Beuth et. al. (2001)
Komplementärmedizin · Version 2.0
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Referenz |
Studientyp
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Patientenmerkmale |
Intervention/ Kontrolle, Beobachtung |
Untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessenskonflikte |
Methodische Bemerkungen |
Evidenzklasse (Oxford) |
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Beuth (2001): Impact of complementary oral enzyme application the postopertative treatment results of breast cancer patients – result of an epidemiological multicentre retrolective cohort study. Cancer Chemotherapy Pharmacology. Ref.ID: 853
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Retrospektiv
Kohortenstudie
Multizentrisch
Offen
Zwei Arme, eingeschlossen N=649 ausgewertet: N=649
Anzahl der Patienten unterscheidet sich in den einzelnen Auswertungen aufgrund der Methodik
Deutschland, 1991-1997
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Patienten mit nichtmetastasiertem Brustkrebs
Post-OP, RTx, CTx, HTx
100% weiblich
Alter (Mittelwert) Arm A:59 Jahre Arm B:60 Jahre
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Arm A: N=239 Antineoplastische Therapie + 3x2 Tabletten WOBE-MUGOS E (Zusammensetzung s.o.) täglich – dies ist die empfohlene und am häufigsten eingenommene Dosierung, sie konnte aber abweichen, sodass manche Patienten bis zu 40 Tabletten am Tag eingenommen haben
Arm B: N=410 Antineoplastische Therapie
Median Follow-Up/ Dauer der postoperativen Behandlung in Tagen (Range) Arm A:485 (28-1882), Arm B:213 (28-1948) |
Prim. Endpunkte: 1. Mittelwertsdifferenz der Symptome während der Therapie
2. Erfolg der Therapie (erfolgreich, wenn ein Symptom zu Beginn der postoperativen Behandlung bestand, jedoch nicht mehr zum Ende)
Sekund. Endpunkte: 3. Mittlere Überlebenszeit
4. Erneutes Wiederauftreten des Krebses
5. Gemittelter Zeitraum bis zum Wiederauftreten des Krebses – gerechnet von Beginn der postoperativen Behandlung
6. Auftreten von Metastasen
7. Gemittelter Zeitraum bis zum Auftreten von Metastasen – gerechnet von Beginn der postoperativen Behandlung
Viele Angaben über Alter und Fachrichtung der Ärzte und deren Neigung zur Verschreibung von Enzymen wurden ebenfalls statistisch ausgewertet. Ebenfalls wird deskriptiv deren Einschätzung der Therapie angegeben. (in dieser Auswertung nicht weiter beachtet)
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Um die Darstellung zu vereinfachen, sind die ersten beiden Endpunkte unter den erhobenen Symptomen aufgelistet
Primäre Endpunkte 1 & 2: Gastrointestinal: Arm A:N=140, Veränderung der MD zu Beginn der Krebstherapie=0.27 vs. Arm B:n =203; MD=0.11, signifikant (p=0.005) Behandlungserfolg Arm A:N=59/140 (42%) vs. Arm B:N=74/203 (36%), signifikant (p=0.042)
Mental: Arm A:N=201, Veränderung der MD zu Beginn der Krebstherapie=0.26 vs. Arm B: N=322; MD=0.12, signifikant (p=0.005) Behandlungserfolg Arm A: N = 49/201 (24%) vs. Arm B:N=79/322 (24%), nicht signifikant (p=0.707)
Dyspnoe: Arm A:N=52, Veränderung der MD zu Beginn der Krebstherapie=0.20 vs. Arm B:N =60; MD=-0.22, signifikant (p=0.012) Behandlungserfolg Arm A: N=16/52 (31%) vs. Arm B:N=10/60 (17%), nicht signifikant (p=0.056)
Kopfschmerz: Arm A:N=50, Veränderung der MD zu Beginn der Krebstherapie=0.44 vs. Arm B: N=85; MD=0.08, signifikant (p=0.036) Behandlungserfolg Arm A:N=25/50 (50%) vs. Arm B:N=25/85 (29%), nicht signifikant (p=0.315)
Tumorschmerz: Arm A:N=51, Veränderung der MD zu Beginn der Krebstherapie=0.48 vs. Arm B: N=47; MD=0.68, nicht signifikant (p=0.272) Behandlungserfolg Arm A: N=33/51(65%) vs. Arm B: N=28/47 (60%), nicht signifikant (p=0.483)
Kachexie: Arm A:N=23, Veränderung der MD zu Beginn der Krebstherapie=0.66 vs. Arm B: N=14; MD=-0.50, signifikant (p=0.002) Behandlungserfolg Arm A:N=15/23 (65%) vs. Arm B:N=1/14 (7%), signifikant (p=0.008)
Hautreaktion: Arm A:N=85, Veränderung der MD zu Beginn der Krebstherapie=0.65 vs. Arm B: N=227; MD=0.15, signifikant (p=0.006) Behandlungserfolg Arm A:N=32/85 (38%) vs. Arm B:N=137/227 (60%), signifikant (p=0.006)
