1. Informationen zu dieser Leitlinie – Maligne Ovarialtumoren
1.1 Herausgeber
Leitlinienprogramm Onkologie der Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V. (AWMF), Deutschen Krebsgesellschaft e. V. (DKG) und der Stiftung Deutsche Krebshilfe (DKH).
1.2 Federführende Fachgesellschaft(en)
Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG)
1.3 Finanzierung der Leitlinie
Diese Leitlinie wurde von der Deutschen Krebshilfe im Rahmen des Leitlinienprogramms Onkologie gefördert.
1.4 Kontakt
Office Leitlinienprogramm Onkologie
c/o Deutsche Krebsgesellschaft e. V.
Kuno-Fischer-Straße 8
14057 Berlin
leitlinienprogramm@krebsgesellschaft.de
www.leitlinienprogramm-onkologie.de
1.5 Zitierweise
Leitlinienprogramm-Onkologie (Deutsche Krebsgesellschaft, Deutsche Krebshilfe, AWMF): S3-Leitlinie Diagnostik, Therapie und Nachsorge maligner Ovarialtumoren, Langversion 6.1, 2026, AWMF-Registernummer 032-035OL, https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/ovarialkarzinom/
1.6 Bisherige Änderungen an der Version 6.1
Version 6.1 (Juni 2025): Ergänzung einer Empfehlung zu Mirvetuximab-Soravtansin [9.6]
1.7 Besonderer Hinweis
Die Medizin unterliegt einem fortwährenden Entwicklungsprozess, sodass alle Angaben, insbesondere zu diagnostischen und therapeutischen Verfahren, immer nur dem Wissensstand zur Zeit der Drucklegung der Leitlinie entsprechen können. Hinsichtlich der angegebenen Empfehlungen zur Therapie und der Auswahl sowie Dosierung von Medikamenten wurde die größtmögliche Sorgfalt beachtet. Gleichwohl werden die Benutzer aufgefordert, die Beipackzettel und Fachinformationen der Hersteller zur Kontrolle heranzuziehen und im Zweifelsfall einen Spezialisten zu konsultieren. Fragliche Unstimmigkeiten sollen bitte im allgemeinen Interesse der OL-Redaktion mitgeteilt werden.
Der Benutzer selbst bleibt verantwortlich für jede diagnostische und therapeutische Applikation, Medikation und Dosierung.
In dieser Leitlinie sind eingetragene Warenzeichen (geschützte Warennamen) nicht besonders kenntlich gemacht. Es kann also aus dem Fehlen eines entsprechenden Hinweises nicht geschlossen werden, dass es sich um einen freien Warennamen handelt.
Das Werk ist in allen seinen Teilen urheberrechtlich geschützt. Jede Verwertung außerhalb der Bestimmung des Urhebergesetzes ist ohne schriftliche Zustimmung der OL-Redaktion unzulässig und strafbar. Kein Teil des Werkes darf in irgendeiner Form ohne schriftliche Genehmigung der OL-Redaktion reproduziert werden. Dies gilt insbesondere für Vervielfältigungen, Übersetzungen, Mikroverfilmungen und die Einspeicherung, Nutzung und Verwertung in elektronischen Systemen, Intranets und dem Internet.
