Van Die et. al. (2014)
Komplementärmedizin · Version 2.0
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Referenz/ Referenz Primärstudien |
Studientyp
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Merkmale untersuchter Studien |
(verglichene) Interventionen/ (ggf. Dosierung) |
Untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessenskonflikte |
Methodische Bemerkungen |
Evidenzklasse (Oxford) |
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Van Die (2014): Soy and soy isoflavones in prostate cancer: a systematic review and meta-analysis. BJU international. Ref.ID: 838
Eingeschlossene Primärstudien: Dalais (2004), deVere White (2010), Kumar (2004), Kumar (2010), Kumar (2007 I und II), Lazarevic (2011) Nicht relevante Primärstudien: Hamilton-Reeves (2007 I, 2007 II/2008)- Pat. mit Krebsrisiko, Miyanaga (2012)- Pat. mit Krebsrisiko
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MA
Suchzeitraum bis Februar 2013
MEDLINE, EMBASE, AMED, CINAHL, Cochrane CENTRAL
Einschlusskriterien: RCTs, soy/ isoflavones für sekundäre Prävention oder Behandlung des Prostatakarzinoms an Männern mit hohem Risiko oder bereits vorhandenen Prostatakarzinom
Ausschlusskriterien: Multipräparate
Anzahl Studien insgesamt: 8 RCTs |
6 RCTs (7 Veröffentlichungen- Kumar 2007 I und II beziehen sich auf die gleiche Studie)
PCa im Frühstadium mit geplanter Prostatektomie (Lazarevic 2011, Kumar 2010, Kumar 2007, Dalais 2004), Watchfull waiting (Kumar 2004), Active surveillance (DeVere White 2010)
Geschlecht 0% weiblich
Alter k.A.
Durchführungsländer USA (4 Studien), Norwegen (1 Studie), Australien (1 Studie) |
Arten der Intervention:
Isoflavonpräparat 40-80mg täglich für 4-12 Wochen (Prevastein HC®) (Kumar 2010, Kumar 2007), Synthetisches Genistein-Aglycon 30mg täglich für 3-6 Wochen (Lazarevic 2011), Genistein-kombiniertes Polysaccharid mit 450mg Genistein und 300mg Daidzein täglich für 6 Monate (DeVere White 2010), Sojaproteingetränk mit 60mg Genistein täglich für 12 Wochen (Kumar 2004), Brot mit Sojaproteinkörnern mit 117mg Isoflavone täglich für 22-27 Tage (Dalais 2004)
Arten der Kontrollgruppe: Placebo (DeVere White 2010, Kumar 2007, Lazarevic 2011, Kumar 2004), Weizenbrot (Dalais 2004), Keine Kontrollgruppe ohne Isoflavone (Kumar 2010)
Anzahl untersuchter Personen insg. N= 316 (in den relevanten Studien), Anzahl ausgewerteter Personen: N= 274 (Drop-out/ Attrition = 13%)
Durchschnittl.Stichrpobengröße: N= 53; Range 29-76
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Prim. Endpunkte: 1. 5-Jahres Überlebensrate
2. Progression
Sekund. Endpunkt: 3. PSA
Andere nicht-patientenrelevante Outcomes: Stereoidhormon Serum-Level |
Zu 1. Keine Ergebnisse in den Primärstudien
Zu 2. In einer Studie wurde der Gleason-Score untersucht (Kumar 2010). Es gab keine sig. Unterschiede zwischen den Gruppen (p-Wert k.A.)
Zu 3. In einer von fünf Studien gab es einen sig. Gruppenunterschied zugunsten der Isoflavone-Gruppe (Dalais 2004: Veränderung des PSA-Levels -12.4% vs. 40%; p=0.02)
Meta-Analyse über 7 Studien (1 weitere RCT mit PC-Risiko noch enthalten) zeigte keinen sig. Effekt (Mittelwertsdiff. = -0.01; 95% KI: -0.74, 0.72; p= 0.98; I2= 0%).
Subgruppenanalyse (nur Studien zum bestehenden Karzinom) zeigte ebenso keine sig. Effekte (p-Wert k.A.)
Subgruppenanalyse (Tabletten vs. Nahrungsmittel) ergab keine sig. Effekte (p-Wert k.A.)
In einer Studie (Dalais 2004) wurde eine Änderung des Verhältnisses von freiem PSA zu Gesamt-PSA festgestellt, die bei Brot mit Soja-Körnern eine signifikant größere Änderung ergab als bei Weizenbrot (27.4% gegenüber -15.6%; P = 0.01).
