Leitlinienprogramm OnkologieMammakarzinom

5. Das rezidivierte oder metastasierte Mammakarzinom – Mammakarzinom

Version 5.1 · Juni 2026 · AWMF 032-045OL
Leitlinienprogramm Onkologie · Deutsche Krebsgesellschaft · Deutsche Krebshilfe · AWMF

5.1 Das lokale/lokoregionale Rezidiv

5.1.1 Definition und Prognose

Als lokale, regionäre und lokoregionäre Rezidive (Lokalrezidive) werden das Wiederauftreten des Mammakarzinoms in der ipsilateralen Brust, an der ipsilateralen Thoraxwand inklusive der darüberliegenden Haut (lokal), der regionären Lymphknoten der Axilla, der Supra- und Infraklavikularregion und entlang der Mammaria-interna-Gefäße und der Kombination aus beiden Lokalisationen (lokoregionär) bezeichnet.
Das Lokalrezidiv kann isoliert oder in Kombination mit Fernmetastasen in anderen Organsystemen vorliegen.

Die Früherkennung dieser Lokalrezidive in einem Stadium der möglichen Resektion im Gesunden hat einen positiven Einfluss auf das Überleben. Damit ist die regelmäßige Überprüfung der lokalen und axillären Tumorfreiheit eine bedeutsame Aufgabe der Nachsorge.

Lokalrezidive nach brusterhaltender Operation und Bestrahlung (BET) treten mit einer Häufigkeit von 5–10% (nach 10 Jahren) auf. Rezidive an der Thoraxwand nach Mastektomie werden in 4 (2–20)% und Rezidive in der Axilla in 1 (0,1–8)% beobachtet.

Der Verlauf und das biologische Verhalten des In-Brust-Rezidivs nach BET und des Lokalrezidivs nach Mastektomie unterscheiden sich nicht wesentlich Für beide Konstellationen finden sich die gleichen prognostischen Faktoren für den klinischen Verlauf. Beim Auftreten eines lokalen Rezidivs gelten die primären Prognosefaktoren weiter, Unterschiede bestehen zwischen „frühen“ (< 2 Jahre) und „späten“ (> 2 Jahre) Lokalrezidiven. Die „frühen“ Rezidive haben eine höhere Zweitrezidiv- und Fernmetastasierungsrate [1114][1115][1116][1117][1118].

Ein Lokalrezidiv (lokal, regionär, lokoregionär) wird zunächst lokal therapiert. Bei operablen Fällen ist eine komplette Exzision des Rezidivtumors anzustreben. Eine postoperative Radiotherapie nach Exstirpation kann die lokale Tumorkontrolle verbessern [1119]. Wird hiermit eine lokale Tumorkontrolle bewirkt, ist ein Langzeit-Überleben bzw. die Kuration möglich [1120].

Aufgrund des hohen Risikos für eine nachfolgende systemische Progression kann neben der lokalen Therapie des Rezidivs (Operation und/oder Radiotherapie) eine systemische Therapie zusätzlich erwogen werden [1115]. Der Effekt einer systemischen Chemotherapie ist hierbei allerdings bisher nicht durch prospektive randomisierte Studien belegt [1115].

Prognostische Faktoren für den Krankheitsverlauf (Re-Rezidiv) nach Auftreten eines lokalen/lokoregionalen Rezidivs nach Mastektomie oder BET:

  • Resektionsstatus des Lokalrezidivs (R0, R1, R2) 
  • Multikokalität
  • Tumorgröße des Lokalrezidivs
  • Lokalisation (Narben vs. Narben-fern)
  • Fokalität
  • Grading
  • Hormonrezeptorstatus und der HER2-Status
  • Länge des krankheitsfreien Intervalls
  • primärer Lymphknotenstatus
  • Vortherapie (Verzicht auf Radiotherapie beim ersten Rezidiv; unzureichende Systemtherapie beim ersten Rezidiv)

Bei Inoperabilität ist je nach strahlentherapeutischer Vortherapie die Radiotherapie das Therapieverfahren der Wahl [1119]. Zudem erfolgt bei inoperablem Rezidiv die medikamentöse Therapie analog zur metastasierten Situation.

5.1.2 Diagnostik des lokalen/lokoregionalen Rezidivs

5.1 · Evidenzbasierte Empfehlung 2025

Weitere diagnostische Methoden neben denen im Rahmen der Nachsorge empfohlenen sollten bei asymptomatischen Patientinnen nicht durchgeführt werden.

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
5
Konsens
Starker Konsens (97,8%)
Literatur
[20] [951]
5.2 · Evidenzbasierte Empfehlung · geprüft 2025

Für die bildgebende Abklärung bei Verdacht auf ein lokales/lokoregionäres Rezidiv sollen - wie auch in der Diagnostik des primären Mammakarzinoms - die Mammographie und der Brustultraschall eingesetzt werden.

Empfehlungsgrad
A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
Evidenzlevel
2
Konsens
Starker Konsens (100%)
Literatur
[1121] [1122]
5.3 · Evidenzbasierte Empfehlung · geprüft 2025

Die Brust-MRT sollte eingesetzt werden, wenn mit anderen Methoden im Hinblick auf die Risikosituation der Frau keine ausreichend sichere diagnostische Aussage getroffen werden kann.

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
2
Konsens
Starker Konsens (98%)
Literatur
[257] [1123] [1124]
5.4 · Konsensbasiertes Statement · modifiziert 2025

Für die histologische Abklärung eines lokoregionären Rezidivs gelten die gleichen Vorgehensweisen wie im Kapitel Abklärungsdiagnostik.

Evidenzlevel
2b
Konsens
Starker Konsens (100%)
ÄnderungshinweisFür die primäre histologische Abklärung eines lokoregionären Rezidivs sind die Mammasonographie und minimal-invasive Biopsiemethoden geeignet.
5.5 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2025

Staginguntersuchungen sollen bei allen PatientInnen mit einem lokoregionären Rezidiv durchgeführt werden. Für die Wahl der bildgebenden Verfahren s. Kapitel Abklärungsdiagnostik. 

Empfehlungsgrad
A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
Evidenzlevel
2
Konsens
Starker Konsens (100%)
Literatur
[264] [1121] [315]
ÄnderungshinweisBei Verdacht auf Fernmetastasen müssen diese durch geeignete diagnostische Maßnahmen ausgeschlossen oder nachgewiesen werden. Bei neu diagnostiziertem Mammakarzinom und dem klinischen Verdacht auf Metastasen soll ein bildgebendes Staging erfolgen. Als Staginguntersuchungen sollen ein kontrastverstärktes CT (Thorax, Abdomen, Becken) sowie ein Knochenszintigramm durchgeführt werden.
5.6 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2025

Ein PET-CT sollte nur eingesetzt werden, wenn mit anderen Methoden bei symptomatischen Patientinnen der dringende Verdacht auf eine Fernmetastasierung vorliegt und diese Metastasierung nicht sicher nachgewiesen oder ausgeschlossen werden kann. 

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
2
Konsens
Starker Konsens (100%)
Literatur
[264] [315]
ÄnderungshinweisEin PET-CT sollte nur eingesetzt werden, wenn mit anderen Methoden bei symptomatischen Patientinnen der dringende Verdacht auf eine Fernmetastasierung vorliegt und diese Metastasierung nicht sicher nachgewiesen oder ausgeschlossen werden kann.

Hintergrund

Die Ziele der Nachsorge sind im Kapitel 6 genannt. Dazu gehört die Diagnostik des kurablem Lokalrezidive und lokoregionären Rezidivs. 

Da es unterschiedliche Definitionen zum Rezidiv gab, wurde eine internationale Konsensusgruppe gebildet, die die unterschiedlichen Lokalisationen des Rezidivs definiert hat [1125]: 

  • Lokalrezidiv: Jedes epitheliale invasive wiederaufgetretene Mammakarzinom und jedes DCIS in der ipsilateralen Brust oder in der Haut oder dem subkutanen Gewebe im ipsilateralen Thorax

  • Regionales Rezidiv: Auftreten des Rezidivs in den ipsilateralen Lymphknoten der Axilla und um die Klavikula 

  • Das lokoregionäre Rezidiv fasst das Lokalrezidiv und das regionale Rezidiv zusammen.

In Deutschland werden entsprechend der vorangegangenen S3-Leitlinien zur Früherkennung, Diagnostik, Therapie und Nachsorge des Mammakarzinoms folgende Konstellationen als lokale bzw. lokoregionale Rezidive bezeichnet:

Das Wiederauftreten des Mammakarzinoms in der ipsilateralen Brust, an der ipsilateralen Thoraxwand inklusive der darüberliegenden Haut, der regionalen Lymphknoten der Axilla, der Supra- und Infraklavikularregion und/oder entlang der Mammaria-interna-Gefäße.

Beim lokalen und beim lokoregionären Rezidiv ohne Fernmetastasierung besteht in der Regel ein kuratives Therapieziel. Faktoren für eine gute Prognose der Patientinnen bzw. Patienten mit einem lokalen und lokoregionären Rezidiv sind das Alter unter 70 Jahre, ein möglichst kleiner Befund bei Diagnose des Rezidivs, ein längeres erkrankungsfreies Intervall (> 2-3 Jahre) und die vollständige Entfernung des Rezidives [1126][1127][1128]. 

Deshalb ist eine frühe Erkennung dieser Rezidive wichtig. Patientinnen und Patienten in der Nachsorge nach abgeschlossener lokoregionaler Primärtherapie werden deshalb regelmäßige Untersuchungen zur möglichst frühzeitigen Detektion eines intramammären bzw. lokoregionalen Rezidivs angeboten. Zugleich müssen die Patientin bzw. Patienten über die typischen klinischen Zeichen eines lokalen und lokoregionären Rezidivs aufgeklärt werden [264][20][951].

Nach einer Mastektomie soll mindestens jährlich eine klinische und sonographische Untersuchung zur Überwachung der ipsilateralen Thoraxwand und der regionalen Lymphknotenstationen erfolgen. Für die gesunde kontralaterale Brust soll jährlich zusätzliche eine Mammographie angeboten werden.

Nach brusterhaltender Therapie wird zusätzlich zur klinischen Untersuchung die regelmäßige Durchführung einer Mammographie mit ergänzender Mammasonographie empfohlen [264][1121][1129][1130].

Die apparative Diagnostik (Mammographie, Sonographie) zur Beurteilung der ipsilateralen und kontralateralen Brust/Thoraxwand und Axilla sollte in den ersten fünf Jahren mindestens einmal pro Jahr und folgend bis zum 10. Jahr jährlich erfolgen.

Obwohl grundsätzlich eine Stratifizierung der Nachsorge bezüglich der eingesetzten bildgebenden Verfahren und der Untersuchungsfrequenz nach individueller Risikokonstellation sinnvoll erscheint, liegen hierzu in der Literatur keine ausreichenden Daten vor [1131]. Empfehlungen zur Indikation und Durchführung der verschiedenen diagnostischen und interventionellen Verfahren für die Primärdiagnostik des Mammakarzinoms (siehe Kapitel 4.1) lassen sich weitgehend auf die Nachsorgesituation übertragen. Unterschiede bestehen jedoch dadurch, dass Veränderungen der Brust nach Operation und Strahlentherapie zu einer eingeschränkten Beurteilbarkeit in der Mammographie und Sonographie führen können. Ist bei Verdacht auf ein Rezidiv nach BET in der Mammographie und Sonographie die Differenzierung zwischen einer narbigen und einer karzinomatösen Läsion nicht zu treffen, sollte eine kernspintomographische Untersuchung (MRT) der Mamma durchgeführt werden. Auf einen ausreichenden zeitlichen Abstand zur Operation sollte geachtet werden. Wie bei der Primärdiagnostik eines Mammakarzinoms sollte vor Festlegung der Therapie auch beim Rezidiv die histologische Sicherung – sofern technisch durchführbar mittels perkutaner minimalinvasiver Biopsieverfahren – immer angestrebt werden.

Ist das Rezidiv histologisch gesichert, sollten eine Mammographie und Sonographie auch der kontralateralen Mamma sowie ein Re-Staging durchgeführt werden [264][1121]. Dieses Re-Staging umfasst eine kontrastmittelverstärkte Computertomographie von Thorax und Abdomen [315] und kann durch ein PET-CT ergänzt werden, wenn der Verdacht auf eine Fernmetastasierung mit anderen diagnostischen Methoden nicht bestätigt oder widerlegt werden kann [315]. Diese Durchführung des Re-Staging ist dadurch begründet, dass vor Therapiebeginn beurteilt werden muss, ob ein kuratives oder ein palliatives Therapieziel besteht [1132][1133], da sich hier die therapeutischen Ansätze deutlich unterscheiden, und ein Rezidiv aufgrund der relativen schlechten Prognose (21-65% 5-Jahres-Überlebensrate) immer eine Hoch-Risiko-Situation darstellt.

5.1.3 Therapie des lokalen/lokoregionalen Rezidivs

5.1.3.1 Lokales (intramammäres) Rezidiv

5.7 · Konsensbasierte Empfehlung · modifiziert 2025

Nach histologischer Sicherung eines lokoregionären Rezidivs soll eine Bestimmung von ER, PR und HER2 und ein komplettes Re-Staging erfolgen, um Metastasen auszuschließen und die Planung einer interdisziplinären Therapiestrategie zu ermöglichen.

Bei einem lokal-fortgeschritten und inoperablen triple-negativen Rezidiv sollte zudem die PD-L1-Testung zur Therapieplanung durchgeführt werden.

Bei einem lokal-fortgeschritten und inoperablem HER2-negativen Rezidiv sollte zudem die diagnostische BRCA-Keimbahntestung zur Therapieplanung durchgeführt werden. 

Konsens
Starker Konsens (100%)
ÄnderungshinweisBei Verdachtsdiagnose eines lokoregionären Rezidivs soll zunächst eine histologische Sicherung mit erneuter Bestimmung von ER, PR und HER2 und ein komplettes Re-Staging erfolgen, um Metastasen auszuschließen und die Planung einer interdisziplinären Therapiestrategie zu ermöglichen. Wenn lokal fortgeschritten und inoperabel bei TNBC auch PD-L1  und bei Her2 negativ BRCA-Keimbahntestung.
5.8 · Konsensbasiertes Statement · modifiziert 2025

Beim intramammären Rezidiv (DCIS/invasives Karzinom) wird durch die sekundäre Mastektomie die höchste lokale Tumorkontrolle erzielt.

Die Radikalität des operativen Vorgehens beim lokalen und lokoregionären Rezidiv beeinflusst ebenso wie beim Primärkarzinom nicht das Überleben der Patientin.

Konsens
Starker Konsens (100%)
Literatur
[1134] [1135] [1136]
ÄnderungshinweisBeim intramammären Rezidiv (DCIS/invasives Karzinom) wird durch die sekundäre Mastektomie die höchste lokale Tumorkontrolle erzielt.
Evidenztabellen (3)Kapitel 5.1.3 Therapie des lokalen/lokoregionalen Rezidivs (Montagne et al. 2020); Kapitel 5.1.3 Therapie des lokalen/lokoregionalen Rezidivs (Walstra et al. 2019); Kapitel 5.1.3 Therapie des lokalen/lokoregionalen Rezidivs (Ge et al. 2022)
5.9 · Evidenzbasierte Empfehlung · geprüft 2025

Bei günstiger Ausgangssituation, z. B. DCIS oder invasives Karzinom mit langem rezidivfreiem Intervall und fehlendem Hautbefall, kann nach sorgfältiger Aufklärung erneut brusterhaltend operiert werden.

Empfehlungsgrad
0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
Evidenzlevel
4
Konsens
Starker Konsens (100%)
Literatur
[1137] [1138] [1139] [1140] [1134]
Evidenztabellen (1)Kapitel 5.1.3 Therapie des lokalen/lokoregionalen Rezidivs (Walstra et al. 2019)
5.10 · Konsensbasierte Empfehlung · geprüft 2025

Vor einer erneuten brusterhaltenden Operation sollte die Möglichkeit einer Re-Bestrahlung (Teilbrustbestrahlung) geprüft, in einer interdisziplinären Tumorkonferenz diskutiert und die Patientin ggf. einem Strahlentherapeuten vorgestellt werden. 

Konsens
Starker Konsens (95,9%)
Literatur
[1135] [1134]
Evidenztabellen (2)Kapitel 5.1.3 Therapie des lokalen/lokoregionalen Rezidivs (Montagne et al. 2020); Kapitel 5.1.3 Therapie des lokalen/lokoregionalen Rezidivs (Walstra et al. 2019)
5.11 · Konsensbasierte Empfehlung · geprüft 2025

Bei brusterhaltender Operation soll die Patientin auf ein erhöhtes Risiko für ein erneutes intramammäres Rezidiv hingewiesen werden.

Konsens
Starker Konsens (100%)
Literatur
[1135] [1134]
Evidenztabellen (2)Kapitel 5.1.3 Therapie des lokalen/lokoregionalen Rezidivs (Montagne et al. 2020); Kapitel 5.1.3 Therapie des lokalen/lokoregionalen Rezidivs (Walstra et al. 2019)

Hintergrund

Die Therapie von intramammären Lokalrezidiven besteht, falls möglich, in der operativen Intervention mit dem Ziel der R0-Resektion. Die höchste Tumorkontrolle wird hierbei durch die Mastektomie erzielt [1141].

Wird erneut organerhaltend operiert, besteht ein erhöhtes Risiko für ein erneutes intramammäres Rezidiv. Ein erneutes brusterhaltendes Vorgehen kann bei günstiger Ausgangsposition – DCIS oder invasives Karzinom mit langem rezidivfreien Intervall oder bei fehlendem Hautbefall bzw. großem Abstand zur primären Tumorlokalisation – erfolgen [1142]. Die höchste lokale Kontrolle wird erzielt, wenn das krankheitsfreie Intervall über 5 Jahre beträgt und bei der erneuten brusterhaltenden Operation eindeutig negative Resektionsränder vorliegen [1139][1143]. Im Falle der erneuten brusterhaltenden Operation sollten distante Lappenplastiken, wie z. B. M.-latissimus-dorsi-Flap, zurückhaltend und nach ausführlicher Aufklärung eingesetzt werden, da ein Überlebensnachteil nicht ausgeschlossen werden kann und reduzierte kosmetische Resultate erzielt werden. Bei einer notwendigen Systemtherapie sollte diese nicht durch Komplikationen einer onkoplatsichen Operation verzögert werden. Bei klinisch unauffälliger Axilla ist eine erneute axilläre Intervention (dazu zählt auch die SNB) unabhängig von der vorherigen axillären Intervention (axilläre Lymphonodektomie, SNB oder TAD) nicht empfohlen. Falls im Rahmen der Primärtherapie keine Bestrahlung erfolgt ist, sollte eine postoperative Bestrahlung der Brust angeschlossen werden. Nach erfolgter Strahlentherapie bei initialem brusterhaltendem Vorgehen können in der Rezidivsituation bei erneuter lokaler Exzision ggf. eine wiederholte externe Bestrahlung oder Brachytherapie zur Rezidivreduktion und Vermeidung der Mastektomie in Erwägung gezogen werden [1137][1144][1145][1146].

Das Überleben nach einem lokalen oder lokoregionalen Rückfall variiert erheblich. Nachgewiesene unabhängige und signifikante Prognosefaktoren für das Überleben mit oder ohne zusätzliche medikamentöse Therapie sind das krankheitsfreie Intervall und die Lokalisation als auch Tumorgröße des Rezidivs, Multifokalität sowie das Ausgangstumorstadium und der Zeitraum zur Metastasierung [1147][1148][1149][1150][1151][1152][1153]. Weitere prognostische Faktoren sind Grading, Resektabilität (R0 versus R1 versus R2), Hormonrezeptorstatus und HER2-Status des Rezidivtumors [1147][1152][1154], sowie der Verzicht auf die Radiotherapie bei entsprechender Indikation und eine unzureichende Systemtherapie. 

Patientinnen sollten über die Möglichkeit eines erneuten brusterhaltenden Vorgehens bei entsprechenden Ausgangsbedingungen informiert und aufgeklärt werden. Dabei weist ein lokales Rezidivgeschehen auf die Biologie der Erkrankung hin und die Vermeidung der Salvage-Mastektomie muss damit nicht zwingend mit einer Verschlechterung des Gesamtüberlebens einhergehen.

5.1.3.2 Lokalrezidiv nach Mastektomie

5.12 · Konsensbasierte Empfehlung 2025

Ein isoliertes Thoraxwandrezidiv soll nach Möglichkeit operativ vollständig (R0) entfernt werden. Bei V.a. Befall der Rippen/Interkostalmuskulatur sollte eine Fernmetastasierung ausgeschlossen werden und die Therapieentscheidung interdisziplinär mit der Thoraxchirurgie erfolgen.

Die Möglichkeit der systemischen, medikamentösen Therapie mit den Zielen der Remissionsbeurteilung und Einschränkung der operativen Radikalität sollen präoperativ interdisziplinär besprochen werden.

Konsens
Starker Konsens (100%)
ÄnderungshinweisEin isoliertes Thoraxwandrezidiv soll nach Möglichkeit operativ vollständig (R0) entfernt werden. Bei V.a. Befall der Rippen/Interkostalmuskulatur sollte  eine Fernmetastasierung ausgeschlossen werden und die Therapieentscheidung interdisziplinär mit der Thoraxchirurgie erfolgen. Die Möglichkeit der systemischen, medikamentösen Therapie mit den Zielen der Remissionsbeurteilung und Einschränkung der operativen Radikalität müssen präoperativ interdisziplinär besprochen werden.

Hintergrund

Die Inzidenz von lokalen/lokoregionalen Rezidiven nach Mastektomie in Abhängigkeit von der Tumorbiologie und der Nachbeobachtungszeit beträgt 9–20% [1155], [1156]. Unter diesen ist bei etwa einem Drittel der Rückfall lokoregional begrenzt und – in absteigender Häufigkeit – an der Thoraxwand, in der Supraklavikularregion, in der Axilla sowie in 10–30% multilokal manifestiert [1118], [1149], [1157], [1158].

Die komplette Exzision des Tumors/der Tumore ist anzustreben. Kleine Narbenrezidive können durch weite Exzision im Gesunden, größere Thoraxwandrezidive durch Brustwandresektionen behandelt werden. Bei größeren Brustwandexzisionen können Defektdeckungen notwendig werden. Ggf. ist ein interdisziplinäres operatives Vorgehen erforderlich. Präoperativ ist eine Vorstellung in der interdisziplinären Tumorkonferenz notwendig. Wird eine R0-Resektion erreicht, beträgt die 5-Jahres-Überlebensrate 40–60%.

Falls im Rahmen der Primärtherapie keine Bestrahlung erfolgt ist, sollte eine postoperative Bestrahlung angeschlossen werden. Bei Vorliegen ungünstiger Risikofaktoren kann auch nach Rezidivoperation eine erneute kleinvolumige Bestrahlung indiziert sein [1159], [1160].

Bei Vorliegen von Fernmetastasen kann eine erneute operative Intervention als palliative Operation des Lokalrezidivs bei Schmerzen, Ulzeration oder aus psychosozialen Gründen erwogen werden, insbesondere wenn die medikamentöse Tumortherapie und/oder Bestrahlung keine Besserung der Symptomatik erreichen kann [1161].

5.13 · Konsensbasierte Empfehlung · geprüft 2025

Bei symptomatischem Lokalrezidiv (z.B. Ulzeration, Schmerzen) kann eine lokale Therapie (operative Intervention, Radiotherapie) auch bei Vorliegen von Fernmetastasen mit dem Ziel der Symptomreduktion erwogen werden.

Konsens
Starker Konsens (100%)

5.1.3.3 Axilläres Lymphknotenrezidiv

5.14 · Konsensbasierte Empfehlung 2025

Im Fall eines axillären Lymphknotenrezidivs sollte eine lokale Kontrolle der Erkrankung durch erneute operative axilläre Intervention ggf. mit Radiotherapie erfolgen.

Wie bei jedem lokalen/lokregionären Rezidiv sollte ein komplettes Staging erfolgten.

Konsens
Starker Konsens (100%)
Literatur
[1136]
ÄnderungshinweisIm Fall eines axillären Lymphknotenrezidivs sollte eine lokale Kontrolle der Erkrankung durch erneute operative axilläre Intervention ggf. mit Radiotherapie erfolgen. Präoperativ sollte ein CT-Thorax zur Ausdehnung der Lymphknotenmetastasierung erfolgen. Im Falle eines histologisch nachgewiesenen axillären Rezidivs. Vor der Op. spezifische radiologische Diagnostik notwendig wie CT, MRT, PET-CT, US.
Evidenztabellen (1)Kapitel 5.1.3 Therapie des lokalen/lokoregionalen Rezidivs (Ge et al. 2022)

Hintergrund

Axilläre Rezidive treten nach axillärer Dissektion oder Sentinel-Node-Biopsie in ca. 1% auf. Das 5-Jahres-Überleben beim ipsilateralen axillären Rezidiv nach axillärer Dissektion beträgt ca. 55% [1162]. Im Falle eines Rezidives nach Sentinel-Node-Biopsie ist das 5-Jahres-Überleben mit 93% deutlich höher [1163]. 

Bei isolierten lokoregionalen Rezidiven ist die operative Entfernung die Methode der ersten Wahl. Sind bei lokoregionalen Lymphknotenrezidiven (im Gegensatz zu den Lokalrezidiven) operative Behandlungsmöglichkeiten limitiert bzw. nicht kurativ durchführbar, stellt die Radiotherapie in Kombination mit der systemischen Therapie die aussichtsreichste lokale Therapiemodalität zur Tumorkontrolle dar, durch die die Chance einer Kuration erhalten werden kann [1164].

5.1.3.4 Medikamentöse Therapie

5.15 · Konsensbasierte Empfehlung · geprüft 2025

Eine Systemtherapie nach R0-Resektion eines lokoregionären Rezidivs soll für ein verlängertes krankheitsfreies Intervall als auch ein verlängertes Gesamtüberleben erwogen werden.

Konsens
Starker Konsens (100%)

Hintergrund

Grundsätzlich ist auch ein lokoregionales Rezidiv wie die Primärerkrankung als systemische Erkrankung zu betrachten und bedarf einer Systemtherapie.

Eine zusätzliche systemische endokrine Therapie nach operativer Therapie und R0-Situation kann bei Patientinnen bzw. Patienten mit einem Hormonrezeptor-positiven Rezidiv das krankheitsfreie Intervall verlängern; die Verbesserung der Überlebensrate ist nicht belegt [1165], [1166], [1167], [1168], [1169], [1170].

Bei hormonsensitiven Rezidiven sollte eine postoperative endokrine Therapie begonnen werden bzw. eine Umstellung der laufenden endokrinen Therapie erfolgen. Hierdurch kann das krankheitsfreie und das Gesamtüberleben verbessert werden.

Die Datenlage zur Chemotherapie nach isoliertem lokoregionären Rezidiv und operativer Therapie ist schwach. Allerdings sind die Ergebnisse einer prospektiven, randomisierten Studie verfügbar [1171].

Im Rahmen der CALOR-Studie, veröffentlicht 2014, wurde Patientinnen mit operativ freien Tumorrändern nach Mastektomie oder brusterhaltender Therapie und freien Rändern in einen Studienarm mit Chemotherapie (n=85) oder und einen ohne Chemotherapie (n=77) randomisiert (1:1). Die Auswahl der Chemotherapie lag in der Entscheidung der Studienzentren, sollte aber mindestens zwei Therapeutika beinhalten und über 3-6 Monate durchgeführt werden. Im Falle positiver Östrogenrezeptoren erfolgte die adjuvante endokrine Therapie. Eine Strahlentherapie wurde bei mikroskopisch betroffenen Tumorrändern durchgeführt. Eine Anti-HER2-Therapie war bei positivem HER2-Status optional möglich. Das primäre Studienziel war das krankheitsfreie Überleben (DFS). Patientinnen mit Metastasen wurden ausgeschlossen. Nach einem medianen Follow-up von 4,9 Jahren zeigte sich ein 5-Jahres-DFS von 69% (95% KI 56-79) in der Gruppe mit Chemotherapie und 57% (95% KI 44-67) ohne Chemotherapie (HR 0,59, 95% KI 0,35-0,99), p=0,046). Der Vorteil war bei negativem Östrogenrezeptor signifikant größer als bei positivem Östrogenrezeptor des Lokalrezidivs [ER-negativ: DFS 67% versus 35%, HR 0,32 (95% KI 0,14-0,73); ER-positiv: 70% versus 69%, HR 0,94 (95% KI 0,47-1,89)]. In Bezug auf das Gesamtüberleben zeigte sich zudem ein signifikanter Vorteil für das Gesamtkollektiv durch den Einsatz der Chemotherapie. Das 5-Jahres-Überleben lag bei 88% mit Chemotherapie versus 76% ohne Chemotherapie [HR 0,41 (95% KI 0,19-0,89), p=0,024)], allerdings ohne signifikanten Unterschied zwischen den Subgruppen ER-positiv und -negativ. In einem Update der Studie [1172] zeigte sich in Bezug auf das 10-Jahres-DFS durch die Chemotherapie ein Unterschied von 50% mit Chemotherapie versus 59% ohne Chemotherapie bei ER-Positivität [HR 1,07 (95% KI 0,57-2,00)] und von 70% versus 34% bei ER-Negativität [HR 0,29 (95% KI 0,13-0,67)]. Das 10-Jahres-Überleben lag bei 76% zu 66% [ER+, HR 0,70 (95% KI 0,32-1,55)] bzw. 73% zu 53% [ER-, HR 0,48 (95% KI 0,19-1,20)].

Auch wenn die Gruppen insgesamt klein waren, zeigt die Studie einen signifikanten Vorteil durch den Einsatz einer Systemtherapie nach operativer Entfernung. Somit sollten Patientinnen bzw. Patienten über die Datenlage informiert, Vor- und Nachteile abgewogen und der Einsatz einer Chemotherapie bei ER-Negativität erwogen werden.

Die Datenlage zur Chemotherapie nach isoliertem lokoregionären Rezidiv und operativer Therapie ist übersichtlich. Dies gilt insbesondere für Patientinnen bzw. Patienten mit unzureichender adjuvanter Primärtherapie (z. B. Trastuzumab-naive, HER2-positive Patientinnen, triple-negative Patientinnen bzw. Patienten). Im Falle eines HER2-positiven Lokalrezidivs soll eine Anti-HER2-Therapie erwogen werden [1171][1173].

Wenn im Rahmen eines lokoregionären Rezidivs eine R0-Resektion unwahrscheinlich ist und somit der Lokalbefund nicht operabel ist, sollte bei endokrin responsiven Tumoren (basierend auf dem immunhistochemischen Befund des Lokalrezidivs) die endokrin-basierte Therapie analog zur metastasierten Situation eingeleitet werden, da die Patientinnen bzw. Patienten mit einem lokal fortgeschrittenem (inoperablen) Tumor in den entsprechenden Zulassungsstudien für metastasierte Mammakarzinome eingeschlossen waren. Bei ausgedehnten Thoraxwandrezidiven kann eine Chemotherapie die lokale Kontrolle verbessern. Ggf. ist eine operative Entfernung im Anschluss möglich. Bei HER2-überexprimierenden Tumoren sollte eine HER2-zielgerichtete Therapie in Kombination mit einer Chemotherapie oder einer antihormonellen Therapie (bei ER+) erwogen werden (http://www.nccn.org/professionals/physician_gls/pdf/breast.pdf).

5.1.3.5 Strahlentherapie

Bestrahlung nach Rezidivoperation

5.16 · Konsensbasierte Empfehlung · geprüft 2025

Eine Bestrahlung nach Rezidivoperation sollte interdisziplinär diskutiert und entschieden werden.

Eine postoperative Radiotherapie sollte durchgeführt werden, wenn keine vorangegangene Radiotherapie erfolgt war oder das Lokalrezidiv nicht radikal operiert wurde (R1–2).

Konsens
Starker Konsens (100%)
5.17 · Konsensbasierte Empfehlung · modifiziert 2025

Bei inoperablem Lokalrezidiv kann eine palliative Radiotherapie zur Symptomkontrolle sinnvoll sein.

Konsens
Starker Konsens (97%)
ÄnderungshinweisBei inoperablem Lokalrezidiv kann eine palliative Radiotherapie, ggf. in Kombination mit einer medikamentösen Tumortherapie, zur Symptomkontrolle sinnvoll sein. Beim inoperablen Rezidiv kann eine palliative, medikamentöse Behandlung zur Symptomkontrolle analog zur metastasierten Situation sinnvoll sein.
5.18 · Konsensbasierte Empfehlung · geprüft 2025

Bei Vorliegen eines intramammären Rezidivs beziehungsweise Thoraxwandrezidivs ohne Vorbestrahlung nach brusterhaltender Operation (R0) beziehungsweise nach Mastektomie (R0) sollte die Indikation zur adjuvanten Strahlentherapie analog zu den Empfehlungen in der Primärsituation erfolgen.

Konsens
Starker Konsens (100%)
5.19 · Konsensbasierte Empfehlung 2025

Bei Vorliegen eines intramammären Rezidivs nach Vorbestrahlung nach brusterhaltender Operation (R0) soll die Indikation zur adjuvanten Strahlentherapie interdisziplinär diskutiert werden und kann insbesondere bei Patientinnen ohne gravierende Spätfolgen von der 1. Strahlentherapie gestellt werden.

Konsens
Starker Konsens (98%)
5.20 · Konsensbasierte Empfehlung · geprüft 2025

Bei Vorliegen eines Thoraxwandrezidivs nach Vorbestrahlung nach Mastektomie (R0) sollte eine erneute Bestrahlungsindikation zur lokalen Kontrolle interdisziplinär diskutiert werden.

Konsens
Starker Konsens (100%)
5.21 · Konsensbasierte Empfehlung · geprüft 2025

Bei einem Brustwandrezidiv nach primärer Mastektomie mit nachfolgender Strahlentherapie nach Resektion des Rezidivs (R0) sollte bei Vorliegen von Risikofaktoren (knappe Resektion, rpN+, G3, Lymphgefäßinvasion) die Indikation zu einer erneuten adjuvanten Strahlentherapie interdisziplinär diskutiert werden. Diese kann bei Patientinnen ohne gravierende Spätfolgen von der 1. Strahlentherapie gestellt werden.

Konsens
Starker Konsens (100%)
5.22 · Konsensbasierte Empfehlung · geprüft 2025

Für Rezidive, die nicht in einem zuvor bestrahlten Bereich liegen und R1/R2-reseziert wurden - ohne Möglichkeit mit vertretbarem Risiko operativ eine R0-Situation zu erzeugen -, soll eine zusätzliche Strahlentherapie in dieser Situation empfohlen werden.

Konsens
Starker Konsens (100%)
5.23 · Konsensbasierte Empfehlung · geprüft 2025

Bei Vorliegen von Rezidiven nach R1/R2-Resektion und erfolgter Vorbestrahlung ohne Möglichkeit, mit vertretbarem Risiko operativ eine R0-Situation zu erzeugen, sollte die Indikation zu einer erneuten Strahlentherapie interdisziplinär diskutiert werden.

Diese kann bei Patientinnen ohne gravierende Spätfolgen von der 1. Strahlentherapie gestellt werden.

Konsens
Starker Konsens (100%)

Hintergrund

Falls im Rahmen der Primärtherapie keine Bestrahlung erfolgt ist, kann eine postoperative Bestrahlung diskutiert werden. Bei Vorliegen von zusätzlichen ungünstigen Risikofaktoren kann auch nach einer zuvor im Rahmen der Primärtherapie durchgeführten adjuvanten Radiotherapie erneut eine kleinvolumige Bestrahlung indiziert sein. Bei Inoperabilität können die Radiotherapie als auch die systemische medikamentöse Tumortherapien jeweils als alleinige Maßnahme oder auch in Kombination eingesetzt werden. Es liegen Hinweise dafür vor, dass eine simultane Chemotherapie oder Hyperthermie als strahlensensibilisierende Verfahren höhere Ansprechraten erzielen können.

Im zuvor bestrahlten Gebiet kann eine niedriger dosierte Re-Bestrahlung mit simultaner Oberflächenhyperthermie zu einer besseren lokalen Tumorkontrolle als eine Re-Bestrahlung allein führen. Die Überlebensraten werden nicht verbessert [1174], [1175].

5.2 Systemische Therapie metastasiertes Mammakarzinom

Das metastasierte Mammakarzinom ist eine unheilbare, aber behandelbare Erkrankung [1176]. Die wesentlichen therapeutischen Ziele sind zum einen die Kontrolle der Erkrankung mit Verzögerung einer Progression und zum anderen die Erhaltung der Lebensqualität (QoL) [1176]. Zur rationalen Auswahl der Therapie werden neben den Hormonrezeptoren (HR) auch der humane epidermale Wachstumsfaktorrezeptor 2 (HER2), Keimbahnmutationen im Breast Cancer-1 (BRCA-1) oder BRCA-2 Gen, somatische Genmutationen im Östrogenrezeptor-alpha (ESR1) und in der Phosphatidylinositol-4,5-Bisphosphat 3-Kinase-alpha (PIK3CA), AKT1, PTEN auf inaktivierende Alterationen sowie Immuncheckpoints wie der Programmed Death Ligand 1 (PD-L1) berücksichtigt [1176][1177][1178]. Nicht zuletzt durch darauf aufbauende zielgerichtete Therapien konnte das Gesamtüberleben beim metastasierten Mammakarzinom nicht nur in klinischen Studien sondern auch in der Routineversorgung relevant verlängert werden [1179][1180].

5.2.1 Systemische Therapie HER2-positives Mammakarzinom

5.24 · Evidenzbasierte Empfehlung · geprüft 2025

Metastasierte HER2-positive Mammakarzinome sollen, sofern keine kardialen Kontraindikationen bestehen, mit einer Anti-HER2-Therapie behandelt werden.

Empfehlungsgrad
A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
Evidenzlevel
1
Konsens
Starker Konsens (97,5%)
Literatur
[1181] [1182] [1177]
5.25 · Evidenzbasierte Empfehlung · geprüft 2025

Bei einem metastasierten HER2-positiven Mammakarzinom sollte in der Erstlinientherapie eine duale Blockade mit Trastuzumab / Pertuzumab und einem Taxan eingesetzt werden.

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
1
Konsens
Starker Konsens (97,4%)
Literatur
[1181] [1177] [1183]
Evidenztabellen (1)Kapitel 5.2 Systemische Therapie metastasiertes Mammakarzinom (Xie et al. 2020)
5.26 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2025

Bei Patientinnen mit einem HER2-positiven metastasierten Mammakarzinom sollte in der Zweitlinientherapie bevorzugt eine Therapie mit Trastuzumab-Deruxtecan oder alternativ die Kombination Tucatinib + Trastuzumab + Capecitabin eingesetzt werden.

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
1
Konsens
Starker Konsens (100%)
Literatur
[1184]
ÄnderungshinweisBei Patientinnen mit einem HER2-positiven metastasierten Mammakarzinom sollte in der Zweitlinientherapie bevorzugt eine Therapie mit Trastuzumab-Deruxtecan oder alternativ, vor allem bei aktiven Hirnmetastasen, die Kombination Tucatinib + Trastuzumab + Capecitabin eingesetzt werden
Evidenztabellen (1)Trastuzumab Deruxtecan versus Trastuzumab Emtansin beim HER2-positiven Mammakarzinom im fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium
5.27 · Evidenzbasierte Empfehlung · neu 2025

Bei einem metastasierten HER2-positiven Mammakarzinom sollte, sofern noch nicht angewandt, in der Drittlinientherapie bevorzugt eine Therapie mit Tucatinib + Trastuzumab + Capecitabin, T-DXd oder T-DM1 eingesetzt werden.

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
⊕⊕⊕⊕ bis ⊕⊕⊝⊝

siehe Evidenzbericht oder die zusammenfassenden Evidenzkurzprofile zu Tucatinib und Trastuzumab Deruxtecan


1

T-DM1

Konsens
Starker Konsens (97,2%)
Literatur
[1185] [1186] [1187] [1188] [1189] [1184]
ÄnderungshinweisBei einem metastasierten HER2-positiven Mammakarzinom sollte in der Drittlinientherapie bevorzugt eine Therapie mit Tucatinib + Trastuzumab + Capecitabin oder alternativ T-DM1 oder T-DXd eingesetzt werden.
Evidenztabellen (4)Tucatinib + Trastuzumab + Capecitabin versus Trastuzumab + Capecitabin beim HER2-positiven Mammakarzinom im fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium (Drittlinientherapie); Trastuzumab Deruxtecan versus Lapatinib +Capecitabin beim HER2-positiven Mammakarzinom im fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium nach mind. 2 Vortherapien; Kapitel 5.2 Systemtherapie metastasiertes MCA (Omarini et al. 2022); Kapitel 5.2 Systemtherapie metastasiertes MCA (Huertas et al. 2021)

Hintergrundtext

Der HER2-Antikörper Trastuzumab verbessert sowohl das progressionsfreie (PFS) als auch das Gesamtüberleben (OS) beim metastasierten HER2-positiven Mammakarzinom [1190]. Eine signifikante Verbesserung der Effektivität bei Patientinnen mit einem HER2-positiven Mammakarzinom konnte durch Hinzunahme von Pertuzumab, einem monoklonalen Antikörper, der die Dimerisierung von HER2 mit HER3 und anderen Mitgliedern der HER-Familie und damit die Signaltransduktion blockiert, beim metastasierten Mammakarzinom erzielt werden [1191]. In der CLEOPATRA-Studie konnte eine substantielle Verlängerung des medianen OS der HER2-positiven Patientinnen auf 57,1 Monate durch die duale Blockade mit Trastuzumab und Pertuzumab als Erstlinientherapie erzielt werden [1192].

Als Zweitlinientherapie beim HER2-positiven fortgeschrittenen Mammakarzinom hat sich das Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC) Trastuzumab Deruxtecan (T-DXd) etabliert. T-DXd, ein ADC der 3. Generation, besteht aus Trastuzumab, an das über eine spaltbare Verbindung (Linker) ein Topoisomerase-I-Hemmer als Nutzlast (Payload) gekoppelt ist. Nach Endozytose von T-DXd erfolgt die Spaltung intrazellulär durch die Proteasen Cathepsin B + L. Dadurch wird sehr rasch eine hohe intrazelluläre Konzentration erreicht, was zur Zerstörung der HER2-positiven Tumorzelle führt. Dadurch, dass die Nutzlast, der Topoisomerase-I-Hemmer, membranpermeabel ist, können auch Tumorzellen in der unmittelbaren Nachbarschaft erreicht werden (sog. Bystander-Effekt), die HER-2 geringer exprimieren. T-DXd konnte in einer Phase-II-Studie bereits seine hohe Effektivität bei HER2-positiven fortgeschrittenen Mammakarzinomen, die intensiv vorbehandelt waren, zeigen [1193]. Die mediane Dauer des PFS betrug trotz im Median 6 Vorbehandlungen 16,4 Monate. Bei 13,6% der Patienten wurde T-DXd mit einer interstitiellen Lungenerkrankung in Verbindung gebracht. Darauf aufbauend wurde die randomisierte Phase-III-Studie DESTINY-Breast03 bei Patientinnen mit fortgeschrittenen und bereits vorbehandelnden HER2-positiven Mammakarzinomen durchgeführt, die T-DM1 mit T-DXd verglich [1194]. Von den 524 nach dem Zufallsprinzip zugewiesenen Patientinnen betrug der Prozentsatz derjenigen, die nach 12 Monaten ohne Fortschreiten der Krankheit noch lebten, 75,8% mit T-DXd und 34,1% mit T-DM1 (Hazard Ratio [HR] 0,28; 95% Konfidenzintervall [KI] 0,22 bis 0,37; P<0,001). Das mediane PFS lag bei 29,0 gegenüber 7,2 Monaten (HR 0,30; 95% KI 0,24-0,38), die 36-Monats-PFS-Rate bei 45,7% gegenüber 12,4% und das mediane OS bei 52,6 gegenüber 42,7 Monaten (HR 0,73; 95% KI 0,56-0,94) für T-DXd gegenüber T-DM. Die Inzidenz arzneimittelbedingter unerwünschter Ereignisse jeglichen Grades betrug 99,6% bei T-DXd und 95,4% bei T-DM1. Eine arzneimittelbedingte interstitielle Lungenerkrankung oder Pneumonitis trat bei 16,7% der Patienten in der T-DXd-Gruppe und bei 3,4% der Patienten in der T-DM1-Gruppe auf.

In der prospektiven DESTINY-Breast12, einer single-arm Phase 3b/4-Studie, wurden Patientinnen ohne und mit Hirnmetastasen (aktiv und stabil) mit T-DXd behandelt. In der Hirnmetastasen-Kohorte lag das 12-Monats-PFS bei 61,6 % (95 % KI 54,9-67,6) und das 12-Monats-PFS im ZNS bei 58,9 % (95 % KI 51,9-65,3). T-DXd zeigt damit eine substanzielle und dauerhafte Gesamt- und intrakranielle Aktivität, was dessen Einsatz bei vorbehandelten Patientinnen mit HER2+ mBC unabhängig von stabilen/aktiven Hirnmetastasen unterstützt [1195].

Tucatinib ist ein oraler selektiver HER2-Tyrosinkinasehemmer. In der HER2CLIMB-Studie wurde bei mit zwei Therapielinien vorbehandelten HER2-positiven metastasierten Mammakarzinompatientinnen Trastuzumab und Capecitabin mit und ohne zusätzliche Gabe von Tucatinib untersucht [1186]. Bei 612 Patientinnen konnte gezeigt werden, dass Tucatinib signifikant sowohl das mediane PFS um 2,2 Monate (HR 0,54; 95% KI 0,42-0,71; P<0,001) als auch das mediane OS um 4,5 Monate (HR 0,66; 95% KI 0,50-0,88) verlängerte. Bei Patientinnen mit Hirnmetastasen betrug das PFS nach 1 Jahr 24,9% in der Tucatinib-Kombinationsgruppe und 0% in der Placebo-Kombinationsgruppe (HR 0,48; 95% KI 0,34-0,69, P<0,001). Das mediane PFS betrug 7,6 Monate bzw. 5,4 Monate. Häufige unerwünschte Ereignisse in der Tucatinib-Gruppe waren Diarrhö, palmar-plantares Erythrodysästhesie-Syndrom, Übelkeit, Müdigkeit und Erbrechen. Durchfall und erhöhte Aminotransferase-Werte von Grad 3 oder höher waren in der Tucatinib-Kombinationsgruppe häufiger als in der Placebo-Kombinationsgruppe. Dennoch wurde die Therapie in weniger als 6% abgebrochen. In einer weiteren Auswertung der HER2CLIMB-Studie beschrieben Lin et al. 2020 in einer explorativen Analyse die intrakraniellen Wirksamkeit und das Überleben bei Patientinnen mit Hirnmetastasen [1196]. Achtzig Patientinnen (40,4 %) in der Tucatinib-Gruppe und 37 (39,8 %) in der Kontrollgruppe hatten zu Beginn der Studie stabile Hirnmetastasen. Aktive Hirnmetastasen (einschließlich unbehandelter und behandelter fortschreitender Hirnmetastasen), bei denen keine sofortige erneute lokale Behandlung indiziert war, wurden bei 118 (59,6 %) bzw. 56 Patienten (60,2 %) festgestellt [1196]. Lin et al. konnten bei Patientinnen mit Hirnmetastasen zeigen, dass Tucatinib die objektive intrazerebrale Ansprechrate (ORR-IC) verdoppelte, das Risiko einer intrakraniellen Progression um zwei Drittel reduzierte (HR 0.32; 95% KI 0,22-0,48) und das Risiko des Versterbens um fast die Hälfte verringerte (HR 0,58; 95% KI 0,40-0,85 , P<0,001).

Trastuzumab Emtansin (T-DM1) besteht aus dem humanisierten monoklonalen Antikörper Trastuzumab, der kovalent an das zytotoxische Emtansin (DM1) gebunden ist [1197]. T-DM1 verlängerte in der EMILIA-Studie sowohl das PFS um 3,1 Monate als auch das OS um 5,8 Monate mit einem günstigeren Nebenwirkungsprofil im Vergleich zu dem HER2 Tyrosinkinaseinhibitor (TKI) Lapatinib in Kombination mit Capecitabin. Das Prinzip der Antikörper-Wirkstoff-Konjugate konnte in den vergangenen Jahren weiterentwickelt werden [1198].

5.28 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2025

Ist bei Patientinnen mit asymptomatischen HER2-positiven Hirnmetastasen, nach interdisziplinärer Diskussion unter Berücksichtigung der Patientinnenpräferenz, eine Systemtherapie geplant, sollte entweder T-DXd oder eine Dreierkombination Tucatinib + Capecitabin + Trastuzumab angeboten werden.

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
1
Konsens
Starker Konsens (100%)
Literatur
[1186] [1196] [1188]
ÄnderungshinweisIst bei Patientinnen mit asymptomatischen HER2-positiven Hirnmetastasen, nach interdisziplinärer Diskussion unter Berücksichtigung der Patientinnenpräferenz, eine Systemtherapie geplant, sollte eine Dreierkombination Tucatinib + Capecitabin + Trastuzumab angeboten werden.
Evidenztabellen (1)Kapitel 5.2 Systemische Therapie metastasiertes Mammakarzinom (DeBusk et al. 2021)

5.2.2 Systemische Therapie bei prä- und perimenopausalen Patientinnen und positivem Hormonrezeptorstatus und negativem HER2-Status

5.29 · Evidenzbasierte Empfehlung · geprüft 2025

Bei Patientinnen mit metastasiertem Mammacarcinom wird eine kombinierte chemo-endokrine Therapie nicht empfohlen. Sie kann zwar die Remissionsraten erhöhen, führt aber auch zu gesteigerter Toxizität ohne Verlängerung des progressionsfreien Intervalls oder des Gesamtüberlebens.

Empfehlungsgrad
A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
Evidenzlevel
1
Konsens
Starker Konsens (97,4%)
Literatur
[1199] [1200]
ÄnderungshinweisEine kombinierte chemo-endokrine Therapie wird nicht empfohlen. Sie kann zwar die Remissionsraten erhöhen, führt aber auch zu gesteigerter Toxizität ohne Verlängerung des progressionsfreien Intervalls oder des Gesamtüberlebens.
5.30 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2025

Bei prä- und perimenopausalen Patientinnen soll bei positivem Hormonrezeptorstatus und negativem HER2-Status eine endokrine Therapie, bevorzugt kombiniert mit einer zielgerichteten Therapie mit einem CDK4/6-Inhibitor angeboten werden.

Empfehlungsgrad
A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
Evidenzlevel
1
Konsens
Starker Konsens (96%)
Literatur
[1201] [1202]
ÄnderungshinweisBei prä- und perimenopausalen Patientinnen soll bei positivem Hormonrezeptorstatus und negativem HER2-Status eine endokrine Therapie, bevorzugt kombiniert mit einer zielgerichteten Therapie mit einem CDK4/6-Inhibitor angeboten werden. Die rein endokrine Monotherapie ist nicht indiziert bei Patientinnen, bei denen die Notwendigkeit des Erreichens einer schnellen Remission zur Abwendung von ausgeprägten Symptomen besteht.
Evidenztabellen (2)Kapitel 5.2 Systemische Therapie metastasiertes Mammakarzinom (Schettini et al. 2020); Kapitel 5.2 Systemische Therapie metastasiertes Mammakarzinom (Li et al. 2020)

Hintergrund

Eine endokrine Therapie kombiniert mit einer zielgerichteten Therapie mit einem CDK4/6-Inhibitor ist weniger toxisch als eine Chemotherapie und sollte daher grundsätzlich als Erstlinientherapie bei Patientinnen mit positivem Hormonrezeptorstatus und negativem HER2-Status eingesetzt werden [1203][1204].

Die Hinzunahme von Inhibitoren der zyklinabhängigen Kinasen 4/6 (CDK4/6) hat zu einem verlängerten PFS in der metastasierten Situation geführt [1205] und in klinischen Phase-2 Studien im Vergleich zu Chemotherapie führte eine Behandlung mit CDK4/6-Inhibitoren zumeist zu einem verbesserten PFS [1203]. Auch Patientinnen mit einer endokrin-sensitiven Erkrankung, die zur kleinen Gruppe von Patientinnen gehören, bei denen ein sehr rascher Wirkeintritt von Nöten ist (z.B. bei Luftnot bei diffuser Lungenmetastasierung oder drohendem Leberversagen bei Lebermetastasierung oder möglichem Ileus bei Peritonealkarzinose), profitieren von einer endokrin-basierten Erstlinientherapie in Kombination mit einem CDK4/6-Inhibitor, wie in der randomisierten Phase II-Studie RIGHT Choice für die Kombination von nicht-steroidalen Aromatasehemmern mit Ribociclib im Vergleich zu einer frei wählbaren Chemotherapie (Docetaxel plus Capecitabin oder Paclitaxel plus Gemcitabin oder Capecitabin plus Vinorelbin) gezeigt werden konnte. Das mediane PFS betrug 21,8 versus 12,8 Monate (HR 0,61; 95% KI 0,43-0,87; P = 0,003); die Ansprechraten und die mediane Zeit bis zum Ansprechen 66,1% und 61,8% und 4,9 bzw. 3,2 Monate (HR 0,76 95% KI 0,55-1,06) [1206].

Spricht eine Patientin auf eine endokrine Therapie an, wird diese bis zur Progression oder dem Auftreten intolerabler Nebenwirkungen durchgeführt. Bei Progression ist der Einsatz alternativer endokriner Substanzen indiziert und gerechtfertigt. Erst nach Ausschöpfung aller endokrinen Behandlungsmaßnahmen oder bei Nichtansprechen auf die endokrine Therapie sollte auf eine zytostatische Therapie umgestellt werden. Bei negativem Hormonrezeptorstatus sollte keine endokrine Therapie erfolgen.

Bei Vorliegen einer HER2-Überexpression ist mit einem schlechteren Therapieansprechen einer endokrinen Therapie zu rechnen. Studien zur Kombination endokriner Therapien mit HER2-gerichteter Therapien konnten keinen Überlebensvorteil durch die zusätzliche HER2-gerichtete Therapie zeigen [1207]. 

5.31 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2025

Bei prämenopausalen Patientinnen soll die endokrin-basierte Therapie mit einem CDK4/6-Inhibitor unter Ausschaltung der Ovarialfunktion und in Abhängigkeit von der Vortherapie in Kombination mit einem Aromatasehemmer, Fulvestrant oder Tamoxifen (Tamoxifen nicht in Kombination mit Ribociclib) erfolgen.

Empfehlungsgrad
A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
Evidenzlevel
1
Konsens
Starker Konsens (96%)
Literatur
[1201] [1202]
ÄnderungshinweisBei prämenopausalen Patientinnen soll die endokrin-basierte Therapie mit einem CDK4/6-Inhibitor unter Ausschaltung der Ovarialfunktion und in Kombination mit einem Aromatasehemmer oder mit Fulvestrant erfolgen (in Abhängigkeit von der Vortherapie).
Evidenztabellen (2)Kapitel 5.2 Systemische Therapie metastasiertes Mammakarzinom (Schettini et al. 2020); Kapitel 5.2 Systemische Therapie metastasiertes Mammakarzinom (Li et al. 2020)

Hintergrund

Zur Therapie mit CDK4/6-Inhibitoren zusätzlich zu einer endokrinen Therapie bei prä- oder perimenopausalen Patientinnen liegen Daten aus Arzneimittelmarktneuordnungsgesetz (AMNOG)- Nutzenbewertungen zu insgesamt drei randomisierten kontrollierten Studien (MONARCH-2 [1208], PALOMA-3 [1209] und MONALEESA-7 [1210]) zu drei Substanzen (Abemaciclib, Palbociclib und Ribociclib) vor. Bei diesen Studien handelt es sich um randomisierte, kontrollierte und verblindete klinische Studien. In PALOMA-3 und MONARCH-2 wurden dabei Patientinnen mit Versagen einer vorherigen Therapielinie unabhängig vom Menopausalstatus eingeschlossen, während MONALEESA-7 lediglich prä- und perimenopausale Patientinnen betraf. 

