Margalit et. al. (2012)

Komplementärmedizin · Version 2.0

Referenz

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Intervention/

Kontrolle, Beobachtung

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finanzierung/ Interessenskonflikte

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Margalit (2012): Beta-carotene antioxidant use during radiation therapy and prostate cancer outcome in the Physicians' Health Study. International journal of radiation oncology, biology, physics.

Ref.ID: 169

 

Prospektiv

monozentrisch

doppelt

randomisiert

2 Arme,

 

Eingeschlossen: N = 383 ,

Ausgewertet:

N = 383

(Teilstichprobe des Physicians' Health Study-Datensatz)

 

Land: USA Zeitraum: 1982-2003

Prostatakarzinom

T1-4, N0-1

 

0% weiblich

Alter: Median: 73

 

RTX

Arm A: N=192

RTX + Betacarotin

50mg jeden 2. Tag

oral

Beginn: “at the time of radiation therapy”

 

Arm B: N = 191

RTX + Placebo

 

Zusätzliche Vergleichsstichproben (stammen auch aus Physicians' Health Study- Datensatz):

n = 690

statt RTX Prostatektomie mit (Arm C) und ohne (Arm D) Betacarotin

Alter: Median: 65.6

Primäre Endpunkte:

1. Zeit zwischen RTX-Beginn und Tod oder Auftreten von Knochenmeta stasen)

Zu 1.

 Median Follow-up 10.5 Jahre (Range: 0.3-27.2)

 

Anzahl Todesfälle/Patienten mit Metastasen,

A: 22, B: 31

Metastasen: A: 2, B: 6

Tod: A. 20, B: 25

HR 0.72 (95% KI: 0.42,1.24); p = 0.24

Kontrolliert für Alter, Gleason score, PSA und Stadium:

HR 0.85 (95% KI: 0.49,1.50), ns

d.h. unabhängig von kontrollierter Variablen gibt es keine Gruppenunterschiede

 

Interaktion RTX-Form (external beam radiation vs. brachytherapy)

Interaktion zw. Gruppe und RTX:

p = 0.52

d.h. auch unter Berücksichtigung der RTX-Form hat Betacarotin keinen Effekt auf letales Prostatakarzinom

 

Anzahl letaler Fälle in Vergleichsstichprobe (Median Follow-up: 14.8):

C: 35, D: 17;

HR: 1.92 (95% KI: 1.08,3.43); p = 0.03

Im Betacarotin-Arm sign. mehr letale Fälle

 

Kontrolle von Alter, Gleason score, PSA und Stadium:

HR = 1.54 (95% KI: 0.86,2.78); p = 0.15

 

Zusammenfassung der Autoren:

“In summary, our data show that the use of supplemental beta-carotene during radiation therapy, at doses commonly found in nutritional supplements, is not associated with the risk of prostate cancer death or metastases.”

Keine Angaben zu NW

Laut Angabe keine CoI.

 

Studie finanziert von National Institutes of Health, Studienpräparate teilweise bereitgestellt von BASF Corporation (Florham Park, NJ), Wyeth Pharmaceuticals (Madison, NJ), and DSM Nutritional Products, Inc. (formerly Roche Vitamins) (Parsippany, NJ); and the Prostate Cancer Foundation (LAM).

 

Howard D. Sesso bekam in letzten 5 Jahren Forschungsgelder von National Institutes of Health, the American Heart Association, the American Cancer Society, the California Strawberry Commission, and the Tomato Products Wellness Council, Roche Vitamins, Inc (now DSM Pharmaceuticals) and Cambridge Theranostics, Ltd; Berater von Iovate Health Sciences USA, Inc.

PRO:

Ethikvotum

Große Stichprobe

Doppelte Verblindung

Hohe Compliance-Rate (80%)

CONTRA:

Randomisierungsvorgang unklar

Gruppenunterschiede T0 (Gleason Score ≥ 6: A: 43%, B: 33%)

Auch 6% der Kontrollgruppe nehmen Vitamin A oder Betacarotin

Keine Angaben zum Dropout in dieser spezifischen Radiotherapie-Stichprobe

Schlechte Berichtqualität, z.B. fehlen wichtige Patientencharakteristiken, kaum Angaben zur Vergleichsstichprobe)

1b-

Margalit (2012): In dieser Studie wurde untersucht, ob eine Betacarotin-Gabe (d.h. eine Vorstufe von Vitamin A) zusätzlich zur Radiotherapie die Überlebenszeit verkürzt oder früher Metastasen auftreten. Es zeigten sich keine Unterschiede zwischen Patienten, die Radiotherapie und Betacarotin erhielten und denen, die zusätzlich zur Radiotherapie nur ein Placebo bekamen. Es machte auch keinen Unterschied, welche Radiotherapie-Form die Patienten erhielten. In einer Vergleichsstichprobe, bei denen statt der Radiotherapie eine operative Tumorentfernung durchgeführt wurde, traten in der Betacarotin-Gruppe bedeutsam mehr Todesfälle und Metastasen auf. Dieser Unterschied verschwand jedoch, wenn man in den Berechnungen unter anderem Alter und Krebsstadium mitberücksichtigte. Ein Vorteil dieser Studie ist die große Stichprobe und die doppelte Verblindung (Untersucher und Patienten wissen nicht, in welcher Gruppe sie sind). Es gibt jedoch einige Kritikpunkte. Es kann nicht ausgeschlossen werden, dass sich die beiden Gruppen schon zu Beginn der Studie unterschieden und da die Stichprobe aus einem großen Datensatz entnommen wurde, konnten nur die Variablen berichtet und berücksichtigt werden, die in diesem Datensatz erfasst wurden.