einem 5-HT3-RA und Dexamethason erhielten, wiesen eine signifikant höhere Rate des kompletten Ansprechens im Gesamtbeobachtungszeitraum auf als die Kontrollgruppe (42 % vs. 13 %, p < 0,001). Zu beachten ist, dass hier der NK1-RA erst an Tag 3 der Chemotherapie gestartet wurde. Dies entspricht nicht der Dosierungsempfehlung des Medikaments und der täglichen Praxis.

In einer weiteren einarmigen Studie erhielten die Patient*innen Aprepitant, analog zum Einsatz bei Eintagestherapien, am Tag 1 mit 125 mg und an den Tagen 2 bis 7 mit 80 mg zusätzlich zu einem 5-HT3-RA (Tag 1 - 5) und DEX (Tag 1 - 8) [300]. Die Rate des kompletten Ansprechens lag bei 41 % im ersten Zyklus und zwischen 45 und 56 % in den drei weiteren Zyklen.

Mittlerweile beschreibt eine Studie [303] den wirksamen Effekt von Olanzapin im Mehrtages-Setting bei großer Variation der Therapie-Protokolle und Patient*innenpopulationen.

5.5.6 Hochdosischemotherapie

5.19 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2025

Bei einer Hochdosischemotherapie sollte vor der Chemotherapie eine Prophylaxe mit einem 5-HT3-Rezeptorantagonisten, einem NK1-Rezeptorantagonisten und Dexamethason erfolgen.


 

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
1
Konsens
Starker Konsens
Literatur
[304] [305]
ÄnderungshinweisBei einer Hochdosischemotherapie mit Melphalan sollte vor der Chemotherapie eine Prophylaxe mit einem 5-HT3-RA, einem NK1-RA und Dexamethason erfolgen.
Evidenztabellen (1)Schmitt 2014
5.20 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2025

Bei einer Melphalan-Hochdosischemotherapie und der Mehrtagestherapie mit Cisplatin kann die zusätzliche Gabe von Olanzapin 5 mg zu einer Prophylaxe mit einem 5-HT3- Rezeptorantagonisten, einem NK1- Rezeptorantagonisten und Dexamethason erfolgen.

Empfehlungsgrad
0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
Evidenzlevel
1
Konsens
Starker Konsens
Literatur
[306] [307]
ÄnderungshinweisBei einer Hochdosischemotherapie mit Melphalan sollte vor der Chemotherapie eine Prophylaxe mit einem 5-HT3-RA, einem NK1-RA und Dexamethason erfolgen.
Evidenztabellen (1)Clemmons_2018
In einer randomisierten Studie bei Hochdosischemotherapie mit Melphalan (100 mg/m², Tag 1 - 2) erhielten die Patient*innen entweder ein aprepitanthaltiges Regime in Kombination mit Granisetron und Dexamethason oder nur Granisetron und Dexamethason [304]. Bei Patient*innen, die die 3-fach Antiemese erhielten, waren das Auftreten der Chemotherapie-induzierten Übelkeit und das Erbrechen in den ersten fünf Tagen im Vergleich zur Kontrollgruppe signifikant reduziert (58 % der Patient*innen der Aprepitant-Gruppe, Kontrollgruppe 41 %).

Bei anderen Hochdosiskonzepten sind die Chemotherapie-Protokolle in den Einzelstudien heterogen. Insgesamt war die antiemetische Dreifachkombination der Zweifachkombination in Bezug auf die Wirksamkeit überlegen. So lag in einer randomisierten Studie mit 179 Patient*innen, die entweder eine autologe oder allogene SZT erhielten, die absolute Differenz der „no emesis“-Rate bei 51 % zugunsten der 3-fach Antiemese (5-HT3-RA, Aprepitant und Dexamethason) im Vergleich zur Kontrollgruppe (5-HT3-RA und Dexamethason) [305].

Stellenwert von Olanzapin bei der Hochdosischemotherapie

In einer randomisiert-kontrollierten Studie mit 101 Patient*innen wurde die Complete Response – definiert als kein Erbrechen und minimale Übelkeit über 10 Tage – als primärer Studienendpunkt untersucht. Patient*innen der Interventionsgruppe (n = 51) erhielten zur Standardprophylaxe mit Fosaprepitant, Ondansetron und Dexamethason 10 mg Olanzapin, Patient*innen der Kontrollgruppe (n = 50) erhielten statt Olanzapin ein Placebo. In der Gesamtphase war die Complete Response bei Vierfachantiemese signifikant höher, (55 % vs. 26 %, p = 0,003). Interessanterweise ergab die Subgruppenanalyse, dass Patient*innen mit autologer Stammzelltransplantation (n = 44) von der Vierfachantiemese profitieren, Patient*innen mit allogener Stammzelltransplantation (n = 24) jedoch nicht (69,6 % vs. 45,5 %). Der emetogene Effekt der Chemotherapie/Strahlentherapie bei allogener Stammzelltransplantation scheint so ausgeprägt, dass selbst eine Vierfachantiemese nicht ausreichend wirksam ist [306].

Über optimale Dauer und Regime der antiemetischen Prophylaxe ist keine belastbare Aussage möglich, allerdings erscheint eine Fortführung der antiemetischen Prophylaxe bis zwei Tage nach der Chemotherapie sinnvoll.

5.5.7 Kontinuierliche orale Tumortherapie

Das emetogene Potential der oralen Tumortherapie ist auch hier für die Wahl der antiemetischen Prophylaxe maßgebend. Seit 2020 beschränken sich die Leitlinien-Panel der American Society for Clinical Oncology (ASCO) und des National Comprehensive Cancer Networks (NCCN) bei der Klassifizierung der oralen Tumortherapeutika auf zwei Risikoklassen: hoch/moderat und minimal/gering (Tabelle Emetogenes Potential medikamentöser Tumortherapie)

5.21 · Evidenzbasiertes Statement · modifiziert 2025

Es existiert keine standardisierte antiemetische Prophylaxe für eine kontinuierliche orale Tumortherapie. Die Entscheidung für oder gegen eine antiemetische Prophylaxe ist in Abhängigkeit von Therapie und individuellen Risikofaktoren zu treffen. Eine mögliche Vorgehensweise ist im Therapiealgorithmus bei oraler Tumortherapie (Abbildung Übersicht oraler Mehrtagestumortherapie) dargestellt.

Evidenzlevel
5
Konsens
Starker Konsens
ÄnderungshinweisEs existiert keine standardisierte antiemetische Prophylaxe für eine kontinuierliche orale Tumortherapie. Die Entscheidung für oder gegen eine antiemetische Prophylaxe ist in Abhängigkeit von Therapie (Tabelle 25) und individuellen Risikofaktoren zu treffen (Tabelle 26).
Übersicht oraler Mehrtagestumortherapie
Übersicht oraler Mehrtagestumortherapie

Zur antiemetischen Prophylaxe bei den kontinuierlichen oralen Tumortherapien existieren weder randomisierte Studien, noch Beobachtungsstudien. Eine Herausforderung stellt die Gabe dieser Medikamente meist über einen längeren Zeitraum dar. Pathophysiologisch besteht somit eine andauernde Phase der akuten und verzögerten Phase von Nausea und Übelkeit. Zudem ist eine kontinuierliche antiemetische Begleittherapie über Wochen oder Monate zu hinterfragen und führt zur Individualisierung der Antiemese.

Orale hoch/ moderat emetogene Tumortherapie

Typische Vertreter sind Bosutinib, Temozolomid oder Cyclophosphamid oral. Zur antiemetischen Prophylaxe wird eine Kombination aus 5-HT3-RA (Tag 1 - 7) und Dexamethason (Tag 1 - 3) empfohlen [253]. Wenn nach einem Auslassversuch ab Tag 8 der Prophylaxe Nausea und Emesis auftreten, wiederholt sich die Prophylaxe. Dabei müssen die Risiken einer Langzeittherapie mit Glukokortikoiden beachtet werden. Procarbazin, ein orales Tumortherapeutikum mit sehr hohem Emesis-Risiko, stellt eine Ausnahme dar. Hier ist eine Dreifachkombination aus 5-HT3-RA mit einem NK1-RA und Dexamethason sinnvoll.

Orale gering/ minimal emetogene Tumortherapie

In dieser Risikokategorie ist nur dann eine antiemetische Prophylaxe notwendig, wenn eine besondere Neigung zu Nausea und Emesis besteht – das Vorliegen eines einzelnen Risikofaktors, wie z.B. weibliches Geschlecht, ist eher nicht ausreichend. Wie bei der parenteralen Tumortherapie gilt: Sollten Symptome auftreten, ist selbstverständlich eine Rescue-Therapie notwendig und eine Prophylaxe ab dem nächsten Zyklus erforderlich.

 

5.5.8 Antizipatorische Übelkeit und Erbrechen

Antizipatorisches Erbrechen wird durch drei Faktoren ausgelöst: erstens durch klassische Konditionierung nach Übelkeit und Erbrechen bei vorhergehenden Therapien, zweitens als Folge patient*innenindividueller und therapiebezogener Faktoren und drittens durch Angst und negative Erwartungen [308].

5.22 · Konsensbasierte Empfehlung · modifiziert 2025

Antizipatorische Übelkeit und Erbrechen sind bei Auftreten nur schwer therapierbar. Deswegen soll eine empfohlene antiemetische Prophylaxe bereits vom ersten Therapiezyklus an erfolgen. (siehe Empfehlungen zur antiemetischen Prophylaxe)

Konsens
Starker Konsens
ÄnderungshinweisAntizipatorische Übelkeit und Erbrechen ist bei Auftreten nur schwer therapierbar. Deswegen soll eine antiemetische Prophylaxe bereits vom ersten Therapiezyklus an erfolgen.
5.23 · Konsensbasierte Empfehlung · geprüft 2025

Bei antizipatorischer Übelkeit und Erbrechen können angewendet werden:

  • Verhaltenstherapie, einschließlich Desensibilisierung und Hypnose
  • Benzodiazepine
Konsens
Starker Konsens
Ist es zur „erlernten“ Form des antizipatorischen Erbrechens gekommen, lassen sich die Symptome mit den klassischen Antiemetika kaum beherrschen. Daher steht das Vermeiden des Auftretens insbesondere durch eine gut abgestimmte Prophylaxe vom ersten Tag des ersten Zyklus der Chemotherapie oder der Bestrahlung im Vordergrund. Auch die Aufklärung vor Behandlungsbeginn mit Hinweis auf die Integration der Antiemese in den Therapieplan gehört zu den prophylaktischen Maßnahmen dieser Form der Nausea und Emesis. Therapeutisch stehen beim antizipatorischen Erbrechen primär psychologische Interventionen zur Diskussion. Hier seien die progressive Muskelrelaxation, die systemische Desensibilisierung, die Hypnose und die kognitive Distraktion [309] als Beispiele genannt. Ihre Umsetzung in die Praxis ist allerdings häufig nur begrenzt möglich [308]. Eine Behandlung mit niedrig dosierten Benzodiazepinen wird häufig in der Praxis eingesetzt [309].

Akupunktur oder Akupressur werden auch zur Prophylaxe von Übelkeit und Erbrechen unter medikamentöser Tumortherapie eingesetzt. Stimuliert wird der Perikard-Punkt (P6), entweder mit einer Akupunkturnadel oder einem Armband. In den publizierten Studien [310][311] wurde die Akupunktur in Kombination mit medikamentöser Prophylaxe eingesetzt. Darunter wurden einige positive Ergebnisse beschrieben, bisher aber keine statistisch signifikanten Verbesserungen bei Erwachsenen im Rahmen randomisierter Studien. Geringe unerwünschte Wirkungen sind in etwa 10 % der Fälle zu erwarten. Schwerwiegende Komplikationen wie Pneumothorax und Hepatitis treten sehr selten auf

5.5.9 Radiotherapie-induzierte Nausea und Emesis

Sowohl Prophylaxe und Therapie der Radiotherapie-induzierte Nausea und Emesis als auch Prophylaxe und Therapie der kombinierten Radiochemotherapie-induzierte Nausea und Emesis ist im Kapitel 11 hinterlegt.

5.6 Therapie der Tumortherapie-induzierten Nausea und Emesis

Kommt es trotz antiemetischer Prophylaxe nach der medikamentösen Tumortherapie zu Übelkeit und/oder Erbrechen ist zu überprüfen, ob die Patientin/ der Patient eine leitliniengerechte Antiemese erhalten hat. Die weitere therapeutische Herangehensweise ist hierbei unabhängig vom emetogenen Potential des Chemotherapeutikums.

5.24 · Konsensbasiertes Statement · geprüft 2025

Bei anhaltender Übelkeit und/ oder Erbrechen nach der Chemotherapie trotz optimaler Antiemese und sichergestellter Therapieadhärenz sind parallel zur medikamentösen Therapie andere Ursachen, wie z.B. emetogene Komedikation, intrakranieller Druck oder gastrointestinale Obstruktionen zu bedenken (siehe auch Tabelle Differenzialdiagnosen der Ursachen von Übelkeit und Erbrechen).

Konsens
Starker Konsens
5.25 · Evidenzbasierte Empfehlung · geprüft 2025
Bei unzureichend kontrollierter Übelkeit und/oder Erbrechen trotz antiemetischer Prophylaxe während eines Therapiezyklus sollte:
  1. keine Dosiserhöhung des 5-­HT3-Rezeptorantagonisten /NK1-Rezeptorantagonisten über die empfohlene Tagesdosis hinaus erfolgen. 
  2. keine zusätzliche Gabe eines Antiemetikums der gleichen Substanzklasse erfolgen.
  3. im Folgezyklus ein alternatives antiemetisches Schema angewandt werden.