Gesamtüberleben

Hinsichtlich des Gesamtüberlebens zeigten sich keine konsistenten Vorteile der Behandlung mit CDK4/6-Inhibitoren für die Gruppe der prä- oder perimenopausalen Patientinnen. Unter der Behandlung mit Abemaciclib oder Palbociclib bestand kein signifikanter Überlebensvorteil gegenüber Placebo (Abemaciclib HR 0,69; 95% KI 0,38 - 1,25), Palbociclib HR 1,07; 95% KI 0,61 - 1,86) [1208], [1209]. Unter der Behandlung mit Ribociclib ergab sich ein signifikanter Überlebensvorteil für prä- oder perimenopausale Patientinnen (HR 0,71; 95% KI 0,54 - 0,95) [1211].

Progressionsfreies Überleben

In allen drei Studien zeigte sich ein deutlicher Vorteil unter der Therapie mit CDK4/6-Inhibitoren vs. Placebo hinsichtlich des PFS: HR 0,41; 95% KI 0,25 - 0,70 unter Abemaciclib (Zweit- und Folgelinie) [1212], HR 0,44; 95% KI 0,23 - 0,83 unter Palbociclib (Zweit- und Folgelinie) [1213] und HR 0,52; 95% KI 0,38 - 0,70 unter Ribociclib in der Erstlinie bzw. HR 0,62; 95% KI 0,44; 0,89 in der Zweit- und Folgelinie [1214]. 

Gesundheitsbezogene Lebensqualität

Eine generalisierende Aussage zum Effekt der CDK4/6-Inhibitoren auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität wurde für alle Studien anhand des Fragebogens „European Organization for Research and Treatment of Cancer Quality of Life Questionnaire“ (EORTC QLQ-C30) und der Skala „globaler Gesundheitszustand“ getroffen. Dazu wurde eine minimale klinisch relevante Differenz von 10 Punkten angenommen [1215], [1216]. Aufgrund der heterogenen Ergebnisse für die bewerteten CDK4/6-Inhibitoren lassen sich für diese keine belastbaren Hinweise auf eine Verbesserung der Lebensqualität ableiten.

Unerwünschte Ereignisse

Die Behandlung mit CDK4/6-Inhibitoren war grundsätzlich mit einer signifikant höheren Inzidenz unerwünschter Ereignisse assoziiert. Die CDK 4/6 Hemmer unterscheiden sich im Nebenwirkungsspektrum, im Einnahmeintervall und der Einnahmehäufigkeit.

Insgesamt spricht die Evidenz insbesondere für einen Vorteil der Behandlung prä- und perimenopausaler Patientinnen mit CDK4/6-Inhibitoren in Form von signifikanten Effekten für das progressionsfreie Überleben. Die Ergebnisse zur Verträglichkeit der CDK4/6-Inhibitoren deuten hinsichtlich der UE mit CTCAE-Grad ≥3 auf signifikant höhere Ereignisraten gegenüber der Vergleichstherapie hin. Die CDK4/6-Inhibitoren unterscheiden sich jedoch individuell hinsichtlich ihres Nebenwirkungsprofils. Speziell bei Palbociclib war die Rate an symptomatischen Nebenwirkungen aller Grade sowie routinemäßigen Monitoringanforderungen gemäß der Fachinformationen geringer ([1217]; Abemaciclib Fachinformation; Palbociclib Fachinformation, Ribociclib Fachinformation). Unerwünschte Ereignisse können durch ein sorgfältiges Therapiemanagement auf ein Minimum reduziert werden [1218].

5.32 · Konsensbasierte Empfehlung · geprüft 2025

Bei sequenziellen endokrin-basierten Therapien sollten die verschiedenen endokrinen Substanzen in Abhängigkeit von vorhergehenden Therapien, Ansprechen, sowie Tumor- und Patientencharakteristika ausgewählt werden.

Konsens
Starker Konsens (100%)
Literatur
[257] [1219] [1220]
ÄnderungshinweisBei sequenziellen endokrinen Therapien sollten die verschiedenen endokrinen Substanzen in Abhängigkeit von vorhergehenden Therapien, Ansprechen, sowie Tumor- und Patientencharakteristika ausgewählt werden.

Hintergrund

Fazit prä- und perimenopausale Patientinnen

Sofern CDK4/6 Inhibitoren nicht gegeben werden, ist der initiale Therapieschritt die Ausschaltung der Ovarialfunktion (GnRH-Aanaloga, Ovarektomie oder Radiomenolyse) in Kombination mit Tamoxifen. Bei Progression des Tumorgeschehens oder Kontraindikation von Tamoxifen kann ein Aromatasehemmer der dritten Generation plus GnRH-Agonist eingesetzt werden und auch Fulvestrant plus GnRH-Agonist kommt infrage. Trotz spärlicher Daten sollte die Therapie unter Beibehaltung der ovariellen Suppression weitgehend in Analogie zu der Behandlung postmenopausaler Patientinnen durchgeführt werden [1221][581]. 

5.2.3 Erstlinientherapie

5.33 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2025

Die Kombinationstherapie eines Aromatasehemmers oder Fulvestrant mit CDK 4/6-Inhibitoren soll als Erstlinientherapie oder spätestens ab der Zweitlinie durchgeführt werden, sofern diese Substanzgruppe noch nicht eingesetzt wurde.

Empfehlungsgrad
A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
Evidenzlevel
1
Konsens
Starker Konsens (92%)
Literatur
[1201] [1202] [1222] [1223]
ÄnderungshinweisDie Kombinationstherapie eines Aromatasehemmers oder Fulvestrant mit CDK 4/6-Inhibitoren soll spätestens ab der Zweitlinie durchgeführt werden, sofern diese Substanzgruppe noch nicht eingesetzt wurde.
Evidenztabellen (3)Kapitel 5.2 Systemische Therapie metastasiertes Mammakarzinom (Schettini et al. 2020); Kapitel 5.2 Systemische Therapie metastasiertes Mammakarzinom (Li et al. 2020); Kapitel 5.2 Systemische Therapie metastasiertes Mammakarzinom (Tian et al. 2021)

Hintergrund

Erstlinientherapie postmenopausaler Patientinnen mit CDK4/6-Inhibitoren

Für postmenopausale Patientinnen liegen zur Erstlinientherapie mit CDK4/6-Inhibitoren in Kombination mit einer endokrinen Therapie Daten aus insgesamt fünf randomisierten kontrollierten Studien zu drei Substanzen vor (Abemaciclib: MONARCH-3; Palbociclib: PALOMA-1 und PALOMA-2; Ribociclib: MONALEESA-2 und MONALEESA-3). Bei MONARCH-3, PALOMA-2, MONALEESA-2 und MONALEESA-3 handelt es sich um randomisierte, kontrollierte und verblindete klinische Studien, während PALOMA-1 als open label-Studie durchgeführt wurde und damit einem höheren Verzerrungspotenzial unterliegt.

Gesamtüberleben

Hinsichtlich des Gesamtüberlebens zeigten sich bislang bis auf eine Therapie mit Ribociclib [1224][1225] keine signifikanten Vorteile für die postmenopausalen Patientinnen in der Erstlinientherapie (siehe Evidenztabellen im Leitlinenreport) [1226][1227]. Daten aus der Versorgungsforschung weisen auf keinen signifikanten Unterschied zwischen den CDK4/6-Inhibitoren hin [1228][1229]. 

Progressionsfreies Überleben

Dagegen zeigten sich in allen Studien deutliche Vorteile der Behandlung mit CDK4/6-Inhibitoren hinsichtlich des progressionsfreien Überlebens gegenüber Placebo. Unter Abemaciclib (HR 0,54; KI 0,42 - 0,70), unter Palbociclib (HR 0,49; KI 0,32 - 0,75) (PALOMA-1) bzw. (HR 0,58; 95% KI 0,46 - 0,72) (PALOMA-2) und unter Ribociclib (HR 0,57; 95% KI 0,43 - 0,74) (MONALEESA-2) bzw. (HR 0,58; 95% KI 0,42 - 0,80) (MONALEESA-3) [1230], [1231], [1232], [1233].

Gesundheitsbezogene Lebensqualität

Es gibt keine Anhaltspunkte für einen Effekt der Behandlung mit CDK4/6-Inhibitoren auf die gesundheitsbezogene Lebensqualität postmenopausaler Patientinnen in Form eines klinisch relevanten Unterschieds der Punktzahl auf dem EORTC QLQ-C30- oder FACT-B-Fragebogen (siehe Leitlinenreport).

Unerwünschte Ereignisse

Die Behandlung mit CDK4/6-Inhibitoren war auch für postmenopausale Patientinnen grundsätzlich mit einer signifikant höheren Inzidenz unerwünschter Ereignisse assoziiert: Unter Abemaciclib betrug der Effekt für UE mit CTCAE-Grad ≥3 HR 3,14; 95% KI 2,25 - 4,39 (MONARCH-3), unter Palbociclib (HR 5,47; 95% KI 3,15 - 9,51) (PALOMA-1) bzw. (HR 5,50; 95% KI 4,14 - 7,31) (PALOMA-2) und unter Ribociclib (HR 4,21; 95% 3,40 - 5,21). Patienten brachen die Behandlung unter der Behandlung mit Abemaciclib und Ribociclib signifikant öfter ab als unter Placebo. Die CDK4/6 Hemmer unterscheiden sich im Nebenwirkungsspektrum und in den routinemäßigen Monitoringanforderungen. 

Fazit postmenopausale Patientinnen in der Erstlinientherapie

Insgesamt zeigt die Evidenz bei postmenopausalen Patientinnen in der Erstlinientherapie mit CDK4/6-Inhibitoren einen Behandlungsvorteil gegenüber der Vergleichstherapie für den Endpunkt progressionsfreies Überleben und für Ribociclib für den Endpunkt Gesamtüberleben. Die Ergebnisse zur Verträglichkeit der CDK4/6-Inhibitoren waren für alle analysierten Patientenkollektive vergleichbar und deuteten auf signifikant höhere Ereignisraten gegenüber der Vergleichstherapie hin. Die CDK4/6-Inhibitoren unterscheiden sich jedoch individuell hinsichtlich ihres Nebenwirkungsprofils. Speziell bei Palbociclib war die Rate an symptomatischen Nebenwirkungen aller Grade sowie routinemäßigen Monitoringanforderungen gemäß der Fachinformationen geringer ([1217] Abemaciclib Fachinformation; Palbociclib Fachinformation, Ribociclib Fachinformation). Kommentare zu den Nutzenbewertungen durch das IQWiG und den Beschlüssen des G-BA sind dem Leitlinienreport zu entnehmen. Eine tabellarische Übersicht in Form von Evidenztabellen über die aufgeführten Effektschätzer befindet sich im Evidenzbericht zu dieser Leitlinie.

5.2.4 Systemische Therapie bei postmenopausalen Patientinnen und positivem Hormonrezeptorstatus und negativem HER2-Status

5.34 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2025

Bei postmenopausalen Patientinnen soll die endokrin-basierte Therapie mit einem CDK4/6-Inhibitor in Abhängigkeit von der Vortherapie in Kombination mit einem Aromatasehemmer, Fulvestrant oder Tamoxifen (Tamoxifen nicht in Kombination mit Ribociclib) erfolgen.

Empfehlungsgrad
A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
Evidenzlevel
1
Konsens
Starker Konsens (97,4%)
Literatur
[1201] [1202] [1223]
ÄnderungshinweisBei postmenopausalen Patientinnen soll bei positivem Hormonrezeptorstatus und negativem HER2-Status eine endokrine Therapie, bevorzugt kombiniert mit einer zielgerichteten Therapie wie CDK4/6-Inhibitoren angeboten werden. Die alleinige endokrine Therapie ist nicht indiziert bei Patientinnen, bei denen die Notwendigkeit des Erreichens einer schnellen Remission zur Abwendung von ausgeprägten Symptomen besteht.
Evidenztabellen (3)Kapitel 5.2 Systemische Therapie metastasiertes Mammakarzinom (Schettini et al. 2020); Kapitel 5.2 Systemische Therapie metastasiertes Mammakarzinom (Li et al. 2020); Kapitel 5.2 Systemische Therapie metastasiertes Mammakarzinom (Tian et al. 2021)
5.35 · Evidenzbasierte Empfehlung · geprüft 2025

Eine kombinierte chemo-endokrine Therapie wird nicht empfohlen. Sie kann zwar die Remissionsraten erhöhen, führt aber auch zu gesteigerter Toxizität ohne Verlängerung des progressionsfreien Intervalls oder des Gesamtüberlebens.

Empfehlungsgrad
A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
Evidenzlevel
1
Konsens
Starker Konsens (97,4%)
Literatur
[1199] [1200]

Hintergrund

Siehe Hintergrundtext zur Empfehlung 5.29.

5.2.4.1 Zweit- und Folgelinientherapie

5.36 · Evidenzbasierte Empfehlung · geprüft 2025

Sofern in der Erstlinie noch kein CDK4/6-Inhibitor eingesetzt worden war, sollte er in weiteren endokrin-basierten Therapielinien eingesetzt werden.

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
1
Konsens
Starker Konsens (100%)
Literatur
[1201] [1202] [1222] [1223]
Evidenztabellen (3)Kapitel 5.2 Systemische Therapie metastasiertes Mammakarzinom (Schettini et al. 2020); Kapitel 5.2 Systemische Therapie metastasiertes Mammakarzinom (Li et al. 2020); Kapitel 5.2 Systemische Therapie metastasiertes Mammakarzinom (Tian et al. 2021)

Hintergrund

Zweit- und Folgelinientherapie postmenopausaler Patientinnen mit CDK4/6-Inhibitoren

Für postmenopausalen Patientinnen liegen zur Zweit- und Folgelinientherapie mit CDK4/6-Inhibitoren in Kombination mit einer endokrinen Therapie Daten aus insgesamt drei randomisierten kontrollierten Studien zu drei Substanzen vor (Abemaciclib: MONARCH-2, Palbociclib: PALOMA-3; Ribociclib: MONALEESA-3). Bei diesen Studien handelt es sich um randomisierte, kontrollierte und verblindet durchgeführte klinische Studien. Die Population der postmenopausalen Patientinnen (82 %) in der Zweit- und Folgelinientherapie wurde für die Studie MONARCH-2 in Form von Subgruppen extrahiert, um die vom G-BA geforderte Patientengruppe abbilden zu können. Bei PALOMA-3 handelt es sich bei den postmenopausalen Patientinnen um eine stratifizierte Subgruppe, die 79 % der Gesamtpopulation ausmacht. Die im Folgenden aufgeführten Daten zu Abemaciclib und Palbociclib sind daher Resultate von Subgruppenanalysen. Diese verfügen bei nicht signifikanten Effektschätzern nicht über eine ausreichende Teststärke, um eine statistisch abgesicherte Interpretation zu ermöglichen und sind daher als explorative Ergebnisse zu sehen.

Gesamtüberleben

Hinsichtlich des Gesamtüberlebens zeigten sich Vorteile für die postmenopausalen Patientinnen in der Zweit- und Folgelinientherapie. Ein signifikanter Überlebensvorteil gegenüber Placebo bestand hier für Abemaciclib (HR 0,77; 0,61 - 0,98) [1234] und Palbociclib (HR 0,73; 95% KI 0,57 - 0,95) [1209]. Für Ribociclib lag das Hazard Ratio für das Gesamtüberleben knapp unter der Signifikanzschwelle (HR 0,73; 95% KI 0,53 - 1,00) [1235]. Für die Gruppe der postmenopausalen Patientinnen in der Zweit- oder Folgelinientherapie liegen keine Subgruppenanalysen (bspw. bezüglich Alter oder Ethnie) vor.

Progressionsfreies Überleben

Es zeigten sich in allen Studien deutliche Vorteile der Behandlung mit CDK4/6-Inhibitoren hinsichtlich des progressionsfreien Überlebens gegenüber Placebo. Unter Abemaciclib: HR 0,58; 95% KI 0,46 - 0,73, unter Palbociclib: HR 0,41; 95% KI 0,30 - 0,56 und unter Ribociclib HR 0,58; 95% KI 0,42 - 0,80 [1212], [1236], [1233].

Fazit Zweit- und Folgelinientherapie postmenopausaler Patientinnen mit CDK4/6-Inhibitoren

Insgesamt spricht die Evidenz für einen Vorteil der Behandlung postmenopausaler Patientinnen in der Zweit- und Folgelinientherapie mit CDK4/6-Inhibitoren in Form von in der Vergangenheit bisher nicht erzielten, signifikanten Effektschätzern sowohl für progressionsfreies Überleben als auch für das Gesamtüberleben. Die Ergebnisse zur Verträglichkeit der CDK4/6-Inhibitoren waren für alle analysierten Patientenkollektive vergleichbar und deuteten auf signifikant höhere Ereignisraten gegenüber Placebo hin. Kommentare zu den Nutzenbewertungen durch das IQWiG und den Beschlüssen des G-BA sind dem Leitlinienreport zu entnehmen. Eine tabellarische Übersicht in Form von Evidenztabellen über die aufgeführten Effektschätzer befindet sich im Evidenzbericht zu dieser Leitlinie.

Sequentieller Einsatz von CDK4/6-Inhibitoren

Die Phase-III-Studie SONIA untersuchte bei 1050 HR-positiven, HER2-negativen fortgeschrittenen Brustkrebspatientinnen den Einsatz von CDK4/6-Inhibitoren entweder als Erst- oder als Zweitlinientherapie [1237]. Der primäre Endpunkt war die Zeit von der Randomisierung bis zum Fortschreiten der Erkrankung nach der Zweitlinienbehandlung (progressionsfreies Überleben 2 [PFS2]). Es konnte kein statistisch signifikanter Vorteil für die Verwendung von CDK4/6-Inhibitoren als Erstlinienbehandlung im Vergleich zur Zweitlinienbehandlung festgestellt werden (Median 31,0 gegenüber 26,8 Monaten; HR 0,87; 95 % KI= 0,74–1,03; P = 0,10). Die gesundheitsbezogene Lebensqualität war in beiden Gruppen ähnlich. Die Erstlinienanwendung von CDK4/6-Inhibitoren war mit einer längeren Behandlungsdauer mit CDK4/6-Inhibitoren im Vergleich zur Zweitlinienanwendung (mittlere Behandlungsdauer mit CDK4/6-Inhibitoren von 24,6 bzw. 8,1 Monaten) und mehr Nebenwirkungen des Schweregrads ≥3 (2.763 bzw. 1.591) verbunden.

Wenn auf die präferierte endokrin-basierte Therapie mit CDK4/6-Inhibitor verzichtet wird, sind Aromatasehemmer der dritten Generation Medikamente der ersten Wahl. Subgruppenanalysen für drei überwiegend angewendete Aromatasehemmer (Anastrozol, Exemestan und Letrozol) zeigen ähnliche Überlebensvorteile [1238].

Nach Versagen eines nicht-steroidalen Aromatasehemmers (Anastrozol oder Letrozol) hat die Gabe von Everolimus zusätzlich zu Exemestan zu einer Verlängerung des progressionsfreien Überlebens geführt. Dieser Ansatz stellt somit eine weitere Behandlungsoption dar.

Bei erneuter Progression des Tumorgeschehens können mutationsgerichtete Therapien (s.u.) sowie Antiöstrogene, Östrogenrezeptor-Antagonisten und schließlich hoch dosierte Gestagene bzw. Östrogene eingesetzt werden [1239], [1240].

Die Aromatasehemmer-Behandlung geht mit einer signifikanten Erhöhung von Nebenwirkungen einher, die durch den Hormonentzug induziert werden [1241]. Unter der Therapie mit Aromatasehemmern treten als Nebenwirkungen im Vergleich zu Tamoxifen weniger Hitzewallungen, thromboembolische Ereignisse und Endometriumkarzinome auf, jedoch ist die Rate an Arthralgien und Myalgien erhöht. Ferner ist mit einem höheren Knochendichteverlust und u.U. einer höheren Rate osteoporotischer Frakturen zu rechnen. Diese Aspekte stehen allerdings in der palliativen Behandlungssituation häufig nicht im Vordergrund.

Eine Kombination von Fulvestrant und Aromatasehemmern wird aufgrund der kontroversen Daten nicht empfohlen [1220], [1242], [1243], [1244], [1245], [1246], [1247], [1248], [1249], [1250], [1251].

Zusammenfassende Schlussfolgerung zum Einsatz von CK4/6-Inhibitoren bei Patientinnen mit Mammakarzinom

Die hier aufgeführten klinischen Studiendaten umfassen sowohl die Ergebnisse der a priori im Studienprotokoll definierten Populationen als auch die Ergebnisse von post-hoc, z.T. vom G-BA vorgeschriebenen Subgruppen. Sie wurden aufgeführt, um eine lückenlose Berichterstattung der verfügbaren Evidenz zu gewährleisten.

Eine abschließende Interpretation der dargestellten Subgruppenanalysen wird jedoch aufgrund statistischer Einschränkungen (multiples Testen, unzureichende Teststärke (Power)) erschwert. Daher fußen die von der Leitliniengruppe formulierten Empfehlungen zum Einsatz der CK4/6-Inhibitoren auf den Analysen der jeweiligen Gesamtpopulationen in den Studien (siehe siehe Leitlinenreport).

Bei diesen Patientinnen zeigten sich Vorteile der CDK4/6-Inhibitoren bezüglich eines verlängerten Gesamtüberlebens, insbesondere für Abemaciclib sowie Ribociclib. Darüber hinaus wurde für sämtliche Wirkstoffe eine signifikante Verlängerung des progressionsfreien Überlebens festgestellt [1212], [1213], [1214], [1230], [1233].

Diese Überlebensvorteile überwiegen etwaige fehlende Effekte bezüglich der gesundheitsbezogenen Lebensqualität sowie die gut therapierbaren Nebenwirkungen.

5.37 · Konsensbasierte Empfehlung · neu 2025

Bei Patientinnen mit positivem Hormonrezeptorstatus und negativem HER2-Status und einer PIK3CA-Mutation, die unter oder innerhalb von 12 Monaten nach einer adjuvanten endokrinen Therapie progredient sind, sollte eine zielgerichtete Therapie mit Inavolisib plus Fulvestrant plus Palbociclib angeboten werden.

Konsens
Konsens (90%)

Hintergrund

Inavolisib ist ein hochwirksamer und selektiver Inhibitor der Alpha-Isoform der katalytischen p110-Untereinheit des Phosphatidylinositol-3-Kinase-Komplexes (kodiert durch PIK3CA), der auch den Abbau von mutiertem p110α fördert. In einer randomisierten, doppelblinden Phase-III-Studie wurde Inavolisib (in einer oralen Dosis von 9 mg einmal täglich) plus Palbociclib-Fulvestrant (Inavolisib-Gruppe) als Erstlinientherapie mit Placebo plus Palbociclib-Fulvestrant (Placebogruppe) bei Patientinnen mit PIK3CA-mutiertem, Hormonrezeptor-positivem, HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs, die während oder innerhalb von 12 Monaten nach Abschluss der adjuvanten endokrinen Therapie einen Rückfall erlitten hatten, verglichen [1252]. Insgesamt wurden 161 Patientinnen der Inavolisib-Gruppe und 164 der Placebogruppe zugewiesen. Das mediane progressionsfreie Überleben betrug 15,0 Monate (95 % KI 11,3 - 20,5) in der Inavolisib-Gruppe und 7,3 Monate (95 % KI 5 ,6 - 9,3) in der Placebogruppe (HR 0,43; 95 % KI 0,32 - 0,59; P<0,001). Ein objektives Ansprechen trat bei 58,4 % der Patienten in der Inavolisib-Gruppe und bei 25,0 % der Patienten in der Placebogruppe auf. Die Inzidenz von Neutropenie Grad III/IV betrug 80,2 % in der Inavolisib-Gruppe und 78,4 % in der Placebogruppe; Hyperglykämie 3. oder 4. Grades 5 ,6 % bzw. 0 %, Stomatitis oder Schleimhautentzündung Grad III/IV 5,6 % bzw. 0 % und Durchfall Grad III/IV 3,7 % bzw. 0 %. Es wurde kein Hautausschlag Grad III/IV beobachtet. Bei 6,8 % der Patientinnen in der Inavolisib-Gruppe und bei 0,6 % der Patientinnen in der Placebogruppe wurde die Behandlung mit einem Prüfpräparat aufgrund unerwünschter Ereignisse abgebrochen. Bei Patientinnen mit PIK3CA-mutiertem, Hormonrezeptor-positivem, HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs führte Inavolisib plus Palbociclib-Fulvestrant zu einem signifikant längeren progressionsfreien Überleben. Der Prozentsatz der Patientinnen, die einen der Prüfwirkstoffe aufgrund unerwünschter Ereignisse abbrachen, war gering. Bei einer aktualisierten Auswertung mit längerer medianer Nachbeobachtungszeit von 34,2 Monaten in der Inavolisib-Gruppe und 32,3 Monaten in der Placebo-Gruppe betrug die mediane Gesamtüberlebenszeit 34,0 Monate (95 % KI) 28,4 bis 44,8) unter Inavolisib und 27,0 Monate (95 % KI 22,8 bis 38,7) unter Placebo (HR 0,67; 95 % KI 0,48 bis 0,94; P = 0,02 [1253].

Zweitlinientherapie

5.38 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2025

Postmenopausale Patientinnen mit HR-positivem / HER2-negativem fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom und einer aktivierenden ESR1-Mutation nach mindestens einer endokrinen Therapielinien, einschließlich eines CDK 4/6-Inhibitors, sollten mit Elacestrant behandelt werden.

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
⊕⊕⊕⊕ bis ⊕⊕⊝⊝

siehe Evidenzbericht oder das zusammenfassende Evidenzkurzprofil zu Elacestrant

Konsens
Starker Konsens (95,35%)
Literatur
[1254] [1184]
ÄnderungshinweisPostmenopausale Patientinnen mit HR-positivem / HER2-negativen fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom und einer aktivierenden ESR1Mutation nach mindestens zwei endokrinen Therapielinie, einschließlich eines CDK 4/6Inhibitors sollten mit Elacestrant behandelt werden
Evidenztabellen (1)Elacestrant versus endokrine Monotherapie beim HR-positiven/HER2-negativen Mammakarzinom mit aktivierender ESR1-Mutation im fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium
5.39 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2025

Patientinnen mit vorbehandeltem HR-positivem / HER2-negativem fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom mit einer oder mehrerer PIK3CA/AKT1/PTEN-Alteration sollten mit Capivasertib und Fulvestrant behandelt werden.

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
⊕⊕⊕⊕ bis ⊕⊝⊝⊝

siehe Evidenzbericht oder das zusammenfassende Evidenzkurzprofil zu Capivasertib

Konsens
Starker Konsens (97,67%)
Literatur
[1255]
ÄnderungshinweisPatientinnen mit vorbehandeltem HR-positivem / HER2-negativem fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom mit aktivierender PIK3CA/AKT1/PTEN-Alteration sollten mit Capivasertib behandelt werden.
Evidenztabellen (2)Capivasertib + Fulvestrant versus Placebo + Fulvestrant zur Behandlung von Frauen mit ER-positivem, HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom mit PIK3CA/AKT1/PTEN-Alteration(en), nach Wiederauftreten der Erkrankung während oder nach einer (neo-)adjuvanten endokrinen Therapie, bisher keine Behandlung im lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium; Capivasertib + Fulvestrant versus Placebo + Fulvestrant zur Behandlung von Frauen mit ER-positivem, HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom mit PIK3CA/AKT1/PTEN-Alteration(en), mit einer Progression der Erkrankung während oder nach einer endokrinen Therapie, welche im lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium erfolgte
5.40 · Konsensbasierte Empfehlung · geprüft 2025

Nach antihormoneller Vortherapie mit einem nicht-steroidalen Aromatasehemmer sowie CDK4/6-Inhibitoren kann eine Folgetherapie mit Exemestan und dem mTOR-Inhibitor Everolimus durchgeführt werden.

Konsens
Starker Konsens (94,3%)
5.41 · Konsensbasiertes Statement · modifiziert 2025

Weitere Schritte in der endokrin-basierten Behandlungssequenz stellen je nach Vorbehandlung der Einsatz von Elacestrant (bei Nachweis einer aktivierenden ESR1 Mutation), Capivasertib (bei Nachweis einer oder mehrerer PIK3CA/AKT1/PTEN-Alterationen), Alpelisib (bei Nachweis einer entsprechenden PIK3CA Mutation), Everolimus bzw. Antiöstrogenen, Östrogenrezeptor-Antagonisten, der Wechsel des Aromatasehemmers von einem steroidalen auf einen nicht-steroidalen Aromatasehemmer oder vice versa dar.
*Cave: Alpelisib derzeit in Deutschland nur über internationale Apotheke erhältlich

Konsens
Starker Konsens (100%)
ÄnderungshinweisWeitere Schritte in der endokrinen Behandlungssequenz stellen je nach Vorbehandlung der Einsatz von Elacestrant (bei Nachweis einer aktivierenden ESR1 Mutation), Capivasertib (bei Nachweis einer aktivierenden PIK3KA/AKT1/PTEN-Alteration), Alpelisib (bei Nachweis einer entsprechenden PI3KA Mutation) bzw. Antiöstrogenen, Östrogenrezeptor-Antagonisten, der Wechsel des Aromatasehemmers von einem steroidalen auf einen nicht-steroidalen Aromatasehemmer oder vice versa dar. *Cave: Alpelisib derzeit in Deutschland nur über internationale Apotheke erhältlich

Hintergrund

Die Mehrzahl unserer Patientinnen mit einem fortgeschrittenen Mammakarzinom erleiden einen Progress, so dass die Untersuchung neuerer endokrin-basierter Therapiemodalitäten große Relevanz besitzt. Bei HR-positiven, HER2-negativen fortgeschrittenen Mammakarzinomen spielt der Phosphatidylinositol-3-Kinase (PI3K) Weg eine wesentliche Rolle [1256]. Der mTOR-Inhibitor Everolimus ist seit einigen Jahren in Kombination mit dem steroidalen Aromatasehemmer (AI) Exemestan eine zugelassene therapeutische Option nach Versagen einer Therapie mit einem nicht-steroidalen Aromatasehemmer [1250]. Patientinnen mit Mutationen im Phosphatidylinositol-4,5-bisphosphat-3-Kinase, katalytische Untereinheit alpha (PIK3CA)-Gen zeigten ein signifikant verlängertes PFS, wenn sie zusätzlich zu Fulvestrant noch mit dem PI3K-Inhibitor Alpelisib behandelt werden [1257]. In der randomisierten und doppelblinden SOLAR-1 Studie wurde die Wirkung des PI3K- Inhibitors Alpelisib bei HR-positiven, HER2-negativen metastasierten Mammakarzinomen untersucht [1257]. In dieser Phase III Studie wurden die Patientinnen mit Fulvestrant (500 mg/4 Wochen) +/- Alpelisib (300 mg/Tag) in zwei anhand des PIK3CA Mutationsstatus definierten Kohorten behandelt. Insgesamt 572 Patientinnen, davon 341 mit einer PIK3CA Mutation, wurden in die Studie mit dem primären Endpunkt PFS rekrutiert. Bei den Patientinnen mit nachgewiesener PIK3CA Mutation wurde durch Alpelisib das PFS von 5,7 auf 11 Monate verlängert. (HR 0,65; 95% KI 0,50-0,85; P < 0,001). Bei den Patientinnen ohne PIK3CA Mutation war dieser Effekt nicht signifikant (HR 0,85; 95% KI 0,58-1,25). Die objektive Ansprechrate wurde durch Alpelisib ebenfalls gesteigert (26,6% vs. 12,8%). Die Rate an Grad III/IV Nebenwirkungen (Hyperglykämie 36,6% vs. 0,7%; Hautausschlag 9,9% vs. 0,3%; Diarrhoe 6,7% vs. 0,3%) sowie die Rate an Therapieabbrüchen (25% vs. 4,2%) war durch Alpelisib ebenfalls signifikant erhöht. In einer aktuellen Auswertung wurde das Gesamtüberleben der in der SOLAR-1 behandelten Patientinnen mit nachgewiesener PIK3CA Mutation von 31,4 Monate auf 39,3 Monate mit Alpelisib in klinisch relevanter Größenordnung verlängert, der Unterschied war jedoch nicht signifikant (HR 0,86; P = 0,15) [1258]. Alpelisib ist international beim fortgeschrittenen Mammakarzinom mit Mutationen in PIK3CA zugelassen, in Deutschland allerdings nur über die internationale Apotheke erhältlich. Die nachgewiesene Mutation in PIK3CA ist der erforderliche Biomarker für die Behandlung mit Alpelisib [1259][1257][1178][1260].

In einer randomisierten Phase-III-Studie wurden prä-, peri- und postmenopausale Frauen und Männer mit HR-positivem, HER2-negativem fortgeschrittenem Mammakarzinom, die nach einer Behandlung mit einem Aromatasehemmer einen Rückfall oder ein Fortschreiten der Erkrankung erlitten hatten, entweder zu Capivasertib + Fulvestrant oder Placebo + Fulvestrant randomisiert. Der duale primäre Endpunkt war das PFS, das sowohl in der Gesamtpopulation als auch bei Patienten mit AKT-Signalweg-veränderten (PIK3CA, AKT1 oder PTEN) Tumoren beurteilt wurde. Insgesamt wurden 708 Patientinnen randomisiert; 289 Patientinnen (40,8 %) wiesen Veränderungen im AKT-Signalweg auf, und 489 (69,1 %) hatten zuvor einen CDK4/6-Inhibitor zur Behandlung von fortgeschrittenem Brustkrebs erhalten. In der Gesamtpopulation betrug das mediane PFS in der Capivasertib-Fulvestrant-Gruppe 7,2 Monate im Vergleich zu 3,6 Monaten in der Placebo-Fulvestrant-Gruppe (HR 0,60; 95% KI 0,51-0,71; P<0,001). In der Population mit verändertem AKT-Signalweg betrug das mediane PFS in der Capivasertib-Fulvestrant-Gruppe 7,3 Monate im Vergleich zu 3,1 Monaten in der Placebo-Fulvestrant-Gruppe (HR 0,50; 95% KI 0,38-0,65; P<0,001). Die häufigsten unerwünschten Ereignisse Grad ≥ 3 bei Patientinnen, die Capivasertib-Fulvestrant erhielten, waren Hautausschlag (12,1 % vs. 0,3 %) und Diarrhoe (9,3 % vs. 0,3 %). Unerwünschte Ereignisse, die zum Abbruch der Behandlung führten, wurden bei 13,0 % der Patientinnen, die Capivasertib erhielten, und bei 2,3 % der Patientinnen, die Placebo erhielten, gemeldet. Insgesamt konstatierten die Autoren, dass die Therapie mit Capivasertib + Fulvestrant zu einem signifikant längeren PFS führt [1255]. Die nachgewiesene Mutation in PIK3CA, PTEN oder AKT ist der erforderliche Biomarker für die Behandlung mit Capivasertib (Fachinformation Capivasertib (Version Februar 2025)). 

Als weiterer therapierelevanter Biomarker beim fortgeschrittenen Östrogenrezeptor(ER)-positiven Mammakarzinom wurden Mutationen im Gen, das für den Östrogenrezeptor kodiert (ESR1), definiert [1260][1178][580]. Beim fortgeschrittenen Mammakarzinom können diese Mutationen unter einer Behandlung mit Aromatasehemmern selektiert werden [1261]. In der SOFEA Studie wiesen 39,1%, in PALOMA-3 25,3% und in der EFFECT Studie 23,4% der Mammakarzinompatientinnen eine ESR1-Mutation auf.

Mammakarzinome mit einer solchen ESR1-Mutation sprechen in retrospektiven Analysen prospektiver Studien besser auf eine Therapie mit dem selektiven ER-Degrader („Abbauer“) (SERD) Fulvestrant als auf einen Aromatasehemmer an [1262][1263]. Diese retrospektiven Daten haben zwischenzeitlich auch in prospektiven Studien zu therapierelevanten Resultaten geführt. Bidard et al. konnten beim fortgeschrittenen und vorbehandelten HR-positiven, HER2-negativen Mammakarzinom zeigen, dass der orale SERD Elacestrant einer endokrinen Standardtherapie vor allem bei Nachweis einer ESR1-Mutation überlegen war (HR 0,55; 95% KI 0,39-0,77; p = 0,0005) [1254]. In der randomisierten, offenen Phase-III-Studie EMERALD nahmen Patientinnen mit ER-positivem/HER2-negativem fortgeschrittenem Brustkrebs teil, die eine bis zwei Linien einer endokrinen Therapie erhalten hatten, eine Vorbehandlung mit einem Cyclin-abhängigen Kinase-4/6-Inhibitor benötigten und ≤ 1 Chemotherapie erhielten [1254]. Die Patientinnen wurden nach dem Zufallsprinzip einer endokrinen Monotherapie mit Elacestrant 400 mg oral einmal täglich oder der Standardtherapie (SOC) zugewiesen. Primäre Endpunkte waren das PFS durch verblindete unabhängige zentrale Überprüfung bei allen Patienten und bei Patienten mit nachweisbaren ESR1-Mutationen im Blut. Die Patientinnen wurden nach dem Zufallsprinzip Elacestrant (n = 239) oder SOC (n = 238) zugeteilt. Bei 47,8 % der Patientinnen wurde eine ESR1-Mutation nachgewiesen, und 43,4 % hatten zuvor zwei endokrine Therapien erhalten. Das PFS verlängerte sich bei allen Patientinnen (HR 0,70; 95% KI 0,55-0,88; p = 0,002) und bei Patientinnen mit ESR1-Mutation (HR 0,55; 95% KI 0,39- 0,77; p = 0,0005). Behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse vom Grad 3/4 traten bei 7,2 % unter Elacestrant und bei 3,1 % unter SOC auf. Behandlungsbedingte unerwünschte Ereignisse, die zum Abbruch der Behandlung führten, traten in der Elacestrant-Gruppe bei 3,4 % und in der SOC-Gruppe bei 0,9 % auf. Übelkeit jeglichen Grades trat bei 35,0 % unter Elacestrant und 18,8 % unter SOC auf (Grad 3/4, 2,5 % bzw. 0,9 %). Das OS als sekundärer Endpunkt wurde bei den ESR1-mutierten Patientinnen durch Elacestrant verbessert (HR 0,59; 95% KI 0,36-0,96; p = 0,03 nicht signifikant). Die Autoren schlossen daraus, dass Elacestrant der erste orale SERD ist, der in einer Phase-III-Studie bei Patientinnen mit ER-positivem/HER2-negativem fortgeschrittenem Brustkrebs eine signifikante Verbesserung des PFS gegenüber SOC sowohl in der Gesamtpopulation als auch bei Patientinnen mit ESR1-Mutationen bei kontrollierbarer Sicherheit zeigte. Die nachgewiesene Mutation in ESR1 im Blut (liquid biopsy) ist der erforderliche Biomarker für die Behandlung mit Elacestrant. 

5.2.5 Therapie des HR+ HER2- metastasierten Mammakarzinoms mit Antikörper-Wirkstoff-Konjugaten (ADC)

5.42 · Evidenzbasierte Empfehlung · neu 2025

Patientinnen mit HR-positivem / HER2-low fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom, die eine Chemotherapie in der metastasierten Situation erhalten haben oder bei denen während oder innerhalb von 6 Monaten nach Beendigung der adjuvanten Chemotherapie ein Rezidiv aufgetreten ist sollten mit Trastuzumab Deruxtecan behandelt werden.

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
⊕⊕⊕⊕ bis ⊕⊕⊝⊝

siehe Evidenzbericht oder das zusammenfassende Evidenzkurzprofil zu Trastuzumab Deruxtecan

Konsens
Starker Konsens (97,2%)
Literatur
[1264] [1184]
Evidenztabellen (1)Trastuzumab Deruxtecan versus Monochemotherapie beim HR-positiven/HER low Mammakarzinom im fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium

Hintergrund T-DXd bei HER2-low

Die multizentrische, offene, randomisierte Phase-III-Studie DESTINY-Breast04 wurde bei Patientinnen mit metastasierendem Brustkrebs mit niedriger HER2-Expression (HER2-low) durchgeführt, die zuvor eine oder zwei Chemotherapien in der metastasierten Situation erhalten hatten [1264]. Die Patientinnen erhielten im Verhältnis 2:1 nach dem Zufallsprinzip T-DXd oder eine Chemotherapie nach Wahl des Arztes. In der Gesamtpopulation war das mediane PFS 9,9 Monate in der T-DXd Gruppe und 5,1 Monate in der Gruppe, die nach Wahl des Arztes behandelt wurde (HR 0,50; 95% KI 0,40-0,63; P<0,001), das Gesamtüberleben betrug 23,4 Monate bzw. 16,8 Monate (HR 0,64; 95% KI 0,49-0,84; P = 0,001). Unerwünschte Ereignisse vom Grad 3 oder höher traten bei 52,6 % der Patientinnen auf, die T-DXd erhielten, und bei 67,4 % der Patientinnen, die eine Chemotherapie nach Wahl des Arztes erhielten. Die Autoren schlossen daraus, dass bei Patientinnen mit HER2-low metastasiertem Brustkrebs T-DXd zu einem signifikant längeren progressionsfreien und Gesamtüberleben als die Chemotherapie nach Wahl des Arztes führt.

In der DESTINY-Breast04 Studie zeigte, wie oben bereits erwähnt, einen klinisch relevanten und statistisch signifikanten Vorteil gegenüber Therapie nach Wahl des Arztes bei HER2-low lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom [1264]. Zwar war die überwiegende Mehrzahl der Patientinnen HR-positiv / HER2-negativ (n=494), eine kleine Subgruppe war allerdings HR-negativ / HER2-negativ (n=58). Diese Patientinnen hatten durch T-DXd ebenfalls ein signifikant verbessertes PFS (HR 0,46; 95 % KI 0,24 – 0,89) und OS (HR 0,48; 95 % KI 0.24-0.95), so dass T-DXd auch eine Option bei fortgeschrittenem und vorbehandeltem HER2-low TNBC ist.

5.43 · Konsensbasierte Empfehlung · neu 2025

Patientinnen mit HR-positivem / HER2-low oder HER2-ultralow fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom, die eine oder mehrere endokrine Therapielinien in der metastasierten Situation erhalten haben, kann eine Therapie mit Trastuzumab Deruxtecan angeboten werden.

Konsens
Starker Konsens (97,92%)

Hintergrund

In der multizentrischen, offenen Phase-3-Studie DESTINY-Breast06 wurden Patientinnen mit hormonrezeptorpositivem metastasierendem Brustkrebs mit niedriger HER2-Expression (ein Score von 1+ oder 2+ bei der immunhistochemischen [IHC] Analyse und negative Ergebnisse bei der In-situ-Hybridisierung oder ultralow HER2-Expression (IHC 0 mit Membranfärbung), die eine oder mehrere endokrin-basierte Therapielinien und keine vorherige Chemotherapie gegen metastasierenden Brustkrebs erhalten hatten, zu T-DXd oder einer Chemotherapie nach Wahl des Arztes randomisiert. Von den 866 randomisierten Patienten wiesen 713 eine HER2-low Erkrankung und 153 eine HER2-ultralow Erkrankung auf. Bei den Patientinnen mit HER2-low Erkrankung betrug das mediane progressionsfreie Überleben 13,2 Monate (95 % KI 11,4 - 15,2) in der T-DXd -Gruppe und 8,1 Monate (95 % KI 7, 0 - 9,0) in der Chemotherapiegruppe (HR 0,62; 95 % KI 0,52 - 0,75; P<0,001); die Ergebnisse waren in der explorativen HER2-ultralow-Population konsistent. Unerwünschte Ereignisse des Schweregrads III oder höher traten bei 52,8 % der Patientinnen in der T-DXd -Gruppe und bei 44,4 % der Patientinnen in der Chemotherapie-Gruppe auf. Eine bestätigte interstitielle Lungenerkrankung trat in 11,3% auf. Bei Patientinnen mit hormonrezeptorpositivem, HER2-low oder HER2-ultralow metastasierendem Brustkrebs, die eine oder mehrere endokrinbasierte Therapielinien erhalten hatten, führte die Behandlung mit T-DXd zu einem längeren progressionsfreien Überleben als eine Chemotherapie. Es wurden keine neuen Sicherheitssignale identifiziert [1265].

5.44 · Evidenzbasierte Empfehlung · neu 2025

Patientinnen mit HR-positivem / HER2-negativem fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom nach Vorbehandlung mit endokrin-basierter Therapie und mindestens 2 zusätzlichen systemischen Therapien bei fortgeschrittener Erkrankung sollten mit Sacituzumab Govitecan behandelt werden.

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
⊕⊕⊕⊕ bis ⊕⊕⊝⊝

siehe Evidenzbericht oder das zusammenfassende Evidenzkurzprofil zu Sacituzumab Govitecan

Konsens
Starker Konsens (100%)
Literatur
[1266] [1177] [1184]
ÄnderungshinweisPatientinnen mit HR-positiven / HER2-negativen fortgeschrittenen oder metastasierten Mammakarzinom nach Vorbehandlung mit endokrin-basierter Therapie und mindestens 2 zusätzlichen systemische Therapien bei fortgeschrittener Erkrankung sollten mit Sacituzumab Govitecan behandelt werden.
Evidenztabellen (1)Sacituzumab Govitecan versus Monochemotherapie beim HR-positiven/HER2-negativen Mammakarzinom im fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium

Hintergrund

Therapeutische Ziele sind attraktiv, die einen Einsatz bei möglichst vielen Patientinnen ermöglichen. Das humane Trophoblasten-Zelloberflächen-Antigen-2 (Trop-2) ist ein Membran-Glykoprotein, welches an der Zellproliferation und -motilität beteiligt ist und häufig in epithelialen Tumoren überexprimiert wird. Sacituzumab Govitecan  ist ein Antikörper-Wirkstoff-Konjugat (ADC) der dritten Generation, bestehend aus einem monoklonalen Anti-Trop-2-Antikörper (hRS7), einem hydrolysierbaren Linker und einem Zytostatikum (SN38), das die Topoisomerase 1 hemmt [1267]. Nach ermutigenden Ergebnissen beim TNBC verglichen Rugo et al. in einer Phase-III-Studie Sacituzumab Govitecan mit einer Chemotherapie nach Wahl des Arztes (Eribulin, Vinorelbin, Capecitabin oder Gemcitabin) bei endokrin-resistentem und chemotherapeutisch vorbehandeltem fortgeschrittenem HR+/HER2- Mammakarzinom [1268][1266]. Die randomisierte Phase-III-Studie TROPiCS-02 bestätigte die klinische Wirksamkeit von Sacituzumab Govitecan bei vorbehandelten Patientinnen mit metastasiertem oder lokal fortgeschrittenem, inkurablem HR-positivem, HER2-negativem Mammakarzinom. Die Patientinnen  wurden in einem 1:1 Verhältnis entweder in den experimentellen Arm (Sacituzumab Govitecan) oder in den Standardarm nach Wahl des Behandlers (Eribulin oder Capecitabin oder Vinorelbin oder Gemcitabin) randomisiert [1268]. Insgesamt wurden 543 Patienten nach dem Zufallsprinzip für die Behandlung mit Sacituzumab Govitecan (272 Patienten) oder einer Chemotherapie (271 Patienten) zugeteilt. Alle Patienten hatten zuvor Taxane, zumindest eine endokrine Therapielinie sowie CDK4/6i erhalten [1268]. Im Median waren drei Chemotherapielinien bei fortgeschrittener Erkrankung durchgeführt worden. Der primäre Endpunkt wurde mit einer 34%igen Verringerung des Risikos eines Fortschreitens der Erkrankung oder des Todes erreicht (Hazard Ratio [HR] 0,66; 95% KI 0,53-0,83; P = 0,0003). Das mediane PFS betrug 5,5 Monate mit SG und 4,0 Monate mit Chemotherapie. Die wichtigsten behandlungsbedingten unerwünschten Ereignisse von Grad ≥ 3 (Sacituzumab Govitecan vs. Chemotherapie) waren Neutropenie (51% vs. 38%) und Durchfall (9% vs. 1%). Die Autoren schlossen aus ihren Ergebnissen, dass Sacituzumab Govitecan einen statistisch signifikanten PFS-Vorteil mit einem überschaubaren Sicherheitsprofil bei Patientinnen mit stark vorbehandeltem, endokrin-resistentem HR+/HER2-fortgeschrittenem Brustkrebs und begrenzten Behandlungsmöglichkeiten hat. In einer aktuell publizierten Auswertung der TROPiCS-02-Studie zeigte sich, dass das OS durch Sacituzumab Govitecan im Vergleich zur Chemotherapie signifikant verbessert wurde (14,4 Monate vs. 11,2 Monate; HR 0,79; 95% KI 0,65-0,96; P = 0,020) [1266]. Dieser Überlebensvorteil war in allen Untergruppen mit Trop-2-Expressionsniveau konsistent. Die Gesamtansprechrate (ORR) wurde durch Sacituzumab Govitecan im Vergleich zur Chemotherapie signifikant verbessert (Odds Ratio 1,63; 95 % KI 1,03-2,56; P = 0,035), ebenso wie die Zeit bis zur Verschlechterung des allgemeinen Gesundheitszustands und der Lebensqualität (4,3 Monate vs. 3,0 Monate; HR 0-75; 95 % KI 0,61-0,92; P = 0,0059) und der Müdigkeit (2,2 Monate vs. 1,4 Monate; HR 0,73; 95 % KI 0,60-0,89]; P = 0,0021)

5.45 · Konsensbasierte Empfehlung · neu 2025

Patientinnen mit HR-positivem / HER2-negativem fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom, die bereits eine endokrine Therapie und mindestens eine Chemotherapie im fortgeschrittenen Stadium erhalten haben, kann eine Therapie mit Datopotamab Deruxtecan angeboten werden.

Konsens
Starker Konsens (95,45%)

Hintergrund

Die globale, offene, randomisierte Phase-3-Studie TROPION-Breast01 untersuchte das gegen Trop-2 gerichtete ADC Datopotamab Deruxtecan (Dato-DXd) mit einer vom Prüfer gewählten Chemotherapie bei HR-positivem / HER2-negativem fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom [1269]. Patientinnen mit inoperablem/metastasiertem HR-positivem / HER2-negativem Brustkrebs, bei denen unter endokriner Therapie eine Progression der Erkrankung auftrat und die zuvor ein bis zwei Chemotherapien im inoperablen/metastasierten Stadium erhalten hatten, wurden im Verhältnis 1:1 randomisiert Dato-DXd (6 mg/kg alle 3 Wochen) oder Therapie nach Wahl des Arztes(Eribulin/Vinorelbin/Capecitabin/Gemcitabin) zugewiesen. Die beiden primären Endpunkte waren PFS nach einer verblindeten unabhängigen zentralen Überprüfung und das OS. Die Patientinnen wurden randomisiert Dato-DXd (n = 365) oder Therapie nach Wahl des Arztes (n = 367) zugewiesen. Dato-DXd reduzierte das Risiko für Progression oder Tod signifikant (HR 0,63; 95 % KI 0,52 bis 0,76; P < 0,0001). Ein konsistenter PFS-Vorteil wurde in allen Untergruppen beobachtet. Obwohl die OS-Daten noch nicht ausgereift waren, wurde ein Trend zugunsten von Dato-DXd beobachtet (HR 0,84; 95 % KI 0,62 bis 1,14). Die Rate der behandlungsbedingten unerwünschten Ereignisse Grad ≥3 war unter Dato-DXd niedriger als unter Therapie nach Wahl des Arztes (20,8 % gegenüber 44,7 %). Die häufigsten therapieassoziierten unerwünschten Ereignisse (alle Grade; Grad ≥ 3) waren Übelkeit (51,1 %; 1,4 %) und Stomatitis (50 %; 6,4 %) unter Dato-DXd und Neutropenie (42,5 %; 30,8 %) unter Therapie nach Wahl des Arztes. Die Autoren schlussfolgerten, dass Patienten, die Dato-DXd erhielten, eine statistisch signifikante und klinisch bedeutsame Verbesserung des PFS und ein günstiges und beherrschbares Sicherheitsprofil hatten.

5.2.6 HER2-negatives Mammakarzinom im fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium bei Vorliegen einer Keimbahn- BRCA1/2-Mutation

5.46 · Evidenzbasierte Empfehlung · neu 2025

HER2-negative Patientinnen mit fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom mit BRCA1/2-Keimbahn-Mutation und Vorbehandlung mit einem Anthrazyklin und einem Taxan im (neo)adjuvanten oder metastasierten Setting, es sei denn, sie waren ungeeignet für diese Behandlungen, sollten mit Olaparib oder mit Talazoparib behandelt werden.

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
⊕⊕⊕⊕ bis ⊕⊕⊝⊝

siehe Evidenzbericht oder die zusammenfassenden Evidenzkurzprofile zu Talazoparib und Olaparib

Konsens
Starker Konsens (97,2%)
Literatur
[1177] [1270] [1271] [1272] [1273] [1274] [1184]
ÄnderungshinweisHER2-negative Patientinnen mit fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom mit BRCA1/2-Mutation und Vorbehandlung mit einem Anthrazyklin und einem Taxan im (neo)adjuvanten oder metastasierten Setting, es sei denn, sie waren ungeeignet für diese Behandlungen, sollten mit Olaparib oder mit Talazoparib behandelt werden.
Evidenztabellen (2)Talazoparib versus Monochemotherapie beim HER2-negativen fortgeschrittenen oder metastasierten Mammakarzinom und Vorliegen einer Keimbahn-BRCA1/2-Mutation; Olaparib versus Monochemotherapie beim HER2-negativen fortgeschrittenen oder metastasierten Mammakarzinom und Vorliegen einer Keimbahn-BRCA1/2-Mutation

Hintergrund

Neben den Hormonrezeptoren (HR) und HER2 hat sich eine defekte DNA-Reparatur als aussichtreiches Ziel für eine individualisierte Behandlung etabliert. In diesem Kontext sind Malignome mit einer Mutation im Breast Cancer-1 (BRCA-1) oder BRCA-2 Gen besonders relevant [1275]. Diese Keimbahnmutationen treten bei in ca. 5% aller Mammakarzinome auf und sind die am häufigsten vorkommenden Mutationen, die mit einem erblichen Mammakarzinom assoziiert sind [1276]. Darüber hinaus lassen sich in ca. 5-10% der Fälle auch somatische Mutationen in beiden Genen nachweisen. Phänotypisch führen diese Mutationen gehäuft zu triple-negativen Mammakarzinomen (TNBC), die negativ für den Östrogenrezeptor (ER), Progesteronrezeptor (PR) und HER2 sind.

