Grimison et al. (2020)
Komplementärmedizin · Version 2.0
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Referenz |
Studientyp
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Patienten-merkmale |
Intervention/ Kontrolle, Beobachtung |
Untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessens-konflikte |
Methodische Bemerkungen |
Evidenz-klasse (Oxford) |
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Grimison et al. (2020): Oral THC: CBD cannabis extract for refractory chemotherapy-induced nausea and vomiting: a randomised, placebo-controlled, phase II crossover trial. Journal RefID |
Prospektiv
Multizentrisch
Doppelt verblindet
randomisiert
Cross-Over
2 Arme
Anzahl eingeschlossener Teilnehmer n=81
Anzahl ausgewerteter Teilnehmer n=72 (haben zwei Zyklen)
Für Sicherheitsanalyse n=78; Analyse QoL n=68
Attrition, Drop-out n=9 (3 zogen Einverständnis zurück oder hatten keine Daten, 5 nur 1. Zyklus, 1 Todesfall)
Australien, Randomisierung Dezember 2016 bis Juni 2019 |
Verschiedene Tumorarten, Cth mit mittlerem bis hohem emetischen Risiko mit bestehender Emesis und/oder Übelkeit aus vorherigen Zyklen: mind. moderat auf 5-Punkte Skala und/oder Notwendigkeit von Notfallmedikamenten (Rescue Medikamente)
Geschlecht: 78% weiblich
Alter (Median, Range): 55, 29-80 Jahre |
Arm A: N= 40 1-4 Kapseln THC je 2.5mg/CBD je 2.5mg 3x täglich (ein Tag vor Cth bis Tag 5)
Arm B: N= 41 Placebo
Wechsel nach Zyklus in anderen Arm & dritter Wechsel in präferierten Arm
Alle bekamen Leitliniengerechte CIVN Prophylaxe (100 % Steroide und 5-HT3 antagonist, 79% NK-a antagonist und 4% Olanzapine)
Median Anzahl Kapseln er Dosis 2 (1-3) in A und 3 (2-4) in B |
Prim. Endpunkte 1. CINV CR (kein Erbrechen oder Notfallmedikation 0-120h von Cth)
Sekund. Endpunkte 2. Selbstberichtete „CR“ ("kein Erbrechen", "keine klinisch signifikante Übelkeit", definiert als Übelkeit <2 auf einer 10-Punkte-Skala, und "keine Verwendung von Notfallmedikamenten" während der akuten (0-24 h), verzögerten (24-120 h) und allgemeinen Phase (0-120 h) der Cth mit Tagebuch Tag -1 bis 6 jedes Zyklus)
3. QoL (Übelkeit & Erbrechen Skalen) mit FLIE und AQOL-8D zur Baseline, Tag -1, Ende der Behandlung
4. mit CTCAE und Cannabis-NW Checkliste
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Erhebungszeitpunkte: Baseline, ein Tag vor Cth & Tag 8 jedes Zyklus, zwischen 30-42 Tagen nach Ende der Intervention
Ergebnisse nach 2 Zyklen, somit nach Wechsel in anderen Arm:
Zu 1. Sign. Vorteil für A (25%) im Vergleich zu B (14%; RR 1.77, 90% KI 1.12,2.79, p=0.041)
Zu 2. Sign. Vorteil für A für prozentualen Anteil für CR (p=0.04), für Skalen „kein Erbrechen“ (p=0.05), „keine Notfallmedikation“ p=0.04), „keine sign. Übelkeit“ (p=0.03), Mittlere und Maximale Anzahl Erbrechen pro Tag (p=0.003, p=0.001), Mittlere/Maximale Übelkeitswerte (p’s<0.001), kein Unterschied für CR + „keine sign. Übelkeit“ (p=0.12)
Zu 3. FLIE: sign. Vorteil für A für Übelkeits-Skala (MD 20.9 auf 100-Punkt Skala, p < 0.001) und Erbrechen-Skala (MD 11.9, p < 0.001); AQOL-8D sign. Vorteil für A in nutzungsbedingter QoL (MD 0.04, 95% KI 0.01,0.07; p=0.019), physischer Gesundheit (MD 0.06, 95% KI 0.03-0.09, p < 0.001), Mentale Gesundheit (MD 0.04, 95% KI 0.01, 0.06, p=0.004) und Schmerz (MD 0.08, 95% KI 0.03, 0.13, p=0.003)
