Tomaszewski et. al. (2014)

Komplementärmedizin · Version 2.0

Referenz

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Intervention/

Kontrolle, Beobachtung

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finanzierung/ Interessenskonflikte

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Tomaszewski (2014): Impact of Folate Intake on Prostate Cancer Recurrence Following Definitive Therapy: Data from CaPSURE. The Journal of urology.

Ref.ID: 765

Prospektiv

 

Kohortenstudie

 

Multizentrisch

 

Offen

 

Einarmige Studie

 

Eingeschlossen: N = 2134, Ausgewertet: N = 1153

 

Land: kA, 1995-2005; Messung mit FFQ: 2004-2005

 

Daten von CaPSURE (Datenbank)

Prostatakarzinom, T1(71%) -T2c

 

100% Männlich

 

Alter in Jahren zum Zeitpunkt der Diagnose: 23% 50 -59, 46% 60-69, 28% ≥ 70

 

RTX, OP, CTX

Arm A:

N = 1153

Ernährungsgewohnheiten: Einnahme von Folsäure (Unterteilung in Patienten mit RP, EBRT, BT und Höhe der Folsäureaufnahme)

Endpunkte

1. Fortschreiten/ Rezidiv der Krebserkrankung

 

2. Sekundäranalysen: Fortschreiten/Rezidiv nach RP (73%), EBRT (9%) und BT (18%)

 

Anmerkungen: Baseline, dann alle 6 Monate und Follow-up 08/2009

 

Definition Progression: Prostatakrebstod, Knochenmetastasierung, biochemisches Rezidiv, Initiierung einer Zweitbehandlung

 

Mittelwert Follow-Up: 34 Monate ± 20 Monate

 

Messung der Folsäureaufnahme mit FFQ

 

Zu 1.

Zu Follow-up: 101x Progression (8.76%), darunter BCR 62%, Zweitbehandlung bei 32%, Prostatakrebstod bei 4%, Knochenmetastasierung bei 2%

Die totale Folsäureaufnahme(709±326mcg), Nahrungsfolsäure (442±177mcg) und DFE (1058±578mcg) war nicht mit Fortschreiten/Rezidiv von Prostatakrebs assoziiert (adjustiertes Ergebnis)

 

Zu 2.

Patienten im niedrigsten Dezil der Nahrungsfolsäureaufnahme zeigen ein 2.6-fach erhöhtes Progressionsrisiko / Risiko des Rezidiv nach RP (HR 2.56; 95% KI: 1.23,5.29; p=0.01)

obwohl Gesamtfolsäure und DFE nicht mit Risiko verbunden waren;

Bei EBRT und BT Patienten kein Zusammenhang zwischen Fortschreiten/Rezidiv des Prostatakrebses und erhöhte Gesamtfolsäureaufnahme (HR 0.3; 95% KI: 0.03,2.3; p = 0.24) und Nahrungsfolsäure

(HR 0.27; 95% KI: 0.03,2.12; p = 0.21) oder DFE

(HR 0.66; 95% KI: 0.15,2.94; p = 0.59)

 

Zusammenfassung der Autoren:

„Folate consumption after prostate cancer diagnosis was not associated with the risk of prostate cancer progression after definitive therapy for clinically localized disease”.

Keine Angaben zu NW/WW

 

 

Unterstützt durch das

National Institutes of Health Grant (RO1 138444).

PRO:

Ethikvotum vorhanden.

 

Große Stichprobenanzahl

 

Sicherstellung der Vollständigkeit und Korrektheit der Daten durch zufällige Sichtungen alle 6 Monate

 

Einbezug von demographischen und klinischen Kovariaten und Ausschluss möglicher Störfaktoren

 

CONTRA:

Bei Sekundäranalyse: Anzahl der Patienten die EBRT oder BT erhielten zu gering für Gruppenvergleiche bzw. um einen Unterschied festzustellen

 

Ergebnisse nicht generalisierbar über RP Patienten hinaus

 

Angabe der Einnahme von Folsäure etc. durch Selbstberichte

 

Nur Erfassung der Einnahme von Folsäure ein Jahr vor Diagnose, keine Erfassung mehr nach Diagnose

 

Keine Angabe über Vergleichbarkeit der Subgruppen (Behandlung und Höhe der Aufnahme)

 

Biochemisches Rezidiv (PSA) wird als Teil der Progression gewertet. Unklar inwiefern klinisches Rezidiv gewertet wird.

 

Zusammenfassung der Ergebnisse von EBRT und BT = Ergebnisse können nicht einzeln für Subgruppen betrachtet werden (auch wenn Stichprobe wohl zu klein)

 

Äquivalenter Gebrauch von Progression und Wiederauftreten wirkt undurchsichtig und erschwert Verständnis, da inhaltlich keine Abgrenzung gemacht wird

2b-

Tomaszewski (2014): In dieser Studie wurden rückblickend die Daten von 1153 Patienten ausgewertet, die später mit einem Prostatakarzinom diagnostiziert wurden. In der Studie sind Patienten, welche eine radikale Prostatektomie (73%), eine perkutane Strahlentherapie (9%) oder einer Brachytherapie (18%) erhielten. Es wurde der mögliche Einfluss von Folsäureeinnahme im Jahr vor der Diagnose auf das Fortschreiten oder das Wiederauftreten des Krebses nach im Schnitt 34 Monaten untersucht. Es wurden keine Zusammenhänge von Folsäure und dem Wiederauftreten/Fortschreiten gefunden. Bei der Betrachtung des Fortschreitens, zeigten sich nur Ergebnisse für Patienten, welche eine radikale Prostatektomie erhielten. Hierbei fanden die Autoren, dass Patienten mit einer niedrigen Aufnahmemenge von Folsäure über die Nahrung im Vergleich zu Patienten mit einer hohen Aufnahmemenge, ein erhöhtes Risiko für das Wiederauftreten/Fortschreiten des Krebses zeigten. Methodisch ist eine wenig detaillierte Beschreibung der Rahmenbedingungen zu erwähnen. Die Ergebnisse sind wenig generalisierbar und beruhen auf statistischen Analysen welche auf einer Progressionsrate von nur etwa 9% (101 Personen von 1153) gründen, damit nur ein sehr kleiner Teil der Stichprobe. Durch die hohe Anzahl an Probanden können allerdings trotzdem Analysen durchgeführt werden. Nur bei der Analyse der Gruppen mit einer Strahlen- oder Brachytherapie reicht die Stichprobenanzahl für einzelne Analysen nicht mehr aus. Insgesamt können die Ergebnisse aufgrund der Untrennbarkeit von Fortschreiten und Wiederkehr nur mit Vorsicht interpretiert werden.