Poly (ADP-Ribose) Polymerase (PARP) spielt eine wesentliche Rolle bei der Reparatur von DNA Einzelstrangbrüchen durch eine Basen-Exzisionsreparatur. PARP-Inhibitoren (PARPi) wie Olaparib oder Talazoparib hemmen diesen Reparaturmechanismus und führen zu einer Akkumulation von DNA Einzelstrangbrüchen und dadurch zu DNA Doppelstrangbrüchen an der Replikationsgabel [1277][1278]. Bei Tumoren, die einen Defekt in der homologen Rekombination, die zur fehlerfreien Reparatur von DNA- Doppelstrangbrüchen dient, aufweisen, führt dies zur sogenannten synthetischen Letalität [1279]. Durch die Blockade dieser beiden Reparaturmechanismen können die Tumorzellen DNA Schäden nicht mehr effizient reparieren. Diese „Achillesferse“ ist besonders bei Defekten in der homologen Rekombination durch eine Mutation im BRCA-1 oder -2 Gen relevant. Beim fortgeschrittenen Mammakarzinom mit einer pathogenen Mutation in BRCA-1/2 kann der PARPi Olaparib eingesetzt werden und führt zu einem verbesserten progressionsfreien Überleben (PFS) und bei Patientinnen ohne eine vorherige Chemotherapie in der Metastasierung zu einem verbesserten Gesamtüberleben (OS) sowie länger erhaltener QoL [1270][1280][1271]. Robson und Mitarbeiter behandelten in einer prospektiven randomisierten Phase 3 OlympiAD Studie 302 Patientinnen mit fortgeschrittenem BRCA mutiertem und HER2 negativem Mammakarzinom, die zuvor maximal 2 Systemtherapien für die metastasierte Erkrankung erhalten hatten [1270]. Die Hälfte der Patientinnen war hormonrezeptorpositiv, die übrigen triple-negativ. Die Patientinnen wurden zwischen Olaparib (300 mg Tabletten zweimal täglich) und einer Chemotherapie (entweder Capecitabine oder Eribulin oder Vinorelbine) randomisiert. Das mediane progressionsfreie Überleben (PFS) war bei den Patientinnen, die mit Olaparib behandelt wurden signifikant verlängert (8,0 vs. 4,2 Monate). Die Hazard Ratio (HR) betrug 0,58 mit einem 95% Konfidenzintervall (95% KI) 0,43 - 0,80 und p<0,001. Der Effekt von Olaparib war bei triple-negativen Patientinnen stärker ausgeprägt als bei hormonrezeptorpositiven. Die objektive Ansprechrate war bei den mit Olaparib behandelten Patientinnen ebenfalls signifikant höher (59,9% vs. 28,8%) während die mediane Zeit zum Ansprechen vergleichbar war (47 vs. 45 Tage). Die Rate an höhergradigen (≥Grad 3) Nebenwirkungen wiederum war unter Olaparib geringer (36,6% vs. 50,5%) als bei der Standardtherapie, die Rate an toxizitätsbedingten Therapieabbrüchen ebenso (4,9% vs. 7,7%). Demzufolge war auch die Zeit bis zu einem relevanten Abfall der Lebensqualität (QoL) unter Olaparib signifikant verlängert (HR 0,44; 95% KI 0,25 – 0,77; p=0,004).

Der PARPi Talazoparib wurde in einer Phase-III Studie beim fortgeschrittenen Mammakarzinom untersucht [1272]. In dieser Studie wurden ausschließlich Patientinnen mit einer Keimbahnmutation von BRCA-1/-2 untersucht. Insgesamt 431 Patientinnen wurden zwischen Talazoparib (1 mg täglich) und einer palliativen Chemotherapie (entweder Capecitabine oder Eribulin oder Gemcitabine oder Vinorelbin) randomisiert. Talazoparib führte zu einer signifikanten Verlängerung des medianen PFS (8,6 vs. 5,6 Monate; HR 0.54; 95% KI 0-41 - 0,71; P<0,001). Bezüglich des Gesamtüberlebens fand sich bei 57% der projizierten Ereignisse ein Trend zugunsten von Talazoparib (HR 0,76; 95% KI 0,55 – 1,06; P=0.11. Die Ansprechraten waren im Vergleich zur Standardtherapie durch Talazoparib signifikant erhöht (62,6% vs. 27,2%). Bezüglich des Nebenwirkungsprofils fanden sich höhergradige (≥Grad 3) hämatologische Toxizitäten vermehrt bei Talazoparib (55% vs. 38%) während höhergradige nichthämatologische Nebenwirkungen vergleichbar waren (32% vs. 38%). Des Weiteren konnte ein verzögerter Abfall der QoL bei Gabe des PARPi verglichen mit der Standardtherapie beobachtet werden [1272].

Rugo und Mitarbeiter berichteten in einer Analyse klinisch relevanter und präspezifizierter Subgruppen sowohl bei triple-negativen (HR 0.60; 95% KI 0,41-0,87) als auch bei hormonrezeptorpositiven, HER2-negativen (HR 0,47; 95% KI 0,32-0,71) Mammakarzinompatientinnen eine vergleichbare Überlegenheit von Talazoparib gegenüber der Vergleichstherapie bezüglich des progressionsfreien Überlebens [1281].

5.2.7 Triple negatives Mammakarzinom im fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium

5.47 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2025

Patientinnen mit triple-negativem fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom mit positivem PD-L1 Status sollen mit Pembrolizumab + Chemotherapie (Paclitaxel, nab-Paclitaxel oder Carboplatin/Gemcitabine) bei Combined positive score ≥ 10 behandelt werden. Alternativ kann mit Atezolizumab + nab-Paclitaxel bei IC ≥ 1% als Erstlinientherapie behandelt werden.

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
⊕⊕⊕⊕ bis ⊕⊕⊝⊝

siehe Evidenzbericht oder die zusammenfassenden Evidenzkurzprofile zu Atezolizumab und Pembrolizumab

Konsens
Starker Konsens (95,35%)
Literatur
[1177] [1282] [589] [1283] [590] [1284] [1285] [1184]
ÄnderungshinweisPatientinnen mit triple-negativen fortgeschrittenen oder metastasierten Mammakarzinom mit positivem PD-L1 Status sollten präferiert mit Pembrolizumb + Taxanmonotherepie bei CPS ≥ 10 oder alternativ mit Atezolizumab + nab-Paclitaxel bei IC ≥ 1 als Erstlinientherapie behandelt werden.
Evidenztabellen (2)Evidenzkurzprofil zu Atezolizumab als Erstlinientherapie beim triple negativen Mammakarzinom im fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium l; Evidenzkurzprofil zu Pembrolizumab als Erstlinientherapie beim triple negativen Mammakarzinom im fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium

Hintergrund

In den letzten Jahren ist die Bedeutung des Immunsystems auch beim Mammakarzinom immer mehr in den Fokus des Interesses gerückt. Speziell beim TNBC werden deutlich mehr somatische Mutationen und Neoantigene nachgewiesen als bei anderen molekularen Subtypen, welches für eine erhöhte Immunogenität spricht [1286]. Tatsächlich konnte gezeigt werden, dass sowohl Transkripte von Immunzellen als auch tumor-infiltrierende Lymphozyten (TILs) ihren stärksten prognostischen und prädiktiven Einfluss bei TNBC haben [1287][1288][1289][1290][1291].

Die Rolle des Immunsystems beim Mammakarzinom ist janusköpfig. Neben einer tumorhemmenden, von Typ1-T-Helferzellen (TH1) orchestrierten, akuten Inflammation durch CD8 Lymphozyten, B Zellen oder M1 Makrophagen kann es auch zu einer tumorfördernden, TH2 gesteuerten, chronischen Inflammation durch M2 Makrophagen, regulatorische T-Zellen oder Immuncheckpoints wie dem Programmed Death 1 (PD-1) oder dessen Liganden (PD-L1) kommen. Durch die dynamische Interaktion zwischen Immunsystem und Tumor kommt es zu unterschiedlichen Stadien der Tumorevolution (Elimination – Äquilibrium – Ausbruch) [1292]. Um eine Zerstörung von Krebszellen durch das Immunsystem zu erreichen, müssen verschiedene Stadien schrittweise durchlaufen werden, die zusammengefasst als Krebs-Immunzell-Zyklus bezeichnet werden [1293].

Eine wichtige therapeutische Zielstruktur innerhalb des Krebs-Immunzell-Zyklus stellen sogenannte “Immune Checkpoints” dar. Immun-Checkpoint Inhibitoren blockieren die Interaktion von bestimmten Zelloberflächenproteinen, die als „Bremse“ von Immunreaktionen dienen. Der derzeit beim Mammakarzinom relevanteste immunologische Kontrollpunkt ist PD-1/PD-L1 [1294]. Durch die Reaktion von PD-1 auf T-Zellen mit PD-L1, das sowohl auf T-Zellen als auch auf Tumorzellen exprimiert werden kann, kommt es zur Hemmung der T-Zell vermittelten Immunität gegen den Tumor. Durch den Einsatz von monoklonalen Antikörpern, sogenannten Immun-Checkpoint Inhibitoren (ICPi), die PD-1 (z.B. Pembrolizumab) oder PD-L1 (z.B. Atezolizumab) blockieren, kommt es zum „Lösen der Bremse“ des Immunsystems und dadurch zu gesteigerter Aktivität des Immunsystems gegen den Tumor. Die Monoaktivität von ICPi wie Atezolizumab war in Phase-I-Studien beim fortgeschrittenen und ausgedehnt vorbehandelten triple-negativen Mammakarzinom überschaubar [1291][1292]. Die Effektivität kann allerdings durch Hinzunahme einer Chemotherapie oder bei Patientinnen mit weniger Vortherapien deutlich gesteigert werden. Tatsächlich hat der ICPi Atezolizumab kombiniert mit nanopartikel-albumin-bound(nab)-Paclitaxel in der Erstlinientherapie bei fortgeschrittenen und PD-L1-positiven TNBC das Überleben statistisch signifikant und klinisch relevant verlängert [590].

Die randomisierte, doppelt-verblindete Phase-III Studie (IMpassion130) bestätigte die klinische Wirksamkeit von Atezolizumab in Kombination mit nab-Paclitaxel als Erstlinientherapie in einer Kohorte von insgesamt 902 Patientinnen mit metastasiertem oder lokal fortgeschrittenem triple-negativem Mammakarzinom. Die Patientinnen wurden in einem 1:1 Verhältnis entweder in den experimentellen Arm (Atezolizumab kombiniert mit nab-Paclitaxel) oder in den Placeboarm (nab-Paclitaxel + Placebo) randomisiert. Primäre Endpunkte waren das progressionsfreie Überleben sowie das Gesamtüberleben. Die Ergebnisse zeigten ein signifikant verlängertes PFS, sowohl in der ITT Gruppe (intention to treat) als auch in der Subgruppe der PD-L1 positiven TNBC Patientinnen: das PFS war 7,2 Monate im experimentellen Arm im Vergleich zu 5,5 Monaten im Placebo-Arm (HR 0,80; 95% KI 0,69-0,92; P=0,002). In der Subgruppe der PD-L1 positiven TNBC Patientinnen lag das PFS bei 7,5 Monaten im Vergleich zu 5 Monaten im Placebo-Arm (HR 0,62; 95% KI 0,49-0,78; P<0,001). Atezolizumab verlängerte in Kombination mit nab-Paclitaxel das OS in PD-L1 positiven Patientinnen (25,0 versus 15,5 Monaten, HR 0,62; 95% KI 0,45-0,86).

Die randomisierte, doppelt-verblindete Phase-III Studie KEYNOTE-355 bestätigte die klinische Wirksamkeit von Pembrolizumab in Kombination mit einer Chemotherapie als Erstlinientherapie in einer Kohorte von insgesamt 847 Patientinnen mit metastasiertem oder lokal fortgeschrittenem triple-negativem Mammakarzinom. Die Patientinnen wurden in einem 2:1 Verhältnis entweder in den experimentellen Arm (Pembrolizumab kombiniert mit Chemotherapie) oder in den Placeboarm (Chemotherapie + Placebo) randomisiert. Als Chemotherapien wurden entweder nab-Paclitaxel oder Paclitaxel oder Carboplatin/ Gemcitabin verwendet. Primäre Endpunkte waren das progressionsfreie Überleben sowie das Gesamtüberleben. Die Ergebnisse zeigten bei PD-L1 CPS ≥10% ein signifikant verlängertes PFS durch die Hinzunahme von Pembrolizumab zur Chemotherapie: das PFS lag bei 9,7 Monaten im experimentellen Arm im Vergleich zu 5,6 Monaten im Placebo-Arm (HR 0,65; 95% KI 0,49–0,86; P=0,0012). Die Raten behandlungsbedingter unerwünschter Ereignisse ≥ Grad 3 betrugen 68% in der Pembrolizumab-Chemotherapie-Gruppe und 67 % in der Placebo-Chemotherapie-Gruppe [589]. In einer aktuellen Asuswertung konnte von Rugo et al. gezeigt werden, dass Pembrolizumab in Kombination mit Chemotherapie bei CPS ≥10 auch das mediane 2-Jahres OS signifikant von 16,1 auf 23,0 Monate verlängerte (HR 0,73; 95% KI 0,55-0,95; P= 00093) [1282].

5.48 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2025

Patientinnen mit triple-negativem fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom nach Vorbehandlung mit zwei oder mehr systemische Therapien, darunter mindestens 1 gegen die fortgeschrittene Erkrankung, sollten mit Sacituzumab Govitecan behandelt werden.

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
⊕⊕⊕⊕ bis ⊕⊕⊝⊝

siehe Evidenzbericht oder das zusammenfassende Evidenzkurzprofil zu Sacituzumab Govitecan

Konsens
Starker Konsens (97,73%)
Literatur
[1177] [1295] [1296] [1184]
ÄnderungshinweisPatientinnen mit tripel-negativem fortgeschrittenen oder metastasierten Mammakarzinom nach Vorbehandlung mit 2 oder mehr systemischen Therapien, darunter mindestens 1 gegen die fortgeschrittene Erkrankung sollten mit Sacituzumab Govitecan behandelt werden.
Evidenztabellen (1)Sacituzumab Govitecan versus Monochemotherapie beim triple negativen Mammakarzinom im fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium

Hintergrund

Speziell das metastasierte triple-negative Mammakarzinom, das negativ für den Östrogenrezeptor (ER) und, den Progesteronrezeptor (PR) ist und keine Überexpression von HER2 aufweist, hat eine ungünstige Prognose mit einer medianen objektive Ansprechrate (ORR) von 23%, einem progressionsfreien Überleben von 5,4 Monate und einem Gesamtüberleben von 17,5 Monaten, wenn es mit einer Chemotherapie behandelt wird [1297]. Das TNBC führt daher zu einer relevanten wirtschaftlichen und humanitären Belastung der betroffenen Frauen, deren sozialen Umfelds und auch des Gesundheitswesens, da meist jüngere Frauen erkrankt sind [1298].

Bei fortgeschrittenem TNBC konnte eine Verlängerung des Gesamtüberlebens erst in den letzten Jahren durch gezielte Therapien wie Olaparib als Inhibitor der Poly (ADP-Ribose) Polymerase bei Patientinnen mit Keimbahnmutationen im Breast Cancer-1 (BRCA-1) oder BRCA-2 Gen [1271] oder Immun-Checkpoint Inhibitoren wie Atezolizumab oder Pembrolizumab bei Tumoren mit Expression von PD-1 oder dessen Liganden PD-L1 erreicht werden [590][589]. Diese Therapieoptionen sind zielgerichtete Therapien, die demzufolge nicht bei allen Patientinnen mit fortgeschrittenem TNBC eingesetzt werden können. Daher sind therapeutische Ziele attraktiv, die einen Einsatz bei möglichst vielen Patientinnen ermöglichen. Das humane Trophoblasten-Zelloberflächen-Antigen-2 (Trop-2) ist ein Membran-Glykoprotein, welches an der Zellproliferation und -motilität beteiligt ist und häufig in epithelialen Tumoren überexprimiert wird. Sacituzumab Govitecan ist ein Antikörper-Wirkstoff-Konjugat der dritten Generation, bestehend aus einem monoklonalen Anti-Trop-2-Antikörper (hRS7), einem hydrolysierbaren Linker und einem Zytostatikum (SN38), das die Topoisomerase 1 hemmt [1267]. SG hatte in frühen Studien bei mehrfach vorbehandelten, metastasierten TNBC Patientinnen beeindruckende Ergebnisse mit Ansprechraten von 33,3% und einem medianen PFS von 5,5 Monaten sowie einem OS von 13,0 Monaten erreicht [1295]. Darauf aufbauend wurde in der Phase-III ASCENT-Studie bei vorbehandeltem TNBC SG mit einer Therapie nach Wahl des Therapeuten (Capecitabin oder Vinorelbin oder Eribulin oder Gemcitabin) verglichen [1299]. In dieser randomisierten Phase-III Studie war SG der Vergleichstherapie nach Wahl des Behandlers statistisch signifikant und klinisch relevant in allen Endpunkten überlegen. Die randomisierte Phase-III Studie ASCENT bestätigte die klinische Wirksamkeit von Sacituzumab Govitecan bei vorbehandelten Patientinnen mit metastasiertem oder lokal fortgeschrittenem, inkurablem triple-negativem Mammakarzinom. Die Patientinnen wurden in einem 1:1 Verhältnis entweder in den experimentellen Arm (Sacituzumab Govitecan) oder in den Standardarm nach Wahl des Behandlers (Eribulin oder Capecitabin oder Vinorelbin oder Gemcitabin) randomisiert. . Insgesamt wurden 468 Patienten ohne aktive Hirnmetastasen nach dem Zufallsprinzip für die Behandlung mit Sacituzumab Govitecan (235 Patienten) oder einer Chemotherapie (233 Patienten) zugeteilt. Alle Patienten hatten zuvor Taxane erhalten. Das mediane PFS betrug 5,6 Monate mit SG und 1,7 Monate mit Chemotherapie nach Wahl des Behandlers (HR 0,41; 95% KI 0,32 - 0,52; P<0,001). Das mediane Gesamtüberleben betrug 12,1 Monate mit SG verglichen mit 6,7 Monate mit Chemotherapie nach Wahl des Behandlers (HR 0,48; 95% KI 0,38 - 0,59; P<0,001). Der Prozentsatz der Patienten mit objektivem Ansprechen lag bei 35% mit SG und 5% mit Chemotherapie nach Wahl des Behandlers. Die Inzidenz der wichtigsten behandlungsbedingten Nebenwirkungen Grad ≥ 3 waren (jeweils SG vs. Chemotherapie nach Wahl des Behandlers)) Neutropenie (51 % vs. 33 %), Leukopenie (10 % vs. 5 %), Diarrhöe (10 % vs. <1%), Anämie (8% vs. 5%) und febrile Neutropenie (6% vs. 2 %).

5.2.8 Chemotherapie des metastasierten Mammakarzinoms

Kriterien vor einer Chemotherapie

5.49 · Konsensbasierte Empfehlung · geprüft 2025

Vor Durchführung einer Chemotherapie sollen der Allgemeinzustand und die Komorbidität, die Vortherapien der Patientin erhoben und die Adhärenz abgeschätzt werden.

Konsens
Starker Konsens (100%)

Toxizitätsbeurteilung

5.50 · Konsensbasierte Empfehlung · geprüft 2025

Während der Therapie soll eine regelmäßige Toxizitätsbeurteilung (subjektiv und objektiv) erfolgen. Die Dosierung soll ebenso wie die angestrebten Zeitintervalle gemäß generell akzeptiertem Standard- bzw. aktuell publiziertem Therapieregime erfolgen. Nach Bestimmung eines geeigneten und repräsentativen Messparameters (Symptome, Tumormarker, Bildgebung) vor Therapiebeginn soll eine Evaluation des Therapieeffektes mindestens alle 6–12 Wochen entsprechend der klinischen Erfordernisse erfolgen. Im Verlauf können bei anhaltender Remission und guter klinischer und laborchemischer Beurteilbarkeit des Erkrankungsstatus die bildgebenden Intervalle verlängert werden.

Konsens
Starker Konsens (100%)
ÄnderungshinweisWährend der Therapie soll eine regelmäßige Toxizitätsbeurteilung (subjektiv und objektiv) erfolgen. Die Dosierung soll ebenso wie die angestrebten Zeitintervalle gemäß generell akzeptiertem Standard- bzw. aktuell publizierter Therapieregime erfolgen. Nach Bestimmung eines geeigneten und repräsentativen Messparameters (Symptome, Tumormarker, Bildgebung) vor Therapiebeginn soll eine Evaluation des Therapieeffektes mindestens alle 6–12 Wochen entsprechend der klinischen Erfordernisse erfolgen. Im Verlauf können bei anhaltender Remission und guter klinischer und laborchemischer Beurteilbarkeit des Erkrankungsstatus die bildgebenden Intervalle verlängert werden.

Modifikation der Chemotherapie

5.51 · Konsensbasierte Empfehlung · geprüft 2025

Eine Unterbrechung der Therapie sollte bei klinisch relevanter Progression oder nicht tolerabler Toxizität erfolgen.

Ein Wechsel auf eine andere Chemotherapie sollte ohne nachgewiesene Progression oder ohne nicht tolerable Toxizität nicht erfolgen.

Konsens
Starker Konsens (100%)

Polychemotherapie/Kombinationstherapie

5.52 · Evidenzbasierte Empfehlung · geprüft 2025

Bei Indikation zu einer Chemotherapie sollten Patientinnen ohne hohen Remissionsdruck eine Mono-Chemotherapie erhalten.

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
1
Konsens
Starker Konsens (100%)
Literatur
[1300] [1301]
ÄnderungshinweisBei Indikation zu einer Chemotherapie sollten Patientinnen ohne hohen Remissionsdruck eine sequentielle Chemotherapie erhalten.
5.53 · Evidenzbasiertes Statement · geprüft 2025

Die Kombinationstherapie aus Chemotherapie und Bevacizumab kann in der Erstlinientherapie das progressionsfreie Überleben verbessern, allerdings mit erhöhter Nebenwirkungsrate und ohne Einfluss auf das Gesamtüberleben.

Evidenzlevel
1
Konsens
Starker Konsens (100%)
Literatur
[1302] [1303] [1304] [1305] [1306] [1307] [1177]

Hintergrund

Bei stärkeren Beschwerden und raschem Wachstum bzw. aggressivem Tumorverhalten, d.h. bei hohem Remissionsdruck, kann eine Therapie mit einem ADC, eine Therapie mit ET + CDK4/6-Inhibitor, ggf. eine Polychemotherapie oder eine Chemotherapie + Bevacizumab durchgeführt werden. Aufgrund der Heterogenität der Metastasen und der individuellen Krankheitsverläufe kann keine einheitliche Therapiestrategie vorgegeben werden. Die Monotherapie weist zwar niedrigere Remissionsraten als Polychemotherapien auf, die Überlebenszeit wird hiervon jedoch nicht signifikant negativ beeinflusst. Monotherapien sind besser verträglich, sodass – wann immer möglich – eine Monotherapie durchgeführt werden sollte. Lediglich bei starken Beschwerden, raschem Tumorwachstum und aggressivem Tumorverhalten kann eine Polychemotherapie indiziert sein. Dies wird unterstützt durch eine 2013 publizierte Cochrane-Metaanalyse, welche ergab, dass sich durch eine Kombinationstherapie im Vergleich zu einer sequentiellen Monochemotherapie keine signifikanten Unterschiede im Gesamtüberleben und progressionsfreien Überleben zwischen Kombinationstherapie und einer sequentiellen Monochemotherapie ergaben (OS HR 1,04; 95% KI 0,93-1,16; P=0,45 / PFS HR 1,11; 95% KI 0,99-1,25; P=0,08). Das Ansprechen war durch die Kombinationschemotherapie im Vergleich signifikant höher, allerdings zeigte sich auch eine höhere Toxizität hinsichtlich der Rate an febrilen Neutropenien. Die Autoren kommen zu dem Schluss, dass die Ergebnisse dieser Metaanalyse die Empfehlungen zu einer sequentiellen Monotherapie im Vergleich zu einer Kombinationschemotherapie unterstützen bis auf die Fälle mit schneller Tumorprogression und hohem Remissionsdruck [1300].

Hat die Patientin in der (neo)adjuvanten Therapie noch keine Anthrazykline/Taxane erhalten, so können diese primär eingesetzt werden. Ansonsten kommen Anthrazykline in liposomaler Form, nab-Paclitaxel, Alkylanzien, Capecitabine, Eribulin, Platinkomplexe und Vinorelbin zum Einsatz [1308][1309]. 

Vor Durchführung und während einer Chemotherapie müssen der Allgemeinzustand der Patientin sowie die Nebenwirkungen der Therapie regelmäßig beurteilt werden. Eine Evaluation des Therapieeffektes mittels Bildgebung sollte alle 6-12 Wochen (Intervall je nach Krankheitsausbreitung, Krankheitsdynamik und klinischer Situation) erfolgen. Im Verlauf können bei Remission und guter klinischer und laborchemischer Beurteilbarkeit des Erkrankungsstatus die bildgebenden Intervalle verlängert werden. Bei Progress oder ausgeprägter Toxizität sollte die Therapie beendet werden. Der therapeutische Index (individueller Patientenvorteil versus therapiebedingte Nebenwirkungen) sollte in der Gesamtbeurteilung der Therapie positiv ausfallen.

Die Dosierung sowie die angestrebten Zeitintervalle der Therapie sollten allgemeinen Richtlinien der Therapie, d.h. anerkannten publizierten Protokollen, angepasst sein.

Eine Metaanalyse von Ghersi et al. zeigte, dass taxanhaltige Chemotherapien mit einem verbesserten progressionsfreien und Gesamtüberleben sowie einem erhöhten Tumoransprechen assoziiert waren.  Allerdings führten sie auch zu erhöhtem Risiko von Neuropathie bei jedoch geringerem Risiko von Übelkeit und Erbrechen im Vergleich zu nicht-Taxan-haltigen Regimen [1310].  

Bevacizumab beim metastasierten Mammakarzinom (1. Linie)

Die bessere Wirksamkeit einer Erstlinien-Behandlung mit Paclitaxel plus Bevacizumab (P/Bev) im Vergleich zu einer Paclitaxel-Monotherapie wurde in einer randomisierten Phase-III-Studie belegt: In der E2100-Studie verdoppelte der kombinierte Einsatz von P/Bev die objektive Ansprechrate (36.9% vs. 21.2%; p<0.001), was in einer nachfolgenden unabhängigen Auswertung bestätigt wurde (48,9% vs. 22,2%; p<0,0001). Dieses Ergebnis wurde unabhängig vom Hormonrezeptor-Status der Tumore erzielt. Mit P/Bev wurde eine signifikante Verlängerung der progressionsfreien Zeit (PFS) von 11.4 vs. 5.8 Monaten (HR 0,42; 95% KI, 0,34 – 0,52; P<0.001) im Vergleich zur Monotherapie erzielt, die ebenfalls in der Kontrollauswertung bestätigt wurde (11.3 vs. 5.8 Monate; HR 0,48; 95% KI 0.385 - 0.607; P < 0,0001) [1302], [1303]. Ein Vorteil hinsichtlich des medianen Gesamtüberlebens (OS) konnte hingegen nicht belegt werden (26.7 vs. 25.2 Monate; HR 0.88; P=0.16). Blutdruckerhöhungen > Grad 3 (14.8% vs. 0.0%, P < 0.001), Proteinurie (3.6% vs. 0.0%, P < 0.001), Kopfschmerzen (2.2% vs. 0.0%, P = 0.008) und cerebrovasculäre Ischämien (1.9% vs. 0.0%, P = 0.02) traten dabei deutlich häufiger beim Einsatz von P/Bev im Vergleich zur Monotherapie mit Paclitaxel auf [1302].

Die Effektivität einer Erstlinien-Kombinationstherapie von Capecitabin mit Bevacizumab (Cap/Bev) wurde ebenfalls in mehreren Phase III Studien belegt. Hier zeigte sich ein medianes PFS für diese Taxan-freie Kombination von 9,2 (RIBBON-1), 8,8 (CARIN) und 8,1 Monaten (TURANDOT) [1304], [1305], [1306]. 

Zusammenfassend zeigten sich in den Phase-III-Studien mit der Hinzunahme von Bevacizumab erhöhte Remissionsraten und eine Verbesserung des PFS, sodass trotz fehlendem Überlebensvorteil eine Kombinationstherapie insbesondere bei höherem „Remissionsdruck“ und bei fehlender Risikokonstellation betreffend Nebenwirkungen (kein unkontrollierter arterieller Hypertonus, keine cerebrovaskulären Ischämien und keine tiefen Venenthrombosen in der Vorgeschichte) geeignet erscheint.

5.3 Spezifische Metastasenlokalisationen

5.3.1 Grundsätzliches Vorgehen bei Fernmetastasierung

5.54 · Konsensbasierte Empfehlung · modifiziert 2025

Neben einer Systemtherapie soll die Indikation zu einer operativen bzw. lokal ablativen Therapie von Fernmetastasen individuell und in einem interdisziplinären Konsil gestellt werden.

Konsens
Starker Konsens (97%)
ÄnderungshinweisNeben einer Systemtherapie sollte die Indikation zu einer operativen bzw. lokal ablativen Therapie von Fernmetastasen individuell und in einem interdisziplinären Konsil gestellt werden.

Hintergrund

Im Individualfall können Patientinnen mit einer Oligometastasierung (Staging), gutem Performancestatus und langem zeitlichen Intervall zur Ersttherapie von einer lokalen Therapie profitieren [1311]. Die prognostische Relevanz gegenüber einer adäquaten Systemtherapie ist allerdings unklar, da zu dieser Fragestellung nur retrospektive Studien mit streng vorselektionierten Patientinnen vorliegen.

Im folgenden Kapitel werden an mehreren Stellen Empfehlungen der S3-Leitlinie Supportive Therapie von onkologischen PatientInnen AWMF-Registernummer 032-054OL  aufgeführt. Die Leitliniengruppe ist der Ansicht, dass diese Empfehlungen direkt auf die Patientin mit Mammakarzinom übertragen werden können. 

Achtung: Bei Änderung dieser Empfehlung in der S3-Leitlinie Supportive Therapie von onkologischen PatientInnen (aktuelle Version unter http://leitlinienprogramm-onkologie.de/Supportive-Therapie.95.0.html), beispielweise im Rahmen einer Aktualisierung, verlieren diese Empfehlungen an dieser Stelle ebenfalls ihre Gültigkeit.

5.3.2 Spezielle Behandlung von Skelettmetastasen

Zur Diagnostik und Therapie von Skelettmetastasen wird auf die S3-Leitlinie Supportive Therapie bei onkologischen Patientinnen verwiesen (http://leitlinienprogramm-onkologie.de/Supportive-Therapie.95.0.html). 

Ossäre Metastasen treten bei Patientinnen mit einem Mammakarzinom sehr häufig auf (> 50%). Damit einhergehende skelettale Komplikationen / Skeletal related events (SREs) wie pathologische Frakturen, Schmerzen mit erhöhtem Analgetikaverbrauch, spinale Kompressionssyndrome oder Hyperkalzämie erfordern eine effektive und oftmals auch interdisziplinäre Therapie. Zur Diagnose ist bei symptomatischen Tumorpatientinnen eine Knochenszintigraphie zur Beurteilung der Ausbreitung des ossären Befalls geeignet. Bei V.a. Frakturgefährdung soll ein röntgenbasiertes Verfahren (Nativ-Röntgen / CT) erfolgen. Bei V.a. Weichteilbeteiligung oder bei neurologischen Ausfällen mit V.a. Myelokompression sollte eine MRT durchgeführt werden. Bei Nachweis einer neu aufgetretenen ossären Manifestation ist eine erneute Ausbreitungsdiagnostik notwendig. Diese verschiedenen bildgebenden Verfahren haben unterschiedliche Sensitivitäten und Spezifitäten bei der Diagnose von Knochenmetastasen [1312]. 

Der Vorschlag einer Therapie soll in Abhängigkeit von der Dringlichkeit und vom Therapieziel interdisziplinär durch Operateur, Radioonkologen, Nuklearmediziner, internistischen Onkologen, onkologisch tätige Fachärzte, Schmerztherapeuten und ggf. Vertreter weiterer Fachdisziplinen festgelegt werden. 

Bei Patientinnen mit ossären Manifestationen stehen folgende Therapieoptionen zu Verfügung:

  • Medikamentöse Schmerztherapie
  • Lokale Bestrahlung
  • Operative Intervention
  • Systemische Tumortherapie
    • Zytostatika, Hormontherapie, zielgerichtete Substanzen, immunmodulierende Therapie u.a.
    • Radionuklide
    • Bisphosphonate bzw. RANK-Ligand-Antikörper

Bei schmerzhaften Knochenmetastasen steht an erster Stelle eine konsequente medikamentöse Analgesie in Kombination mit einer Radiotherapie. Bei stabilen ossären Manifestationen inklusive stabilen Wirbelkörpermanifestationen ohne Nachweis einer Myelonkompression ist die konservative Therapie (z.B. systemische Tumortherapie, Radiotherapie, Radionuklidtherapie, Bisphosphonate/RANK-Ligand-Antikörper) indiziert. Bei Patientinnen mit Myelonkompression und neurologischen Symptomen stehen die Operation gefolgt von Radiotherapie oder eine alleinige Radiotherapie zur Verfügung. Die Therapieempfehlung soll interdisziplinär unter besonderer Berücksichtigung der Grunderkrankung, der Operabilität und der Chancen der neurologischen Erholung erfolgen. Bei der kombinierten Therapie (Chirurgie + Radiotherapie) soll zunächst der chirurgische Eingriff durchgeführt werden. Bei Patientinnen mit Stabilitätsgefährdung bei ossärer Manifestation (mit oder ohne bereits eingetretene Fraktur) stehen die Operation und Radiotherapie zur Verfügung. Die Operation ist zu bevorzugen, wenn sie durchführbar ist und ein positiver Effekt auf die Lebensqualität und/ oder Lebenszeit zu erwarten ist.

5.3.2.1 Indikationen zur Strahlentherapie

5.55 · Konsensbasiertes Statement · modifiziert 2025

aus S3-Leitlinien Supportiv-Therapie bei onkologischen PatientInnen AWMF-Registernummer: 032-054OL

Indikationen zur lokalen perkutanen Strahlentherapie bei Knochenmetastasen sind:

  • lokale Schmerzsymptomatik,
  • Bewegungseinschränkung,
  • Stabilitätsminderung (Frakturgefahr),
  • Zustand nach operativer Stabilisierung,
  • drohende oder bestehende neurologische Symptomatik (z. B. Rückenmarkskompression).
Konsens
Starker Konsens (100%)

Hintergrund

Zur Begründung dieser Empfehlung siehe S3-Leitlinie Supportive Therapie bei onkologischen Patientinnen (http://leitlinienprogramm-onkologie.de/Supportive-Therapie.95.0.html). 

Die Indikation soll immer interdisziplinär, insbesondere in Abwägung einer potenziell chirurgischen Intervention, erfolgen. 

Zur Schmerztherapie bei unkomplizierten Knochenmetastasen (ohne bereits eingetretene Rückenmarkskompression oder Fraktur) erreicht eine Einzeitbestrahlung mit 1 x 8 Gy eine gleich gute Reduktion wie fraktionierte Bestrahlungsserien (5 x 4 Gy oder 10 x 3 Gy). Nach fraktionierter Bestrahlung wird jedoch seltener eine Re-Bestrahlung im weiteren Verlauf erforderlich [1313]. Die Gesamtprognose der Patientinnen sollte bei der Wahl des Bestrahlungsschemas für Knochenmetastasen berücksichtigt werden. Fraktionierte Bestrahlungskonzepte (z.B. 5 x 4 Gy oder 10 x 3 Gy) sollten bei Patientinnen mit günstigerer Prognose bevorzugt werden. Eine Rekalzifizierung einer osteolytischen Metastase ist frühestens ca. 3 Monate nach Strahlentherapie zu erwarten [1313]. Mit modernen Bestrahlungstechniken kann in der Regel eine erneute palliative Bestrahlung von Skelettmetastasen nach Vorbestrahlung durchgeführt werden und erreicht in etwa der Hälfte der Fälle ein gutes Schmerzansprechen [1314]. Eine Strahlentherapie von ossären Metastasen kann parallel zu einer Therapie mit antiresorptiven Substanzen (Bisphophonate, RANK-Ligand-Antikörper) durchgeführt werden [1315]. Eine Radionuklidtherapie mit Samarium-153 kann bei Patientinnen mit multifokalen ossären Metastasen solider Tumoren zur Reduktion der Schmerzsymptomatik durchgeführt werden [1316].

Bei Patientinnen mit einer akut aufgetretenen, funktionell relevanten Rückenmarkschädigung (z.B. Beinparese, Blasen-Mastdarmstörung) in gutem Allgemeinzustand und ausreichender Überlebensprognose soll eine notfallmäßige Dekompression erfolgen, um bleibende neurologische Defizite zu minimieren [1317]. Der chirurgischen Dekompression sollte sich eine postoperative fraktionierte Strahlentherapie anschließen. Nach operativer Dekompression bei Myelonkompression sollte die Radiatio bei trockenen Wundverhältnissen innerhalb von 14 Tagen begonnen werden. Nach intraläsional und marginal durchgeführtem operativem Verfahren an ossären Manifestation sollte eine lokale Bestrahlung erfolgen. Die postoperative Strahlentherapie nach stabilisierenden Eingriffen sollte nach Abschluss der Wundheilung erfolgen. Sowohl an den Extremitäten als auch an der Wirbelsäule sollte keine präoperative Bestrahlung im Operationsgebiet erfolgen. 

5.3.2.2 Indikationen zur operativen Therapie

5.56 · Konsensbasierte Empfehlung · modifiziert 2025

aus S3-Leitlinien Supportiv-Therapie bei onkologischen PatientInnen AWMF-Registernummer: 032-054OL

Indikationen zur chirurgischen Therapie von ossären Manifestationen können sein:

  • Myelonkompression mit neurologischen Symptomen,
  • pathologische Fraktur,
  • drohende Fraktur (Frakturrisiko z.B. über Mirel Score, Spinal Instability Neoplastic Scale (SINS)),
  • solitäre Spätmetastase,
  • Osteolysen mit Progress nach Strahlentherapie
  • therapieresistente Schmerzen.
Konsens
Starker Konsens (97%)

Hintergrund

Zur Begründung dieser Empfehlung siehe S3-Leitlinie Supportive Therapie bei onkologischen Patientinnen (http://leitlinienprogramm-onkologie.de/Supportive-Therapie.95.0.html). 

Eine bioptische Sicherung unter etablierten Kautelen [1318] soll bei V.a. ossäre Manifestationen durchgeführt werden bei:

  • Erstmaligem bildgebendem Nachweis einer möglichen (auch multiplen) Skelettmetastasierung bei lange zurückliegendem Primärtumor
  • Isolierter Knochenläsion bei potentiellem kurativen Therapieansatz ohne weitere Metastasen
  • Radiologische und/ oder klinische Befunde nicht in Einklang mit der Diagnose einer Knochenmetastase zu bringen sind (Differentialdiagnosen sind zu bedenken)

Die Indikation zu einer operativen Intervention soll interdisziplinär, insbesondere in Abwägung einer potentiell strahlentherapeutischen Intervention erfolgen.

Die bereits eingetretene oder drohende pathologische Fraktur stellt im Bereich der Extremitäten die wesentliche Indikation für eine chirurgische Therapie dar. Bei Vorliegen einer pathologischen Fraktur der unteren Extremitäten einer bislang mobilen Patientin besteht eine Indikation zur operativen Therapie. Bei der Wahl des geeigneten Operationsverfahrens bei ossären Manifestationen im Bereich der Extremitäten ist neben der Entität und Strahlensensibilität des Tumors die Prognose der Patientin zu berücksichtigen.

Bei stabilen Wirbelkörpermetastasen oder Manifestationen ohne Nachweis einer Myelonkompression ist die konservative Therapie (systemische Tumortherapie, Radiotherapie, Radionuklidtherapie, Bisphosphonat/ RANK-Ligand-Antikörper) der operativen vorzuziehen.

Bei therapierefraktären Schmerzen mit drohender bzw. eingetretener Kompressionsfraktur eines oder mehrerer Wirbelkörper im Bereich der BWS und LWS ohne Einbruch des Tumors in den Spinalkanal ist durch eine perkutane Zementaugmentation durch eine Vertebro- oder Kyphoplastie eine zügige Schmerzreduktion erzielbar [1319], [1320]. Bei Patientinnen mit einer akut aufgetretenen, funktionell relevanten kompressionsbedingten Rückenmarkschädigung (z.B. proximale Beinparese, Blasen-Mastdarmstörung) bei gutem Allgemeinzustand und ausreichender Überlebensprognose soll eine notfallmäßige Dekompression erfolgen, um bleibende neurologische Defizite zu minimieren. Der chirurgischen Dekompression sollte sich eine postoperative Strahlentherapie mit 10 x 3 Gy anschließen. Nach operativer Dekompression bei Myelonkompression sollte die Radiatio bei trockenen Wundverhältnissen innerhalb von 14 Tagen begonnen werden [1317].

5.3.3 Behandlung von Hirnmetastasen

5.57 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2025

Singuläre Hirnmetastasen sollten reseziert werden oder mittels stereotaktischer Radiotherapie behandelt werden. Entscheidungskriterien bei der Wahl das Therapieverfahrens sind Tumorgröße, Metastasenlokalisation, Symptomatik, das Vorliegen einer Mittellinienverlagerung sowie die Gesamtprognose.

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
2
Konsens
Starker Konsens (100%)
Literatur
[1321]
ÄnderungshinweisSinguläre oder solitäre Hirnmetastasen sollten reseziert werden oder mittels stereotaktischer Radiotherapie behandelt werden. Entscheidungskriterien bei der Wahl das Therapieverfahrens sind Tumorgröße, Metastasenlokalisation, Symptomatik, das Vorliegen einer Mittellinienverlagerung sowie die Gesamtprognose. Anschließend sollte eine lokal fraktionierte Bestrahlung oder Radiochirurgie des Tumorbetts erfolgen.
5.58 · Evidenzbasierte Empfehlung · neu 2025

Nach Hirnmetastasenresektion sollte bei limitierter zerebraler Metastasierung eine lokale fraktionierte Bestrahlung oder stereotaktische Radiotherapie des Tumorbetts erfolgen.

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
2
Konsens
Starker Konsens (100%)
Literatur
[1321]
5.59 · Konsensbasierte Empfehlung · geprüft 2025

Infratentorielle Metastasen sollten bei drohendem Verschlusshydrozephalus primär reseziert werden.

Konsens
Starker Konsens (100%)
5.60 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2025

Bei Vorliegen einer limitierten Anzahl von Hirnmetastasen (in der Größenordnung 2 – 4), die ein bestrahlbares Gesamtvolumen nicht überschreiten, soll der initialen Radiochirurgie aufgrund der geringeren negativen Auswirkungen auf die Neurokognition im Vergleich zur Ganzhirnbestrahlung, der kürzeren Behandlungsdauer und der höheren Kontrollrate der Vorzug gegeben werden.

Empfehlungsgrad
A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
Evidenzlevel
2
Konsens
Starker Konsens (100%)
Literatur
[1321]
ÄnderungshinweisBei Vorliegen einer limitierten Anzahl von Hirnmetastasen (in der Größenordnung 2 – 4), die ein bestrahlbares Gesamtvolumen nicht überschreiten, soll der initialen stereotaktischen Radiotherapie aufgrund der geringeren negativen Auswirkungen auf die Neurokognition im Vergleich zur Ganzhirnbestrahlung, der kürzeren Behandlungsdauer und der höheren lokalen Kontrollrate der Vorzug gegeben werden. Sollte aufgrund anderer, negativer Prognosekriterien eine Operation oder Radiochirurgie nicht infrage kommen, soll kann die alleinige Ganzhirnbestrahlung eingesetzt werden. Für Patientinnen mit multiplen Hirnmetastasen soll die alleinige Ganzhirnbestrahlung durchgeführt werden.
5.61 · Konsensbasierte Empfehlung · neu 2025

Für Patientinnen mit 5-10 Hirnmetastasen, die ein bestrahlbares Gesamtvolumen nicht überschreiten, kann eine stereotaktische Radiotherapie als Alternative zur Ganzhirnbestrahlung erfolgen.

Konsens
Starker Konsens (100%)
5.62 · Konsensbasierte Empfehlung · geprüft 2025

Sollte eine Operation oder eine stereotaktische Radiotherapie nicht infrage kommen, kann die alleinige Ganzhirnbestrahlung eingesetzt werden.

Konsens
Starker Konsens (100%)
5.63 · Evidenzbasierte Empfehlung · geprüft 2025

Die Kombination aus Resektion oder Radiochirurgie mit einer Ganzhirnbestrahlung verbessert gegenüber alleiniger Operation oder Radiochirurgie das hirnspezifische progressionsfreie Überleben, nicht jedoch das Gesamtüberleben. Sie kann im Einzelfall erwogen werden.

Empfehlungsgrad
0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
Evidenzlevel
4
Konsens
Starker Konsens (100%)
Literatur
[1321]
5.64 · Konsensbasiertes Statement · geprüft 2025

Es gibt keine Indikation zur Kombination einer Ganzhirnbestrahlung mit radiosensibilisierenden Pharmaka.

Evidenzlevel
Konsens
Starker Konsens (100%)
Literatur
[1322] [1323] [1324] [1325] [1326] [1327] [1328] [1329] [1330] [1331]

Hintergrund

Das Mammakarzinom ist die zweithäufigste Ursache von ZNS-Metastasen (nach den Lungenkarzinomen). Angaben zur tatsächlichen Inzidenz schwanken in der Literatur zwischen 15-20%; in Autopsie-Kollektiven bis zu 40% [1332], [1333]. In den letzten Jahren zeigt sich eine steigende Inzidenz der Hirnmetastasierung bei Patientinnen mit Mammakarzinom. Die steigende Inzidenz wird auf das längere Überleben aufgrund besserer Kontrolle der Grunderkrankung und der extrakraniellen Metastasen sowie verbesserte diagnostische Maßnahmen (MRT) und deren größere Nutzung zurückgeführt. Als Risikofaktoren wurden im Rahmen von Subgruppenanalysen Patientinnen mit triple-negativer Histologie und HER2-positivem Status identifiziert [1334]. Als singulär bezeichnet man eine einzige Metastase im Gehirn bei gleichzeitig nachweisbaren Metastasen in anderen Organen, als solitär kennzeichnet man die singuläre zerebrale Metastase als einzige (nachgewiesene) Metastase im Organismus. 

Die Gesamtprognose ist mit einer medianen Überlebenszeit von 2 bis 25 Monaten limitiert. Einzelne Patientinnen überleben allerdings mehrere Jahre rezidivfrei. Insbesondere bei spät im Verlauf der Erkrankung isoliert auftretenden Hirnmetastasen erscheint daher eine intensivierte Therapie gerechtfertigt. Mittels einer rekursiven Partitionsanalyse der Radiation Therapy Oncology Group (RTOG) an einem Kollektiv mit Hirnmetastasen (überwiegend vom Lungenkarzinom) der USA wurden nach einfachen prognostischen Kriterien (Alter < 65, Karnofsky-Index > 70, systemische Erkrankung kontrolliert) 3 Prognoseklassen (RPA Class I – III) auf der Basis einer Ganzhirnbestrahlung als Therapiemaßnahme definiert. Mithilfe dieser drei Klassen kann das mediane Überleben zwischen weniger als 2 oder länger als 7 Monaten geschätzt werden [1335]. Aufgrund neuerer Daten wurde 2012 ein neuer Score, der sog. Graded Prognostic Assessment (GPA), vorgeschlagen [1336], erneut auf der Basis einer Ganzhirnbestrahlung, der durch Primärtumor-spezifische Indices dezidiert für das Mammakarzinom ergänzt wurde. Unter Verwendung des Mammakarzinom-spezifischen Scores (Vergabe von Punkten für Karnofsky-Index, histologischer Subtyp, Alter) ergeben sich mediane Überlebenszeiten für GPA 0-1: 3,4 Monate, für GPA 1,5-2: 7,7 Monate, für GPA 3: 15 Monate und für GPA 3,5-4: 25,3 Monate.

Die Therapiestrategie richtet sich neben den o. g. Prognosefaktoren nach Anzahl, Lage und Größe der Hirnmetastasen. Die wesentlichen Therapiemodalitäten umfassen Resektion, Radiochirurgie, fraktionierte Strahlentherapie, z.B. als stereotaktisch geführte, lokale Strahlentherapie oder als Ganzhirnbestrahlung, und medikamentöse Tumortherapie. Bei der Beurteilung des Effekts lokaler Therapien in klinischen Studien ist zu beachten, dass die mediane Überlebenszeit nicht nur durch die Wirksamkeit der Behandlung der Hirnmetastasen beeinflusst wird, sondern auch an den Folgen der systemischen Tumorprogression. 

Operation: Die Operation hat einen sicheren Stellenwert in der Therapie von Hirnmetastasen [1322]. Das mediane Überleben verbessert sich bei Resektion singulärer Metastasen und nachfolgender Ganzhirnbestrahlung um 6-9 Monate gegenüber alleiniger Ganzhirnbestrahlung. Bei symptomatischen großen Metastasen ist die palliative Wirkung der Resektion von Bedeutung. Zwei von 3 randomisierten Studien kamen zu dem Schluss, dass die Resektion singulärer oder solitärer Metastasen, gefolgt von einer Ganzhirnbestrahlung, der alleinigen Ganzhirnbestrahlung überlegen ist [1323], [1324], [1325]. Eine dritte Studie belegte den Wert der Operation nicht [1337]. Diese Diskrepanz ist aber durch spätere Operationen im Strahlentherapiearm und ein insgesamt prognostisch ungünstiges Patientenkollektiv zu erklären. Zahlreiche retrospektive Analysen sprechen ebenfalls für die Resektion singulärer oder solitärer Metastasen [1338]. Allerdings sind die lokalen Rezidivraten nach alleiniger Resektion mit 60% relativ hoch [1330]. Lokale wie auch distante Rezidive werden reduziert, wenn an die Operation die Ganzhirnbestrahlung angeschlossen wird [1325], [1330]. Ob die Ganzhirnbestrahlung durch eine hypofraktionierte, umschriebene Nachbestrahlung des postoperativen Tumorbettes ersetzt werden kann, um die negativen Auswirkungen einer Ganzhirnbestrahlung zu vermeiden, ist Gegenstand von laufenden Studien. Bei allen zitierten Studien stellte die Gruppe der Mammakarzinompatientinnen eine relevante Subgruppe dar, Daten ausschließlich zur Therapie von Hirnmetastasen bei Mammakarzinom existieren nicht. 

Es liegen zwei randomisiert-kontrollierte Studien zur stereotaktischen Einzeit-Radiotherapie der Resektionshöhle vor, die einerseits gegen den historischen Standard der Ganzhirnbestrahlung und andererseits gegen eine Nachbeobachung verglichen. Gegenüber einer Nachbeobachtung nach Hirnmetastasenresektion demonstrierte die stereotaktische Einzeit-Radiotherapie eine signifikante Verbesserung der lokalen Kontrolle im Bereich der Resektionshöhle von 43% auf 72% [1339]. Im Vergleich zur Ganzhirnbestrahlung fand sich nach 6 Monaten eine signifikante Senkung des Anteils von Patient:innen mit kognitiver Verschlechterung von 85% auf 52% [1340]. Allerdings war die lokale Kontrolle nach 6 Monaten im Bereich der Resektionshöhle mit Ganzhirnradiotherapie signifikant besser als mit stereotaktischer Einzeit-Radiotherapie (87% vs. 80%), weiterhin war die Zeit bis zur intrakraniellen Progression mit der stereotaktischen Einzeit-Radiotherapie signifikant geringer (6,4 Monate vs. 27,5 Monate).

In beiden Studien fand sich kein Anhalt für vermehrte Toxizität durch die stereotaktische Einzeit-Radiotherapie oder einen Unterschied im Gesamtüberleben.

Das Volumen der Resektionshöhle bzw. die Metastasengröße vor OP war in beiden Studien ein Risikofaktor für Lokalrezidive, am ehesten aufgrund enger Sicherheitssäume bei der Bestrahlung und einer Dosisreduktion bei zunehmendem Volumen aufgrund des steigenden Radionekroserisikos. In einer großen multizentrischen Analyse mit 558 Patient:innen zur hypofraktionierten stereotaktischen Radiotherapie (mediane Dosis 30 Gy in 5 Fraktionen) zeigte eine lokale Tumorkontrolle von 84% nach 12 Monaten [1341]. In diesem Kollektiv entwickelten ca. 12% nach Operation und stereotaktischer Radiotherapie der Resektionshöhle im Verlauf eine Meningeosis carcinomatosa.

Ist eine stereotaktische Einzeit- oder hypofraktionierte stereotaktische Radiotherapie nicht möglich, kann auch eine lokale fraktionierte Bestrahlung der Resektionshöhle, z.B. mit 10-12x3 Gy erfolgen.

Laufende Studien untersuchen die Fragestellung, ob durch eine präoperative Radiotherapie vor Hirnmetastasenresektion die Rate an meningealen Rezidiven reduziert werden kann.

Radiochirurgie: Die perkutane stereotaktische Applikation einzelner hoher Strahlendosen (Radiochirurgie) ist eine Standardtherapie bei der Behandlung von Hirnmetastasen. Die hohe Strahlendosis führt häufig zu einer guten Tumorkontrolle, während das umgebende gesunde Gewebe durch den steilen Dosisabfall zur Peripherie geschont wird. Die Radiochirurgie stellt somit eine Alternative zur neurochirurgischen Resektion dar. Die Radiochirurgie wird derzeit meist als primäre Behandlung einzelner oder mehrerer Läsionen mit einem Durchmesser bis zu 30 mm (bzw. 15 ml) oder als Rezidivbehandlung bei Patientinnen eingesetzt, die ein Rezidiv in einer zuvor konventionell bestrahlten Region zeigen. Die lokalen Kontrollraten liegen in einem Bereich von 73-94%. Retrospektive Kohortenstudien weisen auf eine Gleichwertigkeit von Radiochirurgie und neurochirurgischer Resektion hin. Vergleichsstudien wurden bisher nicht publiziert. Allerdings muss hervorgehoben werden, dass die lokale Kontrolle nach Radiochirurgie besser zu sein scheint. In der EORTC-Studie 22952-26001 betrug die kumulative Inzidenz der lokalen Progression 59% nach Resektion im Vergleich zu 31% nach Radiochirurgie [1330].

Die Entscheidung hängt von klinischen Gegebenheiten ab (pro OP: histologische Sicherung, Masseneffekt, pro Radiochirurgie: Einsetzbarkeit in jeder Lokalisation, auch bei funktionell nicht resektablen Läsionen wie Hirnstamm).  

Strahlentherapie bei limitierter (1-4 Hirnmetastasen) und multipler Metastasierung, Stellenwert der Ganzhirnbestrahlung: Zur Frage der Kombination aus Radiochirurgie alleine bzw. mit zusätzlicher Ganzhirnbestrahlung existieren mittlerweile Daten von 6 randomisierten Studien [1326], [1327], [1328], [1329], [1330], [1331]. Auch hier lag die Größenordnung der randomisierten Mammakarzinompatientinnen bei annähernd 20% neben den Patienten mit Lungenkarzinom als größte Gruppe. Die ersten beiden Studien ergaben unisono eine erhöhte lokale Metastasenkontrolle und „in-brain-control“ (Verhindern neuer intrakranieller Metastasen) bei Kombination aus Radiochirurgie und Ganzhirnbestrahlung [1326], [1327]. Auch in den drei nachfolgenden Studien [1328], [1329], [1330] zeigten sich höhere Kontrollraten aufgrund der resultierenden Dosiseskalation durch die Kombination aus Radiochirurgie und Ganzhirnbestrahlung, allerdings ging dies nicht mit einem Überlebensvorteil des Gesamtkollektivs einher und die neurokognitiven Endpunkte zeigten eine substanzielle Verschlechterung durch die Hinzunahme der Ganzhirnbestrahlung. In zwei weiteren Studien wurden neurokognitive Endpunkte in den Vordergrund der Evaluation gestellt [1329][1331]. Aufgrund der Verschlechterung der Neurokognition bei gleichzeitig fehlendem Überlebensvorteil wird die Ganzhirnbestrahlung mittlerweile bei 1-4 Hirnmetastasen, die für eine stereotaktische Radiotherapie geeignet sind, nicht mehr eingesetzt. Da mittlerweile moderne radiochirurgische Techniken zur Verfügung stehen, dies auch bei multiplen Hirnmetastasen (bis zu 10) durchzuführen, wird aufgrund der Nebenwirkungen der Ganzhirnbestrahlung diese zunehmend auch bei multipler Metastasierung eingesetzt [1342]. Daten aus randomisiert-kontrollierten Studien stehen jedoch noch aus. Insofern kann auch bei mehr als 4 Läsionen einer initialen Radiochirurgie der Vorzug gegeben werden (unter Berücksichtigung von Befallsmuster und Lokalisation), um die negativen Auswirkungen einer Ganzhirnbestrahlung auf die Neurokognition zu vermeiden bzw. die Ganzhirnbestrahlung als Salvage-Option vorzuhalten.

