Najafizade et. al. (2013)

Komplementärmedizin · Version 2.0

Referenz

Studientyp

 

Patientenmerkmale

Intervention/

Kontrolle, Beobachtung

Untersuchte Endpunkte

Hauptergebnisse

Neben-/ Wechselwirkungen

Finanzierung/ Interessenskonflikte

Methodische Bemerkungen

Evidenzklasse (Oxford)

Najafizade (2013): Preventive effects of zinc sulfate on taste alterations in patients under irradiation for head and neck cancers: A randomized placebo-controlled trial. Journal of research in medical sciences: the official journal of Isfahan University of Medical Sciences. Ref.ID: 783

Prospektiv

 

Monozentrisch

 

doppelt verblindet

 

randomisiert

 

2 Arme

 

Eingeschlossen: N = 35, Ausgewertet: N = 35

 

Iran, 2009-2010

Kopf-Hals Karzinom, III-IV

 

40% weiblich,

 

Alter: MW: 59.2; SD: 16.5

 

RTX mit z.T. CTX

Arm A:

N = 20

RTX + Zink, 3x 50mg Zinksulfat nach den Mahlzeiten, Tag 0 RTX bis +1 Monat nach RTX

 

Arm B:

N = 15

RTX + Placebo, in gleicher Frequenz und Intensität verabreicht, wie in Arm A

 

T0: Baseline, T1: am Ende der RTX

T2: ein Monat später

 

Prim. Endpunkt

1. Geschmackswahrnehmung und -wiedererkennung für bitter, salzig, süß und sauer mit der Henkin Methode

 

Zu 1.

T1: Signifikante Verschlechterung in der Geschmackwahrnehmung in Arm B in allen vier Geschmacksrichtungen (p’s ≤ 0.03), in Arm A nur Veränderung für sauer (p = 0.038),

T2: Arm B in allen vier Richtungen verschlechtert (p = 0.001), in Arm A kam es nur bei salzig zu einem höheren Schwellenwert für die Wahrnehmung (p = 0.046), es wurden keine Gruppenvergleiche durchgeführt

 

Zusammenfassung der Autoren: “The present study results showed that a short course of supplementation with zinc in head and neck cancer patients under radiotherapy can prevent radiation-induced taste alterations. […] Because long-term and excessive consumption of zinc may have a negative impact on the immune system in cancer patients, zinc supplementation should be used cautiously by cancer patients […]”

Laut Angabe keine NW/WW

 

 

Laut Angabe keine CoI

 

„This study was supported by a grant from Isfahan University of Medical Sciences“

PRO:

Ethikvotum vorhanden

 

Gegebene Vergleichbarkeit zur Baseline in allgemeinen Charakteristika und Outcome Parametern

 

Testung des Geschmacks über süße, salzige, saure und bittere Lösungen

 

Untersuchung der NW (wöchentliche Nachfrage)

 

Untersuchung des Einflusses von Drittvariablen auf den Outcome

 

Doppelte Verblindung

 

Überprüfung der Patient Compliance (wöchentliche Nachfrage) und Einnahme anderer Mundspülungen etc.

 

CONTRA:

Kleine Stichprobe

 

Keine Untersuchung des Zinkspiegels – weder zu Beginn, noch am Ende der Studie

 

Gruppenvergleich wird nicht berichtet, sondern nur Veränderungen innerhalb der beiden Arme, deshalb sind Ergebnisse nicht aussagekräftig (obwohl vorher statistischer Test für Gruppenvergleich angekündigt wird – selektives Berichten?)

 

Keine Angaben zum Zinkspiegel der beiden Gruppen

2b

Najafizade (2013): Die hier beschriebene Untersuchung beobachtete an 35 Patienten mit Kopf-Hals Karzinom die Wirkung von Zink, bezogen auf Geschmacksveränderungen während der Radiotherapie-Behandlung. In der Gruppe, die statt Zink ein Placebo erhielt, zeigte sich eine Verschlechterung in allen vier Geschmacksrichtungen süß, salzig, sauer und bitter, d.h. der Schwellenwert, der zur Erkennung dieser Geschmäcker nötig war stieg an. In der Zink-Gruppe hatte sich hingegen nur der Sinn für sauer verringert. Auch einen Monat nach der Therapie war der Schwellenwert zur Erkennung der vier Geschmäcker in der Placebo-Gruppe deutlich angestiegen, wohingegen sich die Zink-Gruppe nur in der Geschmackswahrnehmung salzig verschlechtert hatte. Aufgrund der fehlenden Durchführung eines Gruppenvergleichs und damit keinem nachgewiesenen Unterschied in den Geschmacksveränderungen zwischen den Gruppen sind die Ergebnisse allerdings nicht aussagekräftig, sondern geben höchstens einen Hinweis auf die positive Wirkung von Zink.