Hejazi et. al. (2013 + 2016)

Komplementärmedizin · Version 2.0

Referenz

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Intervention/

Kontrolle, Beobachtung

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finanzierung/ Interessenskonflikte

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Hejazi (2013).

A pilot clinical trial of radioprotective effects of curcumin supplementation in patients with prostate cancer.

Journal of Cancer Science and Therapy. Ref.ID: 70

 

Hejazi (2016). Effect of Curcumin Supplementation During Radiotherapy on Oxidative Status of

Patients with Prostate Cancer: A Double Blinded, Randomized, Placebo-Controlled

Study.

Nutrition and Cancer.

Ref.ID: 69

Prospektiv,

monozentrisch,

doppelt,

randomisiert,

2 Arme

 

Eingeschlossen: N = 45 ,

Ausgewertet:

N = 40,

 

Iran, 03.11 – 03.13

Prostatakarzinom

T1-2, M0

 

männlich

Alter:

Mittelwert (SD): 70.74 (8.21)

 

RTX

Arm A: N = 20

RTX + Curcumin

 

BCM95, Biocurcumin (500g Kapsel mit 440mg Curcumin und 38mg ätherischem Kurkuma-Öl)

 

oral, 3xtäglich jeweils 2 Kapseln

Beginn: Woche -1 RTX

Dauer: bis RTX-Ende, insgesamt ca. 9 Wochen

 

Arm B:

N = 20

RTX + Placebo (500g Reismehl)

T0: Woche-1 RTX, T1: 3 Monate nach RTX (20 Wochen nach T0)

 

Hejazi (2016)

Prim. Endpunkt:

1. PFS (innerhalb 1 Jahr)

 

Hejazi (2013)

Sekundärer Endpunkt:

2. QoL (EORTC QLQ-PR25)

Hejazi (2016)

Zu 1.

PSA-Spiegel (ng/ml) innerhalb 3 Monaten: Mittelwertsveränderung T1-T0 (SD)

A: 0.12 ( 0.16), B: 0.13 (0.06); p = 0.78

keine Angaben zum PFS innerhalb einem Jahr

 

Hejazi (2013):

Zu 2.

T1 Mittelwertsunterschied A-B (kontrolliert für Baseline-Wert) (95% KI)

Harn-Symptome:

-14.1 (-24.7, -3.4); p = 0.011

A sign. weniger Symptome als B

Blasen-Symptome:

5.4 (-4.5, 15.4); p = 0.275

Behandlungsbezogene Symptome:

7.9 (-3.1, 18.9); 0.155

Sexuelle Aktivität:

-3.5 (-19.0, 12.0); p = 0.652

 

Zusammenfassung der Autoren:

Hejazi (2016)

“PSA levels were reduced to below 0.2 ng/ml in both groups, 3 mo after treatment, however, no significant differences were observed between the 2 groups regarding treatment outcomes.”

Hejazi (2013):

“Curcumin can confer radioprotective effect in patients with prostate cancer who undergo radiation therapy through reducing the severity of radiotherapy related urinary symptoms. However supplementation with 3 g/ day curcumin could not reduce the severity of bowel symptoms or other treatment related symptoms.”

Laut Angabe keine NW

Teil der Dissertation von Jalal Hejazi

 

Finanziell unterstützt durch

National Nutrition and Food Technology Research Institute, Iran National Science Foundation und Shahid Beheshti University

of Medical Sciences. Curcumin/Placebo-Kapseln von ArjunaNatural

Extracts Ltd. bereitgestellt

PRO:

Ethikvotum

Doppelte Verblindung

Hohe Compliance

Akzeptabler Dropout (A: 10%, B: 15%)

Intention-to-treat

Keine Baseline-Unterschiede hinsichtlich QoL

CONTRA:

Kleine Stichprobe, keine Poweranalyse gerechnet

Gruppenunterschiede zur Baseline (Gesamte Antioxidant-Kapazität; p = 0.045)

Andere Endpunkte berechnet, als im Studienprotokoll beschrieben, dort primäre Endpunkte PFS und PSA nach einem Jahr, in der Studie nur QoL und PSA-Wert nach drei Montaten

Schlechte Berichtqualität

1b-

Hejazi (2013, 2016): In diesen beiden Studien wurden dieselben Prostatakarzinompatienten untersucht. Eine Hälfte nahm während der Radiotherapie drei Mal täglich Curcumin-Kapseln ein und die andere Hälfte stattdessen Placebo-Kapseln. In der ersten Studie wurde die Lebensqualität der Patienten betrachtet. Die Curcumin-Gruppe berichtete weniger harnbezogenen Symptome, die die Lebensqualität einschränkten. Keine Unterschiede fanden sich hinsichtlich blasenbezogenen und behandlungsbezogenen Symptome sowie hinsichtlich der sexuellen Aktivität. In der zweiten Studie zeigten sich zwischen den Gruppen keine bedeutsamen Unterschiede hinsichtlich der Entwicklung des Prostataspezifisches Antigens (PSA; ein wichtiger Marker beim Prostatakrebs) im Blut über die Studie hinweg. Positiv an diesen Studien war die doppelte Verblindung (Patienten/Untersucher wissen nicht, welcher Gruppe sie angehören), die geringe Ausfallrate und dass die Mehrheit der Patienten das Curcumin/Placebo eingenommen hat, wie vorgegeben. Insgesamt war es jedoch nur eine sehr kleine Stichprobe und beiden Gruppen haben sich schon zur Beginn der Studie leicht unterschieden. Zudem wurden andere Endpunkte berichtet, als im Studienprotokoll beschrieben.