Vitale et al. (2020)
Komplementärmedizin · Version 2.0
|
Referenz |
Studientyp
|
Patienten-merkmale |
Intervention/ Kontrolle, Beobachtung |
Untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessens-konflikte |
Methodische Bemerkungen |
Evidenz-klasse (Oxford 2011) |
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
Vitale et al. (2020): ZeOxaNMulti Trial: A Randomized, Double-Blinded, Placebo-Controlled Trial of Oral PMA-Zeolite to Prevent Chemotherapy-Induced Side E in Particular, Peripheral NeuropathyJournal
RefID |
Prospektiv
Monozentrisch
doppelt verblindet
randomisiert
2 Arme
Anzahl eingeschlossener Teilnehmer: 120
Drop-Out nach 3 Monaten A: 3 und B: 4, nach 6 Monaten A: 18 und B: 26 (Antwortrate nach 6 Monaten: 64%, damit 36% Drop-Out)
Bei 50% wurde Oxaliplatin Dosis verringert
Neapel, Italien, Rekrutierung April 2015 - Oktober 2018 |
Darmkrebs 93.3% und 6.7% andere; 54.2 % hatten Diabetes und Hypertension als Komorbidität
Cth (Oxaliplatin), adjuvant, erste oder 2. Runde; 88.8% FOLFOX Schema (oxaliplatin + leucovorin und 5-fluorouracil) und 10% XELOX Schema (capecitabine + oxaliplatin)
Geschlecht: 45% weiblich
40.8% < 60 Jahre (A: 50% und B: 31.7%)
|
Arm A: N=60 panaceo-micro-activation PMA-zeolite (Multizeo Med©); 6g/Tag in zwei Dosen á 3g zu Beginn der Cth
Arm B: N=60 Placebo |
T1: Baseline T2: nach 3 Monaten Cth T3: nach 6 Monaten Cth
Prim. Endpunkte 1. Chemotherapie induzierte periphere Neuropathie (CIPN), Neurologen nahmen Examen vor und elektroneurographische Tests
2. hämatologische und Leber Toxizität mit CTCAE (Messung jeden Zyklus der Cth)
Gesamtdauer: Bis einen Monat nach Cth oder bei Krankheitsfortschreiten, zu starke Toxizität, oder Verweigerung der weiteren Teilnahme.
|
Zu 1. Zu T3 (A n=42, B n=34, >8 Zyklen) B 70.6% und A 64.3% CIPN (nicht sign., p = 0.56); Sekundäre Analyse, geringere CIPN bei Männern in A im Vgl. zu B auf der Basis von 39 Patienten (p=.047, adjustiert für Alter, Komorbidität, Zyklen)
Arm A konnte mehr Zyklen der Cth absolvieren als B (>8 Zyklen 71.7% vs. 56.7%, p = 0.03)
Zu 2. Kein Unterschied der Stärke der hämatologischen Toxizität (p = 0.09), aufgrund geringer allgemeiner Toxizität wurden keine weiteren Analysen vorgenommen
Zusammenfassung der Autoren: „Cancer patients may benefit from the therapy with the appropriate certified zeolite-products (e.g., the PMA-zeolite) for human use in CIPN. The lower CIPN (statistically significant results in the male subgroup) was accompanied by a trend of lower incidence of severe-grade hematological toxicity. Furthermore, these benefits led to a better tolerance toward chemotherapy (increase in cycles) and allow an improved compliance with the oncological treatment protocol.“ |
keine Angaben, nur allg. Hinweis auf gute Verträglichkeit
|
Angabe keine externe Finanzierung, Präparat Multizeo Med© ist vom Hersteller Panaceo International Gmbh, wo einer der Autoren (S.E.) arbeitet
Die anderen Autoren deklarieren keinen COI
Präparat Multizeo Med© ist vom Hersteller Panaceo |
PRO: Ethikvotum
Poweranalyse
Gruppenvergleich zur Baseline
CONTRA: Keine ITT
Keine Angabe inwiefern die Verblindung gewährleistet wurde
Durchführung eines zweiseitigen T-Test, obwohl es eine gerichtete Hypothese gab
Alter und Komorbiditäten zu Beginn unterschiedlich (p=.054, p = 0.017), Patienten in A im Schnitt jünger und haben weniger Komorbidität (43.3% vs. 65%)
Sekundäre Analyse ist post-hoc (ohne vorherige Hypothese) und Daten für CIPN der Männer kaum interpretierbar, da keine Baseline Zahlen für Männer gegeben ist, zudem wurde Drop-Out nicht mit einberechnet
Keine validierten Messinstrumente verwendet bei Erhebung der CIPN – subjektiver Bias der Neurologen bei der Interpretation kann nicht ausgeschlossen werden
Insgesamt hoher Drop-Out, der nicht miteinander verglichen wurde (erscheint höher in B, scheint Patienten haben CT abgebrochen, jedoch keine konkreten Gründe gegeben), zudem Reduzierung der Dosis bei 50% der Patienten ohne Angabe von Gründen, gibt es einen Zusammenhang der Dosisreduzierung und Patienten die abbrachen? Dies würde die Interpretation der Analyse der Zyklen Anzahl beeinflussen
Keine getrennte Aufführung der Diabetiker, Dauer und Schwere der Diabetes sind relevant bei der Frage nach CIPN, allgemein keine genauen Zahlen zur Verteilung der Komorbiditäten, was Interpretation der Adjustierung für Komorbidität erschwert |
Level 2 |
|
Vitale et al.: In dieser Studie wurden 120 Patienten zufällig in 2 Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe erhielt ein Präparat, welches Zeolith enthielt und die andere Gruppe erhielt ein Placebo. Gemessen wurde das Auftreten und die Stärke von peripherer Neuropathie aufgrund einer Oxaliplatin Chemotherapie. Nach 6 Monaten konnten keine Unterschiede im Auftreten oder der Stärke zwischen den Gruppen gefunden werden. Weitere Analysen scheinen hier nur einen Vorteil für Männer zu finden, jedoch muss dieses Ergebnis aufgrund fehlender Informationen und nicht Berücksichtigen wichtiger Einflüsse kritisch betrachtet werden. Es konnte jedoch gezeigt werden, dass die Gruppe mit Zeolith mehr Zyklen absolvieren konnte als die Placebogruppe, aber auch hier werden wenig Informationen geliefert warum die Patienten ausstiegen. Bezüglich des Einflusses auf hämatologische Toxizität konnte kein Unterschied zwischen den Gruppen gefunden werden. Insgesamt ist die Studie gut geplant und durchgeführt wurden, jedoch fehlen viele wichtige Informationen die zu einer korrekten Interpretation der Ergebnisse notwendig wären. Auch eine schon zu Beginn der Studie sichtbare Ungleichverteilung bezüglich Alter und Komorbiditäten, sowie eine hohe Ausstiegsrate aus der Studie ohne angepasste Analyse sind als kritischer Einfluss zu betrachten. Des Weiteren wird berichtet, dass der Großteil der Patienten unter zusätzlichem Diabetes litt. Was ein entscheidender Faktor für die Entwicklung von peripherer Neuropathie sein kann. Auch wenn dies in einer Analyse scheinbar berücksichtigt wird, kann dies nicht interpretiert werden, da keine genauen Zahlen zur Verteilung gegeben werden. Die Studie gibt eine gute Verträglichkeit des Präparates an, jedoch können Zeolithe im Darm Substanzen an sich binden, wodurch Wechselwirkungen mit oralen Medikamenten und Medikamenten mit enterohepatischem (Darm-Leber-) Kreislauf berücksichtigt werden müssen. |
|||||||||
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|
|