Infektionen: Arm A:N=52, Veränderung der MD zu Beginn der Krebstherapie=0.50 vs. Arm B:N=70; MD=0.24, nicht signifikant (p=0.125) Behandlungserfolg Arm A:N=25/52 (48%) vs. Arm B:N=17/70 (24%), nicht signifikant (p=0.597)
Zu 3. Verstorben Arm A:1.26% vs. B:2.68% in postoperativer Periode, kein Gruppenvergleich durchgeführt;
Zu 4. Wiederauftreten des Krebses in Arm A:N=6 Patienten (2.50%) vs. Arm B:N=26 Patienten (6.34%), kein Gruppenvergleich durchgeführt
Zu 5. Zeitraum bis zum Wiederauftreten in Arm A:1818 Tage (4.98 Jahre) vs. Arm B:1702 Tage (4.66 Jahre), statistisch signifikant (p=0.0055)
Zu 6. Auftreten von Metastasen in Arm A:N=12 (5.04%) vs. Arm B:N=31 (7.58%), kein Gruppenvergleich durchgeführt
Zu 7. Zeitraum bis zum Auftreten in Arm A:1738 Tage (4.76 Jahre) vs. Arm B:1665 Tage (4.56 Jahre), statistisch signifikant (p=0.0475)
Zusammenfassung der Autoren: „Die Ergebnisse zeigen, dass die Enzymtherapiegruppe in Bezug auf die Reduzierung von gastrointestinalen Symptomen, mentalen Symptomen, Luftnot, Kopfschmerz, Hautreaktionen und Kachexie der Kontrollgruppe in der statistischen Auswertung überlegen war. In den Punkten Infektionen und Tumorschmerz gab es keine Unterschiede, …“
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In der ursprünglichen Kohorte von 2339 Patienten (1283 davon haben Enzyme eingenommen) lag die Rate an Nebenwirkungen der Enzymtherapie bei 3.2%, es handelte sich dabei um leichte bis moderate Magen-Darm Beschwerden.
Bei dem Ergebnis Hautreaktionen signifikant besserer Behandlungserfolg in Kontrollgruppe, auch wenn dieses Ergebnis von Autoren in der Interpretation nicht anerkannt wird |
Laut Angabe keine CoI
„This study was supported by MUCOS Pharma, Geretsried, Germany. “ |
PRO: Adäquate Anwendung statischer Verfahren
Sensitivitätsanalyse mit Propensity Score und damit Kontrolle für fehlende Randomisierung und andere Ungleichheiten zur Baseline (Kovariaten: Alter, Tumorstadium, primäre Therapieantwort, Dauer der postoperativen Behandlung, Art der Therapie; Alter, Spezialisierung und Arbeitsort des Arztes)
CONTRA: Keine weiteren Angaben zu Drop-out/Attrition
Zwischen dem Median Follow-up in Arm A und B liegt ein großer zeitlicher Abstand
Keine Streuungsmaße für das Alter gegeben.
Keine Angabe zum Ethikvotum |
2b |
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Beuth (2011): In dieser Studie wurden die Daten von 649 Brustkrebspatientinnen nachträglich analysiert. Die Patientinnen haben entweder eine Bestrahlung, Hormontherapie, Chemotherapie oder Operation erhalten. Eine Gruppe der Patientinnen hat zusätzlich eine Enzymtherapie in Tablettenform erhalten (10mg Papain, 40mg Trypsin, 40mg Chymotrypsin), während eine weitere Gruppe keine weitere Therapie erhalten hat. Bis auf die Enzymtherapie wurden keine weiteren Medikamente oder Behandlungen aus der Komplementärmedizin angewendet. Die Fragestellung dieser Studie ist nun, ob die zusätzliche Einnahme der Enzyme zu weniger Beschwerden bei der Krebsbehandlung führt, Beschwerden sogar gänzlich abklingen, das Überleben der Patientinnen verbessert, bzw. verlängert wird und ein Einfluss auf erneutes Auftreten des Krebses oder Metastasen besteht. Das Ergebnis dieser Studie zeigt Vorteile in der Enzymgruppe bei Magen-Darm-Beschwerden, seelischen Belastungen, Luftnot, Kopfschmerzen, Hautreaktionen und Kachexie. In Bezug auf Tumorschmerzen und Infektionen gab es keine Gruppenunterschiede. Auch eine Lebenszeitverlängerung konnte nicht nachgewiesen werden, jedoch trat der Krebs in der Enzymgruppe bei weniger Patientinnen erneut auf und kam auch deutlich später. Gleiche Ergebnisse gab es auch beim Auftreten von Metastasen. Aufgrund dieser Ergebnisse sprechen sich die Autoren für einen Vorteil der Enzymtherapie aus. Kritisch muss hier betrachtet werden, dass die Behandlungszeiträume der Patientinnen sich zum Teil sehr unterschieden haben. Ebenfalls kann auch der Placebo Effekt Auswirkungen auf das Ergebnis gehabt haben, da der den jeweiligen Patienten bewusst war, ob sie Enzyme erhielten oder nicht. Der mittlere Beobachtungszeitraum von 10 Monaten macht es schwer Langzeitaussagen über die Ergebnisse zu treffen. |
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