Moslemi et. al. (2014)

Komplementärmedizin · Version 2.0

Referenz

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Intervention/

Kontrolle, Beobachtung

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finanzierung/ Interessenskonflikte

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Moslemi (2014): Oral zinc sulphate and prevention of radiation-induced oropharyngealmucositis in patients with head and neck cancer: A double blind, randomized controlled clinical trial. International Journal of Radiation Research. Ref.ID: 770

Prospektiv

 

Monozentrisch

 

doppelt verblindet

 

randomisiert

 

Phase 3

2 Arme

 

Eingeschlossen: N = 40, Ausgewertet: N = 37

Attrition A 1x und B 2x (schwere Mukositis)

 

Iran, 02.2009-05.2011

Kopf-Hals Karzinom

 

37.2% weiblich,

 

Alter: MW: 51.0; SD: 15.9; Range: 18-78

 

RTX und z.T. CTX

Arm A:

N = 20

RTX + Zink, oral, 3x 30mg Zinksulfat täglich, in 8h Intervall, -10 Tage vor RTX bis +8 Wochen nach RTX

 

Arm B:

N = 17

RTX + Placebo, -10 Tage vor RTX bis letzter Tag der RTX

Endpunkte:

1. Mukositis mit OMAS (während und bis +2 Wochen nach RTX wöchentlich)

 

 

Zu 1.

Arm B zeigte höchste Schwere der Mukositis (kA; p < 0.0001), signifikante Unterschiede im OMAS-Wert 2 Wochen nach RTX zwischen Arm A und Arm B (kA; p < 0.05),

signifikante Unterschiede im Auftreten der Mukositis in Woche 1 (Prävalenz Arm A: 40%, Arm B: 70.5%; p < 0.0001), in Woche 2-7 und 8 war die Schwere der Mukositis in Arm A geringer (kA; p < 0.003)

 

Zusammenfassung der Autoren:

“The present study showed that zinc sulphate can reduce the severity of radiation‐induced oropharyngeal mucositis. It delays initiation of mucositis and could be administered in low dose with the same benefit and lower side effects.”

Laut Angabe keine NW/WW

 

 

Laut Angabe keine CoI

 

PRO:

Ethikvotum vorhanden

 

Untersuchung der NW

 

Begründung der Attrition und Angabe der genauen Zeitpunkte

 

Untersuchung des Einflusses von Drittvariablen auf den Outcome

 

Doppelte Verblindung

 

CONTRA:

Der Zinkspiegel zu Beginn bleibt unbeachtet

 

Kleine Stichprobe

 

Es fehlen statistische Parameter der Analysen – nur die p-Werte werden berichtet, zusammen mit oberflächlicher Berichterstattung können die Ergebnisse nicht in ganzem Maße nachvollzogen werden

 

Unklarer Einsatz der vorher beschriebenen Tests

 

Unklarer Randomisierungsprozess („Patients were divided […]“)

2b

Moslemi (2014): Moslemi und Kollegen untersuchten in der vorliegenden Studie die Auswirkungen von Zink auf Mundschleimhautentzündungen (Mukositis). 40 Patienten mit Kopf-Hals Karzinom wurden zufällig in zwei Gruppen aufgeteilt, wobei eine Zink erhielt und die andere ein Placebo. In der Zink-Gruppe zeigte sich dass die Patienten weniger früh von Entzündungen der Mundschleimhaut betroffen waren und dass sie, wenn sie auftrat, in ihrer Intensität geringer war, als in der Placebo-Gruppe. Die Studie ist methodisch zwar insgesamt als gut zu bewerten, da sie geschaut hat, welche Faktoren zusätzlich zu Zink evtl. Einfluss auf die Mundschleimhautentzündung genommen haben könnten und den Ablauf und Ausfälle von Patienten gut begründet. Eine große Schwachstelle ist jedoch, dass sie die Vergleichbarkeit der beiden Gruppen hinsichtlich der Zinkspiegel nicht überprüfen. Zudem ist die statistische Auswertung aufgrund fehlender Werte, unklarer Vorgehensweise und oberflächlicher Ergebnisberichtung nicht in Gänze nachvollziehbar.