Leitlinienprogramm OnkologieChronische lymphatische Leukämie (CLL)

7. Richter-Transformation – Chronische lymphatische Leukämie (CLL)

Version 2.0 · Dezember 2024 · AWMF 018-032OL
Leitlinienprogramm Onkologie · Deutsche Krebsgesellschaft · Deutsche Krebshilfe · AWMF

Hauptautor*innen: Dr. Othman Al-Sawaf, Dr. Manuela Hoechstetter

AG-Leitung: Prof. Dr. Barbara Eichhorst, Prof. Dr. Andreas Rosenwald

Reviewende Autor*innen: Dr. Petra Langerbeins, Dr. Anja Niederste-Hollenberg, Prof. Dr. Stephan Stilgenbauer

7.1 Definition

Richter-Transformation (RT) definiert die Entwicklung eines aggressiven Lymphoms bei vorangegangener oder gleichzeitiger Diagnose einer CLL oder eines SLLs [222]. Laut aktueller fünfter WHO Klassifikation ist der Begriff Richter-Transformation dem Begriff Richter-Syndrom vorzuziehen [14], [223], [224], [225], [226], [227], [228], [229]. Die geschätzte Inzidenz von RT bei Patient*innen mit CLL/SLL, die zuvor mit Chemotherapie oder Chemoimmuntherapie behandelt worden sind, liegt bei 0,5-1% pro Jahr. In einer Kohorte von 2975 CLL-Patient*innen, die von der Deutschen CLL Studiengruppe longitudinal in einer Registerstudie beobachtet wurden, war die Prävalenz von RT 3% [230]. Verschiedene histopathologische Varianten der RT sind in der Literatur beschrieben. Am häufigsten tritt der diffuse großzellige B-Zelllymphom-Subtyp (DLBCL-RT) mit 90-95% der Fälle auf. Eine seltene Variante (5-10%) der RT ist die Entwicklung eines Hodgkin-Lymphoms (HL-RT), das im Vergleich zur klassischen RT eine günstigere Prognose aufweist [231], [232], [233], [234]. Für Empfehlungen zur Diagnostik und Therapie der HL-RT wird auf die S3-Leitlinie zum Hodgkin-Lymphom verwiesen. Sehr selten wurden auch plasmablastische Transformationen (<1%) beschrieben. Diese Formen und die oft inkorrekt als RT bezeichnete Transformation anderer niedrig-maligner lymphoproliferativer Erkrankungen werden hier nicht näher behandelt. Die Erstbeschreibung der RT erfolgte 1928 durch Maurice Richter [235]. Das Auftreten von sekundären aggressiven Lymphomen bei 14 CLL/SLL-Patient*innen wurde 1964 durch P. Lortholary beschrieben [236]. H. Stein et al. wiesen 1974 den B-Zell-Ursprung der RT nach [237], [223], [224], [238]. 

7.2 Diagnostik

7.2.1 Symptome und Begleitbefunde

Klinisch hinweisend sind ein rascher Krankheitsprogress mit aggressivem Verlauf und ausgeprägter Allgemeinsymptome (inkl. neuer B-Symptomatik), ein sich schnell verschlechternder Allgemeinzustand, rapid progressive Vergrößerungen von Lymphknoten, Extranodalmanifestationen, sowie eine Erhöhung der Serum-Laktatdehydrogenase (LDH) oder eine Hyperkalzämie [239]. Leitbefund ist die rapide Vergrößerung einer nodalen oder extranodalen tumorösen Manifestation, oft als Verdopplung der größten Läsion innerhalb von 3 Monaten. Allerdings sind diese Symptome nur in 50-60% spezifisch für eine RT. In den anderen Fällen liegt eine akzelerierte CLL oder eine solider Tumor vor. Diese oder weitere Manifestationen, welche einer Exstirpation nicht zugeführt werden können, sollten  als Index-Läsionen für Verlaufsbeurteilungen verwendet werden. Am häufigsten sind die Lymphknoten betroffen; seltener treten Extranodalbefälle der RT auf (GI-Trakt, ZNS, Leber, Tonsillen, Haut) [240][241]. In einem Teil der Fälle von RT wird die Diagnose am Knochenmarktrepanat gestellt.

7.2.2 Apparative Diagnostik

7.1 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2024

Bei Patient*innnen mit Verdacht auf eine Transformation soll zur Bestimmung der Lokalisation der Transformation und der Ausbreitung eine weiterführende radiologische Diagnostik durchgeführt werden (kontrastmittelgestütztes PET/CT oder kontrastmittelgestütztes CT; bei Kontraindikationen oder spezifischen Lokalisationen auch eine MRT).

CAVE: Die PET-/CT-Untersuchung ist kein Gegenstand des Leistungskatalogs der GKV (Kostenübernahme nicht gesichert).

Empfehlungsgrad
A: Starke Empfehlung für oder gegen ein Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = soll/soll nicht
Evidenzlevel
⊕⊕⊝⊝

Diagnostic accuracy (sensitivity, specificity)


⊕⊕⊝⊝

Overall survival


⊕⊕⊝⊝

Progression-free survival


keine Daten

Quality of life


keine Daten

Safety

Konsens
Starker Konsens
Literatur
[44] [242]
ÄnderungshinweisZur exakten Bestimmung des Ausbreitungsstadiums und einer zur Biopsie geeigneten Manifestation soll eine CT/MRT durchgeführt werden.
Evidenztabellen (3)Mato et al. 2019; Falchi et al. 2014; Bewertung der Evidenz nach GRADE (PET/CT bei Richter-Transformation)
7.2 · Konsensbasierte Empfehlung · modifiziert 2024

Für die Diagnostik sollte die Läsion mit dem höchsten SUV-Wert im PET, wenn zugänglich, biopsiert werden.

CAVE: Die PET-/CT-Untersuchung ist kein Gegenstand des Leistungskatalogs der GKV (Kostenübernahme nicht gesichert).

Konsens
Starker Konsens
ÄnderungshinweisEin FDG-PET/CT hat einen hohen negativen prädiktiven Wert. Wenn die Auswahl der zur Biopsie optimal geeigneten Läsion bei multifokalem Befall schwierig ist, sollte die FDG-PET/CT als Leitverfahren eingesetzt werden.