Zusammenfassung der Autoren: „Aus den Daten konnte aufgrund der Einschränkungen durch kleine Stichproben und kurze Studiendauer kein klares Verständnis der Auswirkungen von Soja / Isoflavone auf den PSA- […] Spiegel bei Männern mit […] Prostatakarzinom gewonnen werden. Ein gutes Sicherheitsprofil konnte gezeigt werden.“ |
Sieben der acht Studien berichteten über NW; Zwei davon haben es jedoch versäumt, den Arm anzugeben, in dem die Ereignisse auftraten. Die berichteten NW waren überwiegend mild, obwohl in einer Studie Bauchschmerzen gemeldet wurden, die als (mittelschwere) Ereignisse des Grades II eingestuft wurden (Kumar 2007). In Studien, in denen beide Arme untersucht wurden, traten NW mit ähnlicher Häufigkeit sowohl im Behandlungs- als auch im Placebo-Arm auf (Kumar 2007, Lazarevic 2011). In einer Studie waren die NW, die als „wahrscheinlich mit der Intervention verbunden“ eingestuft wurden, häufiger im Placebo-Arm (Kumar 2007). |
Primärstudien: Keine Angaben zu den CoI
Übersichtsarbeit: Folgende CoI: Autor K.B. arbeitet als beratender Direktor für Forschung und Entwicklung bei MediHerb (Integria) Australia, die eine Sojatablette herstellen. K.B und D.v.D. sind miteinander verwandt. |
Primärstudien:
Cochrane Tool zur Erfassung des Verzerrungsrisikos:
Dalais (2004): U/U/L/L/U/L/U
DeVere White (2010): U/L/L/L/L/L/U
Kumar (2004): L/L/L/L/U/L/U
Kumar (2007): L/L/L/L/L/L/L
Lazarevic (2011): U/U/L/L/L/L/U
Kumar 2010: k.A. da Studie zur Dosisfindung
Ein Publikationsbias kann von den Autoren nicht ausgeschlossen werden
Aufgrund der theoretischen Heterogenität der Studien (Präparat, Dosierung, Population) sind Ergebnisse der Meta-Analysen mit Vorsicht zu interpretieren
Stichprobengrößen gering
Die Interventionsdauer war < 6 Monate
Poweranalyse gab es in 3 Studien (Lazarevic 2011, deVere White 2010, Kumar 2004), nur eine hat die errechnete Teilnehmeranzahl erreicht (Lazarevic 2011), aber in allen Studien waren die Effekte kleiner als erwartet. D.h. Studien waren möglicherweise unterpowert.
Übersichtsarbeit: PRO:
Vier-Augen-Prinzip bei der Studienauswahl und Datenextraktion
Ausführliche Evidenztabellen
Beurteilung des Verzerrungsrisiko der eingeschlossenen Studien mit Cochrane Tool
Metaanalysen: theoretische Homogenität wird in Frage gestellt, aber offen diskutiert
CONTRA:
Kein Studienprotokoll
Suchstrategie zu eng: 1 weitere relevante Studie wurde nicht gefunden (Sharma 2009)
Keine Angabe der COI der Primärstudien
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1a |
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Van Die (2014): Die Autoren haben selbst auf verschiedenen Datenbanken nach Studien mit Phytoöstrogenpräparaten bei Männern mit Prostatakarzinom gesucht und dabei insgesamt acht Studien gefunden. Die Dosierungen und Präparate in den gefundenen Studien waren unterschiedlich: zwischen 30 bis 300 mg Isoflavone täglich für 1 Woche bis 6 Monate. Die Kontrollgruppen haben meistens ein Placebo bekommen. Die Stichprobengrößen lagen zwischen 29 und 76 Teilnehmern. Eine Studie (Kumar 2010) untersuchte die Tumorentwicklung (Gleason-Score) und konnte keine bedeutsamen Effekte finden. Fünf Studien untersuchten den PSA –Wert (Lazarevic 2011, Kumar 2004, Kumar 2010, Dalais 2004, DeVere White 2010), wobei nur eine einen statistischen Effekt für das Isoflavone-Präparat zeigte (Dalais 2004). Nachdem die Ergebnisse von 7 Studien zusammengerechnet wurden, konnte kein mehr gefunden werden. Die methodische Qualität der gefundenen Studien wurde von den Autoren detailliert bewertet und als insgesamt gut befunden. Als Einschränkung der Studien wurde diskutiert, dass diese insgesamt nur wenigen Teilnehmer hatten. In statistischen Berechnungen lassen sich dann Effekte nur schwer finden. Die Autoren schlussfolgern, dass aufgrund der Studienlage keine klaren Aussagen zur Wirkung einer Isoflavone-Gabe auf die Entwicklung des Prostatakarzinoms oder den PSA-Spiegel getroffen werden können. Die Recherche der Autoren ist insgesamt von guter Qualität, da die Studienauswahl und Datenextraktion im Vier-Augen-Prinzip durchgeführt, die Studien sehr ausführlich in den Evidenztabellen dargestellt, die methodische Qualität der gefundenen Studien detailliert ausgewertet und methodische Einschränkungen offen diskutiert wurden. Nachteile sind, dass eine Studie übersehen wurde, die zum damaligen Zeitpunkt bereits veröffentlicht war (Sharma 2009, s.u.) und dass mögliche Interessenskonflikte der Autoren der gefunden Studien außer Acht gelassen wurden. Einer der Autoren der Metanalyse arbeitete selbst als beratender Direktor für Forschung und Entwicklung bei MediHerb (Integria) Australia, die eine Sojatablette herstellten. Der Erstautor der Metaanalyse van Die ist zudem mit diesem Autor verwandt. |
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