Ganzhirnbestrahlung: Die alleinige fraktionierte Ganzhirnbestrahlung (üblicherweise mit 10 x 3 Gy fraktioniert) bleibt für Patientinnen mit multipler Hirnmetastasierung, limitierter Prognosegruppe und reduziertem Allgemeinzustand die Therapie der Wahl, neben der Alternative des Verzichts auf Therapie (best supportive care). Die Ganzhirnbestrahlung verbessert in dieser klinischen Konstellation die mediane Überlebenszeit von 2 Monaten bei rein supportiver Therapie auf 3-6 Monate. Sie führt zu einer Verbesserung der tumorbedingten neurologischen Symptomatik und der Lebensqualität. Moderne Bestrahlungstechniken (intensitätsmodulierte Radiotherapie, IMRT) ermöglichen eine beidseitige Schonung des Hippocampus („hippocampal sparing“), ohne die zerebrale Tumorkontrolle zu kompromittieren. Hierdurch ist eine Verbesserung der Neurokognition möglich [1343].

5.65 · Evidenzbasierte Empfehlung · neu 2025

aus S3-Leitlinien Supportiv-Therapie bei onkologischen PatientInnen AWMF-Registernummer: 032-054OL

Bei therapeutischer Ganzhirnbestrahlung ohne Hippocampusbefall und ohne leptomeningealen Befall kann eine bilaterale Schonung der Hippocampi durch den Einsatz einer intensitätsmodulierten Radiotherapie erwogen werden.

Empfehlungsgrad
0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
Evidenzlevel
2
Konsens
Starker Konsens (100%)

Hintergrund

Medikamentöse Therapie parenchymatöser Hirnmetastasen: Bei ausgewählten Patientinnen mit HER2-positiven Mammakarzinom und aktiver (d.h. asymptomatisch unbehandelter oder nach erfolgter Behandlung progredienter) ZNS-Metastasierung kann auch eine alleinige Systemtherapie, z.B. mit dem HER2CLIMB-Regimen Tucatinib plus Capecitabin plus Trastuzumab, erwogen werden [1344][1196]. Die randomisierte HER2CLIMB-Studie schloss Patientinnen mit metastasiertem HER2-positivem Mammakarzinom ein, von denen 291 Hirnmetastasen aufwiesen (174 mit aktiven, 117 mit stabilen Hirnmetastasen). Die Therapie mit Tucatinib/Trastuzumab/Capecitabin verlängerte bei Patientinnen mit Hirnmetastasen das mediane OS um 9,1 Monate im Vergleich zu Plazebo/Trastuzumab/Capecitabin (21,6 vs, 12,5 Monate), das mediane ZNS-PFS wurde mehr als verdoppelt (9,9 Monate vs. 4,2 Monate) [1345]. Die lokale Behandlung asymptomatischer unbehandelter Metastasen kann dann bis zum Progress der Hirnmetastasierung verzögert werden.

Auch für T-DXd gibt es Hinweise auf eine Wirksamkeit bei parenchymatösen ZNS-Metastasen: In der Subgruppenanalyse von Patienten mit stabilen Hirnmetastasen der DESTINY-Breast-03-Studie ([1346]; kleine Fallzahlen) zeigte die T-DXd-Therapie im Vergleich zur T-DM1-Therapie für den PFS-Endpunkt eine längere mediane progressionsfreie Überlebenszeit (15 Mo. vs. 3 Mo.) und höhere Ansprechrate (65,7% vs. 34,3%). In der sehr kleinen einarmigen TUXEDO-1-Studie, die 15 Patienten mit progredienten Hirnmetastasen aufnahm, ergab sich mit T-DXd eine Ansprechrate von 73,3% [1347]. Aus der DEBBRAH-Studie ergeben sich erste Hinweise dass T-DXd auch bei HER2-low Hirnmetastasen wirksam ist [1348]. In der DESTINY-Breast-12 Studie konnte durch die Therapie mit T-DXd bei Patientinnen mit einem metastasierten HER2-positiven Mammakarzinom und einer aktiven oder stabilen zerebralen Metastasierung eine hohe Ansprechrate (71,7 %) und einem 12-Monate ZNS-PFS von 58,9 % erzielen, das mit dem gesamt-12-Monats-PFS von 61,6 % vergleichbar war [1195].

Nur wenige Studien haben den Effekt der Systemtherapie auf ZNS-Metastasen bei HER2-negativen, luminalen oder triple-negativen Mammakarzinomen untersucht. Abemaciclib zeigte einen Clinical Benefit (komplettes oder partielles Ansprechen oder stabile Erkrankung über ≥6 Monate)-Rate von 25% in intensiv vorbehandelten hormonrezeptor-positiven/HER2-negativen Mammakarzinompatientinnen mit Hirnmetastasierung [1349][1350]. Die Daten zu Sacituzumab-Govitecan sind noch inkonklusiv, für Talazoparib deutet sich in der EMBRACA-Studie [1272] bei stabilen Hirnmetastasen eine Verlängerung des mPFS im Vergleich zum Standardarm an (5.7 Mo vs. 1.6 Mo)

Meningeosis neoplastica: Bei Meningeosis neoplastica liegt ein Befall der Leptomeningen und/oder des Subarachnoidalraums mit Tumorzellen vor. Neue neurologische Symptome bei Patientinnen mit Mammakrazinom, die nicht über bekannte Hirn/Rückenmarks/Wirbelsäulenmetastasen erklärbar sind, sind verdächtig für eine Meningeosis neoplastica. Zur Diagnostik bei Verdacht auf Meningeosis neoplastica gehört eine zerebrale und holospinale kontrastmittelgestützte MRT und eine Liquorpunktion incl. Zytologie. Die Überlebenszeit mit einer Meningeosis neoplastica liegt zwar im Median nur bei wenigen Monaten, bei Mammakarzinom ist allerdings zu berücksichtigen, dass etwa 20% der Patientinnen mehr als 1 Jahr überleben [1351][1352]. Daher sollte eine Meningeosis-gerichtete Diagnostik und Therapie bei therapiefähigen Patientinnen und klinischem oder bildgebendem Verdacht auf Meningeosis interdisziplinär möglichst in einem Zertifizierten Neuroonkologischen Zentrums abgestimmt werden. Details der Diagnostik und Therapie einer Meningeosis neoplastica können der Leitlinie „Hirnmetastasen“ der Deutschen Gesellschaft für Neurologie und der Neuroonkologischen Arbeitsgemeinschaft in der Deutschen Krebsgesellschaft (NOA) entnommen werden.

Die Datenlage für die intravenöse/orale medikamentöse Tumortherapie ist angesichts sehr weniger prospektiv erhobener Daten wenig belastbar. Tucatinib penetriert vergleichsweise gut in den Liquor cerebrospinalis [1353]. Mit Abemaciclib [1354], Tucatinib/Trastuzumab/Capecitabin [1355] oder T-DXd [1356][1357][1358] wurden mediane Überlebenszeiten zwischen 8 und 13,3 Monaten berichtet.

Eine intrathekale Therapie mit Injektion von Methotrexat in den Liquorraum, vorzugsweise über einen mit einem subgalealen Reservoir verbundenen intraventrikulären Katheter, stellt eine Möglichkeit dar, bei Tumorzellnachweis im Liquor (nichtadhärente Meningeosis) diese Medikamente in hoher Konzentration in den Liquor einzubringen. Die Datenlage zur Wirksamkeit intrathekaler Therapie ist geprägt von retrospektiven Fallserien; in der neuesten und größten derartigen Fallserie (41% Mammakarzinome) war bei nichtadhärenter Meningeosis die Gabe von intrathekaler Chemotherapie mit einem längeren Überleben assoziiert [1352]. Bei HER2-positiven (incl. HER2-low) Tumoren gibt es zunehmend Daten aus nichtrandomisierten Fallserien [1359][1360][1361], die nach intrathekaler Therapie mit Trastuzumab über klinisches Ansprechen (69%), Ansprechen von Liquorparametern (69%) und eine mediane Überlebenszeit von 13.5 Monaten berichten.

In einer älteren kleinen randomisierten Studie (nur bei Mammakarzinom) [1362] wurde der Einfluss von intrathekaler MTX-Chemotherapie zusätzlich zu systemischer Therapie und Radiotherapie untersucht und kein Zusatzeffekt der intrathekalen Chemotherapie gefunden [1362]. In einer neueren Studie ([1363] nur bei Mammakarzinom), in der statt MTX liposomales AraC (derzeit nicht verfügbar) gegeben wurde, wurde mit intrathekaler Behandlung zusätzlich zur systemischen Chemotherapie eine längere Überlebenszeit beobachtet.

5.3.4 Behandlung von Lebermetastasen

5.66 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2025

Bei Vorliegen von Lebermetastasen kann in Einzelfällen eine Resektion oder eine andere lokale Therapie (RFA, TACE, SBRT, SIRT) erwogen werden. Voraussetzungen dafür sind keine disseminierten Metastasen und kontrollierte extrahepatische Metastasierung. Die Entscheidung soll im Rahmen einer interdisziplinären Tumorkonferenz diskutiert werden.

Empfehlungsgrad
0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
Evidenzlevel
3
Konsens
Konsens (94%)
Literatur
[1364] [1365] [1366] [1367] [1368] [1369] [1370] [1371] [1372] [1373] [1374]
ÄnderungshinweisBei Vorliegen von Lebermetastasen kann in Einzelfällen eine Resektion oder eventuell auch eine andere lokale Therapie (RFA, TACE, SBRT, SIRT) indiziert sein, Voraussetzungen dafür sind: keine disseminierten Metastasen kontrollierte extrahepatische Metastasierung

Hintergrund 

Wenn eine begrenzte Zahl, insbesondere isolierte Lebermetastasen in der Leber auftreten, kann eine Metastasenresektion erfolgen. Alternativ kann auch eine Radiofrequenzablation, eine transarterielle Chemoembolisation (TACE) [1375] oder eine stereotaktische Bestrahlung (SBRT) erwogen werden, auch wenn hierzu noch weniger Daten vorliegen. Faktoren, die die Entscheidung zur Resektion positiv beeinflussen, sind: Zeitintervall nach Primärbehandlung > 12 Monate, gutes Ansprechen auf die systemische Therapie und Östrogen-Rezeptor-positive Erkrankung. Nach der operativen Therapie sollte eine systemische Therapie angeschlossen werden. Voraussetzung für die lokale Lebermetastasen-Therapie ist in der Regel der Ausschluss extrahepatischer Metastasen sowie eines lokal-/lokoregionalen Rezidivs und von Zweitkarzinomen. Als lokoregionäres Therapieverfahren kann die Yttrium-90-Radioembolisation (SIRT) [1376] bei einer hepatischen Metastasierung erwogen werden, die die Möglichkeiten der lokalen Verfahren in Bezug auf Anzahl und Größe übersteigen. Insgesamt stehen bei der SIRT notwendige Daten aus, um einen patientenrelevanten Nutzen zu belegen. Als nicht-invasives Verfahren steht die stereotaktische Radiotherapie zur Verfügung, in einer Metaanalyse [1372] wurde bei Patientinnen mit Mammakarzinommetastasen eine lokale Kontrollrate von 97% mit einem medianen progressionsfreien Überleben von 19 Monaten demonstriert. Bei 300 analysierten Patientinnen trat keine einzige Toxizität von Grad 3-5 auf. In einer prospektiven Phase II-Studie [1377] mit Mammakarzinompatientinnen mit Lungen- oder Lebermetastasen, die mit einer stereotaktischen Radiotherapie behandelt wurden, wurde nach zwei Jahren eine lokale Kontrolle der bestrahlten Metastasen von 91% erreicht. Auch in dieser Studie war die Verträglichkeit sehr gut, schwere Nebenwirkungen wurden nicht beobachtet.

Im Einzelfall kann im Rahmen des onkologischen Gesamtkonzepts auch bei mehreren oder bilateralen Lebermetastasen oder auch bei limitiertem, jedoch stabilem extrahepatischem Tumor eine Leberresektion oder interventionelle Lebertherapie indiziert sein [1378], [1379], [1380], [1381]. Auch wenn mit den erwähnten Verfahren nicht immer ein kurativer Ansatz verfolgt werden kann, kann doch u.U. eine progressionsfreie Zeit erreicht werden.

Zur symptomatischen Therapie von Oberbauchschmerzen, Übelkeit u. a. Beschwerden der Patientin bis zum Einsetzen der erwarteten Wirkung einer metastasenspezifischen Therapie, bei Ausbleiben dieser Wirkung oder wenn die Patientin eine Tumortherapie ablehnt, wird auf die S3-Leitlinie „Palliativmedizin für Patienten mit einer nicht heilbaren Krebserkrankung" (AWMF-Registernummer 128/001OL) verwiesen.

5.3.5 Behandlung von Lungenmetastasen

5.67 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2025

Bei Vorliegen von Lungenmetastasen kann in Einzelfällen eine Resektion oder eine andere lokale Therapie (RFA, stereotaktische Radiotherapie) erwogen werden, Voraussetzungen dafür sind: keine disseminierten Metastasen, kontrollierte extrapulmonale Metastasierung. Die Entscheidung soll im Rahmen einer interdisziplinären Tumorkonferenz diskutiert werden.

Empfehlungsgrad
0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
Evidenzlevel
3
Konsens
Starker Konsens (100%)
Literatur
[1371] [1377] [1372] [1373] [1374]
ÄnderungshinweisBei Vorliegen von Lungenmetastasen kann in Einzelfällen eine Resektion oder eventuell auch eine andere lokale Therapie (RFA, stereotaktische Radiotherapie) indiziert sein, Voraussetzungen dafür sind: keine disseminierten Metastasen, kontrollierte extrapulmonale Metastasierung.

Hintergrund

Eine Metastasenresektion ist nur angezeigt bei Vorliegen einer sehr begrenzten, insbesondere solitären Lungenmetastasierung nach Ausschluss extrapulmonaler Metastasen. Faktoren, die die Entscheidung zur Resektion positiv beeinflussen, sind: längeres Zeitintervall nach Primärbehandlung > 24-36 Monate, gutes Ansprechen auf die systemische Therapie, solitäre Metastasierung und Östrogen-Rezeptor-positive Erkrankung. Nach der operativen Therapie sollte eine systemische Therapie angeschlossen werden. Voraussetzung für eine Lungenmetastasen-Resektion ist der Ausschluss eines lokal-/lokoregionalen Rezidivs, von Zweitkarzinomen, und, in der Regel, einer extrapulmonalen Metastasierung. Für die kurative Resektion von Lungenmetastasen wird eine 5-Jahres-Überlebensrate von 40 bis zu 80% angegeben. Als nicht-invasives Verfahren steht die stereotaktische Radiotherapie zur Verfügung, in einer Metaanalyse [1372] wurde bei Patientinnen mit Mammakarzinommetastasen eine lokale Kontrollrate von 97% mit einem medianen progressionsfreien Überleben von 19 Monaten demonstriert. Bei 300 analysierten Patientinnen trat keine einzige Toxizität von Grad 3-5 auf. In einer prospektiven Phase II-Studie [1377] mit Mammakarzinompatientinnen mit Lungen- oder Lebermetastasen, die mit einer stereotaktischen Radiotherapie behandelt wurden, wurde nach zwei Jahren eine lokale Kontrolle der bestrahlten Metastasen von 91% erreicht. Auch in dieser Studie war die Verträglichkeit sehr gut, schwere Nebenwirkungen wurden nicht beobachtet.

5.3.5.1 Maligner Pleuraerguss

5.68 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2025

Bei Auftreten einer Pleurakarzinose mit symptomatischer Ergussbildung kann der Patientin eine Pleurodese angeboten werden. Alternativ oder ergänzend kann eine dauerhafte Pleuradrainage angewendet werden.

Empfehlungsgrad
A/0
Evidenzlevel
2
Konsens
Starker Konsens (100%)
Literatur
[1382]
ÄnderungshinweisBei Auftreten einer Pleurakarzinose mit symptomatischer Ergussbildung soll der Patientin eine Pleurodese angeboten werden.

Hintergrund

Wenn maligne Pleuraergüsse symptomatisch sind und sonstige Manifestationen nicht im Vordergrund stehen, ist eine Pleurodese indiziert (Talkum, Tetrazyklin oder Bleomycin oder/und Einlage einer Thorax-Verweil-Drainage). Diese wird bevorzugt thorakoskopisch durchgeführt.

Zur symptomatischen Therapie von Dyspnoe, Schmerzen u. a. Beschwerden der Patientin bis zum Einsetzen der erwarteten Wirkung einer metastasenspezifischen Therapie, bei Ausbleiben dieser Wirkung oder wenn die Patientin eine Tumortherapie ablehnt, wird auf die S3-Leitlinie „Palliativmedizin für Patienten mit einer nicht-heilbaren Krebserkrankung" (AWMF-Registernummer 128/001OL) Langversion 2.0 – August 2019 verwiesen.

5.3.6 Haut- und Weichteilmetastasen

5.69 · Konsensbasierte Empfehlung · geprüft 2025

Bei Auftreten von Haut- und Weichteilmetastasen kann eine chirurgische Exzision oder eine andere lokale Therapie (z. B. Radiatio, Elektrochemotherapie) erwogen werden.

Konsens
Starker Konsens (100%)

Hintergrund

Umschriebene Hautmetastasen und Metastasen des Weichteilgewebes können im Gesunden exzidiert oder lokal perkutan bestrahlt werden. Bei wenig ausgebreiteten Befunden können topische Verfahren diskutiert werden [1383], [1384], [1385]. Ggf. kann  auch eine Elektrochemotherapie eingesetzt werden [1386], [1387], [1388].

Exulzerierendes Tumorwachstum / Cancer en Cuirasse:

Das Mammakarzinom ist der maligne Tumor, der am häufigsten Hautmetastasen entwickelt, die bereits in kurablen Erkrankungsstadien zu erheblicher Symptomlast mit Beeinträchtigung der Lebensqualität der Patientinnen führen [1389]. Cancer en Cuirasse ist eine ausgeprägte, aggressive, knotig-plattenartige, z.T. exulzerierte Manifestation mit konsekutivem Lymphödem. Häufig gehen Schmerzen, Juckreiz, Blutungen und fötider Geruch damit einher. Durch die dicke fibrotische Ausprägung mit verminderter Vaskularisation der panzerartigen Hautmetastasen sind die kausalen Therapieoptionen gering. In der Regel liegt bei exulzerierenden Hautmetastasen oder Cancer en Cuirasse ein nicht-kuratives Stadium der Erkrankung vor. Die Patientinnen sind durch die körperliche Entstellung, die Bewegungseinschränkung, die Schmerzen, das Nässen der Wunde und den z.T. sehr unangenehmen Geruch stark beeinträchtigt. Die palliative Versorgung zielt darauf ab, alle diese Symptome zu lindern. Hierzu sind komplexe Interventionen (Wundversorgung plus psychosoziale Begleitung) erforderlich [1385], [1389], [1390], [1391], [1392].

Evidenztabellen

Kapitel 5.1.3 Therapie des lokalen/lokoregionalen Rezidivs (Montagne et al. 2020)

Source: L, Montagne, Hannoun A, and Hannoun-Levi JM. "Second Conservative Treatment for Second Ipsilateral Breast Tumor Event: A Systematic Review of the Different Re-Irradiation Techniques." [In eng]. Breast (Edinburgh, Scotland) 49 (2020-2 2020): 274-80. https://doi.org/doi:. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31945697/.

 

Aim

Design and participants

Intervention

Outcomes

Results

Quality and comment

Aim: to address the different partial breast re-irradiation techniques available in the context of second conservative treatment for 2nd IBTE and summarize their respective oncological and toxicity outcomes

 

Design:  systematic review

 

Search date: NR

Search time frame: 1995 to 2019

Searched databases: PubMed

 

Included study designs: non RCT

 

Number of included studies: 22 articles related to 18 studies

 

Number of included patients: NR

 

Mean/median age: n.a.

 

Inclusion criteria:

The selected studies needed to address:

one of the re-irradiation techniques in a cohort of more than 10 patients (pts); with consistent statistical results of toxicity and/or oncological outcomes; written in a full-length article in English language.

 

Exclusion: NR

 

Intervention

 

Different partial breast re-irradiation techniques (including brachytherapy, intra-operative radiation therapy (IORT) and external beam radiation therapy)  available in the context of second conservative treatment (SCT)

 

 

Primary Outcome:

 

3rd ipsilateral breast tumor event-free survival rate (3rd IBTE-FS rate)

 

Secondary Outcome:

Toxicity profile and cosmetic results

Primary Outcome:

In case of second ipsilateral breast tumor event (2nd IBTE), a second conservative treatment (SCT) can safely be proposed, as an alternative to salvage mastectomy, to carefully selected and well-informed patients. At this time, multi-catheter interstitial brachytherapy (MIB) appears to be the most robust choice. (With a median of third ipsilateral breast, tumor event free survival rate of 88% ranged between 62.5 and 97.4% and summed up grade 3 toxicities of 6%).

 

Intra-operative radiation therapy (IORT), external beam radiotherapy and balloon brachytherapy represent interesting alternatives and may be more accessible nowadays and easier to handle. However, they have only been tested in small series and their use should be limited to clinical prospective trial.

 

-Patient selection for the most appropriate therapeutic option represents another issue regarding 2ndIBTE. The Deutschen Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) recommendations identified the following selection criteria for SCT candidates: limited size, unifocal disease, age over 50, technical feasibility of SCT and patient preference [36]. The authors pointed out the importance of a long-time interval between 1st and 2n dIBTE. Indeed, if a new cancer occurs within an over 4-year period, it will be considered as a new primary and thus be treated as a 1st IBTE, whereas a shorter one would be apprehended as a true recurrence, coming along with a poorer prognostic

 

 

 

AMSTAR II critical appraisal tool

Overall confidence in the results of the review: 4 critical flaws (items: 2,4, 7, 13)

 

Overall quality of evidence: critically low

 

Additional concerns about quality:

-In case of SCT, IORT appears feasible, but due to the lack of consistent data, this technique should be cautiously used with patients enrolled in controlled clinical trials.

-Cosmetic outcomes should be considered with caution because of two potential biases. First, the cosmetic evaluation before SCT, after a first conservative treatment, is rarely evaluated, leading to potentially overestimate the damages caused by the second salvage therapy. Second, skin and breast tissue damages must be balanced by the fact that re-irradiation is a full part of the process. Consequently, cosmetic outcomes should not be considered as a primary endpoint because patients are mainly worried about keeping their breast, rather than the final aesthetic result. Immediate or differed breast reconstruction after salvage mastectomy could represent another option. However, due to the trophic toxicity potentially induced by the whole breast irradiation for the primary disease, more complex surgical techniques such as reconstructive flaps should be considered

 

Quality of included studies: NR

 

 

Planned included studies

Due to non-RCT nature of included studies,  we propose to downgrade the level of evidence  to 2a

Sources of funding: None

Abbreviations:

IBTE = Ipsilateral Breast Tumor Event

IBTE-FS rate = Ipsilateral Breast Tumor Event-Free Survival rate 

SCT = Second Conservative Treatment 

MIB = Multi-Catheter Interstitial Brachytherapy 

IORT = Intra-Operative Radiation Therapy 

DEGRO = Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie 

RCT = Randomized Controlled Trial

NR = not Reported

 

Kapitel 5.1.3 Therapie des lokalen/lokoregionalen Rezidivs (Walstra et al. 2019)

Source: CJEF, Walstra, Schipper RJ, Poodt IGM, van Riet YE, Voogd AC, van der Sangen MJC, and Nieuwenhuijzen GAP. "Repeat Breast-Conserving Therapy for Ipsilateral Breast Cancer Recurrence: A Systematic Review." [In eng]. European journal of surgical oncology : the journal of the European Society of Surgical Oncology and the British Association of Surgical Oncology 45, no. 8 (2019-8 2019): 1317-27. https://doi.org/doi:. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/30795956/. 

Aim

Design and participants

Intervention

Outcomes

Results

Quality and comment

Aim: to provide an overview of the latest insights on breast-preserving treatment options for ipsilateral breast tumour recurrence(IBTR), focusing on oncological safety, morbidity, cosmesis and QoL.

 

And to answer the following questions.

1. Which repeat breast conserving therapy (BCT )regimens are currently used for IBTR?

2. What is the IBTR-free, distant metastasis-free and overall survival after repeat BCT in the various treatment regimens?

 3. Which patients with IBTR are considered eligible for repeat BCT? 4. What are the acute and late toxicity rates of re-irradiation of the breast in various radiotherapy regimens for IBTR?

5. How is the cosmetic outcome after repeat BCT for IBTR?

6. What do we know about QoL in patients with IBTR treated with repeat BCT in comparison to salvage mastectomy?

 

 

Design:

systematic review

Search date: In June 2018

Searched databases: PubMed

 

Included study designs: non- RCTs

 

Number of included studies:34

 

Number of included patients: NR

 

Mean/median age: NR

 

Inclusion criteria:

All studies concerning BCT options for IBTR after previous BCT were included.

Exclusion:

 

studies with patients who underwent primary BCS without radiotherapy, review articles, duplicate publications, comments, editorials, and letters to the editor

Intervention

 

repeat BCT regimes followed by radiotherapy

Control

No comparison

Primary Outcome:

1. distant disease-free survival

2.  overall survival

3. acute and late toxicities and cosmetic outcome (for studies investigating repeat radiotherapy)

4.local control

 

 

Primary Outcome:

 

1. local control:

Weighted estimates of 5-year and 10-year local control for repeat BCS followed by re-irradiation were 89%, and 93 respectively. The 5-year local control rate was reported in only one study for whole-breast irradiation (68%), in two studies for IORT (weighted estimate 91%) and in three studies for brachytherapy (weighted estimate 89%).

 

 

2.Distant-metastasis free survival:

Weighted estimates of 5-year distant-metastasis free survival for repeat BCS followed by re-irradiation was 86.64% (86.18, 87.10%) (6 studies) and Weighted estimates of 10-year distant-metastasis free survival was 78% (77.29, 78.27) (2 studies)

 

3.Overall survival:

Weighted estimates of 5-year overall survival for repeat BCS followed by re-irradiation was 87.31% (86.93, 87.71%) (9 studies) and Weighted estimates of 10-year overall survival was 79% (78.73, 79.71%) (2 studies): Weighted estimates for 5-year overall survival per re-irradiation technique were 76% for whole-breast irradiation (based on two studies), 89% for brachytherapy (based on five studies) and 89% for IORT (based on two studies).

4. Ipsilateral breast tumor recurrence -free survival(IBTR-FS)

Weighted estimates of 5-year IBTR-FS for repeat BCS followed by re-irradiation was 88.56

(87.91, 89.20%) (6 studies), the 10-year IBTR-FS was 93%(1 study)

 

 

5.Toxicity

Sixteen studies reported toxicity rates after repeat radiotherapy.

In five of these, no grade III to IV toxicities occurred, and 11 studies

had toxicity rates varying from 2 to 21%. Seven articles reported

separately on acute and late toxicities, whereas most toxicities tend

to occur late rather than acute. Taken acute and late toxicity

together, weighted estimates for grade III and IV complications

were 11% for whole-breast re-irradiation, 9% for external PBI, 9% for

interstitial brachytherapy and 18% for IORT(intra-operative radiotherapy

6.Cosmetic

 Twelve studies reported on cosmesis after repeat lumpectomy

followed by radiotherapy. Overall, the cosmesis was “excellent to

good” in 29e100% of patients with a weighted estimate of 75% (77%

for brachytherapy, 62% for IORT and 75% for whole-breast reirradiation).

Cosmesis was described as unacceptable in four studies

(Kauer-Dorner 4%, Adkison 18%, Hannoun-Levi 2013 2%, Smanyko

18%, all multi-catheter brachytherapy). The weighted estimate of

overall unacceptable cosmesis in IBTwas 3%.

7.Overall conclusion:

Repeat BCT seems to be a feasible alternative to salvage mastectomy in selected patients with IBTR. With the use of irradiation, lower local recurrence rates are reported compared to repeat BCS alone with acceptable toxicity. Partial breast re-irradiation seems to be the preferable option, but it is not clear whether one specific technique is superior. Available data show good disease-free and overall survival rates, at least within relatively short follow-up. The long-term effects of re-irradiation of the breast are yet unknown.

AMSTAR II critical appraisal tool

Overall confidence in the results of the review: 5 critical flaws (items  2, 4, 7, 9, 13)

 

Overall quality of evidence: critically low

 

Additional concerns about quality:

1. Due to the scarce information on the specific inclusion criteria, high heterogeneity and different endpoints in the included studies, it was not possible to perform an adequate meta-analysis. The second best option was to calculate a weighted estimate for all available outcomes. However, some estimates (for example the 10-year IBTR-free survival after repeat BCS alone) are based on a single study with a limited number of patients. Therefore, the weighted estimates should be interpreted with caution.

2. There is also risk of selection bias due to the retrospective design of the studies and the lack of randomized controlled trials.

3. Some authors stated that they included patients who refused a mastectomy for various reasons. The pooled estimates in this study for local control, distant disease-free and overall survival after repeat BCS followed by re-irradiation were non-inferior or better compared to salvage mastectomy. However, this comparison is susceptible to selection bias, since tumors that are considered eligible for repeat BCS are generally smaller and have better prognostic features (longer time to IBTR, clinically lymph node-negative).

 

4. Another contributing factor in possible selection bias is the inclusion of patients with primary breast cancer. Some studies included patients with a breast tumour after previous radiation on the chest for another malignancy and thus strictly had no IBTR. This may have led to an overestimation of local control and overall survival. However, these studies focused on toxicity as primary endpoint rather than oncological safety.

Quality of included studies: NR

 

 

Planned included studies

Due to non-RCT nture of included studies,  we propose to downgrade the level of evidence  to 2a

Sources of funding: None

 

Abbreviations:

IBTR = Ipsilateral Breast Tumour Recurrence

IBTR-FS = Ipsilateral Breast Tumor Recurrence-Free Survival

QoL = Quality of Life

BCT = Breast Conserving Therapy 

BCS = Breast-Conserving Surgery

IORT = Intraoperative Radiotherapy 

PBI = Partial Breast Irradiation

RCT = Randomized Controlled Trial

NR = not Reported

 

 

Kapitel 5.1.3 Therapie des lokalen/lokoregionalen Rezidivs (Ge et al. 2022)

Source: Ge, I., T. Erbes, and I. Juhasz-Böss. 2022: "Prognostic Value and Management of Regional Lymph Nodes in Locoregional Breast Cancer Recurrence: A Systematic Review of the Literature."

Aim

Design and participants

Intervention

Outcomes

Results

Quality and comment

Aim: we try to understand:

1. Which prognostic role does the lymph node status play in recurrent breast cancer?

2. What are useful staging methods for lymph node involvement?

3. Which surgical approach should be chosen with clinically negative lymph nodes?

Design:  systematic review

 

Search date: n Feb 1, 2021

Search time frame: from Jan 1, 1999  to  Feb 1, 2021

 

Searched databases: PubMed plus available national and international guidelines including:

1.the German interdisciplinary S3-guideline on “Screening, diagnostic, therapy, follow-up-care of breast cancer (extended version 4.3, Feb, 2020” )

2. The recommendations of AGO, the German gynecologic oncologic working group on “Loco-regional Recurrence”, version March 2021.

 3. American NCCN guidelines Version 1.2021 Breast Cancer

 

Included study designs: NR probably observational studies

 

Number of included studies:30

 

Number of included patients:1945

 

Mean/median age: NR

 

Inclusion criteria: NR

 

Exclusion: NR

 

 

Intervention

 

Previous sentinel node biopsy(SNB) among patients with recurrence of breast cancer who undergo repeat sentinel node biopsy(re-SNB)

 

Control

previous axillary node dissection(ALND ) among this patients

Primary Outcome:

 

1.Sentinel node harvesting rate

 

2. Aberrant drainage

 

3. Aberrant metastasis

Primary Outcome:

1.Comparing  previous sentinel node biopsy(SNB) and  previous axillary node dissection(ALND )regarding the following outcomes:

 

1.1. Sentinel node harvesting rate:

1.1.1.Total: 66.4% (1291/1945)

 

1.1.2.success rate among patients with Previous SNB: 79.8% (693/869)

1.1.3. success rate among patients with Previous ALND: 49.0% (400/816)

P-value (SNB vs. ALND): 0.009

 

1.1.4. When comparing previous breast-conserving surgery (BCS) and mastectomy (ME), the sentinel node harvesting rate was similar (66.5% (1059/1593) vs. 64.2 (86/134), p=0.29)

 

1.1.5. When collectively evaluating the previous operative procedure of breast and axilla, the combination of initial BCS and SNB yielded the best success rates for re-SNB at recurrence

 

1.2. Aberrant drainage:

1.2.1.Total: 32.6% (442/1357)

1.2.2.among Previous SNB: 16.5% (120/726)

1.2.3.among Previous ALND: 81.8% (318/389)

P-value(SNB vs. ALND): <0.001

 

1.3. Aberrant metastasis:

1.3.1.Total: 33.7% (58/171)

1.3.2.among Previous SNB: 13.1% (11/84)

1.3.3.among Previous ALND: 64.3% (45/70)

P-value(SNB vs. ALND): <0.001

AMSTAR II critical appraisal tool

Overall confidence in the results of the review: 4 critical flaws (items 2,4,7,13)

 

Overall quality of evidence: critically low

 

Additional concerns about quality: In the end, uncertainties remain as all literature on the axillary staging procedure using the Re-SNB in recurrent breast cancer are retrospective analyses. As of now, there is no published randomized controlled study which compares the outcome of recurrent breast cancer patients after a Re-SNB vs. an ALND vs. no axillary surgery. To give definite recommendations for the clinical decision-making, this specific question should be further explored through prospective studies in the future.

Quality of included studies: not assessed or reported

Sources of funding: Open Access funding enabled and organized by Projekt DEAL

 

 

 

Abbreviations:

AGO = Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie

SNB = Sentinel Node Biopsy

re-SNB = Repeat Sentinel Node Biopsy

ALND = Axillary Node Dissection

BCS = Breast-Conserving Surgery 

NR = not Reported

Kapitel 5.2 Systemische Therapie metastasiertes Mammakarzinom (Xie et al. 2020)

Source: BJ, Xie, Zhu LN, Ma C, Li JB, Dong L, Zhu ZN, Ding T, and Gu XS. "A Network Meta-Analysis on the Efficacy of Her2-Targeted Agents in Combination with Taxane-Containing Regimens for Treatment of Her2-Positive Metastatic Breast Cancer." [In eng]. Breast cancer (Tokyo, Japan) 27, no. 2 (2020-3 2020): 186-96. https://doi.org/doi:. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/31529262/.

Aim

Design and participants

Intervention

Outcomes

Results

Quality and comment

Aim: to compare the effectiveness of different combination options and to identify the best strategy for HER2+MBC

 

Design:

Systematic Review and Network Meta-Analysis

 

Search date: 04/2018

 

Searched databases: PubMed, Embase, Cochrane Library and ClinicalTrials.gov

 

Included study designs:

Randomized controlled trials (phase II or III)

 

Number of included studies: 13

 

Number of included patients: 4.941

 

Mean/median age: n.a.

 

Inclusion criteria:

phase II or III

randomized controlled trials (RCTs) including patients with HER2+

MBC

 

treatment with taxanes (paclitaxel, docetaxel,

or nab-paclitaxel) plus with HER2-targeted agents at any line

 

sufficient data provided about efficacy

 

if multiple publications of the same trial were retrieved, only the most recent publication was included.

 

Exclusion: NR

 

 

Effectiveness of different combination options:

 

2665 patients

were included in the single-HER2-targeted agent+a taxane

group

808 patients were included in the doublet-HER2-targeted agent+a taxane group

 

1468 patients were included in the single-HER2-targeted agent+taxane-based doublets group

Overall Survival

 

Overall response rate

 

PFS

 

 

Abbreviations

T Taxane

T+Tra Taxane+Trastuzumab

T+Lap Taxane+Lapatinib

T+Ner Taxane+Neratinib

T-DM1 Trastuzumab emtansine

T+Tra+Car Taxane+Trastuzumab+

Carboplatin

T+Tra+Cap Taxane+Trastuzumab+

Capecitabine

T+Tra+Bev Taxane+Trastuzumab+

Bevacizumab

T+Tra+NPLD Taxane+Trastuzumab+

Nonpegylated liposomal doxorubicin

T+Tra+Per Taxane+Trastuzumab+Pertuzumab

Overall Survival

Effects on 1-year OS rate were reported in 12 studies

including 9 regimens

“Ranking analysis

based on their P-scores

best treatment

T+Tra+Per vs. T

OR 3.80 (95% CI 2.00-7.22)

followed by

T+Tra+Cap vs. T

OR 3.36 (95% CI 1.34-8.44)

T+Tra+Car vs. T

OR 2.62 (95% CI 1.31-5.25)

T+Tra+NPLD vs. T

OR 2.07 (95% CI 1.05-4.05)

Effects on 2-year OS rate were reported in 12 studies

including 9 regimens

“Ranking analysis based on their P-scores suggested that T+Tra+Per was the best treatment for 2-year OS rate”

 

Effects on median OS were reported in 12 studies including

9 regimens

Ranking analysis based on their P-scores suggested that

T+Tra+Per was the best treatment for median OS

 

Overall response rate

13 studies including 10

Regimens

“Ranking analysis based on their P-scores

suggested that T+Tra+Per was the best treatment for ORR”

 

PFS

12 studies including

10 regimens:

“Ranking analysis based on their P-scores

suggested that T+Tra+Per was the best treatment for PFS” –

AMSTAR II critical appraisal tool

Overall confidence in the results of the review:

5 critical flaws (items 2, 7, 9, 13, 15)

 

Overall quality of evidence: critically low

 

Additional concerns about quality:

10 different regimens: therefore, only data extracted from 1 or 2 studies were synthesized in view of each pair of comparators

 

Limited size of patients and lack of head to head comparisons might undermine the credibility and autenticity of this assessment

 

Chose the suitable trials without consideration of whether the trial was first-line or not because of lack of sufficient trials

 

Authors did not consider the cost-effectiveness of taxanes combination with HER2-targeted therapies

 

To reduce heterogeneity and inconsistency, the authors excluded studies using sequential combination therapy, which reduced the number of studies and may have impacted the accuracy of the results

 

 

Quality of included studies: n.a.

 

Planned included studies: Randomized controlled trials (phase II or III)

Sources of funding:

This study was funded by the Natural Science Foundation of 

China (81773828, 81273600), the Natural Science Foundation of Hebei

Province (C2011206145, C2018206297), Key Project of Medical Science Research of Hebei Province (ZD20140163), the Research Project of Education Department, Hebei Province (ZD2016010),the Project Medical Science Research of Hebei Health and Family Planning Commission (20160402), and the Research Project of Hebei Health and Family Planning Commission (20160234).

 

 

Abbreviations:

n.a. = not Available, not Applicable

MBC = Metastatic Breast Cancer

PFS =  Progression-Free Survival

OS =  Overall Survival

ORR = Overall Response Rate

RCT = Randomised Controlled Trial 

OR = Odds Ratio

95% CI = 95% Confidence Interval

n.a. = not Available, not Applicable

NR = not Reported

 

Trastuzumab Deruxtecan versus Trastuzumab Emtansin beim HER2-positiven Mammakarzinom im fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium

Zur Methodik und Vorgehensweise zur Erstellung der Evidenztabellen siehe Evidenzbericht

Trastuzumab deruxtecan (Mammakarzinom, HER2+, nach 1 Vortherapie)
Wirkstoff Trastuzumab deruxtecan Handelsname Enhertu
Pharmazeutischer Unternehmer Daiichi Sankyo Deutschland GmbH Beschlussdatum 02.02.2023
Anwendungsgebiet Mammakarzinom
Population/ZVT Titel Mortalität Morbidiät QoL Sicherheit Zusatznutzen
A Erwachsene mit HER2-positivem nicht resezierbarem oder metastasiertem Brustkrebs, die zuvor mit einer Anti-HER2 basierten Therapie behandelt wurden ↑

Vorteil im Gesamtüberleben.

↔

Vorteile bei Symptomen im Armbereich, Nachteile bei Übelkeit und Erbrechen, Appetitverlust und Diarrhö. Insgesamt kein relevanter Unterschied.

↔

Vorteile bei der Rollenfunktion und kognitiven Funktion, Nachteile bei dem Körperbild. Insgesamt kein relevanter Unterschied.

↑

Vorteile in den Endpunkten SUE und schwere UE (CTCAE-Grad 3 oder 4).

Hinweis: nicht quantifizierbar
ZVT Trastuzumab Emtansin
↑↑/↓↓: positiver/negativer statistisch signifikanter Effekt, hohe Aussagesicherheit; ↑/↓: positiver/negativer statistisch signifkanter Effekt, niedrige oder unklare Aussagesicherheit; ↔: kein signifikanter/relevanter Unterschied; ↓: n.b.: nicht bewertbar; Ø: keine Daten

Population A: Erwachsene mit HER2-positivem nicht resezierbarem oder metastasiertem Brustkrebs, die zuvor mit einer Anti-HER2 basierten Therapie behandelt wurden

Bei der vorliegenden Bewertung handelt es sich um die Nutzenbewertung eines neuen Anwendungsgebietes für den Wirkstoff Trastuzumab-Deruxtecan.

Enhertu wurde unter besonderen Bedingungen zugelassen.

Trastuzumab-Deruxtecan ist zugelassen als Monotherapie zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit inoperablem oder metastasiertem HER2-positivem Brustkrebs, die bereits mindestens eine gegen HER2 gerichtete Vorbehandlung erhalten haben.

Hier wurde das Anwendungsgebiet zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit inoperablem oder metastasiertem HER2-positivem Brustkrebs, die bereits eine gegen HER2 gerichtete Vorbehandlungen erhalten haben, bewertet.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom G-BA Trastuzumab Emtansin bestimmt.

Für die Bewertung des Zusatznutzens liegen aus der offenen, randomisierten, kontrollierten Studie DESTINY-Breast03 Ergebnisse im Vergleich zu Trastuzumab Emtansin zur Mortalität, Morbidität, Lebensqualität und zu Nebenwirkungen vor.

Für das Gesamtüberleben zeigt sich ein statistisch signifikanter Vorteil. Aufgrund einer Effektmodifikation durch das Merkmal Alter, die sich in Subgruppenanalysen zeigt (≥ 65 Jahre; < 65 Jahre), in Verbindung mit zusätzlichen Limitationen der Studie hinsichtlich der erfolgten Vortherapien verbleibt eine Unsicherheit in Bezug auf die Quantifizierung des Ausmaßes des Zusatznutzens für die gesamte Studienpopulation.

Hinsichtlich der Morbidität und der Lebensqualität liegt kein eindeutiger Vor- oder Nachteil von Trastuzumab-Deruxtecan im Vergleich zu Trastuzumab Emtansin vor.

Für die Endpunkte SUE und schwere UE wird ein Vorteil festgestellt. Bei dem Endpunkt Abbruch wegen UE liegt kein Unterschied vor. In Bezug auf spezifische unerwünschte Ereignisse bestehen sowohl Vor- als auch Nachteile. Insgesamt zeigen die Endpunkte der Nebenwirkungen überwiegend Vorteile für Trastuzumab-Deruxtecan.

Aufgrund der Effektmodifikation durch das Merkmal Alter besteht eine Unsicherheit in Bezug auf die Quantifizierung des Ausmaßes des Zusatznutzens für die gesamte Studienpopulation. Ferner liegen Unsicherheiten bezüglich der Vortherapien der in die Studie DESTINY-Breast03 eingeschlossenen Patientinnen und Patienten vor. Aus diesen Gründen lässt sich Ausmaß des Zusatznutzens in der Gesamtbetrachtung nicht sicher quantifizieren.

Hinsichtlich der Aussagesicherheit wird insgesamt ein Hinweis für den festgestellten Zusatznutzen abgeleitet. In der Gesamtbetrachtung wird ein Hinweis auf einen nicht quantifizierbaren Zusatznutzen für Trastuzumab-Deruxtecan im Vergleich zu Trastuzumab Emtansin festgestellt.

A Phase 3, Multicenter, Randomized, Open-Label, Active-Controlled Study of DS-8201a (Trastuzumab Deruxtecan), an Anti-HER2 Antibody Drug Conjugate (ADC), Versus Ado Trastuzumab Emtansine (T-DM1) for HER2-Positive, Unresectable and/or Metastatic Breast Cancer Subjects Previously Treated With Trastuzumab and Taxane (NCT03529110)
Short Name Design Population Intervention Comparator Outcomes
DESTINY-Breast03
DS8201-A-U302, 2018-000222-61, 183976, DESTINY-B03
Randomized, Parallel Assignment, Phase 3 Open Label study Treatment-naive with ECOG 0-1 Breast Cancer Trastuzumab deruxtecan (T-DXd) (N=261)1 Ado-trastuzumab emtansine (T-DM1) (N=263)2
  1. Primary: Progression-Free Survival (PFS) Based on Blinded Independent Central Review (BICR) in Participants With HER2-Positive, Unresectable and/or Metastatic Breast Cancer Previously Treated With Trastuzumab and Taxane
  2. Secondary: Overall Survival (OS) in Participants With HER2-Positive, Unresectable and/or Metastatic Breast Cancer Previously Treated With Trastuzumab and Taxane
  3. Secondary: Percentage of Participants With Objective Response Rate (ORR) Based on BICR and Investigator Assessment in Participants With HER2-Positive, Unresectable and/or Metastatic Breast Cancer Previously Treated With Trastuzumab and Taxane
  4. Secondary: Duration of Response (DoR) Based on BICR and Investigator Assessment in Participants With HER2-Positive, Unresectable and/or Metastatic Breast Cancer Previously Treated With Trastuzumab and Taxane
  5. Secondary: Progression-Free Survival (PFS) Based on Investigator Assessment in Participants With HER2-Positive, Unresectable and/or Metastatic Breast Cancer Previously Treated With Trastuzumab and Taxane
Notes - Study
Open Label Study
Notes - Study Arms
1: Participants with HER2-positive, unresectable and/or metastatic breast cancer participants previously treated with trastuzumab and taxane who received T-DXd as a sterile intravenous (IV) solution at a dose of 5.4 mg/kg every 3 weeks (Q3W).
2: Participants with HER2-positive, unresectable and/or metastatic breast cancer participants previously treated with trastuzumab and taxane who received T-DM1 in accordance with the approved label.
Outcome Trastuzumab deruxtecan (T-DXd) N=261 Ado-trastuzumab emtansine (T-DM1) N=263 Effect Estimate GRADE
Trastuzumab deruxtecan vs. Trastuzumab Emtansin zur Behandlung von Erwachsenen mit inoperablem oder metastasiertem HER2-positivem Brustkrebs, die eine gegen HER2 gerichtete Vorbehandlung erhalten haben: DESTINY-Breast03
Dichotomous Outcomes
OS - Time To Event1 N=261 NA [40.5; ]

72 (27.59%)
N=263 NA [34; ]

97 (36.88%)
HR 0.64 [0.47; 0.87]; p=0.004 ⊕⊕⊕⊕
Alter
< 65 Jahre N=212 40.5 [; ] N=206 37.7 [30.7; ] HR 0.54 [0.39; 0.77]; p<0.001
≥ 65 Jahre N=49 26.3 [; ] N=57 [; ] HR 1.29 [0.65; 2.56]; p=0.463
PFS - Time To Event2 N=261 28.8 [22.4; 37.9]

117 (44.83%)
N=263 6.8 [5.6; 8.2]

171 (65.02%)
HR 0.33 [0.26; 0.43]; p< 0,000001 ⊕⊕⊕⊕
EORTC QLQ-BR23 (SA) - TTC3 N=261 10.3 [7.7; 16.7]

147 (56.32%)
N=263 5.6 [4.2; 9]

139 (52.85%)
HR 0.78 [0.62; 0.99]; p=0.037 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-BR23 (SCA) - TTC3 N=261 NA [36.8; ]

67 (25.67%)
N=263 30.9 [27.9; ]

58 (22.05%)
HR 0.84 [0.59; 1.2]; p=0.340 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-BR23 (SEST) - TTC3 N=261 5.7 [4.3; 11]

153 (58.62%)
N=263 11.7 [8.3; 17]

115 (43.73%)
HR 1.23 [0.96; 1.58]; p=0.094 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-C30 (Diarrhea) - TTC3,4 N=261 27.6 [17.1; ]

116 (44.44%)
N=263 NA [22.4; ]

67 (25.48%)
HR 1.69 [1.24; 2.29]; p<0.001 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-C30 (Lack of Appetite) - TTC3,4 N=261 4.2 [2.9; 5.6]

166 (63.6%)
N=263 10.3 [6.6; 20.5]

119 (45.25%)
HR 1.41 [1.11; 1.79]; p=0.006 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-C30 (Constipation) - TTC3,4 N=261 5.6 [4.2; 8.3]

160 (61.3%)
N=263 8.5 [5.7; 12.9]

125 (47.53%)
HR 1.24 [0.98; 1.57]; p=0.077 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-C30 (Dyspnea) - TTC3,4 N=261 23.3 [16.6; ]

116 (44.44%)
N=263 15.2 [11.7; 31.8]

103 (39.16%)
HR 0.85 [0.65; 1.12]; p=0.237 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-C30 (Pain) - TTC3,4 N=261 8.5 [5.6; 14.5]

153 (58.62%)
N=263 6.9 [5.3; 9.8]

138 (52.47%)
HR 0.88 [0.7; 1.12]; p=0,297 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-C30 (Nausea) - TTC3,4 N=261 2.8 [1.6; 3]

196 (75.1%)
N=263 9.7 [8.3; 13.9]

118 (44.87%)
HR 1.99 [1.58; 2.51]; p<0.001 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-C30 (Fatigue) - TTC3,4 N=261 5.6 [3; 9.9]

162 (62.07%)
N=263 3.6 [2.8; 5.5]

157 (59.7%)
HR 0.83 [0.67; 1.04]; p=0.103 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-C30 (Insomnia) - TTC3,4 N=261 19.4 [10.7; ]

129 (49.43%)
N=263 12.7 [7.2; ]

115 (43.73%)
HR 0.89 [0.69; 1.15]; p=0.367 ⊕⊕⊖⊖a,b
EQ-5D (VAS) - TTC5 N=261 31.5 [21.7; ]

103 (39.46%)
N=263 15.2 [12; ]

96 (36.5%)
HR 0.79 [0.59; 1.05]; p=0.105 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-BR23 (Body Image) - TTC3 N=261 16.6 [10.7; 32.2]

127 (48.66%)
N=263 31.2 [13.6; ]

83 (31.56%)
HR 1.34 [1.01; 1.78]; p=0.040 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-BR23 (Future Perspective) - TTC3 N=261 32.5 [28.6; ]

97 (37.16%)
N=263 NA [21.2; ]

74 (28.14%)
HR 1.02 [0.75; 1.38]; p=0.917 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-BR23 (Sexual Activity) - TTC3 N=261 NA

62 (23.75%)
N=263 NA

57 (21.67%)
HR 0.93 [0.65; 1.34]; p=0.717 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-C30 (Cognitive Function) - TTC3,4 N=261 10.3 [8.6; 14.8]

152 (58.24%)
N=263 8.3 [4.8; 10.3]

136 (51.71%)
HR 0.78 [0.62; 1]; p=0.045 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-C30 (Social Function) - TTC3,4 N=261 7.3 [5.6; 11.8]

156 (59.77%)
N=263 8.4 [5.8; 11.7]

132 (50.19%)
HR 0.99 [0.78; 1.25]; p=0.893 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-C30 (Role Function) - TTC3,4 N=261 11.6 [6.2; 21.7]

144 (55.17%)
N=263 6.3 [4.7; 8.9]

142 (53.99%)
HR 0.75 [0.59; 0.96]; p=0.019 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-C30 (Physical Function) - TTC3,4 N=261 22.0 [14.5; 31.5]

122 (46.74%)
N=263 17.2 [8.3; ]

105 (39.92%)
HR 0.91 [0.7; 1.19]; p=0.487 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-C30 (Global Health Status) - TTC3,4 N=261 6.9 [4.4; 10.4]

157 (60.15%)
N=263 7.2 [5.7; 10.3]

137 (52.09%)
HR 1 [0.8; 1.27]; p=0.993 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-C30 (Emotional Function) - TTC3,4 N=261 18.5 [13; 24.9]

127 (48.66%)
N=263 11.1 [8.4; 15.2]

112 (42.59%)
HR 0.78 [0.6; 1.02]; p=0.064 ⊕⊕⊖⊖a,b
AE - Ermüdung - TTE7,24 N=257 NA

15 (5.84%)
N=261 NA

2 (0.77%)
HR 5.28 [1.19; 23.48]; p=0.015 ⊕⊕⊖⊖b,e
AE - Aspartataminotransferase erhöht - TTE7,23 N=257 NA

2 (0.78%)
N=261 NA

14 (5.36%)
HR 0.12 [0.03; 0.55]; p=0.001 ⊕⊕⊖⊖b,e
AE - Alaninaminotransferase erhöht - TTE7,22 N=257 NA

4 (1.56%)
N=261 NA

12 (4.6%)
HR 0.31 [0.1; 0.96]; p=0.031 ⊕⊕⊖⊖b,e
AE - Leukozytenzahl erniedrigt - TTE7,21 N=257 NA

16 (6.23%)
N=261 NA

2 (0.77%)
HR 5.48 [1.25; 24.02]; p=0.011 ⊕⊕⊖⊖b,e
AE - Neutrophilenzahl erniedrigt - TTE7,20 N=257 NA

41 (15.95%)
N=261 NA

8 (3.07%)
HR 3.9 [1.82; 8.39]; p<0.001 ⊕⊕⊕⊖b
AE - Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort - TTE7,19 N=257 NA

31 (12.06%)
N=261 NA

5 (1.92%)
HR 4.23 [1.63; 11.03]; p=0.001 ⊕⊕⊕⊖b
AE - Unwohlsein - TTE7,18 N=257 NA

30 (11.67%)
N=261 NA

9 (3.45%)
HR 2.99 [1.41; 6.34]; p=0.003 ⊕⊕⊖⊖a,b
AE - Pyrexie - TTE7,17 N=257 NA

39 (15.18%)
N=261 NA [28.4; ]

42 (16.09%)
HR 0.46 [0.29; 0.74]; p<0.001 ⊕⊕⊖⊖a,b
AE - Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes - TTE7,15 N=257 6.0 [2.9; 14.3]

155 (60.31%)
N=261 15.1 [12.5; ]

77 (29.5%)
HR 2.07 [1.57; 2.72]; p< 0,001 ⊕⊕⊖⊖a,b
AE - Erkrankung des Gastrointestinaltrakts - TTE7,14 N=257 0.1 [0.1; 0.1]

239 (93%)
N=261 2.8 [1.4; 6.5]

152 (58.24%)
HR 2.87 [2.33; 3.54]; p< 0,001 ⊕⊕⊖⊖a,b
AE - Thrombozytenzahl vermindert - TTE7,13 N=257 NA

20 (7.78%)
N=261 NA

52 (19.92%)
HR 0.32 [0.19; 0.54]; p< 0,001 ⊕⊕⊕⊖b
AE - TTE7,10 N=257 11.0 [7; 16.6]

145 (56.42%)
N=261 8.0 [4.2; 13.1]

135 (51.72%)
HR 0.77 [0.61; 0.98]; p=0.040 ⊕⊕⊕⊖b
AE - TTE6,7,8 N=257 0.1

256 (99.61%)
N=261 0.2 [0.1; 0.2]

249 (95.4%)
⊖⊖⊖⊖c
AE - Nasenbluten - TTE7,16 N=257 NA

35 (13.62%)
N=261 NA [21.8; ]

46 (17.62%)
HR 0.42 [0.26; 0.66]; p<0.001 ⊕⊕⊖⊖a,b
AE - Übelkeit - TTE7,25 N=257 NA

18 (7%)
N=261 NA

1 (0.38%)
HR 17.02 [2.27; 127.73]; p<0.001 ⊕⊕⊖⊖b,e
AE-Disc - TTE11,12 N=257 NA [38.2; ]

55 (21.4%)
N=261 NA

24 (9.2%)
HR 1.19 [0.73; 1.94]; p=0.493 ⊕⊕⊕⊖d
SAE - TTE7,9 N=257 NA

65 (24.9%)
N=261 27.4 [22.7; ]

58 (22.05%)
HR 0.65 [0.45; 0.95]; p=0.024 ⊕⊕⊕⊖b
*Database cutoff: 23.07.2022
1: Medianes Gesamtüberleben (Monate);
2: Medianes progressionsfreies Überleben (Monate);
3: Mediane Zeit bis zur erstmaligen Verschlechterung um ≥ 10 Punkte (Monate);
4: Score range 0-100;
5: Mediane Zeit bis zur erstmaligen Verschlechterung um ≥ 15 Punkte (Monate);
6: UE jeglichen Schweregrades - Gesamt;
7: mediane Zeit bis zum ersten Ereignis (Monate);
8: keine Angaben zum HR;
9: Schwerwiegende UE - Gesamt;
10: Schwere UE (CTCAE-Grad 3 oder 4) - Gesamt;
11: Therapieabbruch aufgrund von UE;
12: mediane Zeit bis zum Ereignis (Monate);
13: Thrombozytenzahl vermindert (PT, schwere UEs);
14: Erkrankung des Gastrointestinaltrakts (SOC, UEs);
15: Erkrankungen der Haut und des Unterhautzellgewebes (SOC, UEs);
16: Nasenbluten (PT, UEs);
17: Pyrexie (PT, UEs);
18: Unwohlsein (PT, UEs);
19: Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort (SOC, schwere UEs);
20: Neutrophilenzahl erniedrigt (PT, schwere UEs);
21: Leukozytenzahl erniedrigt (PT, schwere UEs);
22: Alaninaminotransferase erhöht (PT, schwere UEs);
23: Aspartataminotransferase erhöht (PT, schwere UEs);
24: Ermüdung (PT, schwere UEs);
25: Übelkeit (PT, schwere UEs)
a: fehlende Verblindung bei subjektiver Endpunkterhebung;
b: unvollständige Beobachtungen aus potenziell informativen Gründen;
c: Beurteilung des Effektes aufgrund fehlender Effektschätzung nicht möglich;
d: fehlende Verblindung bei subjektiver Entscheidung zum Therapieabbruch;
e: zu geringe Anzahl an aufgetretenen Ereignissen
AE: Adverse Events; AE-Disc: Adverse Events Leading to Treatment Discontinuation; Any: Any Grade; Body Image: Body Image; Cognitive Function: Cognitive Function; Constipation: Constipation; CTCAE ≥3: Common Terminology Criteria for Adverse Events, Grade ≥3; Diarrhea: Diarrhea; Dyspnea: Dyspnea; Emotional Function: Emotional Function; EORTC QLQ-BR23: European Organisation for Research and Treatment of Cancer Quality of Life Questionnaire - Breast Cancer module ; EORTC QLQ-C30: European Organisation for Research and Treatment of Cancer Quality of Life Questionnaire C30; EQ-5D: European Quality of Life 5 Dimensions; Fatigue: Fatigue; Future Perspective: Future Perspective; Global Health Status: Global Health Status; Insomnia: Insomnia; Lack of Appetite: Lack of Appetite; Nausea: Nausea; OS: Overall Survival; Pain: Pain; PFS: Progression-Free Survival; Physical Function: Physical Function; Role Function: Role Function; SA: Symptoms in the arm area; SAE: Serious Adverse Events; SCA: Symptoms in the chest area; SEST: Side effects of systemic therapy; Sexual Activity: Sexual Activity; Social Function: Social Function; TTC: Time To Change ; TTE: Time To Event ; VAS: Visual Analogue Scale
Tucatinib + Trastuzumab + Capecitabin versus Trastuzumab + Capecitabin beim HER2-positiven Mammakarzinom im fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium (Drittlinientherapie)

Zur Methodik und Vorgehensweise zur Erstellung der Evidenztabellen siehe Evidenzbericht

Tucatinib (Mammakarzinom, HER2+, mind. 2 Vortherapien, Kombination mit Trastuzumab und Capecitabin)
Wirkstoff Tucatinib Handelsname Tukysa
Pharmazeutischer Unternehmer Seagen Germany GmbH Beschlussdatum 02.09.2021
Anwendungsgebiet Mammakarzinom
Population/ZVT Titel Mortalität Morbidiät QoL Sicherheit Zusatznutzen
A Erwachsene Patienten mit HER2-positivem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs, die zuvor mindestens zwei HER2-gerichtete Therapieregime erhalten haben ↑↑

Vorteil im Gesamtüberleben.

