Rastelli et. al. (2011)

Komplementärmedizin · Version 2.0

Referenz

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Intervention/

Kontrolle, Beobachtung

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finanzierung/ Interessenskonflikte

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Rastelli (2011): Vitamin D and aromatase inhibitor-induced musculoskeletal symptoms (AIMSS): A phase II, double-blind, placebo-controlled, randomized trial. Breast cancer research and treatment.

Ref.ID: 422

Monozentrisch,

doppelt,

randomisiert,

Phase 2,

2 Arme,

 

Eingeschlossen: N = 60,

Ausgewertet: N = 58,

 

Land: kA, 01.2006-02.2009

Mammakarzinom

I-IIIB

Seit mind. 8 Wochen Aromatasehemmer (Anastrozol, Letrozol oder Exemestan)

25OHD Spiegel (ng/ml) Mittelwert (SD): A: 23.0 (4.6), B: 22.0 (4.7)

 

weiblich

Alter:

Mittelwert (SD): 61.5 (8.3)

 

1000 mg Calcium + 400 IU Vitamin D3 täglich

Arm A: N = 28

Vitamin D2

oral,

50000IU

 

Stratum A:

Baseline Spiegel 25OHD zw. 20 und 29ng/ml:

1xWoche

Dauer: 8 Wochen

Danach: 1xMonat bis Studienende

 

Stratum B:

Baseline Spiegel 25OHD 10-19ng/ml:

1xWoche, Dauer: 16 Wochen, Danach: 1xMonat bis Studienende

 

Arm B: N = 29

Stratum A und B:

Placebo jeweils analog zu Arm A

T0, T1: nach 2 Mon., T2: nach 4 Mon. T3: nach 6 Mon.

Primärer Endpunkt:

1. Muskel-Skelett- Schmerzen, erhoben mit FIQ, BPI (Schmerzintensität und Schmerzinterferenz), HAQ-DI: T0-T3)

 

Sekundärer Endpunkt:

2. Knochenmineraldichte (BMD), erhoben mit DEXA: T0, T3

Vitamin-D-Spiegel: 25OHD (ng/ml) Mittelwert (SD), T3: A: 29.7 (8.8), B: 25.5 (4.2); p = 0.03

Anzahl Pat. ≥ 30 ng/ml (%):

A: 9/21 (42.9), B: 3/26 (11.5); p = 0.02

Zu 1.

Nach 2 Monaten (Stratum A und B zusammen, kontrolliert für Baseline-Wert):

FIQ-Schmerz:

A: 3.3 (2.2), B: 4.6 (2.0); p = 0.0045

BIP:

Schlimmster Schmerz:

A: 3.6 (2.1), B: 5.1 (2.1); p = 0.041

Durchschnittl. Schmerz:

A: 2.7 (2.1), B: 3.7 (1.8); p = 0.0067

Schmerzintensität:

A: 2.7 (1.9), B: 3.5 (1.5); p = 0.04

Schmerzinterferenz:

A: 1.8 (1.7), B: 2.5 (1.7); p = 0.034

HAQ-DI:

A: 0.5 (0.5), B: 0.7 (0.6), ns

Nach 4 und 6 Monaten: keine sign. Unterschiede zw. Arm A und B

Mittelwert (SD) gemittelt über alle Zeitpunkte

Stratum A:

keine sign. Unterschied zw. Arm A und B

FIQ-Schmerz:

A: 4.2 (2.4), B: 4.4 (2.3)

BIP:

Schlimmster Schmerz:

A: 4.2 (2.7), B: 4.9 (2.3),

Durchschnittl. Schmerz:

A: 3.2 (2.5), B: 3.6 (2.0),

Schmerzintensität:

A: 3.1 (2.2), B: 3.4 (1.8),

Schmerzinterferenz:

A: 2.2 (2.0), B: 2.1 (1.7),

HAQ-DI:

A: 0.5 (0.5), B: 0.8 (1.4),

Stratum B:

FIQ-Schmerz:

A: 3.8 (2.4), B: 4.8 (2.3); p = 0.04

BIP:

Schlimmster Schmerz:

