Puri et. al. (2010)

Komplementärmedizin · Version 2.0

Referenz

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Intervention/

Kontrolle, Beobachtung

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finanzierung/ Interessenskonflikte

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Puri (2010): Lycopene in treatment of high-grade gliomas: A pilot study.

Neurology India.

Ref.ID: 583

Prospektiv

 

Mono-zentrisch

 

k.A.

 

randomisiert,

 

2 Arme,

Eingeschlossen: N =50 ,

Ausgewertet:

N = 44 (keine Intent-to-treat-Analyse)

 

Indien, 11.2002-11.2003

 

High-grade gliomas

 

Stadium k.A.

 

24 % weiblich

Alter:

Mittelwert (SD) = 38.28 (14.07);

Median: 38;

Range: 10-66

 

Post-OP

 

RTX + CTX (Paclitaxel)

 

 

Arm A:

N = 25

RTX + CTX+ Lycopin

 

oral

 

8mg

täglich

 

Tag 0 RTX

Dauer: 6 Wochen

 

Arm (B):

N = 25

RTX + CTX + Placebo

 

Primäre Endpunkte:

1. Ansprechrate MRT, SPECT und McDonald Kriterien: complete response (CR), partial response (PR), progressive desease (PD), stable desease (SD)

 

2. Progressionsfreies Überleben

Zu 1.

(Anzahl CR/PR/PD/SD/NA): kein sig. Unterschied zwischen den Gruppen (Arm A: 10/10/3/1/1, Arm B: 5/6/8/1/5; p= 0.100)

 

Zu 2.

(Mittelwert der Wochen):

Keine signifikanten Unterschiede zwischen den Armen (Arm A: 40.83, Arm B: 26.74; p= 0.089)

 

Zusammenfassung der Autoren: „Die ermutigenden Ergebnisse, die in unserer Studie erzielt wurden und die Belege aus neueren Übersichtsarbeiten über die Aufnahme von Nährstoffen in die Krebsbehandlung haben möglicherweise neue Perspektiven im Krebsmanagement eröffnet.“

Keine Angaben zu NW/WW

 

Keine Angaben zu CoI

CONTRA:

Keine Poweranalyse

 

McDonald Kriterien sind mittlerweile überholt

 

Sehr knappe Berichterstattung: keine Angaben zum Randomisierungsverfahren, Verblindung, Standardabweichungen oder Range der Ergebnisse.

 

Keine Angabe zum Ethikvotum.

2b

Puri (2010): In dieser Studie wurden 50 Patienten mit einem hochgradigen Gliom nach der OP sechs Wochen lang mit einer Radiotherapie und begleitender Chemotherapie behandelt. Eine Gruppe der Patienten hat zusätzlich Lycopin bekommen, die andere Gruppe einen Placebo. Die Gruppen waren zum Beginn der Behandlung vergleichbar. Sechs Monate nach der Intervention wurde anhand der McDonald Kriterien überprüft, wie sich die Entwicklung des Glioms verändert hat. Tendenziell sprachen mehr Patienten in der Lycopin-Gruppe auf das Treatment an und weniger Patienten hatten eine Progression zu verzeichnen. Diese Unterschiede zwischen den Gruppen konnten aber statistisch nicht bestätigt werden (nicht vom Zufall unterschieden werden). Das könnte an der relativ kleinen Stichprobe gelegen haben, da es in kleinen Stichproben schwieriger ist, einen Effekt auch statistisch nachzuweisen oder daran, dass es keinen relevanten Effekt gibt. Aus dieser Studie lassen sich keine Aussagen über die Wirksamkeit von Lycopin ableiten.