 

 

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
2
Konsens
Starker Konsens
Literatur
[312] [313]
Evidenztabellen (1)Hesketh_2009
5.26 · Evidenzbasierte Empfehlung · geprüft 2025

Bei Übelkeit und/oder Erbrechen trotz optimaler Antiemese sollte Olanzapin (1 x 5 mg p.o.) als Rescue-Antiemese Metoclopramid vorgezogen werden. (OFF-LABEL)

Die sedierende Komponente ist zu beachten.

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
1
Konsens
Starker Konsens
Literatur
[314] [315] [316] [317]
Evidenztabellen (1)Chow_2021
5.27 · Konsensbasiertes Statement · modifiziert 2025
Nach Versagen der empfohlenen antiemetischen Prophylaxe stehen folgende Medikamente als Rescue-Antiemese zur Verfügung (z.B.):

Neuroleptika und andere Dopamin-Rezeptorantagonisten:
  • Metoclopramid
  • Haloperidol (OFF-LABEL)
  • Levomepromazin
  • Alizaprid

Benzodiazepine:

  • Lorazepam
  • Alprazolam

H1-Blocker:

  • Dimenhydrinat

Medizinische Cannabinoide
Konsens
Starker Konsens
ÄnderungshinweisBei Übelkeit und/oder Erbrechen trotz optimaler Antiemese sind folgende Medikamente als Rescue-Antiemese einsetzbar: Neuroleptika und andere Dopamin- Rezeptor- Antagonisten: Olanzapin, initial 1 x 5 mg p.o. (im Vgl. höchste Wirksamkeit, Off-Label-Use) Haloperidol, initial 1-3 x 1 mg p.o. Metoclopramid, 3 x 10 mg p.o. (Tageshöchstdosis 0,5 mg/kg KG bis maximal 30 mg) über 5 Tage Levomepromazin, initial 3 x 1-5 mg p.o. Alizaprid, initial 3 x 50 mg Benzodiazepine: Lorazepam, initial 1 x 1-2 mg p.o. Alprazolam, initial 1 x 0,25-1,0 mg p.o. H1-Blocker: Dimenhydrinat, initial 3 x 50-100 mg p.o. oder 1-2 x 150 mg rektal
Informationen zu den einzelnen Medikamenten sind im folgenden Abschnitt „Kapitel 5.7“ zu finden.
Für die Behandlung von Patient*innen mit rezidivierendem Erbrechen trotz leitliniengerechter Prophylaxe bei hoch emetogener Tumortherapie gibt es nur wenige randomisierte Studien (Ausnahme: Olanzapin) mit relativ kleinen Patient*innenzahlen [318].

Eine wiederholte Gabe der zuvor verabreichten Antiemetika zeigt keine überzeugende Effektivität. Auch die Anwendung einer anderen Substanz aus der Gruppe der 5-HT3-RA lindert die Beschwerden meist nicht. Bei Patient*innen, die eine Kombination aus einem 5-HT3-RA und einem Glukokortikoid erhalten haben, ist die zusätzliche Gabe eines NK1-RA empfehlenswert, wie die Ergebnisse einer Phase-II-Studie gezeigt haben [313].

Besonders hervorzuheben ist Olanzapin, ein atypisches Neuroleptikum als Rescue-Antiemetikum, welches im Vergleich zu Metoclopramid deutlich besser wirkt [314]. In einer Phase-III-Studie (n = 276) wurden Patient*innen mit hoch emetogener Chemotherapie nach Versagen der antiemetischen Prophylaxe (Fosaprepitant, Palonosetron und Dexamethason) randomisiert. Als Rescue-Antiemese erhielten die Patient*innen in einem Arm Metoclopramid für drei Tage und im anderen Arm Olanzapin für drei Tage. Kein Erbrechen oder Übelkeit traten bei 70 %/ 68 % in der Olanzapin-Gruppe auf und nur zu 31 %/ 23 % in der Metoclopramid-Gruppe auf. Diese überzeugenden Daten wurden in einem systematischen Review nochmals untermauert [317]. Es ist zu beachten, dass Olanzapin und Metoclopramid aufgrund ihres Interaktionspotentials nicht gleichzeitig gegeben werden.

5.7 Antiemetika

5.7.1 5-HT3-Rezeptorantagonisten (5-HT3-RA)


5-HT3-RA sind hoch wirksam in der Prophylaxe von akuter Übelkeit und Erbrechen unter medikamentöser Tumortherapie. Vier 5-HT3-RA sind in Deutschland, Österreich und der Schweiz in dieser Indikation verfügbar und mit den entsprechenden empfohlenen Dosierungen in Tabelle 5-HT3-Rezeptorantagonisten aufgeführt.

Bei Anwendung der 5-HT3-RA sind folgende Grundsätze zu beachten [258]:

  • die geringste wirksame Dosis ist ausreichend
  • die tägliche Einmalgabe ist ausreichend
  • eine orale Gabe ist der intravenösen Gabe unter Berücksichtigung der Bioverfügbarkeit ebenbürtig

Tabelle 20: 5-HT3-Rezeptorantagonisten

5-HT3-RA  empfohlene Dosis intravenös  empfohlene Dosis oral 
Granisetron*  1 mg  2 mg 
Ondansetron 8 mg 16 mg
Palonosetron 0,25 mg 0,5 mg
Tropisetron 5 mg 5 mg 
*auch als transdermales Pflaster mit 3,1 mg/ 24 h im Handel

In direkt vergleichenden Studien zwischen den 5-HT3-RA zeigte sich weitgehende Äquieffektivität bezüglich der Prophylaxe von akuter Übelkeit und Erbrechen bei hoch und moderat emetogener Tumortherapie. In der Prophylaxe des verzögerten Erbrechens ist ihr Stellenwert eher als gering einzuschätzen. Eine Ausnahme stellt Palonosetron dar, das auch in der verzögerten Phase wirksam ist. Dies konnte mit signifikantem Ergebnis in den Zulassungsstudien demonstriert werden, wobei der überwiegende Anteil der Patient*innen kein Glukokortikoid zur Prophylaxe erhielt [319][320]. In einer Phase-III-Studie wurde die Wirksamkeit von Palonosetron in der verzögerten Phase bei hoch emetogener und AC-basierter Chemotherapie untersucht [321]. Im Vergleich zu Granisetron konnte durch die Gabe von Palonosetron eine signifikant bessere Symptomkontrolle in der verzögerten Phase erzielt werden (verzögerte komplette Kontrolle: 73,3 % vs. 44,5 %; p = 0,0001).

Nebenwirkungen, die als Substanzklasseneffekte bei mehr als 5 % der Patient*innen in großen randomisierten Studien auftraten, sind Kopfschmerzen (10 - 20 %), Obstipation (10 - 20 %), Diarrhoe (5 - 15 %), Anorexie, Fatigue und Fieber. In den meisten Fällen lagen die Nebenwirkungen im Schweregrad 1 und 2. Unter der Therapie mit 5-HT3-RA kann es zu asymptomatischen und transienten EKG-Veränderungen mit Verlängerung der PR- und der QTc-Zeit sowie zur Verbreiterung des QRS-Komplexes kommen. Diese EKG-Veränderungen sind nicht für Palonosetron beschrieben [322].

5.7.2 Neuokinin1-Rezeptorantagonisten (NK1-RA)

NK1-RA sind besonders wirksam in der Prophylaxe von verzögerter Übelkeit und Erbrechen unter medikamentöser Tumortherapie. Die empfohlenen Dosierungen der in Europa zugelassenen NK1-RA sind folgender Tabelle zu entnehmen. Signifikante Wirksamkeitsunterschiede der NK1-RA sind nicht beschrieben.

Tabelle 21: NK1-Rezeptorantagonisten

NK1-RA

Applikation

empfohlene Dosis

Tag

Aprepitant

oral

125 mg

1

80 mg

2 - 3

Fosaprepitant

intravenös

150 mg

1

Fosnetupitant

intravenös

235 mg

1

Netupitant1+ Palonosetron (NEPA)

oral

300 mg + 0,5 mg

1

Fosnetupitant1+ Palonosetron

intravenös

235 mg + 0,25 mg

1

1 in fixer Kombination mit Palonosetron 0,5 mg (oral) bzw. 0,25 mg (iv)

NK1-RA sind in der Regel gut verträglich. Weil sie meist in Kombination mit 5-HT3-Rezeptorantagonisten und Dexamethason eingesetzt werden, sind medikamentenspezifische Nebenwirkungen nicht immer klar zuzuordnen. Nebenwirkungen, die bei mehr als 5 % der Patient*innen in großen randomisierten Studien auftraten, sind Fatigue (17 %) und Aufstoßen (14 %). Gelegentlich tritt Schluckauf auf (4,5 %), der allerdings auch unter der Gabe von Dexamethason beschrieben ist [323]. Unter der Therapie kann es zu einem asymptomatischen Anstieg von Leberenzymen kommen. Ein ähnliches Nebenwirkungsspektrum zeigt auch die fixe Kombination Netupitant/Palonosetron (NEPA) mit Kopfschmerzen (3,6 %), Obstipation (3,0 %) und Fatigue (1,2 %).

Alle in Europa zugelassenen NK1-RA sind moderate Cytochrom 3A4 (CYP3A4) Inhibitoren. Daher ist bei kombinierter Anwendung mit Dexamethason, welches ebenfalls über CYP3A4 metabolisiert wird, die Dosis von Dexamethason zu halbieren [324]. Diese Empfehlung trifft jedoch ausschließlich auf die 20 mg Dexamethason-Dosierung zu, nicht aber auf die 8 mg oder 12 mg Dexamethason-Gaben. Vermutete Interaktionen von Aprepitant (bisher existieren nur Daten zu Aprepitant) mit Zytostatika wie Docetaxel, Vincristin oder Etoposid konnten in Pharmakokinetik-Studien bislang nicht bestätigt werden [325][326].

5.7.3 Glukokortikoide

Glukokortikoide werden sowohl für die Prophylaxe der akuten als auch der verzögerten Form des Erbrechens eingesetzt [327][328][253]. Der Wirkmechanismus ist nach wie vor nicht vollständig geklärt [328]. Sowohl Dexamethason als auch Prednison oder Prednisolon können eingesetzt werden. Da in fast allen großen randomisierten Studien Dexamethason als Glukokortikoid verwendet wurde, gilt Dexamethason als Standard. In Tabelle Glukokortikoid - Dexamethason sind die empfohlenen Dosierungen aufgeführt. Ist ein Glukokortikoid in äquipotenter Dosis (8 mg Dexamethason ≈ 40 mg Prednison) Bestandteil des Chemotherapieprotokolls, ist kein weiteres Dexamethason zur Antiemese erforderlich.

Tabelle 22: Glukokortikoide - Dexamethason

Risikogruppe

Ziel

Applikation

Empfohlene Dosis2

Tag

hoch emetogen

akute Übelkeit und Erbrechen

oral oder intravenös

1 x 20 mg oder

1x 12 mg1

1

verzögerte Übelkeit und Erbrechen

oral oder intravenös

1x 8 mg

2 - 4

moderat emetogen

akute Übelkeit und Erbrechen

oral oder intravenös

1 x 8 mg

1

verzögerte Übelkeit und Erbrechen

oral oder intravenös

1 x 8 mg

2 - 3

gering emetogen

akute Übelkeit und Erbrechen

oral oder intravenös

1 x 4 - 8 mg

1

1 wenn in Kombination mit Aprepitant, Fosaprepitant oder (Fos)Netupitant/  Palonosetron

2 die Äquivalenzdosis von 8 mg Dexamethason sind 50 - 80 mg Prednison bzw. Prednisolon

 

Die Kombination aus einem Setron und einem Glukokortikoid ergibt einen Effektzugewinn von 10 - 30 % gegenüber der Setron-Monotherapie. Der Vorteil einer Kombinationstherapie wurde in zahlreichen Studien und Metaanalysen belegt [329][327].

Akute Nebenwirkungen der prophylaktischen Gabe von Dexamethason sind häufig. In einer prospektiven Studie mit Fokus auf die Nebenwirkungen wurden Schlafstörungen (45 %), Verdauungsbeschwerden (27 %), innere Unruhe (27 %), gesteigerter Appetit (19 %), Gewichtszunahme (16 %), Akne (15 %) und eine Gesichtsrötung beobachtet [330]. Als besonders unangenehme Nebenwirkung - wenn auch selten - ist der Glukokortikoid-induzierter Schluckauf beschrieben [331][332].

Bei Kombinationstherapien aus Checkpoint-Inhibitoren und emetogenen Chemotherapien wurde die glukokortikoidhaltige Prophylaxe aufgrund eines möglicherweise verminderten Tumortherapieansprechens diskutiert [253]. Die Leitlinien der ASCO empfehlen eine Glukokortikoidprophylaxe bei Checkpoint-Inhibitoren in Kombination mit emetogener Chemotherapie [258]. Bei einer Checkpoint-Inhibitoren Monotherapie ist eine Glukokortikoidgabe nicht notwendig, da diese Gruppe als minimal emetogen klassifiziert ist. Glukokortikoide sind nicht Bestandteil der antiemetischen Prophylaxe bei Konditionierungsregimen im Rahmen einer CAR-T-Zell Therapie [333].