Da die RT oft nur auf eine Einzelläsion zum Zeitpunkt der Evolution limitiert ist, erfolgt jede Biopsie zur Bestätigung der RT an dieser Indexläsion (Indexläsion: Läsion mit der größten Wachstumsdynamik). Zur exakten Bestimmung des Ausbreitungsstadiums soll eine weiterführende radiologische Diagnostik durchgeführt werden (PET-CT; CT; bei Kontraindikationen oder spezifischen Lokalisationen auch eine MRT). Eine Biopsie kann unter sonographischer oder CT-basierter Steuerung nötig sein. Wichtig: es sind nicht zwingend alle durch die CLL infiltrierten Lymphknoten oder Organe auch von der RT betroffen.

FDG PET-CT ist zur Wahl der richtigen Indexläsion zu betrachten [242], [44]. Oft wird der SUV cut-off von 5 gewählt. Bei Läsionen <5 (hoher negative prädiktiver Wert von 97%) erfolgt keine Biopsie. Bei Läsionen  >= 5 (eingeschränkter positiver prädiktiver Wert von 53%) erfolgt die Biopsie der Index-Läsion. Bei einem SUV cut-off von 10 ist der positive prädiktive Wert bei 61%, der auch mit dem Gesamtüberleben (OS) korreliert [242]. Patient*innen mit einem SUV >= 10 zeigen ein medianes OS von 6,9 Monaten, während Patient*innen mit einem SUV < 10 ein OS von 57 Monaten aufweisen [44]. Aktuell wird der SUV Grenzwert bei Patient*innen, die unter Kinaseinhibitortherapie eine RT entwicklen, untersucht [243], [45], [244], [245]. Das PET-CT sollte in Anbetracht fehlender prospektiver Validierung von SUV cut-offs vor allem als qualitatives Verfahren zur Identifikation der Region mit relativ stärkster Anreicherung genutzt werden. Es bleiben dabei jedoch der problemlose chirurgische oder punktions-bioptische Zugang und damit das niedrigst-mögliche Risiko des Eingriffs das oberste klinische Entscheidungskriterium.

7.2.3 Histologische Diagnostik

7.3 · Konsensbasierte Empfehlung · modifiziert 2024

Eine Richter-Transformation soll histologisch gesichert werden. Die histopathologische Diagnostik soll an der Biopsie eines Lymphknotens oder eines anderen befallenen Organs gestellt werden. Diese soll möglichst einen ganzen Lymphknoten bzw. ausreichendes Gewebematerial (z.B. größere Nadelbiopsie) umfassen. Wenn ein Lymphknoten einer Exzisions- oder Inzisionsbiopsie nicht leicht zugänglich ist, soll eine Stanzbiopsie durchgeführt werden.

Konsens
Starker Konsens
ÄnderungshinweisEine Richter-Transformation soll histologisch gesichert werden. Die histopathologische Diagnostik soll an der Biopsie eines Lymphknotens oder eines anderen befallenen Organs gestellt werden. Diese soll möglichst einen ganzen Lymphknoten bzw. ausreichendes Gewebematerial (z.B. größere Nadelbiopsie) umfassen. Eine Feinnadelaspiration (Zytologie) ist nicht ausreichend.
7.4 · Konsensbasierte Empfehlung · geprüft 2024

Die primäre Diagnose einer Richter-Transformation sollte durch eine*n Patholog*in mit besonderer Erfahrung auf dem Gebiet der Lymphom-Diagnostik gestellt bzw. bestätigt werden.

Konsens
Starker Konsens

Eine RT soll histologisch gesichert werden. Eine Feinnadelaspiration ist nicht ausreichend für die Diagnose einer RT. Die histopathologische Diagnostik soll an der Biopsie eines Lymphknotens oder eines anderen befallenen Organs gestellt werden. Diese soll möglichst einen ganzen Lymphknoten bzw. ausreichendes Gewebematerial umfassen und nicht alleinig eine Feinnadelaspiration (Zytologie) beinhalten. Wenn ein Lymphknoten einer Exzisions- oder Inzisionsbiopsie nicht leicht zugänglich ist, soll eine Stanzbiopsie durchgeführt werden. 

7.2.4 Immunhistochemie

Die DLBCL als Manifestation der RT kann morphologisch dem zentroblastischen, immunoblastischen oder anaplastischen Subtyp entsprechen. Immunphänotypisch können diese zumeist als die „activated B-cell type“ (ABC) Form kategorisiert werden. Eine Änderung des klassischen Immunphänotyps der CLL mit Verlust von CD5 und/oder CD23 wird in einem hohen Anteil der Fälle (70-85%) beobachtet [233], [246]. CD20 ist in der Regel stärker als in der CLL exprimiert, wird jedoch vor Einleitung einer CD20-antikörperhaltigen Therapie der RT erneut bestimmt. Die Hodgkin-Variante der RT bei Patient*innen mit CLL ist meist vom Mischtyp oder vom nodulär-sklerosierenden Typ und ist morphologisch und immunphänotypisch nicht vom cHL zu unterscheiden [232], [233].

7.2.5 Molekulare Pathohistologie

7.5 · Konsensbasierte Empfehlung · geprüft 2024

Die Diagnostik soll eine molekulare Analyse der klonalen Verwandtschaft (gleiches IGVH-Arrangement und/oder gleiche Mutationen in umfassender genomischer Charakterisierung) umfassen, sofern initiales Material der CLL vorhanden ist, weil darin wichtige differentialdiagnostische und prognostische Informationen enthalten sind.