A: 3.9 (2.4), B: 4.7 (2.5), ns

Durchschnittl. Schmerz:

A: 3.0 (2.1), B: 3.7 (1.7); p = 0.03

Schmerzintensität:

A: 2.9 (1.9), B: 3.7 (1.7); p = 0.03

Schmerzinterferenz:

A: 1.5 (1.3), B: 2.9 (2.2); p = 0.04

HAQ-DI:

A: 0.4 (0.3), B: 1.0 (0.7), ns

Zu 2.

keine sign. Unterschiede zw. Arm A und B:

Mittelwertsveränderung (SD) in g/cm²

Wirbelsäule: A: 0.12 (0.82), B: -0.36 (0.75); p = 0.67

Oberschenkelhals: A: 0.45 (0.72), B: -1.39 (0.66); p = 0.06

gesamter Oberschenkel: A: -0.005 (0.69), B: 0.04 (0.63); p = 0.96

 

Zusammenfassung der Autoren:

“In conclusion, this study demonstrated that weekly high doses of vitamin D2 are effective at reducing AIMSS when given after initiation of AI therapy. Optimal approaches for Vitamin D supplementation in this population should be further investigated.”

Laut Angaben keine NW

 

i-PTH Spiegel

Anzahl Pat. ≥ 72 pg/ml (%) nach 6 Mon.:

A: 4/20 (20), B: 0/26 (0), p = 0.03

 

24h Urin-Kalziumspiegel (mg/cr)

≥ 250 mg/cr (%) nach 6 Mon:

A: 4/28 (14.3), B: 1/29 (3.5), ns.

 

Keine Angaben zur Finanzierung

 

Keine Angaben zu CoI

PRO:

Doppelte Verblindung

 

Hohe Compliance-Rate (96%)

Intention-to-treat

Angaben zur Entwicklung des Vitamin-D-Spiegels

 

CONTRA:

Kleine Stichprobe (gemäß Poweranalyse > 30 pro Gruppe)

Hohe Dropout-Rate nach 6 Monaten: A: 30%, B: 13%

Multiples Testen (alle Zeitpunkte einzeln miteinander verglichen)

Schlechte Berichtqualität

2b

Rastelli (2011). In dieser Studie wurden Brustkrebspatientinnen, die vor Studienbeginn schon mind. 8 Wochen eine Aromatasehemmer-Therapie erhalten hatten hinsichtlich typischer Nebenwirkungen (Muskel-Skelett-Erkrankungen, AIMSS) dieser Behandlung untersucht. Eine Gruppe bekam zusätzlich zur Vitamin-D/Kalzium-Standardbehandlung anfangs wöchentlich und danach monatlich Vitamin D2 und die andere Gruppe bekam ein Placebo. Je nach Vitamin-D-Spiegel zu Beginn der Behandlung unterschied sich die Dauer der wöchentlichen Dosis. Nach zwei Monaten fanden sich bedeutsame Unterschiede zwischen den beiden Gruppen bezüglich des erlebten Schmerzes zugunsten der Vitamin-D2-Gruppe, aber nicht bezüglich der AIMSS-Symptome. Nach vier und sechs Monaten waren keine Gruppenunterschiede mehr zu sehen. In einer weiteren Analyse wurden die Gruppenunterschiede getrennt für Patienten mit höherem Vitamin D Spiegel zur Beginn der Studie und denen mit niedrigerem Spiegel betrachtet. Dabei zeigte sich bei Patientinnen mit höherem Spiegel über die gesamte Studiendauer keine Unterschiede zwischen Vitamin-D2- und Placebo-Gruppe, aber bei denen mit niedrigerem Spiegel wurde in der Vitamin-D2-Gruppe bedeutsam weniger Schmerz berichtet. Positiv an dieser Studie ist die Berücksichtigung des Vitamin-D-Spiegels und die hohe Rate an Patientinnen, die die Mediakation wie vorgegeben eingenommen haben. Diese Studie hat jedoch durch die sehr kleine Stichprobe und eine hohe Ausfallrate vor allem in der Vitamin-D2-Gruppe eine deutlich geminderte Aussagekraft.