Zu 4. Siehe NW/WW
Zusammenfassung der Autoren: „In conclusion, the oral THC:CBD cannabis extract was active and tolerable in preventing CINV, when combined with guideline-consistent antiemetic prophylaxis for a study population with refractory CINV.” |
Folgende NW/WW wurden berichtet:
mäßige oder schwere Cannabinoidbedingte Nebenwirkungen in A 31% und B 7% (p=0.002); mit sign. Unterschieden für Sedierung (19 vs. 4%, p=0.002), Schwindel (10 vs. 1%, p=0.03), keine Unterschiede für Desorientierung (3 vs. 0%, p=0.5), Angst (1 vs. 1%, p=1); Es wurden keine schwerwiegenden unerwünschten Ereignisse Cannabinoidbedingt berichtet
83 % der Teilnehmer bevorzugten Cannabis gegenüber Placebo und 15% eine Präferenz für Placebo (p<0.001) |
CoI können im Artikel eingesehen werden, viele Kontakte zu Pharmaindustrien (zu auslandend für Tabelle)
„This work was supported by the Department of Health, NSW Government, Australia. Tilray supplied and covered the cost of study treatments and were given the opportunity to review the study protocol and manuscript, but had no role in data analysis.“
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PRO: Ethikvotum
Poweranalyse
Täglicher Kontakt mit Personal in Tagen der Einnahme
Strukturierte Erhebung der NW mit Checkliste
Adhärenz mit Tagebuch und Kapseln zählen
McNemar’s Test zur Kontrolle der Within-Korrelation der Patienten
Kontrolle auf Reihenfolge-Effekte (p=0.29)
Vergleichbarkeit der Gruppen durch Studiendesign gegeben
CONTRA: Keine Korrektur für multiples Testen für sekundäre Endpunkte
90% KI (p=0.1) in primären Endpunkten und in sekundären Endpunkten 95% KI, da Pilotstudie (primärer Endpunkt jedoch auch bei 95% sign.)
Keine Unterscheidung des primären Endpunktes in akut oder verzögert obwohl dies in der Methodik aufgelistet wird
Unübersichtliche Darstellung wann und wie welcher Endpunkt erhoben wird
Viele Kontakte zu Pharmaindustrien
Dosierung der Kapseln individuell – keine Subgruppenanalysen für hohe oder niedrige Dosen |
Level 2 |
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Grimison et al. (2020): In der Studie wurden 81 Patienten mit verschiedenen Krebsarten und Vorgeschichte von Übelkeit und Erbrechen durch Chemotherapie eingeschlossen. Diese wurden zufällig in 2 Gruppen eingeteilt, eine Gruppe bekam täglich THC und CBD und die andere Gruppe ein Placebo. Nach einem Zyklus Chemotherapie wurden die Gruppen getauscht. Am Ende von zwei Zyklen (sodass jeder in jeder Gruppe war) zeigte sich insgesamt weniger und weniger schwere Übelkeit und Erbrechen in der Gruppe mit THC/CBD und eine Verbesserung auf einigen Skalen der Messung der Lebensqualität. Jedoch hatten die Patienten die THC/CBD bekamen mehr Nebenwirkungen, wie Schwindel und Sedierung, die laut den Autoren jedoch tolerierbar waren. Die Studie hat ein aufwändiges Studiendesign. Die Statistik wirkt gut durchdacht und bezieht viele Faktoren mit ein, jedoch bleiben ein paar methodische Entscheidungen unerklärt. Besonders anzumerken ist, dass viele beteiligten Personen in dem Artikel direkte Kontakte zu Pharmaindustrien aufweisen. |
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