Argyriou et. al. (2006b)

Komplementärmedizin · Version 2.0

Referenz

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Intervention/

Kontrolle, Beobachtung

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finanzierung/ Interessenskonflikte

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Argyriou (2006b). Preventing Paclitaxel-Induced Peripheral neuropathy: A Phase 2 Trial of Vitamin E Supplementation. Journal of Pain and Symptom Management. Ref.ID: 503

Monozentrisch

offen mit blinder Auswertung

randomisiert

2 Arme

 

Eingeschlossen: N = 37, Ausgewertet: N = 37 (ITT) und N = 32 (EFF = alle Pat., die Studie beendet)

 

Land: kA, Zeitraum: kA

Verschiedene Karzinomarten (nicht-myeloisch und ohne periphere Neuropathie/ andere system. Erkrankungen assoziiert mit Nervverletzung in Vergangenheit)

Alle Stadien

 

62.2% weiblich,

Alter: Mittelwert (SD) = 57.0 (9.9) (ITT)

 

CTX: Paclitaxel basiertes Regime

Arm A:

N = 18 (ITT); N = 16 (EFF)

CTX + Vitamin E, synth. DL-α-Tocopherylacetat, oral, 300mg, 2x täglich, Dauer: während CTX bis 3 Monate danach

 

Arm B:

N = 19 (ITT); N = 16 (EFF)

CTX

T0: Baseline, T1 bzw. T2: nach 3. bzw. 6. CTX-Zyklus, T3: 3 Mon. post-CTX

Prim. Endpunkt

1. CTX induzierte periphere Neuropathie (CIPN) (Neurological Symptom Score (NSS); Neurological Disability Score (NDS); neurophysiolog.; elektrophysiolog. Messungen: zusammengefasst in PN-Score mit Abstufungen mild (1-11), moderat (12- 23) und schwer (>24))

Sekund. Endpunkte

2. Toxizität Vitamin E

3. Funktionale Fähigkeiten (erhoben mit Hughes’ Functional Grading Scale (FGS))

Zu 1.

Anzahl mit PIPN

ITT: A: 5/18 (27.8%); B: 13/19 (68.4%); p = 0.032

EFF: A: 3/16 (18.7%); 10/16 (62.5%); p = 0.03; RR = 0.3 (95% KI: 0.1, 0.9)

PIPN-Score. Mittelwert (SD):

ITT: nicht berichtet

EFF: A: 2.25 (5.1) (Range: 0-15), B: 11 (11.63; Range: 0-32); p = 0.01

Neurolog. Daten (Anzahl Pat.)

A: v.a. Taubheit/ Parästhesien begrenzt auf Finger/Zehen (N = 1), Stocking-and-Glove Distribution (N = 2), Knöchel Hyporeflexie (N = 2)

B: v.a. Taubheit/ Parästhesien begrenzt auf Finger/Zehen (N = 3), bzw. ausgeweitet auf Knie/Ellenbogen (N = 3), Stocking-and-Glove Distribution (N = 4)

Neurophysiolog. Daten

Jeweils sign. Unterschied bzgl. Amplitude sensor. Aktionspotential:

N. ulnaris (p = 0.014), peroneus superfic. (p = 0.003); N. suralis (p = 0.008)

Ansonsten keine sign. Unterschiede

Zu 2.

s. Spalte NW

Zu 3.

Anzahl Pat.

ITT: nicht berichtet

EFF: A: Grad 0: 13/16; Grad 1: 2/16, Grad 2: 1/16; B: Grad 0: 6/16; Grad 1: 5/16, Grad 2: 4/16; Grad 4: 1/16

Zusammenfassungder Autoren:

“The current Phase II study confirmed our initial results on the potential beneficial effect of vitamin E for prophylaxis against CIPN.”

Laut Angabe keine NW

 

Anzahl NW (ITT): A: 16/18 (88.8%); B: 18/19 (94.7%); p = 0.96 (v.a. Übelkeit, Erbrechen und Haarausfall, keine NW mit Vitamin E assoziiert, kein Todesfall durch Vitamin E verursacht

Keine Angaben zu COI

PRO:

Ethikvotum

CONTRA:

Fehlende Verblindung der Untersucher/Patienten

Moderater Dropout (A:11%, B: 16%)

Kleine Stichprobe ohne Poweranalyse

Getrennte Intention-to-treat- (ITT)- und alle die die Studie beendet (EEF)-Analyse, aber bei den meisten Endpunkten nur EFF

Schlechte Berichtqualität (z.B. teilweise fehlende Angaben zur ITT-Population, keine Angaben zum Krebsstadium, keine Angaben, über die Entwicklung der PIPN im Laufe der Studie)

1b-

Argyriou (2006b). In dieser Studie wurde bei verschiedenen Krebspatienten die Wirksamkeit von Vitamin E hinsichtlich der Prävention peripherer Neuropathie (eine häufige mit Chemotherapie assoziierte Nebenwirkung) während der Chemotherapie untersucht. In der Gruppe von Patienten, die zusätzlich zur Chemotherapie zweimal täglich Vitamin E einnahmen tauchen bedeutsam weniger Fälle von peripherer Polyneuropathie auf, als in der Kontrollgruppe, die lediglich Chemotherapie erhielten. Zudem war die periphere Polyneuropathie laut Autoren der Studie in der Vitamin E-Gruppe im Durchschnitt weniger schwer ausgeprägt als in der Kontrollgruppe. Kritikpunkte dieser Studie waren die kleine Stichprobe, die fehlende Verblindung und weitere mögliche Verzerrungen der Studie wegen der schlechten Berichtqualität nicht ausgeschlossen werden können.