1.8 Ziele des Leitlinienprogramms Onkologie
Die Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V., die Deutsche Krebsgesellschaft e. V. und die Stiftung Deutsche Krebshilfe haben sich mit dem Leitlinienprogramm Onkologie (OL) das Ziel gesetzt, gemeinsam die Entwicklung und Fortschreibung und den Einsatz wissenschaftlich begründeter und praktikabler Leitlinien in der Onkologie zu fördern und zu unterstützen. Die Basis dieses Programms beruht auf den medizinisch-wissenschaftlichen Erkenntnissen der Fachgesellschaften und der DKG, dem Konsens der medizinischen Fachexperten, Anwender und Patienten sowie auf dem Regelwerk für die Leitlinienerstellung der AWMF und der fachlichen Unterstützung und Finanzierung durch die Deutsche Krebshilfe. Um den aktuellen Stand des medizinischen Wissens abzubilden und den medizinischen Fortschritt zu berücksichtigen, müssen Leitlinien regelmäßig überprüft und fortgeschrieben werden. Die Anwendung des AWMF-Regelwerks soll hierbei Grundlage zur Entwicklung qualitativ hochwertiger onkologischer Leitlinien sein. Da Leitlinien ein wichtiges Instrument der Qualitätssicherung und des Qualitätsmanagements in der Onkologie darstellen, sollten sie gezielt und nachhaltig in den Versorgungsalltag eingebracht werden. So sind aktive Implementierungsmaßnahmen und auch Evaluationsprogramme ein wichtiger Bestandteil der Förderung des Leitlinienprogramms Onkologie. Ziel des Programms ist es, in Deutschland professionelle und mittelfristig finanziell gesicherte Voraussetzungen für die Entwicklung und Bereitstellung hochwertiger Leitlinien zu schaffen. Denn diese hochwertigen Leitlinien dienen nicht nur dem strukturierten Wissenstransfer, sondern können auch in der Gestaltung der Strukturen des Gesundheitssystems ihren Platz finden. Zu erwähnen sind hier evidenzbasierte Leitlinien als Grundlage zum Erstellen und Aktualisieren von Disease-Management-Programmen oder die Verwendung von aus Leitlinien extrahierten Qualitätsindikatoren im Rahmen der Zertifizierung von Organtumorzentren.
1.9 Weitere Dokumente zu dieser Leitlinie
- Leitlinienprogramm Onkologie (https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/leitlinien/ovarialkarzinom/)
- AWMF (http://awmf.org)
- Guidelines International Network (www.g-i-n.net)
- Kurzfassung der Leitlinie
- Laienversion (Patientenleitlinie)
- Leitlinienreport
- Foliensatz
Die Leitlinie ist außerdem in der App des Leitlinienprogramms Onkologie enthalten.
Weitere Informationen unter: https://www.leitlinienprogramm-onkologie.de/app/
1.10 Zusammensetzung der Leitliniengruppe
1.10.1 Koordination und Redaktion
Redaktionsteam dieser Leitlinie
Das Redaktionsteam der Leitlinie besteht aus den folgenden Personen:
- Prof. Dr. Uwe Wagner (Koordinator, DGGG)
- Prof. Dr. Pauline Wimberger (Koordinatorin DGGG)
- Alexander Reuß (Ko-Koordinator)
Wissenschaftlicher Beirat
Der Beirat des Redaktionsteams besteht aus den folgenden Personen:
- Prof. Dr. Philipp Harter
- Prof. Dr. Frederik Marmé
- Prof. Dr. Sven Mahner
- Prof. Dr. Jalid Sehouli
1.10.2 Beteiligte Fachgesellschaften und Organisationen
An der Erstellung und Aktualisierung der Leitlinie wurden die in der folgenden Tabelle aufgeführten Organisationen und deren Vertreter beteiligt. Sowohl alle relevanten Fachgesellschaften als auch Vertreter der betroffenen Patientinnen waren direkt beteiligt.
