Tian et. al. (2018)
Komplementärmedizin · Version 2.0
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Referenz/ Referenz Primärstudien |
Studientyp
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Merkmale untersuchter Studien |
verglichene Interventionen (ggf. Dosierung) |
Untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessenskonflikte |
Methodische Bemerkungen |
Evidenzklasse (Oxford) |
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Tian (2018): Oral Zinc Sulfate for Prevention and Treatment of Chemotherapy-Induced Oral Mucositis: A Meta-Analysis of Five Randomized Controlled Trials. Frontiers in oncology. Ref.ID: 790
Mehdipour (2011), Arbabi-kalati (2012), Mansouri (2012), Gholizadeh (2017), Rambod (2018) |
Metaanalyse
Vom Gründungsjahr bis 04.2018
PubMed, Cochrane Central Register of Controlled Trials, Embase
Einschlusskriterien: CTX Behandlung, Intervention mit oralem Zinksulfat oder identisch aussehendem, schmeckendem und gefärbtem Placebo/anderem Wirkstoff, orale Mukositis als primärer Endpunkt, Schmerzintensität im Mundraum, Beginn der Mukositis, Toxizität von Zink und QoL als sekundäre Endpunkte, randomisiert und kontrollierte Studien, englische oder chinesische Sprache
Aus-schlusskriterien: Fehlen essentieller Informationen, Duplikat mit schlechter Methodik und ungenügenden Daten, Behandlung mit RTX oder Chemo-Radio-Therapie
5 eingeschlossene Studien, Anzahl untersuchter Personen: 352 |
5 RCTs
4x doppelt verblindet, 1x dreifach verblindet
Anzahl eingeschlossener Personen: 352; Range: 30-140; Median: 60
kA zu Indikation
48.4% weiblich (1x kA, Range: 28-61.4% weiblich)
CTX
Alter: 1x kA, 1x Range: 18-79, MW (3x): 29-47.85
Alle Studien zwischen 2011 und 2018 durchgeführt, Iran |
Arten der Intervention: 10ml von 0.2% Zinksulfat (Spülung) bis 660mg Zinksulfat (Kapseln) täglich, Einnahme 1-3x täglich, Dauer: 3x kA, 2x 14 Tage
Arten der Kontrollgruppe: 4x identisches Placebo, 1x Chlorhexidin
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Endpunkte Durch Chemotherapie induzierte orale Mukositis: 1. Auftreten durch relative Häufigkeit
2. Schwere durch WHO Kriterien (4x) oder Spijkervet Skala (1x),
3. Orale Schmerzen durch VAS,
4. Beginn durch Zeitpunkt der Diagnose
5. Toxizität
6. QoL mit EORTC LQ-OES18 |
Zu 1. Keine signifikanten Unterschiede im Auftreten von Mukositis zwischen den Armen (Meta-Analyse aus 3 RCTs: Gholizadeh (2017), Mansouri (2012), Rambod (2018): RR = 0.52; 95% KI: 0.17,1.64; p = 0.27; I2 = 92%
Zu 2. Keine signifikanten Unterschiede in der Schwere der Mukositis: moderat/ schwer (Meta-Analyse aus 2 RCTs: Gholizadeh (2017), Mansouri (2012): RR=0.62; 95% KI: 0.1,3.56; p=0.60; I²=65%, schwer (Meta-Analyse aus 3 RCTs: Gholizadeh (2017), Mansouri (2012), Arbabi-kalati (2012): RR = 0.70; 95% KI: 0.29,1.71; p = 0.44; I2 = 0%)
Mehdipour (2011): Mittlere Schwere der Mukositis in Arm A tendenziell geringer als in Arm B (in zwei von vier Wochen signifikant; p = 0.025)
Zu 3. Arbabi-kalati (2012): Von 3. bis 10. Woche in Arm A weniger starke Schmerzen als in Arm B (p < 0.005)
Gholizadeh (2017): Keine Unterschiede in Schmerzintensität, Arm B zeigte größere Wirksamkeit in Linderung der Schmerzen am Ende der 4. Woche (p = 0.03)
Zu 4. Rambod (2018): Keine signifikanten Unterschiede des Beginns der Mukositis zwischen den Armen (Tage [SD]: Arm A: 5.83 [3.37] vs. B: 4.58 [2.47]; p = 0.34)
Zu 6. Arbabi-kalati (2012): Keine signifikanten Unterschiede zwischen den Gruppen (p = 0.15-0.91)
Zusammefassung der Autoren: “We concluded that oral zinc sulfate may not have any clinical benefits in prevention or reduction of incidence, severity, and pain intensity of chemotherapy-induced oral mucositis in cancer patients based on limited data.” |
Laut Angabe keine NW/WW (Mansouri (2012)) |
Primärstudien: Keine Angaben zu den CoI
Übersichtsarbeit: Laut Angabe keine CoI
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Primärstudien: Bewertet über das Cochrane Verzerrungsrisiko assessment tool (L = low, H = high, U = unclear risk of bias)
Arbabi-kalati (2012): L/ L/ L/ H/ L/ L/ L, H: verzerrte Erfassung von Endpunkten