Konsens
Starker Konsens

Es ist von klinischer Relevanz, ob sich die Richter-Transformation klonal aus der CLL ableiten lässt. Die klonal zur CLL verwandte RT (ca. 80% der Fälle) weist genetisch deutliche Unterschiede zur primären DLBCL auf [247]. Weil das de novo DLBCL als Zweitlymphom bei CLL (ca. 20% der Fälle) eine deutlich bessere Prognose als die RT hat, soll die CLL und das DLBCL auf eine molekulare Verwandtschaft untersucht werden (durch vergleichende molekulare Klonalitätsanalyse des Rearrangements der IGHV-D-J Gene). Das Vorliegen einer klonalen Verwandtschaft gilt demnach als wichtigster prognostischer Parameter bei der Einschätzung des vorliegenden DLBCL (RT versus primäres DLBCL). Die häufigsten genetischen Alterationen der RT sind Deletionen/Mutationen von 17p13.1/TP53 in etwa 50-60% der Fälle, sowie NOTCH-1 Mutationen in 30-40% (oft assoziiert mit Trisomie 12), erworbene Verluste von 9p21 mit dem Tumorsuppressor CDKN2A in 20-30% und Zugewinne oder Translokationen von 8q21/C-MYC (ca. 25-40%) [248], [246], [249]. Zusammen finden sich diese Läsionen in über 90% der Fälle mit RT. Ihr Nachweis (Standard Karyogramm, Interphase FISH, Gensequenzierung) ist zwar nicht für eine RT beweisend, liefert aber hilfreiche diagnostische und prognostische (siehe auch das Unterkapitel 7.4.) Informationen. Die Mehrzahl der Fälle von RT (75%) zeigt unmutierte IGHV-Gene. Im Gegensatz zur klassischen RT tritt die cHL-Variante vor allem bei CLL mit mutierten IGHV-Genen auf, wobei sowohl mit der CLL klonal verwandte als auch unverwandte Fälle beschrieben wurden. Die Mehrheit dieser Fälle ist EBV-assoziiert [231], [233], [234], [250]. Unter bestimmten Umständen kann eine FISH-Untersuchung (+12, del(11q), del(13q), del(17p), eine Karyotypuntersuchung  (komplexer Karyotyp) und eine TP53-Untersuchung ergänzt werden [251].

7.3 Differentialdiagnostik

Etwa 20 % der Fälle von DLBCL bei Patient*innen mit CLL sind klonal nicht verwandte Zweitlymphome [233], [249]. Da diese de novo DLBCL eine günstigere Prognose aufweisen, soll insbesondere in Fällen, die nicht den klassischen Immunphänotyp der CLL aufweisen, eine vergleichende Klonalitätsanalyse angestrebt werden (siehe auch Kapitel Molekulare Pathologie). Die sogenannte paraimmunoblastische Progression bzw. Transformation und die tumorbildende Form der CLL mit einer deutlichen Vermehrung von Paraimmunoblasten und Prolymphozyten und großen, konfluenten Proliferationszentren, oder eine deutliche Zunahme des Prolymphozytenanteils im peripheren Blut werden nicht als RT gewertet, obwohl sie klinisch eine Akzeleration der Erkrankung darstellen können. 

Von der cHL-Variante der RT, die das typische buntzellige, entzündliche Zellbild mit Dominanz von T-Zellen aufweist, ist das Auftreten von einzelnen CD30+ Reed-Sternberg Zellen vor dem Hintergrund der CLL abzugrenzen [250]. Diese Fälle unterscheiden sich prognostisch und therapeutisch nicht von der klassischen CLL.

Eine seltene Differentialdiagnose der RT ist das Spektrum EBV-assoziierter lymphoproliferativer Erkrankungen, inklusive Lymphomen, bei lange bestehender und tiefer Immunsuppression in CLL-Patient*innen, z.B. nach Alemtuzumab Therapie [252], da sie auch rein reaktive Läsionen beinhalten [253], [254]. Von prognostischer Relevanz ist auch die Abgrenzung zur seltenen Herpes simplex Virus-Lymphadenitis bei CLL, die sich typischerweise durch eine isolierte, rasch auftretende Lymphknotenvergrößerung äußert.

7.4 Risikofaktoren

Mit einer jährlichen Inzidenzrate von 0,5-1 % tritt eine RT bei 2-5 % der Patient*innen mit CLL im Verlauf der Erkrankung auf [223], [224], [238]. Das mediane Intervall von der Diagnose der CLL bis zur Detektion einer RT beträgt ca. 2 Jahre [238], [255]. Als klinische Risikofaktoren für die Entwicklung einer RT werden ein hohes Rai-Stadium (III-IV) bei Diagnosestellung der CLL und eine Größe der Lymphknoten von initial bereits >3cm beschrieben [238], [239], [256]. Ein unmutierter Status der IGHV-Gene oder eine Expression stereotyp konstituierter B-Zell-Rezeptoren (z.B. VH4-39), sowie Expression von ZAP70, CD38, CD49d in der CLL sind ebenfalls mit einer erhöhten Rate an Übergängen in eine RT assoziiert worden [229], [239], [257]. In der RT selber findet man gehäuft für die CLL als ungünstig beschriebene zytogenetische Aberrationen (del11q22 oder del17p13.1), sowie Mutationen im NOTCH-1 oder TP53-Gen [248], [246], [258]. Die kumulative Inzidenz einer RT in CLL mit del17p oder TP53-Mutation wird mit ca. 30% angegeben. Nicht endgültig geklärt ist dabei, ob dieses Risiko insbesondere nach Fludarabin-haltiger Therapie zu bestehen scheint und ob eine Präferenz für die Hodgkin-Variante der RT existiert [259], [260], [82]. Das Vorliegen einer NOTCH1 Mutation ist ebenfalls mit einer signifikant höheren Wahrscheinlichkeit (ca. 45%) einer RT assoziiert als in CLL ohne diese Veränderung (ca. 4%) [261], [262]. 

Ebenso wurde eine erhöhte Inzidenz von RT unter Monotherapie mit Ibrutinib in refraktären CLL beschrieben [160], [263], [264], [265], wenngleich andere Ibrutinib behandelte Kohorten diesen Zusammenhang nicht belegen konnten [162], [82]. Die beobachtete enge zeitliche Abfolge von Initiierung der Therapie mit dieser Substanzklasse und dem Auftreten der RT legt eine Existenz der RT bereits zu Beginn der Behandlung dieser zumeist refraktären und/oder del17p/TP53-mutierten CLL nahe. In der Beurteilung des Beitrages von BTK-Inhibition zur Selektion der RT Klone sind dabei Fragen nach der genetischen Andersartigkeit der RT unter Ibrutinib oder nach der Inzidenz der RT im Setting der Erstlinientherapie mit Ibrutinib noch ungeklärt [264], [265], [266]. 

