Laali et al. (2020)

Komplementärmedizin · Version 2.0

Referenz

Studientyp

 

Patienten-merkmale

Intervention/

Kontrolle, Beobachtung

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwir­kungen

Finanzierung/ Interessens-konflikte

Methodische Bemerkungen

Evidenz-klasse (Oxford)

 

 

 

 

 

 

 

 

 

 

Laali et al.(2020): Effect of Selenium on Incidence and Severity of Mucositis during Radiotherapy in Patients with Head and Neck Cancer, Oral Health Prev Dent 2020

Monozentrisch

 

doppelt verblindet

 

randomisiert

 

2 Arme

 

Anzahl eingeschlossener Teilnehmer: n=84

 

Ausgewertet: A Flowchart n=33, laut Autoren in den Resultaten n=37, B n=34

 

Attrition, Drop-out Flowchart: A: 9 (1 unzureichende Teilnahme und bekamen deshalb Intervention nicht, 4 Lost to follow up = 1 Unterbrachen Einnahme, 4 Unterbrachen RT), B: 8 (4 unzureichende Teilnahme und bekam deshalb Intervention nicht, 4 im follow-up: unterbrachen RT)

 

Iran, Februar 2015-März 2017

 

Kopf-Hals Tumore

 

RT (mind. 2/3 Mundhöhle), etwa die Hälfte in beiden Armen mit Cisplatin-Cth über 7 Wochen

 

Geschlecht (weiblich): A: 32,1%, B: 26,5%

 

Alter (MW, Range):

A: 52.14,22-81; B: 54.74, 18-81

 

Arm A:

N= 42

2x 200 mcg Selenium Tabletten täglich (Anfang der RT bis Ende) plus Anwendung oraler Kochsalzlösung und Mundhygiene, Überprüfung Zahnstatus

 

Arm B:

N= 42

Placebo, 2x täglich (Anfang der RT bis Ende) plus Anwendung oraler Kochsalzlösung und Mundhygiene, Überprüfung Zahnstatus

 

Selenium:  Webber Naturals, Coquitlam, BC, Canada, 200 mcg

 

Prim. Endpunkte

1. Auftreten, Dauer und Schwere von oraler

Mukositis (WHO: Grad 0-4, Wöchentliche Kontrolle des Mundstatus während der RT, danach monatlich durch Arzt und einen Autor)

 

Zusätzlich: Messung des Selenspiegels zur Baseline und Ende der RT, ohne signifikanten Unterschied zum Ende der RT (p=0.24), Grad der Neutropenie wurde überwacht, jedoch kein Unterschied in Cth Subgruppe

 

Studienlänge nicht direkt gegeben, Interventionslänge 7 Wochen, Kaplan-Meier Kurve bis 12 Wochen

 

Zu 1.

Kein Unterschied zwischen den Gruppen im Auftreten (in Wochen MW±SD: A 1.61 ± 0.83 vs. B 1.70 ± 1.05, p=0.31), Dauer (in Tagen Grad 1-4: A 46.97±20.26 vs. B 50.44±17.56; p=0.27; Grad 3 oder 4: A 10.97±11.49 vs. B 14.00±13.67; p=0.34), Entwicklung schwerer oraler Mukositis (Grad 3 oder 4 A n=25 und B n=20 Patienten, Log-Rank p=0.78) oder kumulativer Inzidenz (A: 97.3%, B: 100%; p=0.79), sign. Unterschied für Inzidenz schwerer Mukositis zu Woche 3: A 9.8% vs. B 42%; p=0.017

 

Zusatz: Entwicklung von oraler Mukositis bei Patienten mit Selenspiegeln >65 mcg/l zur Baseline signifikant verzögert (p = 0.04, keine weitere Erläuterung gegeben)

 

Zusammenfassung der Autoren: „In conclusion, selenium supplementation at a dose of 400mcg per day during radiation has no effects on the selenium level or the incidence and severity of OM.”

 

Keine Angabe zu NW/WW

 

 

Keine Finanzierung

 

Keine Angabe zu Interessenskonflikten

 

PRO:

Ethikvotum

 

Poweranalyse

 

Selenspiegel am Anfang und Ende der Radiotherapie erhoben

 

Adherenz wird geprüft mit Selbstbericht

 

CONTRA:

Keine Intent-To-Treat Analyse

 

Laut Autoren sind Charakteristika zur Baseline vergleichbar, jedoch keine Angabe von einer statistischen Analyse

 

Keine Erläuterung wie doppelte Verblindung gewährleistet wurde

 

Unklar wessen Baseline-Werte berichtet werden, hier werden für B augenscheinlich die 34 Patienten gegeben, die ausgewertet wurden; jedoch für A Charakteristika von 37 Patienten, obwohl am Ende (laut Flow Diagramm) nur 33 ausgewertet wurden

 

Unstimmigkeiten zwischen analysierten Patienten in A: laut Flow Diagramm n=33, laut Resultaten/ demographischen Angaben n=37; Drop-out in A nicht nachvollziehbar dargestellt

 

Kleine Stichprobe

 

Selenspiegel in A war nach Supplementation nicht signifikant höher als in B zudem stieg auch der Selenspiegel in B über die Studie an

 

Analysen in den Ergebnissen sehr undurchsichtig, die meisten werden im Methodikteil nicht berichtet (post-hoc Analysen) und die Ergebnisse werden ohne unterstützende Tabelle oder Erläuterung der Analyse gegeben, womit sie schwer nachvollziehbar sind

 

Zeitlinie der Studie schwer nachvollziehbar, da unklar ist, von wann die Werte zum „Ende der Studie“ sind, Intervention war nur 7 Wochen, jedoch wird die Kaplan-Meier Kurve bis Woche 12 gegeben

 Level 2

Laali et al. (2020): In dieser Studie wurden 84 Patienten mit bereits bestehenden Kopf-Hals-Tumoren eingeschlossen. Diese Patienten wurden zufällig in zwei Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe (37 Patienten) erhielt täglich 400 Mikrogramm Selen, während die andere Gruppe (34 Patienten) Placebotabletten bekam. Beide Gruppen erhielten neben den Tabletten die reguläre kombinierte Radiochemotherapie. Untersucht wurde das Auftreten von Entzündungen der Mundschleimhaut, welche eine häufige Nebenwirkung der Radiochemotherapie darstellt. Dazu wurden am Anfang der Studie sowohl der Blutselenspiegel als auch der aktuelle Zustand der Mundschleimhäute erhoben. Während der Einnahme der Tabletten wurde wöchentlich die Mundhöhle untersucht und der Grad der Schleimhautentzündung eingeschätzt. Es konnte kein bedeutsamer Unterschied zwischen den beiden Gruppen festgestellt werden, was das Auftreten von Mundschleimhautentzündungen betrifft. Auch konnten am Ende der Studie keine Unterschiede zwischen den Selenspiegeln der beiden Gruppen festgestellt werden. Die Studie hat insgesamt eine geringe Teilnehmeranzahl und die Anzahl der Patienten, die am Ende in die Analyse eingeschlossen wurden ist nicht nachvollziehbar dargestellt.