„Dexamethason-sparende“-Konzepte

In einer Nicht-Unterlegenheitsstudie von Celio et al. wurde untersucht, inwiefern sich unterschiedliche Prophylaxeregime mit Dexamethason auf die „Complete Response“ bei Patient*innen mit hoch emetogener cisplatinhaltiger Chemotherapie auswirken [334]. In Tabelle Studiendesign, Behandlungs- und Dosierungsschemata werden die drei Studienarme beschrieben.

Tabelle 23: Studiendesign, Behandlungs- und Dosierungsschemata

Behandlungsarm

n = 228

Tag 1

Tag 2

Tag 3

Tag 4

DEX1

(n = 84)

NEPA + DEX

12 mg i.v.

 

 

 

DEX3

(n = 85)

NEPA + DEX

12 mg i.v.

DEX 4 mg

p.o. 1 x täglich

DEX 4 mg

p.o. 1 x täglich

 

DEX4

aktueller Standard

(n = 83)

NEPA + DEX

12 mg i.v.

DEX 4 mg

p.o. 2 x täglich

DEX 4 mg

p.o. 2 x täglich

DEX 4 mg

p.o. 2 x täglich

DEX - Dexamethason; i.v. - intravenös; NEPA - Netupitant-Palonosetron; p.o. - per os

Quelle: [334]

 

In den Studienarmen DEX1, DEX3 und DEX4 lag die Rate der Complete Response bei 69,1 %, 68,2 % und bei 68,7 %, damit konnte eine Nicht-Unterlegenheit der verschiedenen Dexamethason-Regime demonstriert werden. Allerdings gab es auch bezüglich der angegebenen Nebenwirkungen zwischen den Studienarmen keine signifikanten Unterschiede. Zu den Limitationen der Studie zählen die fehlende Verblindung und ein relatives Ungleichgewicht zwischen männlichen (60 - 70 %) und weiblichen Patienten (30 - 40 %) innerhalb der Studienarme.

Auch wenn diese eine Studie noch keine Änderung der Dexamthasondosierung in den Leitlinienempfehlungen zulässt, sind Dexamethason-sparende-Konzepte zukünftig anzustreben. Handlungsspielraum besteht z.B. bei der Gabe von Dexamethason bei hoch emetogener Chemotherapie in der verzögerten Phase, in der aktuell ein Appliaktionszeitraum von 2 - 4 Tagen angegeben wird (siehe [5.6]: hoch emetogene Chemotherapie).

5.7.4 Neuroleptika, Dopamin-Rezeptorantagonisten und weitere Reserve Antiemetika

Neuroleptika sind als Dopamin-Rezeptorantagonisten effektiv gegen Übelkeit und Erbrechen. Einzelne Substanzen wirken auch als Antagonisten an H1-Rezeptoren oder anticholinerg, sodass mehrere Mechanismen gegen Übelkeit und Erbrechen greifen. Es ist ratsam maximal ein Neuroleptikum gleichzeitig im Rahmen der antiemetischen Therapie einzusetzen. Eine Kombination mit Substanzen, die andere Rezeptoren als Dopaminrezeptoren ansprechen, ist möglich. Bei allen Neuroleptika sei auf mögliche kardiale Nebenwirkungen hingewiesen, weiter Nebenwirkungen sind in den einzelnen Abschnitten aufgeführt.

Tabelle 24: Übersicht: Reserve- Antiemetika

Arzneimittel

Dosis

Zulassung (nur bezügl. Übelkeit, Erbrechen)

Olanzapin

1 x 5 mg p.o.

nein

Haloperidol

1 - 3 mg pro Tag

1 - 2 mg i.m.

nein, aber Dosisempfehlung für postoperatives Erbrechen

Metoclopramid

3 x 10 mg p.o. oder i.v.

(Tageshöchstdosis 0,5 mg/kg KG bis maximal 30 mg) über 5 Tage

verzögerte Übelkeit und Erbrechen nach Chemo- oder Strahlentherapie

Levomepromazin

3 x 1 - 5 mg p.o.

nein

Lorazepam

1 x 1 - 2 mg p.o.

nein

Alprazolam

1 x 0,25 - 1,0 mg p.o.

nein

Dimenhydrinat

3 x 50 - 100 mg p.o.

1 - 2 x 150 mg rektal

62 - 186 mg i.v. (6,2 mg/ml)

100 – 300 mg i.m. (50 mg/ml)

(max. 5 mg/kg KG/Tag bzw. max. 400 mg/Tag)

Übelkeit und Erbrechen unterschiedlicher Genese, insbesondere Kinetosen

Dronabinol

5 - 20 mg p.o. vor der Chemotherapie

Folgetage: bis 6 x tgl. bis max. 40 mg Tagesdosis p.o.

Antiemetikum

Nabilon

1 - 2 x 1 – 2 mg p.o.

max. 6 mg Tagesdosis

Chemotherapie-bedingte Übelkeit und Erbrechen, BtM

Nabiximol

THC:CBD = 2,7 mg:2,5 mg

1 - 2 x tgl. Sprühstöße in den Mund

max. 12 /Tag

nein

 

5.7.4.1 Olanzapin

In den letzten Jahren gewann das atypische Neuroleptikum Olanzapin als antiemetische Medikation an Bedeutung. Zunächst konnte in einer Studie zur Rescue-Therapie mit Olanzapin vs. Metoclopramid eine deutliche Überlegenheit von Olanzapin gezeigt werden (siehe auch Kapitel 5.6, [314] . Die empfohlene Dosierung liegt bei 5 - 10 mg in einer täglichen Einmalgabe. Diese überzeugenden Daten wurden in einem systematischen Review nochmals untermauert [317]. Mittlerweile wird Olanzapin auch in der primären Prophylaxe bei hoch emetogener Tumortherapie in Kombination mit einem NK1-RA, 5-HT3-RA und Dexamethason empfohlen (siehe Kapitel 5.5.1).

Auch wenn extrapyramidale Nebenwirkungen bei Olanzapin aufgrund seiner Zugehörigkeit zu den „Atypika“ nur sehr selten beobachtet werden, besteht eine sedierende Wirkung, die nicht zu unterschätzen ist. Die abendliche Applikation ist zu bevorzugen. Olanzapin interagiert an multiplen Rezeptoren: dopaminerg (D1, D2, D3, D4), serotonergi (5-HT2A, 5-HT2C, 5-HT3, 5-HT6), adrenergi (á1), histaminergic (H1), und muscarinerg c (m1, m2, m3, m4), zudem ist eine Verlängerung der QTc-Zeit beschrieben.

Wird Olanzapin eingesetzt, so ist es ratsam ein Interaktionscheck durchzuführen und ggf. die Therapie anzupassen, wenn mehrere Arzneimittel mit anticholinerger oder serotonerger Wirkung sowie potentieller QT-Zeit-Verlängerung appliziert werden. Eine Kombination mit Metoclopramid ist zu vermeiden, um extrapyramidale Symptome und ein malignes Neuroleptika-Syndrom zu verhindern.

Olanzapin ist für Chemotherapie-induzierte Übelkeit und Erbrechen (CINV) nicht zugelassen.

5.7.4.2 Haloperidol

Haloperidol wirkt ganz überwiegend als Dopamin-Rezeptorantagonist gegen Übelkeit und Erbrechen [335]. Die Gabe von Haloperidol in niedrigen Dosierungen findet zur Rescue-Antiemese eine weite Verbreitung, da bei typischen Startdosierungen kaum eine relevante Sedierung auftritt. In höheren Dosierungen können sich neben einer Sedierung auch extrapyramidalmotorische Störungen finden. In der Fachinformation wurde seit 2017 die Indikation „Erbrechen“ für Haloperidol auf die i.v. Gabe bei postoperativem Erbrechen begrenzt.

5.7.4.3 Metoclopramid (MCP)

In niedrigen Dosierungen wirkt Metoclopramid über eine D2-Rezeptorblockade, in höheren Dosierungen tritt ein zusätzlicher 5-HT3-Rezeptorantagonismus auf [336]. Der Einsatz von MCP zur Prophylaxe von Übelkeit und Erbrechen bei gering emetogener Tumortherapie ist möglich. Es wird ebenfalls als Rescue-Antiemetikum eingesetzt, ist aber dem Olanzapin unterlegen. Nebenwirkungen sind Müdigkeit, Durchfall und innere Unruhe. Seltenere, aber belastende Nebenwirkungen sind extrapyrimidale Bewegungsstörungen und tardive Dyskinesie, die häufiger bei jungen Patient*innen beobachtet werden [337]. Seit 2014 empfiehlt die EMA die Anwendungsdauer und die Tageshöchstdosis von MCP aufgrund von potentiell schwerwiegenden Nebenwirkungen auf 0,5 mg/kg Körpergewicht mit maximal 30 mg (3 x 10 mg) pro Tag zu reduzieren (https://www.ema.europa.eu accessed 30.12.2014).

5.7.4.4 Levomepromazin

Levomepromazin wirkt über den kombinierten Antagonismus an Dopamin-, H1- und Acetylcholinrezeptoren. Über den H1-Antagonismus erklärt sich die oft erwünschte sedierende Wirkung. Levomepromazin spielt eine Rolle als Reserve-Antiemetikum.

5.7.4.5 Benzodiazepine

Benzodiazepine (z.B. Lorazepam, Diazepam) haben keine primäre antiemetische Wirkung. Allerdings sollte diese Substanzgruppe nicht unterschätzt werden, da sie durch ihre anxiolytische Wirkung und ihren sedierenden Effekt insbesondere beim antizipatorischen und beim unstillbaren Erbrechen sehr wirkungsvoll sein kann [258]. Studien mit Lorazepam haben eine hohe Patient*innenakzeptanz bewiesen. Da Lorazepam jedoch objektiv nur einen kleinen Beitrag zur antiemetischen Wirksamkeit leistet, wird die Verwendung als Mono-Antiemetikum nicht empfohlen. Eine randomisierte Doppelblindstudie zeigte, dass der bekannte angstlösende Effekt von Lorazepam unter Chemotherapie besonders wirksam wird, wenn es einer effektiven Antiemetika-Kombination beigefügt wird [308][309].

5.7.4.6 Cannabinoide

Aufgrund der potentiellen Nebenwirkungen wird in den MASCC/ESMO- und ASCO-Leitlinien der Einsatz von Cannabinoiden (z.B. Tetrahydrocannabinol (THC), initial 3 x 5 mg, maximale empfohlene Tagesdosis 50 mg) nur in Erwägung gezogen, wenn die Patient*innen eine Intoleranz gegenüber 5-HT3-RA, Glukokortikoiden und NK1-RA aufweisen [338][258].

In drei Übersichtsarbeiten wird der Einsatz der Cannabinoide bei Chemotherapie-induziertem Erbrechen untersucht [339][340]. Als Vergleich wurde überwiegend Placebo oder die vor der Einführung der 5-HT3-Antagonisten verfügbaren Antiemetika eingesetzt. Nur in einer Studie wurde Dronabinol gegenüber Ondansetron untersucht [341]. Beide Substanzen und die Kombination waren vergleichbar in Bezug auf die Kontrolle der Chemotherapie-induzierten Übelkeit und Erbrechen.

In einer verblindeten Phase-II-cross-over-Studie von Grimison et al. 2020 wurde ein Extrakt aus Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) bei Patient*innen mit therapierefraktärer Übelkeit und Erbrechen untersucht (n = 78) [342]. Patient*innen, bei denen trotz leitliniengerechter Antiemese Übelkeit und Erbrechen auftrat, erhielten zur Sekundärprophylaxe zusätzlich entweder den THC:CBD-Extrakt oder ein Placebo beim nächsten Chemotherapiezyklus. Die Standardantiemese wurde zusätzlich appliziert. Im nächsten Zyklus wurde die Studienmedikation im cross-over-Design getauscht. Als primärer Studienendpunkt wurde der Anteil an Patient*innen erfasst, die in den 0 – 120 Stunden nach Ende der Chemotherapie eine Complete Response hatten, definiert als kein Erbrechen und keine Rescue-Medikation. Die Complete Response lag bei THC:CBD zusätzlich bei 25 % in der Kontrollgruppe bei 14 % (Relatives Risiko: 1,77; 90 % Konfidenzintervall: 1,12 – 2,79, p = 0,041). Nebenwirkungen der Behandlung wie Sedierung, Schwindel und Desorientierung traten bei 31 % der Patient*innen auf, die THC:CBD erhielten (vs. 7 % der Placebo-Gruppe). Pathophysiologisch ist die Hinzunahme der Cannabinoide in der Sekundärprophylaxe und damit das Ansprechen einer weiteren Rezeptorklasse – die Cannabinoid-Rezeptoren CB1 und CB2 – rational. Zwar lag der Anteil an Patient*innen mit Complete Response in der Interventionsgruppe „nur“ etwa 10 % höher als in der Placebogruppe, dies ist jedoch als klinisch bedeutsam zu werten [343]. Betont sei auch die Verwendung als ergänzende Sekundärprophylaxe. Die verwendeten Kapseln mit THC:CBD sind in Deutschland nicht verfügbar.