Die klinischen Verläufe einer RT spiegeln die Heterogenität der darunter zusammengefassten Erkrankungen wider. Es existiert ein dreistufiger klinisch-genetischer Prognosescore bezogen auf den Zeitpunkt der Diagnose der RT [249]. Darin bilden ECOG Performance-Status (ECOG-PS) ≤/>1, TP53-Status (del17p oder TP53 mutiert) und der Erfolg der Induktionstherapie der RT (komplette Remission (CR) ja oder nein) drei Subgruppen gemäß eines stark unterschiedlichen medianen Überlebens ab. Patient*innen mit RT und einem ECOG-PS ≤1, ohne TP53-Anomalie und einer CR nach Induktion überleben mehr als 60 Monate (70% 5-Jahresüberleben). Dagegen ist die Konstellation ECOG-PS ≤1 mit TP53-Anomalie oder keine CR nach Induktion mit einem medianen Überleben von 25 Monaten assoziiert. Die ungünstigste Subgruppe mit einem medianen Überleben von nur 8 Monaten umfasst Patient*innen in einem reduzierten Allgemeinzustand (ECOG-PS >1). 

7.5 Therapie

7.6 · Evidenzbasierte Empfehlung · modifiziert 2024

Abhängig von Alter, Komorbiditäten und Risikoprofil sollten Anthrazyklin-haltige Regime (z.B. R-CHOP) zum Einsatz kommen.

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
2b
Konsens
Starker Konsens
Literatur
[267] [268] [269] [270] [271]
ÄnderungshinweisAbhängig von Vortherapien und Nebenwirkungsprofil sollten Anthrazyklin- (z.B. R-CHOP) oder Platinhaltige Regime (z.B. OFAR) zum Einsatz kommen.
Evidenztabellen (5)Langerbeins et al. 2014; Dabaja et al. 2001; Tsimberidou et al. 2003; Tsimberidou et al. 2008; Tsimberidou et al. 2013
7.7 · Evidenzbasierte Empfehlung · geprüft 2024

Eine allogene Blutstammzelltransplantation sollte in der Richter-Transformation primär konsolidierend durchgeführt werden.

Empfehlungsgrad
B: Empfehlung für oder gegen eine Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = sollte/sollte nicht
Evidenzlevel
⊕⊕⊕⊝

Overall survival


⊕⊕⊕⊝

Progression-free Survival


keine Daten

Quality of life


keine Daten

Safety

Konsens
Konsens
Literatur
[205]
Evidenztabellen (2)Aulakh et al. 2020; Bewertung der Evidenz nach GRADE (Allogene Stammzelltransplantation bei Richter-Transformation)
7.8 · Evidenzbasierte Empfehlung · geprüft 2024

Bei fehlender Eignung zu einer allogenen Blutstammzelltransplantation oder bei fehlendem Spender kann eine Hochdosischemotherapie mit autologer Stammzelltransplantation durchgeführt werden.

Empfehlungsgrad
0: offene Empfehlung (Option) bzgl. einer Maßnahme - verwendete Ausdrucksweise = kann
Evidenzlevel
3b
Konsens
Starker Konsens
Literatur
[209]
Evidenztabellen (1)Cwynarski et al. 2012
7.9 · Konsensbasierte Empfehlung · modifiziert 2024

Patient*innen mit einer Richter-Transformation sollen, wann immer möglich, im Rahmen einer passenden klinischen Studie behandelt werden.

Konsens
Starker Konsens
ÄnderungshinweisBezüglich weiterer Modalitäten wie den Substanzklassen der zielgerichteten Inhibitoren, Folgegenerationen von CD20-Antikörpern oder Immunzellbasierter Ansätze inklusive ihrer Kombination mit Chemotherapie ist noch keine abschließende Aussage zu treffen. Patienten mit einer Richter-Transformation soll, sofern eine passende klinische Studie verfügbar ist und keine Ausschlusskriterien eine Teilnahme verhindern, die Therapie im Rahmen einer klinischen Studie angeboten werden.
7.10 · Konsensbasierte Empfehlung · neu 2024

Bei Nachweis eines de-novo DLBCL (ohne klonale Verwandtschaft zur CLL) sollte die Therapie analog der gültigen DLBCL-Leitlinien erfolgen.

Konsens
Starker Konsens

Bei Vorliegen einer DLBCL-Typ RT orientiert man sich weitgehend an dem Behandlungsstandard von aggressiven B-Zell Non-Hodgkin Lymphomen (NHL) [230]. Bis dato gibt es noch keine Ergebnisse aus randomisierten klinischen Studien zur RT, sodass Erkenntnisse zur Effektivität und Tolerabilität von RT-Regimen in der Regel nur aus einarmigen Phase-1/2- oder Beobachtungsstudien gewonnen wurden. Insofern gibt es keinen allgemein gültigen Standard-of-Care bei der Behandlung der RT. Prinzipiell erfolgt insbesondere bei Vorliegen einer klonal unverwandten RT im Sinne eines de-novo DLBCL die Therapie analog der gültigen DLBCL-Leitlinien (siehe S3-Leitlinie DLBCL).

7.5.1 Chemoimmuntherapie

Nach konventionellen chemotherapeutischen Maßnahmen liegen die 3-Jahres-Gesamtüberlebensraten bei ca. 25%. Die Hinzunahme von Rituximab kann das Gesamtüberleben verlängern [230], [272], [230]. Prinzipiell stehen Anthrazyklin- oder Platin-haltige Protokolle zur Verfügung [229], [258]. Es liegen aber insgesamt lediglich prospektive Daten zu einarmigen Phase-II-Studien vor. Darin erzielen Anthrazyklin-basierte Therapien, vor allem R-CHOP, Ansprechraten von 67%, bei einem medianen Gesamtüberleben von 21 Monaten [267]. In einer retrospektiven Auswertung der DCLLSG war das Gesamtüberleben von Patient*innen mit DLBCL-RT, die in der Mehrzahl CHOP-haltige Regime erhielten, mit im Median 9 Monaten deutlich kürzer [230]. Dosisintensivierte Anthrazyklinhaltige Schemata, wie z.B. das hyper-CVXD Protokoll führten zu Gesamtansprechraten von ca. 40%, wobei Ergänzungen durch zusätzliches Methotrexat und Zytosin-Arabinosid jedoch mit einer hohen Toxizität assoziiert waren [271], [268]. Studien mit Platin-basierten Chemoimmuntherapien (z.B. OFAR) zeigten Ansprechraten von 38-50% und ein medianes Gesamtüberleben von 6–8 Monaten [269], [270].