↔

Kein für die Nutzenbewertung relevanter Unterschied

Ø

Es liegen keine Daten vor.

↔

Kein für die Nutzenbewertung relevanter Unterschied; im Detail Nachteil bei Diarrhoe und Vorteil bei Dyspnoe

Anhaltspunkt: beträchtlich
ZVT Therapie nach ärztlicher Maßgabe.Im Rahmen der Therapie nach ärztlicher Maßgabe stellen die Behandlungsoptionen Lapatinib in Kombination mit Capecitabin, Lapatinib in Kombination mit Trastuzumab (nur für Patienten mit HR-negativem Mammakarzinom) und Trastuzumab in Kombination mit Capecitabin geeignete Komparatoren dar. Die Arzneimitteltherapie mit Trastuzumab in Kombination mit Capecitabin ist jedoch im vorliegenden Anwendungsgebiet nicht zugelassen.
↑↑/↓↓: positiver/negativer statistisch signifikanter Effekt, hohe Aussagesicherheit; ↑/↓: positiver/negativer statistisch signifkanter Effekt, niedrige oder unklare Aussagesicherheit; ↔: kein signifikanter/relevanter Unterschied; ↓: n.b.: nicht bewertbar; Ø: keine Daten

Population A: Erwachsene Patienten mit HER2-positivem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs, die zuvor mindestens zwei HER2-gerichtete Therapieregime erhalten haben

Bei der vorliegenden Bewertung handelt es sich um die Nutzenbewertung des neuen Arzneimittels Tukysa in Kombination mit Trastuzumab und Capecitabin.

Tukysa ist zugelassen in Kombination mit Trastuzumab und Capecitabin zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit HER2-positivem lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs, die zuvor mindestens 2 gegen HER2 gerichtete Behandlungsschemata erhalten haben.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde eine Therapie nach ärztlicher Maßgabe bestimmt.

Im Rahmen der Therapie nach ärztlicher Maßgabe wurden die Behandlungsoptionen Lapatinib in Kombination mit Capecitabin, Lapatinib in Kombination mit Trastuzumab (nur für Patienten mit Hormonrezeptor-negativem Mammakarzinom) und Trastuzumab in Kombination mit Capecitabin als geeignete Komparatoren benannt.

Der pharmazeutische Unternehmer legt für die Nutzenbewertung die Ergebnisse der noch laufenden, doppelblinden randomisierten und kontrollierten Studie HER2CLIMB vor.

In der Endpunktkategorie Mortalität zeigen die vorliegenden Ergebnisse zum Endpunkt Gesamtüberleben eine statistisch signifikante Verlängerung der Überlebenszeit durch eine Behandlung mit Tucatinib + Trastuzumab + Capecitabin gegenüber einer Behandlung mit Trastuzumab + Capecitabin, die im Ausmaß als eine deutliche Verbesserung bewertet wird.

Für die Endpunktkategorie Morbidität zeigen sich in Bezug auf den Endpunkt Gesundheitszustand weder positive noch negative Effekte einer Behandlung mit Tucatinib + Trastuzumab + Capecitabin gegenüber einer Behandlung mit Trastuzumab + Capecitabin.

Hinsichtlich der gesundheitsbezogenen Lebensqualität liegen keine Daten vor, da in der Studie HER2CLIMB keine Daten zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität erhoben wurden.

Hinsichtlich der Nebenwirkungen kann für Tucatinib + Trastuzumab + Capecitabin im Vergleich zu Trastuzumab + Capecitabin weder ein Vorteil noch ein Nachteil festgestellt werden. Allein bei den spezifischen unerwünschten Ereignissen liegen statistisch signifikante Unterschiede vor, die sowohl ein Vorteil als auch Nachteile aufzeigen.

In der Gesamtbetrachtung der vorliegenden Ergebnisse zu den patientenrelevanten Endpunkten stehen dem Vorteil im Gesamtüberleben keine Nachteile bei der Morbidität und den Nebenwirkungen gegenüber.

Im Ergebnis stellt der G-BA für Tucatinib + Trastuzumab + Capecitabin zur Behandlung von Patienten mit HER2-positivem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs, die zuvor mindestens zwei HER2-gerichtete Therapieregime erhalten haben, im Vergleich zur zweckmäßigen Vergleichstherapie einen beträchtlichen Zusatznutzen fest.

Es liegen keine Daten zur krankheitsspezifischen Symptomatik und zur gesundheitsbezogenen Lebensqualität aus der Studie HER2CLIMB vor. Diese Limitationen führen insgesamt dazu, dass die Aussagesicherheit für den festgestellten Zusatznutzen als „Anhaltspunkt“ eingestuft wird.

Im Ergebnis stellt der G-BA für Tucatinib in Kombination mit Trastuzumab und Capecitabin einen Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie fest.
Phase 2 Randomized, Double-Blinded, Controlled Study of Tucatinib vs Placebo in Combination With Capecitabine and Trastuzumab in Patients With Pretreated Unresectable Locally Advanced or Metastatic HER2+ Breast Carcinoma (NCT02614794)
Short Name Design Population Intervention Comparator Outcomes
HER2CLIMB
ONT-380-206, 2015-002801-12
Randomized, Parallel Assignment, Phase 2 quadruple-blind study Treatment-naive with Stage 3 and ECOG 0-1 HER2 Positive Breast Cancer Tucatinib in combination with capecitabine & trastuzumab (N=410)1 Placebo in combination with capecitabine & trastuzumab (N=202)2
  1. Primary: Progression-free Survival (PFS) Per RECIST 1.1 as Determined by Blinded Independent Central Review (BICR)
  2. Secondary: Overall Survival (OS) at Time of Primary Analysis
Notes - Study Arms
1: Tucatinib + capecitabine + trastuzumab
2: Placebo + capecitabine + trastuzumab
Outcome Tucatinib in combination with capecitabine & trastuzumab N=410 Placebo in combination with capecitabine & trastuzumab N=202 Effect Estimate GRADE
Tucatinib + Trastuzumab + Capecitabin vs. Trastuzumab + Capecitabin zur Behandlung von Erwachsenen mit HER2-positivem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs, die zuvor mindestens zwei HER2-gerichtete Therapieregime erhalten haben: Studie HER2CLIMB
Dichotomous Outcomes
OS - Time To Event1 N=410 21.9 [18.3; 31]

130 (31.71%)
N=202 17.4 [13.6; 19.9]

85 (42.08%)
HR 0.66 [0.5; 0.88]; p=0.005 ⊕⊕⊕⊕
PFS - Time To Event2 N=410 8.1 [7.6; 9.6]

198 (48.29%)
N=202 5.5 [4.3; 6.9]

112 (55.45%)
HR 0.535 [0.42; 0.682]; p<0.0001 ⊕⊕⊕⊕
EQ-5D (VAS) - TTC3 N=217 NA [7.6; ]

73 (33.64%)
N=112 5.8 [4.3; ]

42 (37.5%)
HR 0.81 [0.55; 1.18]; p=0.261 ⊕⊕⊕⊖a
EQ-5D (VAS) - TTC4 N=217 NA [7.7; ]

71 (32.72%)
N=112 6.7 [4.3; ]

40 (35.71%)
HR 0.82 [0.56; 1.21]; p=0.313 ⊕⊕⊕⊖a
AE - TTE5,6 N=404 0.13 [0.13; 0.16]

401 (99.26%)
N=197 0.26 [0.2; 0.33]

191 (96.95%)
HR 1.548 [1.29; 1.858]; p< 0.0001 ⊕⊕⊕⊕
AE - TTE6,8 N=404 4.80 [3.55; 7.98]

223 (55.2%)
N=197 9.03 [4.14; 10.45]

96 (48.73%)
HR 1.1 [0.87; 1.41]; p=0.427 ⊕⊕⊕⊖b
AE - Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts - TTE6,11 N=404 0.23 [0.2; 0.26]

382 (94.55%)
N=197 0.49 [0.43; 0.72]

162 (82.23%)
HR 1.91 [1.57; 2.31]; p<0.001 ⊕⊕⊕⊖b
AE - Diarrhö - TTE6,12 N=404 0.49 [0.43; 0.53]

327 (80.94%)
N=197 3.48 [2.14; 6.01]

105 (53.3%)
HR 2.39 [1.92; 2.99]; p<0.001 ⊕⊕⊕⊖b
AE - Alanin-Aminotransferase erhöht - TTE6,13 N=404 NA

22 (5.45%)
N=197 NA

1 (0.51%)
HR 10.62 [1.43; 78.79]; p=0.021 ⊕⊕⊖⊖b,d
AE - Aspartat-Aminotransferase erhöht - TTE6,14 N=404 NA

18 (4.46%)
N=197 NA

1 (0.51%)
HR 8.81 [1.18; 65.94]; p=0.034 ⊕⊕⊖⊖b,d
AE - Dyspnoe - TTE6,15 N=404 NA

7 (1.73%)
N=197 NA

10 (5.08%)
HR 0.31 [0.12; 0.83]; p=0.019 ⊕⊕⊖⊖b,d
AE-Disc - TTE9,10 N=404 NA

45 (11.14%)
N=197 18.2 [16.26; ]

19 (9.64%)
HR 0.95 [0.55; 1.64]; p=0.846 ⊕⊕⊕⊖c
SAE - TTE6,7 N=404 30.94 [21.39; ]

104 (25.74%)
N=197 NA [11.04; ]

53 (26.9%)
HR 0.81 [0.58; 1.14]; p=0.232 ⊕⊕⊕⊖b
*Database cutoff: 03.09.2019
1: Medianes Gesamtüberleben (Monate);
2: Medianes progressionsfreies Überleben (Monate);
3: Mediane Zeit bis zur Verschlechterung um ≥ 7 Punkte (Monate);
4: Mediane Zeit bis zur Verschlechterung um ≥ 10 Punkte (Monate);
5: UE jeglichen Schweregrades - Gesamt;
6: Mediane Zeit bis zum ersten Ereignis (Monate);
7: Schwerwiegende UE - Gesamt;
8: Schwere UE - Gesamt;
9: Therapieabbruch aufgrund von UE;
10: Mediane Zeit bis zum Ereignis (Monate);
11: Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts (SOC, UE);
12: Diarrhö (PT, UE);
13: Alanin-Aminotransferase erhöht (PT, schwere UE);
14: Aspartat-Aminotransferase erhöht (PT, schwere UE);
15: Dyspnoe (PT, schwere UE)
a: im Studienverlauf sinkender Rücklauf von Fragebogen;
b: unterschiedliche Beobachtungszeiten bei potenziell informativer Zensierung;
c: Auftreten konkurrierender Ereignisse für den Endpunkt Therapieabbruch aufgrund von UE (Abbruch aufgrund Krankheitsverschlechterung);
d: zu geringe Anzahl an aufgetretenen Ereignissen
AE: Adverse Events; AE-Disc: Adverse Events Leading to Treatment Discontinuation; Any: Any Grade; CTCAE ≥3: Common Terminology Criteria for Adverse Events, Grade ≥3; EQ-5D: European Quality of Life 5 Dimensions; OS: Overall Survival; PFS: Progression-Free Survival; SAE: Serious Adverse Events; TTC: Time To Change ; TTE: Time To Event ; VAS: Visual Analogue Scale
Trastuzumab Deruxtecan versus Lapatinib +Capecitabin beim HER2-positiven Mammakarzinom im fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium nach mind. 2 Vortherapien

Zur Methodik und Vorgehensweise zur Erstellung der Evidenztabellen siehe Evidenzbericht

Trastuzumab deruxtecan (Mammakarzinom, HER2+, mind. 2 Vortherapien)
Wirkstoff Trastuzumab deruxtecan Handelsname Enhertu
Pharmazeutischer Unternehmer Daiichi Sankyo Deutschland GmbH Beschlussdatum 02.02.2023
Anwendungsgebiet Mammakarzinom
Population/ZVT Titel Mortalität Morbidiät QoL Sicherheit Zusatznutzen
A Erwachsene Patienten mit HER2-positivem nicht resezierbarem oder metastasiertem Brustkrebs, die zuvor mit zwei oder mehr Anti-HER2 basierten Therapien behandelt wurden ↑↑

Vorteil im Gesamtüberleben

↑

Vorteile in den Endpunkten Gesundheitszustand, Schmerzen, Schlaflosigkeit, Diarrhö, Symptome im Brust- und Armbereich; Nachteile in den Endpunkten Verstopfung, Übelkeit und Erbrechen; insgesamt ein Vorteil

↑

Vorteile in den Endpunkten globaler Gesundheitsstatus, körperliche, kognitive, soziale Funktion und Rollenfunktion.

↔

keine für die Nutzenbewertung relevanten Unterschiede

Hinweis: beträchtlich
ZVT Eine Therapie nach ärztlicher Maßgabe** Im Rahmen der Therapie nach ärztlicher Maßgabe werden die Behandlungsoptionen Lapatinib in Kombination mit Capecitabin, Trastuzumab in Kombination mit Lapatinib (nur für Patienten mit Hormonrezeptor-negativem Mammakarzinom), Trastuzumab in Kombination mit Capecitabin und Tucatinib in Kombination mit Trastuzumab und Capecitabinals gleichermaßen geeignete Komparatoren erachtet.Hinsichtlich des Zulassungsstatus ist Trastuzumab in Kombination mit Capecitabin jedoch nicht zugelassen.
↑↑/↓↓: positiver/negativer statistisch signifikanter Effekt, hohe Aussagesicherheit; ↑/↓: positiver/negativer statistisch signifkanter Effekt, niedrige oder unklare Aussagesicherheit; ↔: kein signifikanter/relevanter Unterschied; ↓: n.b.: nicht bewertbar; Ø: keine Daten

Population A: Erwachsene Patienten mit HER2-positivem nicht resezierbarem oder metastasiertem Brustkrebs, die zuvor mit zwei oder mehr Anti-HER2 basierten Therapien behandelt wurden

Bei der vorliegenden Bewertung handelt es sich um die Nutzenbewertung des neuen Arzneimittels Enhertu mit dem Wirkstoff Trastuzumab-Deruxtecan.

Enhertu wurde unter besonderen Bedingungen zugelassen.

Trastuzumab-Deruxtecan ist zugelassen als Monotherapie zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit inoperablem oder metastasiertem HER2-positivem Brustkrebs, die bereits mindestens eine gegen HER2 gerichtete Vorbehandlung erhalten haben.

Das hier bewertete Anwendungsgebiet lautet:

Trastuzumab-Deruxtecan wird angewendet als Monotherapie zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit inoperablem oder metastasiertem HER2-positivem Brustkrebs, die bereits mindestens zwei gegen HER2 gerichtete Vorbehandlungen erhalten haben.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde eine Therapie nach ärztlicher Maßgabe bestimmt. Im Rahmen der Therapie nach ärztlicher Maßgabe wurden die Behandlungsoptionen Lapatinib in Kombination mit Capecitabin, Lapatinib in Kombination mit Trastuzumab (nur für Patienten mit Hormonrezeptor-negativem Mammakarzinom), Trastuzumab in Kombination mit Capecitabin und Tucatinib in Kombination mit Trastuzumab und Capecitabin als geeignete Komparatoren benannt.

Der pharmazeutische Unternehmer legt für die Nutzenbewertung die Ergebnisse der noch laufenden, offenen, randomisierten und kontrollierten Phase III-Studie DESTINY-Breast02 vor.

In der Endpunktkategorie Mortalität zeigt sich im Endpunkt Gesamtüberleben eine statistisch signifikante Verlängerung der Überlebenszeit durch eine Behandlung mit Trastuzumab-Deruxtecan gegenüber der Therapie nach ärztlicher Maßgabe, die als eine deutliche Verbesserung bewertet wird.

In der Kategorie Morbidität lässt sich für den Endpunkt Gesundheitszustand ein Vorteil für die Behandlung mit Trastuzumab-Deruxtecan feststellen, der als eine deutliche Verbesserung des Gesundheitszustandes gewertet wird. In der Gesamtschau liegt hinsichtlich der Symptomatik ein Vorteil von Trastuzumab-Deruxtecan vor.

Für die gesundheitsbezogene Lebensqualität ergibt sich ebenfalls ein Vorteil von Trastuzumab-Deruxtecan im Vergleich zur Therapie nach ärztlicher Maßgabe.

In der Gesamtschau der Ergebnisse zu den Nebenwirkungen ergeben sich keine für die Nutzenbewertung relevanten Unterschiede zwischen den Behandlungsarmen.

In der Gesamtbetrachtung kommt der G-BA zu dem Ergebnis, dass insbesondere aufgrund des Ausmaßes der Verlängerung der Überlebensdauer und in Anbetracht der positiven Effekte auf die Morbidität und Lebensqualität für Trastuzumab-Deruxtecan in der Behandlung von erwachsenen Patientinnen und Patienten mit inoperablem oder metastasiertem HER2-positivem Brustkrebs, die bereits mindestens zwei gegen HER2-gerichtete Vorbehandlungen erhalten haben, ein beträchtlicher Zusatznutzen gegenüber einer Therapie nach ärztlicher Maßgabe vorliegt.

Die Aussagekraft wird als Hinweis eingestuft.

Im Ergebnis stellt der G-BA für Trastuzumab-Deruxtecan einen Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen gegenüber der zweckmäßigen Vergleichstherapie fest.
A Phase 3, Multicenter, Randomized, Open-label, Active-controlled Study of Trastuzumab Deruxtecan (DS-8201a), an Anti-HER2-antibody Drug Conjugate, Versus Treatment of Investigator's Choice for HER2-positive, Unresectable and/or Metastatic Breast Cancer Subjects Previously Treated With T-DM1 (NCT03523585)
Short Name Design Population Intervention Comparator Outcomes
DESTINY-Breast02
DS8201-A-U301, 2018-000221-31, 184017, DESTINY-Breast02
Randomized, Parallel Assignment, Phase 3 Open Label study Pretreated with Stage 3-4 and ECOG 0-1 Breast Cancer for 2nd Line treatment Trastuzumab deruxtecan (DS-8201a) (N=406)1 1. Trastuzumab+capecitabine (N=91)2
2. Lapatinib+capecitabine (N=111)3
3. Therapie nach ärztlicher Maßgabe (N=202)4
  1. Secondary: Overall Survival (OS) in Participants With HER2-positive, Unresectable and/or Metastatic Breast Cancer Participants Previously Treated With Trastuzumab Emtansine
Notes - Study
Open Label Study
Notes - Study Arms
1: HER2 positive, unresectable and/or metastatic breast cancer participants previously treated with standard of care HER2 therapies, including ado-trastuzumab emtansine (T-DM1), randomized to treatment with Trastuzumab deruxtecan
2: HER2 positive, unresectable and/or metastatic breast cancer participants previously treated with standard of care HER2 therapies, including ado-trastuzumab emtansine (T-DM1), randomized to investigator's choice treatment with Trastuzumab/capecitabine
3: HER2 positive, unresectable and/or metastatic breast cancer participants previously treated with standard of care HER2 therapies, including ado-trastuzumab emtansine (T-DM1), randomized to investigator's choice treatment with Lapatinib/capecitabine
4: HER2 positive, unresectable and/or metastatic breast cancer participants previously treated with standard of care HER2 therapies, including ado-trastuzumab emtansine (T-DM1), randomized to investigator's choice treatment with Trastuzumab/capecitabine or with Lapatinib/capecitabine
Outcome Trastuzumab deruxtecan (DS-8201a) N=406 Therapie nach ärztlicher Maßgabe N=202 Effect Estimate GRADE
Trastuzumab deruxtecan vs Therapie nach ärztlicher Maßgabe (Trastuzumab + Capecitabin, Lapatinib + Capecitabin) zur Behandlung von Erwachsenen mit inoperablem oder metastasiertem HER2-positivem Brustkrebs, die bereits mindestens zwei gegen HER2 gerichtete Vorbehandlungen erhalten haben: DESTINY-Breast02
Dichotomous Outcomes
OS - Time To Event1 N=406 39.2 [32.7; ]

143 (35.22%)
N=202 26.5 [21; ]

86 (42.57%)
HR 0.66 [0.5; 0.86]; p=0.002 ⊕⊕⊖⊖a,b
PFS - Time To Event2,3 N=406 17.8 [14.3; 20.8] N=202 6.9 [5.5; 8.4] HR 0.3589 [0.284; 0.4535]; p< 0,0001 ⊕⊕⊕⊖c
EORTC QLQ-BR23 (SEST) - TTC4 N=406 5.1 [4.2; 6.9]

239 (58.87%)
N=202 5.8 [; 1.26]

90 (44.55%)
HR 1.07 [0.84; 1.37]; p=0.613 ⊕⊕⊖⊖d,e
EORTC QLQ-BR23 (SCA) - TTC4 N=406 NA [27.8; ]

109 (26.85%)
N=202 18.4 [12.5; ]

60 (29.7%)
HR 0.58 [0.42; 0.81]; p=0.001 ⊕⊕⊖⊖d,e
EORTC QLQ-BR23 (SA) - TTC4 N=406 10 [6.9; 13.9]

206 (50.74%)
N=202 4.4 [2.8; 6.1]

102 (50.5%)
HR 0.62 [0.48; 0.79]; p< 0,001 ⊕⊕⊖⊖d,e
EORTC QLQ-C30 (Fatigue) - TTC4,5 N=406 2.9 [2.8; 4.2]

279 (68.72%)
N=202 1.9 [1.5; 2.9]

129 (63.86%)
HR 0.82 [0.66; 1.01]; p=0.060 ⊕⊕⊖⊖d,e
EORTC QLQ-C30 (Nausea) - TTC4,5 N=406 1.5 [1.5; 1.8]

296 (72.91%)
N=202 3 [1.7; 4.4]

111 (54.95%)
HR 1.3 [1.04; 1.62]; p=0.022 ⊕⊕⊖⊖d,e
EORTC QLQ-C30 (Pain) - TTC4,5 N=406 8.5 [6; 11.2]

222 (54.68%)
N=202 2.8 [1.9; 3.5]

117 (57.92%)
HR 0.58 [0.46; 0.73]; p< 0,001 ⊕⊕⊖⊖d,e
EORTC QLQ-C30 (Dyspnea) - TTC4,5 N=406 15.6 [12.6; 21.7]

180 (44.33%)
N=202 11.6 [8; ]

74 (36.63%)
HR 0.86 [0.65; 1.13]; p=0.286 ⊕⊕⊖⊖d,e
EORTC QLQ-C30 (Insomnia) - TTC4,5 N=406 13.4 [9.9; 16.7]

193 (47.54%)
N=202 5.8 [4.3; 9.2]

91 (45.05%)
HR 0.68 [0.52; 0.87]; p=0.003 ⊕⊕⊖⊖d,e
EORTC QLQ-C30 (Lack of Appetite) - TTC4,5 N=406 5.5 [3; 7.3]

252 (62.07%)
N=202 2.9 [1.7; 4.4]

108 (53.47%)
HR 0.83 [0.66; 1.04]; p=0.107 ⊕⊕⊖⊖d,e
EORTC QLQ-C30 (Constipation) - TTC4,5 N=406 5.5 [4.3; 6.3]

251 (61.82%)
N=202 18.7 [8.1; ]

69 (34.16%)
HR 1.62 [1.24; 2.13]; p< 0,001 ⊕⊕⊖⊖d,e
EORTC QLQ-C30 (Diarrhea) - TTC4,5 N=406 9.7 [7.8; 13]

218 (53.69%)
N=202 1.5 [1.5; 1.8]

128 (63.37%)
HR 0.4 [0.32; 0.51]; p< 0,001 ⊕⊕⊖⊖d,e
EQ-5D (VAS) - TTC6 N=406 19.4 [17.1; 24.9]

158 (38.92%)
N=202 7.3 [5.6; 11.3]

85 (42.08%)
HR 0.56 [0.43; 0.74]; p< 0,001 ⊕⊕⊖⊖d,e
EORTC QLQ-BR23 (Future Perspective) - TTC4 N=406 32.5 [20.7; ]

158 (38.92%)
N=202 12.5 [6.9; ]

71 (35.15%)
HR 0.82 [0.62; 1.09]; p=0.170 ⊕⊕⊖⊖d,e
EORTC QLQ-BR23 (Sexual Activity) - TTC4 N=406 NA

110 (27.09%)
N=202 NA

44 (21.78%)
HR 1.07 [0.75; 1.53]; p=0.700 ⊕⊕⊖⊖d,e
EORTC QLQ-BR23 (Body Image) - TTC4 N=406 13.5 [8.1; 22.9]

187 (46.06%)
N=202 10.6 [5.5; 17.1]

75 (37.13%)
HR 0.91 [0.69; 1.2]; p=0.507 ⊕⊕⊖⊖d,e
EORTC QLQ-C30 (Emotional Function) - TTC4,5 N=406 10.2 [7.9; 13.9]

206 (50.74%)
N=202 7.2 [5.5; 10.6]

86 (42.57%)
HR 0.91 [0.7; 1.17]; p=0.453 ⊕⊕⊖⊖d,e
EORTC QLQ-C30 (Cognitive Function) - TTC4,5 N=406 6.9 [5.5; 9.7]

229 (56.4%)
N=202 3.3 [2.8; 5.7]

111 (54.95%)
HR 0.71 [0.56; 0.898]; p=0.004 ⊕⊕⊖⊖d,e
EORTC QLQ-C30 (Social Function) - TTC4,5 N=406 7.2 [5.6; 10.4]

225 (55.42%)
N=202 3.3 [1.9; 6.1]

109 (53.96%)
HR 0.72 [0.57; 0.91]; p=0.005 ⊕⊕⊖⊖d,e
EORTC QLQ-C30 (Physical Function) - TTC4,5 N=406 11.4 [8.6; 15.4]

211 (51.97%)
N=202 4.3 [3.1; 6]

109 (53.96%)
HR 0.61 [0.48; 0.79]; p< 0,001 ⊕⊕⊖⊖d,e
EORTC QLQ-C30 (Global Health Status) - TTC4,5 N=406 7 [5; 10]

232 (57.14%)
N=202 2.9 [1.9; 4.2]

123 (60.89%)
HR 0.58 [0.46; 0.72]; p< 0,001 ⊕⊕⊖⊖d,e
EORTC QLQ-C30 (Role Function) - TTC4,5 N=406 5.6 [4.3; 8.6]

240 (59.11%)
N=202 2.9 [1.8; 4.2]

116 (57.43%)
HR 0.68 [0.54; 0.86]; p< 0,001 ⊕⊕⊖⊖d,e
AE - Alopezie - TTE8,25 N=404 NA

150 (37.13%)
N=195 NA

8 (4.1%)
HR 9.72 [4.77; 19.81]; p< 0,001 ⊕⊕⊖⊖d,g
AE - Stomatitis - TTE8,24 N=404 NA

45 (11.14%)
N=195 NA

36 (18.46%)
HR 0.36 [0.23; 0.58]; p< 0,001 ⊕⊕⊖⊖d,g
AE - Obstipation - TTE8,23 N=404 NA [22.8; ]

142 (35.15%)
N=195 NA

21 (10.77%)
HR 2.93 [1.85; 4.64]; p< 0,001 ⊕⊕⊖⊖d,g
AE - Erbrechen - TTE8,22 N=404 NA [24; ]

152 (37.62%)
N=195 NA

25 (12.76%)
HR 2.89 [1.89; 4.42]; p< 0,001 ⊕⊕⊖⊖d,g
AE - Übelkeit - TTE8,21 N=404 0.2 [0.2; 0.4]

293 (72.52%)
N=195 NA [12.1; ]

73 (37.44%)
HR 2.7 [2.09; 3.5]; p< 0,001 ⊕⊕⊖⊖d,g
AE - Verminderte Neutrophilenzahl - TTE8,20 N=404 NA

43 (10.64%)
N=195 NA

4 (2.05%)
HR 3.93 [1.4; 11.02]; p=0.005 ⊕⊕⊖⊖g,h
AE - Leukozytenzahl erniedrigt - TTE8,19 N=404 NA

21 (5.2%)
N=195 NA

0 (0%)
⊕⊕⊖⊖g,h
AE - Ermüdung - TTE8,18 N=404 NA

16 (3.96%)
N=195 NA

1 (0.51%)
HR 6.48 [0.86; 49.03]; p=0.038 ⊕⊕⊖⊖g,h
AE - Herzerkrankungen - TTE8,14,15 N=404 NA

2 (0.5%)
N=195 NA

4 (2.05%)
⊕⊖⊖⊖g,h,f
AE - Palmar-plantares Erythrodysästesie-Syndrom - TTE8,16 N=404 NA

1 (0.25%)
N=195 NA

20 (10.26%)
HR 0.02 [0.003; 0.14]; p< 0,001 ⊕⊕⊖⊖g,h
AE - Diarrhö - TTE8,13 N=404 NA

11 (2.72%)
N=195 NA

14 (7.18%)
HR 0.23 [0.1; 0.54]; p< 0,001 ⊕⊕⊖⊖g,h
AE - TTE8,10 N=404 11 [7; 16.3]

213 (52.72%)
N=195 9.9 [5.1; 15.7]

86 (44.1%)
HR 0.92 [0.71; 1.18]; p=0.493 ⊕⊕⊕⊖g
AE - TTE7,8 N=404 0.1 [0.1; 0.1]

403 (99.75%)
N=195 0.2 [0.2; 0.3]

185 (94.87%)
⊖⊖⊖⊖f
AE - Hautausschlag - TTE8,26 N=404 NA

27 (6.68%)
N=195 NA

22 (11.28%)
HR 0.45 [0.25; 0.798]; p=0.005 ⊕⊕⊖⊖d,g
AE - Asthenie - TTE8,17 N=404 NA

20 (4.95%)
N=195 NA

1 (0.51%)
HR 7.92 [1.06; 59.23]; p=0.017 ⊕⊕⊖⊖g,h
AE - Kopfschmerzen - TTE8,27 N=404 NA [38.9; ]

80 (19.8%)
N=195 NA

12 (6.15%)
HR 2.55 [1.38; 4.71]; p=0.002 ⊕⊕⊖⊖d,g
AE-Disc - TTE11,12 N=404 NA

80 (19.8%)
N=195 NA

19 (9.74%)
HR 1.08 [0.65; 1.81]; p=0.757 ⊕⊕⊕⊖g
SAE - TTE8,9 N=404 NA [35.4; ]

103 (25.5%)
N=195 NA [15.7; ]

46 (23.59%)
HR 0.7 [0.49; 0.9994]; p=0.049 ⊕⊕⊕⊖g
*Database cutoff: 29.06.2022
1: Medianes Gesamtüberleben (Monate);
2: Medianes progressionsfreies Überleben (Monate);
3: keine Informationen zu Anteil an Ereignissen und Zensierungen;
4: Mediane Zeit bis zur Verschlechterung um ≥ 10 Punkte (Monate);
5: Score range 0-100;
6: Mediane Zeit bis zur Verschlechterung um ≥ 15 Punkte (Monate);
7: UE jeglichen Schweregrades - Gesamt;
8: mediane Zeit bis zum ersten Ereignis (Monate);
9: Schwerwiegende UE - Gesamt;
10: Schwere UE (CTCAE-Grad ≥ 3) - Gesamt;
11: Therapieabbruch aufgrund von UE;
12: mediane Zeit bis zum Ereignis (Monate);
13: Diarrhö (PT, schwere UE);
14: Herzerkrankungen (SOC, schwere UE);
15: Berechnungen zum HR, KI sowie p-Wert nicht vorliegend;
16: Palmar-plantares Erythrodysästesie-Syndrom (PT, schwere UE);
17: Asthenie (PT, schwere UE);
18: Ermüdung (PT, schwere UE);
19: Leukozytenzahl erniedrigt (PT, schwere UE);
20: Verminderte Neutrophilenzahl (PT, schwere UE);
21: Übelkeit (PT, UE);
22: Erbrechen (PT, UE);
23: Obstipation (PT, UE);
24: Stomatitis (PT, UE);
25: Alopezie (PT, UE);
26: Hautausschlag (PT, UE);
27: Kopfschmerzen (PT, UE)
a: Hoher Anteil an Patientinnen und Patienten, die frühzeitig zensiert wurden. Zusätzlich besteht ein großer Unterschied in den Zensierungsanteilen zwischen den Behandlungsarmen. ;
b: hoher Anteil an Patientinnen und Patienten im Vergleichsarm, die im Sinne eines Treatment Switchings Trastuzumab-Deruxtecan als eine antineoplastische Folgetherapie erhalten haben; keine Angaben zu den Zeitpunkten und zu den Gründen des Wechsels;
c: fehlende Informationen zu Ereignissen und Zensierungen, die die Beurteilung der Aussagesicherheit einschränken;
d: fehlende Verblindung bei subjektiver Endpunkterhebung;
e: unvollständige Beobachtungen aus potenziell informativen Gründen;
f: Beurteilung des Effektes aufgrund fehlender Effektschätzung nicht möglich;
g: unvollständige Beobachtungen aus potenziell informativen Gründen bei unterschiedlich langer Nachbeobachtung;
h: zu geringe Anzahl an aufgetretenen Ereignissen
AE: Adverse Events; AE-Disc: Adverse Events Leading to Treatment Discontinuation; Any: Any Grade; Body Image: Body Image; Cognitive Function: Cognitive Function; Constipation: Constipation; CTCAE ≥3: Common Terminology Criteria for Adverse Events, Grade ≥3; Diarrhea: Diarrhea; Dyspnea: Dyspnea; Emotional Function: Emotional Function; EORTC QLQ-BR23: European Organisation for Research and Treatment of Cancer Quality of Life Questionnaire - Breast Cancer module ; EORTC QLQ-C30: European Organisation for Research and Treatment of Cancer Quality of Life Questionnaire C30; EQ-5D: European Quality of Life 5 Dimensions; Fatigue: Fatigue; Future Perspective: Future Perspective; Global Health Status: Global Health Status; Insomnia: Insomnia; Lack of Appetite: Lack of Appetite; Nausea: Nausea; OS: Overall Survival; Pain: Pain; PFS: Progression-Free Survival; Physical Function: Physical Function; Role Function: Role Function; SA: Symptoms in the arm area; SAE: Serious Adverse Events; SCA: Symptoms in the chest area; SEST: Side effects of systemic therapy; Sexual Activity: Sexual Activity; Social Function: Social Function; TTC: Time To Change ; TTE: Time To Event ; VAS: Visual Analogue Scale
Kapitel 5.2 Systemtherapie metastasiertes MCA (Omarini et al. 2022)

 

C, Omarini, Piacentini F, Sperduti I, Cerma K, Barbolini M, Canino F, Nasso C, et al. "T-Dm1 Efficacy in Trastuzumab-Pertuzumab Pre-Treated Her2 Positive Metastatic Breast Cancer Patients: A Meta-Analysis." [In eng]. BMC cancer 22, no. 1 (2022-6-7 2022): 623. https://doi.org/doi:. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/35672679/.

Aim

Design and participants

Intervention

Outcomes

Results

Quality and comment

To investigate the efficacy of T-DM1 after the combination of trastuzumab-pertuzumab (TP) in HER2 positive metastatic breast cancer patients (MBC).

Focus on the activity of T-DM1 in 2nd line setting following TP and taxane 1st line treatment.

 

 

Design: Systematic review and Meta-Analysis

 

Search date: until December 31st 2020

 

Searched databases: PubMed, Embase, Cochrane Library, Web of Science

 

Included study designs: observational studies (7 retrospective, 1 non-comparative randomized open label phase II trial [PERNETTA trial])

 

Number of included studies: 10 studies on T-DM1 in TP pre-treated patients; 7 (Meta-Analysis)

Of those: 5 studies on T-DM1 in 2nd line setting

 

Number of included patients: 1,152

 

Mean/median age: n.a.

 

Inclusion criteria:

not specifically stated

Intervention

T-DM1 in 2nd line setting following TP and taxane 1st line treatment

 

 

Control

EMILIA trial (phase III RCT): no TP pre-treated patients (patients were pretreated with trastuzumab and taxane)

1 year progression-free survival (PFS)

 

 

1 year progression-free survival (PFS)

 

T-DM1 in 2nd or further line of treatment

Risk difference for T-DM1 efficacy: -0.1222, 95% CI -0.253 to 0.010, p=0.07, I²=0.001%

 

T-DM1 in 2nd line treatment

Risk difference:

-0.034, 95% CI -0.207 to 0.139, p=0.701, I²=0.01%

 

 

AMSTAR II critical appraisal tool

Overall confidence in the results of the review: 5 critical flaws (item 2,7,9,11,13)

 

Overall quality of evidence: critically low

 

Additional concerns about quality: of the SR

Article would have benefitted from careful prove reading, e.g. label of Fig. 2 includes the TH3ERESA trial, the text focused only on the EMILIA trial as a comparison; text states that 8 studies are included in the MA, but there are only 7 trials included in the MA; authors describe that they included 5 studies on T-DM1 2nd line therapy, but there are only 4 studies; maybe they counted the phase II PERNETTA trial as 2 studies

 

Quality of included studies: only aggregated results of formal quality assessment; included retrospective studies + 1 phase II study

 

Sources of funding: none

 

Kapitel 5.2 Systemtherapie metastasiertes MCA (Huertas et al. 2021)

Source: R, Martin Huertas, Fernández Abad M, Corral de la Fuente E, Serrano Domingo JJ, and Martínez Jáñez N. "Prolonged Responses with Trastuzumab Emtasine Treatment of Human Epidermal Growth Factor Receptor 2-Positive Metastatic Breast Cancer Refractory to Trastuzumab and Pertuzumab: Systematic Review of Evidence." [In eng]. Clinical breast cancer 21, no. 5 (2021-10 2021): 391-98. https://doi.org/doi:. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33549470/.

Aim

Design and participants

Intervention

Outcomes

Results

Quality and comment

Aim: we summarize published evidence on efficacy and prolonged responses with trastuzumab emtansine (T-DM1) after first-line trastuzumab plus pertuzumab and provide possible factors related to prolonged responses to T-DM1.

 

 

Design: Systematic review

 

Search date: between July 1, 2012 and December 31, 2019

 

Searched databases: PubMed

 

Included study designs: Non-experimental studies:  retrospective and prospective cohort

 

Number of included studies: 7

 

Number of included patients: 796

 

Mean/median age: n.a.

 

Inclusion criteria:

We included articles that specifically reported efficacy data of T-DM1 in the second or later lines of MBC after pertuzumab treatment and articles about long survival or prolonged responses with T-DM1 alone.

 

Exclusion:

articles that exclusively referred to early breast cancer and T-DM1 treatment in the neoadjuvant or adjuvant setting, articles that evaluated combinations of T-DM1 with other drugs; articles focused on other anti-HER2 treatments for MBC, and articles that included only patients with brain metastasis (BM) as the reference population

 

Intervention

 

T-DM1 in the second or later lines of MBC after pertuzumab treatment

 

Control

Findings of two phase III trials including  EMILIA and TH3RESA.

Overall response rate;

Progression-free survival

 

Less efficacy in terms of responses (overall response rate, 18%-33%) and progression-free survival (4-6 months) with second-line T-DM1, in patients pretreated with pertuzumab, was shown (if compared with the EMILIA trial). The results are more similar to those of the TH3RESA trial (very pretreated population). Prolonged treatments (6 months or more) were observed in at least 17% of cases. The efficacy of T-DM1 after a previous pertuzumab treatment is lower than if pertuzumab is not given, although prolonged responses are observed in this setting.

 

The efficacy of T-DM1 after a previous pertuzumab treatment is lower than if pertuzumab is not given, although prolonged responses are observed in this setting.

 

Prolonged responses are observed in a significant proportion of patients: 30% of total patients maintained T-DM1 for more than 6 months, and more than 14% of patients maintained treatment for 1 year of more. The possible factors that can condition long and durable responses are ECOG PS 0, late recurrence after adjuvant trastuzumab, no visceral disease, and good response to prior treatment with pertuzumab

 

 

AMSTAR II critical appraisal tool

Overall confidence in the results of the review: 5 critical flaws (item 2,4,7,9,13)

 

Overall quality of evidence: critically low

 

Additional concerns about quality: these results should be interpreted with caution because of the retro-spective nature of studies, the small sample size, and the different comparisons made;

not all patients had received prior pertuzumab, and this fact can be considered a limitation of some of the studies, because a comparison of the efficacy of T-DM1 according to whether patients had previously received or not pertuzumab is not possible. Also, there are differences in the line in which T-DM1 is administered.

 

Sources of funding: no funding

 

Kapitel 5.2 Systemische Therapie metastasiertes Mammakarzinom (DeBusk et al. 2021)

Source: Kendra DeBusk, Shaun Abeysinghe, Adrian Vickers, Anubhav Nangia, Judith Bell, Chiemeka Ike, Andres Forero-Torres & Matthew T Blahna (2021) Efficacy of Tucatinib for HER2-Positive Metastatic Breast Cancer After HER2-Targeted Therapy: A Network Meta-Analysis, Future Oncology, 17:33, 4635-4647, DOI: 10.2217/fon-2021-0742

Aim

Design and participants

Intervention

Outcomes

Results

Quality and comment

Aim: Indirect comparison of tucatinib with other therapies in patients with HER2+ MBC after ≥1 prior HER2-directed therapy (or ≥1 prior chemotherapy, for trials assessing eribulin in a mixed population of MBC patients that included a HER2+ subgroup)

 

Design: Systematic literature review and network meta-analysis

 

Search date: conducted 23.11.2020

 

Searched databases:

PubMed, Embase, Cochrane Library

 

Included study designs:

RCT

 

Number of included studies: 12

 

Number of included patients: n.a.

 

Mean/median age: n.a.

 

Inclusion criteria: Randomized controlled trials of patients receiving therapy for

HER2+ MBC after ≥1 prior HER2-directed therapy (or chemotherapy, for trials assessing eribulin in a mixed population of MBC patients that included a HER2+

subgroup) that reported efficacy or safety data

 

 

Intervention

T-DM1

(trastuzumab emtansine)

 

Control

Other therapies (capecitabine, eribulin, vinorelbine, lapatinib, neratinib, margetuximab, pertuzumab, T-DM1

and tucatinib, including any combination therapy with trastuzumab and/or capecitabine)

Progression-free survival (PFS)

 

Overall survival (OS)

 

Progression-free survival (PFS)

 

tucatinib plus trastuzumab with

capecitabine as the most likely therapy to be ranked first for improving

 

T-DM1 monotherapy and neratinib were the next most effective therapies for improving PFS

 

Overall survival (OS)

 

tucatinib plus trastuzumab with

capecitabine as the most likely therapy to be ranked first for improving

 

T-DM1 monotherapy and pertuzumab plus trastuzumab with capecitabine were the next most effective therapies for improving OS

 

 

AMSTAR II critical appraisal tool

Overall confidence in the results of the review: 5 critical flaws (items 2, 7, 9, 13, 15)

 

Overall quality of evidence: critically low

 

Additional concerns about quality:

Some trials could not be connected to the evidence network or did not meet inclusion criteria

 

two publications reporting trials assessing pyrotinib (with capecitabine) were excluded in the main analysis owing to data immaturity, a high proportion of treatment switching and being conducted solely in Asian patients

 

Several trials permitted treatment switching. To account for this, such studies were included if RPSFTM-adjusted Kaplan–Meier data could be found

 

In some cases, details such as the number of patients at risk throughout follow-up were not reported; however, errors from the reconstructed RPSFTM-adjusted data were less than those presented in the original, unadjusted charts

 

Quality of included studies:

Low: 8 trials

High: 4 trials

Sources of funding:

Sponsored by Seagen Inc. K

DeBusk, C Ike, A Forero-Torres and MT Blahna are employees and stockholders of

Seagen Inc. S

Abeysinghe, A Vickers, A Nangia and J Bell are employees of RTI Health Solutions, which received funding from Seagen Inc. for the analyses reported in this manuscript

Medical writing assistance was provided by M Bell of Curo (part of Envision Pharma Group), and was funded by Seagen Inc.

Abbreviations:

MBC = Metastatic Breast Cancer

RCT = Randomised Controlled Trial

n.a. = not Available, not Applicable

PFS = Progression-free survival 

OS = Overall survival 

 

Kapitel 5.2 Systemische Therapie metastasiertes Mammakarzinom (Schettini et al. 2020)

Source: F, Schettini, Giudici F, Giuliano M, Cristofanilli M, Arpino G, Del Mastro L, Puglisi F, et al. "Overall Survival of Cdk4/6-Inhibitor-Based Treatments in Clinically Relevant Subgroups of Metastatic Breast Cancer: Systematic Review and Meta-Analysis." [In eng]. Journal of the National Cancer Institute 112, no. 11 (2020-11-1 2020): 1089-97. https://doi.org/doi:. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/32407488/.

Aim

Design and participants

Intervention

Outcomes

Results

Quality and comment

Identifying patients that

might benefit most from CDK4/6-inhibitors,

in different clinically relevant subgroups of HR+/HER2-negative MBC.

 

Design: Systematic review and meta-analysis

 

Search date: end of October 2019

 

Searched databases: PubMed (+ European Society for medical Oncology (ESMO) and American Society and Clinical Oncology meetings and San Antonio Breast Cancer Symposium online databases)

 

Included study designs:

Phase II or III RCT

 

Number of included studies:

6 papers reporting OS results:

 

PALOMA 1 / 3

MONALEESA 2 / 7 / 3

MONARCH 2

 

Number of included patients: 3,421 for OS

 

Mean/median age: n.a.

 

Inclusion criteria:

HR+/HER2-neg metastatic breast cancer; first- or second line

 

 

Intervention

Palbociclib + letrozole (PALOMA 1)

 

Palbociclib + fulvestrant (PALOMA 3, MONALEESA 3)

 

Ribociclib + letrozole (MONALEESA 2)

 

Ribociclib + tamoxifen or AI + GnRHa (MONALEESA 7)

 

Abemaciclib + fulvestrant (MONARCH 2)

 

Control

letrozole (PALOMA 1; MONALEESA 2)

 

fulvestrant (PALOMA 3; MONALEESA 3)

 

fulvestrant [+ GnRHa in pre/peri pts] (MONARCH 2)

 

tamoxifen or AI + GnRHa (MONALEESA 7)

Primary Outcome:

Overall survival

 

 

Secondary Outcome: n.a.

Primary Outcome:

Overall survival

Benefit for CDK4/6-inhibitors combinations compared with standard ET:

HR 0.76, 95% CI 0.68-0.85, I²=0.0%

 

 

Secondary Outcome: n.a.

 

Subgroup analysis

visceral disease (yes vs no)

HR 0.73, 95% CI 0.65-0.83, P<0.001, I2=0.0%

 

bone-only disease (yes vs no)

HR 0.74, 95% CI 0.62-0.89, P<0.001, I2=0.0%

 

number of metastatic sites (<3 sites vs ≥3)

HR 0.77, 95% CI 0.65-0.91, P<0.002, I2=0.0%

 

endocrine sensitivity and resistance (yes vs no),

HR 0.77, 95% CI 0.68-0.86, P<0.001, I2=0.0%

 

previous CT for the metastatic setting (yes vs no),

HR 0.77, 95% CI 0.62-0.94, P<0.01, I2=0.0%

 

age (<65 vs ≥65 years)

HR 0.77, 95%CI 0.66-0.88, P<0.001, I2=12.0%

 

menopausal status

(pre-perimenopausal vs postmenopausal)

HR 0.75, 95% CI 0.67-0.84, P<0.001, I2=0.0% 

AMSTAR II critical appraisal tool

Overall confidence in the results of the review: 4 critical flaws (items 2, 4, 7, 15)

(no information about review protocol

no comprehensive search strategy

no list of excluded studies

no adequate investigation of publication bias)

 

Overall quality of evidence: critically low

 

Quality of included studies:

Assessed with the Cochrane Collaboration’s Risk of Bias tool

Sources of funding: no funding

 

Abbreviations:

MBC = Metastatic Breast Cancer

RCT = Randomised Controlled Trial

OS = Overall Survival 

CT = Chemotherapy

n.a. = not Available, not Applicable

HR = Hazard Ratio

95% CI = 95% Confidence Interval

 

Kapitel 5.2 Systemische Therapie metastasiertes Mammakarzinom (Li et al. 2020)

Source: J, Li, Huo X, Zhao F, Ren D, Ahmad R, Yuan X, Du F, and Zhao J. "Association of Cyclin-Dependent Kinases 4 and 6 Inhibitors with Survival in Patients with Hormone Receptor-Positive Metastatic Breast Cancer: A Systematic Review and Meta-Analysis." [In eng]. JAMA network open 3, no. 10 (2020-10-1 2020): e2020312. https://doi.org/doi:. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/33048129/.

Aim

Design and participants

Intervention

Outcomes

Results

Quality and comment

The primary objective was to evaluate the association of CDK4/6 inhibitors plus ET, compared with ET alone, with OS in patients with HR-positive, ERBB2-negative metastatic breast cancers. The secondary objective was to assess the association of PFS, objective response rate (ORR), adverse events (AEs), and grade 3 or grade 4 (grade 3/4) AEs with treatment of CDK4/6 inhibitors plus ET vs ET alone among patients with HR-positive, ERBB2-negative metastatic breast cancer

 

Design: Systematic Review and Meta-analysis

 

Search date: up to 30/03/2020

 

Searched databases:

PubMed and Embase

 

Included study designs:

RCTs

Number of included studies: 9

MONALEESA-2 / -3 / -7

PALOMA-1 / -2 / -3

MONARCH-2 / -3 / -plus

 

Number of included patients: 5043 (HR+ metastatic BC)

 

Inclusion criteria:

(1) phase 2 or 3 randomized clinical trials of HR-positive, ERBB2-negative metastatic breast cancer

(2) with patients randomly assigned to receive CDK4/6 inhibitors plus ET or ET alone,

(3) having OS or PFS outcomes

 

Exclusion:

(1) phase 1 trials,

(2) retrospective studies, or

(3) studies without survival outcomes

 

Intervention

 

CDK4/6 inhibitors plus ET

 

Control

ET

Primary Outcome:

 

Overall Survival (OS)

 

 

Secondary Outcome:

Progression-Free Survival (PFS)

 

Objective Response Rate (ORR)

 

Grade 3/4 Adverse Events (AEs)

Primary Outcome:

 

Overall Survival(OS)

HR, 1.33; 95% CI, 1.19-1.48; P < .001

 

Secondary Outcome:

 

Progression-Free Survival

HR, 1.84; 95% CI, 1.70-1.98; P < .001

 

Objective Response Rate

OR, 2.02; 95% CI, 1.61-2.53; P < .001

 

Grade 3/4 AEs

The combination of CDK4/6 inhibitors plus ET was associated with increased cases of :

Neutropenia (HR, 57.05; 95% CI, 38.26-85.05; P < .001),

Leukopenia (HR, 36.36; 95% CI, 19.35-68.34; P < .001

Diarrhea (HR, 4.97; 95% CI, 2.84-8.69; P < .001),

 

Subgroup analysis

 

First- and Second-Line Therapy Subgroups

 

The combination of CDK4/6 inhibitors plus ET vs ET alone was associated with improved OS for the first-line therapy subgroup (HR, 1.35; 95% CI, 1.18-1.54; P < .001), as well as for the second-line therapy subgroup (HR, 1.30; 95% CI, 1.09-1.54; P = .004)

 

Premenopausal and Postmenopausal Subgroups

 

Treatment with CDK4/6 inhibitors plus ET was associated with improved OS for both the premenopausal subgroup (HR, 1.32; 95% CI, 1.04-1.66; P = .02), and for the postmenopausal subgroup (HR, 1.34; 95% CI, 1.18-1.52; P < .001).

