Stendell-Hollis et. al. (2010)

Komplementärmedizin · Version 2.0

Referenz

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Intervention/

Kontrolle, Beobachtung

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finanzierung/ Interessenskonflikte

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Stendell-Hollis (2010): Green tea improves metabolic biomarkers, not weight or body composition: a pilot study in overweight breast cancer survivors.

Journal of human nutrition and dietetics: the official journal of the British Dietetic Association.

Ref.ID: 806

Pilotstudie

 

Prospektiv

 

Mono- oder multizentrisch: k.A.

 

Doppelt verblindet

 

Randomisiert

 

2 Arme

 

Anzahl eingeschlossener Teilnehmer: N=54 (Anzahl Teilnehmer, die die Studie beendet haben: N=39; Attrition: N=6 in Arm A, N=9 in Arm B)

 

USA, Zeitraum k.A.

Brustkrebsüberlebende

 

Übergewichtig/fettleibig (BMI= 25-40kg/m2)

 

Abschluss der Erstbehandlung für invasiven Brustkrebs im Frühstadium (I-III) mindestens 12 Monate vor und nicht mehr als 10 Jahre vor der Aufnahme in die Studie

 

Geschlecht: 100% weiblich

 

Alter:

Arm A:

MW=56.6; SD=8.1,

Arm B:

MW=57.8;

SD=8.5;

Gemeinsamer MW=57.1; SD=8.2

Arm A:

N=29,

Grüner Tee, koffeinfrei, 960ml täglich (=4 Beutel, inkl. 128.84mg EGCG);

1 Teebeutel mit 240ml Wasser aufbrühen und für 3 Minuten ziehen lassen

 

Arm B:

N=25,

Placebo, Zitrus-basierter Kräutertee, Einnahme s.o., beinhaltet kein EGCG

 

Dauer: 6 Monate

T0: Baseline, T1: nach 6 Monaten

 

Prim. Endpunkte

1. Körpergewicht: Messung unter Verwendung standardisierter Protokolle

 

2. Körperzusammensetzung (BMI, Körperfettanteil): Messung mittels Dual-Energie-Röntgenabsorptionsmessung (DXA) nach standardisierten Verfahren

 

Weiterhin erhoben wurden Metabolische Parameter und Lipidprofile.

 

 

Zu 1.

Arm A: Das durchschnittliche Körpergewicht wurde zu T1 um 1.2 kg reduziert,

Arm B: Das durchschnittliche Körpergewicht stieg zu T1 leicht um 0.2 kg, diese Unterschiede waren nicht signifikant (p=0.23)

 

Zu 2.

Arm A: Der BMI wurde zu T1 um 0.5 kg/m2 reduziert, der Körperfettanteil zu um 0.6%,

Arm B: Der BMI ist zu T1 gleichgeblieben, der Körperfettanteil stieg zu leicht um 0.4%, diese Unterschiede waren nicht signifikant (p=0.22 für BMI, p=0.21 für Körperfett)

 

Zusammenfassung der Autoren: „Die Ergebnisse dieser Pilotstudie zeigen eine Verbesserung des Stoffwechsels bei täglichem koffeinfreien Grünteekonsum über einen Zeitraum von 6 Monaten ohne signifikante Reduktion von Körpergewicht, BMI oder Körperfett bei übergewichtigen Brustkrebsüberlebenden."

Keine Angaben zu NW

 

Abbruch von 4 Probanden aufgrund von Intoleranz bzw. nicht Mögens des Tees (unklar welche Gruppe)

Laut Angabe keine CoI

 

Die Arbeit wurde von der National Susan G. Komen Foundation (Brustkrebsorganisation) und dem Arizona Cancer Center unterstützt.

PRO:

Ethikvotum

 

Run-in Periode

 

Kontrolle der Therapieadhärenz (durch die Verwendung von täglichen Teeprotokollen und die Teilnehmer mussten alle benutzten und unbenutzten Teebeutel an die Klinik zurückgeben, Compliance war mit > 94% in beiden Gruppen sehr gut)

 

Testung der geschmacklichen Vergleichbarkeit der Teesorten (auch wenn nur mit n=6)

 

Kontrolle der generellen Nahrungsaufnahme über AFFQ und Einbezug in Analyse

 

Testung auf Normalverteilung der Daten (Baseline)

 

CONTRA:

Insgesamt kleine Stichprobengröße

 

Hohe Attrition

 

Per-protocol Auswertung (Intention-to-treat wäre besser)

2b

Stendell-Hollis (2010): In dieser Studie wurden 54 übergewichtige Patientinnen mit einer überlebten Brustkrebserkrankung in eine von zwei Gruppen eingeteilt. Die eine Gruppe trank täglich 960ml koffeinfreien Grünen Tee (inkl. 128.84mg EGCG) für 6 Monate und die Kontrollgruppe trank Kräutertee. Weder die Teilnehmer noch die Studienleiter wussten, zu welcher Gruppe sie gehören. Sowohl vor Beginn der Studie als auch nach den 6 Monaten wurde neben verschiedenen Laborparametern auch das Gewicht, der BMI und der Körperfettanteil untersucht und miteinander verglichen. Dabei zeigten sich keine signifikanten Unterschiede hinsichtlich Gewicht, BMI und Körperfettanteil zwischen beiden Gruppen. Positiv anzumerken ist die insgesamt gute Berichterstattung und die Kontrolle der Therapieeinhaltung mittels Teeprotokoll und Rückgabe der benutzten und unbenutzten Teebeutel. Nachteilig sind allerdings die kleine Stichprobengröße und die relativ hohe Anzahl an Teilnehmern, die die Studie nicht beendet haben.