7.5.2 Zelluläre Immuntherapien

Obwohl effektiv in der Behandlung des rezidiverten DLBCL, zieht eine Hochdosis-Therapie mit autologer Stammzelltransplantation in Patient*innen mit RT oft kein Plateau der Überlebenskurven nach sich [209]. Eine allogene Blutstammzelltransplantation (SZT) stellt bei chemosensitiven RT eine erfolgversprechende Option dar, da sie das Gesamtüberleben im Vergleich zur konventionellen Chemotherapie verlängern kann [243], [258] (siehe auch Kapitel Stellenwert der zellulären Therapien bei CLL). Beide Verfahren sind aber nur in ca. 10-20% der RT-Patient*innen aus Gründen der hohen Komorbidität, fortgeschrittenem Lebensalter und unzureichender primärer Remissionsinduktion durchführbar. Die allogene SZT ist zudem mit einer relevanten, nicht-Rezidiv-bedingten Mortalität von ca. 26% assoziiert [209], [200]. Insgesamt legen die retrospektiven Serien nahe, dass eine konsolidierende Postremissions-allo-SZT bei Induktions-Respondern erfolgreicher ist als wenn die allo-SZT als Salvage zum Einsatz kommt [243], [258]. Eine autologe SZT kann demnach nur für ausgewählte Patient*innen in Betracht gezogen werden, wenn diese keine*n passende*n Spender*in haben oder aufgrund von Alter oder Komorbidität nicht für eine allogene SZT geeignet erscheinen. Hierbei zielt die Therapie auf das Eradizieren der DLBCL Komponente ab, aber nicht auf die Behandlung der zugrundeliegenden CLL.

Prospektive Vergleiche von autologer versus allogener SZT im RT liegen nicht vor. Ein EBMT Register assoziiert die autologe SZT mit einem längeren 3-Jahres Rezidiv-freien Überleben und Gesamtüberleben verglichen zur allogenen SZT (45% vs 27% bzw. 59% vs 36%), jedoch unterschieden sich beide Subgruppen beträchtlich hinsichtlich der erhaltenen Vortherapien [209]. In einer weiteren multizentrische Register-Auswertung zeigten sich vergleichbare Überlebensraten mit autologer wie allogener SZT, bei allerdings sehr heterogenen Patientenpopulationen [273]. Eine Überlegenheit der autologen SZT gegenüber konventionellem Vorgehen kann daraus aus Gründen des fehlenden Direktvergleiches und der Patientenselektion ebenfalls nicht abgeleitet werden.

Einige Autor*innen bevorzugen eine allogene SZT zusätzlich zu den Patient*innen mit klonal verwandter RT auch in den Patient*innen mit nicht verwandten DLBCL, deren parallele CLL refraktär gegenüber Purin-Analoga ist oder eine del17p Aberration/TP53-Mutation trägt [258], [274]. Die autologe SZT ist dabei hingegen die präferierte Herangehensweise für Patient*innen mit klonal unverwandter DLBCL-RT, wobei die Indikation analog den jeweils gültigen Leitlinien zum de-novo DLBCL erfolgt (siehe S3-Leitlinie DLBCL).

Der Einsatz von CART-Zell-Therapie erscheint insbesondere vor dem Hintergrund des erfolgreichen Einsatzes beim rezidivierten DLBCL auch bei der RT-Therapie als eine sinnvolle Option. Allerdings gibt es zur RT, anders als zum DLBCL, keine randomisierten Daten, die einen Vergleich zu konventioneller Chemoimmuntherapie oder Stammzelltransplantation erlauben, sodass die CART-Zell-Therapie bei RT ein Off-Label-Use ist. In einer Fallserie von 8 Patient*innen mit RT, die den CD19-CAR Axicabtagene ciloleucel erhielten, konnte eine Ansprechrate von 100% und eine CR-Rate von 67% beobachtet werden [275]. Darüber hinaus wurde mit einem akademisch hergestellten CD19-CAR in 6 Patient*innen eine Ansprechrate von 67% erzielt [276].  Insofern ist die CART-Zelltherapie auch bei RT wirksam, der klinische Stellwert bleibt allerdings aufgrund der geringen Fallzahlen und kurzen Beobachtungszeiten unklar. Eine Behandlung mit zellulären Immuntherapien wird im Rahmen von klinischen, präferentiell randomisierten, Studien erprobt.

7.5.3 Zielgerichtete Therapien

Sämtliche Daten zu zielgerichteten Therapien im Kontext von RT stammen aus einarmigen Phase-I- und -II-Studien sowie Observationsstudien. Insofern können keine direkten Vergleiche mit der Wirksamkeit von beispielsweise R-CHOP bei RT gemacht werden. Der Einsatz von zielgerichteten Therapien zur Behandlung der RT wird im Rahmen von klinischen Studien erprobt. Insofern stellen die nachfolgend genannten Substanzen einen Off-Label-Use dar.

BTK-Inhibitoren

Der BTK-Inhibitor Ibrutinib erzielte in Kombination mit R-CHOP bei Patient*innen mit de-novo DLBCL eine Ansprechrate von 95% [277], im Kontext von RT liegen keine Daten zu dieser Kombination vor. In einer Fallserie konnte in 3 von 4 Patient*innen mit einer Ibrutinib-Monotherapie ein Ansprechen mit einer Dauer von 8-11 Monaten beobachtet werden [278].

In einer prospektiven Phase 1/2 Studie zu Acalabrutinib-Monotherapie in 25 Patient*innen mit rezidivierter RT konnte eine Ansprechrate von 40% beobachtet werden, allerdings war das mediane PFS mit 3.2 Monaten kurz [279]. Im Rahmen der Phase-1 BRUIN Studie wurde eine RT-Kohorte von 57 Patient*innen eingeschlossen, die mit dem nicht-kovalenten BTK-Inhibitor Pirtobrutinib behandelt wurden [280]. Es zeigte sich eine Ansprechrate von 54% und ein medianes PFS und OS von 3.7 bzw. 13.1 Monaten. Insgesamt scheinen BTK Inhibitoren eine Wirksamkeit auch im Kontext von RT zu haben, allerdings ist die Ansprechdauer bei einer Monotherapie nicht nachhaltig, sodass eine Kombination mit anderen Substanzen erfolgversprechender ist.