Tabelle 1: Beteiligte Fachgesellschaften und Organisationen
| Beteiligte Fachgesellschaften und Organisationen | Mandatsträger |
|---|---|
| AGO-Studiengruppe | Prof. Dr. Barbara Schmalfeldt |
| Arbeitsgemeinschaft für Gynäkologische Onkologie Österreich (AGO AT) | Prof. Dr. Edgar Petru |
| Arbeitsgemeinschaft für Psychoonkologie in der DKG (PSO) | Prof. Dr. Joachim Weis |
| Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie Arbeitsgruppe | Prof. Dr. Annette Hasenburg |
| Arbeitsgemeinschaft Gynäkologische Onkologie der DGGG und DKG (AGO) | Prof. Dr. Annette Hasenburg |
| Arbeitsgemeinschaft Onkologische Rehabilitation und Sozialmedizin in der DKG (AGORS) | PD Dr. Andreas Willer |
| Arbeitsgemeinschaft Radiologische Onkologie in der DKG (ARO) | Prof. Dr. Dirk Vordermark |
| Arbeitsgemeinschaft Supportive Maßnahmen in der Onkologie in der DKG (AGSMO) | Prof. Dr. Rachel Würstlein |
| Berufsverband der Frauenärzte (BVF) | Dr. Klaus König |
| Berufsverband Deutscher Pathologinnen und Pathologen (BDP) | Prof. Dr. Doris Mayr PD Dr. Annette Staebler |
| Berufsverband Deutscher Strahlentherapeuten (BVDST) | Prof. Dr. Peter Niehoff |
| Deutsche Gesellschaft für Allgemein- und Viszeralchirurgie (DGAV) | Prof. Dr. Jörg Pelz |
| Deutsche Gesellschaft für Arbeitsmedizin und Umweltmedizin (DGAUM) | Prof. Dr. Dennis Nowak |
| Deutsche Gesellschaft für Endokrinologie (DGE) | Prof. Dr. Olaf Ortmann |
| Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG) | Prof. Dr. Ingo Runnebaum Prof. Dr. Jacobus Pfisterer |
| Deutsche Gesellschaft für Humangenetik (GfH) | Prof. Dr. Anke Bergmann |
| Deutsche Gesellschaft für Hämatologie und Medizinische Onkologie (DGHO) | Prof. Dr. Diana Lüftner |
| Deutsche Gesellschaft für Innere Medizin (DGIM) | Dr. Kim Luley |
| Deutsche Gesellschaft für Nuklearmedizin (DGN) | Prof. Dr. Jörg Kotzerke |
| Deutsche Gesellschaft für Palliativmedizin (DGP) | Dr. Bernd Oliver Maier |
| Deutsche Gesellschaft für Pathologie (DGP) | PD Dr. Annette Staebler Prof. Dr. Doris Mayr |
| Deutsche Gesellschaft für Radioonkologie (DEGRO) | Prof. Dr. Katja Lindel |
| Deutsche Gesellschaft für Rehabilitationswissenschaften (DGRW) | Doreen Sallmann |
| Deutsche Gesellschaft für Ultraschall in der Medizin (DEGUM) | Prof. Dr. Dieter Grab |
| Deutsche Menopause Gesellschaft (DMG) | Prof. Dr. Thomas Römer |
| Deutsche Röntgengesellschaft (DRG) | Dr. Theresa Mokry |
| Eingeladenen Fachexperten ohne Mandat | Dr. Alexander Burges Prof. Dr. Sven Mahner Prof. Dr. Philipp Harter Prof. Dr. Frederik Marmé |
| Frauenselbsthilfe Krebs - Bundesverband (FSH) | Bettina Onnasch |
| Gesellschaft für Pädiatrische Onkologie und Hämatologie (GPOH) | Dr. Gabriele Calaminus |
| Gynäkologische Krebserkrankungen Deutschland (GynKD) | Andrea Krull |
| Konferenz Onkologischer Kranken- und Kinderkrankenpflege in der DKG (KOK) | Kerstin Paradies |
| Methodische Begleitung | Dr. Markus Follmann Dr. Monika Nothacker Dipl.-Soz.Wiss. Thomas Langer Dr. Ilka Luckas |
| Nord-Ostdeutsche Gesellschaft für Gynäkologische Onkologie (NOGGO) | Prof. Dr. Jalid Sehouli |
| Schweizerische Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (SGGG) | Prof. Dr. Daniel Fink |
1.10.3 Patientenbeteiligung
Vertreterinnen von Patientinnenorganisationen waren direkt an der Erstellung und Aktualisierung der Leitlinie beteiligt (siehe Übersicht der beteiligten Organisationen und Personen).