Wenn Cannabinoide in der Rescue-Medikation eingesetzt werden, sind Dronabinol oder Nabilon mit den Indikationen Chemotherapie-bedingtes Erbrechen zugelassen. Für Dronabinol können verschiedene Darreichungsformen (Lösung zum Einnehmen oder Inhalieren, Kapseln) als Rezeptur hergestellt werden.

Seit 2017 können auch Cannabis-Blüten oder Cannabis-Extrakte verordnet werden (BtM). Neben den gut untersuchten Cannabinoiden THC und CBD enthalten die Blüten und Extrakte bis zu 120 verschiedene Phytocannabinoide. Während die Extrakte als ölige Lösung zur oralen Gabe vorliegen, müssen die Blüten über einen Verdampfer inhaliert werden, da die Phytocannabinoide erst bei 185 °C aktiviert werden. Die Zusammensetzung kann stark variieren.

Die Spannweite möglicher Nebenwirkungen reicht über Sedation und Euphorie bis zu Halluzination und Dysphorie. Informationen zu den verschiedenen Wirkweisen und typischen Nebenwirkungen von Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD) sind in der folgenden Tabelle dargestellt.

Tabelle 25: Gegenüberstellung der pharmakologischen und klinischen Eigenschaften von Tetrahydrocannabinol (THC) und Cannabidiol (CBD)


 

THC

CBD

CB1-Rezeptor

Aktivierung

Hemmung (Partial-Agonismus)

CB2-Rezeptor

Aktivierung

Hemmung (Partial-Agonismus)

klinische Wirkung

Analgesie

++ (CB1-Stumulation)

+

Anxiolyse

++

+

Schlafförderung

++

+

antikonvulsiv

(+)?

++

antiemetisch

++

+

Appetit

steigernd

hemmend

dermatologische Effekte

--

++

Entzündungshemmend

+

++

psychisches „high“

++ (CB1-Stimulation)

--

Blutdruck

Abfall

neutral

Herzfrequenz

Reflextachycardie

neutral

CB – Cannabinoid-Rezeptoren; Quelle: [344]

5.7.4.7 Ingwer

Die antiemetische Potenz von Ingwer beruht auf einem Antagonismus am 5-HT3-Rezeptor [345][346]. An dieser Stelle wird auf die S3-Leitlinie Komplementärmedizin verwiesen, die Ingwer als „kann-Option“ zusätzlich zur leitliniengerechten Antiemese bei Tumortherapie-induzierter Übelkeit/ Erbrechen empfiehlt. Wie auch in der S3-Leitlinie Komplementärmedizin erwähnt, finden sich standardisierte Drogen-Extrakt-Verhältnisse nur in einigen der klinischen Studien, nicht aber bei den auf dem Markt befindlichen Präparaten.

5.7.4.8 Akupunktur und Akupressur

Die Akupunktur ist ein Verfahren der traditionellen chinesischen Medizin (TCM), bei dem üblicherweise Nadeln in bestimmte Punkte an der Körperoberfläche gestochen werden, die entlang so genannter Meridiane angeordnet sind. Bei der Akupressur wird stumpfer Druck an definierten Stellen des Körpers ausgeübt. An dieser Stelle wird auf die S3-Leitlinie Komplementärmedizin (https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/komplementaermedizin/) verwiesen, die beide Verfahren als „kann-Option“ zusätzlich zur leitliniengerechten Antiemese bei Tumortherapie-induzierter Übelkeit/ Erbrechen empfiehlt.

5.8 Kommentar zu pädiatrischen Patient*innen - Tumortherapie-induzierte Nausea und Erbrechen

Derzeit existiert keine im deutschen Sprachraum gültige Leitlinie, die sich speziell mit dem Thema Tumortherapie-induzierte Nausea und Erbrechen bei Kindern und Jugendlichen beschäftigt.

Die iPOG Gruppe hat in internationalen Veröffentlichungen Guidelines zu unterschiedlichen Themen der Supportivtherapie bei pädiatrischen Patient*innen erstellt, die wir hier zur Unterstützung der klinischen Arbeit für Interessierte aufführen.

Tabelle 26: Internationalen Veröffentlichungen Guidelines zu unterschiedlichen Themen der Supportivtherapie bei pädiatrischen Patient*innen

Autor*in

Titel

Patel P et al. 2021

[347]

Prevention and treatment of anticipatory chemotherapy-induced nausea and vomiting in pediatric cancer patients and hematopoietic stem cell recipients: Clinical practice guideline update.

Patel P et al. 2017

[348]

Guideline for the prevention of acute chemotherapy-induced nausea and vomiting in pediatric cancer patients: A focused update.

Patel P et al. 2019

[349]

Safety of clinical practice guideline-recommended antiemetic agents for the prevention of acute chemotherapy-induced nausea and vomiting in pediatric patients: a systematic review and meta-analysis.

Dupuis LL et al. 2011

[350]

Guideline for the classification of the acute emetogenic potential of antineoplastic medication in pediatric cancer patients

Nava T et al. 2020

[351]

Supportive care during pediatric hematopoietic stem cell transplantation: beyond infectious diseases. A report from workshops on supportive care of the Pediatric Diseases Working Party (PDWP) of the European Society for Blood and Marrow Transplantation (EBMT).

 

Evidenztabellen

Aapro 2014

Referenz

(Autor, Jahr, Journal)

Studientyp

Mono- vs. Multizentrisch, Verblindung, Randomisierung, Arme, Fallzahl n, Land, Zeitraum

Patienten-merkmale

Indikation, Alter, Geschlecht (m/w), CTX

Intervention

Fallzahl n, Beschreibung der präventiven Maßnahme

Kontrolle

Fallzahl n, Beschreibung der präventiven Maßnahme in der Kontroll-gruppe

Zielgröße

Primary Endpoint

Secondary Endpoint

(ggf. auch AEs, Overall survival, Progression-free survival)

Angaben jeweils für Intervention vs. Kontrolle

Finanzierung

Evidenzstufe (CEBM levels/ SIGN)

Bei Abwertung: Angabe von Gründen

Aapro1, 2014

Annals of Oncology

phase III, multicenter, randomized, double-blind, double-dummy, parallel group study

two arms

N=1449

 177 enrolling sites in 15 countries

April 2011 -November 2012

Cancer

≥18 yrs.

m/f

 

N=724

Day 1:
NEPA (netu 300 mg + palo 0.50 mg), dexa (12 mg)

N=725

Day 1:
palo (0.50 mg), dexa (20 mg)

Primary endpoint:

complete response (CR: no emesis, no rescue medication) during the delayed (25–120 h) phase in cycle 1

secondary endpoint:

CR during the acute (0–24 h) and overall (0–120 h) phases; complete protection (CR + no significant nausea), no emesis and no significant nausea (VAS score of <25 mm) during the acute, delayed and overall phases

CR:
delayed (25-120h):

76.9% vs. 69.5%

P = 0.001

CR:
overall (0-120h):

74.3% vs. 66.6%

P=0.001

CR:
acute (0-24h):

88.4% vs. 85.0%

P=0.047

No emesis:
overall:

79.8% vs. 72.1%

P<0.001

No emesis:
acute:

90.9% vs. 87.3%

P=0.025

No emesis:
delayed:

81.8% vs. 75.6%

P=0.004

No significant nausea:
overall:

74.6% vs. 69.1%

P=0.020

No significant nausea:
acute:

87.3% vs. 87.9%

P=0.747

No significant nausea:
delayed:

76.9% vs. 71.3%

P= 0.014

Complete protection:
overall:

63.8% vs. 57.9%

P=0.020

Complete protection:
acute:

82.3% vs. 81.1%

P= 0.528

Complete protection:
delayed:

67.3% vs. 60.3%

P=0.005

Conclusion of the authors:

NEPA plus a single dose of DEX was superior to PALO plus DEX in preventing CINV following moderately emetogenic chemotherapy in acute, delayed and overall phases of observation. As a fixed-dose antiemetic drug combination, NEPA along with a single dose of DEX on day 1 offers guideline-based prophylaxis with a convenient, single-day treatment.

Helsinn Healthcare, SA

1a/1+

 

Hesketh 2003

Referenz

(Autor, Jahr, Journal)

Studientyp

Mono- vs. Multizentrisch, Verblindung, Randomisierung, Arme, Fallzahl n, Land, Zeitraum

Patienten-merkmale

Indikation, Alter, Geschlecht (m/w), CTX

Intervention

Fallzahl n, Beschreibung der präventiven Maßnahme

Kontrolle

Fallzahl n, Beschreibung der präventiven Maßnahme in der Kontroll-gruppe

Zielgröße

Primary Endpoint

Secondary Endpoint

(ggf. auch AEs, Overall survival, Progression-free survival)

Angaben jeweils für Intervention vs. Kontrolle

Finanzierung

Evidenzstufe (CEBM levels/ SIGN)

Bei Abwertung: Angabe von Gründen

Hesketh,

2003

Journal of Clinical Oncology

randomized, double-blind, parallel-group, placebo-controlled trial

two arms

N= 520

56 centers (15 in the United States and 41 in 14 other countries)

Cancer

≥18 yrs.

m/f

cisplatin > 70 mg/m2

N= 260

Day 1:
APR (125 mg PO), onda (32 mg i.v.), dexa (12 mg PO)

Days 2-3: APR (80 mg PO),  dexa (8 mg PO)

Day 4:
dexa (8 mg PO)

N= 260

Day 1:
onda (32 mg i.v.), dexa (20 mg PO), placebo

Days 2-4: dexa (16 mg PO), placebo

Primary endpoint:

Complete response (no emesis and no rescue therapy) on days 1 to 5 post cisplatin analyzed by a modified intent-to-treat approach

Secondary endpoints:

no emesis, no use of rescue therapy, complete protection (no emesis, no rescue therapy, and no significant nausea [VAS score,<25 mm]), total control (no emesis, no rescue therapy, and no nausea [VAS score, <5 mm]), the impact of CINV on daily life (as measured by a FLIE total score  108), no nausea (VAS score,< 5 mm); and no significant nausea (VAS score,<25 mm)

CR:
overall (0-120h):

72.7% vs. 52.3%;

 P<0 .001

CR:
acute (0-24h):

89.2% vs.78.1%;

P<0.001

CR:
delayed (25-120h):

75.4% vs. 55.8%;

 P<0.001

No emesis:
overall:

77.7% vs. 55.0%

P<0.01

No emesis:
acute:

90.0% vs. 79.3%

P<0.01

No emesis:
delayed:

80.8% vs. 58.8%

P<0.01

No rescue:
overall:

80.8% vs. 70.8%

P<0.01

No rescue:
acute:

94.2% vs. 88.8%

P<0.05

No rescue:
delayed:

81.% vs. 73.5%

P<0.05

CP:
overall:

63.4% vs. 49.2%

P<0.01

CP:
acute:

84.8% vs. 74.6%

P<0.01

CP:
delayed:

66.4% vs. 51.5%

P<0.01

Total control:
overall:

45.5% vs. 40.0%

Total control:
acute:

70.7% vs. 64.2%

Total control:
delayed:

49.0% vs. 42.7%

No nausea:
overall:

47.5% vs. 44.2%

No nausea:
acute:

72.3% vs. 69.1%

No nausea:
delayed:

51.0% vs. 47.7%

No significant nausea:
overall:

73.2% vs. 66.0%

No significant nausea:
acute:

90.6% vs. 86.5%

No significant nausea:
delayed:

75.3% vs. 68.5%

Conclusion of the author:

Compared with standard dual therapy, addition of aprepitant was generally well tolerated and provided consistently superior protection against CINV in patients receiving highly emetogenic cisplatin-based chemotherapy.

Merck Research Laboratories, White-house Station, NJ

1a/1*

 

Poli-Bigelli 2003

Referenz

(Autor, Jahr, Journal)

Studientyp

Mono- vs. Multizentrisch, Verblindung, Randomisierung, Arme, Fallzahl n, Land, Zeitraum

Patientenmerkmale

Indikation, Alter, Geschlecht (m/w), CTX

Intervention

Fallzahl n, Beschreibung der präventiven Maßnahme

Kontrolle

Fallzahl n, Beschreibung der präventiven Maßnahme in der Kontrollgruppe

Zielgröße

Primary Endpoint

Secondary Endpoint

(ggf. auch AEs, Overall survival, Progression-free survival)

Angaben jeweils für Intervention vs. Kontrolle

Finanzierung

Evidenzstufe (CEBM levels/ SIGN)

Bei Abwertung: Angabe von Gründen

Poli-Bigelli,

2003

Cancer

multicenter, randomized, double-blind, placebo-controlled, parallel-groups, Phase III study

two arms

N=523

18 centers in a total of 8 Latin American countries (Argentina, Brazil, Chile, Colombia, Guatemala, Mexico, Peru, and Venezuela)

Cancer

≥18 yrs.
range: 18-82 yrs.

m/f

cisplatin

N=260

Day 1:
APR (125 mg PO),  onda (32 mg PO),  dexa (12 mg PO)

Days 2-3:
APR (80 mg PO),  dexa (8 mg PO)

Day 4:
dexa (8 mg PO)

N=263

Day 1:
Onda (32 mg i.v.), dexa (20 mg PO)

Days 2-4:
dexa (16 mg PO)

Primary endpoint:

proportion of patients who achieved a complete response (defined as no emetic episodes and no use of rescue therapy) in the overall study period (Days 1–5).