Gholizadeh (2017): U/ U/ U/ U/ L/ L/ L
Mansouri (2012): L/ U/ L/ H/ L/ L/ L, H: verzerrte Erfassung von Endpunkten
Mehdipour (2011): U/ L/ L/ H/ L/ H/ L, H: verzerrte Erfassung von Endpunkten, selektives Berichten
Rambod (2018): L/ L/ L/ L/ H/ L/ L, H: Fehlende Daten
Insgesamt: Publication Bias konnte nicht berechnet werden
Übersichtsarbeit: PRO: Genaue Beschreibung der Ein- und Ausschlusskriterien, validierte Outcomes, Auswahl verblindeter Studien mit Kontrollgruppe
Enge Suchstrategie in drei Datenbanken plus manuelle Suche und Beachtung aktueller Forschung
Vier-Augen-Prinzip bei der Datenextraktion und -auswertung mit Beurteilung eines Dritten bei Uneinigkeit
Genaue und sorgfältige Datenextraktion der Studien (Kontaktsuche mit dem Autor bei fehlenden Informationen)
Beurteilung des Verzerrungsrisikos der eingeschlossenen Studien
Studienprotokoll vorhanden
CONTRA: Evidenztabellen nur mit den Rahmenbedingungen der Intervention, nicht aber den genauen Ergebnissen
Zum Teil fehlende Angaben zu den Primärstudien (z.B. Indikationen)
Keine Angaben der COI der Primärstudien
Berechnungen der Meta-Analyse zum generellen Auftreten der Mukositis trotz sehr großer Heterogenität (I2 = 92%)
Keine Angabe der Ausschlussgründe für 16 Studien nach dem Screening von Title und Abstract
Keine Beachtung der teilweise geringen Stichprobengrößen oder fehlender demographischer Angaben (Mehdipour) – Wie kann ohne Angabe von Alter und Geschlechtsverhältnissen von einer Vergleichbarkeit der Gruppen ausgegangen werden?
Trotz Bewertung des Verzerrungsrisikos, wenig Einbezug dieser in die Interpretation der Ergebnisse
Falsche Interpretation des I² (siehe S.3, Statistical Analysis)? |
1a- |
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Tian (2018): Die hier durchgeführte Meta-Analyse fand über drei durchsuchte Datenbanken fünf Studien, die sich mit den Auswirkungen von Zink auf durch Chemotherapie ausgelöste Mundschleimhautentzündung (Mukositis) beschäftigten. Alle fünf Studien unterteilten die untersuchten Patienten zufällig in zwei gleich große Gruppen, von denen die eine Gruppe Zink und die andere ein identisch aussehendes Placebo erhielt. Erhoben wurden das Auftreten, der Beginn und die Schwere der Mundschleimhautentzündung sowie Schmerzen im Mundraum, die Verträglichkeit von Zink und die Lebensqualität. Jedoch erfüllten nur das Auftreten und die Schwere der Entzündung der Mundschleimhaut während der Chemotherapie die Kriterien für eine Meta-Analyse. Diese ergab, dass Zink keinen Einfluss auf die beiden Parameter hatte und keine bedeutsamen Unterschiede zwischen den Gruppen deutlich wurden. Die Ergebnisse der übrigen erhobenen Parameter konnte nur beschrieben werden. Dabei zeigte sich, dass Schmerzen im Mundbereich und der Beginn der Mundschleimhautentzündung durch Zink nicht positiv beeinflusst werden konnten. Auch auf die Lebensqualität schien Zink keine Auswirkungen zu haben, wobei die Autoren selbst hervorheben, dass die Ergebnisse mit Vorsicht betrachtet werden müssen, da sie sich nur auf wenige Studien beziehen konnten. Gleiches gilt für die Verträglichkeit von Zink, die gut zu sein schien, aber nur in einer Studie untersucht wurde. Insgesamt scheint Zink anhand des Urteils dieser Meta-Analyse keine positive Wirkung während Chemotherapie auf die Entzündung der Mundschleimhaut zu haben, wobei man in Betracht ziehen muss, dass die Datenlage bisher relativ begrenzt ist, um auf ihrer Grundlage Empfehlungen treffen zu können. Die in diese Meta-Analyse eingeschlossenen Studien wiesen zum Großteil selbst bereits methodische Schwierigkeiten auf und ließen des Weiteren teilweise offen, wie vergleichbar die eingeschlossenen Studien letztendlich wirklich waren, da sie keine Angaben zu bspw. Stichprobengröße oder allgemeinen Patientencharakteristika, wie Alter und Geschlecht gaben. Die Autoren setzten sich mit diesen Problemen zwar auseinander, bezogen die Vertrauenswürdigkeit der Ergebnisse später aber nicht mehr in Ihre Schlussfolgerungen mit ein. |
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