 

Visceral Metastasis and Bone-Only Metastasis Subgroups

 

Treatment with CDK4/6 inhibitors plus ET was associated with improved OS for the visceral metastasis subgroup (HR, 1.31; 95% CI, 1.12-1.53; P < .001).

Treatment with CDK4/6 inhibitors plus ET was not associated with improved OS for the bone-only metastasis subgroup (HR, 1.22; 95% CI, 0.88-1.68; P = .23).

 

Age Subgroups

Treatment with CDK4/6 inhibitors plus ET was associated with improved OS both for the younger patient subgroup (HR, 1.25; 95% CI, 1.06-1.49; P = .010), and for the older patient subgroup (HR, 1.38; 95% CI, 1.11-1.72; P = .003)

AMSTAR II critical appraisal tool

Overall confidence in the results of the review: 6 critical flaws (items 2, 4, 7, 9, 13, 15)

 

Overall quality of evidence:

 

Limitations: studies included in search were only in English;

all data were extracted from published literature, and no individual patient data were used in this study;

some studies in this meta-analysis included randomized clinical trials, but the subgroup analysis did not include all of those studies àfor example, in the age subgroup analysis, some studies used 40 years as the cut point, whereas other studies used 65 years as the cut point

 

Quality of included studies: n.a.

Sources of funding:

 supported by a grant from the Innovation Team for the Study of Pathogenesis and Anti-tumor Mechanism of Chinese-Tibetan Medicine in the Qinghai area (Talent Highland Program) and grant 2018-ZJ-T02 from the Qinghai province Medical Gene Detection Technology Platform

 

 

 

 

Abbreviations:

ET = Endocrine Therapy

OS = Overall Survival 

PFS = Progression-Free Survival 

ORR = Objective Response Rate

AE = Adverse Event

BC = Breast Cancer 

RCT = Randomised Controlled Trial 

HR = Hazard Ratio

OR = Odds Ratio

95% CI = 95% Confidence Interval

n.a. = not Available, not Applicable

 

Kapitel 5.2 Systemische Therapie metastasiertes Mammakarzinom (Tian et al. 2021)

Source: Q, Tian, Gao H, Zhou Y, and Yang J. "Overall Survival and Progression-Free Survival with Cyclin-Dependent Kinase 4/6 Inhibitors Plus Endocrine Therapy in Breast Cancer: An Updated Meta-Analysis of Randomized Controlled Trials." [In eng]. European review for medical and pharmacological sciences 25, no. 23 (2021-12 2021): 7252-67. https://doi.org/doi:. https://pubmed.ncbi.nlm.nih.gov/34919224/.

Aim

Design and participants

Intervention

Outcomes

Results

Quality and comment

Aim: to better define the efficacy and safety of CDK4/6i in HR+, Her2- ABC (advanced breast cancer) patients and aimed to identify a suitable patient population for CDK4/6i therapy through subgroup analysis

 

Design: updated meta-analysis

Search date: 01/2014 to 01/2020

 

Searched databases: MEDLINE, EMBASE and the Cochrane Library databases

 

Included study designs:

RCT phase 2 or 3

 

Number of included studies: 8 RCT (6 RCT for OS and 8 RCT for PFS)

PALOMA 1 / 2 / 3

MONALESA 2 / 3 / 7

MONARCH 2 / 3

 

Number of included patients: 4,580

 

Inclusion criteria:

1) phase 2 or 3 RCTs designed to evaluate the efficacy and safety of CDK4/6i plus ET vs. ET alone in HR+, Her2- ABC patients and

2) the hazard ratios (HRs) for the PFS and OS outcomes were reported.

 

Exclusion: Non/randomized prospective studies, retrospective studies, single-arm studies, reviews, meta-analyses and case

Intervention

CDK4/6i plus ET

 

Control

ET alone

Primary Outcome:

Overall survival (OS)

 

Progression-free survival (PFS)

 

Objective response rate (ORR)

 

Adverse events (AEs)

 

 

Overall survival

HR: 0.76 (95% CI: 0.67– 0.84)

 

Progression-free survival

HR 0.55 (95% CI: 0.50–0.59)

 

Objective response rate

CDK4/6i meaningfully improved the ORR in both the intention-to-treat population (RR=1.47; 95% CI: 1.29–1.67) and patients with measurable disease (RR=1.47; 95% CI: 1.30– 1.67)

 

Adverse events (AEs)

 

RR=2.69; (95% CI: 2.43–2.97)

 

Subgroup analysis

1) Subgroup analysis of Overall survival as outcome

 

Types of drug

The addition of ribociclib (HR=0.72; 95% CI: 0.60-0.84) and abemaciclib (HR=0.76; 95% CI: 0.59- 0.93) to ET resulted in a numerically larger improvement in OS benefits than the addition of palbociclib (HR=0.83; 95% CI: 0.66-1.00).

 

Combinations

The combination treatment improved OS outcomes in patients with treatment-naïve advanced disease (HR=0.74; 95% CI: 0.61–0.87) and in patients who had received up to one line of prior endocrine therapy for advanced disease (HR=0.77; 95% CI: 0.66–0.88).

 

Menopausal status

Consistent treatment effects on OS outcomes were observed in both postmenopausal patients (HR=0.75; 95% CI: 0.66–0.85) and pre-, perimenopausal patients (HR=0.74; 95% CI: 0.56–0.91).

 

Metastasis site

A numerically larger effect was observed in patients with visceral disease (HR=0.74; 95% CI: 0.58–0.91) compared to the effect on those with non-visceral disease (HR=0.79; 95% CI: 0.56–1.01) or bone-only disease (HR=0.76; 95% CI: 0.50–1.03).

 

Endocrine resistance

The subgroup analysis of patients with primary vs. secondary endocrine resistance showed a statistically significant OS benefit in patients with secondary endocrine resistance (HR=0.75; 95% CI: 0.61–0.89) compared to that in patients with primary resistance (HR=0.85; 95% CI: 0.42–1.27).

 

 

2) Subgroup analysis of Progression-free survival as outcome

 

Improvements in PFS outcomes were consistent among all subgroups.

 

Types of drug

Three CDK4/6 inhibitors, palbociclib (HR=0.53; 95% CI: 0.45–0.60), ribociclib (HR=0.59; 95% CI: 0.50–0.64), and abemaciclib (HR=0.54; 95% CI: 0.46–0.62), showed similar PFS benefits when combined with ET

 

Treatment line

The PFS advantage was obtained regardless of whether the treatments were applied as first-line (HR=0.55; 95% CI: 0.49–0.61) or subsequent-line (HR=0.53; 95% CI: 0.46–0.60) therapies

 

Race

The addition of CD-K4/6i to ET showed a numerically larger effect in the Asian population (HR=0.42; 95% CI: 0.33-0.52) than in the non-Asian population (HR=0.56; 95% CI: 0.47-0.64)

 

PR status

PR-negative patients (HR=0.43; 95% CI: 0.33-0.53) obtained a greater PFS benefit from the combination treatment than PR-positive patients (HR=0.57; 95% CI: 0.50-0.64).

 

Menopausal status

the PFS advantage was significant in postmenopausal patients (HR=0.55; 95% CI: 0.50– 0.60) and pre-, perimenopausal patients (HR=0.52; 95% CI: 0.41–0.62)

 

Metastasis site

Analysis by metastasis site indicated consistent PFS benefits for visceral (HR=0.52; 95% CI: 0.45–0.58), nonvisceral (HR=0.48; 95% CI: 0.40–0.56) and bone-only (HR=0.48; 95% CI: 0.38– 0.57) metastases:

 

Endocrine resistance status

Subgroup analysis by endocrine resistance status indicated consistent PFS improvements among patients with both primary (HR=0.48; 95% CI: 0.34–0.63) and secondary (HR=0.49; 95% CI: 0.35–0.63) ET resistance

AMSTAR II critical appraisal tool

Overall confidence in the results of the review: 3 critical flaws (items 2, 7, 11)

 

 

Quality of included studies: Most studies had low risk of bias in most domains. Two studies had high risk of bias in domain blinding and one studie had high risk of attrition bias.

 

Sources of funding:

no funding received

Abbreviations:

ET = Endocrine Therapy

PFS = Progression-Free Survival

OS = Overall Survival 

ORR = Objective Response Rate

AE = Adverse Events

HR = Hazard Ratio 

RR = Risk Ratio

95% CI = 95% Confidence Interval

RCT = Randomised Controlled Trial 

 

Elacestrant versus endokrine Monotherapie beim HR-positiven/HER2-negativen Mammakarzinom mit aktivierender ESR1-Mutation im fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium

Zur Methodik und Vorgehensweise zur Erstellung der Evidenztabellen siehe Evidenzbericht

Elacestrant (Mammakarzinom, ER+, HER2-, mit ESR1-Mutation, nach min. 1 Vortherapie)
Wirkstoff Elacestrant Handelsname Orserdu
Pharmazeutischer Unternehmer Stemline Therapeutics B.V. Beschlussdatum 02.05.2024
Anwendungsgebiet Mammakarzinom
Population/ZVT Titel Mortalität Morbidiät QoL Sicherheit Zusatznutzen
A Postmenopausale Frauen mit Östrogenrezeptor (ER)-positivem, humanem epidermalem Wachstumsfaktor-Rezeptor 2 (HER2)-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs mit einer aktivierenden ESR1-Mutation; mit Krankheitsprogression nach mindestens einer endokrinen Therapielinie einschließlich eines CDK4/6-Inhibitors: Postmenopausale Frauen mit 2 vorherigen endokrinen Therapielinien ↑

Vorteil im Gesamtüberleben.

↔

Insgesamt kein für die Nutzenbewertung relevanter Unterschied. Im Detail Nachteil im Endpunkt Appetitverlust.

↔

Es liegt kein für die Nutzenbewertung relevanter Unterschied vor.

↔

Insgesamt kein für die Nutzenbewertung relevanter Unterschied. Im Detail Nachteile bei den spezifischen UE "Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts" und "Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen"

ZVT
↑↑/↓↓: positiver/negativer statistisch signifikanter Effekt, hohe Aussagesicherheit; ↑/↓: positiver/negativer statistisch signifkanter Effekt, niedrige oder unklare Aussagesicherheit; ↔: kein signifikanter/relevanter Unterschied; ↓: n.b.: nicht bewertbar; Ø: keine Daten

Population A: Postmenopausale Frauen mit Östrogenrezeptor (ER)-positivem, humanem epidermalem Wachstumsfaktor-Rezeptor 2 (HER2)-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs mit einer aktivierenden ESR1-Mutation; mit Krankheitsprogression nach mindestens einer endokrinen Therapielinie einschließlich eines CDK4/6-Inhibitors: Postmenopausale Frauen mit 2 vorherigen endokrinen Therapielinien

Für die Bewertung des Zusatznutzens von Elacestrant bei Patientinnen ER-positivem, HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs mit einer aktivierenden ESR1-Mutation; mit Krankheitsprogression nach mindestens einer endokrinen Therapielinie einschließlich eines CDK4/6-Inhibitors liegen Ergebnisse zur Mortalität, Morbidität, gesundheitsbezogener Lebensqualität und Nebenwirkungen aus der randomisierten, offenen, multizentrischen, kontrollierten Studie EMERALD vor. In der Studie EMERALD wurde Elacestrant gegenüber einer Therapie nach ärztlicher Maßgabe unter Auswahl von Fulvestrant, Anastrozol, Letrozol und Exemestan verglichen. Die Bewertung basiert auf den Datenschnitten vom 08. 07. 2022 bzw. vom 02. 09. 2022. In den Subgruppenanalysen zu dem Merkmal "Anzahl vorheriger endokriner Therapielinien im fortgeschrittenen/metastasierten Stadium" (1 vs. 2) zeigte sich für den Endpunkt Gesamtüberleben ein deutlich unterschiedlicher Effekt in Abhängigkeit von der Anzahl vorheriger Therapielinien. Aufgrund dieser Effektmodifikation wird eine separate Bewertung des Zusatznutzens für Patientinnen mit 1 vorherigen endokrinen Therapielinie und mit 2 vorherigen endokrinen Therapielinien vorgenommen. a1) Postmenopausale Frauen mit 1 vorherigen endokrinen Therapielinie Für Patientinnen mit einer vorherigen endokrinen Therapielinie ergibt sich in der Endpunktkategorie Gesamtüberleben kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsarmen. In der Kategorie Morbidität ergibt sich insgesamt weder ein Vorteil noch ein Nachteil für die Behandlung mit Elacestrant. Im Detail zeigt sich für die Gesamtpopulation ein Nachteil im Endpunkt Appetitverlust (erhoben mittels EORTC QLQ-C30) und für Patientinnen mit 1 vorherigen endokrinen Therapielinie ein Vorteil für den Endpunkt Schlaflosigkeit (erhoben mittels EORTC QLQ-C30). Für die gesundheitsbezogene Lebensqualität ergibt sich weder ein Vorteil noch ein Nachteil für die Behandlung mit Elacestrant. Für die Endpunktkategorie Nebenwirkungen lässt sich für Elacestrant gegenüber einer Therapie nach ärztlicher Maßgabe insgesamt weder ein Vorteil noch ein Nachteil feststellen. Im Detail zeigen sich in der Gesamtpopulation Nachteile bei spezifischen UE. In der Gesamtbetrachtung der Ergebnisse ergeben sich weder Vor- noch Nachteile in allen Endpunktkategorien. Für Patientinnen mit ER-positivem, HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs mit einer aktivierenden ESR1-Mutation und 1 vorherigen Therapielinie ist ein Zusatznutzen von Elacestrant gegenüber einer Therapie nach ärztlicher Maßgabe daher nicht belegt. a2) Postmenopausale Frauen mit 2 vorherigen endokrinen Therapielinien Für Patientinnen mit 2 vorherigen endokrinen Therapielinien ergibt sich in der Endpunktkategorie Gesamtüberleben ein statistisch signifikanter Unterschied zum Vorteil von Elacestrant. Das Ausmaß der erzielten Verlängerung im Gesamtüberleben wird als eine deutliche Verbesserung bewertet. In der Kategorie Morbidität ergibt sich insgesamt weder ein Vorteil noch ein Nachteil für die Behandlung mit Elacestrant. Im Detail zeigt sich für die Gesamtpopulation ein Nachteil im Endpunkt Appetitverlust (erhoben mittels EORTC QLQ-C30). Für die gesundheitsbezogene Lebensqualität ergeben sich weder ein Vorteil noch ein Nachteil für die Behandlung mit Elacestrant. Für die Endpunktkategorie Nebenwirkungen lässt sich für Elacestrant gegenüber einer Therapie nach ärztlicher Maßgabe insgesamt weder ein Vorteil noch ein Nachteil feststellen. Im Detail zeigen sich in der Gesamtpopulation Nachteile bei spezifischen UE. In der Gesamtschau zeigt sich ein Vorteil in der Mortalität. In den weiteren Endpunktkategorien zeigen sich insgesamt weder Vor- noch Nachteile. In der Gesamtbewertung wird ein beträchtlicher Zusatznutzen von Elacestrant gegenüber einer Therapie nach ärztlicher Maßgabe für Patientinnen mit ER-positivem, HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs mit einer aktivierenden ESR1-Mutation und 2 vorherigen Therapielinien festgestellt. Aussagesicherheit (Wahrscheinlichkeit des Zusatznutzens) Die vorliegende Bewertung basiert auf den Ergebnissen der offenen randomisierten Phase III Studie EMERALD. Aufgrund des relevanten Unterschieds von nicht in die Auswertung eingehenden Patientinnen zwischen den Behandlungsarmen liegt in Bezug auf die gesamte Studienpopulation ein hohes endpunktübergreifendes Verzerrungspotenzial vor. In der vorliegenden Datensituation zeigt sich für die Subgruppe der Patientinnen mit 2 vorherigen endokrinen Therapielinien jedoch, dass nur eine Patientin nicht in die Auswertung eingeht. Damit liegt für diese Subgruppe für die Ergebnisse zum Endpunkt Gesamtüberleben ein niedriges Verzerrungspotenzial vor. Eine relevante Limitation ergibt sich aufgrund der geringen Patientenzahl in der vorliegenden Subgruppe der Patientinnen mit 2 vorherigen endokrinen Therapielinien. Zusammenfassend leitet der G-BA hinsichtlich der Aussagesicherheit einen Anhaltspunkt für den festgestellten Zusatznutzen ab

Elacestrant Monotherapy vs. Standard of Care for the Treatment of Patients With ER+/HER2- Advanced Breast Cancer Following CDK4/6 Inhibitor Therapy: A Phase 3 Randomized, Open-label, Active-controlled, Multicenter Trial (NCT03778931)
Short Name Design Population Intervention Comparator Outcomes
EMERALD
RAD1901-308
Randomized, Parallel Assignment, Phase 3 Open Label study Patients with Breast Cancer 1. Elacestrant (N=239)1
2. Elacestrant (N=115)2
1. Standard of Care (SoC) (N=239)3
2. Therapie nach ärztlicher Maßgabe (N=113)4
  1. Primary: Progression-free Survival in ESR1-mut Subjects
  2. Secondary: Overall Survival in ESR1-mut Subjects
Notes - Study
Open Label Study
Notes - Study Arms
1: Subjects in Arm 1 will receive elacestrant
2: Bewertungsrelevante Teilpopulation des Elacestrant-Arms: Patientinnen mit aktivierender ESR1-Mutation
3: Subjects in Arm 2 will receive Investigator's choice of one of the Standard of Care drugs (fulvestrant, anastrozole, letrozole, or exemestane)
4: Bewertungsrelevante Teilpopulation des Kontrollarms: Patientinnen mit aktivierender ESR1-Mutation. Bei den Endpunkten zu Mortalität, Morbidität und gesundheitsbezogener Lebensqualität werden zwar formal 113 Patientinnen in die Auswertung eingeschlossen, da aber 7 Patientinnen bereits vor Gabe der ersten Studienmedikation ihr Einverständnis zurückgezogen haben, wird davon ausgegangen, dass sie zu Baseline zensiert wurden und damit ohne Informationen in die Auswertung eingehen.
Outcome Elacestrant N=115 Therapie nach ärztlicher Maßgabe N=113 Effect Estimate GRADE
Elacestrant vs. Therapie nach ärztlicher Maßgabe (Fulvestrant, Anastrozol, Letrozol oder Exemestan) zur Behandlung postmenopausaler Frauen mit Östrogenrezeptor (ER)-positivem, humanem epidermalem Wachstumsfaktor-Rezeptor 2 (HER2)-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Brustkrebs mit einer aktivierenden ESR1-Mutation; mit Krankheitsprogression nach mindestens einer endokrinen Therapielinie einschließlich eines CDK4/6-Inhibitors: Studie EMERALD
Dichotomous Outcomes
OS - Time To Event1 N=115 24.2 [20.5; 28.7]

61 (53.04%)
N=113 23.5 [15.6; 29.9]

60 (53.1%)
HR 0.9 [0.63; 1.3]; p=0.582 ⊕⊕⊕⊖a,b,c
Anzahl vorheriger endokriner Therapielinien im fortgeschrittenen/metastasierten Stadium
1 N=73 24.2 [18.3; 31.9]

38 (52.0548%)
N=69 29.9 [21.3; ]

29 (42.029%)
HR 1.34 [0.82; 2.21]; p=0.239
2 N=42 26.3 [19.8; 33]

23 (54.7619%)
N=44 15.6 [12.2; 19.8]

31 (70.4545%)
HR 0.5 [0.28; 0.852]; p=0.010
PFS - Time To Event2 N=115 3.78 [2.17; 7.26]

67 (58.26%)
N=113 1.87 [1.87; 2.14]

80 (70.8%)
HR 0.54 [0.38; 0.76]; p=0.0004 ⊕⊕⊕⊖a
EORTC QLQ-C30 (Fatigue) - TTC3,4 N=115 1.5 [1; 2]

59 (51.3%)
N=113 1.5 [1; 2.8]

55 (48.67%)
HR 0.87 [0.59; 1.27]; p=0.462 ⊕⊕⊖⊖a,d,e
EORTC QLQ-C30 (Nausea) - TTC3,4 N=115 1.1 [1; 1.9]

61 (53.04%)
N=113 2.1 [1.9; 3.3]

31 (27.43%)
HR 1.46 [0.94; 2.31]; p=0.101 ⊕⊕⊖⊖a,d,e
EORTC QLQ-C30 (Pain) - TTC3,4 N=115 1.9 [1; 2.8]

66 (57.39%)
N=113 1.9 [1; 2.8]

48 (42.48%)
HR 1.09 [0.74; 1.62]; p=0.659 ⊕⊕⊖⊖a,d,e
EORTC QLQ-C30 (Dyspnea) - TTC3,4 N=115 3.1 [1.9; 8.3]

37 (32.17%)
N=113 2.8 [1.9; 3.8]

39 (34.51%)
HR 0.74 [0.47; 1.18]; p=0.233 ⊕⊕⊖⊖a,d,e
EORTC QLQ-C30 (Insomnia) - TTC3,4 N=115 4.0 [2; 8.5]

45 (39.13%)
N=113 2.0 [1.9; 2.9]

44 (38.94%)
HR 0.74 [0.48; 1.14]; p=0.178 ⊕⊕⊖⊖a,d,e
Anzahl vorheriger endokriner Therapielinien im fortgeschrittenen/metastasierten Stadium
1 N=73 6.5 [2.3; 12.8]

25 (34.2466%)
N=69 1.5 [1; 2.8]

29 (42.029%)
HR 0.43 [0.25; 0.75]; p=0.002
2 N=42 1.9 [0.9; 19.1]

20 (47.619%)
N=44 2.8 [2; ]

15 (34.0909%)
HR 1.41 [0.71; 2.84]; p=0.309
EORTC QLQ-C30 (Lack of Appetite) - TTC3,4 N=115 2.3 [1.8; 4.7]

51 (44.35%)
N=113 3.9 [2.8; 6.3]

25 (22.12%)
HR 1.84 [1.12; 3.11]; p=0.018 ⊕⊕⊖⊖a,d,e
EORTC QLQ-C30 (Constipation) - TTC3,4 N=115 4.9 [2.8; 8.4]

33 (28.7%)
N=113 3.0 [2.8; 4.7]

34 (30.09%)
HR 0.72 [0.44; 1.18]; p=0.172 ⊕⊕⊖⊖a,d,e
EORTC QLQ-C30 (Diarrhea) - TTC3,4 N=115 8.3 [2.3; ]

32 (27.83%)
N=113 3.4 [2.8; 5.9]

26 (23.01%)
HR 0.97 [0.57; 1.68]; p=0.901 ⊕⊕⊖⊖a,d,e
EQ-5D (VAS) - TTC5 N=115 8.3 [4.8; ]

37 (32.17%)
N=113 10.3 [5.9; ]

31 (27.43%)
HR 0.93 [0.57; 1.52]; p=0.751 ⊕⊕⊖⊖a,d,e
EORTC QLQ-C30 (Social Function) - TTC3,4 N=115 3.9 [1.9; 6.6]

49 (42.61%)
N=113 2.2 [1; 3]

42 (37.17%)
HR 0.78 [0.5; 1.22]; p=0.267 ⊕⊕⊖⊖a,d,e
EORTC QLQ-C30 (Cognitive Function) - TTC3,4 N=115 4.0 [2.3; 8.3]

46 (40%)
N=113 2.8 [2.2; 3.5]

35 (30.97%)
HR 0.99 [0.62; 1.6]; p=0.944 ⊕⊕⊖⊖a,d,e
EORTC QLQ-C30 (Emotional Function) - TTC3,4 N=115 6.5 [2.8; 8.4]

40 (34.78%)
N=113 2.9 [2.8; 5.9]

30 (26.55%)
HR 0.88 [0.53; 1.48]; p=0.627 ⊕⊕⊖⊖a,d,e
EORTC QLQ-C30 (Global Health Status) - TTC3,4 N=115 3.7 [2.3; 6.5]

54 (46.96%)
N=113 2.1 [1.5; 4.7]

39 (34.51%)
HR 0.75 [0.49; 1.17]; p=0.190 ⊕⊕⊖⊖a,d,e
EORTC QLQ-C30 (Physical Function) - TTC3,4 N=115 2.8 [1.9; 4.7]

49 (42.61%)
N=113 2.8 [1.9; 4.7]

36 (31.86%)
HR 0.96 [0.62; 1.51]; p=0.916 ⊕⊕⊖⊖a,d,e
EORTC QLQ-C30 (Role Function) - TTC3,4 N=115 1.9 [1; 3.9]

62 (53.91%)
N=113 2.8 [1.9; 5.9]

35 (30.97%)
HR 1.23 [0.81; 1.89]; p=0.347 ⊕⊕⊖⊖a,d,e
AE - Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts - TTE7,14 N=115 1.8 [1; 2.7]

75 (65.22%)
N=113 NA [5.9; ]

33 (31.13%)
HR 2.56 [1.71; 3.92]; p<0.001 ⊕⊕⊖⊖a,d,e
AE - TTE6,7,8 N=115 0.3 [0.1; 0.5]

105 (91.3%)
N=106 0.5 [0.3; 0.5]

92 (86.79%)
⊖⊖⊖⊖f
AE - TTE7,11 N=115 NA

33 (28.7%)
N=106 13.1 [13.1; ]

24 (22.64%)
HR 1.11 [0.66; 1.9]; p=0.701 ⊕⊕⊖⊖a,e
AE - Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen - TTE10,15 N=115 NA

10 (8.7%)
N=106 NA

1 (0.94%)
HR 7.41 [1.4; 136.55]; p=0.026 ⊕⊖⊖⊖a,e,i
AE-Disc - TTE12,13 N=115 NA

6 (5.22%)
N=106 NA

4 (3.77%)
HR 1.28 [0.36; 5.03]; p=0.701 ⊕⊖⊖⊖a,h,g
SAE - TTE9,10 N=115 NA

14 (12.17%)
N=106 NA

12 (11.32%)
HR 0.85 [0.39; 1.88]; p=0.678 ⊕⊖⊖⊖a,e,g
*Database cutoff: 03.07.2022
1: Medianes Gesamtüberleben (Monate);
2: Medianes progressionsfreies Überleben (Monate);
3: Mediane Zeit bis zur ersten Verschlechterung um ≥ 10 Punkte (Monate);
4: Score range 0-100;
5: Mediane Zeit bis zur ersten Verschlechterung um ≥ 15 Punkte (Monate);
6: UE jeglichen Schweregrades - Gesamt;
7: Mediane Zeit bis zum ersten Ereignis (Monate);
8: Keine Angaben zum Hazard Ratio;
9: Schwerwiegende UE - Gesamt;
10: Mediane Zeit bis zum ersten Ereignis nicht erreicht;
11: Schwere UE - Gesamt;
12: Therapieabbruch aufgrund von UE;
13: Mediane Zeit bis zum Ereignis nicht erreicht;
14: Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts (SOC, UEs);
15: Skelettmuskulatur-, Bindegewebs- und Knochenerkrankungen (SOC, schwere UE)
a: Relevanter Unterschied zw. den Behandlungsgruppen hinsichtlich des Anteils an Patientinnen, die vor der 1. Behandlung mit der Studienmedikation die Studie abgebrochen haben: 0 (0 %) im Elacestrant-Arm bzw. 7 (6,2 %) im Vergleichsarm. Von diesen 7 Patientinnen hatten 6 (8,7 %) Patientinnen 1 vorherige endokrine Therapielinie im fortgeschrittenen / metastasierten Stadium und 1 (2,3 %) Patientin 2 vorherige endokrine Therapielinien im fortgeschrittenen / metastasierten Stadium erhalten.;
b: Subgruppe der Patientinnen mit 1 vorherigen endokrinen Therapielinie im fortgeschrittenen / metastasierten Stadium: moderate Ausssagesicherheit (+++-) aufgrund hohem Verzerrungspotenzial (siehe Fussnote a);
c: Subgruppe der Patientinnen mit 2 vorherigen endokrinen Therapielinien im fortgeschrittenen / metastasierten Stadium: Nur 1 (2,3 %) Patientin geht nicht in die Auswertung ein. Der Unterschied von nicht in die Auswertung eingehenden Patientinnen zwischen den Behandlungsgruppen ist somit < 5 %. Damit liegt für diese Subgruppe für die Ergebnisse zum Endpunkt Gesamtüberleben ein niedriges Verzerrungspotenzial und eine hohe Aussagesicherheit (++++) vor.;
d: fehlende Verblindung bei subjektiver Endpunkterhebung;
e: unvollständige Beobachtungen aus potenziell informativen Gründen;
f: Beurteilung des Effektes aufgrund fehlender Effektschätzung nicht möglich;
g: Mediane Überlebenzeit nicht erreicht;
h: fehlende Verblindung bei subjektiver Entscheidung zum Therapieabbruch;
i: ungenaue Effektschätzung (breites Konfidenzintervall)
AE: Adverse Events; AE-Disc: Adverse Events Leading to Treatment Discontinuation; Any: Any Grade; Cognitive Function: Cognitive Function; Constipation: Constipation; CTCAE ≥3: Common Terminology Criteria for Adverse Events, Grade ≥3; Diarrhea: Diarrhea; Dyspnea: Dyspnea; Emotional Function: Emotional Function; EORTC QLQ-C30: European Organisation for Research and Treatment of Cancer Quality of Life Questionnaire C30; EQ-5D: European Quality of Life 5 Dimensions; Fatigue: Fatigue; Global Health Status: Global Health Status; Insomnia: Insomnia; Lack of Appetite: Lack of Appetite; Nausea: Nausea; OS: Overall Survival; Pain: Pain; PFS: Progression-Free Survival; Physical Function: Physical Function; Role Function: Role Function; SAE: Serious Adverse Events; Social Function: Social Function; TTC: Time To Change ; TTE: Time To Event ; VAS: Visual Analogue Scale
Capivasertib + Fulvestrant versus Placebo + Fulvestrant zur Behandlung von Frauen mit ER-positivem, HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom mit PIK3CA/AKT1/PTEN-Alteration(en), nach Wiederauftreten der Erkrankung während oder nach einer (neo-)adjuvanten endokrinen Therapie, bisher keine Behandlung im lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium

a1) Capivasertib + Fulvestrant versus Placebo + Fulvestrant zur Behandlung von Frauen mit ER-positivem, HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom mit PIK3CA/AKT1/PTEN-Alteration(en), nach Wiederauftreten der Erkrankung während oder nach einer (neo-)adjuvanten endokrinen Therapie, bisher keine Behandlung im lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium

A phase iii double-blind randomised study assessing the efficacy and safety of capivasertib + fulvestrant versus placebo + fulvestrant as treatment for locally advanced (inoperable) or metastatic hormone receptor positive, human epidermal growth factor receptor 2 negative (hr+/her2-) breast cancer following recurrence or progression on or after treatment with an aromatase inhibitor (Nct04305496)
Short Name Design Population Intervention Comparator Outcomes
CAPItello 291 Randomized, Parallel, PHASE3 quadruple-blind study Patients with Stage 3 Locally Advanced (Inoperable) or Metastatic Breast Cancer 1. Capivasertib + fulvestrant (N=426)1
2. Capivasertib + Fulvestrant (N=16)2
3. Capivasertib + Fulvestrant (N=156)3
4. Capivasertib + Fulvestrant (Metaanalyse) (N=195)4
1. Placebo + fulvestrant (N=416)5
2. Placebo + Fulvestrant (N=28)6
3. Placebo + Fulvestrant (N=124)7
4. Placebo + Fulvestrant (Metaanalyse) (N=161)8
  1. Primary: Progression-Free Survival (PFS) in the overall population and in the PIK3CA/AKT1/PTEN-altered subgroup
  2. Secondary: Overall Survival (OS) in the overall population and in the PIK3CA/AKT1/PTEN-altered subgroup.
  3. Secondary: ocurrence/frequency of AEs and its relationship to study drugs (safety and tolerability) in the overall population and in the PIK3CA/AKT1/PTEN-altered subgroup
  4. Secondary: EORTC QLQ BR23(European Organisation for Research and Treatment of Cancer Quality of Life Questionnaire breast cancer specific module) in the overall population and in the PIK3CA/AKT1/PTEN-altered subgroup where applicable
  5. Secondary: The EORTC QLQ-C30 (European Organisation for Research and Treatment of Cancer Quality of Life Questionnaire Core 30 items) in the overall population and in the PIK3CA/AKT1/PTEN-altered subgroup where applicable
Notes - Study Arms
1: Fulvestrant: 2 intramuscular injections of 500 mg given on day 1 of weeks 1 and 3 of cycle 1, and then on day 1, week 1 of each cycle thereafter. capivasertib: 400 mg (2 oral tablets) bd given on an intermittent weekly dosing schedule. dosed on days 1 to 4 in each week of a 28-day treatment cycle.
2: Teilpopulation im Interventionsarm: Patientinnen mit PIK3CA/AKT1/PTEN-Alteration(en) und mit einer (neo-)adjuvanten endokrinen Vortherapie, die bisher keine Therapie im lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium erhalten haben
3: Teilpopulation im Interventionsarm: Patientinnen mit nachgewiesener PIK3CA/AKT1/PTEN-Alteration, die zuvor eine endokrine Therapie im lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium erhalten haben
4: Interventionsarm der Metaanalyse von Studie CAPItello 291 und FRAKTION: Patientinnen mit nachgewiesener PIK3CA/AKT1/PTEN-Alteration, die zuvor eine endokrine Therapie im lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium erhalten haben
5: Fulvestrant: 2 intramuscular injections of 500 mg given on day 1 of weeks 1 and 3 of cycle 1, and then on day 1, week 1 of each cycle thereafter. placebo: 400 mg (2 oral tablets) bd given on an intermittent weekly dosing schedule. dosed on days 1 to 4 in each week of a 28-day treatment cycle.
6: Teilpopulation im Kontrollarm: Patientinnen mit PIK3CA/AKT1/PTEN-Alteration(en) und mit einer (neo-)adjuvanten endokrinen Vortherapie, die bisher keine Therapie im lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium erhalten haben
7: Teilpopulation im Kontrollarm: Patientinnen mit nachgewiesener PIK3CA/AKT1/PTEN-Alteration, die zuvor eine endokrine Therapie im lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium erhalten haben
8: Kontrollarm der Metaanalyse von Studie CAPItello 291 und FRAKTION: Patientinnen mit nachgewiesener PIK3CA/AKT1/PTEN-Alteration, die zuvor eine endokrine Therapie im lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium erhalten haben
Outcome Capivasertib + Fulvestrant
N=16
Placebo + Fulvestrant
N=28
Effect Estimate GRADE
a1) Capivasertib + Fulvestrant versus Placebo + Fulvestrant zur Behandlung von Frauen mit ER-positivem, HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom mit PIK3CA/AKT1/PTEN-Alteration(en), nach Wiederauftreten der Erkrankung während oder nach einer (neo-)adjuvanten endokrinen Therapie, bisher keine Behandlung im lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium: Studie CAPItello 291
Dichotomous Outcomes
Overall Survival, Time To Event1,2,3 N=16 [; ]
3 (18.8%)
N=28 [; ]
3 (10.7%)
HR 1.09 [0.19; 6.1]
p=0.921
⊕⊕⊖⊖a
Progression-Free Survival, Time To Event2,4,5,6 N=16 11.5 [6.3; ]
11 (68.8%)
N=28 3.7 [1.8; 7.4]
24 (85.7%)
HR 0.36 [0.16; 0.77]
p=0.0078
⊕⊕⊖⊖a
EORTC QLQ-BR23 (SA) - TTC2,7,8 N=14 4.7 [1; ]
9 (64.3%)
N=24 2.7 [1; 16.5]
14 (58.3%)
HR 1.41 [0.55; 3.56]
p=0.452
⊕⊖⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-BR23 (SCA) - TTC2,7,8 N=14 12.9 [1.9; ]
7 (50.0%)
N=24 [; ]
7 (29.2%)
HR 1.39 [0.43; 4.52]
p=0.573
⊕⊖⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-BR23 (SEST) - TTC2,7,8 N=14 2.8 [1.1; 16.6]
10 (71.4%)
N=24 10.2 [3.7; ]
10 (41.7%)
HR 2.33 [0.85; 6.61]
p=0.092
⊕⊖⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Constipation) - TTC2,7,8,9 N=14 16.6 [7.4; ]
6 (42.9%)
N=24 12.9 [3.6; ]
6 (25.0%)
HR 1.18 [0.33; 3.97]
p=0.789
⊕⊖⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Diarrhea) - TTC2,7,8,9,10 N=14 2.7 [1; 3.7]
12 (85.7%)
N=24 12.8 [3.7; ]
8 (33.3%)
HR 4.05 [1.54; 11.48]
p=0,004
⊕⊖⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Dyspnea) - TTC2,7,8,9 N=14 9.2 [1; 14.1]
10 (71.4%)
N=24 3.6 [1; ]
12 (50.0%)
HR 0.97 [0.39; 2.31]
p=0.959
⊕⊖⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Fatigue) - TTC2,7,8,9 N=14 1.5 [0.9; 11.9]
11 (78.6%)
N=24 2.8 [1; ]
14 (58.3%)
HR 1.33 [0.56; 3.07]
p=0.484
⊕⊖⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Insomnia) - TTC2,7,8,9 N=14 6.9 [1; 16.6]
10 (71.4%)
N=24 6.5 [1.9; ]
11 (45.8%)
HR 1.05 [0.42; 2.57]
p=0.901
⊕⊖⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Lack of Appetite) - TTC2,7,8,9 N=14 2.3 [1; 15.6]
12 (85.7%)
N=24 8.3 [2.8; ]
10 (41.7%)
HR 2.05 [0.83; 5.07]
p=0.134
⊕⊖⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Nausea) - TTC2,7,8,9 N=14 6.0 [1.1; 14.7]
11 (78.6%)
N=24 [; ]
9 (37.5%)
HR 1.87 [0.71; 5.2]
p=0.22
⊕⊖⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Pain) - TTC2,7,8,9 N=14 3.3 [1; 7.4]
13 (92.9%)
N=24 6.0 [1; ]
12 (50.0%)
HR 1.86 [0.79; 4.45]
p=0.14
⊕⊖⊖⊖a,b,c
EQ-5D (VAS) - TTC2,11,12 N=14 7.5 [1.8; ]
8 (57.1%)
N=24 10.2 [1.9; ]
11 (45.8%)
HR 1.42 [0.51; 3.77]
p=0.507
⊕⊖⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-BR23 (Body Image) - TTC2,7,8 N=14 4.6 [1.9; ]
8 (57.1%)
N=24 2.8 [1.8; ]
13 (54.2%)
HR 1.26 [0.47; 3.2]
p=0.63
⊕⊖⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-BR23 (Future Perspective) - TTC2,7,8 N=14 [; ]
5 (35.7%)
N=24 6.5 [1.8; ]
12 (50.0%)
HR 0.65 [0.2; 1.82]
p=0.447
⊕⊖⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-BR23 (Sexual Activity) - TTC2,8,13 N=14 [; ]
4 (28.6%)
N=24 [; ]
4 (16.7%)
HR 1.34 [0.31; 5.72]
p=0.684
⊕⊖⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Cognitive Function) - TTD2,7,8,9 N=14 6.5 [1.1; 16.5]
10 (71.4%)
N=24 2.7 [1.8; ]
15 (62.5%)
HR 0.78 [0.32; 1.83]
p=0.573
⊕⊖⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Emotional Function) - TTD2,7,8,9 N=14 12.0 [6.4; ]
6 (42.9%)
N=24 [; ]
8 (33.3%)
HR 0.98 [0.32; 2.88]
p=0.974
⊕⊖⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Global Health Status) - TTC2,7,8,9 N=14 1.5 [1; ]
10 (71.4%)
N=24 3.6 [1.9; 7.4]
16 (66.7%)
HR 1.5 [0.62; 3.47]
p=0.384
⊕⊖⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Physical Function) - TTD2,7,8,9 N=14 4.6 [3.7; ]
9 (64.3%)
N=24 6.4 [2.8; ]
12 (50.0%)
HR 0.83 [0.32; 2.05]
p=0.632
⊕⊖⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Role Function) - TTD2,7,8,9 N=14 7.3 [1.1; 11.1]
10 (71.4%)
N=24 2.8 [1.8; 6.5]
15 (62.5%)
HR 0.8 [0.34; 1.83]
p=0.63
⊕⊕⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Social Function) - TTD2,7,8,9 N=14 [; ]
6 (42.9%)
N=24 1.9 [1; 7.9]
15 (62.5%)
HR 0.5 [0.17; 1.3]
p=0.177
⊕⊖⊖⊖a,b,c
Adverse Events - TTE2,14,15,16,17 N=16 0.1 [0; 0.3]
16 (100.0%)
N=28 0.5 [0.5; 1.8]
22 (78.6%)
[; ] ⊕⊕⊖⊖a
Severe Adverse Events (Total) - TTE2,15,17 N=16 [; ]
7 (43.8%)
N=28 17.5 [14; ]
2 (7.1%)
HR 3.46 [0.85; 14.03]
p=0.083
⊕⊖⊖⊖a,b
Serious Adverse Events - TTE2,15,17,18 N=16 [; ]
3 (18.8%)
N=28 16.0 [16; ]
2 (7.1%)
HR 1.96 [0.31; 12.26]
p=0.474
⊕⊖⊖⊖a,b
Adverse Events: Ausschlag makulo papulös - TTE2,17,19 N=16 [; ]
6 (37.5%)
N=28 [; ]
0 (0.0%)
HR 21.64 [3.92; 119.57]
p< 0.001
⊕⊖⊖⊖a,b
Adverse Events: Diarrhö - TTE2,15,17 N=16 1.1 [0.1; 9.2]
11 (68.8%)
N=28 [; ]
3 (10.7%)
HR 10.47 [3.31; 33.1]
p< 0.001
⊕⊖⊖⊖a,b
Adverse Events: Stomatitis - TTE2,17,19 N=16 [; ]
4 (25.0%)
N=28 [; ]
0 (0.0%)
HR 13.39 [1.76; 101.87]
p=0.012
⊕⊖⊖⊖a,b
Adverse Events: Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts (CTCAE ≥3) - TTE2,17,19 N=16 [; ]
3 (18.8%)
N=28 [; ]
0 (0.0%)
HR 17.25 [1.61; 184.64]
p=0.019
⊕⊖⊖⊖a,b
Continuous Outcomes
1: Medianes Gesamtüberleben nicht erreicht
2: Gemeinsame Auswertung der beiden Kohorten der Studie CAPItello-291 (globale Kohorte: Datenschnitt 15.08.2022, Erweiterungskohorte: Datenschnitt 08.05.2023)
3: Todesfälle
4: Medianes progressionsfreies Überleben (Monate)
5: AD = 7.8 Monate
6: Anteil der Personen mit PFS-Ereignis
7: Mediane Zeit bis zur 1. Verschlechterung um ≥ 10 Punkte (Monate)
8: Anteil der Personen mit Verschlechterung um ≥ 10 Punkte
9: Score range 0-100
10: AD = 10.1 Monate
11: Mediane Zeit bis zur 1. Verschlechterung um ≥ 15 Punkte (Monate)
12: Anteil der Personen mit Verschlechterung um ≥ 15 Punkte
13: Mediane Zeit bis zur Verschlechterung um ≥ 10 Punkte nicht erreicht
14: UE jeglichen Schweregrades - Gesamt
15: Mediane Zeit bis zum ersten Ereignis (Monate)
16: Angaben zum HR nicht verfügbar
17: Ereignisrate
18: Schwerwiegende UE - Gesamt
19: Mediane Zeit bis zum Ereignis nicht erreicht
a: Sehr geringe Stichprobengröße
b: Unvollständige Beobachtungen aus potenziell informativen Gründen bei unterschiedlich langen Bachbeobachtungszeiten
c: Hoher Anteil an Patientinnen (> 10 %), die nicht in der Auswertung berücksichtigt wurden
AE: Adverse Events; CTCAE ≥3: Common Terminology Criteria for Adverse Events, Grade ≥3; EQ-5D: European Quality of Life 5 Dimensions; OS: Overall Survival; PFS: Progression-Free Survival; SA: Symptoms in the arm area; SAE: Serious Adverse Events; SCA: Symptoms in the chest area; SEST: Side effects of systemic therapy; TTC: Time To Change ; TTD: Time to Deterioration ; TTE: Time To Event ; VAS: Visual Analogue Scale
Quellen:
G-BA 2025. Nutzenbewertungsverfahren zum Wirkstoff Capivasertib (Mammakarzinom, ER+, HER2-, PIK3CA/AKT1/PTEN-Alteration(en), nach Vortherapie, Kombination mit Fulvestrant) - Gemeinsamer Bundesausschuss.
G-BA 2025. Nutzenbewertungsverfahren zum Wirkstoff Capivasertib (Mammakarzinom, ER+, HER2-, PIK3CA/AKT1/PTEN-Alteration(en), nach Vortherapie, Kombination mit Fulvestrant) - Gemeinsamer Bundesausschuss.
Capivasertib + Fulvestrant versus Placebo + Fulvestrant zur Behandlung von Frauen mit ER-positivem, HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom mit PIK3CA/AKT1/PTEN-Alteration(en), mit einer Progression der Erkrankung während oder nach einer endokrinen Therapie, welche im lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium erfolgte

b1) Capivasertib + Fulvestrant versus Placebo + Fulvestrant zur Behandlung von Frauen mit ER-positivem, HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom mit PIK3CA/AKT1/PTEN-Alteration(en), mit einer Progression der Erkrankung während oder nach einer endokrinen Therapie, welche im lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium erfolgte

Outcome Capivasertib + Fulvestrant (Metaanalyse)
N=195
Placebo + Fulvestrant (Metaanalyse)
N=161
Effect Estimate GRADE
b1) Capivasertib + Fulvestrant versus Placebo + Fulvestrant zur Behandlung von Frauen mit ER-positivem, HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom mit PIK3CA/AKT1/PTEN-Alteration(en), mit einer Progression der Erkrankung während oder nach einer endokrinen Therapie, welche im lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium erfolgte: Metaanalyse (CAPItello 291 + FAKTION)
Dichotomous Outcomes
Overall Survival, Time To Event1 N=195 [; ] N=161 [; ] HR 0.57 [0.41; 0.79] ⊕⊕⊕⊕
Progression-Free Survival, Time To Event1 N=195 [; ] N=161 [; ] HR 0.5 [0.4; 0.64] ⊕⊕⊕⊕
Continuous Outcomes
1: p-Wert: keine Angabe.
OS: Overall Survival; PFS: Progression-Free Survival
Quelle: G-BA 2025. Nutzenbewertungsverfahren zum Wirkstoff Capivasertib (Mammakarzinom, ER+, HER2-, PIK3CA/AKT1/PTEN-Alteration(en), nach Vortherapie, Kombination mit Fulvestrant) - Gemeinsamer Bundesausschuss.

b1) Capivasertib + Fulvestrant versus Placebo + Fulvestrant zur Behandlung von Frauen mit ER-positivem, HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom mit PIK3CA/AKT1/PTEN-Alteration(en), mit einer Progression der Erkrankung während oder nach einer endokrinen Therapie, welche im lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium erfolgte

Outcome Capivasertib + Fulvestrant
N=156
Placebo + Fulvestrant
N=124
Effect Estimate GRADE
b1) Capivasertib + Fulvestrant versus Placebo + Fulvestrant zur Behandlung von Frauen mit ER-positivem, HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom mit PIK3CA/AKT1/PTEN-Alteration(en), mit einer Progression der Erkrankung während oder nach einer endokrinen Therapie, welche im lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium erfolgte: Studie CAPItello-291
Dichotomous Outcomes
Overall Survival, Time To Event1,2,3 N=156 [; ]
41 (26.3%)
N=124 [; ]
46 (37.1%)
HR 0.65 [0.42; 0.99]
p=0.044
⊕⊕⊕⊖a
Progression-Free Survival, Time To Event2,4,5,6 N=156 6.1 [5.5; 7.9]
124 (79.5%)
N=124 2.6 [1.9; 3.6]
106 (85.5%)
HR 0.52 [0.4; 0.68]
p<0.0001
⊕⊕⊕⊕
EORTC QLQ-BR23 (SA) - TTC2,7,8 N=136 3.7 [2.8; 5.5]
78 (57.4%)
N=98 4.5 [1.9; 5.6]
49 (50.0%)
HR 0.92 [0.64; 1.33]
p=0.678
⊕⊕⊕⊖b,c
EORTC QLQ-BR23 (SCA) - TTC2,8,9 N=136 [; ]
41 (30.1%)
N=98 [; ]
26 (26.5%)
HR 0.78 [0.47; 1.32]
p=0.359
⊕⊕⊕⊖b,c
EORTC QLQ-BR23 (SEST) - TTC2,7,8 N=136 5.7 [3.6; 7.4]
69 (50.7%)
N=98 6.4 [4.6; 16.5]
36 (36.7%)
HR 1.33 [0.88; 2.02]
p=0.193
⊕⊕⊕⊖b,c
EORTC QLQ-C30 (Constipation) - TTC2,7,8,10,11 N=139 15.6 [11.1; ]
43 (30.9%)
N=98 9.1 [3.7; ]
37 (37.8%)
HR 0.63 [0.4; 0.99]
p=0.044
⊕⊕⊕⊖b,c
EORTC QLQ-C30 (Diarrhea) - TTC2,7,8,10,12 N=139 1.0 [1; 1.8]
112 (80.6%)
N=98 10.2 [3.9; ]
33 (33.7%)
HR 4.11 [2.79; 6.25]
p< 0.001
⊕⊕⊕⊖b,c
EORTC QLQ-C30 (Dyspnea) - TTC2,7,8,10 N=139 7.4 [4.6; 10.2]
68 (48.9%)
N=98 5.6 [2.9; ]
44 (44.9%)
HR 0.83 [0.57; 1.23]
p=0.374
⊕⊕⊕⊖b,c
EORTC QLQ-C30 (Fatigue) - TTC2,7,8,10 N=139 1.8 [1.8; 2.7]
101 (72.7%)
N=98 1.9 [1.8; 2.7]
64 (65.3%)
HR 1.04 [0.76; 1.44]
p=0.808
⊕⊕⊕⊖b,c
EORTC QLQ-C30 (Insomnia) - TTC2,7,8,10 N=139 9.3 [5.6; 13]
61 (43.9%)
N=98 6.5 [3; ]
41 (41.8%)
HR 0.74 [0.49; 1.12]
p=0.152
⊕⊕⊕⊖b,c
EORTC QLQ-C30 (Lack of Appetite) - TTC2,7,8,10,13 N=139 2.8 [1.9; 3.6]
87 (62.6%)
N=98 7.3 [4.5; 10.1]
43 (43.9%)
HR 1.66 [1.15; 2.42]
p=0.009
⊕⊕⊕⊖b,c
EORTC QLQ-C30 (Nausea) - TTC2,7,8,10,14 N=139 1.9 [1.8; 3.6]
96 (69.1%)
N=98 3.7 [2.7; 11]
47 (48.0%)
HR 1.57 [1.11; 2.26]
p=0.015
⊕⊕⊕⊖b,c
EORTC QLQ-C30 (Pain) - TTC2,7,8,10 N=139 3.3 [2.7; 4.6]
86 (61.9%)
N=98 2.7 [1.9; 5.6]
56 (57.1%)
HR 0.86 [0.61; 1.22]
p=0.397
⊕⊕⊕⊖b,c
EQ-5D (VAS) - TTC2,15,16 N=136 6.4 [3.6; ]
62 (45.6%)
N=97 8.3 [4.6; 13.8]
39 (40.2%)
HR 1.07 [0.71; 1.61]
p=0.77
⊕⊕⊕⊖b,c
EORTC QLQ-BR23 (Body Image) - TTC2,7,8 N=136 10.1 [3.7; ]
59 (43.4%)
N=98 10.1 [4.6; ]
36 (36.7%)
HR 1.05 [0.69; 1.61]
p=0.82
⊕⊕⊕⊖b,c
EORTC QLQ-BR23 (Future Perspective) - TTC2,7 N=136 [; ]
53 (39.0%)
N=98 9.1 [4.6; ]
34 (34.7%)
HR 1.02 [0.66; 1.59]
p=0.94
⊕⊕⊕⊖b,c,b,c
EORTC QLQ-BR23 (Sexual Activity) - TTC2,8,9 N=136 [; ]
28 (20.6%)
N=98 [; ]
20 (20.4%)
HR 0.74 [0.41; 1.35]
p=0.314
⊕⊕⊕⊖b,c
EORTC QLQ-C30 (Cognitive Function) - TTD2,7,8,10 N=139 3.7 [2.8; 12.8]
71 (51.1%)
N=98 3.6 [2.6; 4.6]
51 (52.0%)
HR 0.9 [0.63; 1.3]
p=0.57
⊕⊕⊕⊖b,c
EORTC QLQ-C30 (Emotional Function) - TTD2,7,8,10 N=139 7.3 [4.6; ]
63 (45.3%)
N=98 4.7 [3.6; 9.7]
45 (45.9%)
HR 0.79 [0.54; 1.18]
p=0.26
⊕⊕⊕⊖b,c
EORTC QLQ-C30 (Global Health Status) - TTC2,7,8,10 N=139 4.6 [2.7; 7.4]
77 (55.4%)
N=98 3.7 [2.6; ]
45 (45.9%)
HR 1.13 [0.78; 1.65]
p=0.56
⊕⊕⊕⊖b,c
EORTC QLQ-C30 (Physical Function) - TTD2,7,8,10 N=139 5.5 [3.8; 13.9]
68 (48.9%)
N=98 4.5 [2.8; 7.4]
49 (50.0%)
HR 0.81 [0.56; 1.18]
p=0.28
⊕⊕⊕⊖b,c
EORTC QLQ-C30 (Role Function) - TTD2,7,8,10 N=139 2.8 [1.9; 3.7]
88 (63.3%)
N=98 2.7 [1.8; 4.6]
59 (60.2%)
HR 0.91 [0.65; 1.29]
p=0.59
⊕⊕⊕⊖b,c
EORTC QLQ-C30 (Social Function) - TTD2,7,8,10,17 N=139 2.0 [1.8; 3.7]
92 (66.2%)
N=98 4.7 [2.8; ]
45 (45.9%)
HR 1.55 [1.08; 2.24]
p=0.02
⊕⊕⊕⊖b,c
Adverse Events - TTE2,16,18,19,20 N=156 0.1 [0.1; 0.3]
152 (97.4%)
N=123 0.5 [0.5; 0.7]
105 (85.4%)
[; ] ⊕⊕⊕⊖b
Severe Adverse Events (Total) - TTE2,16,21 N=156 [; ]
62 (39.7%)
N=123 [; ]
20 (16.3%)
HR 2.33 [1.51; 3.61]
p< 0.001
⊕⊕⊕⊖b
Serious Adverse Events - TTE2,16,21,22 N=156 [; ]
28 (17.9%)
N=123 [; ]
12 (9.8%)
HR 1.57 [0.83; 2.97]
p=0.164
⊕⊕⊕⊖b
Adverse Events: Ausschlag makulopapulös - TTE2,16,21 N=156 [; ]
30 (19.2%)
N=123 [; ]
2 (1.6%)
HR 4.9 [2.44; 9.84]
p< 0.001
⊕⊕⊕⊖b
Adverse Events: Diarrhö - TTE2,16,19 N=156 0.4 [0.2; 0.5]
119 (76.3%)
N=123 [; ]
25 (20.3%)
HR 4.89 [3.5; 6.82]
p< 0.001
⊕⊕⊕⊖b
Adverse Events: Stomatitis - TTE2,16,21 N=156 [; ]
24 (15.4%)
N=123 [; ]
6 (4.9%)
HR 2.72 [1.32; 5.59]
p=0.007
⊕⊕⊕⊖b
Adverse Events: Übelkeit - TTE2,16,21 N=156 [; ]
55 (35.3%)
N=123 [; ]
17 (13.8%)
HR 2.35 [1.47; 3.75]
p< 0.001
⊕⊕⊕⊖b
Adverse Events: Ausschlag makulopapulös (CTCAE ≥3) - TTE2,16,21 N=156 [; ]
11 (7.1%)
N=123 [; ]
0 (0.0%)
HR 6.12 [1.86; 20.07]
p=0.003
⊕⊕⊖⊖b,d
Adverse Events: Diarrhö (CTCAE ≥3) - TTE2,16,21 N=156 [; ]
18 (11.5%)
N=123 [; ]
1 (0.8%)
HR 4.77 [1.92; 11.85]
p< 0.001
⊕⊕⊖⊖b,d
Continuous Outcomes
1: Medianes Gesamtüberleben nicht erreicht
2: Gemeinsame Auswertung der beiden Kohorten der Studie CAPItello-291 (globale Kohorte: Datenschnitt 15.08.2022, Erweiterungskohorte: Datenschnitt 08.05.2023)
3: Todesfälle
4: Medianes progressionsfreies Überleben (Monate)
5: AD = 3.5 Monate
6: Anteil der Personen mit PFS-Ereignis
7: Mediane Zeit bis zur ersten Verschlechterung um ≥ 10 Punkte (Monate)
8: Anteil der Personen mit Verschlechterung um ≥ 10 Punkte
9: Mediane Zeit bis zur ersten Verschlechterung um ≥ 10 Punkte nicht erreicht
10: Score range 0-100
11: AD = 6.5 Monate
12: AD = 9.2 Monate
13: AD = 4.5 Monate
14: AD = 1.8 Monate
15: Mediane Zeit bis zur ersten Verschlechterung um ≥ 15 Punkte (Monate)
16: Ereignisrate
17: AD = 2.7 Monate
18: UE jeglichen Schweregrades - Gesamt
19: Mediane Zeit bis zum ersten Ereignis (Monate)
20: Angaben zum HR nicht verfügbar
21: Mediane Zeit bis zum Ereignis nicht erreicht
22: Schwerwiegende UE - Gesamt
a: Mediane Überlebenzeit nicht erreicht
b: Unvollständige Beobachtungen aus potenziell informativen Gründen bei unterschiedlich langen Bachbeobachtungszeiten
c: Hoher Anteil an Patientinnen (> 10 %), die nicht in der Auswertung berücksichtigt wurden, bzw. großer Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen (> 5 Prozentpunkte)
d: ungenaue Effektschätzung (breites Konfidenzintervall)
AE: Adverse Events; CTCAE ≥3: Common Terminology Criteria for Adverse Events, Grade ≥3; EQ-5D: European Quality of Life 5 Dimensions; OS: Overall Survival; PFS: Progression-Free Survival; SA: Symptoms in the arm area; SAE: Serious Adverse Events; SCA: Symptoms in the chest area; SEST: Side effects of systemic therapy; TTC: Time To Change ; TTD: Time to Deterioration ; TTE: Time To Event ; VAS: Visual Analogue Scale
Quelle: G-BA 2025. Nutzenbewertungsverfahren zum Wirkstoff Capivasertib (Mammakarzinom, ER+, HER2-, PIK3CA/AKT1/PTEN-Alteration(en), nach Vortherapie, Kombination mit Fulvestrant) - Gemeinsamer Bundesausschuss.