BCL2-Inhibitoren

Die Monotherapie mit Venetoclax wurde nur in kleinen RT-Kohorten im Rahmen von Basket-Studien untersucht und ein Ansprechen bei knapp der Hälfte der untersuchten Patient*innen beobachtet [281]. Die Kombination von R-CHOP mit Venetoclax wurde im Rahmen der Cavalli-Studie beim de-novo DLBCL exploriert und zeigte eine Ansprechrate von 83% [282]. Im Rahmen einer multizentrischen Phase-2-Studie wurde analog dazu bei RT DA-EPOCH-R oder R-CHOP mit Venetoclax kombiniert und Ansprechraten von 62% und ein PFS bzw OS von 10.1 bzw. 19.6 Monaten berichtet [274]. Mangels randomisierten Vergleichs zu R-CHOP lässt sich jedoch der Mehrwert von Venetoclax in diesem Kontext nicht sicher definieren, sodass die Hinzunahme von Venetoclax zu R-CHOP bei RT eine Einzelfallentscheidung bleibt.

Checkpoint Inhibitoren

Während PD1-Inhibitoren keine Wirksamkeit bei der CLL haben gibt es mehrere prospektive Datensätze, die eine Aktivität im Kontext der RT demonstrieren. Die Monotherapie mit Pembrolizumab führte zu einem Ansprechen in 44% und einem OS von 10.7 Monaten [281]. Die Kombinationstherapie von Nivolumab plus Ibrutinib erzielte in einer Phase-II Studie ein Ansprechen in 42 % und ein medianes OS von 13 Monaten [280]. Die Kombination von Atezolizumab, Obintuzumab und Venetoclax führte zu einer Ansprechrate von 68% und eine medianes PFS und OS von 10 bzw. 32 Monaten [283]. Die Kombination von Tislelizumab und Zanubrutinib führte zu einem Ansprechen in 58% der Patienten und einen medianes PFS von 10 Monaten und ein 1-Jahres-OS von 75% [284]. Insgesamt zeigen Checkpoint-Inhibitoren bei Einsatz als Kombinationstherapie eine gute Wirksamkeit bei begrenzter Toxizitiät. Auch hier erfolgt der Einsatz mangels randomisierter Daten nur als Einzelfallentscheidung bei Patient*innen mit RT.

Bispezifische Antikörper

Bei der Behandlung des rezidiverten DLBCL sind bispezifische Antikörper eine wirksame Salvage-Option. Im Kontext von RT liegen begrenzte Daten zur Wirksamkeit von B-Zell-gerichteten bispezifischen Antikörpern vor. In einer multizentrischen Phase-2-Studie konnte mit dem CD19-CD3-Antikörper Blinatumomab in Patient*innen mit PR, SD oder PF nach 2 Zyklen R-CHOP eine CR-Rate von 20% erreicht werden [285]. In einer Kohorte von 10 Patient*innen mit RT wurde mit einer Monotherapie mit Epcoritamab, ein CD20-CD3-Antikörper, eine ORR von 60% erzielt [286]. Analog konnte mit Glofitamab, ein weiterer CD20-CD3-Antikörper, in 7 von 11 Patient*innen ein Ansprechen erzielt werden [287]. Aufgrund kurzer Beobachtungsdauer und limitierten Fallzahlen lassen sich zur Zeit keine definitiven Rückschlüsse zum Einsatz von bispezfischen Antikörpern zur Therapie der RT ziehen. Auch hier sind Kombinationstherapien ein vielversprechender Ansatz, der in prospektiven klinischen Studien weiter erprobt wird.

 

Evidenztabellen

Mato et al. 2019
Referenz/ Studientyp Untersuchte Population (Verglichene) Intervention(en) untersuchte Endpunkte Hauptergebnisse Methodische Bemerkungen/ Evidenzklasse

Mato 2019

Prospective Phase II- Study

N = 167 adults with refractory CLL

  • Median Age (range): 67 (28 – 85) years
  • Stage: NR

Inclusion criteria:

  • patients after discontinuation of ibrutinib or idelalisib who required therapy 
  • ECOG status ≤ 2
  • adequate
    bone marrow function (absolute neutrophil count ≥1x109/L,
    platelet count ≥30x109/L, hemoglobin ≥8 g/dL)
  • creatinine clearance ≥50 mL/minute
Exclusion criteria:
  • if RT was confirmed on biopsy 
  • if they had active and uncontrolled autoimmune cytopenias, unresolved toxicities from prior therapy, or allogeneic stem cell transplantation within one year of study entry

A: PET-CT imaging within 28 days prior to venetoclax administration

No control

Sensivity (%)

Specificity (%)

PFS

OS

PET-CT findings at screening:

SUVmax, median (range): N= 5 (0 – 73)
SUVmax ≥10: N= 25 (15)

 

PET-CT SUVmax ≥10:

Sensivity: 71%
Specificity: 50%

Odds Ratio (OR): 2.5 [95% CI: 0.4–15], P=0.318

PFS:

"Median PFS was longer for venetoclax-treated
patients with screening PET-CT SUVmax <10 versus ≥10
[24.7 months (95%CI: 20.1, -) vs. 15.4 months [95% CI:
0.4, -]; P=0.0335)"

OS: 

"Median OS had not been reached
at the time of analysis, though 12-month estimates for
patients with SUVmax <10 versus ≥10 were 94% (95%CI:
87%, 97%) and 76% (95%CI: 43, 92%), respectively
(P=0.061)" 

Study Duration: Unknown

Median Follow-up/data cutoff: Unknown 

Limitations of the study design: uncontrolled data collection

Funding: GeneTech, AbbVie

Other limitations: None

Falchi et al. 2014
Referenz/ Studientyp Untersuchte Population (Verglichene) Intervention(en) untersuchte Endpunkte Hauptergebnisse Methodische Bemerkungen/ Evidenzklasse

Falchi 2014

Retrospective Study

N= 332 patients with CLL (N= 95 RS, N= 117 histologically aggresive CLL- HAC, and N= 120 histologically indolent CLL- HIC)

  • Median Age (range): 63 (41 – 82) years
  • Stage: NR

Inclusion criteria:

  • cutoff SUVmax≥5 was considered indicative of ongoing CLL transformation
Exclusion criteria:
  • patients with a history of solid tumor were excluded unless this was pathologically confined to the primary site, in complete remission for more than 5 years after treatment, or presenting more than 1 year after the index FDG/PET.