Secondary endpoints:

no emesis, no use of rescue therapy,  complete protection (no emesis, no rescue therapy, and no significant nausea [VAS score<25 mm]), total control (no emesis, no rescue therapy, and no nausea [VAS score < 5 mm]), the impact of CINV on daily life (as measured by a FLIE total score 108),  no significant nausea (VAS score <25 mm), and no nausea (VAS score <5mm)

CR:
overall (0-120h):

62.7% vs. 43.3%

 P<0.001

CR:
acute (0-24h):

82.8% vs. 68.4%;

P<0.001

CR:
delayed (25-120h):

67.7% vs. 46.8%;

 P<0.001

No emesis:
overall:

66% vs. 44%

P<0.01

No emesis:
acute:

84% vs. 69%

P<0.01

No emesis:
delayed:

72% vs. 48%

P<0.01

No rescue:
overall:

82% vs. 73%

P<0.01

No rescue:
acute:

96% vs. 90%

P<0.01

No rescue:
delayed:

83% vs. 74%

P<0.01

CP:
overall:

56% vs. 41%

P<0.01

CP:
acute:

80% vs. 65%

P<0.01

CP:
delayed:

61% vs. 44%

P<0.01

Total control:
overall:

44% vs. 32%

P<0.01

Total control:
acute:

64% vs. 57%

P<0.01

Total control:
delayed:

50% vs. 34%

P<0.01

No nausea:
overall:

49% vs. 39%

P<0.05

No nausea:
delayed:

53% vs. 40%

P<0.01

No significant nausea:
overall:

71% vs. 64%

No significant nausea:
delayed:

73% vs. 65%

Conclusion of the authors:

In patients receiving high-dose cisplatin-based chemotherapy, therapy consisting of APR (125 mg on Day 1 and 80 mg on Days 2–3) plus a standard regimen of ondansetron and dexamethasone provided superior antiemetic protection compared with standard therapy alone and was generally well tolerated.

Merck Research Laboratories

Ia/I+

Randomized: N=569

 

Schmoll 2006

Referenz

(Autor, Jahr, Journal)

Studientyp

Mono- vs. Multizentrisch, Verblindung, Randomisierung, Arme, Fallzahl n, Land, Zeitraum

Patientenmerkmale

Indikation, Alter, Geschlecht (m/w), CTX

Intervention

Fallzahl n, Beschreibung der präventiven Maßnahme

Kontrolle

Fallzahl n, Beschreibung der präventiven Maßnahme in der Kontrollgruppe

Zielgröße

Primary Endpoint

Secondary Endpoint

(ggf. auch AEs, Overall survival, Progression-free survival)

Angaben jeweils für Intervention vs. Kontrolle

Finanzierung

Evidenzstufe (CEBM levels/ SIGN)

Bei Abwertung: Angabe von Gründen

Schmoll,

2006

Annals of Oncology

randomized, double-blind, parallel-group trial with sponsor blinding

two arms

N=484 (489 randomized)

56 investigator sites in Europe, North America, South America and Korea

 

Cancer

≥18 yrs.
range: 20-82 yrs.

m/f

cisplatin ≥70 mg/m2

N=243

Day 1:
APR (125 mg PO), onda (32 mg i.v.), dexa (12 mg PO)

Days 2-3:
APR (80 mg PO), dexa (8 mg PO)

Day 4:
dexa (8 mg PO)

N=241

Day 1:
Placebo, onda (32 mg i.v.), dexa (20 mg PO)

Days 2-3:
placebo

Days 2-4: onda (16 mg PO), dexa (16 mg PO)

Primary endpoint:

complete response (no vomiting and no use of rescue therapy) in the overall phase (days 1–5 post-cisplatin)

secondary endpoints:

proportion of patients with (a) complete response in the delayed phase (days 2–5 post-cisplatin), (b) no vomiting in the overall phase and (c) no vomiting in the delayed phase

 

CR:
overall 80-120h):

72% vs. 61%;

OR: 1.80 (95% CI 1.21–2.66)

P=0.003

CR:
delayed (25-120h):

74% vs. 63%;

OR:1.78 (95% CI 1.20–2.65)

 P=0.004

No emesis:
overall:

77% vs. 62%,

OR:2.14 (95% CI 1.43–3.22)

P=0.001

No emesis:
delayed:

79% vs. 64%,

OR:2.24 (95% CI 1.48–3.40)

P=0.001

Conclusion of the authors:

Compared with an antiemetic regimen in which ondansetron + dexamethasone were given for 4 days, The aprepitant regimen was superior in the acute, delayed and overall phases of chemotherapy-induced nausea and vomiting. The aprepitant regimen should be considered a new standard of antiemetic therapy for cisplatin-treated patients.

 

Merck & Co., Inc.

1a/1+

 

Warr 2005

Referenz

(Autor, Jahr, Journal)

Studientyp

Mono- vs. Multizentrisch, Verblindung, Randomisierung, Arme, Fallzahl n, Land, Zeitraum

Patientenmerkmale

Indikation, Alter, Geschlecht (m/w), CTX

Intervention

Fallzahl n, Beschreibung der präventiven Maßnahme

Kontrolle

Fallzahl n, Beschreibung der präventiven Maßnahme in der Kontrollgruppe

Zielgröße

Primary Endpoint

Secondary Endpoint

(ggf. auch AEs, Overall survival, Progression-free survival)

Angaben jeweils für Intervention vs. Kontrolle

Finanzierung

Evidenzstufe (CEBM levels/ SIGN)

Bei Abwertung: Angabe von Gründen

Warr,

2005

Journal of Clinical Oncology

prospective, double-blind, double-dummy, parallel-group study

Two arms

N=857

95 centers in the United States,

Germany, Austria, Canada, Hong Kong, Hungary, Spain, United Kingdom, Italy, Australia, and Greece

Breast cancer

≥18 yrs.

f/ 2 male patients

Cyclophosphamide ± doxorubicin or epirubicin

N=433

Day 1:
APR (125 mg  PO), onda (16 mg PO), dexa (12 mg PO)

Days 2-3:
APR (80 mg PO)

N=424

Day 1:
onda (16 mg PO), dexa (20 mg PO)

Days 2-3: onda (16 mg PO)

Primary endpoint:

proportion of patients with complete response, defined as no vomiting and no use of rescue therapy, during 120 hours after initiation of chemo-therapy in cycle 1

Secondary endpoint:

proportion of patients with minimal or no impact on daily life according to the FLIE questionnaire during the first cycle of chemo-therapy.

CR:
overall (0-120h):

50.8% vs.

42.5%;

P <0 .015

Minimal or no impact of CINV on daily life:

63.5% v 55.6%;

P<0.019

Conclusion of the author:

The aprepitant regimen was more effective than the control regimen for prevention of CINV in patients receiving both an anthracycline and cyclophosphamide.

Merck & Co Inc.

1a/1+

 

Zhou_2020

Referenz

(Autor, Jahr, Journal)

Studientyp

Mono- vs. Multizentrisch, Verblindung, Randomisierung, Arme, Fallzahl n, Land, Zeitraum

 

Patienten-merkmale

Indikation, Alter, Geschlecht (m/w)

Intervention

Fallzahl n, Beschreibung der präventiven bzw. therapeutischen Maßnahme

Kontrolle

Fallzahl n, Beschreibung der präventiven Maßnahme bzw. therapeutischen Maßnahme

Zielgrößen

Primärer Endpunkt

Sekundäre(r) Endpunkt(e)

Primärer Endpunkt

Angaben für Intervention vs. Kontrolle

Sekundäre(r) Endpunkt(e)

Angaben für Intervention vs. Kontrolle

Finanzierung

Evidenzstufe

Bei Abwertung: Angabe von Gründen

Bewertung des Autors

Zhou

 

2020

 

ESMO Open

 

Zhao et al. 2018

He et al. 2018

Guo et al. 2018

Tian et al. 2017

Liu et al. 2017

Sandip et al. 2017

Wang et al. 2016

Meng et al. 2016

Li et al. 2015

Chen et al. 2015

Tian et al. 2009

 

systematic review and meta-analysis

 

18 RCT

 

N = 1107

 

2009 to 2018

cancer patients who had received high and moderately emetogenic chemotherapy

 

Exclusion criteria were: (1) patients with no solid

tumours; (2) use of other antiemetic drugs (ie, NK-1 RA);

N = 561

 

Olanzapine combined with 5-HT3RA plus dexamethasone

 

six studies used

10 mg oral once a day, and four studies used 5 mg

oral once a day; Meng et al. used 2.5 mg oral twice a day

N = 546

 

dexamethasone plus 5-HT3RA

primary endpoint:

the percentage delay of CINV; secondary endpoint: AEs (dizziness, constipation, somnolence,

anorexia, fatigue, insomnia, thirst)

 

CINV III:

nausea and vomiting 3–5 times daily,

affects eating, needed to treat

 

CINV IV:

Uncontrollable nausea and vomiting, more than five times

Olanzapine-group: significantly lower rate of delayed CINV (RR 0.50, 95% CI 0.38 to 0.66; p<0.01)

 

 

olanzapine group: CINV III (RR

0.27, 95% CI 0.14 to 0.52; p<0.01) and CINV IV (RR 0.16, 95% CI 0.04 to 0.60; p<0.01)

 

Subgroup analysis: no statistical difference between 5 mg and 10 mg olanzapine for delayed CINV.

Dizziness:

RR 1.14, 95% CI 0.66 to 1.98; p=0.65

 

Constipation:

RR 1.13, 95% CI 0.87 to 1.46; p=0.35

 

Somnolence:

RR 1.73, 95% CI 0.13 to 23.60; p=0.68

 

Anorexia:

RR 1.20, 95% CI 0.63 to 2.77; p=0.58

 

Fatigue:

RR 0.94, 95% CI 0.61 to 1.43; p=0.76

 

Insomnia:

RR 0.12, 95% CI 0.06 to 0.26; p<0.01

 

Thirst:

RR 1.24, 95% CI 0.65 to 2.12; p=0.60

This work was supported by the National Natural Science Foundation of China (Grant No. 81660512), Science and Technology Planning Project of Guizhou Province (Grant No. QKHCG 2019-4440), the Research Programs of Science and Technology Commission Foundation of Zunyi City (Grant No. HZ2019-11, HZ2019-07), and the Research Programs of Health Commission Foundation of Guizhou Province (Grant No. gzwjkj2019-1-073, gzwjkj2019-1-172). This research was presented orally in the fifth edition of the ESMO Asia Congress [38] (Singapore, 22 Nov 2019).

1

excluded studies are not listed
no protocol
studies with NK1RA were excluded
Except for one all studies were from China.
selected studies
selection bias - 10/11 high risk of bias -allocation concealment
Performance bias - 9/11 unclear blinding participants and personnell
detection bias - 8/11 unclear outcome assessment

Competing interests: none declared

Olanzapine significantly decreased the occurrence of CINV III and IV and insomnia in high and moderately emetogenic chemotherapy. Compared with 10 mg per day, 5 mg oral olanzapine may be more appropriate for patients with cancer.

Note: moderate

selected studies

selection bias - 10/11 high risk of bias: allocation concealment

performance bias -

9/11 unclear blinding (participants and personnell)

detection bias - 8/11 unclear outcome assessemt

competing interests: none declared

 

Chow_2022

Referenz

(Autor, Jahr, Journal)

Studientyp

Mono- vs. Multizentrisch, Verblindung, Randomisierung, Arme, Fallzahl n, Land, Zeitraum

 

Patienten-merkmale

Indikation, Alter, Geschlecht (m/w)

Intervention

Fallzahl n, Beschreibung der präventiven bzw. therapeutischen Maßnahme

Kontrolle

Fallzahl n, Beschreibung der präventiven Maßnahme bzw. therapeutischen Maßnahme

Zielgrößen

Primärer Endpunkt

Sekundäre(r) Endpunkt(e)

Primärer Endpunkt

Angaben für Intervention vs. Kontrolle

Sekundäre(r) Endpunkt(e)

Angaben für Intervention vs. Kontrolle

Finanzierung

Evidenzstufe

Bei Abwertung: Angabe von Gründen

Bewertung des Autors

Chow

 

2022

 

Supportive Care in Cancer

 

Tan et al. 2009

Navari et al.2011

Shumway et al.2015

Navari et al. 2016

Navari et al.2016 Engl J Med

Mukesh et al.2017

Mukhopadhyay et al.2017

Sapkota et al.2017

Celio et al.2019

Dulal et al.2019

Jeon et al.2019

Rumyantsev 2019

Saldanha et al.2019

Tienchaiananda 2019

Hashimoto et al.2020

Ithimakin et al.2020

Vimolchalao et al.2020

Yeo et al.2020

network meta-analysis

 

18 RCTs

 

through April 23, 2020

HEC and MEC pts

olanzapine for the prophylaxis of chemotherapy-induced nausea and vomiting

 

5 mg olanzapine

 

10 mg olanzapine

complete response (no nausea and no vomiting) in the acute phase (0–24 h post-chemotherapy)

 

complete response (no nausea and no vomiting) in the overall phase (0–120 h post-chemotherapy)

acute phase:

 

CR: not statistically different, between 5 and 10 mg doses of olanzapine — RR 0.97, 95% CI, 0.83–1.13

 

overall phase:

 

5 mg olanzapine is

similarly as efficacious as 10 mg olanzapine — RR 0.95,

95% CI, 0.56–1.60

The authors declare no competing interests.

