Gujral et. al. (2001)

Komplementärmedizin · Version 2.0

Referenz

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Intervention/

Kontrolle, Beobachtung

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finanzierung/ Interessenskonflikte

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Gujral (2001): Efficacy of hydrolytic enzymes in preventing radiation therapy-induced side effects in patients with head and neck cancers. Cancer chemotherapy and pharmacology. Ref.ID: 856

 

RCT

 

Multizentrisch

 

Randomisiert

 

Offen

 

Zwei Arme,

eingeschlossen

N=100

ausgewertet:

N=93-100

 

Attrition:

1x Arm A und 1x Arm B aus persönlichen Gründen; 2x Arm A: verstorben nach Beendigung der RTx

 

Indien,

08/1996 -

04/1997

Plattenepithelkarzinom an Kopf, Hals, Mundhöhle und Rachen im Stadium T1 -bis T3, Karnofsky Index≥70%

 

RTx

 

Geschlecht weiblich: Arm A:36%

Arm B:26%

 

Alter (Mittelwert ± Standardabweichung in Jahren) Arm A:50.3±9.4

Arm B:51.2±11.2;

Range Insgesamt 18-65 Jahre

Arm A:

N=53

RTx + 3x3 Tabletten WOBE-MUGOS E (Zusammensetzung s.o.) täglich, Beginn 4±2 Tage vor der ersten Bestrahlung über einen Zeitraum von 54±9 Tagen

 

Arm B:

N=47

RTX

 

Erhebungsdauer: 6-8 Wochen (RTx) + weitere 5-6 Monate nach Beendigung der RTx

Auswertung erfolgte nach den RTOG/EORTC Kriterien aufsteigend von 1 bis 3 (für manche Parameter bis 4) mit wöchentlicher Erhebung

 

Prim. Endpunkte

1. Maximale Ausprägung der Mukositis

 

2. Maximale Ausprägung der Hautreaktionen

 

3. Maximale Ausprägung der Schluckstörungen

 

Sekund. Endpunkte

4. „Area under the curve“ (gibt den durchschnittlichen Score an) für Muskositis; nur Patienten mit komplettem Datensatz; Arm A: N=50, B: N=43)

 

5. „Area under the curve“für Hautraktionen

 

6. „Area under the curve“für Schluckstörungen

 

7. Zeit bis zum Auftreten von Mukositis Grad II bei betroffenen Patienten

 

8. Zeit bis zum Auftreten von Hautreaktionen Grad II bei betroffenen Patienten

 

9. Zeit bis zum Auftreten von Schluckstörungen Grad I/II bei betroffenen Patienten

 

10. Therapieverlauf nach 8 Wochen Radiotherapie

 

11. Therapieergebnis 5-6 Monate nach Beendigung der Radiotherapie

Mittelwerte ± Standardabweichung

 

1.

Arm A:1.32±0.64 gegenüber Arm B:2.24±0.60, statistisch signifikant (p<0.0001)

 

2.

Arm A:1.23±0.75 gegenüber Arm B:2.39±1.10, statistisch signifikant (p<0.0001)

 

3.

Arm A:1.33±0.63 gegenüber Arm B:2.24±0.60, statistisch signifikant (p<0.0001)

 

4.

Arm A:5.4±3.6 gegenüber Arm B: 10.2±3.6, statistisch signifikant (p=0.0001)

 

5.

Arm A: 3.9±2.9 gegenüber Arm B:9.5±3.9, statistisch signifikant (p=0.0001)

 

6.

Arm A:5.2±3.4 gegenüber Arm B:10.1±3.6, statistisch signifikant (p=0.0001)

 

7.

Arm A:6.9±0.8 Wochen gegenüber Arm B:5.7±1.2, statistisch signifikant (p=0.0014)

 

8.

Arm A:6.6±1.6 Wochen gegenüber Arm B:5.7±1.4, statistisch signifikant (p=0.0048)

 

9.

Arm A:5.2/7.3±1.5/0.8 Wochen gegenüber Arm B:3.6/6.1±0.5/1.3, statistisch signifikant (p=0.0092/0.0064)

 

10.