A: 2-Deoxy-2-[18F]fluoroglucose (FDG) positron emission tomography
(PET)

No control

Sensivity (%)

Specificity (%)

OS

 

PET-CT SUVmax ≥5:

Sensivity: 88%
Specificity: 47%

OS: 

SUVmax ≥10 Hazard Ratio (HR): 2.3 (95% CI: 1.59-3.32, P= 0.0001)

"Median OS was 56.7 months (95% CI: 41.1-72.4) for patients with
SUVmax<10 and 6.9 months (95% CI: 4.8-9.0) for patients with
SUVmax ≥10"

Study Duration: October 2001 and July 2012

Median Follow-up/data cutoff: 35.9 months 

Limitations of the study design: uncontrolled retrospective data collection

Funding: NR

Other limitations: None

Bewertung der Evidenz nach GRADE (PET/CT bei Richter-Transformation)
Startpunkt der Bewertung Design Endpunkt Verzerrungsrisiko Inkonsistenz Indirektheit Impräzision Weitere Überlegungen Gesamtqualität
High  2 diagnostic studies Diagnostic acurracy (sensitivity, specificity) -1 (some flaws in the design of the studies with an associated risk of bias) / /  -1 (few pts./ events) /

⊕⊕⊝⊝

Low

High 2 diagnostic studies OS -1 (some flaws in the design of the studies with an associated risk of bias) / /  -1 (few pts./ events) /

⊕⊕⊝⊝

Low

High 1 diagnostic study PFS -1 (some flaws in the study design with an associated risk of bias) / / -1 (few pts./ events) /

⊕⊕⊝⊝

Low

Langerbeins et al. 2014
Referenz/Studientyp Untersuchte Population (Verglichene) Intervention(en) Untersuchte Endpunkte Hauptergebnisse Methodische Bemerkungen

Langerbeins 2014

Prospective, multicenter, phase 2 trial

N = 60

Richter-Transformation 

(n = 15)

Autoimmune cytopenia 

(n = 19) 

High-risk

(n = 26)

 

A: R-CHOP

no control

PFS

ORR

CR

SD (stable disease)

PD (progressive disease)

PFS:

A: 10 months

B: 10 months

C: 9 months

ORR: 

A: 10 (67%)

B: 14 (74%)

C: 14 (54%)

CR:

A: 1 (7%)

B: 0

C: 0

SD:

A: 2 (13%)

B: 1

C: 9 (35%)

PD:

A: 3 (13%)

B: 1

C: 3 (12%)

Study Duration: Unknown

Median Follow-up/data cutoff: 62 months

Limitations of the study design: uncontrolled data collection

Funding: Unknown

Other limitations: None

Dabaja et al. 2001
Referenz/ Studientyp Untersuchte Population (Verglichene) Intervention(en) Untersuchte Endpunkte Hauptergebnisse Methodische Bemerkungen/ Evidenzklasse

Dabaja 2001

Prospective Study

N = 20 pts with RS

  • Median Age (range): 61 years
  • Prior CLL: 26 pts (90%)
  • Prior NHL: 2 pts (7%)
  • Prior prolymphocytic leukemia: 1 pts (3%)

A: Fractionated cyclophosphamide, vincristine, liposomal vaunorubicin, vexamethasone (HyperCVXD)

(n = 29)

no control

(Not explicit reported)

Survival 

Response

Toxicity

Median OS: 

10 months

Median survival in CR group: 

19 months

CR: 

11 pts

PR:

1 pt

Toxicity: 

Fever: 24% of cycles

Pneumonia: 15% of cycles

Sepsis: 8% of cycles

Neuropathy: 5% of cycles

Overall Mortality rate: 

20% (6 of 29)

Study Duration: Unknown

Median Follow-up/data cutoff: NR

Limitations of the study design: uncontrolled data collection

Funding: Unknown

Other limitations: None

Tsimberidou et al. 2003
Referenz/ Studientyp Untersuchte Population (Verglichene) Intervention(en) Untersuchte Endpunkte Hauptergebnisse Methodische Bemerkungen/ Evidenzklasse

Tsimberidou 2003

Prospective phase 2 study

N = 49 pts with RS of fludarabine-refractory CLL

  • Median Age (range): 59 years
  • Age >= 15 years

Richter Syndrome (RS): 30 pts.

CLL: 19 pts.

Prior fludarabine therapy: 42 pts. (86%)

Prior chemotherapy: 48 pts. (98%)

A: Six cycles of fractionated cyclophosphamide, vincristine, liposomal daunorubicin, and dexamethasone (hyper-CVXD) plus rituximab and Granulocyte-macrophage– colony stimulating factor (GM-CSF) alternating with methotrexate and cytarabine plus rituximab and GM-CSF

no control

OS

Response

FFS

Toxicity

Survival
OS: 39%

Median survival:
8,5 months


12 months
survival: 39%

(RS: 12 months
survival: 28%)

Response
OR: 41%
CR: 19% (9 pts.) 
PR: 22% (11 pts.)

(RS: CR: 27% (8 pts.);  RR: 43% (13 pts.))