1

limited to the number of published
head-to-head trials

 

"In conclusion, 5 mg olanzapine prophylactic regimens may be as efficacious as 10 mg olanzapine regimens. Our analyses support individual published trials and supports rationale for future trials to compare 5 mg to 10 mg olanzapine regimens in head-to-head comparisons."

 

Navari_2016

Referenz

(Autor, Jahr, Journal)

Studientyp

Mono- vs. Multizentrisch, Verblindung, Randomisierung, Arme, Fallzahl n, Land, Zeitraum

 

Patienten-merkmale

Indikation, Alter, Geschlecht (m/w)

Intervention

Fallzahl n, Beschreibung der präventiven bzw. therapeutischen Maßnahme

Kontrolle

Fallzahl n, Beschreibung der präventiven Maßnahme bzw. therapeutischen Maßnahme

Zielgrößen

Primärer Endpunkt

Sekundäre(r) Endpunkt(e)

Primärer Endpunkt

Angaben für Intervention vs. Kontrolle

Sekundäre(r) Endpunkt(e)

Angaben für Intervention vs. Kontrolle

Finanzierung

Evidenzstufe

Bei Abwertung: Angabe von Gründen

Bewertung des Autors

Navari

 

2016

 

N Engl J Med

a randomized, double-blind, phase 3 trial

 

2 arms

 

n = 380

 

USA

patients receiving highly emetogenic chemotherapy (cisplatin ≥70 mg/m2 or doxorubicin 60 mg/m2 + cyclophosphamide 600 mg/m2)

 

 

age, median (range): 57,0 y (28.0–89.0)

 

 

sex:

female: 275 (72.4%)

male: 105 (27.6%)

N = 192

 

day 1: palonosetron i.v. 0.25 mg, granisetron i.v. 1 mg or p.o. 2 mg, or ondansetron i.v. or p.o. 8 mg

 +

dexamethasone 12 mg p.o. d 1 and 8 mg p.o. d 2- 4

+

NK1-receptor antagonist (fosaprepitant 150 mg on day 1 or oral aprepitant 125 mg on day 1, and 80 mg on days 2 and 3

 +

olanzapine 10 mg p.o. d 1-4

N = 188

 

day 1: palonosetron i.v. 0.25 mg, granisetron i.v. 1 mg or p.o. 2 mg, or ondansetron i.v. or p.o. 8 mg

 +

dexamethasone 12 mg p.o. d 1 and 8 mg p.o. d 2- 4

+

NK1-receptor antagonist (fosaprepitant 150 mg on day 1 or oral aprepitant 125 mg on day 1, and 80 mg on days 2 and 3

 +

placebo

primary endpoint:

 

no nausea 0-24h

 

no nausea 25-120h

 

no nausea 0-120h

 

secondary endpoints:

 

complete response (no emetic episodes and no use of

rescue medication)

0-24h

25-120h

0-120h

Olanzapine (N = 192) vs.

Placebo (N = 188)

 

no nausea

 

0-24h

135/183 (73.8%) vs. 82/181 (45.3%)

(P = 0.002)

 

25-120h

75/177 (42.4%) vs. 45/177 (25.4%)

(P = 0.002)

 

0-120h

66/177 (37.3%) vs. 39/178 (21.9%)

(P = 0.002)

Olanzapine (N = 192) vs.

Placebo (N = 188)

 

complete response

 

0-24h

86% vs. 65% (P<0.001)

 

25-120h

67% vs. 52% (P = 0.007)

 

0-120h

64% vs. 41% (P<0.001)

Supported by grants from the National Cancer Institute (UG1CA189823, U10CA180790, UG1CA189830, UG1CA189825, UG1CA189956, CA035269, and 5UG1CA189819).

2

unclear radomisation details
nausea according to a visual-analogue scale

 

Olanzapine, as compared with placebo, significantly improved nausea prevention, as well as the complete-response rate, among previously untreated patients who were receiving highly emetogenic chemotherapy. (Funded by the National Cancer Institute; ClinicalTrials.gov number, NCT02116530.)

note: 2 +

unclear radomisation details

 

Hesketh 2012

Referenz

(Autor, Jahr, Journal)

Studientyp

Mono- vs. Multizentrisch, Verblindung, Randomisierung, Arme, Fallzahl n, Land, Zeitraum

Patientenmerkmale

Indikation, Alter, Geschlecht (m/w), CTX

Intervention

Fallzahl n, Beschreibung der präventiven Maßnahme

Kontrolle

Fallzahl n, Beschreibung der präventiven Maßnahme in der Kontroll-gruppe

Zielgröße

Primary Endpoint

Secondary Endpoint

(ggf. auch AEs, Overall survival, Progression-free survival)

Angaben jeweils für Intervention vs. Kontrolle

Finanzierung

Evidenzstufe (CEBM levels/ SIGN)

Bei Abwertung: Angabe von Gründen

Hesketh, 2012

Support Care Cancer

 

multicenter, randomized, double-blind, active-controlled, two arm, parallel group study

two arms

N=707

89 centers (hospitals or outpatient clinics) in 11 countries

colon cancer,

≥18 yrs.

m/f

Oxaliplatin (85–130 mg/m2) plus in some cases 5-FU/LV or capecitabine

N=355

Day 1:
onda (16 mg PO), dexa (8 mg IV), CAS (90 mg IV)

Days 2-3: OND 16 mg PO

N=352

Day 1:
onda (16 mg PO), dexa (16 mg IV), placebo

Days 2-3:
onda (16 mg PO)

Primary endpoint:

complete response (no vomiting, no retching, and no use of rescue medications during 0–120 h)

Secondary endpoints:

CR stratified by the acute (0–24 h) and delayed (24–120 h) phases; vomiting (vomit or retch), significant nausea (maximum nausea score ≥25 mm on the VAS from all nausea assessments in the appropriate assessment phase), and nausea (maximum nausea score ≥5 mm on the VAS from all nausea assessments in the appropriate assessment phase);

CR:
overall (0-120h):

85% vs. 86%

P=0.7273

CR:
acute (0-24h):

97% vs. 96%

P=0.4771

CR:
delayed (24-120h):

86% vs. 85%

P=0.7273

No emesis:
overall:

90% vs. 89%

P=0.6795

No emesis:
acute:

98% vs. 97%

P=0.4507

No emesis:
delayed:

90% vs. 89%

P=0.6795

No nausea:
overall:

55% vs. 63%

P=0.0280

No nausea:
acute:

85% vs. 88%

P=0.1356

No nausea:
delayed:

55% vs. 63%

P=0.0280

No significant nausea:
overall:

79% vs. 81%

Conclusion of the author:

Addition of single-dose casopitant 90 mg IV did not improve the control of CINV at any time during 120 h following initiation of oxaliplatin-based MEC. Excellent control of CINV was achieved in this study population with the combination of ondansetron and dexa alone.

GlaxoSmithKline

1a/1+

 

Jordan_2018

Referenz

(Autor, Jahr, Journal)

Studientyp

Mono- vs. Multizentrisch, Verblindung, Randomisierung, Arme, Fallzahl n, Land, Zeitraum

 

Patienten-merkmale

Indikation, Alter, Geschlecht (m/w)

Intervention

Fallzahl n, Beschreibung der präventiven bzw. therapeutischen Maßnahme

Zielgrößen

Primärer Endpunkt

Sekundäre(r) Endpunkt(e)

Primärer Endpunkt

Angaben für Intervention vs. Kontrolle

Sekundäre(r) Endpunkt(e)

Angaben für Intervention vs. Kontrolle

Finanzierung

Evidenzstufe

Bei Abwertung: Angabe von Gründen

Bewertung des Autors

Jordan

 

2018

 

Support Care Cancer

 

Hesketh 2012

Ito 2014

Kaushal 2015

Kusagaya 2015

Maehara 2015

Nishimura 2015

Rapoport 2010

Gralla 2010 A (Carboplatin/ Oxaliplatin)

Schwartzberg 2015

Hesketh 2015 A (MEC without Carboplatin)

Hesketh 2016 (Carboplatin)

Tanioka 2013

Weinstein 2016 (pure MEC)

Weinstein II 2016 A (Carboplatin)

Yahata 2016

Aridome 2016

Systematic review and meta-analysis

 

16 trials (n = 3.848 pts)

 

Germany

 

January 1990 and October 2016

 

patients with cancer who were receiving moderately emetogenic chemotherapy.

 

MEC regimens (excluding carboplatin- and oxaliplatin-based regimens)

 

Carboplatin-based regimens

 

Oxaliplatin-based regimens

 

NK1RA + standard antiemetic regimens of a 5-HT3-RA plus a glucocorticoid

primary or secondary endpoints:

 

(1) CR

(2) rates of no emesis (3) rates of no nausea

 

regarding the acute (0-24h), delayed (24–120 h), and overall phases (0-120h)

 

Only the results from cycle 1 were considered

Absolute risk differences (RD) for different endpoints

Endpoint

MEC regimens (excluding carboplatin- and oxaliplatin-based regimens)

CR, acute phase: no. of Studies 2; Absolute RD: 7%; 95%CI -4-17

CR, delayed phase: no. of Studies 2; Absolute RD: 7%; 95%CI 0-13

CR, overall phase: no. of Studies 2; Absolute RD: 8%; 95%CI 1-14

No emesis, acute phase: no. of Studies 1; Absolute RD: 8%; 95%CI -1-16

No emesis, delayed phase: no. of Studies 1; Absolute RD: 10%; 95%CI -1-22

No emesis, overall phase: no. of Studies 1; Absolute RD: 14%; 95%CI 3-26

No nausea, acute phase: no. of Studies 1; Absolute RD: 2%; 95%CI -10-14

No nausea, delayed phase: no. of Studies 1; Absolute RD: 8%; 95%CI -5-21

No nausea, overall phase: no. of Studies 1; Absolute RD: 5%; 95%CI -8-18

Carboplatin-based regimens

CR, acute phase: no. of Studies 7; Absolute RD: 2%; 95%CI -1-6

CR, delayed phase: no. of Studies 7; Absolute RD: 17%; 95%CI 13-21

CR, overall phase: no. of Studies 7; Absolute RD: 15%; 95%CI 9-22

No emesis, acute phase: no. of Studies 3; Absolute RD: 5%; 95%CI -2-13

No emesis, delayed phase: no. of Studies 3; Absolute RD: 19%; 95%CI 10-28

No emesis, overall phase: no. of Studies 5; Absolute RD: 16%; 95%CI 10-23

No nausea, acute phase: no. of Studies 5; Absolute RD: 10%; 95%CI -3-22

No nausea, delayed phase: no. of Studies 5; Absolute RD: 23%; 95%CI 6-40

No nausea, overall phase: no. of Studies 6; Absolute RD: 21%; 95%CI 7-35

Oxaliplatin-based regimens

CR, acute phase: no. of Studies 3; Absolute RD: 1%; 95%CI -1-3

CR, delayed phase: no. of Studies 3; Absolute RD: 4%; 95%CI -2-10

CR, overall phase: no. of Studies 3; Absolute RD: 4%; 95%CI -3-11

No emesis, acute phase: no. of Studies 3;Absolute RD: 2%; 95%CI 0-4

No emesis, delayed phase: no. of Studies 3; Absolute RD: 6%; 95%CI -2-13

No emesis, overall phase: no. of Studies 3; Absolute RD: 6%; 95%CI -2-15

No nausea, acute phase: no. of Studies 3; Absolute RD: -1%; 95%CI -7-4

No nausea, delayed phase: no. of Studies 2; Absolute RD: −3%; 95%CI -12-6

No nausea, overall phase: no. of Studies 2; Absolute RD: −2%; 95%CI -15-12

This research did not receive any specific grant from funding agencies in the public, commercial, or not-for-profit sectors

1

abstracts were not excluded

 

“Clear clinically significant benefit was seen with the addition of NK1RAs in carboplatin-based chemotherapy.

A global benefit of an NK1RA containing regimen for the whole MEC category cannot be attested yet and warrants more randomized trials exclusively testing pure MEC regimens without carboplatin.”

 

 

 

 

Piechotta 2021

Referenz

(Autor, Jahr, Journal)

Studientyp

Mono- vs. Multizentrisch, Verblindung, Randomisierung, Arme, Fallzahl n, Land, Zeitraum

 

Patienten-merkmale

Indikation, Alter, Geschlecht (m/w)

Intervention

Fallzahl n, Beschreibung der präventiven bzw. therapeutischen Maßnahme

Kontrolle

Fallzahl n, Beschreibung der präventiven Maßnahme bzw. therapeutischen Maßnahme

Zielgrößen

Primärer Endpunkt

Sekundäre(r) Endpunkt(e)

Endpunkt

Angaben für Intervention vs. Kontrolle

Weitere Endpunkte

Angaben für Intervention vs. Kontrolle

Finanzierung

Evidenzstufe

Bei Abwertung: Angabe von Gründen

Bewertung des Autors

Piechotta

 

2021

 

Cochrane Database of Systematic Reviews

network meta-

analysis

 

HEC:

73 RCTs

n = 25,275

14 treatment combinations

 

 

 

MEC:

38 RCTs

n = 12,038

15 treatment combinations

 

from 1988 to February 2021

adults with solid cancer or haematological malignancy receiving HEC

 

adults with solid cancer or haematological malignancy receiving MEC

HEC:

14 treatment combinations with NKL and 5-HTK inhibitors –all treatment combinations included corticosteroids.

