Leggett et. al. (2015)

Komplementärmedizin · Version 2.0

Referenz/ Referenz Primärstudien

Studientyp

 

Merkmale untersuchter Studien

(verglichene) Interventionen/ (ggf. Dosierung)

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finanzierung/ Interessenskonflikte

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Leggett (2015): The impact of complementary and alternative medicines on cancer symptoms, treatment side effects, quality of life, and survival in women with breast cancer - A systematic review. Nutrition and Cancer.

Ref.ID: 841

 

Eingeschlossene Primärstudien: MacGregor (2005), Nikander (2003), Quella (2000), Van Patten (2002)

 

Nicht relevante Primärstudien:

Rostock (2011), Jacobsen (2001), Hemandez& Pluchino (2003) u.a. zu Traubensilberkerze, Traubenkernextrakt, Guarana u.a. KAM-Interventionen

SR

 

bis Juli/August 2012

 

Web of Knowledge, Scopus, OVID (Medline), PubMed, Cochrane Trials, Handsuche der Literaturverzeichnisse und grauer Literatur

 

Einschlusskriterien: Brustkrebs, KAM, Englisch, klinische Stichproben. Aus-schlusskriterien: Stichprobe verschiedener Krebsarten, Vitamine, Mineralien

 

Anzahl Studien insgesamt= 22, davon zu Soya/ Isoflavone= 4, Anzahl untersuchter Personen für Soya/Isoflavone = 432

4 RCTs

 

Brustkrebs in der Vorgeschichte

 

In 3 RCTs Tamoxifen

 

Geschlecht 100% weiblich

 

Alter k.A.

Schottland, Finnland, USA, Kanada

Arten der Intervention:

 

MacGregor (2005):

„Phytosoya“-Tabletten mit 70mg Isoflavone täglich, für 12 Wochen

 

Nikander (2003):

Tabletten mit 114 mg Phytoestrogren-Isoflavone täglich, für 3 Monate

 

 Quella (2000):

Soya mit 150 mg Isoflavone täglich für 4 Wochen

 

Van Patten (2002):

250 ml Soya-Getränk mit 90 mg Isoflavone täglich, für 12 Wochen

 

 

Arten der Kontrollgruppe:

Immer Placebotablette oder Placebo- Getränk in gleicher Dosierung wie Intervention

 

MacGregor (2005):

1. QoL mit EORTC-QLQ-30 Brustkrebs-Modul, globaler Wert

 

2. Menopausale Symptome mit selbstentwickeltem Fragebogen

 

Nikander (2003):

1. Klimakterische Symptome z.B. Hitzewallungen mit Kupperman index und VAS

 

2. QoL mit Fragebogen zu Arbeitsfähigkeit, Depression,Ängstlichkeit, Selbstbewusstsein

 

Quella (2000):

1. Anzahl und Intensität von Hitzewallungen mit selbstentwickeltem Fragebogen

 

Van Patten (2002):

1. Anzahl und Intensität von Hitzewallungen mit Tagebuchführung der Patientinnen

MacGregor (2005):

Zu 1. und 2.:

Keine sig. Unterschiede (p>0.05) zwischen den Armen zu allen Zeitpunkten

 

Nikander (2003):

Zu 1und 2:

Keine sig. Unterschiede (p>0.05) zwischen den Armen auf den Skalen und Unterskalen nach 3 Monaten

 

Quella (2000):

Zu 1.:

Keine sig. Unterschiede (p>0.05) zwischen den Armen

 

Van Patten (2002):

Zu 1:

Für die Anzahl der Hitzewallungen und für die Kombination aus Anzahl und Intensität wurde jeweils ein Mittelwert über die ersten vier Wochen vor Intervention berechnet und ebenso über die letzten vier Wochen der Intervention. Es ergaben sich keine sig. Unterschiede (p>0.05) zwischen den Armen für die Anzahl oder die Kombination aus Anzahl und Intensität der Hitzewallungen.

 

Zusammenfassung der Autoren:

„Zwei Studien berichteten über eine leichte Verringerung der Wechseljahresbeschwerden, insbesondere Hitzewallungen in beiden Gruppen (Nikander 2003, Van Patten 2002). Eine andere Studie ergab, dass Soja die Symptome der Menopause im Vergleich zur Placebogruppe nicht reduzierte (MacGregor 2005), während Quella et al. (2001) über einen leichten Trend zur Verbesserung der Hitzewallungen in der Placebogruppe berichteten. Die Ergebnisse aller Studien waren jedoch nicht signifikant. Alle Studien erhielten eine positive Qualitätsbewertung.“

Keine Angaben zu NW/WW im Review

Primärstudien:

Laut Angabe keine CoI bei MacGregor (2005) und Van Patten (2002)

 

Keine Angaben zu den CoI bei Nikander (2003) und Quella (2000)

 

Übersichtsarbeit:

Keine Angaben zu den CoI

 

Finanziert durch das Institut für Nutrition and Dietetics der Flinders Universtität in Australien

Primärstudien:

Bewertung des Verzerrungsrisikos nach Academy of Nutrition and Dietetics Evidence Analysis Manual (positive/neutral/negative validity): Alle 4 Studien haben eine positive Bewertung mit klarer Randomisierung, doppelter Verblindung, adäquater Power, validierten Outcomes und Intention-to-treat Analysen

 

Übersichtsarbeit:

PRO:

Umfassende Beurteilung des Verzerrungsrisikos der eingeschlossenen Studien

 

CONTRA:

Kein Studienprotokoll

 

Kein Vier-Augen-Prinzip bei der Studienauswahl und Datenextraktion, aber alle relevanten Studien zum Thema wurden gefunden

 

Keine Angabe der Erhebungszeitpunkte und des Drop-outs

 

Keine Darstellung der Adverse Events

 

 

1a

Leggett (2015): Diese Arbeit fasst alle vier relevanten Studien zum Thema Soja/Isoflavone bei Brustkrebspatientinnen zusammen. Die Patientinnen hatten alle Brustkrebs in der Vorgeschichte, in drei Studien nahmen sie weiterhin Tamoxifen. Es wurden die Symptome der Menopause, v.a. Hitzewallungen, und Lebensqualität untersucht. Die Teilnehmerzahlen reichten von 62 bis 175 und die Isoflavone-Dosis (teilweise direkt durch Tablettengabe, teilweise durch ein Sojagetränk) von 70 bis 342 mg über einen Zeitraum von 4 bis 12 Wochen. Es gab jeweils eine Gruppe von Patienten, die einen Placebo bekam, ohne dies jedoch zu wissen. Die Zuteilung von Präparat und Placebo war immer rein zufällig. Zwei Studien zeigten keinen Unterschied in den Wechseljahrsbeschwerden, insbesondere der Hitzewallungen, da eine Abnahme sowohl bei den Teilnehmern mit Soja/Isoflavone als auch mit Placebo stattfand (Nikander 2003, Van Patten 2002). Eine andere Studie ergab, dass Soja/Isoflavone die Symptome der Menopause im Vergleich zur Placebogruppe nicht verringerte (McGregor 2005), während Quella (2001) über einen leichten Trend zur Verbesserung der Hitzewallungen in der Placebogruppe berichtete. Alle Ergebnisse der Gruppenvergleiche waren jedoch statistisch nicht vom Zufall unterscheidbar. Die methodische Qualität der Studien wurde ausführlich bewertet und alle 4 Studien haben eine insgesamt positive Bewertung bekommen.