Median
duration of
CR: 10 months


FFS at 12
months: 27%

Toxicity: NR

Study duration: Unknown

Median follow-up/data cutoff: 7.5 months (maximum follow-up: 15.2 months)

ITT: NR

Randomisation: No

Blinding: No

Funding: NR

Other limitations: None

 

Tsimberidou et al. 2008
Referenz/ Studientyp Untersuchte Population (Verglichene) Intervention(en) Untersuchte Endpunkte Hauptergebnisse Methodische Bemerkungen/ Evidenzklasse

Tsimberidou 2008

Prospective phase 1-2 trial (2b)

N = 50 pts. with histologically or cytologically confirmed Richter's transformation (n = 20) or fludarabine-refractory CLL (n = 30)

  • Median Age (range): RS: 66 years; CLL. 59 years
  • Age >= 18 years

A: Oxaliplatin, fludarabine, cytarabine, rituximab

(n = 50)

no control

Survival 

Response

FFS

Survival:
6 months survival:
RS: 59%
CLL: 89%


9 pts with RS
+ 13 pts with CLL
have died

Response: 
ORR:
RS: 50%
CLL: 33%

CR:

RS: 20%
CLL: 6%

PR:
RS: 30%
CLL: 27%

FFS
At 6 months:
RS: 47%
CLL: 48%

Study duration: Unknown

Median follow-up/data cutoff: 9 months

Limitations of the study design: uncontrolled data collection

Funding: Sanofi-Aventis, Berlex Laboratories, Memgen, Genitope, Genmab, Genentech, Biogen Idec, Biocryst

Other limitations: None

Tsimberidou et al. 2013
Referenz/ Studientyp Untersuchte Population (Verglichene) Intervention(en) Untersuchte Endpunkte Hauptergebnisse Methodische Bemerkungen

Tsimberidou 2013

Phase 1 and 2 clinical trial (2b)

N = 102 pts. with histologically or cytologically confirmed Richter's transformation, prolymphocytic leukemia or aggressive, relapsed or refractory B-cell CLL 

Phase 1:

RS: 35 pts.

CLL: 67 pts. 

Phase 2: 

RS: 30 pts. (30%)

CLL: 60 pts. (67%)

A: Oxaliplatin, fludarabine, cytarabine, rituximab

(Phase 1: n = 12; Phase 2: n = 90)

no control

Survival 

FFS

Survival 

Median survival for
ITT-group: 12.6 months

Phase 2:

Median survival at 26 months:
61.5% (59 of 96)

Median survival: 13.4 months

RS: 6.6 months CLL: 20.6 months

Survival at 2 years:
RS: 19.7%
CLL: 41.9% 

ORR
ITT:
RS: 42,9%
CLL: 50,7%

Phase 2:
RS: 38.7% (CR: 6.5%)
CLL: 50.8% (CR: 4.6%)

Study duration: Unknown

Median follow-up/data cutoff: 26 months 

Limitations of the study design: uncontrolled data collection

Funding: Sanofi, An American Society of Clinical Oncology (ASCO) Career Development Award was received by Dr Tsimberidou

Chronic Lymphocytic Leukemia Research Consortium

Other limitations: None

Aulakh et al. 2020
Referenz/ Studientyp Untersuchte Studien  (Verglichene) Intervention(en) Untersuchte Endpunkte Ergebnisse Methodische Bemerkungen  Literaturbelege/ eingeschlossene Publikationen 

Aulakh 2020

SR/MA

Cohort single-arm studies

  • Searched on February 13, 2020
  • PubMed/ Medline, Embase, Cochrane

 

Inclusion Criteria:

  • studies must have enrolled ≥ 10 patients who ended up receiving an allo-HCT for the sole purpose of treating RS

Exclusion Criteria:

  • not allo-HCT
  • not specific to RS

included < 10 patients or represented case reports

A: allo-HCT in pts. with RS

 

(No RCTs comparing allo-HCT with any other treatment modality in pts. with RS)

no control

 

OS 

PFS

ORR

CR

Relapse after allo-HCT 

3 studies representing single institution data and one representing registry data from EBMT (N = 72)

 

Descriptive statistics:

  • Age (range): NR (57 - 63)
  • Sex (male/female): NE
  • Stage: NR

 

 

Results:

OS (n = 72):

rate: 0.49 (95% CI: 0.29 - 0.69)

 

PFS (n = 52):

rate: 0.30 (95% CI: 0.18 - 0.44)

 

ORR (n = 47):

rate: 0.79 (95% CI: 0.50 - 0.98)

 

CR (n = 47):

rate: 0.33 (95% CI: 0.04 - 0.71)

 

 

Relapse (n = 52):

rate: 0.28 (95% CI: 0.09 - 0.52)

Methodological quality of studies (assessed using Newcastle–Ottawa scale modified for single-arm cohort studies) according to the authors:

 

“All included studies enrolled were at low risk for the representativeness of the cohort, except the study by Cwynarski et al. All other parameters for methodological quality assessment were judged to be at low risk for all included studies.”

 

Overall confidence in results of SR (AMSTAR-2):

Low (no discussion of RoB or heterogeneity, no publication bias, no protocol available, no sufficient description of included studies)

Tsimberidou et al. 2006

Cwynarski et al. 2012

Rozovski et al. 2015

Kharfan-Dabaja et al. 2017

Bewertung der Evidenz nach GRADE (Allogene Stammzelltransplantation bei Richter-Transformation)
Startpunkt der Bewertung Design Endpunkt Verzerrungsrisiko Inkonsistenz Indirektheit Impräzision Weitere Überlegungen Gesamtqualität
High 1 SR/ MA Overall Survival  / / / -1 (few pts.) /

⊕⊕⊕⊝

Moderate

High 1 SR/ MA Progression-free Survival  / / / -1 (few pts.) /

⊕⊕⊕⊝

Moderate

High 1 SR/ MA Overall Response Rate / / / -1 (few pts.) /

⊕⊕⊕⊝

Moderate

High 1 SR/ MA Complete Remission / -1 (high heterogeneity among the included studies) / -1 (few pts.) /

⊕⊕⊝⊝

Low

Cwynarski et al. 2012
Referenz/ Studientyp  Untersuchte Population (Verglichene) Intervention(en) Untersuchte Endpunkte Hauptergebnisse Methodische Bemernkungen/ Evidenzklasse

Cwynarski 2012

Retrospective analysis

N = 59 pts with autoSCT/alloSCT for histolgically (and/or cytologically) proven CLL transformation to RS

  • Age >= 18 years
  • autoSCT: 43 pts
  • allSCT: 25 pts

A: Stemm-cell transplantation (n = 59)

no control

OS
RFS

REL

NRM

Study Duration: 1997 - 2007

Median Follow-up/data cutoff: 20 months (alloSCT); 30 months (autoSCT)

Limitations of the study design: uncontrolled data collection

Funding: Unknown

Other limitations: None

Literaturhinweise

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