Dale et. al. (2001)

Komplementärmedizin · Version 2.0

Referenz

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Intervention/

Kontrolle, Beobachtung

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finanzierung/ Interessenskonflikte

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Dale (2001): Co-medication with hydrolytic enzymesin radiation therapy of uterine cervix: evidence of the reduction of acute side effects. Cancer chemotherapy and pharmacology. Ref.ID: 854

 

RCT

 

Monozentrisch

 

Randomisiert

 

Offen

 

Phase III

 

Zwei Arme, eingeschlossen

N=120

ausgewertet:

N=120

 

Attrition:

Zwei Patienten in Arm A (1x Hepatitis, 1x Hirnmetastasen)

 

Indien,

10/1996 - 09/1997

Zervixkarzinom der FIGO Stadien IIa, IIb, oder IIIb, Karnofsky Index≥70%

 

RTx

 

100% weiblich

 

Alter: (Mittelwert ± Standardabweichung in Jahren) Arm A: 49.9±10.5, Arm B: 49.3±13.9

 

Range Insgesamt: 24-85 Jahre

Arm A:

N=60

RTx + 4x3 Tabletten WOBE-MUGOS E (10mg Papain, 40mg Trypsin, 40mg Chymotrypsin) täglich, Beginn 8±1 Tage vor der ersten Bestrahlung über einen Zeitraum von 69±15 Tagen

 

Arm B:

N=60

RTx

 

Dauer: 5 Wochen RTx; Follow-up nach 6 Wochen und 3 Monaten

Alle Parameter wurden anhand des RTOG/EORTC Schemas ausgewertet

 

Erhebung einmal wöchentlich, Beginn eine Woche nach erster Bestrahlung

 

Prim. Endpunkte

1. Maximale Ausprägung der urogenitalen Nebenwirkungen

 

2. Maximale Ausprägung der gastrointestinalen Nebenwirkungen

 

3. Maximale Ausprägung der Nebenwirkungen an der Vaginalschleimhaut

 

4. Maximale Ausprägung der Nebenwirkungen an der Haut

 

Des Weiteren wurden nicht patientenrelevante Laborparameter ausgewertet.

1.

Arm A:0.93±0.52 gegenüber Arm B:1.38±0.56, statistisch signifikant (p<0.001)

 

2.

Arm A:1.12±0.64 gegenüber Arm B:1.30±0.81, statistisch nicht signifikant (p=0.12)

 

3.

Arm A:0.55±0.62 gegenüber Arm B:0.85±0.82, statistisch nicht signifikant (p=0.10)

 

4.

Arm A:0.97±0.82 gegenüber Arm B:1.68±0.87, statistisch signifikant (p<0.001)

 

Zusammenfassung der Autoren: „Diese offene Studie zeigt, dass Enzyme effektiv Nebenwirkungen reduzieren können, gerade in Bezug auf den Harn- und Geschlechtsapparat.“

Autoren berichten, dass gastrointestinale Beschwerden mögliche Nebenwirkungen sein können. In Arm A wurden diesbezüglich aber tendenziell weniger Beschwerden erfasst. (Arm A: 11.7% vs. B: 31.6%; p=0.12)

Keine Angaben zu den CoI

 

„The authors thank Dr. W. Schiess (Mucos Pharma, Geretsried) for his support in manuscript preparation.

PRO:
Ethikvotum vorhanden.

 

Bonferroni Holm Korrektur angewendet

 

Attrition angegeben

 

Überprüfung der Patient Compliance (Tabletten zählen)

 

CONTRA:

Keine Verblindung bzw. keine Placebogruppe, obwohl gut umsetzbar gewesen wäre

 

Nur eine Einzelperson hat alle Auswertungen vorgenommen

 

Anzahl der Bonferroni-Holm Korrektur nicht nachvollziehbar (Vergleiche der hämatologischen Parameter nicht mit eingerechnet?)

 

Unklar wann Attrition stattfand, da laut Tabellen alle in Analyse einbezogen wurden

 

Unverhältnismäßig positive Darstellung, auch nicht signifikanter Ergebnisse

 

2b

Dale (2001): In dieser Studie wurden 120 Frauen mit Gebärmutterhalskrebs eingeschlossen. Dabei erhielten alle Patientinnen die gleiche Strahlentherapie. Eine Gruppe von 60 Personen erhielt dabei zusätzlich eine Enzymtherapie in Tablettenform (10mg Papain, 40mg Trypsin, 40mg Chymotrypsin), die während der Bestrahlung eingenommen wurde. Eine weitere Gruppe von 60 Personen erhielt hingegen, außer der vorgesehenen Strahlentherapie, keine weitere Therapie oder Medikamente. Die Fragestellung dieser Studie ist nun, ob durch die zusätzliche Enzymeinnahme die Nebenwirkung der Strahlentherapie an Harn und Geschlechtsorganen, am Verdauungstrakt, an der Haut und der Vaginalschleimhaut gemildert werden können. Dazu wird in dieser Studie ein Bewertungsbogen verwendet, in dem typische Merkmale und Ausprägungen erhoben werden, die auf Veränderungen in den zuvor genannten Bereichen schließen lassen. Dies kann z.B. vermehrtes Wasserlassen oder Durchfall sein. Das Ergebnis der Studie zeigt Vorteile, bzw. weniger starke Beschwerden, bei den Harn- und Geschlechtsorganen und der Haut in der Enzymgruppe. Im Bereich des Verdauungstrakts und an der Vaginalschleimhaut zeigen sich nur geringe Unterschiede zwischen den beiden Gruppen. Die Autoren berichten aufgrund dieser Ergebnisse von eindeutigen Vorteilen durch die Enzymeinnahme. Diese Studie zieht einen Vergleich mit Patientinnen, die gar keine zusätzliche Behandlung erhalten, sodass hier möglicherweise auch der Placeboeffekt eine Rolle spielen kann. Ebenfalls werden von den Autoren Veränderungen, die statistisch nicht als relevant eingestuft werden, als Vorteil in der Enzymgruppe gewertet. Nicht statistisch relevant bedeutet hingegen, dass ein Nutzen eigentlich nicht nachgewiesen werden kann. Weiterhin hat nur eine einzelne Person die Ergebnisse der Studie erhoben, was auch durchaus als kritisch bewertet werden kann. Unverständlich sind die Erhebung und statistische Auswertung der Blutwerte in dieser Studie, da auf die Ergebnisse nicht eingegangen wird.