b1) Capivasertib + Fulvestrant versus Placebo + Fulvestrant zur Behandlung von Frauen mit ER-positivem, HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom mit PIK3CA/AKT1/PTEN-Alteration(en), mit einer Progression der Erkrankung während oder nach einer endokrinen Therapie, welche im lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium erfolgte

A phase 1b/2 randomised placebo controlled trial of fulvestrant +/- azd5363 in postmenopausal women with advanced breast cancer previously treated with a third generation aromatase inhibitor (Nct01992952)
Short Name Design Population Intervention Comparator Outcomes
FAKTION Randomized, Parallel, PHASE1,PHASE2 quadruple-blind study Female with Stage 2 Estrogen Receptor Positive Breast Cancer 1. Capivasertib plus fulvestrant (N=69)1
2. Capivasertib + Fulvestrant (N=39)2
1. Placebo plus fulvestrant (N=71)3
2. Placebo + Fulvestrant (N=37)4
  1. Primary: Phase 2 primary outcome: Progression free survival (PFS)
  2. Secondary: Overall survival
Notes - Study Arms
1: Capivasertib 400 mg bd 4 days on 3 days off and Fulvestrant 500mg d1, d15 (cycle 1) and d1 of a 28 cycle thereafter.
2: Relevante Teilpopulation des Interventionsarms: Patientinnen mit nachgewiesener PIK3CA/AKT1/PTEN-Alteration
3: Fulvestrant 500mg d1, d15 (cycle 1) and d1 of a 28 cycle thereafter. Capivasertib placebo 4 days on 3 days off
4: Relevante Teilpopulation des Kontrollarms: Patientinnen mit nachgewiesener PIK3CA/AKT1/PTEN-Alteration
Outcome Capivasertib + Fulvestrant
N=39
Placebo + Fulvestrant
N=37
Effect Estimate GRADE
b1) Capivasertib + Fulvestrant versus Placebo + Fulvestrant zur Behandlung von Frauen mit ER-positivem, HER2-negativem, lokal fortgeschrittenem oder metastasiertem Mammakarzinom mit PIK3CA/AKT1/PTEN-Alteration(en), mit einer Progression der Erkrankung während oder nach einer endokrinen Therapie, welche im lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium erfolgte: Studie FAKTION
Dichotomous Outcomes
Overall Survival, Time To Event1,2,3 N=39 38.9 [23.3; 0.7]
25 (64.1%)
N=37 20.0 [14.8; 31.4]
32 (86.5%)
HR 0.46 [0.27; 0.79]
p=0.005
⊕⊕⊖⊖a,b
Progression-Free Survival, Time To Event4 N=39 [; ] N=37 [; ] HR 0.44 [0.26; 0.73] ⊕⊕⊕⊖c
Continuous Outcomes
1: Medianes Gesamtüberleben (Monate)
2: AD = 18.9 Monate
3: Todesfälle
4: keine Angaben zum medianen progressionsfreien Überleben und zum Anteil der Personen mit PFS-Ereignis
a: Keine Angaben zu den verabreichten Folgetherapien
b: Sehr geringe Stichprobengröße
c: fehlende Angaben zu Ereignisraten und medianer Zeit bis zum Ereignis
OS: Overall Survival; PFS: Progression-Free Survival
Quelle: G-BA 2025. Nutzenbewertungsverfahren zum Wirkstoff Capivasertib (Mammakarzinom, ER+, HER2-, PIK3CA/AKT1/PTEN-Alteration(en), nach Vortherapie, Kombination mit Fulvestrant) - Gemeinsamer Bundesausschuss.
Trastuzumab Deruxtecan versus Monochemotherapie beim HR-positiven/HER low Mammakarzinom im fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium

Zur Methodik und Vorgehensweise zur Erstellung der Evidenztabellen siehe Evidenzbericht

Trastuzumab deruxtecan (Neues Anwendungsgebiet: Mammakarzinom, HER2-low, vorbehandelt)
Wirkstoff Trastuzumab deruxtecan Handelsname Enhertu
Pharmazeutischer Unternehmer Daiichi Sankyo Deutschland GmbH Beschlussdatum 20.07.2023
Anwendungsgebiet Mammakarzinom
Population/ZVT Titel Mortalität Morbidiät QoL Sicherheit Zusatznutzen
A Erwachsene mit inoperablem oder metastasiertem HER2-low-Brustkrebs, die bereits eine Chemotherapie in der metastasierten Situation erhalten haben oder bei denen während oder innerhalb von 6 Monaten nach Beendigung der adjuvanten Chemotherapie ein Rezidiv aufgetreten ist ↑↑

Vorteil im Gesamtüberleben.

↔

Vorteile in Schmerzen und Schlaflosigkeit; Nachteile bei Übelkeit und Erbrechen und Diarrhö; insgesamt kein überwiegender Vor- oder Nachteil.

↑

Vorteile in körperliche Funktion, kognitive Funktion, soziale Funktion und Körperbild.

↑↑

Vorteil in den Endpunkten SUE und schwere UE (CTCAE-Grad ≥ 3) und im Detail Vor- und Nachteile in spezifischen UE.

Hinweis: beträchtlich
ZVT Capecitabin oder- Eribulin oder- Vinorelbin oder- eine Anthrazyklin- oder Taxan-haltige Therapie (nur für Patientinnen und Patienten, die noch keine Anthrazyklin- und/oder Taxan-haltige Therapie erhalten haben oder die für eine erneute Anthrazyklin- oder Taxan-haltige Behandlung infrage kommen.)
↑↑/↓↓: positiver/negativer statistisch signifkanter Effekt, hohe Aussagesicherheit; ↑/↓: positiver/negativer statistisch signifkanter Effekt, niedrige oder unklare Aussagesicherheit; ↔: kein signifikanter/relevanter Unterschied; ↓: n.b.: nicht bewertbar; Ø: keine Daten

Population A: Erwachsene mit inoperablem oder metastasiertem HER2-low-Brustkrebs, die bereits eine Chemotherapie in der metastasierten Situation erhalten haben oder bei denen während oder innerhalb von 6 Monaten nach Beendigung der adjuvanten Chemotherapie ein Rezidiv aufgetreten ist

Bei der vorliegenden Bewertung handelt es sich um die Nutzenbewertung eines neuen Anwendungsgebietes für den Wirkstoff Trastuzumab-Deruxtecan:

„Enhertu wird angewendet als Monotherapie zur Behandlung von erwachsenen Patienten mit inoperablem oder metastasiertem HER2-low-Brustkrebs, die bereits eine Chemotherapie in der metastasierten Situation erhalten haben oder bei denen während oder innerhalb von 6 Monaten nach Beendigung der adjuvanten Chemotherapie ein Rezidiv aufgetreten ist.“

Enhertu wurde unter besonderen Bedingungen zugelassen.

Als zweckmäßige Vergleichstherapie wurde vom G-BA Capecitabin oder Eribulin oder Vinorelbin oder eine Anthrazyklin- oder Taxan-haltige Therapie (nur für Patientinnen und Patienten, die noch keine Anthrazyklin- und/oder Taxan-haltige Therapie erhalten haben oder die für eine erneute Anthrazyklin- oder Taxan-haltige Behandlung infrage kommen.) bestimmt.

Für die Bewertung liegt die offene RCT DESTINY-Breast04 vor, in welcher Trastuzumab-Deruxtecan mit einer Therapie nach ärztlicher Maßgabe unter Auswahl von Capecitabin, Eribulin, Gemcitabin, Paclitaxel oder Nab-Paclitaxel vergleichen wird.

Die Bewertung basiert auf Auswertungen zu einer Teilpopulation, die vor der Randomisierung einer Behandlung mit Capecitabin, Eribulin, Paclitaxel oder Nab-Paclitaxel zugeordnet wurde.

Für den Endpunkt Gesamtüberleben zeigt sich eine statistisch signifikante Verlängerung der Überlebenszeit durch Trastuzumab-Deruxtecan, die als eine deutliche Verbesserung bewertet wird.

Hinsichtlich der Symptomatik wird in der Gesamtschau der Ergebnisse kein überwiegender Vor- oder Nachteil von Trastuzumab-Deruxtecan festgestellt. Hinsichtlich des Gesundheitszustands zeigen sich weder positive noch negative Effekte.

In Bezug auf die Lebensqualität liegen Vorteile für Trastuzumab-Deruxtecan vor.

Bei den Nebenwirkungen zeigen sich Vorteile von Trastuzumab-Deruxtecan bei den schwerwiegenden UE und schweren UE. Im Detail zeigen sich bei den spezifischen UE sowohl Vor- als auch Nachteile.

Insgesamt ist die Datengrundlage insbesondere angesichts der fehlenden Verblindung mit Unsicherheiten behaftet. Diese werden jedoch nicht als derart hoch beurteilt, als dass eine Herabstufung der Aussagesicherheit für die Gesamtbewertung gerechtfertigt wäre.

Im Ergebnis stellt der G-BA insbesondere aufgrund der deutlichen positiven Effekte auf die Verlängerung der Überlebensdauer und in Anbetracht der Vorteile hinsichtlich der Lebensqualität und der Nebenwirkungen für Trastuzumab-Deruxtecan einen Hinweis auf einen beträchtlichen Zusatznutzen gegenüber Capecitabin, Eribulin, Paclitaxel oder Nab-Paclitaxel fest.
A Phase 3, Multicenter, Randomized, Open-label, Active Controlled Trial of DS-8201a, an Anti-HER2-antibody Drug Conjugate (ADC), Versus Treatment of Physician's Choice for HER2-low, Unresectable and/or Metastatic Breast Cancer Subjects (NCT03734029)
Short Name Design Population Intervention Comparator Outcomes
DESTINY-Breast04
DS8201-A-U303, 2018-003069-33, 184223, DESTINY-B04
Randomized, Parallel Assignment, Phase 3 Open Label study Treatment-naive with Stage 3 and ECOG 0-1 Breast Cancer 1. Trastuzumab deruxtecan (N=373)1
2. Trastuzumab-Deruxtecan (N=344)2
Physician's Choice (N=184)3
  1. Primary: Progression-free Survival (PFS) Based on Blinded Independent Central Review (BICR) in the Hormone Receptor-Positive Cohort in Participants With HER2-low Breast Cancer
  2. Secondary: Overall Survival (OS) in All Patients
Notes - Study
Open Label Study
Notes - Study Arms
1: HER2-low, unresectable, and/or metastatic breast cancer participants previously treated with chemotherapy randomized to DS8201a; 2: GBA; 3: HER2-low, unresectable, and/or metastatic breast cancer participants previously treated with chemotherapy randomized to Physician's choice from the following options: Capecitabine Eribulin Gemcitabine Paclitaxel Nab-paclitaxel
Outcome Trastuzumab-Deruxtecan N=344 Therapie nach ärztlicher Maßgabe N=165 Effect Estimate GRADE
Trastuzumab-Deruxtecan vs. Therapie nach ärztlicher Maßgabe (Capecitabin, Eribulin, Paclitaxel oder Nab-Paclitaxel) zur Behandlung Erwachsener mit inoperablem oder metastasiertem HER2-low-Brustkrebs, die bereits eine Chemotherapie in der metastasierten Situation erhalten haben oder bei denen während oder innerhalb von 6 Monaten nach Beendigung der adjuvanten Chemotherapie ein Rezidiv aufgetreten ist: Studie DESTINY-BREAST04 : G-BA 2023. Nutzenbewertungsverfahren zum Wirkstoff Trastuzumab deruxtecan (Neues Anwendungsgebiet: Mammakarzinom, HER2-low, vorbehandelt) - Gemeinsamer Bundesausschuss. *
Dichotomous Outcomes
OS - Time To Event1 N=344 23.4 [20; ]

137 (39.83%)
N=165 17 [15.1; 20.2]

78 (47.27%)
HR 0.64 [0.48; 0.85]; p=0.002 ⊕⊕⊕⊕
Viszerale Erkrankung
Ja N=306 21.7 [19.5; 24.7] N=143 17.1 [15.2; 22.4] HR 0.73 [0.54; 0.99]; p=0.039
Nein N=38 N=22 15.1 [12.6; 20.6] HR 0.22 [0.09; 0.57]; p=0.001
PFS - Time To Event2 N=344 9.8 [8.5; 11.3]

229 (66.57%)
N=165 5.3 [4.3; 6.9]

114 (69.09%)
HR 0.53 [0.42; 0.67]; p< 0,0001 ⊕⊕⊕⊕
EORTC QLQ-BR23 (SA) - TTC3 N=344 7.7 [6.7; 11.2]

166 (48.26%)
N=165 5.1 [2.9; ]

73 (44.24%)
HR 0.78 [0.59; 1.03]; p=0.079 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-BR23 (SCA) - TTC3 N=344 NA [20.3; ]

93 (27.03%)
N=165 NA

37 (22.42%)
HR 0.89 [0.6; 1.31]; p=0.554 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-BR23 (SEST) - TTC3 N=344 4.2 [2.8; 5.9]

193 (56.1%)
N=165 2.8 [1.5; 4.5]

92 (55.76%)
HR 0.82 [0.64; 1.06]; p=0.131 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-C30 (Diarrhea) - TTC3,4 N=344 9.4 [7; 15.3] N=165 13.3 [9; ] HR 1.37 [1.003; 1.87]; p=0.049 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-C30 (Lack of Appetite) - TTC3,4 N=344 5.1 [3.2; 6.9]

197 (57.27%)
N=165 7 [4.6; 9.8]

74 (44.85%)
HR 1.2 [0.92; 1.58]; p=0.190 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-C30 (Constipation) - TTC3,4 N=344 4.2 [2.9; 5.6]

205 (59.59%)
N=165 5.9 [4.5; 8.4]

73 (44.24%)
HR 1.17 [0.89; 1.54]; p=0.255 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-C30 (Dyspnea) - TTC3,4 N=344 13.2 [8.3; 21.7]

148 (43.02%)
N=165 6.8 [5.1; ]

66 (40%)
HR 0.8 [0.6; 1.08]; p=0.148 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-C30 (Pain) - TTC3,4 N=344 8.5 [5.9; 10.6]

177 (51.45%)
N=165 4.4 [2.8; 7.2]

86 (52.12%)
HR 0.69 [0.53; 0.898]; p=0.005 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-C30 (Nausea) - TTC3,4 N=344 1.4 [1.4; 1.6]

239 (69.48%)
N=165 8.2 [6; 9.8]

68 (41.21%)
HR 2.12 [1.61; 2.78]; p< 0,001 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-C30 (Fatigue) - TTC3,4 N=344 4.2 [2.8; 5.5]

220 (63.95%)
N=165 2.8 [1.4; 3.3]

100 (60.61%)
HR 0.81 [0.63; 1.03]; p=0.081 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-C30 (Insomnia) - TTC3,4 N=344 16 [11.1; ]

137 (39.83%)
N=165 5.4 [4.2; 7.1]

76 (46.06%)
HR 0.56 [0.42; 0.74]; p< 0,001 ⊕⊕⊖⊖a,b
EQ-5D (VAS) - TTC5 N=344 16.4 [11.1; ]

132 (38.37%)
N=165 8.4 [5.4; ]

55 (33.33%)
HR 0.82 [0.59; 1.13]; p=0.220 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-BR23 (Body Image) - TTC3 N=344 12.8 [9.6; ]

143 (41.57%)
N=165 5.1 [2.9; 16.9]

75 (45.45%)
HR 0.67 [0.51; 0.897]; p=0.006 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-BR23 (Future Perspective) - TTC3 N=344 16.9 [14.1; ]

123 (35.76%)
N=165 11.1

49 (29.7%)
HR 0.98 [0.7; 1.38]; p=0.916 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-BR23 (Sexual Activity) - TTC3 N=344 NA

73 (21.22%)
N=165 NA

31 (18.79%)
HR 0.91 [0.59; 1.39]; p=0.651 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-C30 (Social Function) - TTC3,4 N=344 5.9 [4.2; 9.7]

194 (56.4%)
N=165 3.4 [2.1; 4.7]

96 (58.18%)
HR 0.73 [0.57; 0.94]; p=0.014 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-C30 (Role Function) - TTC3,4 N=344 4.2 [2.9; 5.9]

198 (57.56%)
N=165 3.2 [1.6; 4.4]

93 (56.36%)
HR 0.81 [0.63; 1.04]; p=0.089 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-C30 (Emotional Function) - TTC3,4 N=344 10.4 [8.3; 13.1]

161 (46.8%)
N=165 7.1 [5.7; 11.7]

64 (38.79%)
HR 0.89 [0.66; 1.2]; p=0.432 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-C30 (Physical Function) - TTC3,4 N=344 8.7 [7.1; 11.3]

169 (49.13%)
N=165 4.5 [3; 5.8]

87 (52.73%)
HR 0.62 [0.47; 0.81]; p< 0,001 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-C30 (Global Health Status) - TTC3,4 N=344 5.6 [4.2; 7.9]

190 (55.23%)
N=165 4 [2.8; 5.9]

90 (54.55%)
HR 0.81 [0.63; 1.04]; p=0.097 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-C30 (Cognitive Function) - TTC3,4 N=344 6.5 [5; 7.7]

187 (54.36%)
N=165 4.2 [3.1; 6.3]

90 (54.55%)
HR 0.75 [0.58; 0.97]; p=0.028 ⊕⊕⊖⊖a,b
AE - Neutropenie - TTE7,16 N=343 NA

20 (5.83%)
N=156 NA

23 (14.74%)
HR 0.32 [0.17; 0.59]; p< 0,001 ⊕⊕⊕⊖c
AE - TTE6,7 N=343 0.1

341 (99.42%)
N=156 0.1 [0.1; 0.1]

153 (98.08%)
HR 1.21 [1; 1.46]; p=0.0504 ⊕⊕⊕⊖a
AE - TTE7,9 N=343 7.2 [5; 10.5]

184 (53.64%)
N=156 0.9 [0.5; 2]

103 (66.03%)
HR 0.5 [0.39; 0.64]; p< 0,001 ⊕⊕⊕⊖c
AE - Hand-Fuß-Syndrom - TTE7,12 N=343 NA

4 (1.17%)
N=156 NA

24 (15.38%)
HR 0.05 [0.02; 0.15]; p< 0,001 ⊕⊕⊖⊖a,c
AE - Thrombozytenzahl vermindert - TTE7,13 N=343 NA

19 (5.54%)
N=156 NA

0 (0%)
⊕⊕⊖⊖c,e
AE - Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts - TTE7,14 N=343 0.1 [0.1; 0.1]

302 (88.05%)
N=156 0.7 [0.5; 1.5]

106 (67.95%)
HR 2.13 [1.69; 2.68]; p< 0,001 ⊕⊕⊖⊖a,c
AE - Infektionen und parasitäre Erkrankungen - TTE7,15 N=343 NA

28 (8.16%)
N=156 NA

2 (1.28%)
HR 4.22 [0.99; 17.92]; p=0.034 ⊕⊕⊖⊖c,e
AE - Übelkeit - TTE7,17 N=343 NA

16 (4.66%)
N=156 NA

0 (0%)
⊕⊕⊖⊖c,e
AE-Disc - TTE10,11 N=343 NA [24.4; ]

56 (16.33%)
N=156 NA [16.2; ]

13 (8.33%)
HR 1.09 [0.58; 2.04]; p=0.784 ⊕⊕⊕⊖d
SAE - TTE7,8 N=343 NA [24.4; ]

97 (28.28%)
N=156 NA [9.2; ]

41 (26.28%)
HR 0.66 [0.45; 0.97]; p=0.034 ⊕⊕⊕⊖c
*Database cutoff: 07.01.2022
1: Medianes Gesamtüberleben (Monate);
2: Medianes progressionsfreies Überleben (Monate);
3: Mediane Zeit bis zur erstmaligen Verschlechterung um ≥ 10 Punkte (Monate);
4: Score range 0-100;
5: Mediane Zeit bis zur erstmaligen Verschlechterung um ≥ 15 Punkte (Monate);
6: UE jeglichen Schweregrades;
7: Mediane Zeit bis zum ersten Ereignis (Monate);
8: Schwerwiegende UE - Gesamt;
9: Schwere UE - Gesamt;
10: Therapieabbruch aufgrund von UE;
11: Mediane Zeit bis zum Ereignis (Monate);
12: Hand-Fuß-Syndrom (PT, UE);
13: Thrombozytenzahl vermindert (PT, schwere UE);
14: Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts (SOC, UE);
15: Infektionen und parasitäre Erkrankungen (SOC, SUE);
16: Neutropenie (PT, schwere UE);
17: Übelkeit (PT, schwere UE)
a: fehlende Verblindung bei subjektiver Endpunkterhebung;
b: Hoher Anteil an fehlenden Werten im Studienverlauf, der sich zwischen den Armen unterscheidet;
c: großer Unterschied in medianer Behandlungsdauer (und damit Beobachtungsdauer) zwischen den Studienarmen
d: fehlende Verblindung bei subjektiver Entscheidung zum Therapieabbruch;
e: zu geringe Anzahl an aufgetretenen Ereignissen
AE: Adverse Events; AE-Disc: Adverse Events Leading to Treatment Discontinuation; Any: Any Grade; Body Image: Body Image; Cognitive Function: Cognitive Function; Constipation: Constipation; CTCAE ≥3: Common Terminology Criteria for Adverse Events, Grade ≥3; Diarrhea: Diarrhea; Dyspnea: Dyspnea; Emotional Function: Emotional Function; EORTC QLQ-BR23: European Organisation for Research and Treatment of Cancer Quality of Life Questionnaire - Breast Cancer module ; EORTC QLQ-C30: European Organisation for Research and Treatment of Cancer Quality of Life Questionnaire C30; EQ-5D: European Quality of Life 5 Dimensions; Fatigue: Fatigue; Future Perspective: Future Perspective; Global Health Status: Global Health Status; Insomnia: Insomnia; Lack of Appetite: Lack of Appetite; Nausea: Nausea; OS: Overall Survival; Pain: Pain; PFS: Progression-Free Survival; Physical Function: Physical Function; Role Function: Role Function; SA: Symptoms in the arm area; SAE: Serious Adverse Events; SCA: Symptoms in the chest area; SEST: Side effects of systemic therapy; Sexual Activity: Sexual Activity; Social Function: Social Function; TTC: Time To Change ; TTE: Time To Event ; VAS: Visual Analogue Scale
Sacituzumab Govitecan versus Monochemotherapie beim HR-positiven/HER2-negativen Mammakarzinom im fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium

Zur Methodik und Vorgehensweise zur Erstellung der Evidenztabellen siehe Evidenzbericht

Sacituzumab govitecan (Neues Anwendungsgebiet: Mammakarzinom, HR+, HER2-, mind. 3 Vortherapien)
Wirkstoff Sacituzumab govitecan Handelsname Trodelvy
Pharmazeutischer Unternehmer Gilead Sciences GmbH Beschlussdatum 15.02.2024
Anwendungsgebiet Mammakarzinom
Population/ZVT Titel Mortalität Morbidiät QoL Sicherheit Zusatznutzen
A Erwachsene mit nicht resezierbarem oder metastasiertem Hormonrezeptor (HR)-positivem, HER2-negativem Mammakarzinom, die eine Endokrin-basierte Therapie und mindestens zwei zusätzliche systemische Therapien bei fortgeschrittener Erkrankung erhalten haben ↑↑

Vorteil im Gesamtüberleben

↑

Vorteile ( Fatigue, Schmerzen, Dyspnoe) und Nachteile (Diarrhö und Übelkeit und Erbrechen) in der Symptomatik und ein Vorteil im Gesundheitszustand

↑

Vorteile bei körperlicher, emotionaler und kognitiver Funktion, bei der Rollenfunktion und im globalen Gesundheitsstatus

↓↓

Nachteil bei schweren UE sowie im Detail Vor-und Nachteile bei spezifischen UE

ZVT
↑↑/↓↓: positiver/negativer statistisch signifikanter Effekt, hohe Aussagesicherheit; ↑/↓: positiver/negativer statistisch signifkanter Effekt, niedrige oder unklare Aussagesicherheit; ↔: kein signifikanter/relevanter Unterschied; ↓: n.b.: nicht bewertbar; Ø: keine Daten

Population A: Erwachsene mit nicht resezierbarem oder metastasiertem Hormonrezeptor (HR)-positivem, HER2-negativem Mammakarzinom, die eine Endokrin-basierte Therapie und mindestens zwei zusätzliche systemische Therapien bei fortgeschrittener Erkrankung erhalten haben

A Phase 3 Asian Study of Sacituzumab Govitecan (IMMU-132) Versus Treatment of Physician's Choice (TPC) in Subjects With Hormonal Receptor-positive (HR+)/Human Epidermal Growth Factor Receptor 2 Negative (HER2-) Metastatic Breast Cancer (MBC) Who Have Failed at Least 2 Prior Chemotherapy Regimens (NCT04639986)
Short Name Design Population Intervention Comparator Outcomes
EVER-132-002
EVER-132-002, CTR20210096
Randomized, Parallel Assignment, Phase 3 Open Label study Pretreated with Stage 3 Metastatic Breast Cancer for 2nd Line treatment 1. Sacituzumab Govitecan (N=166)1
2. Sacituzumab Govitecan (N=160)2
1. Treatment of Physician's Choice (TPC) (N=165)3
2. Capecitabin oder Eribulin oder Vinorelbin (N=155)4
  1. Primary: Progression-free Survival (PFS)
  2. Secondary: Overall Survival (OS)
Notes - Study
Open Label Study
Notes - Study Arms
1: Participants will receive Sacituzumab Govitecan 10 mg/kg on Days 1 and 8 of a 21-day cycle.
2: bewertungsrelevante Teilpopulation des Sacituzumab-Arms für den G-BA-Beschluss: Patientinnen und Patienten, für die vor der Randomisierung eine Behandlung mit Capecitabin, Eribulin oder Vinorelbin im Falle einer Zuteilung zum Kontrollarm festgelegt wurde
3: Participants will receive recommended doses and schedules as per package insert depending on region. Eribulin (1.4 mg/m^2 of eribulin mesylate or 1.23 mg/m^2 of eribulin on Days 1 and 8 of a 21-day cycle) Capecitabine (1000 to 1250 mg/m^2 twice daily on Days 1 to 14 of a 21-day cycle) Gemcitabine (800 to 1200 mg/m^2 on Days 1, 8, and 15 of a 28-day cycle) Vinorelbine (25 mg/m^2 on Day 1 weekly)
4: bewertungsrelevante Teilpopulation des Kontrollarms für den G-BA-Beschluss: Patientinnen und Patienten, für die vor der Randomisierung eine Behandlung mit Capecitabin, Eribulin oder Vinorelbin im Falle einer Zuteilung zum Kontrollarm festgelegt wurde
Outcome Sacituzumab Govitecan N=160 Capecitabin oder Eribulin oder Vinorelbin N=155 Effect Estimate GRADE
Sacituzumab govitecan vs. Capecitabin oder Eribulin oder Vinorelbin zur Behandlung von Erwachsenen mit nicht resezierbarem oder metastasiertem Hormonrezeptor (HR)-positivem, HER2-negativem Mammakarzinom, die eine Endokrin-basierte Therapie und mindestens zwei zusätzliche systemische Therapien bei fortgeschrittener Erkrankung erhalten haben: Studie EVER-132-002
Dichotomous Outcomes
OS - Time To Event1 N=160 21.1 [18; ]

64 (40%)
N=155 15.3 [13.2; 18.4]

85 (54.84%)
HR 0.64 [0.46; 0.88]; p=0.006 ⊕⊕⊕⊕
PFS - Time To Event2,3 N=166 4.3 [4.1; 5.7]

122 (73.49%)
N=165 4.2 [2.8; 4.2]

122 (73.94%)
HR 0.671 [0.517; 0.87]; p=0.0028 ⊕⊕⊕⊕
EORTC QLQ-C30 (Fatigue) - TTC4,5 N=155 1.9 [1.5; 3]

99 (63.87%)
N=147 1.7 [1.5; 2.6]

101 (68.71%)
HR 0.87 [0.65; 1.15]; p=0.300 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-C30 (Nausea) - TTC4,5 N=154 2 [1.5; 2.8]

110 (71.43%)
N=149 5.5 [2.8; ]

68 (45.64%)
HR 1.63 [1.2; 2.23]; p=0.002 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-C30 (Pain) - TTC4,5 N=154 5.6 [3.3; 7.7]

79 (51.3%)
N=145 2.9 [2.3; 4.1]

88 (60.69%)
HR 0.67 [0.49; 0.92]; p=0.010 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-C30 (Dyspnea) - TTC4,5 N=152 23.3 [6.1; ]

59 (38.82%)
N=148 5.6 [3.9; 11.2]

66 (44.59%)
HR 0.71 [0.5; 1.02]; p=0.060 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-C30 (Insomnia) - TTC4,5 N=150 7.4 [4.2; 11] N=144 5.6 [4.3; ] HR 1 [0.7; 1.42]; p=1.000 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-C30 (Lack of Appetite) - TTC4,5 N=151 2.9 [2; 4.2]

95 (62.91%)
N=148 4.2 [2.7; ]

71 (47.97%)
HR 1.17 [0.86; 1.6]; p=0.300 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-C30 (Constipation) - TTC4,5 N=153 7 [4.2; ]

64 (41.83%)
N=146 8.5 [4.4; ]

51 (34.93%)
HR 1.08 [0.73; 1.58]; p=0.700 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-C30 (Diarrhea) - TTC4,5 N=154 2.9 [1.9; 4.8]

95 (61.69%)
N=149 9.6 [5.8; ]

45 (30.2%)
HR 2.23 [1.55; 3.2]; p<0.001 ⊕⊕⊖⊖a,b
EQ-5D (VAS) - TTC6 N=155 NA

49 (31.61%)
N=149 NA

54 (36.24%)
HR 0.68 [0.46; 1.01]; p=0.050 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-C30 (Social Function) - TTC4,5 N=152 4.2 [2.9; 7.2]

87 (57.24%)
N=146 3 [2.1; 4.4]

82 (56.16%)
HR 0.78 [0.57; 1.06]; p=0.100 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-C30 (Cognitive Function) - TTC4,5 N=155 3.8 [2.8; 4.7]

88 (56.77%)
N=148 2.7 [1.7; 2.9]

95 (64.19%)
HR 0.63 [0.47; 0.85]; p=0.002 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-C30 (Emotional Function) - TTC4,5 N=154 9.9 [4.1; ]

61 (39.61%)
N=149 5.3 [6.1; ]

64 (42.95%)
HR 0.75 [0.52; 1.08]; p=0.100 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-C30 (Global Health Status) - TTC4,5 N=154 3.8 [2.8; 4.7]

89 (57.79%)
N=147 2.8 [2.1; 4.1]

86 (58.5%)
HR 0.87 [0.64; 1.18]; p=0.400 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-C30 (Physical Function) - TTC4,5 N=154 4.5 [2.9; 9.9]

79 (51.3%)
N=149 2.8 [2.1; 4.2]

91 (61.07%)
HR 0.64 [0.47; 0.88]; p=0.005 ⊕⊕⊖⊖a,b
EORTC QLQ-C30 (Role Function) - TTC4,5 N=152 4.1 [2.8; 6.9]

83 (54.61%)
N=149 2.7 [1.7; 3.5]

94 (63.09%)
HR 0.73 [0.54; 0.99]; p=0.040 ⊕⊕⊖⊖a,b
AE - TTE8,16 N=159 NA

19 (11.95%)
N=156 NA

5 (3.21%)
HR 3.25 [1.2; 8.82]; p=0.015 ⊕⊕⊖⊖c,e
AE - TTE7,8,9 N=160 NA

160 (100%)
N=155 NA

155 (100%)
⊖⊖⊖⊖
AE - TTE8,11,12 N=160 0.7 [0.5; 0.8]

131 (81.88%)
N=155 0.7 [0.5; 1.2]

109 (70.32%)
HR 1.08 [0.83; 1.39]; p=0.565 ⊕⊕⊕⊖c
AE - TTE8,15 N=159 NA

2 (1.26%)
N=156 NA

4 (2.56%)
HR 0.45 [0.08; 2.49]; p=0.350 ⊕⊖⊖⊖a,c,e
AE - TTE8,17 N=159 0.9 [0.7; 1.1]

112 (70.44%)
N=156 1.1 [0.6; 1.9]

99 (63.46%)
HR 1.05 [0.8; 1.38]; p=0.722 ⊕⊕⊕⊖c
AE-Disc - TTE11,13,14 N=160 NA

5 (3.13%)
N=155 NA

5 (3.23%)
HR 0.78 [0.22; 2.77]; p=0.703 ⊕⊕⊖⊖d,e
SAE - TTE8,10,11 N=160 NA [12.8; ]

36 (22.5%)
N=155 NA

31 (20%)
HR 0.95 [0.59; 1.55]; p=0.846 ⊕⊕⊕⊖c
*Database cutoff: 26.04.2023
1: Medianes Gesamtüberleben (Monate);
2: Medianes progressionsfreies Überleben (Monate);
3: Analyse in der Gesamtstudienpopulation (N=331, beinhaltet auch 6 Personen im Interventionsarm und 10 Personen im Kontrollarm, für die vor der Randomisierung nicht Capecitabin, Eribulin oder Vinorelbin als zu erhaltender Wirkstoff im Falle einer Zuteilung zum Kontrollarm festgelegt wurde, sondern Gemcitabin.;
4: Mediane Zeit bis zur ersten Verschlechterung um ≥ 10 Punkte (Monate);
5: Score range 0-100;
6: Mediane Zeit bis zur ersten Verschlechterung um ≥ 15 Punkte (Monate);
7: UE jeglichen Schweregrades - Gesamt;
8: Mediane Zeit bis zum ersten Ereignis (Monate);
9: keine Angaben zur Ereigniszeitanalyse verfügbar;
10: Schwerwiegende UE - Gesamt;
11: Angaben zur Ereigniszeitanalyse beziehen sich auf die Safety-Population, die alle Patientinnen und Patienten umfasst, die (mindestens) 1 Dosis der Studienmedikation erhalten haben (159 vs. 156 Patientinnen und Patienten);
12: Schwere UE - Gesamt;
13: Therapieabbruch aufgrund von UE;
14: Mediane Zeit bis zum Ereignis (Monate);
15: Hand-Fuß-Syndrom (UE);
16: gastrointestinale Toxizität (schwere UE);
17: Neutropenie (schwere UE)
a: fehlende Verblindung bei subjektiver Endpunkterhebung;
b: unvollständige Beobachtungen aus potenziell informativen Gründen;
c: unvollständige Beobachtungen aus potenziell informativen Gründen bei unterschiedlich langer Nachbeobachtung;
d: fehlende Verblindung bei subjektiver Entscheidung zum Therapieabbruch;
e: zu geringe Anzahl an aufgetretenen Ereignissen
AE: Adverse Events; AE-Disc: Adverse Events Leading to Treatment Discontinuation; Any: Any Grade; Cognitive Function: Cognitive Function; Constipation: Constipation; CTCAE ≥3: Common Terminology Criteria for Adverse Events, Grade ≥3; Diarrhea: Diarrhea; Dyspnea: Dyspnea; Emotional Function: Emotional Function; EORTC QLQ-C30: European Organisation for Research and Treatment of Cancer Quality of Life Questionnaire C30; EQ-5D: European Quality of Life 5 Dimensions; Fatigue: Fatigue; Global Health Status: Global Health Status; Insomnia: Insomnia; Lack of Appetite: Lack of Appetite; Nausea: Nausea; OS: Overall Survival; Pain: Pain; PFS: Progression-Free Survival; Physical Function: Physical Function; Role Function: Role Function; SAE: Serious Adverse Events; Social Function: Social Function; TTC: Time To Change ; TTE: Time To Event ; VAS: Visual Analogue Scale
Phase 3 Study of Sacituzumab Govitecan (IMMU-132) Versus Treatment of Physician's Choice (TPC) in Subjects With Hormonal Receptor-Positive (HR+) Human Epidermal Growth Factor Receptor 2 (HER2) Negative Metastatic Breast Cancer (MBC) Who Have Failed at Least Two Prior Chemotherapy Regimens (NCT03901339)
Short Name Design Population Intervention Comparator Outcomes
TROPiCS-02
IMMU-132-09, 2018-004201-33
Randomized, Parallel Assignment, Phase 3 Open Label study Treatment-naive with Stage 2-3 and ECOG 0-1 Metastatic Breast Cancer 1. Sacituzumab Govitecan-hziy (N=272)1
2. Sacituzumab Govitecan (N=205)2
3. Sacituzumab Govitecan (N=365)3
1. Treatment of Physician's Choice (TPC) (N=271)4
2. Capecitabin oder Eribulin oder Vinorelbin (N=213)5
3. Capecitabin oder Eribulin oder Vinorelbin (N=368)6
  1. Primary: Progression-free survival (PFS)
  2. Secondary: Overall Survival (OS)
Notes - Study
Open Label Study
Notes - Study Arms
1: Participants will receive sacituzumab govitecan-hziy 10 mg/kg via intravenous (IV) injection administered on Day 1 and Day 8 of a 21-day cycle.
2: bewertungsrelevante Teilpopulation des Sacituzumab-Arms für den G-BA-Beschluss: Patientinnen und Patienten, für die vor Randomisierung Capecitabin, Eribulin oder Vinorelbin als entsprechende Therapieoption festgelegt worden war
3: Population des Sacituzumab-Arms der Metaanalyse
4: Participants will receive TPC determined prior to randomization from one of the following single-agent treatment: Dosing per National Comprehensive Cancer Network (NCCN) guidelines (with dose modifications for if toxic) Eribulin: 1.4 mg/m^2 for North American sites, 1.23 mg/m^2 for European sites) via IV on Days 1 and 8 of a 21-day cycle Capecitabine: 1000-1250 mg/m^2 orally twice daily for 2 weeks followed by a 1-week rest period given as a 21-day cycle Gemcitabine: 800-1200 mg/m^2 via IV on Days 1, 8, and 15 of each 28-day cycle or per institution Vinorelbine: 25 mg/m^2 via IV on Day 1 weekly cycle per institution
5: bewertungsrelevante Teilpopulation des Kontrollarms für den G-BA-Beschluss: Patientinnen und Patienten, für die vor Randomisierung Capecitabin, Eribulin oder Vinorelbin als entsprechende Therapieoption festgelegt worden war
6: Population des Kontrollarms der Metaanalyse
Outcome Sacituzumab Govitecan N=205 Capecitabin oder Eribulin oder Vinorelbin N=213 Effect Estimate GRADE
Sacituzumab govitecan vs. Capecitabin oder Eribulin oder Vinorelbin oder Gemcitabin zur Behandlung von Erwachsenen mit nicht resezierbarem oder metastasiertem Hormonrezeptor (HR)-positivem, HER2-negativem Mammakarzinom, die eine Endokrin-basierte Therapie und mindestens zwei zusätzliche systemische Therapien bei fortgeschrittener Erkrankung erhalten haben: Studie TROPiCS-02
Dichotomous Outcomes
OS - Time To Event1 N=205 14.4 [12.8; 16]

165 (80.49%)
N=213 11.2 [10.1; 12.8]

176 (82.63%)
HR 0.85 [0.69; 1.05]; p=0.136 ⊕⊕⊕⊕
PFS - Time To Event2 N=205 4.7 [4.1; 6.4]

135 (65.85%)
N=213 4 [2.8; 4.4]

142 (66.67%)
HR 0.673 [0.528; 0.859]; p=0.0014 ⊕⊕⊕⊕
EORTC QLQ-C30 (Fatigue) - TTC3,4 N=172 2.1 [1.6; 2.8]

121 (70.35%)
N=162 1.3 [1; 1.8]

124 (76.54%)
HR 0.67 [0.52; 0.87]; p=0.002 ⊕⊕⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Nausea) - TTC3,4 N=173 2.4 [1.6; 3.9]

106 (61.27%)
N=165 4.6 [2.9; 9.5]

77 (46.67%)
HR 1.26 [0.93; 1.69]; p=0.127 ⊕⊕⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Pain) - TTC3,4 N=169 3.8 [2.8; 6.1]

95 (56.21%)
N=159 3.2 [2.2; 4.3]

90 (56.6%)
HR 0.83 [0.62; 1.12]; p=0.212 ⊕⊕⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Dyspnea) - TTC3,4,5 N=170 NA

80 (47.06%)
N=161 3.9 [2.4; 7.5]

84 (52.17%)
⊕⊕⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Insomnia) - TTC3,4 N=160 8.7 [6; 18.9]

68 (42.5%)
N=150 3,6 [2.3; ]

69 (46%)
HR 0.67 [0.48; 0.95]; p=0.021 ⊕⊕⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Lack of Appetite) - TTC3,4 N=167 3.3 [1.7; 5.9]

97 (58.08%)
N=156 3.7 [2.3; 5.4]

78 (50%)
HR 1.08 [0.79; 1.46]; p=0.633 ⊕⊕⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Constipation) - TTC3,4 N=170 5.4 [3.2; 9.1]

83 (48.82%)
N=158 4.8 [3.2; 8.2]

70 (44.3%)
HR 1.01 [0.73; 1.4]; p=0.942 ⊕⊕⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Diarrhea) - TTC3,4 N=172 2 [1.6; 3.4]

104 (60.47%)
N=164 8.2 [5.8; ]

55 (33.54%)
HR 2.41 [1.72; 3.37]; p< 0,001 ⊕⊕⊖⊖a,b,c
EQ-5D (VAS) - TTC6 N=168 11.8 [6.9; ]

63 (37.5%)
N=162 7 [4.6; 12.7]

64 (39.51%)
HR 0.72 [0.51; 1.03]; p=0.073 ⊕⊕⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Social Function) - TTC3,4 N=170 2,4 [1.7; 4.3]

101 (59.41%)
N=157 3.5 [2.6; 4.3]

88 (56.05%)
HR 0.99 [0.74; 1.33]; p=0.958 ⊕⊕⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Cognitive Function) - TTC3,4,8 N=174 5.2 [3; 11.1]

86 (49.43%)
N=164 NA

68 (41.46%)
⊕⊕⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Emotional Function) - TTC3,4,7 N=169 NA

62 (36.69%)
N=164 4.5 [3.4; 9.5]

75 (45.73%)
⊕⊕⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Global Health Status) - TTC3,4 N=173 4.9 [3; 6.7]

95 (54.91%)
N=164 2.6 [2; 3.5]

103 (62.8%)
HR 0.66 [0.5; 0.88]; p=0.004 ⊕⊕⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Physical Function) - TTC3,4 N=174 5.6 [3.1; 8.3]

88 (50.57%)
N=164 3.4 [2.2; 4.6]

87 (53.05%)
HR 0.72 [0.53; 0.97]; p=0.029 ⊕⊕⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Role Function) - TTC3,4 N=171 2.8 [1.7; 4.3]

111 (64.91%)
N=159 2.2 [1.5; 2.9]

102 (64.15%)
HR 0.77 [0.58; 1.01]; p=0.055 ⊕⊕⊖⊖a,b,c
AE - TTE10,16 N=201 NA

31 (15.42%)
N=194 NA

11 (5.67%)
HR 2.63 [1.32; 5.24]; p=0.004 ⊕⊕⊕⊖c
AE - TTE9,10 N=201 0.1 [0.1; 0.1]

201 (100%)
N=194 0.2 [0.1; 0.2]

185 (95.36%)
HR 1.53 [1.243; 1.883]; ⊕⊕⊕⊖a
AE - TTE10,12 N=201 0.8 [0.7; 1]

151 (75.12%)
N=194 2.4 [1.1; 3.7]

110 (56.7%)
HR 1.49 [1.17; 1.91]; p=0.002 ⊕⊕⊕⊖c
AE - TTE10,15 N=201 NA

4 (1.99%)
N=194 NA

14 (7.22%)
HR 0.19 [0.05; 0.65]; p=0.003 ⊕⊖⊖⊖a,c,e
AE - TTE10,17 N=201 1.6 [1; 4.6]

111 (55.22%)
N=194 9.6 [4.3; ]

77 (39.69%)
HR 1.55 [1.15; 2.08]; p=0.003 ⊕⊕⊕⊖c
AE-Disc - TTE13,14 N=201 NA

14 (6.97%)
N=194 NA

6 (3.09%)
HR 1.7 [0.64; 4.53]; p=0.282 ⊕⊕⊖⊖d,e
SAE - TTE10,11 N=201 NA [17.9; ]

55 (27.36%)
N=194 NA

34 (17.53%)
HR 1.42 [0.93; 2.19]; p=0.107 ⊕⊕⊕⊖c
*Database cutoff: 29.11.2022
1: Medianes Gesamtüberleben (Monate);
2: Medianes progressionsfreies Überleben (Monate);
3: Mediane Zeit bis zur ersten Verschlechterung um ≥ 10 Punkte (Monate);
4: Score range 0-100;
5: Zwischen dem Datenschnitt vom 1.7.2022 und dem Datenschnitt vom 1.12.2022 ist bei 2 weiteren Personen ein Ereignis aufgetreten. Effektschätzung [95 %-KI] liegt für den Datenschnitt vom 1. 12.2022 nicht vor. Zum Datenschnitt vom 1.7.2022 betrug das Hazard Ratio 0,66 (95 %-KI: [0,48, 0,90].;
6: Mediane Zeit bis zur ersten Verschlechterung um ≥ 15 Punkte (Monate);
7: Zwischen dem Datenschnitt vom 1.7.2022 und dem Datenschnitt vom 1.12.2022 ist bei 1 weiteren Person ein Ereignis aufgetreten. Effektschätzung [95 %-KI] liegt für den Datenschnitt vom 1.12.2022 nicht vor. Zum Datenschnitt vom 1.7.2022 betrug das Hazard Ratio 0,65 (95 %-KI: [0,46, 0,91]);
8: Zwischen dem Datenschnitt vom 1.7.2022 und dem Datenschnitt vom 1.12.2022 ist bei 1 weiteren Person ein Ereignis aufgetreten. Effektschätzung [95 %-KI] liegt für den Datenschnitt vom 1.12.2022 nicht vor. Zum Datenschnitt vom 1.7.2022 betrug das Hazard Ratio 1,02 (95 %-KI: [0,74, 1,41]).;
9: UE jeglichen Schweregrades - Gesamt;
10: Mediane Zeit bis zum ersten Ereignis (Monate);
11: Schwerwiegende UE - Gesamt;
12: Schwere UE - Gesamt;
13: Therapieabbruch aufgrund von UE;
14: Mediane Zeit bis zum Ereignis (Monate);
15: Hand-Fuß-Syndrom (UE);
16: gastrointestinale Toxizität (schwere UE);
17: Neutropenie (schwere UE)
a: fehlende Verblindung bei subjektiver Endpunkterhebung;
b: hoher Anteil nicht in der Auswertung berücksichtigter Personen (> 10 %);
c: unvollständige Beobachtungen aus potenziell informativen Gründen bei unterschiedlich langer Nachbeobachtung;
d: fehlende Verblindung bei subjektiver Entscheidung zum Therapieabbruch;
e: zu geringe Anzahl an aufgetretenen Ereignissen
AE: Adverse Events; AE-Disc: Adverse Events Leading to Treatment Discontinuation; Any: Any Grade; Cognitive Function: Cognitive Function; Constipation: Constipation; CTCAE ≥3: Common Terminology Criteria for Adverse Events, Grade ≥3; Diarrhea: Diarrhea; Dyspnea: Dyspnea; Emotional Function: Emotional Function; EORTC QLQ-C30: European Organisation for Research and Treatment of Cancer Quality of Life Questionnaire C30; EQ-5D: European Quality of Life 5 Dimensions; Fatigue: Fatigue; Global Health Status: Global Health Status; Insomnia: Insomnia; Lack of Appetite: Lack of Appetite; Nausea: Nausea; OS: Overall Survival; Pain: Pain; PFS: Progression-Free Survival; Physical Function: Physical Function; Role Function: Role Function; SAE: Serious Adverse Events; Social Function: Social Function; TTC: Time To Change ; TTE: Time To Event ; VAS: Visual Analogue Scale
Outcome Sacituzumab Govitecan N=365 Capecitabin oder Eribulin oder Vinorelbin N=368 Effect Estimate GRADE
Sacituzumab govitecan vs. Capecitabin oder Eribulin oder Vinorelbin zur Behandlung von Erwachsenen mit nicht resezierbarem oder metastasiertem Hormonrezeptor (HR)-positivem, HER2-negativem Mammakarzinom, die eine Endokrin-basierte Therapie und mindestens zwei zusätzliche systemische Therapien bei fortgeschrittener Erkrankung erhalten haben: Metaanalyse (TROPiCS-02 und EVER-132-002)
Dichotomous Outcomes
OS - Time To Event1 N=365 16.2 [14.7; 19.1]

229 (62.74%)
N=368 12.8 [11.6; 14.9]

261 (70.92%)
HR 0.77 [0.64; 0.92]; p<0.001 ⊕⊕⊕⊕
EORTC QLQ-C30 (Fatigue) - TTC2,3 N=327 2 [1.6; 2.8]

220 (67.28%)
N=309 1.5 [1.4; 1.9]

225 (72.82%)
HR 0.75 [0.63; 0.91]; p=0.002 ⊕⊕⊖⊖a
EORTC QLQ-C30 (Nausea) - TTC2,3 N=327 2.1 [1.7; 2.8]

216 (66.06%)
N=314 5.5 [3.5; 7.2]

145 (46.18%)
HR 1.44 [1.17; 1.78]; p=0.002 ⊕⊕⊖⊖a
EORTC QLQ-C30 (Pain) - TTC2,3 N=323 4.8 [3.5; 6.1]

174 (53.87%)
N=304 3 [2.7; 3.9]

178 (58.55%)
HR 0.75 [0.61; 0.93]; p=0.020 ⊕⊕⊖⊖a
EORTC QLQ-C30 (Dyspnea) - TTC2,3 N=322 7.2 [5.8; 18.2]

139 (43.17%)
N=309 4.5 [3.1; 6.9]

150 (48.54%)
HR 0.67 [0.53; 0.85]; p<0.001 ⊕⊕⊖⊖a
EORTC QLQ-C30 (Insomnia) - TTC2,3 N=310 7.7 [5.9; 12.5]

137 (44.19%)
N=294 5.3 [3.6; 8.3]

128 (43.54%)
HR 0.81 [0.64; 1.03]; p=0.200 ⊕⊕⊖⊖a
EORTC QLQ-C30 (Lack of Appetite) - TTC2,3 N=318 3 [2.2; 4.2]

192 (60.38%)
N=304 4.1 [2.8; 5.4]

149 (49.01%)
HR 1.12 [0.9; 1.39]; p=0.600 ⊕⊕⊖⊖a
EORTC QLQ-C30 (Constipation) - TTC2,3 N=323 7 [4.2; 11.2]

147 (45.51%)
N=304 5.7 [4.2; ]

121 (39.8%)
HR 1.04 [0.82; 1.33]; p=0.100 ⊕⊕⊖⊖a
EORTC QLQ-C30 (Diarrhea) - TTC2,3 N=326 2.5 [1.8; 3.6]

199 (61.04%)
N=313 9.6 [5.9; ]

100 (31.95%)
HR 2.29 [1.79; 2.92]; p<0.001 ⊕⊕⊖⊖a
EQ-5D (VAS) - TTC4 N=323 12.3 [8.5; ]

112 (34.67%)
N=311 6.9 [5.3; 12.7]

118 (37.94%)
HR 0.71 [0.54; 0.92]; p=0.010 ⊕⊕⊖⊖a
EORTC QLQ-C30 (Social Function) - TTC2,3 N=322 3.5 [2.7; 4.3]

188 (58.39%)
N=303 3.1 [2.1; 4.2]

170 (56.11%)
HR 0.9 [0.73; 1.11]; p=0.400 ⊕⊕⊖⊖a
EORTC QLQ-C30 (Cognitive Function) - TTC2,3 N=329 4 [3.2; 5.6]

174 (52.89%)
N=312 3.2 [2.8; 4.2]

163 (52.24%)
HR 0.8 [0.64; 0.99]; p<0.001 ⊕⊕⊖⊖a
EORTC QLQ-C30 (Emotional Function) - TTC2,3 N=323 11.1 [7.2; ]

123 (38.08%)
N=313 4.7 [4.2; 7.2]

139 (44.41%)
HR 0.69 [0.54; 0.89]; p=0.010 ⊕⊕⊖⊖a
EORTC QLQ-C30 (Global Health Status) - TTC2,3 N=327 4.1 [3.2; 5]

184 (56.27%)
N=311 2.8 [2.2; 3.5]

189 (60.77%)
HR 0.76 [0.62; 0.93]; p=0.020 ⊕⊕⊖⊖a
EORTC QLQ-C30 (Physical Function) - TTC2,3 N=328 5.6 [3.5; 8.4]

167 (50.91%)
N=313 3 [2.6; 3.9]

178 (56.87%)
HR 0.68 [0.55; 0.84]; p=0.001 ⊕⊕⊖⊖a
EORTC QLQ-C30 (Role Function) - TTC2,3 N=323 3 [2.6; 4.4]

194 (60.06%)
N=308 2.5 [1.8; 2.8]

196 (63.64%)
HR 0.76 [0.62; 0.93]; p=0.005 ⊕⊕⊖⊖a
AE - TTE6,11 N=360 NA N=350 NA HR 2.81 [1.6; 4.96]; p<0.001 ⊕⊕⊕⊖b
AE - TTE6,7 N=361 0.7 [0.6; 0.9]

282 (78.12%)
N=349 1.2 [0.8; 2]

219 (62.75%)
HR 1.29 [1.08; 1.53]; p<0.001 ⊕⊕⊕⊖b
AE - TTE6,10 N=360 NA N=350 NA HR 0.25 [0.09; 0.69]; p=0.008 ⊕⊖⊖⊖e,b,d
AE - TTE6,12 N=360 NA N=350 NA HR 1.26 [1.03; 1.54]; p=0.025 ⊕⊕⊕⊖b
AE-Disc - TTE8,9 N=361 NA

19 (5.26%)
N=349 NA

11 (3.15%)
HR 1.26 [0.6; 2.68]; p=0.300 ⊕⊕⊖⊖c,d
SAE - TTE5,6 N=361 NA

91 (25.21%)
N=349 NA

65 (18.62%)
HR 1.2 [0.87; 1.66]; p=0.400 ⊕⊕⊕⊖b
**Database cutoff: not reported
1: Medianes Gesamtüberleben (Monate);
2: Mediane Zeit bis zur ersten Verschlechterung um ≥ 10 Punkte (Monate);
3: Score range 0-100;
4: Mediane Zeit bis zur ersten Verschlechterung um ≥ 15 Punkte (Monate);
5: Schwerwiegende UE - Gesamt;
6: Mediane Zeit bis zum ersten Ereignis (Monate);
7: Schwere UE - Gesamt;
8: Therapieabbruch aufgrund von UE;
9: Mediane Zeit bis zum Ereignis (Monate);
10: Hand-Fuß-Syndrom (UE);
11: gastrointestinale Toxizität (schwere UE);
12: Neutropenie (schwere UE)
a: siehe Risk of Bias der Einzelstudien;
b: unvollständige Beobachtungen aus potenziell informativen Gründen bei unterschiedlich langer Nachbeobachtung;
c: fehlende Verblindung bei subjektiver Entscheidung zum Therapieabbruch;
d: zu geringe Anzahl an aufgetretenen Ereignissen;
e: fehlende Verblindung bei subjektiver Endpunkterhebung
AE: Adverse Events; AE-Disc: Adverse Events Leading to Treatment Discontinuation; Any: Any Grade; Cognitive Function: Cognitive Function; Constipation: Constipation; CTCAE ≥3: Common Terminology Criteria for Adverse Events, Grade ≥3; Diarrhea: Diarrhea; Dyspnea: Dyspnea; Emotional Function: Emotional Function; EORTC QLQ-C30: European Organisation for Research and Treatment of Cancer Quality of Life Questionnaire C30; EQ-5D: European Quality of Life 5 Dimensions; Fatigue: Fatigue; Global Health Status: Global Health Status; Insomnia: Insomnia; Lack of Appetite: Lack of Appetite; Nausea: Nausea; OS: Overall Survival; Pain: Pain; Physical Function: Physical Function; Role Function: Role Function; SAE: Serious Adverse Events; Social Function: Social Function; TTC: Time To Change ; TTE: Time To Event ; VAS: Visual Analogue Scale
Talazoparib versus Monochemotherapie beim HER2-negativen fortgeschrittenen oder metastasierten Mammakarzinom und Vorliegen einer Keimbahn-BRCA1/2-Mutation

Zur Methodik und Vorgehensweise zur Erstellung der Evidenztabellen siehe Evidenzbericht

Talazoparib (Mammakarzinom, BRCA1/2-Mutation, HER2-)
Wirkstoff Talazoparib Handelsname Talzenna
Pharmazeutischer Unternehmer Pfizer Pharma GmbH Beschlussdatum 20.11.2020
Anwendungsgebiet Mammakarzinom
Population/ZVT Titel Mortalität Morbidiät QoL Sicherheit Zusatznutzen
A Erwachsene Patienten mit HER2-negativem, lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Mammakarzinom mit BRCA1/2-Mutationen in der Keimbahn; nach vorangegangener Therapie mit einem Anthrazyklin und/ oder einem Taxan im (neo)adjuvanten oder metastasierten Setting oder ungeeignet für diese Behandlungen ↔

Keine für die Nutzenbewertung relevanten Unterschiede.

