Lyckholm et. al. (2012)
Komplementärmedizin · Version 2.0
|
Referenz |
Studientyp
|
Patientenmerkmale |
Intervention/ Kontrolle, Beobachtung |
Untersuchte Endpunkte |
Hauptergebnisse |
Neben-/ Wechselwirkungen |
Finanzierung/ Interessenskonflikte |
Methodische Bemerkungen |
Evidenzklasse (Oxford) |
|
Lyckholm (2012): A randomized, placebo controlled trial of oral zinc for chemotherapy-related taste and smell disorders. Journal of pain & palliative care pharmacotherapy. Ref.ID: 779 |
Prospektiv
Monozentrisch
doppelt verblindet
randomisiert
2 Arme
Eingeschlossen: N = 58, Ausgewertet: N = 41 Attrition 15: 4x Verstorben, 4x Krebsbehandlung abgebrochen, 2x andere Symptome, 5x andere Gründe
Land: kA, 2002-2005 |
Verschiedene Krebsarten, am häufigsten: Mammakarzinom, Lungenkarzinom
weiblich
Alter: MW: 53
CTX
26 Probanden nahmen zusätzlich Vitamine |
Arm A: N = 20 CTX + Zink, oral, 2x 220mg täglich
Arm B: N = 21 CTX + Placebo, in gleicher Frequenz und Intensität verabreicht, wie in Arm A
Dauer in beiden Armen: 3 Monate |
Prim. Endpunkt 1. Veränderungen in Geschmacks- und Geruchssinn anhand einer Skala von 0 bis 100 von („kein Verlust“ bis „schlimmste Veränderung oder Verlust“) und Fragebogen von Wickham (vor Intervention und 1,2,3 Monate danach)
|
Zu 1. Kein signifikanter Unterschied in Geruchs- oder Geschmackveränderungen bzw. im Verlust von Geruchs- oder Geschmackssinn in Arm A und B (p = kA), Tendenz in allen Gruppen zur Verbesserung, nur in Arm A zeigte sich eine nicht-signifikante Verschlechterung im Geruchsverlust über die Zeit
Anmerkung: Hohe Korrelation von Geruchs- und Geschmacksveränderungen (p < 0.001)
Zusammenfassung der Autoren: “Based on this study, however, zinc would not be a treatment of choice.” |
Folgende NW/WW wurden berichtet (die einer der Gründe für 2x Attrition gewesen sein sollen): Durchfall, Bauchschmerzen, Krämpfe, Schwitzen
|
Laut Angabe keine CoI
|
PRO: Ethikvotum vorhanden
Untersuchung der Compliance der Patienten
Poweranalysen, um Unterschiede erkennen zu können
Doppelte Verblindung
CONTRA: Skala zur Erfassung der Geschmacksveränderung scheinbar nur ein Item von 0 bis 100 beruhend auf Selbstbericht der Patienten
Sehr kurzer Bericht der Ergebnisse, ohne Angaben statistischer Parameter – diese können nur aus einer Grafik geschätzt werden
Zinkspiegel der Probanden unklar
25.9% Attrition
Keine Angabe zur Gruppenzugehörigkeit der Drop-Outs
Keine genauen Angaben zur Randomisierungsmethode |
2b- |
|
Lyckholm (2012): Die durchgeführte Studie beschäftigte sich mit dem Zusammenhang von Zink und Veränderungen im Geschmacks- bzw. Geruchssinn bei Krebspatienten während der Chemotherapie. In zwei zufällig aufgeteilten Gruppen bekamen über einen Zeitraum von drei Monaten hinweg 20 Patienten Zink und 21 ein Placebo. Im Verlauf der Studie zeigte sich eine Tendenz zur Verbesserung des Geruchs- und Geschmackssinns, wobei es keine bedeutsamen Unterschiede zwischen den Gruppen bzw. den Verlust dieser Sinnesreize betreffend gab. Als Fazit der Untersuchung raten die Autoren deshalb von einer Behandlung mit Zink ab. Da die Studie jedoch mehrere methodische Mängel aufweist, wie die rein subjektive Messung der Geschmacks- und Geruchsveränderung, der hohe Ausfall von teilnehmenden Patienten im Verlauf der Untersuchung und der völlige Verzicht auf die Berichterstattung wichtiger statistischer Parameter, können die Ergebnisse nur sehr kritisch betrachtet werden und gelten als wenig vertrauenswürdig. |
|||||||||