 

MEC:

15 treatment combinations with NKL and 5-HTK inhibitors, or 5-HTK inhibitors solely. All treatment combinations included corticosteroids.

HEC:

aprepitant + granisetron

 

MEC:

 

granisetron

HEC:

complete control of vomiting in the overall treatment phase (one to five days)

 

MEC:

complete control of vomiting in the overall treatment phase (one to five days)

 

drug combinations are more efficacious than aprepitant + granisetron:

 

fosnetupitant + palonosetron (810 of 1000; RR 1.15, 95% confidence interval (CI) 0.97 to 1.37; moderate certainty)

 

aprepitant + palonosetron (753 of 1000; RR 1.07, 95% CI 1.98 to 1.18; low-certainty)

 

aprepitant + ramosetron (753 of 1000; RR 1.07, 95% CI 0.95 to 1.21; low certainty)

 

fosaprepitant + palonosetron (746 of 1000; RR 1.06, 95% CI 0.96 to 1.19; low certainty).

 

 

little to no impact when compared to aprepitant + granisetron:

 

Netupitant + palonosetron (704 of 1000; RR 1.00, 95% CI 0.93 to 1.08; high-certainty)

 

fosaprepitant + granisetron (697 of 1000; RR 0.99, 95% CI 0.93 to 1.06; high-certainty)

 

drug combinations are less efficacious than aprepitant + granisetron:

 

aprepitant + ondansetron (676 of 1000; RR 0.96, 95% CI 0.88 to 1.05; low certainty)

 

fosaprepitant + ondansetron (662 of 1000; RR 0.94, 95% CI 0.85 to 1.04; low certainty)

 

casopitant + ondansetron (634 of 1000; RR 0.90, 95% CI 0.79 to 1.03; low certainty)

 

rolapitant + granisetron (627 of 1000; RR 0.89, 95% CI 0.78 to 1.01; moderate certainty)

 

rolapitant + ondansetron (598 of 1000; RR 0.85, 95% CI 0.65 to 1.12; low certainty)

more efficacious than granisetron:

 

aprepitant + palonosetron (716 of 1000; RR 1.29, 95% CI 1.00 to 1.66; low certainty)

 

netupitant + palonosetron (694 of 1000; RR 1.25, 95% CI 0.92 to 1.70; low certainty)

 

rolapitant + granisetron (660 of 1000; RR 1.19, 95% CI 1.06 to 1.33; high certainty)

 

may or may not increase complete response:

 

Palonosetron (588 of 1000; RR 1.06, 95% CI 0.85 to 1.32; low certainty)

 

aprepitant + granisetron (577 of 1000; RR 1.06, 95% CI 0.85 to 1.32; low certaintly)

 

little to no difference:

 

Azasetron (560 of 1000; RR 1.01, 95% CI 0.76 to 1.34; low certainty)

 

 

less efficacious than granisetron:

fosaprepitant + ondansetron (500 of 1000; RR 0.90, 95% CI 0.66 to 1.22; low certainty)

 

aprepitant + ondansetron (477 of 1000; RR 0.86, 95% CI 0.64 to 1.17; low certainty)

 

casopitant + ondansetron (461 of 1000; RR 0.83, 95% CI 0.62 to 1.12; low certainty)

 

ondansetron (433 of 1000; RR 0.78, 95% CI 0.59 to 1.04; low certainty).

German Ministry for Education and Research (BMBF), Germany

Grant no: 01KG1510

National Institute for Health Research (NIHR), UK

Cochrane Infrastructure funding to the Cochrane Pain, Palliative and Supportive Care Review Group (PaPaS)

1

some of the included studies:
open-label study design leading to high risk of performance bias and detection bias

limited comparability of treatments, reducing the informative value of the results

 

"The results of our analysis suggest that there is no superior drug combination for prevention of CINV for people receiving HEC or MEC. However, results suggest that the choice of drugs targeting the serotonin receptor may impact effectiveness, irrespective of whether given with or without a drug targeting the neurokinin receptor. However, when interpreting these results, it is important for the reader to understand that these kinds of multiple-comparison analyses are no substitute for head-to-head comparisons, and that the results do not necessarily rule out differences that could be clinically relevant for some individuals."

 

Albany 2012

Referenz

(Autor, Jahr, Journal)

Studientyp

Mono- vs. Multizentrisch, Verblindung, Randomisierung, Arme, Fallzahl n, Land, Zeitraum

Patienten-merkmale

Indikation, Alter, Geschlecht (m/w), CTX

Intervention

Fallzahl n, Beschreibung der präventiven Maßnahme

Kontrolle

Fallzahl n, Beschreibung der präventiven Maßnahme in der Kontroll-gruppe

Zielgröße

Primary Endpoint

Secondary Endpoint

(ggf. auch AEs, Overall survival, Progression-free survival)

Angaben jeweils für Intervention vs. Kontrolle

Finanzierung

Evidenzstufe (CEBM levels/ SIGN)

Bei Abwertung: Angabe von Gründen

Albany

2012

Journal of Clinical Oncology

 

Multicenter (5 cancer centers), randomized, double-blind, placebo-controlled phase III cross-over study,

Two arms

N= 69

41 patients enrolled at Indiana Uni-versity, 28 at  Hoosier Oncology Group (HOG)

USA

Dec 2007 to Nov. 2010

Testicular cancer, germ cell tumor,

median age: 33 yrs (range, 16 to 62 yrs)

m/f

standard 5-day cisplatin-based chemotherapy regimen,

57 patients were chemo-therapy naive.

62 patients received bleomycin, etoposide, cisplatin (BEP) chemotherapy

 

N= 32

Day 3:
APR (125 mg PO)

Days 4-7:
APR (80 mg PO)

N=28

placebo with the initial course and crossover to the opposite treatment with the second course

Primary endpoint:

CR: no emesis and no rescue therapy

Secondary Endpoint:

Emetic episodes (acute and delayed), nausea measurement based on a visual analog scale (VAS), and patient-stated preference after the second study cycle

Overall: (1-8 day)

overall number of patients with CR for days 1 through 8 was 25 (42%) on the aprepitant cycle compared with 8 (13%) on the placebo cycle (P<0,001)

 

CR:
Acute ( 1-5 days)

28 (47%) of 60 patients achieved a CR on the aprepitant cycle vs 9 (15%) of 60 patients CR on the placebo cycle (P <0,001)

CR:
Delayed phase: (6-8 day)

38 (63%) of the patients on the aprepitant cycle had a CR vs 21 (35%) placebo cycle achieved CR (P<001)

Rescue medication

Acute phase:

33 (55%) on aprepitant arm no rescue medication vs. 23 (38%) on placebo arm

Delayed phase:

72% no rescue medication vs. 52% on placebo cycle (P= 0.0143)

80% no emetic episodes on days 1 through 5 on the APR cycle vs. 52% on the placebo cycle (P <0,001)

92% in the APR cycle vs. 78% in the placebo cycle experienced no emetic episodes during days 6 through 8 (P=0,0047).

no toxicity with aprepitant compared with placebo.

There was no statistical difference in VAS for nausea, but it was numerically superior with aprepitant.

Conclusion of the authors: significant improvement in CR rate,  Patient preference strongly favored the aprepitant cycle

Merck

1b/1+

Small sample size,

71 screened, 69 randomly assigned

 

Jordan_2009

Referenz

(Autor, Jahr, Journal)

Studientyp

Mono- vs. Multizentrisch, Verblindung, Randomisierung, Arme, Fallzahl n, Land, Zeitraum

 

Patienten-merkmale

Indikation, Alter, Geschlecht (m/w)

Intervention

Fallzahl n, Beschreibung der präventiven bzw. therapeutischen Maßnahme

Kontrolle

Fallzahl n, Beschreibung der präventiven Maßnahme bzw. therapeutischen Maßnahme

Zielgrößen

Primärer Endpunkt

Sekundäre(r) Endpunkt(e)

Primärer Endpunkt

Angaben für Intervention vs. Kontrolle

Sekundäre(r) Endpunkt(e)

Angaben für Intervention vs. Kontrolle

Finanzierung

Evidenzstufe

Bei Abwertung: Angabe von Gründen

Bewertung des Autors

Jordan

 

2009

 

EUROPEAN JOURNAL OF CANCER

 

 

non-randomised single institution analysis

 

single centre

 

3-year peroid

 

N = 78

 

Germany

 

 

HEC: 3 (45%) or 5 (55%) days

 

N = 38

 

Men/ women: 87%/13%

 

Age: mean (range): 43 y (22–71)

 

MEC: 3 days

 

N = 40

 

Men/ women: 75%/25%

 

Age: mean (range) 38 y (18–67)

Day 1: aprepitant (125 mg p.o.)

 + Dexamethasone (8 mg i.v.)

 

Day 2 to 2 d post MDC:

aprepitant (80 mg p.o.) + Dexamethasone (8 mg i.v.)

 

once daily:

Granisetron (1 mg i.v.)

 

rescue medication was allowed

 

 

 

primary endpoint: CR (overall phase)

 

secondary endpoints:

CR (acute phase: on CTX days and delayed phase: d1-5 after CTX)

 

incidence of nausea

HEC:

 

CR

acute phase: 65.8%

delayed phase: 68.4%

overall phases: 57.9%

 

MEC

 

acute phase: 72.5%

delayed phase: 82.5%

overall phase: 72.5%

HEC

acute nausea: 21.1%

delayed nausea: 21.1%

overall nausea: 23.7%

 

MEC

acute nausea: 27.5%

delayed nausea: 12.5%

overall nausea: 27.5%

-

2b
no information about excluded pts
no comparison group
no blinding
no randomisation

"This is the first report in MDC with a NK-1-antagonist containing antiemetic regimen showing a favourable safety profile with good antiemetic efficacy."


 

Schmitt 2014

Referenz

(Autor, Jahr, Journal)

Studientyp

Mono- vs. Multizentrisch, Verblindung, Randomisierung, Arme, Fallzahl n, Land, Zeitraum

Patientenmerkmale

Indikation, Alter, Geschlecht (m/w), CTX

Intervention

Fallzahl n, Beschreibung der präventiven Maßnahme

Kontrolle

Fallzahl n, Beschreibung der präventiven Maßnahme in der Kontrollgruppe

Zielgröße

Primary Endpoint

Secondary Endpoint

(ggf. auch AEs, Overall survival, Progression-free survival)

Angaben jeweils für Intervention vs. Kontrolle

Finanzierung

Evidenzstufe (CEBM levels/ SIGN)

Bei Abwertung: Angabe von Gründen

Schmitt,

2014

Journal of Clinical Oncology

prospective, placebo-controlled, randomized, double-blind, parallel-group, single-center, phase III study

N=362

Two arms

Heidelberg, Germany

July 2005 and January 2012

multiple myeloma

≥18 years
range 27-72

m/f

Melphalan 100 mg/m2

N=181

Day 1:
gran (2 mg), dexa (4 mg), APR (125 mg PO)

Days 2-4:
gran (2mg), dexa (2 mg), APR (80 mg PO)

N=181

Day 1:
gran (2 mg), dexa (8 mg), placebo

Days 2-4: gran (2 mg), dexa (4 mg), placebo

Primary endpoint:

complete response was defined as no emesis and no rescue therapy within 120 hours of melphalan administration

secondary endpoints:

complete response, defined as no emesis and no rescue therapy in acute (0 to 24 hours) or delayed phase (25 to 120 hours), rates of emesis, nausea and significant nausea, number of adverse events, and impact on quality of daily life, as assessed by modified Functional Living Index–Emesis (FLIE)score.

CR:
overall (0-120h):

58% v 41%;

OR 1.92; 95% CI, 1.23 to 3.00;

P=0.0042

CR:
acute (0-24h):

97% vs. 90%

OR: 3.11; 95% CI, 1.23 to 8.92;

P=0.022

CR:
delayed phase (25-120h):

60% vs.46%

OR:1.80; 95% CI, 1.15 to 2.85;

P=0.011

Major nausea:
overall:

94% vs. 88%

OR: 2.37; 95% CI, 1.09

to 5.15;

P=0.026

No nausea:
overall:

85% vs. 78%;

OR, 1.55; 95% CI, 0.91 to 2.65;

P=0 .106

No emesis:
overall:

78% vs. 65%;

OR, 1.99; 95% CI, 1.25 to 3.18;

 P=0 .0036

QOL:
74% vs. 59% with FLIE score indicating no impact on QOL

Adverse events:

Rates of adverse events did not significantly differ between the two treatment arms.
Most frequent observed: leukopenia, hypocalcemia, fatigue, edema and constipation

Conclusion of the authors:

The addition of aprepitant resulted in significantly less CINV and had a positive effect on quality of life.