1.10.4 Methodische Begleitung
- Frau Dr. Monika Nothacker (AWMF-IMWi)
- Dr. Markus Follmann, MPH, MSc, Berlin (OL-Office)
- Dipl. Soz.-Wiss. Thomas Langer, Berlin (OL-Office)
- A. Reuß, Koordinierungszentrum für Klinische Studien der Philipps Universität Marburg,
- PD Dr. S. Wesselmann MBA, Deutsche Krebsgesellschaft (DKG), Bereich Zertifizierung (Aktualisierung der Qualitätsindikatoren)
- Dr. Johannes Rückher, Deutsche Krebsgesellschaft (DKG), Bereich Zertifizierung (Aktualisierung der Qualitätsindikatoren)
- Prof. Dr. B. Schmalfeldt, Deutsche Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe (DGGG)
1.10.5 Auftragnehmer der Leitliniengruppe
1.11 Abkürzungsverzeichnis
Tabelle 2: Abkürzungen
| Abkürzungen | Erläuterungen |
|---|---|
| AG | Arbeitsgruppe |
| AGO | Arbeitsgemeinschaft für Gynäkologie in der DKG |
| AUC | Area under the curve |
| AWMF | Arbeitsgemeinschaft der Wissenschaftlichen Medizinischen Fachgesellschaften e. V. |
| bds | beiderseits |
| BMI | Body-Mass-Index |
| BOT | Borderlinetumor |
| BPM | beidseitige prophylaktische Mastektomie |
| BRCA1/2 | Breast Cancer Associated Gene 1/2 |
| BSO | Bilaterale Salpingo-Oophorektomie |
| CI | Confidence interval |
| CRS | Chemotherapie Response Score |
| CT | Computertomographie |
| DKG | Deutsche Krebsgesellschaft e.V. |
| DNA | Deoxyribonucleic acid |
| EG | Empfehlungsgrad, A=starke Empfehlung, B=Empfehlung, C= offene Empfehlung |
| EK | Expertenkonsens (siehe zur Erläuterung Kapitel "Expertenkonsens" unter "Grundlagen der Methodik") |
| EORTC | European Organisation for Research and Treatment of Cancer |
| EPT | Östrogen-Gestagen-Therapie |
| ET | Östrogen-Therapie |
| FIGO | Fédération Internationale de Gynécologie et d'Obstétrique |
| GCT | Granulosa Cell Tumor |
| GenDG | Gendiagnostikgesetz |
| GIS | genomic instability score |
| GOG | Gynecologic Oncology Group |
| HBOC | Hereditary Breast Ovarian Cancer Syndrome |
| HGSC | High-grade serous cancer |
| HGSOC | high grade serous ovarian carcinoma |
| HIPEC | Hypertherme Intraperitoneale Chemotherapie |
| HR | Hazard ratio |
| HRD | Homologous recombination deficiency |
| HT | Hormontherapie |
| IMRT | intensitätsmodulierte Radiotherapie |
| IQWiG | Institut für Qualität und Wirtschaftlichkeit im Gesundheitswesen |
| ITT | Intention to treat |
| KI | Konfidenzintervall |
| LGSC | Low-grade serous carcinoma |
| LNE | Lymphonodektomie/ Lymphadenektomie |
| LOH | Loss Of Heterozygosity |
| MRT | Magnetresonanztomographie |
| MSI | Mikrosatelliteninstabilität |
| NACT | neoadjuvante Chemotherapie |
| NHS | National Health Service (UK) |
| NOS | Nicht anderweitig spezifiziert (not otherwise specified) |
| OC | Ovarian Cancer |
| OEGGG | Österreichischen Gesellschaft für Gynäkologie und Geburtshilfe |
| OL | Leitlinienprogramm Onkologie |
| OP | Operation |
| OS | Gesamtüberleben / overall survival |
| PEI | Cisplatin, Etoposid, Ifosfamid |
| PET | Positronen-Emissions-Tomographie |
| PFS | progressionsfreies Überleben (engl.: progression-free survival) |
| PIPAC | Pressurized Intraperitoneal Aerosol Chemotherapy |
| PLCO | Prostate, Lung, Colorectal and Ovarian Cancer Screening |
| PPV | positiver prädiktiver Wert / positive predictive value |
| QI | Qualitätsindikator |
| QoL | Lebensqualität / Quality of Life |
| RCT | Randomisierte klinische Studien |
| RR | Relatives Risiko |
| SCSOCS | Shizuoka Cohort Study of Ovarian Cancer Screening |
| SIGN | Scottish Intercollegiate Guidelines Network |
| ST | Statement |
| STIC | Sterous Tubar Intraepithelial Carcinoma |
| TNM | System zur Klassifikation der anatomischen Ausbreitung maligner Tumoren mit Primärtumor (T), regionären Lymphknoten (N) und Fernmetastasen (M) |
| TVS | Transvaginalsonographie |
| UKCTOCS | UK Collaborative Trial of Ovarian Cancer Screening |
| VEGF | Vascular endeothelial growth factor |
| WART | Whole Abdomen Radiation |
| WHO | World Health Organization / Welt-Gesundheitsorganisation |