Arm A: keine Auswertung N=3, vollständiges/gutes Ansprechen in N=32/16, moderates Ansprechen N=1, schlechtes/gar kein Ansprechen/Progress N=1 vs. Arm B: keine Auswertung=4, vollständiges/gutes Ansprechen N=23/15, moderates Ansprechen N=5, schlechtes/gar kein Ansprechen/Progress N=0,

Gruppenunterschied statistisch nicht signifikant (p=0.23)

 

11.

Arm A: keine Auswertung N=15, vollständiges/gutes Ansprechen N=25/7, moderates Ansprechen N=1, schlechtes/gar kein Ansprechen/Progress N=5 vs. Arm B: keine Auswertung N=18, vollständiges/gutes Ansprechen N=17/9, moderates Ansprechen N=1, schlechtes/gar kein Ansprechen/Progress N=2, Gruppenunterschied statistisch nicht signifikant (p=0.76)

 

Zusammenfassung der Autoren:

„Die vorliegende Studie gibt Hinweise darauf, dass Enzyme akute Nebenwirkungen von Radiotherapien bei Patienten mit Plattenepithelkarzinomen im Kopf- Hals Bereich reduzieren können.“

Schmerzen, Fieber, Schwäche, Erbrechen, Juckreiz, Schwellungen, Hämoptyse; kein Unterschied zwischen den Armen (p=kA)

Keine Angaben zu den CoI

 

„The authors thank Dr. W. Schiess (Mucos Pharma Geretsried, Germany) for his contributions during study conduct and manuscript preparation.”

PRO:

Ethikvotum vorhanden.

 

Bonferroni Holm Korrektur für multiples Testen angewendet

 

Ausführliche Angabe der Baseline Kriterien

 

Überprüfung der Patienten Compliance (Tabletten zählen)

 

Follow-up durchgeführt (auch wenn hohe Attrition)

 

CONTRA:

Keine Verblindung

 

Keine Placebogruppe, obwohl es gut umsetzbar gewesen wäre

 

In den Auswertungen unterscheiden sich die Anzahl der Patienten, manchmal mit zugehöriger Erklärung und manchmal ohne

 

Nur eine Einzelperson hat alle Auswertungen vorgenommen

2b

Gujral (2001): In dieser Studie wurden 100 Patienten mit Krebs im Kopf-Hals Bereich eingeschlossen, welche eine Strahlentherapie erhielten. Eine Gruppe von 53 Personen erhielt dabei zusätzlich eine Enzymtherapie in Tablettenform (10mg Papain, 40mg Trypsin, 40mg Chymotrypsin), die während der Bestrahlung eingenommen wurde. Eine weitere Gruppe von 47 Personen erhielt hingegen, außer der vorgesehenen Strahlentherapie, keine weitere Therapie oder Medikamente. Die Fragestellung dieser Studie ist nun, ob durch die zusätzliche Enzymeinnahme die Nebenwirkungen der Strahlentherapie im Kopf Hals Bereich gemindert werden können. Typische Nebenwirkungen der Strahlentherapie sind Schleimhautentzündungen, Hautreaktionen und Schluckstörungen. Zum einen wird ausgewertet welche maximale Stärke die Nebenwirkungen erreicht haben und wie hoch sie über den Studienzeitraum waren. Grafisch wird in der Studie beschrieben, dass die Nebenwirkungen bei den Patienten mit zusätzlicher Enzymeinnahme langsamer und später ansteigen, weniger hoch ausfallen und auch deutlich früher abklingen. Die Autoren sprechen aufgrund ihrer Ergebnisse davon, dass die Enzyme eine Rolle zur Reduzierung von Nebenwirkungen bei Krebs im Kopf- und Halsbereich spielen. Diese Studie zieht einen Vergleich mit Patienten, die gar keine zusätzliche Behandlung erhalten, sodass möglicherweise auch der Placeboeffekt einen Einfluss haben kann. Zudem fällt auf, dass in den verschiedenen Auswertungen die Anzahl der Patienten variiert. In manchen Fällen wird dies erklärt, zum Teil gibt es jedoch keine Begründungen.