↑

Vorteile in Schmerzen, Schlaflosigkeit, Appetitverlust und Symptome im Brustbereich

↑

Vorteile im Gesundheitszustand, in der körperlichen, sozialen und emotionalen Funktion, in der Rollenfunktion sowie im Körperbild

↑

Vorteil im Endpunkt schwere UE (CTCAE-Grad 3 oder 4)

Anhaltspunkt: beträchtlich
ZVT − Capecitabin oder − Eribulin oder − Vinorelbin oder − eine Anthrazyklin- oder Taxan-haltige Therapie (Nur für Patienten, die noch keine Anthrazyklin- und Taxan-haltige Therapie erhalten haben oder für die eine erneute Anthrazyklin- oder Taxan-haltige Therapie infrage kommt.)
↑↑/↓↓: positiver/negativer statistisch signifikanter Effekt, hohe Aussagesicherheit; ↑/↓: positiver/negativer statistisch signifkanter Effekt, niedrige oder unklare Aussagesicherheit; ↔: kein signifikanter/relevanter Unterschied; ↓: n.b.: nicht bewertbar; Ø: keine Daten

Population A: Erwachsene Patienten mit HER2-negativem, lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Mammakarzinom mit BRCA1/2-Mutationen in der Keimbahn; nach vorangegangener Therapie mit einem Anthrazyklin und/ oder einem Taxan im (neo)adjuvanten oder metastasierten Setting oder ungeeignet für diese Behandlungen

Bei der vorliegenden Bewertung handelt es sich um die Nutzenbewertung des neuen Arzneimittels Talzenna mit dem Wirkstoff Talazoparib. Talzenna wird als Monotherapie für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit BRCA1/2-Mutationen in der Keimbahn angewendet, die ein HER2-negatives, lokal fortgeschrittenes oder metastasiertes Mammakarzinom aufweisen. Die Patienten sollten zuvor mit einem Anthrazyklin und/oder einem Taxan im (neo)adjuvanten, lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Setting behandelt worden sein, es sei denn, sie waren für diese Behandlungen nicht geeignet. Patienten mit Hormonrezeptor (HR)-positivem Brustkrebs sollten außerdem bereits eine endokrin-basierte Therapie erhalten haben oder für diese als nicht geeignet eingestuft sein.

Die zweckmäßige Vergleichstherapie wurde wie folgt vom G-BA bestimmt:
  • Capecitabin oder
  • Eribulin oder
  • Vinorelbin oder
  • eine Anthrazyklin- oder Taxan-haltige Therapie (Nur für Patienten, die noch keine Anthrazyklin- und Taxan-haltige Therapie erhalten haben oder für die eine erneute Anthrazyklin- oder Taxan-haltige Therapie infrage kommt.)
Für die Bewertung des Zusatznutzens von Talazoparib liegen aus der offenen, randomisierten, kontrollierten Studie EMBRACA Ergebnisse im Vergleich zu Capecitabin, Vinorelbin oder Eribulin zur Mortalität (Gesamtüberleben), Morbidität, Lebensqualität und zu Nebenwirkungen vor.

In der Endpunktkategorie Mortalität zeigte sich für den Endpunkt Gesamtüberleben kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.

Die Ergebnisse zur Morbidität (Symptomatik) und gesundheitsbezogenen Lebensqualität zeigen positive Effekte durch eine Behandlung mit Talazoparib, die insgesamt als eine deutliche Verbesserung bewertet werden.

Bei den Nebenwirkungen ist hinsichtlich der schweren unerwünschten Ereignisse (CTCAE-Grad 3 oder 4) ein Vorteil von Talazoparib festzustellen. Kein Unterschied zeigten sich für die schwerwiegenden UE und Abbruch wegen UE. Bei den spezifischen UE überwiegen die positiven Effekte von Talazoparib. In der Kategorie Nebenwirkungen wird insgesamt ein Vorteil von Talazoparib abgeleitet.

Aufgrund des offenen Studiendesigns und des hohen Anteils der zurückgezogenen Einwilligungserklärungen im Chemotherapiearm ist in der Kategorie Morbidität, Lebensqualität und Nebenwirkungen überwiegend von einem hohen Verzerrungspotenzial auszugehen. Bezüglich der Aussagesicherheit kann daher nur ein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen abgeleitet werden.

In der Gesamtbetrachtung wird ein Anhaltspunkt für einen beträchtlichen Zusatznutzen für Talazoparib gegenüber Capecitabin, Vinorelbin oder Eribulin festgestellt.
A PHASE 3, OPEN-LABEL, RANDOMIZED PARALLEL,2-ARM,MULTI-CENTER STUDY OF TALAZOPARIB(BMN 673) VERSUS PHYSICIAN'S CHOICE IN GERMLINE BRCA MUTATION SUBJECTS WITH LOCALLY ADVANCED AND/OR METASTATIC BREAST CANCER, WHO HAVE RECEIVED PRIOR CHEMOTHERAPY REGIMENS FOR METASTATIC DISEASE (NCT01945775)
Short Name Design Population Intervention Comparator Outcomes
EMBRACA
673-301, C3441009, 2013-002716-28, U1111-1155-7579
Randomized, Parallel Assignment, Phase 3 Open Label study Pretreated with ECOG 0-2 Breast Neoplasms for 2nd Line treatment 1. talazoparib (N=287)1
2. Talazoparib (N=266)2
1. Physician's-Choice (N=144)3
2. Chemotherapie nach Wahl des Arztes (N=130)4
  1. Primary: Progression-Free Survival (PFS): Independent Radiological Facility (IRF) Assessment
  2. Secondary: Overall Survival (OS)
Notes - Study
Open Label Study
Notes - Study Arms
1: Patient will be randomized 2:1 to receive talazoparib oral capsules (1.0 mg) once daily for 21 continuous days
2: Bewertungsrelevante Teilpopulation der Patientinnen und Patienten des Talazoparib-Arms, für die vor Randomisierung Capecitabin, Vinorelbin oder Eribulin als der zu erhaltende Wirkstoff bei einer Zuteilung zum Chemotherapiearm festgelegt wurde.
3: Capecitabine, Eribulin, Gemcitabine or Vinorelbine
4: Bewertungsrelevante Teilpopulation der Patientinnen und Patienten des Kontrollarms, für die vor Randomisierung Capecitabin, Vinorelbin oder Eribulin als der zu erhaltende Wirkstoff bei einer Zuteilung zum Chemotherapiearm festgelegt wurde.
Outcome Talazoparib N=266 Chemotherapie nach Wahl des Arztes N=130 Effect Estimate GRADE
Talazoparib vs. Chemotherapie nach ärztlicher Wahl (Capecitabin oder Vinorelbin oder Eribulin) zur Behandlung von Erwachsenen mit HER2-negativem, lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Mammakarzinom mit BRCA1/2-Mutationen in der Keimbahn; nach vorangegangener Therapie mit einem Anthrazyklin und/ oder einem Taxan im (neo)adjuvanten oder metastasierten Setting oder ungeeignet für diese Behandlungen: Studie EMBRACA
Dichotomous Outcomes
OS - Time To Event1 N=266 19.6 [16.7; 22.7]

199 (74.81%)
N=130 19.8 [17.6; 22.4]

97 (74.62%)
HR 0.86 [0.67; 1.1]; p=0.236 ⊕⊕⊕⊖a
PFS - Time To Event2 N=266 8.5 [7.1; 9.2]

173 (65.04%)
N=130 5.6 [3.3; 8.2]

74 (56.92%)
HR 0.541 [0.41; 0.72]; p<0.0001 ⊕⊕⊕⊖a
EORTC QLQ-BR23 (SA) - TTC3 N=243 6.9 [4.2; 14.9]

122 (50.21%)
N=104 3.9 [2.1; 11.9]

49 (47.12%)
HR 0.7 [0.5; 0.99]; p=0.044 ⊕⊕⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-BR23 (SCA) - TTC3 N=243 37.4 [23.5; ]

59 (24.28%)
N=104 12.5 [8.8; ]

29 (27.88%)
HR 0.54 [0.34; 0.86]; p=0.008 ⊕⊕⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-BR23 (SEST) - TTC3 N=243 9.3 [5.8; 12.5]

119 (48.97%)
N=104 3.5 [2.1; 10.6]

50 (48.08%)
HR 0.65 [0.46; 0.92]; p=0.013 ⊕⊕⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Diarrhea) - TTC3,4 N=243 10.7 [8.2; 16]

103 (42.39%)
N=104 NA [3.5; ]

34 (32.69%)
HR 0.79 [0.53; 1.19]; p=0.256 ⊕⊕⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Lack of Appetite) - TTC3,4 N=243 7.4 [4.9; 11.9]

128 (52.67%)
N=104 2.3 [1.5; 4.2]

58 (55.77%)
HR 0.6 [0.44; 0.84]; p=0.002 ⊕⊕⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Constipation) - TTC3,4 N=243 7.2 [5.7; 10.1]

118 (48.56%)
N=104 10.1 [3.7; ]

37 (35.58%)
HR 1.03 [0.7; 1.5]; p=0.884 ⊕⊕⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Dyspnea) - TTC3,4 N=243 8.4 [5.6; 10.8]

122 (50.21%)
N=104 7.8 [5.1; ]

36 (34.62%)
HR 0.99 [0.67; 1.45]; p=0.94 ⊕⊕⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Pain) - TTC3,4 N=243 5.7 [4; 9.7]

130 (53.5%)
N=104 2.9 [1.6; 4.9]

61 (58.65%)
HR 0.55 [0.4; 0.75]; p<0.001 ⊕⊕⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Nausea) - TTC3,4 N=243 3.8 [2.3; 7.5]

139 (57.2%)
N=104 3 [1.5; 11.3]

51 (49.04%)
HR 0.93 [0.66; 1.3]; p=0.659 ⊕⊕⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Fatigue) - TTC3,4 N=243 2.1 [1.5; 2.8]

166 (68.31%)
N=104 1.5 [1.4; 1.9]

69 (66.35%)
HR 0.74 [0.55; 0.99]; p=0.043 ⊕⊕⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Insomnia) - TTC3,4 N=243 10.4 [7; 17.1]

109 (44.86%)
N=104 3.2 [1.8; 8.1]

53 (50.96%)
HR 0.54 [0.38; 0.76]; p<0.001 ⊕⊕⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-BR23 (Body Image) - TTC3 N=243 17.7 [11.5; ]

88 (36.21%)
N=104 4.9 [2.8; ]

42 (40.38%)
HR 0.56 [0.38; 0.81]; p=0.002 ⊕⊕⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-BR23 (Future Perspective) - TTC3 N=243 NA [24.8; ]

68 (27.98%)
N=104 NA [6.1; ]

27 (25.96%)
HR 0.7 [0.44; 1.11]; p=0.129 ⊕⊕⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-BR23 (Sexual Activity) - TTC3 N=243 32.8 [7.5; ]

92 (37.86%)
N=104 14 [3.6; ]

33 (31.73%)
HR 0.95 [0.63; 1.42]; p=0.799 ⊕⊕⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Social Function) - TTC3,4 N=243 8.2 [4.9; 12.5]

122 (50.21%)
N=104 2.3 [1.6; 4.9]

54 (51.92%)
HR 0.6 [0.43; 0.84]; p=0.003 ⊕⊕⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Cognitive Function) - TTC3,4 N=243 4.4 [3; 7.5]

141 (58.02%)
N=104 2.8 [1.7; 3.7]

56 (53.85%)
HR 0.71 [0.51; 0.98]; p=0.038 ⊕⊕⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Role Function) - TTC3,4 N=243 4.6 [3.5; 6.6]

135 (55.56%)
N=104 1.7 [1.1; 3]

64 (61.54%)
HR 0.56 [0.41; 0.77]; p<0.001 ⊕⊕⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Physical Function) - TTC3,4 N=243 9.3 [7.7; 14.9]

109 (44.86%)
N=104 2.8 [2.1; 6.6]

53 (50.96%)
HR 0.51 [0.36; 0.72]; p<0.001 ⊕⊕⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Global Health Status) - TTC3,4 N=243 5.7 [3.8; 7.8]

130 (53.5%)
N=104 3.3 [2.1; 5]

55 (52.88%)
HR 0.61 [0.44; 0.85]; p=0.003 ⊕⊕⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Emotional Function) - TTC3,4 N=243 10.7 [6.4; 24.3]

101 (41.56%)
N=104 3.5 [2.3; 9.9]

49 (47.12%)
HR 0.54 [0.38; 0.77]; p<0.001 ⊕⊕⊖⊖a,b,c
AE - Augenerkrankungen - TTE6,17 N=265 NA

35 (13.21%)
N=114 20 [20; ]

21 (18.42%)
HR 0.38 [0.21; 0.68]; p<0.001 ⊕⊕⊖⊖a,b,c
AE - TTE5,6 N=265 0.2 [0.1; 0.3]

261 (98.49%)
N=114 0.1 [0.1; 0.2]

111 (97.37%)
HR 0.824 [0.644; 1.053]; p=0,1213 ⊕⊕⊖⊖a,b
AE - TTE6,8 N=265 3.5 [2.8; 4]

183 (69.06%)
N=114 2 [1.3; 3.5]

72 (63.16%)
HR 0.73 [0.55; 0.97]; p=0.027 ⊕⊕⊖⊖a,c
AE - Hand-Fuß-Syndrom - TTE6,11 N=265 NA

4 (1.51%)
N=114 NA

28 (24.56%)
HR 0.05 [0.02; 0.14]; p<0.001 ⊕⊕⊖⊖a,b,c
AE - Anämie - TTE6,12 N=265 18.1 [11.6; ]

103 (38.87%)
N=114 NA

5 (4.39%)
HR 7.23 [2.93; 17.79]; p<0.001 ⊕⊕⊖⊖a,c
AE - TTE6,13 N=265 NA

22 (8.3%)
N=114 NA

1 (0.88%)
HR 8.34 [1.12; 61.98]; p=0.013 ⊕⊖⊖⊖a,c,e
AE - Neutropenie - TTE6,14 N=265 NA

50 (18.87%)
N=114 NA

26 (22.81%)
HR 0.61 [0.38; 0.99]; p=0.044 ⊕⊕⊖⊖a,c
AE - Diarrhö - TTE6,15 N=265 NA

2 (0.75%)
N=114 NA [11.8; ]

6 (5.26%)
HR 0.12 [0.02; 0.58]; p=0.002 ⊕⊖⊖⊖a,b,e
AE - Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes - TTE6,16 N=265 NA

2 (0.75%)
N=114 NA [16.5; ]

8 (7.02%)
HR 0.04 [0.01; 0.32]; p<0.001 ⊕⊖⊖⊖a,c,e
AE - Parästhesie - TTE6,18 N=265 NA

13 (4.91%)
N=114 NA

14 (12.28%)
HR 0.23 [0.1; 0.53]; p<0.001 ⊕⊕⊖⊖a,b,c
AE-Disc - TTE9,10 N=265 NA

21 (7.92%)
N=114 NA

10 (8.77%)
HR 0.59 [0.27; 1.27]; p=0.169 ⊕⊖⊖⊖a,d,e
SAE - TTE6,7 N=265 20.7 [15.3; 31.1]

95 (35.85%)
N=114 NA [6.7; ]

33 (28.95%)
HR 0.75 [0.49; 1.13]; p=0.162 ⊕⊕⊖⊖a,c
*Database cutoff: 12.09.2017
1: Medianes Gesamtüberleben (Monate);
2: Medianes progressionsfreies Überleben (Monate);
3: Mediane Zeit bis zur ersten Verschlechterung um ≥ 10 Punkte (Monate);
4: Score range 0-100;
5: UE jeglichen Schweregrades - Gesamt;
6: Mediane Zeit bis zum ersten Ereignis (Monate);
7: Schwerwiegende UE - Gesamt;
8: Schwere UE - Gesamt;
9: Therapieabbruch aufgrund von UE;
10: Mediane Zeit bis zum Ereignis (Monate);
11: Hand-Fuß-Syndrom (PT, UE);
12: Anämie (PT, CTCAE-Grad ≥ 3);
13: Thrombozytopenie CTCAE-Grad ≥ 3);
14: Neutropenie (PT, CTCAE-Grad ≥ 3);
15: Diarrhö (PT, CTCAE-Grad ≥ 3);
16: Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes (SOC, CTCAE-Grad ≥ 3);
17: Augenerkrankungen (SOC, UE);
18: Parästhesie (PT, UE)
a: Großer Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen hinsichtlich des Anteils an Personen, die vor der 1. Behandlung mit der Studienmedikation die Studie abgebrochen haben: in der relevanten Teilpopulation 0,4 % im Talazoparib-Arm bzw. 12,3 % im Chemotherapiearm.;
b: fehlende Verblindung bei subjektiver Endpunkterhebung;
c: unvollständige Beobachtungen aus potenziell informativen Gründen;
d: fehlende Verblindung bei subjektiver Entscheidung zum Therapieabbruch;
e: zu geringe Anzahl an aufgetretenen Ereignissen
AE: Adverse Events; AE-Disc: Adverse Events Leading to Treatment Discontinuation; Any: Any Grade; Body Image: Body Image; Cognitive Function: Cognitive Function; Constipation: Constipation; CTCAE ≥3: Common Terminology Criteria for Adverse Events, Grade ≥3; Diarrhea: Diarrhea; Dyspnea: Dyspnea; Emotional Function: Emotional Function; EORTC QLQ-BR23: European Organisation for Research and Treatment of Cancer Quality of Life Questionnaire - Breast Cancer module ; EORTC QLQ-C30: European Organisation for Research and Treatment of Cancer Quality of Life Questionnaire C30; Fatigue: Fatigue; Future Perspective: Future Perspective; Global Health Status: Global Health Status; Insomnia: Insomnia; Lack of Appetite: Lack of Appetite; Nausea: Nausea; OS: Overall Survival; Pain: Pain; PFS: Progression-Free Survival; Physical Function: Physical Function; Role Function: Role Function; SA: Symptoms in the arm area; SAE: Serious Adverse Events; SCA: Symptoms in the chest area; SEST: Side effects of systemic therapy; Sexual Activity: Sexual Activity; Social Function: Social Function; TTC: Time To Change ; TTE: Time To Event
Olaparib versus Monochemotherapie beim HER2-negativen fortgeschrittenen oder metastasierten Mammakarzinom und Vorliegen einer Keimbahn-BRCA1/2-Mutation

Zur Methodik und Vorgehensweise zur Erstellung der Evidenztabellen siehe Evidenzbericht

Olaparib (neues Anwendungsgebiet: Mammakarzinom, BRCA1/2-Mutationen, HER2-)
Wirkstoff Olaparib Handelsname Lynparza
Pharmazeutischer Unternehmer AstraZeneca GmbH Beschlussdatum 16.01.2020
Anwendungsgebiet Mammakarzinom
Population/ZVT Titel Mortalität Morbidiät QoL Sicherheit Zusatznutzen
A Erwachsene Patienten mit HER2-negativem, lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Brustkrebs mit BRCA1/2-Mutationen in der Keimbahn; nach vorangegangener Therapie mit einem Anthrazyklin und einem Taxan im (neo)adjuvanten oder metastasierten Setting oder ungeeignet für diese Behandlungen

Keine Bewertung auf Endpunktebene verfügbar

Keine Bewertung auf Endpunktebene verfügbar

Keine Bewertung auf Endpunktebene verfügbar

Keine Bewertung auf Endpunktebene verfügbar

Anhaltspunkt: gering
ZVT Capecitabin oder Vinorelbin oder Eribulin oder ggf. eine Anthrazyklin- oder Taxan-haltige Therapie
↑↑/↓↓: positiver/negativer statistisch signifikanter Effekt, hohe Aussagesicherheit; ↑/↓: positiver/negativer statistisch signifkanter Effekt, niedrige oder unklare Aussagesicherheit; ↔: kein signifikanter/relevanter Unterschied; ↓: n.b.: nicht bewertbar; Ø: keine Daten

Population A: Erwachsene Patienten mit HER2-negativem, lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Brustkrebs mit BRCA1/2-Mutationen in der Keimbahn; nach vorangegangener Therapie mit einem Anthrazyklin und einem Taxan im (neo)adjuvanten oder metastasierten Setting oder ungeeignet für diese Behandlungen

Bei der vorliegenden Bewertung handelt es sich um die Nutzenbewertung eines neuen Anwendungsgebietes für den Wirkstoff Olaparib. Das hier bewertete Anwendungsgebiet lautet: „Lynparza wird als Monotherapie für die Behandlung von erwachsenen Patienten mit BRCA1/2-Mutationen in der Keimbahn angewendet, die ein HER2-negatives, lokal fortgeschrittenes oder metastasiertes Mammakarzinom haben. Die Patienten sollten zuvor mit einem Anthrazyklin und einem Taxan im (neo)adjuvanten oder metastasierten Setting behandelt worden sein, es sei denn, die Patienten waren für diese Behandlungen nicht geeignet. Patienten mit Hormonrezeptor (HR)-positivem Mammakarzinom sollten außerdem eine Krankheitsprogression während oder nach einer vorherigen endokrinen Therapie aufweisen oder für eine endokrine Therapie nicht geeignet sein.“

Die zweckmäßige Vergleichstherapie wurde wie folgt vom G-BA bestimmt:

Capecitabin oder Vinorelbin oder Eribulin oder ggf. eine Anthrazyklin- oder Taxan-haltige Therapie

Der pharmazeutische Unternehmer legt die Ergebnisse aus der offenen, randomisierten, kontrollierten Studie OlympiAD vor, in der Olaparib mit einer Chemotherapie nach Wahl des Arztes unter Verwendung von Capecitabin oder Vinorelbin oder Eribulin verglichen wird. In OlympiAD wurden Patienten mit HER2-negativem, metastasierten Brustkrebs mit BRCA1/2-Mutation in der Keimbahn eingeschlossen, die außer bei Vorliegen einer Kontraindikation in der (neo-)adjuvanten oder metastasierten Situation mit einem Anthrazyklin und Taxan vorbehandelt worden waren.

In der Endpunktkategorie Mortalität zeigte sich für den Endpunkt Gesamtüberleben kein statistisch signifikanter Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen.

Für die Endpunkte der Kategorien Morbidität (Symptomatik) und gesundheitsbezogene Lebensqualität lagen keine verwertbaren Daten vor.

Bei den Nebenwirkungen waren hinsichtlich der Endpunkte schwere unerwünschte Ereignisse (CTCAE-Grad 3 oder 4) sowie Abbruchs wegen UE Vorteile von Olaparib im Vergleich zu Capecitabin, Vinorelbin oder Eribulin festzustellen. Kein Unterschied zeigte sich für den Endpunkt schwerwiegende UE. Bei den spezifischen UE überwogen positive Effekte von Olaparib. In der Kategorie Nebenwirkungen war somit insgesamt ein Vorteil von Olaparib gegenüber Capecitabin, Vinorelbin oder Eribulin festzustellen.

In der Gesamtbetrachtung stellt der G-BA basierend auf den Vorteilen in der Endpunktkategorie Nebenwirkungen einen geringen Zusatznutzen für Olaparib gegenüber Capecitabin, Vinorelbin oder Eribulin fest.

Vor dem Hintergrund, dass aufgrund des offenen Studiendesigns der OlympiAD in der Kategorie Nebenwirkungen überwiegend von einem hohen Verzerrungspotenzial auszugehen ist und keine verwertbaren Daten zu den Endpunktkategorien Morbidität und gesundheitsbezogene Lebensqualität vorliegen, kann bezüglich der Aussagesicherheit nur ein Anhaltspunkt für einen Zusatznutzen abgeleitet werden.
A Phase III, Open Label, Randomised, Controlled, Multi-centre Study to Assess the Efficacy and Safety of Olaparib Monotherapy Versus Physicians Choice Chemotherapy in the Treatment of Metastatic Breast Cancer Patients With Germline BRCA1/2 Mutations. (NCT02000622)
Short Name Design Population Intervention Comparator Outcomes
OlympiAD
D0819C00003, 2013-005137-20
Randomized, Parallel Assignment, Phase 3 Open Label study Treatment-naive with Stage 3-4 and ECOG 0-1 Breast Cancer Metastatic Olaparib (N=205)1 Chemotherapie nach ärztlicher Wahl (N=97)2
  1. Primary: Progression-free Survival (PFS) Using Blinded Independent Central Review (BICR) According to Modified Response Evaluation Criteria In Solid Tumours (RECIST v1.1)
  2. Secondary: Overall Survival (OS)
Notes - Study
Open Label Study
Notes - Study Arms
1: Olaparib tablet 300mg bd po
2: Capecitabine 2500 mg/m2 d1-14 q 21, or Vinorelbine 30 mg/m2 d1,8 q 21, or Eribulin 1.4 mg/m2 d1,8 q 21
Outcome Olaparib N=205 Chemotherapie nach ärztlicher Wahl N=97 Effect Estimate GRADE
Olaparib vs. Chemotherapie nach ärztlicher Wahl (Capecitabin, Vinorelbin oder Eribulin) zur Behandlung von Erwachsenen mit HER2-negativem, lokal fortgeschrittenen oder metastasierten Brustkrebs mit BRCA1/2-Mutationen in der Keimbahn, die mit einem Anthrazyklin und einem Taxan im (neo)adjuvanten oder metastasierten Setting behandelt worden sind, es sei den, sie waren ungeeignet für diese Behandlungen: Studie OlympiAD
Dichotomous Outcomes
OS - Time To Event1 N=205 19.25 [17.15; 21.55]

130 (63.41%)
N=97 17.12 [13.86; 21.85]

62 (63.92%)
HR 0.9 [0.66; 1.23]; p=0.513 ⊕⊕⊕⊕
Vorherige Chemotherapie des metastasierten Brustkrebses
Ja N=146 18.8 [16.3; 20.4]

100 (68.4932%)
N=69 17.2 [13.5; 27.2]

41 (59.4203%)
HR 1.13 [0.79; 1.64]; p=0.519
Nein N=59 22.6 [17.8; ]

30 (50.8475%)
N=28 14.7 [11; 21.3]

21 (75%)
HR 0.51 [0.29; 0.9]; p=0.013
PFS - Time To Event2 N=205 7 [5.68; 8.31]

163 (79.51%)
N=97 4.2 [2.79; 4.27]

71 (73.2%)
HR 0.58 [0.43; 0.8]; p=0.0009 ⊕⊕⊕⊕
AE - TTE3,4 N=205 0.2

200 (97.56%)
N=91 0.2

87 (95.6%)
HR 0.91 [0.7; 1.17]; p= 0.4558 ⊕⊕⊕⊖a
AE - TTE6,7 N=205 NA

78 (38.05%)
N=97 NA

45 (49.45%)
HR 0.45 [0.29; 0.69]; p<0.001 ⊕⊕⊕⊖b
AE - Hand-Fußsyndrom - TTE6,10 N=205 NA

1 (0.49%)
N=91 NA

19 (20.88%)
HR 0.02 [0.01; 0.07]; p<0.001 ⊕⊕⊖⊖b,a
AE - Anämie - TTE6,11 N=205 NA

32 (15.61%)
N=91 NA

4 (4.4%)
HR 2.22 [1.05; 4.69]; p=0.037 ⊕⊕⊕⊖b
AE - Neutropenie - TTE6,12 N=205 NA

11 (5.37%)
N=91 NA

12 (13.19%)
HR 0.32 [0.13; 0.79]; p=0.014 ⊕⊕⊕⊖b
AE - Gefäßerkrankungen - TTE6,13 N=205 NA

2 (0.98%)
N=91 NA

5 (5.49%)
HR 0.03 [0; 0.22]; p<0.001 ⊕⊕⊖⊖b,e
AE - Übelkeit - TTE4,14 N=205 1.6

119 (58.05%)
N=91 14.5

32 (35.16%)
HR 1.69 [1.2; 2.37]; p=0.003 ⊕⊕⊖⊖b,a
AE - Alopezie - TTE6,15 N=205 NA

7 (3.41%)
N=91 NA

12 (13.19%)
HR 0.12 [0.04; 0.34]; p<0.001 ⊕⊕⊖⊖b,a
AE - Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort - TTE9,16 N=205 7.9

106 (51.71%)
N=91 1.5

56 (61.54%)
HR 0.58 [0.4; 0.83]; p=0.003 ⊕⊕⊕⊖
AE-Disc - TTE8,9 N=205 NA

10 (4.88%)
N=91 22.3

7 (7.69%)
HR 0.29 [0.09; 0.95]; p=0.042 ⊕⊕⊖⊖c,d
SAE - TTE5,6 N=205 NA

34 (16.59%)
N=91 NA

15 (16.48%)
HR 0.55 [0.28; 1.11]; p=0.098 ⊕⊕⊕⊖b
*Database cutoff: 24.09.2017
1: Medianes Gesamtüberleben (Monate);
2: Medianes progressionsfreies Überleben (Monate) - Bestimmung der Krankheitsprogression erfolgte durch ein zentrales, verblindetes, unabhängiges Komitee (BICR) ausschließlich anhand bildgebender Verfahren unter Anwendung RECIST-Kriterien;
3: UE jeglichen Schweregrades - Gesamt;
4: Mediane Zeit bis zum ersten Ereignis (Monate), keine Angaben zum KI;
5: Schwerwiegende UE - Gesamt;
6: Mediane Zeit bis zum ersten Ereignis (Monate) nicht erreicht, keine Angaben zum KI;
7: Schwere UE - Gesamt;
8: Therapieabbruch aufgrund von UE;
9: Mediane Zeit bis zum Ereignis (Monate), keine Angaben zum KI;
10: Hand-Fußsyndrom (PT, UE);
11: Anämie (PT, schwere UE);
12: Neutropenie (PT, schwere UE);
13: Gefäßerkrankungen (SOC, schwere UE);
14: Übelkeit (PT. UE);
15: Alopezie (PT, UE);
16: Allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort (SOC, UE)
a: fehlende Verblindung bei subjektiver Endpunkterhebung;
b: unvollständige Beobachtungen aus potenziell informativen Gründen bei unterschiedlich langer Nachbeobachtung;
c: fehlende Verblindung bei subjektiver Entscheidung zum Therapieabbruch;
d: geringe Anzahl an aufgetretenen Ereignissen;
e: zu geringe Anzahl an aufgetretenen Ereignissen
AE: Adverse Events; AE-Disc: Adverse Events Leading to Treatment Discontinuation; Any: Any Grade; CTCAE ≥3: Common Terminology Criteria for Adverse Events, Grade ≥3; OS: Overall Survival; PFS: Progression-Free Survival; SAE: Serious Adverse Events; TTE: Time To Event
Evidenzkurzprofil zu Atezolizumab als Erstlinientherapie beim triple negativen Mammakarzinom im fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium l

Evidenzkurzprofil zu Atezolizumab als Erstlinientherapie beim triple negativen Mammakarzinom im fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium l

Population

Patientinnen mit triple-negativem fortgeschrittenen oder metastasierten Mammakarzinom mit positivem PD-L1 Status (IC ≥ 1)

Intervention

Atezolizumab als Erstlinientherapie

Evidenzgrundlage

Studie IMpassion130 (NCT02425891): Atezolizumab vs. nab-Paclitaxel (Quelle: Nutzenbewertungsverfahren zu Atezolizumab (2020))

GRADE

⊕⊕⊕⊕

OS: Vorteil gegenüber Kontrollintervention

⊕⊕⊕⊕

PFS: Vorteil gegenüber Kontrollintervention

⊕⊕⊕⊖

Patientenberichtete Symptomatik: Nachteil (Schmerzen), ansonsten keine Unterschiede

⊕⊕⊕⊖

QoL: keine Unterschiede

⊕⊕⊕⊖

Gesamt-SUE, Gesamt-UE CTCAE Grad ≥ 3, Therapieabbruch aufgrund von UE: Nachteil (Therapieabbruch), ansonsten keine Unterschiede

⊕⊕⊕⊖-⊕⊕⊖⊖

Spezifische UE: Nachteile bzw. kein Unterschied

Quelle: Das Kurzprofil fasst die Ergebnisse der umfassenderen Evidenzaufarbeitungen zu medikamentösen Therapien beim metastasierten Mammakarzinom zusammen.

Evidenzkurzprofil zu Pembrolizumab als Erstlinientherapie beim triple negativen Mammakarzinom im fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium

Evidenzkurzprofil zu Pembrolizumab als Erstlinientherapie beim triple negativen Mammakarzinom im fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium

Population

Patientinnen mit triple-negativen fortgeschrittenen oder metastasierten Mammakarzinom mit positivem PD-L1 Status (CPS ≥ 10)

Intervention

Pembrolizumab als Erstlinientherapie

Evidenzgrundlage

Studie KEYNOTE 355 (NCT02819518): Pembrolizumab + Chemotherapie vs. Chemotherapie (Quelle: Nutzenbewertungsverfahren zu Pembrolizumab (2022))

GRADE

 

⊕⊕⊕⊕

OS: Vorteil gegenüber Kontrollintervention

⊕⊕⊕⊕

PFS: Vorteil gegenüber Kontrollintervention

⊕⊕⊕⊖

Patientenberichtete Symptomatik: Vorteil (Symptome in der Brustregion) und Nachteil (Diarrhö), ansonsten keine Unterschiede

⊕⊕⊕⊖

QoL: keine Unterschiede

⊕⊕⊕⊖

Gesamt-SUE, Gesamt-UE CTCAE Grad ≥ 3, Therapieabbruch aufgrund von UE: keine Unterschiede

⊕⊕⊕⊖-⊕⊕⊖⊖

Spezifische UE: Nachteil bzw. kein Unterschied

Quelle: Das Kurzprofil fasst die Ergebnisse der umfassenderen Evidenzaufarbeitungen zu medikamentösen Therapien beim metastasierten Mammakarzinom zusammen.

Sacituzumab Govitecan versus Monochemotherapie beim triple negativen Mammakarzinom im fortgeschrittenen oder metastasierten Stadium

Zur Methodik und Vorgehensweise zur Erstellung der Evidenztabellen siehe Evidenzbericht

Sacituzumab Govitecan (Mammakarzinom, triple-negativ, mind. 2 Vortherapien)
Wirkstoff Sacituzumab Govitecan Handelsname Trodelvy
Pharmazeutischer Unternehmer Gilead Sciences GmbH Beschlussdatum 19.05.2022
Anwendungsgebiet Mammakarzinom
Population/ZVT Titel Mortalität Morbidiät QoL Sicherheit Zusatznutzen
A Erwachsene mit nicht resezierbarem oder metastasiertem triple-negativem Mammakarzinom (mTNBC), die zuvor 2 oder mehr systemische Therapien erhalten haben, darunter mindestens 1 gegen die fortgeschrittene Erkrankung. ↑↑

Vorteil im Gesamtüberleben

↑

Vorteile bei Fatigue, Schmerzen, Dyspnoe und Nachteil bei Diarrhö

↑

Vorteile bei körperlicher Funktion, Rollenfunktion und emotionaler Funktion

↑

Vorteil bei schwerwiegenden UE sowie im Detail Vor- und Nachteile bei spezifischen UE

ZVT Therapie nach ärztlicher Maßgabe (Capecitabin, Eribulin, Vinorelbin oder Gemcitabin)
↑↑/↓↓: positiver/negativer statistisch signifikanter Effekt, hohe Aussagesicherheit; ↑/↓: positiver/negativer statistisch signifkanter Effekt, niedrige oder unklare Aussagesicherheit; ↔: kein signifikanter/relevanter Unterschied; ↓: n.b.: nicht bewertbar; Ø: keine Daten

Population A: Erwachsene mit nicht resezierbarem oder metastasiertem triple-negativem Mammakarzinom (mTNBC), die zuvor 2 oder mehr systemische Therapien erhalten haben, darunter mindestens 1 gegen die fortgeschrittene Erkrankung.

An International, Multi-Center, Open-Label, Randomized, Phase III Trial of Sacituzumab Govitecan Versus Treatment of Physician Choice in Patients With Metastatic Triple-Negative Breast Cancer Who Received at Least Two Prior Treatments (NCT02574455)
Short Name Design Population Intervention Comparator Outcomes
ASCENT
IMMU-132-05, 2017-003019-21
Randomized, Parallel Assignment, Phase 3 Open Label study Pretreated with Stage 3-4 and ECOG 0-1 Breast Cancer for 3rd Line or >3rd Line treatment 1. Sacituzumab Govitecan (N=267)1
2. Sacituzumab Govitecan (N=221)2
1. Treatment of Physician's Choice (TPC) (N=262)3
2. Treatment of Physician's Choice (TPC) (N=224)4
  1. Primary: Progression-Free Survival
  2. Secondary: Overall Survival
  3. Secondary: Objective Response Rate
  4. Secondary: Time to Objective Response
  5. Secondary: Duration of Response
  6. Secondary: Time to Progression
  7. Secondary: Treatment Emergent Adverse Events, Serious Adverse Events, and TEAEs Leading to Discontinuation
  8. Secondary: Change in EORTC QLQ-C30
Notes - Study
Open Label Study
Notes - Study Arms
1: Participants will receive sacituzumab govitecan on Days 1 and 8 of a 21-day treatment cycle for up to 29.6 months. Participants will continue treatment until progression of disease requiring treatment discontinuation or occurrence of unacceptable adverse events (AEs).
2: Teilpopulation der Patientinnen und Patienten des Sacituzumab Govitecan-Arms, für die vor Randomisierung Capecitabin, Vinorelbin oder Eribulin als der zu erhaltende Wirkstoff bei einer Zuteilung zum Kontrollarm gewählt wurde
3: Participants will receive TPC (ie, eribulin, capecitabine, gemcitabine, or vinorelbine), administered as a single-agent regimen that is selected by the investigator before participant randomization. Participants will continue treatment until progression of disease requiring treatment discontinuation or occurrence of unacceptable AEs.
4: Teilpopulation der Patientinnen und Patienten des Kontrollarms, für die vor Randomisierung Capecitabin, Vinorelbin oder Eribulin als der zu erhaltende Wirkstoff bei einer Zuteilung zum Kontrollarm gewählt wurde
Outcome Sacituzumab Govitecan N=267 Treatment of Physician's Choice (TPC) N=262 Effect Estimate GRADE
Sacituzumab Govitecan in Metastatic Triple-Negative Breast Cancer.
Dichotomous Outcomes
OS - Time To Event N=267 11.8 [10.5; 13.8] N=262 6.9 [5.9; 7.7] HR 0.51 [0.41; 0.62]; ⊕⊕⊕⊕
PFS - Time To Event N=267 4.8 [4.1; 5.8] N=262 1.7 [1.5; 2.5] HR 0.43 [0.35; 0.54]; p<0.001 ⊕⊕⊖⊖a
DOR - TTC N=267 6.3 [5.5; 9] N=262 3.6 [2.8; ] HR 0.39 [0.14; 1.07]; ⊕⊕⊕⊖
ORR - TuDD N=267 83 (31.09%) N=262 11 (4.2%) RR 0.14 [0.07; 0.25]; p=0.0000 ⊕⊕⊕⊖
TTR - TTE N=267 1.5 [0.7; 10.6] N=262 1.5 [1.3; 4.2] ⊕⊕⊕⊖
AE N=258 252 (97.67%) N=224 192 (85.71%) RR 1.14 [1.077; 1.206]; p=0.0000 ⊕⊕⊕⊖
AE N=258 165 (63.95%) N=224 104 (46.43%) RR 1.38 [1.165; 1.629]; p=0.0002 ⊕⊕⊕⊖
AE-D N=258 3 (1.16%) N=224 3 (1.34%) RR 0.87 [0.177; 4.259]; p=0.8617 ⊕⊕⊕⊖
AE-Disc N=258 12 (4.65%) N=224 12 (5.36%) RR 0.87 [0.398; 1.894]; p=0.7225 ⊕⊕⊕⊖
SAE N=258 39 (15.12%) N=224 19 (8.48%) RR 1.78 [1.061; 2.993]; p=0.0289 ⊕⊕⊕⊖
*Database cutoff: 09.05.2020
a: Fehlende Einzelauswertung der Komponenten des zusammengesetzten Endpunktes (Progression)
AE: Adverse Events; AE-D: Adverse Events Leading to Death; AE-Disc: Adverse Events Leading to Treatment Discontinuation; Any: Any Grade; CTCAE ≥3: Common Terminology Criteria for Adverse Events, Grade ≥3; DOR: Duration Of Response; ORR: Objective Response Rate; OS: Overall Survival; PFS: Progression-Free Survival; SAE: Serious Adverse Events; TTC: Time To Change ; TTE: Time To Event ; TTR: Time To Response; TuDD: Time to Definitive Deterioration
Outcome Sacituzumab Govitecan N=221 Treatment of Physician's Choice (TPC) N=224 Effect Estimate GRADE
Sacituzumab Govitecan vs. Therapie nach ärztlicher Maßgabe (Capecitabin, Eribulin oder Vinorelbin) zur Behandlung von Erwachsenen mit nicht resezierbarem oder metastasiertem triple-negativem Mammakarzinom (mTNBC), die zuvor 2 oder mehr systemische Therapien erhalten haben, darunter mindestens 1 gegen die fortgeschrittene Erkrankung: Studie ASCENT
Dichotomous Outcomes
OS - Time To Event1 N=221 11.9 [10.2; 14]

165 (74.66%)
N=224 6.7 [5.7; 7.5]

190 (84.82%)
HR 0.52 [0.42; 0.65]; p<0.001 ⊕⊕⊕⊕
PFS - Time To Event2 N=221 4.6 [4; 5.7]

157 (71.04%)
N=224 1.6 [1.5; 2.5]

148 (66.07%)
HR 0.44 [0.34; 0.56]; p<0.0001 ⊕⊕⊕⊕
EORTC QLQ-C30 (Fatigue) - TTC3,4 N=211 1.6 [1.4; 2.2]

139 (65.88%)
N=191 1.4 [1; 1.5]

110 (57.59%)
HR 0.73 [0.57; 0.95]; p=0.018 ⊕⊕⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Nausea) - TTC3,4 N=211 2.1 [1.6; 2.8]

136 (64.45%)
N=191 2.4 [1.6; 3.8]

76 (39.79%)
HR 1.22 [0.91; 1.62]; p=0.194 ⊕⊕⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Pain) - TTC3,4 N=211 4.9 [3.5; 6.4]

109 (51.66%)
N=191 2.1 [1.4; 2.8]

84 (43.98%)
HR 0.53 [0.39; 0.72]; p<0.001 ⊕⊕⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Dyspnea) - TTC3,4 N=211 6.9 [5.3; ]

82 (38.86%)
N=191 2.8 [1.9; 3.2]

75 (39.27%)
HR 0.44 [0.31; 0.61]; p<0.001 ⊕⊕⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Insomnia) - TTC3,4 N=211 4.1 [3; 6]

107 (50.71%)
N=191 3.7 [2.7; ]

62 (32.46%)
HR 0.75 [0.53; 1.04]; p=0.083 ⊕⊕⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Lack of Appetite) - TTC3,4 N=211 3.0 [2.1; 4.4]

122 (57.82%)
N=191 2.8 [2.1; 5.5]

71 (37.17%)
HR 1.02 [0.75; 1.38]; p=0.918 ⊕⊕⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Constipation) - TTC3,4 N=211 3.6 [2.6; 5.6]

109 (51.66%)
N=191 3.3 [2.1; 4.4]

72 (37.7%)
HR 0.85 [0.62; 1.15]; p=0.285 ⊕⊕⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Diarrhea) - TTC3,4 N=211 2.0 [1.4; 2.6]

134 (63.51%)
N=191 7.2 [3; ]

47 (24.61%)
HR 2.28 [1.62; 3.2]; p<0.001 ⊕⊕⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Social Function) - TTC3,4 N=211 3.3 [2.3; 4.9]

113 (53.55%)
N=191 2.7 [1.8; 3.5]

82 (42.93%)
HR 0.76 [0.56; 1.02]; p=0.062 ⊕⊕⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Emotional Function) - TTC3,4 N=211 5.9 [4.9; 9.6]

90 (42.65%)
N=191 NA [2.1; ]

58 (30.37%)
HR 0.7 [0.49; 0.99]; p=0.043 ⊕⊕⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Role Function) - TTC3,4 N=211 2.1 [1.6; 3]

132 (62.56%)
N=224 1.4 [1.2; 1.8]

104 (54.45%)
HR 0.66 [0.5; 0.86]; p=0.002 ⊕⊕⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Physical Function) - TTC3,4 N=211 5.9 [3.8; 8.3]

100 (47.39%)
N=191 2.1 [1.7; 3.2]

85 (44.5%)
HR 0.54 [0.4; 0.73]; p<0.001 ⊕⊕⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Global Health Status) - TTC3,4 N=211 2.8 [2.1; 3.9]

122 (57.82%)
N=191 3.5 [2.1; 4.4]

70 (36.65%)
HR 0.99 [0.73; 1.34]; p=0.922 ⊕⊕⊖⊖a,b,c
EORTC QLQ-C30 (Cognitive Function) - TTC3,4 N=211 3.3 [2.8; 4.2]

117 (55.45%)
N=191 2.6 [1.9; 3.2]

74 (38.74%)
HR 0.78 [0.58; 1.06]; p=0.115 ⊕⊕⊖⊖a,b,c
AE - Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen - TTE6,16 N=213 NA

24 (11.27%)
N=192 NA

7 (3.65%)
HR 2.54 [1.09; 5.96]; p=0.026 ⊕⊕⊖⊖d,c
AE - TTE5,6 N=213 0.1 [0.1; 0.1]

212 (99.53%)
N=212 0.1 [0.1; 0.2]

187 (97.4%)
HR 1.34 [1.1; 1.64]; p=0.0033 ⊕⊕⊖⊖c,a
AE - TTE6,8 N=213 1.0 [0.9; 1.4]

151 (70.89%)
N=192 1.4 [0.9; 2.3]

122 (63.54%)
HR 1 [0.78; 1.27]; p=0.936 ⊕⊕⊕⊖c
AE - Gastrointestinale Toxizität - TTE6,11 N=213 NA

29 (13.62%)
N=192 NA

10 (5.21%)
HR 2.22 [1.08; 4.6]; p=0.027 ⊕⊕⊖⊖d,c
AE - TTE6,12 N=213 3.2 [1; 7.9]

115 (53.99%)
N=192 NA [3.7; ]

68 (35.42%)
HR 1.48 [1.1; 2.01]; p=0.011 ⊕⊕⊖⊖d,c
AE - TTE6,13 N=213 NA [16.4; ]

32 (15.02%)
N=192 7.7 [5.3; ]

46 (23.96%)
HR 0.35 [0.21; 0.56]; p<0.001 ⊕⊕⊖⊖d,c,a
AE - Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes - TTE6,14 N=213 1.0 [0.7; 2.2]

136 (63.85%)
N=192 6.1 [3.9; ]

68 (35.42%)
HR 1.93 [1.44; 2.59]; p<0.001 ⊕⊕⊖⊖d,c,a
AE - allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort - TTE6,15 N=213 NA

17 (7.98%)
N=192 NA [6.6; ]

29 (15.1%)
HR 0.34 [0.18; 0.64]; p<0.001 ⊕⊕⊖⊖d,c
AE - Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums - TTE6,17 N=213 NA

14 (6.57%)
N=192 NA

26 (13.54%)
HR 0.29 [0.15; 0.58]; p<0.001 ⊕⊕⊖⊖d,c
AE-Disc - TTE9,10 N=213 NA

10 (4.69%)
N=192 NA

9 (4.69%)
HR 0.53 [0.2; 1.39]; p=0.191 ⊕⊖⊖⊖c,e,f
SAE - TTE6,7 N=213 NA

54 (25.35%)
N=192 8.0 [5.6; ]

53 (27.6%)
HR 0.67 [0.45; 0.99]; p=0.041 ⊕⊕⊖⊖c,d
**Database cutoff: 23.02.2021
1: Medianes Gesamtüberleben (Monate);
2: Medianes progressionsfreies Überleben (Monate);
3: Mediane Zeit bis zur erstmaligen Verschlechterung um ≥ 10 Punkte (Monate);
4: Score range 0-100;
5: UE jeglichen Schweregrades - Gesamt;
6: Mediane Zeit bis zum ersten Ereignis (Monate);
7: Schwerwiegende UE - Gesamt;
8: Schwere UE - Gesamt;
9: Therapieabbruch aufgrund von UE;
10: Mediane Zeit bis zum Ereignis (Monate);
11: Gastrointestinale Toxizität (SOC Erkrankungen des Gastrointestinaltrakts, schwere UE);
12: Neutropenie (schwere UE);
13: Neuropathie (UE);
14: Erkrankungen der Haut und des Unterhautgewebes (SOC, UE);
15: allgemeine Erkrankungen und Beschwerden am Verabreichungsort (SOC, schwere UE);
16: Stoffwechsel- und Ernährungsstörungen (SOC, schwere UE);
17: Erkrankungen der Atemwege, des Brustraums und Mediastinums (SOC, schwere UE)
a: fehlende Verblindung bei subjektiver Endpunkterhebung;
b: im Studienverlauf sinkender Rücklauf der Fragebogen bei deutlichen Unterschieden in der medianen Beobachtungszeit zwischen den Gruppen;
c: großer Unterschied zwischen den Behandlungsgruppen hinsichtlich der Anteile von Personen, die keine Studienmedikation erhielten und in der Auswertung nicht berücksichtigt wurden.;
d: unvollständige Beobachtungen aus potenziell informativen Gründen;
e: fehlende Verblindung bei subjektiver Entscheidung zum Therapieabbruch;
f: zu geringe Anzahl an aufgetretenen Ereignissen
AE: Adverse Events; AE-Disc: Adverse Events Leading to Treatment Discontinuation; Any: Any Grade; Cognitive Function: Cognitive Function; Constipation: Constipation; CTCAE ≥3: Common Terminology Criteria for Adverse Events, Grade ≥3; Diarrhea: Diarrhea; Dyspnea: Dyspnea; Emotional Function: Emotional Function; EORTC QLQ-C30: European Organisation for Research and Treatment of Cancer Quality of Life Questionnaire C30; Fatigue: Fatigue; Global Health Status: Global Health Status; Insomnia: Insomnia; Lack of Appetite: Lack of Appetite; Nausea: Nausea; OS: Overall Survival; Pain: Pain; PFS: Progression-Free Survival; Physical Function: Physical Function; Role Function: Role Function; SAE: Serious Adverse Events; Social Function: Social Function; TTC: Time To Change ; TTE: Time To Event

Literaturhinweise

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