Merck Sharp & Dohme

1a/1+

 

Clemmons_2018

Referenz

(Autor, Jahr, Journal)

Studientyp

Mono- vs. Multizentrisch, Verblindung, Randomisierung, Arme, Fallzahl n, Land, Zeitraum

 

Patienten-merkmale

Indikation, Alter, Geschlecht (m/w)

Intervention

Fallzahl n, Beschreibung der präventiven bzw. therapeutischen Maßnahme

Kontrolle

Fallzahl n, Beschreibung der präventiven Maßnahme bzw. therapeutischen Maßnahme

Zielgrößen

Primärer Endpunkt

Sekundäre(r) Endpunkt(e)

Primärer Endpunkt

Angaben für Intervention vs. Kontrolle

Sekundäre(r) Endpunkt(e)

Angaben für Intervention vs. Kontrolle

Finanzierung

Evidenzstufe

Bei Abwertung: Angabe von Gründen

Bewertung des Autors

Clemmons

 

2018

 

Biology of Blood and Marrow Transplantation

randomized, double-blinded, placebo-controlled trial w

 

n = 101

 

USA

hematology patients receiving single-day and multiple-day highly emetogenic chemotherapy and hematopoietic cell transplant (HCT) regimens

 

 

Mean age, yr (range)

Olanzapine Group: 54y (22-72)

Placebo Group: 56y (22-74)

 

Sex, male:

Olanzapine Group: 29 (57%)

Placebo Group: 31 (62%)

Olanzapine Group

(n = 51)

 

(fosaprepitant, ondansetron, dexamethasone [FOND-O]

 

olanzapine: 10mg p.o. on CTX days + 3 days after CTX

ondansetron 8 to 16 mg p.o. /i.v. +  dexamethasone 8 to 20 mg p.o. /i.v. on CTX days + fosaprepitant 150 mg i.v. on 1 day

days of TBI: ondansetron 8 mg p.o. + dexamethasone 4 mg p.o. before each session.

Placebo Group

(n = 50)

 

FOND

 

placebo: 10mg p.o. on CTX days + 3 days after CTX

ondansetron 8 to 16 mg p.o. /i.v. +  dexamethasone 8 to 20 mg p.o. /i.v. on CTX days + fosaprepitant 150 mg i.v. on 1 day

days of TBI: ondansetron 8 mg p.o. + dexamethasone 4 mg p.o. before each session.

primary objective: CR; no emesis and minimal nausea, overall assessment period (CTX days plus 5 d after)

 

secondary objectives: number of emesis, number of rescue medications, percent achieving minimal nausea, and percent achieving complete protection (CP; no emesis, rescue antiemetic, or significant nausea), all of which are reported as acute (chemotherapy days), delayed (5 days after chemotherapy), and overall phases.

Mean duration of olanzapine: 7.7 days (range, 4 to 11).

 

FOND-O vs. FOND

 

CR

Acute: 39 (76%) vs. 31 (62%), p = 0.13

Delayed: 31 (60.8%) vs. 15 (30%), p = 0.001

Overall: 28 (55%) vs. 13 (26%), p = 0.003

FOND-O vs. FOND

 

Mean emesis count per day (range): 0.1 (0-1.4) vs. 0.3 (0-1.5), p =0.005

 

Mean breakthrough medication use (count per day*) (range):

0.7 (0-3.1) vs. 1.2 (0-5.1), P = 0.045

 

CP

acute 30 (58.8%) vs. 23 (46%), p = 0.27

delayed 17 (33.3%) vs. 8 (16%), p = 0.05

overall 13 (25.5%) vs. 6 (12%), p = 0.11

 

No more than minimal nausea (all VAS < 25)

Acute: 39 (76%) vs. 33 (66%), p = 0.28

Delayed: 34 (66.7%) vs. 16 (32%), p = 0.002

Overall: 30 (58.8%) vs. 14 (28%), p = 0.001

 

No nausea (all VAS < 5)

Acute: 34 (68%) vs. 24 (50%), p = 0.05

Delayed: 20 (42.5%) vs. 8 (18%), p = 0.011

Overall: 18 (39%) vs. 6 (13%), p = 0.006

This project was supported by the University of Georgia College of Pharmacy where funding for the biostatistics analysis was provided via the National Center for Advancing Translational Sciences of the National Institutes of Health under Award Number UL1TR002378.

2

lack of formal assessment for QT elongation or formal sedation evaluation

oral intake was not assessed
potential of increased appetite from olanzapine could not be evaluated

 

In conclusion, the addition of olanzapine to NK-1 receptor antagonist, 5-HT3 antagonist, and dexamethasone prophylaxis significantly improves clinically relevant CINV outcomes for patients with hematologic malignancies undergoing multiday and single-day conditioning regimens for HCT. The FONDO Trial provides the first prospective trial in this population comparing triplet with quadruplet therapy. Safety was established per lack of withdrawals for adverse events and no evidence of impact on engraftment. Additional prospective studies should further evaluate the potential role of this quadruplet prophylaxis for patients with hematologic malignancies receiving HEC

 

Hesketh_2009

Referenz

(Autor, Jahr, Journal)

Studientyp

Mono- vs. Multizentrisch, Verblindung, Randomisierung, Arme, Fallzahl n, Land, Zeitraum

 

Patienten-merkmale

Indikation, Alter, Geschlecht (m/w)

Intervention

Fallzahl n, Beschreibung der präventiven bzw. therapeutischen Maßnahme

Kontrolle

Fallzahl n, Beschreibung der präventiven Maßnahme bzw. therapeutischen Maßnahme

Zielgrößen

Primärer Endpunkt

Sekundäre(r) Endpunkt(e)

Primärer Endpunkt

Angaben für Intervention vs. Kontrolle

Sekundäre(r) Endpunkt(e)

Angaben für Intervention vs. Kontrolle

Finanzierung

Evidenzstufe

Bei Abwertung: Angabe von Gründen

Bewertung des Autors

Hesketh

 

2009

 

Support Care Cancer

multicentre

prospective cohort study

 

N = 62

 

USA

breast cancer patients

receiving their first cycle of AC

 

N = 62

 

Median age, years (range): 50 (25–80)

 

History of motion sickness: 29 (47%)

History of morning sickness: 28 (45%)

Alcohol consumption

Nonuser: 22 (35%)

<7 drinks per week: 31 (50%)

≥1 drink per day: 9 (15%)

 

 

day 1 prior to cycle 1:

n = 62

standard dose 5-HT3 RA + dexamethasone 8–10 mg i.v./p.o.

 

day 2+3:

dexamethasone 4 mg

 

CR 13 pts (21%; 95%CI, 12–33%).

 

 

day 1 prior to cycle 2:

n = 44

standard dose 5-HT3 RA + dexamethasone 8–10 mg i.v./p.o. + aprepitant 125 mg p.o.

 

day 2+3: Aprepitant 80 mg p.o.

Primary endpoint: complete control (no emesis and no antiemetic rescue) 0–120 h after chemotherapy during cycle 2.

 

 

CC (No emesis, No nausea, No rescue antiemetics)

CR 0-120h

cycle 1: 7% (95%CI, 0–15%)

cycle 2: 36% (95%CI, 22–51%) (p=0.02)

 

CC 0-120h:

cycle 1: 0

cycle 2: 8 (18%; 95%CI, 6–30%)

(p=0.14)

 

one serious adverse event

attributed to aprepitant, grade 3 anorexia

This investigation was supported in part by a

grant from Merck

 2b
primary endpoint not reached
no comparison group

"In breast cancer patients receiving AC, the addition of aprepitant to a 5-HT3 antagonist and dexamethasone during cycle 2 of treatment improved antiemetic outcome. Although the improvement in the primary endpoint of complete control during cycle 2 was not significant, all secondary endpoints such as complete response and no emesis rates were significantly better during cycle 2. The extent of antiemetic control during cycle 2 was numerically inferior to the results achieved in a phase III trial employing aprepitant with cycle 1 of AC chemotherapy, suggesting that

the preferred approach is to include aprepitant with the initial cycle of AC chemotherapy."

 

Chow_2021

Referenz

(Autor, Jahr, Journal)

Studientyp

Mono- vs. Multizentrisch, Verblindung, Randomisierung, Arme, Fallzahl n, Land, Zeitraum

 

Patienten-merkmale

Indikation, Alter, Geschlecht (m/w)

Intervention

Fallzahl n, Beschreibung der präventiven bzw. therapeutischen Maßnahme

Kontrolle

Fallzahl n, Beschreibung der präventiven Maßnahme bzw. therapeutischen Maßnahme

Zielgrößen

Primärer Endpunkt

Sekundäre(r) Endpunkt(e)

Primärer Endpunkt

Angaben für Intervention vs. Kontrolle

Sekundäre(r) Endpunkt(e)

Angaben für Intervention vs. Kontrolle

Finanzierung

Evidenzstufe

Bei Abwertung: Angabe von Gründen

Bewertung des Autors

Chow

 

2021

 

Supportive Care in Cancer

 

Navari RM, et al. (2009)

Navari RM, et al. (2013)

Nakagaki M, et al. (2017)

Tan L, et al. (2009)

Navari RM, et al. (2011)

Mizukami N, et al. (2014)

Long C, et al. (2015)

Shumway NM, et al. (2015)

Wang X, et al. (2015)

Navari RM, et al. (2016)

Navari RM, et al. (2016)

Mukesh S, et al. (2017)

Mukhopadhyay S, et al. (2017)

Sapkota S, et al. (2017)

Tran T, et al. (2017)

Celio L, et al. (2019)

Dulal S, et al. (2019)

Jeon SY, et al. (2019)

Rumyantsev A, et al. (2019)

Saldanha SC, et al. (2019)

Tienchaiananda P, et al. (2019)

Hashimoto H, et al. (2020)

Ithimakin S, et al. (2020)

Vimolchalao V, et al. (2020)

Yeo W, et al. (2020)

systematic review, meta-analysis

 

25 RCT

 

USA, Canada, Denmark, Switzerland

 

to April 24, 2020

defined hematology oncology settings

 

(1) the setting of highly emetogenic chemotherapy (HEC) and moderately emetogenic chemotherapy (MEC) settings (2) at 5 mg and 10 mg doses, and (3) for response rates for use in the acute, delayed, and overall settings post-MEC and HEC.

3 studies: olanzapine for the rescue of breakthrough CINV

22 studies: olanzapine in the prophylactic setting

7 studies (one reporting on rescue of breakthrough CINV, and six reporting on prophylactic CINV): no corresponding full-text articles

1 study: olanzapine for children

15 studies: HEC patients

3 studies: MEC patients

3 studies: HEC and MEC patients

8 studies: olanzapine to a double-blind placebo-controlled regimen

13 studies: opened controlled study design

9 studies: control arm with antiemetics different from the antiemetics in the investigational (olanzapine-containing) arm

4 studies: control arm with the same antiemetics as in the investigational (olanzapine-containing) arm except for olanzapine

 

17 adult prophylactic studies: 10 mg doses of olanzapine

3 studies: 5 mg

1 study: mix of 5 mg and 10 mg

 

primary efficacy endpoints:

 

complete response:

acute phase (0–24 h post-chemotherapy)

delayed phase (24–120 h post-chemotherapy)

overall phase  (0–120 h post-chemotherapy)

 

secondary efficacy endpoints: rates of no nausea and no emesis

 

safety endpoints: rate of no serious adverse events (i.e., no grade 3 or 4 toxicities),

 

Clinically

Significant

 

Complete response, acute phase - adults 0.10 (0.05, 0.15)

Complete response, acute phase - HEC 0.11 (0.05, 0.17)

Complete response, acute phase - olanzapine 10 mg 0.10 (0.04, 0.17)

 

Complete response, delayed phase - adults 0.12 (0.05, 0.20)

Complete response, delayed phase - HEC 0.12 (0.05, 0.20)

Complete response, delayed phase - olanzapine 10 mg 0.11 (0.02, 0.20)

Complete response, delayed phase - olanzapine 5 mg 0.14 (0.03, 0.24)

 

Complete response, overall phase - adults 0.17 (0.10, 0.24)

Complete response, overall phase - HEC 0.18 (0.10, 0.25)

Complete response, overall phase - olanzapine 10 mg 0.16 (0.07, 0.25)

Complete response, overall phase - olanzapine 5 mg 0.15 (0.04, 0.26)

 

Clinically

Significant

 

No nausea, acute phase - adults 0.13 (0.07, 0.19)

No nausea, acute phase - HEC 0.14 (0.06, 0.21)

No nausea, acute phase - olanzapine 10 mg 0.14 (0.07, 0.20)

 

No nausea, delayed phase - adults 0.19 (0.12, 0.26)

No nausea, delayed phase - HEC 0.19 (0.11, 0.26)

No nausea, delayed phase - olanzapine 10 mg 0.19 (0.12, 0.26)

 

No nausea, overall phase - adults 0.20 (0.13, 0.26)

No nausea, overall phase - HEC 0.21 (0.14, 0.28)

No nausea, overall phase - olanzapine 10 mg 0.20 (0.13, 0.27)

Dr Lock reports consulting fees from Ferring, Abbvie, Sanofi, and AstraZeneca in the past 10 years outside the submitted work. Dr Herrstedt reports personal fees from SOBI and GSK outside the submitted work. Dr Aapro reports personal fees and non-financial support from the Multinational Association for Supportive Care in Cancer, personal fees and non-financial support from European Society of Medical Oncology, personal fees and non-financial support from the European Cancer Organisation, grants and personal fees from Helsinn, personal fees from Tesaro, grants and personal fees from Sandoz, personal fees from Merck USA, personal fees from Vifor, personal fees from Pfizer, personal fees from Taiho, and personal fees from Kyowa Kirin, outside the submitted work. The other authors declare that they have no conflict of interest.

1

no explanation for including only RCTs
no detailed information about the included studies with regard to bias (blinding, randomisation)

 

"Further RCTs are needed in the setting of MEC patients and administration of olanzapine at a lower 5-mg dose, which may be given to reduce the sedative effect of olanzapine at 10 mg."

 

Literaturhinweise

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